Zisterzienserabtei Bellevaux

                                                                                                                                                                           Zisterzienserabtei Bellevaux

 

 

                                                                                                                                                                                                                                       

Im Jahre 1119 wurde Kloster Bellevaux als erstes Tochterkloster von Morimond gegründet, eine der 4 Primarabteien des Zisterziersienrordens.  Es war das erste Zisterzienserkloster in der Freigrafschaft Burgund. In diesem Jahr hatte Papst Calixt II. (1119-1124)

die “Carta Caritatis” angenommen und bestätigt. Das ist das Verfassungsdokument des Zisterzienserordens und regelt die Beziehungen der Zisterzienserklöster. Sie legt fest, dass die Tochterklöster keine finanziellen Abgaben ans das Mutterkloster zu leisten hatten,

im Gegensatz zu den Klöstern der Cluniazenser, wo hohe Abgaben geleistet werden mussten. Sie regelte die Neugründungen, die Visitation, sowie die verbindliche Auslegung der Benediktinerregel durch Kloster Citeaux. Sie legte für den Orden einheitliche Riten und liturgische Bücher fest.

Die Stabilitas Loci, das ist dauerhafte Bindung eines Mönches oder einer Nonne an ein bestimmtes Kloster gehört wie bei allen benediktinisch geprägten Orden ebenfalls zum Regelwerk. Die Carta Caritatis wurde wohl von Stephen Harding, dem dritten Abt von Citeaux verfasst.

Papst Calixt II. hatte nicht nur die Carta Caritasbestätigt, sondern auch den neuen Orden unter seinen Schutz genommen. Er stammte aus Burgund, war der Sohn von Graf Wilhelm von Burgund. Sein Bruder Hugo war ab 1086 Erzbischof von Besancon. Diese Diözese spielte eine wichtige Rolle in der

Entwicklung des Zisterzienserordens.

Gegründet wurde Bellevaux auf Initiative von Pontius aus der Familie La Roche-sur- l’Orgnon. Er wurde auch der erste Abt von Kloster Bellevaux. Er rief Mönche aus Morimond in ein Sumpfgebiet zwischen dem heutigen Chambornay-lès Bellevaux und Cirey um dort mit Zustimmung Erzbischofs von

Besancon Anseric von Montréal (1117-1134) ein Zisterzienserkloster zu gründen. Erzbischof Anseric war ein großer Freund und Förderer der Zisterzienser. In seiner Regierungszeit wurden 9 Zisterzienserklöster in seiner Diözese gegründet.

Er und sein Nachfolger Humbert (1134–1162)erteilten viele Bestätigungen. Auf Bitten der Zisterzienserabteien sorgte er für Bestätigungen alter Güter und  dafür, dass kirchliche Rechtsprechung den Schutz kirchlicher Güter sicherte.

Pontius leitete die Abtei fast  40 Jahre. Er lenkte den Aufschwung und das Aufblühen der Abtei. Er führte sie zu großem Wohlstand. Der Legende nach haben zu seinen Lebzeiten bis zu 500 Mönche in der Abtei gelebt. (nach René Locatelli: L’implantation cistercienne dans le comté de Bourgogne jusqu’au milieu du XIIe siècle Seite 87- auch online verfügbar)

Die Herren von La Roche-sur-l’Ognon waren zwar die ersten Stifter. Aber bald eiferten ihnen viele nach. Der umliegende Adel unterstütze die Gründung schnell auch sehr tatkräftig. Zu den ersten Stiftern zählte auch Richard von Montfaucon.

1124 konnte Bellevaux schon seine erste Tochtergründung vornehmen. Abt Stefan wurde mit seinen Mönchen nach Lützel in der Diözese Basel geschickt. Dort hatten die drei Grafenbrüder Hugues, Amadée und Richard von Montfaucon das Kloster Lützel gestiftet. Es ist genau an der romanisch-germanischen Sprachgrenze gelegen. Die Gründung dieses Klosters bedeutete einen Meilenstein in der Entwicklung der Zisterzienser im deutschsprachigen Raum, was sich an seiner blühenden Filiation zeigt. In nur 7 Jahren erfolgten 7 Tochtergründungen von 1137-1138. die 8. und letzte erfolgte dann 1194.

