{"id":3420,"date":"2026-03-24T17:02:46","date_gmt":"2026-03-24T17:02:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=3420"},"modified":"2026-03-24T17:02:46","modified_gmt":"2026-03-24T17:02:46","slug":"widerstand-im-dritten-reich-und-widerstandskmpfer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=3420","title":{"rendered":"Widerstand im Dritten Reich und Widerstandsk&auml;mpfer"},"content":{"rendered":"<p>Der Widerstand tat sich schwer in Deutschland, so wie auch die Deutschen gro\u00dfe Schwierigkeiten mit Menschen hatten, die Widerstand leisteten. Oft wurde das mit Vaterlands oder Volksverrat bezeichnet, auch noch nach dem Krieg. In der ersten Meinungsumfrage 1951 missbilligten 30 % der westdeutschen Bev\u00f6lkerung das Attentat vom 20. Juli, 30 % hatten keine Meinung und nur 40 % sprachen sich positiv aus. Zwar standen viele Deutsche dem Regime am Anfang kritisch gegen\u00fcber. Andrerseits waren sie durchaus bereit, dem Kabinett Hitler zun\u00e4chst einen Vertrauensvorschuss einzur\u00e4umen. Von Beginn ihrer Herrschaft war die Propaganda ein wichtiges Mittel, die Macht zu stabilisieren und die Deutschen hinter sich zu bringen. Dazu kam, dass in Deutschland Demokratie noch keine einge\u00fcbte Form des Zusammenlebens in einem Staatsgef\u00fcge war, als Folge eines totalen Zusammenbruchs entstand und von Anfang von links und rechts massiv bek\u00e4mpft wurde. Wirtschaftliche Katastrophen wie die Inflation in der Anfangszeit der Weimarer Republik oder Weltwirtschaftskrise mit der Massenarbeitslosigkeit in der Endphase der Republik waren nun wirklich nicht werbewirksam oder anziehend. Die Erfolge in der <\/p>\n<p>Aussenpolitik, wirtschaftliche Scheinerfolge, von der Propaganda entsprechend herausgestellt, der innere Friede, der in der Republik zu herrschen schien, best\u00e4tigte und festigte die Nationalsozialisten in ihrer Herrschaft. Von Anfang an herrschten die Nationalsozialisten mit einer raffinierten Technik aus Lockung und Zwang. Die Nazis schafften es geschickt, praktisch all ihren Aktionen ein M\u00e4ntelchen von Legalit\u00e4t umzuh\u00e4ngen. Aber das Parlament entmachtete sich selbst. Die Mehrheit der Sozialdemokraten und Gewerkschaften wurde \u00fcberrumpelt und setzte der Aufl\u00f6sung und dem Verbot ihrer Organisation im Sommer 1933 keinen Widerstand entgegensetzten. Flankiert wurde das sofort mit harter Repression. Konzentrationslager wurden errichtet. Prominente Vertreter von Sozialdemokratie, Gewerkschaften und politischem Katholizismus sassen im KZ oder im Gef\u00e4ngnis. Daneben hatten sie mit Gestapo und SS einen Herrschaftsapparat aufgestellt und diesen der gesetzlichen Kontrolle entzogen.<\/p>\n<p>Viele Regimekritiker zogen sich ins Private zur\u00fcck oder in die innere Emigration.<\/p>\n<p>Widerstand gab es aus allen Lagern. Die Arbeiterbewegung als der gro\u00dfe politische Gegner in der Zeit der Weimarer Republik wurde von den Nationalsozialisten sofort nach der Machtergreifung massiv bek\u00e4mpft. Viele KPD-Abgeordnete wurden gleich nach der Reichstagswahl trotz Immunit\u00e4t verhaftet, am 12.03. wurden ihre Mandate f\u00fcr ung\u00fcltig erkl\u00e4rt, am 15.03. die Partei verboten. Das bedeutete entweder Konzentrationslager Untergrund oder Exil. Im KZ wurden illegale H\u00e4ftlingsstrukturen aufgebaut. Viele KPD-Angeh\u00f6rige k\u00e4mpften im Spanischen B\u00fcrgerkrieg gegen die Faschisten. Der Deutsch-Russische Nichtangriffspakt vom 23. August 1939 erschwerte die Situation f\u00fcr die inzwischen illegale KPD, wie f\u00fcr alle kommunistischen Parteien in Europa zus\u00e4tzlich. Sie waren ja alle in der Kommunistischen Internationalen organisiert. Nun hatte die kommunistische F\u00fchrungsmacht pl\u00f6tzlich ein B\u00fcndnis mit den Nationalsozialisten geschlossen. Die Lage \u00e4nderte sich grundlegend erst&nbsp; mit dem deutschen \u00dcberfall auf die Sowjetunion,<\/p>\n<p>wie schon oben bei der R\u00e9sistance kurz angedeutet wurde. Ab Juni 1941 entstanden auch in Deutschland wieder kommunistische Widerstandsgruppen.<\/p>\n<p>Die SPD schickte ihre besonders gef\u00e4hrdeten Mitglieder Otto Wels, Paul Hertz, Friedrich Stampfer, Erich Ollenhauer, Siegmund Crummenerl nach Prag. Dort sollten sie das Prager Auslandszentrum aufbauen. Von Mai 1934 begann man mit der Ausgabe der<\/p>\n<p>Deutschland-Berichte der Sopade. Die Berichterstattung aus dem Reich empfand man von Beginn an als politischen Widerstand. Als \u201cWahrheitsoffensive\u201d wollte man die Realit\u00e4t des Dritten Reiches jenseits der nationalsozialistischen Propaganda aufzeigen.<\/p>\n<p>Die Berichte wurden f\u00fcr die Exilantengemeinde aber auch f\u00fcr Regierungen und Journalisten in Westdeutschland eine durchaus verl\u00e4ssliche Quelle. Erich Rinner gab die Berichte heraus.<\/p>\n<p>Zwischen 1929 und 1933 hatte sich um den ehemaligen KPD-Funktion\u00e4r Walter Loewenheim und andere KPD-Funktion\u00e4re die Gruppe Neu Beginnen gebildet. Beim Machtantritt der Nationalsozialisten war sie auf die Illegalisierung der Arbeiterbewegung<\/p>\n<p>vorbereitet. Sie hatte schon vorher sehr konspirativ gearbeitet und konnte ihr Untergrundnetz ausbauen. 1934 erschien die Programmschrift \u201eNeu beginnen! Faschismus oder Sozialismus\u201d. Die Widerstandskonzepte von Sopade und Neu Beginnen beide von<\/p>\n<p>inhaltlicher und zeitlicher Parallelit\u00e4t wurden von&nbsp; von den Beteiligten durchaus als Konkurrenz empfunden. Man arbeitete aber auch zusammen. Beide Gruppen lehnten kommunistische Widerstandskonzeptionen ab. So verurteilten beide \u201ealle terroristischen Ma\u00dfnahmen&#8220; Beide erkannten auch, das \u201eEnde des Faschismus von dem spontanen Aufstand der Volksmassen&#8220; nicht zu erwarten sei, Loewenstein schneller als Rinner.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>1. \u201cDie Rote Kapelle\u201d<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im September 1942 gelang es der Gestapo, \u00fcber 120 Mitglieder der \u201cRoten Kapelle\u201d festzunehmen. Der Begriff war von der Gestapo als Sammelbegriff f\u00fcr Gruppen von NS-Gegnern mit tats\u00e4chlichen oder vermuteten Funkkontakten zur Sowjetunion.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich war es die gr\u00f6\u00dfte und vielf\u00e4ltigste Widerstandsbewegung, die in Berlin gegen Hitler und die Nazis arbeitete. Sie umfasste ein breites Spektrum. Angeh\u00f6rige des gehobenen B\u00fcrgertums waren hier genauso t\u00e4tig wie einfache Arbeiter,Sympathisanten der \u00e4u\u00dfersten Linken, aber auch b\u00fcndisch-nationale Rechte. Dieses Netzwerk trug den Widerstand in den nationalsozialistischen Alltag. Man unterst\u00fctzte Verfolgte, versteckte Juden, trieb aber auch mit Flugblattaktionen politische Aufkl\u00e4rung und unterhielt auch Kontakte zu anderen Widerstandsk\u00e4mpfern<\/p>\n<p>Die Gruppe um Harro Schulze Boysen und Arvid Harnack war eher lose und informell organisiert.<\/p>\n<p>Harold Schulze-Boysen wurde am 2. September 1909 in Kiel geboren. Er studierte 1928\/29 in Freiburg und 1929-1931 in Berlin Rechtswissenschaften. Ein Auslandsaufenthalt in Frankreich kam er mit einem Kreis von Intellektuellen im Umfeld der Zeitschrift \u201cPlans\u201d<\/p>\n<p>zusammen. Die 1930 von dem franz\u00f6sischen Anwalt Philippe Lamour&nbsp; gegr\u00fcndete avantgardistische Zeitung, die sich mit den Themen Kunst, Architektur, Stadt und Politik befasste. Zu ihren Mitarbeitern z\u00e4hlte u.a. auch Le Corbusier. Zur\u00fcck in Berlin \u00fcbernahm er die Schriftleitung der Zeitung \u201cDer Gegner\u201d. Sein Vorg\u00e4nger war Franz Jung, Expressionist, Dadaist, KPD-Mitglied. Er hatte die Zeitung 1930 wieder gegr\u00fcndet. Schulze-Boysen wollte nach seiner R\u00fcckkehr aus Frankreich eine gegen die aufstrebenden Nazis gerichtete Jugendbewegung aufbauen. Im Umfeld der Zeitschrift hatte sich ein Kreis gebildet, der fast alle politischen M\u00e4chte der Republik befehdete. sie wollten die Gegner von links und rechts zu einer dritten Kraft zusammenf\u00fchren gegen die Nazis. Sprachrohr war die Zeitschrift \u201cDer Gegner\u201d Von Schulze-Boysen veranstalte in Berliner Caf\u00e9s sogenannte Gegner-Abende, Diskussionsrunden, in den \u00fcber die Zukunftsfragen deutscher Politik debattiert wurde und zu denen auch Vertreter der Parteien eingeladen wurden.<\/p>\n<p>Die Abende hatten einen enormen Zulauf und Schulze-Boysen hatte einen breitgef\u00e4cherten Bekanntenkreis. Er hielt Kontakt zu praktisch allen oppositionellen Jugendgruppen, aber er hatte auch pers\u00f6nliche Beziehungen zu nationalistischen Kreisen. Die Macht\u00fcbernahme Hitlers \u00fcberraschte ihn nicht. Er glaubte aber, dass durch einen Generalstreik bald wieder zu Fall k\u00e4me. Die Polemiken im \u201cGegner\u201d gegen die nationalsozialistische Gefahr waren von Nummer zu Nummer heftiger geworden und so \u00fcberraschte es<\/p>\n<p>nicht, dass die SS kurz nach der Machtergreifung Rache nahm. Ein Rollkommando der SS-Standarde \u00fcberfiel die Redaktionsr\u00e4ume, verw\u00fcstete sie und beschlagnahmte s\u00e4mtliche Exemplare der Zeitschrift, die inzwischen verboten war. Harold Schulze-Boysen und seine Freunde Adrien Turel und Henry Erlanger wurden in wilde KZs verschleppt. Henry Erlanger wurde zu Tode gepr\u00fcgelt. Die beiden anderen \u00fcberlebten nur knapp. Turel, er war Schweizer, ging 1934 in die Schweiz zur\u00fcck. Die Mutter von Harold, Marie Luise Boysen, bekam ihren Sohn schlie\u00dflich frei. Sie versprach, dass ihr Sohn fortan von jeder \u201cstaatsfeindlichen Aktion\u201d Abstand nehmen&nbsp; und au\u00dferdem Berlin verlassen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Diese Tage in den Folterkellern der SS wurden f\u00fcr ihn zum Schl\u00fcsselerlebnis. Wolf Oschlies schreibt in seinem Artikel \u201cWiderstand im Dritten Reich 1933-1945\u201d (online auf <a href=\"http:\/\/www.zukunft-braucht-erinnerung.de\/widerstand\">www.zukunft-braucht-erinnerung.de\/widerstand<\/a> im dritten Reich) von der Triade Verstrickung-Distanzierung-Widerstand.Harold ging auf innere Distanz um Regime. Der Weg zum Widerstand aber war nun vorgegeben. Harold begann nun eine Fliegerausbildung an der Deutschen Verkehrsfliegerschule in Warnem\u00fcnde.&nbsp; Unter seinen Lehrgangsteilnehmern blieb er aber isoliert, zumal er sich auch nicht von dem Begeisterungstaumel der \u201c nationalen Revolution\u201d anstecken lie\u00df. Seinen Vorgesetzten war seine Vergangenheit ja auch bekannt und so viel er prompt bei der Abschlusspr\u00fcfung durch.<\/p>\n<p>Er scheiterte im Kunstflug. Dass er doch in den Machtapparat des Regimes eindringen konnte, dazu verhalfen ihm einmal seine immensen Sprachkenntnisse. Er beherrschte Franz\u00f6sisch, Englisch, Schwedisch, Norwegisch, D\u00e4nisch und Holl\u00e4ndisch. Dazu lernte er noch Russisch. Dann war es seine Heirat mit Libertas (&#8222;Libs&#8220;) Haas-Heye. Sie war die Enkelin von F\u00fcrst Philipp zu Eulenburg und Hertefeld, v\u00e4terlicher Freund&nbsp; Kaiser Wilhelms. Sie lebte zeitweise auf Schloss Liebenberg, dem Familiensitz ihres Gro\u00dfvaters.<\/p>\n<p>Gutsnachbar war 1933 Hermann G\u00f6ring geworden, der sich in der N\u00e4he sein Anwesen Carinhall bauen lie\u00df. Man unterhielt gutnachbarliche Beziehungen und als Libertas Harold heiratete, war Hermann G\u00f6ring Trauzeuge. Libertas konnte die Protektion weiter nutzen und Harold kam im Reichsluftfahrtministerium unter. Zun\u00e4chst erhielt er einen privaten Angestelltenvertrag. Er wurde in die Auslandspressegruppe eingegliedert. Diese Abteilung war mit der Beobachtung fremder Luftwaffen betraut und geh\u00f6rte zum Luftwaffenf\u00fchrungsstab. Er befasste sich mit wehrpolitischen B\u00fcchern. Er meldete sich zu Reserve\u00fcbungen, wurde Leutnant. Sein Diensteifer fiel auf. Er wurde&nbsp; als Artikelschreiber f\u00fcr &#8222;Jahrbuch der deutschen Luftwaffe&#8220; herangezogen. F\u00fcr seine offiziell-<\/p>\n<p>journalistische Arbeiten, bekam er auch geheime Unterlagen zu Gesicht. Er gelangte zu der \u00dcberzeugung, dass Adolf Hitlers Weg in den Krieg f\u00fchrte. Der spanische B\u00fcrgerkrieg und die deutsche Verwicklung darin, brachte Harold Schulze-Boysen und seine kleine Gruppe dazu aktiven Widerstand gegen das Regime zu leisten. Seine kleine Gruppe, das waren Menschen, die sich schon seit der gemeinsamen Arbeit beim \u201cGegner\u201d kannten.<\/p>\n<p>Dazu geh\u00f6rte der aus Stuttgart stammende Bildhauer Kurt Schumacher. Er&nbsp; hatte eine Ausbildung zum Holzbildhauer gemacht. Danach arbeitete und studierte er bei Ludwig Gies, dann&nbsp; bis 1935 an den Vereinigten Staatsschulen f\u00fcr Freie und Angewandte Kunst (VVS) in Berlin<\/p>\n<p>als Meistersch\u00fcler. Diese privilegierte Stelle erm\u00f6glichte es ihm, mit eigenem Atelier zu arbeiten. Dieses Atelier diente auch als konspirativer Briefkasten, dort trafen sich Regimegegner unter dem Deckmantel des Modellstehens. Er z\u00e4hlte als abstrakter K\u00fcnstler schnell zu den Verfemten. Dazu kam, dass er KPD-Mitglied war. Seine Frau Elisabeth geborene Hohenemser war Grafikerin und hatte von 1928-1933 ebenfalls an den VVS in der Grafikklasse studiert. Ihr Vater stammte aus einer j\u00fcdischen Bankiersfamilie. Nach den N\u00fcrnberger Gesetzen 1935 galt sie als Halbj\u00fcdin. Eine feste Anstellung war ihr damit verwehrt. Sie heiratete Kurt 1934. Das Ehepaar konnte sich nur mit Gelegenheitsarbeiten \u00fcber Wasser halten.<\/p>\n<p>Zu dem Kreis geh\u00f6rte auch Walter K\u00fcchenmeister. Er stammte aus Waldheim in Sachsen. Ab 1921 war er f\u00fcr die KPD t\u00e4tig. Er war Redakteur der Westf\u00e4lischen Arbeiterzeitung und des Ruhrechos. 1926 wurde er wegen \u201cunproletarischen Verhaltens\u201d aus der KPD ausgeschlossen .<\/p>\n<p>Er wurde als Polizeispitzel verd\u00e4chtigt und soll Gelder unterschlagen haben. Nach der Macht\u00fcbernahme wurde er von der SA in das KZ&nbsp; und Zuchthaus Sonnenburg \u00f6stlich von K\u00f6strin verschleppt. Nach neun Monaten wurde er schwerkrank entlassen. Er litt an einem Magengeschw\u00fcr und Lungentuberkulose. \u00dcber Kurt Schumacher hatte er seine Lebensgef\u00e4hrtin, die \u00c4rztin Elfriede Paul kennengelernt. Sie hatte eine Praxis in Berlin Wilmersdorf, die \u00e4hnlich wie Schumachers Atelier zum Treffpunkt der Gruppe um Schulze-Boysen wurde.<\/p>\n<p>1936 stie\u00dfen zwei weiter Aktivisten zu dem Kreis. Das war die 1915 geborene Gisela von Poellnitz. Sie hatte wohl schon vor 1933 dem Kommunistischen Jugendverband angeh\u00f6rt. Sie arbeitete unter G\u00f6sta von Uexk\u00fcll bei der United Press. Der 1902 in Velbert geborene G\u00fcnther Weisenborn war nach abgeschlossenem Germanistik und Medizinstudium ab 1927 in Berlin als Schauspieler t\u00e4tig. 1928 wurde er Dramaturg an der Volksb\u00fchne. Er schrieb Theaterst\u00fccke und B\u00fccher, die aber nach der Macht\u00fcbernahme der der Nazis verboten wurden. Er konnte aber unter Pseudonym weiterschreiben. Er emigrierte 1936 in die USA, kehrte aber schon 1937 nach Deutschland zur\u00fcck. Er f\u00fchrte ein Doppelleben. Er nahm am nationalsozialistischen Kulturbetrieb teil. Seit 1941 war er Dramaturg am Schillertheater. Gleichzeitig arbeitete er in der Gruppe von Harold Schulze-Boysen mit.<\/p>\n<p>Zur Zeit des Spanischen B\u00fcrgerkriegs schritt man also zur Tat. Im Reichsluftfahrministerium arbeitete der Sonderstab W unter Leitung des Generals der Flieger Helmuth Wilberg. \u00dcber ihn&nbsp; liefen alle deutschen Hilfsaktionen, also Freiwillige, Waffen und Munition.<\/p>\n<p>Harold sammelte nun alle Informationen, die er \u00fcber den Sonderstab W bekommen konnte. Diese gab er in Briefen,Gisela von Poellnitz in den Briefkasten der sowjetischen Botschaft warf, weiter. Aber die Gestapo kam ihnen auf die Spur. von Poellnitz wurde verhaftet. Die Verschw\u00f6rer sahen sich schon am Ende. Von K\u00fcchenmeister fuhr nach K\u00f6ln, um sich in die Niederlande abzusetzen. Aber von Poellnitz wurde aus der Haft entlassen. Sie hatte nichts verraten. Schulze-Boysen kam mit einer Verwarnung durch die Gestapo davon. Das aber hielt ihn nicht vor weiterer konspirativer T\u00e4tigkeit ab. Er setzte nun auf Politische Aufkl\u00e4rung. Man verteilte Flugbl\u00e4tter, lie\u00df sie in \u00f6ffentlichen Verkehrsmittel oder Telefonzellen liegen oder man verschickte sie in frankierten Umschl\u00e4gen.<\/p>\n<p>Auch wurde der Widerstandskreis st\u00e4ndig vergr\u00f6\u00dfert. So kamen vor Kriegsausbruch das Ehepaar Walter und Martha Husemann und die T\u00e4nzerin Oda Schottm\u00fcller&nbsp; dazu.<\/p>\n<p>Husemann, geboren am 2.12. 1909&nbsp; war schon seit seiner Jugend der KPD verbunden. 1924 war er beim Walter und Martha Husemann. 1928 trat er in die KPD ein. Nach der Machtergreifung engagierte er sich im Widerstand gegen Hitler.Zusammen mit seinem Vater wurde er als Schutzh\u00e4ftling erst ins KZ Sachsenhausen und dann nach Buchenwald verschleppt. Marta Husemann, die am 20. 8. 1913 in Berlin geboren wurde, war auch sehr fr\u00fch bei der KPD aktiv. Mit 15 trat sie auch in den Kommunistischen Jugendverband ein, ab 1931 war sie KPD-Mitglied. 1932 spielte sie die Hauptrolle in dem Film Kuhle Wampe. 1936 wurde sie erstmals von der Gestapo verhaftet, 1937 war sie Schutzh\u00e4ftling im KZ Moringen. Sie kn\u00fcpfte wohl den Kontakt zu Harold Schulze-Boysen.<\/p>\n<p>Die 1905 geborene Oda Schottm\u00fcller machte nach dem Besuch der Odenwaldschule von 1992-1924 ab 1924 bis 1927 eine kunsthandwerkliche Ausbildung in Pforzheim. 1928 begann sie eine Ausbildung zur T\u00e4nzerin in Berlin. Anfang 1930 war sie auch Sch\u00fclerin des<\/p>\n<p>Bauhauslehrers Johannes Itten im Bereich Bildhauerei. Um 1935 lernte sie den Bildhauer Kurt Schumacher kennen und kam so in Kontakt mit der Gruppe um Harold Schulze Boysen.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/200px-Harnak_Arvid_thumb.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"200px-Harnak_Arvid_thumb\" style=\"border-left-width: 0px; border-right-width: 0px; background-image: none; border-bottom-width: 0px; padding-top: 0px; padding-left: 0px; margin: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-top-width: 0px\" border=\"0\" alt=\"200px-Harnak_Arvid_thumb\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/200px-Harnak_Arvid_thumb_thumb.jpg\" width=\"182\" height=\"244\"><\/a><\/p>\n<p>Ein anderer Kreis hatte sich auch schon 1933 um den am 24.05. 1901 in Darmstadt geborenen Arvid Harnack gebildet. Zu Arvids Familie geh\u00f6ren eine Reihe von Familienmitgliedern, die im Widerstand t\u00e4tig waren.Sein j\u00fcngerer Bruder Falck hatte Kontakte zu Hans Scholl und Sophie Scholl.Als die beiden zum Tod verurteilt wurden, musste er bef\u00fcrchten, dass ihm dasselbe Schicksal bl\u00fchte. Doch er wurde \u00fcberraschend frei gesprochen.Aber er wurde aus seiner regul\u00e4ren Einheit ins Strafbataillon 999 abkommandiert.Im Dezember 1943 wurde er verhaftet und sollte in ein&nbsp; KZ eingeliefert werden. Er konnte aber entfliehen. Er schloss sich der griechischen Partisanenbewegung ELAS an. Er gr\u00fcndete in Griechenland Antifaschistische Komitee Freies Deutschland (AKFD).<\/p>\n<p>Falck war das einzige im Widerstand t\u00e4tige Mitglied, der Familie Harnack, das nicht mit dem Leben bezahlen musste.<\/p>\n<p>Ernst Harnack, Sohn des Onkels von Arvid und Falck, des Theologen Arnold von Harnack wurde wegen Beteiligung der Verschw\u00f6rung zum 20. Juli 1944 vom Volksgerichtshof am 1. Februar 1945 zum Tode verurteilt und am 5. M\u00e4rz 1945 in Pl\u00f6tzensee hingerichtet.<\/p>\n<p>Klaus Bonhoeffer, Cousin von Arvid und Falck und Bruder von Dietrich Bonhoeffer wurde ebenfalls im Zusammenhang mit dem 20. Juli 1944 am 2. Februar 1945 vom Volksgerichtshoff zum Tode verurteilt und in der Nacht vom 22.zum 23. April 1945, als sich die Rote Armee schon in den Au\u00dfenbezirken von Berlin befand, von einem Sonderkommando des RSHA zusammen mit 12 Mitgefangenen ermordet. Dietrich Bonhoeffer, Theologe und Mitglied der Bekennenden Kirche war seit 5. April 1943 inhaftiert und am 9. April 1945 auf ausdr\u00fccklichen Befehl Hitlers im KZ Flossenb\u00fcrg hingerichtet.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck zu Arvid. Nach dem Notabitur 1918 studierte er in Jena Graz und Hamburg Rechtswissenschaften. Er promovierte 1923. 1926 erhielt er ein Rockefeller-Stipendium. Bis 1928 studierte er an der University of Wisconsin-Madison in den USA National\u00f6konomie. 1926 heiratete er dort die Literaturwissenschaftlerin Mildred Fish. Zur\u00fcck in Deutschland promovierte er 1930 in Gie\u00dfen bei dem National\u00f6konomen Friedrich Lenz. Mit diesem gr\u00fcndete er 1931 die \u201eArplan\u201c (Arbeitsgemeinschaft zum Studium der Planwirtschaft). Sie wurde wohl auch durch die sowjetische Botschaft rege gef\u00f6rdert. So war der sowjetische Botschaftsrat Bessanow Mitglied der Arplan. Harnack erhoffte sich<\/p>\n<p>f\u00fcr Deutschland eine Rolle als geistige und wirtschaftliche Br\u00fccke zwischen Ost und West. Als Erster Sekret\u00e4r der Arplan organisierte er 1932 eine Studienreise in die mit der Gesellschaft in die Sowjetunion.<\/p>\n<p>Nach der Macht\u00fcbernahme Hitlers musste Arplan aufgel\u00f6st werden. Harnack hatte seine juristische Ausbildung mit dem Assessorexamen in Jena abgeschlossen. Er bekam nun eine Stelle als wissenschaftliche Hilfskraft im&nbsp; im Reichswirtschaftsministerium in Berlin.<\/p>\n<p>Er brachte es dort bis&nbsp; zum Oberregierungsrat. Er war geheimes KPD-Mitglied. Zur Tarnung seiner illegalen Aktivit\u00e4ten wurde er 1937 NSDAP Mitglied. Ab 1935 unterhielt er Kontakte zu Mitarbeitern des sowjetischen Nachrichtendienstes NKGB. 1936 nahm er Kontakte zur US-Botschaft auf. Seine Frau war Vorsitzende des Frauen-Clubs an der Berliner US-Botschaft. Die Familie hatte auch sehr gute Beziehungen zu Botschaftsmitgliedern, so zu William Dodd, der von 1933 bis 1937 amerikanischer Botschafter in Berlin war und zu dem Ersten Botschaftssekret\u00e4r Donald Heath, der dieses Amt von 1938-1941 bekleidete. 1939 verfassten die Harnacks ein geheimes Memorandum f\u00fcr das amerikanische Au\u00dfenministerium. In Amerika wurde Hitlers Expansionsdrang zu dieser Zeit noch nicht allzu ernst genommen. Die Nazis genossen durchaus Sympathien in den USA. So sah zum Beispiel Joseph Patrick Kennedy, 1937-1940 US Botschafter in London, der bekennender Antisemit war, in Hitler das Bollwerk gegen den Bolschewismus.<\/p>\n<p>Das Ehepaar Kuckhoff stie\u00df bald zu der Gruppe um Harnack. Greta, geborene Lorcke,&nbsp; studierte in Berlin und W\u00fcrzburg Volkswirtschaft und Soziologie und von 1927-1928&nbsp; an der University of Wisconsin-Madison wo sie Arvid und Mildred Harnack kennenlernte.<\/p>\n<p>In Z\u00fcrich arbeitete sie als Assistentin des Aktienrechtlers Rosendorff. Von 1932 bis 1933 war sie wissenschaftliche Assistentin von Karl Mannheim am Institut f\u00fcr Sozialforschung in Frankfurt. 1933 hatte sie einen Studienaufenthalt der London School of Economics.<\/p>\n<p>Dort bereitet sie die Emigration von Karl Mannheim vor, der 1933 entlassen wurde, weil er Jude war. 1933 lernte sie auch ihren sp\u00e4teren Mann kennen, den Dichter Adam Kuckhoff,den sie 1937 heiratete. Sie arbeitete als Dolmetscherin im rassenpol. Amt der NSDAP.<\/p>\n<p>Sie war als Mit\u00fcbersetzerin von&nbsp; Mein Kampf\u201d auf englisch t\u00e4tig, weil sie hoffte, damit die englische \u00d6ffentlichkeit \u00fcber Hitler aufkl\u00e4ren zu k\u00f6nnen. Ihr Mann Adam Kuckhoff, aus Aachen stammen hatte in Freiburg, M\u00fcnchen und Heidelberg studiert. Er war \u00fcberzeugter Anh\u00e4nger der Freistudentischen Bewegung und studierte ganz im Sinne der \u201cFinkenschaft\u201d, wie die freistudentische Bewegung auch gehei\u00dfen wurde, querbeet alle F\u00e4cher, die ihn interessierten, Philosophie und Medizin, National\u00f6konomie und Germanistik, Philologie und Geschichte. 1912 promovierte er in Halle an der Saale \u00fcber \u201cSchillers Theorie des Tragischen\u201d. Zu Ende des 1.Weltkrieges folgte eine lange Theaterpraxis. Er war als Schauspieler und Regisseur am D\u00fcsseldorfer Schauspielhaus, an den&nbsp; B\u00fchnen in Elberfeldt und Frankfurt am Main t\u00e4tig. Drei Jahre leitete er gemeinsam mit Robert George das Frankfurter K\u00fcnstlertheater, eine Wanderb\u00fchne, die im Rheinland zielstrebig volksbildnerische Absichten verfolgte. <\/p>\n<p>1927 gab er Georg B\u00fcchner in einer kommentierten Volksausgabe heraus. Von 1927-1929 arbeitete er als Lektor im Jenaer Eugen Diederichs Verlag und gab die Monatsschrift \u201cDie Tat\u201d heraus. Das bisher eher konservativ ausgerichtete Journal bekam in kurzer Zeit <\/p>\n<p>ein neues linkes Profil, was bald zur Trennung f\u00fchrt. Ab 1933 war er als freier Schriftsteller t\u00e4tig. Schon zu Beginn des Dritten Reiches hatte er Kontakte zu linken Widerstandskreisen. Zum Freundeskreis der Kuckhoffs z\u00e4hlte auch Oda Schottm\u00fcller.<\/p>\n<p>Ab etwa 1938 begannen die beiden Kreise um Schulze-Boysen und Harnack zusammenzuarbeiten. Nach den Novemberpogromen 1938 hatten Gruppenmitglieder Juden zu Verstecken, gef\u00e4lschten Ausweisen und zur Flucht verholfen. <\/p>\n<p>Zu Kriegsbeginn stie\u00dfen weitere Gruppen dazu,so ein Kreis von Jungkommunisten um Hans Coppi, eine Gruppe um den Psychoanalytiker John Rittmeister oder der&nbsp; Freundeskreis des Schauspielers Wilhelm-Sch\u00fcrmann-Hoerster.<\/p>\n<p>In den Jahren 1940-1942 wurden Flugschriften verfasst, Flugbl\u00e4tter verteilt oder die regimekritischen Predigten des M\u00fcnsteraner Bischofs Clemens August Graf von Galen. Als im Mai 1942 die nationalsozialistische Hetzausstellung<\/p>\n<p>&#8222;Das Sowjetparadies&#8220; wurde, f\u00fchrte die Gruppe eine Plakatklebeaktion durch. Harro Schulze-Boysens Ehefrau Libertas dokumentierte nationalsozialistische Gewaltverbrechen an der Zivilbev\u00f6lkerung, soweit sie davon erfuhr.