Kloster Schöntal

                                                                                                                                                                         Die Hauptgebäude des Klosters

Wolfram von Bebenburg stammte aus der Familie der Ritter von Bebenburg, deren Stammburg die Bebenburg in Bemberg, heute ein Ortsteil von Rot am See. Wolfram nahm am zweiten Kreuzzug

von 1147 bis 1149 teil. Für den Fall seiner glücklichen Wiederkehr hatte er gelobt, ein Kloster zu stiften. Wolfram von Bebenburgs Frau stammte aus der Familie der von Berlichingen.

Aus ihrem Besitz stammte das Land im Jagsttal, das zum Grundstock der Stiftung für das Kloster wurde. Das Kloster wurde 1153 als Filialkloster von Kloster Maulbronn in Neusass gegründet.

Der Maulbronner Vaterabt Diether schickte zwölf Mönche und einen Abt nach Schöntal.Wolfram hatte Land und drei Höfe gestiftet. Die Schenkung scheint aber innerhalb der Familie nicht unumstritten gewesen zu sein.

Er hatte 4 erwachsene Söhne und eine Tochter, die alle gegen die Schenkung waren. Auch seine Frau scheint nicht einverstanden gewesen zu sein. (Ottmar Friedrich Heinrich Schönhuth, Chronik des Klosters Schönthal aus urkundlichen
Quellen, Mergentheim 1850, S. 8). Er trat ins neue Kloster als Laienbruder ein und starb1163.
Er wurde im Kloster Schöntal bestattet.

Der 1. Abt war Herwick (1157–1172 ) Als Prior kam Heinrich und Großkeller war Bernhard. Wie im Mutterkloster Maulbronn zogen die Mönche kurz nach der Gründung  von Neusass um, weil sich das Gelände als ungünstig erwiesen hatte. Nur wenige Hundert Meter entstand

die neue Siedlung als Kloster Schöntal im Tal der Jagst.

Die erste Bestätigung für Kloster Schöntal kommt vom Würzburger Bischof Gebhard von Henneberg (2. Amtsperiode 1150-1159) im Jahr 1157  Urkunde ohne Monat und Tag B 503 I U 1  Findbuch B 503 im Staatsarchiv Ludwigsburg.

Hier wird einfach bestätigt,dass Wolfram von Bebenburg das Kloster “Klosters Neusaß (Nvesaze)” gestiftet hat. Im selben Jahr bestätigte Kaiser Friedrich I. (1155-1190)die Gründung und nahm sie in seinen Schutz. (RI IV,2,1 n. 438) In der Urkunde ist allerdings noch vom Kloster Neusaß die Rede. Zeuge der Urkunde ist Bischof Gebhard von Würzburg, in dessen Bistum das neue Kloster ja lag und der mit obiger Urkunde die Stiftung bestätigt hatte.

Bischof Heinrich von Würzburg (1159 –1165) bestätigte die Stiftung 1163 und seine Besitzungen. Es wurde auch gesagt, dass das frühere Kloster Neusaß jetzt Schöntal geheißen wird.

Das ist die erste urkundliche Erwähnung des Namens “Schöntal” (WUB Band II., Nr. 381, Seite 145-146)

Zwei Jahre hintereinander werden von Papst Alexander III.(1159-1181) päpstliche Schutzurkunden ausgestellt.

Die erste stellte Papst Alexander III. am 8. November 1176 in Anagni aus. (WUB Band II., Nr. 406, Seite 179-180) und Findbuch B 503 im Staatsarchiv Ludwigsburg  B 503 I U 3 (mit Bild der Urkunde)

Der Besitz Schöntals wird aufgelistet und unter den Schutz mit aufgenommen. 1176 sind das schon 8 Grangien.

Schon früher verliehene Begünstigungen werden erweitert.

Nur ein Jahr später im Dezember 1177 stellt Papst Alexander III. wieder eine Schutzurkunde aus wobei die vorher verliehenen Begünstigungen erweitert werden. (WUB Band II., Nr. 409, Seite 185-186) und B 503 I U 4 Staatsarchiv Ludwigsburg.

Beide Urkunden sprechen dagegen, dass Abt Herwick schon 1172 starb, wie z.B. wikipedia, wikiwand oder die Biopraphia Cisterciensis alle angeben. Beide bezeichnen Herwick ausdrücklich als Abt von Kloster Schöntal “Dilectis filiis Hardwico abbati monasterii. Die Urkunde wurde aber am 8. November 1176 ausgestellt, die andere im Dezember  1177 Demnach müsste Herwick 1177 noch gelebt haben.

Sein Nachfolger wurde Heinrich I., der als Prior zusammen mit Herwick aus Kloster Maulbronn nach Schöntal. Er starb im März 1186. auch sein Nachfolger kam noch aus dem Maulbronner Gründungskonvent. Siboto war einer der Laienbrüder, die

aus Maulbronn gekommen waren. In seiner Regierungszeit bestätigte Bischof Heinrich III. von Berg (1191 –1197) im Jahr 1194 die Schenkung eines Hofes mit allem Zubehör in Gommersdorf, heute ein Ortsteil von Krautheim durch Konrad von Aschhausen.(WUB Band II., Nr. 486, Seite 299-300)

Bischof Otto I von Lobdeburg (1207-1223) bestätigte diese Schenkung noch einmal (WUB Band III., Nr. 560, Seite 9).

Abt Siboto starb im April 1200.

Sein Nachfolger war Albert I. (1200–1216 ), der erste Abt, der nicht aus Maulbronn war. Die Vermögenslage von Kloster Schöntal muss sich schon unter Abt Albert gebessert haben, denn aus dem September 1214 gibt es eine Kaufurkunde über Teile eines Waldes.

Also muss das Kloster jetzt in der Lage gewesen sein, Käufe zu tätigen.(WUB Band III., Nr. 561, Seite 10. In dieser Urkunde wird Richalm als Prior genannt) Wann genau Abt Albert starb, ist nicht in der Chronik überliefert. Aber 1218 tritt Abt Richalm (1216-1219) in Urkunden auf. 

WUB Band III., Nr. 622, Seite 89-90. In dieser Urkunde des Würzburger Bischofs Otto wird Richalm als Abt von Schöntal erwähnt. Er stammte aus einer Ministerialenfamilie des Bischofs von Würzburg.

Ihm zugeordnet wird das “Buch der OffenbarungenBeati Richalmi Abbatis Speciosae Vallis in Franconia Ord. Cister. Revelationes de insidiis & versutiis Daemonum (Buch der Offenbarungen über die Nachstellungen und Tücken des Teufels).

Es stammt von einem Vertrauten Richalms, der die Auditionen und Visionen des Abtes wörtlich aufzeichnete. Diese Aufzeichnungen wurden von Richalm autorisiert. Der Autor hat wohl nach Richalms Tod einige Ergänzungen hinzugefügt. Es wurde von dem Melker Benediktinermönch

Bernhard Pez 1721 herausgegeben und stellt heute eine der wichtigsten Quellen zum Dämonen- und Teufelsglauben des christlichen Mittelalters dar.

Nach der urkundlichen Erwähnung Richalms verliert sich seine Spur. Es ist unklar, ob er zurückgetreten oder gestorben ist.

Sein Nachfolger wurde Gottfried (1219–1222 ). In seiner Regierungszeit erhielt das Kloster viele Schenkungen. So schenkte der Reichsküchenmeister Heinrich von Rothenburg und seine Frau 4 Jauchert Weingärten in Eselberg und zwei in Berlichingen. Heinrich war der 1. Reichküchenmeister,

ein Amt das wahrscheinlich 1202 von Philipp von Schwaben eingerichtet worden ist. Es war der erste Verwaltungsbeamte der Hofhaltung.

Dann tätigte das Kloster zwei Käufe, die Burg Bieringen betreffend. Von den Freiherrn Friedrich von Krautheim kaufte das Kloster für 170 Mark Silber 1222 den halben Teil der Burg Bieringen (WUB Band III., Nr. 661, Seite 137-138)

Am 1. Februar 1222 bestätigt Papst Honorius III. (1216-1227) dem Kloster Schöntal den Besitz der ihm von Bischof Otto von Würzburg überlassenen Kirche von Bieringen. (WUB  Band III., Nr. 653, Seite 129)

Abt und Konvent scheinen in dieser Zeit einige Bedrückungen erfahren zu haben. Papst Honorius gebot deshalb dem Mainzer Erzbischof das Kloster vor Gewalt zu schützen.

“Papst Honorius III. gebietet dem Erzbischof von Mainz und seinen Suffraganen, das Kloster Schöntal vor Gewalttätigkeiten gegen dessen Angehörige, Güter und Rechte durch Verhängung von Kirchenstrafen zu schützen”.( WUB Band III., Nr. 654, Seite 129-130)

Den Kauf des Gutes Bieringen, den Kloster Schöntal am 10. Juni 1222 tätigte (WUB Band III., Nr. 659, Seite 135)  bestätigte König Heinrich VII. “ König Heinrich VII. bestätigt dem Kloster Schöntal den Kauf des Gutes Bieringen von dem edeln Mann Heinrich von Langenburg und seiner Gemahlin Sophie. 28. April 1225”( WUB Band III., Nr. 690, Seite 169-170)

Abt Gottfried trat 1220 wahrscheinlich altershalber zurück Auf ihn folgte Johannes I. (1222–1226 )

Im Mai 1225 erhielt Kloster Schöntal eine kaiserliche Inschutznahme durch Friedrich II.(1194-1250) “Kaiser Friedrich II. nimmt das Kloster Schöntal und dessen Güter, insbesondere die von Heinrich von Langenburg und Konrad von Krautheim dahin verkaufte Besitzung in Bieringen, in seinen und des Reiches Schutz. “(WUB Band III., Nr. 659, Seite 135) Foggia, 1225. Mai.

Auch vom Papst erfolgte dies.(WUB Band III., Nr. 692, Seite 172)”Papst Honorius III. nimmt das Kloster Schöntal samt dessen Besitzungen in seinen Schutz und bestätigt demselben insbesondere die von den edeln Männern Heinrich von Langenburg und Konrad von Krautheim und deren Kindern dahin übergebenen Güter.”Tivoli, 1225. Mai 18.

