Kloster Neubourg

                                                                                                                                                         

                                                                                                                                                 Gemeinde Dauendorf Departement Bas-Rhin

 

 

                                                                                                                                                                                                            Abbaye de Neubourg.JPG

Das Gründungsdatum von Kloster Neubourg im Elsass ist nicht ganz gesichert.In der Regel werden zwei Zahlen genannt. 1128 (so z.B. Karl Klunzinger in seiner Urkundliche Geschichte der vormaligen Cisterzienser-Abtei Maulbronn, Stuttgart 1854,

S. 129) oder 1133 wenn man der Klostertradition folgt. (sie dazu Dr. Lucien Pfleger in seinem Aufsatz “Über das Gründungsjahr der ehemaligen Cistercienserabtei Neuburg im Heiligen Forst in Cisterzienser-Chronik Nr. 201 17. Jahrgang S. 320 ff)

Die beiden Gründer waren der Graf Renaud de Lutzelbourg (1126 bis nach 1150) und Herzog Friedrich II. der Einäugige von Schwaben (1090-1147). Sie gründeten Kloster Neubourg als Tochter der Zisterzienserabtei Lützel und es wurde auch von Lützel besiedelt in der Filiation

von Morimond. Neubourg erhielt viele Schenkungen und blühte bis zum Ende des 14. Jahrhunderts. Es war Mutterkloster des elsässischen Klosters Baumgarten (1148 von Kloster Beupré, in Lothringen besiedelt aber dann Neubourg unterstellt), und der deutschen Klöster

Maulbronn (1138) und Herrenalb (1148).

Der erste Abt war Ulrich, Graf von Neuchatel in Burgund. Er kam wie bei den Zisterziensern üblich mit zwölf Mönchen nach Neubourg, wo er 1130 das neue Kloster besiedelte. Am 21. Dezember 1146 war Abt Ulrich in Straßburg, wo Bernhard

von Clairvaux eine Kreuzzugspredigt hielt. Bernhard befand sich in Begleitung von Ortlieb von Frohburg (1137-1169 und dem 1. Abt von Kloster Salem Frowin (1138-1165), der Bernhard als Dolmetscher diente. Abt Ulrich starb 1147. Papst Eugen III. (1145-1153) bestätigte die Gründung Neubourg schon

1141, also nur 8 Jahre nach  der Besiedelung und noch in der Regierungsdzeit des 1. Abtes.

Auf ihn folgte Berthodus (1147-1156). 1148 schickte er 12 Mönche nach Herrenalb als Gründungskonvent des Klosters Herrenalb, das Graf Bertold III. von Eberstein gestiftet hatte.

Am 1. Januar 1150 wurde am rechten Eingang des Altarraums der erste Gründer von Kloster Neubourg Graf Renaud bestattet. Berthodus starb am 6. März 1156.

Der 3. Abt war Neudung (1156-1178).In einer Urkunde vom Februar 1156 nahm Kaiser Friedrich I. Kloster Neuburg in seinen Schutz, bestätigte ihm seinen namentlich aufgeführten Besitz und die Weide-und Holzrechte im Heiligen Forst, den Zehnten und den Neubruchzehnten. Die Urkundenzeugen waren bis auf den Herzog von Schwaben dieselben, die auch bei der Einweihung der Klosterkirche anwesend waren. ( RI IV,2,1 n. 3888)

Dieses Recht bestätigten alle Nachfolger bis hin zu König Heinrich VII.(1308-1313), Urkunde ausgestellt in Speyer am 1. März 1309 (RI VI,4,1 n. 64)

1158 wurde die Klosterkirche von Neubourg durch den Bischof von Troyes Hugo I. (bis 1075) geweiht. Das muss eine sehr große Veranstaltung gewesen sein, denn auch die Bischöfe von Mainz Arnold von

Selenhofen (1153-1160), Worms Konrad von Steinach (1150-1171), Straßburg Burchard von Michelbach (1141-1162)und der Basler Bischof Ortlieb waren zugegen. Vom Adel war en Herzog Matthias von Lothringen (1141-1176), Friedrich IV. Herzog von Schwaben

(1152-1167), Heinrich III. Herzog von Sachsen (1142-1180) und Graf Hugo X von Dagsburg (1137-1178) und viele andere anwesend.

Abt Neudung starb am 6. Mai 1178.

Auf ihn folgte Abt Hugo (1178-1190). In seiner Regierungszeit wurden der Abtei viele Schenkungen gemacht. Er starb am 26. Mai 1190.

Der 5. Abt in Neubourg wurde Erenbart (1190-1193). Bis zu seiner Wahl in Neubourg war er Abt in Maulbronn.In Maulbronn wird allerdings ein Abt Eggehard als Maulbronner und späterer Abt von Neubourg angeführt und zwar von 1257 bis Februar 1268.Dem Kloster Maulbronn waren viele Schenkungen gemacht worden, wobei oft die Gottesverehrung von Abt Eggehard als Schenkungsgrund angeben worden ist.

Abt Erenbart starb am 30. Juni 1193.

Der 6. Abt von Neubourg war Godefridus (1193-1196). In seiner Regierungszeit wurde die Schenkung der Kapelle von Pfaffenbrunn bestätigt. Godefridus starb am 4. August 1196.