<\/p>\n<p>Am 17. Juni 1941 warnte Harro Schulze-Boysen die sowjetische Botschaft vor dem bevorstehenden \u00dcberfall auf die Sowjetunion. Die Warnung wurde an Stalin weitergeleitet, von diesem aber schroff zur\u00fcckgewiesen wurde.<\/p>\n<p>&#8222;Schicken Sie Ihren Informanten aus dem Stab der deutschen Luftwaffe zu seiner Hurenmutter zur\u00fcck. Das ist kein Informant, sondern ein Desinformator.&#8220; (zitiert nach Spiegel online Eines Tages \u201cHorrorbriefe an die Ostfront\u201d).<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich war die Sowjetunion an einem Informantennetz&nbsp; in Deutschland interessiert. Der Botschaftsmitarbeiter Alexander Edberg, mit richtigem Namen Alexander M. Korotkow, gewann Harnack als Informanten. Er \u00fcbergab zwei Kurzwellensender an Greta Kuckhoff, die aber beide nicht funktionierten. Es gibt einen einzigen Funkspruch nach Russland. Aber genau wegen eines Funkspruchs nach Belgien, den die Gestapo auffangen und entschl\u00fcsseln konnte, flog die Gruppe auf.<\/p>\n<p>Die Gestapo reagierte schnell. Zwischen August 1942 und M\u00e4rz 1943 wurden ungef\u00e4hr 130 Mitglieder verhaftet. Mindestens 57 der Verhafteten, darunter 19 Frauen wurden vom Volksgerichtshof oder dem Reichskriegsgericht zum Tode verurteilt.<\/p>\n<p>Auf Weisung der Reichskanzlei hatte das Verfahren vor dem Reichskriegsgericht stattgefunden, obwohl fast alle Angeklagten Zivilisten waren. Mit der Oberaufsicht war Hermann G\u00f6ring beauftragt worden. Dieser berief Manfred Roeder als Ankl\u00e4ger.<\/p>\n<p>Bei G\u00f6ring genoss er h\u00f6chstes Vertrauen und wurde oft zu besonders schwierigen F\u00e4llen herangezogen. Seinen Gegner galt er als &#8222;Bluthund Hitlers&#8220; (Spiegel Nr. 21 vom 20. Mai 1968 S. 80). Das Verfahren widersprach den elementarsten rechtsstaatlichen<\/p>\n<p>Anforderungen. Den Angeklagten wurde die Anklageschrift nicht ausgeh\u00e4ndigt. Sie durften ausschlie\u00dflich von 4 Offizialverteidigern verteidigt werden, die kaum Akteneinsicht erhielten. Sie konnten keine Zeugen benennen und keine Rechtsmittel ergreifen.<\/p>\n<p>Die Willf\u00e4hrigkeit des Gerichtes zeigt sich auch darin, dass zwei langj\u00e4hrige Freiheitsstrafen ohne weiteres in Todesstrafen umgewandelt wurden, nur weil dem F\u00fchrer das Urteil missfallen hatte. Alle Verfahren fanden unter strengster Geheimhaltung statt.<\/p>\n<p>Die Hinrichtungen fanden auf Dr\u00e4ngen Hitlers sehr schnell statt. Die Verurteilten sollten die sich abzeichnende Katastrophe von Stalingrad nicht mehr erleben. Makabres Detail.Die Leiche von Libertas Schulze-Boysen wurde nicht in Liebenberg bestattet,<\/p>\n<p>sowie sich Libertas das gew\u00fcnscht hatte. Sie wurde Anatomische Institut der Universit\u00e4t Berlin, wo der Anatom Hermann Stieve anhand der Leichen hingerichteter Frauen etwas makabre Forschungen \u00fcber den Zusammenhangzwischen Todesangst und Menstruationszyklus anstellte. Auch \u00fcber das Ende der \u201cRoten Kapelle\u201d hinaus erfuhr sie keine Gerechtigkeit. Zwar hatte gerade diese Gruppe ein breites soziales und politisches Spektrum abgedeckt&nbsp; und den Widerstand in den Alltag des Nationalsozialismus getragen. Eine unheilige Allianz von von unverbesserlichen Nationalsozialisten, opportunistischen Wendeh\u00e4lsen und Angeh\u00f6rigen der konservativen Widerstandsgruppe um Graf Stauffenberg, die f\u00fcr sich ein Widerstandsmonopol in Anspruch nahmen&nbsp; <\/p>\n<p>stempelten die Rote Kapelle schon in den F\u00fcnfziger Jahren als&nbsp; kommunistische, von Moskau gelenkte und haupts\u00e4chlich auf Spionage ausgerichtete Organisation, die mit \u201eechtem\u201c Widerstand nichts zu tun gehabt habe. Die Gestapo war auf eine zuf\u00e4llige<\/p>\n<p>beil\u00e4ufige Verbindung des Widerstandsnetzes um Oberleutnant Harro Schulze-Boysen und Arvid Harnack mit&nbsp; dem sowjetischen Milit\u00e4rgeheimdienst in Westeuropa gesto\u00dfen und hatte diese f\u00fcr zentral gehalten und ihr auch den Namen gegeben. Sie gab auch<\/p>\n<p>die Widerstandsgruppen f\u00fcr von Moskau gesteuert aus. Diese Fiktion wurde \u00fcber den Krieg hinaus aufrecht gehalten. Auch Gestapogr\u00f6\u00dfen wie Kaltenbrunner, SS-Standartenf\u00fchrer Walter Huppenkothen oder Horst Kopkow, als SS-Hauptsturmf\u00fchrer Leiter der<\/p>\n<p>Sonderkommission Rote Kapelle \u00fcbernahmen dies gerne, bot sie doch die Chance im aufkommenden Kalten Krieg und der \u00dcberlegung, sich gegen Spionage aus Russland zu sch\u00fctzen sich den Westalliierten als \u201cSpezialisten\u201d anzudienen. Manfred Roeder, der das Verfahren vor dem Reichskriegsgericht leitete, diente dem amerikanischen Milit\u00e4rnachrichtendienst Counter Intelligence Corpss (CIC)&nbsp; unter dem Decknamen \u201eOthello\u201c als informeller Mitarbeiter. Im Januar 1945 war er zum Generalrichter ernannt worden, das war die h\u00f6chste Stufe, die ein Richter beim Reichskriegsgericht entweder der Luftwaffe oder dem Heer erreichen konnte. 1945 hatten Mitglieder er Roten Kapelle, n\u00e4mlich Adolf Grimme, G\u00fcnther Weisenborn und Greta Kuckhoff Anzeige gegen ihn erstattet, erst Grimme allein bei der Britischen Milit\u00e4rregierung wegen K\u00f6rperverletzung im Amt und Aussageerpressung erstattet.. Die beiden anderen hatten zusammen mit Grimme beim Internationalen Milit\u00e4rgerichtshof in N\u00fcrnberg wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit erstattet. Es kam sogar zu einem Verfahren. Als Entlastungszeuge trat ausgerechnet Alexander Kraell auf, der Vorsitzender Richter beim 2. Senat des Reichskriegsgerichts war. Auch er war f\u00fcr zahlreiche Todesurteile gegen Mitglieder der Roten Kapelle verantwortlich. Er \u00fcberstand sowohl das Verfahren vor dem Britischen Milit\u00e4rgericht wie das vor dem Internationalen Milit\u00e4rgerichtshof unbeschadet. Wie unbelehrbar er bis zum Schluss war, zeigt auch, dass er 1957 erwog, gegen die \u00fcberlebenden Angeklagten der Roten Kapelle, die ihn nach dem Krieg verklagt hatten, zivilrechtlich mit Schadenersatzklagen vorzugehen. Er starb am 18. Oktober 1971 und konnte bis dahin&nbsp; von der Justiz unbehelligt seine Pension genie\u00dfen.<\/p>\n<p>Horst Kopkow wurde nach London gebracht und lie\u00df sich vom britischen Geheimdienst MI6&nbsp; vier Jahren nach seinen Methoden gegen die sowjetische Spionage befragen. Dieses Wissen sch\u00fctzte ihn vor m\u00f6glichen Kriegsverbrecheruntersuchungen, so dass er im Juni 1948 f\u00fcr tot erkl\u00e4rt wurde. Er wurde mit einer falschen Identit\u00e4t zwischen 1949 und 1950 nach Westdeutschland entlassen. Er war dann honoriger Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer bei einem Textilunternehmen und starb erst 1996 an Lungenentz\u00fcndung in Gelsenkirchen.<\/p>\n<p>Alexander Kraell war mittlerweile Sozius von Fabian von Schlabrendorff, einem \u00dcberlebenden der Verschw\u00f6rung vom 20. Juli 1944 und sp\u00e4terem Mitglied des Bundesverfassungsgerichts geworden. Von Schlabrendorff hatte bei den Roten Kapelle Mitgliedern <\/p>\n<p>das christlich-moralische Element vermisst und beurteilte den Prozess gegen sie als rechtsstaatlich einwandfrei. Erst das Ende des Kalten Krieges und der Spaltung Deutschlands, damit verbunden auch die Erschlie\u00dfung neuer Quellen und nicht zuletzt die Tatsache, dass eine neue Juristengeneration herangewachsen war, die nicht mehr in die NS-Vergangenheit verstrickt war erm\u00f6glichte einen neuen Blick auf die \u201cRote Kapelle\u201d. Trotzdem dauerte es noch bis zum 8. September 2009 bis der der Deutsche Bundestag die wegen <\/p>\n<p>\u201cKriegsverrat\u201d gef\u00e4llten Urteil der NS-Justiz aufhob und damit die Widerstandsk\u00e4mpfer rehabilitierte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>2. Die wei\u00dfe Rose<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/introweisserosedreigjpg100_v-ARDAust1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"introweisserosedreigjpg100_v-ARDAust[1]\" style=\"border-left-width: 0px; border-right-width: 0px; background-image: none; border-bottom-width: 0px; padding-top: 0px; padding-left: 0px; margin: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-top-width: 0px\" border=\"0\" alt=\"introweisserosedreigjpg100_v-ARDAust[1]\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/introweisserosedreigjpg100_v-ARDAust1_thumb.jpg\" width=\"244\" height=\"139\"><\/a><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Bundesarchiv_Bild_146II-744_Kurt_Hub.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"Bundesarchiv_Bild_146II-744_Kurt_Hub\" style=\"border-left-width: 0px; border-right-width: 0px; background-image: none; border-bottom-width: 0px; padding-top: 0px; padding-left: 0px; margin: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-top-width: 0px\" border=\"0\" alt=\"Bundesarchiv_Bild_146II-744_Kurt_Hub\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Bundesarchiv_Bild_146II-744_Kurt_Hub_thumb.jpg\" width=\"224\" height=\"198\"><\/a><\/p>\n<p>\u201cDie wei\u00dfe Rose\u201d<\/p>\n<p>Die Wei\u00dfe Rose war ein studentischer Widerstandskreis an der Universit\u00e4t M\u00fcnchen um die Geschwister Scholl. Hans Scholl wurde am 22. September 1918 in Ingersheim, einem Stadtteil von Crailsheim, Sophie am 9. Mai 1921 in Forchtenberg im Hohenlohekreis geboren. Ihr Vater Robert war dort B\u00fcrgermeister. Die Mutter Magdalena war bis 1916 Diakonisse in Schw\u00e4bisch Hall. Die Familie hatte 6 Kinder. Nachdem Robert Scholl in Forchtenberg als B\u00fcrgermeister nicht mehr wiedergew\u00e4hlt wurde, wurde er Leiter der<\/p>\n<p>Handwerkskammer in Stuttgart. Die Familie zog deshalb nach Ludwigsburg. 1932 erfolgte der Wechsel nach Ulm, wo er eine Kanzlei als Wirtschaftspr\u00fcfer und Steuerberater innehatte. In Ulm verbrachten die Kinder der Familie Scholl ihre Jugend- und Schulzeit.<\/p>\n<p>Das Familienklima wird sicher am besten mit christlich gepr\u00e4gt von der Mutter und liberal vom Vater umschrieben. Die Eltern Scholl sahen die anf\u00e4ngliche Begeisterung ihrer Kinder f\u00fcr den Nationalsozialismus sicherlich mit gemischten Gef\u00fchlen. Hans war schon <\/p>\n<p>1933 im Jungvolk der Hitlerjugend aktiv. 1937 wurde beide kurzzeitig inhaftiert. Gegen&nbsp; Hans wurde ein Verfahren wegen \u201cFortsetzung der b\u00fcndischen Jugend\u201d er\u00f6ffnet. Nach einer Amnestie 1938 wurde das Verfahren eingestellt. Sophie hatte 1937 Fritz Hartnagel kennengelernt. Sophie war damals 16, Fritz hatte sich 1936&nbsp; freiwillig zur Wehrmacht gemeldet und absolvierte eine Ausbildung zum Berufsoffizier. Er stammte aus Ulm und war als sie sich bei einer Tanzveranstaltung trafen, F\u00e4hnrich in Augsburg. Er war begeisterter Soldat. Aus der zun\u00e4chst fl\u00fcchtigen Bekanntschaft wurde eine intensive Brieffreundschaft und allm\u00e4hlich auch eine Liebesbeziehung. Die Beziehung war nicht frei von Spannungen und Konflikten. Sophie f\u00fchlte sich zu jung f\u00fcr eine feste Bindung. Auch die damals noch gro\u00dfe Begeisterung f\u00fcr den Soldatenberuf stand zun\u00e4chst zwischen ihnen. Sophie hatte 1940 hatte in Ulm eine Ausbildung zur Kinderg\u00e4rtnerin begonnen. Das bewahrte sie aber nicht vor der Verpflichtung zum RAD, den sie in Krauchenwies und Blumberg <\/p>\n<p>ableistete. In dieser Zeit kam sie mit den Werken des Kirchenvaters Augustinus von Hippo in Ber\u00fchrung. In seinen Schriften fand sie Halt und Orientierung. 1942 begann sie in M\u00fcnchen Biologie und Philosophie zu studieren. Dort studierte bereits ihr Bruder Hans seit 1939 Medizin. Er hatte 1937 sein Abitur in Ulm gemacht. Danach folgte ein halbes Jahr Arbeitsdienst in G\u00f6ppingen beim RAD. 1938 absolvierte er die auf ein Jahr verk\u00fcrzte Milit\u00e4rausbildung beim Kavallerieregiment 18 in Bad Cannstatt. Nach einem medizinischen Praktikum in T\u00fcbingen studierte er in M\u00fcnchen ab 1939 Medizin. Im Mai wurde er als Sanit\u00e4ter an der Westfront. eingesetzt. Otl Aicher, Klassenkamerad von Wolfgang, dem j\u00fcngsten der Geschwister Scholl, und sp\u00e4tere Ehemann von Inge, der \u00c4ltesten, machte Hans mit Carl Muth bekannt. Dieser ein katholischer Publizist und Vertreter des katholischen Existenzialismus war Herausgeber der Zeitung Hochland, die er 1903 gr\u00fcndete. Die Zeitung eckte schon fr\u00fch mit der Amtskirche an und wurde 1911 von Rom indiziert.W\u00e4hrend der Weimarer Republik kritisierte sie zwar den Parteienstaat, stellte sich aber auf die Seite der Republik. Seit 1931 bezog sie klar Stellung gegen den Nationalsozialismus,durfte aber zun\u00e4chst auch nach der Macht\u00fcbernahme weiter erscheinen.Nach 1939 wurden mehrere Ausgaben beschlagnahmt und eingestampft. Am 1. Juni 1941 wurde sie aber vom Reichspresseamt verboten. Carl Muth besa\u00df die F\u00e4higkeit, Begabungen zu finden und f\u00f6rderte diese. So fand er auch Gefallen an Hans,<\/p>\n<p>der f\u00fcr ihn dann seine Privatbibliothek ordnete und katalogisierte. Als Sophie ihr Studium in M\u00fcnchen aufnahm, kam sie auch bei Muth unter.&nbsp; Pr\u00e4gend war seine regelm\u00e4\u00dfigen Gespr\u00e4che wie z. B. \u00fcber die Verflechtung von christlichem Glauben und politischem Handeln. \u00dcber Muth wurden sie auch mit dessen&nbsp; literarischen Freundeskreis wie zum Beispiel Werner Bergengruen und Theodor Haecker bekannt. Haecker geh\u00f6rte zu den bedeutendsten Schriftstellern zwischen den beiden Weltkriegen. Er war ein enger Mitarbeiter Carl Muths bei Hochland und er wurde geistiger Mentor der Geschwister Scholl. Seit 1935 hatte er Redeverbot und ab 1938 waren ihm selbstst\u00e4ndige Buchver\u00f6ffentlichungen verwehrt. Die Flugbl\u00e4tter der Wei\u00dfen Rose zeigten eine starke motivische<\/p>\n<p>Verwandtschaft zu den Notaten Haeckers. Das verwundert nicht. Denn der Freundeskreis traf sich regelm\u00e4\u00dfig zu Teestunden, wo \u00fcber Bibelstellen diskutiert wurde.<\/p>\n<p>Im April 1941 wurde Hans in eine M\u00fcnchner Studentenkompanie versetzt. Hier lernte er Alexander Schmorell, Medizinstudent und Sanit\u00e4ter wie Hans kennen. Alexander Schmorell wurde am 16.September 1917 als Sohn des ostpreussischen Pelzh\u00e4ndlers und Arztes<\/p>\n<p>Karl-August Schmorell und der russischen Priestertochter Natalija Petrovna Vvedenskaja geboren. seine Mutter starb ein Jahr sp\u00e4ter bei einer Typhusepidemie w\u00e4hrend des B\u00fcrgerkrieges. Sein Vater emigrierte mit seiner zweiten Ehefrau und Alexander 1921 nach Deutschland. 1935 besuchte er das Neue Realgymnasium in M\u00fcnchen. Sein Mitsch\u00fcler dort war Christoph Probst, auch er dann Mitglied der Wei\u00dfen Rose. Nach seinem Abitur absolvierte er den RAD.Seinen Wehrdienst leistete er bei der Reitenden Artillerie der Wehrmacht ab.&nbsp; Beim Anschluss \u00d6sterreichs und sp\u00e4ter beim Einmarsch in der Tschechoslowakei nahm er als Soldat teil. Ab dem Sommersemester 1939 begann er ein Medizinstudium in Hamburg. Dort traf er Traute Lafrenz wieder, die er kennengelernt hatte,<\/p>\n<p>als sie beim RAD als Erntehelferin in Ostpreussen eingesetzt war. Sie studierte wie Alexander Medizin in Hamburg und als sie 1941 nach M\u00fcnchen wechselte, kam sie dort in Kontakt&nbsp; mit Hans Scholl und Christoph Probst. Sie war dann auch an den Aktivit\u00e4ten der&nbsp; kam er in die<\/p>\n<p>Hamburger Wei\u00dfen Rose beteiligt. Im Sommer 1940 nahm Alexander am Frankreichfeldzug teil. Im September kehrte er zur Weiterf\u00fchrung seines Studiums nach M\u00fcnchen zur\u00fcck. Er wurde der 2. Studentenkompanie der Medizinstudenten zugeteilt. Die Mitglieder konnten normal studieren, wurden aber in den Semesterferien an die Front geschickt.Neben Hans und Alexander waren Willi Graf und Christian Propst in der Studentenkompanie. Er f\u00fchrt seinen Schulfreund Christian Probst und Traude Lafrenz in den&nbsp; Kreis um Hans Scholl ein. In seiner M\u00fcnchner Zeit entdeckte Alexander seine Begeisterung f\u00fcr die Bildhauerkunst. Er wurde Privatsch\u00fcler des Bildhauers Karl Bauer, einem Nachbarn von Lilo Ramdohr, die er bei einem Zeichenkurs kennengelernt hatte.. Diese z\u00e4hlte ebenfalls zum Unterst\u00fctzerkreis der Wei\u00dfen Rose. Alexander hatte dieselbe Wellenl\u00e4nge wie Hans. Sie famulierten zusammen am selben Krankenhaus. Sie machten gemeinsame Paddeltouren und sie entschlossen sich beide zum Widerstand gegen das nationalsozialistische Regime. Hans hatte wohl schon im Fr\u00fchjahr 1942 von den nationalsozialistischen Verbrechen gegen Juden und Polen erfahren. Zwischen dem 27. Juni und dem 12. Juli 1942 verfassen und versenden Hans und Alexander die ersten beiden Flugbl\u00e4tter. Wahrscheinlich wissen auch Sophie, Christoph Propst und Traute Lafrenz von der Aktion Bescheid. Das erste Flugblatt begann \u201cNichts ist eines Kulturvolkes unw\u00fcrdiger, als sich ohne Widerstand von einer verantwortungslosen und dunklen Trieben ergebenen Herrscherclique &#8222;regieren&#8220; zu lassen\u201d und es rief zum Widerstand auf: \u201cLeistet passiven Widerstand &#8211; Widerstand -, wo immer Ihr auch seid, verhindert das Weiterlaufen dieser atheistischen Kriegsmaschine, ehe es zu sp\u00e4t ist, ehe die letzten St\u00e4dte ein Tr\u00fcmmerhaufen sind, gleich K\u00f6ln, und ehe die letzte Jugend des Volkes irgendwo f\u00fcr die Hybris eines Untermenschen verblutet ist. Verge\u00dft nicht, da\u00df ein jedes Volk diejenige Regierung verdient, die es ertr\u00e4gt! \u201c (online in Flugblatt I bpb). Im Winter 1942 wurde die Gruppe um Sophie Scholl und Willi Graf erweitert.<\/p>\n<p>Willi Graf ist am 2. Januar 1918 in Euskirchen \u2013 Kuchenheim geboren. Seine Familie zog nach Saarbr\u00fccken. Dort besuchte er die Schule und machte das Abitur. 1938 begann er sein Medizinstudium in Bonn. von 1940-bis 1942 nahm er als Sanit\u00e4ter an verschiedenen Kriegseins\u00e4tzen teil. 1942 kam er in die&nbsp; 2. Studentenkompanie der Medizinstudenten. Dort kam er in Kontakt mit der Wei\u00dfen Rose und wurde aktives Mitglied der Gruppe.<\/p>\n<p>Christoph Probst wurde am 6. November 1919 in Murnau geboren. Sein Vater Hermann war promivierter Chemiker. Er war Privatgelehrter und Sanskritforscher. Er besch\u00e4ftige sich mit indischer Philosophie. Er war mit Paul Klee und Emil Nolde und Gabriele M\u00fcnter befreundet, alle \u201cverfemte K\u00fcnstler\u201d. 1925 trennten sich die Eltern. Von 1925 bis 1928 lebte Christoph bei seiner Mutter im Gabriele M\u00fcnter Haus in Murnau.1928 heirate Hermann Probst die J\u00fcdin Elise Rosenthal. Christophs Schulzeit war durch h\u00e4ufigen Schulwechsel gepr\u00e4gt. von 1932 bis 1935 besuchte er die Internatsschule in Marquartstein, eine Reformschule, die bis zu ihrer Verstaatlichung 1943 kritische Distanz zum Nationalsozialismus wahrte. Ab 1935 besuchte er das Neue Realgymnasium in&nbsp; M\u00fcnchen,<\/p>\n<p>an dem auch Alexander Schmorell Sch\u00fcler war.1936 nahm sich sein Vater in einer Nervenheilanstalt das Leben, was Christoph tief traf, da er seinen Vater sehr verehrte. Auch f\u00fcr seine Steifmutter hatte der Suizid gravierende Folgen, da sie als J\u00fcdin nun nicht mehr vor antisemitischer Verfolgung gesch\u00fctzt war. Sie wurde allerdings von dem B\u00fcrgermeister und Ortsgruppenleiter von Ruhpolding gesch\u00fctzt und fand Unterkommen bei einer mutigen Familie. Trotzdem ist es sehr bemerkenswert, dass sie niemand aus der Gemeinde verriet und sie so das 3. Reich \u00fcberleben konnte.<\/p>\n<p>Christoph kam nach dem Tod seines Vaters ans Landerziehungsheim Schondorf, das dem Nationalsozialismus ebenfalls distanziert gegen\u00fcber stand. Mit nur 17 Jahren macht er dort das Abitur. 1939 begann er mit dem Studium der Medizin in M\u00fcnchen.<\/p>\n<p>1941 heirate er Herta Dohrn. Der Vater Harald leite das Festspielhaus Hellerau, eine reformp\u00e4dagogische Schule. Er hatte das Haus 1922 dem Gr\u00fcnder von Hellerau Karl Schmidt abgekauft, nachdem dieser wegen der Inflation in wirtschaftliche Schieflage geraten war.<\/p>\n<p>Damit sollten die grunds\u00e4tzlichen Ziele des Projektes gewahrt werden. ab 1933 wurden die finanziellen Probleme immer gr\u00f6\u00dfer und Harald Dohrn musste 1938 das gesamte Gel\u00e4nde an den NS-Staat ver\u00e4u\u00dfern. Harald Dohrn geriet als Familienangeh\u00f6riger nat\u00fcrlich<\/p>\n<p>auch ins Visier der NS-Justiz als Christoph Probst verhaftet wurde. Er wurde aber frei gesprochen. Ganz kurz vor dem Einmarsch der Amerikaner in Bayern hatte er sich an einem Aufruf der Freiheitsaktion Bayern, das war ein Aufruf an die Bewohner in Bayern&nbsp; zu kapitulieren, um weiteres Blutvergie\u00dfen zu vermeiden. Er wurde denunziert und 29. April 1945 von einem Kommando der SS im Perlacher Forst erschossen. Am 30. April nahmen die Amerikaner M\u00fcnchen ein.<\/p>\n<p>Christoph Probst hatte drei Kinder, Michael, Vincent und Katja. Christoph traf Willi Graf erst 1942. Hans Scholl hatte er durch seinen Freund Alexander kennengelernt. Er nahm nun auch an den Leseabenden der Gruppe teil. Er wurde von Hans und Alexander \u00fcber die Flugblatt-Aktionen eingeweiht. Um seine Familie nicht zu gef\u00e4hrden.<\/p>\n<p>Beim 6. und letzten Flugblatt har auch Professor Kurt Huber mitgewirkt. Er wurde am 24. Oktober 1893 in Chur in Graub\u00fcnden geboren. Schon 1896 zogen seine Eltern nach Stuttgart. Dort legte er am Eberhard-Ludwigs-Gymnasium das Abitur ab. Nach dem Tode des Vaters 1911 zog die Mutter mit den Kindern nach M\u00fcnchen. An der uni M\u00fcnchen studierte er Musikwissenschaften,Philosophie und Psychologie. 1917 promovierte er mit dem Pr\u00e4dikat \u201cmagna cum laude\u201d. 1920 habilitierte er sich in Psychologie und war ab 1926 als au\u00dferordentlicher Professor als Dozent an der M\u00fcnchner Uni t\u00e4tig. Er hatte zwei Interessenschwerpunkte, das eine war die Volksliederforschung, das andere Leibniz. Er erwarb sich schnell die Anerkennung der Fachwissenschaft durch seine Ver\u00f6ffentlichungen \u00fcber<\/p>\n<p>Musikpschychologie und Musik\u00e4stethik. Sie brachte ihn mit Carl Orff zusammen, mit dem er an der Edition von Musikalien arbeitete, zwei Hefte &#8222;Musik der Landschaft, Volksmusik in neuen S\u00e4tzen aus dem Bajuwarischen Raum&#8220;. Mit Kiem Pauli, einem bayrischen Musikanten und Volksliedsammler organisierte er Preissingen in Rottach-Egern und dabei in Vergessenheit geratenes Liedgut in Bayern wiederentdeckt.<\/p>\n<p>Als die Nazis an die Macht kamen, ging es mit seiner Karriere nicht so vorw\u00e4rts, da er wohl auch als politisch unzuverl\u00e4ssig denunziert. 1937 baute er in Berlin das Volksliederarchiv auf. Auch ein Lehrauftrag an der dortigen Uni war ihm in Aussicht gestellt worden.<\/p>\n<p>Da er sich aber weigerte, f\u00fcr den NS-Studentenbund Kampflieder zu komponieren und das Amt Rosenberg, die weltanschauliche F\u00fchrungsorganisation der NSDAP, den Lehrauftrag r\u00fcckg\u00e4ngig machte, kehrte er nach M\u00fcnchen zur\u00fcck. 1940 trat er in die NSDAP ein und wurde sogar verbeamtet. Der nicht ganz linientreue Professor aber hatte starken Zulauf in seinen Vorlesungen. Studenten aller Fakult\u00e4ten h\u00f6rten bei ihm, auch der Freundeskreis um Hans Scholl. Im Dezember 1942 suchten Hans und Alexander den pers\u00f6nlichen Kontakt zu Professor Huber. Bei ihm hatten sie &#8222;Leibniz und seine Zeit&#8220; geh\u00f6rt. In dieser Vorlesung hatte er auf die staatsb\u00fcrgerliche Verantwortung der intellektuellen verwiesen. Am 5. Flugblatt arbeiteten sie gemeinsam, das 6. entwarf Karl Huber.<\/p>\n<p>Vom 23. Juli 1942 bis 30. Oktober 1942 waren Scholl, Schmorell und Graf wieder als Sanit\u00e4ter an der Ostfront. Das Fronterlebnis f\u00fchrte zu zwei Konsequenzen. Es folgte eine weitere Flugblattaktion, diesmal in wesentlich h\u00f6herer Auflage (gesch\u00e4tzt zwischen 6000<\/p>\n<p>und 9000) und sie wurden auch in weiterem Raum verteilt, diesmal in mehreren s\u00fcddeutschen und einigen \u00f6sterreichischen St\u00e4dten. Die Gruppe nahm nun auch Kontakte zu anderen Widerstandsgruppen aus, im Saarland, woher Willi Graf stammte und in Hamburg<\/p>\n<p>\u00fcber Traude Lafrenz . Lilo Ramdohr hatte den Kontakt zu Falk Harnack hergestellt, der wiederum Kontakte zu Arvid Harnack herstellen sollte. Allerdings wurde die Gruppe um Arvid Harnack in diesem Zeitraum von der Gestapo entdeckt. (s.o.)<\/p>\n<p>Das 5. Flugblatt war eine sehr klare ungeschminkte Darstellung der Lage. \u201cHitler kann den Krieg nicht gewinnen, nur noch verl\u00e4ngern!\u201d und weiter \u201cIch k\u00e4mpfe bis zum letzten Mann, sagt Hitler &#8211; indes ist der Krieg bereits verloren\u201d. Die Verfasser machten sich auch schon Gedanken \u00fcber die Zeit nach dem Krieg. \u201c Das kommende Deutschland kann nur f\u00f6deralistisch sein. Nur eine gesunde f\u00f6deralistische Staatenordnung vermag heute noch das geschw\u00e4chte Europa mit neuem Leben zu erf\u00fcllen.\u201d Sie schlossen:<\/p>\n<p>\u201cFreiheit der Rede, Freiheit des Bekenntnisses, Schutz des einzelnen B\u00fcrgers vor der Willk\u00fcr verbrecherischer Gewaltstaaten, das sind die Grundlagen des neuen Europa.\u201d (online in Flugblatt V bpb). <\/p>\n<p>Am 13. Januar 1943 wurde im kongressaal des Deutschen Museums der 470. Jahrestag der Gr\u00fcndung der Ludwigs Maximilians Universit\u00e4t gefeiert. Der Gauleiter von M\u00fcnchen- Oberbayern Ein \u201c150-iger%\u201d Nazi hielt eine Rede, bei der gegen die Dr\u00fcckeberger zu Felde zog und an die Studentinnen gerichtet sagte er, sie sollten anstatt sich rumzutreiben lieber \u201edem F\u00fchrer ein Kind schenken\u201c. Die Rede f\u00fchrte zu Tumulten. Der offensichtlich angetrunkene Gauleiter wurden von Studenten aus dem Saal gedr\u00e4ngt. Die jungen Zuh\u00f6rer, viele Soldaten verlie\u00dfen den Saal. Unter Anf\u00fchrung eines hochdekorierter Leutnant wurden bereits festgesetzte Kommilitonen aus den H\u00e4nden der Polizei befreit. Dieses Ereignis best\u00e4rkte die Gruppe in ihrem Tun.