{"id":824,"date":"2011-01-21T12:02:54","date_gmt":"2011-01-21T12:02:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=824"},"modified":"2018-08-03T14:19:07","modified_gmt":"2018-08-03T14:19:07","slug":"kloster-ottobeuren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=824","title":{"rendered":"Kloster Ottobeuren"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"Bildergebnis f&uuml;r Kloster Ottobeuren\" src=\"https:\/\/tse2.mm.bing.net\/th?id=OIP.H5ihFij4BWjvDc8vVToxUAHaFj&amp;w=246&amp;h=179&amp;c=7&amp;o=5&amp;pid=1.7\" width=\"246\" height=\"179\"><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ottobeuren wurde um 550 als Rodungssiedlung gegr\u00fcndet, der Sage nach von einem Uot und nach ihm Uotbeuren genannt. Im 8. Jahrhundert wurde der Ort zu einem fr\u00e4nkischen Reichshof und Sitz des wohl von Karlmann eingesetzten&nbsp; Zehentgrafens Silach. Dieser fr\u00e4nkische Adlige hatte mehrere S\u00f6hne, unter ihnen Tagebert, Gauzibert, der Bischof in Vienne war und Toto der erste Abt und Selige von Ottobeuren. Er war verheiratet mit Erminswint. Diese Familie ist auf dem Ottobeurer Stiftungsbild, einem Fresko \u00fcber der Marienorgel dargestellt. Sie stiftete 764 das Kloster, das den zwei Heiligen Alexander von Rom und Theodor von Sitten geweiht wurde. <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Totto_von_Ottobeuren.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"Totto_von_Ottobeuren\" style=\"border-left-width: 0px; border-right-width: 0px; background-image: none; border-bottom-width: 0px; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-top-width: 0px\" border=\"0\" alt=\"Totto_von_Ottobeuren\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Totto_von_Ottobeuren_thumb.jpg\" width=\"206\" height=\"244\"><\/a><\/p>\n<p>Zur Klostergr\u00fcndung wurden die Reliquien des M\u00e4rtyrers Alexander erworben, eines der beiden Kirchenpatrone. Das Kloster wurde mit M\u00f6nchen aus den Kl\u00f6stern St. Gallen und Reichenau besiedelt. Am 21. Mai 769 stellt Karl der Gro\u00dfe eine Urkunde f\u00fcr Ottobeuren aus\u201cnimmt auf bitte seiner gemahlin Hiltigard (verm\u00e4hlt ende 771 oder beginn 772) abt Toto mit dem kloster Ottobeuren in seinen schutz, verleiht freie wahl des abts, der zur unentgeldlichen investitur bei hof sich einzufinden hat\u201d (RI I N. 135). Diese erste K\u00f6nigsurkunde ist wohl ebenso wie die von Otto dem Gro\u00dfen eine F\u00e4lschung. Der erste Abt Toto starb 815 und wurde sp\u00e4ter als Seliger verehrt (Gedenktag 19.November) Auch die \u00fcbern\u00e4chsten beide \u00c4bte Neodegar (864\u2013869) und Witgar (869\u2013902) galten als heiligm\u00e4\u00dfig. Beide waren sie nach ihrer Abtsw\u00fcrde Bischof in Augsburg. Witgar war wohl Kanzler K\u00f6nig Ludwigs, der ihn dann als Abt in Ottobeuren einsetzte. Sein Amt gab er auf, als er 867 Bischof in Augsburg wurde. Bischof Ulrich von Augsburg, der durch die Schlacht auf dem Lechfeld bekannt wurde, war von 972-973 auch Abt von Ottobeuren. Seinem Einfluss ist es wohl zu verdanken, dass Otto I.&nbsp; das Kloster 971 zur Reichsabtei erhob.&nbsp; RI 2 N.557 \u201cverleiht dem kloster Ottobeuern auf bitte der bisch\u00f6fe Oudalrich von Augsburg der zugleich abt des klosters ist, und Conrad von Konstanz, des Schwabenherzogs Purchard und der grossen Alemanniens sowie nach ausspruch der reichsf\u00fcrsten befreiung von hof- und heerfahrt und von allem reichsdienst, freie abtwahl, schutz wie ihn schon Karl d. Gr. verliehen &#8220; <\/p>\n<p>Abt Dangolf (1000-1012) belehnte Rupert von Ursin mit der Vogtei von Ottobeuren. Da das Kloster \u00fcber zahlreiche G\u00fcter verf\u00fcgte, gewannen die Herren von Ursin erheblichen Einfluss und eine Macht, die sie weit \u00fcber die regionalen Freiherren hinaushob.<\/p>\n<p>Das Amt wurde sp\u00e4ter an Ruperts Sohn Reginbert von Ursin \u00fcbertragen. Dieser erwarb sich die Gunst des Kaisers und hatte beste Beziehungen zu den Herzogen von Schwaben und Bayern, den Welfen und dem Bischof von Augsburg und dem Abt von Kempten<\/p>\n<p>Abt Eberhard (1050-1069)gleichzeitig auch Abt in F\u00fcssen wurde Abt in dem Regensburger Kloster St. Emmeran und Tegernsee. St.Emmeran wiederum war das Kloster Wilhelms von Hirsau (1069-1091), der im Kloster Reformen durchsetzte und es damit zum Reformkloster machte (Hirsauer Reform)<\/p>\n<p>Unter Abt Adalhelm (1082\u20131094) begann ab 1086 der Neubau von Kloster und Kirche. Allerdings wurde Ottobeuren nun in die Auseinandersetzungen des Investiturstreits hineingezogen, was der Abtei schwer zu schaffen machte.<\/p>\n<p>Abt Heinrich I. (1100\u20131102) scheint wenig durchsetzungsf\u00e4hig gewesen zu sein. Ottobeuren war, wenn man der \u00dcberlieferung folgt, ein zerrissener Konvent. Das Kloster lag darnieder. Nach dem Tod Heinrichs I erbat der Klostervogt Rupert III. von Ursin vom <\/p>\n<p>Kloster Sankt Georgen im Schwarzwald den dortigen Prior Rupert als Abt f\u00fcr Ottobeuren. Rupert hatte wohl verwandtschaftliche Beziehungen zu den Herren von Ursin, worauf auch der Name Rupert deutet, denn bei der Familie von Ursin kommt Rupert als Leitname vor.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/b\/ba\/Ottobeuren_gradual.jpg\/220px-Ottobeuren_gradual.jpg\" width=\"220\" height=\"319\"><\/p>\n<p>Rupert I. (1102-1145) war vor seiner Zeit als Prior in St. Georgen ebenso wie sein Abt Theoger zuvor M\u00f6nche in Hirsau unter dem dortigen Abt Wilhelm. Dieser hatte die von Cluny ausgehende Reformbewegung in seinem Kloster eingef\u00fchrt. Hirsau wurde nun zum wichtigsten cluniazensischen Reformkloster in Deutschland.Theoger nahm die Hirsauer Reformbewegung nun f\u00fcr St. Georgen auf und strahlte auf weitere Kl\u00f6ster aus, indem 1. St. Georgener M\u00f6nchen als \u00c4bte zu reformierender Kl\u00f6ster eingesetzt wurden,<\/p>\n<p>2. St. Georgen an der Gr\u00fcndung von Kl\u00f6stern mitwirkte, 3. diese Gr\u00fcndungen u.a. als Priorate unter die St. Georgener M\u00f6nchsgemeinschaft unterstellt wurden. <\/p>\n<p>Ottobeuren seinerseits&nbsp; beeinflusste Ellwangen und das neue Kloster Marienberg in S\u00fcdtirol.  <\/p>\n<p>Nach seiner Wahl zum Abt ordnete Rupert Kloster und Klosterleben nach Hirsau-St. Georgener Grunds\u00e4tzen. Die neue kl\u00f6sterliche Disziplin zog auch eine wirtschaftliche Gesundung des Klosters nach sich. Denn haupts\u00e4chlich adlige bedachten das Kloster wieder reich mit Schenkungen, so dass sie M\u00f6nchsgemeinschaft ihren Grundbesitz massiv ausweiten konnte. Grundbesitz und besondere Rechte, dazu geh\u00f6rte auch freie Vogtswahl und freie Abtswahl machten im Mittelalter die wirtschaftliche Grundlage  <\/p>\n<p>eines Klosters aus. Abt Rupert f\u00fcllte den Konvent mit M\u00f6nchen&nbsp; aus anderen Reformkl\u00f6stern auf. Neben die Vollm\u00f6nche stellte er die Laienbr\u00fcder und er gr\u00fcndete in Ottobeuren eine Frauengemeinschaft. Die wirtschaftliche erweiterte Grundlage f\u00fchrte dazu, dass der unter Abt Adalhalm begonnene Neubau von Kloster und Kirche vollendet werden konnte. 1121 wurde die Kirchweihe durch die Bisch\u00f6fe Ulrich I. von Konstanz (1110\u20131127) und Hermann von Augsburg (1096\u20131133) vorgenommen. Die Schreibschule wurde ausgebaut und die Buchproduktion&nbsp; erreichte unter Ruperts Nachfolgern Nachfolgern Isingrim (reg. 1145-80) und Bernold (reg. 1180-94)&nbsp; ihren H\u00f6hepunkt.  <\/p>\n<p>Das Zusammenspiel zwischen Abt und Vogt, wohl erleichtert durch verwandtschaftliche Beziehungen scheint funktioniert zu haben. Mit seinem pragmatischen Reformkurs war er im Kloster Ottobeuren erfolgreich. Er starb nach \u00fcber 40 Jahren Regierungszeit in heiligm\u00e4\u00dfigem Ruf.  <\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Abt Isingrim (1145\u20131180). Er war mit dem Geschichtsschreiber und Bischof Otto von Freising (1138\u20131158) befreundet. Er begann die Ottobeurer Chronik zu verfassen. In seiner Regierungszeit entstanden auch kostbare liturgische Handschriften wie das Isingrim Missale, das Kollektar des M\u00f6nches Reinfrid und das Ottobeurer Graduale. Unter Isingrim muss auch die verloren gegangene Vita seines Vorg\u00e4ngers geschrieben worden sein. Er begleitete 1152 Bischof Konrad von Augsburg nach Rom. Dort best\u00e4tigte ihm Papst Eugen III. alle Privilegien und Besitzungen des Klosters. W\u00e4hrend seines Romaufenthalts brannte das Kloster und die Kirche nieder. Er lie\u00df den Neubau bald beginnen.&nbsp; 1171 best\u00e4tigte Kaiser Friedrich I. die Privilegien des Klosters.&nbsp; Zwei Jahre vor seinem Tod fiel Abt Isingrim in geistige Umnachtung. Prior Gernod \u00fcbernahm die Amtsgesch\u00e4fte.1180 starb Isingrim. 1204 wurden unter Abt Konrad (1194 \u2013 1229) die wieder errichteten Klostergeb\u00e4ude von Bischof Otto von Freising eingeweiht.Abt Konrad erhielt 1205 auch das Recht, die Inful zu tragen. Das erst 1204 wieder geweihte Kloster brannte schon 1217 wieder ab. Das Feuer griff auch auf den Markt Ottobeuren \u00fcber. Im Kloster wurden viele Kostbarkeiten und Handschriften vernichtet. Das Kloster wurde umgehend wieder aufgebaut. Das Frauenkloster scheint auch vernichtete worden zu sein. Es wird nun nicht mehr erw\u00e4hnt. Trotz zweier Br\u00e4nde bl\u00fchte das k\u00fcnstlerische Leben im Kloster. Um 1220 entstand das Gnadenkreuz. 1212 war die Familie von Ursin-Ronsberg im Mannesstamm ausgestorben. Die Vogtei kam dann an Gottfried von Marstetten und 1217 an die Staufer. Auf Konrad folgte Berthold I. (1227\u20131246) Seine Weihe fand in Geislingen statt.Er erlangte 1238 die Pontifikalien. Aus gesundheitlichen Gr\u00fcnden resignierte er.  <\/p>\n<p>Konrad II. (1296\u20131312) wurde von K\u00f6nig Albrecht 1299 als F\u00fcrst bezeichnet. Allerding verloren die \u00c4bte den F\u00fcrstenrang im 15. Jahrhundert wieder. Bei Pater Magnus Bernhard wird Abt Konrad in seiner kleinen Schrift \u201cBeschreibung des Klosters und  <\/p>\n<p>der Kirche zu Ottobeuren\u201d Ottobeuren 1883 nicht besonders gut bewertet. Unter ihm \u201ckam die Klosterzucht in Verfall\u201d (S.9). Die Vogtei war mittlerweile (1356) als Pfand an den Bischof von Augsburg gelangt. Da die F\u00fcrstbisch\u00f6fe eine Ausdehnung ihres Einflusses im  <\/p>\n<p>Ottobeurer Gebiet anstrebten, beanspruchten sie die weltliche und geistliche Obrigkeit. f\u00fcr das Kloster bedeutete dies eine zeitweilige Verk\u00fcmmerung seiner eigenen Territorialhoheit. Und es kam immer wieder zu Eingriffen in innerkl\u00f6sterliche Angelegenheiten.  <\/p>\n<p>das f\u00fchrte schlie\u00dflich zu jahrhundertelangen Rechtsstreitigkeiten. Auch wirtschaftlich hatte das Kloster zu k\u00e4mpfen. die Nachfolger Konrad, vor allem Abt Johann II. von Hocherer (1378\u20131390) versuchten die Lage durch Verkauf und Verpf\u00e4ndung namhafter Ortschaften und Besitzungen zu verbessern. So wurde zum Beispiel das Dorf G\u00fcnz, mehrere G\u00fcter in Egg verkauft. Abt Eggo Schwab (1404\u20131416), der letzte adlige Abt, schaffte dauerhaftere Erleichterung. Er erreichte auch mit dem Bischof Eberhard von Augsburg und dem Augsburger Domkapitel einen Vergleich, der 1411 geschlossen wurde. Er nahm am Konstanzer Konzil (1414-1418) teil. Er verteidigte die Rechte des Stiftes, was ihm den erbitterten Hass des umliegenden Adels zu zog, so sehr, dass ein erfolgreiches Mordkomplott gegen ihn durchgef\u00fchrt wurde. Seinen Einsatz f\u00fcr sein Stift zahlte er 1416 mit seinem Leben. Sein Nachfolger Johann Schedler (1416 \u20131443) nahm am Abschluss des Konzils teil. Er konnte den Konsolidierungskurs des Kloster fortsetzen und einige  <\/p>\n<p>D\u00f6rfer wie Wolfertsschwenden und Ollarzried f\u00fcr das Kloster erwerben.Der n\u00e4chste Abt JodokNiederh0f starb nach 10-j\u00e4hriger Regierungszeit an einem Schlaganfall. Auf ihn folgte Abt Johann VI. Kraus (1453\u20131460).Er unterlie\u00df nichts \u201cwas man je von einem emsigen  <\/p>\n<p>Abte zu erwarten befugt war\u201d wie der Ottobeurener&nbsp; Chronist Maurus Feyerabend in \u201cDes ehemaligen reichsstiftes Ottenbeuren Benediktiner ordens in Schwaben Jahrb\u00fccher\u201d im 2. Band erschienen in Ottobeuren 1814 auf Seite 671 schreibt. Dann wurde er Opfer einer \u00fcblen Verleumdung, als Verschwender von Klosterg\u00fctern bezeichnet, gefangen genommen und seines Amtes enthoben. Er lebte nach seiner Absetzung noch 15 Jahre in Kempten. Auch das Klosterarchiv wurde gewaltsam nach Dillingen verlagert. F\u00fcr die Rechte des Stifts wichtige Urkunden wurden diesem so entzogen.Obwohl Ottobeuren auf dem Recht auf freier Abtswahl&nbsp; bestand, setzte Kardinal Peter aus Augsburg Propst Wilhelm von&nbsp; Lustenau aus Roth bei Dinkelsb\u00fchl als Abt ein. Roth war eine Propstei des Klosters Hirsau. Er verf\u00fcgte \u00fcber eine gro\u00dfe Beredsamkeit, war ein guter Gesch\u00e4ftsmann und galt als guter Vermittler und Schlichter in Streitsachen und wurde oft besucht, um sich in schwierigen Angelegenheiten Rat einzuholen. Er war aber, wie ihn Feyerabend beschreibt&nbsp; \u201cmehr ein gef\u00e4lliger Welt-als ein guter Ordensmann\u201d (S.679 ebda) Schon kurz nach beginn seiner Amtszeit in Ottobeuren h\u00e4ufte er dort Schulden auf. Die Ordensdisziplin lie\u00df schnell nach, da er mit schlechtem Beispiel voranging. Au\u00dferdem lie\u00df er eine Reihe unn\u00f6tiger und zweckloser Geb\u00e4ude errichten. Um das zu finanzieren verkaufte er grundeigene H\u00f6fe,&nbsp; Waldungen, Wiesen und andere Besitzungen. Das f\u00fcr das Kloster gef\u00e4hrlichste war, dass er sich seinem G\u00f6nner Kardinal Peter immer&nbsp; erkenntlich zeigte, nicht auf die Einhaltung der Rechte des Stiftes pochte und widerrechtliche Eingriffe einfach hinnahm. Dies gef\u00e4hrdete die weltliche Unabh\u00e4ngigkeit des Stiftes enorm. Die Vergabe bedeutender Rechte an den Augsburger Kardinal, es ging um die Erhebung einer Kriegssteuer, wurde nur durch das standhafte Benehmen des Ottobeurer Vogtes Konrad von Werwang, des Fleckenammanns Jos Hildebrand und der \u00fcbrigen Hauptleute der&nbsp; untergebenen Dorfschaften verhindert. 1465 kam im nahegelegenen Eldern eine Wallfahrt auf, weil dort ein Gnadenbild gefunden worden war. Ein Bauer lie\u00df dort eine h\u00f6lzerne Kapelle errichten, die Abt Wilhelm mit einer kleinen Kirche \u00fcberbauen lie\u00df. Sein Nachfolger Abt Nikolaus R\u00f6slin&nbsp; lie\u00df diese dann 1487 zu einer ger\u00e4umigen Kirche ausbauen. Eldern entwickelte sich dann zum meistbesuchten Wallfahrtsort im Bistum Augsburg.  <\/p>\n<p>1467 entsagte Abt Wilhelm f\u00fcr sechs Jahre auf alle Regierungsgesch\u00e4ft und legte alle zeitlichen Verwaltung in die H\u00e4nde des Kardinals. Dar\u00fcber fertigte er eine Urkunde aus, in der er den Augsburger Bischof ausdr\u00fccklich als in allen geistlichen und weltlichen Sachen ausdr\u00fccklich als \u201cobergn\u00e4digsten Herrn \u201c bezeichnete. (Feyerabend S. 692)  <\/p>\n<p>Kardinal Peter von Augsburg verstarb 1469. Sein Nachfolger Johann von Werdenberg verfolgte in Ottobeuren aber die gleiche Politik weiter. Schon nach dem Amtsverzicht war der Prior weg versetzt worden. Viele M\u00f6nche wurden aus anderen Kl\u00f6stern nach Ottobeuren gebracht. Diese kannten die rechte des Stiftes nat\u00fcrlich nicht. Der Klostergemeinde belie\u00df man nur \u201cdie Ehre und das Verdienst des Gehorsams\u201d (Feyerabend S. 693)Die Unruhe im Kloster war dem neuen Augsburger Bischof auch nicht verborgen geblieben. Im Herbst kam er selbst nach Ottobeuren. Er setzte Abt Wilhelm, der ja nur auf sechs Jahre seine Regierungsgesch\u00e4fte abgelegt hatte, nun ab und ging nach Augsburg zur\u00fcck. Seinen Schreiber Johann Kurwang hatte er mit der Verwaltung beauftragt.  <\/p>\n<p>Die Ordensgeistlichen sahen f\u00fcr die k\u00fcnftige Verwaltung des Stiftes Schlimmes&nbsp; voraus und stellten ihre Sicht in einem Schreiben an den F\u00fcrstbischof dar. Als sie erfuhren, dass der Bischof mit starker Begleitung anreiste, packten die noch vorhanden Schriftst\u00fccke, Kirchenger\u00e4t, Inful und Abtsstab und flohen zum Landvogt von Schwaben Johann Truchsess von Waldburg und stellten sich unter dessen Schutz. Auf Befehl des Bischofs wurden nun sechs M\u00f6nche aus St. Afra und sechs aus Elchingen in das verwaiste Kloster entsandt. Nun griffen auch die benachbarten geistlichen und weltlichen St\u00e4nde ein, um die verworrene Lage zu entspannen. Die Klostergemeinde wandte sich nun direkt an Rom.Von dort wurden der Abt von St.Gallen und von Salem beauftragt, die Angelegenheit zu untersuchen.&nbsp; Abt Wilhelm war schon vorher wieder eingesetzt, weigerte sich aber, den abgereisten M\u00f6nchen, ihre Kosten zu ersetzen, wie es die Schiedskommission entschieden hatte. Auch ein Kirchenbann von der Kommission \u00fcber den Abt verh\u00e4ngt, \u00e4nderte nichts. die Lage war noch verworrener. Abt Wilhelm hatte sich beim Augsburger Bischof beschwert. Dieser unterst\u00fctze ihn und nun wandten sie sich beide an Rom. Eine neue weitere Untersuchung wurde eingeleitet. In der Sache passierte zwei Jahre nichts.  <\/p>\n<p>Schlie\u00dflich sicherte der Augsburger Bischof eine gute Aufnahme der ausgewanderten M\u00f6nche zu und auch Papst Sixtus IV. hatte die R\u00fcckkehr ausdr\u00fccklich angeordnet. Die M\u00f6nche kehrt also zur\u00fcck. Abt Wilhelm, wieder in Amt und W\u00fcrden, zeigte sich weniger als  <\/p>\n<p>Vater, sondern rachs\u00fcchtig und kleinlich. Es gab eine neue Beschwerde in Rom. Die \u00c4bte von St. Gallen und Salem wurden nochmals t\u00e4tig und belegten Abt Wilhelm nun \u00f6ffentlich mit dem Kirchenbann. Der gab immer noch nicht klein bei. Schlie\u00dflich schickte der Papst den Dompropst von Brixen als seinen Legaten nach Ottobeuren. Alle Klostergeistlichen wurden auf andere Kl\u00f6ster verteilt.Abt Wilhelm verstarb 1479. Die verbliebene Ordensgemeinde, die nur aus ausw\u00e4rtigen M\u00f6nchen bestand,\u00fcberlie\u00df die Benennung  <\/p>\n<p>eines Nachfolgers dem F\u00fcrstbischof von Augsburg und den \u00c4bten von Elchingen und Wiblingen. Diese ernannten den bisherigen Prior von Elchingen Nikolaus R\u00f6sslin zum Nachfolger von Abt Wilhelm. Als die auf diese Kl\u00f6ster verteilten M\u00f6nche von Ottobeuren davon erfuhren, versammelten sie sich in Isny und w\u00e4hlten dort Wilhelm Steudlin zum Abt. Nun hatte Ottobeuren pl\u00f6tzlich zwei \u00c4bte. Abt Nikolaus (1479-1472) aber setzte sich schlie\u00dflich durch. 1488 erhielt er f\u00fcr Ottobeuren das Recht zwei Jahrm\u00e4rkte im Jahr und zwar zu St. Urban und zu&nbsp; Michael abzuhalten. Auf ihn folgte Abt Matth\u00e4us Ackermann (1492 \u20131508). In seiner Regierungszeit besuchte Kaiser Maximilian das Stift im Jahre 1497 und 1507.1498 erlaubte Maximilian neben den beiden Jahrm\u00e4rkten noch einen Wochenmarkt jeweils am Donnerstag, auch heute noch markttag in Ottobeuren.  <\/p>\n<p>Der am 18.3. 1481 in Biberach geborene Nikolaus Ellenbogen trat nach seinen Universit\u00e4tsstudien in Heidelberg (1497), Krakau (1501), Montpellier (1502\/3) 1504 in das Kloster Ottobeuren ein. Er verwaltete hier verschiedene \u00c4mter wie Prior, \u00d6konom und Novizenmeister. Er war Humanist. Die Reformation lehnte er entschieden ab,  <\/p>\n<p>ohne die Reformbed\u00fcrftigkeit der Kirche zu verkennen. Er stand mit vielen Gelehrten seiner Zeit wie Erasmus, Reuchlin, Peutinger, Eck, Jakobus Locher Philomusus, Johann Altenstaig in schriftlichem Gedankenaustausch.&nbsp; Im Kloster leitete er die 1509 errichtete Klosterdruckerei. Er sorgte f\u00fcr die Bereicherung der Klosterbibliothek. Die in Ottobeuren gegr\u00fcndete, wenn auch kurzlebige Universit\u00e4t der schw\u00e4bischen Benediktinerabteien begr\u00fc\u00dfte er begeistert.  <\/p>\n<p>Nach Pater Magnus Bernhard ( s.o. S.10) war Abt Matth\u00e4us Ackermann&nbsp; ein \u201c\u00fcbler Haush\u00e4lter\u201d. Er resignierte 1508.  <\/p>\n<p>&nbsp; <\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/index34.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"index3\" style=\"border-left-width: 0px; border-right-width: 0px; border-bottom-width: 0px; float: none; margin-left: auto; display: block; border-top-width: 0px; margin-right: auto\" border=\"0\" alt=\"index3\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/index3_thumb4.jpg\" width=\"128\" height=\"86\"><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Leonhard Wiedemann (1508 \u20131546).Vom zuf\u00e4llig in Ulm anwesenden Kaiser Maximilian lie\u00df er sich die hergebrachten Stiftsrechte und vor allem den Blutbann \u00fcber den Marktort best\u00e4tigen.<\/p>\n<p>1509 errichte er in Ottobeuren eine eigene Buchdruckerei. Bis auf einen M\u00f6nch aus F\u00fcssen arbeiteten nur M\u00f6nche aus Ottobeuren in der Druckerei. Das erste Buch, das gedruckt wurde, war ein Werk Alkuins, des Leiters der Hofkapelle in Aachen,<\/p>\n<p>\u00fcber die Heiligste Dreieinigkeit und der Menschwerdung Jesu Christi. Es war die erste Buchdruckerei in Schwaben. Wie oben erw\u00e4hnt war Nikolaus Ellenbogen&nbsp; der Leiter der Buchdruckerei. Erst der Bauernkrieg im Jahre 1525 unterbrach die T\u00e4tigkeit,<\/p>\n<p>da die Formen zerst\u00f6rt worden waren.<\/p>\n<p>1517 schlug Martin Luther seine Thesen in Wittenberg an der Schlosskirche an. Was zun\u00e4chst eher ein Schulstreit war,weitete sich zur Reformation und Kirchenspaltung aus. Obwohl nahe an der Reichstadt Memmingen gelegen, die wie die meisten Reichst\u00e4dte evangelisch wurden, blieb von der Reformation praktisch unber\u00fchrt.<\/p>\n<p>Im Bauernkrieg 1525 wird die romanische Klosterkirche schwer besch\u00e4digt. Das Kloster wurde gepl\u00fcndert, die Druckst\u00f6cke der Druckerei zerst\u00f6rt. Der Vater von Nikolaus Ellenbogen, Ulrich Ellenbogen, soll eine reichhaltige Bibliothek gehabt haben, die Nikolaus nach Ottobeuren mitnahm. Sie wurde im Bauernkrieg ebenfalls zerst\u00f6rt. Der Abt hatte sich in Ulm in Sicherheit gebracht, die meisten M\u00f6nche entweder in die Schweiz oder nach Bayern in die Kl\u00f6stern Scheyarn, Thierhaupten und Tegernsee. Truchsess<\/p>\n<p>Georg von Waldburg, der Bauernj\u00f6rg, besiegte die Bauern in mehreren Schlachten, zuletzt in Leubas. Dem Kloster Ottobeuren war ein Schaden von 20.000 Gulden entstanden.