Eine Befreiung von Dienstpflichten stellte König Heinrich VII. (1222-1235 von Friedrich II. abgesetzt) aus. (WUB Band III., Nr. 716, Seite 198-199) “König Heinrich VII. befreit das Kloster Schöntal von allen ihm und seinen Beamten schuldigen Diensten und Abgaben mit Ausnahme der Verpflichtung, seine durchreisenden Boten zu beherbergen.”Würzburg, 1226. September 7.

Von 1226-1230 regierte Abt Siegfried. Auf ihn folgte Arnold (1230–1236 ). Auch er konnte den Besitz des Klosters mehren.

Außerdem erhielt er eine päpstliche Bestätigung von Papst Gregor IX. (1227-1241) (WUB Band III., Nr. 803, Seite 299) “Papst Gregor IX. bestätigt dem Kloster Schöntal seinen jährlichen Früchtebezug in Bieringen.”Rieti, 1231. Oktober 3.

Am 5. Januar 1235 erteilte Heinrich VII. Kloster Schöntal eine Abgabenbefreiung für alle ihm zu entrichtenden Abgaben. (WUB Band III., Nr. 861, Seite 359) die Urkunde wurde in Wimpfen ausgestellt.

Der nächste Abt war Rupert (1236–1238 ) Er erhielt wieder eine päpstliche Besitzbestätigung von Papst Gregor.

(WUB Band III., Nr. 892, Seite 392-395)”Papst Gregor IX. bestätigt dem Kloster Schöntal seinen Besitz und dessen sämtliche, schon vorher zuerkannten Begünstigungen”.Viterbo, 1237. Mai 21

In dieser Urkunde werden 8 Grangien aufgezählt, eine Mühle, Fischteiche und eine Saline in Niedernhall. Auch ein Stadthof in Würzburg wird erwähnt. Das Kloster hat jetzt zwei Besitzschwerpunkte. Einen in der näheren Umgebung des Klosters,

einen weiteren im Raum Heilbronn, wo es schon seit 1177 begütert ist. In Heilbronn wird 1311 ebenfalls ein Stadthof dazu kommen, wie später auch in Hall und Mergentheim. Der Hof in Mergentheim wurde 1291 erworben. B 503 I U 598 Staatsarchiv Ludwigsburg

In (Schwäbisch)Hall wird1296 eine Marienkapelle im Schöntaler Hof anlässlich eines Ablasses erstmals urkundlich erwähnt. B 503 I U 446 Staatsarchiv. Ludwigsburg.1362 wurde sie mit reichen Stiftungen begabt von den Senft und Bachenstein, zwei Familien aus Hall.

(in Die Kunst- und Altertums-Denkmale der Stadt und des Oberamtes Schwäbisch-Hall, Esslingen 1907, S.57)

In den Grangien wurden Vieh-und Fischzucht betrieben. Auch Wald-und Weinwirtschaft wurden schon seit der Frühzeit des Klosters betrieben. Mühlenwirtschaft spielte auch eine Rolle. Das Kloster hatte umfangreichen Mühlenbesitz und erwarb wohl auch zielstrebig neue Mühlen.

Dazu kamen Zehntrechte und Gerichtsrechte. Um 1250 waren bereits die Kirchen in Bieringen, Sindringen, Oedheim, Helmbund und Sulzbach inkorporiert. Die Pfründe waren eine stetige Einnahmequelle von Klöstern

Abt Rupert regierte nur 2 Jahre. Dann folgte Albert II. (1238–1240) Unter ihm konnte der Klosterbesitz in Bieringen weiter abgerundet werden. (WUB Band III., Nr. 910, Seite 412-413)

Die nächsten beiden Äbte waren Heinrich II. (1240–1248) und Hildebrand (1248–1269) Abt Hildebrand erhielt am 29. April 1268 eine Bestätigung all seiner Privilegien durch Papst Clemens IV.(1265-1268)

(WUB Band XI., Nr. N5663, Seite 522) Papst Clemens IV. bestätigt dem Kloster Schöntal alle seine Privilegien. Viterbo, 1268. April 29.

Abt Thomas (1270-1284) war der 14. Abt von Schöntal. Er erhielt zwei wichtige Bestätigungen, eine von Papst Gregor X. (1271-1276) am 3. Mai 1274 in Lyon ausgestellt.

(WUB Band VII., Nr. 2420, Seite 308 )Papst Gregor X, bestätigt dem Abt und Konvent von Schöntal alle ihrem Kloster von Päpsten, Königen, Fürsten und anderen Christgläubigen verliehenen Privilegien und Freiheiten.

König Rudolf von Habsburg (1273-1291) erst ein Jahr im Amt, vidimierte, also beglaubigte die von König Heinrich VII. zugestanden Befreiungen und bestätigte sie.

(WUB Band VII., Nr. 2458, Seite 337) König Rudolf vidimiert und bestätigt dem Kloster Schöntal das Privilegium König Heinrichs (VII.) vom 7. September 1226 hinsichtlich der Befreiung von Diensten und Abgaben unter ausdrücklicher Einschränkung auf vom Kloster erworbene bereits freie Güter. Nürnberg, 1274. November 29.

Wahrscheinlich schon zu Beginn des Amtsantritts von Abt Thomas hatte sich eine große Schuldenlast entwickelt, die 1282 nicht mehr zu schultern war. Auch die Vaterabtei Maulbronn konnte nicht helfend eingreifen, da sie in dieser Zeit ebenfalls

von Finanzproblemen geplagt war. Abt in Maulbronn war in dieser Zeit Siegfried II. (1281-1285). Die Schöntaler Mönche wurden auf andere Klöster verteilt, ein Mittel der Krisenbewältigung, dass die Zisterzienser in solchen Fällen einsetzten, wie z. B. 1274 in

Kloster Bronnbach. Als diese Massnahme nicht fruchtete, wandte sich der Maulbronner Mutterabt an das Kloster Kaisheim. Der dort regierende Abt Trutwin (1266-1287) sprang ein und übernahm die Schöntaler Schulden, die er schon in einem Jahr tilgen konnte.

Im Gegenzug verzichtete Maulbronn auf seine Paternitätsrechte. Diese gingen an Kaisheim über. Der Generalabt Johannes II. (1266–)1284 bestätigten den Übergang der Vaterrechte

(WUB Band VIII., Nr. 3172, Seite 362-363) Abt Johann von Citeaux und die Diffinitoren und Äbte des Generalkapitels des Zisterzienserordens bestätigen den Übergang der Vaterrechte an Kloster Schöntal von Maulbronn an Kaisheim.

Die Urkunde wurde im September 128a in Citeaux erstellt. Diffinitoren sind Vorsteher einer Ordensprovinz. In dieser Urkunde wird gesagt, dass dies im Einverständnis mit Morimond geschieht. Kaisheim mit dem Mutterkloster Lützel war ebenfalls in der Filiation von Morimond wie Maulbronn über das Mutterkloster Neubourg.

Kurz nach dem Übergang der Vaterrechte an Kaisheim ist Abt Thomas verstorben.

Sein Nachfolger wurde Abt Heinrich III. 1284-1294. die finanzielle Hilfe Kaisheims sowie strenge Visitationen halfen zu einer raschen Gesundung des Klosters.

Im März 1293 war König Adolf von Nassau (1292-1298) zu Besuch in Kloster Schöntal. Er wurde natürlich aufs beste bewirtet.Das Kloster erhielt die Erneuerung der Abgabenfreiheit, die Heinrich VII. 1225 erteilt hatte (s.o.) um einen Zusatz erweitert:

“mit dem zusatze, daß nur güter, die von abgaben frei gewesen seien bevor sie das kloster bekommen habe, auch fernerhin steuerfreiheit zu genießen hätten, daß das kloster aber die schon mit steuern belasteten güter nur mit allen ihren lasten übernehmen dürfe.”

(Adolf RI VI, 2 n 206)

Der 16. Abt von Schöntal wurde Walchimus von Crailsheim (1295–1304 ). Er stammte aus der Familie der Edlen von Crailsheim und war Keller in Schöntal.

1296 erhält er und der Kovent von Papst Bonifaz VIII. (1294-1303) alle von Päpsten, Königen, Fürsten und anderen Christgläubigen verliehenen Freiheiten und Privilegien. B 503 I U 20 Staatsarchiv Ludwigsburg

Es gab noch weitere päpstliche Hilfe. Ob das aber mit der vorigen Schieflage zusammenhängt, geht aus der Papsturkunde nicht hervor.”Papst Bonifatius VIII

beauftragt den Dekan von Öhringen (Orengeu), das Kloster Schöntal gegen seine Schädiger zu schützen.”(WUB Band XI., Nr. 4963, Seite 17) Rom, 1297. Januar 31.

Sicherlich hilfreich war die Erneuerung Zoll-, Handels- und Gewerbefreiheit in Würzburg durch den Würzburger Bischof Manegold von Neuenburg (1287-1303), wobei auch diese sicher nicht mit der Schöntaler Situation zusammenhing, denn sie wurde ja für alle

fränkischen Zisterzienserabteien erstellt.

“Bischof Mangold von Würzburg erneuert den Zisterzienserklöstern Ebrach, Heilsbronn, Bronnbach, Langheim, Bildhausen, Schöntal ,Himmelspforten und andern desselben Ordens die hergebrachte Zoll-, Handels- und Gewerbefreiheit in Würzburg”

(WUB Band XI., Nr. 5051, Seite 80-81)Würzburg, 1297. Oktober 8.

Die finanzielle Notlage von Schöntal hatte sich aber sicher gebessert, denn es konnten schon wieder Käufe getätigt werden wie zum Beispiel eine Mühle in Schweigern

(WUB Band XI., Nr. 5056, Seite 86) Der Edle Konrad von Boxberg (Bokkesberg) verkauft dem Kloster Schöntal (Scho{e}ntal) seine Mühle in Schweigern (molendinum nostrum situm in Sweigern quod nobis titulo proprietatis attinebat cum omnibus iuribus et attinentiis suis quesitis et inquirendis) um 100 Pfund Heller, verspricht Gewährschaft und leistet die üblichen Verzichte. Mergentheim, 1297. Oktober 30.

Der Verkauf von Weinbergen dürfte an Kloster Zimmern ist wohl eher als Konsolidierung zu sehen.

(WUB Band XI., Nr. 5117, Seite 130-131) Abt Walchun und Konvent von Schöntal verkaufen an Kloster Zimmern ihre Weinberge in Ingelfingen und Criesbach. Kaisheim, 1298. April 16.