<\/p>\n<p>Die Kapitulation in Stalingrad gab den Anlass zum 6. und letzten Flugblatt. Es wendete sich direkt an die Studenten und begann: \u201cErsch\u00fcttert steht unser Volk vor dem Untergang der M\u00e4nner von Stalingrad. Dreihundertdrei\u00dfigtausend deutsche M\u00e4nner hat die geniale Strategie des Weltkriegsgefreiten sinn- und verantwortungslos in Tod und Verderben gehetzt. F\u00fchrer, wir danken dir !\u201d und dann wurde abgerechnet mit der \u201cWeltanschaulichen Schulung\u201d \u201cIn einem Staat r\u00fccksichtsloser Knebelung jeder freien Meinungs\u00e4u\u00dferung sind wir aufgewachsen\u201d Es bezog sich direkt auf die Rede des Gauleiters Paul Giesler \u201cFrontk\u00e4mpfer werden von Studentenf\u00fchrern und Gauleiteraspiranten wie Schulbuben gema\u00dfregelt, Gauleiter greifen mit geilen Sp\u00e4\u00dfen den Studentinnen an die Ehre.\u201dund daraus folgerten die Verfasser des Flugblattes logisch \u201cEs gibt f\u00fcr uns nur eine Parole: Kampf gegen die Partei! Heraus aus den Parteigliederungen, in denen man uns politisch weiter mundtot halten will! (online in Flugblatt VI bpb).<\/p>\n<p>Am&nbsp; 3., 8. und 15. Februar tauchten an den Mauern der Universit\u00e4t die Parolen \u201eNieder mit Hitler\u201c und \u201eFreiheit\u201c. Alexander Schmorell, Hans Scholl und Willi Graf hatten dies nachts angeschrieben. Vom 15. auf 16. Februar wurden in M\u00fcnchen 800 bis 1200 Flugbl\u00e4tter<\/p>\n<p>verteilt. Die letzte Aktion wurde ihnen zum Verh\u00e4ngnis. Am 18. Februar kamen Inge und Hans morgens in die Uni. Die H\u00f6rs\u00e4le waren noch geschlossen und die beiden legten Flugbl\u00e4tter ab. Dabei wurden sie dem Hausmeister Jakob Schmidt entdeckt und zusammen mit anderen so lange festgehalten bis die Gestapo eintraf. Schon die ersten Flugbl\u00e4tter lie\u00dfen das Regime sehr nerv\u00f6s reagieren. Die Gestapo ermittelte aber bis zur Verhaftung der Geschwister Scholl ohne Ergebnis.\u201eFahndungserfolg\u201c&nbsp; bestand zun\u00e4chst nur darin, dass akribisch alle Empf\u00e4nger notiert worden waren, die die Schriften nach Erhalt ordnungsgem\u00e4\u00df bei den Ermittlungsbeh\u00f6rden ablieferten. Die Ermittler waren aber immer bestens informiert, denn die Studenten hatten es nicht vers\u00e4umt, die Flugbl\u00e4tter dem<\/p>\n<p>Polizeipr\u00e4sidium druckfrisch per Einschreiben zuzusenden!&nbsp; Historiker k\u00f6nnen heute dank dieser Aufzeichnungen den Adressatenkreis&nbsp; der Weissen Rose n\u00e4her bestimmen. Eine Gro\u00dffahndung unter Einschaltung aller verf\u00fcgbaren Stapo- und Kriminalbeamten,<\/p>\n<p>Textanalysen durch den M\u00fcnchner Altphilologen und Spezialisten f\u00fcr Rhetorik Richard H\u00e4rder, um ein T\u00e4terprofil zu erstellen, belegen unter welchem Druck die Gestapo stand.<\/p>\n<p>Nach der Verhaftung von Inge und Hans wurden die beiden bis zum 21. Februar stundenlang vernommen. Da bei Hans auch der Textentwurf von Christoph Probst gefunden wurde, geriet dieser ebenfalls unter Tatverdacht und wurde verhaftet.<\/p>\n<p>Schon am 22. Februar verhandelte der Volksgerichtshof unter Vorsitz von Roland Freisler , der dazu eigens aus Berlin gekommen war. Die Anklage lautete auf \u201cWehrkraftzersetzung Feindbeg\u00fcnstigung und Vorbereitung zum Hochverrat\u201d.<\/p>\n<p>Freisler, der sich \u201cals politischer Soldat\u201d Hitlers verstand, br\u00fcllte die Angeklagten, wie er es in allen seinen Prozessen an, erniedrigte sie. Aber sie lie\u00dfen sich nicht einsch\u00fcchtern. Sie antworteten ruhig und gefasst. Freisler verk\u00fcndete das Todesurteil, das noch am selben Tag vollstreckt wurde. In der Urteilsbegr\u00fcndung wurde ganz im Sinne der Dolchsto\u00dflegende argumentiert: \u201cWer so, wie die Angeklagten, getan haben, hochverr\u00e4terisch die innere Front und damit im Kriege unsere Wehrkraft zersetzt und dadurch den Feind des Reiches beg\u00fcnstigt (\u00a7 5 Kriegssonderstraf VO und \u00a7 91b StrGB), erhebt den Dolch, um ihn in den R\u00fccken der Front zu sto\u00dfen!\u201d Und daraus wurde gefolgert, dass \u201czum Schutze des k\u00e4mpfenden Volkes und Reiches nur eine gerechte Strafe\u201d folgen kann, die Todesstrafe. (Dossier bpb Sophie Scholl und die Wei\u00dfe Rose, hier das Todesurteil und die Begr\u00fcndung). Ein Gnadengesuch der Eltern wurde abgelehnt. Das Signal war klar. Der NS-Staat kennt seinen Gegnern gegen\u00fcber keine Gnade. <\/p>\n<p>Fritz Hartnagel hatte erst im Lazarett von der Inhaftierung seiner Braut Sophie erfahren, wie es in Telegramm an den Volksgerichtshof hie\u00df, in dem er um die Aufschiebung der Urteilvollstreckung bat, nicht wissend, dass da Sophie schon 5 Tage tot war.<\/p>\n<p>Alexander Schmorell versuchte zu fliehen, was ihm nicht gelang. Er musste nach M\u00fcnchen zur\u00fcck, tauchte dort zun\u00e4chst unter, wurde aber am 24. Februar 1943 w\u00e4hrend eines Bombenangriffs in einem Luftschutzkeller erkannt und festgenommen.<\/p>\n<p>Kurt Huber wurde am 27. Februar verhaftet. Willi Graf war zusammen mit seiner Schwester am 18. Februar verhaftet worden. Am 19. April 1943 fand der zweite Prozess der Wei\u00dfen Rose in M\u00fcnchen statt, ebenfalls unter Vorsitz von Roland Freisler.<\/p>\n<p>Angeklagt waren Alexander Schmorell, Karl Huber, Willi Graf und elf weitere Personen, darunter Traute Lafrenz ,Eugen Grimminger, Heinrich Bollinger und Falk Harnack. Alexander Schmorell, Karl Huber, Willi Graf wurden zum Tode verurteilt, das Urteil an Alexander Schmorell und Kurt Huber am 13. Juli 1943 vollstreckt. Willi Graf wurde erst am 12. Oktober 1943 hingerichtet. Die Gestapo hatte bis dahin versucht, Namen aus dem Umfeld der Wei\u00dfen Rose heraus zu pressen. Die anderen Angeklagten erhielten zum Teil mehrj\u00e4hrige Haft-oder Zuchthausstrafen. Traude Lafrenz wurde wegen \u201eMitwisserschaft\u201d zu einem Jahr Gef\u00e4ngnis verurteilt. Eugen Grimminger, der die Gruppe von Stuttgart aus mit Sachspenden unterst\u00fctzt hatte, wurde zu 10 Jahren Zuchthaus verurteilt, Heinrich Bollinger aus dem Umfeld von Willi Graf wegen Verteilung von Flugbl\u00e4ttern zu 7 Jahren Zuchthaus. Falk Harnack wurde aus Mangel an Beweisen und wegen \u201eeinmalig besonderer Verh\u00e4ltnisse\u201c&nbsp;&nbsp;&nbsp; freigesprochen. Er wurde dann zun\u00e4chst der Gestapo \u00fcberstellt. Im August 1943 wurde er von seiner bisherigen Einheit abkommandiert&nbsp; zum Strafbataillon 999 nach Griechenland. Dort gelang es ihm&nbsp; zu desertieren. Er schloss sich der griechischen Partisanenbewegung ELAS an. Bis in die letzten Kriegstage hinein hatten sich die Prozesse gegen die Wei\u00dfe Rose in M\u00fcnchen, Hamburg und Donauw\u00f6rth. Das letzte Todesurteil in diesem Zusammenhang wurde in Donauw\u00f6rth am 13. Oktober 1944 gef\u00e4llt. Hans Conrad Leipelt hatte das 6. Flugblatt der Wei\u00dfen Rose nach der Hinrichtung der Geschwister Scholl und Christoph Probst erhalten, es nach Hamburg gebracht dort mit dem Zusatz versehen \u201cUnd ihr Geist lebt trotzdem weiter\u201d und verteilt. Als er Geld f\u00fcr die mittelose Witwe von Kurt Huber sammelte, wurde er denunziert. Das Todesurteil an <\/p>\n<p>Hans Conrad Leipelt wurde am 25. Januar 1945 in M\u00fcnchen-Stadelheim vollstreckt.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <\/p>\n<p>Die Familie Scholl wurde zun\u00e4chst in Sippenhaft genommen. Die Frauen mussten auf dem blanken Beton schlafen. Der Vater war wegen H\u00f6rens von Feindsendern zu 18 Monaten Haft verurteilt worden. In der Ulmer Lokalpresse begann eine gnadenlose Hetzkampagne, so dass die Familie schlie\u00dflich in den Schwarzwald umsiedelte. Nach dem Krieg ernannten die Amerikaner aber Robert Scholl am 7. Juni 1945 zum Ulmer Oberb\u00fcrgermeister, ein Amt, das er bis 1948 innehatte.<\/p>\n<p>Fritz Hartnagel, Sophies Freund, stand auch nach der Hinrichtung der Geschwister zur Familie, unterst\u00fctze sie finanziell und zeigte sich demonstrativ mi Robert in der \u00d6ffentlichkeit. Im Oktober 1945 heiratete er Elisabeth Scholl, Sophies Schwester.<\/p>\n<p>Eine Spruchkammer stufte ihn in einem Entnazifierungsverfahren als \u201cMitl\u00e4ufer\u201d ein und belegte ihn mit einer Geldbu\u00dfe von 200 Mark. Das h\u00e4tte es ihm unm\u00f6glich gemacht, sein Jurastudium, das er an der Uni M\u00fcnchen begonnen hatte, fortzusetzen.<\/p>\n<p>Erst ein Einspruch, detaillierte Stellungnahme und eine Reihe von Zeugenaussagen brachten die Kammer dazu, die Einstufung zu korrigieren. Er konnte sein Studium beenden, wurde schlie\u00dflich Vorsitzender Richter am Landgericht Stuttgart. Er engagierte sich gegen die Wiederbewaffnung, baute die Organisation Internationale der Kriegsdienstkrieger auf und engagierte sich in der Friedensbewegung. Er nahm auch in Mutlangen an der Blockade gegen die Pershing-Raketen teil. Er wurde wegen N\u00f6tigung angezeigt und vom Amtsgericht Schw\u00e4bisch Gm\u00fcnd zu einer Geldstrafe von 20 Tagess\u00e4tzen verurteilt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u00a7. Jugendopposition im Dritten Reich<\/p>\n<p>Das nationalsozialistische System hatte gleich nach der Macht\u00fcbernahme begonnen alle Bereiche des Lebens nach seinen Vorstellungen umzugestalten. Die Hitlerjugend und unter deren Dach der Bund Deutscher M\u00e4del wurde<\/p>\n<p>zum alleinigen Staatsjugendverband ausgebaut. Deshalb wurden alle anderen bisher bestehenden Jugendverb\u00e4nde aufgel\u00f6st, verboten oder \u201cgleichgeschaltet. Das traf Pfadfinder, Sozialistische Arbeiterjugend, B\u00fcndische Organisationen in der Tradition des<\/p>\n<blockquote>\n<p>\u201cWandervogels\u201d Sportverb\u00e4nde und konfessionelle Jugendb\u00fcnde. Die Jugendlichen wurden zum \u00dcbertritt gezwungen.F\u00fcr die HJ bedeutete es einen totalen Wandel von Aufgabe und Struktur. Vor 1933 war sie eine unbedeutende Gr\u00f6\u00dfe innerhalb der deutschen Jugendbewegung. Nun aber war der Anspruch auf alleinige Vertretuq ng der Jugend. Nun musste eine nach Millionen z\u00e4hlende Schar von Jugendlichen \u201cverwaltet\u201d und unterhalten werden. Die Reichsjugendf\u00fchrung wollte die Jugend ideologisch gewinnen. Man war also gezwungen, auf die beliebten jugendbewegten Riten und Verhaltensmuster zur\u00fcckzugreifen. Man \u201cbediente\u201d sich also im weit gef\u00e4cherten Angebot urspr\u00fcnglich b\u00fcndischen Lebens. Ob das aus Pragmatismus war oder eher aus der Not geboren, da man selbst nicht \u00fcber ausreichende Grundlagen zu verf\u00fcgen, spielt eigentlich keine Rolle. Man Griff auf das Liedgut der sozialistischen Jugendbewegung zur\u00fcck, \u00fcbernahm die Texte teilweise w\u00f6rtlich.Auch der \u201cZupfgeigenhansl\u201d, das Liederbuch der Wandervogelbewegung bildete einen wichtigen Grundstock f\u00fcr die Lieder, die in der HJ gesungen wurden. Singen war neben Sport und Spiel die wichtigste S\u00e4ule des Angebots an die Jugend in der Zeit, in der es weder Fernsehen, noch Computer noch Gameboy gab.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Ab 1936 hatte die HJ die Stellung einer Staatsjugendorganisation erreicht. Nun oblag ihr die Aufgabe, die gesamte Erziehung der Erziehung au\u00dferhalb der Schule und des Elternhauses-und im Zweifelsfall gegen dieses zu lenken. Im Fr\u00fchjahr 1939 wurde die<\/p>\n<p>\u201cJugenddienstpflicht\u201d eingef\u00fchrt. Das zeigte den Zwangscharakter der Jugendorganisation der Nazis noch klarer.&#8220;Weltanschauliche Schulung&#8220;, milit\u00e4rischer Drill, Befehl und Gehorsam bildeten Rahmen wie Inhalt des Dienstes. Die Teilnahme am Dienst konnte durch die Polizei erzwungen worden. Nat\u00fcrlich forderte das den Widerstand vieler Jugendlicher heraus. Das ging von der stillen Verweigerung bis bis zur offenen Auflehnung gegen das totale Erfa\u00dftwerden durch den Staat. Die Formen des Jugendprotests waren vielf\u00e4ltig<\/p>\n<p>und sie hatten wie aus Gestapoberichten hervorgeht eine betr\u00e4chtliche Gr\u00f6\u00dfenordnung.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/imagesFX48JSDR_thumb.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"imagesFX48JSDR_thumb\" style=\"border-left-width: 0px; border-right-width: 0px; background-image: none; border-bottom-width: 0px; padding-top: 0px; padding-left: 0px; margin: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-top-width: 0px\" border=\"0\" alt=\"imagesFX48JSDR_thumb\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/imagesFX48JSDR_thumb_thumb.jpg\" width=\"63\" height=\"84\"><\/a><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/imagesV4TREYNT_thumb1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"imagesV4TREYNT_thumb1\" style=\"border-left-width: 0px; border-right-width: 0px; background-image: none; border-bottom-width: 0px; padding-top: 0px; padding-left: 0px; margin: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-top-width: 0px\" border=\"0\" alt=\"imagesV4TREYNT_thumb1\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/imagesV4TREYNT_thumb1_thumb.jpg\" width=\"58\" height=\"84\"><\/a><\/p>\n<p>In M\u00fcnchen hatte sich um Walter Klingenbeck ein Freundeskreis gegr\u00fcndet, dessen Verbrechen darin bestand,ausl\u00e4ndische Rundfunksender zu h\u00f6ren. Seit 1. September 1939 stand darauf Zuchthausstrafe und die \u201cVerordnung \u00fcber au\u00dferordentliche Rundfunkma\u00dfnahmen\u201d vom 1. September 1939 regelte in Absatz 2 \u201cWer Nachrichten ausl\u00e4ndischer Sender, die geeignet sind, die Widerstandskraft des deutschen Volkes zu gef\u00e4hrden, vors\u00e4tzlich verbreitet, wird mit Zuchthaus, in besonders schweren F\u00e4llen mit dem Tode bestraft.\u201d (RGBl Teil I 1939 S.1680). Walter Klingenbeck wurde 1924 in M\u00fcnchen geboren. Bis 1936 war er \u00fcberzeugtes Mitglied der katholischen Jungschar, die 1936 aufgel\u00f6st wurde. Das weckte in ihm schon in sehr jungen Jahren die Regimekritik.zusammen mit seinem Vater h\u00f6rte er regelm\u00e4\u00dfig Radio Vatikan und als sein Vater die seit Kriegsbeginn verbotenen Sender nicht mehr h\u00f6rte, machte er allein weiter.Zusammen mit drei anderen Lehrlingen, die eine \u00e4hnliche politische und religi\u00f6se Grundeinstellung verband, h\u00f6rten sie die deutschsprachigen Sendungen der BBC und Radio Vatikan. In Bogenhausen folgten sie dem Aufruf der BBC und malten an 40 Geb\u00e4uden das V-Zeichen an. sie wurden denunziert und vor Gericht gestellt.Klingenbeck und seine Freunde Hans Haberl und Daniel von Recklinghausen wurden zum Tode verurteilt, der 4. Erwin Eidel zu acht Jahren Zuchthaus. Zwar durfte gegen einen nicht Vollj\u00e4hrigen die Todesstrafe nicht verh\u00e4ngt werden. Aber die im Oktober 1939 erlassene<\/p>\n<p>\u201eVerordnung zum Schutz gegen jugendliche Schwerverbrecher\u201c machte \u00fcber die Ausnahme wenn Jugendliche \u00fcber 16 in ihrer geistigen und seelischen Entwicklung einer \u00fcber 18 Jahre alten Person gleich zu achten sind, den Weg zur Todesstrafe frei.<\/p>\n<p>Karl Engert, Vizepr\u00e4sident am Volksgerichtshof und seit 1921 Parteimitglied und \u00fcberzeugter Nationalsozialist f\u00fchrte den Prozess und berief sich auf die Ausnahme. Haberl und von Recklinghausen wurden&nbsp; ein Jahr nach dem Prozess begnadigt und am Kriegsende von den Alliierten aus dem Gef\u00e4ngnis befreit. Walter Klingenbeck wurde am 5. August 1943 im Alter von nur 19 Jahren hingerichtet.<\/p>\n<p>In Berlin hatte sich um Hanno G\u00fcnther eine kleine Gruppe gebildet, die in Flugbl\u00e4ttern gegen den Krieg Stellung nahmen. Hanno G\u00fcnther wurde am 12. Januar 1921 in Berlin geboren. Seine Eltern meldeten in an der R\u00fctli-Schule in Berlin-Neuk\u00f6lln an, der damals bekanntesten Reformvolksschule Berlins. An der R\u00fctli-Schule lernte Hanno Mitsch\u00fcler kennen, die sich sp\u00e4ter zu einer oppositionellen Gruppe gegen das Nazi-Regime zusammenschlossen. Die Schule wurde gleich nach der Machtergreifung aufgel\u00f6st. 1934 meldeten ihn die Eltern in der Aufbauschule der Insel Scharfenberg an. Diese Schule war f\u00fcr ihren demokratischen Schulgeist bekannt. Doch 1934 hatte der Reformgeist der Schule schon sein Ende gefunden. Die Reformp\u00e4dagogen hatten die Schule verlassen.<\/p>\n<p>Die Nazis hatten das aktive NSDAP-Mitglied Studienrat Felix Scholz als Schulleiter eingesetzt und schon 1936 konnte dieser melden, \u201cda\u00df die \u201eUmwandlung der St\u00e4dtischen Schulfarm Insel Scharfenberg in eine Pflanzst\u00e4tte nationalsozialistischer Erziehung\u201c<\/p>\n<p>(zitiert in: Schulfarm Insel Scharfenberg Historisches online) Als Hanno G\u00fcnther einen Aufsatz schrieb, der einem Lehrer nicht gefiel, wurde ihm \u201cempfohlen\u201d, die Schulfarm zu verlassen. Ohne abgeschlossen Schulausbildung ging er von der Schule ab und begann eine B\u00e4ckerlehre. Aus der HJ trat er aus, was 1936 noch kein Problem war. Er stie\u00df zu einem Gespr\u00e4chsreis um Elisabeth Pungs, die sich in ihrer Wohnung mit KPD-Mitgliedern oder Sympathisanten traf. Dort wurde \u00fcber Politik diskutiert, aber auch marxistische Werke gelesen. Elisabeth Pungs beeinflusste Hanno politisch sehr stark. Nach dem \u00dcberfall auf Polen verfassten die beiden insgesamt 6 Flugbl\u00e4tter \u201cDas freie Wort\u201d. Au\u00dferdem brachten sie Klebezettel mit Parolen an gut sichtbaren Stellen an. Da hie\u00df es z.B.<\/p>\n<p>\u201eJeder Sieg bringt neuen Krieg!\u201c. Sie wollten der allgemeinen Jubelstimmung die in Deutschland vor allem nach dem Sieg \u00fcber Frankreich herrschte etwas entgegensetzen. 1940 traf er sich auch mit ehemaligen Klassenkameraden von der R\u00fctlischule, deren systemkritischen Haltung ihm bekannt war. Dazu z\u00e4hlte Dagmar Petersen, Emmerich Schaper, Wolfgang Pander und Bernhard Sikorksi. Mit ihnen traf er sich regelm\u00e4\u00dfig und las \u00e4hnlich wie im Kreis um Elisabeth Pungs marxistische Schriften. Hanno war st\u00e4ndig auf der Suche nach neuen Kontakten, um seine Widerstandsaktivit\u00e4ten auszuweiten. So bekam er auch den Kontakt zu Herbert Bochow vermittelt. Das war ein KPD-Funktion\u00e4r, gleich nach der Machtergreifung in Schutzhaft genommen und bis 1984 im KZ Sachsenburg festgehalten. Kurz nach seiner Entlassung geriet er erneut ins Visier der Gestapo. Im November 1934 wurde er zu einer Gef\u00e4ngnisstrafe von 18 Monaten verurteilt. Nach seiner Entlassung fand er im Sommer 1936 Kontakt zur Untergrundorganisation der KPD in Dresden. Der erfahrene Widerstandsk\u00e4mpfer Bochow riet Hanno, die gef\u00e4hrlichen Flugblattaktionen einzustellen. Nach anf\u00e4nglichem Z\u00f6gern folgte er schlie\u00dflich dem Rat. Ironischerweise wurde ihm genau dieser Kontakt zum Verh\u00e4ngnis. Bochow war n\u00e4mlich im Juni 1941 verhaftet worden. Nach tagelangen Verh\u00f6ren und Folterungen war er zusammengebrochen und hatte alle seine Kontakte preisgegeben. So kam die Gestapo auf die Spur Hannos und seiner Gruppe. Am 28. Juni wurde die Gruppe verhaftet.<\/p>\n<p>Emmerich Schaper starb schon&nbsp; an den Folgen der brutalen Verh\u00f6re. Der Prozess fand am 9. Oktober 1942 vor dem Volksgerichtshof statt. Den Vorsitz hatte Robert Hartmann inne, seit 1936 am Volksgerichtshof. W\u00e4hrend des Krieges war er 1. Vorsitzender des 2. Senats und au\u00dferdem war er auch Richter am Sondergericht in Prag. Dagmar Petersen wurde zu sieben Jahren Zuchthaus, die \u00fcbrigen Angeklagten ausnahmslos zum Tode verurteilt. Die Urteile wurden am 3. Dezember 1942 vollstreckt. Er war in Berlin an zahlreichen Todesurteilen beteiligt. In Prag war f\u00fcr mindestens 21 Todesurteile gegen tschechische Gegner des Regimes mitverantwortlich. Seine blutige NS-Vergangenheit hinderten seine Nachkriegskarriere als Jurist nicht. Er war Leiter des Amtsgerichts K\u00f6nigswinter und <\/p>\n<p>konnte 1961 eine wohldotierte Ausstiegsm\u00f6glichkeit nutzen. Er konnte seine Pension v\u00f6llig unbehelligt von der Justiz verleben<\/p>\n<p>Neben diesen kleinen Gruppen bildeten sich vor allem im Krieg an vielen Orten Cliquen und Banden. Man lehnte die HJ ab. Man demonstrierte in Kleidung&nbsp; und Auftreten einen Lebensstil, der sich deutlich von der Staatslinie abhob. Man pflegte freie Fahrten, wie sie in der Wandervogelbewegung \u00fcblich waren. Dies aber hatte die HJ-F\u00fchrung verboten. Es wurde auch auf strenge Geschlechtertrennung geachtet. Man ging gemeinsam auf Fahrt. Die M\u00e4dchen, die sich den wilden Jugendgruppen anschlossen, hatten sich nicht in die von den Nationalsozialisten geforderte \u201cFrau-und Mutterrolle dr\u00e4ngen lassen. Ihre Anwesenheit bei den wilden Gruppen machte diese nat\u00fcrlich zus\u00e4tzlich attraktiv. \u00dcberwacht wurde das Leben der Jugendlichen vom HJ-Streifendienst. Bis 1936 waren seine Befugnisse auf die HJ begrenzt, seit 1938 war er aber f\u00fcr die gesamte Jugend zust\u00e4ndig. Die \u00dcberwachung \u201cb\u00fcndischer Gruppen\u201d wurde in den Richtlinien f\u00fcr den HJ-Streifendienst vom 1. 06. 1938 geregelt. Da hie\u00df es unter 1. \u201cDie b\u00fcndische Jugend ist in allen ihren Erscheinungsformen reichsgesetzlich verboten. B\u00fcndische Bet\u00e4tigung ist staatsfeindliche Bet\u00e4tigung. Die \u00dcberwachung der sich b\u00fcndisch bet\u00e4tigenden Jugendlichen ist Sache der HJ und geh\u00f6rt damit zu einer wesentlichen Aufgabe des SRD.\u201d (Quelle: <\/p>\n<p>Hellfeld: B\u00fcndische Jugend und Hitlerjugend, S. 189f.) Ein Zusammentreffen mit dem Streifendienst f\u00fchrte immer zu Auseinandersetzungen, die immer \u00f6fter mit Gewalt ausgetragen wurden und von den wilden Jugendgruppen auch oft provoziert wurden. <\/p>\n<p>Die Pr\u00fcgeleien mit der HJ f\u00fchrten zu verst\u00e4rkter Verfolgung durch den Staatsapparat und so wurde eine Spirale der Gewalt in Bewegung gesetzt. <\/p>\n<p>Einen guten Einblick in die Formen der Jugendopposition bietet eine Denkschrift, die Reichsjugendf\u00fchrung im September 1942 vorgelegt hatte. Sie stammte von Reichsbannf\u00fchrer William Knopp, der Hauptabteilungsleiter im Personalamt war und in dieser Funktion<\/p>\n<p>die F\u00fchrung der HJ-\u00dcberwachungsdienststellen und des HJ-Streifendienstes innehatte. In \u201cCliquen- und Bandenbildung unter Jugendlichen&#8220; Die Masse der \u201cauff\u00e4lligen\u201d Jugendlichen wurde im wesentlichen in zwei Gruppen aufgeteilt in<\/p>\n<p>in \u201eZusammenschl\u00fcsse mit vorwiegend krimineller T\u00e4tigkeit&#8220; und in \u201eZusammenschl\u00fcsse mit weltanschaulich-politischer Grundhaltung (Gegner-gruppen)&#8220;. Die \u201ckriminellen Gruppen\u201d bestanden im wesentlichen aus den von jeher bekannten jugendlichen Diebesbanden. Die andere Gruppen setzten nach der Denkschrift \u201ebewu\u00dft Traditionen der ehemaligen b\u00fcndischen Jugend und der konfessionellen Jugendverb\u00e4nde fort&#8220;. Erstaunlich war auch die Verbreitung opponierender Jugendlichen. Es gab nur wenige Gro\u00dfst\u00e4dte ohne solche Gruppen. Allein die blo\u00dfe Existenz solcher nichtangepasster Jugendgruppen bereitete den Beh\u00f6rden insbesondere der Gestapo gro\u00dfen Verdruss. Auch der \u201cReichsf\u00fchrer SS und Chef der Deutschen Polizei \u201c Heinrich Himmler reagierte.<\/p>\n<p>In seinem Erlass vom 25.10. 1944 wurde festgestellt: &#8222;In allen Teilen des Reiches, insbesondere in gr\u00f6\u00dferen St\u00e4dten haben sich seit einigen Jahren &#8211; und in letzter Zeit in verst\u00e4rktem Ma\u00dfe &#8211; Zusammenschl\u00fcsse Jugendlicher (Cliquen) gebildet. Diese zeigen z. T. kriminell-asoziale oder politisch-oppositionelle Bestrebungen und bed\u00fcrfen deshalb, vor allem in Hinblick auf die kriegsbedingte Abwesenheit vieler V\u00e4ter, Hitler-Jugend-F\u00fchrer und Erzieher, einer verst\u00e4rkten \u00dcberwachung.