{"id":3422,"date":"2026-04-19T12:23:50","date_gmt":"2026-04-19T12:23:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=3422"},"modified":"2026-04-19T12:23:50","modified_gmt":"2026-04-19T12:23:50","slug":"schum-stdte-speyer-worms-und-mainz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=3422","title":{"rendered":"SchUM-St&auml;dte Speyer, Worms und Mainz"},"content":{"rendered":"<p>Die St\u00e4dte Schpira (Speyer), Warmaisa (Worms)und Magenza (Mainz), wie sie auf hebr\u00e4isch hei\u00dfen, wurden 2021<\/p>\n<p>zum Weltkulturerbe der UNESCO ernannt.<\/p>\n<p>SchUM ist das Akronym, also das aus den (hebr\u00e4ischen Anfangsbuchstaben) der drei St\u00e4dte zusammengesetzte Wort.<\/p>\n<p>Die Welterbest\u00e4tte umfasst den Speyerer Judenhof, den Wormser Synagogenkomplex und die Alten J\u00fcdischen Friedh\u00f6fe in Worms und Mainz.<\/p>\n<p>Die SchUM-St\u00e4tten von Speyer, Mainz und Worms sind Wiege der askenaischen-j\u00fcdischen Kultur im Mittelalter.<\/p>\n<p>Ein Aschkenasi ist ein Jude, dessen Vorfahren in Mittel-, Ost- oder Nordeuropa lebten.Diese Juden entwickelten \u00fcber Jahrhunderte eigene religi\u00f6se Br\u00e4uche, kulturelle Traditionen und eine eigene Sprache, das Jiddische. Der Begriff &#8222;Aschkenasi&#8220; kennzeichnet somit eine spezifische j\u00fcdische Identit\u00e4t, die sich von anderen j\u00fcdischen Gruppen, wie den Sephardim, unterscheidet.<\/p>\n<p>Am Ende des 10.Jahrhunderts waren in den drei St\u00e4dten Jeschiwas (Talmudschulen) gegr\u00fcndet worden.<\/p>\n<p>Bis dahin waren die j\u00fcdischen Zentren in Mesopotamien die geistliche Autorit\u00e4t der in der Zerstreuung lebenden Juden.<\/p>\n<p>Nun entwickelte sich ein&nbsp; von der babylonischen Tradition unabh\u00e4ngiges Judentum: das aschkenasische Judentum, mit eigenen Rechtsauslegungen.<\/p>\n<p>Der ber\u00fchmteste Talmudsch\u00fcler war Rabbi Schlomo ben Isaak, genannt Raschi, der von 1055 bis 1065 in Worms studierte. Raschi gilt bis heute als der bedeutendste Kommentator der Hebr\u00e4ischen Bibel und des Babylonischen Talmuds. Die SchUM-Gemeinden sind auch wegen ihrer <\/p>\n<p>Rechtsbestimmungen <i>(Takkanot)<\/i> ber\u00fchmt. Diese wurden beim Auftreten neuer Rechtsprobleme, f\u00fcr die es nach j\u00fcdischem Recht noch keine Verordnungen gab, erlassen. Nicht mehr zeitgem\u00e4\u00dfe Rechtsbestimmungen wurden angepasst.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend des ersten Kreuzzugs 1096 kam es zu blutigen Judenverfolgungen. Das Kreuzugsheer bestand in erster Linie aus einfachen Menschen, Bauern, aber auch tausende von Bettlern und verarmten Bauern.<\/p>\n<p>Diese zogen pl\u00fcndernd und mordend an Rhein, Main und der Donau entlang. Tausende Juden wurden brutal ermordet, mussten unter Zwang zum Christentum konvertieren oder begingen Selbstmord, um der Zwangstaufe zu entgehen.Das bewirkte eine <\/p>\n<p>Auswanderungswelle unter den verbleibenden Juden. Vom 13. bis ins 15. Jahrhundert verlagerte sich der Mittelpunkt des europ\u00e4ischen Judentums nach Polen und Litauen. <\/p>\n<p>Bekannte askenasische Juden sind z. B. Albert Einstein, Sigmund Freud und Franz Kafka.<\/p>\n<p>Im folgenden werde ich die Geschichte der drei St\u00e4dte darstellen und dabei auch die jeweiligen SchUM-St\u00e4tten, einbetten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>1. Mainz<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.pixabay.com\/photo\/2017\/05\/17\/06\/57\/mainz-cathedral-2320083_640.jpg\"><\/p>\n<p>Mainz ist heute Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz. Es wurde schon in keltischer Zeit besiedelt. Dann kamen die R\u00f6mer. Im Jahr 13\/12 vor Christus lie\u00df der r\u00f6mische Feldherr Drusus (38 a.C-9 a.C) ein Milit\u00e4rlager f\u00fcr 12.000&nbsp; Soldaten<\/p>\n<p>errichten. Daraus entstand eine Siedlung, die sich bald zur r\u00f6mischen Stadt &#8222;Mogontiacum&#8220;, benannt nach dem keltischen Gott Mogon, entwickelte.<\/p>\n<p>Zeitweise lebten hier bis zu 50.000 Menschen.<\/p>\n<p>Das r\u00f6misch Mainz lag verkehrsg\u00fcnstig an der M\u00fcndung des Main in den Rhein.<\/p>\n<p>Von hier aus lie\u00df sich die nahe gelegene Grenze des Imperium Romanums, der Limes, sehr gut verteidigen und von hier aus lie\u00dfen sich Feldz\u00fcge gegen die Germanen organisieren. <\/p>\n<p>Um 80 p.C. wurde die Stadt zur Hauptstadt der neu eingerichteten&nbsp; Provinz Germania Superior.<\/p>\n<p>Es gibt noch zahlreiche Funde aus r\u00f6mischer Zeit, so der Isis-Tempel, dessen Fundamente erst zwischen 2000 und 2001 entdeckt wurden.<\/p>\n<p>Die Nachbildung der Jupiters\u00e4ule steht vor dem Mainzer Landtag. Sie ist wohl zwischen 65-67 p.C. entstanden, wie sich aus Inschriften erschlie\u00dfen l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Beim Bau der Eisenbahn 1884 fand man die Fundamente des B\u00fchnenhauses. Sie wurden vermessen und abgerissen, um die Gleise und Bahnsteige des S\u00fcdbahnhofs anzulegen. <\/p>\n<p>1914 wurden erneut Mauerreste gefunden, die nun mit dem lange gesuchten Theater in Verbindung gebracht wurden.<\/p>\n<p>1916 best\u00e4tigten neue Ausgrabungen die Annahme. Wegen der Not des Ersten Weltkriegs konnte aber nicht weiter gegraben werden.<\/p>\n<p>Seit 1999 laufen nun gro\u00dfe Grabungen.<\/p>\n<p>Es war das gr\u00f6\u00dfte Theater n\u00f6rdlich der Alpen und bot Platz f\u00fcr etwa 10.000 Besucher. Die Breite des Zuschauerraumes betrug 116 m, die der B\u00fchne 42 m. <\/p>\n<p>Es gab wohl auch ein Amphitheater in Mainz, das bisher aber noch nicht lokalisiert werden konnte.<\/p>\n<p>Im Landesmuseum sind in der sogenannten Steinhalle sind viele Steindenkm\u00e4ler ausgestellt.<\/p>\n<p>Im Museum f\u00fcr Antike Schifffahrt sind&nbsp; die R\u00f6merschiffe ausgestellt sind, die 1980\/81 bei den Bauarbeiten f\u00fcr einen Hotelkomplex am Rheinufer gefunden wurden.<\/p>\n<p>Auf dem K\u00e4strich in der Mainzer Oberstadt wurden die Reste eines r\u00f6mischen Stadttores aus dem 3.Jahrhundert gefunden.<\/p>\n<p>Nach dem Zusammenbruch des Limes 259\/60 n. Chr. wurde nun eine Stadtmauer f\u00fcr die bis dahin unbefestigte Provinzhauptstadt gebaut. Das Stadttor ist ein Teil davon.<\/p>\n<p>Die Herrschaft der R\u00f6mer endete so ab 300. <\/p>\n<p>Der \u00dcbergang war nicht abrupt. In Mainz lebte eine romanisierte Bev\u00f6lkerung weiter. <\/p>\n<p>Die fr\u00e4nkische Besiedlung konzentrierte sich vor allem auf Landgemeinden.<\/p>\n<p>Ein wesentliches Element der Kontinuit\u00e4t zwischen Antike und Mittelalter am Rhein war das Christentum.<\/p>\n<p>Nachdem dieses unter Konstantin Anfang des 4. Jahrhunderts im r\u00f6mischen Reich anerkannt war, bildete sich auch in Mainz eine christliche Gemeinde. Mainz wurde Sitz eines Bischofs.<\/p>\n<p>Missionserzbischof Bonifatius (um 673-754)war von 746 bis zu seinem M\u00e4rtyrertod im Jahre 754 Mainzer Bischof. Nach ihm wurde die Erzbischofsw\u00fcrde fest mit dem<\/p>\n<p>Mainzer Stuhl verbunden.<\/p>\n<p>Nachfolger von Bonifatius wurde Lullus (755-786)<\/p>\n<p>975 wurde Willigis (975-1011) Erzbischof von Mainz. Er wurde Reichserzkanzler und seit Willigis war diese W\u00fcrde meist mit mit dem Erzbistum Mainz verbunden. <\/p>\n<p>Von Papst Benedikt VII. (974-983) erhielt er ein Privileg mit der Ernennung zum p\u00e4pstlichen Vikar auf Lebenszeit. Das war verbunden mit der Praezedenz, das ist der Vorrang <\/p>\n<p>vor den \u00fcbrigen Erzbisch\u00f6fen und Bisch\u00f6fen des nordalpinen Reiches besitzen. <\/p>\n<p>983 erhielt er von Otto II. (973-983) beim Reichstag von Verona die Veroneser Schenkung und damit Gebiete von Ingelheim bis nach Heimbach und nach Kaub sowie das Gebiet beiderseits der unteren Nahe und den Rheingau rechts des Rheins.<\/p>\n<p>Das war der Grundstock f\u00fcr den sp\u00e4teren Kurstaat Kurmainz, dessen Landesherr der Mainzer Erzbischof war.<\/p>\n<p>Bischof Willigis ist auch der Bauherr des Mainzer Doms. Er wurde 1009 vollendet und war damals der erste Kirchenbau dieser Gr\u00f6\u00dfe n\u00f6rdlich der Alpen.<\/p>\n<p>Willigis lie\u00df au\u00dferdem die Stiftskirche St. Stephan erbauen, wo er begraben ist, da der Dom bei seinem Tod noch nicht weit genug hergestellt war.<\/p>\n<p>In St. Stephan sind auch die Kirchenfenster von Marc Chagall (1887-1985,die er von 1978 bis zu seinem Tod gestaltete.<\/p>\n<p>Es sind insgesamt 9 Fenster und Chagall wollte diese als Beitrag zur j\u00fcdisch-deutschen Auss\u00f6hnung verstanden wissen. <\/p>\n<p>Sie sind heute nat\u00fcrlich eine weitere Mainzer Sehensw\u00fcrdigkeit.<\/p>\n<p>Erzbischof Adalbert I. von Saarbr\u00fccken (1111-1137)besa\u00df genug Macht, um 1125 das K\u00f6nigswahlrecht zu reformieren.