<\/p>\n<p>Aber unter dem&nbsp; 30-j\u00e4hrigen Krieg leidet das Kloster. Es wird besch\u00e4digt und gepl\u00fcndert. Von seinen Untertanen verlangte Abt Leonhard keine Entsch\u00e4digung. <\/p>\n<p>1534 kaufte Abt Leonhard Rebg\u00fcter zu Immenstaad und Sipplingen am Bodensee. F\u00fcr die aus Memmingen vertriebenen Klosterfrauen lie\u00df er 1537 in Eldern eine Wohnung bauen.<\/p>\n<p>1541 wurde in Ottobeuren eine Lehranstalt f\u00fcr morgenl\u00e4ndische Sprachen in Zusammenarbeit der schw\u00e4bischen Benediktinerkl\u00f6ster errichtet.Das sollte der Grundstock zur Benediktineruniversit\u00e4t werden. 1543 wurde sie feierlich er\u00f6ffnet, aber schon 1544 nach<\/p>\n<p>Elchingen verlegt.<\/p>\n<p>1546 brach der Schmalkaldische Krieg aus. Das Kloster verlor einen Teil seiner wertvollsten Handschriften, beste Habseligkeiten und Ger\u00e4tschaften sowie 100 Malter Getreide,&nbsp; die nach F\u00fcssen gefl\u00fcchtet waren, aber dort den Schmalkaldischen Truppen in die H\u00e4nde fielen. Au\u00dferdem musste der Markt und das Kloster 7000 Gulden Brandschatzung zahlen. Abt Leonhard zog sich nach Sipplingen zur\u00fcck, wo das Kloster ja Weinberge und auch eine \u201canst\u00e4ndige Behausung\u201d (Feyerabend, III S. 158)erbaut hatte. Dort&nbsp; starb 1546 nach 39-j\u00e4hriger Regierungszeit. In Ottobeuren vertrat in sein Amtsgehilfe Kaspar Kindermann. Er ist in Stegen im Kanton Z\u00fcrich geboren. In St. Gallen besuchte er die Klosterschule, ging aber wegen der sehr unsicheren Lage zu Beginn der Reformation nach Ottobeuren, wo er eine gute Aufnahme erfuhr. Seine weitere Ausbildung erfolgte unter Nikolaus Ellenbogen . 1536 wurde er zum Priester geweiht. Er wurde sp\u00e4ter \u00d6konom. In der neuerrichteten Schule wurde er Pr\u00e4fekt und Direktor. 1547 wurde er zum Abt (1547\u20131584) gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Schon ihm erstem Regierungsjahr erfolgte die Belehnung mit dem Blutbann f\u00fcr Ottobeuren durch Karl V. Er begann auch gleich mit dem Neubau der im Bauernkrieg zerst\u00f6rten Stiftskirche. Sie hatte eine Orgel,die J\u00f6rg Ebert mit 5 Gesellen erbaut hat. Ebert war ein sehr bekannter Orgelbauer seiner Zeit und hat unter anderem die Orgel der Innsbrucker Hofkirche erbaut, die im Prager Dom fertig gestellt. Die nun im Renaissance-Stil errichtete Kirche wurde wurde 1558 vom Augsburger F\u00fcrstbischof Otto Truchsess von Waldburg geweiht. Sie hatte 20.000 Gulden gekostet.<\/p>\n<p>Der Sieg Karls V. bei M\u00fchlberg im Schmalkaldischen Krieg hatte nur eine Atempause gew\u00e4hrt. Im F\u00fcrstenaufstand von 1551 verschwor sich Moritz von Sachsen mit anderen F\u00fcrsten gegen Kaiser Karl. Als diese sich mit dem franz\u00f6sischen K\u00f6nig Heinrich II. verb\u00fcndeten, musste Karl V. fliehen. F\u00fcr Schwaben und Ottobeuren hatte das zur Folge, dass wieder ein s\u00e4chsisches Heer im Anmarsch war. Im Mai 1552 ritten s\u00e4chsische Reiter in Ottobeuren ein und forderten sofort 8000 Gulden und drohten, alles zu zerst\u00f6ren und zu verbrennen. Abt Konrad musste fliehen. Chorgesang wurde verboten, Messen abgeschafft. Der B\u00fcrgermeister von Memmingen lie\u00df einen Leiterwagen voll Lutherbibeln auf den Marktplatz von Ottobeuren fahren. Durch den Kirchenbau war das Stift ohnehin klamm. Abt Konrad konnte sich das Geld beschaffen und so die Soldaten zum Abzug bewegen. Anfang Juli konnte der Abt nach Ottobeuren zur\u00fcckkehren. Er lie\u00df die Lutherbibeln einsammeln und im Klosterhof verbrennen. Der Passauer Vertrag vom 2. August 1552<\/p>\n<p>brachte die formale Anerkennung des Protestantismus. Erst der 30-j\u00e4hrige Krieg ab 1618 brachte wieder einen Religionskrieg \u00fcber das Land. Der Augsburger Religionsfriede von 1555 schrieb die formale Anerkennung des Protestantismus dann auch reichsrechtlich fest.<\/p>\n<p>Au\u00dfer der Stiftskirche baute Abt Konrad die St. Sebastianskapelle auf dem Gottesacker. Auch profane Geb\u00e4ude lie\u00df er errichten so die untere und obere M\u00fchle in Ottobeuren sowie die Riedm\u00fchle bei Beningen.<\/p>\n<p>Kaiser Karl V. starb am 21. September 1558 . Ferdinand nahm schon ab 1532 die Stellvertretung f\u00fcr Karl V. Auch der Passauer Vertrag und der Augsburger Religionsfrieden wurden von ihm ausgehandelt. nach dem Tod Karls V. wurde Ferdinand 1558 in Frankfurt zum Kaiser gew\u00e4hlt.Am 5. Januar 1559 lie\u00df sich Kaiser Ferdinand in Augsburg huldigen. Auch Abt Konrad war zugegen und nutzte die Gelegenheit, um die Best\u00e4tigung der gesamten Stiftsrechte zu erbitten. Diese erfolgte einige Monate sp\u00e4ter.<\/p>\n<p>1563 erteilte Kaiser Ferdinand dem Kloster das Recht auf alle Schenkweine die 13. Ma\u00df als Umgeld fordern zu d\u00fcrfen. (das Umgeld war eine Art Umsatzsteuer) 1565 konnte Abt Konrad die D\u00f6rfer Rumoltshausen und Altusried wieder in Besitz des Stiftes bringen.<\/p>\n<p>Im Dezember 1565 brannte der Abteistock nieder. Dabei verbrannte ein altes auf Pergament geschriebenes Buch und ein in Silber gefasster Arm des heiligen Abts Gall.<\/p>\n<p>1578 entsandte Papst Gregor VIII. Felizian Ninguarda als p\u00e4pstlichen Nuntius nach S\u00fcddeutschland. In Ottobeuren setzte dieser 1579 eine Rosenkranzbruderschaft ein. Schon im dritten Jahr nach der Einsetzung z\u00e4hlte sie 1540 Mitglieder.<\/p>\n<p>In Frechenrieden drohte der Kirchturm einzust\u00fcrzen. 1558 lie\u00df Abt Konrad in neu erbauen. Im Folgejahr kaufte er einen eintr\u00e4glichen Hof in Wolfertschwenden und einen anderen in Altusried. In diesem Jahr wurde auch der Gregorianische Kalender eingef\u00fchrt,<\/p>\n<p>was in katholischen Gegenden problemlos war, in protestantischen aber nicht ohne widerst\u00e4nde vonstatten ging. 1584 wollte Abt Konrad abdanken. Er verstarb aber bereits am 5. Januar 1584.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Quellbild anzeigen\" src=\"https:\/\/www.heiligenlexikon.de\/Fotos\/Konrad_von_Ottobeuren2.jpg\" width=\"442\"><\/p>\n<p>Der Stiftsprior Peter Schmid hatte vers\u00e4umt, dem F\u00fcrstbischof in Augsburg Marquard vom Berg eine Todesanzeige zukommen zu lassen, wie es seit einiger Zeit \u00fcblich war. Das hatte Folgen. Kurz nach der Beerdigung des Verstorbenen erschien der f\u00fcrstbisch\u00f6fliche Hofrat in Ottobeuren, verlas einen schriftlichen Auftrag vor dem Konvent und verlangte die Abreise zweier Abgeordneter nach Dillingen. Eigenm\u00e4chtig ernannte der F\u00fcrstbischof die f\u00fcr das Wahlgesch\u00e4ft assistierenden Pr\u00e4laten, n\u00e4mlich Abt Gall aus Elchingen, Abt Christoph von Donauw\u00f6rth uns Abt Thomas von Irsee. Am Wahltag erschien der F\u00fcrstbischof selbst. Der Weibischof er\u00f6ffnete die Wahl mit dem Hinweis, dass der F\u00fcrstbischof dem Konvent gn\u00e4digst das Recht und die Befugnis&nbsp; gew\u00e4hre, einen Abt zu w\u00e4hlen, obgleich es in der Macht des Herrn Ordinarius st\u00fcnde,einen anderen beliebigen, ja sogar aus einem anderen Kloster kommenden dem Konvent zum Abte geben k\u00f6nne. Das widersprach dem Recht des Stiftes auf freie Abtswahl, den mit dem Augsburger F\u00fcrstbischof Peter von Schaumburg (1424 \u20131469) und sogar der Ordensregel. Pater David Aicheler, der auch in Dillingen war, erhob Einspruch im Namen des Konvents.<\/p>\n<p>Gew\u00e4hlt wurde schlie\u00dflich Abt Gallus Memminger (1584\u20131599). Er ist 1535 in Ochsenhausen geboren und legte in Ottobeuren die Ordensgel\u00fcbde&nbsp; 1556 ab. Er war einige Zeit f\u00fcr den Fruchtkasten in Ottobeuren und die \u00d6konomie zust\u00e4ndig.<\/p>\n<p>Adam von Stein holte die Best\u00e4tigung der Regalien und die Best\u00e4tigung der stiftsrechte bei Kaiser Rudolf II. in Prag ein. Dies wurde am 1.09. 1584 in Prag beurkundet. Abt Gallus nahm als erstes die Wiedererbauung der St. Nikolauskapelle in Angriff, die Abt Kaspar noch zu bauen vorhatte. 1594 kaufte er das Dorf Ungerhausen und die Schlosskapelle von Konrad V\u00f6hlin, dem ehemaligen Augsburger B\u00fcrgermeister f\u00fcr 65.000 Gulden verteilt auf drei Jahresraten. Um das zu finanzieren musste er die ergiebigsten Nutzungen und Renten des Stifts auf mehrere Jahre verpf\u00e4nden. Er&nbsp; baute auch das Rat-und Kornhaus am Markt.Er war nicht sehr firm in Rechtssachen, was zum Beispiel die F\u00fcrstbisch\u00f6fe sehr wohl nutzten. Auch war er ein sehr schlechter Wirtschafter, was schlie\u00dflich dazu f\u00fchrte, dass er 1599 abdanken musste.Er war kein Verschwender, aber einfach \u00f6konomisch unf\u00e4hig. Nach seiner Resignation lebte er noch sechs Jahre in der alten Abtei. Er hatte eine Pension von 200 Gulden j\u00e4hrlich, die er noch zum Gro\u00dfteil unter seinen bed\u00fcrftigen Verwandten verteilte.<\/p>\n<p>Als Nachfolger von Abt Gallus wurde am 25. Januar 1600 Abt&nbsp; Alexander Sauter (1600 \u2013 1612) gew\u00e4hlt. Er war bis 1596 Haus\u00f6konom in Ottobeuren. Dann wurde er Abt in Kloster Andechs, wo er dem verstorbenen Abt David Aicheler nachfolgte. Abt David&nbsp; war von den Herz\u00f6gen von Baiern 1588 aus Ottobeuren angefordert worden und war da bis zu seinem Tode 1596 Abt. Die Baiernherz\u00f6ge waren mit diesem Abt so zufrieden, dass der Nachfolger ebenfalls aus Ottobeuren kommen sollte. So wurde David Sauter angefordert und in Andechs zum Abt gew\u00e4hlt. 1600 sollte er also auf den Abtsstuhl nach Ottobeuren wechseln. Seine Amtszeit war gepr\u00e4gt durch eine st\u00e4ndige Auseinandersetzung mit dem F\u00fcrstbischof von Augsburg und die Verteidigung der Stiftsrechte. Als erstes erbat er bei Kaiser Rudolf II.&nbsp; die Best\u00e4tigung der alten Stiftsrechte f\u00fcr die alten Besitzungen aber auch das neu angekaufte Ungerhausen. Gleich zu beginn seiner Regierung entbrannte ein heftiger Rechtsstreit. Ein mindelheimer Untertan erlitt t\u00f6dliche Verletzungen. Wegen der unmittelbaren Landesherrlichkeit-die Oberherrlichkeit lag damals bei der Landvogtei Schwaben- klagte Abt Alexander beim kaiserlichen Reichskammergericht in Speyer. Dagegen ging der Mindelheimer Pr\u00e4tendent&nbsp; vor mit der Argumentation, Ottobeuren w\u00e4re als ein mittelbares Stift dem jeweiligen Bischof von Augsburg unterworfen, d\u00fcrfe also gar nicht vor dem Reichskammergericht klagen sondern in Augsburg.<\/p>\n<p>1603 schrieb Rudolf II. eine T\u00fcrkensteuer aus. Da Augsburg ja die Schutzvogtei f\u00fcr Ottobeuren ohne Rechtsgrundlage f\u00fcr sich beansprucht hatte, h\u00e4tte es jetzt das Stift bei dessen uralten Freiheiten eigentlich gegen jegliche derartige Reichsabgabe verteidigen m\u00fcssen. Aber zwei bisch\u00f6fliche Beamte erschienen in Ottobeuren und forderten diese Steuer nicht als einen wie bisher freiwilligen Beitrag, sondern als Pflichtabgabe.Abt Alexander lehnte das rundweg ab. In Sachen&nbsp; Fugger vs. Ottobeuren rieten die Augsburger Beamten zu einem Kompromiss, um einen Prozess in Speyer auszuweichen. In Sachen Reichsunmittelbarkeit w\u00fcrde Augsburg diese aber nicht aus den H\u00e4nden geben. 