&#8220; Die oben angef\u00fchrte Denkschrift<\/p>\n<p>hatte zwei Grundtypen der nichtangepassten Jugendlichen hervorgehoben. Das eine war die \u201eindividualistisch-liberalistischen&#8220; Gruppen, die unter dem Sammelbegriff \u201cSwing-Jugend\u201d zusammengefasst wurden. Das waren meist S\u00f6hne und T\u00f6chter aus der b\u00fcrgerlichen Mittelschicht. Die \u201cSwing-Jugend\u201d war urspr\u00fcnglich in Hamburg entstanden,&nbsp; aber bald in vielen norddeutschen St\u00e4dten verbreitet. Man gefiel sich in \u201cl\u00e4ssigem\u201d und auff\u00e4lligen auftreten in der \u00d6ffentlichkeit. Man zeigte Vorlieben f\u00fcr Jazz und Swing<\/p>\n<p>von den Nazis als \u201cundeutsche Negermusik\u201d abqualifiziert. Zwar zeigte die Swing-Jugend keine ausdr\u00fcckliche politische Bet\u00e4tigung, aber das forciert angels\u00e4chsische Gehabe und die Vorlieben f\u00fcr verp\u00f6nte Musikstile provozierte nat\u00fcrlich. Das Regime betrachte das als Widerstand und regierte entsprechend. Verfolgung und Einweisung ins KZ zeigten, dass die Nazis selbstbestimmtes Jugendleben nicht hinnahmen. Neben dieser ausgesprochen b\u00fcrgerlichen Gruppe war er andere Grundtyp eine Gruppierung mit jungen Arbeitern und Lehrlingen meist proletarischer Herkunft. Das waren die \u201cEdelweisspiraten\u201d im Rheinland und im Ruhrgebiet vor allem in den Gro\u00dfst\u00e4dten Essen, K\u00f6ln, D\u00fcsseldorf, die Leipziger oder Erfurter Meuten, in Dresden bezeichnetet sie sich als Mob in<\/p>\n<p>M\u00fcnchen als Blasen. Sie waren robuster und rowdyhafter. Deshalb erschienen sie den Beh\u00f6rden auch als besonders gef\u00e4hrlich. Das Edelweiss war eines von vielen Kennzeichen der b\u00fcndischen Jugend. Unangepasste Jugendliche trugen es nun versteckt unterm Revers. Die &#8222;Lieblingsblume des F\u00fchrers&#8220; war \u00fcberall zu bekommen. Mit Beginn des Krieges wurde die Verfolgung der Jugendgruppen mit immer rabiateren Methoden durchgef\u00fchrt. Folter und Gef\u00e4ngnishaft geh\u00f6rten nun zum Instrumentarium. Die Protesthaltung steigerte sich nun zur Wut. Die Sinnlosigkeit des Krieges wurde immer offensichtlicher. Nun wurden auch selbstgebastelte Judensterne getragen, eine gef\u00e4hrliche Aktion. K\u00f6lner Edelweisspiraten halfen, Juden zu verstecken, versorgten ausgemergelte Zwangsarbeiter mit Brot, das sie aus einem gekaperten Zug geklaut hatten, lie\u00dfen sogar Waggons entgleisen, was als Sabotage mit dem Tode bestraft wurde. Es gab aber auch nur Gro\u00dfstadtkriminalit\u00e4t. Edelweisspiraten wurden neben Schl\u00e4gereien mit der HJ auch wegen Einbruch oder Schwarzhandel verurteilt. Die gr\u00f6\u00dfte Gruppe der Edelweisspiraten gab es in K\u00f6ln. Dort d\u00fcrfte es wohl rund 3500 gegeben haben. Der spektakul\u00e4rste Fall ereignete sich in K\u00f6ln-Ehrenfeld.Allerdings zeigt gerade dieses Beispiel&nbsp; die Problematik, wie es bewertet werden soll. War die K\u00f6ln-Ehrenfelder Gruppe bewertet werden. Waren es Widerstandsk\u00e4mpfer oder schlicht Gewaltt\u00e4ter. Zentrale Figur der Ehrenfelder Gruppe war der 23 \u2013J\u00e4hrige Hans Steinbr\u00fcck. Er war ein entsprungener<\/p>\n<p>KZ-H\u00e4ftling. Im August 1944 startete er eine Einbruchsserie in K\u00f6ln-Ehrenfeld und zwar recht erfolgreich. Zun\u00e4chst hatten sie&nbsp; Werkzeug und ein paar S\u00e4cke Zement gestohlen. Ein Einbruch in ein Lebensmittellager brachte eine Beute von einigen Zentner Butter und Margarine, was auf dem Schwarzmarkt 12.000 Reichsmark f\u00fcr jeden Beteiligten erbrachte. Zum Vergleich ein Arbeiter arbeitete in dieser Zeit f\u00fcr einen Wochenlohn von 50 Reichsmark. Der n\u00e4chste Einbruch im selben Lager war noch erfolgreicher. Man erbeutete <\/p>\n<p>26 Zentner Butter im Wert von 123.000 Reichsmark. Steinbr\u00fcck legte aber nun ein regelrechtes Waffenarsenal an. Der Grund daf\u00fcr ist nie v\u00f6llig gekl\u00e4rt worden. Aber es existierte sogar ein Plan, die K\u00f6lner Gestapozentrale in die Luft zu sprengen.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich hatte die Einbruchsserie auch Aufsehen und Aufmerksamkeit erregt. Eine Heeresstreife wurde auf Steinbr\u00fccks Unterschlupf hingewiesen. Steinbr\u00fccks Wirtin und zwei J\u00fcdinnen wurden verhaftet. Ein Posten wurde vor dem <br \/>Haus als Wache postiert. Am n\u00e4chsten Tag kam es zu einer Schie\u00dferei, bei der ein Polizeibeamter, der NSDAP-Ortsgruppenleiter von Ehrenfeld und ein HJ-Streifenf\u00fchrer get\u00f6tet wurden. Steinbr\u00fcck und seine Gruppe konnte zun\u00e4chst unerkannt entkommen. Aber<\/p>\n<p>nun wurde die Lage f\u00fcr die Gestapo ernst und der Kampf gegen solche Cliquen kriegswichtig. Am 4. Oktober wurde Steinbr\u00fcck als letzter verhaftet. Insgesamt wurden 13 Leute festgesetzt. Die Gest\u00e4ndnisse wurden erpr\u00fcgelt. Die Gestapo legte ihnen 5 Morde <\/p>\n<p>sowie versuchten Sprengstoffdiebstahl zur Last. Ohne Gerichtsurteil wurden sie am 19. November \u00f6ffentlich gehenkt. 5 von ihnen war gerade mal 16 Jahre alt. Staatliche Stellen taten sich schwer mit der Bewertung der Ehrenfelder Gruppe. Sie \u00fcbernahmen lange die Bewertung der Gestapo. Schon 1952 hatte die Familie von Bartholom\u00e4us Schink die Anerkennung des Ermordeten als Politisch Verfolgtem beantragt. Das wurde abgelehnt, worauf ein langer Rechtsstreit folgte. 1984 wurde er aber ebenso wie der K\u00f6lner Edelweisspirat Jean J\u00fclich als Gerechter unter den V\u00f6lkern gew\u00fcrdigt. 1986 wurde eine Gedenktafel angebracht, die allerdings 2002 wieder abgenommen wurde, weil dort die Unterf\u00fchrung bei Streckenarbeiten der Bahn verbreitert wurde. Erst 2003 wurde die Gruppe vom K\u00f6lner Regierungspr\u00e4sidenten rehabilitiert und als \u201epolitisch Verfolgte und Widerstandsk\u00e4mpfer\u201c bezeichnet.&nbsp; Auch unter den Historikern ist die Meinung geteilt, ob die unangepassten Jugendlichen zum Widerstand gegen den Nationalsozialismus zu rechen seien. Klar ist aber, dass sie ihr Leben ohne Bevormundung und Indoktrination durch die Nationalsozialisten leben wollten oder wie der K\u00f6lner Zeitgeschichtler Martin R\u00fcther, der sich mit den Edelweisspiraten befasste res\u00fcmiert: Sie waren<\/p>\n<p>&#8222;nicht dezidiert politisch&#8220;&nbsp; aber stets bereit, Konflikte mit dem Regime zu provozieren, viel mehr, &#8222;als sich der gr\u00f6\u00dfte Teil der erwachsenen Bev\u00f6lkerung jemals traute&#8220;.( In Spiegel 45 \/2005 vom 07.11.2005 \u201cWiderstand aus der Gosse)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>4. Kreisauer Kreis<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/220px-Carl_Goerdeler_thumb.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"220px-Carl_Goerdeler_thumb\" style=\"border-left-width: 0px; border-right-width: 0px; background-image: none; border-bottom-width: 0px; padding-top: 0px; padding-left: 0px; margin: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-top-width: 0px\" border=\"0\" alt=\"220px-Carl_Goerdeler_thumb\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/220px-Carl_Goerdeler_thumb_thumb.jpg\" width=\"168\" height=\"244\"><\/a><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/170px-HelmuthvonMoltkeJan1945_thumb.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"170px-HelmuthvonMoltkeJan1945_thumb\" style=\"border-left-width: 0px; border-right-width: 0px; background-image: none; border-bottom-width: 0px; padding-top: 0px; padding-left: 0px; margin: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-top-width: 0px\" border=\"0\" alt=\"170px-HelmuthvonMoltkeJan1945_thumb\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/170px-HelmuthvonMoltkeJan1945_thumb_thumb.jpg\" width=\"172\" height=\"244\"><\/a><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/LeberJulius_thumb.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"LeberJulius_thumb\" style=\"border-left-width: 0px; border-right-width: 0px; background-image: none; border-bottom-width: 0px; padding-top: 0px; padding-left: 0px; margin: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-top-width: 0px\" border=\"0\" alt=\"LeberJulius_thumb\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/LeberJulius_thumb_thumb.jpg\" width=\"199\" height=\"244\"><\/a><\/p>\n<p>Dem Nationalsozialismus standen weite Teile des B\u00fcrgertums am Anfang mehrheitlich mit Sympathie, oft sogar mit Begeisterung gegen\u00fcber. Sie lagen durchaus auf Linie mit einem Staat, der an patriotische Gef\u00fchle appellierte, der gegen die politische<\/p>\n<p>Linke vorging. Es war nur eine Minderheit konservativer oder liberal denkender B\u00fcrger, die von Anfang an skeptisch gegen das Regime waren. Sie zeigten ihre Vorbehalte aber nicht offen, hatten sich in die \u201cinnere Emigration\u201d zur\u00fcckgezogen. Der augenscheinliche Erfolg der Nationalsozialisten l\u00e4hmte auch die Regimegegner. Offene Kritik wurde nicht ge\u00fcbt. Nur im Kreise Gleichgesinnter wurden politische Ereignisse und Lebensumst\u00e4nde kritisch kommentiert. Erst allm\u00e4hlich wuchs die moralische Emp\u00f6rung \u00fcber die allt\u00e4gliche Gewalt.In ganz verschiedenen Kreisen der traditionellen Eliten, die von den Nationalsozialisten entmachtet worden waren oder die nach anf\u00e4nglicher Gefolgschaft zur Einsicht in die wahre Natur des Regimes kamen, entstand Unruhe: Zum einen \u00fcber die Radikalisierung der nationalsozialistischen Politik, insbesondere gegen\u00fcber den Juden. Zum andern war es die expansionistische Au\u00dfenpolitik Hitlers, die ganz offensichtlich auf Krieg angelegt war. Nun begannen Mitglieder der traditionellen Elite aus den <\/p>\n<p>verschiedensten Kreisen aus der Verweigerung und Distanz allm\u00e4hlich zum Widerstand \u00fcberzugehen. Es war eine Auseinandersetzung auch um eine Zukunft, die man nicht einem menschenverachtenden Gegner \u00fcberlassen wollte. In mehreren Widerstandskreisen wurde \u00fcber eine Neuordnung nach dem Ende der NS-Herrschaft, die man erhoffte nach gedacht. Durch pers\u00f6nliche Beziehungen einzelner Mitglieder verkn\u00fcpft wurden nun Informationen unter den verschiedenen Gruppen weiter gegeben und man suchte auch Kontakt zum milit\u00e4rischen Widerstand. Es wurde konkret f\u00fcr die Zeit nach Hitler geplant und auf seinen Sturz hingearbeitet.<\/p>\n<p>Der Kreisauer Kreis entstand um 1940 um Helmut James Graf von Moltke und Peter Graf York von Wartenburg. Schon vor dem Krieg hatten sich Gespr\u00e4chskreise von Regimekritikern um die beiden gebildet. Bis Anfang Juni 1941 fanden mehrere Gespr\u00e4chsrunden statt. Daneben suchte man zuverl\u00e4ssige Personen zu gewinnen, die sich an einem systematischen Neuordnungskonzept f\u00fcr Deutschland beteiligen wollten. Man wollte tragf\u00e4hige Entw\u00fcrfe ausarbeiten. Freya von Moltke, die Gattin von Helmut James organisierte<\/p>\n<p>vom 22.-25 Mai 1942 ein erstes Treffen auf Schloss Kreisau, genauer gesagt im \u201cBerghaus\u201d, in dem die Familie von Moltke seit Anfang der 30-iger Jahre lebte, nachdem sie das Herrenhaus, also das Schloss aus wirtschaftlichen Gr\u00fcnden aufgegeben hatte.<\/p>\n<p>Ein zweites Treffen fand vom 16. bis 18. Oktober 1942 statt. Das dritte Treffen fand wieder an Pfingsten statt, vom 12. bis 14. Juni 1943. Die Lage hatte sich stark ge\u00e4ndert. Die 6. Armee hatte in Stalingrad kapituliert. Die Wehrmacht hatte sich von der Linie Don\/Wolgau auf das Donezbecken zur\u00fcckgezogen. Es war offensichtlich geworden, dass der Krieg nicht mehr zu gewinnen war. Die Verbrechen von Wehrmacht und SS in Russland waren den Kreisauern bekannt geworden. Die Ergebnisse der Tagungen waren in mehreren Grundsatzerkl\u00e4rungen festgehalten worden. In der Denkschrift von Moltkes von 1941 \u00fcber \u201eAusgangslage, Ziele und Aufgaben&#8220;,die aus der Beratung im engeren Freundeskreis hervorging, hei\u00dft es da\u00df \u201edas Kriegsende eine Chance zur<\/p>\n<p>g\u00fcnstigen Neugestaltung der Welt bietet, wie die Menschheit sie seit dem Zerfall der mittelalterlichen Kirche noch nicht gehabt hat&#8220;. Die Kreisauer formulierten das Konzept der \u201ckleinen Gemeinschaften\u201d. Jede Form vorstaatlicher Kommunikation genossenschaftlicher Pr\u00e4gung, egal ob es sich um Familie,die Nachbarschaft, Vereine, Studiengruppen, Wohngemeinschaften, Jugendgruppen oder soziale und kulturelle Einrichtungen bis hin zu Gemeinschaftsleistungen wie Feuerwehr oder Kinderg\u00e4rten aber auch Kirchen oder kulturelle und wissenschaftliche Vereinigungen sollten zum Ausgangspunkt der politischen Verfassung gemacht werden. Das sozialpolitische Programm strebte die Sicherung sozialer Grundrechte an, sah eine eingehende Regelung der Arbeitsbedingungen vor, schlo\u00df Mitbestimmung am Arbeitsplatz ebenso ein wie \u00fcberbetriebliche Mitbestimmung. Ebenso sollte das Recht auf Arbeit sichergestellt sein. Das parlamentarische System hatte sich nach Meinung der Kreisauer als untauglich erwiesen.<\/p>\n<p>Die Einwirkung politischer Parteien sollte m\u00f6glichst unterbunden werden. Die au\u00dfenpolitischen Entw\u00fcrfe zielten konsequent auf eine Einigung Europas. Die Kreisauer wollten einen Sturz Hitlers. Deswegen suchte man auch den Kontakt zum Widerstand. Der Sturz aber sollte nicht durch ein Attentat und die T\u00f6tung Hitlers erfolgen, sondern durch dessen Gefangenahme. Die Bestrafung der NS-Verbrechen sollte von einem internationalen Gerichtshof erfolgen.<\/p>\n<p>Der Kreisauer Kreis hatte sich zu einem Zentrum des b\u00fcrgerlichen Widerstandes entwickelt. Er bestand aus mehr als 20 Aktiven und ebenso vielen Sympathisanten. Er umfasste ein breites Spektrum von Sozialdemokraten \u00fcber Konservative sowie Angeh\u00f6rige der beiden gro\u00dfen Konfessionen, die geeint waren von der Gegnerschaft gegen den Nationalsozialismus und dem Willen, eine Neuordnung f\u00fcr Deutschland nach dem Nationalsozialismus zu entwickeln. Da man sich immer wieder in kleinen Gruppen traf, wussten viele der Kreisauer gar nicht, wer alles zum Kreis geh\u00f6rte nur von Moltke und von York hatten die F\u00e4den in der Hand. Sie hatten Kontakte zu allen Teilnehmern und koordinierten die Diskussion der Konzepte. Parallel zu den Gespr\u00e4chen und Tagungen wurde der Kontakt<\/p>\n<p>zu anderen Widerstandsgruppen gesucht. Man hatte Kontakt zum milit\u00e4rischen Widerstand bestanden um Ludwig Beck.Auch zu der Gruppe um Goerdeler gab es Beziehungen, wie zu dem Gewerkschafter Wilhelm Leuschner oder dem Diplomaten Ulrich von Hasell.<\/p>\n<p>Von Moltke und von Trott suchten auch Kontakte zum Widerstand in den besetzten L\u00e4ndern wie Norwegen, D\u00e4nemark und den Niederlanden sowie zu den Alliierten. Ebenso standen die Kreisauer mit kritischen Kirchenm\u00e4nnern wie dem Berliner Bischof Preysing<\/p>\n<p>in Verbindung.<\/p>\n<p>Im Januar 1944 wurde von Moltke von der Gestapo verhaftet, weil er seinen Freund Otto Kiep gewarnt hatte, dass in den Teekreis von Hanne Solf ein Gestapospitzel eingeschleust worden war und deshalb bald Verhaftungen stattfinden w\u00fcrden. Die Gruppe konnte zwar Kontakt zu von Moltke halten, bekam ihn aber nicht frei. Die Arbeit der Gruppe war der Gestapo zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt. Der Kreisauer Kreis reduzierte sich nun zu einer Rumpfgruppe. Einige aus dem Kreis schlossen sich nun der Gruppe um <\/p>\n<p>von Staufenberg an, zu der ja schon vorher Kontakte bestanden. Nach dem gescheiterten Attentat wurden viel verhaftet. Acht wurden zum Tode verurteilt und hingerichtet.<\/p>\n<p>Die wichtigsten Mitglieder waren Helmut James Graf von Moltke und Peter Graf York von Wartenburg, die den Kreis ja gef\u00fchrt hatten. Dann ein Vetter von Moltke Carl Friedrich von Trotha, der Rechts-und Staatswissenschaftler Horst von Einsiedel, Hans Lukaschek,<\/p>\n<p>der P\u00e4dagoge Adolf Reichwein, der SPD-Politiker Carlo Mierendorf, der 1943 bei einem Bombenangriff auf Leipzig ums Leben kam, dessen Freund und ebenfalls SPD-Politiker Theodor Haubach, die&nbsp; Jesuitenpatres Augustin R\u00f6sch und dessen Sekret\u00e4r Lothar K\u00f6nig und&nbsp; Alfred Delp, der sp\u00e4tere CDU-Politiker Eugen Gerstenmaier.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/220px-Schloss_Kreisau_thumb.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"220px-Schloss_Kreisau_thumb\" style=\"border-left-width: 0px; border-right-width: 0px; background-image: none; border-bottom-width: 0px; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-top-width: 0px\" border=\"0\" alt=\"220px-Schloss_Kreisau_thumb\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/220px-Schloss_Kreisau_thumb_thumb.jpg\" width=\"224\" height=\"169\"><\/a><\/p>\n<p align=\"center\">&nbsp;<\/p>\n<p>Helmut James Graf von Moltke wurde am 1907 auf dem Familiengut Kreisau geboren. Sein Gro\u00dfvater Wilhelm von Moltke hatte Kreisau 1891 als Erbe von seinem Bruder, dem preussischen Generalfeldmarschall und Chef des preussischen Generalstabs<\/p>\n<p>Helmuth von Moltke \u00fcbernommen. Er kam 1905 bei einem Unfall mit einer Pferdekutsche ums Leben.nun wurde Helmuth, der Vater von Helmut James Herr \u00fcber Kreisau. Kurz nach dem Tod seines Vaters heiratete Helmuth die S\u00fcdafrikanerin<\/p>\n<p>Dorothy, das einzige Kind von Jessie und Sir James Rose Innes. Sir James war Justizminister von Transvaal und von 1914-1927 Obererster Richter S\u00fcdafrikas. Dorothy hatte eigentlich ihre Ausbildung in Europa fortsetzen wollen. Nun wurde sie Herrin \u00fcber Kreisau<\/p>\n<p>und innerhalb von wenigen Jahren Mutter von 5 Kindern. Als erster Sohn wurde Helmut James am 11. M\u00e4rz 1907 in Kreisau geboren. Nach dem Besuch des Landerziehungsheim Schondorf, in dem wie oben beschrieben auch Christoph Probst Sch\u00fcler war, und dem<\/p>\n<p>Realgymnasium in Potsdam begann er mit dem Studium der Rechtswissenschaften. Noch ein Wort zum Landerziehungsheim. Auf seiner Homepage wird das Erziehungsziel der Einrichtung so beschrieben: \u201cgegenseitige Erziehung zu Hilfsbereitschaft, Gerechtigkeit, Aufrichtigkeit, Engagement und Verantwortung\u201d. Helmut James studierte in Breslau, Heidelberg, Berlin und Wien. In Waldenburg in Niederschlesien (heute Wa\u0142brzych in Polen) lernte er den dortigen Landrat kennen und war ersch\u00fcttert \u00fcber die dortigen Lebensbedingungen. Schlesien war nach dem 1. Weltkrieg zwischen Polen und Deutschland geteilt worden und das Steinkohlerevier von Waldenburg war&nbsp; in den 20-iger Jahren einer der \u00e4rmsten Landstriche Mitteleuropas.Helmut James lie\u00df es nicht bei der Ersch\u00fctterung. Zusammen mit drei Hochschullehrern und zwei Studenten gr\u00fcndete er am 18. September 1927 in Kreisau die L\u00f6wenberger Arbeitsgemeinschaft. Das Ziel war Menschen aller Konfessionen, Generationen und Bev\u00f6lkerungsschichten zur L\u00f6sung der<\/p>\n<p>wirtschaftlichen Probleme zusammen zu bringen. Die Studenten waren neben Heinrich sein Vetter Carl Dietrich von Trotha und Horst von Einsiedel. Alle drei waren dann auch im Kreisauer Kreis im Widerstand aktiv. In den Jahren 1928, 1929 und 1930 fanden drei Arbeitslager statt. Sie waren ein voller Erfolg und wurden national und international stark beachtet. In allen L\u00e4ndern Deutschlands wurden sie nachgeahmt.<\/p>\n<p>Vormittags stand k\u00f6rperliche Arbeit auf dem Programm, nachmittags Vortr\u00e4ge und Gespr\u00e4chsrunden, abends wurden kulturelle Veranstaltungen angeboten. <\/p>\n<p>Der Ausbruch der Weltwirtschaftskrise beendete die T\u00e4tigkeit der L\u00f6wenberger&nbsp; Arbeitsgemeinschaft. Nach der Macht\u00fcbernahme der Nationalsozialisten emigrierte der Rechtshistoriker und Soziologe Eugen Rosenstock-Huessy&nbsp; in die Vereinigten Staaten. Er war<\/p>\n<p>j\u00fcdischer Herkunft und hatte die Zeichen der Zeit erkannt. Er hatte die Freiwilligen Sozialen Arbeitsdienste konzipiert und auch die Arbeitslager der L\u00f6wenberger Arbeitsgemeinschaft durchgef\u00fchrt. Mit seiner Emigration verlor die Arbeitsgemeinschaft ihren f\u00fchrenden Kopf. Walter Hammer, Gr\u00fcnder und Leiter des Arbeitskreises Deutscher Widerstand nannte ihn den \u201eErzvater des Kreisauer Kreises\u201c&nbsp; genannt. Die L\u00f6wenberger Arbeitsgemeinschaft kann sowohl was die personelle Zusammensetzung als auch die weltanschauliche Pr\u00e4gung als Keimzelle des Kreisauer Kreises angesehen werden.<\/p>\n<p>In Berlin hatte Helmut James die \u00f6sterreichische P\u00e4dagogin Eugenie Schwarzwald kennengelernt, die zusammen mit ihrem Mann das Schwarzwald\u2019sche Wohlfahrtswerk in Wien gegr\u00fcndet. Auf ihre Einladung war er auch in ihrer Villa am Grundlsee im Salzkammergut. Er war so angetan, dass er zwei Semester in Wien studierte, um vom Schwarzwaldkreis profitieren zu k\u00f6nnen. Am Grundlsee war auch Carl Deichmann zu Gast, Sohn des K\u00f6lner Bankiers Carl Theodor Deichmann. Carl und Helmut James kannten sich von einem gemeinsamen Schuljahr im Internat Schondorf. Carls Schwester Frey besuchte ihren Bruder am Grundlsee und lernte dort 1929 Helmut James kennen. Sie verliebte sich in ihn \u201cIch sah ihn und mein Herz stand still\u201d (zitiert in Freya von Moltke, Ein Jahrhundertleben 1911- 2010, M\u00fcnchen 2011, S. 36). Die Deichmanns z\u00e4hlten zu den reichsten K\u00f6lner Familien.Allerdings musste das Bankhaus Deichmann am 24. September 1931 bedingt durch die allgemeine Wirtschaftskrise Konkurs wegen Zahlungsunf\u00e4higkeit anmelden. Carl Theodor Deichmann verlor sein gesamtes Verm\u00f6gen.<\/p>\n<p>1929 \u00fcbernahm&nbsp; Heinrich James das verschuldete Familiengut, das ebenfalls schwer unter der Wirtschaftskrise litt. Er begann den Betrieb, auf dem etwa 60 Menschen besch\u00e4ftigt waren, zu sanieren. 1930 war Freya zum ersten Mal in Schlesien.<\/p>\n<p>Die wirtschaftliche Lage von Kreisau besserte sich. Im Oktober 1931 heirateten Freya und Helmut James, \u201carm\u201d wie Freya betonte. Aus der Ehe gingen zwei S\u00f6hne hervor. Helmut James ging zur Fortsetzung seiner Ausbildung nach Berlin. Er arbeitete dort als Referendar. Freya, die ebenfalls Jura studierte, setzte ihr Studium fort, das sie mit der Promotion abschloss. 1934 bestand Helmut James sein Assessorexamen. Allerdings waren jetzt schon die Nazis an der Macht. Er verzichtete auf die Richterlaufbahn, da er sonst in die NSDAP h\u00e4tte eintreten m\u00fcssen. Er arbeitete zun\u00e4chst in der Kanzlei f\u00fcr internationales Privatrecht von Karl von Lewinski. Hier befasste er sich vor allem mit den Problem von Juden, die von den Folgen der nationalsozialistischen Judenpolitik und Gesetzgebung betroffen waren. Von 1938-1935 arbeitete er in der Kanzlei von Paul Leverk\u00fchn und von 1941 bis zu seiner Verhaftung&nbsp; in der Kanzlei von Friedrich Carl Sarre und Eduard W\u00e4tjen. Von 1935 bis 1938 hielt er sich regelm\u00e4\u00dfig in Gro\u00dfbritannien auf, wo er ebenfalls Jura studierte. 1938 legte er dort seine letzten Examina ab und wurde damit Barrister, das ist englischer Rechtsanwalt. Imselben Jahr lernte er auf einem Familienfest in Breslau Peter Graf Yorck von Wartenburg kennen, mit dem er weitl\u00e4ufig verwandt war. Kurz nach Beginn des Krieges wurde er zum Kriegsverwaltungsrat ernannt. Er war nun als Sachverst\u00e4ndiger f\u00fcr Kriegs- und V\u00f6lkerrecht im Amt Ausland\/Abwehr des Oberkommandos der Wehrmacht t\u00e4tig. Seine Stellung n\u00fctzte er zum individuellen Widerstand gegen das NS-Regime. Er unterst\u00fctzte die Flucht von Verfolgte und verhinderte Geiselerschie\u00dfungen. Zu seinem Aufgabenbereich z\u00e4hlte vor allem die Erstellung von Gutachten in Fragen des Kriegsv\u00f6lkerrechts. Er hoffte damit humanit\u00e4r auf das milit\u00e4rische Geschehen einwirken zu k\u00f6nnen. Seine Dienstreisen ins Ausland nutzte er, um Verbindungen des Widerstands ins Ausland zu kn\u00fcpfen und zu festigen. Im Innern suchte er Kontakte zu Regimegegnern. So intensivierte er seine Bekanntschaft mit Wartenburg. Mit ihm zusammen hatte er einen Gespr\u00e4chskreis installiert, den die Gestapo bei ihren Ermittlungen \u201cKreisauer Kreis\u201d nannte. (s.o.). Er nahm auch Kontakt zu Generaloberst a.D. Ludwig Beck sowie zu dessen Nachfolger General Franz Halder, aber auch zu&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Angeh\u00f6rigen des zivilen Widerstands wie&nbsp; Carl Friedrich Goerdeler auf. 1943 erfuhren Mitglieder des Kreisauer Kreis von Attentatspl\u00e4nen der Offiziersgruppe um Friedrich Olbricht und Claus Schenk Graf von Stauffenberg. Er selbst begann in dieser Sache auch anders zu denken, nachdem immer mehr von den Verbrechen der Nazis bekannt geworden war. Bisher hatte er die Ablehnung vor allem ethisch-religi\u00f6s begr\u00fcndet. Au\u00dferdem sah er die Gefahr, dass eine neue Dolchsto\u00dflegende gebildet werden k\u00f6nnte. Wie oben erw\u00e4hnt wurde er im Januar 1944 von der Gestapo verhaftet. Im Februar kam er ins KZ Ravensbr\u00fcck. Ein Urteil war noch nicht vorgesehen, sondern nur eine Strafversetzung &#8222;pflichtvergessener Beamter&#8220;. Seine Frau konnte ihn besuchen. Er trug Zivilkleidung und bekam Akten aus dem Amt zur Bearbeitung \u00fcberbracht. Nach dem Attentat vom 20. Juli \u00e4nderte sich das grundlegend.Er wurde von der Gestapo im Zusammenhang&nbsp; mit dem Attentat vernommen ohne dass die Gestapo bereits N\u00e4heres \u00fcber seine Kenntnisse wusste. Ein Gnadengesuch seiner Frau an Himmler wurde abgelehnt. Im Januar 1945 wurde er vor dem Volksgerichtshof angeklagt. Unter Vorsitz von Roland Freisler wurde er zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde am 23. Januar 1945 vollstreckt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"undefined\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/1\/10\/Bundesarchiv_Bild_151-02-12_detail_Peter_Graf_Yorck_von_Wartenburg.jpg\"><\/p>\n<p>Peter Graf Yorck von Wartenburg wurde am 13. November 1904 als 5. von insgesamt 10 Kindern geboren. Sein Vater war der schlesische Landrat Heinrich&nbsp; Graf Yorck von Wartenburg . Sein Ururgro\u00dfvater hatte in den franz\u00f6sischen Befreiungskriegen eigenverantwortlich ein Neutralit\u00e4tsabkommen mit Russland abgeschlossen, die Konvention von Tauroggen und so den Kriegen eine entscheidende Wende gegeben. Der Familienstammsitz war Klein-\u00d6ls (heute Olesnica Ml., Polen).<\/p>\n<p>Heinrich&nbsp; Graf Yorck von Wartenburg verf\u00fcgte \u00fcber eine profunde humanistische Bildung und vermittelte dies auch an seine Kinder.Seine Mutter, Sophie Gr\u00e4fin Yorck von Wartenburg, war eine geborene Freiin von Berlichingen und eine Nachfahrin von G\u00f6tz von Berlichingen.&nbsp; Peter wurde bis zu seinem 16. Lebensjahr ausschlie\u00dflich von Hauslehrern unterrichtet. Im Oktober 1920 trat er in die evangelische humanistische Klosterschule in Ro\u00dfleben ein, die vor ihm schon sein \u00e4lterer Bruder Paul besucht hatte. Das ist eine Schule mit langer Tradition. 1554 war die Schule gestiftet worden und mit der Schulgr\u00fcndung war Georg Fabricius, ein Sch\u00fcler Melanchthons, beauftragt worden. Nach der Machtergreifung der Nazis schaffte es der damalige Erbadministrator Wolf-Dietrich von Witzleben, die Umwandlung der Klosterschule in eine Napola zu verhindern. Die Schule muss schon von einem besonderen Geist gepr\u00e4gt gewesen zu sein, denn viele ehemalige Klostersch\u00fcler schlossen sich dem Widerstand gegen das NS-Regime an. <\/p>\n<p>6 von ihnen sowie ein Mitglied der Stifterfamilie, der General Erwin von Witzleben, wurden hingerichtet. Neben Peter Graf Yorck von Wartenburg waren das Ulrich Wilhelm Graf Schwerin von Schwanenfeld, Egbert Hayessen, Wolf-Heinrich Graf von Helldorff und Heinrich Graf von Lehndorff-Steinort sowie Nikolaus Christoph von Halem. Eine besondere Freundschaft verband ihn mit Graf von Schwerin und von Kessel.