Klöster in Rheinland-Pfalz

Kloster Himmerod

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Kloster Himmerod ist das 14. Zisterzienserkloster und die erste Bernhardgründung in Deutschland. Auch heute noch abgelegen, wie es den Zielvorstellungen der Zisterzienser entsprach, wurde es 1135 an dem von Bernhard bestimmten Ort im Salmtal gegründet. 1134 wurde Abt Randulf von Bernhard in die Eifel geschickt. Freundschaftliche Beziehungen zwischen Bernhard und Albero von Montreuil, der 1131 zum Erzbischof von Trier ernannt wurde, führten zu dieser Entsendung, damit ein Zisterienserkloster auch auf trierischem Gebiet entstehen konnte. Von der entsandten Mönchsgruppe sind heute noch 9 Mönche namentlich bekannt. Und auch der Stab Randulfs ist noch erhalten. Die Mönche siedelten sich zuerst bei Winterbach an der Kyll an. Bernhard entsandte dann den Novizenmeister und Architekten Archard nach Himmerod, der dort das Kloster erbaute. Romanische Säulenreste des ersten Klosters lassen noch eine Vorstellung dieses Baues erahnen.

Der Gründerkonvent mit 12 Mönchen wohnte zunächst vorübergehend auf dem Gut Haymenrode, einer Rodung des erzstiftischen Bauern Haymo – daher Himmerod.

1136 wurde eine erste hölzerne Klosteranlage geweiht. 1134 erläßt das Generalkapitel  die ersten Bau- und Kunstbestimmungen. Der zweite Klosterbau in Clairvaux wurde von demselben Baumeister wie Himmerod geplant. 1178 wurde der romanische Kirchenbau von Himmerod von Erzbischof Arnold von Trier geweiht. Das Kloster im Salmtal erlebte rasch eine erste Blütezeit und konnte sich des Ansturms junger Leute aus Ritterstand und Adel kaum mehr erwehren. So wurde rasch ein Filialkloster, das erste und einzige Himmerods im Mittelalter gegründet, nämlich Heisterbach. Von dort aus wurde 1212 eine neue Filiation, nämlich Marienstatt im Westerwald gegründet. Von diesem Kloster  aus wurde 700 Jahre später also 1922 Himmerod wieder gegründet. Im 12. Jahrhundert wurde Himmerod das Kloster der Heiligen genannt. 74 Namen stehen im Heiligenverzeichnis des Ordens.

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Die Grafen von Sponheim hatte bis zum Beginn des 15. Jahrhunderts ihre Grablege in Himmerode. 1519 wurden dem Kloster die Pontifikalien, also die bischöflichen Insignien Mitra und Krummstab durch Papst Leo X. verliehen.

Die Zeit der Renaissance beeinflusste auch die geistige Entwicklung der Abtei. Die Mönche durften sich außerhalb des Klosters an Ordenskollegien ihren theologischen Studien widmen. Enge Beziehungen entwickelten sich vor allem mit der Universität Trier deren Rektor 1706 Abt Bootz wurde.

Im Dreißigjährigen Krieg hatte die Abtei schwer unter plündernden Soldaten zu leiden. Trotz des Krieges legte Abt Matthias Glabus den Grundstein für einen Klosterneubau, der 1688 unter Abt Bootz vollendet wurde.

Abt Leopold Kamp, der Sohn eines Himmeroder Hofpächters ließ 1739 von Christian Kretzschmar den Bau einer barocken Klosterkirche beginnen.

Am 26. Juli 1802 ließ die französische Regierung unter Napoleon das Kloster aufheben. Es wurde versteigert. Kloster und Kirche verfielen und wurden als Steinbruch genutzt. Nicht nur Klöster wurden aufgehoben. Die ganze Organisation des Zisterzienserordens wurde von Grund auf zerstört.

index4Nach dem 1. Weltkrieg wurde deutschen Zisterziensermönchen aus Mariastern in Bosnien von der jugoslawischen Regierung die Rückkehr in ihr Professkloster untersagt. Auf der Suche nach einer neuen Heimat fiel der Blick der Mönche auf diese historische Stätte, obwohl viele guterhaltene Klosterbauten in Süddeutschland käuflich zu erwerben gewesen wären. Sie kauften das Gut Himmerod vom letzten Besitzer Reischsgraf Ottokar von Kesselstatt für 500000 Reichsmark. Die Abtei Marienstatt im Westerwald  übernahm auf Wunsch der Trierer Kurie die Funktion einer Mutterabtei. Am  15. Oktober konnte man die kanonische Wiedererichtung Himmerods feiern. Die alten Konventsgebäude wurden bis 1927 wieder errichtet. Die klosterfeindliche Politik der Nazis erschwerte ab 1933 den weiteren Fortschritt. Erst nach dem 2. Weltkrieg konnte man daran gehen, die Barockkirche in den alten Ausmaßen zu rekonstruieren. Am 15. Oktober wurde die Kirche neugeweiht.