Auf Abt Walchimus  folgte Abt Friedrich von Schöntal, der nur von 1304 bis 1305 regierte.

Walther von Öhringen war von 1305-1317 Abt in Schöntal. Am Anfang seiner Regierungszeit bekam das Kloster  von dem Heilbronner Bürger Konrad Kubel Teile eines Hofs in Heilbronn geschenkt. Das Kloster Oberstenfeld bekam die anderen Teile. 1311 verkauften die Nonnen von Oberstenfeld ihr Anteile an Schöntal, so dass sich der Hof in Heilbronn nun ganz in Schöntaler Besitz befand. Daraus wurde der Schöntaler Pfleghof in der Reichsstadt. 1399 kaufte sich das Kloster für 600 Gulden von allen Steuer- und Dienstpflichten gegenüber der Stadt Heilbronn frei.

1309 bestätigte König Heinrich VII.(1308-1313, ab 1313 Kaiser) die Urkunde, die der Stauferkönig Heinrich VII. 1226 ausgestellt und die Kaiser Rudolf 1274 auch bestätigt hatte. RI VI,4,1 n. 204

Zwischen 1315 und 1317 herrschte in ganz Europa eine große Teuerung und Hungersnot. Sintflutartige Regen hatten die Ernten vernichtet. Lange Winter und Überschwemmungen verschärften die Lage. In Europa starben mehrere Millionen Menschen. Erst 1317 normalisierte

sich die Lage allmählich wieder.

Abt Walter legte 1318 sein Amt nieder. Auf ihn folgte Abt Konrad I. Nach Heinrich Schönhuth S.66 stammte er aus der Heilbronner Familie Kübel, die den Hof in Heilbronn gestiftet hatte. 1318 schenkte Graf Boppo von Eberstein dem Kloster eine Mühle in Winzenhofen,

heute ein Ortsteil der Gemeinde Schöntal. Dort hatte das Kloster seit 1237 schon den Heßlingshof, damals unter dem Namen “Hestelingen” eine Schöntaler Grangie. Im Jahr 1319 erwarb Konrad vom Kloster Comburg, das von Schuldenlast zum Verkauf gezwungen war, einen Bauernhof in Westernhausen, heute auch ein Ortsteil von Schöntal. B 503 I U 911  vom 23. Februar 1319 Staatsarchiv Ludwigsburg.

Abt Konrad resignierte bereits nach einem Jahr wieder zum Jahresende 1319, starb aber erst im Jahr 1321. Sein Nachfolger Albert III. (1320-1321) blieb ebenfalls nur ein Jahr im Amt und resignierte dann. Er konnte den Klosterbesitz um eine weiter Mühle mehren.

Ludwig von Heineberg schenkte dem Kloster eine Mühle in Merchingen. B 503 I U 582 vom 11. Oktober 1321 Staatsarchiv Ludwigsburg.

Abt Reinold (1321–1365 ) wurde der Abt mit der bis dahin längsten Regierungszeit in Schöntal. Er konnte zunächst weitere Güter erwerben. Allerdings scheinen sich dann die Verhältnisse wieder etwas ungünstiger entwickelt zu haben.

“Aus dringender Not” verkaufen Abt und Konvent ihre Güter in Niederhall und die Salzrechte für 300 Pfund an den Erzbischof von Mainz Matthias von Buchegg (1321-1328). Der Vaterabt Ulrich II. (1320-1339)aus Kaisheim war bei dem Verkauf zugegen und erteilte seine Zustimmung.

B 503 I U 666 30. Juni 1326 Staatsarchiv Ludwigsburg.

Dann kamen einige harte Jahre auf das Kloster zu. Am 19. Oktober 1314 war Friedrich von Österreich in Sachsenhausen zum König erhoben und  einen Tag später wurde Ludwig in Frankfurt gewählt worden. Beide Königskrönungen fanden am 25. November statt.

Der Thronstreit wurde nicht friedlich gelöst. Auch der Papst wurde in die Auseinandersetzung hineingezogen. Johannes XXII. (1316-1334) exkommunizierte Ludwig am 23. März 1324.

Parteigänger des Königs, schädigten, beraubten Güter des Klosters und setzten sie in Brand. Das Ausmaß muss doch so erheblich gewesen sein, dass Papst Johannes sich mit einer Bulle an den Würzburger Bischof  Wolfram  Wolfskeel von Grumbach (1322-1333)

wandte. nicht nur dass Kloster Schöntal in seiner Diözese lag. er war auch einer der wenigen Reichsfürsten, die auf der Seiten des Papstes gegen Ludwig den Bayern standen.

“1328 Juli 18 (XV. kal. Augusti) – Avignon
Papst Johannes [XXII.] an den Bischof von Würzburg: Da das Kloster Schöntal (Schonental) an seinen Gütern durch Besetzungen, Verwüstungen, Raub und Brand, die auf einige Aufrührer gegen die Römische Kirche zurückgehen, schweren Schaden erlitten hat, beauftragt er ihn, die Pfarrkirche in Sindringen (Synderingen) im Bistum Würzburg, deren Patronatsrecht Abt und Konvent von Schöntal besitzen, diesem Kloster zu inkorporieren.” B 503 I U 24 Staatsarchiv Ludwigsburg

Am 22. April 1336 nimmt Papst Benedikt XII (1334–1342) Kloster Schöntal in seinen Schutz.

“Papst Benedikt [XII.] nimmt Abt und Konvent des Klosters Schöntal und ihr Kloster samt allen Gütern in den päpstlichen Schutz. Insbesondere bestätigt er ihnen ihre Zehnten, Ländereien, Häuser, Weinberge, Gärten und anderen Besitzungen, bei den gen. Zehnten allerdings unter Wahrung der auf dem allgemeinen Konzil getroffenen Regelung.”  B 503 I U 25 Staatsarchiv Ludwigsburg.
Am 9. November 1356 bewilligte der Würzburger Bischof Albrecht II. von Hohenlohe (1345-1372) dem Kloster in seinem Pfleghof in Heilbronn eine Kapelle zu errichten und den Gottesdienst dort durch eigene Priester abhalten zu lassen. B 503 I U 468 Staatsarchiv Ludwigsburg.

Ein Jahr später wurde sie von Weihbischof Berthold von Würzburg geweiht. Im Sommer  1357 verlieh er der Allerheiligen Kapelle im Heilbronner Pfleghof einen Ablass.

Am 8. August 1358 bestätigt Kaiser Karl IV. ebenfalls die Steuerbefreiung Heinrichs  VII. die schon Rudolf und König Heinrich VII. (aus dem Hause Luxemburg) bestätigt hatten RI VIII n. 2821

1365 resignierte Abt Reinold. Sein Nachfolger wurde Conrad II.(1365-1371)

Am 21. Januar 1371 weihte Weihbischof Walter aus Würzburg im Schöntaler Hof in Mergentheim eine Kapelle zu Ehren der Heiligen Maria Magdalena und Agnes ein. B 503 I U 602 Staatsarchiv Ludwigsburg.

Conrads Nachfolger wurde Abt Werner (1371-1373) der weitere Zukäufe für das Kloster tätigen konnte. Auf ihn folgte Abt Marquard (1374-1377)

Im Mai 1377 starb Ritter Berenger von Berlichingen. Er wurde im Kreuzgang von Kloster Schöntal bestattet und war einer der ersten des Geschlechts der Berlichingen, die im Kloster Schöntal ihre Grabstätte hatten.

Abt Marquard starb nach nur 3 Regierungsjahren. Auf ihn folgte Abt Raban, der nach der Äbteliste von wikiwand von 1377-1390 regierte.

König Wenzel (1378-1400) erneuerte 1380 alle Freiheiten und Privilegien die Kloster Schöntal von seinen Vorfahren zugestanden bekommen hatte. (Heinrich Schönhuth, S.95)

“Dann folgt  Abt Burckard von Sindringen (1390-1400), der in den Folgejahren in vielen Kaufurkunden erscheint.

Er wird abgelöst durch Abt Heinrich IV. Hirsch (1400-1407). Sein Nachfolger ist Heinrich V. Rosenkaym (1407-2425)

Von 1414 bis 1418 fand in Konstanz das Konzil statt. Im Februar 1418 bestätigte  König Sigmund (1411-1419, danach Kaiser bis 1433) die Privilegien von Kloster Schöntal. Vor allem aber verlieh er dem Kloster die Reichsunmittelbarkeit. RI XI,1n.2895

Das war vor allem dem Reichserbkämmerer Konrad IX. von Weinsberg ( + 1448) zu verdanken. Der Pate von Konrad von Weinsberg war Abt Heinrich.  (Schönhuth S. 132) Die Herren von Weinsberg förderten das Kloster schon seit 1200. Im November 1417 war Martin V. zum Papst gewählt worden und damit  das Schisma beendet. Am 4. April 1418 nahm er Kloster Schöntal samt allen Gütern in den päpstlichen Schutz und bestätigte ihm alle “von Päpsten, Königen, Fürsten und anderen Christgläubigen verliehenen Privilegien und Freiheiten.”  B 503 I U 29 Staatsarchiv Ludwigsburg

Am 18. März 1434 beauftragte das Basler Konzil die Dompröpste  von Würzburg,  Bamberg  und Speyer “Abt und Konvent des Klosters Schöntal gegen jene in Schutz zu nehmen, die das Kloster schädigen, und diesem den erlittenen Schaden wieder gutzumachen”.

B 503 I U 30 Staatsarchiv Ludwigsburg.

Konrad  von Weinsberg sorgte als Protektor des Konzils von Basel auch dafür, dass der Schöntaler Abt 1439 die Pontifikalien verliehen bekam. Das war Heinrich VI. Höfflin (1425-1445)

“Das Basler Konzil (sacrosancta generalis synodus Basiliensis) gestattet auf Fürsprache des Edlen Herrn Konrad Herr von Weinsberg (baro de Weynsperg), Reichs[erb]kämmerer und von König Albrecht [II.] bevollmächtigter Protektor des Konzils, Abt Heinrich [VI.] von Schöntal und seinen Nachfolgern, innerhalb des Klosterbezirks feierliche Gottesdienste unter Inful und Mitra zu halten, bei öffentlichen feierlichen Prozessionen und Sitzungen Mitra, Stab, Ring und andere bischöfliche Insignien zu gebrauchen, nach der Messe dem Volk den feierlichen Segen zu erteilen, falls nicht ein Bischof oder ein Legat des Hl. Stuhls zugegen ist, Altartücher, liturgische Geräte (vasa), Kelche und Paramente zu konsekrieren, die im Kloster und in den diesem unterstellten Kirchen gebraucht werden, sowie den Mönchen seines Klosters die niederen Weihen zu erteilen.” B 503 I U 31 Staatsarchiv Ludwigsburg.