<\/p>\n<p>Am 23. Februar 1923 verstarb sein Vater. Zwei Monate sp\u00e4ter machte Peter sein Abitur in Rossleben. In Bonn begann er das Studium der Rechts-und Staatswissenschaften. Er schloss sich damit der Familientradition an. Denn schon sein Vater hatte wie dann auch sein \u00e4lterer Bruder Paul in Bonn Jura studiert und beide geh\u00f6rten der schlagenden Studentenverbindung Corps Borussia an. Bis nach dem Ende des 2.Weltkriegs stammten praktisch alle Corpsstudenten des Corps Borussia aus dem preussischen oder norddeutschen Adel.<\/p>\n<p>Der Dachverband, der K\u00f6sener Senioren-Convents-Verband (KSCV) hatte bereits 1933 auf Druck der Nationalsozialisten seine Satzung so ge\u00e4ndert, dass alle Zugeh\u00f6rigen Corps gezwungen waren, Mitglieder mit j\u00fcdischer Abstammung oder mit j\u00fcdischen Ehefrauen aus dem Corpsverband auszuschlie\u00dfen. Der Ausschuss des aktiven Corps sowie der AH-Verband lehnte dies 1934 kategorisch ab. Als das Corps im September 1935 eine letzte Frist bis 15. Oktober 1935 gesetzt bekam, den Ausschluss der j\u00fcdischen Mitglieder zu vollziehen, legte der AH-Vorsitzende den Betroffenen nahe, die Bandniederlegung \u201cfreiwillig\u201d zu vollziehen. Paul Yorck von Wartenburg wandte sich vehement dagegen, dass eine freiwillige Bandniederlegung auch nur erwogen wurde. Er erkl\u00e4rte seinen Austritt aus dem AH-Verband und verlie\u00df die Versammlung. Darauf fasste der AH-Verband, den einstimmigen Beschluss, den AH-Verein aufzul\u00f6sen. Das aktive Corps schloss sich dem an. Das hatte zur Folge, dass der Ausschluss j\u00fcdischer Mitglieder nie beschlossen wurde.<\/p>\n<p>Peter studierte drei Semester in Bonn. Ab Oktober studierte er drei weitere Semester in Breslau. Am 14. Oktober 1926 machte er in Breslau das Referendarexamen. Sein Referendariat absolvierte er an den Amtsgerichten Wansen (heute Wi\u0105z\u00f3w) und Brieg (heute<\/p>\n<p>Brzeg) Im Oktober 1927 schrieb er seine juristische Promotion in Breslau. An der Uni Breslau hatte er auch Kontakte zu den Professoren Eugen Rosenstock, Gerhard Schultze-Gaevernitz und Hans Peters. Sie gr\u00fcndetet die L\u00f6wenberger Arbeitsgemeinschaft. Vom 14. M\u00e4rz bis 1. April 1928 fand das erste L\u00f6wenberger Arbeitslager statt. Peter arbeitete an diesem und den&nbsp; beiden weiteren mit (siehe auch Moltke).Hans Peters geh\u00f6rte ab 1940 dem Kreisauer Kreis an. Dort wirkte er als Fachmann f\u00fcr Kultur- und Hochschulfragen.Er hielt auch Kontakt zum Berliner Bischof Konrad Graf von Preysing.<\/p>\n<p>Im April 1928 lernte er Marion Winter kennen, auch sie ist promovierte Juristin. Am 31. Mai 1930 heirateten die beiden in Berlin. Zwei Tage vorher hatte Peter sein Assessorexamen erfolgreich abgelegt. Seine restliche Referendariatszeit leistete er in Wansen ab.Dann arbeitete er in Berlin der Anwaltskanzlei Dr. A.Lindgens. Ab dem 1. Oktober 1931 arbeitete er als Gerichtsassessor im Landgericht Oppeln (heute Opole) Im April 1932 erhielt er eine Anstellung bei der Osthilfe, von 1926-1937 ein agrarpolitisches Unterst\u00fctzungsprogramm der Reichsregierung und der preussischen Regierung f\u00fcr die \u00f6stlichen preussischen Provinzen. Am 1. April 1932 wurde er verbeamtet. Der Machtwechsel beeinflusste nat\u00fcrlich auch seine weitere Laufbahn. Die nationalsozialistische Ideologie lehnte er von Beginn an ab. Er lehnte auch einen Eintritt in die NSDAP ab. Er absolvierte den halbj\u00e4hrigen Arbeitsdienst, was als Ersatz f\u00fcr die Parteimitgliedschaft galt. Nur so konnte er eine Anstellung als Assessor erhalten. Er wurde Bearbeiter f\u00fcr Landwirtschafts-und Preisfragen. Sein Vorgesetzter wurde Josef Wagner. Er hatte, bis er 1941 einer Intrige zum Opfer fiel, einen gro\u00dfen Einfluss in der Verwaltung und Reichspolitik. Er erfreute sich der besonderen Gunst Hitlers. 1928 war er zum Gauleiter des Gaues Westfalen ernannt worden. Von 1928 \u20131930 geh\u00f6rte er als einer von 12 Abgeordneten zu den ersten Reichstagsabgeordneten der NSDAP. 1935 wurde er von Hitler zus\u00e4tzlich zum westf\u00e4lischen Gauleiter auch zum Gauleiter von Schlesien ernannt. 1935 wurde er au\u00dferdem Oberpr\u00e4sident f\u00fcr die Provinz Niederpreussen. Am 29. Oktober 1930 wurde er zum Reichskommissar f\u00fcr Preisbildung ernannt. Die neue Beh\u00f6rde wurde in Berlin aufgebaut und Wagner nahm seinen Mitarbeiter Peter Graf Yorck mit nach Berlin.<\/p>\n<p>Nach den Novemberpogromen&nbsp; gr\u00fcndete er 1938 mit Fritz-Dietlof von der Schulenburg und Ulrich Wilhelm Graf Schwerin von Schwanenfeld einen Gespr\u00e4chskreis \u00fcber die Grunds\u00e4tze einer Reichsverfassung nach dem Ende der Herrschaft des Nationalsozialismus.<\/p>\n<p>Zu Beginn des Krieges war er Leutnant in der Funktion des Adjutanten eines Panzerregiments eingesetzt. Wegen eines Bandscheibenschadens war er nicht frontverwendungsf\u00e4hig. Er arbeitete dann im Wirtschaftsstab Ost, einer der gr\u00f6\u00dften wirtschaftlichen Beh\u00f6rden des Deutschen Reiches im Nationalsozialismus. <\/p>\n<p>Nach dem Attentat vom 20. Juli 1944 wurde er am selben Tag im Bendlerblock verhaftet. Am 8. August 1944 wurde er durch den Volksgerichtshof unter Vorsitz von Reinhold Freisler zum Tode verurteilt und noch am 8. August auf ausdr\u00fccklichen Befehl von Hitler erh\u00e4ngt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/2\/2e\/Adam_von_Trott_Referendar.jpg\/250px-Adam_von_Trott_Referendar.jpg\" width=\"190\" height=\"275\"><\/p>\n<p>Friedrich Adam von zu Solz ist am 9.August 1909 in Potsdam geboren. Seit 1915 besuchte er die Vorschule des K\u00f6niglichen Franz\u00f6sischen Gymnasiums am Berliner Reichstagsufer 6. <\/p>\n<p>Als seine Familien nach Kassel zog, kam er auf das dortige Wilhelmsgymnasium.<\/p>\n<p>Im April 1922 bis zu seinem Abitur&nbsp; besuchte er das St\u00e4dtische Gymnasium in Hannoversch M\u00fcnden und wohnte im Alumnat des Klosters Loccum.<\/p>\n<p>Der Familientradition folgend studierte er Rechtswissenschaften nach einem ersten Semester in M\u00fcnchen wechselte er an&nbsp; an die Georg-August-Universit\u00e4t G\u00f6ttingen.<\/p>\n<p>Ein wichtiges Ereignis war f\u00fcr ihn&nbsp; als 19-j\u00e4hriger ein mehrw\u00f6chiger privater Aufenthalt in Genf. <\/p>\n<p>Am Sitz des V\u00f6lkerbunds und zahlreicher anderer internationaler Organisationen konnte er M\u00f6glichkeiten internationaler Zusammenarbeit und weltweiter Bem\u00fchungen um Frieden beobachten.<\/p>\n<p>Das beeinflusste seine politischen Ziele f\u00fcr die Zukunft.<\/p>\n<p>1929 erfolgte sein erster Aufenthalt in England. <\/p>\n<p>Dem folgte ein Gasttrimester am Mansfield College in Oxford.<\/p>\n<p>In der britischen Labour-Bewegung fand er ein gro\u00dfes Vorbild.<\/p>\n<p>Nach seiner R\u00fcckkehr aus England setzte er sein sein Jurastudium in Berlin an der Friedrich-Wilhelms-Universit\u00e4t fort. <\/p>\n<p>Die soziale Not, Die wachsende Arbeitslosigkeit vor allem bedingt durch die Weltwirtschaftskrise beunruhigten ihn.<\/p>\n<p>Um sich besser auf sein Examen konzentrieren zu k\u00f6nnen, kehrte er zum Sommersemester 1930 nach G\u00f6ttingen zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Im Dezember 1930 bestand Adam von Trott sein juristisches Referendarexamen und promovierte ein halbes Jahr sp\u00e4ter mit einer Dissertation \u00fcber Hegels Staatsphilosophie und das internationale Recht an der Universit\u00e4t G\u00f6ttingen. <\/p>\n<p>Gleich nach dem Staatsexamen begann er seinen Referendardienst am Amtsgericht in Nentershausen bei Bebra.<\/p>\n<p>Noch w\u00e4hrend seiner Examenszeit hatte er sich um ein Rhodes-Stipendium, das ist ein Stipendium f\u00fcr ein Studium&nbsp; an der Universit\u00e4t Oxford.<\/p>\n<p>Nachdem er eine Zusage erhalten hatte, unterbrach er sein Refenderiat und wurde&nbsp; f\u00fcr ein zweij\u00e4hriges Zusatzstudium in England beurlaubt. <\/p>\n<p>Nach seinem Examen in Oxford kehrte er in ein politisch v\u00f6llig ver\u00e4nderten Deutschland zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Er setzte seine Referendarausbildung am Amtsgericht Rotenburg an der Fulda, am Landgericht Hanau und bei der Staatsanwaltschaft in Kassel fort.<\/p>\n<p>F\u00fcr das obligatorische Anwaltspraktikum w\u00e4hlte er eine von j\u00fcdischen Anw\u00e4lten gef\u00fchrte Kanzlei in Berlin. <\/p>\n<p>Trotz erheblichen Drucks passte er sich nicht an das neue Regime an. Das wurde im Schulungszeugnis vermerkt und er&nbsp; wurde auch nicht als Regierungsreferendar \u00fcbernommen. Seine Zulassung zum Assessorexamen war lange Zeit gef\u00e4hrdet. <\/p>\n<p>Und trotz des Drucks kn\u00fcpfte er Kontakte zu Regimegegnern jeglicher Couleur. Diese reichten von Konservativen \u00fcber sozialistische und kommunistische Untergrundk\u00e4mpfern, die er auch aktiv unterst\u00fctzte.<\/p>\n<p>Seinen j\u00fcdischen Freundeskreis gab er nicht auf sondern gewann neu j\u00fcdische Freunde dazu.<\/p>\n<p>Rassisch und politisch Verfolgten half er auf vielfache Weise und scheute dabei auch pers\u00f6nliche Risiken nicht.<\/p>\n<p>Im Oktober 1936 bestand er sein Assessorexamen.<\/p>\n<p>Er wollte nicht emigrieren. Er stand aber unter erheblichem politischen Druck. <\/p>\n<p>Er beantragte auch deshalb bei bei der britischen Rhodes-Stiftung, das ihm noch zustehende dritte Stipendienjahr in Peking verbringen zu d\u00fcrfen. <\/p>\n<p>Er verkn\u00fcpfte das mit der Absicht, in China Material f\u00fcr eine Habilitationsschrift \u00fcber den chinesischen Souver\u00e4nit\u00e4tsbegriff zu sammeln. Seinem Antrag wurde stattgegeben.<\/p>\n<p>Im Fr\u00fchjahr 1937 reiste er in die USA, wo er sich mehrere Monate auf seinen Forschungsaufenthalt in China vorbereitete.<\/p>\n<p>Bei seiner Ankunft geriet er in den \u201c. Japanisch-Chinesischen Krieg, der 1937 begann und erst am 9. September 1945 mit der Kapitulation der japanischen Einheiten in China endete.<\/p>\n<p>Trotz der widrigen Umst\u00e4nde harrte er in China aus und versuchte, seine Studien in Peking weiter zu betreiben.<\/p>\n<p>Sein Aufenthalt in USA und Asien erweiterte seinen politischen Horizont.<\/p>\n<p>Am 27. Oktober 1938 verstarb sein Vater in Imshausen.<\/p>\n<p>Friedrich Adam kehrte deshalb vorzeitig nach Deutschland zur\u00fcck. Er suchte dort aber vergeblich einen Arbeitsplatz ohne der NSDAP beitreten zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Hitlers Expansionskurs, den er als h\u00f6chst gef\u00e4hrlich einsch\u00e4tzte, brachte ihn zu einer politischen Initiative. Er reiste im Juli 1939 nach London. Er konnte dort ein Gespr\u00e4ch mit<\/p>\n<p>dem britischen Au\u00dfenminister Lord Halifax f\u00fchren. Dieser vermittelte ein Treffen&nbsp; mit&nbsp; Premierminister Neville Chamberlain. Von Trott warne ausf\u00fchrlich vor Hitler, allerdings erfolglos.<\/p>\n<p>Das Institute of Pacific Relations (IPR<em>)<\/em> in New York wollte von Trott als wissenschaftlichen Mitarbeiter gewinnen. Den Direktor des IPR Edward C. Carter hatte er bei seinem USA-Aufenthalt kennen gelernt.<\/p>\n<p>Nach seiner R\u00fcckkehr aus China hatte sich von Trott der deutschen Widerstandsbewegung, die im Entstehen war, angeschlossen.<\/p>\n<p>Er geh\u00f6rte auch dem Kreisauer Kreis an.<\/p>\n<p>Ungeachtet des hohen Risikos bem\u00fchte sich Trott in den USA aktiv, die Ziele und Probleme der deutschen Umsturzbewegung&nbsp; bekannt zu machen.<\/p>\n<p>Seine Staatsstreichpl\u00e4ne beriet er in den USA mit kundigen deutschen Exilanten.<\/p>\n<p>Er kehrte nach Deutschland zur\u00fcck trotz der eindringlichen Warnungen seiner britischen und amerikanischen Freunde.<\/p>\n<p>1940 war er zur\u00fcck in Berlin und&nbsp; nahm ein Angebot des Ausw\u00e4rtigen Amtes an als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Informationsabteilung. <\/p>\n<p>Entgegen seiner vertraglich zugesicherten \u201cgutachtlichen T\u00e4tigkeit&nbsp; in Fragen des Fernen Ostens und der Vereinigten Staaten\u201c setze man ihn Referatsleiter f\u00fcr <\/p>\n<p>Propaganda und Gegenpropaganda in Gro\u00dfbritannien, den USA und dem Fernen Osten ein.<\/p>\n<p>Das behagte ihm zwar \u00fcberhaupt nicht, aber diese Stelle war eine geeignete Basis f\u00fcr seine Arbeit im Widerstand.<\/p>\n<p>So standen ihm vielf\u00e4ltige und unverd\u00e4chtige Informationsquellen und Kontaktm\u00f6glichkeiten zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>Zur Tarnung trat er Ende Juni 1940 der NSDAP bei.<\/p>\n<p>Er wurde erst zum 1. Juli 1941 als Wissenschaftlicher Hilfsarbeiter in ein unbefristetes Angestelltenverh\u00e4ltnis \u00fcbernommen.<\/p>\n<p>Er konnte die ungeliebte Zust\u00e4ndigkeit f\u00fcr Gro\u00dfbritannien abgeben und&nbsp; nach der Kriegserkl\u00e4rung Deutschlands an die USA am 11. Dezember 1941 auch die f\u00fcr die USA.<\/p>\n<p>Er hatte schon seit seiner R\u00fcckkehr aus China ein dichtes Netz von Widerstandskontakten von Zivilisten und Milit\u00e4rs gekn\u00fcpft.<\/p>\n<p>Seine T\u00e4tigkeit im Ausw\u00e4rtigen Dienst nutzte er auch zu internationalen Kontakten.<\/p>\n<p>Zwischen 1940 und 1944 konnte er elf Dienstreisen in die Schweiz, vier nach Schweden und eine in die T\u00fcrkei. <\/p>\n<p>In der Schweiz fand er Unterst\u00fctzung von Willem Adolf Visser \u2019t Hooft,&nbsp; der ab 1948 Generalsekret\u00e4r des neugegr\u00fcndeten \u00d6kumenischen Rat der Kirchen war.<\/p>\n<p>Er unterst\u00fctzte die Bekennende Kirche in Deutschland.<\/p>\n<p>Im Mai 1942&nbsp; nahm Visser\u2019t Hooft&nbsp; eine Denkschrift des Widerstands nach London mit. \u00dcber Trotts britischen Freund Stafford Cripps gelangte dies an Winsaton Churchill.<\/p>\n<p>Sie wurde allerdings gem\u00e4\u00df seiner Direktive des \u201ev\u00f6lligen Stillschweigens\u201c (\u201eAbsolute Silence\u201c) gegen\u00fcber allen Kontaktversuchen aus Deutschland nicht beantworte<\/p>\n<p>1944 traf sich&nbsp; Visser\u2019t Hooft&nbsp; mehrmals mit Vertretern von Widerstandsgruppen aus neun europ\u00e4ischen L\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Bei seiner letzten Schwedenreise traf Trott im Juni 1944 den jungen Willy Brandt in Stockholm und informierte ihn \u00fcber den bevorstehenden Umsturz und bat ihn, \u201esich der neuen Regierung zur Verf\u00fcgung zu stellen\u201c.<\/p>\n<p>Er reiste auch in die besetzten Niederlande und riskierte dort vier Treffen mit niederl\u00e4ndischen Widerstandsk\u00e4mpfern.<\/p>\n<p>Am 19. Juli 1944 besuchte Claus Graf Schenk von Stauffenberg Trott in seiner Wohnung in Berlin-Dahlem.<\/p>\n<p>Die beiden waren befreundet und Trott geh\u00f6rte mit dem Sozialdemokraten Julius Leber zu den engsten zivilen Mitarbeitern Stauffenbergs.<\/p>\n<p>Trott best\u00e4rkte ihn bei dem Besuch,&nbsp; das geplante Attentat am 20. Juli 1944 durchzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Nach dem gescheiterten Attentat wurde von Trott am 25. Juli 1944 verhaftet.<\/p>\n<p>Eine m\u00f6gliche Flucht hatte er abgelehnt, weil er f\u00fcrchtete, dass sonst Rache an seiner Familie genommen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Am 15. August 1944 wurde unter Vorsitz von Roland Freisler wegen Hoch-und Landesverrat zum Tode verurteilt.<\/p>\n<p>Das Urteil wurde am 26. August 1944 vollstreckt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/9\/94\/Reich-foto-0063.jpg\/250px-Reich-foto-0063.jpg\" width=\"190\" height=\"270\"><\/p>\n<p>Adolf Reichwein wurde am 3. Oktober 1898 in Ems geboren.<\/p>\n<p>Er wurde im November 1616 als Kriegsfreiwilliger eingezogen. 1917 bestand er als Externer am Realgymnasium in Friedberg das Abitur.<\/p>\n<p>Ende 1917 wurde er bei Cambrai schwer verwundet. Er kam in ein Lazarett in Frankfurt.<\/p>\n<p>Noch als Genesender begann er ein Studium in Frankfurt. <\/p>\n<p>1920 wechselte er nach Marburg, wo Friedrich Wilhelm Wolters sein Lehrer wurde. Dieser geh\u00f6rte zu den zentralen Figuren des George Kreis.<\/p>\n<p>In den 1920-er Jahren war er in Berlin und in Th\u00fcringen in der Erwachsenenbildung t\u00e4tig.<\/p>\n<p>Von 1930 bis 1933 war er Professor an der neu gegr\u00fcndeten P\u00e4dagogischen Akademie Halle (Saale)<\/p>\n<p>Nach der \u201cMachtergreifung\u201d wurde er 1933 aus politischen Gr\u00fcnden entlassen.<\/p>\n<p>Er hatte dann eine Stelle als Volksschullehrer an der Ein-Klassenschule in Tiefensee, wo er bis 1938 vielbeachtete Unterrichtsversuche im Sinne der Reformp\u00e4dagogik durchf\u00fchrte.<\/p>\n<p>Ab 1939 war er am Staatlichen Museum f\u00fcr deutsche Volkskunde in Berlin museumsp\u00e4dagogisch und als regelm\u00e4\u00dfiger Autor f\u00fcr die Wochenzeitschrift Deutsche Zukunft t\u00e4tig<em>.<\/em><\/p>\n<p>Er geh\u00f6rte dem Kreisauer Kreis an . <\/p>\n<p>Im Falle eines erfolgreichen Umsturzes war er als Kultusminister vorgesehen.<\/p>\n<p>Am 22. Juli 1944 trafen er und Julius Leber sich mit Mitgliedern der Saefkow-Jacob-B\u00e4stlein-Organisation, eine Widerstandsgruppe der KPD.<\/p>\n<p>Darunter befand sich auch Ernst Rambow, ein KPD-Funktion\u00e4r, der seit 1940 f\u00fcr die Gestapo arbeitete. Er verriet Leber und Reichwein.<\/p>\n<p>Beide wurden auf dem Weg zu einem weiteren Treffen der Organisation von der Gestapo verhaftet.<\/p>\n<p>Nach einem Prozess am Volksgerichthof unter Roland Freisler wurde Reichwein am 20. Oktober 1944 hingerichtet.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/stolpersteine.hauseichkamp.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/haubach_theodor_750px-228x300.jpg\" width=\"228\" height=\"300\"><\/p>\n<p>Theodor Haubach wurde am 15. September 1896 in Frankfurt geboren.<\/p>\n<p>Sein Vater, Emil Haubach, verstarb am 17.10. 1896.also nur ein Monat nach Theodors Geburt.<\/p>\n<p>Seine Mutter Emilie entstammte einer j\u00fcdischen Familie.<\/p>\n<p>Theodor besuchte das Ludwig-Georg-Gymnasium in Darmstadt.<\/p>\n<p>Einer seiner Mitsch\u00fcler dort war Carlo Mierendorf , mit dem er bis zu dessen Tod eng befreundet blieb.<\/p>\n<p>1914 meldete er sich freiwillig.<\/p>\n<p>Er wurde mehrfach verwundet.<\/p>\n<p>Nach dem Krieg arbeitete er im Arbeiter- und Soldatenrat in Butzbach mit.<\/p>\n<p>Er begann auch bereits mit dem Schreiben von Zeitungs- und Zeitschriftenartikeln. <\/p>\n<p>Er arbeitete an der 1919 von Carlo Mierendorf gegr\u00fcndeten politischen Zeitschrift das Tribunal mit.<\/p>\n<p>Von 1919 bis 1923 studierte er&nbsp; in Heidelberg, M\u00fcnchen und Frankfurt Philosophie, Soziologie und Wirtschaft.<\/p>\n<p>In Heidelberg entwickelten sich auch pers\u00f6nlich Beziehungen zu seinem Professor Karl Jaspers, die bis in die Zeit des Widerstandes gegen den Nationalsozialismus gepflegt wurden.<\/p>\n<p>Mit seiner Arbeit \u201cVersuch einer Ph\u00e4nomenologie des aesthetischen Bewusstseins im Grundriss\u201d wurde er 1923 bei Jaspers promoviert.<\/p>\n<p>1922 trat er in die SPD ein. Sein Freund Carlo Mierendorf war schon seit 1920 bei der SPD.<\/p>\n<p>1923 kam er nach Hamburg und war dort Assistent am &#8222;Institut f\u00fcr ausw\u00e4rtige Politik&#8220;.<\/p>\n<p>1923 siedelte er nach Hamburg \u00fcber.<\/p>\n<p>1924 war im ReichsbannerSchwarz-Rot-Gold Vorstandsmitglied im Gau Hamburg-Bremen-Nordhannover, sp\u00e4ter Vorsitzender des Reichsbanners Hamburg.<\/p>\n<p>Er war als Redner im Gau und auf Reichsebene t\u00e4tig.<\/p>\n<p>1924 wurde er als Redakteur beim Hamburger Echo angestellt. Dort traf er mit mit Gustav Dahrendorf zusammen, der ebenfalls beim Hamburger Echo t\u00e4tig war.<\/p>\n<p>Gustav Dahrendorf ist der Vater des deutsch-britischen Soziologen Ralf Gustav Dahrendorf.<\/p>\n<p>1924 gr\u00fcndete er mit Gustav Dahrendorf , Adolf Vagts und Egon Bandmann, alle von der SPD sowie Hans Robinsohn, Ernst Strassmann und Heinrich Landal (alle DDP)&nbsp; den \u201cKlub vom 3. Oktober\u201d.<\/p>\n<p>Ziel war der gemeinsame Kampf gegen die Feinde der Weimarer Republik. Die Gr\u00fcndung des Klubs war sehr ungeschminkt mit dem&nbsp; Versagen der \u201cLinksparteien begr\u00fcndet worden.<\/p>\n<p>Von 1927 bis 1929 war er Abgeordneter der B\u00fcrgerschaft Hamburg.<\/p>\n<p>Ende 1929 wechselte Haubach ans Innenministerium nach Berlin. Der sozialdemokratische Innenminister Carl Severing (Von 1928-1930 Innenminister im 2. Kabinett von Hermann M\u00fcller) berief ihn als Pressereferent an sein Ministerium.<\/p>\n<p>Die Regierung M\u00fcller trat aber schon am 27. M\u00e4rz 1930 zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Den Sitz im Reichstag bei der Reichstagswahl 1930 verpasste er knapp.<\/p>\n<p>Carl Severing wurde am am 21. Oktober 1930 erneut preu\u00dfischer Innenminister.Eine seiner ersten Amtshandlungen war den Berliner Polizeipr\u00e4sidenten Albert Grzesinski, der sein Amt wegen einer privaten Aff\u00e4re aufgeben hatte m\u00fcssen, zur\u00fcckzuholen.<\/p>\n<p>Haubach wurde Pressereferent beim Berliner Polizeipr\u00e4sidium.<\/p>\n<p>Mit dem \u201cPreussenschlag\u201d vom 20. Juli 1932 wurde mit einer Notverordnung des Reichspr\u00e4sidenten Paul von Hindenburg die legale Regierung des Freistaates Preussen durch den Reichskanzler Franz von Papen als Reichskommissar ersetzt. <\/p>\n<p>Sowohl Severing als Haubach verloren ihre \u00c4mter.<\/p>\n<p>Schon kurz nach der \u201cMachtergreifung\u201d am 30. Januar 1933 begann die Verfolgung Haubachs durch die Nationalsozialisten<\/p>\n<p>1933\/1934 baute er mit Karl Heinrich, einem hessischen Polizeioffiziers und eines sozialdemokratischen Aktivisten eine haupts\u00e4chlich aus Reichsbannermitgliedern bestehende sozialdemokratische Untergrundorganisation auf.<\/p>\n<p>1934 wurde er verhaftet und war bis 1936 im KZ Esterwegen im Emsland.<\/p>\n<p>Dort hatte er Julius Leber kennen gelernt.<\/p>\n<p>Nach seiner Haftentlassung erhielt er Arbeit in der Papierfabrik seines Studienkollegen Viktor Bausch.<\/p>\n<p>Unmittelbar nach Kriegsbeginn wurde er wie mehr als 70 f\u00fchrende Vertreter der zerschlagenen Oppositionsparteien und insbesondere Gewerkschafter im Rahmen der Kriegssonderaktion<\/p>\n<p>verhaftet.<\/p>\n<p>1943 stie\u00dfen er und Carlo Mierendorf durch Vermittlung von von Adolf Reichwein zum Kreisauer Kreis.<\/p>\n<p>Im Februar 1944 kam Carlo Mierendorf bei einem Bombenangriff in Leipzig ums Leben.<\/p>\n<p>Seine Beerdigung war Theodor Haubachs letzter \u00f6ffentlicher Auftritt.<\/p>\n<p>Nach dem Attentat vom 20. Juli 1944, von dem er im Urlaub in Bayern erfahren hatte, kehrte er trotz Warnungen nach Berlin zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Am 9. August 1944 wurde er in Berlin verhaftet.<\/p>\n<p>Am 15. Januar 1945 verurteilte ihn&nbsp; Roland Freisler zum Tode.<\/p>\n<p>Am 23. Januar wurde er schwerkrank auf einer Trage in den Hinrichtungsschuppen geschleppt und&nbsp; in Berlin-Pl\u00f6tzensee erh\u00e4ngt.<\/p>\n<p>Mit ihm starb mit Helmuth James Graf von Moltke.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/9\/94\/Reich-foto-0063.jpg\/250px-Reich-foto-0063.jpg\" width=\"190\" height=\"270\"><\/p>\n<p>Adolf Reichwein wurde am 3. Oktober 1898 in Bad Ems geboren. <\/p>\n<p>Seine Familie siedelte 1904 nach Ober-Rosbach \u00fcber.<\/p>\n<p>Sein Vater war dort als Lehrer, Chorleiter und Organist t\u00e4tig.<\/p>\n<p>1914\/1915 besuchet er die Oberrealschule in Bad Nauheim.<\/p>\n<p>1916 wurde er als Kriegsfreiwilliger eingezogen.<\/p>\n<p>Im Februar 1917 bestand er das Abitur.<\/p>\n<p>Bei Cambrai wurde er Ende 191 schwer verwundet.<\/p>\n<p>1918 kam er in ein Lazarett in Frankfurt. Dort lernte er seine sp\u00e4tere Ehefrau Eva Hillmann kennen.<\/p>\n<p>In Frankfurt begann er ein Studium unter anderem bei&nbsp; Hugo Sinzheimer und Franz Oppenheimer.<\/p>\n<p>1920 wechselte er nach Marburg. Dort wurde Friedrich Wolters einer seiner wichtigsten Lehrer.<\/p>\n<p>Dieser geh\u00f6rte zu den zentralen Figuren des George-Kreises. <\/p>\n<p>1921 promovierte er in Marburg \u00fcber die geistigen und k\u00fcnstlerischen Einfl\u00fcsse Chinas auf Europa im 18. Jahrhundert.<\/p>\n<p>Am 9. Oktober 1923 kam der gemeinsame Sohn Gert zur Welt. <\/p>\n<p>Dieser ertrank aber am 18.September 1925 in einer Regentonne im elterlichen Garten.<\/p>\n<p>Dieser Ungl\u00fccksfall belastete die Ehe und f\u00fchrte schlie\u00dflich zur Trennung und Scheidung am 24. November 1927.<\/p>\n<p>In den 20-3r Jahren war Adolf Reichwein in der der Bildungspolitik und Erwachsenenbildung in Berlin und Th\u00fcringen t\u00e4tig.<\/p>\n<p>In der Zeit von 1929 bis 1930 als Leiter der Pressestelle und pers\u00f6nlicher Referent des preu\u00dfischen Kultusministers Carl Heinrich Becker. <\/p>\n<p>In dieser Zeit kam er mit der L\u00f6wenberger Arbeitsgemeinschaft in Kontakt. <\/p>\n<p>Dort lernte er sp\u00e4tere Mitglieder des Kreisauer Kreises kennen.<\/p>\n<p>Von 1930 bis 1933 war Reichwein Professor an der neu gegr\u00fcndeten P\u00e4dagogischen Akademie Halle (Saale).<\/p>\n<p>Nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten wurde er aus politischen Gr\u00fcnden entlassen.<\/p>\n<p>Er arbeitete dann als Volksschullehrer in Tiefensee in Brandenburg. Dort f\u00fchrte er vielbeachtete Unterrichtsversuche im Sinne der Reformp\u00e4dagogik durch.<\/p>\n<p>Er arbeitete an mehreren Unterrichtsfilmen der Reichsanstalt f\u00fcr Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht (RWU) mit.<\/p>\n<p>Ab 1939 war er am Staatlichen Museum f\u00fcr deutsche Volkskunde in Berlin museumsp\u00e4dagogisch und als regelm\u00e4\u00dfiger Autor f\u00fcr die Wochenzeitschrift Deutsche Zukunft t\u00e4tig.