Zisterzienserkloster Schönau/Odenwald

                                                                              Schönau - Zisterzienserkloster Schönau 1142-1560 2016-04-10 16-56-23.JPG

Bischof Burchard (1115-1149), auch Buggo genannt, wurde 115 von Kaiser Heinrich V. (1111-1125) wurde 1115 in Worms auf den verwaisten  Bischofsstuhl gesetzt und war vorher Hofkaplan des Kaisers.

1142 wurde auf seine Initiative das Zisterzienserkloster in Schönau im Odenwald gegründet. Er hatte deshalb beim Generalkapitel der Zisterzienser in Citeaux um die Errichtung einer Abtei in dem zu seiner Diözese gehörenden Steinachtal gebeten.

Dieses beauftragte das 1136 von Citeaux aus gegründete Kloster Eberbach im Rheingau mit dieser Aufgabe. Am 21. März 1145 zogen 12 Eberbacher Mönche und ein Abt ins Steinachtal. Damit wurde Schönau die erste Tochtergründung von Eberbach unter Abt Ruthard (1136-1157),

der rasch weitere folgten. Burchhard gab dem Kloster die Talsohle des Steinachtals.Bischof Burchard starb 1149 und wurde auf eigenen Wunsch im Kloster Schönau beerdigt. Sein Nachfolger Konrad I. von Steinach (1150-1171) war ebenfalls ein großer Förderer der Gründung und erweiterte die Stiftung seines Vorgängers beträchtlich. Konrad war schon in der Stiftungsurkunde als Zeuge aufgetreten.

Im September 1169 nahm Kaiser Friedrich I. (1155-1190) Kloster Schönau mit all seinen Besitzungen in seinen Schutz. (RI IV,2,3 n. D1848.) Das passte auch zu Konrad I. dem Würzburger Bischof, der nicht nur ein bedeutender Förderer des Klosters war sondern auch ein

überzeugter Parteigänger der Staufer. Er war auf dem ersten und zweiten Italienzug des Kaisers dabei und Friedrich Barbarossa war auch öfters in Worms bei Konrad. Der Zisterzienserschutz war Bestandteil der staufischen Hausmachtspolitik. An die Stelle der kaiserlichen Schutzherrschaft trat dann die Schirmherrschaft der Pfalzgrafe bei Rhein, deren Hauskloster Kloster Schönau und die Grablege der Pfalzgrafen wurde. Aber auch die Pfalzgrafen bei Rhein gehörten in dieser Zeit zu den Staufern. So hatte Friedrich Barbarossa seinen Halbbruder Konrad von Staufen 1156 zum Pfalzgrafen (1156-1159)gemacht. Konrad war auch Vogt von Kloster Schönau. 1182 verlegte er seine Hofhaltung von der Burg Stahleck bei Bacharach nach Heidelberg, das auch Sitz seiner Vogtei über Schonau wurde. Konrad starb 1195. Er wurde in Schönau bestattet.

Auch seine Gemahlin Irmingard, die 1197 starb, fand ihre letzte Ruhestätte in Schönau.

Eine erste “Berühmtheit” von Kloster Schönau war Hildegund von Schönau. Sie war die Tochter von Harper von Helpenstein, eines Ministerialen des Erzbischofs von Köln. Sie machte 1183 eine Wallfahrt mit ihrem Vater nach Jerusalem. Dieser starb aber auf der Überfahrt von Brindisi nach Tyrus.

Die Heimreise unternahm sie in Männerkleidern um unterwegs nicht belästigt zu werden und nannte sich Josef. Sie besuchte dann eine Verwandte in Speyer und trat als Novize in Kloster Schönau ein. Mit nur 18 starb sie dort und erst bei der Leichenwäsche wurde entdeckt, dass sie eine Frau war.

Sie wurde im Chor der Klosterkirche von Schönau bestattet und stand bald im Ruf der Heiligkeit.