1610 zog Kaiser Rudolf das Schutzvogteirecht&nbsp; f\u00fcr Ottobeuren wieder an sich, das ja nur lehensweise an Augsburg gekommen sei und entzog es dem F\u00fcrstbischof. Aber die Sache war noch nicht zu Ende. Am 11. Januar lie\u00df der F\u00fcrstbischof Heinrich von Kn\u00f6ringen Abt Alexander im Otterwald \u00fcberfallen und gefangen nehmen. er wurde nach Dillingen gebracht und blieb dort immerhin 8 Wochen inhaftiert. Nach einigen Zugest\u00e4ndnissen wurde er schlie\u00dflich entlassen \u201cwornach man ihn zu Hause als einen unersch\u00fctterlichen Vertheidiger der theuersten Stiftsrechte mir aller Ehrfurcht und Freude empfing\u201d. <\/p>\n<p>(Pater Magnus Bernhard ,a.O. S.12) Abt Alexander konnte die jahrelangen Rechtsstreitigkeiten nur durchsteh, weil er in seinem Prior Gallus Sandholzer einen treuen Gef\u00e4hrten zur Seite hatte, der ihm in der Abtei den R\u00fccken frei hielt. Das Stift genoss einen ausgezeichneten Ruf . So schrieb nach Feyerabend F\u00fcrstbischof Konrad von Eichst\u00e4dt an Abt Alexander \u201cin Hinsicht auf die Klosterzucht, auf \u00f6konomische gute Verwaltung,Flei\u00df und Emsigkeit seiner Bewohner\u201d ( III, S. 304) und erbat sich einen M\u00f6nch aus Kloster Ottobeuren f\u00fcr den Abtstuhl von Blankstetten. Abt Alexander von den vielen Leiden und M\u00fchen zerm\u00fcrbt und gesundheitlich angeschlagen legte am 29. M\u00e4rz 1612 sein Amt nieder. Er lebte noch bis 1631.<\/p>\n<p>In seiner Regierungszeit hatte den Hof Lerchenberg gekauft. In Immenstadt lie\u00df er einen neuen Keller errichten, in Sipplingen eine Gartenmauer. Die Stiftskirche erhielt eine gro\u00dfe Monstranz und in der Wallfahrtskirche von Eldern zwei Alt\u00e4re.<\/p>\n<p>Noch eine Nachwirkung der Gefangennahme. Ottobeuren zeigte sich als gro\u00dfer Verfechter und Unterst\u00fctzer der Benediktiner-Universit\u00e4t in Salzburg. M\u00f6nche aus Ottobeuren wurden nur noch wenige an die Universit\u00e4t in Dillingen geschickt. Schlie\u00dflich sa\u00df dort Abt Alexander im Gef\u00e4ngnis.<\/p>\n<p>Der Konvent w\u00e4hlte Gregor Reubi&nbsp; (1612 bis 1628) zu seinem Nachfolger . Er ist im Jahr 1572 in Sonthofen geboren. 1592 legte er die Ordensgel\u00fcbde in Ottobeuren ab. Dort war er zun\u00e4chst als \u00d6konom t\u00e4tig. Er&nbsp; folgte dann Prior Gallus Sandholzer nach, der vom Bischof nach St. Mang in F\u00fcssen als Prior geschickt worden war.<\/p>\n<p>Abt Gregor erbat und erhielt die Best\u00e4tigung der Rechte des Stiftes Ottobeuren von Kaiser Matthias (1612-1619). In Erkheim konnte er den vierten Teil eines adligen Guts f\u00fcr&nbsp; 12.000 Gulden kaufen. Da es sich sowohl&nbsp; bei dem Gut als Erkheim um kemptisches Lehen handelte, verglich er sich mit Kempten, um sp\u00e4tere Mi\u00dfhelligkeiten zu vermeiden. Dar\u00fcber wurde auch ein Schriftst\u00fcck angefertigt.<\/p>\n<p>Das Konzil von Trient hatte gefordert, dass Priesterseminare, bzw. Bildungsanstalten&nbsp; f\u00fcr den Klerus eingerichtet werden. In Salzburg konnte F\u00fcrsterzbischof Markus Sittikus den Benediktinerorden f\u00fcr das Projekt, eine Landesuniversit\u00e4t zu errichten, gewinnen.<\/p>\n<p>Vor allem bei Abt Joachim von St. Peter in Salzburg fand er ein offenes Ohr. Am 20. September 1617 wurde von Abt und F\u00fcrstbischof das \u201c1. Fundationsinstrument\u201d unterzeichnet. Abt Joachim reiste dann nach Schwaben, erfuhr aber von dortigen Benediktinerabteien kaum Unterst\u00fctzung. Aber Abt Gregor von Ottobeuren war der Meinung, dass man diese Chance, die f\u00fcr den ganzen Orden wichtig sei, auf jeden Fall nutzen soll. Er sagte zu, Lehrer aus Ottobeuren nach Salzburg zu schicken und er wollte auch andere \u00c4bte zur Zusammenarbeit ermuntern. Im November 1517 nahm die Lehranstalt ihren Betrieb auf. Ottobeuren hatte f\u00fcnf M\u00f6nche als Lehrer nach Salzburg entsandt, Irsee einen. Den weg zur Volluniversit\u00e4t schaffte man ab 1619. 33 vor allem s\u00fcddeutsche Benediktinerkl\u00f6ster hatten sich u einer Benediktinerkonkregation zusammen geschlossen und sie sollte das Universit\u00e4tsprojekt mittragen. Das 2. Fundationsinstrument gab den rechtlichen Rahmen. Als dann F\u00fcrsterzbischof Paris Reichsgraf von Lodron (1621 &#8211; 1653)<\/p>\n<p>zusagte, das erhebliche Stiftungskapital aufzubringen und er au\u00dferdem versprach, die erforderlichen kaiserlichen und p\u00e4pstlichen Privilegien einzuholen, stand der Universit\u00e4tsgr\u00fcndung nichts mehr im Wege. Kaiser Ferdinand II. erhob das bisherige benediktinische Gymnasium am 05.10 1622 zur Universit\u00e4t. Die Privilegien beeinhalteten das Recht der Verleihung von akademischen Graden bis zum Magisterium aber nur&nbsp; in den \u201efreien K\u00fcnsten und philosophischen Studien\u201c. Der 1. Rektor der neuen Universit\u00e4t<\/p>\n<p>wurde Albert Keuslin aus Ottobeuren. Er war einer der 5 von Abt Gregor nach Salzburg entsandten 5 Ottobeurer M\u00f6nche. Von&nbsp; 1626\u20131657 war er Abt von St. Peter in Salzburg.<\/p>\n<p>Abt Gregor wurde f\u00fcr die Bem\u00fchungen um die Ausbildung seines Ordensnachwuchses von Papst&nbsp; Paul V. in einem apostolischen Breve ausdr\u00fccklich gelobt und erhielt die \u201cKassinensischen Privilegien\u201d<\/p>\n<p>1617 machte Gallus Sandholzer, der nach zwei Jahren als Prior in St. Mang wieder nach Ottobeuren zur\u00fcckgekehrt war, eine wichtige Entdeckung. Die Augsburger Erzbisch\u00f6fe hatten ihre Anspr\u00fcche gegen die Reichsunmittelbarkeit und Steuerfreiheit Ottobeurens bisher immer mit einer Schenkungsurkunde Kaiser Heinrich V. begr\u00fcndet. 1116 soll dieser das Stift Ottobeuren an den Bischof von Augsburg geschenkt haben. Nun entdeckte Gallus Sandholzer, dass sich diese Schenkung nicht auf Ottobeuren, sondern auf Benediktbeuren bezog. Augsburg hatte also 150 Jahre die falsche Urkunde gegen Ottobeuren als Argument vorgebracht. \u201cDa\u00df der Abt von dieser Entdeckung den entscheidenden Gebrauch gemacht habe, versteht sich von selbst\u201d sagt Feyerabend&nbsp; (III,S.339) dazu.<\/p>\n<p>1624 wurde dem Stift vom Reichskammergericht die Reichsunmittelbarkeit und Steuerfreiheit zugesprochen. Augsburg wurde nur die Schutzvogtei \u00fcberlassen. Mit all seinen Anspr\u00fcchen wurde es zur\u00fcckgewwiesen und musste au\u00dferdem die aufgelaufenen Gerichtskosten bezahlen.<\/p>\n<p>1618 brach mit dem Prager Fenstersturz der Drei\u00dfigj\u00e4hrige Krieg aus.In den ersten 5 Kriegsjahren wurde der Krieg haupts\u00e4chlich in B\u00f6hmen und der Kurpfalz ausgetragen. (B\u00f6hmisch-Pf\u00e4lzischer Krieg 1618-1623). Dann wurde im im D\u00e4nisch-Nieders\u00e4chsischen Krieg<\/p>\n<p>(1623-1629) vor allem Niedersachsen zum Kriegsschauplatz. Die Niederlage der D\u00e4nen bei Lutter f\u00fchrte dazu, dass sie ihre deutschen verb\u00fcndeten verloren. In der Folge schieden sie aus dem Krieg aus. Die protestantische Sache schien verloren und Kaiser Ferdinand konnte 1629 das Restitutionsedikt erlassen, das die R\u00fcckerstattung aller seit 1555 von protestantischen F\u00fcrsten eingezogenen geistlichen Besitzt\u00fcmer vorsah. Aber 1630 griff Schweden in den Krieg ein und nun erreichte er auch S\u00fcddeutschland.<\/p>\n<p>1628 trat Abt Gregor zur\u00fcck. Er konnte ein gut aufgestelltes Haus hinterlassen. Obwohl er viele kostspielige Rechtsstreite f\u00fchren musste, konnte er 97.188 Gulden an Schulden tilgen. Er baute die Schule, die Walk, die Br\u00e4ustatt, den Hof zu Schachen samt Fischteich,<\/p>\n<p>einen Salzstadel in Ottobeuren und das Klostertor mit Zugbr\u00fccke. In Sipplingen und Schachen errichtete er je eine Torkel. F\u00fcr Kirchenparamente und die Verzierung der Alt\u00e4re gab er viel Geld aus. Von den Ottobeurer \u00c4bten war er der erste, der vom Kaiser zum kaiserlichen Rat ernannt wurde. Nach Niederlegung der Abtsw\u00fcrde lebte er noch 9 Jahre. Er starb 1637.<\/p>\n<p>1628 wurde der neue Abt Andreas Vogt (1628 \u2013 1633) gew\u00e4hlt. Er ist in Markdorf geboren. 1610 legte er in Ottobeuren seine Ordensgel\u00fcbde ab. er war 1617 bei den ersten Lehrern aus Ottobeuren in Salzburg dabei und 1622 promovierte er dort als erster Doktor der Theologie. Einen zweiten Doktortitel erwarb er dort 1627 als Doktor beider Rechte. Ab 1627 war er auch Professor in Salzburg f\u00fcr kanonisches Recht. Mit dieser Professur&nbsp; erhielt er auch das Amt des Prokanzlers der Universit\u00e4t Salzburg.<\/p>\n<p>Nach der Wahl von Abt Andreas lebten gleichzeitig 4 \u00c4bte in Ottobeuren, der neugew\u00e4hlte, dazu die beiden resignierten Alexander und Gregor. Au\u00dferdem war der resignierte Abt aus Plankstetten Matthias Millmayr, 1603\u20131607, den Vorg\u00e4nger des aus Ottobeuren postulierten Abtes Jakob Petri nach Ottobeuren gegangen.<\/p>\n<p>Abt Andreas hatte sich gleich nach seiner Wahl mit der Tatsache auseinanderzusetzen, dass der Krieg nun auch in Ottobeuren angekommen war. Oberschwaben war nun teils durchzugsgebiet, teils Standquartier der kaiserlichen Truppen. Nun wurden Lieferungen<\/p>\n<p>von den umliegenden Kl\u00f6stern und den in der Umgebung ans\u00e4ssigen Adligen angefordert. Obwohl Ottobeuren ja aufgrund der Befreiung durch Kaiser Otto (s.o.) zu keinen Kriegslieferungen verpflichtet war, erhob man wegen der allgemeinen Notlage keinen Einspruch. Allerdings war Ottobeuren auf der angeforderten Lieferliste dem Kloster Ochsenhausen gleichgestellt, was als unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig empfunden wurde. 1631 erhielt Ottobeuren eine und eine dreiviertel Kompanie zur Verpflegung angewiesen. Abt Andreas<\/p>\n<p>bot dem Generalstab w\u00f6chentlich 500 Gulden sowie 165 Gulden f\u00fcr die Kompanie an. Als Gegenleistung forderte er Schutz f\u00fcr das Stift und seine Untertanen. Das wurde akzeptiert. Trotzdem musste Ottobeuren dar\u00fcber hinaus noch 8 Pferde nach Lindau liefern, 200 Malter (= Hohlmass, etwas mehr als 1 Hektoliter) Getreide nach Biberach und noch Nachz\u00fcgler der italienischen Armee verpflegen. <\/p>\n<p>Nach der verlorenen Schlacht bei Breitenfeld 17.September 1631 war der Weg f\u00fcr die Schweden nach S\u00fcddeutschland frei. Nach der Schlacht bei Rain am Lech konnten die Schweden den Lech \u00fcberqueren. Im April 1632 r\u00fcckten die Schweden in Memmingen ein. Gustav Adolf war am 25. Mai f\u00fcr einen tag in Memmingen. Der schwedische General Ruthwin,Kommandant in den St\u00e4dten Ulm und Memmingen, hatte dem Stift Ottobeuren und der Umgebung seinen Schutz angeboten. Daf\u00fcr mussten Lieferungen aller Art gestellt werden. Als kurz danach kaiserliche Truppen unter Wallenstein bis Erkheim vorr\u00fcckten, halfen diese ebenfalls die Vorr\u00e4te mit zu verzehren, wie Feyerabend schreibt. (III S. 399)<\/p>\n<p>An Weihnachten eroberten die kaiserlichen Truppen Memmingen. Der schwedische&nbsp; General Horn war noch in der Gegend. Er schickte eine kleine Schutztruppe nach Ottobeuren. Diese wurde aber von den Kaiserlichen von Memmingen her angegriffen und gefangen genommen. General Horn witterte Verrat und verlangte vom Abt, den&nbsp; Verdacht des Verrats auszur\u00e4umen und die schwedische Abteilung zur\u00fcck zu bringen. Das lag nat\u00fcrlich nicht in der Macht des Abtes. Da Kempten zu der Zeit auch schon von den kaiserlichen erobert war, fl\u00fcchtete er nach Kempten und erledigte dort seine Regierungsgesch\u00e4fte. Allerdings war Kempten wieder bedroht. Deshalb floh er nach Lindau weiter. dort aber wurde er von einem Fieber befallen, an dem er am 5. M\u00e4rz 1633 starb.