Am 4. August 1442 nahm Kaiser Friedrich III. (von 1440-1452 deutscher König, dann bis zu seinem Tod 1493 deutscher Kaiser) Abt Heinrich VI. zu seinem Hofkaplan und nahm aus diesem Anlass auch das Kloster, seine beweglichen und unbeweglichen Güter und seine Leute in seinen und des Reiches Schutz. B 503 I U 57  Staatsarchiv Ludwigsburg. Mit der Urkunde B 503 I U 58 vom 8. August 1442 bestätigte er Kloster Schöntal alle ihm durch seine Vorgänger verliehenen Rechte und Privilegien.

Am 18. Mai 1445 verstarb Abt Heinrich nach 20-jähriger Regierungszeit.

Sein Nachfolger wurde Abt  Simon Marbach (1445–1465). In seiner Amtszeit hatte die Gegend von Schöntal einen Hussiteneinfall zu verzeichnen. 130 wurden gefangen gesetzt. Nachdem sie aber ihrem Glauben abgeschoren hatten, wurde sie wieder freigelassen.

Sein Nachfolger Johannes II. Hübner regierte nur drei Jahre, von 1465-1468. Er stammte aus Heilbronn. Ab seiner Regierungszeit lässt sich ein abnehmendes Spendenaufkommen verzeichnen. Abt Johannes II. resignierte nach nur drei Jahren. Sein Nachfolger Bernhard (1468–1486)

war 18 Jahre im Amt. Seine Regierungszeit verlief aber ohne besondere Begebenheiten. Er resignierte am 10. Mai 1468.

Auf ihn folgte Johannes III. Hoffmann (1486–1492). Von ihm berichtet Schönhuth (S.136 f.), dass sich Abt Johannes von Papst Innozenz VIII. (1484-1492) die Erlaubnis erbeten habe, das Riemwerk seiner Pferde mit goldenen Spangen  zieren und selbst goldene Stiefel tragen zu dürfen.

Daraus schließt er, dass der Abt viel Wert auf Äußeres legte und dass es dem Kloster recht gut gegangen sein muss, wenn Ross und Reiter mit Gold geziert werden konnten. Der Abt erhielt vom Papst auch die Erlaubnis, dass die Äbte in ihrem Siegel sitzend abgebildet werden durften.

Kaiser Friedrich III. verlieh dem  Kloster am 18. Januar 1491 das Recht, ein größeres Wappen führen zu dürfen. B 503 I U 61. Staatsarchiv Ludwigsburg –so viel zum Thema renommieren.

Aber nicht nur um die Verherrlichung der Abtswürde erwarb sich Johannes Verdienste. Im Kloster Schöntal ließ er einen Gebäude und einen großen Saal errichten. Der Schöntaler Hof in Heilbronn erhielt einen Keller. Ob die Ordensleitung mit Abt Johannes so glücklich war, ist nicht zu sagen. aber sie bewog ihn, nach 6 Jahren Regierungszeit 1492 zu resignieren. Er starb 1514.

Als Abt folgte ihm Georg Hertlin (1492–1511 ). Vor seiner Wahl zum Abt war er Bursarius in Schöntal. Er scheint über das Kloster hinaus in gutem Ruf gestanden zu sein. 1493 rief ihn Pfalzgraf Philipp der Aufrichtige (1476-1508) nach Heidelberg, um dort für den verstorbenen Kaiser

Friedrich III. die Exequien zu halten. Nach Heidelberg pflegte er die guten Beziehungen vor allem zur Universität Heidelberg, die seit Abt Heinrich IV. bestanden. Er schickte mehrere seiner Konventualen zum Studium nach Heidelberg.

1495 führte Kaiser Maximilian die Reichsreform durch, die auf dem Reichstag in Worms besprochen wurde. Eine regelmäßig zu erhebende Reichssteuer wurde eingeführt und die Reichstände mussten Truppenkontingente stellen. Im Gegenzug musste der Kaiser auf die

Forderung nach dem Reichsregiment eingehen als Gegengewicht zum Herrschaftsanspruch des Kaisers. Maßgeblich an der Ausarbeitung der Pläne für die Reichsreform beteiligt war der Mainzer Erzbischof und Reichskanzler Berthold von Henneberg (1484-1504).

Für Kloster Schöntal hatte das Jahr 1495 erhebliche Auswirkungen. 1418 hatte Schöntal die Reichsunmittelbarkeit verliehen bekommen. Es verfügte aber nicht über die Reichsstandschaft. 1495 wurde nun der kaiserliche Schutz an Kurmainz übertragen.

Daraus entwickelte sich ein Jahrhunderte langer Streit um den Status des Klosters, in den auch Würzburg verwickelt wurde. Mainz musste auf die unmittelbare territoriale Herrschaft verzichten. Die geistliche Oberaufsicht als Bistumsherr verblieb bei Würzburg.

Ab jetzt war bei Abtswahlen der Amtmann des an Schöntal angrenzenden kurmainzischen Amtes Krautheim immer anwesend. Eine Urkunde der Übertragung der Schutzvogtei des Reichs an den Mainzer Kurfürsten scheint nicht überliefert zu sein. Das genaue Datum der Übertragung ist

unbekannt.

Nach 19 Jahren Regierungszeit resignierte Abt Georg am 24. Juli 1511. Er starb zwei Jahre später.

Sein Nachfolger Erhard (Eberhard)  Oeser (1511–1535) aus Möckmühl hatte mit 24 Jahren wieder eine sehr lange  Amtszeit. Diese begann gut und verheißungsvoll. Er tätigte viele und für das Kloster wichtige Erwerbungen z. B. einen Hof und eine Mühle in Sindringen

für jeweils 600 Gulden. (Schönhuth S. 139) Er legte einen Weinberg von 10 Morgen an. Er baute eine neue Jagstbrücke, nachdem die Alte bei einem Eisgang weggerissen worden war.

Dann kam allerdings ein Ereignis von außen, das die positive Entwicklung abrupt beendete. Der Bauernkrieg brach 1525 aus. Schon 1524 hatte es erste Aufstände gegeben. Im Februar brachten Bauern in Memmingen ihre Forderungen vor.

Kloster Schöntal war auch sehr bald betroffen, zunächst erst in seinen Klosterorten. Am 26. März erhoben sich Bürger von Mergentheim in der Stadt. Dabei wurde der Schöntaler Hof geplündert, die Weinvorräte ausgetrunken und die reichen Lebensmittelvorräte geraubt.In Hüngheim erhoben sich Schöntaler Untertanen

am 26. März. Dabei verbrannten sie in Hüngheim,in Oberkessach (heute ein Ortsteil von Schöntal) und in Weltersberg (Schöntal9)dem Kloster gehörende Einrichtungen. Am 4. April brach der Bauernhaufen aus dem Schüpfgrund, des Baulands und dem Odenwald

überSchweigern, Assamstadt, Krautheim nach Schöntal auf. Ab 6. April  lagerten rund um Schöntal etwa 10.000 Bauern. Der Neckar-Odenwald- Haufen setzte sich zusammen aus Schöntaler Untertanen. Eine zweite Gruppe bildeten Bauern unter Georg Metzler aus dem Schüpf-und Taubergrund Odenwald und Bauland.  Sie wurden geführt von Georg Metzler, einem Wirt aus Ballenberg und Florian Geyer, dem fränkischen Reichsritter aus Giebelstadt. Dazu stießen Bauern aus dem Unterländer Raum um Heilbronn unter Jäcklein Rohrbach. Dann stießen noch Bauern aus der Hohenlohe um Öhringen

dazu. Am 8. April erschien Götz von Berlichingen zum ersten Mal beim Hellen Haufen in Schöntal. Da ging es aber nicht um eine Funktion bei den Bauern, sondern Götz war von seinem Bruder Hans gebeten worden, nach Berlichingen zu kommen, um mit seinen aufrührerischen Untertanen zu verhandeln.

Da blieb er zwar ohne Erfolg, bekam aber freies Geleit zurück nach Jagsthausen zugesichert. Er war erst gezwungen einen Vertrag mit den Bauern zu schließen, als der Odenwälder Haufen unter Führung von Georg Metzler nach Gundelsheim und da in die Nähe seiner Burg Hornberg kam.

Am 24. April 1525 wurde er gezwungen, die Führung des Odenwälder Haufens zu übernehmen.

Schon als die Unruhen begannen, hatte man in Schöntal das Archiv und kostbare Gegenstände nach Frankfurt in Sicherheit gebracht. Als der Bauernhaufen bei Schöntal lagerten, wurden Abt und Konvent aus dem Kloster gejagt. Nur Pater Laurentius Dollinger durfte im Kloster bleiben, musste

den Bauern aber als Knecht zur Verfügung stehen. Der Abt wurde auf seiner Flucht aufgegriffen und nur gegen Lösegeld frei gegeben. Er durfte aber dann nach Heilbronn auf den Schöntaler Hof. Dieser diente dem Bauernparlament unter Wendelin Hipler am 12. Mai 1525 als Tagungsort.

Am 10. April 1525 zog der Bauernhaufen von Schöntal ab.

Der Schaden, den Schöntal erlitten hatte, war beträchtlich. Das Dorf Oberkessach war bis auf wenige Höfe abgebrannt, in der Kirche sämtliche Glasfenster zerstört. In Schöntal war die Orgel aus der Kirche gerissen worden und die Orgelpfeifen unter die Bauern verteilt und wie in Mergentheim

die Weinfässer geleert, die Vorräte geplündert. Der Schaden wurde auf 20.000 Gulden geschätzt.

Abt und Konvent kehrten nach den Unruhen ins Kloster zurück. Abt Erhard regierte nach dem Bauernkrieg noch 10 Jahre.Käufe sind aus  dieser Zeit urkundlich nicht Vermerkt. Abt Erhard starb am 19. Juni 1535.