<\/p>\n<p>Nicht mehr alle deutsche F\u00fcrsten sollten den deutschen K\u00f6nig w\u00e4hlen sondern nur noch 10 (sp\u00e4ter 7) aus den vier Provinzen Franken, Sachsen, Schwaben und Bayern. <\/p>\n<p>Einer davon war auch der Erzbischof von Mainz, der sich ab jetzt Kurf\u00fcrst nennen durfte.<\/p>\n<p>Unter Adalbert erhielten die Mainzer erstmals spezielle B\u00fcrgerrechte, insbesondere die Unabh\u00e4ngigkeit von ausw\u00e4rtigen Gerichtsbarkeiten und das Privileg, keine Abgaben an ausw\u00e4rtige V\u00f6gte bezahlen zu m\u00fcssen. <\/p>\n<p>Friederich Barbarossa (1152-1190) kassierte das aber, als Mainzer B\u00fcrger wegen einer Steuerstreitigkeit Erzbischof Arnold von Selenhofen (1153-1160) erschlugen.<\/p>\n<p>1184&nbsp; fand einer der gro\u00dfartigsten Hoftage des ganzen Mittelalters in Mainz statt. Anlass war die Schwertleite der S\u00f6hne Heinrich VI.(1191-1197) und&nbsp; Friedrich VI.(1167-1191) Herzog von Schwaben.<\/p>\n<p>1212 kr\u00f6nte Siegfried II. von Eppstein (1200-1230) den Staufer Friedrich II. (1212-1250) im Mainzer Dom zum K\u00f6nig.<\/p>\n<p>1244 verlieh Erzbischof Siegfried III. von Eppstein (1230-1249) den Mainzer B\u00fcrgern ein umfassendes Freiheitsprivileg. <\/p>\n<p>Alte Rechte wurden best\u00e4tigt. Ein 24 k\u00f6pfiger Stadtrat, der durch die B\u00fcrgerschaft gew\u00e4hlt wurde, wurde eingerichtet.<\/p>\n<p>Dieser erhielt Rechte \u00fcber die Verwaltung des Spitals. Die B\u00fcrger mussten au\u00dferhalb der Stadt keinen Kriegsdienst mehr f\u00fcr den Erzbischof leisten.<\/p>\n<p>Der Erzbischof versprach im Umkreis von 7 Kilometern jenseits der Stadtgrenzen keine befestigten Anlagen anzulegen.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem versprach er das Festhalten am Judenschutz.<\/p>\n<p>Der Erzbischof blieb zwar formal Stadtoberhaupt. Aber Mainz war nun eine Freie Stadt (nicht Freie Reichstadt!), die sich auf kommunaler Ebene selbst verwalten konnte.<\/p>\n<p>Freie St\u00e4dte hatten sich von ihrem (erz-)bisch\u00f6flichen Herrn befreit und waren auch dem Kaiser gegen\u00fcber nicht mehr zur Abgabe von Steuern und zur Leistung von Kriegsdiensten&nbsp; verpflichtet.<\/p>\n<p>Reichsst\u00e4dte&nbsp; unterstanden keinem Landesherren sondern unmittelbar der Zentralgewalt, also dem K\u00f6nig oder Kaiser.<\/p>\n<p>Zu den Freien St\u00e4dten geh\u00f6rte neben Mainz auch Basel, Stra\u00dfburg, Augsburg, Regensburg, K\u00f6ln, Worms und Speyer. <\/p>\n<p>1254 schlossen Mainz und Worms ein Schutzb\u00fcndnis, dem sich bald Oppenheim und Bingen anschloss. Dieses B\u00fcndnis weitete sich bald zum Rheinischen St\u00e4dtebund aus,das schlie\u00dflich<\/p>\n<p>\u00fcber 100 St\u00e4dte umfasste.<\/p>\n<p>Nach dem pl\u00f6tzlichen Tod Wilhelms von Holland(1248-1254 deutscher Gegenk\u00f6nig, 1254-56 K\u00f6nig) am 28. Januar 1256 begann rasch der Niedergang des St\u00e4dtebundes.<\/p>\n<p>Mit dem Erreichen der Stadtfreiheit hatte eine Glanzzeit von Mainz begonnen.<\/p>\n<p>Die Mainzer Stiftsfehde von 1461\/62 leitete das Ende der Stadtfreiheit ein.<\/p>\n<p>Mainz wurde kurf\u00fcrstliche Residenzstadt.<\/p>\n<p>Um 1450 erfand Johannes Gutenberg (um 1400-vor 1468) den Buchdruck mit beweglichen Metallettern und die Druckerpresse.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich gibt es in Mainz ein Museum, das Gutenberg Museum, Reichklarastra\u00dfe 1, 55116 Mainz und das Gutenbergdenkmal, vom d\u00e4nische Bildhauer Berthel Thorvaldsen entworfen und 1837 eingeweiht. es steht am Gutenbergplatz 5.<\/p>\n<p>1477 gr\u00fcndete Erzbischof&nbsp; Diether von Isenburg (1459-1461 und 1475-1482) die Mainzer Universit\u00e4t.<\/p>\n<p>Die Reformation konnte sich in Mainz nicht durchsetzen.<\/p>\n<p>Mitte des 16. Jahrhunderts erhielt Mainz anstelle der mittelalterlichen Stadtbefestigung eine moderne Stadtbefestigung.<\/p>\n<p>Trotzdem wurde es im Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieg&nbsp;&nbsp; im Dezember von den Schweden kampflos eingenommen.<\/p>\n<p>1644 besetzten die Franzosen Mainz und zogen erst 1650 wieder ab.<\/p>\n<p>Erzbischof Johann Philipp von Sch\u00f6nborn (1647 \u2013 1673) hatte am Westf\u00e4lischen Frieden mitgewirkt.<\/p>\n<p>Mainz erhielt seine Besitzungen im Hessischen und Erfurt zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Er lie\u00df Mainz zu einer zusammenh\u00e4ngenden Festung ausbauen. <\/p>\n<p>Von Friedrich von Spee (1591-1635) beeinflusst war er einer der ersten Reichsf\u00fcrsten, der die Abhaltung von Hexenprozessen auf seinem Territorium verbieten lie\u00df.<\/p>\n<p>Er f\u00fchrte die Allgemeine Schulpflicht wieder ein .<\/p>\n<p>Mit Dekret vom 12. November 1671 begrenzte er die Juden in Mainz zahlenm\u00e4\u00dfig. <\/p>\n<p>Au\u00dferdem wies er sie in ein eigenes, abgeschlossenes Wohnviertel ein.<\/p>\n<p>Die Mainzer Judengasse z\u00e4hlt zu den j\u00fcngsten Ghettos im Heiligen R\u00f6mischen Reich deutscher Nation. <\/p>\n<p>Von 1695-1729 war Lothar Franz von Sch\u00f6nborn, der Neffe von Johann Philipp von Sch\u00f6nborn, Maiknzer Erzbischof.<\/p>\n<p>Er konzentrierte sich auf den Wiederaufbau des Kurstaates, der im Pf\u00e4lzischen Erbfolgekrieg 1688-1697 und im Spanischen Erbfolgekrieg 1701-1714 schwer in Mitleidenschaft gezogen worden war.<\/p>\n<p>Lothar Franz war der gro\u00dfe Barockbaumeister von Mainz.<\/p>\n<p>In seiner Zeit entstand der J\u00fcngere Dalberger Hof 1718,&nbsp; Herrensitz der Freiherren von Dalberg, das Rochusspital (1721- 1729), mit dem Lothar Franz das Problem der Armen und Kranken in den Griff zu bekommen versuchte<\/p>\n<p>Das Lustschloss Favorite am Mainzer Rheinufer wurde 1722 fertiggestellt, allerdings schon w\u00e4hrend der Belagerung von Mainz 1793 in den Koalitionskriegen vollst\u00e4ndig zerst\u00f6rt. <\/p>\n<p>1726 wurde der Neubrunnen errichtet, der den B\u00fcrgern des Bleichenviertels ein besseres Trinkwasser garantieren sollte.<\/p>\n<p>Von 1743-1763&nbsp; war Johann Friedrich Karl von Ostein Kurf\u00fcrst.<\/p>\n<p>Sein Gro\u00dfhofmeister war Friedrich von Stadion (1691-1768). Er war der Cousin von Johann Friedrich Karl von Ostein .<\/p>\n<p>Friedrich von Stadion hatte bei den Regierungsgesch\u00e4ften weitgehend freie Hand.<\/p>\n<p>Er war Anh\u00e4nger der franz\u00f6sischen Aufkl\u00e4rung. Er war ein Freund von Voltaire, mit dem er korrespondierte.<\/p>\n<p>Nun setzte im Kurf\u00fcrstentum Mainz ein Reformprozess nach den Grunds\u00e4tzen der Aufkl\u00e4rung ein.<\/p>\n<p>1746 wurde die Porzellanmanufaktur H\u00f6chst gegr\u00fcndet.<\/p>\n<p>In Mainz wurden ein Pfandhaus, Kaufhaus, Weinmarkt, Zuchthaus und eine Lotterie eingerichtet. Die Landstra\u00dfen und Schiffahrtswege wurden verbessert und eine Handelskommission gegr\u00fcndet. 1752 wurden Handelskammer und Handelsgericht eingef\u00fchrt .<\/p>\n<p>Eine Sammlung von Polizei und Handelssachen wurde ver\u00f6ffentlicht, die bis zum Ende des Kurstaates in G\u00fcltigkeit blieben.<\/p>\n<p>Hofrat, Hofkammer und Hofgericht wurden im Geheimen Rat zusammengelegt und so&nbsp; Verwaltung, Finanzen und Justiz&nbsp; zentralisiert.<\/p>\n<p>Er war ein F\u00f6rderer des Malers Johann Heinrich Tischbein und des Dichters&nbsp; Christoph Martin Wieland, auf dessen Empfehlung er eine Professur in Erfurt erhielt. Von dort aus wurde er zum Prinzenerzieher in Weimar.<\/p>\n<p>Herzogin Anna Amalia, Herzogin von Sachsen-Weimar und Eisenach holte ihn 1772 zur Erziehung ihrer S\u00f6hne Carl August und Friedrich Augustin nach Weimar.<\/p>\n<p>\u00dcber ihn kam Goethe 1775 nach Weimar. 1776 zog Goethe Johann Gottfried Herder als Generalsuperintendenten nach Weimar. Dann folgte Schiller aus Jena.<\/p>\n<p>1737 erwarb von Stadion in Mainz das Palais des Lothar Franz von Rollingen, der sich mit dem Bau ruiniert hatte. Es war das erste barocke Adelspalais in Mainz und verhalf im zum Namen Stadioner Hof.<\/p>\n<p>Seine Adresse Gro\u00dfe Bleiche 15. Er wurde im Krieg schwer besch\u00e4digt. Die franz\u00f6sische Besatzungsmacht lie\u00df ihn 1949 wieder aufbauen.<\/p>\n<p>Zu Beginn der 1990-er Jahre wurde er renoviert und die barocken Fassaden mit ihrer urspr\u00fcnglichen Farbgebung wieder hergestellt.<\/p>\n<p>Der letzte Kurf\u00fcrst von Mainz Friedrich Karl Joseph von Erthal&nbsp; (1774-1802) trat am 4. August 1792&nbsp; dem preu\u00dfisch-\u00f6sterreichischen B\u00fcndnis gegen die franz\u00f6sischen Revolutionstruppen bei. <\/p>\n<p>1792 fielen die franz\u00f6sischen Revolutionstruppen in das Reich ein.<\/p>\n<p>Die franz\u00f6sische Revolutionsarmee unter General Adam-Philippe de Custine (1740-1793) begann am 18. Oktober 1792 mit der Einschlie\u00dfung und der Belagerung der Stadt.