<\/p>\n<p>Sein Leichnam wurde nach Mehrerau \u00fcberf\u00fchrt und dort bestattet.<\/p>\n<p>Die Wahl des neuen Abtes erwies sich als nicht ganz unproblematisch. einmal musste ein sicherer Wahlort bestimmt werden. Die wahlberechtigten Stiftsangeh\u00f6rigen waren wegen der unsicheren Lage weit verstreut. Einige waren in Salzburg, andere&nbsp; in der Steiermark, einige in K\u00e4rnten oder sonst wo in \u00d6sterreich und noch an anderen Orten. In Ottobeuren hielten sich nur noch sechs M\u00f6nche auf. Man traf sich dann am 10. und 11. April in F\u00fcssen als einem einigerma\u00dfen sicheren Ort. Gew\u00e4hlt wurde der damalige Prior Maurus Faber (1633 \u2013 1655). Wegen der Zeitumst\u00e4nde wurde auf eine feierliche Einsegnung verzichtet. Maurus Faber ist 1581 in Gm\u00fcnd in Schwaben geboren. Die Ordensgel\u00fcbde legte er 1602 in Ottobeuren ab. Dort durchlief er verschiedene Kloster\u00e4mter und war zuletzt Prior. Feyerabend sagt von ihm, er sein ein \u201cstandhafter und unerschrockener Karakter, mit Klugheit und Einsicht verbunden\u201d (III S.406), genau der richtige Mann also f\u00fcr die schweren Zeiten. Er empfing die Regalien und Reichslehen von Kaiser Ferdinand. Er bem\u00fchte sich aber auch gleich um ein gutes Verh\u00e4ltnis zum Memminger Kaiserlichen Stadtkommandanten Franz von Mercy. <\/p>\n<p>Bisher war Ottobeuren relativ glimpflich davon gekommen. Nur die beiden Weiler&nbsp; Langenberg und Halbersberg auf Stiftsgebiet waren gepl\u00fcndert worden. Der resignierte Abt Gregor war auf einer Reise nach Babenhausen von Schweden gefangen genommen worden und mu\u00dfte gegen 100 Gulden ausgel\u00f6st werden. Auch zur Befestigung der gef\u00e4hrdeten Stadt Memmingen wurde das Stift zur Kasse gebeten. im Fr\u00fchjahr 1634 eroberten die Schweden Kempten und Biberach. Ende M\u00e4rz standen sie vor Memmingen,<\/p>\n<p>belagerten die Stadt und nahmen sie am 4. April 1634 ein. Abt Maurus hatte sich nach Memmingen gefl\u00fcchtet und erlebte Belagerung und Einnahme vor Ort. Die Schweden sahen all eroberten Gebiete als ihr Eigentum an&nbsp; und verkaufte oder verschenkte sie nach Belieben. So wurde Ottobeuren an den schwedischen Oberst Melchior W\u00fcrmbrand verschenkt. Damit war es nicht allein. Schon 1632 hatte Karl Gustav das Kloster Obermarchtal seinem General, dem Grafen von Hohenlohe, der es s\u00e4kularisierte. Nach der Schlacht von N\u00f6rdlingen musste er dann wieder weichen (sieh Blog Obermarchtal). Oberst W\u00fcrmbrand nahm seine Beute sofort in Besitz und versah das Kloster mit Beamten. Abt Maurus, der in Memmingen in seinem eigenen memminger Haus unter Bewachung stand,konnte f\u00fcr sein Kloster nichts tun. Er bat bei den beiden Stadtkommandanten in Memmingen und Kempten um Reisep\u00e4sse. Diese wurden ihm bewilligt. Dann machte er sich mit zw\u00f6lf Personen, darunter sieben Klostergeistlichen aus Ottobeuren auf den Weg \u00fcber F\u00fcssen nach Salzburg, wo der ehemalige Ottobeurer M\u00f6nch Albert Keuslin&nbsp; in St. Peter Abt war. Nur Pater Jeremias Mayr ging von F\u00fcssen aus nicht mit nach Salzburg sondern zur\u00fcck nach Ottobeuren, wo er sich in der Umgebung des Stifts versteckt hielt. Er hielt in verschiedenen Pfarrkirchen Messen. Die Priester waren zum Teil ermordet worden, zum Teil waren sie geflohen. Nacheinander wurde Niederdorf, Ungerhausen und dann Suntheim wurden gepl\u00fcndert, danach Gr\u00f6nenbach, Wolfartschwenden und dann B\u00f6hen.<\/p>\n<p>Pferde wurden von den Weiden gestohlen. Bauernjungen und Knechte wurden zum Kriegsdienst gezwungen, Felder nicht mehr bestellt. Das unter schwedischer Verwaltung stehende Stift musste monatliche Barzahlungen an Memmingen und Kempten leisten, daneben verlangte der memminger Kommandant Lieferungen von 2-300 Malter Weizen, sowie 56 Malter Roggen. Falls das Stift nicht liefere, drohte er mit dem Verbrennen von D\u00f6rfern zu beginnen und damit so lange fortzufahren, bis die ganze Herrschaft Ottobeuren verbrannt ist. Am 25. August und 5. September 1634 kam es zur Schlacht von N\u00f6rdlingen. Die Schlacht f\u00fchrte zu einer vernichtenden Niederlage der Schweden. Dies f\u00fchrte zum territorialen Verlust von S\u00fcddeutschland und Franken und im weiteren Verlauf zum Frieden von Prag am 30. Mai 1635. Allerdings beendete dieser Frieden den Krieg nicht, da nun Frankreich auf Seiten der Schweden in den Krieg eintrat und der Krieg ging noch blutiger weiter. Die Schlacht von N\u00f6rdlingen brachte in Oberschwaben noch keine Erleichterung. Da die Kaiserlichen und Bayern sich nach Augsburg zur\u00fcckgezogen hatten.Der Chronist dieser Tage, Jeremias Mayr,berichtet in seinen Schreiben an Abt Maurus in Salzburg schreckliche Einzelheiten. Die meisten M\u00fchlen im Ottobeurer Gebiet waren zerst\u00f6rt. \u00dcberall herrschte Hungersnot. Die Sterblichkeit stieg stark an. In Memmingen starben in diesem Jahr dreitausend Menschen. Wer konnte wanderte aus. Nach Jeremias Mayr war das schon die H\u00e4lfte der Bewohner (bei Feyerabend III. S. 425) Erst der Prager Friede brachte nun auch f\u00fcr Oberschwaben bessere Tage, da die Schweden nun abzogen. Noch vor dem Abzug hattten die Schweden an allen Klostergeb\u00e4uden, der Niklaskapelle und den T\u00fcrmen der Stiftskirche alles Kupfer geraubt und die Orgelpfeifen der beiden Orgeln mitgenommen. 1636 kehrte Abt Maurus aus Salzburg zur\u00fcck. Eine Z\u00e4hlung ergab, dass es im gesamten Klosterbereich&nbsp; noch 133 Pferde \u201cder schlechtesten Gattung\u201d gab, 181 st\u00fcck Hornvieh und 66 Gei\u00dfen. Abt Albert von St. Peter lieferte Pferde und f\u00fcr einen sehr billigen Preis Saatgut nach Ottobeuren. Abt Maurus rief nun alle seine M\u00f6nche nach Ottobeuren zur\u00fcck. Das ging aber nicht so schnell. Zum einen waren sie zum Teil sehr weit entfernt zum Teil an ihrem jetzigen Platz so eingebunden, dass sie nicht sofort loskommen konnten. Andere kr\u00e4nkelten sehr, so dass zun\u00e4chst nur zwei M\u00f6nche zur\u00fcckkamen. Erst 1640 war das Stift komplett wieder vereint. In diesem Jahr fand auch erst die feierliche Einsegnung von Abt Maurus statt, obwohl er schon 1633 gew\u00e4hlt worden war.&nbsp; Am 2. Sonntag nach Ostern wurde er zusammen mit F\u00fcrstabt von Kempten Roman Giel von Gielsberg in Ottobeuren zum Abt geweiht. Die Stiftskirche in Kempten lag noch in Tr\u00fcmmern. In Oberschwaben mussten immer noch Lieferungen erbracht werden und Gelderpressungen waren die Regel. Es waren sehr viele Menschen in die Schweiz ausgewandert und kehrten sehr z\u00f6gerlich zur\u00fcck, da sie den Zeitumst\u00e4nden nicht trauten. Es herrschte Menschenmangel und viele Felder lagen brach.<\/p>\n<p>Ab 1643 fanden Friedensverhandlungen in Osnabr\u00fcck und M\u00fcnster statt. Sie gingen aber nur sehr langsam voran. Der Abt von Ottobeuren wurde von dem Vizekanzler des F\u00fcrstbischofs von Konstanz Georg K\u00f6berlin vertreten. Aber die Lage verd\u00fcsterte sich f\u00fcr Oberschwaben nochmals. Der schwedische General Wrangel und der franz\u00f6sische Marschall Turenne waren mit ihren Heeren in Bayern eingefallen. In der Folge flohen in Ottobeuren fast alle, sowohl die M\u00f6nche und ihr Abt als auch die Einwohner von Ottobeuren. Abt Maurus fl\u00fcchtete mit seinem Prior Jakob Molitor, dem Gro\u00dfkeller Roman Troilus nach Rorschach, einige M\u00f6nche nach Memmingen oder F\u00fcssen oder noch weiter. Nur Jeremias Mayr harrte wie schon bei der ersten schwedischen Besetzung aus. Die Kaiserlichen quartierten sich in der Gegend von Ottobeuren ein und forderten nat\u00fcrlich wieder Lebensmittellieferungen. In Buxheim lag General Wrangel mit 20.000 Mann.&nbsp; Da die Truppen so dicht beieinander lagen, wurden Forderungen von beiden Seiten gestellt und mit Brandschatzungen gedroht, falls die Lieferungen nicht erfolgen sollten. Endlich wurden zwischen dem 15. Mai 1648 und dem 24. Oktober 1648 die Friedensvertr\u00e4ge in M\u00fcnster und Osnabr\u00fcck geschlossen.<\/p>\n<p>Noch 1649 aber musste Ottobeuren sein Kirchensilber einschmelzen, um Kontributionsgelder an die Schwedischen Truppen, die noch immer im Raum Ottobeuren lagerten, bezahlen zu k\u00f6nnen. Erst 1650 war auch in Oberschwaben wirklich frieden eingekehrt. Abt Maurus konnte wieder Ordensneulinge in seinem Kloster aufnehmen und verstorbene Konventsmitglieder ersetzen. Er brachte die alte Klosterschule wieder in Ordnung, die im Laufe des Krieges f\u00fcr mehrere Jahre ganz geschlossen war. 1653 lie\u00df Abt Maurus in Memmingen das Ottobeurer Haus wieder errichten, das 1647 von den Schweden abgerissen worden war. Am 2. Dezember 1655 verstarb Abt Maurus nach 22 Regierungszeit.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"KlosterOttobeuren073.jpg\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/a\/a2\/KlosterOttobeuren073.jpg\/1280px-KlosterOttobeuren073.jpg\" width=\"1241\" height=\"827\"><\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde der bisherige Stifts\u00f6konom Peter Kimmicher (1656 \u2013 1672). Abt Peter ist 1609 in Landsberg geboren. 1626 legte er die Ordensgel\u00fcbde ab. 1637 wurde er zum Priester geweiht. Von Kaiser Ferdinand III. erhielt er die Regalien und die Best\u00e4tigung des Blutbannes, danach vom Kurf\u00fcrsten von Bayern als damaligen Reichsvikar und 1660 von Kaiser Leopold I. Er konnte die Ordensgemeinschaft wieder vermehren durch die Aufnahme geeigneter Ordensneulinge. Auch in der Klosterschule nahm er viele neue Z\u00f6glinge auf, von den die meisten unentgeltlich verpflegt wurde. Schon in seinem ersten Regierungsjahr lie\u00df er eine genaue Beschreibung aller Waldungen, der Fischteiche Fl\u00fcsse und B\u00e4che und des gesamten Forst-und Jagdbezirkes erstellen, was f\u00fcr die Zukunft zahlreiche Rechtsstreitigkeiten ersparte. Ebenso lie\u00df er alle auffindbaren Urkunden und Rechte des Stiftes in einem Buch sammeln. Au\u00dfer Gebrauch gekommene Sprachwendungen lie\u00df er erl\u00e4utern Im Jahre 1657 verstarb in Salzburg Abt Albert Keuslin, der in den Kriegsjahren ein treuer Helfer des Stifts war. Das Beninger Ried lie\u00df er kultivieren und landwirtschaftlich nutzbar machen. Mit den Nachbarherrschaften wie dem Erbmarschall von Pappenheim schloss er wegen eines Weilers einen Vergleich, dem Grafen Fugger<\/p>\n<p>von Kirchberg und Weissenhorn kaufte er seinen Anteil am Zehnten und allen damit verbundenen Gef\u00e4llen und Zubeh\u00f6rden ab und beendete so bisher bestehende Mi\u00dfhelligkeiten. Mit Memmingen verglich er sich wegen im Krieg aufgelaufenen und nicht entrichteten Zoll-und Wegebeb\u00fchren mit einer einmaligen Barzahlung von 1000 Gulden. F\u00fcr die Zukunft vereinbarte er eine immerw\u00e4hrende Zollfreiheit f\u00fcr das gesamte Stadtgebiet. Als Kaiser Leopold 1662 von den Reichsst\u00e4nden eine T\u00fcrkensteuer&nbsp; verlangte,konnte Ottobeuren seine alte Exemtionsrechte so \u00fcberzeugend belegen, dass das Stift nicht nur keine Kriegssteuer bezahlen musste, sondern dass empfohlen wurde, dies in der Kanzlei ausdr\u00fccklich zu vermerken, damit dies Befreiung auch in Zukunft beachtet w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Obwohl Abt Peter 1670&nbsp; 39.000 Gulden Kriegsschulden bezahlen musste, wendete er neben der Erbauung des Memminger Hauses noch 1.700 Gulden f\u00fcr Kunst und wissenschaftliche Zwecke auf.