1131 war Bernhard von Clairvaux in Besancon, wo er einer feierlichen Bestätigung der Güter von Bellevaux und einer Schenkung von Richard von Montfaucon beiwohnte.

1139 bestätigte Papst Innozenz II. (1130-1143) den Besitz der Abtei.

Im September 1143 weihte Erzbischof Humbert die Klosterkirche ein.

Im Jahre 1156 erfolgte die erste kaiserliche Bestätigung Friedrich I. Barbarossa (1155-1190) Urkunde – RI IV,2,1 n. 4022 ausgestellt im Juni in Würzburg 1156.

Die Urkunde wurde für alle burgundischen Zisterzienserklöster ausgestellt und in der Urkunde auf seinen Schwiegervater Rainald III., von Burgund, der 1148 gestorben war und seine Tochter Beatrix verwiesen, mit der Friedrich I. von 1156-1184 verheiratet war.

Beatrix wurde 1178 in Vienne zur burgundischen Königin gekrönt. Sie wie auch ihr Sohn Otto I  († 1200) stifteten für Kloster Bellevaux.

“ Friedrich nimmt die Zisterzienserklöster Bellevaux, La Charité und La Grâce-Dieu , die besonders vom verstorbenen Vater seiner Gemahlin, Kaiserin Beatrix, Graf Rainald (Reginardus) von Burgund, gefördert worden sind, auf Bitten ihrer Äbte Poncius, Petrus und Robert (Ponci Belleuallis, Petre Caritatis, Roberte Rupis Floride) in seinen Schutz und bestätigt ihnen die genannten Besitzungen sowie den Neubruchzehent. Z.: die Erzbischöfe Hillin von Trier, Humbert von Besançon, die Bischöfe Otto von Freising (Frisiensis), Ortlieb (Ordiebus) von Basel, die Herzoge Heinrich von Sachsen, Matthäus von Lothringen, die Grafen Stephan von Burgund (Mâcon) und Theoderich von Mömpelgard (Montbéliard/Montisbeligardi). – Reginaldus canc. vice Arnoldi Mogontini archiep. et aechicanc.

Abt Pons starb im Jahre 1156. 

Der 2. Abt von Bellevaux wurde Burchardus. Er kam aus dem Kloster Balerne, einer Benediktinergründung aus dem Jahr 1107, die sich 1136 als Tochter von Clairvaux dem Zisterzienserorden angeschlossen hatte. Dort war er der erste Zisterzienserabt. Burchardus galt als literarisch begabt, wenngleich sich nicht allzu viel von ihm erhalten hat.

Es ist ein Briefwechsel  mit Bernhard von Clairvaux belegt  “Epistola ad Bernardum Claraevalensum”. Dann hat er wohl das Schlusskapitel zur erhaltenen Vita Prima des Bernhard von Clairvaux verfasst. 1158/9 wechselte Burchardus an das nahe gelegene Kloster Bellevaux über, wo er Abt wurde. Dort verfasste er auch die “Apologia de Barbis”. In den Bibliothekskatalogen von Balerne sind noch 4 Werke von Burchardus registriert. Burchardus starb 1164.

Sein Nachfolger war Bernardus. Er wird 1165 anlässlich einer Schenkung erstmals urkundlich erwähnt. 1174 kam Peter von Tarantaise ein Zisterzienserabt und Erzbischof von Tarantaise im Kloster Bellevaux schwer erkrankt an und starb dort. Er wurde in der Klosterkirche von Bellevaux

bestattet.