<\/p>\n<p>Am 22. Oktober 1792 kapitulierte Mainz, Residenz- und Festungsstadt des rangh\u00f6chsten Kurf\u00fcrsten des Reiches, kampflos. Der Erzbischof und das Domkapitel verlie\u00dfen die Stadt. Es brach bis zum Juli 1793 die Zeit der vom Mainzer Jakobinerklub.<\/p>\n<p>Der Mainzer Jakobinerclub gilt als erste demokratische Bewegung Deutschlands und war eine pr\u00e4gende politische Kraft der kurzlebigen Mainzer Republik. <\/p>\n<p>Am 14. April wurde Mainz von 32.000 deutschen, vor allem preu\u00dfischen Soldaten eingeschlossen und beschossen, was schwere Sch\u00e4den verursachte.<\/p>\n<p>Ende 1793 verlor Mainz seinen Status als Residenz.<\/p>\n<p>Der Friede von Campo Formio am 17. Oktober 1797 f\u00fchrte zur Aufgabe des linksrheinischen Gebietes.<\/p>\n<p>Am 30. Dezember 1797 wurde Mainz die Hauptstadt des neuen Departements du Mont Tonnere (Donnersberg)<\/p>\n<p>1789 fand die franz\u00f6sische Revolution statt, die in Mainz bald Anh\u00e4nger fand.<\/p>\n<p>1799 war Napoleon der bestimmende Mann Europas geworden. <\/p>\n<p>In Mainz forcierte er den Festungsausbau. <\/p>\n<p>Mainz sollte zum Schaufenster des Empire werden.<\/p>\n<p>Mit dem Code Civil wurde eine einheitliche Rechtsprechung eingef\u00fchrt. Mainz war als Zweitresidenz Kaiser Napoleons vorgesehen und sollte dementsprechend umgestaltet werden. <\/p>\n<p>Mit der Niederlage Napoleons endete auch die franz\u00f6sische \u00c4ra von Mainz<\/p>\n<p>1819 kam Mainz zum Gro\u00dfherzogtum Hessen. Dort war es Hauptstadt der Provinz Rheinhessen geworden.<\/p>\n<p>Die Verlust der Residenzfunktion f\u00fchrte zu einer Provinzialisierung der Stadt.<\/p>\n<p>Mainz blieb Bundesfestung des Deutschen Bundes, was die Ausdehnung der Stadt und die Einwohnerzahl stark beeintr\u00e4chtigte.<\/p>\n<p>Die Stadt wuchs von 22.000 Einwohnern um 1800 auf 64.000 Einwohner um 1890 an, was aber im Vergleich zu anderen St\u00e4dten wenig war.<\/p>\n<p>Erst die Stadtmauererweiterung und der Bedeutungsverlust der Festung-die Festung Metz diente nun als Bollwerk des Deutschen Reiches- l\u00f6ste einen Bauboom aus.<\/p>\n<p>Nach Abriss der Stadtmauern begann ein kurzer Aufschwung, der aber vom Ersten Weltkrieg beendet wurde.<\/p>\n<p>Im Waffenstillstand von Compiegne am 11.November 1918 musste Deutschland einwilligen, alle deutschen Truppen hinter der Front hinter den Rhein zur\u00fcckzuziehen.<\/p>\n<p>Stattdessen besetzten Truppen der Siegerm\u00e4chte Frankreich, Belgien, Gro\u00dfbritannien und USA die linksrheinischen Gebiete sowie drei rechtsrheinische \u201eBr\u00fcckenk\u00f6pfe\u201c mit je 30 Kilometer Radius um K\u00f6ln, Koblenz und Mainz. <\/p>\n<p>Am besetzten Mainz gingen die \u201cGoldenen Zwanziger\u201d&#8220; vor\u00fcber.<\/p>\n<p>Der Nationalsozialismus konnte&nbsp; in Mainz aufgrund des starken Katholizismus in der Stadt und auch einer starken Arbeiterbewegung schwer Fu\u00df fassen,<\/p>\n<p>setzte sich aber bald wie \u00fcberall im Reich durch.<\/p>\n<p>Die&nbsp; 3000 j\u00fcdische B\u00fcrger von Mainz wurden fast vollst\u00e4ndig deportiert. \u00dcber 1000 kamen in Konzentrationslagern um.<\/p>\n<p>Bis 1942 wurde die Stadt vom Zweiten Weltkrieg weitgehend verschont.<\/p>\n<p>Dann begann der Bombenkrieg, der sich zunehmend steigerte.<\/p>\n<p>Der schlimmste Angriff erfolgte am 27. Februar 1945, als Mainz durch britische Bomber fast v\u00f6llig zerst\u00f6rt wurde und ca. 1200 Menschen get\u00f6tet wurden. Durch Brandbomben war ein Feuersturm entfacht worden. Am Ende des Krieges war die n\u00f6rdliche Altstadt zu etwa 80 % zerst\u00f6rt, die <\/p>\n<p>s\u00fcdliche aber beinahe ganz erhalten.<\/p>\n<p>Am 21. M\u00e4rz 1945 wurde Mainz&nbsp; von US-Truppen besetzt.<\/p>\n<p>Der Krieg endete am 8. Mai 1945 durch die bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht.<\/p>\n<p>Mainz wurde von den Franzosen besetzt.<\/p>\n<p>Die Grenze zwischen franz\u00f6sischer und amerikanischer Besatzungszone bildete auf der H\u00f6he von Mainz der Rhein, weswegen die rechtsrheinischen Stadtteile abgetrennt wurden. Einem Vorschlag aus dem Wiesbadener Regierungspr\u00e4sidium folgend wurden die Stadtteile n\u00f6rdlich der Mainm\u00fcndung, Am\u00f6neburg, Kastel und Kostheim, nach Wiesbaden eingemeindet.<\/p>\n<p>Die Franzosen gr\u00fcndeten 1946 das Bundesland Rheinland-Pfalz und bestimmten Mainz als Hauptstadt.<\/p>\n<p>Auf ihre Initiative wurde 1946 die Universit\u00e4t, die Johannes Gutenberg-Universit\u00e4t, neu gegr\u00fcndet.<\/p>\n<p>Sie hat heute \u00fcber 30.000 Studenten und tr\u00e4gt entscheidend zum Rufe der Stadt als als wissenschaftliches Zentrum bei. <\/p>\n<p>Universit\u00e4t und Uniklinik haben \u00fcber 8.500 Besch\u00e4ftigte und sind der gr\u00f6\u00dfte Arbeitgeber der Stadt.<\/p>\n<p>1976 wurde das ZDF auf dem Mainzer Lerchenberg angesiedelt.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem ist in Mainz ein Studio des SWR. Mainz ist also durchaus eine Medienstadt.<\/p>\n<p>Zum J\u00fcdischen Erbe von Mainz z\u00e4hlt der Judensand in Mainz, ein j\u00fcdischer Friedhof mit \u00fcber 1500 Grabsteinen viele aus dem 11. Jahrhundert und damit neben den Judensand in Worms<\/p>\n<p>der \u00e4lteste j\u00fcdische Friedhof Europas.<\/p>\n<p>Unter dem Rabbiner Gerschom ben Jehuda (ca. 960-1040) wurde in Mainz eine Talmudschule gegr\u00fcndet.&nbsp; Mainz galt&nbsp; als bis Westeuropa ausstrahlendes Zentrum der j\u00fcdischen Lehre und Wissenschaft. <\/p>\n<p>Gershoms Rechtsspr\u00fcche hatten einen starken Einfluss einen starken Einfluss auf die Entwicklung des westeurop\u00e4ischen Judentums.<\/p>\n<p>Seit dem 15.01. 2026 gibt es im Landesmuseum Mainz die Ausstellung \u201cShalom am Rhein\u201d, die als Dauerausstellung \u00fcber 1000 Jahre j\u00fcdisches Leben in Rheinland-Pfalz informiert.<\/p>\n<p>Die Neue Synagoge in Mainz wurde 2010 eingeweiht. Sie verbindet&nbsp; Gegenwart mit dem geistigen Erbe von SchUM.<\/p>\n<p>Mainz ist nat\u00fcrlich untrennbar mit der Fasnacht verbunden.<\/p>\n<p>Am 26. Februar 1838 fand der erste \u201eFastnachtmontagszug\u201c statt.<\/p>\n<p>Im Vorfeld der Revolution von 1848 fand eine Politisierung der Fassnacht statt.<\/p>\n<p>Neben der Strassenfasnacht vor allem mit dem Rosenmontagszug finden vor allem Sitzungen statt.<\/p>\n<p>Die im Fernsehen \u00fcbertragenen Sitzungen wurden zum \u00fcberregionalen Erlebnis der Fastnacht.<\/p>\n<p>Mainz ist nat\u00fcrlich eng mit dem Weinbau verbunden.<\/p>\n<p>Das kann man am besten in den historischen Weinstuben in der Altstadt erleben.<\/p>\n<p>Mainz ist Landeshauptstadt von Rheinland\u2013Pfalz und mit 224.684&nbsp; dessen gr\u00f6\u00dfte Stadt.<\/p>\n<p>Mainz ist Sitz des r\u00f6misch-katholischen Bistums Mainz.<\/p>\n<p>2. Worms<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"undefined\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/7\/73\/Wormser_Dom_2009.jpg\/1280px-Wormser_Dom_2009.jpg\" width=\"1131\" height=\"787\"><\/p>\n<p>Worms liegt in Rheinhessen am Rhein und schon in der Zeit der Kelten besiedelt worden. Auch der&nbsp; Name ist keltischen Ursprungs. Borbetomagus k\u00f6nnte sich auf die Lage der Siedlung in einem wasserreichen Quellgebiet beziehen.<\/p>\n<p>Zwei keltische Siedlungen bestanden im Stadtgebiet.<\/p>\n<p>Um 80 vor Christus brach die keltische Zivilisation pl\u00f6tzlich zusammen.<\/p>\n<p>Um 30 nach Chr. gab es wohl einen kleinen Milit\u00e4rst\u00fctzpunkt, um die Stra\u00dfe und den Rhein\u00fcbergang zu bewachen.<\/p>\n<p>Anders als in Mainz und Speyer wurden aber bauliche Spuren eines Kastells nie gefunden.<\/p>\n<p>Ab etwa 40 n. Chr. ist durch Grabinschriften die Anwesenheit von Auxiliartruppen belegt.<\/p>\n<p>Die keltische Siedlung verlagerte sich allm\u00e4hlich hin zum Milit\u00e4rst\u00fctzpunkt. Es gab eine rasche Bev\u00f6lkerungszunahme.<\/p>\n<p>Ende des. 1. Jahrhunderts verlegten die R\u00f6mer die Grenze vom Rhein an den Neckar-Odenwald-Limes.<\/p>\n<p>Das er\u00fcbrigte r\u00f6mische Milit\u00e4rpr\u00e4senz. Das Milit\u00e4r verlie\u00df die Stadt.<\/p>\n<p>R\u00f6mische Provinz Germania superior (\u201eObergermanien\u201c) eingerichtet wurde.<\/p>\n<p>Aus Borbetomagus und seinem Umland wurde die Civitas Vangionum geschaffen.<\/p>\n<p>Die Vangionen waren ein Volksstamm erstmals bei Caesar erw\u00e4hnt, wobei es nicht klar ist, ob es Kelten oder Germanen waren.<\/p>\n<p>In der Stadt gab es Produktionsst\u00e4tten zur Glasherstellung, Steinmetze und T\u00f6pfer. Das \u00e4lteste Zeugnis f\u00fcr einen Rheinschiffer ist ein Grabstein.<\/p>\n<p>In der Schlacht bei Mursa, eine der blutigsten der gesamten r\u00f6mischen Geschichte siegte Constantius II. (317-361) gegen den Aufr\u00fchrer&nbsp; Magnentius.