<\/p>\n<p>Am 15. M\u00e4rz 1672 verstarb er an einer heftigen Halsentz\u00fcndung.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger war der damalige Novizenmeister Benedikt Hornstein (1672 \u2013 1688). Er stammte aus Wasserburg. Er wurde vom Augsburger F\u00fcrstbischof Christoph von Freiburg zum Abt geweiht. Die Regalien erhielt er von Kaiser Leopold I. Im ersten Jahr seiner Regierungszeit hatten sich die Jesuiten aus Rottweil zur\u00fcckgezogen. Dort hatten sie ein Lyzeum unterhalten.Die Stadt Rottweil fragte nun bei der oberschw\u00e4bischen Benediktinerkongregation an, ob diese bereit w\u00e4re, die Schule weiter zu f\u00fchren. Die versammelten \u00c4bte der Kongregation unter Vorsitz des Zwiefaltener Abts Christoph Ra\u00dfler stellten einen ausreichenden Fonds zur Verf\u00fcgung unter der Bedingung, dass die Stadt Rottweil diesen zur\u00fcckerstatte, falls die Schule in Rottweil nicht zustande k\u00e4me oder aufgel\u00f6st w\u00fcrde. Abt Benedikt sagte als erster 3000 Gulden zu. Die oberschw\u00e4bischen Benediktinerkl\u00f6ster stellten auch das Lehrpersonal. Aus Ottobeuren kam Kolumban Lother als Lehrer f\u00fcr Grammatik. 1673 konnte die Schule ihren Betrieb aufnehmen.<\/p>\n<p>1676 starb Jakob Molitor. Er war 169 in den Benediktinerordne eingetreten. An der Universit\u00e4t Salzburg lehrte er 8 Jahre. Er verfasste viele Schriften. F\u00fcr Ottobeuren verwaltete er das Amt des Konventspriors 43 Jahre lang. Daneben war er auch als Gehilfe des Augsburger Weibischofs und Generalvisitator t\u00e4tig. 1681 entstand das Frauenkloster Wald in der N\u00e4he von Ottobeuren, das schon 1152 von Papst Eugen als Besitz von Kloster Ottobeuren best\u00e4tigt worden war.<\/p>\n<p>1686 ging die Pfarrwohnung in Ottobeuren in Flammen auf. Dabei verbrannten fast alle Pfarrb\u00fccher und Urkunden.<\/p>\n<p>Unstimmigkeiten zwischen Konvent und Abt zwangen Abt Benedikt zum Resignieren. Er starb aber erst im Jahre 1711, also 23 Jahre nach seinem R\u00fccktritt .<\/p>\n<p>Zu seinem Nachfolger wurde Gordian Scherrich (1688 \u20131710) gew\u00e4hlt. Er wurde 1635 in Wangen als Sohn einer wohlhabenden Patrizierfamilie geboren. In Ottobeuren verwaltete er unter anderem das Amt des Kloster\u00f6konomen. Nach seiner Wahl 1688 wurde er vom Augsburger F\u00fcrstbischof Eustach Egolf von Westerheim zum Abt geweiht. Kaiser Leopold I. best\u00e4tigte ihm 1689 die hergebrachten Stiftsrechte und erteilte ihm die Regalien und dessen Nachfolger Joseph I. nochmals 1706. Im Jahre seiner Wahl begann der Pf\u00e4lzer Erbfolgekrieg (1688-1697)Kurz darauf folgte der Spanische Erbfolgekrieg (1702-1713) F\u00fcr Abt Gordian bedeutete das, dass er sich w\u00e4hrend seiner gesamten&nbsp; Regierungszeit immer mit Kriegslasten, also Einquartierungen, Forderungen des Kaisers und Schw\u00e4bischen Kreises zur Deckung der Kriegslasten auseinanderzusetzen hatte. Ottobeuren musste in der Zeit insgesamt 44000 Gulden aufbringen. 1702 wurde Memmingen belagert und eingenommen. Auch D\u00f6rfer und Weiler des Stifts wurden gepl\u00fcndert, in der Stadt Memmingen selbst das Ottobeurer Haus stark besch\u00e4digt.<\/p>\n<p>Die 1673 in Rottweil in Betrieb genommene Schule lief nicht ganz nach den Vorstellungen von Abt Gordian. Die Stadt Rottweil \u201clieferte die versprochenen Geld-und Naturalienbeitr\u00e4ge nicht immer getreu\u201d&nbsp; (Feyerabend III S.556). Die anderen Beteiligten stellten nicht wie verabredet die geeigneten Lehrkr\u00e4fte. Die vorhandenen Lehrer wurden zus\u00e4tzlich mit Beichth\u00f6ren, Predigen und Krankenbesuchen belastet. Fast alles musste nun Ottobeuren erbringen. Deshalb stellte Abt Gordian die Mitarbeit und die finanzielle Beteiligung an der Rottweiler Schule ein. Er hielt es f\u00fcr sinnvoller Geld und Kr\u00e4fte auf die eigene Klosterschule zu verwenden. In diesen unruhigen kriegerischen Zeiten war es sicher ratsamer Geld und taugliche M\u00e4nner vor Ort zu halten als an entfernte Schulorte zu senden. So endete Ottobeurens Mitarbeit an diesem Projekt&nbsp; nach 17 Jahren.<\/p>\n<p>Trotz der hohen Kriegslasten kaufte Abt Gordian von der Stadt Feldkirch das Johanniterhaus, in dem&nbsp; vorher das Kloster Weingarten ein Priorat hatte und dieses dann an sie Stadt Feldkirch verkaufte. 22000 Gulden brachte Ottobeuren f\u00fcr diese Erwerbung auf.<\/p>\n<p>In Erkheim kaufte Abt Gordian f\u00fcr 22300 Gulden G\u00fcter.<\/p>\n<p>1702 lie\u00df der Abt zun\u00e4chst den Chor der Wallfahrtskirche Eldern abtragen. Da sich aber alles als ziemlich bauf\u00e4llig erwies, wurde die gesamt Kirche neu erbaut.<\/p>\n<p>1703 wurde dort der Ottobeurer M\u00f6nch Heinrich Reichhardt, der dort als Prediger t\u00e4tig war, von franz\u00f6sischen Truppen nach Ulm entf\u00fchrt und erst gegen 16000 Gulden L\u00f6segeld wieder freigegeben. Auch vorher waren der Prior und der Kanzler des Klosters \u00f6fters gefangen genommen worden und L\u00f6segeld erpresst worden. Auf Grund dieser Vorkommnisse und weil die Zeiten immer gef\u00e4hrlicher wurden, ging ein Gro\u00dfteil der M\u00f6nche an sichere Orte wie Admont, Chur und in andere Kl\u00f6ster. Abt Gordian ging nach Feldkirch.<\/p>\n<p>Gegen Ende des Jahres 1704 war der Konvent dann wieder komplett in Ottobeuren.<\/p>\n<p>Die Ruhe w\u00e4hrte nur 3 Jahre. 1707 fielen Franzosenwieder in Schwaben ein, erpressten und brandschatzten. So wurden die Kl\u00f6ster Wiblingen und Elchingen in Brand gesteckt, nach dem diese die geforderten Summen von 50000 bzw. 90000 Gulden nicht aufbringen konnten. Abt Gordian fl\u00fcchtete sich mit Klosterkostbarkeiten wieder nach Feldkirch. Im August 1707 konnte er wieder zur\u00fcckkehren. Die Franzosen hatten sich zwar in die Niederlande zur\u00fcckgezogen und in Schwaben konnte man durchatmen, was aber nicht hie\u00df, dass man von Einquartierungen und Truppendurchm\u00e4rschen verschont blieb. Am 1. Januar 1710 konnte Abt Gordian feierlich sein 50-j\u00e4hriges Priesterjubil\u00e4um feiern. Aber nur zwei Monate sp\u00e4ter am 8. M\u00e4rz st\u00fcrzte der Abt so ungl\u00fccklich, dass er dabei zu Tode kam.<\/p>\n<p>Abt Gordian wurde 75 Jahre alt und regierte 22 Jahre.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger Rupert Ne\u00df ist am24. November 1670 in Wangen geboren. Er besuchte die Klosterschule in Ottobeuren. Die Ordensgel\u00fcbde legte er am 11. Juli 1688 ab. Er studierte an der Benediktiner-Universit\u00e4t in Salzburg. 1695 wurde er zum Priester geweiht. Dann wird er Seelsorger&nbsp; in Tisis in Vorarlberg. 1703 holte ihn Abt Gordian zur\u00fcck nach Ottobeuren und betraute ihn&nbsp; mit dem Amt des Stifts\u00f6konomen und Grosskellers. An der Klosterschule unterrichtete er Theologie, Philosophie und Kirchenrecht. Am 8. Mai 1710 wurde&nbsp; er als Nachfolger des Abtes Gordian als Rupert II. zum 52. Abt der Reichsabtei gew\u00e4hlt. Er war der wohl bedeutendste Abt von Ottobeuren und&nbsp; Feyerabend bezeichnet ihn als zweiten Gr\u00fcnder Ottobeurens. Am 30. Mai 1710 erhielt er von Kaiser Joseph I. die Regalien verliehen und die Best\u00e4tigung aller Stiftsrechte. Abt Rupert war der erste Abt Ottobeurens ein vollst\u00e4ndiges Tagebuch wie Feyerabend r\u00fchmend bemerkt, in dem er alles was bemerkenswert ist, festh\u00e4lt und das am Ende 14 \u201cziemlich starke Folienb\u00e4nde\u201d<\/p>\n<p>(Feyerabend III S.627) umfa\u00dfte. Band II-XIV befinden sich heute im Klosterarchiv. Bd. I ist verschwunden. Bd. XV ist im Bayerischen Hauptstaatsarchiv in M\u00fcnchen liegt. Jeder Jahrgang zerf\u00e4llt in die Teile: I. \u201eRegularia, Ecclesiastica, Scholas-tica&#8220;; II. \u201eOrdinaria, Politica, Civilia&#8220; und III. \u201eOeconomica<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"OttobeurenNess\" src=\"http:\/\/www.sueddeutscher-barock.ch\/Bilder_jpg\/bauherr\/h-r\/Ottobeuren_Ness1723.jpg\" width=\"221\" height=\"258\"><\/p>\n<p>Abt Gordian scheint seinem Nachfolger das Stift in bester Finanzlage hinterlassen zu haben. Er begann seine Regierungszeit sofort mit der f\u00fcr seine Zeit und f\u00fcr seine gesamte Regierung charakteristische T\u00e4tigkeit, die Baulust. Bei Sontheim baute er eine steinerne Br\u00fccke \u00fcber die G\u00fcnz.Bei Ottobeuren errichtete er eine Ziegelh\u00fctte die mit einem Brand 24000 Ziegelsteine lieferte. Auf dem Klosterhof Wolferts entstand eine Sennerei. In Erkheim kaufte er mehrere G\u00fcter und gegen Verschreibungen konnte bedeutende Geldsummen verleihen. In der Verwaltung setzte er eine neue Forst-und Holzordnung auf (Feyerabend. III S.623). Die gr\u00f6\u00dfte und wichtigste Investition in&nbsp; diesem Jahr t\u00e4tigte er kurz nach seinem Amtsantritt. Er l\u00f6ste die Abtei f\u00fcr eine Summe von 30 000 Gulden aus der Schutzvogtei der Augsburger Bisch\u00f6fe. Er nutzte die Gunst der Stunde, denn F\u00fcrstbischof Alexander Sigismund konnte wegen einer schweren Gem\u00fctskrankheit die Gesch\u00e4fte nicht f\u00fchren. Das machte nun das Domkapitel und eine bevollm\u00e4chtigte Stelle. Vorausschauend lie\u00df er die geschlossenen Vertr\u00e4ge vom Kaiser best\u00e4tigen. Ottobeuren war nun v\u00f6llig unabh\u00e4ngig. Trotzdem blieb die Abtei in Dauerkonflikt mit dem Augsburger F\u00fcrstbischof.Zum Kaiser hatte er ein gutes Verh\u00e4ltnis.Dazu verhalf sicher auch die die finanziellen Unterst\u00fctzung des unter steter Finanznot leidenden habsburgischen Kaiserhauses. Auch auf kulturellem Gebiete handelte er wie ein typischer Barockregent.&nbsp; Er schickte die zwei jungen Ordenspriester Honorat Reich und Benedikt Schmier in der Absicht nach Stuttgart, w\u00e4hrend der Herbstferien, bei dem damals ber\u00fchmten Kapellmeister Herrn B\u00f6cken neben der weitern Vervollkommnung auf der Violine die Regeln der Tonsetzungskunst zu erlernen (Feyerabend, ebda)<\/p>\n<p>Neben seiner vielf\u00e4ltigen T\u00e4tigkeit daheim fand Rupert II. oft Zeit zu H\u00f6flichkeitsbesuchen bei in der N\u00e4he weilenden weltlichen Herrschern oder Nachbarn. Wenn nicht sofort  <\/p>\n<p>greifbare politische oder finanzielle Vorteile, erzielte er dabei mindestens gutes Einvernehmen und Nachbarschaft, die seinem Lande zunutze kamen.  <\/p>\n<p>Der wichtigste Besuch war 1711 der Besuch beim neugew\u00e4hlten Kaiser Karl V. in F\u00fcssen gewesen. Der Kaiser war aus Spanien gekommen, um sich zur Kr\u00f6nung zu begeben. Abt Rupert  <\/p>\n<p>hatte sich sofort eingestellt und den g\u00fcnstigen Erfolg davongetragen. 1712 verlieh Kaiser Karl VI. dem Abt und seinen Nachfolgern den Titel eines wirklichen kaiserlichen Rates und Erbhofkaplans. <\/p>\n<p>1713 besuchte er Marlborough in Mindelheim. 