Auch die Reformation hatte dem Kloster zu schaffen gemacht. Die südlich angrenzende Grafschaft Hohenlohe,die westliche Kurpfalz, das Herzogtum Württemberg aber auch die Reichsstädte Hall und Heilbronn waren zum neuen Glauben übergegangen. Schöntal verlor

drei Pfarreien. Die  dem Abt von Schöntal unterstellten Zisterzienserinnenklöster Gnadental bei Hall, Lichtenstern, Seligental und Billigheim wurden aufgehoben, die zwei letzteren allerdings durch den Erzbischof von Mainz zur Arrondierung seines Besitzes. Erst gegen Ende des 16. Jahrhunderts

setzte sich in Schöntal die Gegenreformation durch. Dies geschah nicht zuletzt auf Druck der Fürstbischöfe aus Würzburg.

Sein Nachfolger wurde Elias Wurst (1535–1537). Er war vorher Bursarius in Schöntal und war auch mit Abt Erhard im Bauernkrieg zusammen auf der Flucht. Er starb nach nur zwei Jahren Amtszeit am 19. Juli 1537. Nach seinem Tod

konnten sich die Konventualen nicht einigen, einen aus ihrer Mitte zum Nachfolger wählen. Daraufhin schlug der Vaterabt Konrad III. Reutter (Reuter) (1509–1540) vor, Bruder Sebastian Stadtmüller vor, der dann als Abt Sebastian I. (1537-1557) 20 Jahre regierte.

Auf Bitten von Abt Sebastian bestätigte König Ferdinand I. ( 1531 zum deutschen König gewählt,deutscher Kaiser von 1558-1564) anstatt seines Bruders Karl, dem Kaiser, am 14. Juli 1540 Kloster Schöntal ein Privileg von Kaiser Maximilian vom 20. Januar 1491 sowie alle

anderen durch seine Vorgänger verliehenen Privilegien (B 503 I U 65 Staatsarchiv Ludwigsburg)

Nach seinem Sieg über den Schmalkaldischen Bund weilte Kaiser Karl V. (1519-1556) vier Wochen in Heilbronn. In dieser Zeit war er im Schöntaler Hof untergebracht. Im Heilbronner Lapidarium wird ein Gedenkstein aufbewahrt, der an diesen Aufenthalt erinnert.

Abt Sebastian I. starb am 17. Februar 1557.

Zu seinem Nachfolger wurde Sebastian II. Am 30. Mai 1559 bestätigte Kaiser Ferdinand I jetzt als Kaiser das Privileg, das er im Juli 1540 bestätigt hatte, noch erweitert um die Bestätigung eines Privilegs von König Wenzel vom 16. März 1379. (s.o.) (B 503 I U 66 Staatsarchiv Ludwigsburg)

Er versah den Kreuzgang und das Kapitelhaus mit Fenstern. Der Brunnen im Kreuzgang wurde zu einem Springbrunnen umgestaltet.

Götz von Berlichingen starb am 23. Juli 1562 auf seiner Burg Hornberg und wurde im Kreuzgang des Klosters Schöntal beigesetzt, obwohl er sich schon Jahrzehnte vorher für das lutherische Bekenntnis entschieden hat.

Das entsprach seinem Willen. Protestant im katholischen Kloster bestattet- Rückversicherung ?

1573 wurde zum vierten Mal bei Eisgang die  hölzerne Jagstbrücke mitgerissen. Zum Bau einer steinernen Brücke konnte man sich erst 1609 entschließen.

Abt Sebastian II. starb am 21. Dezember 1583 nach 27 Jahren Regierungszeit.

Sein Nachfolger war Johannes IV. Lurtz (1584–1607 ). Er war sehr baufreudig. 1584 erbaute er die Pistorei (Bäckerei) und die neue Abtei. Die Kirche ließ er reparieren.

In Gommersdorf, heute ein Teilort von Krautheim ließ er 1592 die Kirche neu erbauen, heute Kath. Pfarrkirche St. Johann. sie wurde 1598 geweiht.

Abt Johannes starb am 6. Mai 1606 nach 23 Regierungsjahren.

Auf ihn folgte Abt Theobald I. Koch  (1607–1611 ) Er regierte zwar nur 4 Jahre aber in einer Regierungszeit wurde die hölzerne Jagdbrücke durch eine Steinbrücke ersetzt.

Dazu brauchte es allerdings zwei Anläufe. Ein Baumeister aus Hall errichte sie 1607 mit 5 Bögen. Nachdem aber das Bogengestell heraus genommen worden war, fiel das größte Joch zusammen. (Schönhuth S. 149)

Sie wurde dann von Michael Kern 1609 fertiggestellt. Auch sein Vater Michael war bereits Baumeister.Er ist der Vater des Bildhauers Michael Kern, der zwischen 1630 und 1644 die Alabasteraltäre in der Schöntaler Kirche gebaut hat.

Abt Theobald I. starb am 22. Januar 1611, als er sich gerade im Klosterhof in Heilbronn aufhielt.

Sein Nachfolger wurde Abt Theobald II. Fuchs (1611–1626 )aus Walldürn. Er war auch ein wichtiger Bauherr in der Abtei. Er ließ sich am 13. Oktober 1613 die von Wenzel und Maximilian erteilten Privilegien (s.o.) von Kaiser Matthias (1612-161)

bestätigen. (B 503 I U 69 Staatsarchiv Ludwigsburg)

Im Kloster baute er die Alte Abtei (1617/18) den Alten Offiziantenbau mit dem Torturm (1617, 1621), sowie den nordwestlichen Eckturm, den «Dicken Turm» (1622). Auch das Klosterwappen aus dem Jahr 1621 am Torturm  stammt

von der Bildhauerfamilie Kern. Ein weiteres wichtiges Ereignis war die Gründung der Oberdeutschen Zisterzienserkonkregation (siehe dazu auch Mei Büchle Kloster Bronnbach) Mit der Durchführung der Reformen des Tridentinischen Konzils

wurden regionale Zusammenschlüsse wie Generalvikariate oder Ordensprovinzen eingerichtet. Das Generalkapitel der Zisterzienser ernannte Generalvikare, die diesen vorstanden. Zudem waren mit der Reformation die Filiationskette, das verbindende Element

der Klöster des Ordens unterbrochen. Generalabt Edmond de la Croix (1584–1604) wollte nun ein die einzelnen Territorien übergreifendes Generalvikariat für den oberdeutschen Raum schaffen.Auf Einladung des Generalabtes versammelten sich

vom 14. bis 20. September 1595 hin 17 Äbte aus dem oberdeutschen Raum.  Er ernannte den Salemer Abt Petrus II.  Müller (1593–1614) zum Generalvikar der Ordensprovinz Oberdeutschland. Das Projekt hatte allerdings noch einige Hürden zu überwinden.

Es gab Vorbehalte der Ordensleitung aber auch von einzelnen Klöstern. Generalabtes Nikolaus II. Boucherat (1604–1625) unternahm 1615 eine Visitation in Deutschland Böhmen und Österreich. Das Projekt nahm wieder Fahrt auf, von deutscher Seite unterstützt von

von dem Nachfolger von Abt Peter Abt  Thomas Wunn (1615–1647) aus Salem. 1617 wurden erste Statuten entworfen. Bei einem Äbtetreffen wurden sie im Dezember 1618 nochmals revidiert im Januar 1619 dann vom Generalabt bestätigt. Es war zunächst eine sehr kleine Kongregation

von nur 6. Klöstern, die die am 10. Juli 1624 auch vom Papst bestätigt wurde. sie war von vorneherein auf deine Vergrößerung angelegt, was schon bei einer weiteren Äbteversammlung am 2. und 3. September 1624 in Salem geschah. Es war die Geburtsstunde der Oberdeutschen

Zisterzienserkongregation. Unter Abt Theobald II. trat Schöntal der Kongregation bei. Das war auch als Zeichen zur von Mainz und Würzburg bedrohten Selbständigkeit zu sehen.

Abt Theobald starb am 6. Mai 1626.

Auf ihn folgte Sigmund Fichtel (1626–1633 )Er stammte aus Karlstadt am Main. Er war ein kunstbeflissener Bauherr. Für die Klosterkirche ließ er von dem Bildhauer Michael Kern (s.o.)den Dreifaltigkeitsaltar (1628) und den Johannesaltar (1630) anfertigen.

1631 kaufte er von Phillip Heinrich und Hans Gottfried von Aschhausen das Rittergut und das Wasserschloss. (B 503 I U 293 und B 503 I U 295) Dann kam der Krieg der Dreißigjährige Krieg auch in Schöntal  an.

Gustav Adolf (1611-1632) war 1631 bis nach Würzburg vorgedrungen, hatte Mergentheim besetzt. Am 15 Oktober 1531 streiften 40 schwedische Reiter durchs Jagsttal und kamen auch nach Kloster Schöntal. Sie raubten und plünderten. Im Dezember 1531

kam Oberst Sperreuter von Mergentheim aus  mit einer Reiterschar vor das Kloster und legte ihm  2000 Taler Brandschatzung auf. Der Bursar wurde so lange festgehalten, bis die Summe entrichtet war.

Daraufhin flüchtete  Abt Sigmund flüchtete mit einiger seiner Konventualen über Kaisheim nach Kloster Stams in Tirol. Zunächst blieb nur Bruder Michael Diemner zurück(alles nach Schönhut s. 150 ff). Die Zurückgebliebenen kehrten nach diesem Vorfall

wieder ins Kloster zurück. Am2. Januar 1632 besetzte der schwedische General Horn (1592-1657) die Stadt Heilbronn. Die Schweden hielten Heilbronn bis nach der Schlacht bei Nördlingen im September 1634 besetzt. Die Schweden belehnten in Heilbronn

den Grafen Kraft  von Hohenlohe-Neuenstein mit dem Schöntaler Hof. Kurz danach machte Gustav Adolf  dem Grafen Kloster Schöntal zum Geschenk. am 13. April 1632 nahm er das Kloster in seinen Besitz. Nach der Schlacht von Nördlingen wurde das Kloster restituiert.

Abt Sigmund war schon am  19. März 1633 in seinem Exil in Stams gestorben. Zu seinem Nachfolger wurde Johannes Leonhard Meinhart (1635–1636 )unter Vorsitz des vertriebenen und letzten Walkenrieder Abtes Christoph Kölich (1629–1631)

von acht nach den Kriegswirren wieder im Kloster weilenden Mönchen gewählt. Abt Leonhard konnte wegen der widrigen Umstände nicht einmal zum Abt geweiht werden. Abt Leonhard hatte den Magistergrad in Würzburg erreicht

und wurde erst Subprior in Schöntal und dann Propst in Gommersdorf. Abt Leonhard starb nach nicht einmal zwei Jahren Amtszeit.