Im Okober 1950 tagten ehemalige Wehrmachtsoffiziere, um im Auftrag der Regierung unter

Konrad Adenauer die Wiederbewaffnung Deutschlands vorzubereiten. Das Ergebnis dieser Tagung war die Himmeroder Denkschrift.

Heute leben 13 Mönche im Kloster, betreiben ein Museum, eine Buch- und Kunsthandlung , sowie eine Gaststätte, ein Gästehaus und eine Fischerei.

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13 Jan 2011

Kloster Disibodenberg

 

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Der heilige Disibod (619-700) war ein irischer Mönch und Einsiedler. Um 640 kam er in das Frankenreich. Mit drei Gefährten wirkte er etwa 10 Jahre in den Ardennen und Vogesen, hatte allerdings geringen Erfolg. Auf seinen Wanderungen kam er auch ins Nahetal. Dort kam er zu einer in einem Traum vorbezeichneten Stelle. So ist es in seiner Vita zu lesen. Dies war am Zusammenfluss von Nahe und Glan. Auf dem dort liegenden Berg befand sich schon in keltischer Zeit ein Heiligtum, das in römischer Zeit fortbestand, wie Funde belegen. So wurde dort ein römischer Altar aus dem 2./3. Jahrhundert gefunden. Im 4. Jahrhundert stand auf dem Berg eine römische Ansiedlung. An einer Quelle baute sich Disibod mit seinen Gefährten eine Hütte. Er starb im Jahre 700 mit 81 Jahren. Sein Grab galt als wundertänig und wurde zur Pilgerstätte. Nach seinem Tod wurde auf dem Berg eine klosterähnliche Anlage errichtet als eine der ältesten im Mainzer Sprengel. 745 besuchte Bonifatius, der Bischof von Mainz das Grab des Missionars und ließ die Gebeine

Disibods unter den Altar der Klosterkirche überführen. Bei den Normanneneinfällen von 882 wurde auch das Kloster heimgesucht. Auch wurde es in der 1. Hälfte des 10. Jahrhunderts wiederholt von Ungarn überfallen. Die Mönche flohen und die

Gebäude verfielen. Erzbischof Hatto220px-Disibodenberg_Rekonstruktion II.löste die

Anlage auf. Erzbischof Willigis von Mainz ließ die

Gebäude instandsetzen und einen neue Kirche bauen. Die Anlage wurde 12 Kanonikern aus Mainz übergeben. 1108 berief dann Erzbischof Ruthard Benediktiner aus der Abtei St. Jakob in Mainz. Es wurde mit dem Bau eines neuen Klosters und der dreischiffigen Basilika, der St. Nikolauskirche begonnen. Diese wurde1143 geweiht. Die Grafenfamilie von Sponheim ließ 1108 eine Frauenklause auf dem Disibodenberg errichten. 1112 zog dort die Grafentochter Jutta von  Sponheim ein und auch Hildegard, die spätere Hildegard von Bingen. Nach dem Tode von Jutta von Sponheim im Jahr 1136 wurde Hildegard in dem inzwischen auf 10 Frauen angewachsenen Konvent als Nachfolgerin Juttas gewählt. Ab 1147 übersiedelte Hildegard aber auf den Ruppertsberg bei Bingen, da die Platzverhältnisse nicht mehr ausreichten. Außerdem sagte ihr die Gemeinschaft mit den Mönchen nicht mehr zu. Nach dem Weggang Hildegards deutete sich der Niedergang des Disibodenbergs an. Das ehemals reiche Kloster wurde zunehmend verschuldet. Die Mönche verließen den Disibodenberg in immer stärkerem Maße. Erzbischof Gerhard von Mainz übergab das Kloster dann an die Zisterzienser des Klosters Otterberg, einer Filialgründung von Ebersbach. Die Zisterziensier führten das Kloster zu einer dritten Blüte und hielten sich 300 Jahre. Der Krieg zwischen Kurfürst Friedrich von der Pfalz und Herzog Ludwig von  Pfalz Zweibrücken im Jahre 1471 sowie der pfälzisch-bayrische Erbfolgekrieg von 1504 machten dem Kloster schwer zu schaffen. Es wurde völlig ausgeplündert.index1