<\/p>\n<p>Im Kreisauer Kreis war er als Kultusminister im Falle eines erfolgreichen Umsturzes des Hitlerregimes vorgesehen.<\/p>\n<p>Am 22. Juni 1944 trafen er und Julius Leber f\u00fchrende Mitgliedern der kommunistischen Saefkow-Jacob-B\u00e4stlein-Organisation, unter denen sich der Gestapo-Spitzel Ernst Rambow befand.<\/p>\n<p>Am 4. Juli 1944 sollte ein weiteres Treffen mit den Kommunisten stattfinden. Auf dem Weg dahin wurde er von der Gestapo verhaftet.Roland Freisler f\u00fchrte einen Prozess vor dem Volksgerichtshof<\/p>\n<p>gegen ihn. Er wurde zum Tode verurteilt und am 20. Oktober 1944 im Strafgef\u00e4ngnis Berlin-Pl\u00f6tzensee erh\u00e4ngt. <\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/3\/38\/Alfred_Delp_Mannheim.jpg\" width=\"241\" height=\"362\"><\/p>\n<p>Alfred Delp ist am 15. September 1907 in Mannheim geboren.<\/p>\n<p>Er wuchs in H\u00fcttenfeld, einem Stadtteil von Lampertheim, auf.<\/p>\n<p>Seine Gro\u00dfmutter setzte die evangelische Erziehung des Jungen durch, was die Familie stark belastete.<\/p>\n<p>Er wurde 1921 konfirmiert, nach einem Streit mit dem evangelischen Pfarrer in der katholischen Kirche zur Erstkommunion zugelassen und auch gefirmt.<\/p>\n<p>1922 wurde er in das Bisch\u00f6fliche Konvikt in Dieburg aufgenommen.Er war Mitglied und Gruppenf\u00fchrer im katholischen Jugendbund Neudeutschland.<\/p>\n<p>Auch Willi Graf von der Wei\u00dfen Rose (s.o.) war Mitglied in Neudeutschland.<\/p>\n<p>Am 16. M\u00e4rz 1926 machte er sein Abitur als Pr\u00fcfungsbester.<\/p>\n<p>Am 22. April 1926 begann er sein Noviziat in der Societas Jesu in&nbsp; Tisis \/ Vorarlberg.<\/p>\n<p>Er begann seien Ausbildung im Jesuitenorden und studierte Philosophie und Theologie.<\/p>\n<p>Am 24. Juni 1937 wurde er durch den M\u00fcnchner Kardinal Michael von Faulhaber&nbsp; (5.M\u00e4rz 1869 in Heidenfeld +12. Juni 1952) zum Priester geweiht.<\/p>\n<p>Sein Antrag auf Aufnahme in die &#8222;Reichsschrifttumskammer&#8220;&nbsp; wurde abgelehnt. Diese w\u00e4re notwendig gewesen, wenn er Schiften ver\u00f6ffentlichen wollte.<\/p>\n<p>Durch Vermittlung des Jesuitenprovinzials Augustin R\u00f6sch kam Alfred Delp an den Kreisauer Kreis und arbeitete dort Fr\u00fchjahr 1942 mit.<\/p>\n<p>Dort arbeitete er an einem Modell f\u00fcr eine neue Gesellschaftsordnung f\u00fcr die Zeit nach dem Ende des Nationalsozialismus.<\/p>\n<p>Es ging ihm vor allem um die Positionen der katholischen Kirche bei einem Neuaufbau Deutschlands im Hinblick auf die Katholische Soziallehre. <\/p>\n<p>Nach dem Scheiterndes Attentats vom 20. Juli 1944 wurde er am am 28. Juli 1944 in St. Georg in M\u00fcnchen-Bogenhausen verhaftet.<\/p>\n<p>Er war zwar an den Vorbereitungen zum Attentat nicht beteiligt. Aber seine Mitarbeit im Kreisauer Kreis, sein Wirken als Jesuitenpater und seine christlich-soziale Weltanschauung<\/p>\n<p>machten ihn im Sinne der NSDAP nat\u00fcrlich schuldig.<\/p>\n<p>Die Gestapo hatte ihm zwar Freilassung gegen Ordensaustritt angeboten, was Delp nat\u00fcrlich ablehnte.<\/p>\n<p>Am 11. Januar 1945 wurde&nbsp; er in einem Prozess vor dem Volksgerichtshof durch Roland Freisler wegen Hoch-und Landesverrat zum Tod durch den Strang verurteilt.<\/p>\n<p>Am 2. Februar 1945 wurde er zusammen mit mit Carl Goerdeler und Johannes Popitz hingerichtet.<\/p>\n<p>Ziviler Widerstand um Sozialdemokraten und Gewerkschaftern aber auch national konservative Honoratiorenzirkel<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/f\/fc\/Carl_Goerdeler.jpg\/250px-Carl_Goerdeler.jpg\" width=\"250\" height=\"364\"><\/p>\n<p>Carl Friedrich Goerdeler wurde am 31. Juli 1884 in Schneidem\u00fchl, Provinz Posen geboren.<\/p>\n<p>Er war ab 1911 als Kommunalpolitiker t\u00e4tig.<\/p>\n<p>1912 war er Erster Beigeordneter in der Kommunalverwaltung von Solingen.<\/p>\n<p>Im Ersten Weltkrieg war er als Offizier und Verwaltungsexperte in Wei\u00dfrussland stationiert.<\/p>\n<p>1920 wurde er zum Zweien B\u00fcrgermeister von K\u00f6nigsberg gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Er trat der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP) bei.<\/p>\n<p>1930 wurde er zum Oberb\u00fcrgermeister von Leipzig gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Unter Reichskanzler Heinrich Br\u00fcning (31. M\u00e4rz 1930-30.Mai 1932) war er Reichskommissars f\u00fcr Preis\u00fcberwachung. <\/p>\n<p>Die Machtergreifung 1933 bewertete er zun\u00e4chst durchaus positiv.<\/p>\n<p>Obwohl er den Beitritt zur NSDAP ablehnte, blieb er Oberb\u00fcrgermeister von Leipzig.<\/p>\n<p>1934 wurde er erneut zum Reichspreiskommissar berufen.<\/p>\n<p>Er \u00fcberwarf sich aber bald mit Hitler.<\/p>\n<p>Wegen seiner Bedenken gegen die Wirtschaftspolitik und seines Widerspruchs gegen die Autarkieforderung wird er von Adolf Hitler als Reichspreiskommissar entlassen.<\/p>\n<p>Er wurde aber zum Leipziger Oberb\u00fcrgermeister wiedergew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Im November 1936 beseitigten die Nationalsozialisten in einer Nacht-und Nebelaktion das Leipziger Denkmal des&nbsp; Komponisten Felix Mendelssohn Bartholdy aufgrund dessen j\u00fcdischer Herkunft. Goerdeler stellte&nbsp; demonstrativ <\/p>\n<p>den Antrag, zum 1. April 1937 aus dem Amt des Leipziger Oberb\u00fcrgermeisters entlassen zu werden.<\/p>\n<p>Robert Bosch stellte Goerdeler als &#8222;wirtschaftspolitischen Berater&#8220; ein. Unter diesem Deckmantel konnte Goerdeler im Ausland Kontakte kn\u00fcpfen und pflegen.<\/p>\n<p>Er unternahm nun viele Reisen, die ihn nach England, Frankreich, Kanada und den USA, in die Schweiz, den Balkan und den Orient einschlie\u00dflich der T\u00fcrkei f\u00fchrten.<\/p>\n<p>Er schickte auch Reiseberichte an Hermann G\u00f6ring, um wenigsten diesen auf die Gefahren des au\u00dfenpolitischen Kurses hinzuweisen.<\/p>\n<p>Zu Kriegsbeginn kehrte er nach Deutschland zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Er beteiligte sich an den Planungen f\u00fcr einen Staatsstreich zur Ausschaltung Hitlers in der Gruppe um Ulrich von Hassel, der von 1932 bis 1938 deutscher Botschafter in Rom war.<\/p>\n<p>Von Hassel wirkte als Vermittler zwischen dem konservativen Widerstand um Goerdeler und den j\u00fcngeren Widerst\u00e4ndlern im Kreisauer Kreis.<\/p>\n<p>Goerdeler arbeitete nun gezielt auf einen Staatsstreich hin, lehnte aber ein Attentat aus moralischen Gr\u00fcnden und aus der Furcht vor einer neuen Dolchsto\u00dflegende ab.<\/p>\n<p>Der Gestapo waren Goerdelers Aktivit\u00e4ten nicht verborgen geblieben.<\/p>\n<p>Vor der Verhaftung durch die Gestapo gewarnt, konnte er am 18.07 1944 fliehen, wurde aber am 12. August 1944 erkannt und in einem Gasthof in Stuhm in Ostpreussen verhaftet.<\/p>\n<p>Am 8. September wurde ihm vor dem Volksgerichtshof unter Vorsitz von Roland Freisler der Prozess gemacht und zum Tode verurteilt.<\/p>\n<p>Er wir noch monatelang von der Gestapo verh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Am 2. Februar 1945 wurde er auf Dr\u00e4ngen des Reichsjustizministers Otto Georg Thierack (1942 bis 1945) und wohl auch unmittelbaren Befehl Hitlers in Berlin-Pl\u00f6tzensee hingerichtet.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/1\/11\/Wilhelm_Leuschner.tif\/lossy-page1-250px-Wilhelm_Leuschner.tif.jpg\" width=\"250\" height=\"297\"><\/p>\n<p>Wilhelm Leuschner&nbsp; war Gewerkschafter und sozialdemokratischer Politiker.<\/p>\n<p>Er wurde&nbsp; am 15. Juni 1890 in Bayreuth geboren.<\/p>\n<p>1904 machte er eine Lehre als Holzbildhauer und trat schon 1907 in die Gewerkschaft ein.<\/p>\n<p>1909-1910 studierte er an der k\u00f6niglichen Kunstgewerbeschule N\u00fcrnberg, der heutigen Kunstakademie.<\/p>\n<p>1913 trat er in die SPD ein.<\/p>\n<p>Im Oktober 1916 wurde er zum Milit\u00e4r eingezogen.<\/p>\n<p>Er war zun\u00e4chst in Pinsk in Wei\u00dfrussland stationiert und ab 1917 in Verdun.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend des Krieges lernte er Englisch und Franz\u00f6sisch, dass er bald so gut sprach, dass er sich mit den Leuten verst\u00e4ndigen konnte.<\/p>\n<p>1921 gr\u00fcndete er die Volkshochschule Darmstadt als eingetragenen Verein.<\/p>\n<p>1928 wurde er Innenminister in Hessen.<\/p>\n<p>Zu seinen engsten Mitarbeitern im Ministerium z\u00e4hlten&nbsp; Ludwig Schwamb, sp\u00e4ter im Kreisauer Kreis, und Carlo Mierendorf (s.o.)<\/p>\n<p>Seit 1929 war er im Reichsausschuss des Reichsbanners Schwarz Rot Gold.<\/p>\n<p>In dieser Eigenschaft lie\u00df er 1931 interne Papiere der NSDAP ver\u00f6ffentlichen, die Pl\u00e4ne der Partei f\u00fcr eine gewaltsame Macht\u00fcbernahme aufdeckten.<\/p>\n<p>Damit machte er sich nat\u00fcrlich die NSDAP zum Feind.<\/p>\n<p>Im Januar 1933 wurde in den Bundesvorstand des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes gew\u00e4hlt. <\/p>\n<p>Gleich nach der Machtergreifung der NAZIS musste er als hessischer Innenminister zur\u00fccktreten.<\/p>\n<p>Als faktischer Gewerkschaftsf\u00fchrer verweigerte er standhaft, mit&nbsp; der am 10. Mai 1933 von Robert Ley gegr\u00fcndete Deutsche Arbeitsfront zusammen zu arbeiten.<\/p>\n<p>Er kam in Schutzhaft.<\/p>\n<p>Im Juni 1933 wurde er erneut verhaftet und kam in verschieden Konzentrationslager, unter anderem in das Lager B\u00f6rgermoor im Emsland.<\/p>\n<p>Er wurde misshandelt aber nicht gebeugt.<\/p>\n<p>Als er 1934 entlassen wurde, begann er mit dem Aufbau eines reichsweiten Widerstandsnetzes.<\/p>\n<p>1936 \u00fcbernahm er von Ernst Schneppenhorst die Leitung einer kleinen Fabrikationsst\u00e4tte f\u00fcr Bierschankutensilien.<\/p>\n<p>Schneppenhorst war&nbsp; SPD \u2013 Mitglied und vertrat bis zum Reichstagsbrand Franken&nbsp; f\u00fcr die SPD im Reichstag.<\/p>\n<p>Er wurde in der Nacht vom 23. auf den 24. April 1945 von einem Sonderkommando des Reichssicherheitsamtes ermordet<\/p>\n<p>Die Fabrikationsanlage wurde bald zur Schaltzentrale der illegalen Reichsleitung der deutschen Gewerkschaften.<\/p>\n<p>In dieser Zeit war Hermann Maa\u00df (Am 20. Oktober 1944 in Berlin-Pl\u00f6tzensee hingerichtet) sein engster Mitarbeiter.<\/p>\n<p>Leuschner organisierte nicht nur gewerkschaftsnahen Widerstand.<\/p>\n<p>Er hatte viele Kontakte zu Regimegegnern wie dem \u201cRoten Sto\u00dftrupp\u201d, das war die gr\u00f6\u00dfte und \u00e4lteste linkssozialistische Widerstandsgruppe,<\/p>\n<p>dem Kreis um Carl Friedrich Goerdeler&nbsp; und auch dem Kreisauer Kreis.<\/p>\n<p>Nach dem Putsch gegen Hitler sollte er im Schattenkabinett im Schattenkabinett Beck\/Goerdeler m\u00f6glicherweise Vizekanzler werden.<\/p>\n<p>Er wurde am 16. August 1944 denunziert, verhaftet&nbsp; und am 7. und 8. September unter Roland Freisler zum Tode verurteilt.<\/p>\n<p>Am 29. September 1944 wurde er in Berlin-Pl\u00f6tzensee hingerichtet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"Reinhold Frank - Alchetron, The Free Social Encyclopedia\" alt=\"Reinhold Frank - Alchetron, The Free Social Encyclopedia\" src=\"https:\/\/tse1.mm.bing.net\/th\/id\/OIP.YD7OBenZ6vmCzv_oFGucXAAAAA?pid=Api&amp;dpr=2&amp;rs=1&amp;c=1&amp;qlt=95&amp;w=112&amp;h=141\" width=\"112\" height=\"141\"><\/p>\n<p>Reinhold Frank wurde am 23. Juli 1896 in Bachhaupten, heute Gemeinde Ostrach geboren.<\/p>\n<p>Er besuchte das erzbisch\u00f6fliche Gymnasialkonvikt in Sigmaringen. Nach dem Abitur 1915 meldete er sich freiwillig zum Kriegsdient und wurde dreimal schwer verwundet.<\/p>\n<p>Nach dem Krieg studierte er Rechtswissenschaften in Freiburg.<\/p>\n<p>1923 trat er in die Anwaltskanzlei von Franz Xaver Honold in Karlsruhe ein. Zu diesem hatte er ein sehr gute Verh\u00e4ltnis. Er wurde Pate von Honolds Sohn Robert.<\/p>\n<p>Honold war von 1926 bis 1931 badischer Gesandter in Berlin. In dieser Zeit leitete Reinhold Frank die Kanzlei in Karlsruhe.<\/p>\n<p>Als Anwalt ist er zun\u00e4chst unpolitisch.<\/p>\n<p>1933 wurde er Vertreter der Zentrumspartei im Karlsruher B\u00fcrgerausschuss.<\/p>\n<p>1934&nbsp; wurden die \u00f6rtlichen B\u00fcrgervertretungen aufgehoben.<\/p>\n<p>In Honolds Kanzlei bildete sich allm\u00e4hlich ein Gespr\u00e4chskreis von Regierungsgegnern.<\/p>\n<p>Frank blieb Rechtsanwalt am Oberlandesgericht in Karlsruhe.<\/p>\n<p>Er \u00fcbernahm aber immer \u00f6fters Verteidigungsmandate von angeklagten NS-Gegnern und musste immer wieder nach Berlin.<\/p>\n<p>Dabei lernte er auch Eugen Bolz kennen, von 1928 bis 1933 w\u00fcrttembergischer Staatspr\u00e4sident. Nach der Machtergreifung wurde er durch den w\u00fcrttembergischen Gauleiter<\/p>\n<p>Wilhelm Murr aus dem Amt verdr\u00e4ngt. <\/p>\n<p>Bolz wurde mehrere Wochen inhaftiert.<\/p>\n<p>Als dieser polizeilich gesucht wurde, versteckte ihn Reinhold Frank eine Woche lang in seiner Wohnung.<\/p>\n<p>Frank kam in Kontakt mit der Widerstandsgruppe um Goerdeler. Er hatte sich Goerdeler gegen\u00fcber bereit erkl\u00e4rt,<\/p>\n<p>in Baden an f\u00fchrender Stelle zum Wiederaufbau bereit zu stehen, falls der geplante Umsturz gl\u00fccken sollte.<\/p>\n<p>So kam er auf eine Liste mit den Namen der Verschw\u00f6rer. Hier wurde er als \u201cUnterbeauftragter f\u00fcr Baden\u201d gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Noch in der Nacht nach dem gescheiterten Attentat nahm ihn die Gestapo in Karlsruhe fest und \u00fcberf\u00fchrte ihn nach Stuttgart ins Gef\u00e4ngnis.<\/p>\n<p>Dann kam er nach Berlin. Dort wurde er monatelang verh\u00f6rt. <\/p>\n<p>Am 12. Januar 1945 wurde er unter Roland Freisler zum Tode verurteilt.<\/p>\n<p>Am 23. Januar 1945 wurde er mit Eugen Bolz hingerichtet.<\/p>\n<p>Die Reichswehr hatte die Macht\u00fcbernahme Hitlers in der Mehrheit begr\u00fc\u00dft.<\/p>\n<p>Nach dem R\u00f6hmputsch wurden auch der ehemalige Reichswehrminister Kurt von Schleicher (1932) und von Ende 1932 bis 28.01.1933 Reichskanzler, und seine Ehefrau Elisabeth von Schleicher ermordet.<\/p>\n<p>Schleicher war auch General de Reichswehr.<\/p>\n<p>Den Morden fiel auch Ferdinand von Bredow zum Opfer. Er war zuletzt Generalmajor der Reichswehr und seit 1932 stellvertretender Reichswehrminister. <\/p>\n<p>Nur wenige Offiziere emp\u00f6rten sich \u00fcber die Morde.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/4\/4c\/Bundesarchiv_Bild_146-2004-0007%2C_Hans_Oster.jpg\/250px-Bundesarchiv_Bild_146-2004-0007%2C_Hans_Oster.jpg\" width=\"250\" height=\"397\"><\/p>\n<p>Hans Oster, geboren am 9. August 1887 in Dresden, ermordet am 9. April 1945 im KZ Flossenb\u00fcrg nahm als Hauptmann im Generalstab am 1. Weltkrieg teil.<\/p>\n<p>Im Mai 1933 erhielt er eine zivile Anstellung im Forschungsamt. Das war ein Nachrichtendienst. im Oktober 1933 wechselte er in die Abwehrabteilung des Reichswehrministeriums.<\/p>\n<p>Schon vor 1933 stand er den Nationalsozialisten ablehnend gegen\u00fcber. Die Ereignisse beim R\u00f6hmputsch best\u00e4rkten ihn in der Ablehnung der Regierung Hitler.<\/p>\n<p>Er mi\u00dfbilligte die Zerst\u00f6rung des Rechtsstaates und verabscheuten die Methoden des NS-Regimes, dessen Antisemitismus und Kirchenfeindschaft.<\/p>\n<p>Am 2. August 1934 verstarb Reichspr\u00e4sident Paul von Hindenburg. Das Amt des Reichspr\u00e4sidenten und Staatsoberhaupt verschmolz.<\/p>\n<p>Die Amtsbezeichnung f\u00fcr Hitler lautete nun \u201eF\u00fchrer und Reichskanzler\u201c.<\/p>\n<p>Auch am 2. August 1934&nbsp; lie\u00df Reichswehrminister Werner von Blomberg (1933-1938) in Absprache mit Walter von Reichenau (1884-1942- federf\u00fchrend an der Eingliederung der Reichswehr in den NS-Staat beteiligt)<\/p>\n<p>alle Reichswehrangeh\u00f6rigen, einen pers\u00f6nlichen Treueid auf Hitler abzulegen. Eine gesetzliche Grundlage daf\u00fcr gab es nicht.<\/p>\n<p>Aber das&nbsp; stellte f\u00fcr viele Soldaten Soldaten eine nahezu un\u00fcberwindbare ethische Barriere dar, sich gegen das Regime zu stellen.<\/p>\n<p>Hitler dankte ihm das mit der \u00dcbertragung des Oberbefehls \u00fcber die gesamte Wehrmacht, als Heer und Kriegsmarine und ab 1936 \u00fcber die neu aufgestellte Luftwaffe.<\/p>\n<p>1936 ernannte er ihn als ersten Soldaten der Wehrmacht zum Generalfeldmarschall. Im Januar 1937 erhielt er das Goldene Parteiabzeichen der NSDAP.<\/p>\n<p>1935 wurde&nbsp; Admiral Wilhelm Canaris (1887-1945 ) \u00fcberraschend zum Chef der Abwehrabteilung im Reichskriegsministerium berufen. Sein Vorg\u00e4nger war seit September 1932&nbsp; Conrad Patzig.<\/p>\n<p>Dieser scheiterte aber an der Auseinandersetzung um Kompetenzen und Zust\u00e4ndigkeiten. Vor allem der Sicherheitsdienst SD der SS war zum innenpolitischen Rivalen der Abwehrabteilung geworden.<\/p>\n<p>Dies f\u00fchrte schlie\u00dflich zur Absetzung von Patzig.<\/p>\n<p>Canaris war kein grunds\u00e4tzlicher Gegner der Nationalsozialisten, aber Hitlers Kriegsvorbereitungen brachten in Distanz zu ihnen. Und auch er sah sich dem zunehmenden Druck des SD ausgesetzt.<\/p>\n<p>Er nahm alte Kontakte zu ausl\u00e4ndischen Nachrichtendiensten wie z. B. dem Chef des italienischen Nachrichtendienstes Servicio Informazioni Militari (SIM), Oberst Mario Roatta (2. Januar 1887 &#8211; 7. Januar 1968) wieder auf. <\/p>\n<p>Er setzte Oster&nbsp; wieder in seinen alten Rang als Ersatzoffizier ein.<\/p>\n<p>Auch alte Kameraden aus Freikorpszeiten wie Major Hans Piekenbrock sammelte er um sich. Diesem \u00fcbertrug er die Leitung der Abwehrabteilung I,die&nbsp; f\u00fcr den Geheimen Meldedienst und aktive Erkundungen zust\u00e4ndig war. <\/p>\n<p>Oster \u00fcbernahm als&nbsp; Oberstleutnant&nbsp; die Leitung der Zentralabteilung im Amt Abwehr. Er war f\u00fcr die Finanz- und Personalangelegenheiten zust\u00e4ndig und f\u00fchrte die zentrale Agentenkartei.<\/p>\n<p>Schon im Amt Abwehr begann er, ein Netzwerk von Kontakten zu Opponenten des NS-Regimes in Staat, Verwaltung und Sicherheitsorganen zu kn\u00fcpfen. So arbeitete er etwa mit Hans von Dohnanyi ( 1. Januar 1902 in Wien bis&nbsp; 9. April 1945 im KZ Sachsenhausen) und Hans Bernd Gisevius (14. Juli 1904 in Arnsberg &#8211; 23. Februar 1974 in M\u00fcllheim zusammen, um Beweismaterial f\u00fcr einen sp\u00e4teren Prozess gegen die NS-F\u00fchrung zu sammeln. Ende September 1938 berief ihn Canaris zum Leiter der Zentralabteilung der <\/p>\n<p>Erste Aktionen und Planungen innerhalb der Wehrmacht&nbsp; gegen die Pl\u00e4ne Hitler gab es relativ fr\u00fch, sp\u00e4testens als dieser seine aggressiven Ziele offen legte, wie sie im Ho\u00dfbachprotokoll festgehalten wurde. Der Generalstabschef des Heeres, Generaloberst Ludwig Beck (29. Juni 1880 in Biebrich bis 21. Juli 1944 in Berlin), war entsetzt \u00fcber die Pl\u00e4ne und vor allem \u00fcber die Verantwortungslosigkeit, mit der Hitler bereit war, einen Krieg mit den Westm\u00e4chten zu riskieren. Er legte dann sp\u00e4ter seine Kritik schriftlich dar, Kernpunkt, das Milit\u00e4r sollte an der Entscheidung&nbsp; \u00fcber Krieg und Frieden beteiligt sein.&nbsp; Er schlug einen geschlossenen R\u00fccktritt der Generalit\u00e4t vor, falls Hitler weiter zum Krieg dr\u00e4nge. Als er damit keinen Erfolg hatte, trat er im August 1938 zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Im milit\u00e4rischen Widerstand gab es zwei Str\u00f6mungen. Die eine beabsichtigte lediglich, Hitler dazu zu bringen, seine Kriegspl\u00e4ne aufzugeben.<\/p>\n<p>Die andere, vertreten durch die M\u00e4nner der Abwehr, zielte dahin, Hitler festzunehmen und vor Gericht zu stellen.<\/p>\n<p>Im Laufe der Sudetenkrise kam es zu einer gr\u00fcndlichen Planung eines Putschversuchs von Heeresoffizieren und Beamten im Ausw\u00e4rtigen Amt. Ein Sto\u00dftrupp unter F\u00fchrung von Hauptmann Friedrich Wilhelm Heinz und Korvettenkapit\u00e4n Franz Maria Liedig sollte in die Reichskanzlei eindringen, Hitler festsetzen und sp\u00e4ter sollte er vor Gericht gestellt werden. W\u00e4hrend einer Besprechung wurde der Plan noch in einem Punkt abge\u00e4ndert. Hitler sollte w\u00e4hrend eines inszenierten Handgemenges in der Reichskanzlei erschossen werden, da selbst ein angeklagter<\/p>\n<p>Hitler noch eine Gefahr darstelle. Geplanter Tattag war der 28. September 1938, der Tag an dem sich Hitler mit Chamberlain, Daladier und Mussolini auf die friedliche Regelung der Sudetenkrise geeinigt hatten. Hitler erschien nun pl\u00f6tzlich als der Friedensbewahrer.<\/p>\n<p>Die Verschw\u00f6rer sahen nun keinen R\u00fcckhalt f\u00fcr ein gewaltsames Vorgehen gegen Hitler mehr in der Bev\u00f6lkerung. Das Vorhaben wurde nicht durchgef\u00fchrt. Nur noch ein kleiner Kern der Verschw\u00f6rer blieb zusammen und es dauerte lange, bis sie sich von dem Scheitern erholt hatten. (s.O.)<\/p>\n<p>1939 wurde Oster zum Obersten bef\u00f6rdert.<\/p>\n<p>Zu beginn des Zweiten Weltkrieges lie\u00df Oster&nbsp; den Alliierten Informationen \u00fcber die deutschen Angriffspl\u00e4ne gegen die Niederlande, Belgien und D\u00e4nemark zukommen.<\/p>\n<p>Von Canaris gedeckt leitete er die Kontakte zum Oberkommandos des Heeres mit Hilfe von M\u00e4nnern wie Helmuth Groscurth (1898-1943) und Georg Thomas (1890-1946). <\/p>\n<p>Diese versuchten in der Zeit zwischen dem \u00dcberfall auf Polen und dem Beginn des Westfeldzuges die nationalsozialistischen Kriegspl\u00e4ne zu durchkreuzen.<\/p>\n<p>Oster warnte Belgien und die Niederlande vor dem dem geplanten Angriffstermin.<\/p>\n<p>Am 8. Oktober 1939&nbsp; lie\u00df er seinen Wagen bei Gijsbertus Jacobus Sas (1892-1948), der von 1936\/37 und wieder ab&nbsp; 1939 bis zum deutschen Angriff auf die Niederlande niederl\u00e4ndischer Milit\u00e4rattach\u00e9 in Berlin war und informierte ihn<\/p>\n<p>\u00fcber den geplanten Angriff.<\/p>\n<p>Im Herbst und Winter 1939\/1940 wurde der Termin 29 mal verschoben. Oster informierte jedes Mal. Seine Glaubw\u00fcrdigkeit litt aber nat\u00fcrlich.<\/p>\n<p>In der Nachkriegszeit wurden diese Informationen&nbsp; Oster immer zum Vorwurf gemacht.<\/p>\n<p>1942 wurde Oster zum Generalmajor bef\u00f6rdert.<\/p>\n<p>Sein enger Mitarbeiter Hans von Dohnanyi (1902-1945) wurde am 5. April 1943&nbsp;&nbsp; unter dem Vorwurf angeblicher Devisenvergehen von der Gestapo festgenommen.<\/p>\n<p>Nun geriet auch Oster in das Visier der Gestapo.<\/p>\n<p>Er wurde unter Hausarrest gestellt und wenig sp\u00e4ter aus der Abwehr entlassen.<\/p>\n<p>Die Entlassung Osters war der schwerste R\u00fcckschlag, den der Widerstand bis dahin erlitt.<\/p>\n<p>Nach dem gescheiterten Attentat vom 20. Juli 1944 wurde Oster verhaftet.<\/p>\n<p>Genau einen Monat vor der milit\u00e4rischen Kapitulation fand im KZ Flossenb\u00fcrg unter Vorsitz von Otto Thorbeck (1912-1976),&nbsp; Chefrichter beim SS- und Polizeigericht in M\u00fcnchen,<\/p>\n<p>ein Schauprozessgegen&nbsp; Generalmajor Oster, Dietrich Bonhoeffer, Karl Sack, Ludwig Gehre und Wilhelm Canaris statt.<\/p>\n<p>Sie wurden am 8. April ohne jeden rechtlichen Mindeststandard zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde am 9. April vollstreckt.<\/p>\n<p>Zur Belustigung der anwesenden SS-M\u00e4nner mussten sich die Verurteilten entkleiden und nackt zum Galgen gehen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/8\/86\/Ludwig_Beck_1936_%283x4_cropped%29.jpg\/250px-Ludwig_Beck_1936_%283x4_cropped%29.jpg\" width=\"250\" height=\"333\"><\/p>\n<p>General Ludwig Beck wurde am 29. Juni 1880 in Biebrich geboren.<\/p>\n<p>Im Ersten Weltkrieg war er zun\u00e4chst Zweiter Generalstabsoffizier , dann Erster Generalstabsoffizier.<\/p>\n<p>Im April 1918 wurde er zum Major bef\u00f6rdert.<\/p>\n<p>In der Weimarer Republik wurde er 1919 in die vorl\u00e4ufige Reichswehr \u00fcbernommen.<\/p>\n<p>Er hatte verschiedene Truppenkommandos inne.<\/p>\n<p>Am 1. Oktober 1927 wurde er um Obersten bef\u00f6rdert.<\/p>\n<p>1930 war er Zeuge Zeuge im Ulmer Reichswehrprozess vor dem Reichsgericht gegen die Offiziere Ludin, Scheringer und Wendt aus dem 5. Artillerie-Regiment wegen Bildung einer NS-Zelle in der Reichswehr.<\/p>\n<p>Als deren Regimentskommandeur setzte er sich f\u00fcr die angeklagten Offiziere ein.<\/p>\n<p>Am 1. Februar 1931 wurde er zum Generalmajor bef\u00f6rdert.<\/p>\n<p>Nach der Machtergreifung wurde Beck im Oktober 1933 Chef des Truppenamtes im Reichswehrministerium.<\/p>\n<p>Den Gewaltmethoden des neuen Regimes zum Beispiel im \u201cR\u00f6hmputsch\u201d stand er kritisch gegen\u00fcber.<\/p>\n<p>Den neuen Machthabern hatte er aber eine positive Einstellung.<\/p>\n<p>Als aber nach dem Tod Hindenburgs die Wehrmacht auf Adolf Hitler vereidigt wurde, kamen bei Beck die ersten Zweifel auf.<\/p>\n<p>Als Chef des Truppenamtes wurde er zu einem der Architekten und Planer der Aufr\u00fcstung der Wehrmacht.<\/p>\n<p>Am 16. M\u00e4rz 1935 wurde die Wehrpflicht eingef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Das war der Startschuss f\u00fcr eine mit immensem Aufwand betriebene Aufr\u00fcstung und den Aufbau der deutschen Streitkr\u00e4fte zu einer schlagkr\u00e4ftigen, zun\u00e4chst zur Verteidigung und sp\u00e4ter auch zum Angriff bef\u00e4higten Armee.<\/p>\n<p>Die ersten rassistischen Ma\u00dfnahmen des Regimes brachten ihn noch nicht zur Opposition.<\/p>\n<p>Erst das au\u00dfenpolitische Va Banque Spiel Hitlers brachten ihn dazu, mit Denkschriften, Vortr\u00e4gen, Gespr\u00e4chen und Appellen an die F\u00fchrung von Wehrmacht und NSDAP vor dem Risiko eines nicht begrenzbaren Krieges zu warnen. <\/p>\n<p>Er war der Meinung, selbst die Aggression gegen die kleine Tschechoslowakei w\u00fcrde einen Weltkrieg entfesseln.<\/p>\n<p>Er war entsetzt \u00fcber die Verantwortungslosigkeit, mit der Hitler bereit war, Deutschland in einen Krieg mit den Westm\u00e4chten hineinzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Er versuchte,ein gemeinsames Vorgehen der Generalit\u00e4t gegen die Kriegsplanungen Hitlers zu organisieren, und schlug&nbsp; einen geschlossenen R\u00fccktritt der Generalit\u00e4t vor, falls Hitler weiter zum Krieg dr\u00e4nge.