{"id":879,"date":"2011-01-26T17:45:05","date_gmt":"2011-01-26T17:45:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=879"},"modified":"2011-03-20T12:32:24","modified_gmt":"2011-03-20T12:32:24","slug":"kloster-roggenburg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=879","title":{"rendered":"Kloster Roggenburg"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/index52.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: block; float: none; margin-left: auto; margin-right: auto; border-width: 0px;\" title=\"index5\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/index5_thumb2.jpg\" border=\"0\" alt=\"index5\" width=\"141\" height=\"101\" \/><\/a><\/p>\n<p>Im Jahre 1126 stiftete Graf Bertold von Biberegg zusammen mit seiner Gemahlin sowie seinen Br\u00fcdern Konrad, der Bischof von Chur(1123-1145) war und Siegfried, dem Domherrn im Bistum Augsburg, das Kloster Roggenburg. Die ersten Pr\u00e4monstratenserchorherren kamen aus dem Kloster Ursberg. Ursberg war die erste Pr\u00e4monstratenserniederlassung in S\u00fcddeutschland. Mit der Stiftung des Klosters Roggenburg geben sich die drei Br\u00fcder als Anh\u00e4nger der antikaiserlichen s\u00fcddeutschen Adelsopposition zu erkennen. Vor dem Hintergrund des Investiturstreites stifteten deren papsttreue hochadlige Mitglieder zahlreiche Kl\u00f6ster im s\u00fcddeutschen Raum, z.B. Wiblingen, Elchingen Ochsenhausen und Blaubeuren. Die Biberegger hatten Verbindung zu den m\u00e4chtigen Grafen von Kirchberg, die ja als Gr\u00fcnder des Klosters Wiblingen auftreten. Au\u00dferdem hatten sie verwandschaftliche, wohl auf Heirat gegr\u00fcndete Beziehungen zu der m\u00e4chtigen Familie Sulmetingen-Neuffen. Diese war wieder mit den vornehmsten Kreisen Schwabens versippt. Als V\u00f6gte des Klosters sind\u00a0 bis 1294 die Eberstaller,das waren schw\u00e4bische Edelfreie die vermutlich nur dem deutschen K\u00f6nig (respektive Kaiser) zu Treue und Gefolgschaft verpflichtet waren,\u00a0 ab 1331 die Ritter von Ellerbach, die in der Gegend von Krumbach beg\u00fctert waren, ab 1406 kurze Zeit die Habsburger und ab 1412 die Reichsstadt Ulm nachweisbar.<\/p>\n<p>1444 wird der Konvent zur Abtei erhoben. Ende des 15. Jahrhunderts war Roggenburg Objekt der Auseinandersetzungen zwischen Wittelsbacher, Habsburger und Ulmer Interessen. Nach einer pr\u00e4monstratensischen Neuorganisation und 1491 die \u00dcbernahme der Schirmrechte in seiner Eigenschaft als Markgraf von Burgau durch Kaiser Maximilian \u00e4nderte sich dies. Seit 1498 beschickte Roggenburg die Reichstage. Karl V. best\u00e4tigte 1544 im Zuge der kaiserlichen Politik gegen die Reformation die Reichsunmittelbarkeit der Abtei. Gleichwohl \u00fcbte die Markgrafschaft Burgau die Landeshoheit aus. Dies f\u00fchrte bis zum Ende des alten Reiches zu laufenden Auseinandersetzungen um Hoheitsrechte.