Sein Nachfolger war Abt Peter (1196-1214). Nach der Neuburger Klostertradition war Peter  zunächst Kanoniker am Cassius-Stift in Bonn. Der Bonner Historiker Aloys Schulte vermutet in ihm den Trierer Dekan und kaiserlichen Pronotar Petrus,von dem die Gesta sanctorum Villariensium berichten, dass er mit mehreren andern 1188  in das Kloster Himmerod eintrat. Wenn er dieser kaiserliche Pronotar war, dann erklärt sich auch die gut staufische Stellung, die Abt Peter im Konflikt zwischen Philipp von Schwaben und Papst Innozenz eingenommen hat. Das würde auch die Tatsache erklären, dass alle Kaiserurkunden dieser Zeit für das Kloster Neubourg  im Kloster selbst ausgefertigt worden sind. Die kaiserliche Kanzlei untersiegelte nur noch. Abt Peter musste bei seiner Wahl als Abt von Neubourg wohl über Kloster Himmerod hinaus  bekannt gewesen sein. Weshalb sonst sollte ihn ein fremder Konvent, der von Himmerod doch relativ weit entfernt war und in keinerlei Filiationsverhältnis zu Neubourg stand, nach dem Tod von Abt Godefridus  er zum Abt von Neubourg gewählt haben . In einer am 8. Juli 1196 in Besancon ausgestellten Urkunde nimmt  Kaiser Heinrich VI. (1191-1197) Kloster

Neubourg in seinen Schutz, gewährt mit Ausnahme der Schafweide die Weiderechte des Klosters sowie Holzrechte im Heiligen Forst. Außerdem bestätigt er den Besitz des Klosters. Die Inschutznahme geschah auf Bitten von Abt Peter. Diese Urkunde für Neubourg ist die erste urkundliche Erwähnung von Peter als Abt.RI IV,3 n. 530

Als Heinrich VI. 1197 starb, kam es zur Doppelwahl. die staufischen Parteigänger wählten Heinrichs Bruder Philipp von Schwaben, die Welfen den Sohn von Heinrich dem Löwen Otto IV. zum König. Abt Peter positionierte sich klar auf der Seite der Staufer.

Das zahlte sich schnell und mehrfach aus. Am 3. April wurden Kaiser Heinrich II. und seine Gemahlin Kunigunde von Papst Innozenz heilig gesprochen. 1201 wurden die Gebeine der beiden feierlich im Bamberger Dom bestattet. Auch Abt Peter war bei dieser Erhebung dabei. Bei diesem Anlass

wurden dem Abt und damit Kloster Neubourg ein Großteil der Reliquie geschenkt, eine große Vergünstigung für ein Zisterzienserkloster.

Am 3. Juni 1201 bestätigt Philipp von Schwaben in Hagenau die Besitzungen und Güter der Abtei Neuburg. Außerdem gestattet er ihr Weide und Holzung im Heiligen Wald. RI V,1,1 n. 55

Nicht nur der Königsthron war doppelt besetzt. Auch in Mainz bahnte sich nach nur 35 Jahren ein zweites Schisma an. Bei der Wahl des Mainzer Erzbischofs 1200 wählte eine Mehrheit den staufertreuen Wormser Bischof Leopold II. von Schönfeld (1200-1208) zum Mainzer Erzbischof. Eine welfische Minderheit wählte den Mainzer Propst an St.Peter Siegfried II. von Eppstein. Philipp von Schwaben belehnte sofort nach der Wahl Leopold II. von Schönfeld  mit den Regalien. Der Papst unterstützte den welfischen Kandidaten und Mainz hatte zwei Erzbischöfe. Innozenz III. hatte schon bei der Königswahl zugunsten Ottos Partei ergriffen, der ihm im Gegenzug Schutz versprach. Im Reich konnte sich Philipp ab 1203 zunehmend militärisch durchsetzen. Der Papst nahm deshalb mit Philipp Verhandlungen auf. Auch an einem Schisma in Mainz konnte ihm nicht gelegen sein. 1203 schickte er

Abt Peter zusammen mit dem Salemer Abt Eberhard von Rohrdorf (1191–1240) zu Philipp von Schwaben. Eberhard war ebenfalls ein treuer Gefolgsmann des Schwabenherzogs. Sie sollten auf ihn einwirken, damit dieser den mittlerweile vom Papst abgesetzten und gebannten Mainzer Erzbischof

Leopold nicht weiter unterstütze. Das wäre auch ein Schritt zur Versöhnung zwischen Papst und Philipp gewesen. Dieser lenkte aber nicht ein. Auch eine zweite Mission der beiden Äbte in dieser Sache im Juni 1205 blieb erfolglos. Dass er trotz der beiden Fehlschläge mit weiteren päpstlichen Missionen betraut wurde, zeigt das Ansehen, das er beim Papst genoss.

1208 bestätigte Papst Innozenz Kloster Neubourg seine Privilegien.

Seine letzte Mission hatte er zusammen mit dem Abt von Pairis   Hezelon (1207–1222) am 11. April 1213.

1213  erhält Peter zusammen mit dem Salemer Abt Eberhard  von Papst Innozenz III. den Auftrag, in Mainz  als päpstlicher Legat für den Kreuzzug zu predigen soll.

Eine der ersten Urkunden, die Friedrich II. für ein deutsches Kloster ausstellte, war eine Schenkung und Bestätigung des Allodialguts Harthausen. (Urkunde 186 in Koch, Walter: Die Urkunden Friedrichs II., Bd.: 2, 1212 – 1217, Hannover, 2007, S.34)

Abt Peter hatte in seiner Regierungszeit den Besitzstand der Abtei gesteigert. die Bestätigungsbulle von Innozenz zählt 19 Grangien auf. Selbst eine Burg ließ Abt Peter erbauen und zwar Neuwindstein in der Nähe von Niederbonn les Bains.

Abt Peter war wohl der bedeutendste Abt in der Geschichte von Kloster Neubourg. Kurz vor seinem Tod resignierte er. Er starb am 7. Oktober 1214.

Der 8. Abt von Neubourg war Albero (1214-1242). 1219 betätigte Kaiser Friedrich II. die Privilegien und Freiheiten für Kloster Neubourg. Auch zwei päpstliche Schutzurkunden gibt es für das Kloster, beide durch Papst Gregor IX. (1227-1247). Darin stellt er den Konvent, die Güter und die Lehensleute

des Klosters unter den Schutz des Heiligen Stuhls. Albero starb am 23. Dezember 1242.

Auf ihn folgte Abt Godefridus II. Er war Abt von 1242-1248. 1245 wurde das Zisterzienserinnenkloster Lichtenthal gegründet. Es wurde 1248 unter die Paternität von Kloster Neubourg gestellt. (Siehe dazu Mei Büchle, Kloster Lichtenthal).

Abt Godefridus II. starb am 26. Januar 1248.

