Kloster Bronnbach

                                                                                                                                                                                                                                                                                           Kloster Bronnbach

 

Im Jahre 1151 stifteten 4 Edelfreie aus Franken und dem Taubergebiet das castrum Brunnebach oberhalb des heutigen Klosters wohl nach einer Predigt Bernhard von Clairvaux in Würzburg. Die Adligen waren Billung von Lindenfels,

Sigebot von Zimmern, Erlebold von Krenzheim und Beringer von Gamburg. Die vier waren miteinander verwandt, wobei nicht klar ist wie sie verwandt oder verschwägert waren. Billung von Lindenfels stammte aus der Familie von Lindenfels, die sich nach der frühest erwähnten Burg

im inneren Odenwald benannte. Er war Hauptvasall von Pfalzgraf Konrad von Staufen (um 1134-1195), dem Halbbruder von Friedrich Barbarossa. Billung ist auch im Schutzbrief Friedrichs I. für Bronnbach als Zeuge aufgeführt, allerdings als Letzter in einer langen
Zeugenreihe,  obwohl er der Hauptgründer war. Über Sigebot und Erlebod gibt es in den mir zugänglichen Quellen keine Informationen. Beringer von Gamburg war Lehensmann von  Arnold von Seelenhofen (1153 bis 1160), dem Erzbischof von Mainz. Er erhielt das castrum Camburg als

Lehen von Erzbischof Arnold und überließ diesem im Tausch dafür die “villula Brunnenbach”, das ist der heutige Schafhof bei Bronnbach. Diesen vermachte Erzbischof Arnold den Zisterziensern. Dort entstand dann das Kloster Bronnbach, das zur Ansiedlung eines Klosters besser geeignet war

als die von den Gründern gestiftete Burganlage von Bronnbach. Es sollte eigentlich als Tochterkloster von Maulbronn gegründet werden. Das hatte aber auch wenige Jahre vorher eine räumliche Verlagerung vorgenommen und sah sich nicht in der Lage, die zwölf Mönche, die als Gründungskonvent notwendig waren, nach Bronnbach zu entsenden.

Nur zwei Jahre nach der Gründung nahm Papst Eugen III. (1145 bis 1153) das Kloster in seinen Schutz

R-US 1153 Januar 11 in 1153-1447  “Papst Eugen III. nimmt das Kloster Bronnbach (Brunnebach) und alle seine Besitzungen und Einkünfte in seinen Schutz. “ (Landesarchiv Baden-Württemberg, Staatsarchiv Wertheim Findbuch R-US)

Die Schenkung des Weilers Brunnenbach an Erzbischof Arnold ermöglichte die Verlegung des Klosters ins Tal der Tauber. Dort sollte nach dem Willen Arnolds auch seine Grablege sein. Er wurde aber am 14. Juni 1160 nach langen Konflikten mit Ministerialen der Stadt Mainz

in der Klosterkirche von St. Jakob ermordet. Erzbischof Arnold wurde nicht in Bronnbach sondern in Mainz bestattet.

Die Umsiedlung wurde 1157 vollzogen. Der Grundstein für die Bronnbacher Kirche wurde gelegt.

Unter Wahrung der Maulbronner Rechte schickte Abt Dieter von Maulbronn den Waldsassener Professen Reinhard von Frauenberg, der sich laut Karl Klunzinger (Urkundliche Geschichte der vormaligen Cisterzienser-Abtei Maulbronn, Stuttgart 1854, S. 129) zu dieser Zeit in Maulbronn aufhielt, mit 12 Mönchen nach Bronnbach. Imselben Jahr wurde auch mit dem Bau der Klosterkirche begonnen. Nach dem Waldsassener Vorbild wurde die Kirche mit einem Staffelchor errichtet. Der Chor wird hierbei von kleiner werdenden Nebenchören flankiert. Die Kirche ist im spätromanischen und frühgotischen Stil erbaut.

Reibungen zwischen den Bistümern Mainz und Würzburg, in deren Grenzgebiet das neue Kloster lag, vor allem aber der Streit zwischen Papst Alexander und dem von Friedrich I. eingesetzten Gegenpapst Victor und der kaiserlichen Partei, in die auch Abt Reinhard hineingezogen wurde, sorgten dafür, dass Abt Reinhard den vom Maulbronner Mutterabt vorgeschlagenen Ausweg der Abdankung annahm.

Abt Dieter schickte nun eine zweite Gruppe unter Wigand Belleri nach Bronnbach.

Am 14. Juni 1165 nimmt FriedrichI.  Kloster Bronnbach in seinen Schutz, bestätigt seine Besitzungen, die aufgeführt werden und gewährt ihm Steuerfreiheit.

In Landesarchiv Baden-Württemberg, Staatsarchiv Wertheim Findbuch R-US die Urkunde R-US 1165 Juni 14 (Landesarchiv Baden-Württemberg, Staatsarchiv Wertheim Findbuch R-US)

Von Anfang an wurde Bronnbach vom niederen Adel, vor allem aber von den Grafen von Wertheim unterstützt. Es konnte seinen Klosterbesitz arrondieren.

Seinen ersten Stadthof im Bereich Karmelitenstraße/Bronnbacher Gasse  hatte Kloster Bronnbach schon 170 in Würzburg.

Kaiser Heinrich VI. (von 1169 ab römisch-deutscher König, Kaiser von 1191-1197)nahm 1193 nicht nur das Kloster in seinen Schutz. Er befreite den Bronnbacher Hof

in Würzburg auch davon, kaiserliche Beamte dort beherbergen zu müssen.

1297 erteilte Bischof Mangold von Würzburg (1287 –1303) den Zisterzienserklöstern Ebrach, Heilsbronn, Bronnbach, Langheim und Bildhausen das Privileg, ihre Waren in die Stadt Würzburg frei einführen und damit handeln zu dürfen.

Urkunde R-US 1297 Oktober 8 im Findbuch R-US des Staatsarchiv Wertheim.

Urkunde R-US 1193 Mai 25  Gelnhausen, 1193 Mai 25 „Datum apud Geilenhusen VIII. Kalendas Junii

Kaiser Heinrich VI. nimmt das Kloster Bronnbach (Burnebach) in seinen Schutz und befreit des Klosters Hof zu Würzburg (Wirceburc) von der Verpflichtung, kaiserliche Beamte zu beherbergen.”

Eine weitere kaiserliche Schutzurkunde wurde schon ein halbes Jahr später ausgestellt

R-US 1194 Februar 18 Münnerstadt, 1194 Februar 18 

“Kaiser Heinrich VI. nimmt das Kloster Bronnbach, dessen Insassen und Besitzungen, gegenwärtige und zukünftige, in seinen unmittelbaren Schutz. “

Stadthöfe hatte Bronnbach auch in Miltenberg ( vor 1237), Aschaffenburg (um 1237 ?),Frankfurt (1237) und  Wertheim (1244). Der Stadthof von Aschaffenburg wurde aber schon Mitte des 14. Jahrhunderts

wieder aufgegeben. Um die Wende des 15. Jahrhunderts folgten Miltenberg und Frankfurt. Nur Würzburg und Wertheim blieben bis zuletzt erhalten.

Innerhalb des Zisterzienserordens hatte Kloster Bronnbach eine besondere Beziehung mit dem Papsttum. Das zeigt sich auch an den vielen Schutzurkunden, die Päpste

für das Kloster Bronnbach ausstellten, deutlich mehr als z. B. für das Mutterkloster Maulbronn. Bronnbacher Äbte waren auch immer wieder in päpstlichem Auftrag tätig.

Einige Urkunden dazu wieder aus dem Findbuch R-US des Staatsarchivs Wertheim

R-US 1197 Januar 6  Lateran zu Rom, 1197 Januar 6 

“Papst Cölestin III. nimmt das Kloster Bronnbach in des heil. Petrus und des apostolischen Stuhles besondere Schutz und Schirm (Privilegium maius). “ (Privilegium maius war die feierliche päpstliche Urkunde, später

als Bulle bezeichnet. Es waren wichtige Urkunden, die Rechtsakte des Papstes beurkunden)

R-US 1197 Januar 13 Lateran zu Rom, 1197 Januar 13 

“Papst Cölestin III. nimmt das Kloster Bronnbach in des heil. Petrus und des apostolischen Stuhles Schutz und gewährt ihm besonders auf Gütertausch bezügliche Freiheiten (Privileqium minus)”

(Privilegium minus, das spätere Breve, also eine Beweisurkunde) Mit diesen beiden Urkunden kann Kloster Bronnbach als exemt angesehen werden.

1222 wurde die Kirche geweiht. Neben Maria, er im Zisterzienserorden üblichen Patronin, wurde der Tagesheilige am Tag der Kirchweihe als Patron verehrt. Der Kirchweihtag ist der 28. April und der Tagesheilige ist der

heilige Vitalis. Der Würzburger Weihbischof Wilhelm von Havelsberg (1239-1244), der von 1240-1244 auch Bischof von Havelsberg war, weihte die Kirche.

1233 befreite König Heinrich VII. (1235 von seinem Vater Friedrich II. abgesetzt) Kloster Bronnbach von allen Zollabgaben “bei Verführung ihrer eigen Sachen auf Rhein und Main” (Landesarchiv Baden-Württemberg, Staatsarchiv Wertheim Findbuch R-US R-US 1233 Januar 9)

1237 vermittelte Abt Sigfried von Maulbronn in einer Streitsache zwischen den Grafen von Wertheim und Kloster Bronnbach.

“S(igfried), Abt von Maulbronn, vermittelt in einem zwischen der Abtei Bronnbach einer- und den Grafen von Wertheim und den Bauern von Reicholzheim andererseits schwebenden Streite in Betreff der Waldung „Balkenstein“, „Sumerliten“ und „Riethelden“ und errichtet eine Waldordnung für dieselben” ( R-US 1237 Findbuch R-US Staatsarchiv Wertheim. Dass der Maulbronner Abt in einer Streitsache des Klosters Bronnbach vermittelt, zeigt dass das Mutterkloster sich um seine Tochtergründung kümmerte.