Am 9. Dezember nahm Papst Lucius III. (1181-1185) auf Bitten von Abt Bernhard  Kloster Bellevaux in seinen Schutz. Es folgte eine ausführliche Bestätigung des klösterlichen Besitzes, auch gewährte Zinsnachlässe, die alle bestätigt wurden. (RI IV,4,4,1 n. 883)

Am selben Tag stellte Papst Lucius III. eine Urkunde an die Äbte Peter von Cîteaux und Peter von Clairvaux ausgestellt. Darin wird berichtet, dass er durch die Äbte (Bernhard) von Bellevaux und (Gaufrid) von Hautecombe (Bellevallis et Altecumbe abbates) von der Bitte des Ordens erfahren, Erzbischof Peter von Tarantaise zu kanonsieren und weiter, dass er der Bitte gerne nachgekommen wäre “wenn nicht Ungelegenheit von Zeit und Sache es verhindert hätte” (RI IV,4,4,1 n. 880)

Die Heiligsprechung erfolgte dann durch Papst Cölestin III. (1191-1198) am 10. Mai 1191 mit der Urkunde RI IV,4,4,5 n. 32. In der Urkunde wird auf die Urkunde von Papst Lucius Bezug genommen. Seine Gebeine wurden am 11. September 1191 erhoben und Papst Cölestin gewährte

Klosterkirche von Bellevaux das Recht, dass der Heilige in dieser Kirche ruht und er befahl die feierliche Verehrung. Sein Festtag war der 10. Mai, der immer unter einem großen Zulauf von Pilgern gefeiert wurde. Bellevaux war zu einem bedeutenden Wallfahrtsort geworden.

Peter von Tarantaise galt schon zu seinen Lebzeiten als Heiliger. Nach seiner Kanonisation setzte ein regelrechter Kult um seine Reliquien ein und Reliquien waren immer ein gutes Geschäft für Klöster. Es gab Wallfahrten und damit viele Gläubige, die dann durchaus ein Wirtschaftsfaktor waren.

Auch die Stiftungen und Vergabungen mehrten sich und trugen auch zum Wohlstand des Klosters bei.

Eine weitere Schutzurkunde stellt Kaiser Friedrich I. zwischen 1179-1186 aus  und zwar  RI IV,2,4 n. 3046

“Friedrich gibt allen seinen Getreuen bekannt, dass sich die Zisterzienseräbte Peter von Clairvaux und Bernhard von Bellevaux bereit erklärt haben, nach seinem Tod in allen Klöstern des Ordens für ihn das volle Officium wie für einen Abt zu halten, nimmt alle Niederlassungen und Besitzungen des Ordens in seinen Schutz und droht an, gegen jegliche Unterdrückung des Ordens wie gegen eine seiner (des Kaisers) Brüder und Freunde vorzugehen. – “

Die nächsten beiden Äbte Conrad und Guido sind nur einmal Conrad 1186 und Guido zwei mal 1188und 1189 urkundlich nachzuweisen. Abt Wilhelm wird 1190 erwähnt

1189 verlieh Pfalzgraf Otto von Burgund, der Sohn Friedrichs I. Kloster Bellevaux ein weitgehendes Schutzprivileg.

Kloster Bellevaux hatte mehrere Grangien. Zwei davon werden in der Urkunde von Papst Lucius genannt. Eines ist Champoux (de Champors) in der Nähe von Besancon und das andere ist Gut Marloz bei Cirey gelegen, das ganz nahe bei Kloster Bellevaux ist.

Die Grangien waren die Bewirtschaftungsgrundlage eines Zisterzienserklosters. Das waren Gutshöfe, die nicht weiter als eine Tagesreise (zu Fuss) vom Kloster entfernt sein sollten . Die durchschnittliche Größe einer Grangie lag zwischen 500-700 Morgen Land

(Der Morgen entspricht heute etwa 2.500 m²) Die Grangien wurden von Konversen, das sind Laienmönche, bewirtschaftet. Die Stellung der Konversen ist im Codex von Trient festgehalten. (Capitula 20 – 22). Das Verhältnis Konversen zu Mönchen war etwa 3:2

(Kloster Clairvaux- manchmal sogar mehr. Im belgischen Kloster Le Dunes waren es praktisch doppelt so viele Konversen wir Mönche. Die Aufsicht hatte der Grangienmeister, der auch Zellerar war inne. Er bestimmte in der
Regel einen der Konversen als Stellvertreter, der dann die selben Aufgaben wahr nahm wie der Grangienmeister. Deutsche Klöster hatten je nach Kloster zwischen 10 und 20 Grangien.