<\/p>\n<p>In dieser Schlacht ging die Legio XXII Primigenia zugrunde, die bis dahin von Mainz aus die Grenze der Provinz Germania prima gesichert hatte. Das f\u00fchrte dazu, dass Alemannen schon im folgenden Jahr die Germania prima \u00fcberfielen und sich dort \u2013 linksrheinisch \u2013 einige Jahre festsetzen konnten, vermutlich bis 357. <\/p>\n<p>Die Villenkultur im Umland von Worms bestand fort und es gibt Zeugnisse f\u00fcr Fernhandel.<\/p>\n<p>Die Civitas Vangionum kam zun\u00e4chst unter alemannische Herrschaft und wurde um 500 ins Frankenreich eingegliedert.<\/p>\n<p>Das Christentum ist schon fr\u00fch in Worms belegt, allerdings teilweise im Legend\u00e4ren.<\/p>\n<p>Das erste belegte christliche Grab in Worms ist das Grab der Paula aus der ersten H\u00e4lfte des 5. Jahrhunderts.<\/p>\n<p>Die gesicherte Bischofsliste setzt mit mit Bischof Berchtulf(614 nachweisbar) ein. Er nahm an der Pariser Synode von 614 teil. Dort wurde Chlothar II. (584-629) zum K\u00f6nig der Franken eingesetzt.<\/p>\n<p>Unter den Karolingern war Worms eines der Machtzentren des Frankenreichs. <\/p>\n<p>Die Wormser Bisch\u00f6fe standen im 8. und 9. Jahrhundert dem K\u00f6nigshof nahe.<\/p>\n<p>926 fand der einzige Reichstag in Worms unter Kaiser Heinrich I. (917-936) statt.<\/p>\n<p>An ihm nahm auch Bischof Richowo (914-949) teil.<\/p>\n<p>Auf dem Reichstag von Worms 961 lie\u00df Otto I. (936-973) seinen damals siebenj\u00e4hrigen Sohn Otto II. (973-983) zum K\u00f6nig kr\u00f6nen.<\/p>\n<p>976 erhielt Otto von Worms (um 948-1004), Sohn des Saliers Konrad des Roten (um 922-955) das neugeschaffene Herzogtum K\u00e4rnten zum Lehen.<\/p>\n<p>Mit den Saliern begann der Aufstieg Worms zur gr\u00f6\u00dften Bl\u00fcte.<\/p>\n<p>Im Winter 1073\/74 verblieb die Stadt auf der Seite Heinrichs IV. (1056-1105)<\/p>\n<p>Die Einwohner von Worms vertrieben 1073 den Wormser Bischof Adalbert II. (1070-1107), einen Gegner K\u00f6nig Heinrichs.<\/p>\n<p>Sie empfingen Heinrich mit gr\u00f6\u00dften Ehren.<\/p>\n<p>Zum Dank stellte Heinrich 1074 f\u00fcr die Wormser Fernh\u00e4ndler eine Urkunde zum Dank f\u00fcr die Wormser B\u00fcrger f\u00fcr die erwiesene Treue aus und<\/p>\n<p>befreite die Fernh\u00e4ndler von Z\u00f6llen in vielen Orten.<\/p>\n<p>Heinrich \u00fcbernahm faktisch das Stadtregiment.<\/p>\n<p>1076 fand in Worms ein Reichstag statt, auf dem eigentlich Papst&nbsp; Gregor VII. (1073-1085) f\u00fcr abgesetzt erkl\u00e4rt werden sollte. Im Gegenzug bannte der Papst den K\u00f6nig was zum Gang nach Canossa f\u00fchrte.<\/p>\n<p>1098 fand der n\u00e4chste Reichstag in Worms statt, dessen Verhandlungen zum Ausgleich zwischen dem Kaiser, den Welfen und den Z\u00e4hringern dienten.<\/p>\n<p>1122&nbsp; wurde in Worms das Wormser Konkordat beschlossen, das den Investiturstreit beendete.<\/p>\n<p>Nach dem Erl\u00f6schen der Salier 1125&nbsp; suchten auch die Staufer eine enge Beziehung zur Stadt Worms.<\/p>\n<p>1184 best\u00e4tigte Friedrich Barbarossa(1152-1190) die Privilegien der Stadt Worms<\/p>\n<p>Der Dom St. Peter in Worms ist ist der kleinste und schlankste der drei rheinischen Kaiserdome. Er wurde im Wesentlichen von 1130 bis 1181 erbaut, also insgesamt nach dem Speyerer Dom (1025\u20131106). <\/p>\n<p>Bischof Burchard II. (+ 6. Dezember 1149) lie\u00df bereits 1130 wohl wegen schwerer Bausch\u00e4den den von seinem Vorg\u00e4nger begonnenen Neubau abrei\u00dfen und durch einen Neubau ersetzen.<\/p>\n<p>Auf seine Initiative wurde 1142 das Zisterzienserkloster Sch\u00f6nau im Odenwald gegr\u00fcndet.<\/p>\n<p>Der Wormser Dom wurde zur Grablege der Salier. 9 sind in der Saliergruft bestattet.<\/p>\n<p>Zum j\u00fcdischen Erbe in Worms z\u00e4hlt das j\u00fcdische Viertel mit Synagoge, Mikwe und j\u00fcdischem Museum.<\/p>\n<p>Die Synagoge geht auf das Gebetshaus zur\u00fcck, das 1034 gestiftet wurde. Sie war eine der gr\u00f6\u00dften im Heiligen R\u00f6mischen Reich und hatte bis zu 300 Mitgliedern.<\/p>\n<p>Sie wurde erstmals schon w\u00e4hrend der Judenverfolgungen im Zweiten Kreuzzug 1146 besch\u00e4digt.<\/p>\n<p>Der Rabbi Schlomo Jizchaki lebte von 1055 bis&nbsp; 1065 in Mainz und Worms. Er ist einer der bedeutendsten Gelehrten des Mittelalters<\/p>\n<p>und der bekannteste j\u00fcdische Bibelexeget \u00fcberhaupt. Sein Bibelkommentar wird bis heute studiert und in den meisten j\u00fcdischen Bibelausgaben abgedruckt; sein Kommentar des babylonischen Talmuds gilt ebenfalls als einer der wichtigsten .<\/p>\n<p>Das J\u00fcdische Museum befindet im Raschi-Haus, das ist das ehemalige Gemeindehaus. Die Wormser Mikwe wurde nach dem Vorbild der Mikwe in Speyer gebaut und ist etwas kleiner.<\/p>\n<p>Der Heilige Sand war der Friedhof der j\u00fcdischen Gemeinde in Worms. Er gilt als der \u00e4lteste erhaltene&nbsp; j\u00fcdische Friedhof in Europa. Die \u00e4ltesten der etwa 2.500 Grabsteine stammen aus dem 11. Jahrhundert.<\/p>\n<p>Was ich sehr erstaunlich finde, er hat die Zeit des Nationalsozialismus nahezu unbesch\u00e4digt \u00fcberstanden.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck zur Geschichte von Worms.<\/p>\n<p>1233 kam es zu einer \u201cRachtung\u201d, das ist ein&nbsp; Vertrag, zwischen Bischof Heinrich II. von Saarbr\u00fccken (1217-1234) und den B\u00fcrgern, <\/p>\n<p>in dem unter anderem das Verfahren zur Wahl des Stadtrates festgelegt wird, bei dem der Bischof erheblichen Einfluss aus\u00fcbt.<\/p>\n<p>Am Ende des 15. Jahrhunderts versuchte Bischof Johann von Dalberg (1482-1503) noch einmal, die Stadtherrschaft wieder an den Bischof zu bringen. Das misslang aber.<\/p>\n<p>1489 entschied Kaiser Friedrich III. (1440-1493), dass die Stadt nicht mehr zu einem Huldigungseid gegen\u00fcber dem Bischof verpflichtet war.<\/p>\n<p>1494 huldigte die Stadt K\u00f6nig Maximilian (1486-1519).<\/p>\n<p>Sp\u00e4testens jetzt war Worms Freie Reichsstadt. Im Reichsst\u00e4dtekollegium hatte Worms wie Speyer einen Sitz in der Rheinischen Bank.<\/p>\n<p>1495 fand unter Maximilian ein Reichstag statt. Dabei wurde das Reichskammergericht gegr\u00fcndet, die Reichssteuer eingef\u00fchrt und ein Fehdeverbot mit dem Ewigen Landfrieden erlassen.<\/p>\n<p>Rechtsanspr\u00fcche sollten nun nicht mehr im Kampf sondern auf dem Rechtsweg geltend gemacht werden. Allerdings dauerte es noch ziemlich lange, bis der Rechtsweg die Waffe ersetzt.<\/p>\n<p>Um 1500 besitzt die Stadt Worms neben zahlreichen Stiften und Kl\u00f6stern neun Pfarreien und ca. 15 Kapellen sowie Spit\u00e4ler und Klosterh\u00f6fe. Die Stadt z\u00e4hlt etwa 6000 Einwohner, davon umfasst die j\u00fcdische Gemeinde ca. 250 Personen.  <\/p>\n<p>1510 verlieh Kaiser Maximilian der Stadt Worms das Recht, Goldm\u00fcnzen zu pr\u00e4gen.  <\/p>\n<p>1513\/14 kam es in der Stadt zu heftigen Konflikten um die Verfassung der Stadt.  <\/p>\n<p>Es gab Machtk\u00e4mpfe um die Stadtherrschaft, die sich gegen die \u00fcberkommene Ratsherrschaft wandten. Die von der Geistlichkeit im Herbst 1513 bei der st\u00e4dtischen Unterschicht gesch\u00fcrten Unruhen richteten sich gegen das patrizische Ratsregiment.  <\/p>\n<p>Im Fr\u00fchjahr 1514 begann die mittelrheinische Ritterschaft unter F\u00fchrung von&nbsp; Franz von Sickingen (1481-1523)eine Fehde gegen die Stadt Worms zu f\u00fchren.Er wurde dabei auch durch G\u00f6tz von Berlichingen (um 1480- 1562) F\u00fcr rund drei Jahre geriet deren Handel und agrarische Versorgung durch Wegelagerei in hohe Bedr\u00e4ngnis. Weder das mit Bangen in der Stadt verbliebene Reichskammergericht noch die Landesfriedensbem\u00fchungen des jungen oberrheinischen Reichskreises vermochten Abhilfe zu schaffen.  <\/p>\n<p>Kaiser Maximilian \u00e4chtete Franz von Sickingen deshalb 1515.  <\/p>\n<p>B\u00fcrgeraufstand und die Fehde zerr\u00fctteten die ohnehin geschw\u00e4chten Finanzen der Stadt weiter.  <\/p>\n<p>Am 27. Januar 1521 er\u00f6ffnete Kaiser Karl V. (1519-1555) den Reichstag von Worms. Hier verteidigte Martin Luther (1483-1546) seine Thesen.  <\/p>\n<p>Mit dem Wormser Edikt vom 26. Mai 1526 wurde die Reichsacht \u00fcber Martin Luther verh\u00e4ngt und die Lekt\u00fcre und Verbreitung seiner Schriften verboten.  <\/p>\n<p>Luther hatte Worms schon am 26. April 1521 verlassen.  <\/p>\n<p>Der Reichstag von Worms sind wie der Reichstag von Speyer von 1529 wichtige Ereignisse in der Geschichte der Reformation.  <\/p>\n<p>Als Erinnerung an den Wormser Reichstag wurde am 25. Juni 1868&nbsp; das neue Denkmal eingeweiht.  <\/p>\n<p>Es gilt neben dem Internationalen Reformationsdenkmal in Genf als das gr\u00f6\u00dfte seiner Art.  <\/p>\n<p>Im Bauernkrieg 1525 versuchte der Wormser Stadtrat alle bisch\u00f6flichen Privilegien zu beseitigen. Das gelang nicht, aber Worms wurde evangelisch.  <\/p>\n<p>Der Bischof und die Geistlichen behielten ihre Sonderrechte und den Dom, r\u00f6misch-katholische Gl\u00e4ubige konnten jedoch nicht Mitglied im Stadtrat werden.  <\/p>\n<p>1529 erschien die nach ihrem Druckort benannte Wormser Bibel, die erste evangelische deutschsprachige Bibel.  <\/p>\n<p>W\u00e4hrend des Interims 1548-1552 werden evangelische Gottesdienste untersagt.  <\/p>\n<p>Im Augsburger Religionsfrieden von 1555 bleibt die katholische Minderheit von der Ratsmitgliedschaft ausgeschlossen.  <\/p>\n<p>B\u00fcrgerrecht und Handwerksaus\u00fcbung wird den Katholiken jedoch weiterhin zugestanden.  <\/p>\n<p>Am Ostermontag 1615&nbsp; kam es zum Aufruhr gegen die Juden. Grund war die Verschuldung der Handwerker bei der Judenschaft, die das gesamte Kredit- und Darlehensgesch\u00e4ft sowie den Pfandhandel in den H\u00e4nden hatte.  <\/p>\n<p>Die Juden wurden \u00fcber den Rhein vertrieben, ihre H\u00e4user in der Judengasse gepl\u00fcndert und zerst\u00f6rt. Die Synagoge wurde zum Teil abgerissen, auf dem Friedhof wurden Grabsteine umgest\u00fcrzt und zerschlagen.  <\/p>\n<p>1616 sorgte Kurf\u00fcrst Friedrich V. von der Pfalz (1596-1632), milit\u00e4risch daf\u00fcr, dass die Juden wieder nach Worms zur\u00fcckkehren konnten.  <\/p>\n<p>Die Juden erhielten Schadensersatz durch die Stadt.  <\/p>\n<p>1620 erm\u00f6glichte David ben Joshua Joseph Oppenheim&nbsp; durch umfangreiche Stiftungen den Wiederaufbau der M\u00e4nner- und Frauensynagoge.  <\/p>\n<p>1618 beginnt der 30-j\u00e4hrige Krieg, der Worms bald schwer&nbsp; in Mitleidenschaft ziehen wird.  <\/p>\n<p>Am 14. Oktober 1620&nbsp; \u00fcberquerte Prinz Heinrich Friedrich von Oranien (1584-1647) mit 5000 Mann zu Pferd und 6000 Mann zu Fu\u00df, sowie 20 Gesch\u00fctzen bei Worms \u00fcber eine eigens daf\u00fcr geschlagene Br\u00fccke den Rhein.  <\/p>\n<p>Am&nbsp; 18. August 1622&nbsp; erhielt Worms&nbsp; unter dem Befehl von Erzherzog Leopold(1586-1632) (Bruder Kaiser Ferdinand II.) eine Besatzung von 2400 Mann.  <\/p>\n<p>Am 16. Mai 1632 machten die Schweden&nbsp; das Karmeliterkloster mitsamt der Kirche und der St. Annakapelle dem Erdboden gleich. Die Karmeliter verlie\u00dfen daraufhin Worms und kehrten erst 1657 zur\u00fcck, als Bischof Hugo Eberhard (1654\u00e4-1663)<\/p>\n<p>sie in die Stadt aufnahm und ihnen die Stephanskirche zum Gebrauch \u00fcberlie\u00df. <\/p>\n<p>Zwischen 1632 und 1644 zerst\u00f6rten die schwedischen Truppen die Vorst\u00e4dte und brannten die gesamte Anlage des Heilig-Geist-Hospitals vor der Leonhardspforte an der Stra\u00dfe nach Speyer nieder.<\/p>\n<p>1635 \u00fcberschritt der kaiserliche General Gallas (1588-1647) den Rhein und nahm Worms kampflos ein.<\/p>\n<p>Eine kaiserliche Garnison wurde eingerichtet. Die Schweden verlie\u00dfen Worms.<\/p>\n<p>1644 besetzte der franz\u00f6sische Marschall Turenne (1611-1675)&nbsp; die mit Fl\u00fcchtlingen \u00fcberschwemmte Stadt.<\/p>\n<p>1666\/67 starben mehr als 1000 Menschen in Worms beim einer Pestepidemie.<\/p>\n<p>Um 1675 bauten die Jesuiten ihr neues Kollegium mit eigener Kapelle. Bis zu diesem Zeitpunkt diente die Nikolauskapelle als Gotteshaus des an der Seminariumsgasse gelegenen Jesuitengymnasiums. <\/p>\n<p>Im Pf\u00e4lzischen Erbfolgekrieg 1688-97 hatte Worms ebenfalls schwer zu leiden.<\/p>\n<p>Im Herbst 1688 standen&nbsp; franz\u00f6sische Truppen&nbsp; vor den Stadttoren. Angesichts des ungen\u00fcgenden Verteidigungszustandes schlo\u00df der Magistrat mit den Franzosen eine Kapitulation ab. Durch diese wurden der Stadt alte Rechte garantiert, ausgenommen das Obrigkeitsrecht \u00fcber die Juden. Eine franz\u00f6sische Besatzung bezog in der Stadt Quartier.<\/p>\n<p>Im Fr\u00fchjahr 1689 mussten&nbsp; trotz aller gegenteiliger Versprechungen die Einwohner die Befestigungen schleifen. Einige T\u00fcrme und Mauern an der sumpfigen Rheinfront bleiben ausgenommen.<\/p>\n<p>Am 31. Mai 1689 lie\u00df der franz\u00f6sische General M\u00e9lac (+ 12. Sept. 1709) die St\u00e4dte Speyer, Worm und Oppenheim in Brand setzen.<\/p>\n<p>S\u00e4mtliche \u00f6ffentliche Geb\u00e4ude, Spit\u00e4ler, Kirchen, Kl\u00f6ster (ausgenommen Mariam\u00fcnster im S\u00fcden und Kapuziner im Norden der Stadt) und 964 B\u00fcrgerh\u00e4user verbrannten.<\/p>\n<p>1695 lebten in den Ruinen der Stadt nur noch 1000 Menschen.<\/p>\n<p>Der Gesamtschaden wurde mit 3.009.020 Reichsthalern angegeben. Das sind etwa 5.25,604 \u20ac<\/p>\n<p>1719 begann F\u00fcrstbischof Franz Ludwig von der Pfalz (1694-1732) mit dem Neubau des f\u00fcrstbisch\u00f6flichen Residenzschlosses. Au\u00dferdem lie\u00df er den Dom wiederherstellen und stiftete den Hochaltar von Balthasar Neumann. <\/p>\n<p>Im August 1743 waren 70.000 Mann des Heeres K\u00f6nig Georgs II. (1693-1760)von England, der in Worms sein Hauptquartier eingerichtet hatte,&nbsp; in der Stadt einquartiert.<\/p>\n<p>Er hatte am \u00d6sterreichischen Erbfolgekrieg teilgenommen, um Maria Theresia zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>1656 bis 1763 fand der Siebenj\u00e4hrige Krieg statt.<\/p>\n<p>Die Stadt hatte unter Einquartierungen und hohe Kontributionszahlungen zu leiden.<\/p>\n<p>1759 wurde ein franz\u00f6sisches Milit\u00e4rhospital eingerichtet.<\/p>\n<p>Am 1.8.1759 trafen bei Minden Truppen aus Gro\u00dfbritannien, Preu\u00dfen, Braunschweig-L\u00fcneburg (Kurhannover) und Hessen-Kassel auf ein franz\u00f6sisch-s\u00e4chsisches Heer.<\/p>\n<p>Die Franzosen wurden vernichtend geschlagen und erlitten schwere Verluste.<\/p>\n<p>Im Wormser Milit\u00e4rhospital wurden die Verwundeten aufgenommen.<\/p>\n<p>Wegen der gro\u00dfen Anzahl musste man auch auf die Nachbarorte ausweichen.<\/p>\n<p>Die schlechte Lage von Worms- 30-j\u00e4hriger Krieg- Zerst\u00f6rung 1689- Kriegslasten im 7-j\u00e4hrigen Krieg<\/p>\n<p>veranlasste Kaiser Franz I. (1745-1765), der Stadt einen Zahlungsaufschub auf 10 Jahre&nbsp; zu gew\u00e4hren.<\/p>\n<p>J\u00e4hrlich sollten 4000 Gulden, das sind immerhin etwa 1.606.410,00 \u20ac getilgt werden.<\/p>\n<p>Nach der franz\u00f6sischen Revolution wechselte die Stadtherrschaft oft.<\/p>\n<p>1792 war Worms von franz\u00f6sischen Truppen besetzt, 1793, von preu\u00dfischen. 1794 kehrten die Franzosen zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Nach dem Frieden von Campo \u2013 Formio am 17. Oktober 1797 wurde Worms Teil der franz\u00f6sischen Republik.<\/p>\n<p>Es geh\u00f6rte nun als Garnisonshauptstadt zum Arrondissement Speyer innerhalb des Departements Donnersberg (Mont Tonnerre) mit Sitz in Mainz.<\/p>\n<p>Worms geh\u00f6rte nun bis 1814 zum Ersten Franz\u00f6sischen Kaiserreich.<\/p>\n<p>Nach dem Wiener Kongress vom 18. September 1814 bis zum 9. Juni 1815 kam Worms zum Gro\u00dfherzogtum Hessen und war Teil der Provinz Rheinhessen.<\/p>\n<p>Die fortschrittlichen Errungenschaften wie wie Gerichtsorganisation, Code Napol\u00e9on und Zivilstandsregister wurden beibehalten. <\/p>\n<p>Am 10. Februar 1817 stirbt Carl Theodor von Dalberg, 1802-1803 der letzte Bischof von Worms.<\/p>\n<p>1835 wurden in Rheinhessen die vier Kreise Mainz, Bingen, Alzey und Worms als staatliche Verwaltungsbezirke eingerichtet. <\/p>\n<p>1842 genehmigte Gro\u00dfherzog Ludwig II.(1830-1848) von Hessen die Einrichtung einer Handelskammer in Worms.<\/p>\n<p>Am 25.&nbsp; Juni 1868 wurde das Lutherdenkmal, das weltweit gr\u00f6\u00dfte Reformationsdenkmal eingeweiht.<\/p>\n<p>1933 hielt der Nationalsozialismus Einzug in Worms.<\/p>\n<p>In der Reichskristallnacht 1938 wurde die j\u00fcdische Synagoge in Brand gesetzt und v\u00f6llig zerst\u00f6rt.<\/p>\n<p>Worms wurde vom Bombenkrieg nicht verschont.<\/p>\n<p>Am 21. Februar 1945 wurde Worms in einem Nachtangriff bombardiert.<\/p>\n<p>Die Wohnviertel wurden schwer besch\u00e4digt, fast alle Kulturdenkm\u00e4ler werden Raub der Flammen.<\/p>\n<p>239 Menschen kamen ums Leben.<\/p>\n<p>Am 18. M\u00e4rz 1945 griffen amerikanische Bomber an.<\/p>\n<p>141 Opfer sind zu beklagen.<\/p>\n<p>Am 20. M\u00e4rz 1945 sprengten deutsche Truppen bei ihrem R\u00fcckzug die Ernst-Ludwig-Br\u00fccke.<\/p>\n<p>Die Amerikaner erreichten Worms.<\/p>\n<p>Am 10. Juli wurden die amerikanischen Truppen von franz\u00f6sischen abgel\u00f6st.<\/p>\n<p>1946 wurde die vormalige hessische Provinz Rheinhessen&nbsp; zum Regierungsbezirk Rheinhessen des damals neu gegr\u00fcndeten Landes Rheinland-Pfalz. <\/p>\n<p>Am 4. September 1951 verlaie\u00dfen die Franzosen Worms<\/p>\n<p>Die Innenstadt wurde nach dem Krieg im modernen Stil wieder aufgebaut.