Zwei Jahre später gewährte der Mainzer Erzbischof Siegfried III. von Eppstein (1230- 1249 ) Kloster Bronnbach Zollfreiheit.(Findbuch R-US, Staatsarchiv Wertheim R-US 1237 Juli 2 in 1414 Mai 28).

Eine weitreichende Schutzerklärung erteilt Papst Innozenz IV. (1243 bis 1254) in einer am 27. Juni 1245 in Lyon ausgestellten Urkunde. Findbuch R-US Staatsarchiv Wertheim R-US 1245 Juni 27. Neben der Bestätigung des Besitzes werden auch die Privilegien wie Zehntfreiheit und freie Abtswahl

bestätigt und die Stellung der Abtei zum Diözesanbischof geklärt. Das war zum Zeitpunkt der Urkunde Heinrich III. von Vinneburg (1328-1343)

Um 1339 war Kloster Bronnbach in finanziellen Schwierigkeiten. Der Bronnbacher Abt Siegfried Duß klagte beim Maulbronner Abt Konrad III. von Talheim (1330-1353) über den Notstand seines Klosters.

Wirtschaftliche Schwierigkeiten sind aber schon Mitte des 13. Jahrhunderts aufgetreten. Um 1274 war der Bronnbacher Konvent aufgeteilt und auf andere Konvente aufgeteilt worden. Ein durchaus übliches Krisenbewältigungsmittel im Zisterzienserorden.

Der Mainzer Erzbischof Gerlach von Nassau (1346-1371) war an Pfingsten 1360 in Külsheim und Bischofsheim und konnte veranlasst werden, Kloster Bronnbach zu besuchen. Danach veranlasste er ein Treffen der Äbte Johann von Maulbronn (1360–1376) und Abt Reinhold von Schöntal (1321–1365)

in Aschaffenburg, der Zweitresidenz der Mainzer Erzbischöfe. Auch der resignierte Maulbronner Abt Berthold, der von 1358 bis 1359 Abt in Maulbronn war und sich in seiner knapp zweijährigen Regierungszeit in der Verwaltung bewährt hatte, war anwesend. Auf Drängen erklärte er sich bereit,

sich um das darniederliegende Tochterkloster zu kümmern, wenn ihn Maulbronn finanziell und mit Mitarbeitern unterstütze.Der Bitte wurde stattgegeben. Er erhielt 2000 Gulden und bekam drei Maulbronner Mönche zur Seite gestellt. Er ist urkundlich zuerst am 28. März 1363 in Bronnbach belegt.

Er schaffte es, Bronnbach innerhalb von 13 Jahren wieder herzustellen. In Bronnbach resignierte er im Juni 1373. Er kehrte mit zwei der Maulbronner Mönche nach Maulbronn zurück und starb dort im April 1374.

Erzbischof Gerlach unterstützte Kloster Bronnbach auch z.B. durch die Gewährung von Zollfreiheit auf dem Main am 6. November 1361 (Urkunde R-US 1361 November 6)

Die Krise war durch mehrere Gründe verursacht worden. Zum einen war auch Kloster Bronnbach wie im gesamten Zisterzienserorden  der Niedergang der klösterlichen Eigenwirtschaft spürbar geworden, der wohl mit der abnehmenden Zahl der Konversen zusammenhängt.

Das hatte schon zur Auflösung der zwei Grangien in Dörlesberg 1238 und 1251 in Reicholzheim geführt. Zum andern wurde Kloster Bronnbach  in die Auseinandersetzung Kaiser Ludwigs des Baiern (1314-47) mit Papst Benedikt XII. (1334-42) hin eingezogen. Auch Naturkatastrophen haben eine Rolle gespielt.1339 wurde die Klosterbrücke bei Bronnbach zerstört, was sich auch in  Ablassbriefen belegen lässt.

R-US 1339 August 22 in 1339 Juni 14

Würzburg, 1339 August 22 („Datum Herbipoli anno domini millesimo CCøXXXIXø XIø kalendas Septembris, pontificatus nostri anno sexto.“) 

“Otto, Bischof von Würzburg, erteilt zur Gewährung eines Ablasses von 40 Tagen für die zum Bau der Tauberbrücke in Bronnbach Beisteuernden durch 9 Erzbischöfe und Bischöfe, StAWt-R US 1339 Mai 21, Avignon, seine Zustimmung.”

Noch verheerender war das “Magdalenenhochwasser von 1342, was z. B. in Würzburg zum Einsturz der Mainbrücke führte. Auch die Auswirkungen des Erbebens von 1356 machten sich möglicherweise bemerkbar.

In einer Urkunde vom 1.Mai 1354, die von Erzbischof Gerlach aus Mainz ausgestellt ist,geht es zwar um einen Rechtsstreit in einer Pfandsache. Interessant an dieser Urkunde ist aber, dass Graf Eberhard von Wertheim dem Abt von Bronnbach die Zustimmung erteilt haben, 3000 Mark Silber an den

Mainzer Erzbischof zu übergeben. In dieser Urkunde wird erstmals ein Wertheimer Graf als “Schirmer” des Klosters Bronnbach genannt. Urkunde R-US 1354 Mai 1 (Landesarchiv Baden-Württemberg, Staatsarchiv Wertheim Findbuch R-US) Graf Eberhard wird in dieser Urkunde als Schirmer, nicht als Vogt

bezeichnet, was wohl auch damit zusammenhängt, dass Kloster Bronnbach die Freiheit von Vögten zugestanden worden war, wie auch in untenstehender Urkunde belegt ist. Graf Eberhard regierte schon in den letzten Lebensjahren seines Vaters mit. Nach seinem Tod 1355 regierte er allein bis zu seinem Tod 1373.  Der Aufstieg der Wertheimer Grafen war immer  mit einem besonderen Verhältnis zur jeweiligen Herrschaftsfamilie verbunden. Graf Eberhard nahm Stadt und Schloss Wertheim als Lehen von Kaiser Karl IV. Er wurde Mitte des 14. Jahrhunderts  von Kaiser Karl IV.mit dem Schutz von Kloster Bronnbach betraut. Kloster Bronnbach war die Grablege der Wertheimer Grafenfamilie. sowohl Eberhards Vater Rudolf als auch Eberhard sind in Bronnbach bestattet.

Mit der Urkunde R-US 1367 Januar 21 bestätigte Kaiser Karl IV.(1346-1378) “Karl IV., römischer Kaiser, bestätigt dem Abt und Konvent zu Bronnbach die Privilegien seiner Vorfahren und trifft Bestimmungen über Gerichtsbarkeit, Freiheit von Vögten sowie von Abgaben vom eigenem Wachstum an kaiserliche Zollstätten.”

Abt war in dieser Zeit Abt Berthold, der in seiner Regierungszeit die Grundlage für eine neue Blütezeit des Klosters legte.

1378 inkorporierte Papst Urban VI. (1378-1389) dem Kloster die Pfarrkirche in Wertheim, die Graf Johann und seine  Gemahlin Margarethe am 21. Januar 1379 dem Kloster zusammen mit dem Kirchensatz übergaben. Urkunden R-US 1378 November 19 und R-US 1379 Januar 21

beide im Findbuch R-US im Staatsarchiv Wertheim. Der Kirchensatz räumte dem Kirchherrn, in dem Falle dem Grafen von Wertheim die Pfründe der Kirche sowie das Mitwirkungsrecht bei der Besetzung der Pfarrstelle ein.

Die wirtschaftliche Genesung des Klosters zeigte sich im Bau der steinernen  Tauberbrücke von 1408 sowie der spätgotischen Umgestaltung der Klosteranlage. Das Brunnenhaus wurde erbaut und 1411 die Bibliothek. Brücke, Brunnenhaus und Bibliothek wurden unter Johann III. Hildebrand (1404-1416) errichtet. Die Spannweiten ihrer beiden weitgewölbten Bögen (21,70 m bzw. 22,60 m) weisen nach der Karlsbrücke in Prag die größte

Spannweite gotischer Brücken in Mitteleuropa auf. Ihr Bau kostete angeblich 40.000 Gulden. Auf der Brücke war die Zollstation des Klosters. Sie hat als einzige Brücke des mittleren und unteren Taubertals allen bisherigen Hochwassern standgehalten.

1415 stellte  Kaiser Sigismund (1411-1437) eine Schutzurkunde für Kloster Bronnbach aus.”Kaiser Sigismund nimmt das Kloster Bronnbach (Brunpach) in seinen und des Reiches Schutz, befreit es von Vögten und fremden Gerichten und gewährt ihm Abgabenfreiheit von eigenem Erwachs an den kaiserlichen Zollstätten.” ( R-US 1415 März 22 Staatsarchiv Wertheim Findbuch R-US )

Auch der auf dem Konstanzer Konzil  1417 gewählte Papst Martin V. nahm das Kloster unter seinen Schutz und bestätigte seine Freiheiten. (R-US 1418 Februar 23 Staatsarchiv Wertheim Findbuch R-US )

Im 15. Jahrhundert öffnete sich der Zisterzienserorden für Studium und Wissenschaften. so befahl zum Beispiel der Generalabt von Citeaux  Jacques III. Theuley de Pontailler-sur-Saône (1501– 1516)am 24. Mai 1503 den Äbten von Schönthal und Maulbronn 30 Mönche nach Heidelberg zum Studium

zu schicken (siehe “Mei Büchle, Kloster Maulbronn) Der Bronnbacher Abt Johann Altzheim (1452-1459) ist ein gutes Beispiel für diese Entwicklung. Er hatte von 1415 bis 1433 in Heidelberg studiert und gelehrt. 1434 schrieb er sich an der Wiener Universität ein. Dort lehrte er als Doktor der Theologie.

Von 1437-1439 war er Dekan der Theologischen Fakultät. Das Stift Heiligkreuz im Wienerwald unterhielt ein Studienhaus in Wien, das Nikolauskolleg. Neben seiner Lehrtätigkeit Johann Altzheim dort als Provisor tätig. Bischof Enea Silvio Piccolomini, der spätere Papst Pius II. (1458–1464) bezeichnete  ihn als” theologus perspicax” (scharfsinniger Theologe) Johann Altzheim  wurde 1447 Abt in Heiligkreuz und bekleidete dieses Amt bis 1451. Dann kehrte er zu seiner Mutterabtei nach Bronnbach zurück und war dort von 1451-1459 Abt. Johann Altzheim sich bei der Bekämpfung der hussitischen Lehre einen Namen gemacht.Er starb 1459 und ist im Kapitelsaal von Bronnbach bestattet.