Den Bauernkrieg überstand es einigermaßen  unbeschadet. Die Reformation, die im Nahegebiet gut aufgenommen wurde, führt schließlich zur Auflösung der Abtei. Peter von Limbach, der letzte Abt des Klosters, trat dieses 1559 an den Meisenheimer Erbvogt Herzog Wolfgang zu Zweibrücken ab. Das Kloster wurde säkularisiert und ein Verwalter trat ein. Weiter Zerstörungen erfolgten im 30-jährigen Krieg und im Pfälzischen Erbfolgekrieg. Trotzdem standen die Klostergebäude bis 1790 noch aufrecht. Die Franzosen versteigerten Grund und Boden während ihrer Herrschaft über das linke Rheinufer (1797-1814). Die Klosteranlagen dienten dann als Steinbruch. Heute ist der Disibodenberg im Besitz der Scivias-Stiftung.

12 Jan 2011

Fürstabtei Prüm

 

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Eine erste Abtei wurde von der fränkischen Edelfrau Bertrada im Jahre 721 gegründet. Ihre Enkelin mit dem gleichen Namen, auch Berta genannt war Gemahlin des fränkischen Hausmeiers Pippin und  die Mutter Karls des Großen.

Bertrada besetzte das Kloster mit Mönchen aus Echternach, das 701 von dem Missionsbischof Willibrord begründet wurde.

Das kleine Kloster in der Eifel konnte sich nicht lange halten, wurde aber schon 752 von Pippin neu gegründet und mit Benediktinermönchen aus dem Kloster St. Faron in Meuaux. Nach dem Tod Pippins 768 sorgte sein Sohn Karl der Große weiterhin großzügig für “sein” Kloster. Er ließ die kostbar ausgestattet Salvatorkirche erbauen. Sie war so reich  ausgestattet, dass sie auch “Goldene Kirche “genannt wurde. Angeblich wurde die Kirche im Jahre 799 von Papst Leo III. im Beisein Karls geweiht. Weiter erhielt die Kirche die wohl kostbarsten Reliquien der damaligen Zeit, nämlich die Sandalen  Jesu.

index5 In diesem günstigen Umfeld entwickelte sich auch die Stadt Prüm sehr gut.

Als der Enkel Karls, Lothar I. als westfränkischer König abdankte, verbrachte er die letzte Jahre seines Lebens im Kloster und ist auch in der Kirche bestattet.220px-GrabLothar_INach dem Neubau der Abtei 1721 wurden die Gebeine Lothars im Hochaltar umgebettet. Kaiser Wilhelm I. ließ ein neues Grabmal  erbauen. In die Grabplatte wurde die Inschrift von Hrabanus Maurus eingemeißelt:

“Es birgt dieses Grab die Gebeine des unvergesslichen Kaisers,Lothar, des großen und gottesfürchtigen Herrschers.Der über Franken, Italier selbst Römer gebot. Verschmähte doch alles und ging dann als Armer hinweg. Als Mönch erreichte er ja grade die sechzig. Wandelte sich und schied danach selig am 29. September (855)” Das Kloster entwickelte sich zu einem kulturellen Zentrum des Eifelgebiets. Schlimmes erlebte die Abtei allerdings in den Jahren 882 und 892 als die Normannen zweimal das Kloster überfielen, plünderten und niederbrannten.index 892 wurde dann Regino Abt. Er ließ ein genaues Güterverzeichnis erstellen, das Prümer Urbar. Es ist in einer Abschrift aus dem Jahr 1222 erhalten und verzeichnet 893 Besitztümer und Rechtsansprüche in über 300 Orten. Die Prümer Abtei hatte 6

Filialklöster. Er sorgte für die wirtschaftliche Wiederherstellung der durch die Einfälle schwer geschädigten Abtei.

index4Die höchste Blütezeit erreichte die Abtei im 13. Jahrhundert. Kaiser Fridrich II. erhob sie 1222 zum Fürstentum. Allerdings erweckte sie auch die Interessen der benachbarten Landesherren. Großer Rivale war das Kurfüstentum Trier und 1576 verlor die Fürstabtei ihre Selbstständigkeit und wurde von da an von den Trierer Erzbischöfen verwaltet.