<\/p>\n<p>Worms hat heute 85600 Einwohner (Stand 2063)<\/p>\n<p>3. Speyer<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.domradio.de\/system\/files\/2022-11\/kaiserdom-zu-speyer.jpg\"><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Worms liegt am Rhein. Das \u00fcberschwemmungssichere Hochufer machte es schon in fr\u00fchester Zeit zu einem wichtigen Siedlungsort.<\/p>\n<p>Die ersten Funde stammen schon aus der Jungsteinzeit.<\/p>\n<p>Der wohl bekannteste Fund&nbsp; entstand wohl zwischen 1400 und 1300 vor Christus.<\/p>\n<p>In Schifferstadt, rund 35 Kilometer von Worms entfernt wurde der Goldene Hut von Schifferstadt gefunden,<\/p>\n<p>einer von vier Goldenen H\u00fcten aus der sp\u00e4ten Bronzezeit (1550-1200 vor Christus). Er befindet sich heue im Historischen Museum der Pfalz. Er ist ein wichtiges Zeugnis aus der keltischen Vergangenheit der Gegend.<\/p>\n<p>Die Gegend von Speyer war das Siedlungsgebiet der keltischen Mediomatriker.<\/p>\n<p>An der M\u00fcndung des Speyerbachs oberhalb des Flo\u00dfhafens in Speyer m\u00fcndet er in den Rhein. Dort legten keltische Siedler eine kleine befestigte, stadtartig angelegte Siedlung an.<\/p>\n<p>Um 70 vor Christus \u00fcberschritten die Sueben mit anderen germanischen St\u00e4mmen, darunter den Nemetern, die Caesar in De bello Gallico erstmals erw\u00e4hnt, den Rhein.<\/p>\n<p>Um 15 nach Christus lie\u00df Drusus auf Veranlassung von Kaiser Tiberius (42 vor-37 nach) von den Alpen bis zur Nordsee entlang des Rheins Kastelle f\u00fcr Legionen und Hilfstruppen anlegen. Eines dieser Lager und Kastelle war Speyer, das an der r\u00f6mischen Rheintalstra\u00dfe um 10 v. Chr. vermutlich f\u00fcr eine 500 Mann starke Infanterietruppe errichtet wurde.&nbsp; Das zweite wurde etwa 10 nach errichtet und daraus entwickelte sich eine ausgedehnte r\u00f6mische Siedlung.<\/p>\n<p>Speyer z\u00e4hlt somit zu den \u00e4ltesten St\u00e4dten Deutschlands. \u00c4lter ist wohl nur Mainz und Worms, das \u201chalboffiziell\u201d die \u00e4lteste Stadt ist.<\/p>\n<p>Speyer hatte um 30 n. schon Marktrecht.<\/p>\n<p>Speyer geh\u00f6rte ab 83 n zur Provinz Germania superior und war Selbstverwaltungssitz mit dem Namen Civitas Nemetum.<\/p>\n<p>Aus dieser Zeit stammt auch der \u201cR\u00f6merwein\u201d, die \u00e4lteste erhaltene und noch verschlossene Weinflasche Deutschlands. Sie ist&nbsp; ebenfalls im Historischen Museum der Pfalz ausgestellt.<\/p>\n<p>Um 150 erschien die Stadt unter dem keltischen Namen Noviomagus (Neufeld) in der Weltkarte des Griechen Ptolemaios<\/p>\n<p>2013 und 2014 wurden r\u00f6mische Gr\u00e4ber entdeckt, die zu einem Gr\u00e4berfeld aus dem 1.-5. Jahrhundert z\u00e4hlen.<\/p>\n<p>Die St\u00fcrme der V\u00f6lkerwanderungszeit verschonten auch Speyer nicht.<\/p>\n<p>Ab 260 musste die r\u00f6mische Reichsgrenze auf den Rhein zur\u00fcckgezogen werden. Speyer war wieder Grenzstadt geworden.<\/p>\n<p>Um 275 wurde Speyer total zerst\u00f6rt wie zahlreiche Skelettfunde und Brandspuren belegen.<\/p>\n<p>Sp\u00e4testens 369 war Speyer wieder Garnisonstadt geworden. Im Bereich des Domh\u00fcgels entstand&nbsp; eine m\u00e4chtige Festung mit 2,5 m starken Wehrmauern. <\/p>\n<p>Um diese Zeit gab es schon eine Christengemeinde in Speyer.<\/p>\n<p>346 wird Jesse als erster Bischof in Speyer genannt . Ab diesem Zeitpunkt ist Speyer also als Bischofssitz belegt.<\/p>\n<p>Um 500 entwickelte sich das Dorf Altspeyer.<\/p>\n<p>Der Name von Nemetum wechselte auf Spira und deutet darauf hin, dass nicht mehr lateinisch gesprochen wurde.<\/p>\n<p>In einer Schlacht 496\/497 bei Z\u00fclpich&nbsp; besiegten die Franken unter Chlodwig (466-511) die Alamannen und Speyer wurde Teil des fr\u00e4nkischen K\u00f6nigreichs. <\/p>\n<p>Wirtschaftlich kam Speyer aus der Isolation und auch das Christentum , das unter den Alamannen bedr\u00e4ngt war, erbl\u00fchte wieder.<\/p>\n<p>Um 614 wird Hilderich von Speyer&nbsp; als Bischof von Speyer erw\u00e4hnt. Er ist der erste konkret fassbare Bischof von Speyer, mit dem auch die zusammenh\u00e4ngende Bischofsliste beginnt.<\/p>\n<p>Mit der Einrichtung des Bistums Speyer muss auch der Bau einer Kathedrale f\u00fcr den Bischof verbunden gewesen sein.<\/p>\n<p>K\u00f6nig Sigibert III. (<b><\/b>, * 630-&nbsp; 656) sicherte der Speyrer Kirche den Zehnten und befreite sie von der Besteuerung durch den Gaugrafen.<\/p>\n<p>Der Speyrer Bischof war zu der Zeit Dragobodo (660-700), der auch als Gr\u00fcnder von Kloster Weissenburg gilt.<\/p>\n<p>Ihm wurde auch die Immunit\u00e4t durch K\u00f6nig&nbsp; Childerich II. (662-674) zugestanden.<\/p>\n<p>Kaiser Karl der Gro\u00dfe (768-814) best\u00e4tigte die Privilegien am 25. Juni 782.<\/p>\n<p>Die Karolinger bauten in Speyer eine K\u00f6nigpfalz.<\/p>\n<p>Karl der Gro\u00dfe weilte mehrere Male in Speyer.<\/p>\n<p>Ludwig der Fromme (813-840) hielt in Speyer 838 einen Hoftag ab und begann damit eine Serie. In Speyer wurden bis 1570 50 Hof und sp\u00e4ter Reichstage ausgerichtet.<\/p>\n<p>Stadtherr von Speyer war ein vom K\u00f6nig bestellter Gaugraf.<\/p>\n<p>Aber schon im 6. und 7. Jahrhundert wurden dem Bischof Rechte \u00fcbertragen, so dass er praktisch zum Stadtherren aufstieg.<\/p>\n<p>782 ist von einer Domkirche die Rede.<\/p>\n<p>Mit der Reichsteilung von Verdun 843 lag Speyer nun im ostfr\u00e4nkischen Teil des Reiches.<\/p>\n<p>K\u00f6nig war Ludwig der Fromme (813-840)<\/p>\n<p>Auf ihn folgte Ludwig der Deutsche (843-876)<\/p>\n<p>Speyrer Bisch\u00f6fe nahmen nun an zahlreichen Synoden teil und f\u00fchrten im Auftrag des Kaisers Verhandlungen in Paris und Rom.<\/p>\n<p>846 weihte Bischof Gebhard I. (846\u2013880) einen zweiten Dom.<\/p>\n<p>Um 900 regierte Gaugraf Werner im Speyergau. Er ist der erste historisch fassbare Salier.<\/p>\n<p>Er versuchte sein Territorium auf Kosten der Kirche zu vergr\u00f6\u00dfern. Es kam deshalb zu Auseinandersetzungen mit Bischof Einhard I. (895-913)<\/p>\n<p>Gaugraf Werner lie\u00df ihn 913 blenden. Bischof Einhard starb an den Folgen.<\/p>\n<p>Im Oktober 969 verlieh Otto der Gro\u00dfe (936-973) der Speyrer Domkirche das Immunit\u00e4tsprivileg, eine eigene Gerichtsbarkeit und die Kontrolle \u00fcber M\u00fcnze und Zoll. <\/p>\n<p>Mit dem M\u00fcnzrecht entwickelte sich Speyer bis zum 12. Jahrhundert zu einer der wichtigsten M\u00fcnzst\u00e4tten im Reich.<\/p>\n<p>Damit waren die Gaugrafen in Speyer kein Machtfaktor mehr.<\/p>\n<p>Speyer erhielt auch ausdr\u00fccklich die Stadtherrschaft \u00fcbertragen.<\/p>\n<p>Bischof Balderich&nbsp; (970-986) gr\u00fcndete die Domschule in Speyer, die bald zu einer der bedeutendsten des Reiches wurde.<\/p>\n<p>Sie wurde zu einer Ausbildungsst\u00e4tte f\u00fcr Diplomaten und Statthalter bzw. Funktion\u00e4re des Reiches.<\/p>\n<p>Im 10. Jahrhundert erlebte Speyer einen Bev\u00f6lkerungszuwachs. Auch die Wirtschaft wuchs, nicht zuletzt beg\u00fcnstigt durch die verkehrsg\u00fcnstige Lage der Stadt.<\/p>\n<p>Am 4. September 1024 wurde Konrad II. (1024-1039) deutscher K\u00f6nig und ab 1027 Kaiser.<\/p>\n<p>Konrad f\u00f6rderte gezielt Stadt und Kirche von Speyer. Die Salier gelten als zweite Gr\u00fcnder Speyers.<\/p>\n<p>Angeblich legte er am 12. Juli 1030 den #Grundstein zu Kloster Limburg bei D\u00fcrkheim und noch am gleichen Tag den Grundstein zum Dom von Speyer.<\/p>\n<p>Limburg sollte das Hauskloster der Salier werden und der Speyrer Dom die Grablege. Kloster und Dom sind etwa 40 Kilometer entfernt, f\u00fcr die damalige Zeit also eine beachtliche Strecke.<\/p>\n<p>Die Hauptbaumeisters des Doms waren Bischof Reginbald II. (1033-1039) von Speyer und Gumbert (1035-1038), Abt von Kloster Limburg.<\/p>\n<p>Beide kamen aus der Schule von St. Gallen, in der besonders auch die Kenntnisse der Architektur, Geometrie und Arithmetik gelehrt wurden. <\/p>\n<p>Der Speyrer Dom ist mit einer Gesamtl\u00e4nge von 134 Metern die gr\u00f6\u00dfte romanische Kirche weltweit. Seit 1981 geh\u00f6rt er zu den Weltkulturerbest\u00e4tten der UNESCO und da die SchUM-St\u00e4dte seit<\/p>\n<p>2021 ebenfalls Weltkulturerbe sind, ist Speyer zweimal im Weltkulturerbe vertreten.<\/p>\n<p>Im Dom sind die Gr\u00e4ber von 5 Bisch\u00f6fen sowie die Gr\u00e4ber von<\/p>\n<p>Konrad II.&nbsp; (\u2020 1039) <\/p>\n<p>Gisela von Schwaben (\u2020 1043), Kaiserin, Gemahlin von Konrad II. <\/p>\n<p>Heinrich III. (\u2020 1056), Sohn Konrads II. <\/p>\n<p>Heinrich IV<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Heinrich_IV._(HRR)\">.<\/a>(\u2020 1106), Sohn Heinrichs III., <\/p>\n<p>Bertha von Savoyen (\u2020 1087), Kaiserin, Gemahlin Kaiser Heinrich IV. <\/p>\n<p>Heinrich V. (\u2020 1125), Sohn Heinrichs IV. <\/p>\n<p>Beatrix von Burgund (\u2020 1184), zweite Gemahlin Friedrichs Barbarossa, und ihre Tochter Agnes (\u2020 1184) <\/p>\n<p>Philipp von Schwaben (\u2020 1208), Sohn Friedrich Barbarossas <\/p>\n<p>Rudolf von Habsburg (\u2020 1291) <\/p>\n<p>Adolf von Nassau (\u2020 1298) <\/p>\n<p>Albrecht von \u00d6sterreich (\u2020 1308), Sohn Rudolfs von Habsburg <\/p>\n<p>Der Dombau brachte der Stadt einen weiteren Aufschwung.