Die 1411 errichtete Bibliothek belegt ebenfalls das Gewicht, das die Bildung der Mönche jetzt hatte. In einem Schreiben von 1510 an seinen Stiefbruder Johannes Butzbach hebt der Novize und später Mönch Philipp Trunck die Bronnbacher Bibliothek hervor.

„Unser Kloster liegt am Ufer der Tauber in anmutiger Einsamkeit, von schönen Gärten umgeben. Wir haben viele und schöne Gebäude für den Abt, für die Brüder und die Gäste, außerdem schöne Werkstätten für allerlei Künste und Gewerbe. Wir besitzen eine große Kirche mit 16 Altären, außerdem haben wir noch fünf Kapellen mit wohlverzierten Altären. Wir besitzen zwei Bibliotheken mit Werken vieler Schriftsteller. Sechs gelehrte Mönche weilen hier, die den Magistergrad erlangt haben. Wir besitzen zwei Orgeln, auf diesen spielt ein Bruder mit höchster Kunstfertigkeit. Mehrere Quellen fließen durch das Kloster, eine in der Kirche, eine zweite in der Wohnung des Abtes und eine dritte im Refektorium.“
online Kultur im Kloster Bronnbach 2013 www.zum.de/Faecher/G/BW/Landeskunde/rhein/kloester/zisterz/bronnb/index.htm Johannes Butzbach war von 1509-1516 Prior im Benediktinerkloster Laach, der heutigen Abtei Maria Laach. Er ist ein bedeutender Vertreter des rheinischen Klosterhumanismus

und Nachfolger seines Vorbildes Johannes Trithemius.

Der oben zitierte Brief ist noch länger. Das Original befindet sich auf der Universitätsbibliothek in Bonn (Cod. S. 220. V. c. fol. 139-144)

Die Bronnbacher  Bibliothek wurde allerdings 1631 weitgehend vernichtet. Zur Bibliothek sagt Trunck, dass nur die Professbrüder diese benützen dürfen, die Novizen noch nicht. Bei der Verfassung des Briefes waren es zwei Novizen. Neben den 6 Mönchen mit Magistergrad befand sich ein weiterer im Gymnasium zum heiligen Geist in Heidelberg. auch der Abt Johann VI.  und der Novizenmeister hatten den Magistergrad.

Der Konvent hatte 1510 40 Mitglieder, davon 24 Choralen, das sind die Mönche, die zum Chorgebet verpflichtet sind. 6 waren zu der Zeit in auswärtigen Geschäften unterwegs. 8 Konversen lebten und arbeiteten im kloster. Dazu kamen 2 >Novizen.

1416 wurde Johann IV. Siegemann zum 31. Bronnbacher Abt gewählt. Anlässlich seiner Wahl wurde veranlasst vom Maulbronner Mutterabt Albrecht IV. (1402-1428) eine Aufstellung der Klostereinkünfte erstellt.Der Konvent bestand aus 26 Mönchen und 4 Konversen. Das Klostereinkommen belief sich e 1097 Pfund und 42 1/2 Gulden beständigen und 12 Gulden an beweglichen Zinsen.

Von 1426-1428 wurde das stark schadensanfällige Kirchendach radikal umgebaut. Diesem Umbau fielen die Apsiden des Staffelchors zum Opfer. Der Umbau wurde von einem Meister Berthold, einem Laienbruder aus dem Mutterkloster Maulbronn vorgenommen, der dort für das spätgotische Kreuzrippengewölbe in der Klosterkirche verantwortlich zeichnete.

Nachdem das Kloster in der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts wirtschaftlich wieder gesundet war, zahllose Bauvorhaben durchführen konnte und auch kulturell ausstrahlte, kam ab dem 16. Jahrhunderts bis zum Ende des Dreißigjährigen Krieges eine Periode ständigen Niedergangs, die das Kloster an den Rand des Ruins brachte.

Im landwirtschaftlichen Bereich hatte das Kloster drei wichtige Einnahmequellen. Das war einmal die Fischzucht, die in Bronnbach ebenso konsequent und erfolgreich betrieben wurde wie im Mutterkloster Maulbronn. Mit vielen Teichanlagen auch in den Seitentälern der Tauber hatte das Kloster

ein Monopol auf den Fischverkauf. Bei einem Fleischverbot von 1/3 des Jahres war ein entsprechender Bedarf vorhanden.

Natürlich wurde die Wasserkraft genutzt. Das Kloster besaß viel Mühlen oder es besaß einen Mahlgang in der Mühle einer anderen Herrschaft. In den Mühlen herrschte Mahlzwang, das heisst die Bauern durften ihr Getreide nur in der Mühle ihrer Herrschaft mahlen lassen.

Dann war der Weinbau, den die Mönche ins Taubertal gebracht hatten. Die Klosterweinberge wurden von Häckern der Umgebung in Lohnarbeit bearbeitet. Bäuerliche Pächter und Weinbauern waren verdrängt worden. Der Wein konnte zollfrei über den Main verschifft werden. Dazu kam das Recht, in Wertheim Wein steuerfrei ausschenken zu dürfen. Die Überschüsse des Klosters wurden in den Stadthöfen des Klosters (s.o) verkauft.

Im 14./15. Jahrhundert  wurde die Klosterwirtschaft immer mehr auf Einkünfte, auf Zinsen und Gülten umgestellt, eine Reaktion auf den zunehmenden Konversenmangel, der der dem gesamten Orden zu schaffen machte.

Die Besitzverhältnisse und Wirtschaftsweisen, Steuerfreiheiten, Zehnten und Rechte führten immer wieder zu zahlreichen Konflikten mit den jeweiligen Ortsherrschaften, mit der Dorf- und Stadtbevölkerung, den Häckern und Bauern.

Der Konflikt entzündete sich, was sich im Bauernkrieg zeigte. Klöster und Herrschaften waren Ziel der bäuerlichen Angriffe. Bei Klöstern waren die jeweiligen Fischteiche Zielpunkt. Das bäuerliche Ausfischen oder das Wasserablassen der Fischteiche beendete real-symbolisch das Klostermonopol.

Abt war in der Zeit des Bauernkrieges Johann VI. Edler von Boffsheim (Balzheim)(1501-1526) Kurz vor Ostern versammelten sich die Bauern der Klosterdörfer um einen Bund zu schwören. Kloster Bronnbach wurde geplündert, wahrscheinlich die Seitenkapellen und die Vorhalle der Klosterkirche zerstört .

Die zwei Orgeln wurden ebenso zerstört wie zwei Bibliotheken. Abt und Konvent wurden von den Bauern ebenfalls vertrieben. Als Abt Johann VI. am 13. November 1526 verstarb, wurde Konrad Neiff am 24. November als neuer Abt gewählt. Dieser trat aber schon am nächsten Tag wieder zurück.

Die desolate Bausubstanz hatten ihn  wohl ebenso wie die desolaten Klosterfinanzen zu diesem Schritt veranlasst. Auf ihn folgte als 38. Abt Markus Hauck aus Lohr (1526–1548).1530 bestätigte Kaiser Karl V. (1520-1556)

alle Rechte und Freiheiten, die seine Vorfahren Kloster Bronnbach verliehen hatten. Urkunde R-US 1530 Juli 20 Staatsarchiv Wertheim Findbuch R-US .

1530 fielen im Kloster Bronnbach acht Konventualen einer Seuche zum Opfer, das war etwa ein Drittel des Konvents. Im Mutterkloster Maulbronn war Abt Johannes IX. 1534 in den Stadthof von Kloster Maulbronn nach Speyer geflohen, nachdem Herzog Ulrich von Württemberg mit der Säkularisierung

der Klöster in seinem Herrschaftsbereich begonnen hatte. 1535 waren die ersten evangelischen Prediger in Maulbronn tätig.1537 verlegte Abt Johannes die Abtei nach Pairis. 1537 wurde Kloster Bronnbach der fränkischen Zisterzienserabtei Ebrach unterstellt.

Abt Markus war der erste Bronnbacher Abt, der bischöfliche Insignien trug. Die Pontifikalrechte, sowie das Recht, Mitra, Ring und Stab zu führen, wurden ihm am 17. November 1538 von Kardinal Hieronymus Aleander, Erzbischof von Brindisi.(Urkunde R-US 1538 November 17a Staatsarchiv Wertheim Findbuch R-US) gewährt.

Abt Markus starb am 15. November 1548. Am 26. November 1548 wurde Clemens Leusser wohl unter dem Einfluss des Grafen Michael III.von Wertheim zum neuen Abt von Bronnbach gewählt. Am 18. Oktober 1533 war er ins Kloster Bronnbach eingetreten. Am 10. Februar 1535  legte er seine Profess ab.

Er versah einige Klosterämter vor seiner Wahl zum Abt. Der Generalabt von Citeaux Jean XI. Loysier (30. März 1540–26. Dezember 1559 ) bestätigte die Wahl von Abt Clemens am 5. Februar 1549. Er wurde am 28 April 1549 Würzburger Weihbischof Georg Flach OSB (1544- 1564 )

benediziert.  In den ersten beiden Jahren seiner Regierungszeit erwies er sich noch als treuer Anhänger und Verfechter des alten Glaubens. Dann wandte er sich zunehmend der Reformation zu. Ende 1552 meldete er deren Vollzug an den Grafen Michael III.

Die weichen zur Reformation in der Grafschaft Wertheim stellte schon Michaels Vorgänger Graf Georg II. von Wertheim (1509-1539). Er war den Gedanken Luthers gegenüber aufgeschlossen . Schon 1524 forderte er Abt Johann VI. zu einer Stellungnahme zu den strittigen Religionsfragen auf.

Dieser antwortete nur sehr ausweichend. Papst Clemens VII.(1523-1534) beauftragte das Hochstift Würzburg mit der Visitation der Klöster in seinem Bistum. Das Hochstift beobachtete die Vorgänge im Kloster genau. Das Kloster wiederum sah mit der angedrohten Visitation seine Rechte bedroht.