Der 10. Abt war Hugo II. von 1248 bis1252. In seiner Regierung stellt Konrad IV. dem Kloster im April 1251 bei Hagenau eine Urkunde aus. (RI V,1,2)

“befreit wegen des seelenheiles seines verstorbenen vaters des römischen kaiser Friedrich das kloster zu Neuenburg Cistercienserordens von einem iährlichen zins, welchen dasselbe für äcker, belegen zwischen seiner burg Suvelnheim und dem walde und zwischen den gewässern Brumbach und Eberbach, seiner curie zu zahlen hatte, und verbietet seinen schultheissen zu Hagenau das kloster am ruhigen und freien besitze iener äcker zu belästigen. “

Abt Hugo starb am 12. Februar 1252.

Auf ihn folgte Abt Godefridus III, der von 1252 bis 1280 regierte. Er brachte es also auf die bisher längste Regierungszeit. Für ihn gibt Louis Voutrey in” L’Abbaye de Neubourg en Alsace” in Revue d’Alsace 1, 1860 S. 42-48 und 65-80 an, dass Konrad IV. 1262 die Privilegien von Neuburg bestätigt.

Allerdings verstarb dieser bereits 1254 verstorben. Die obige Urkunden ist in den Regesta imperii abgedruckt. Er berichtet weiter von einer großen Synode mit dem Straßburger Bischof Heinrich von Geroldseck nach dem Sankt Martins Fest von 1263, das wäre also nach dem 11. November 1263.

Über die online verfügbaren Quellen kann ich das nicht überprüfen. Laut Voutrey hat im Jahr 1279 im Elsass eine schreckliche Hungersnot stattgefunden.

Abt Godefridus starb am 17. Mai 1280.

Ortlieb wurde nach dem Tod von Godefridus einstimmig zum neuen Abt von Neuburg gewählt. Aus seiner Regierungszeit liegen in den Regesta imperii 3 Urkunden vor

“Die äbte von Neuburg (nordwestl. Hagenau), {Maulbronn} und Herrenalb schreiben an königin Anna über die bedrängnisse, welche sie durch die fehde zwischen dem markgrafen Hermann d. j. von Baden und dem grafen Simon von Zweibrücken zu erdulden haben, senden einen boten und bitten sie, von könig Rudolf die absendung von schreiben und befehlen zum schutze ihrer klöster zu erwirken.” (Dazu die Bemerkung in RI Die fehde zwischen Baden und Zweibrücken muss zu ende 1280 und in den ersten monaten von 1281 gewütet haben, denn am 25. mai 1281 wurde sie beigelegt (Fester Reg. der Markgr. v. Baden n. 529, 530). Vorliegendes schreiben fallt vor den 16. febr. 1281, den todestag der königin, oder höchstens die allernächste zeit darnach, bevor man den tod derselben am Rhein erfahren hatte.)(RI VI,1 n. 1260)

Es hat dann doch 8 Jahre gedauert bis der neue Herrscher Rudolf von Habsburg (1273-1293) eine Schutzurkunde für Kloster Neuburg ausstellte.
Am 22. November 1281 wurde sie ausgefertigt.“nimmt das Zisterzienserkloster Neuburg in seinen besonderen Schutz, bestätigt ihm das Weide- und Beholzungsrecht im Heiligen Forst und genannte Besitzungen.” (RI VI,1 n. 1417B)

Am 9. April 1291 stellte Rudolf eine weitere Urkunde für Neuburg aus, in der er verbietet, dass man sich das Vogteirecht anmasse, besonders nicht über alte Güter, die  dann aufgezählt werden. (RI VI,1 n. 2438)

Abt Ortlieb starb am 21. April 1292. Sein Nachfolger wurde Rudolf (1292-1309)

1298 erhielt er vom Straßburger Dompropst Friedrich von Lichtenberg und vom Straßburger Bischof Konrad von Lichtenberg die Einkünfte und die Patronage von Oberndorff. Konrad hatte in seiner Zeit als Bischof mit Synoden und Visitation für Reform in den Klöstern seiner Diözese gesorgt.

Auch um die wirtschaftliche Lage von Kirchen und Klöstern hat er sic gekümmert. Nach dem Tod seines Bruders folgte ihm Friedrich im Amt des Straßburger Bischofs nach. Er befreite das Kloster von jeglicher Schikane, die ihm auferlegt werden könnte.

Abt Rudolf starb am 6 Juni 1309.

Der nächste Abt wurde Konrad (1309-1316). Abt Konrad, noch kurz im Amt erhielt von dem König aus dem Haus der Luxemburger Heinrich VII. (1308-1313), der auch grade zwei Monate im Amt war- er wurde nach seiner Wahl am 27.11.1308 6. Januar 1309 in Aachen zum deutschen König

gekrönt- am 1. März 1309 in Speyer folgende Urkunde ausgestellt:

“König Heinrich nimmt nach dem Vorbild seiner verewigten Vorgänger, der Kaiser (divorum augu­sto­rum) Heinrich [VI.], Otto [IV.] und Friedrich [II.] und der Könige Heinrich [(VII.)], Rudolf [I.] und Albrecht [I.], auf Bitten von Abt Konrad und Konvent das von Graf Rein­hold von Lützelburg und Herzog Friedrich [II.] von Schwaben gegründete (quod a quon­dam Ry­nol­do comite de Lvtzelmburg et Friderico duce Sweuorum fundatum dicitur) Zister­zien­ser­klo­ster Neuburg (monasterium de Niwemburg Cysterciensis ordinis) mit allen beweg­lichen und unbe­weg­lichen Gütern, die es jetzt rechtmäßig besitzt oder in Zukunft erwerben wird, in sei­nen und des Reiches besonderen Schutz. Er erlaubt allen seinen Mini­ste­rialen oder mit seinen Eigen­gü­tern belehnten Lehensleuten, sich oder ihre Güter in Ge­sundheit oder auf dem Kran­ken­bett (sanus aut in lecto egritudinis decubans) ohne ge­son­derte herr­scherliche Erlaubnis der Zisterze zu tradieren. Darüber hinaus erlaubt er ihr, ihr Vieh mit Ausnahme der Schafe im Heiligen Forst (in Sacra Silva) zu weiden. Außerdem gesteht er dem Kloster das benötigte Brenn­holz zu; für die Beschaffung von Bauholz ist die Zu­stim­mung des be­tref­fenden könig­lichen Amtsträgers notwendig. Ferner bestätigt er die päpst­lichen Gnadenerweise an den Zister­zien­serorden nun auch speziell diesem Kloster. Die derzeitigen Besitzungen der Zisterze werden na­ment­lich ge­nannt: die Höfe Geboldsheim (Geboldishusen), Laubach (Lon­bach), Vel­ba­cher Hof (Willenbach), Pfaffenbronn (Phaffenbrunne), Hohenscheit (Hoen­scheit), Souff­len­heim (Suvelnheim), Hegeney (Hekenheim), Harthausen (Harthusen), Gereuth (Ge­rvte), Bergbieten (Butenheim), Münchshof (Adel­mans­wilre), Roth­bach, Dauendorf (Dochin­dorf), Hüttendorf (Hittendorf), Don­nenheim (Dum­minheim), Lach (Lachen) und Krautwiller (Katz­wilre), alle formelhaft mit ihren Pertinenzen. “(RI VI,4,1 n. 64) Neben der Inschutznahme und der Bestätigung der Privilegien wurden der derzeitige Besitz des Klosters genannt.

Im Jahr 1315 wütetet in Europa eine große Hungersnot von der unteranderem Deutschland, Frankreich und die Niederlande betroffen war. An vielen Orten mussten die Friedhöfe erweitert werden. Ganze Dörfer starben aus und wurden zur Wüstungen. Der Hungersnot fielen mehrere Millionen

Menschen zum Opfer.

Abt Konrad starb am 7. Juli 1316.

Sein Nachfolger wurde Friedrich (1316-1328). 1316 erhielt Neubourg die Einkünfte und die Patronage der Kirche von Rottbach und 1327 die Einkünfte und Patronage der Kirche von Ettendorff.

Abt Friedrich starb am 2. September 1328. Auf ihn folgte als 16. Abt Otto (1328-1331). Am 31. Juli 1330 bestätigte Kaiser Ludwig der Bayer (Kaiser von 1328-1347) 4 Urkunden seiner Vorgänger zwei von Heinrich VII., eine in der um die Präzisierung des Weiderechtes im Heiligen Forst ging

und eine mit der Inschutznahme (s.o), eine von König Rudolf über das Vogteirecht (s.o), sowie eine von Albrecht I. vom 12. Februar 1299, in der er Zollfreiheit auf dem Rhein gewährt.

Die Urkunden sind in den Regesta imperii [RI VII] H. 4 n. 51 bis N 54 Abt Otto starb am 7. November 1331.

Sein Nachfolger Abt Berthold regierte nur zwei Jahre. Er kam bei einer Gewalttat in der Nachbarschaft des Konvents ums Leben. Bauern aus zwei Nachbardörfern töteten ihn. Die Mörder wurden mit dem Tode bestraft. Die Dörfer mussten Sühnegelder bezahlen. Die Komplizen mussten nach Rom wallfahren und ohne Erlaubnis des Abtes durften sie nicht mehr in ihre Heimat zurückkehren. Die übrigen männlichen Dorfbewohner über 20 mussten barfüßig und barhäuptig mit einer Kerze in der Hand nach Straßburg gehen und vor den Portalen der Kathedrale Abbitte leisten.

Der Mord geschah am 3. Januar 1333.

Der 18. Abt wird Werner (1333-1348). 1336 bestätigt ihm Papst Benedikt XII. (1334-1342)- vor seiner Wahl zum Papst, Abt des Zisterzienserklosters Fontfroide bei Narbonne- die Privilegien von Kloster Neubourg.

1337 schenkte  Heinrich von Haldingen, Vogt von Hagenau dem Kloster das Dorf Uhlwiller mit Nieder-Altdorf. Das Dorf Uhlwiller war der Schauplatz des Mordes an Abt Berthold.

Pfalzgraf Ruprecht I. (1329-1390) Kurfürst von der Pfalz und der Mainzer Erzbischof Heinrich III. von Virneburg (1328-1353) verleihen der Abtei 1339  Zollfreiheit auf dem Rhein.

Abt Werner starb am 30. Dezember 1348.

Auf ihn folgte Abt Dietrich von Kindsweiler (1348-1357). 1353 bestätigte ihm Papst Innozenz VI. (1352-1362) die Privilegien von Kloster Neubourg.

Der Abt starb am 28. April 1357. Der 20. Abt war Johannes (1357-1362) Am Sonntag vor dem Fest des Heiligen Matthias (24.Februar) im Jahr 1362 legten die Einwohner der Dörfer Uhlwiller, Nieder-Altdorf und Daugendorf Abt Johann einen Eid ab.

Er starb am 19. Juni 1362. Auf ihn folgte Abt Godefridus IV.. Er war zwar ein guter Ökonom und konnte der Abtei noch Güter erwerben. Seine Regierungszeit war aber bereits von den Auswirkungen des 100-jährigen Kriegs betroffen. 1365 fielen die Engländer unter König Eduard III. im Elsass ein.

40.000 schlugen ihr Lager in der Nähe von Neubourg auf. Die Mönche wurden mit Gewalt vertrieben. Die Abtei wurde in Brand gesteckt und völlig zerstört. Die Grangien und Domänen des Klosters erlitten dasselbe Schicksal. (Vautrey, Louis: L´abbaye de Neubourg en Alsace. In: Revue d´Alsace, 1 S 65 ff. )

Nah dem Krieg kam der Hunger, der sechs Jahre lang alle Provinzen heimsuchte.