Sein Nachfolger wurde Christoph Haan (1636–1675)Er war schon vor Abt Leonhard  zum Schöntaler Abt gewählt worden. Da war er in Wettingen im Exil. Da aber bei der Wahl nur ein Teil der Mönche anwesend war, wurde er von den abwesenden Mönchen nicht anerkannt.

Zu Beginn seiner Amtszeit gab es eine große Teuerungswelle. 1 Scheffel Korn kostete 24 Gulden (1 Scheffel entsprach in Württemberg 177,18 Liter, 1 Gulden wären heute etwa 2400 €). Am Klostertor wurden täglich zwischen 300 und 400 Bedürftige gespeist.

1638 schloss der Rat von Schwäbisch Hall die dem Kloster gehörende Kapelle in der Stadt. Als man sie wieder öffnete, wurde der Priester mit Gewalt weg geführt und eingesperrt. 1640 hatte Schöntal eine Einquartierung auszuhalten Fünfeinhalb Monate nahmen Kaiserliche ihr

Winterquartier in Kloster Schöntal. Aber auch das normale Klosterleben lief weiter. 1640 wurde in Schöntal ein großes Kapitel abgehalten. Außerdem wurde Abt Christoph beauftragt, die Klöster in der Schweiz zu visitieren.

1642 zogen abwechselnd bayrische, französische und weimarische Truppen durch das hohenlohische und hällische Gebiet. Im Januar 1643 besetzten weimarische Truppen die Ämter Boxberg und Krautheim. Nachdem die Zustände wieder unhaltbar geworden waren, flohen Abt und

Konventuale nach Heilbronn auf den Schöntaler Hof. Die Truppen plünderten nun  Kloster Schöntal. Früchte und der Wein wurden mitgenommen. Das Vieh wurde wegetrieben und die Fischweiher zerstört. Im Februar zogen die Feinde wieder ab, worauf der Abt und Konvent wieder nach Schöntal

zurückkehrten. Das Kloster war so verarmt, dass die Mönche auf andere Klöster verteilt wurden, wo sie wenigstens wieder Nahrung hatten. Da mangelernährt zog sich der zurückgebliebene Konvent eine Kolik zu, die Gicht oder Epilepsie und im schlimmsten Fall den

Tod zur Folge hatte. Ein dreitägiges  Gebet beendete die Plage. Von nun spendet der Schöntaler Konvent jährlich eine Summe nach Walldürn.

Trotz der düstern Zeiten wurde 1644 der Bernhardsaltar, der  auch von Michael Kern geschaffen ist,  eingesetzt. Er steht am ersten Langhauspfeiler Süd.

Das Kloster hatte sich noch nicht richtig erholt, wurde es vom Kriegsgeschehen wieder eingeholt. Im Februar 1645 überfiel General Reinhold von Rosa das Kloster. Abt Christoph entkam durch die Wälder und flüchtete nach Würzburg. Die Feinde verheerten alles innerhalb und außerhalb des Klosters.

Sie setzten es nicht in Brand wie ursprünglich geplant. Auf Fürbitten Reinhards von Berlichingen ließen sie davon ab, brannten dafür aber das Wohnhaus der Konventualen im zum
Kloster gehörenden Wimmental, heute ein Teilort von Weinsberg , nieder. Im August 1646 suchte der schwedische Feldmarschall Carl Gustav Wrangel (1613–1676), der in diesem Zeitraum Franken beherrschte, das Kloster heim  und nahm alle Lebensmittelvorräte mit. Da nichts Essbares mehr im Kloster war, zerstreuten  sich die Mönche  in die Umgebung und fristeten ihr Leben. Das dauerte bis im Februar des Folgejahrs. Dann konnten sie wieder ins Kloster zurück. Kaum hatten sie sich erholt, mussten sie schon wieder fliehen. Hans Christoph von Königsmarck, auch ein schwedischer General

plünderte es erneut. Das Kloster musste weitere Plünderungen von französischen Reitern erdulden. Auch bayrische und kaiserliche Truppen fielen ein und unterschieden sich in nichts von den Franzosen und Schweden.

1648 kehrte endlich Frieden ein. Das Kloster hatte noch einen Prozess gegen die Stadt Hall zu führen. Es hatte der Stadt 32.000 Gulden geliehen, aber die Stadt leugnete, das Geld erhalten zu haben. Die Prozesskosten betrugen für beide Seiten dann 15.000 Gulden.

Am 15. März 1648 wurde im Kloster Eberbach Johannes VIII. zum Abt gewählt. Er resignierte bereits vor Erlangung der bischöflichen Konfirmation am 23. August. Der Mainzer Erzbischof Johann Philipp von Schönborn ( 1647-1673) ernannte daraufhin den Schöntaler Abt Christoph zum Abt in Eberbach.

nach jure devolutionis, also dem recht ein Amt zu übertragen. Der Eberbacher Mutterabt Claude Largentier (1624-1653) “anulliert die Wahl des Pater Johannes Hoffmann zum Abt von Eberbach [im Rheingau] (B. Mariae de Eberbaco) im Erzbistum Mainz, weil dieser nicht fristgemäß um Bestätigung nachgesucht hatte, billigt und bestätigt die Wahl des Christoph Haan (Hahn), Abt von Schöntal, zum Abt von Eberbach, erteilt ihm die Vollmacht zur Leitung dieses Klosters und befiehlt allen Mönchen Gehorsam.” (B 503 I U 114 Staatsarchiv Ludwigsburg)

Das hatte allerdings noch Folgen in Schöntal. Denn als der Schöntaler Vaterabt Georg IV. Müller (1637–1667) aus Kaisheim Schöntal im Oktober 1648 visitierte, wollten einige Patres, das Abt Christoph abdanken sollte. Es gab aber keinen triftigen Grund. Die Unzufriedenheit rührte einfach daher,

dass Abt Christoph auch in Eberbach sein musste, weil er dort ja ebenfalls die Verwaltung führte. Als am 28. März 1651 mit Balthasar Bund wieder ein Abt in Eberbach gewählt wurde, kehrte Christoph nach Schöntal zurück und war nur noch für sein Heimatkloster zuständig.

Obwohl Kloster Schöntal im Krieg durch wiederholte Plünderungen und Brandschatzungen stark geschädigt worden war, erholte es sich schneller als erhofft. Die Zahl der Novizen hatte sich so erhöht, dass wieder ein Lehrer für Theologie eingestellt werden konnte.

1657 wurde das 500-jährige Bestehen von Schöntal groß gefeiert.

Am 12. März 1661 starb Prior Bartholomäus Kremer aus Amorbach. Er war 72 Jahre alt geworden, hatte unter 6 Äbten gedient und alle wichtigen Klosterämter durchlaufen. Er hat eine zweibändige Klosterchronik  geschrieben, die auch Schönhut als wichtigste Quelle zu

seiner Chronik diente.

1667 wurde die Wallfahrtskirche von Neusäß ausgebaut und das Vesperbild, dass im Krieg in Berlichingen verwahrt worden war, zurückgebracht.

1671 kaufte Abt Christoph von  dem Würzburger Mainzer Erzbischof und Reichskanzler (so die Titulierung in der Kaufurkunde) Johann Philipp von Schönborn das freiadlige gut in Aschhausen Wildbannsgerechtigkeit, Fischwassern, Schäferei, Kelterhaus, dem Fischwasser zu Winzenhofen.

für 31.000 Gulden (B 503 I U 182 Landesarchiv Ludwigsburg) Das Schloss wurde zur Sommerresidenz der Äbte ausgebaut.

Der Holländische Krieg hatte auch Auswirkungen auf Franken. Der französische Marschall Turenne hatte mit 13.000 Mann sein Hauptquartier in Mergentheim genommen. Wohl sollte auch Schöntal geplündert werden. Aber  als der kaiserliche Feldherr Graf von Montecuccolo im Anmarsch war,

zog Turenne ab und so entkam Schöntal dieses Mal einer möglichen Plünderung.

Abt Christoph starb am 20. November 1675. Er hinterließ ein Verzeichnis aller Schöntaler Äbte sowie ein kurzgefasstes lateinisches Tagebuch. Sein Tod wurde nicht umgehend nach Mainz gemeldet, damit der Mainzer Erzbischof möglicherweise keinen Einfluss auf die notwendig

gewordene Abtwahl nehmen konnte.

Als Nachfolger wurde Franziskus Kraft (1675-1683) im Beisein von Mutterabt Hieronymus  Winter (1674–1681) aus Kaisheim gewählt.Vor seiner Wahl war er Probst in Mergentheim Seine Amtszeit war dadurch geprägt, dass er wegen der kriegerischen Zeiten

immer wieder Zahlungen an den Kaiser und den Erzbischof von Mainz leisten musste. Die Kosten an den Kaiser beliefen sich auf knapp 10.000 Gulden und der Erzbischof von Mainz verlangte monatlich 100 Gulden Reitersold (alle Zahlen nach Schönhut).

Trotzdem schaffte er es, das von den Franzosen niedergebrannte Pfarrhaus in Wimmental wieder aufzubauen. Von dem flämischen Barockmaler Oswald Onghers, der in Würzburg lebte, ließ er ein Altarbild schaffen.

Am 27. März 1680 bekam Abt Franziskus von Kaiser Leopold I.  (1658-1705)  das Privileg Kaiser Karls IV. vom 8. Aug. 1358 (Rottenburg) bestätigt. (B 503 I U 74 Staatsarchiv Ludwigsburg)

Er ließ die erste Klosterapotheke und eine Schneidmühle erbauen. Er ist auch Verfasser Schönthalenses annales ecclesiastico-politico-ascetico-oeconomici de a 1150 – 1675 in fünf Quartbänden, sowie eines großen geistlichen Traktats. Die Quellen weisen ausdrücklich

auf seine musikalische Begabung hin.