Es wandte sich an den Grafen von Wertheim, der das Kloster als kaiserliches Lehen für sich beanspruchte.Nun zeigte sich, dass das Ganze eben auch eine Machtfrage war. Für Graf Georg ging es hauptsächlich darum, mit Hilfe der Reformation das Kloster unter seine Herrschaft zu bringen.

Die Verhandlungen zwischen Würzburg und Wertheim scheiterten. Das Kloster konnte mit einem Appell an das Reichskammergericht im Januar 1528 die angedrohte Visitation gerade noch abwenden. Dann starb Graf Georg II. 1530 ganz plötzlich. Für die Reformationsbestrebungen bedeutete das einen Aufschub.

1552 ließ Abt Clemens in seinem Kloster in lutherischem Sinn predigen. 1553 wurde erstmals im Kloster Bronnbach und Bronnbacher Pfarreien das Abendmahl in beiderlei Gestalt gereicht. Im Kloster hatte er 24 junge unbemittelte Leute aufgenommen, um sie zu Lehrern oder Predigern der neuen Lehre auszubilden.  Parallel zu den Reformationsereignissen liefen die Ereignisse des 2. Markgrafenkrieges. Zwischen 1552 und 1555 hatte Markgraf von Brandenburg-Kulmbach und Bayreuth Albrecht Alcibiades Raubzüge gegen seine fränkischen Nachbarn unternommen die Hochstifte Würzburg und Bamberg

zwang er, hohe Zahlungen zu leisten oder Landbesitz an ihn abzutreten.Kloster Maulbronn musste Kriegssteuern zahlen oder Naturallieferungen an die Kriegsparteien leisten. 1554 musste der Konvent vorübergehend sein Kloster verlassen.

Der Würzburger Bischof Melchior Zobel (1544 –1558) ging gegen Abt Clemens  vor. 1554 sollte er vom Hochstift Mainz verhaftet werden. Er leugnete seine Identität und konnte sich so der Verhaftung entziehen. Im Kloster fühlte er sich aber nicht mehr sicher. Er nahm das Klosterarchiv und Teile des Klosterschatzes mit und zog nach Wertheim in den Klosterhof um. Er heiratete am 1. Juni 1557. Im Streit um die Abtswürde seine Einkünfte wurde er von Grafen Ludwig von Stolberg, Schwiegervater und Nachfolger Michaels III. von Wertheim, und dem Herzog Christoph von Württemberg unterstützt.

Der neue Würzburger Bischof Friedrich von Wirsberg (1558 –1573) ernannte im August 1558 den früheren Konventualen Johann Pleitner, der jetzt Pfarrer in Königshofen war zum Bronnbacher Abt, da eine vorschriftsmäßige Wahl nicht möglich war. Johann Pleitner war einer der letzten drei katholisch gebliebenen  Mönche nach Einführung der Reformation durch Abt Clemens.

Er benedizierte ihn  am 15. August, 1558 und installierte ihn mit Gewalt in Bronnbach. Abt Clemens hatte am 25. Oktober 1558 zum zweiten Mal geheiratet, nachdem seine erste Frau gestorben war. Aus dieser Ehe gingen mehrere Kinder hervor.

Er arbeitet als Revisor in gräflich Stolbergischen Diensten und starb am 6. Oktober 1572 in Wertheim.

Abt Johann war ein Abt ohne Konvent. Die beiden verbliebenen anderen Konventualen befanden sich auswärts auf anderen Stellen. Pater Johann Knoll war Pfarrer in Rosenberg und Pater Martin Schäfer starb am 22. August 1560.

Viel bewirken konnte er natürlich nicht. 1560 fanden die Ablösung der Ansprüche des gewesenen Abtes Clemens statt. 1562 wird von einer Rücknahme von Kloster Bronnbach durch den Würzburger Fürstbischof berichtet.

Abt Johann starb 23. März 1563.

Am 22. August 1563  führte Fürstbischof Friedrich von Wirsberg den letzten verbliebenen Bronnbacher Konventualen Johann Knoll  ebenfalls mit Waffengewalt in sein Amt als Bronnbacher Abt ein, denn die Abtei hatte Graf

Ludwig von Wertheim-Löwenstein-Stolberg in Besitz.Von seiner Vorgeschichte ist nicht viel bekannt. Sicher ist nur, dass er  1549 in die Abtei Bronnbach eingetreten ist, also nachdem Abt Clemens dort die Reformation eingeführt hatte.

Es ist nicht sicher, ob er immer dem katholischen Glauben treu geblieben ist oder ebenfalls lutherisch geworden ist und später zum katholischen Glauben zurückgekehrt ist. Er hatte zwei Töchter, wobei er möglicherweise vor seinem Eintritt ins Kloster

verheiratet war. Der Fürstbischof kannte seine Vorgeschichte, ernannte ihn aber trotzdem zum Abt, was möglicherweise damit zu begründen ist, dass er der einzige überlebende Konventuale war.

Der Generalabt  Nicolas I. Boucherat (1571-1583) und der Abt von Kloster Ebrach Leonhard Rosen (1563–1591) forderten Abt Johannes auf, Bronnbach wieder für den Zisterzienserorden zu gewinnen. Um wieder zu einem Konvent zu kommen, erbat sich Johannes

Konventualen aus den umliegenden Klöstern.Da diese auch Mangel an Konventualen hatten, erfolgte das nur widerwillig und erst nach Aufforderung des Fürstbischofs. Aus Kloster Schöntal wurde P. Petrus Hasenbein nach Bronnbach gesandt und er wurde dort Prior.

In der Klosterkirche predigte bis 1572 der lutherische Pfarrer von Reicholzheim. Aber 1572 wurde trotz einer beim Reichskammergericht eingereichten Klage Wertheims Kirche, Kapellen und Altäre der Kirche wieder geweiht. Die lutherische Schule, die Graf Michael von Wertheim und Abt Clemens

1558 im Kloster eingerichtet hatten, wurde in eine katholische Schule mit einem jesuitischen Präzeptor umgewandelt. Auch das geschah nur gegen den Widerstand des Grafen von Stolberg.

Am 1. Februar 1572 bestätigte und erneuerte  Kaiser Maximilian II. (1563-1576) die Privilegien des Klosters. Inseriert sind eine Reihe von Privilegien früherer Könige und Kaiser. R-US 1572 Februar 1Fundbuch R-US Staatsarchiv Wertheim.

Am 29. Juli 1573 unterstellte Generalabt Boucherat Bronnbach definitiv Ebrach. Er übertrug dem Ebracher Abt, das war immer noch Leonhard Rosen, die Rechte und Funktionen eines Vaterabtes.Dieser hatte am Vortag Johann Knoll als Abt bestätigt.

Mit der klösterlichen Disziplin gab es einige Schwierigkeiten. Der Prior P. Petrus Hasenbein und der Großkellner Oswald Klockhardt wurden nach Würzburg gebracht und dort inhaftiert. Nach ihrer Freilassung wechselten sie die Konfession und der Wertheimer Graf Ludwig von Stolberg

setzte sie als  lutherische Pfarrer nach Dörlesberg und Nassig. Die Zahlung eines Jahresgehalt durch Kloster Bronnbach wurde aber durch ein kaiserliches Mandat verhindert.

In Würzburg war Julius Echter (1573-1617) Fürstbischof. Auch er unterstützte Kloster Bronnbach sehr und beide Fürstbischöfe hatten einen wesentlichen Anteil an erfolgreichen Wiederherstellung des Klosters Bronnbach.

Am 24. September 1578 legte Abt Johann sein Amt aus Altersgründen nieder. Noch am selben Tag wurde sein Nachfolger Wigand Mayer gewählt. In seiner Regierungszeit erholte sich das Kloster allmählich von den Folgen der Reformation.

Allerdings hatte er einige Schwierigkeiten zu meistern. Da war einmal der Wertheimer Graf Ludwig und gegen den er sein Recht bei Reichskammergericht durchsetzen musste. Am 14. November 1589 nutzte Graf Ludwig die Abwesenheit des Abtes und ließ Kloster Bronnbach militärisch besetzen.

Den Bursar und den Büttner ließ er nach Wertheim bringen. Bischof Echter griff umgehend militärisch ein. Daraufhin klagte Graf Ludwig gegen den Würzburger Fürstbischof. Es entstand die Würzburger Fehde, die allerdings noch weitreichender Gründe hatte. Sie dauerte etwa zwanzig Jahre.

Die vier ehemals wertheimischen Ämter (Karlstadt-)Laudenbach, Remlingen, Freudenberg und Schweinberg wurden  am Ende würzburgisch.

Abt Wigand hatte auch gegen innerklösterliche Opposition zu kämpfen. Konventsmitglieder klagten gegen ihn bei Bischof Julius Echter und warfen ihm vor, Klostergut verschleudert zu haben. Er wurde vorgeladen, konnte sich aber rechtfertigen. Abt Wigand sollte die Wirtschaftsverwaltung nach den Vorgaben des Hochstiftes Würzburg modernisieren. Dass ihm das gut gelang, zeigt eine Quittung aus dem Jahr 1587:

“Bischof Julius zu Würzburg bekennt, dass das Kloster Bronnbach (Brumbach) zu Seminar und Universität zu Würzburg (Wirtzburgk) 2000 Gulden beigesteuert hat.” (R-US 1587 Februar 22 Findbuch R-US Staatsarchiv Wertheim). Wenn das Goldgulden waren,entspricht das immerhin

einem Wert von ca. 75 Euro/Gulden. In seiner Amtszeit wurden über dem romanischen Unterbau des Konversengebäudes im Westflügel zwei Stockwerke aufgeführt und als Abtswohnung eingerichtet. In Allersheim und Hochhausen wurden die Pfarrhäuser wieder hergestellt

und Schafstall auf dem Schafhof neu erstellt. Das Kloster erhielt in seiner Regierungszeit auch wieder Zulauf. Von 1581-1601 erhielten 26 Mönche die Weihen.