Abt Godefrid starb am 29. September 1375. Auch sein Nachfolger Drutmann war von den Folgen des Krieges betroffen. 1378 wurde sein Kloster geplündert. 1378 war der Mutterabt aus Kloster Lützel Johannes (1362 – 1379 ) zu Besuch in Neubourg. Er genehmigte den Verkauf der

Grangie an Kloster St. Walburga, das ebenfalls von Herzog Friedrich II. von Schwaben gegründet worden ist und dem er und seine Ehefrau Judith von Bayern, die Eltern Friedrich Barbarossas bestattet sind. Auch Ulrich von Vinstingen, Landvogt im Unterelsass, und Volmar von Wickersheim,

Vogt von Hagenau stimmten dem Verkauf zu. Abt Godefrid starb am 18. August 1402.

Auf ihn folgte Abt Albert (1402-1421 Nach Louis Voutrey in” L’Abbaye de Neubourg en Alsace” S. 71 bekam die Abtei  1405 vom Abt von Baumgarten als kaiserlicher Kommissar die Einkünfte der Beguinen von Esbach. Kaiser Sigismund bestätigte auf Bitten  von Abt Albert die Privilegien

von Neubourg.  Abt Albert verstarb am 18. Oktober 1421.

Sein Nachfolger Abt Bernhard (1421-1427) konnte die Vermögenslage des Klosters wieder etwas stabilisieren. Der 23. Abt war Johann Ganser (1427-1442). Er erwarb mehrere Besitztümer für den Konvent. Papst Martin V. hatte für 1431 ein Konzil in Basel einberufen, starb aber kurz vor dessen

Eröffnung. Sein Nachfolger Papst Eugen IV. hatte das Konzil, da es nicht in seinem Machtbereich stattfand, mit der Bulle Quoniam alto wieder aufgelöst und alternativ eine Versammlung nach Bologna einberufen. Die in Basel anwesenden Kirchenvertreter tagten aber weiter. Papst Eugen IV erkannte dann aber am 15.Dezember1433 die Rechtmäßigkeit des Konzils an, vor es 1437 nach Ferrara verlegt wurde. Abt Johann nahm an dem Basler Konzil teil.

Am 8. April 1434 bestätigte Kaiser Siegmund dem Kloster Neubourg alle Privilegien und Besitzungen. RI XI,2 n. 102333

Abt Johann starb am 30. November 1442. Auf ihn folgte Rudolf Kühlin (1442-1465).Seine Regierung war überschattet von Krieg und Unglück. Nach dem Ende des 100-jährigen Krieges marschierten französische Truppen unter dem Thronfolger Ludwig, dem Sohn Heinrichs VII. nach Lothringen und ins Elsass.

Sie bezogen hier ihr Winterquartier und forderten die Unterwerfung von Metz und Straßburg. Sie stießen bis auf Basel vor. Auf ihrem Zug verwüstetet sie das Elsass. Kaum waren die Zerstörungen beseitigt, traf ein Blitzschlag das Kloster und legte es in Schutt und Asche. Giovanni Kardinal Castiglione

(1453–1460), päpstlicher Legat im Elsass, gewährte einen Ablass von 100 Tagen für Spenden für das heimgesuchte Kloster. Abt Rudolf starb am 30. März 1465.

Der 27. Neuburger Abt war Kaspar (1465-1478). Er verschleuderte die Güter der Abtei. Als Ludwig von Lichtenberg starb,ließ sein Bruder Jakob eine eindrucksvolle Beerdigungsfeier zelebrieren.Die Lichtenberg waren eine Adelsfamilie, die im ausgehenden Mittelalter die Vorherrschaft im Elsass um Straßburg und Hagenau hatte. 8 Äbte aus Klöstern, die dem Hause liochtenberg verbunden waren, zelebrierten die Totenmesse, unter ihnen auch Abt Kaspar.

Auf ihn folgte Abt Theobald (1478-1492) Unter seiner Regierung wurde das Kloster 1487 erneut von einem Blitzschlag betroffen. Die Kirche, der Glockenturm, das Kloster, die Schlafsäle, das Refektorium fielen dem Unglück zum Opfer. Der Straßburger Bischof Albrecht von Pfalz-Mosbach (1478 bis 1506)

gestattete Abt Theobald nach dem Weggang oder Tod des Priors von Daugendorf diese Pfarrei mit einem Priester seiner Wahl zu besetzen und die Einkünfte der Pfarrei zu verwalten. Abt Theobald starb am 18. September 1492.

Zu seinem Nachfolger wurde der der Cellerar Etienne gewählt. Er war Abt bis 1502. Sein Nachfolger Rudolf Metsch hatte wieder eine ganze Serie von Unglücksfällen zu ertragen. Er wurde 1502 als Prior zum Abt gewählt. das Jahr 1503 war zunächst von
Wetterkapriolen gezeichnet. Einem äußerst strengen Winter folgte ein sehr heißer Sommer. Der Hunger war deutlich spürbar. Dann kam die Pest. 1507 war ein vernichtender Hagelschlag zu verzeichnen.

1525 brach der Bauernkrieg aus. Er hatte auch das Elsass voll erfasst. Dort war es Erasmus Gerber aus Molsheim gelungen alle elsässischen Bauernhaufen unter einer Führung zu vereinigen und unter seiner Führung zu gemeinsamen Vorgehen zwischen Altdorf, Maursmünster, Molsheim  zu versammeln.

Eine halbe Wegstunde vom Kloster Neubourg lagerte etwa 30.000 aufständische Bauern. Sie teilten sich in drei Abteilungen. Eine errichtete am 14. April 1525 ihr Hauptquartier im Kloster. Die Mönche wurden verjagt, die Kirche gestürmt, die Hostien auf dem Boden verstreut, die Bilder zerstört oder verbrannt, die Altäre besudelt und dann umgestürzt. Die Bibliothek mit vielen wertvollen Handschriften ging ebenso in flammen auf wie das Archiv.Das Kloster wurde erst geplündert und dann zerstört. Die Klosterkirche wurde erst 12 Jahre später nämlich am 24. Mai 1537 wieder geweiht und das Kloster war wieder hergestellt.