1180 geschah, was später als “Stiefelrevolte” bezeichnet wurde. Die Konversen spielten eine ganz wichtige Rolle im Funktionieren eines zisterziensischen Klosters. Denn mit ihrer Arbeitskraft wurden die Grangien betrieben. Wie wesentlich sie waren, zeigte sich, als im 13. und 14. Jahrhundert immer

weniger Konversen ins Kloster eintraten, was alle Klöster zwang, die Eigenwirtschaft einzuschränken, auf Verpachtung umzustellen oder neue Geschäftsfelder zu suchen, zum Beispiel Finanzdienstleistungen anzubieten, Patronatsrechte zu erlangen. (siehe Mei Büchle Kloster Eberbach)

Nach der Ordensregel galten Konversen und Mönche als gleichwertig.Die Praxis war aber doch von der Theorie sehr verschieden. Das zeigte sich ja schon in der Baulichkeit. Es gab das Herrenrefektorium und das Laienrefektorium (Beispiel Maulbronn) Mönchschor und Laienchor waren durch die Chorschranke getrennt. Konversen konnten in der Regeln nicht lesen und schreiben. Sie sollten keine Bücher haben. Konversen hatten weniger Feiertage als Mönche. Oft kamen zwei Konversen auf einen Mönch.

Bei der Stiefelrevolte, wie das Herbert Derwein (Das Zisterzienserkloster Schönau mit den Zeichnungen des 16. Jahrhunderts aus dem Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg , Frankfurt  1931 S. 35 ff) nennt, geht es darum, dass die Konversen Stiefel  eigentlich tragen sollen, bis sie abgelaufen sind.

In Schönau gab es aber jährlich neue, unabhängig vom Sohlenzustand. Abt Gottfried wollte nun aber, wie es die Ordensregel vorsah, die Stiefel erst ersetzen, wenn es nötig war. Dagegen gab es massiven Widerstand. Die Konversen wollten ihre Stiefel einfach zerschneiden.

Plötzlich starb der Anführer. Damit endete der Aufstand, bevor er richtig losging. Der Funke sprang aber über aufs Mutterkloster. Eberbach hatte mehrfach enorme Probleme mit seinen Konversen. 1241 wurde Abt Rimund verstümmelt und 1261 wurde Abt Werner von einem Laienbruder sogar erschlagen. Auch andere Klöster hatten ähnliche Probleme. In Heilsbronn konnte ein Abt seinen Dienst auch nicht mehr ausführen. (siehe dazu ebenfalls Kloster Eberbach in Mei Büchle)

Abt in Schönau war zur Zeit der Stiefelrevolte Gottfried. Er ist von 1182-1191 belegt. Sein Todestag ist der 5. September. Er gilt auch als Ordensheiliger. Allerdings ist seine Verehrung nicht nachweisbar. Deshalb wird er von den Bollandisten auch übergangen. (Die Gesellschaft der Bollandisten ist eine Arbeitsgruppe, die die Lebensgeschichte der Heiligen der katholischen Kirche in kritischen Ausgaben auf handschriftlicher Grundlage zusammenstellt.

Unter Abt Gerhard fand noch die Gründung von Kloster Bebenhausen statt.

Pfalzgraf Rudolf I. von Tübingen hatte 1183 beim Dorf Bebenhausen ein Kloster gestiftet, das zunächst von Prämonstratenser besiedelt wurde. Diese verließen das Kloster aber schon vor 1189/1190 wieder. Eine Anfrage des Pfalzgrafen in Citeaux wurde durch eine Kommission, die die Örtlichkeit

untersuchte, positiv beschieden und das Kloster Schönau mit der Gründung beauftragt. Schönau war wirtschaftlich und personell in der Lage zur Gründung in der Lage. 1190 wurde der Gründungsabt Diepold  mit 12 Mönchen nach Bebenhausen geschickt.