Zur Gesundung des Klosters trugen auch die Reformbemühungen des Zisterzienserordens bei, die der Orden nach dem Konzil von Trient in Angriff nahm. 1594 wurden die Äbte von Ebrach als Generalvikare für die fränkischen Klöster, zu denen Bronnbach zählte, bestellt.

1595 beschlossen 17 Äbte aus dem oberdeutschen Raum im Kloster Fürstenfeld die “Fürstenfelder Statuten”. Aus den vier Provinzen Schweiz-Schwaben-Elsaß, Franken, Baiern sowie den Kaisheim unterstehenden Klöster sowie Tiro wurde das oberdeutsches Generalvikariat gebildet.

Zum Generalvikar wurde der Salemer Abt Petrus Müller (1593–1615) ernannt. Nach einer Visitationsreise von Generalabt Nikolaus II. Boucherat im Jahr 1615 wurde 1624 die Oberdeutsche Kongregation gegründet. Darin wurden die oberdeutschen Zisterzienserklöster in einer eigenständigen Verwaltungseinheit zusammengefasst. Bronnbach gehörte der Kongregation von Beginn an an.

Abt Wigand starb am 23. November 1602.

Unter dem Vorsitz von Vaterabt Hieronoymus I. Hölein (1591–1615) wurde der neue Abt Sebastian Ulrich gewählt. Er weigerte sich zunächst, dem Würzburger Bischof den Eid zu leisten, da in die Eidesformel verschiedene Neuerungen aufgenommen worden waren. Gutes Zureden half nichts.

Erst nachdem er dazu genötigt wurde, legte er den Eid ab. 1605 reiste er zum Generalkapitel nach Citeaux.Auf dem Weg traf er sich  in Schweinfurt  mit den Äbten von Ebrach und Bildhausen wegen der Türkensteuer. 1612 weilte Kaiser Matthias (1612-1619) mit seiner Gemahlin Anna in Würzburg.

Abt Sebastian nahm an der Huldigung der Prälaten in Würzburg teil. In der Folge wurden alle kaiserlichen Privilegien Bronnbachs nach der Formel Rudolfs II. bestätigt.

1613 machte der Kurfürst von Trier Lothar von Metternich ( 1599 bis 1623 ) in Bronnbach mit 250 Personen Station und musste verpflegt werden. Das kostete und der Konvent musste sich einschränken, was natürlich Anlass zur  Schon die Reisekosten nach Citeaux hatte Abt Ulrich kaum bestreiten können.

Abt Ulrich wurde für die missliche wirtschaftliche Lage verantwortlich gemacht und es Unfähigkeit und Verschwendungssucht vorgeworfen. Er wurde nach Würzburg vorgeladen und der Verwaltung in Bronnbach enthoben. Fürstbischof Echter setzte den Bursar Jacob Höfer als Administrator ein.

Nachdem der Generalabt Nicolas Boucherat (1604-1625) kurz danach wieder in Franken war, wurde der Abt nochmals nach Würzburg vorgeladen und dankte dann im Beisein von Generalabt Boucherat und dem Ebracher Abt Hieronymus ab.

Am 11. Juli 1618 wurde nach dreijähriger Verwaltung durch Jacob Höfer mit dem Ebracher Bursar Johannes Feilzer ein neuer Abt gewählt. Die Wahl fand unter Leitung des Salemer Abtes Thomas Wunn (1615–1647 ) als Vertreter des Generalabt Nicolas Boucherat  und in

Anwesenheit des Ebracher Vaterabts Johannes Dressel (1618–1637) statt. Der Konvent war total zerstritten und man hatte sich nur sehr schwer auf einen Kandidaten einigen können, der möglicherweise der Neutralität halber aus dem Mutterkloster
Ebrach genommen worden war. Nach der  Bestätigung durch den Generalabt wurde Abt Johannes am Januar 1619 in Ebrach zusammen mit Abt Johannes Dressel in dessen Heimatkloster von dem Würzburger Fürstbischof

Johann Gottfried von Aschhausen (1617-1622) benediziert assistiert von dem Langheimer Abt Peter II. Schönfelder (1608–1620 ).

Der neue Abt setzte nun sein ganzes Augenmerk sowohl auf den geistlichen als auch auf den wirtschaftlichen Wohlstand der wirtschaftlichen Wohlstand der Abtei. Der geistliche Wohlstand lässt sich in
Zahlennatürlich nicht ermessen. Aber wirtschaftlich war Abt Johannes sehr erfolgreich- bis der Dreißigjährige Krieg auch Franken erreichte. In den ersten Jahren seiner Amtsführung hatte er 17.000 Gulden an Schulden abgetragen.

1623 hatte er die Veitsmühle in Bütthardt erworben, 1627 da sogenannte Schneckenhaus in Hochhausen und noch ein weiteres Haus an diesem Ort.

Am 18. Juli 1625 bestätigte Kaiser Ferdinand II. dem Kloster alle Rechte und Privilegien. Auch sicherte er kaiserlichen Schutz zu. Dies nützte Abt Johannes um 1628 mit Hilfe kaiserlicher Reiter die Ortschaften

Reicholzheim, Dörlesberg, Nassig, Ebenheid , die in fremde Hände geraten waren, wieder in den Besitz des Kloster zu bekommen. Er hatte den Neubau des Gästehauses vollendet und große Summen zur

Anschaffung von Kirchenparamenten und Geräten ausgegeben, unter anderem einen neuen Abtstab ausgeben. Dann kam der Krieg in Franken an. Am 15. Oktober 1631 kapitulierte Würzburg und wurde von Gustav Adolf (1611-1632)

Schon am 12. Oktober waren Würzburger Jesuiten und hohe Geistliche auf der Flucht auch in Kloster Bronnbach vorbeigekommen und empfahlen Abt Johannes, das Kloster zu verlassen. Er ließ Kirchenornat und Klosterschatz verpacken

und flüchtete in Begleitung seines Cellerars Johannes Tierlauf zunächst nach Miltenberg, dann über Worms in die Benediktinerabtei Tholey im Saarland. Aber Tholey wurde bald von den nachrückenden Schweden überfallen und geplündert.

Diese brachten den Abt als Gefangenen nach Worms.

Am 15. Oktober 1631 brachten sich die Mönche in Sicherheit. Einige flohen nach Schönthal, andere nach Wettingen, einer ins Zisterzienserkloster Bottenbroich bei Kerpen und einer sogar bis ins Kloster Heiligenkreuz in der Nähe von Wien.

Gustav Adolf hatte das verlassene Kloster dem Grafen Friedrich Ludwig zu Löwenstein-Wertheim-Virneburg geschenkt. Er hatte den gesamten Viehbestand des Klosters, nach Aussagen des Chronisten “vor Vieltausend Reichsthaler Werth”

Ebenso raubte er Wein  und Früchte. Die Altäre schändete er und zerstörte sie. Bilder wurden verbrannt, Statuen zerstört. Die reichhaltige Bibliothek wurde zerstört, die Bücher verstreut, die noch verbliebenen Mönche wurden übel behandelt.

Das Archiv dagegen blieb weitgehend erhalten. möglicherweise wurde es rechtzeitig in Sicherheit gebracht.

Die Klosterchronik endet Ende September. Sie setzt erst 1635 wieder ein.

Abt Johannes kam von Worms irgendwie nach Metz und von dort schließlich nach Köln, wo sich auch der Würzburger Fürstbischof Franz von Hatzfeld (1631 –1642) und der Würzburger Weihbischof Jodokus Wagenhauer sowie der

Abt von Bildhausen Georg Kihn (1618 ?-1639) befanden. Ins Kölner Zisterzienserinnenkloster war auch der Klosterschatz in Sicherheit gebracht worden.

Die Schlacht bei Nördlingen am 5. und 6. September 1634 bescherte den Schweden eine vernichtende Niederlage. Der Schwäbische, fränkische und Bayrische Reichskreis sowie Oberschwaben kam wieder unter kaiserliche Kontrolle.

In der Folge konnten auch die Bronnbacher Mönche wieder in ihr verwüstetes Kloster zurückkehren und mit dem Wiederaufbau beginnen. Abt Johannes starb kurze Zeit nach der Rückkehr aus seinem Kölner Exil in Würzburg am 3. September 1637.

Er wurde am 5. September in der Bronnbacher Kirche beerdigt.

Sein Nachfolger wurde Johannes Tierlauf, der mit dem verstorbenen Abt zusammen im Exil war. 1635 war er auch mit ihm nach Bronnbach zurückgekehrt. Laut der Urkunde R-US 1637 September 10 wird Johannes Tierlauf am 10. September 1637 zum

neuen Abt von Bronnbach gewählt. Die Wahl fand unter Vorsitz des Bildhausener Abtes Georg Kihn und im Beisein des Visitator und Ebracher Abtes Johannes VI. Pfister (1637–1641) statt. Neun Konventuale konnten an der Wahl teilnehmen. Der Rest war noch verstreut.

Der Würzburger Fürstbischof Franz von Hatzfeld bestätigte die Wahl schon am 25. September. Die Benediktion konnte aber erst am 2. Februar 1638 in der Domkirche in Würzburg stattfinden. Gleichzeitig mit Johanes Tierlauf weihte der Würzburger Fürstbischof die neuen Äbte von Ebrach

Johannes Pfister und den Langheimer Abt Johann Gagel (1638.1649) Der neue Bronnbacher Abt hatte hauptsächlich zwei Aufgaben. Zum einen musste er seinen weitverstreuten Konvent wieder zusammenbringen. So forderte er den Bronnbacher Konventualen Friedrich Groß, wieder nach Bronnbach zurück zu kommen. Er war in Heiligkreuz untergekommen. Der dortige Abt Christoph Schäfer (1615-1637) ermöglichte ihm ein Studium an der Universität Wien. Er hatte dort 1635 den Doktorgrad in Philosophie erworben und 1638 wurde er zum Doktor der Theologie promoviert.