&nbsp; Viele Handwerker, K\u00fcnstler und H\u00e4ndler waren zugezogen.<\/p>\n<p>Bischof Reginbald hatte die schon fertig gestellte Krypta geweiht und am 3. Juli 1039 Kaiser Konrad im noch nicht fertig gestellten Dom bestattet.<\/p>\n<p>Der Sohn Konrads II., Heinrich III. (1039-1056) setzte den Dombau fort.<\/p>\n<p>Er schenkte dem&nbsp; Dom das prachtvolle Speyerer Evangeliar, das wahrscheinlich 1046 im Kloster Echternach im Auftrag Heinrichs f\u00fcr den Dom angefertigt worden ist.<\/p>\n<p>Heute&nbsp; befindet es sich in der Bibliothek des Escorial.<\/p>\n<p>1046 brachte Heinrich von seiner Kaiserkr\u00f6nung aus Italien die Gebeine&nbsp; des des seligen Guido von Pomposa mit, die im St. Johannes Stift in Speyer beigesetzt wurden.<\/p>\n<p>Heinrich III. wurde im&nbsp; Oktober 1056 im Beisein von Papst Viktor II. (1055-10567) im noch immer unvollendeten Dom beigesetzt.<\/p>\n<p>Nach seinem Tod \u00fcbernahm seine Witwe, Agnes von Poitou (um 1025-1077), die die Regentschaft f\u00fcr ihren sechsj\u00e4hrigen Sohn Heinrich IV.(1056-1105)Unter Heinrich IV. kam es zum Investiturstreit.<\/p>\n<p>Heinrich IV. musste im Winter 1076\/77 den Gang nach Canossa antreten.<\/p>\n<p>Die Speyrer Bisch\u00f6fe, vor allem R\u00fcdiger Huzmann (1074-1090) blieben k\u00f6nigtreu.<\/p>\n<p>Er wurde f\u00fcr seine&nbsp; k\u00f6nigstreuen Aktivit\u00e4ten wurde er von Papst Gregor VII. (1073-1085) gebannt.<\/p>\n<p>Bischof R\u00fcdiger siedelte 1084 erstmals Juden in Speyer an. Er erteilte ihnen auch Privilegien, und verschieden Rechte, wie sie bisher noch nie im Reich \u00fcblich waren.<\/p>\n<p>Heinrich der IV. best\u00e4tigte diese Privilegien am 19. Februar 1090. (Heinrich IV. &#8211; RI III,2,3 n. 1314)<\/p>\n<p>Der Dom zu Speyer bekam bald statische Probleme. Au\u00dferdem musste das Fundament gegen \u00dcberschwemmungen des nahen Rheins gesch\u00fctzt werden Im Jahr 1080 lie\u00df Heinrich knapp 20 Jahre nach seiner Fertigstellung den Dom zur H\u00e4lfte abrei\u00dfen und ihn noch gr\u00f6\u00dfer wieder aufbauen.<\/p>\n<p>Im Mittelschiff wurde die Decke abgetragen, der Bau wurde um f\u00fcnf Meter erh\u00f6ht. Statt der flachen Holzdecke entstand das gr\u00f6\u00dfte Kreuzgratgew\u00f6lbe im damaligen Reichsgebiet.<\/p>\n<p>Heinrich IV. starb 1106, wurde von seinem Sohn Heinrich V. (1106-1125) aber erst am 14. August 1111 im K\u00f6nigschor des Speyerer Doms beigesetzt, da der Umbau des Doms noch nicht beendet war.<\/p>\n<p>Bis dahin hatte Heinrich IV. in der ungeweihten Afrakapelle gelegen.<\/p>\n<p>Anl\u00e4sslich der Beerdigung erteilte Heinrich V.&nbsp; den B\u00fcrgern der Stadt mit dem Gro\u00dfen Freiheitsbrief den B\u00fcrgern der Stadt gro\u00dfe Privilegien. Sie befreiten die Speyerer von der dr\u00fcckenden Erbschaftssteuer und gew\u00e4hrte ein Mitspracherecht bei M\u00fcnzverschlechterungen. Au\u00dferdem wurde der Beherbergungs- und Transportzwang (auf dem Rhein) aufgehoben und die B\u00fcrger waren nicht mehr gezwungen, den Bannwein zu kaufen. Sie konnten nicht mehr vor au\u00dferst\u00e4dtische Gerichte gestellt werden und wurden von Markt- und Handelsabgaben sowie Z\u00f6llen in der Stadt befreit. <\/p>\n<p>Speyer war die erste deutsche Stadt, in der die B\u00fcrger solche Freiheiten erhielten.Dieser Brief wurde in goldenen Buchstaben \u00fcber dem Domportal angebracht.Kaiser Friedrich I. (1152-1190) erneuerte diese Privilegien am 27 Mai 1182. (MGH DDF 827)<\/p>\n<p>Heinrich V. starb 1125 und wurde als letzter salischer Kaiser im Speyrer Dom beigesetzt.<\/p>\n<p>Nach dem Tod Lothars von Supplinburg (1125-1137) wurde mit Konrad III. der erste Staufer deutscher K\u00f6nig.Er f\u00fchrte in Speyer die Politik der Salier fort.Die Domschule hatte die Funktion einer Reichskanzlei.<\/p>\n<p>An Weihnachten 1146&nbsp; predigte Bernhard von Clairvaux (um 1090-1153) im Speyrer Dom und rief zum Kreuzzug auf.<\/p>\n<p>Konrad wurde durch diese Predigt bewogen, am Kreuzzug teil zu nehmen.<\/p>\n<p>Anfang des 13. Jahrhunderts gelang es der Stadt Speyer immer mehr stadtherrliche Rechte auszu\u00fcben.<\/p>\n<p>1230 erlie\u00df der Rat der Stadt mit dem Einverst\u00e4ndnis des Bischofs das erste Speyrer Stadtrecht.<\/p>\n<p>Auch im 13. Jahrhundert gr\u00fcndeten viele Orden Kl\u00f6ster in Speyer oder errichteten bestehende Kl\u00f6ster Stadth\u00f6fe in Speyer, so 1212 die Zisterzienser aus Eu\u00dferthal.<\/p>\n<p>Schon 1159 hatte Bischof G\u00fcnter von Henneberg (1146-1161) Kloster Maulbronn einen Hof in Speyer geschenkt, aus dem der Maulbronner Hof an der Johannesstra\u00dfe in Speyer hervorging. Der Stadthof in Speyer war der wichtigste Handelsplatz des Klosters. <\/p>\n<p>Im Juli 1245 erteilte Friedrich II. (1212-1250)der Stadt Speyer das Privileg einer vierzehnt\u00e4gigen Herbstmesse (Friedrich II. &#8211; RI V,1,1 n. 3488), Das kann durchaus als gezielte Wirtschaftsf\u00f6rderung gesehen werden.<\/p>\n<p>Im Juli 1254 schloss sich Speyer mit 58 anderen St\u00e4dten zum Rheinischen Bund der St\u00e4dte und F\u00fcrsten zusammen.<\/p>\n<p>Dieser Bund wurde von Mainz gegr\u00fcndet.&nbsp; Auch K\u00f6ln, Worms,&nbsp; Stra\u00dfburg und Basel geh\u00f6rten dem Bund an.<\/p>\n<p>Am 1. November 1265 wurde die Reichsunmittelbarkeit Speyers best\u00e4tigt.<\/p>\n<p>Am 31. Oktober 1293 schlossen Bischof Friedrich von Bonlanden (1272-1302 und der Rat der Stadt einen Vertrag, der alle Forderungen der Stadt festschrieb <\/p>\n<p>und das Ende der bisch\u00f6flichen Macht festschrieb. Speyer war damit endg\u00fcltig freie Reichsstadt.<\/p>\n<p>Die Stadt war Mitglied der rheinischen Bank im Reichsst\u00e4dtekollegium des Reichstages <\/p>\n<p>Maximilian I (1493-1519) besuchte Speyer schon 1494.<\/p>\n<p>Im Vorfeld der Reformation&nbsp; bestand in Speyer ein humanistischer Freundeskreis. Zu ihm z\u00e4hlte bereits Bischof Matthias von Rammung (1464-1478)<\/p>\n<p>und Bischof Ludwig von Helmstatt (1478-1504). Dieser berief 1483 den Humanisten&nbsp; Jakob Wimpfeling (1450-1528) als Domprediger nach Speyer. <\/p>\n<p>Erasmus von Rotterdam (zwischen 1466 und 1469-1536) war vier mal in Speyer.<\/p>\n<p>Speyrer Druckereien haben sich fr\u00fch an der Verbreitung lutherischer Schriften beteiligt.<\/p>\n<p>Papst Hadrian VI. ( 1522-23) forderte 1522 den Rat der Stadt auf, Verbreitung solcher Schriften zu unterlassen.<\/p>\n<p>Auf dem Reichstag von Speyer von 1526 ging es zun\u00e4chst um die Religionsfrage, die Kaiser Karl in seinem Sinne vorantreiben wollte.<\/p>\n<p>Es sollten Mittel und Wege gefunden werden, die Glaubenseinheit und hergebrachte kirchliche Ordnung bis zu einem freien Konzil zu bewahren, Ketzerei, Missbrauch und Unordnung zu ahnden und schlie\u00dflich das Wormser Edikt zu exekutieren.<\/p>\n<p>Aber das Wormser Edikt von 1521 wurde praktisch aufgehoben und das Entscheidungsrecht in Glaubensfragen wurde praktisch auf die Reichsst\u00e4nde verlegt.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem ging es um die T\u00fcrkenhilfe und die Finanzierung des Reichsregiments und Reichskammergerichts.<\/p>\n<p>Dieses sollte von Esslingen nach Speyer verlegt werden.<\/p>\n<p>1529 fand der Reichstag wieder in Speyer statt.<\/p>\n<p>Den Beschluss zur Glaubensfrage von 1526 hatte Karl V. aufgehoben.<\/p>\n<p>Diese beschloss auf dem Reichstag auch ein Ausschuss aus 18 Mitgliedern.<\/p>\n<p>Die drei einzigen anwesenden lutherischen Mitglieder im Ausschuss stimmten dagegen.<\/p>\n<p>Die Beschwerde der evangelischen Reichsst\u00e4nde am 12. April gegen diesen Beschluss, mit dem das Wormser Edikt wieder in Kraft treten sollte, blieb zwecklos; der Beschluss des Ausschusses ging auch in der Hauptversammlung durch.<\/p>\n<p>Die evangelischen F\u00fcrsten und Reichsst\u00e4dte waren nicht bereit, sich diesem Mehrheitsbeschluss zu unterwerfen und verfassten am 19.\/20. April 1529 ein Protestschreiben. Sie verwahrten sich nicht nur dagegen, dass der Beschluss von 1526 einfach durch Mehrheitsentscheid aufgehoben werden konnte, sondern vertraten \u00fcberdies das Prinzip, dass Glaubensangelegenheiten \u00fcberhaupt nicht durch Mehrheitsvoten entschieden werden k\u00f6nnen. Der Reichstag verweigerte die Annahme der Appellation, welches daraufhin Kaiser Karl V. \u00fcbersandt wurde. Mit der gegen den Reichstagsbeschluss gerichteten Protestation zu Speyer der evangelischen wurde die Trennung der der christlichen Kirche West-Europas besiegelt.