Bebenhausen war die einziger Schönauer Tochter. Aber die Zisterzienserinnenklöster Ramsau, Lobenfeld und Neuburg unterstanden zeitweilig dem Schönauer Abt.

Nachfolger von Abt Gottfried war Abt Diepold 1196- 1198, danach Abt in Eberbach und dort gestorben 1221. Allerdings gibt es zu Biographia Cisterciensis, die dieser Liste zu Grunde liegt eine Differenz zur Überlieferung von Kloster Eberbach. In  R. Hermann Bärs Diplomatische Geschichte der Abtei Eberbach, Wiesbaden 1855, S.141) wird ein Abt Theobald genannt, der aber 1206 nach Eberbach als Abt berufen wird und dort 15 Jahre Abt bleibt und dort 1221 stirbt. Dann wäre dieser Theobald identisch mit Abt Diebold aus der Biographia Cisterciensis.

Abt Berthold würde dann entfallen. Im Kopialbuch der Abtei Schönau sind für diesen Zeitraum keine Urkunden vermerkt und im Landesarchiv Karlsruhe finde ich auch keine Urkunden mit einem Abt Berthold.

Um 1200 wurden die bisher provisorischen Holzbauten des Klosters durch massive Bauten ersetzt und auch durch eine Ringmauer umgeben.

Am 18. Mai 1204 bestätigte Papst Innozenz III. (1198-1216) Kloster Schönau die Privilegien und Besitzungen des Klosters. Die Privilegien waren weitreichend. Es sollte von allen Zehntabgaben befreit bleiben. Abgaben waren weder von unbebautem noch kultivierten Land zu entrichten.

Auch Fischwasser und Viehbestand blieben davon unberührt. Zwar war das Kloster nicht exemt. Aber es hatte kirchenrechtlich doch eine Sonderstellung. Die Äbte aus Schönau waren von der Teilnahme am von Bischof einberufenen Synoden befreit. Es gab keine Kontrolle durch Diözesanvisitationen.

Auch die Wahlen des Abtes fand ohne Einfluss des Wormser Bischofs statt. dieser nahm nur die Weihe der Novizen vor. (E Nr. 6, Verweisung Generallandesarchiv Karlsruhe)

9 Jahre später hat Papst innozenz eine weitere Bulle erlassen. dieses Mal wird der Erzbischof von Mainz gebeten, Schönau zu schützen. Es hat wohl diesbezüglich Vorfälle gegeben, denn der Papst wurde nur aktiv, wenn etwas passiert ist, bzw. wenn er darum gebeten wurde.

“Papst Innocenz III. befiehlt dem Erzbischof von Mainz, das Kloster Schönau im Besitz seiner Privilegien und Güter zu schützen und ihm die abhandengekommenen Einkünfte durch Androhung eventueller Anwendung von Kirchenstrafen wieder zu beschaffen.” {E Nr. 13, Verweisung}

Generallandesarchiv Karlsruhe. Die Urkunde wurde am 20.Juli 1213 ausgestellt. Erzbischof war zu der Zeit Siegfried II. von Eppstein (1200-1230)

Der er Mißstand scheint allerdings rund 30 Jahre später noch nicht beseitigt gewesen zu sein. Denn sein späterer Nachfolger Innozenz IV. (1243-1254)stellte  am 31. März 1244 eine weitere Urkunde aus. Dieses Mal richtete sie sich an den Erzbischof von Mainz und seine Suffragane. Das sind

die dem Erzbischof unterstellte Diözesanbischöfe. {E Nr. 73, Verweisung} Generallandesarchiv Karlsruhe. Erzbischof war Siegfried III. von Eppstein (1230-1249)der Nachfolger des Empfängers der ersten Urkunde.