Großen Ruhm hatte die Abtei auch wegen ihrer Klosterschule.

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts zeigte  die “Goldene Kirche” schwere Schäden war sie doch seit ihrer Errichtung mehrmals zerstört und Opfer schwerer Brandkatastrophen geworden. Kurfürst Franz Ludwig von Pfalz Neuburg gab 1721 einen Wiederaufbau in Auftrag. Sein Nachfolger Franz Georg von Schönborn ließ die Abtei nach Plänen von Balthasar Neumann zu einem barocken Schloss ausbauen, das aber erst 1912 endgültig fertiggestellt wurde.

1802 folgte wie für praktisch alle Klöster im Zuge der Säkularisation durch Napoleon das Ende. Die Abtei wurde aufgehoben, sämtliche Besitztümer verteilt oder versteigert.

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12 Jan 2011

Kloster Maria Laach

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1093 gründete Pfalzgraf Heinrich II. von Laach das Kloster. Er versprach der Kirche ein Kloster für sich und seine Gemahlin Adelheid von Weimar-Orlamünde  als Grablege zu gründen. Dies geschah auch wegen ihrer Kinderlosigkeit. Der Platz war gut gewählt. Durch den Beller Bach hatte er Frischwasserversorgung. Die Abtei wurde unter das Doppelpatrozinium derimg_geschichte

der Heiligen Jungfrau Maria und des Heiligen Nikolaus gestellt. Dazu vermachte der Pfalzgraf auch die Orte Kruft, Bendorf, Alken, Bell und Riedenburg. Die ersten Mönche und  die Bauhandwerker kamen aus dem Kloster Sankt Maximin nahe Trier.

1193 wurden auch die Fundamente für die Krypta, das Langhaus, den Vierungsturm und das West-und Ostwerk gelegt. Heinrichs Erbe, der Pfalzgraf Siegfried erneuerte 1112 die Stiftung. Er schenkte das Kloster an die Abtei Affligem in Brabant zu dem das Kloster anfangs als Priorat gehörte. Giselbert aus Affligem war zunächst Prior und ab 1138 erster Abt. In diesem Jahr wurde Laach auch selbstständige Abtei. Mit Giselbert kamen 40 Mönche und auch der Grundbesitz des Klosters an Rhein und Eifel wuchs. Zwischen 1247 und 1256 machte das Kloster eine schwierige Phase durch. Der 11. Abt Diedrich von Lehmen brachte wieder Stabilität

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ins Kloster. Das Kloster wurde in gotischem Stil umgebaut, das Klosterleben erneuert und die Wirtschaftlichkeit wieder hergestellt. Späteren Historikern gilt er als zweiter Klostergründer. Das Kloster erlebte eine 150 jährige Blütezeit.Nach dem Konstanzer Konzil wurden die Benediktiner Reformbewegungen immer stärker umgesetzt. Der Erzbischof von Trier Johann II. von Baden förderte den Anschluss an die Reformbewegungen. Er sandte Johannes Fart von Deidesheim nach Maria Laach. Unter diesem Schloss sich die Abtei 1474 der Bursfelder Kongegration an. Um 1550 war die Abtei ein Zentrum des Humanismus.

1802 wurde das Kloster durch das Säkularisationsedikt Napoleons aufgehoben. Die Abtei wurde in den Domänenbesitz des französischen Staates überführt. Infolge der Beschlüsse des Wiener Kongresses ging die Abtei 1815 in preußischen Staatsbesitz über. 1863 erwarb die deutsche Jesuitenprovinz das Abteigebäude, sie errichte dort ihr Collegium Maximumund entfaltete von dort eine intensive religiöse Publizistik. Im Rahmen des Kulturkampfs wurde das Kolleg wieder geschlossen. Die Jesuiten boten dem Benediktinerorden die Abtei zur Übernahme an. Der Prior Willibrord Brenzler aus der Erzabtei Beuron griff das Angebot auf. Kaiser Wilhelm II. hatte 1892 die Genehmigung zur Übernahme erteilt.

1933 fand der von den Nazis abgesetzten Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer Zuflucht in Maria Laach und lebte ein Jahr als Bruder Konrad dort.

Das Kloster ist eines der besterhaltenen romanischen Bauwerke in Deutschland.

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10 Jan 2011