<\/p>\n<p>Seit dem Reichstag von 1529 nennt man die Anh\u00e4nger der reformatorischen Bewegung auch Protestanten<\/p>\n<p>Die Verlagerung des Reichskammergerichts nach Speyer bedeutete f\u00fcr die Stadt, dass einschlie\u00dflich der Familien und des Gesindes <\/p>\n<p>dass zwischen 630 und 800 Personen, die mit dem Gericht in Verbindung standen, in Speyer lebten. Das waren zwischen 8 und 10 % der Stadtbev\u00f6lkerung .<\/p>\n<p>Die Anwesenheit des Reichskammergerichts bewirkte sicher auch, dass es in Speyer nur zum einer Hexenverbrennung kam.<\/p>\n<p>Zwischen 1530 und 1620 verlief die Zeit in Speyer friedlich, bis auf das Jahr 1552 im 2. Markgrafenkrieg (1552-1555) Markgraf Albrecht Alcibiades (541-1554) das Hochstift<\/p>\n<p>Speyer \u00fcberfallen und forderte von von Bischof Rudolf von und zu Frankenstein (1552-1560) eine Brandschatzung von 150.000 Gulden, das sind etwa 60.166.779,00 \u20ac.<\/p>\n<p>Als ihm diese verweigert wurde, brannte er die Madenburg und das Hambacher Schloss nieder.<\/p>\n<p>Schwere Zeiten brachen f\u00fcr Speyer mit dem Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieg an, der 1618 begann.<\/p>\n<p>Speyer geh\u00f6rte seit der Gr\u00fcndung 1608 der Protestantischen Union an.<\/p>\n<p>Es hatte aber nat\u00fcrlich Verpflichtungen gegen\u00fcber dem Reich, das die katholische Sache vertrat.<\/p>\n<p>Es wurde st\u00e4ndig zum Tragen der Kriegslasten f\u00fcr das Reich herangezogen.<\/p>\n<p>1621 trat Speyer aus der Protestantischen Union aus.<\/p>\n<p>Zwischen 1632 und 1635 wurde Speyer abwechselnd von den Schweden, Kaiserlichen und Franzosen erobert.<\/p>\n<p>Von 1635 \u2013 1644 war Speyer von den Kaiserlichen besetzt, dann nochmals die Franzosen \u00fcber das Kriegsende hinaus.<\/p>\n<p>Dazu kam 1632 die Pest und 1636\/37 eine Hungersnot.<\/p>\n<p>Zwar verfiel die Bausubstanz, doch Speyer \u00fcberstand den Krieg relativ unzerst\u00f6rt.<\/p>\n<p>Nach dem Frieden von 1648 musste das Reich eine Abfindung von 5 Millionen Goldgulden an Schweden bezahlen, davon entfielen <\/p>\n<p>37.000 Gulden, das sind etwa 14.841.139,00 \u20ac.<\/p>\n<p>Nach dem Krieg entwickelte Frankreich eine Vormachtstellung in Europa.<\/p>\n<p>1661 wurde Landau franz\u00f6sisch und zur Festung ausgebaut.<\/p>\n<p>Nach dem Tod von Kurf\u00fcrst Karl II von der Pfalz am 26. Mai 1685 beanspruchte K\u00f6nig Ludwig XIV. (1643-1715) von Frankreich rechtswidrig Teile der Kurpfalz<\/p>\n<p>als Erbe seiner Schw\u00e4gerin Liselotte von der Pfalz (1652-1722) und brach den Pf\u00e4lzischen Erbfolgekrieg (1688\u20131697) vom Zaun<\/p>\n<p>1689 lie\u00df Generalleutnant Joseph de Montclar (1625-1690) die Stadtmauern von Speyer abreissen.<\/p>\n<p>Am 23. Mai 1689 erteilte&nbsp; General Duras(1625-1704) der Befehl, die Stadt innerhalb einer Woche zu r\u00e4umen.<\/p>\n<p>Der Domschatz wurde auf Veranlassung des Domkapitels nach Mainz gebracht.<\/p>\n<p>Die Bewohner erhielten ein Umsiedlungsangebot ins Elsass oder nach Lothringen, auf das kaum jemand einging.<\/p>\n<p>Am 31. Mai steckten die Franzosen die Stadt in Brand, die fast v\u00f6llig zerst\u00f6rt wurde. Auch der Dom war schwer besch\u00e4digt.<\/p>\n<p>Auf Befehl der Franzosen durfte Speyer nicht l\u00e4nger bewohnt werden.<\/p>\n<p>Die Bev\u00f6lkerung verteilte sich auf den ganzen s\u00fcddeutschen Raum mit Schwerpunkt Frankfurt.<\/p>\n<p>Dahin hatte sich auch der Magistrat gefl\u00fcchtet.<\/p>\n<p>169 machte sich der Stadtrat daran, die verstreute Bev\u00f6lkerung wieder zu sammeln.<\/p>\n<p>Auch im Spanischen Erbfolgekrieg von 1701-1714 hatte die Stadt schwer zu leiden, vor allem durch Kontributionszahlen.<\/p>\n<p>In diesem Krieg musste Speyer 17.000 Gulden, das sind etwa 6.818.902,00 \u20ac.<\/p>\n<p>Die vier Kriege des 18. Jahrhunderts kosteten die Stadt 100.000 Gulden, das sind 40.111.186,00 \u20ac.<\/p>\n<p>Die Stadt war hoch verschuldet und die B\u00fcrger litten unter einer enormen Steuerlast.<\/p>\n<p>Trotzdem begann man Mitte der 70-iger Jahre mit dem Wiederaufbau des Domes.<\/p>\n<p>Mit der franz\u00f6sischen Revolution 1789 endete auch die Reichsstadtgeschichte Speyers.<\/p>\n<p>1792 wurde Speyer von den Revolutionstruppen der Arm\u00e9e du Rhin eingenommen.<\/p>\n<p>Es wurde kurzfristig mehrmals zur\u00fcckerobert, aber die linksrheinische Pfalz wurde am 21. M\u00e4rz 1797 endg\u00fcltig annektiert.<\/p>\n<p>Speyer wurde Unterpr\u00e4fektur im D\u00e9partement du Mont-Tonnerre (Donnersberg) <\/p>\n<p>Bis zum Wiener Kongress blieb Speyer franz\u00f6sisch.<\/p>\n<p>Dann fiel das Gebiet der sp\u00e4teren Pfalz dem K\u00f6nigreich Bayern zu.<\/p>\n<p>Speyer wurde Kreishauptstadt des Rheinkreises. Es wurde&nbsp; Sitz des pf\u00e4lzischen Postwesens, der Verwaltung des Salzmonopols, der Oberzoll-Inspektion, des Landkommissariats f\u00fcr die n\u00f6rdliche Vorderpfalz und das Gendarmeriekommandos f\u00fcr den Rheinkreis.<\/p>\n<p>Die Stadt hatte zu dieser Zeit etwa 6.000 Einwohner<\/p>\n<p>Am 5. Jun&nbsp; 1817 schloss Bayern mit dem Vatikan das Bayrische Konkordat ab.<\/p>\n<p>Speyer wurde wieder Bischofssitz.<\/p>\n<p>Der erste Bischof nach der Wiedereinrichtung des Bistums wurde Matth\u00e4us Georg von Chandelle(1818-1826)<\/p>\n<p>Speyer hatte zu dieser Zeit nicht das beste Einvernehmen mit dem K\u00f6nigreich Bayern,<\/p>\n<p>zumal die M\u00fcnchner Regierung 1819 Waren aus der Pfalz mit Z\u00f6llen belegte.<\/p>\n<p>Die Stadt Speyer verf\u00fcgte \u00fcber das beste Bildungswesen in der Pfalz.<\/p>\n<p>1817 wurde die allgemeine Schulpflicht eingef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Der Dom wurde notd\u00fcrftig wieder hergestellt und 1822 wieder eingeweiht.<\/p>\n<p>Auf Initiative K\u00f6nig Ludwigs I. von Bayern wurde das Innere des Domes, der durchweg als \u201eNationaldenkmal\u201c betrachtet wurde, in den Jahren 1846 bis 1853 durch Johann Schraudolph ausgemalt. <\/p>\n<p>Speyer hatte mit der Neuen Speyrer Zeitung ein sehr liberales Presseorgan und eckte oft in M\u00fcnchen an und bekam immer wieder Probleme mit der Zensur.<\/p>\n<p>Nach dem Hambacher Fest 1832 wurde die NSZ das Sprachrohr der liberalen Bewegung in der Pfalz.<\/p>\n<p>Nach der M\u00e4rzrevolution von 1848 marschierten preu\u00dfische Truppen am am 16. Juni&nbsp; 1849 in der Pfalz ein und besetzten Speyer ohne Widerstand.<\/p>\n<p>Am 21. Juni verh\u00e4ngte die bayrische Regierung den Kriegszustand \u00fcber die Pfalz. Die alte Regierung wurde wieder eingesetzt.<\/p>\n<p>Der Pf\u00e4lzische Aufstand, der die Verteidigung der die Verteidigung der Frankfurter Reichsverfassung und die Losl\u00f6sung vom K\u00f6nigreich Bayern zum Ziel hatte, war<\/p>\n<p>niedergeschlagen. Viele revolution\u00e4r gesinnte Speyrer verlie\u00dfen das Land.<\/p>\n<p>1853-56 wurde der Speyrer Hafen gebaut.<\/p>\n<p>Von 1893 bis 1904 wurde Ged\u00e4chtniskirche der Protestation zur Erinnerung an die auf dem Reichstag von 1529 erfolgte Prostestation erbaut.<\/p>\n<p>Mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde Speyer Lazarettstadt.<\/p>\n<p>Mit dem Ende des Ersten Weltkrieges besetzten die Franz\u00f6sen das linke Rheinufer.<\/p>\n<p>Die Machtergreifung am 30. Januar 1933&nbsp; verlief in Speyer praktisch wie im Reich.<\/p>\n<p>Bei der Reichstagswahl vom 5. M\u00e4rz 1933 erz\u00e4hlte die NSDAP mit 30,2 % der Stimmen den geringsten Anteil einer pf\u00e4lzischen Stadt.<\/p>\n<p>In der Reichspogromnacht vom 9. September 1938 wurde die j\u00fcdische Synagoge niedergebrannt. Der j\u00fcdische Friedhof wurde verw\u00fcstet.<\/p>\n<p>Speyer wurde schon w\u00e4hrend des Frankreichfeldzugs von ersten Bombenangriffen getroffen.<\/p>\n<p>In den Bombenangriffen nach 1944 wurde der Gesamtschaden auf 8-10 % gesch\u00e4tzt.<\/p>\n<p>53 Menschen kamen ums Leben 327 wurden verletzt.<\/p>\n<p>Am 24. M\u00e4rz 1945 besetzten Amerikaner Speyer.<\/p>\n<p>Dann folgten die Franzosen.<\/p>\n<p>Speyer wurde wieder franz\u00f6sische Garnisonstadt.<\/p>\n<p>Die gesprengte Rheinbr\u00fccke wurde durch eine F\u00e4hrverbindung ersetzt. <\/p>\n<p>Erst 1956 gab es mit der neuen Rheinbr\u00fccke wieder eine Stra\u00dfenverbindung \u00fcber den Rhein.<\/p>\n<p>Speyer z\u00e4hlte im Jahr 2023 51.203 Einwohner.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die St\u00e4dte Schpira (Speyer), Warmaisa (Worms)und Magenza (Mainz), wie sie auf hebr\u00e4isch hei\u00dfen, wurden 2021 zum Weltkulturerbe der UNESCO ernannt. SchUM ist das Akronym, also das aus den (hebr\u00e4ischen Anfangsbuchstaben) der drei St\u00e4dte zusammengesetzte Wort. Die Welterbest\u00e4tte umfasst den Speyerer Judenhof, den Wormser Synagogenkomplex und die Alten J\u00fcdischen Friedh\u00f6fe in Worms und Mainz. 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