1529 beunruhigte eine ansteckende Krankheit die Gegend, die man “sudor anglicus” (das englische Schwitzen) nannte. In Straßburg war die Reformation angekommen. Ein Bildersturm hatte stattgefunden und 1529 hatte der Magistrat die katholische Messe in Straßburg untersagt. Die Städte Straßburg, Konstanz, Lindau und Memmingen hatten sich zur ”Confessio tetrapolitana”, zum Vierstädtebekenntnis zusammengeschlossen.

Abt Rudolf starb am 13. Januar 1533 unter schweren Schmerzen.

Johannes Ulin (1533-1543) war der 31. Abt von Kloster Neubourg. Zu Beginn seiner Regierungszeit wurde die Klosterkirche nach den Zerstörungen im Bauernkrieg wieder geweiht. Erbaute auch zwei Mühlen wieder auf, die ebenfalls zerstört worden waren.

Die Wahl von Abt Theobald Vogelmann (1543-1550) fand unter Vorsitz des Abtes von Lützel, Nicolas Rosenberg (1542-1566) statt. Er kümmerte sich wohl auch um die bereits aufgehobenen Tochterklöster Maulbronn und Herrenalb, wo bei beiden während des Interims versucht worden war, die beiden

Klöster wieder mit Zisteriensern zu besiedeln. Er führte den
Vorsitz bei der Wahl des letzten Abtes in Maulbronn Johannes 1547.  Abt Theobald besuchte auch das gleichfalls restituierte Kloster Herrenalb. Er starb am 27. Februar 1550. Die Wahl seines Nachfolgers erfolgte ebenfalls im Beisein von Abt Nicolas. Der zum Nachfolger gewählte Abt

Ludwig verstarb aber nachdem er nur 32 Wochen im Amt war.

Abt Peter Druttmann war Keller des Klosters Neubourg, als er auch unter Vorsitz des Lützeler Abtes Nicolas zum Abt des Klosters Neubourg gewählt wurde. Er wurde in Straßburg benediziert und starb am 7. August 1552 in Hagenau

Abt Hans Pellio war Abt in Neubourg von 1552-1565. Zum Jahreswechsel 1554/1555 gab es einen extrem strengen Winter. Nah dem Tauwetter gab es ein großes Hochwasser an Rhein und Donau und verwüstete dort die Orte. Ein Jahr später grassierte die Pest in Straßburg und den umliegenden Orten.

1557 vertrieb Herzog Christoph von Württemberg (1550-1568) nach dem Tod von Abt Heinrich die Mönche von Maulbronn aus dem dortigen Konvent. Einige von ihnen kamen in Neubourg unter.

Erasmus Schenk von Limpurg war von 1541 bis 1568 Bischof von Straßburg. Er war auch Erbauer des Palais Rohan in Ettenheim. Er veranstalte Diözesansynoden 1549 und 1560 in Saverne. An der Synode von 1560 war auch Abt Hans zugegen. Sie enthielt ein umfangreiches Reformprogramm, das wie der Versuch einer Gegenreformation erschien.  Abt Hans starb am 22. März 1565.

Sein Nachfolger war Abt Hans Werlin (1565-1592). Er galt als großer Redner. Für den Konvent erwarb er mehrere Besitzungen. Auch  ließ er mehrere Bauten errichten. im Konvent achtete er auf die Disziplin seiner Mönche.

1565 waren mit Jacques Andrés ein lutherischer Prediger und 1566 mit Theodor Béze ein calvinistischer Prediger in Hagenau, die viele Anhänger gewannen.

Im selben Jahr musste er sich energisch gegen den Grafen von Wessenburg zur Wehr setzen, der ungerechtfertiger Weise Güter der Abtei zurückhielt.

Auch die Ansprüche des Straßburger Bischofs Erasmus Schenk von Limpurg musste er abweisen, der den Konvent visitieren wollte.

1570 wurde er vom Generalkapitel beauftragt, das Kloster Königsbruck zu visitieren.

1590 war er vom Mutterabt Beat Bapst (1583 – 1597 ) beauftragt worden, sich nach Stürzelbronn zu begeben, um den dortigen Abt zur freiwilligen Resignation zu bringen.

Abt Hans Werlin starb am 9. April 1592.

Der 37. Abt Hans Faber regierte von 1592 bis 1597. 1593 visitierte Generalabt Edmond I. de la Croix (1584-1604) Kloster Neubourg. Nachdem er in seiner ganzen Regierungszeit den Konvent

sehr schlecht verwaltet hatte, resignierte er im Jahr 1597.

Auf ihn folgte Abt Alexander Metzger. 1598 schickte Abt Petrus II. Miller (1593–1614 )aus Salem, der auch Generalvikar des Ordens für Deutschland war, drei Konventuale aus Salem nach Neubourg.

Luc Keller wurde Prior, Joachim List stellvertretender Prior und Sebastian Pfeiffer Novizenmeister.

1607 kam auf Bitten von Abt Alexander der Vaterabt aus Lützel Johannes Hanser (1605 – 1625 ) nach Neubourg, um eine große Meinungsverschiedenheit im Konvent zu bereinigen.

1618 wurde die oberdeutsche Zisterzienskongregation verabredet und erste Statuten beschlossen. Generalabt Nicolas II. Boucherat (1604-1625) trieb das Vorhaben voran. In Deutschland war Abt Thomas I. Wunn (1615–1647) von Salem

Motor der Kongregation und auch deren 1. Generalvikar. 1624 wurde die Kongregation endgültig gegründet und sowohl vom Generalabt als auch vom Papst Urban VIII. (1623-1644) anerkannt.

Abt Alexander resignierte 1621.

Die Neuwahl des Abtes von Neubourg sorgte allerdings für Misshelligkeiten. Denn der Salemer Abt Thomas Wunn saß der Wahl vor. Der Abt von Lützel Johannes Hauser war allerdings der Meinung,

dass der Salemer Abt ein Recht usurpiert habe, das Kloster Lützel zustehe. Der Generalabt beorderte daraufhin den neugewählten Abt von Neubourg Adolf Braun und den Salemer Abt Thomas nach Lützel,

um die Differenzen auszuräumen. Abt Adolf (1621-1636) hatte wie viele seiner Vorgänger wieder eine sehr schmerzhafte Zeit zu überstehen. 1618 war der Dreißigjährige Krieg ausgebrochen.