KnittelSchoental

Zu seinem Nachfolger wurde Benedikt Knittel (1683–1732) gewählt. Er ist in Lauda geboren und Sohn des Weinbauern und auch als Ratsherrn fungierenden Weinbauern Johannes Knittel. Er hat noch einen älteren Bruder, der später als Konverse ins Kloster

Schöntal eintrat, wo er 1712 starb. Über seinen Werdegang bis zu seinem Klostereintritt ist nichts bekannt. Er studierte in Würzburg Philosophie. Nach abgeschlossenem Studium trat er 1670 in Kloster Schöntal ein. Im Oktober 1671

legte er seine Profess ab und erhielt den Klosternamen Benedikt. 1672 wurde er zum Subdiakon, 1675 zum Priester geweiht. Er durchlief rasch die Klosterämter. 1676 wurde er Cantor. Dieser ist für den Gottesdienst und die musikalische Ausgestaltung zuständig.

Wenn man weiß, dass sein Abt Franziskus sehr musikbegabt war, ist das sicher nicht ganz unwichtig. 1677 wurde er Subprior, also Vertreter des Priors, neben dem Abt das wichtigste Klosteramt. 1680 wurde er zum Servitor ernannt, das ist der Diener des Abtes.

1681 wird er Pistrinarius. dieser verwaltet die Mühle und die Bäckerei und Prior. 1682 übernimmt er das Amt des Novizenmeisters.

Ich stelle Abt Benedikt bewusst ausführlich dar. 1. er der wohl bedeutendste Abt von Kloster Schöntal und 2. lässt sich an ihm geradezu exemplarisch die Klosterlaufbahn vom Klostereintritt bis zum Abt darstellen.

Abt Franziskus starb schon nach acht Regierungsjahren.

Schon bei seiner Wahl wurde Mainz und Würzburg nicht unmittelbar verständigt. Noch konsequenter war der Konvent  bei Abt Franziskus. Er war schwer erkrankt und sein Tod war absehbar. Der Kaisheimer Abt Elias Götz (1681–1696 )

wurde schon Ende Juni in den Schöntaler Hof nach Heilbronn beordert. So konnte er gleich nach dem Ableben von Franziskus ins nun nahe Schöntal reisen und am Tag nach dem Tod des von Franziskus die Wahl vornehmen lassen.

Auch der Generalabt von Citeaux  Jean XII. Petit (1670– 1692) wurde sofort verständigt. Die Vertreter von Kurmainz und Würzburg konnten so nur so kurzfristig eingeladen werden, dass sie der Einladung nicht Folge leisten konnten.

Das hatte zwar eine Protestnote und Klage zur Folge. Das beeindruckte den neuen Abt aber nicht. Auch in seiner weiteren Amtsführung ging er immer selbst nach Mainz oder Würzburg um die Streitigkeiten persönlich vor Ort auszumachen.

Auch seine Amtseinführung zeigte, dass er gewillt war, die zunehmende Einmischung der beiden kirchlichen Territorialmächte in klosterinterne Angelegenheiten nicht mehr zu tolerieren. Seine Weihe wurde vom Kaisheimer Mutterabt vorgenommen

unter Assistenz der Äbte der Benediktinerabteien von Neresheim Abt Simpert Nagel (1682-1706) und Donauwörth Andreas Hausmann( 1669–1688).

Er pochte immer auf die Reichsunmittelbarkeit seines Klosters. Allerdings hatte Kaiser Maximilian ja 1495 die Schutzherrschaft übertragen (s.o) Aber der Mainzer Kurfürst hatte es nie geschafft, die Territorialhoheit zu gewinnen, obwohl es ständig versucht wurde.

Seine ersten schritte als Abt entsprachen durchaus seiner Herrschaftsdevise: «Pugnando, tolerando, sperando itur ad astra» (Durch Kampf, Geduld und Hoffnung gelangt man zum Sternenhimmel).

Seine Amtsführung ergibt ein richtig rundes Bild. Er plante seine ganzen Bauvorhaben wohl schon früh und das vollendete Bauwerk kann durchaus als gebaute Demonstration der wirtschaftlichen Potenz des Klosters gesehen werden, die auf einem soliden Fundament ruhte.

Seine beiden Vorgänger haben ihm eine beruhigende finanzielle Basis hinterlassen, die er aber auch klug mehrte und stärkte. Sein ganzes wirtschaftliches Handeln zielte darauf ab, mit Ankäufen von landwirtschaftlichen Grundstücken, mit Rodungen, dem Anlegen von Fischteichen und Weinbergen

sollte die wirtschaftliche Autarkie des Klosters gesichert werden.  Der Bau von Ökonomiegebäuden wie Mühlen und Scheunen sollte Überschüsse erwirtschaften, die die schon früh begonnenen Bauvorhaben schuldenfrei durchführen ließen. Demselben Ziel diente der .Kauf der württembergischen Herrschaft Ebersberg. Er stieß auch Gebäude ab, wenn es notwendig schien. So verkaufte er mit Genehmigung des Kaisheimer Vaterabts Roger Röls (1698–1723) den Schöntaler Hof in Hall laut Urkunde “ihre baufällige Kellerei gen. der Schöntaler Hof” 

(B 503 I U 454 Staatsarchiv Ludwigsburg Urkunde vom  25. November 1718). Er erlöste dafür immerhin 5900 Rheinische Gulden. Damit finanzierte er die  nach 1718 durchgeführten Bauten.

Er begann mit dem Bau der großen Orgel 1684. Sein erstes Klosteramt war ja das des Cantors. Laut Schönhuth kostete das 1500 Gulden (S. 167).

1686 ließ er den Fischteich nahe beim Kloster graben. 1689 wurde der Hochaltar gefasst und im Jahr darauf die beiden Nebenaltäre neben dem Eingang von dem Klosterbruder Bernhard und dem Kapuzinerbruder Humdli aus Comburg errichtet.

1694 ließ er von einem Wertheimer Brunnenbaumeister den Springbrunnen im Abteihof herstellen.

1697 begann er mit dem Archivturm, einem Turm mit 4 steinernen Kammern.Hier wurde zur größeren Sicherheit das Klosterarchiv untergebracht. Er wurde gegenüber der Klosterkirche an die Äbtewohnung für resignierte Äbte angebaut. In dieser Wohnung

konnten die resignierten Äbte gemäß der Bulle von Papst Eugen IV. (1431-1447) ihr Leibgeding verzehren.

Als er den Archivturm bauen ließ, plante er wohl schon den weitgehenden Neubau der Klosteranlage. Der Bau eines Archivgebäudes und die damit verbundene Neuordnung des Archivs zeugen von seinem Selbstverständnis. Das Archiv sollte

ihm bei seinem Kampf um die Anerkennung der Reichsunmittelbarkeit und Exemtion helfen. Dazu passt auch, dass er bei Kaiser Karl VI. (1711-1740) um Bestätigung der Privilegien, die Kaiser Leopold am 27. März 1680 Abt Franziskus bestätigt hatte.

(B 503 I U 76  Staatsarchiv Ludwigsburg)Benedikts Nachfolger  Angelus ließ sich dies am 23. April 1742 (Urkunde 78) ebenfalls bestätigen.

Auch sonst ist er sehr realistisch in seiner Politik. Mit kluger Diplomatie baute er ein spannungsfreies Verhältnis zu seinen Nachbarn auf. Den Kaiser unterstütze er im spanischen Erbfolgekrieg gezielt finanziell. Er konnte so die Unabhängigkeit seines Klosters wahren auch wenn sie nicht formell ist.

Außerdem wurde er von Kaiser Karl am 1. Februar 1718 zu “seinem wirklichen Hofkaplan” ernannt. (B 503 I U 77 Staatsarchiv Ludwigsburg)

Mit den Planungen  für seinen Klosterbau beauftragte er Leonhard Dientzenhofer. Vielleicht war ihm dieser schon den Klosterneubauten in Ebrach und Langheim bekannt. Den Klosterneubau in Ebrach baute Dientzenhofer von 1687 bis 1698

und in Langheim baute er von 1691 bis 1704  den Abteiflügel. Dientzenhofer wurde 1690  hochfürstlich bambergischer Hofbaumeister. 1693 wurde Lothar Franz von Schönborn Bischof von Bamberg (bis 1729) und ab 1695 auch Erzbischof von Mainz.

Damit unterstand ihm dann ja Kloster Schöntal. Von Schönborn war ein großer Förderer von Dientzenhofer. Möglicherweise hatte er sogar den Kontakt nach Schöntal hergestellt. Abt Benedikt musste 1698 wegen Schlichtung von Streitigkeiten

zum Mainzer Erzbischof nach Bamberg und traf dort vielleicht den Baumeister.

Nach der Planung von Dientzenhofer begann man mit dem Offiziantenbau für Klosterbeamte mit dem großen Weinkeller. In dem Weinkeller lagerten 45 Weinfässer, denen der Abt die Namen seiner Konventualen gab und jedem seiner Konventualen einen Vers widmete. Auch das spricht für seinen Humor, der ja auch in vielen seiner Knittelverse aufblitzt. 1701 wurde parallel zum Offiziantenbau das Waschhaus errichtet, heute das Gasthaus “Zur Post”.

Am 15. September 1701 wurde der Grundstein für den Ostflügel gelegt. Als Palier verpflichtete Dientzenhofer den Maurermeister Jakob Ströhlein. Er war wohl entfernt mit Dientzenhofer verwandt und stammte, wie seinem Grabstein zu entnehmen ist, aus Kempten.

Bis 1706 ist das alles fertiggestellt und die Zellen konnten bezogen werden. An den Stukkaturen wurde 1707 noch gearbeitet.

Im März 1707 schloss Abte Benedikt einen neuen Vertrag Leonhard Dientzenhofer für den Bau des Refektoriums-Verbindungstraktes und des Westflügels mit der Prälatur.  Abt Benedikt wollte Konvent und Kirche gleichzeitig bauen. Das wurde allerdings durch zwei Ereignisse ausgebremst.

1701-171 fand der Spanische Erbfolgekrieg statt. Das war ein Kabinettskrieg, bei dem es um das Erbe des letzten spanischen Habsburger Karl II. (1655-1700) ging. Karl starb 1700 kinderlos, was den Ausbruch des Erbfolgekriegs 1701 auslöste. 1701 war in Den Haag die Haager Allianz geschlossen worden.

Das war ein Bündnis um den deutschen Kaiser Leopold I. (1658-1705) Niederlande und England gegen den französischen König Ludwig XIV. (1643-1715).