Maulbronn hatte  20 Grangien, Kaisheim 17 und Eberbach 16.

Jedes Zisterzienserkloster war ein Eigenbetrieb. Aufgrund ihrer Lage waren die Zisterzienserklöster meist von der Außenwelt abgeschieden. Die notwendigen Güter musste jedes Kloster selbst herstellen. So hatten praktisch alle Klöster Mühlen, einen Fruchtspeicher und eine Schmiede.

Das Kloster Bellevaux hatte mehrere Mühlen am Ognon und eine Schmiede in Cirey.

Was die Zisterzienser ebenfalls bestens beherrschten, war die Wasserwirtschaft. In Bellevaux wurde ein bestehender Bach kanalisiert und diente zur Abwasserversorgung. Es wurden aber auch oberirdische Kanäle zur Bewässerung abgezweigt.

Wasser wurde in allen Klöstern zunächst als Trinkwasser und zur Bewässerung genutzt, aber auch zum Betreiben von Mühlen. In Maulbronn steht eine Mühle im Klosterareal, betrieben von einem Bach, der durch das Kloster fließt. Fischzucht spielte eine große Rolle.

Auch da spielen die deutschen Klöster, die alle über Bellevaux in der Filiation verknüpft sind, eine große Rolle. In Schöntal, Bronnbach  und vor allem Maulbronn, das ja ein regelrechtes Teichsystem angelegt hatte, stellte die
Fischzucht nicht nur einen wesentlichen der Ernährung des Klosters sicher. Sie war auch eine gute Erwerbsquelle für das Kloster. Die Zisterzienserklöster brachten für alle Regionen, in denen sie ansässig waren für die landwirtschaftliche Entwicklung einen deutlichen Entwicklungsschub.

Bei den deutschen Klöstern Eberbach, Maulbronn und Bronnbach ist da vor allem der Wein zu nennen. Nicht nur, dass Reben dort eingeführt wurden wie die Burgunderrebe in Eberbach, der Traminer in Maulbronn, auch die Weinbautechnik wurde von den Klöstern vorangetrieben.

Einer der ältesten deutschen Weinberge wurde vom Kloster Eberbach angepflanzt, der Steinberg, auf dem heute noch Wein angebaut wird. In Maulbronn wurde der Terassenweinbau eingeführt. Kloster Bellevaux kann für sich die Einführung des normannischen Cidre-Apfels in der

Freigrafschaft in Anspruch nehmen.

Im Laufe des 14. Jahrhunderts wurden die Grangien verpachtet. Bellevaux hatte wohl mit demselben Problem wie alle Zisterzienserklöster zu kämpfen. Die Zahl der Konversen ging zurück und es wurde immer schwieriger, das Land in Eigenregie zu bebauen.

Kloster Bellevaux investierte in die Salinen von Lons-le-Saunier und Salins-les-Bains. In >Besancon wurde laut Wikiwand ein Stadthaus errichtet. Ob das mit dem

Hospiz mit Keller in der Rue Battant in Besançon, das Wikipedia  erwähnt, konnte ich nicht genauer eruieren. Ein Hospiz zu betreiben war nicht unbedingt die Regel in Zisterzienserklöstern.

Das 14. Jahrhundert brachte für die ganze Region Schwierigkeiten, Seuchen, Naturkatastrophen und Kriege. Die Pest hatte Mitte des 14. Jahrhunderts Europa erreicht. Der Seuche fielen in Europa etwa ein Drittel der Bevölkerung zum Opfer.

Auch die Zahl der Mönche in Bellevaux fiel drastisch. 1352 beim Besuch des Mutterabtes von Morimond lebten noch 18 Mönche im Kloster. Die Situation verschlechterte sich aber weiter. Etwas mehr als 140 Jahre später waren es gerade noch 6 Mönche

und man musste die Reliquien von Peter von Tarantaise ausstellen, um Almosen für die Reparatur der Kirche zu sammeln.-

Die Freigrafschaft Burgund war inzwischen an das Haus Habsburg gefallen. Die Heirat Maximilians mit Maria von Burgund, der Tochter von dem burgundischen Herzog Karl dem Kühnen am 19. August 1477 legte den Grundstein dafür. Sie wurde die Großmutter von Karl V.