Ab 1621 war auch das Elsass vom Krieg betroffen. Graf Erich von Mansfeld war 1621 mit 30.000 Mann ins Elsass eingedrungen und brachte den Krieg dorthin. Er verwüstete bevorzugt Klöster und Kirchen.

1624 plünderte und zerstörte er Hagenau und Neubourg. 1628 wurde die Kirche und der Friedhof wieder geweiht. Nach dem Abzug von Manfelds kamen die Schweden.

1628 befanden sich Ferdinand II.(1619-1637) und die Habsburger auf dem Höhepunkt ihrer Macht während des 30-jährigen Krieges. Ferdinand II. konnte es sich sogar leisten, am 6. März 1629 ohne Einverständnis der

evangelischen Reichsstände das Restitutionsedikt zu erlassen. Dadurch sollte der Status quo des geistlichen Besitzstands im Reich wieder auf den Stand des Jahres 1552 gebracht werden. Das Generalkapitel drängte nun den Abt

von Neubourg, sich an der Wiederherstellung der Konvente von Baumgarten und Herrenalb zu beteiligen. Das hätte allerdings die Kräfte der Abtei sehr stark beansprucht. Der Abt von Salem versuchte Kloster Herrenalb wieder zu beleben. Allerdings ohne Erfolg.

1629 besuchte der Abt von Lützel Laurent Lorillard  (1625-1648) das Kloster Neubourg.

Am 2. Februar 1632 verwüsteten die Schweden das Kloster. Auf ihrem Abzug verschleppten sie 3 Mönche. Auf die Schweden folgten die Franzosen.

Am 5. Januar 1633 vertrieben die Kaiserlichen die Schweden aus Hagenau. 1635 plünderten die Kaiserlichen das Kloster.

Mit dem Krieg war die Pest gekommen. Dann kam eine große Hungersnot, die schlimmste, die das Elsass bisher erlebt hatte. Um das Unglück voll zu machen, bemächtigte sich der Landvogt von Hagenau der Güter des Klosters, die diesem

noch verblieben waren. Auch verkaufte er Lebensmittel an die Mönche, das allerdings nach Zeugnis von Abt Adolf  zu solch überhöhten Preisen, dass im Konvent oft das Brot fehlte. Um zu überleben waren die Mönche auf Almosen der Gläubigen angewiesen.

Abt Adolf brach unter der Last solcher Prüfungen zusammen. Er starb am 9. Juli 1636.

Auf ihn folgte Abt Peter Volvius (1636-1642). Er war kein strenger Abt. Er wollte lieber geliebt als gefürchtet werden. Nach 6 Regierungsjahren resignierte er 1642. Er starb am 23. März 1650.

Der 41. Abt war Bernard Kleibeinsen (1642-1652). Er war leider ein sehr schlechter Ökonom, was natürlich in diesen vor allem auch wirtschaftlich desolaten Zeiten für die Abtei nicht vorteilhaft war. Er resignierte 1652.

Das Ende des  Dreißigjährigen Kriegs brachte nicht nur Frieden in die vom Krieg heimgesuchte Gegend. Die Hälfte der elsässischen Bevölkerung kam ums Leben. Viele Gebiete waren regelrecht entvölkert.

Im Westfälischen Frieden 1648 trat Habsburg seine elsässischen Rechte und Besitzungen komplett ab. Auch im Namen des Reiches trat Habsburg  alle Rechte des Reiches im Elsass ab.

Schon 1633 hatte Frankreich Protektionsverträge mit einigen elsässischen Territorien abgeschlossen und diese dann militärisch besetzt. 1638 hatte Bernhard von Weimar weite Teile des Elsasses erobert. Er wollte diese

als eigene Herrschaft innerhalb des Reiches. Nach seinem Tod 1639 übernahm Frankreich jedoch seine Truppen und die von ihm besetzten Gebiete. Zwischen 1633 und 1679 übernahm das Königreich Frankreich

entweder durch Verträge oder im Zuge der Reunionspolitik mit Gewalt.

Für die beiden verbliebenen elsässischen Zisterzienserklöster Lützel und Neubourg bedeutete das, dass sie jetzt unter französischer Herrschaft kamen. Ihre Tochtergründungen waren aber überwiegend im Deutschen Reich.

Das gab bald Probleme mit der Visitation und der Paternalität. So ließen die badischen Markgrafen zum Beispiel das zentral in ihrem Machtbereich gelegene Kloster Lichtenthal nicht mehr vom Neubourger Abt visitieren.

Zurück zur Klostergeschichte von Neubourg.

Der Nachfolger von Abt Bernard Kleibeinsen, Michael Stromeyer ein regelrechter Glücksfall für die Abtei. Er kam von Kloster Salem und war einfacher Mönch. Er verfügte über ein profundes wirtschaftliches Wissen und war sehr tatkräftig.

Der Konvent lebte von dem, was die Bauern erwirtschafteten. Er schaffte es, Stück für Stück die Güter der Abtei wieder zu erhalten. Obwohl der Konvent noch arm war, achtete er auf  vorschriftsmäßige  monastische Disziplin.

Der Konvent konnte wieder atmen und fand allmählich aus dem elenden Zustand heraus. Die Ruinen verschwanden und der Konvent fand allmählich zu altem Glanz zurück.

1656 leitete  er zusammen mit Abt Hugo Buchstetter (1651-1664 )aus Tennenbach die Wahl der Äbtissin Beatrice in Andlau.

Er starb an Altersschwäche am 11.August 1669

Auf ihn folgte als 43. Abt Bernard Tuperch (1669-1685). Er war schon Kojadjutor von Abt Michael. In dieser Eigenschaft nahm er auch am Kapitel der Äbte der elsässisch-schweizerischen Provinz der Oberdeutschen Zisterzienserkonkregation teil, die

am 15. Februar 1667 stattfand. Er starb am 27. Januar 1685.