<\/p>\n<p>Im Bauernkrieg hatten sich am 1. April 1525 die Babenhausener aufst\u00e4ndischen Bauern mit dem Leipheimer Haufen vereint. Sie verhandelte mit der Stadt Wei\u00dfenhorn und wollten diese am Abend einnehmen. Als dies nicht gelang, zogen sie weiter zum Kloster Roggenburg und \u00fcberfielen es. \u201cSie fra\u00dfen es rein aus\u201d Sie\u00a0 zerrissen Chort\u00fccher,\u00a0 ruinierten die B\u00fccherei und zerbrachen den Tabernakel. Was nicht niet- und nagelfest war, nahmen sie mit. Sie raubten das Vieh, Wagen und Pfl\u00fcge. Als die besoffene Bande abzog, kam der Illertissener Haufe. Als diese die mit Beute \u00dcberladenen abziehen sah, schlugen sie in ihrer Wut alles zusammen und versuchten das Kloster anzuz\u00fcnden.<\/p>\n<p>Auch im 30-j\u00e4hrigen Krieg hatte die Abtei schwer zu leiden. 1633 zogen die Schweden von der Donau kommend durch Schwaben die Abtei wurde ausgepl\u00fcndert. 1634 und 1635 w\u00fctete die Pest im Klostergebiet. 1632 z\u00e4hlten Kloster und Ortschaft Roggenburg noch 1200 Einwohner. Am Ende des Krieges waren es gerade noch 16 Untertanen.<\/p>\n<p>Doch das Kloster \u00fcberstand den Bauernkrieg, die Reformationswirren und die N\u00f6te des 30-j\u00e4hrigen Krieges. Im 18. Jahrhundert erbl\u00fchte die Abtei wieder. Unter den \u00c4bten Dominikus Schwaninger, Kaspar Geisler und Georg Lienhard, einem der f\u00fchrenden Pr\u00e4monstratenser seiner Zeit im S\u00fcddeutschen Raum wird die Klosteranlage ab 1752 umfassend erneuert und barock umgestaltet. 1758 wurde die Kirche nach Pl\u00e4nen von Simpert Kraemer fertiggestellt.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/index62.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: block; float: none; margin-left: auto; margin-right: auto; border: 0px;\" title=\"index6\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/index6_thumb1.jpg\" border=\"0\" alt=\"index6\" width=\"123\" height=\"83\" \/><\/a>Da einer der Stifter Bischof von Chur war, hatte das Kloster schon von Beginn an gute Beziehungen in die Schweiz. Zur Gr\u00fcndung des Klosters St. Luzi in Chur hatte Konrad Pr\u00e4monstratenser aus Roggenburg gerufen. Churwalden, Katzis\u00a0 wurde ebenfalls von Roggenburg gegr\u00fcndet. St Luzi hatte in der Reformationszeit gro\u00dfe Schwierigkeiten hatte und es gab massive \u00dcbergriffe auf den Konvent. Deshalb\u00a0 lebte der Konvent von 1538 bis 1630 in seiner Pfarrei Bendern in Liechtenstein.\u00a0Mitte des 12. Jahrhunderts war auch schon das Kloster Adelberg bei G\u00f6ppingen gegr\u00fcndet worden.<\/p>\n<p>Nach der kurzen Bl\u00fctezeit gab es wieder Kriegswirren, Fl\u00fcchtlingselend franz\u00f6sischer Emigranten, Pl\u00fcnderungen und gewaltige Kontributionsleistungen.Der Frieden von Lun\u00e9ville brachte auch f\u00fcr Roggenburg das vorl\u00e4ufige Ende der Abtei. Im Zuge der S\u00e4kularisation besetzte am 4. September 1802 bayrisches Milit\u00e4r das Reichsstift. Der letzte Abt Thadd\u00e4us Aigler wurde am 29. November seines Amtes enthoben. Der Konvent mit 36 Chorherren wurde aufgel\u00f6st.<\/p>\n<p>In der Folgezeit beherbergte das Kloster ein Landgericht, ein Gef\u00e4ngnis, eine Haushaltungsschule, einen Schwesternkonvent der Dillinger Franziskanerinnen.