Dieser schloss am 26. Juni 1548 in Augsburg den Burgundischen Vertrag.Dieser entzog den Burgundischen Kreis, einer der 10 Reichskreise weitgehend der Oberherrschaft des Reiches. Karl V. und sein Sohn Philipp II. waren nun Herrscher von Burgund. In dieser Zeit erholte sich Kloster Bellevaux

auch wieder. Die Äbte wurden zunehmend Kommendaräbte, das heisst, sie wurden nicht mehr vom Konvent gewählt sondern vom König bzw. Herrscher eingesetzt.

Die Kriege zwischen Spanien und Frankreich waren für das Kloster existenzbedrohend.1603 waren nur noch 5 Mönche im Kloster

Jean-Baptiste de Cusance war Kanoniker in Besancon und wurde 1621 Abt von Bellevaux. Er hatte noch mehrere Kirchenämter. So war er Erzdiakon von Besancon, Kämmerer von Papst von Papst Urban VIII. (1623-1644)

1660 wurde Humbert de Precipiano von Philipp IV. von Spanien als Kommendarabt eingesetzt. Er war der letzte von einem spanischen König eingesetzte Abt von Bellevaux. Er hatte in Konstanz Philosophie studiert. Am Jesuitenkolleg in Leuwen das Lizentiat für Recht und den Doktor der Theologie erworben. Er war Erzdiakon und Dekan des Kapitels der Erzdiözese Besancon.

Mit dem Westfälischen Frieden trat das Haus Habsburg die Landgrafschaften Ober-und Unterelsass an Frankreich ab.Frankreich hatte auch die Erzbistümer Metz, Toul und Verdun zugesprochen, die die de facto schon seit 1552 besaß.

Unter Ludwig XVI. weitete seine Herrschaft teils durch Verträge, teils durch Aggression aus.  Im Frieden von Nimwegen musste Spanien 1678 die Freigrafschaft an Frankreich abtreten.

Bellevaux wurde nun französisch. Seine ruhige Spätzeit begann.

Das Kloster war jetzt Kommende.Der Abt lebte oft außerhalb des Klosters , erhielt aus den Einnahmen des Klosters beträchtliche Zahlungen, hatte aber mit dem täglichen Betrieb oder der geistlichen Disziplin der Mönche nichts mehr zu tun. Die Zahl der Mönche belief sich im 18. Jahrhundert auf

vier bis fünf Mönche einschließlich Prior. Sie wurden von Angestellten versorgt

Louis-Albert de Lezay-Marnésia wurde 1731 zum letzten Abt von Bellevaux ernannt. Er ist am 3. Februar 1708 geboren. 1738 wurde er am Kapitel von St. Jean in Lyon Kanoniker. 1759 wurde er Bischof von Evreux. Im Kloster Bellevaux entwickelte er eine umfassende Bautätigkeit und alle noch heute bestehenden Gebäude gehen auf ihn zurück. Er ließ ein Haupt- bzw. Konventsgebäude errichten. Im Wirtschaftsgebäude waren Remisen, Stallungen und eine Fruchtschütte. Es gab ein Waschhaus und einen Weinkeller. Die Bauten sind auf 1762 datiert. 1777 wurden die letzten Bautätigkeiten durchgeführt.

Wegen Krankheit resignierte Abt Louis-Albert de Lezay-Marnésia am 14. Januar 1774.

1789 brach in Frankreich die Revolution aus. Abt Louis-Albert zog sich auf seinen Geburtsort zurück, wo er am 4. Juni 1790 starb.

Im Zuge der Revolution wurde das Kloster aufgehoben. Mobiliar und Gebäude wurden 1791 versteigert. 1795 erwarb es der französische Revolutionsgeneral Jean-Charles Pichegru und bewohnte es.