1707 überschritt der französische Marschall Claude-Louis-Hector de Villars  völlig überraschen den Rhein ging über die Stollhofener Linie bei Bühl und Stollhofen. Das Reichsheer unter Markgraf Christian Ernst von Brandenburg-Bayreuth zog sich daraufhin unnötig weit bis Aalen und Ellwangen zurück. Dadurch wurde die Front weit geöffnet und französischen Truppen wurde der Einmarsch nach Schwaben und Plünderzüge bis weit nach Franken ermöglicht. Villars Kavallerie nützte das zu Plünderungen und Kontributionserhebungen. Am 22. Juli kamen französische Truppen  unter Generalmajor Sezanne nach Mergentheim und kassierten dort 88.000 Gulden Brandschatzung. Am 25. Juli waren sie auf ihrem Rückzug nach  Kloster Schöntal gelangt. Insgesamt hatten  sie sich  fast   Wochen einquartiert und dem Kloster “großen Schaden “ zugefügt, denn es mussten natürlich hohe Kontributionen an beide Seiten entrichtet werden.

Am 26. November 1707 starb Leonhard Dientzenhofer überraschend im Alter von nur 47 Jahren. Die Dientzenhofer-Pläne konnten bei der Witwe beschafft werden. Abt Benedikt schloss einen neuen Vertrag mit dem bisher als Palier arbeitenden Jakob Ströhlein. Er konnte mit dem Bau

des Kirchenlanghauses beginnen. Schon 1709 sind die Fassaden bis zum Kranzgesims in 28 Meter Höhe gemauert. Der Abt konnte nun mit Joseph Greissing (1664–1721) den Vertrag für den Langhausdachstuhl und die beiden Turmkuppeln abschließen. 1712 ist das Langhaus unter Dach.

Joseph Greissing war Würzburger Hofbaumeister. Er baute die Freipfeilerkirche der Grosscomburg bei Hall. Einige Autoren sehen in ihr das Vorbild für die Schöntaler Kirche.

Ein neuer Baumeisterwechsel wurde nötig, denn am 5. März 1711 starb Baumeister Ströhlein. Sein Nachfolger wurde Bernhard Schiesser. Er übernahm Ströhleins Vertrag. Bernhard Schiesser war Palier bei Georg Dientzenhofer, dem älteren Bruder von Leonhard Dientzenhofer .

Georg Dientzenhofer baute die Stiftsbauten in Waldsassen und erstellte die Pläne zur dortigen Stiftskirche. Er baute die Stiftskirche von 1711-1724.Schiesser baute auch 1716 die Heilggrabkapelle, die schon 1715 von Abt Benedikt beschlossen wurde als Dank, Votivgabe und Mahnmal für den Frieden.

Anlass war wahrscheinlich der erste Jahrestag des Friedens von Rastatt. Ihr liegt wohl ein Entwurf von Joseph Greissing zugrunde.

1717 wurde der Hochaltar von 1690 ins Langhaus versetzt und dieses 1717 eingeweiht. 1718 wurde die Verlängerung von Querhaus und Chor begonnen. 1722 wurden Querhaus und Chor abgebrochen, was ursprünglich nicht geplant war.

Der Klosterzimmermann Caspar Bayerschmidt aus Berlichingen errichtete den Kuppeldachstuhl über der Vierung. Die anschließend von Schiesser ausgeführte Vierungskuppel musste aber wegen Einsturzgefahr wieder abgetragen werden,

was zur Entlassung von Schiesser führte. Dieser kehrte 73-jährig nach Waldsassen zurück. Im gleichen Jahr wurde die Kuppel von zwei Tiroler Baumeistern wieder aufgemauert.

Am 25. Juli 1727 wurde der Chor der jetzt fertiggestellten Kirche geweiht.

Abt Benedikt war nicht nur in Schöntal selbst als Bauherr tätig. 1706 wurde die Wallfahrtskirche von Neusass umgebaut und das Langhaus verlängert. Von 1713-1732 wurde Schloss Aschhausen umgebaut und erweitert. Es diente als Sommersitz der Äbte und der letzte

Schöntaler Abt Maurus Schreiner bekam es nach der Säkularisation als Altersruhbesitz zugewiesen, wo er 1811 blind und taub starb.

Von 1720-1724 ließ er Schloss Ebersberg in Auenwald, heute im Rems-Murr  Kreis nach einem Brand neu erbauen. In Bierungen ließ er 1723/24 die Pfarrkirche St. Kilian neu erbauen und 1724 in Winzenhofen die Pfarrkirche umbauen.

Nicht nur als Bauherr war Abt Benedikt tätig. Er war auch Schriftsteller. Er schrieb mehrere Werke, die sich mit der Klostergeschichte befassen. Am bekanntesten sind die Knittelverse, wobei diese nicht auf ihn zurückgehen sondern auf das Versmaß und heißt übersetzt Reimvers.

Viele seiner Verse sind noch heute über Türen, an Wänden oder unter Fresken zu sehen.

Abt Benedikt starb am 21.August 1732 kurz vor seinem Goldenen Abtsjubiläum im  49.  Regierungsjahr an Krankheit, Altersschwäche und Arbeit erschöpft, mit 82 Jahren. Sein Epitaph hatte er schon 10 Jahre vor seinem Tod in Auftrag gegeben.

In seiner Regierungszeit lebten etwa 40 Mönche im Kloster und 30 Konversen, die außerhalb des Klosters lebten.

Sein Nachfolger wurde Angelus Münch (1732–1761) Abt Angelus setzte die Bautätigkeit seines Vorgängers fort. 1737 ließ er das mittelalterliche Refektoriumsgebäude abbrechen. Der Verbindungstrakt und Westflügel wurde jetzt gebaut..

Abt Angelus hatte damit den in Berlichingen wohnhaften Baumeister Christian Fluhr beauftragt. Bis 1740 ist das Refektorium, der Treppenhausrisalit und der nördliche Teil der “Neuen Abtei” gedeckt. 1743 starb der Baumeister.

Das  neue Treppenhaus wurde von 1743-46 in Klosterregie gebaut. Mit dem Deutschordensbaumeister Georg Philipp Wenger (1701–1763) schloss Abt Angelus einen neuen Vertrag für die Fertigstellung des Südteils, die bis zum Ende seiner Regierungszeit 1761 dauerte.

Die Malereien stammen von Franz Erasmus Asam, dem Sohn von Cosmas Damian Asam. In seinen letzten 12 Jahren war er mittellos und gelähmt, konnte aber im Kloster Schöntal bleiben.

Abt Angelus stattete das Kloster auch für mehrere Tausend Gulden mit Paramenten,Pontifikalien und Kirchengeräte, darunter eine kostbare Monstranz aus.

In seiner Regierungszeit setzte schon eine gewisse Disziplinlosigkeit des Konvents ein, die dann bei seinem Nachfolger offen zu Tage trat.

Abt Angelus resignierte am 12.Mai 1761 und starb schon im Frühjahr 1762.

Sein Nachfolger Augustin Brunnquell (1761–1784) stammte aus Lauda und hatte seine Profess am 8. Dezember 1749 in Kloster Schöntal abgelegt. Er war Pfarrer in Bieringen.

Unter Vorsitz des Kaisheimer Vaterabts Cölestin Mermos (1739–1771)wurde er nach drei Wahlgängen in einer Minderheitswahl mit Drittelmehrheit gewählt. Da diese nicht kanonisch war, ließ  er sich nicht nur von Generalabt  Francois Trouvé (1748-1797)

sondern auch von Rom bestätigen. Am 2. August 1761 erhielt er die Benediktion von Abt Cölestin in Kaisheim. War schon seine Wahl sehr schwierig, so brachte er den Konvent durch seine Strenge weiter auf. Der Konvent beschwerte sich beim Würzburger Bischof,

der sich auch einschaltete. In seiner Regierungszeit wurde sein Kloster dreimal visitiert, einmal von Abt Cölestin, einmal von dem Bronnbacher Abt Ambrosius Balbus (1752–1783) als Delegat des Generalabtes und einmal durch den neuen Kaisheimer Abt

Cölestin II. Angelsbrugger (1771–1783 ). Der Konvent führte Prozesse gegen Abt Augustin und lag am Schluss in regelrechtem Kriegszustand mit ihm. Das führte dazu, dass im Dezember 1784 resignieren musste.

Zu seinem Nachfolger wurde Maurus Schreiner (1784–1802 ) gewählt. Er hatte 1762 seine Profess in Schöntal abgelegt. Er trat ein sehr schweres Erbe an und war erst mal gezwungen, 1786 das Gut Eberberg zu verkaufen,um die Prozesskosten, die die Streitigkeiten seines

Vorgängers verursacht hatte, bei Kaiser, Papst und Bischof zu bezahlen.

Zweimal drohte seinem Kloster die Aufhebung. Einmal durch Kaiser Joseph II. 1765-1795) und die josephinische Reform, mit der alle Orden,  die im volkswirtschaftlichen Sinne unproduktiv waren, also keine Krankenpflege, Schulen oder andere soziale Aktivitäten betrieben,

aufgehoben wurden.  1798 plante der Kurstaat Mainz, Schöntal zu seinen Gunsten zu säkularisieren. Das geschah dann aber 1802 mit dem Reichsdeputationshauptschluss.

Am 16. Oktober wurde Kloster Schöntal durch eine Kompanie württembergische Jäger besetzt. Am nächsten Tag wurde das Besitzergreifungspatent verlesen und die Untertanen von ihrem Eid entbunden.

Abt Maurus war darauf schon vorbereitet gewesen. Er hatte den Pächtern die Pacht ermäßigt, das Jägerhaus und die Fischweiher an die Verwalter verschenkt oder billig verkauft und das Geld an die Konventualen verteilt.

Diese Massnahmen führten noch zu einer langwierigen Untersuchung gegen ihn. Abt und Konvent durften zunächst im Kloster bleiben. Abt Maurus erhielt später Schloss Aschhausen als Ruhesitz, wo er am 17. August 1811 verstarb.

1807 wurde die Klosterkirche zur katholischen Pfarrkirche erklärt. 1811 wurde im Kloster ein evangelisches Seminar errichtet. Dieses bestand bis 1975.

Heute werden die Gebäude von der Diözese Rottenburg-Stuttgart als Tagungshaus genutzt. Kloster Schöntal zählt zu den landeseigenen Monumenten und wird von der Einrichtung Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg betreut.

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