<\/p>\n<p>1982, 180 Jahre nach der S\u00e4kularisation kehrten die Pr\u00e4monstratenser nach Roggenburg zur\u00fcck. Die Abtei Windberg in\u00a0 Niederbayern hat die Pfarrei Roggenburg \u00fcbernommen. 1986 wurde das Kloster offiziell wiederer\u00f6ffnet. Seit 1992 ist es abh\u00e4ngiges Priorat der Abtei Windberg. Heute betreibt es einen Klosterladen, einen Klostergasthof und ein Bildungszentrum.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/130pxReichsabtei_Roggenburg_coat_of_arms.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: block; float: none; margin-left: auto; margin-right: auto; border: 0px;\" title=\"130px-Reichsabtei_Roggenburg_coat_of_arms\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/130pxReichsabtei_Roggenburg_coat_of_arms_thumb.png\" border=\"0\" alt=\"130px-Reichsabtei_Roggenburg_coat_of_arms\" width=\"134\" height=\"141\" \/><\/a>Pr\u00f6pste und \u00c4bte<\/p>\n<blockquote><p><strong>PRAEPOSITI:<\/strong><\/p><\/blockquote>\n<ul>\n<li>Gerung 1126-1170<\/li>\n<li>Berthold I 1170-1208\\<\/li>\n<li>Menfried 1208-1218<\/li>\n<li>Marquard 1218&#8211;<\/li>\n<li>Ludwig I 1248<\/li>\n<li>Ulrich I Winkelhofer 1265-1280<\/li>\n<li>Ludwig II 1280&#8211;<\/li>\n<li>Rudolph 1294<\/li>\n<li>Theodorich I 1331<\/li>\n<li>Konrad der Werder 1329-1336<\/li>\n<li>Berthold II von Gunzegg &#8211;1348<\/li>\n<li>Theodorich II 1362<\/li>\n<li>Heinrich Schyrlin 1378<\/li>\n<li>Johannes I Keller 1397<\/li>\n<li>Ulrich II H\u00f6rner 1398-1406<\/li>\n<li>Johannes II Ellrang 1434<\/li>\n<li>Ulrich III Schwarz &#8211;1440<\/li>\n<\/ul>\n<blockquote><p><strong>ABBATES:<\/strong><\/p><\/blockquote>\n<ul>\n<li>Johannes III Dryringer 1440-1474<\/li>\n<li>Ulrich VI P\u00f6ller 1474-1484<\/li>\n<li>Georg I Mahler 1484-1505<\/li>\n<li>Johannes IV Mahler 1484-1505<\/li>\n<li>Jodok Dreher 1507-1528<\/li>\n<li>Johannes V. Mayer 1528-1543<\/li>\n<li>Georg II Ehrmann 1543-1554<\/li>\n<li>Johannes VI Mayer 1555-1566<\/li>\n<li>Georg III Hieber 1566-1572<\/li>\n<li>Johannes VII Schifelin 1572-1580<\/li>\n<li>Johannes VIII Mayer 1580-1581<\/li>\n<li>Vitus Breg 1581-1589<\/li>\n<li>Jakob Werkmann 1589-1610<\/li>\n<li>Michael Probat 1610-1639<\/li>\n<li>Friedrich Rommel 1639-1656<\/li>\n<li>Bonaventura Schalk 1656-1661<\/li>\n<li>Franciscus Doser 1661-1677<\/li>\n<li>Adalbert Rauscher 1677-1694 (cf. Chur St. Luzi)<\/li>\n<li>Hugo Lindner 1694-1713<\/li>\n<li>Dominicus Schwaninger 1713-1735<\/li>\n<li>Kaspar Geisler 1735-1753<\/li>\n<li>Georg IV Lienhardt 1753-1783<\/li>\n<li>Gilbert Scheierle 1783-1789<\/li>\n<li>Thaddaeus Aigler 1789-1803<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Jahre 1126 stiftete Graf Bertold von Biberegg zusammen mit seiner Gemahlin sowie seinen Br\u00fcdern Konrad, der Bischof von Chur(1123-1145) war und Siegfried, dem Domherrn im Bistum Augsburg, das Kloster Roggenburg. Die ersten Pr\u00e4monstratenserchorherren kamen aus dem Kloster Ursberg. Ursberg war die erste Pr\u00e4monstratenserniederlassung in S\u00fcddeutschland. 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