In seiner Wiener Zeit schloß er Freundschaft mit Juan Caramel Y Lokowitz, einemscholastischen Universalgelehrten und spanischen Zisterzienser. Er war in das Kloster
Santa Maria de la Santa Espina in der Provinz Valladolid eingetretn. Er schuf mit der “ Theologia regularis” ein umfangreiches Kommentarwerk zur Regula Benedicti, das 607 Seiten umfasste. Die zweite Auflage erschien 1646 in Frankfurt und er widmete einen Teil dieser

Auflage Friedrich Groß. Er machte in Wien auch Bekanntschaft mit Mauritius  Knauer  (1649–1664) dem späteren Abt des Zisterzienserklosters Langheim sowie Gaspar Jongelinx, ab 1640 des nach dem Restitutionsedikt von 1629 wiederhergestellten Klosters Disibodenberg in der Pfalz.

Friedrich Groß kehrte 1639 nach Bronnbach zurück und wurde 1641 nach dem Tod von Abt Johannes Tierlauf neuer Abt in Bronnbach.

Der zweite Schwerpunkt von Abt Johannes Tierlauf war die desolate wirtschaftliche Lage des schwergeschädigten Klosters zu verbessern. Aber es herrschte immer noch Krieg. Man konnte sich im Land kaum bewegen, denn man stieß immer wieder auf umherstreifende Soldaten.

Trotzdem schaffte es das Kloster am 10. März 1638 die Lindenmühle an der Erffmit allen Rechten  samt Zubehör für 300 Reichstaler zu kaufen.  (Findbuch R-S , Staatsarchiv Wertheim: R-US 1638 März 10).

Auch gewährte der Mainzer Erzbischof Anselm Casimir Wamboldt von Umstadt (1629- 1647 )dem Kloster Zollfreiheit für Getreide und Wein, die 1639 nach Frankfurt und Köln verschifft wurden. Der Abt erwirkte auch,  dass die kurfürstlichen Beamten in Bischofsheim, Prozelten und Külsheim angewiesen wurden, ausständige Zehnten und Zinsen des Klosters für dasselbe einzutreiben.

Aber es gab immer wieder Truppendurchzüge, für das Kloster oft eine kostspielige Angelegenheit.General Hans Christoph von Königsmarck  war in die Dienste von König Gustav Adolf getreten. 1639 war er schwedischer Befehlshaber in Westfalen. Von dort aus unternahm er mit einem mobilen Reiterverband Plünderzüge bis in den Süden Deutschlands.1639 musste das Kloster Brandschatzungsgeld an die schwedischen Truppen  zahlen.

Abt Johannes Tierlauf starb am 21. April 1641. Er wurde neben seinem Vorgänger bestattet.

Bei der Wahl des neuen Abtes waren 7 stimmberechtigt Mitglieder anwesend. Sie fand unter Vorsitz des Visitators Johannes Pfister statt. Gewählt wurde Friedrich Groß als Jüngster der anwesenden Mönche, wegen seiner Gelehrsamkeit.

Er wurde am 20. August, am Fest des Heiligen Bernhard, im Auftrag des Fürstbischofs von Würzburg von Abt Valentin Hendinger (1639–1675 ) von Kloster Maria Bildhausen  benediziert.

Das größte Augenmerk legt der Abt nun auf die Gewinnung neuer Konventualen und eine gründliche Ausbildung der neuen Konventsmitglieder. Das war Voraussetzung die inkorporierten Pfarreien der Abtei seelsorgerlich betreuen zu können.

1645 zählte der Konvent schon wieder 16 Mitglieder. Drei davon studierten in Würzburg Philosophie. Gleich bei Amtsantritt ließ er den verwüsteten Chorraum der Kirche wieder herstellen und einen neuen Altar errichten.

1641 wies  Girolamo Farnese(1639-1643), der päpstliche Nuntius in Luzern an, dass alle auswärtigen Konventualen in ihre Professklöster zurückkehren sollten. Daraufhin kamen auch die Bronnbacher Konventualen  zurück,

unter ihnen wohl auch Valentin Mammel, der über Schönthal und Salem, wo er jedes Mal vor den Schweden fliehen musste sich dann in Wettingen aufhielt, wo er zusammen mit Nikolaus Hoffmann war, dem späteren Abt von Neuzelle.

Für den Bronnbacher Hof in Würzburg ordnete Abt Friedrich an, dass dort ein Kapitular aus dem Kloster die Verwaltung führen sollte. Das geschah aus ökonomischen Gründen. Gleichzeitig war ein Ansprechpartner für die in Würzburg studierenden

Mönche auch zur Leitung und Überwachung vor Ort. Aber auch die fürstbischöfliche Kanzlei mischte sich ein. Am 21. November 1645 musste Abt Friedrich einen Revers unterzeichnen und damit die fürstbischöfliche Überwachung seiner Massnahmen anerkennen.

Zwar gab es seit 1643 erste Verhandlungen zwischen dem Reich, Frankreich und Schweden in Münster und Osnabrück über einen möglichen Frieden. Die Kämpfe dauerten aber noch 5 Jahre an, zumal  alle Parteien versuchten, Vorteile zu gewinnen.

Bronnbach war von Kampfhandlungen betroffen. Am 20. Juni 1646 versuchten kaiserliche Reiter ins Kloster einzudringen. Da aber viele Untertanen  aus Reicholzheim und Dörlesberg gerade im Kloster waren, weil sie ihre Habe dort in Sicherheit hatten,

konnte der Angriff abgewehrt werden. Der Abt musste aber noch dreimal nach Würzburg flüchten.

Am 12. November 1647  trat Abt Friedrich von seinem Amt zurück. Er kam damit einer drohenden Ablösung durch die Ordensleitung zuvor. Wenn man der Bronnbacher Überlieferung folgt, waren daran die Zeitumstände aber auch die mangelnde Erfahrung  in wirtschaftlichen Angelegenheiten an

seinem Scheitern schuld. Aber in der Korrespondenz zwischen Thomas Wunn, dem Generalvikar der Oberdeutschen Kongregation und Bernhard Gemelich, dem Abt von Stams und Vizepräses der Kongregration geht es auch um den Lebenswandel des Abtes und Schwierigkeiten zwischen ihm und dem Konvent. Die Wahl fand unter Vorsitz des Vaterabts von Ebrach Peter II. Scherenberger (1646-1658) statt. Gewählt wurde Valentin Mammel. Da ihm Friedrich das Treuegelöbnis nicht ablegen wollte und da er von der “Stabilitas”, der Ortbeständigkeit entbunden war, verließ er die Abtei und ging zuerst nach Stams und von dort nach Maulbronn. Dort war Bernardin Buchinger Abt. Dieser forderte die alten Rechte der Mutterabtei wieder ein,  wie er später sagte von Friedrich Groß falsch informiert. Von Abt Bernardin nicht als Profess in Maulbronn aufgenommen, kehrte er nach Franken zurück.

Dort übernahm er die Pfarrei Bischofsheim. Diese legte  1654  nieder.  Dort war es auch zu Auseinandersetzungen gekommen. Er ging 1654 ins Kloster Bronnbach zurück. Er starb am 26. März 1656  und ist in Bronnbach neben der Kanzel bestattet.

Abt Valentin Mammel wurde  am 13. November 1647 zum Nachfolger von Abt Friedrich gewählt. Am 10. Oktober 1649 musste Abt Valentin die Klosterdörfer Reicholzheim, Dörlesberg und Nassig den Grafen von Wertheim übergeben, da diese im Normaljahr 1624 in deren Besitz gewesen waren.

Er Reiste zweimal zum Reichskammergericht nach Speyer, um die Rechte des Klosters zu wahren. Er nahm auch die Hilfe seines Abtkollegen Christoph Haan (1636-1675)vom Kloster Schöntal in Anspruch, damit der die Sache Bronnbachs bei den Grafen Löwenstein-Wertheim vertrete. Die Streitigkeiten

dauerten bis 1672. Deren Ende erlebte er nicht mehr. Während des Krieges waren dem Kloster viele Besitzungen abhanden gekommen oder wurden jetzt streitig gemacht. Abt Valentin musste sich um den mühevollen Wiedererwerb kümmern. Damit entschuldigte er auch sein Nichterscheinen

beim Generalkapitel 1651.

Er bemühte sich, die im Krieg gelockerte Klosterdisziplin wieder herzustellen. Die Bildung seiner jüngeren Konventualen lag ihm sehr am Herzen. Auf Wusch des Generalkapitels wurde 1652 in Würzburg im Ebracher Hof eine Studienstätte für die fränkische Ordensprovinz eröffnet. Dorthin schickte er

zeitweise einen Bronnbacher  Religiosen . Besonders begabte schickte er nach Bamberg, wo sie unter Leitung des Abtes von St. Michael studierten.

1653 nahm Abt Valentin an der Erhebung der Gebeine des seligen Adams von Ebrach teil.

1657 ließ er in der Klosterkirche den großen Kreuzaltar aufstellen, der sein Wappen trägt.

Im Juni 1654 visitierte Generalabt Claude Vaussin (1645-1670) die fränkischen Klöster und damit auch Bronnbach.

Abt Valentin hatte die Abtei wieder auf eine solide Grundlage gestellt und damit die neue Blütezeit der Abtei eingeleitet.

Mit zunehmenden Alter nahmen seine Kräfte ab. Er resignierte deshalb nach 24-jähriger Regierungszeit am 27. April 1670. Er lebte noch zwei Jahre und starb am 18. Februar 1672. Er wurde am Eingang des Chors der Klosterkirche bestattet.

Sein Nachfolger Franziskus Wundert wurde als Sohn wohlhabenden Ratsherrn Georg Wunder in Grünsfeld geboren. Aus der Stadt Grünsfeld stammen auch die nächsten beiden Bronnbacher Äbte. Seine Eltern bedachten Kloster Bronnbach

mit reichen Spenden und können als große Wohltäter des Klosters angesehen werden. Abt Franziskus studierte in Würzburg. Wann er ins Kloster eingetreten ist, ist nicht bekannt.

In Bronnbach war er Novizenmeister, Lektor der Philosophie und Theologie und fünf Jahre Prior. Er wurde als  am 28. April 1670 einstimmig zum Abt gewählt. Er scheint schon einen guten Ruf gehabt zu haben, denn seine Wahl wurde sowohl vom Würzburger

Bischof Johann Philipp von Schönborn (1642-1673) sowie dem Generalabt Jean XII. Petit (170-1692) sofort bestätigt. Er wurde vom Würzburger Weihbischof Stephan Weinberger am 28. September 1670 benediziert.