Abt Daniel regierte von 1208-1218. Er war erst Domherr in Köln. dann trat er ins Kloster Himmerod ein. Dort wurde er zum Prior gewählt und kam dann nach Schönau, wo er Abt wurde. Er konnte den klosterbesitz vermehren.

er starb 1218 im Ruf der Heiligkeit. Sein Gedenktag ist der 27. Juni (katholisch)

Am 20. Juli 1255 erteilte Papst Alexander (1254-1261) Kloster Schönau das Privileg “in geistlichen Angelegenheiten, welche die zum Kloster gehörigen Orte betreffen, eigenständig Entscheidungen zu treffen”. (Kopialbuch Nr. 18)

Ein weiteres Recht räumte Papst Alexander dem Kloster am 10. Januar 1266 ein, nämlich nach eigenem Ermessen auf seinem Friedhof Bestattungen durchzuführen. (Kopialbuch Nr. 20)

Es waren bereits und wurden eine Reihe nicht Klosterangehörige bestattet. Leute die auf dem Klosterfriedhof beerdigt werden sollten, gaben dem Kloster in der Regel reichlich Spenden dafür.

So wurden die Bischöfe Burchard II. von Worms ( +1149), der Klosterstifter in Schönau beerdigt. Konrad II. von Riesenberg Bischof von Hildesheim von 1221-1246, + 18. Dezember 1249. Er stammte wahrscheinlich aus der Familie der Schenken von Erbach, die eine enge Beziehung zu Kloster Schönau hatten.

Eberhard von Strahlenberg wurde 1291 als Bischof gewählt starb aber schon zwei Jahre später bei einem Romaufenthalt. Auf seinen Wunsch wurde er in Schönau bestatte. Seine Familie war schon vorher als Gönner des Klosters in Erscheinung getreten. So hatten 1250 seine Mutter und seine Brüder

die Weinberge des Klosters von Abgaben befreit.Schönau war vor allem die Grablege der Pfalzgrafen (s.o). Die Schirmherrschaft der Staufer ging ja im 12. Jahrhundert auf die Pfalzgrafen über. Neben Pfalzgraf Konrad von Staufen ist auch Pfalzgraf Heinrich IV. (+1214),

Pfalzgraf Adolf (+ 1327) und Kurfürst Rupprecht II (+ 1398) in Schönau bestattet.

Der Klosterbau war in der Mitte des 13. Jahrhunderts weitegehend beendet. Die Kirche stand an der Nordseite der Klausur und war etwa so groß wie die Kirche in Eberbach und größer als die Kirche in Maulbronn. Von der Klosterkirche, die um 1230 fertig war,

sind nur noch an einer Ausgrabungsstätte die halbrunden Nischen der Seitenkapellen im nördlichen Querschiff der Klosterkirche sowie die freigelegten Fundamente des Westportals der Klosterkirche zu sehen. Ebenfalls erhalten ist das Klostertor.

Das ehemalige Herrenrefektorium wird heut als evangelische Stadtkirche benutzt. Das Brunnenhaus wurde in die katholische Pfarrkirche integriert. die Brunnenschale steht heute auf dem Marktplatz.

Die Hühnerfautei stand außerhalb der Klausur. Sie wurde 1250/1251 errichtet und gilt heute als Deutschlands ältestes Profangebäude. Hier wurden die Steuerleistungen in Geld oder Naturalien entrichtet. Östlich von der Hühnerfautei stand der Wirtschaftshof des

Klosters, ein spätgotischer Speicherbau. In der Staatsgalerie Stuttgart gibt es dazu ein Aquarell aus dem kurpfälzischen Skizzenbuch. Auch die Klosterschmiede existiert noch. Es ist das von den Wallonen aufgestockte “Wallonenhaus”. Zisterzienserklöster waren immer Eigenbetriebe,

wo alles hergestellt wurde, was ein Kloster brauchte. 

Weiter im chronologischen Verlauf.