1817 kaufte Dom Eugène Huvelin (1742–1828)    ein ehemaliger Mönch aus dem Trappistenkloster Sept-Fonts, die ebenfalls wegen der Revolution 1791 aufgelöst worden war. Zusammen mit zwei ehemaligen  Konversen

gründete er dort ein Zisterzienserkloster der strengen Obervanz (Trappisten). Bald kamen drei Postulanten dazu. Er schaffte es auch, die Reliquien des Heiligen Peter von Tarantaise für Kloster Bellevaux zurückzugewinnen.

Nach seinem Tod 1828 hatte die Gemeinschaft 10 oder elf Novizen und neun Religiosen aber keinen Priester mehr. Bellevaux war kurz vor der Julirevolution von 1830 von der wiederbegründeten Abtei Gard/Sept-Fons übernommen, 1837 aber aus Geldnot verkauft. Die Gemeinschaft zog über Val-Sainte-Marie bei Besançon nach Grâce-Dieu und schließlich nach Tamié in Savoyen weiter. Die Abtei existiert heute noch und auch noch die rege Verherung des Heiligen Peter.

Kloster Bellveaux gelangte 1837 in den Besitz derFamilie der Grafen von Ganay. Seit 1957 wurden die Gebäude als Ferienkolonien verwendet und seit 1994 ist es wieder im

Privatbesitz.

Kloster Bellevaux war Mutterabtei von Lucelle (1124), Montheron in der Schweiz (1130) Rosières (1132) und Daphni in Athen (1211)

Kloster Bellevaux hatte 8 Grangien nämlich

Cirey,  Magny, Trevey, Argirey, Valleroy  und Baslières in relativer Nähe zur Abtei und Champoux und Braillans im benachbarten Departement Doubs gelegen

                                                                                                                                                       

 

Die Äbte der Abtei Bellevaux. In Denis de Sainte-Marthe (Hrsg.): Gallia Christiana. In provincias ecclesiasticas distributa, in qua series et historiaJean-Baptiste de Cusance archiepiscoporum, episcoporum et abbatum Franciæ vicinarumque ditionum ab origine ecclesiarum ad nostra tempora deducitur, & probatur ex authenticis instrumentis ad calcem appositis. Band 15: Jean-Barthélemy Hauréau: Provincia Vesuntionensi. Editio altera. Palmé, Paris 1860–1868, Sp. 239–247 [mehrheitlich Abtliste]. online ist die Äbteliste dabei. Außerdem eine kurze Zusammenfassung wann und weshalb die Äbte urkundlich erwähnt sind.

Der Text ist allerdings lateinisch.

Die Liste unten ist in  Wikiwand Abbaye de Notre Dame de Bellevaux. sie weicht allerdings stark von der lateinischen ab, wobei mir die lateinische präziser und besser belegt zu sein scheint. Z. B. wird Jean Rollin (1455-) gar nicht geführt und in anderen mir im Netz zugänglichen Quellen

finde ich keine Erwähnung von Jean Rollin als Abt von Bellevaux.

  • 1119-1156 : Pons de La Roche (Sohn von Pons I de La Roche, Gründer Abtei)

  • 1156-1163 : Burchardus (renommierter Schriftsteller)

  • Bernardus

  • Conradus

  • Guido I

  • Guillelmus I

  • Wecilo

  • Herbertus

  • Odo

  • Simon

  • Humbertus I

  • Stephanus I

  • Petrus I

  • Theodoricus

  • Jordanus

  • Nicolaus

  • Pierre II de Gy

  • Jean de Nant[19]

  • Guido II

  • Johannes II

  • Antonius I

  • Stephanus II

  • Guillaume II de Moûtier

  • 1455-? : Jean Rolin

  • Jacques de Theulley de Pontailler

  • Antonius II de Nant

  • 1530-1546 : Marc Cussenet

  • Jean II de Tartre

  • 1551-? : Pierre III d’Andelot

  • Pierre IV d’Andelot

  • Louis I de Tartre

  • Pierre V d’Albamey

  • 1607-1621 : Philippe Boitouzet

  • 1621-1633 : Jean-Baptiste de Cusance

  • 1633-1660 : Louis II Delatour

  • 1660-1682 : Humbert II de Precipiano

  • 1682-1731 : César de Marnais de la Bastie

  • 1731-1790 : Louis-Albert de Lezay-Marnésia

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