Der Rechtsstreit um die Dörfer Reicholzheim, Dörlesberg und Nassig  vor dem Reichskammergericht endete  am 30. September 1730 mit einem Teilsieg für das Kloster. die Dörfer Reichholzheim und Dörlesberg wurden dem Kloster zugesprochen

und rekatholisiert. Den Einwohnern wurde Glaubensfreiheit zugesichert. Die meisten kehrten bald zur katholischen Kirche zurück.

Im September 1763 erlebte das Kloster Bronnbach und die näher Umgebung nochmals einen Schrecken. Der letzte Krieg lag gerade mal 20 Jahre zurück.

1672 erklärten Frankreich und England den Niederlanden den Krieg, nachdem es die Diplomaten von Ludwig XIV. geschafft hatten, die Niederlande politisch zu isolieren. Einer der Hauptschauplätze des Niederländischen Krieges war das Elsass.

Der französische Marschall Henri de Turenne war im August 1673 von der Gegend von Frankfurt und Aschaffenburg aus in Franken eingefallen und hatte  sich auf dem linken Mainufer festgesetzt um dort das kaiserliche Heer zu erwarten, welches sich unter

dem österreichischen Generalleutnant Raimondo Fürst von Montecuccoli, welches von Nürnberg her im Anmarsch war. Die Franzosen wurden abgedrängt und zogen sich in Richtung Philippsburg zurück. Auf seinem Rückzug überließ er aber das Land um Würzburg den Plünderungen und der Gewalt seines Heeres. In Bronnbach wurden die Kornvorräte des Klosters geplündert und das Vieh geraubt. Abt Franziskus war nach Würzburg geflohen.

Dann aber konnte Abt Franziskus mit der barocken Umgestaltung des Klosters beginnen. Wegen seiner Bautätigkeit nannte ihn der letzte Abt von Bronnbach Heinrich Göbhardt den zweiten Gründer von Kloster Bronnbach. Beim Ostflügel des Konventbaus wurde 1674/75 das Obergeschoss abgerissen und neu errichtet.

Den Bau finanzierte der Abt zum Teil aus seinem ererbten Privatvermögen.

Die im dreißigjährigen Krieg zerstörte Bibliothek baute er wieder auf.

Den Bronnbacher Hof in Würzburg ließ er restaurieren. die dortige Kapelle wurde niedergerissen und durch eine neue ersetzt. Der Würzburger Weihbischof Stephan Weinberger weihte sie am 28. September 1692.

Für die Abteikirche schaffte er Paramente und Geräte an, z. B. eine Monstranz, mehrere Kelche und einen Abtsstab. Auch die Ende des Jahrhunderts vom Orden neu herausgegebenen Chorbücher wurden angeschafft.

Die klösterliche Disziplin handhabte er sehr streng. Das schaffte ihm durchaus auch Feinde. Manche Konventuale wollten dem entkommen und versuchten in die Abtei Schöntal im Jagsttal auszuweichen, wie der dortige Abt

Benedikt Knittel in seiner Chronik erwähnt.

Abt Franziskus starb am am 10. September 1699  in Neubrunn in Unterfranken. Er wurde in der Abteikirche beigesetzt.

Josef Hartmann wurde sein Nachfolger. Auch er war aus Grünsfeld und auch seine Familie hatte dort Ratsmitglieder gestellt. 1679 trat er in das Kloster Bronnbach ein. 1684 wurde er zum Priester geweiht.

Ab 1696 war er bis zu seiner Wahl Prior in Bronnbach. Er wurde am 19. September 1699 zum Abt gewählt. Er wurde vom Würzburger Fürstbischof  Johann Philipp II. von Greiffenclau (1699-1719) bestätigt.

Auch Generalabt  Nicolas III. Larcher (1692– 1712 ) bestätigte die Wahl umgehend.

Abt Josef wurde am 23. Mai 1700 vom Würzburger Fürstbischof unter Assistenz des Prälaten von Oberzell und  Abt Benedikt Knittel (1683-1732) benediziert. Wie Abt Benedikt berichtet, hatte der Würzburger Fürstbischof 250 Personen in seinem Gefolge mitgebracht.

Das dürfte dem Kloster ziemliche Ausgaben verursacht haben. Aber die Finanzlage der Abtei hatte sich ja seit Abt Valentin wieder konsolidiert. Die Klosterkasse war so gut gefüllt, dass auch er wie sein Vorgänger ein umfangreiches Bauprogramm realisieren konnte.

Begonnen wurde mit der Renovierung der Inneneinrichtung der Klosterkirche. Die steinernen Chorschranken wurden von 1700-1703 durch ein schmiedeeisernes Gitter ersetzt. Im Langhaus wurden neue Seitenaltäre errichtet, die Abt Josef am 22. April 1703 weihte.

Vor dem Klausurgitter wurden vier Altäre zwischen 1704 und 1706 errichtet. Balthasar Esterbauer zeichnete dafür verantwortlich. Von ihm stammt auch die Kanzel und vier Figuren am Hauptaltar. Der neue Hauptaltar von 1712 trug auch eine Statue des Heiligen Josefs, die auf

den Bauherrn verwies. Der Altar war das Werk des Bronnbahcer Laienbruders Benedikt Gamuth. 1705 wurde der Bau des Infirmariums, also des Krankenhauses mit Kapelle  begonnen. für die Kapelle wurde 1707 ein Altar beschafft. Der Saal im Untergeschoß wurde möglicherweise auch als Kapitelsaal benutz, der im Obergeschoß als Bibliothek. Von 1703 bis 1705 wurde der Schreinereibau mit darunter liegendem Weinkeller errichtet. 1714/1715 wurde ein neues Gasthaus bei der äußeren nördlichen Pforte erbaut. Die Umgestaltung des Refektoriums wurde ab 1722 begonnen

aber erst 1725 unter seinem Nachfolger abgeschlossen. Auch außerhalb des Klosters ließ er bauen. In Reicholzheim (1713) und in Dörlesberg (1721/22) wurde die Kirche neu gebaut.

Die Baulust des Abtes verschlang viel Geld und fand nicht die ungeteilte Zustimmung des Konvents.

Auch wirtschaftliche Belange standen in seinem Blickpunkt. Am 1. März 1716 kaufte er die Ebenmühle in Dörlesberg (R-US 1716 März 1)

Er förderte in seinem Konvent  auch die Wissenschaften. Die Begabteren konnten  studieren. Drei Bronnbacher Mönche promovierten an der Universität Würzburg, darunter sein Nachfolger Engelbert Schäffner.

Die Rechte des Klosters versuchte er zu wahren, was einige Rechtsstreitigkeiten belegen, die er führte.

Mit der Fürstenfamilie Löwenstein pflegte er freundschaftliche Beziehungen.

Als Kaiser Karl VI. (1711-1740) im Dezember 1711 nach Frankfurt reiste, wo er am 22.12 zum Kaiser gekrönt wurde, begrüßte Abt Josef den neuen Kaiser am Hofgut Breitenau im Eftal. Daran erinnert heute noch ein Denkmal mit

der Inschrift: „Carolus VI ist passirt von Barcellona als er marchirt nach Francfurt durch dies Thal, gecrönt zum Keyser nach der Wahl!“

1711 visitierte Abt Stephan Jung (1698-1725) aus Salem im Auftrag von Generalabt Nicolas Kloster Bronnbach wie alle Klöster der Oberdeutschen Kongregation.

1720 zählte Bronnbach 31 Priester und sieben Fratres, darunter einen Oblaten. Laienbrüder waren zu der Zeit nicht im Kloster.

Abt Joseph starb am 19. Dezember 1724 infolge einer Kopfverletzung, die er sich Sturz bei der Besichtigung der Ausgestaltung des Josefsaals durch einen Fall vom Gerüst zugezogen hatte.

Engelbert Schäffner wurde am 28. Dezember 1724 zum Abt gewählt. Er war der letzte der drei Äbten, die aus Grünsfeld stammten.

1705 trat er in die Abtei Bronnbach ein. Am 16. Januar 1707legte er die Profess ab. Am 12. März 1712 wurde er  in Würzburg zum Priester geweiht. Danach wurde er an der Universität Würzburg

er zum Doktor der Theologie promoviert.

Fürstbischof Christoph Franz von Hutten (1724-1729) bestätigte ihn am 30. Januar 1725 in seinem Amt und benedizierte ihn am 13. Mai. Der letzte Abt Heinrich Göbhardt bezeichnete ihn in seiner

“Historica domestica” als ”SS. Theologiae Doctor et insignis Orator, qui in promovendis scientiis multam adhibuit operam “ also als  Doktor der Theologie und ausgezeichneten Redner, der sehr viel

Mühe darauf verwendete, in den Wissenschaften Fortschritte zu machen.

Er schickte mehrere seiner Konventualen nach Würzburg zum Studium.

Den barocken Sommersaal, der nach seinem Vorgänger Josefsaal genannt wurde, ließ er vollenden. Er ließ das innere Tor mit einem Bildnis des heiligen Bernhards von Clairvaux errichten.

Auch mehrere Wirtschaftsgebäude wurden in seiner Zeit erbaut. Das 1742/43 gebaute Bursariat diente als Verwaltungsgebäude und Amtssitz des Klosterverwalters (Bursarius)Am Bursariat ist

das Wappen von Abt Engelbert angebracht. Er ließ einen neuen garten anlegen und mit Skulpturen schmücken. Die umfangreiche Bautätigkeit sorgte allerings zu Unordnung im klösterlichen Leben.

Vor allem aber führte sie zu großer Unzufriedenheit im Konvent. Dem Abt wurde vorgeworfen, dass er große Summen für überflüssige und luxuriöse Bauten ausgebe, vor allem aber, dass er die

Arbeiten unkundigen Baumeistern übertragen habe und dadurch nicht nur schlecht sondern teuer baue. Er scheint tatsächlich vom Bauwesen nicht allzu viel verstanden zu haben. zudem war er wohl zu vertrauensselig

und wurde deshalb oft betrogen.