1714 machte er Prinz Eugen, der vom Friedensschlu\u00df zu Rastatt 1714zur\u00fcckkehrte, in Memmingen und im Gebietsort Sontheim als Landesherr seine Aufwartung.  <\/p>\n<p>Trotz der Ausgaben von 40.000 Gulden im Jahr 1710 begann er 1711&nbsp; mit dem v\u00f6lligen Neubau der Klosteranlage in barockem Stil. Schon von seinem Amtsantritt an, befasste er sich zusammen mit Pater Christoph Vogt \u00abArchitectus praeclarus\u00bb und\u201cHausarchitekt\u201d von  <\/p>\n<p>Kloster Ottobeuren mit dem Klosterneubau.Von f\u00fcnf Entw\u00fcrfen kam seiner zum Zuge.  <\/p>\n<p>Pater Christoph Vogt wurde am 25. M\u00e4rz 1648 in Dietenheim an der Iller geboren. In Ottobeuren besuchte er die Klosterschule und trat dort auch ins Kloster ein. Mit 21 legte er dort die Profess ab. Er studierte an der Benediktineruniversit\u00e4t Salzburg. Primiz feierte er 1674. Nach seiner R\u00fcckkehr nach Ottobeuren wurde er Beichtvater in den Benediktinerinnenkl\u00f6stern Holzen und Wald. Dann wird er Prior in Fultenbach, das wegen \u00dcberschulung zun\u00e4chst von Kloster Neresheim und dann von Ottobeuren verwaltet wurde. In Ottobeuren war er Ottobeuren Stifts\u00f6konom, Prior und Subprior. Pater Christoph war ein barocker Universalmensch, studierter Theologe aber auch erfahren in allen F\u00e4chern der angewandten Mathematik. Er galt schon zu Lebzeiten als hervorragender, ber\u00fchmter Architekt. Schon in Salzburg lernte er die dortigen neuen Bauten kennen. Er plante Kloster- und Kirchenneubauten detailliert, vergab die Ausf\u00fchrung aber an&nbsp; ihm bekannte Baumeister. Er war so einer der ersten Architekten im modernen Sinn. Als Architekt tauchte Pater Christoph erstmals 1695 auf. 1696 vergab das Kloster Holzen in Allmannshofen den Klosterneubau an Franz Beer. Die Pl\u00e4ne stammten von Pater Christoph. Dieser erl\u00e4uterte sie 1695 beim Augsburger Bischof Alexander Sigmund und lie\u00df sie genehmigen. Der Neubautyp , eine Vierfl\u00fcgelanlage mit vorgestellter Kirche, ist ihm nicht nur aus der Literatur sondern auch von Kempten und Obermarchtal bekannt. Er wendet diesen Typ nachher auf alle seine Klosterbauten an, auch auf Ottobeuren. Das neue Kirchenschiff&nbsp; der Wallfahrtskirche Eldern entstand 1702\u20131706, auch sie ein werk von Pater Christoph. die Bauausf\u00fchrung besorgte der Vorarlberger Klosterbaumeister Jodok Z\u00fcnd. Pater Christophs&nbsp; Ruf als planender Architekt f\u00fchrte zu weiteren Planungsauftr\u00e4gen von anderen Abteien der Bayrischen Kongregation und in befreundeten oder unterstellten Frauenkl\u00f6stern. In Benediktbeuern war es der grosse \u00d6konomiehof. F\u00fcr das Adelige Damenstift Edelstetten plante er die Stiftskirche.  <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"VogtEldern\" src=\"http:\/\/www.sueddeutscher-barock.ch\/Bilder_jpg\/meister\/s-z\/Vogt-Eldern.jpg\">  <\/p>\n<p>F\u00fcr die benachbarte Benediktinerabtei Ochsenhausen baute er die Neubauten der Pfarrkirchen von Ummendorf und Opferopfingen. Ausf\u00fchrender Baumeister ist Franz Beer I.  <\/p>\n<p>Der gr\u00f6\u00dfte Teil seiner Baut\u00e4tigkeit entf\u00e4llt aber auf sein Heimatkloster Ottobeuren. Neben der Wallfahrtskirche Eldern errichtet er auch den Neubau des Benediktinerinnenklosters Kloster-Wald. Auf dem Burschel bei Ottobeuren, das ist eine alte Burgstelle,&nbsp; baute er den Zentralbau der Michaelskapelle. F\u00fcr Niederdorf und Lachen baute er neue Kirchen. Sein Hauptwerk war die Planung und Durchf\u00fchrung der neuen&nbsp; Klosteranlage. Abt Rupert hatte ihm diese gleich nach seiner Wahl \u00fcbertragen. Grundsteinlegung war 1711.  <\/p>\n<p>F\u00fcr die Klosteranlage gab es heute nicht mehr vorhandene Konkurrenzentw\u00fcrfe von Vorarlbergern und von Johann Jakob Herkomer. Von ihnen \u00fcbernahm Pater Christoph sicher einiges. Aus einer Summe von Vorschl\u00e4gen erstellte er die entscheidende Planung und setzte diese auch durch. Schon 1715 konnte ein Teilbezug der neuen Klosteranlage erfolgen. Pater Christoph starb 1725 mit 77 Jahren in Ottobeuren. Er erlebte noch die weitgehende Fertigstellung des Klosterneubaus.  <\/p>\n<p>Nicht nur als Architekt war Pater Christoph t\u00e4tig. Er war auch ein guter Musiker und Orgelbauer und hat auch auf dem Gebiet des Orgelbaus bedeutende Werke hinterlassen. Neue Orgeln baute er in  <\/p>\n<p>Ottobeuren, im Oberhospital Memmingen, in Holzen und Eldern. In anderen Kl\u00f6stern wie Weissenau, K\u00fchbach und Zwiefalten reparierte er die Orgelwerke.  <\/p>\n<p>Das Kloster Ottobeuren hatte schon immer gro\u00dfes Gewicht auf die Ausbildung seiner M\u00f6nche gelegt und sich an Bildungseinrichtungen wie der Universit\u00e4t Salzburg beteiligt. An der Klosterschule von Ottobeuren lernten zur Zeit Abt Ruperts 240 Sch\u00fcler.  <\/p>\n<p>Das erfordert nat\u00fcrlich einen entsprechenden Lehrk\u00f6rper. Aber die Abtei stellte zus\u00e4tzlich Professoren an der Benediktiner-Universit\u00e4t in Salzburg. Mit Franz Schmier war von 1713 \u2013 1728 wieder ein aus Ottobeuren stammender M\u00f6nch Rektor der Salzburger Universit\u00e4t. 1714 kamen erstmals Lehrkr\u00e4fte aus Ottobeuren ans Freisinger Lyzeum. Auch an die Akademie in Fulda wurden Lehrkr\u00e4fte abgegeben. Das Engagement&nbsp; im Bildungsbereich wurde wahrgenommen und gew\u00fcrdigt.  <\/p>\n<p>1718 wurde Abt Rupert II. aufgrund der Verdienste der Reichsabtei f\u00fcr die F\u00f6rderung der Wissenschaften Pr\u00e4ses der Salzburger Universit\u00e4ts-Konf\u00f6deration.  <\/p>\n<p>Der Konventneubau war voll und ganz aus Eigenmitteln bestritten worden. Gleichzeitig baute er neue Pfarrkirchen in Theinselberg, Hawangen, Benningen und Ungerhausen, errichteet die Buschelkapelle als barocken Zentralbau, baute in Attenhausen und Benningen einen neuen Pfarrhof und konnte trotzdem noch Erwerbungen t\u00e4tigen. Ottobeuren verkraftet diese riesigen Aufwendungen dank einer hervorragenden \u00d6konomie unter der Leitung von Abt Rupert II. problemlos. Schon fr\u00fch plante er den Kirchenneubau.  <\/p>\n<p>Beeindruckt war er von der Kollegienkirche in Salzburg und der Stiftskirche in Weingarten. Aber er lie\u00df von von mehreren Baumeistern Entw\u00fcrfe ausarbeiten. Aus allen zog er etwas und w\u00e4hlte das nach seiner Meinung beste daraus, wie er in seinem Tagebuch schrieb. Die Ausf\u00fchrungsplanung \u00fcbertrug er dem Klosterbaumeister Simpert Kramer. Dieser war durch Pater Christoph in den Dienst Ottobeurens gekommen. Er hatte das Adelige Damenstift Edelstetten die Stiftskirche nach dem von Pater Christoph entworfenen Plan ausgef\u00fchrt.1731 gab der Konvent aber kein gr\u00fcnes Licht zum sofortigen Baubeginn der Kirche zumal auch die Stiftswaldungen durch den Klosterbau stark belastet worden waren. F\u00fcr zus\u00e4tzliche Unsicherheit sorgte auch der Polnische Thronfolgekrieg (1733-1738) Man beschr\u00e4nkte sich nun bei Bauarbeiten auf das Notwendigste und entlie\u00df ausl\u00e4ndische Steinmetze und Gipsarbeiter. 1736 genehmigte der Konvent die Neubaupl\u00e4ne. Am 27. 9. 1737 nahm Abt Rupert die feierliche Grundsteinlegung vor.  <\/p>\n<p>Zwei Jahre sp\u00e4ter wurde mit dem Bau des Geb\u00e4udes f\u00fcr die weltlichen Beamten begonnen.&nbsp; Am 20. Oktober 1740 starb Abt Rupert im 70.Lebensjahr.  <\/p>\n<p>Nachfolger von Abt Rupert wurde Anselm Erb, geboren am 29.1.1688 in Ravensburg. Er trat 1706 in das Kloster Ottobeuren ein. Am 15. August 1706 legte er das Ordensgel\u00fcbde ab. 1712 wurde er zum Priester geweiht. Den gr\u00f6\u00dften Teiles der Amtszeit seines Vorg\u00e4ngers verbrachte er au\u00dferhalb von Ottobeuren. Ab 1720 lehrte er an der Universit\u00e4t Salzburg. 1723&nbsp; erwarb er den Grad eines \u201eMagister philosophiae\u201c und&nbsp; lehrte dann von 1723-25 als Professor f\u00fcr Philosophie in Salzburg. 1725 wurde er zum Doktor beider Rechte promoviert. Ab 1727 lehrte er Kirchenrecht am f\u00fcrstbisch\u00f6flichen Lyzeum Freising und war dort&nbsp; Regens sieben Jahre Rektor. Dann wechselte er an Akademie zu Fulda. Von dort wurde er nach Ottobeuren zur\u00fcckgerufen, wo er am 23. November 1740 zum&nbsp; Abt gew\u00e4hlt worden war. Nat\u00fcrlich hatte ihm Abt Rupert ein gewaltiges und verpflichtendes Erbe hinterlassen. Am 25.11. 1741 konnte das Beamtengeb\u00e4ude bezogen werden. Nun stand die kostspielige Vollendung des Kirchenrohbaus und der Au\u00dfenteile der Kirche an.  <\/p>\n<p>1748 berief Abt Anselm den in Zwiefalten t\u00e4tigen 56-j\u00e4hrigen Johann Michael Fischer zur Kirchenneuplanung. Simpert Kramer ersuchte um Entlassung und ging zur\u00fcck nach Edelstetten. Der Bau war schon deutlich \u00fcber die Fundamente gewachsen und so mu\u00dfte Fischer Grundriss und Basilika-Konzept Kramers \u00fcbernehmen. Wesentliche Merkmale seiner Umplanung sind die Vergr\u00f6sserung der Vierung und der definitive Verzicht auf die hochbarocke Tambourkuppel, den schon Abt Rupert kurz vor seinem Tod erwogen&nbsp; hatte.  <\/p>\n<p>Die Stuckarbeiten und die Bildhauerarbeiten vergab&nbsp; Abt Anselm an den Wessobrunner Stuckplastiker und Stuckateur Johann Michael Feichtmayr (1696\u20131772). Er erstellte den Hochaltar und die meisten Alt\u00e4re. Die Figuren schuf der Riedlinger Bildhauer Johann Joseph Christian (1706\u20131777). Von Johann Jakob Zeiller (1708\u20131783) aus Reutte stammen die Kuppelfresken. Die Orgeln bestellte Abt Anselm bei dem aus Eldern stammenden und in Dijon lebenden Karl Joseph Riepp (1710\u20131775)  <\/p>\n<p>Am 28. September 1766&nbsp; konnte schlie\u00dflich die neue Kirche eingeweiht werden. Gleichzeitig wurde damit auch das 1000-j\u00e4hrige Bestehen der Abtei, das eigentlich schon zwei Jahre fr\u00fcher f\u00e4llig war, feierlich begangen. F\u00fcr die achtt\u00e4gigen Feierlichkeiten, ein richtiges barockes Fest wurden&nbsp; 22 000 Gulden ausgegeben. Einer der Festredner war Pater Sebastian Sailer aus dem nahen Pr\u00e4monstratenserkloster Obermarchtal (siehe dort). Er galt als begnadeter Redner. Am Nachmittag las er einiges aus seiner \u201cSchw\u00e4bischen Sch\u00f6pfung\u201d.&nbsp; In der Regierungszeit Abt Anselms gab es nat\u00fcrlich nicht nur den Kirchenneubau.  <\/p>\n<p>Ein Krieg belasteten die Amtszeit von Abt Anselm. Das war der \u00f6sterreichische Erbfolgekrieg von 1740-1748. Das bedeutete Kriegsabgaben an den Schw\u00e4bischen Kreis. 1742 waren das 9000 Gulden, 1743 6000 Gulden, 1545 6000 Gulden, wechselnde Einquartierungen.  <\/p>\n<p>Der Krieg hatte auch die Pl\u00e4ne \u201eeiner zwischen allen (deutschen) benediktinischen Abteien gemeinsch\u00e4ftIichen gro\u00dfen literarischen Anstalt&#8220; mit dem Hauptsitze in der F\u00fcrstabtei Kempten zunichte gemacht. Unabh\u00e4ngig davon schickte Abt Anselm junge Ordensmitglieder der Tradition Ottobeurens entsprechend zur Ausbildung nach Salzburg und anderen benediktinischen Bildungseinrichtungen. Auch Erwerbungen konnten get\u00e4tigt werden die Herrschaft Stein und Ronsberg f\u00fcr 127,402 Gulden und das Bruggersche  <\/p>\n<p>Rebgut in Immenstaad.  <\/p>\n<p>Im Jahr der Kirchweihe feierte Abt Anselm auch sein 50-j\u00e4hriges Priesterjubil\u00e4um. Am 12. Mai 1767 resignierte Abt Anselm nach 26 Jahren Regierungszeit. Noch im selben Monat verstarb er.  <\/p>\n<p>Zu seinem Nachfolger wurde Honorat G\u00f6hl gew\u00e4hlt. Er ist am 6.1.1733 in Immenstadt geboren. Er hatte die Klosterschule in&nbsp; Ottobeuren und danach die Schule in Salzburg besucht. Ann trat er in Ottobeuren ins Kloster ein. Am 13. 12. 1751 legte Profe\u00df ab.&nbsp; 1757 wurde er zum Priester geweiht. Er lehrte dann an der Klosterschule zun\u00e4chst Syntax, dann Philosophie. Sp\u00e4ter wurde er er Novizenmeister, Director Clericorum und Cooperator im Priorat zu St. Johann in Feldkirch. Drei Schwerpunkte pr\u00e4gten seine Regierungszeit. Besonders am Herzen lag ihm die Beachtung der Klosterzucht, die in seinen Augen auch bedingt durch die Unruhe, die die lange Bauzeit im Kloster verursacht hatte, und nat\u00fcrlich die Anwesenheit vieler nicht Klosterangeh\u00f6riger, K\u00fcnstler, Handwerker,Tagel\u00f6hner, gelitten hatte. Auf die F\u00f6rderung und den Ausbau der Klosterschule legte er gro\u00dfen Wert. Zu den sechs Klassen (Principia, Rudimenta, Grammatica minor und major, Poesis, Rhetorica)f\u00fcgte er 1789 zwei philosophische Kurse zu .  <\/p>\n<p>Der dritte Punkt war&nbsp; die k\u00fcnstlerische Vervollkommnung der Musikpflege des Hauses , nicht nur f\u00fcr den kirchlichen Gebrauch sondern auch zur Unterst\u00fctzung des Theaters, das in Ottobeuren in der gesamten Barockzeit besonders gepflegt wurde. Wichtige St\u00fctze war ihm auf diesem Gebiet Pater Franz Xaver Schnitzer, in Wurzach geboren. Als Chorknabe erhielt er in Ottobeuren seine Ausbildung. Abt 1766 war er Organist im Stift und bis zu seinem Tod 1785 als Chorregent und Musikinstruktor t\u00e4tig. Er komponierte mehrere Messen, ein Requiem, Magnifikate und Vespern aber auch Singspiele. Die Bl\u00fcte der Vokalmusik hatte bis zur S\u00e4kularisation ihren H\u00f6hepunkt erreicht. Die Pflege des Theaters hatte f\u00fcr Kloster Ottobeuren kurz vor seiner Aufl\u00f6sung einen ganz praktischen Nutzen.  <\/p>\n<p>Als General Vandamme, General unter Napoleon,&nbsp; am 14. Mai 1800 nach Ottobeuren kam, wurde er mit allen Ehren empfangen und er wohnte einem Theaterst\u00fcck bei, dass ihn so begeisterte, dass er sich als Besch\u00fctzer Ottobeurens empfahl. Das Kloster kam dann tats\u00e4chlich unbeschadet durch die Napoleonischen Kriege.  <\/p>\n<p>Abt Honorat konnte neben seinen Erfolgen bei der Klosterzucht, der schulischen und kulturellen Leistung auch ganz praktische Erfolge vorweisen.&nbsp; In Feldkirch erbaute er in dem Priorat der Abtei f\u00fcr 30.000 Gulden das Johanniterhaus. In Olarzried wurde eine neue Kirche erbaut. Er baute M\u00fchlen, gab eine M\u00fchlenordnung heraus, f\u00f6rderte den Klee-und Flachsanbau. Er begann mit der Verteilung der Gemeindegr\u00fcnde, was nach anf\u00e4nglichen widerst\u00e4nden ein voller Erfolg wurde und den Wohlstand sp\u00fcrbar steigerte.  <\/p>\n<p>Die Bibliothek wurde gezielt ausgebaut.  <\/p>\n<p>\u00d6ffentliche Stra\u00dfen und Wege wurden f\u00fcr 30.000 Gulden ausgebessert oder neu angelegt.  <\/p>\n<p>Pater Ulrich Schiegg (Profess am 29. September 1771) lehrte von 1791 bis 1800 lehrte er Mathematik, Astronomie, Physik und Landwirtschaft an der Universit\u00e4t Salzburg. Am 22. Januar 1784 f\u00fchrte er in Ottobeuren den ersten unbemannten Ballonstart Deutschlands durch, angeregt durch die Versuche&nbsp; der Gebr\u00fcder Montgolfier mit Hei\u00dfluftballons. Nach der Aufl\u00f6sung des Klosters war Schiegg Hofastronom in M\u00fcnchen.  <\/p>\n<p>1801 feierte Abt Honorat sein goldenes Priesterjubil\u00e4um. Am 17. Juli 1802 verstarb er.  <\/p>\n<p>Noch vor dem Ableben Abt Honorats wurde am 9. Februar 1801 in Lun\u00e9ville ein Friedensvertrag zwischen Frankreich und dem Heiligen R\u00f6mischen Reich unter Kaiser Franz II. unterzeichnet. Er regelte die rechtliche Eingliederung der von Frankreich seit 1794 besetzten linksrheinischen Gebiete in das franz\u00f6sische Staatsgebiet. Den F\u00fcrstent\u00fcmern des Reiches wurde gleichzeitig eine Entsch\u00e4digung durch S\u00e4kularisation geistlicher Territorien und Mediatisierung kleinerer weltlicher Territorien und Reichsst\u00e4dte <\/p>\n<p>zugesagt. Umgesetzt wurde das dann im Reichsdeputationshauptschluss von 1803.&nbsp; Die Kurf\u00fcrstent\u00fcmer K\u00f6ln und Trier, das F\u00fcrsterzbistum Salzburg und alle F\u00fcrstbist\u00fcmer und alle anderen geistliche F\u00fcrstent\u00fcmer wie Reichsabteien un d Reichsstifte wurden aufgel\u00f6st und enteignet. <\/p>\n<p>&nbsp; <\/p>\n<p>&nbsp; <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/ottobeuren1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"ottobeuren1\" style=\"border-left-width: 0px; border-right-width: 0px; border-bottom-width: 0px; float: none; margin-left: auto; display: block; border-top-width: 0px; margin-right: auto\" border=\"0\" alt=\"ottobeuren1\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/ottobeuren1_thumb.jpg\" width=\"244\" height=\"161\"><\/a> <\/p>\n<p>Nur 5 Tage nach dem Tod des letzten Abtes wurde der Nachfolger gew\u00e4hlt. Gew\u00e4hlt wurde Paulus Alt, geboren am 15. M\u00e4rz 1760 in Wangen. 1780 legte er seine Gel\u00fcbde ab. 1784 wurde er zum Priester geweiht. Er war zun\u00e4chst Novizenmeister und dann lehrte<\/p>\n<p>er Theologie in Freising.Dann kam er wieder nach Ottobeuren. Bis zu seiner Wahl war er dort Prior. Die Wahl fand am 23.Juli 1802 statt, die kaiserlichen Belehnungsinstrumente folgten 4 Monate sp\u00e4ter. Aber schon&nbsp; 29. August erschien der kurbayrische Kommiss\u00e4r<\/p>\n<p>Freiherr v. Hertling im Kloster und er\u00f6ffnete dem Abt, dass Kurbayern die ihm in Schwaben zugesicherten Distrikte milit\u00e4risch besetze. Am 1. Dezember 1802&nbsp; erhielt das Kloster das Besitznahme-Dekret. Das Stift Ottobeuren erlosch damit nach 1038 Jahren Bestehen.&nbsp; Der Konvent wird allerdings nicht aufgel\u00f6st. 18 der urspr\u00fcnglich 48 M\u00f6nche konnten im Kloster verbleiben. Neuaufnahmen waren jedoch nicht mehr m\u00f6glich. Teile des Klosters wurden f\u00fcr das Amtsgericht, Kasernen und Wohnungen verwendet. Unter K\u00f6nig Ludwig I. wurde das Kloster als Priorat der Abtei St. Stephan neu gegr\u00fcndet. 1918 wurde es wieder selbstst\u00e4ndige Abtei. Heute leben noch etwa 20 M\u00f6nche im Kloster. Ottobeuren hat als einziges der schw\u00e4bischen Barockkl\u00f6ster eine ununterbrochene kl\u00f6sterliche Tradition.<\/p>\n<p>1964 wurde die Klosteranlage umfassend renoviert.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/barock2ottobeuren.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"barock2ottobeuren\" style=\"border-left-width: 0px; border-right-width: 0px; border-bottom-width: 0px; float: none; margin-left: auto; display: block; border-top-width: 0px; margin-right: auto\" border=\"0\" alt=\"barock2ottobeuren\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/barock2ottobeuren_thumb.jpg\" width=\"244\" height=\"239\"><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u00c4bte des Klosters Ottobeuren<\/p>\n<ul>\n<li>Toto (764\u2013814)\n<li>Milo (814\u2013864)\n<li>Neodegar (864\u2013869)\n<li>Witgar (869\u2013902)\n<li>Birtilo (902\u2013941)\n<li>Adalbero (941\u2013972)\n<li><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ulrich_von_Augsburg\">Ulrich von Augsburg<\/a> (972\u2013973)\n<li>Rudung (973\u20131000)\n<li>Dangolf (1000\u20131012)\n<li>Sigibert (1012\u20131028)\n<li>Embricho (1028\u20131050)\n<li>Eberhard (1050\u20131069)\n<li>Razelin (1069\u20131082)\n<li>Adalhelm (1082\u20131094)\n<li>Gebhard (1094\u20131100)\n<li>Heinrich I. (1100\u20131102)\n<li><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rupert_von_Ottobeuren\">Rupert I.<\/a> von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kloster_Sankt_Georgen_im_Schwarzwald\">St. Georgen<\/a> (1102\u20131145)\n<li><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Isingrim_(Ottobeuren)\">Isingrim<\/a> (1145\u20131180)\n<li><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Bernold_(Ottobeuren)&amp;action=edit&amp;redlink=1\">Bernold<\/a> (1180\u20131194)\n<li><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Konrad_I._(Ottobeuren)&amp;action=edit&amp;redlink=1\">Konrad I.<\/a> (1194\u20131227)\n<li>Berthold I. (1227\u20131246)\n<li>Walther (1246\u20131252)\n<li>Heinrich II. (1252\u20131258)\n<li>Siegfried (1258\u20131266)\n<li>Heinrich III. von Bregenz (1266\u20131296)\n<li>Konrad II. (1296\u20131312)\n<li>Heinrich IV. (1312\u20131322)\n<li>Heinrich V. von Nordholz (1322\u20131353)\n<li>Johann I. von Altmannshofen (1353\u20131371)\n<li>Ulrich von Kn\u00f6ringen (1371\u20131378)\n<li>Johann II. von Hocherer (1378\u20131390)\n<li>Heinrich VI. (1390\u20131399)\n<li>Johann III. von Affstetten (1399\u20131400)<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Johann IV. Russinger (1400\u20131404)\n<li>Eggo Schwab (1404\u20131416)\n<li>Johann V. Schedler (1416\u20131443)\n<li>Jodok Niederhof (1443\u20131453)\n<li>Johann VI. Kraus (1453\u20131460)\n<li>Wilhelm von Lustenau (1460\u20131473)\n<li>Nikolaus R\u00f6slin (1473\u20131492)\n<li>Matth\u00e4us Ackermann (1492\u20131508)\n<li>Leonhard Wiedemann (1508\u20131546)\n<li>Kaspar Kindelmann (1547\u20131584)\n<li>Gallus Memminger (1584\u20131599)\n<li>Alexander Sauter (1600\u20131612)\n<li>Gregor Reubi (1612\u20131628)\n<li>Andreas Vogt (1628\u20131633)\n<li>Maurus Schmid (1633\u20131655)\n<li>Petrus Kimmicher (1656\u20131672)\n<li>Benedikt Hornstein (1672\u20131688)\n<li>Gordian Scherrich (1688\u20131710)\n<li><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rupert_Ne%C3%9F\">Rupert Ne\u00df<\/a> (Rupert II.; 1710\u20131740)\n<li><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Anselm_Erb\">Anselm Erb<\/a> (1740\u20131767)\n<li>Honorat G\u00f6hl (1767\u20131802)\n<li>Paulus Alt (1802\u20131807)\n<li><i>Prior<\/i> Barnabas Huber (1834\u20131851)\n<li><i>Prior<\/i> Theodor Gangauf (1851\u20131859)\n<li><i>Prior<\/i> Raphael Mertl (1859\u20131889)\n<li><i>Prior<\/i> <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eugen_Gebele\">Eugen Gebele<\/a> (1889\u20131903)\n<li><i>Prior<\/i> Theobald Labhardt (1903\u20131915)\n<li><i>Prior<\/i> (ab 1918 Abt) <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Placidus_Glogger\">Placidus Glogger<\/a> (1915\u20131920)\n<li>Joseph Maria Einsiedler (1920\u20131947)\n<li><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vitalis_Maier\">Vitalis Maier<\/a> (1948\u20131986)\n<li>Vitalis Altthaler (1986\u20132002)\n<li><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Paulus_Maria_Weigele\">Paulus Maria Weigele<\/a> (2002\u20132013)\n<li>Johannes Schaber (seit 2013)<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Ottobeuren wurde um 550 als Rodungssiedlung gegr\u00fcndet, der Sage nach von einem Uot und nach ihm Uotbeuren genannt. Im 8. Jahrhundert wurde der Ort zu einem fr\u00e4nkischen Reichshof und Sitz des wohl von Karlmann eingesetzten&nbsp; Zehentgrafens Silach. 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