<\/p>\n<p>Nur die Gener\u00e4le von Reichenau und Busch, einer der treuesten Anh\u00e4nger von Hitler, widersprachen.<\/p>\n<p>Nun total isoliert bat Beck&nbsp; am 18. August 1938 um seine Enthebung als Generalstabschef des Heeres.<\/p>\n<p>Am 27. 8. \u00fcbergab er die Dienstgesch\u00e4fte an Franz Halder (1884-1972).<\/p>\n<p>Auf Bitten Hitlers verzichtete er auf die \u00f6ffentliche Bekanntgabe seiner Demission, was ihr nat\u00fcrlich die politische Symbolkraft nahm.<\/p>\n<p>Da auch die \u201cSeptemberverschw\u00f6rung\u201d 1938, die am&nbsp; 28.9. stattfinden sollte und die ma\u00dfgeblich von Hans Oster geplant war durch die Ereignisse auf der M\u00fcnchner Konferenz entscheidend durchkreuzt wurden,<\/p>\n<p>war der Widerstand zun\u00e4chst mal ausgebremst.<\/p>\n<p>Beck wurde noch zum Generalobersten bef\u00f6rdert. Er schied mit Wirkung vom 1. November 1938&nbsp; dem aktiven Dienst aus.<\/p>\n<p>Beck wurde Mitglied der \u201cMittwochsgesellschaft\u201d, ein exklusiver Kreis, in dem man nur Mitglied wurde, wenn man gew\u00e4hlt wurde.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Zeit des Nationalsozialismus ging ein Teil der Gruppe auf kritische Distanz.<\/p>\n<p>Beck wohnte in Berlin. Seine Wohnung wurde zur Zentrale der kleinen Zirkel des nationalkonservativen Widerstandes.<\/p>\n<p><sup><font size=\"4\">Nat\u00fcrlich wurde sie von der Gestapo observiert.<\/font><\/sup><\/p>\n<p><sup><font size=\"4\">Am 8. Januar 1943 trafen erstmals Vertreter des milit\u00e4rischen Widerstands unter Becks Leitung in der Berliner Wohnung Yorks von Wartenburg zusammen.<\/font><\/sup><\/p>\n<p><sup><font size=\"4\">Bei diesem Treffen wurde Goerdeler als Kanzler einer \u00dcbergangsregierung akzeptiert.<\/font><\/sup><\/p>\n<p><sup><font size=\"4\">Am 20. Juli 1944 wurde Beck nach dem missgl\u00fcckten Attentat&nbsp; und die Widerstandsgruppe um ihn im Ben<\/font><\/sup><sup><font size=\"4\">dlerblock gefangengenommen.<\/font><\/sup><\/p>\n<p><sup><font size=\"4\">Nach eigener Bitte wurde ihm von durch Generaloberst Friedrich Fromm ( 1888-1945) die Gelegenheit zur Selbstt\u00f6tung mit einer Pistole gegeben.<\/font><\/sup><\/p>\n<p><sup><font size=\"4\">Nach zweimaligem Fehlschlag erteilte Fromm einem Feldwebel den Befehl Beck zu erschie\u00dfen.<\/font><\/sup><\/p>\n<p><sup><font size=\"4\">Beck wurde mit anderen Opfern des 20. Juli auf dem Alten St.-Matth\u00e4us-Kirchhof in Berlin-Sch\u00f6neberg begraben. <\/font><\/sup><\/p>\n<p><sup><font size=\"4\">Die Rache der SS ging aber \u00fcber den Tod hinaus. Wenig sp\u00e4ter wurden die Toten exhumiert, ihr Leichen im Krematorium verbrannt und die Asche <\/font><\/sup><\/p>\n<p><sup><font size=\"4\">auf den Berliner Rieselfeldern verstreut.<\/font><\/sup><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/c\/c0\/Bundesarchiv_Bild_146-1976-130-53%2C_Henning_v._Tresckow.jpg\/250px-Bundesarchiv_Bild_146-1976-130-53%2C_Henning_v._Tresckow.jpg\" width=\"245\" height=\"346\"><\/p>\n<p>Henning von Tresckow wurde am 10. Januar 1901 in Magdeburg geboren und verstarb am 21. Juli 1944 bei Ostr\u00f3w Mazowiecka in durch Suizid.<\/p>\n<p>Zuletzt war er Generalmajor der deutschen Wehrmacht.<\/p>\n<p>Er war neben Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg eine zentrale Figur des milit\u00e4rischen Widerstandes gegen den Nationalsozialismus. <\/p>\n<p>Er entstammte einer alten preu\u00dfisch-m\u00e4rkischen Adelsfamilie. In der Familie gab es eine lange Reihe von Offizieren.<\/p>\n<p>Sein Vater Hermann hatte es bis zum General der Kavallerie in der preu\u00dfischen Armee gebracht.<\/p>\n<p>Er wuchs mit zwei Schwestern und seinem Bruder Gerd (21. M\u00e4rz 1889-6. September 1944) auf Gut Wartenberg&nbsp; in der Woiwodschaft Westpommern in Polen auf.<\/p>\n<p>Im Juni1917 meldete er sich freiwillig mit 16 Jahren zum Potsdamer 1. Garderegiment zu Fu\u00df.<\/p>\n<p>Er machte seine Ausbildung zum Fahnenjunker .Im Fr\u00fchjahr 1918 wurde er an die Westfront versetzt und war Zugf\u00fchrer einer Maschinengewehr-Kompanie.<\/p>\n<p>Als einer der j\u00fcngsten Leutnante der Truppe erhielt er im Juli 1918 das Eiserne Kreuz II. Klasse.<\/p>\n<p>Nach dem Waffenstillstand vom 11. November 1918 kehrte das Regiment nach Potsdam zur\u00fcck, wo dieses am 11. Dezember 1918 aufgel\u00f6st wurde.<\/p>\n<p>1920 verabschiedete&nbsp; er sich vorerst vom Milit\u00e4r. <\/p>\n<p>Im Wintersemester begann er an der&nbsp; Friedrich-Wilhelms-Universit\u00e4t in Berlin ein Studium der Rechtswissenschaften. Dieses setzte er in Kiel fort.<\/p>\n<p>Er arbeitete dann im Bankhaus Wilhelm Kann in Potsdam als Bankkaufmann an der B\u00f6rse.<\/p>\n<p>Von&nbsp; Juli bis Dezember 1924&nbsp; unternahm er ein Weltreise von Amsterdam, London, Paris und Lissabon nach Rio de Janeiro und Buenos Aires bis Santiago de Chile.<\/p>\n<p>Die Reise&nbsp; musste er vorzeitig abbrechen,&nbsp; um sein Familiengut Wartenberg zu retten.<\/p>\n<p>Mit F\u00fcrsprache des Reichspr\u00e4sidenten Paul von Hindenburg trat er am 1. Februar 19216 wieder in die Reichswehr ein.<\/p>\n<p>Er wurde Zugf\u00fchrer in der 1. Kompanie des 9.&nbsp; Infanterie-Regiments, das ebenfalls in Potsdam.<\/p>\n<p>Am 1. Februar 1928 wurde er zum Oberleutnant bef\u00f6rdert.<\/p>\n<p>Ende der 1920-er Jahre warb er in Offizierskasinos f\u00fcr die nationalsozialistische Bewegung, da er auf Erneuerung hoffte.<\/p>\n<p>Im&nbsp; von Tresckows Regiment dienten viele Widerstandsk\u00e4mpfer wie z.B. Hasso von Boehmer (1904-5. M\u00e4rz 1945, in Berlin-Pl\u00f6tzensee erh\u00e4ngt),<\/p>\n<p>Alexis von Renne (1903-12.10 1944, in Berlin-Pl\u00f6tzensee hingerichtet) und Hans-Alexander von Voss (1907- 8. November 1944, Suizid).<\/p>\n<p>Am 1. Mai 1934 wurde er zum Hauptmann bef\u00f6rdert. <\/p>\n<p>Der kurz danach folgende R\u00f6hmputsch brachte ihn in Distanz zum Nationalsozialismus.<\/p>\n<p>Die R\u00f6hmmorde verurteilte er als Bruch jeden Rechtsgrundsatzes.<\/p>\n<p>Von Juli 1934 bis September 1936 war er auf der Kriegsakademie in Berlin-Moabit.<\/p>\n<p>Er galt als der mit Abstand Beste seines Jahrganges.<\/p>\n<p>Ab 28. September 1936 arbeitete er in der 1. Abteilung des Generalstabs&nbsp; im Reichswehrministerium.<\/p>\n<p>Sein unmittelbarer Vorgesetzter war Major i. G. Adolf Heusinger (von 1957-1961 der erste Generalinspekteur der Bundeswehr)<\/p>\n<p>Im Juni 1937 musste er Pl\u00e4ne zum Aufmarsch gegen die Tschechoslowakei erarbeiten.<\/p>\n<p>Er sollte dann noch eine wesentlich aggressivere Neufassung des Plans verfassen.<\/p>\n<p>So bekam er erstmals Einblick in Hitlers au\u00dfenpolitische Ziele und erkannte sie als ein f\u00fcr das Reich \u00e4u\u00dferst gef\u00e4hrliches Vabanquespiel.<\/p>\n<p>In den Planungen wurden die Gegenz\u00fcge der m\u00e4chtigen Nachbarstaaten, die wohl erfolgt w\u00e4ren, einfach \u00fcbergangen.<\/p>\n<p>Sp\u00e4testens seit der Sudetenkrise w\u00fcnschte er sich, dass sich die Wehrmacht gegen SS und Gestapo positionieren w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Als Anfang 1938 haltlose Vorw\u00fcrfe wegen privater Aff\u00e4ren gegen Reichskriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht, Werner von Blomberg (1878-1946), und des Oberbefehlshabers des Heeres, Werner von Fritsch (1880-1939)<\/p>\n<p>erhoben wurde, f\u00fchrte das zur Krise. Blomberg hatte sich ebenso wie Fritsch bei dem Treffen mit Adolf Hitler, dessen Inhalt im \u201cHo\u00dfbachprotokoll\u201d \u00fcberliefert ist, massiv gegen Hitlers vorgestellte Kriegspl\u00e4ne gestellt.<\/p>\n<p>Blomberg hatte am 12. Januar 1938 die die 35 Jahre j\u00fcngere Margarethe Gruhn geheiratet. Kurz nach der Eheschlie\u00dfung tauchten Ger\u00fcchte auf, dass seine Frau als Prostituierte registriert war.<\/p>\n<p>Hitler wurde davon am 24. Januar informiert. Als Blomberg sich weigerte,die Ehe zu annullieren, entlie\u00df ihn Hitler mit \u201cGoldenem Handschlag\u201d, d.h. er erhielt 50.000 Reichsmark bei seinem Abschied.<\/p>\n<p>Hitler hatte die M\u00f6glichkeit bekommen, sich der wichtigsten Kritiker seiner Au\u00dfenpolitik zu entledigen.<\/p>\n<p>Er etablierte das Oberkommando der Wehrmacht. Es war Hitler unterstellt. Damit hatte er den Oberbefehl \u00fcber die Wehrmacht \u00fcbernommen.<\/p>\n<p>Die Blomberg-Fritsch-Krise brachte ihn erstmals in&nbsp; Kontakt mit oppositionell eingestellten milit\u00e4rischen und zivilen Kreisen.<\/p>\n<p>Zentralfigur des milit\u00e4rischen Widerstands war der sp\u00e4tere&nbsp; Generalfeldmarschalls Erwin von Witzleben (1881-8. August 1944, hingerichtet) (Zu Witzleben s.u.)<\/p>\n<p>Gemeinsam mit Wolf von Baudissin (1907-1993) (einer der geistigen V\u00e4ter der Inneren F\u00fchrung-\u201cStaatsb\u00fcrger in Uniform\u201d) suchte er das Gespr\u00e4ch mit von Witzleben.<\/p>\n<p>Dieser \u00fcberzeugte von Tresckow, in der Armee zu bleiben.<\/p>\n<p>Nach den Novemberpogromen von 1938 stellte er sich auf die Seite der Regimegegner.<\/p>\n<p>Er legte auch fr\u00fcher mit den Nationalsozialisten geteilte Positionen ab.<\/p>\n<p>Im Januar 1939 wurde Tresckow nach Elbing zur 21. Infanterie-Division versetzt und wurde dort Kompaniechef.<\/p>\n<p>Am 1. M\u00e4rz 1939 wurde er zum Major bef\u00f6rdert.<\/p>\n<p>Kurz vor Kriegsausbruch wurde er Erster Generalstabsoffizier (Ia) in der 228. Infanteriedivision. Mit dieser nahm er am \u00dcberfall auf Polen teil<\/p>\n<p>F\u00fcr seine erfolgreiche Operationsf\u00fchrung wurde er ausgezeichnet.<\/p>\n<p>Die NS-Verbrechen in Polen&nbsp; nahm er sehr wohl wahr und best\u00e4rkte ihn in seiner Regimekritik.<\/p>\n<p>Generalleutnants Erich von Manstein (1887-1973) sorgte daf\u00fcr, dass er in die F\u00fchrungsgruppe der Heeresgruppe A unter Gerd von Rundstedt (1875-1953) versetzt wurde.<\/p>\n<p>Hier bekam er unmittelbaren Einblick in die Auseinandersetzungen der Heeresf\u00fchrung und Hitler um den Westfeldzug.<\/p>\n<p>Nun begann sich auch die milit\u00e4rische Opposition f\u00fcr ihn zu interessieren.<\/p>\n<p>Er hatte erste Kontakte mit Hans Oster (s.o)<\/p>\n<p>1942 konnte er seinen Cousin Alexander Stahlberg (1912-1995) bei von Manstein platzieren. Er wurde Mansteins Ordonanzoffizier.<\/p>\n<p>Tresckow wollte eine Vertrauensperson bei von Manstein haben, damit dieser im Falle des geplanten Hitler-Sturzes auf Seite der Widerst\u00e4ndler stehen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Die Erfolge beim Westfeldzug beeindruckten Tresckow noch.<\/p>\n<p>Das \u00e4nderte sich sp\u00fcrbar, als er im Juni 1945 an die Ostfront versetzt wurde.<\/p>\n<p>Er sprach Hitler, dem \u201cgr\u00f6\u00dften Feldherrn aller Zeiten\u201d, zu dem dieser bis 1943 von der Propaganda hochstilisiert wurde, jegliche milit\u00e4rische F\u00e4higkeit ab,<\/p>\n<p>erkannte dagegen \u201cmilit\u00e4rischen Wahnsinn\u201c und einer \u201eAmateurstrategie\u201c (Winfried Heinemann: Der milit\u00e4rische Widerstand und der Krieg<em>.<\/em> In: J\u00f6rg Echternkamp (Hrsg.): Das Deutsche Reich und der<em> <\/em>Zweite Weltkrieg,<\/p>\n<p>Bd 9, Halbband 1, S. 763)<\/p>\n<p>Ab Herbst entwickelte er sich zu einem der ma\u00dfgeblichen Akteure im milit\u00e4rischen Widerstand.<\/p>\n<p>Er schickte seinen Cousin Fabian von Schlabrendorff (1907-1980), nach Berlin, um echte Kontakte zum zivilen Widerstand zu kn\u00fcpfen.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <\/p>\n<p>Am 1. April 1942 wurde er zum Oberst im Generalstab&nbsp;&nbsp; ernannt.<\/p>\n<p>Die R\u00fcckschl\u00e4ge in der Schlacht um Moskau vom Oktober 1941 bis 7. Januar 1942, der ersten Niederlage, die die Wehrmacht seit Kriegsbeginn&nbsp; hinnehmen musste,<\/p>\n<p>brachten ihn dazu, sich aktiv mit Attentatspl\u00e4nen auf Hitler zu befassen.<\/p>\n<p>Schon 1942 versuchte er Gener\u00e4le, f\u00fcr seine Putschpl\u00e4ne zu gewinnen. Aber sowohl von Kluge (1882-1944, Suicid), von Manstein und Heinz Guderian (1888-1954)<\/p>\n<p>Am 23. Januar 1943 traf er sich mit Goerdeler und Friedrich Olbricht (1888-20. Juli 1944)&nbsp; in Berlin, um den Umsturz zu koordinieren.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem wollte er Generalfeldmarschall von Kluge (1882-1944) mit Unterst\u00fctzung von Goerdeler dazu bewegen, dass die Feldmarsch\u00e4lle Hitler&nbsp; bedr\u00e4ngen sollten.<\/p>\n<p>Er beauftragte Rudolf-Christoph Freiherr von Gersdorff (1905-1980)einen geeigneten Sprengstoff f\u00fcr ein Attentat auf Hitler zu besorgen.<\/p>\n<p>Dieser entschied sich nach Tauglichkeitspr\u00fcfungen am Dnjepr f\u00fcr eine britische Haftmine.<\/p>\n<p>Zusammen mit von Schlabrendorf schmuggelte von Tresckow am 13. M\u00e4rz 1943 eine als zwei Flaschen Cointreau getarnte Box in Hitlers Flugzeug nach Rastenburg, das war der Flugplatz f\u00fcr die Wolfsschanze, Hitlers Hauptquartier.<\/p>\n<p>Das P\u00e4ckchen wurde im Frachtraum des Flugzeugs transportiert, wo es wohl vereiste. Der Z\u00fcnder versagte.<\/p>\n<p>Die n\u00e4chste Gelegenheit zu einem Attentat bot sich aber schon 10 Tage sp\u00e4ter.<\/p>\n<p>Am 21. M\u00e4rz 1943 fand der erste \u00f6ffentliche Auftritt Hitlers&nbsp; nach der Kapitulation der 6. Armee&nbsp; in Stalingrad statt. Hitler sollte im Berliner Zeughaus eine Ausstellung russischer Beutewaffen besichtigen.<\/p>\n<p>von Gersdorff&nbsp; hatte sich bereit erkl\u00e4rt, sich mit Hitler in die Luft zu sprengen. Aber Hitler hetzte durch die Ausstellung und verlie\u00df sie bereits nach zwei Minuten wieder.<\/p>\n<p>Von Gersdorf konnte gerade noch die Bombe auf der Toilette entsch\u00e4rfen.<\/p>\n<p>Vom 25.Juli-9. Oktober 1943 war er in die F\u00fchrerreserve nach Berlin versetzt.<\/p>\n<p>Als Sekret\u00e4rin forderte er Margarethe von Oven an. Er vertraute ihr voll, da sie die beste Freundin seiner Ehefrau war.<\/p>\n<p>Sie tippte Anordnungen und Verf\u00fcgungen, die als \u201eOperation Walk\u00fcre\u201c den sp\u00e4teren Staatsstreich vorbereiteten.Die Operation Walk\u00fcre waren urspr\u00fcnglich<\/p>\n<p>Planungen der Wehrmacht zur Unterdr\u00fcckung eines m\u00f6glichen Aufstandes gegen das nationalsozialistische Regime. Er wurde von den Widerstandsk\u00e4mpfern um Claus Schenk Graf von Stauffenberg und von Tresckow f\u00fcr ihren Umsturzplan umfunktioniert. <\/p>\n<p>Sie passten den Plan der Wehrmacht unauff\u00e4llig an die Bed\u00fcrfnisse, die nach einem Attentat auf Hitler notwendig geworden w\u00e4ren, an.<\/p>\n<p>Generalfeldmarschall von Witzleben sollte nach gelungenem Attentat auf Hitler neuer Oberbefehlshaber der Wehrmacht werden.<\/p>\n<p>Von Treschkow und Stauffenberg hatten sich 1943 kennengelernt, als dieser 1943 nach Berlin versetzt worden war.Er war mittlerweile auch Regimegegner geworden und suchte nun bewusst Kontakte im milit\u00e4rischen Widerstand.<\/p>\n<p>Es ging jetzt nur noch darum , einen entschlossenen Attent\u00e4ter zu finden.<\/p>\n<p>Von Tresckow hatte keinen unmittelbaren Zugang zu Hitler.<\/p>\n<p>Im Oktober 1943 wurde von Tresckow wieder an die Ostfront versetzt.<\/p>\n<p>Dadurch wurde er von den Vorg\u00e4ngen in Berlin isoliert. <\/p>\n<p>Von Stauffenberg wurde nun die zentrale Figur der Verschw\u00f6rer.<\/p>\n<p>Anfang 1944 konnte von Tresckow mit Rittmeister Eberhard von Breitenbuch (1910-1980)einen Hitlerattent\u00e4ter rekrutieren.<\/p>\n<p>Am 11. M\u00e4rz 1944 war er bei einer Lagebesprechung am Obersalzberg bei Berchtesgaden dabei. Erstmals aber lie\u00dfen Wachoffiziere der SS Ordonanzoffiziere entgegen der bisherigen Praxi ohne Begr\u00fcndung<\/p>\n<p>nicht zur Besprechung zu. Von Breitenbuch sa\u00df \u00fcber anderthalb Stunden mit geladener Browning im Vorzimmer im Irrglauben, man habe von den Pl\u00e4nen der Verschw\u00f6rer erfahren.<\/p>\n<p>Das geplante Attentat konnte nat\u00fcrlich nicht stattfinden.<\/p>\n<p>Am 20. Juli 1944&nbsp; unternahm von Stauffenberg dann das Attentat auf Hitler.<\/p>\n<p>Er erfuhr am Nachmittag des 20. Juli wohl von Stauffenberg, dass das Attentat gescheitert sei.<\/p>\n<p>Am 21.Juli fuhr er&nbsp; an die Front nahe Ostr\u00f3w Mazowiecki (Bezirk Bialystok)und erschoss sich, einen Partisanen\u00fcberfall vort\u00e4uschend.<\/p>\n<p>Er wollte nicht bei der zu erwartenden Folter Namen weiterer Beteiligte preisgeben m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Am 24. Juli meldete der&nbsp; Wehrmachtbericht, dass der Generalmajor \u201ein vorderster Linie den Heldentod\u201c gefunden habe. Sein Leichnam wurde n ach Wartenberg \u00fcberf\u00fchrt und dort ohne milit\u00e4rische Ehren bestattet.<\/p>\n<p>Ger\u00fcchte \u00fcber einen Suicid verdichteten sich. <\/p>\n<p>Als die Gestapo die Beteiligung von Tresckows aufgedeckt hatte, wurde er durch den \u201eEhrenhof\u201c des Deutschen Heeres aus der Wehrmacht ausgesto\u00dfen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/4\/42\/Bundesarchiv_Bild_146-1978-043-13%2C_Erwin_v._Witzleben.jpg\/250px-Bundesarchiv_Bild_146-1978-043-13%2C_Erwin_v._Witzleben.jpg\" width=\"250\" height=\"404\"><\/p>\n<p>Generalfeldmarschall Erwin von Witzleben wurde am 4. Dezember 1881 in Breslau geboren.<\/p>\n<p>Im Ersten Weltkrieg war er 1914 Hauptmann und Kompaniechef im Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 6 .<\/p>\n<p>Er k\u00e4mpfte bei bei Verdun, in der Champagne und in Flandern. Er wurde schwer verwundet.<\/p>\n<p>Den Krieg beendete er als Erster Generalstabsoffizier der 121. Infanterie-Division. <\/p>\n<p>Nach dem Krieg wurde er als Kompaniechef \u00fcbernommen in die Reichswehr \u00fcbernommen.<\/p>\n<p>1934 wurde er zum Generalmajor ernannt und als Kommandeur zur 3. Division in Potsdam versetzt. <\/p>\n<p>Schon 1934 bekannte er Farbe.<\/p>\n<p>Nach der Ermordung der Generale Kurt von Schleicher (1882-1934)und Ferdinand von Bredow(1884-01.07.1934)&nbsp; wurde er beim Chef der Heeresleitung vorstellig und protestierte&nbsp; gegen die Ermordung der beiden Generale&nbsp; und eine forderte gerichtliche Untersuchung. <\/p>\n<p>Sein milit\u00e4rischer Aufstieg ging aber weiter.<\/p>\n<p>Er wurde als Nachfolger von General Werner von Fritsch (1880-1939) Befehlshaber des Wehrkreises III in Berlin. <\/p>\n<p>1936 wurde er zum General der Infanterie bef\u00f6rdert.<\/p>\n<p>Ab 1937 versuchte er Hitler zu st\u00fcrzen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Sudetenkrise wurde die Septemberverschw\u00f6rung (siehe unter Oster)geplant.<\/p>\n<p>Beteiligt waren neben Hans Oster, Paul von Hase (1885-8. August 1944, hingerichtet), Erich Hoepner (1886-8. August 1944, hingerichtet) und Franz Halder (1884-1972)<\/p>\n<p>Hitlers Erfolg beim M\u00fcnchner Abkommen entzog dem geplanten Staatsstreich aber den Boden.<\/p>\n<p>Im September 1939 \u00fcbernahm der wenig sp\u00e4ter zum Generaloberst bef\u00f6rderte Witzleben den Oberbefehl \u00fcber die im Westen stationierte 1. Armee.<\/p>\n<p>Beim Angriff auf Frankreich am 10. Mai 1940 \u00fcberwand&nbsp; die Heeresgruppe C , bei der er k\u00e4mpfte, die Maginotlinie.<\/p>\n<p>Am 17. Juni mussten mehrere franz\u00f6sische Divisionen kapitulieren.<\/p>\n<p>Von Witzleben wurde mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet.<\/p>\n<p>Am 19. Juli wurde er zusammen mit 11 weiteren Gener\u00e4len zum Generalfeldmarschall bef\u00f6rdert.<\/p>\n<p>Mitte M\u00e4rz 1942 wurde er angeblich aus gesundheitlichen Gr\u00fcnden in die F\u00fchrerreserve versetzt.<\/p>\n<p>Franz Halder hatte sich mittlerweile von der milit\u00e4rischen Opposition distanziert.<\/p>\n<p>Auf dessen Betreiben war von Witzleben in die F\u00fchrerreserve versetzt worden.<\/p>\n<p>Er wurde durch von Rundstedt ersetzt.<\/p>\n<p>Die Verschw\u00f6rer um von Stauffenberg hatten ihm beim geplanten Staatstreich eine Schl\u00fcsselrolle zugedacht.<\/p>\n<p>Er sollte nach Hitlers Tod den Oberbefehl&nbsp; \u00fcber die gesamte Wehrmacht \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>Am 20. Juli 1944 hielt er sich zun\u00e4chst im Oberkommando des Heeres in der Bendlerstra\u00dfe in Berlin auf.Nach dem missgl\u00fcckten Attentat wurde er am n\u00e4chsten Tag<\/p>\n<p>auf dem Gut seines Adjutanten Wilhelm Graf zu Lynar (1899- 29. September 1944, hingerichtet) verhaftet .<\/p>\n<p>Er wurde am 02.08 1944 von dem an diesem Tag eingerichteten \u201cEhrenhof\u201d unter Vorsitz von Rundstedt unehrenhaft aus der Wehrmacht ausgesto\u00dfen.<\/p>\n<p>Dieser hatte die Aufgabe, Mitglieder der Wehrmacht, die am Attentat vom 20. Juli 1944 mitgewirkt hatten, aus der Wehrmacht auszusto\u00dfen.<\/p>\n<p>Damit war nicht mehr ein milit\u00e4risches Gericht f\u00fcr sie zust\u00e4ndig.<\/p>\n<p>Sie konnten von der politischen Justiz des Volksgerichtshof verurteilt werden.<\/p>\n<p>Die Verhandlung fand am 07.\/08. gegen ihn und 7 weitere Beteiligte, unter ihnen Erich Hoepner (1886- 08.08.1944, hingerichtet) statt.<\/p>\n<p>Die Verhandlung wurde von Roland Freisler geleitet.<\/p>\n<p>Alle 8 Beklagten wurden am 8. August zum Tod verurteilt und noch am selben Tag hingerichtet, auf ausdr\u00fccklichen Befehl Hitlers durch Erh\u00e4ngen<\/p>\n<p>und nicht wie sonst bei Milit\u00e4rangeh\u00f6rigen durch Erschie\u00dfen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/d\/d9\/Bundesarchiv_Bild_183-R63893%2C_Carl_Heinrich_von_St%C3%BClpnagel.jpg\/250px-Bundesarchiv_Bild_183-R63893%2C_Carl_Heinrich_von_St%C3%BClpnagel.jpg\" width=\"250\" height=\"383\"><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Carl-Heinrich von St\u00fclpnagel wurde am 2. Januar 1886 in Berlin geboren. Er entstammte einem alten uckerm\u00e4rkischem Adelsgeschlecht.<\/p>\n<p>Am Ende des Ersten Weltkrieges war St\u00fclpnagel Erster Generalstabsoffizier der 18. Infanterie-Division an der Westfront.<\/p>\n<p>In der Reichswehr brachte er es bis zum Oberst i. G. 1932.<\/p>\n<p>Bis 1933 arbeitete er zusammen mit mit Generalmajor Ludwig Beck (s.o.) eine Dienstvorschrift f\u00fcr die &#8222;Truppenf\u00fchrung&#8220; aus.<\/p>\n<p>Seine privaten Interessen lagen an G\u00e4rten um 1730. Dazu verfasste er verschieden Schriften.<\/p>\n<p>Ab 1. Dezember 1932 \u00fcbernahm er die Leitung der Abteilung Fremde Heere, die unter diesem Namen bis 1938 arbeitete.<\/p>\n<p>Zwischen 1934 und 1935 wurden die Aufsplittung der der Aufgaben zur Feindlageanalyse zwischen der Reichswehr und der Luftwaffe vorgenommen.<\/p>\n<p>Das geschah in seiner Amtszeit.<\/p>\n<p>Zwei politische Ereignisse des Jahres 1934 verst\u00e4rkten seine kritische Distanz zum Nationalsozialismus.<\/p>\n<p>Am 25. M\u00e4rz 1934 wurde der \u00f6sterreichische Bundeskanzler Engelbert Dollfu\u00df (1892-1934) von \u00f6sterreichischen Nationalsozialisten erschossen.<\/p>\n<p>Die Absprachen zur Vorbereitung des Putsches und damit in die tats\u00e4chliche Vorgehensweise der Machthaber in Berlin gegen die Dollfu\u00df-Regierung in Wien hatte er in Berlin&nbsp; miterlebt.<\/p>\n<p>Kurz danach&nbsp; am 30. 1934&nbsp; wurden im sogenannten R\u00f6hmputsch, einer \u201eS\u00e4uberungsma\u00dfnahme\u201c&nbsp; im Deutschen Reich rund 100 Personen von SS, SD und Gestapo ermordet, im Wesentlichen die F\u00fchrungsriege der SA, aber auch andere, bei Hitler in Ungnade gefallene Parteig\u00e4nger, politische Gegner, Juden und vollkommen Unbeteiligte. So wurden die beiden Reichswehrgenerale Kurt von Schleicher (1882-1934, Reichskanzler 1932-1933) und Ferdinand von Bredow (1884-1934) ermordet.<\/p>\n<p>Auch Gustav Ritter von Kahr (1862\u20131934, Generalstaatskommissar 1923\u20131924), den Hitler f\u00fcr den gescheiterten Putsch 1923 verantwortlich machte, fiel dem Mordkomplott zum Opfer.<\/p>\n<p>Hitlers innerparteilicher Rivale Gregor Strasser (1892- 30.06.1934 in Berlin) wurde ebenfalls ermordet.<\/p>\n<p>Zu den politischen Gegnern ist Erich Klausener (1885-30\u00f6. Juni 1934 in Berlin)zu rechnen. Er war Leiter der Katholischen Aktion in Berlin, eine Laienbewegung der katholischen Kirche.<\/p>\n<p>Auf dem m\u00e4rkischen Katholikentages am 24. Juni 1934 im Hoppegarten hielt er eine leidenschaftliche Rede vor 60.000 Zuschauer.<\/p>\n<p>Er forderte f\u00fcr die Katholiken das Recht , ihr innerkirchliches Leben ungest\u00f6rt f\u00fchren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Diese Rede war in den Augen vieler Beobachter ausschlaggebend f\u00fcr seine sp\u00e4tere Ermordung.<\/p>\n<p>Diese beiden Ereignisse zeigten von St\u00fclpnagel die Skrupellosigkeit des NS-Systems, Personen, die andere Auffassungen zur Erreichung eines politischen Zieles haben, durch Mord aus dem Wege zu r\u00e4umen. Dies&nbsp; pr\u00e4gte seine Motivation nachhaltig. <\/p>\n<p>Er war in die Septemberverschw\u00f6rung von 1938 eingeweiht.<\/p>\n<p>Er geh\u00f6rte auch im Winter 1939\/40 zu den entschiedenen Gegnern Hitlers im Generalstab des Heeres.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der zweiten Phase des Westfeldzugs f\u00fchrte er zeitweilig das II. Armeekorps. Anschlie\u00dfend wurde er Vorsitzender der deutsch-franz\u00f6sischen Waffenstillstandskommission bis zum Dezember 1940. <\/p>\n<p>Im Russlandfeldzug f\u00fchrte die 17. Armee als Kommandierender General. So wurde er mit den Morden an Juden in der Ukraine konfrontiert.<\/p>\n<p>Da er die Besatzungs-und Eroberungspolitik ablehnte, reichte er am 4. Oktober 1941 seinen R\u00fccktritt als Oberbefehlsheber der 17. Armee ein, offiziell als Krankmeldung<\/p>\n<p>Im Februar 1942 wurde er&nbsp; als Nachfolger seines entfernten Verwandten Otto von St\u00fclpnagel(1878-1946) zum Milit\u00e4rbefehlshaber in Frankreich mit Sitz in Paris ernannt, was er bis Juli 1944 blieb.<\/p>\n<p>Im Verwaltungsstab von St\u00fclpnagel gab es eine Reihe von Verschw\u00f6rern. Casar von Hofacker (1896-20.12.1944 in Pl\u00f6tzensee hingerichtet) war wohl der eigentliche Anf\u00fchrer der Widerstandsbewegung im Westen.