1256 gestattet Papst Alexander dem Kloster, bewegliche und liegende Güter (Lehen ausgenommen) von Personen, die in das Kloster eintreten, anzunehmen. (Kopialbuch Nr. 21)

1267 erklärte der Mainzer Erzbischof Werner von Eppstein (1259-1284 ) dass das Kloster Schönau von dem auf die Futtermittel für ihre Tiere in Viernheim zu zahlenden Zehnten befreit ist (Kopialbuch Nr. 8 24. August 1267, Laach)

Am 6. März 1262 kaufte Schönau einen Hof in Worms. Außerdem hatte Schönau Stadthöfe in Speyer und Frankfurt.  Kloster Schönau wurde 1224 von Bischof Beringer von Entringen (1224-1232) von allen Zahlungen befreit und

seine Besitzungen in der Stadt genossen dieselben Rechte, die alle anderen Bürger besitzen. (Kopialbuch 266) Der Schwerpunkt der städtischen Besitzungen lag aber in Heidelberg. Hier besaß das Kloster 40 Häuser, betrieb eine Mühle.

Die Neckarfähre befand sich ebenfalls im Besitz des Klosters. 1218 hatte sich das Kloster das Fährrecht in Heidelberg von Lutfrid von Waibstadt erworben (Kopialbuch 59). Es gab dann noch einige Klagen, aber 1245 waren alle zurückgezogen (Kopialbuch S63)

Auf dem sogenannten Mönchhof in Heidelberg wurden die Überschüsse des Klosters vermarktet. Er wurde zum ökonomischen und administrativen Zentrum des Klosters ausgebaut.

Schon 1225 befreite Pfalzgraf bei Rhein Ludwig I. (1214-1231) Kloster Schönau von Abgaben bei Ein-und Ausfuhr von Gütern nach Heidelberg (Kopialbuch Nr. 47)

Am 21. Dezember 1387 bewilligte Papst Urban VI. (1378-1389) die Einrichtung des Hauses zu St. Jakob für studierende Zisterzienser, Papst Bonifaz IX. (1389-1404) 1390 vollzieht und das Haus St. Jakob unter die Aufsicht des Schönauer Abtes stellte.

Auf dem Höhepunkt seiner Entwicklung hatte Kloster Schönau etwa 300 Mönche und etwa 300 Konversen (laut kloester-bw.de/klostertexte) das waren mehr als das Mutterkloster Eberbach vorweist, das nach Schätzungen bei etwa 150 Mönchen lag.

Um 1400 gab es in Deutschland etwa 2.800 Städte mit weniger als 1000 Einwohnern.

Schon zu Beginn des 14. Jahrhunderts ging das Kloster mit seiner Landwirtschaft zunehmend zunehmend von Eigenwirtschaft auf Verpachtung über. Eine Tendenz, die in allen Zisterzienserklöstern zu beobachten ist.

Das hängt vor allem mit dem Rückgang der Konversen zusammen. Die Konkurrenz der Bettelorden, die im 13. Jahrhundert aufkamen, sorgte dafür, dass junge nichtadelige Männer sich vor allem den Franziskanern und den Dominikanern anschlossen.

In der Erwerbspolitik der Klöster führte das dazu, das zunehmend versucht wurde, einträgliche Patronatsrechte und Zehntrechte zu erwerben. (siehe dazu auch Mei Büchle Kloster Eberbach, Kloster Otterberg)

Kloster Schönau hatte im Gegensatz zu vielen Zisterzienserklöstern nie unter feindliche Zerstörung zu leiden,, was daran lag, dass die pfalzgräflich/kurfürstlichen Schirmherren über Jahrhunderte einen wirkungsvollen Schutz boten.

Im Gegenzug dazu griff der Schutzherr der Abtei im Bedarfsfall aber auch auf die finanziellen Ressourcen des Klosters zurück. So musste es in Kriegszeiten “Reiswagen” stellen, das waren Pack-und Frachtwagen für Feldzüge einschließlich der Zugtiere und

Knechte. Das Kloster war auch zur finanziellen Unterstützung der Heidelberger  Universität verpflichtet.