Der nächste Abt kam aus dem lothringischen Kloster Stürzelbronn im Bitscher Land. Abt Charles Berenger (1685-1692) war dort Prior. Er wurde durch Abt Edmont Quiquerez (1673 – 1677 ) aus Kloster Lützel in sein Amt eingeführt.

Seine Wahl wurde am 27. Juli 1685 durch den Generalabt Jean Petit (1670-1692) bestätigt.

Abt Charles starb am 14. August 1692.

Der 45. Abt Jean Vireau (1692-1715) kam aus Paris. Die Profess hatte er in Citeaux abgelegt. Er war Abt von Villers-Bettnach in  Lothringen. Das ist etwa 22 Kilometer von Metz entfernt.

Abt Jean wurde aus  zwei Kandidaten ausgewählt und vom französischen König Ludwig XIV. (1643-1715) zum Abt von Neubourg bestimmt. Der König setzte auch in anderen Klöster Äbte ein und die Ordensoberen konnten die Wahl nur

noch bestätigen. Der Lützeler Vaterabt Peter Tanner (1677-1702) bestätigte diese Nominierung also.

In seiner Regierungszeit wurde Charles Perrin, der seine Profess in Neubourg abgelegt hatte und dort Großkeller war, zum Abt von Eußertal gewählt. Er starb dort 1724 und wurde in
Neubourg vor dem Chorgestühl beerdigt.

Abt Jean regierte 21 Jahre in Neubourg in sehr schwierigen Zeiten. Die Menschenlebt in ständiger Kriegsbedrohung. Der pfälzisch Erbfolgekrieg, der spanische und der österreichische Erbfolgekrieg folgten unmittelbar aufeinander

und es bestand immer die Gefahr mit betroffen zu sein. Dazu kamen immer wieder Naturkatastrophen, Hungersnöte und Überbevölkerung, die ähnlich wie die Pfälzer viele Elsässer immer wieder zur Auswanderung zwangen.

Zwischen 1671 und 1711 flohen viele Wiedertäufer aus der Schweiz ins Elsass. Straßburg wurde zum Zentrum der Wiedertäuferbewegung.

Abt Jean Virau starb am 21. Oktober 1715 im Alter von 64 Jahren.

Sein Nachfolger Jacques Gacier d’Auvilliers wurde wieder am 23. Dezember 1715 vom Konvent gewählt. Die Wahl erfolgte unter Vorsitz des Abtes von Lützel  Nicolas Delfis (1708-1751). Sie war einstimig und wurde von Generalabt

Edmond II. Perrot (1712-1727) bestätigt. Abt Jacques hatte an der Sorbonne studiert und mit dem Doktor abgeschlossen. Er war Priester im Kloster Neubourg. Er hatte eine sehr gute Beziehung zu König Stanislaus I. Leszczyński, der ihn oft in Neubourg besuchte.

Seine Tochter Maria, die im August 1725 den französischen König Ludwig XV. heiratete, unterhielt einen Briefwechsel mit Abt Jacques. Sie schenkte reiche Schmuckstücke für die Klosterkirche von Neubourg. Auch der Straßburger Bischof François Armand Auguste von Rohan-Soubise (1747-1756)

zählte den Abt zu seinen Freunden. Er hatte gute Beziehungen zum Adel, der sein Wissen und seine Tugend schätzte.

Im Konvent legte er großen Wert auf Disziplin. Am Kloster blühte die Wissenschaft. Er schickte mehrere Mönche nach Paris, die dort den Doktortitel erwarben. Er kümmerte sich auch stark um die wirtschaftlichen Belange des Klosters.

Die Kirche wurde komplett renoviert, der Konvent neu aufgebaut. Mühlen wurden wieder errichtet. Er gilt als zweiter Gründer des Klosters. Er bereicherte die Bibliothek mit kostbaren und raren Büchern.

Er kaufte in Straßburg ein Haus. Im Orden war er Generalvikar für Lothringen.

Auch Abt Jacques blieb von Turbulenzen nicht verschont. 1744 verwüsteten die Österreicher das Elsass. Beteiligt war auch das Pandurenkorps des Oberst Franz von der Trenck. Als er eintraf, wurde Kloster Neubourg verpflichtet, ihm 100 Livres und seinen Offizieren 25 Livres

zu zahlen. Der Gesamtschaden, den das Kloster  erlitt, belief sich auf 140.000 Livres und verschlang die Einnahmen des Kloster für drei Jahre.

Abt Jacques starb am 19. November 1759 im Alter von 81 Jahren. Er wurde in der Mitte des Altarraumes der Klosterkirche von Neubourg bestattet.

Sein Nachfolger als 47. und letzter Abt von Neubourg wurde Joseph Specht. Er wurde am 11. Februar 1760 in Anwesenheit des Mutterabtes Grégoire Girardin (1751-1790) des vorletzten Abtes von Lützel gewählt

Im Mai 1760 wurde er im Beisein der Äbte von Pairis  Xavier Burst und Sankt Urban Augustin Müller eingesegnet.

Abt Joseph war seinen Konventualen ein echter Vater und er wurde von ihnen  verehrt und geliebt wegen seiner Güte und Milde.

Am 14. Juli 1789 brach in Frankreich die Revolution aus. Ziel war auch die Abschaffung von Standesprivilegien. Es ging auch um die Abschaffung des Zehnten. Als erste kirchliche Institution gerieten die Orden ins Visier. Am 29. Oktober 1789 wurde per Dekret das Ablegen von Ordensgelübden

verboten und am 13. Februar 1790 schaffte die Nationalversammlung die Ordensgeistlichkeit ab. Nur noch Frauenklöster, die in der Krankenpflege und im Schulwesen tätig waren, durften bestehen bleiben,Das bedeutet natürlich auch das Aus für den Zisterzierzienserorden in Frankreich.

Viel Mönche gingen ins Ausland und kamen dort bei den Klöstern ihres Ordens unter.

In Neubourg wurden die Mönche vertrieben, die Gebäude zerstört. Nur noch eine kleine spitzbogige Kapelle im Kirchhof blieb übrig.

Damit endete eine Abtei, die im Mittelalter zu einer der reichsten im Elsass zählte.

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