<\/p>\n<p>Elmar Michel (1897-1977) war Leiter der zivilen Gesamtverwaltung beim deutschen Milit\u00e4rbefehlshaber Frankreich. Er wurde im Juni 1944 von Hofacker in die Verschw\u00f6rungspl\u00e4ne eingeweiht und erkl\u00e4rte sich bereit, mitzumachen.<\/p>\n<p>Walter Bargatzky (1910-1998) war kein engeres Mitglied des Widerstandes.<\/p>\n<p>Aber er k\u00e4mpfte er mit Rechtsgutachten gegen die v\u00f6lkerrechtswidrige Verbringung von Kunst- und Kulturg\u00fctern aus Frankreich nach Deutschland, wenn auch ohne Erfolg. Sein widerst\u00e4ndiges Handeln lie\u00df ihn fast zwangsl\u00e4ufig in Kontakt treten mit dem Kreis der sich ab 1943\/1944 in Paris bildenden milit\u00e4rischen Opposition.<\/p>\n<p>Am 20. Juli 1944 lie\u00df von St\u00fclpnagel in Paris die wichtigsten Funktion\u00e4re und F\u00fchrer der SS, des SD und der Gestapo festnehmen. Insgesamt wurden 1.200 Angeh\u00f6rige des NS-Regimes verhaftet. <\/p>\n<p>Als die Nachricht vom Scheitern des Attentats Paris erreichte, enthob ihn Generalfeldmarschall von Kluge seines Posten.<\/p>\n<p>Er erhielt den Befehl, sich beim Oberkommando der Wehrmacht in W\u00fcnsdorf bei Berlin zu melden. Unterwegs bei Verdun lie\u00df er<\/p>\n<p>seinen Fahrer anhalten. Er stieg aus dem Wagen, schoss sich in den Kopf und st\u00fcrzte in die Maas. Er wurde aber aus dem Wasser gezogen, schwer verletzt und erblindet in ein Lazarett gebracht.<\/p>\n<p>Dort verhaftetet ihn die Gestapo.<\/p>\n<p>Er wurde am 30. August 1944 vom Volksgerichtshof unter Vorsitz von Roland Freisler zum Tod durch den Strang verurteilt und noch am selben Tag in Berlin-Pl\u00f6tzensee hingerichtet.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/c\/c8\/VStauffenberg_vQuirnheim_crop.jpg\/250px-VStauffenberg_vQuirnheim_crop.jpg\" width=\"190\" height=\"281\"><\/p>\n<p>Claus Schenk Graf von Stauffenberg wurde am 15. November 1907 auf Schloss Jettingen im Landkreis G\u00fcnzburg geboren.<\/p>\n<p>Sein Vater Alfred Schenk Graf von Stauffenberg war Oberhofmarschall bei K\u00f6nig Wilhelm II. (1891-1918) von W\u00fcrttemberg.<\/p>\n<p>Von 1913-1916 wurde er an einer Privatschule f\u00fcr Elementarunterricht unterrichtet.<\/p>\n<p>Danach besuchte er das Eberhard-Ludwigs-Gymnasium in Stuttgart.<\/p>\n<p>Am 5. M\u00e4rz 1926 legte er das Abitur ab.<\/p>\n<p>Obwohl er reges Interesse f\u00fcr Architektur hatte, entschied er sich f\u00fcr den Milit\u00e4rdienst.<\/p>\n<p>Am 1. April 1926 trat er als Fahnenjunker in das 17. Bayerische Reiter-Regiment in Bamberg ein. <\/p>\n<p>Die Offizierspr\u00fcfung bestand er als 6. bester seines Jahrgangs.<\/p>\n<p>Am 1. Januar 1930 wurde er zum Leutnant ernannt und erhielt sein Offizierspatent.<\/p>\n<p>Er stand der Konservativen Revolution nahe. Das ist ein Sammelbegriff f\u00fcr politische Str\u00f6mungen, die sich in der Weimarer Republik entwickelten.<\/p>\n<p>Diese Str\u00f6mung hatte entschieden antiliberale, antidemokratische, antiegalit\u00e4re und ultranationalistische Z\u00fcge und wird werden von Historikern <\/p>\n<p>der vergleichenden Faschismusforschung vollst\u00e4ndig oder zumindest teilweise einem eigenst\u00e4ndigen, vom Nationalsozialismus abzugrenzenden&nbsp; \u201edeutschen Faschismus\u201c zugeordnet.<\/p>\n<p>Anfangs der 30-iger Jahre sympathisierte er wie viele gleichgesinnte Offiziere mit Adolf Hitler.<\/p>\n<p>Er sah ihn als Mann von Potential und traute ihm zu, das Volk hinter sich zu einen.<\/p>\n<p>Vor der Reichspr\u00e4sidentenwahl 1932 sprach er sich f\u00fcr Hitler und gegen den Amtsinhaber Paul von Hindenburg aus.<\/p>\n<p>Dem Gedanken des F\u00fchrertums, der Volksgemeinschaft, dem Grundsatz Gemeinnutz geht vor Eigennutz und dem Kampf gegen die Korruption, aber auch&nbsp; dem Rassengedanke und dem Wille zu einer neuen deutschbestimmten <\/p>\n<p>Rechtsordnung&nbsp; konnte er durchaus etwas abgewinnen.<\/p>\n<p>Wie die meisten Offiziere aus Stauffenbergs Generation, darunter auch viele&nbsp; aus dem sp\u00e4teren Widerstand, Stand der den Zukunftsversprechen der nationalsozialistischen Bewegung und ihrem F\u00fchrer aufgeschlossen gegen\u00fcber.Aber er behielt aufgrund seines elit\u00e4ren Selbstverst\u00e4ndnisses auch eine bis in die NS-Zeit hinein wirksame Distanz gegen\u00fcber der NSDAP und ihren Parteiorganisationen wie etwa der SA aufrecht.<\/p>\n<p><sup>Am 1. Mai 1933 wurde er zum Oberleutnant bef\u00f6rdert.<\/sup><\/p>\n<p><sup>Am 26 November 1933 heiratete er seine Verlobte&nbsp; Nina Freiin von Lerchenfeld (27. August 1913 \u2013 2.4. 2006) Aus der ehe gingen 5 Kinder hervor.<\/sup><\/p>\n<p><sup>Von 1934 bis 1936 war von Stauffenberg als Bereiter-Offizier an der Kavallerieschule Hannover. Ein Bereiter ist f\u00fcr Ausbildung und Training von Pferden zust\u00e4ndig, auch f\u00fcr Pflege und \u00dcberwachung des Gesundheitszustandes der Pferde.<\/sup><\/p>\n<p><sup>Ab 1. Oktober 1936 nahm er an der Generalstabsausbildung an die Kriegsakademie in Berlin-Moabit teil.<\/sup><\/p>\n<p><sup>Dort lernte er&nbsp; Albrecht Mertz von Quirnheim (25. M\u00e4rz.1905- 20.Juli1944) und Eberhard Finckh (7. November 1899-30. August 1944, hingerichtet in Berlin-Pl\u00f6tzensee) kennen.<\/sup><\/p>\n<p><sup>Albrecht Mertz z\u00e4hlte zum engsten Kreis um von Stauffenberg und wurde in der Nacht des 20. Juli zusammen mit von Stauffenberg standrechtlich erschossen.<\/sup><\/p>\n<p><sup>Eberhard Finckh war am 20. Juli 1944 in Paris und leitete die dort die Festnahme des SD ein. Nach dem Scheitern des Anschlags wurde er nach Berlin gebracht.<\/sup><\/p>\n<p><sup>Er wurde unehrenhaft aus der Wehrmacht ausgesto\u00dfen, am 29. August 1944 vom Volksgerichtshof unter Vorsitz von Roland Freisler zum Tode verurteilt und am 30. August in Pl\u00f6tzensee hingerichtet.<\/sup><\/p>\n<p><sup>Von Stauffenberg wurde am 1. Januar 1937 zum Rittmeister bef\u00f6rdert.<\/sup><\/p>\n<p><sup>Am 1. Juli 1938 wurde er Zweiter Generalstabsoffizier bei der 1.Leichten Division in Wuppertal.<\/sup><\/p>\n<p><sup>Sein Vorgesetzter war Generalleutnant Erich Hoepner (14. September 1886- 8. August 1944&nbsp; in Pl\u00f6tzensee auf ausdr\u00fccklichen Befehl Hitlers erh\u00e4ngt)<\/sup><\/p>\n<p><sup>Die Division beteiligte sich im Oktober 1938 am Einmarsch ins Sudetenland nach dem M\u00fcnchner Abkommen.<\/sup><\/p>\n<p><sup>Im August 1939 wurde die Division nach Schlesien verlegt.<\/sup><\/p>\n<p><sup>Am 1. September 1939 \u00fcberfiel Deutschland <\/sup><sup>Polen und l\u00f6ste damit den Zweiten Weltkrieg aus.<\/sup><\/p>\n<p><sup>Der Vormarsch verlief unerwartet schnell.&nbsp; Er bereitete der Wehrmacht und auch von Stauffenberg als verantwortlicher Quartiermeister logistische Schwierigkeiten.<\/sup><\/p>\n<p><sup>Am 12. September war bereits Radom erreicht, wo die erste Kesselschlacht des 2. Weltkrieges erfolgreich geschlagen wurde.<\/sup><\/p>\n<p><sup>Stauffenberg schrieb in einem Brief an seine Frau: \u201c\u201eDie Bev\u00f6lkerung ist ein unglaublicher P\u00f6bel, sehr viele Juden und sehr viel Mischvolk. Ein Volk welches sich nur unter der Knute wohlf\u00fchlt. Die Tausenden von Gefangenen werden unserer Landwirtschaft recht gut tun. In Deutschland sind sie sicher gut zu brauchen, arbeitsam, willig und gen\u00fcgsam.\u201c (Harald Steffahn:<em> <\/em>Stauffenberg, Hamburg 2002, S. 71). Die Historiker Heinrich August Winkler und Saul Friedl\u00e4nder sehen dieses Zitat als Beleg an, dass von Stauffenberg zu diesem Zeitpunkt mit der nationalsozialistischen Rassenideologie \u00fcber einstimmte.<\/sup><\/p>\n<p><sup>W\u00e4hrend des Polenfeldzugs lie\u00df&nbsp; er einen deutschen Offizier vor ein Milit\u00e4rgericht stellen weil dieser&nbsp; zwei polnische Frauen hatte erschie\u00dfen lassen hatte.<\/sup><\/p>\n<p><sup>Der verbrecherische Charakter der NS-und Kriegsf\u00fchrung wurde ihm wohl erst in den Jahren 1941\/42 zunehmend klarer und brachte ihn zum Umdenken und schlie\u00dflich zur gezielten Kontaktsuche nach Hitlergegnern.<\/sup><\/p>\n<p><sup>Nach dem Ende der Kampfhandlungen in Polen wurde die 1. Leichte Division an den Standort Wuppertal zur\u00fcckgef\u00fchrt.<\/sup><\/p>\n<p><sup>Sie wurde zur zur 6. Panzer-Division unter dem Befehl von Generalmajor Werner Kempf (1886-1964) umgegliedert .<\/sup><\/p>\n<p><sup>Die Division wurde in den Bereitstellungsraum an die Westfront verlegt.<\/sup><\/p>\n<p><sup>Der Westfeldzug wurde vom Oberbefehlshaber des Heeres Walther von Brauchitsch (1881-1948) und Generalstabschef Franz Halder (1884-1972) f\u00fcr nicht vertretbar gehalten.<\/sup><\/p>\n<p><sup>Sie n\u00e4herten sich kurzzeitig der milit\u00e4rischen Opposition an und erkl\u00e4rten sich um die Jahreswende 1939\/1940 bereit, Hitler zu verhaften, sobald er den Angriffsbefehl geben w\u00fcrde.<\/sup><\/p>\n<p><sup>General von Manstein hatte den \u201cSichelschnittplan\u201d entwickelt , der f\u00fcr den Westfeldzug kriegsentscheidend war.<\/sup><\/p>\n<p>Noch vor Abschluss der Westoffensive wurde Stauffenberg von seiner Panzer-Division abgezogen und am 27. Mai 1940 zum Oberkommando des Heeres (OKH) versetzt.<\/p>\n<p>Dort \u00fcbernahm er die Leitung der Gruppe II der Organisationsabteilung .<\/p>\n<p>Er erhielt hier Einsichten, die einem normalen Generalstabsoffizier nicht m\u00f6glich waren.<\/p>\n<p>Am 18. Dezember 1940 erteilte Hitler mit der Weisung 21&nbsp; dem OKW einen F\u00fchrererlass . Darin wurde die Vorbereitung die Vorbereitung eines schnellen Feldzuges zur Niederwerfung der Sowjetunion befohlen.<\/p>\n<p>\u201cDie deutsche Wehrmacht muss vorbereitet sein, auch Vorbereitung des Krieges gegen England Sowjetrussland in einem schnellen Feldzug niederzuwerfen (Fall Barbarossa)\u201d (Bundesarchiv \u201cWeisung Nr 21 &#8211; Fall Barbarossa&#8220; Seite 1)<\/p>\n<p>Das OKH kehrte in sein Hauptquartier nach W\u00fcnstorf zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Stauffenbergs Referat arbeitete an der organisatorischen Vorbereitung des Unternehmens Barbarossa mit.<\/p>\n<p><sup><font size=\"4\">Im April 1941 wurde er zum Major i. G. bef\u00f6rdert.<\/font><\/sup><\/p>\n<p><sup><font size=\"4\">Nach \u00fcber zwei Jahren im Stabsdienst bat er um eine Frontverwendung.<\/font><\/sup><\/p>\n<p><sup><font size=\"4\">Im M\u00e4rz 1943 wurde er zur 10. Panzerdivision. Sie unterstand der 5. Panzerarmee und hatte in dieser den R\u00fcckzug von Erwin Rommels Panzergruppe Afrika gegen die Alliierten abzudecken.<\/font><\/sup><\/p>\n<p><sup><font size=\"4\">Sein Kommandeur war Generalmajor Friedrich von Broich (1896-1974, von 12. Mai 1943 bis 7.Oktober 1947 in britischer Kriegsgefangenschaft).<\/font><\/sup><\/p>\n<p><sup><font size=\"4\">Zu diesem hatte er ein Vertrauensverh\u00e4ltnis.<\/font><\/sup><\/p>\n<p><sup><font size=\"4\">Am 7. April 1943 geriet Stauffenbergs K\u00fcbelwagen unter Beschuss britischer Jagdflieger.<\/font><\/sup><\/p>\n<p><sup><font size=\"4\">Er wurde schwer verwundet. In einem Feldlazarett bei Sfax musste ihm seine zerschossene rechte Hand sowie Ring- und Kleinfinger der linken Hand amputiert werden.<\/font><\/sup><\/p>\n<p><sup><font size=\"4\">Er verlor auch sein linkes Auge, weil ein Geschoss&nbsp; bis in den Sch\u00e4delknochen gelangt war.<\/font><\/sup><\/p>\n<p><sup><font size=\"4\">\u00dcber das Kriegslazarett Tunis-Carthago gelangte er am 21. April 1943 in in das Reservelazarett M\u00fcnchen 1. Dort wurde er in der chirurgischen Abteilung von Max Lebsche (1886-1957) behandelt.<\/font><\/sup><\/p>\n<p><sup><font size=\"4\">Lebsche war ein Gegner des Nationalsozialismus. So organisierte er ein Treffen mit Pfarrer Muhler (1892-1963)(ab 1953 Stadtpfarrer in M\u00fcnchen) und dem&nbsp; Jesuitenprovinzial P. Augustin R\u00f6sch S.J. (1893-1961).<\/font><\/sup><\/p>\n<p><sup><font size=\"4\">Bei diesem Treffen informierte Pfarrer Muhler P. R\u00f6sch \u00fcber die drohende Beschlagnahme von 24 Kl\u00f6stern in Elsass und Lothringen. P. R\u00f6sch geh\u00f6lrte zusammen mit den Patres Delp und K\u00f6nig zum <\/font><\/sup><\/p>\n<p><sup><font size=\"4\">\u201cM\u00fcnchner Zweig \u201c des Kreisauer Kreises.<\/font><\/sup><\/p>\n<p>In M\u00fcnchen wurde von Stauffenberg durch seinen&nbsp; Onkel, dem Bruder von Stauffenbergs Mutter, Nikolaus Graf von \u00dcxk\u00fcll-Gyllenband betreut.<\/p>\n<p>Am 1. Mai 1933 trat dieser in die NSDAP ein.<\/p>\n<p>Allerdings widersprach die Art und Weise, in der die Nazis ihre Politik umsetzten, seinem Verst\u00e4ndnis von Anstand, Ehre und Tradition.<\/p>\n<p>Seine Bedenken und Skrupel vermittelte er seinen Neffen Claus und versuchte sie schon 1939 f\u00fcr den Widerstand zu gewinnen.<\/p>\n<p>1943 wurde Nikolaus in die Umsturzpl\u00e4ne eingeweiht.<\/p>\n<p>Vom Attentat erfuhr er in Lautlingen. 2 Tage sp\u00e4ter wurde er von der Gestspo verhaftet und nach Berlin gebracht.<\/p>\n<p>Am 13. September 1944 wurde er unter Roland Freisler zum Tode verurteilt und am 14. September erh\u00e4ngt.<\/p>\n<p>Nach seinem Lazarettaufenthalt kehrte von Stauffenberg am 3. Juli 1943 nach Lautlingen zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Im Herbst 1943 lie\u00df er sich nach Berlin versetzen und suchte dort bewusst Kontakt zu Hitlergegnern um General Friedrich Olbricht (1888-20. Juli 1944,standrechtlich erschossen) an.<\/p>\n<p>Er kam schon 1938 Hans Osten (s.o.) in Kontakt mit den Widerstandskreisen um Generaloberst Ludwig Beck.<\/p>\n<p>Ab 15. Februar 1940 war er Leiter Allgemeinen Heeresamtes im Oberkommando des Heeres.<\/p>\n<p>Ab 1943 wurde er zus\u00e4tzlich Leiter des Wehrersatzamtes beim Oberkommando der Wehrmacht. <\/p>\n<p>Er beteiligte sich an den Planungen zum Attentat auf Hitler.<\/p>\n<p>1943 forderte er Claus Schenk Graf von Stauffenberg und Albrecht Ritter Mertz von Quirnheim (1905-20.&nbsp; Juli 1944, standrechtlich erschossen) als Mitarbeiter an.<\/p>\n<p>Er wurde nach dem gescheiterten Attentat ebenfalls standrechtlich erschossen.<\/p>\n<p>Die Hinwendung von Stauffenbergs zum milit\u00e4rischen Widerstand geschah auch aus der Erkenntnis, dass nur die Wehrmacht, auch weil sie von der Gestapo und dem SD kam infiltriert war,<\/p>\n<p>\u00fcber die notwendigen Machtmittel zu einem Umsturz verf\u00fcgte.<\/p>\n<p>Ein Gro\u00dfteil der Verschw\u00f6rer stammte aus den konservativen Kreisen von B\u00fcrgertum, Adel und Milit\u00e4r und lehnte eine parlamentarische Demokratie als Staatsform ab.<\/p>\n<p>Von Stauffenberg&nbsp; strebte aber wohl eine breite Basis an. So forderte er die Aufnahme von Sozialdemokraten wie Julius Leber&nbsp; (1891-5. Januar 1945, in Pl\u00f6tzensee hingerichtet) in die neu zu bildende Regierung. Diesen hatte er<\/p>\n<p>\u00fcber&nbsp; seinen Cousin Graf Yorck von Wartenburg kennengelernt. Leber hatte Kontakt zu Carl Friedrich Goerdeler und zum Kreisauer Kreis. Zu ihm hatte von Stauffenberg ein besonderes Vertrauensverh\u00e4ltnis.<\/p>\n<p>In den Putschpl\u00e4nen war er als Innenminister vorgesehen.<\/p>\n<p>Auch ein B\u00fcndnis mit den Kommunisten strebte er an, um eine m\u00f6glichst breite Unterst\u00fctzung f\u00fcr den Umsturz und eine danach zu erschaffende Neuordnung des Staates zu erlangen.<\/p>\n<p>Am 22. Juni 1944 traf er sich mit den Sozialdemokraten Julius Leber und Adolf Reichwein und den Kommunisten Anton Saefkow (1903- 18. September 1944, hingerichtet) und Franz Jacob(1906-18. September 1944, hingerichtet) .<\/p>\n<p>Da bei diesem Treffen auch der Gestapo-Spitzel Ernst Rambow anwesend war, wurde Leber Anfang Juli 1944 von der Gestapo verhaftet.<\/p>\n<p>Von Stauffenberg hatte, als er in Berlin zur\u00fcck war, mit Olbricht, Albrecht Mertz von Quirnheim und Henning von Tresckow die Pl\u00e4ne&nbsp; f\u00fcr das Unternehmen Walk\u00fcre ausgearbeitet. <\/p>\n<p>Offiziell diente dieser Plan der Niederwerfung m\u00f6glicher Unruhen im Inneren, etwa bei einem Aufstand der zahlreichen Zwangsarbeiter.<\/p>\n<p>Von Stauffenberg und von Tresckow erg\u00e4nzten diesen Plan und hatten somit einen getarnten Umsturzplan f\u00fcr einen Staatsstreich.<\/p>\n<p>Die geplante Ermordung Hitlers sollte \u201cfrontfremden Parteifunktion\u00e4ren\u201d angelastet werden.<\/p>\n<p>Man hatte damit einen Grund, f\u00fcr die Verhaftung der Angeh\u00f6rigen von NSDAP, SS, SD und Gestapo.<\/p>\n<p>Die Befehlshaber der Wehrkreiskommandos im gesamten Gro\u00dfdeutschen Reich sollten sofort nach der Ausl\u00f6sung von<em> <\/em>Walk\u00fcre die nun notwendigen Befehle erhalten.<\/p>\n<p>Die milit\u00e4rische Lage war sp\u00e4testens seit der Invasion&nbsp; so aussichtslos geworden, dass kaum jemand noch an den \u201cEndsieg\u201d glaubte.<\/p>\n<p>Mitte Juni 1944 wurde von Stauffenberg Chef des Stabes des Befehlshabers des Ersatzheeres. Am 1. Juli 1944 wurde er zum Oberst i.G. bef\u00f6rdert.<\/p>\n<p>Eine Schwachstelle des Planes war, dass von Stauffenberg das Attentat ausf\u00fchren musste aber au\u00dferdem von Berlin aus den geplanten Staatsstreich leiten musste.<\/p>\n<p>Am 11. Juli 1944 und am 15. Juli&nbsp; waren Lagebesprechungen anberaumt, am 11. Juli auf dem Berghof bei Berchtesgaden, am 15. Juli&nbsp; im F\u00fchrerhauptquartier Wolfsschanze.<\/p>\n<p>Beide Gelegenheiten brach er vorzeitig ab, weil entweder Heinrich Himmler oder Hermann G\u00f6ring nicht anwesend war.<\/p>\n<p>Am 20. Juli sollte der Anschlag auf keinen Fall abgeblasen werden.<\/p>\n<p>Am 20. Juli 1944 flog von Stauffenberg mit seinem Adjutanten, Oberleutnant Werner von Haeften (1908-20. Juli 1944) zur Wolfsschanze bei Rastenburg in Ostpreussen.<\/p>\n<p>Die Besprechung war wegen eines geplanten Besuchs von Benito Mussolini unerwartet um eine halbe Stunde vorverlegt worden.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem fand sie nicht&nbsp; wie \u00fcblich in einem Betonbunker, sondern in einer leichten Holzbaracke statt. Die Sprengladung konnte&nbsp; so nicht die erhoffte Wirkung entfalten. <\/p>\n<p>Stauffenberg stellte seine Aktentasche mit der Sprengladung neben einem massiven Tischblock etwa zwei Meter von Hitler entfernt ab. <\/p>\n<p>Der Tischblock schw\u00e4chte die Wirkung der Sprengladung weiter ab.<\/p>\n<p>Von Stauffenberg verlie\u00df die Besprechung unter dem Vorwand, telefonieren zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Von Haeften und Stauffenberg&nbsp; konnten die Wolfsschanze rechtzeitig verlassen, in dem festen Glauben, Hitler sei tot.<\/p>\n<p>Aber schon wenige Minuten nach dem Scheitern wurde in Berlin klar, dass Hitler \u00fcberlebt hatte. Joseph Goebbels wurde in Berlin gegen 13:00 verst\u00e4ndigt, <\/p>\n<p>dass das Attentat gescheitert sei.<\/p>\n<p>Walk\u00fcre wurde erst gegen 16.30, also etwa 4 Stunden nach dem Attentat ausgel\u00f6st.<\/p>\n<p>Da kamen schon Fernschreiben aus der Wolfsschanze an, dass Befehle aus dem Bendlerblock ung\u00fcltig seien.<\/p>\n<p>Die meisten Offiziere au\u00dferhalb des Bendlerblocks verhielten sich wegen dieser widerspr\u00fcchlichen Lage abwartend. Die Fernschreiben der Verschw\u00f6rer mit den Walk\u00fcre-Befehlen wurden weitgehend nicht befolgt. <\/p>\n<p>Gegen 22:30 wurde Stauffenberg und seine Mitverschw\u00f6rer von regimetreuen Offizieren verhaftet.<\/p>\n<p>Generaloberst Fromm (1888-12. M\u00e4rz 1945, hingerichtet) gab unter Berufung auf ein Standgerichtsurteil den Befehl<\/p>\n<p>Claus Schenk Graf von Stauffenberg gemeinsam mit Werner von Haeften, Albrecht Ritter Mertz von Quirnheim und Friedrich Olbricht zu erschie\u00dfen.<\/p>\n<p>Fromm kannte die Umsturzpl\u00e4ne und tolerierte sie, beteiligte sich aber nicht an ihnen.<\/p>\n<p>Fromms eigenm\u00e4chtige Entscheidung, die greifbaren Attent\u00e4ter sofort standrechtlich hinrichten zu lassen, erz\u00fcrnte Hitler.<\/p>\n<p>Zum einen war das nach dem milit\u00e4rischen Ehrenkodex eine vergleichsweise wenig ehrenr\u00fchrige Hinrichtungsart. Zum andern konnten sie von der Gestapo nicht verh\u00f6rt und gefoltert werden.<\/p>\n<p>Somit konnten auch keine Informationen \u00fcber weitere Informationen \u00fcber Mitverschw\u00f6rer gesammelt werden.<\/p>\n<p>Nachdem allm\u00e4hlich ruchbar wurde, dass Fromm Kenntnis von den Umsturzpl\u00e4nen wusste, wurde er am 14. September 1944 aus dem Heer entlassen.<\/p>\n<p>So konnte er vor den Volksgerichtshof gestellt werden. <\/p>\n<p>Eine direkte Beteiligung konnte ihm nicht nachgewiesen werden.<\/p>\n<p>Er wurde wegen Feigheit vor dem Feind zum Tode verurteilt und am&nbsp; 12. M\u00e4rz 1945 im Zuchthauses Brandenburg-G\u00f6rden erschossen.<\/p>\n<p>Damit war das letzte von insgesamt 42 Attentaten auf Adolf Hitler gescheitert.<\/p>\n<p>Die ersten Attentatsversuche sind schon in den 1920-er Jahren belegt.<\/p>\n<p>Hitler hatte Angst vor Attentaten.<\/p>\n<p>Schon in den 1920 \u2013Jahren hatte er er private Leibw\u00e4chter besch\u00e4ftigt. Als er 1933 Reichskanzler wird, \u00fcbernahm die Gestapo seinen Schutz.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem erhielt er &#8222;Leibstandarte SS Adolf Hitler&#8220;. \u00dcber 20 Soldaten bewachten ihn. Sie waren ausgewiesene Spezialisten im Personenschutz. <\/p>\n<p>Auch gepanzerte Flugzeuge und Limousinen standen ihm zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>Die F\u00fchrermaschine war eine Spezialanfertigung. Die viermotorige Focke Wulf 200 Condor hatte st\u00e4rkere Motoren und besondere Sicherheitsvorkehrungen: Es gab zwei Maschinengewehr-Kanzeln oben und unten und einen Notausstieg. Im Ernstfall konnte<\/p>\n<p> Hitler diesen mit einem Hebel neben seinem Sitz \u00f6ffnen und dann mit einem Fallschirm abspringen. Sp\u00e4ter kam noch eine Panzerung seiner Kabine dazu, ebenso wie ein Schleudersitz. <\/p>\n<p>Auch der Wagen des F\u00fchrers war nicht irgendein Auto. Es war eines der schwersten und schnellsten Fahrzeuge, die Daimler-Benz liefern konnte. Mit Kruppstahl gepanzert. Seiten- und Windschutzscheiben bestehen aus dickem Panzerglas. Angeblich waren auch die Reifen gegen Beschuss gesch\u00fctzt. Dem Auto folgten immer mindestens zwei Wagen des SS-Begleitkommandos mit je sechs Mann Besatzung. <\/p>\n<p>Dazu kam was Hitler selbst einmal in Bezug auf Anschl\u00e4ge gesagt haben soll: &#8222;Das einzige Gegenmittel ist ein unstetes Leben\u201c<\/p>\n<p>Er nahm stets andere Wege, sagte Reisen erst kurz zuvor zu oder im letzten Moment wieder ab und verlie\u00df Veranstaltungen fr\u00fcher als geplant. <\/p>\n<p>Der SD \u00fcberpr\u00fcfte alle \u00d6rtlichkeiten, bevor Hitler auch nur einen Fu\u00df dorthin setzt. Au\u00dferdem sorgte er daf\u00fcr, dass Hitlers Aufenthaltsorte und Pl\u00e4ne m\u00f6glichst lange geheim <\/p>\n<p>blieben.<\/p>\n<p>Um nicht Giftanschl\u00e4gen zum Opfer zu fallen,lie\u00df er sich von einem eigenen Koch verk\u00f6stigen. Und er a\u00df er nicht mehr einen Bissen, bevor sein Leibarzt die Speisen nicht vorgekostet hatte.<\/p>\n<p>Das Regime nahm blutig Rache. <\/p>\n<p>\u00dcber 700 Personen wurden inhaftiert, \u00fcber 110 Personen wurden hingerichtet.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Milit\u00e4rs lie\u00df Hitler am 2. August 1944 den \u201eEhrenhof der Wehrmacht\u201c errichten.<\/p>\n<p>Wehrmachtsangeh\u00f6rige konnten aus unehrenhaft aus der Wehrmacht ausgesto\u00dfen werden. Das Milit\u00e4rstrafrecht war nicht anwendbar und so konnten<\/p>\n<p>Wehrmachtsangeh\u00f6rige vor den Volksgerichtshof gestellt werden.<\/p>\n<p>Es kam zu mehr als 50 Prozessen mit mehr als 200 Angeklagten und mehr als 100 Todesurteilen.<\/p>\n<p>Die Familien der Verschw\u00f6rer verfielen der Sippenhaft. Die Kinder erhielten andere Familiennamen und wurden in Kinderheime verbracht.<\/p>\n<p>Das funktionierte nur so gut, weil die Justiz reibungslos mitarbeitete.<\/p>\n<p>Reichsjustizminister war Otto Thierack . <\/p>\n<p>Volksgerichtshofspr\u00e4sident war Roland Freisler (1893-3. Februar 1945 bei einem Bombenangriff in Berlin)<\/p>\n<p>Seine Witwe Marion Russegger (1910\u20131997) erhielt bis zu ihrem Tod Rente und ab 1974 zus\u00e4tzlich einen Berufsschadensausgleich, weil so die Begr\u00fcndung<\/p>\n<p>im Falle Freisler unterstellt werden m\u00fcsse, dass er, wenn er den Krieg \u00fcberlebt h\u00e4tte, als Rechtsanwalt oder Beamter des h\u00f6heren Dienstes ein h\u00f6heres Einkommen erzielt h\u00e4tte(!).<\/p>\n<p>Oberreichsanwalt beim Volksgerichtshof war Ernst Lautz (1887-1979).<\/p>\n<p>Er wurde am 14. Dezember 1947 im N\u00fcrnberger Juristenprozess wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu zehn Jahren Haft verurteilt. <\/p>\n<p>Am 31. Januar 1951 entschied der amerikanische Hohe Kommissar John Jay McCloy (1889-1995) dem Gnadengesuch von Lautz stattzugeben und setzte seine Strafe auf den verb\u00fc\u00dften Teil herab.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><sup><font size=\"4\"><\/font><\/sup><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Widerstand tat sich schwer in Deutschland, so wie auch die Deutschen gro\u00dfe Schwierigkeiten mit Menschen hatten, die Widerstand leisteten. Oft wurde das mit Vaterlands oder Volksverrat bezeichnet, auch noch nach dem Krieg. In der ersten Meinungsumfrage 1951 missbilligten 30 % der westdeutschen Bev\u00f6lkerung das Attentat vom 20. Juli, 30 % hatten keine Meinung und [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[24],"tags":[],"class_list":["post-3420","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-personen-der-geschichte"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3420","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3420"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3420\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3421,"href":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3420\/revisions\/3421"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3420"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3420"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3420"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}