Schönau geriet vor der Reformation in eine Wirtschaftskrise. Die Abtei war zum Verkauf von Klosterbesitz gezwungen. Nach Schaab (Die Zisterzienserabtei Schönau im Odenwald. Heidelberg (2. unveränderte Aufl. ) 1990. ) war diese Krise eher Folge solch externer Beanspruchung als

wirtschaftlicher Zerrüttung. Philipp (1476-1508) war am Landsberger Erbfolgekrieg beteiligt. Sein Nachfolger Ludwig V. (1508-1544) hatte noch mit den folgen dieses Krieges zu kämpfen. Er hatte heftige Kämpfe mit seinen Nachbarn zu führen. (siehe dazu Mei Büchle Kloster Otterberg)

Den Bauernkrieg beendete er mit der Schlacht bei Pfedersheim.

Kurfürst Ottheinrich (1556-1559) führte 1557 die Reformation nach lutherischer Ausrichtung ein. 1558 hob er das Kloster Schönau auf. Die Verwaltung der Liegenschaften und die grundherrlichen Rechte wurden von der bis heute bestehenden Pflege übernommen.

Der letzte Abt Wolfgang Kartheuser 1554–58) ging nach Worms und starb dort am 24. August 1563. Er ist in der Andreaskirche in Worms bestattet.

1562 wurden calvinistische Glaubensflüchtlinge aus Wallonien  in Schönau angesiedelt. Sie waren zwar zum Erhalt der Klosteranlage verpflichtet, nahmen aber zahlreiche Umbauten vor, so dass sich von der ursprünglichen Klosteranlage kaum mehr etwas erhalten hat.

 

Äbte Kloster Schönau nach Biographia Cisterciensis

1. Konrad I. 1152-1153

2. Gottfried I. 1184–1196

3. Diepold 1196–1198  gest. 1221, später Abt von Eberbach

4. Berthold I. 1200

5. Walther 1206–1208

6. Daniel 1208–1218

7. Christian 1218–1222

8. Konrad II. 1222–1223

9. Berthold II. 1223–1232

10. Konrad III. 1233–1240

11. Ulrich 1240–1245

12. Rudolph 1245–1249

13. Heinrich 1249–1258

14. Ebelin 1259–1263

15. Otto 1263–1279

16. Friedrich I. 1279–1281

17. Wernher 1282–1287

18. Johann I. 1287–1299

19. Friedrich II. 1299–1304

20. Peter I. Kleman 1304–1307

21. Hugo 1307–1312

22. Jakob I. 1312–1321

23. Engelbert 1323–1327

24.
Ludold
1341–1343

25.
Trutwin
1350

26.
Johann II.
1356–1360

27. Heilmann 1360–1363

28. Peter II. 1375–1392 gest. 1395 in Eberbach

29. Gottfried II. 1392–1400 aus Schriesheim

30. Eberhard I. 1400–1405

31. Marquard 1405–1406

32. Konrad IV. 1423–1438

33. Johann III. Marstaller 1440

34. Gerhard 1450–1459 Professor der Theologie

35. Peter III. 1461–1464

36. Johann IV. von Lindenfels 1465–1475 gest. als Abt von Eberbach

37. Eberhard II. 1479–1491

38. Nikolaus I. von Neidenstein 1491–1501

39. Jakob II. 1503–1520

40. Markus 1520–1523

41. Nikolaus II. Senger 1523–1526 aus Heidelberg

42. Lorenz Ortt 1527–1529

43. Sebastian Pfungstein 1529–1554 aus Heidelberg; auf dem Grabstein als 50. Abt bezeichnet

44. Wolfgang Kartheuser 1554–1563 aus Worms; ging nach der Aufhebung des Klosters nach Worms, dort gest. 24. Aug. 1563 und in der Andreaskirche begraben

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