Auch mit dem Umgang mit dem Hochstift war man unzufrieden.  Die Konventualen bemängelten zu viel Nachgiebigkeit gegenüber dem bischöflichen Ordinariat. Die Auseinandersetzungen wegen der Klosterpfarreien Reicholzheim und Dörlesberg

landeten schließlich sogar vor der Rota in Rom.

Mit Abt Engelbert Klöpfel (1731–1754 ) von Bildhausen nahm er am Generalkapitel 1738 in Clairvaux teil.

1751 beging die Abtei Bronnbach ihr 600-jähriges Jubiläum. Abt  Engelbert ließ dieses mit großem Aufwand feiern.

Am 21. August 1752 nach langer Krankheit.

Sein Nachfolger Ambrosius Balbus stammte aus Volkach. Seine Familie war eine der wohlhabendsten Familien in Volkach. Er besuchte dort die Lateinschule. 1721 begann er an

der Universität Würzburg ein Philosophiestudium. Am 22. April 1725 legte er in Bronnbach die Profess ab. Am 17. April 1729 wurde er zum Priester geweiht.

Er studierte nochmals und schloss als Baccalaureus der Theologie und beider Rechte ab. Er lehrte 1736/1737 Theologie an der Hauslehranstalt. Er hatte verschiedene Klosterämter inne.

Von 1737-1740 war er Prior, von 1741 bis 1748 Granarius, das war der Verwalter des Kornkastens, 1746 bis 1748 Kanzleidirektor und dann noch ein Jahr Bursar.

Danach übernahm er die Verwaltung des Klosterdorfs Dürrhof bei Freudenberg am Main.

Er wurde am 29. August 1752 zum Abt gewählt. Der Fürstbischof von Würzburg Karl Philipp von Greiffenclau zu Vollrads (1749 –1754 ) benedizierte ihn am 9. November 1752.

In seiner Regierungszeit erhielt die Klosterkirche eine barocke Innenausstattung und 1778 ein neues Chorgestühl. Es wurde von Laienbruder Daniel Aschauer fertiggestellt. Er war unter Abt Ambrosius ins Kloster eingetreten und leitete

die Klosterschreinerei. Auch die Konventsgebäude wurden barockisiert und erhielten neue Stukkaturen. In den Jahren 1773 bis 1775 wurde die Orangerie für frostempfindliche Pflanzen errichtet. Auf ihrer Sonnenseite weist ein barockes Fresko auf.

Es wurde zur 50-jährigen Profess von Abt Ambrosius angefertigt und ist das vermutlich das größte Fresko im Freien nördlich der Alpen. Es verherrlicht das Kloster als paradiesischen Kosmos und zeigt in allegorischen Darstellungen die Vier Jahreszeiten,

ein Hinweis auf die Landwirtschaft, die die tragende Säule des zisterziensischen Klosterlebens war.

1765 tätigte die Abtei ihre letzten beiden Gütererwerbungen. So wurde der Weiler Rütschdorf erworben, das ist ganz in der Nähe des Breitenauer Hofes und gehört heute zurselben Gemeinde, nämlich Hardheim im Odenwald.

Am 27. März 1765 kaufte das Kloster von Freiherr Franz Philipp von Bettendorf den Messhof für 21.000 Gulden. (R-US 1765 März 27, Findbuch R-US, Staatsarchiv Wertheim).

Am 26. November 1765 bestätigte Kaiser Joseph II. (1765-1790) die Privilegien des Klosters Bronnbach (R-US 1765 November 26). Eine solche Bestätigung, wohl die letzte vor der Säkularisation, erteilte Kaiser Franz II. (1792-1806) am

5. Dezember 1794 (R-US 1794 Dezember 5).

Abt Ambrosius förderte auch die Musik im Kloster.

Am 27. Juli 1783 resignierte er wahrscheinlich aus Alters-und Gesundheitsgründen. Aber er lebte dann noch elf Jahre. Er starb am am 11. Juni 1794.

Sein Nachfolger und letzter Abt von Bronnbach wurde Heinrich Göbhardt.

                                                                                                                                                             

Er ist in Bamberg geboren und studierte dort Philosophie . Ab November 1763 studierte er Rechtswissenschaft  in Würzburg. Im Frühjahr 1764 trat er ins Kloster Bronnbach ein.

Am 9. Juni 1765 legte er seine Profess in Bronnbach ab. 1768 empfing er die Priesterweihe. Er studierte dann noch Theologie an der Universität Würzburg und schloss 1771 als Lizentiat ab.

Dann folgte nochmals eine juristische Ausbildung. 1773 kehrte er an sein Professkloster zurück, übernahm aber keine Funktion. Nach dem Amtsverzicht von Abt Ambrosius wurde er 5. August 1783

mit 35:44 Stimmen zum Nachfolger gewählt, obwohl er ja kein Amt ausübte.

Gleich zu Beginn seiner Amtszeit waren im Kloster wirtschaftliche Schwierigkeiten spürbar geworden. Er meisterte sie aber bald. Das erreichte er auch dadurch, dass er die Klosterverwaltung sachgerecht organisierte.

Er ließ die Einkünfte des Klosters und den Klosterbesitz erfassen. Dieser wurde sorgfältig vermessen. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Amtstätigkeit war die Erforschung der Geschichte der Abtei Bronnbach.

Er schrieb die von ihm 1795 abgeschlossene “Historia domestica liberae abbatiae Bronnbacensis”. Sie stellt die Geschichte der Abtei bis 1783 dar.

Nach der Französischen Revolution begannen 1792 die Koalitionskriege. Dass waren die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Preußen, Österreich und kleineren deutschen Staaten gegen das revolutionäre Frankreich.

In der Endphase des 1. Koalitionskrieges (1792-1797) war auch Mainfranken zum Kriegsschauplatz geworden. Im September 1796 fand die Schlacht von Würzburg statt. Zu Beginn der Schlacht standen sich

45.000 Österreicher und etwa 41.000 Franzosen gegenüber. die umliegenden Orte waren von Brandschatzung und Plünderungen betroffen. Der Krieg war gefährlich nahe an Kloster Bronnbach herangerückt.

1800 besetzten französische Truppen die Abtei.

Die gravierende Folge der Koalitionskriege aber war, dass das revolutionäre Frankreich seine Grenze bis an den Rhein vorgeschoben hatte. Kaiser Franz II. verzichtete in mehreren
Friedensverträge auf linksrheinisches Reichsland. dadurch verloren viele Fürsten, die dort Herrschaften besaßen, ihren Besitz. Diese solltendie Möglichkeit erhalten, sich Land, Vermögen und Rechte der katholischen Kirche, der freien Reichsstädte und kleinerer Reichsfürsten

anzueignen und so für ihren Verlust entschädigt werden. Die gesetzliche Grundlage sollte der Reichsdeputationshauptschluss vom 25. Februar 1803 bilden.

Das fürstlich Haus Löwenstein-Wertheim war am Erwerb von Kloster Bronnbach interessiert. Es verhandelte mit eigenen Gesandten ab Februar 1801 in Paris über eine Entschädigung.

Bei den Beratungen zu  der Reichshauptdeputation stand im August 1802 fest, dass Bronnbach an das Haus Haus Löwenstein-Wertheim  fallen sollte.

Am 26. November 1802 wurde Bronnbach für Fürst Dominik Constantin von Löwenstein-Wertheim-Rochefort in Besitz genommen. Nach dem der Hauptschluss verkündet worden war,

verfügte der Fürst am 24. Februar 1803, dass Kloster Bronnbach zum 16. März 1803 aufgelöst wurde. Wie der Reichsdeputationshauptschluss das vorsah, wurden Abt und Mönche mit Pensionszahlungen abgefunden.

Es stand ihnen frei, im Kloster zu bleiben oder weg zu ziehen. Abt Heinrich zog zurück in seine Heimatstadt Bamberg. Dort starb er am 25. Juli 1816 im 74. Lebensjahr. Er ist in der ehemaligen Benediktinerpropstei

Sankt Getreu in Bamberg bestattet.

Die meisten jüngeren Konventualen verließen Bronnbach. Die verbliebenen Mönche wurden in einer Kommunität zusammengefasst. Die Kommunität löste sich nach Übernahme von Seelsorgestellen und auch nach Todesfällen

1831 auf. Der letzte noch in Bronnbach lebende Klosterangehörige verstarb 1832, der letzte ehemalige Konventuale von Bronnbach verstarb 1850.

1855 zog in das nun als Schloss und Residenz ausbebaute ehemalige Abtsgebäude der portugiesischen Exkönigs Miguel I. (König 1828-1834) Er starb 1866 in Bronnbach

Seine Familie Bragança nützte Bronnbach noch bis 1921.

Von der ehemaligen Oberdeutschen Kongregation des Zisterzienserordens nur wenige Klöster, vor allem in der Schweiz übrig geblieben. 1854 übersiedelte die Abtei nach Mehrerau in Bregenz

und nannte sich jetzt Zisterzienserkloster Wettingen-Mehrerau. 1888 entstand die Mehrerauer Kongregation. Die Kongregation fragte 1894 an, ob man bereit sei, die Zisterzienserabtei Bronnbach wieder zu begründen.

Das wurde aber abgelehnt. Dann gründete man 1898 Sittich in Slowenien. Nach dem Zusammenbruch des Habsburger Reiches 1918, verließen die Zisterzienser unter dem deutschen Abt Bernhard Widmann (+ 1934) Sittlich

und gingen 1921 erst an die Birnau und übersiedelten von dort 1922 nach Bronnbach und begründeten dort wieder die Zisterzienserabtei Bronnbach. Allerdings war das Projekt nicht zukunftsfähig. Deshalb baute

Abt Bernhard 1930 im früheren Zisterzienserinnenkloster Seligenporten bei Nürnberg das zukünftige Kloster auf. Die Bronnbacher Mönche zogen 1931 dort ein.

Kapuzinerpatres hielten die Bronnbacher Klostertradition noch bis 1958 aufrecht.

1986 erwarb dann der Main-Tauber-Kreis das ehemalige Kloster, sanierte es und führte es einer angemessenen Nutzung zu.

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