{"id":3338,"date":"2025-07-19T10:17:51","date_gmt":"2025-07-19T10:17:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=3338"},"modified":"2025-07-19T10:17:51","modified_gmt":"2025-07-19T10:17:51","slug":"benediktiner-kloster-bursfelde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=3338","title":{"rendered":"Benediktiner Kloster Bursfelde"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/2\/20\/Bursfelde_10.jpg\/330px-Bursfelde_10.jpg\" width=\"300\" height=\"225\"><\/p>\n<p>Graf Heinrich der Fette bzw. der Reiche (sein lateinischer Beiname Crassus hat diese doppelte Bedeutung) ((* um 1055; \u2020 vor dem 10. April 1101) gr\u00fcndete 1093 Bursfelde als<\/p>\n<p>Grablege der Northeimer Grafenfamilie. Unterst\u00fctz wurde er dabei durch den Mainzer Erzbischof Ruthard (1088 \u20131109)<\/p>\n<p>Heinrich war der \u00e4lteste Sohn des Herzogs Otto von Bayern (um 1020-11.1.1083) und der Richenza von Schwaben (um 1025- M\u00e4rz vor 1083)<\/p>\n<p>Bursfelde wurde mit M\u00f6nchen aus Corvey besiedelt- In Corvey hatten die Grafen von Northeim wie auch in Bursfelde die Vogtei inne.<\/p>\n<p>Ruthard best\u00e4tigte am 15. Juli 1093 das Eigentum des neuen Klosters. <\/p>\n<p>\u201cErzbischof Ruthard von Mainz best\u00e4tigt das auf dem Grundeigentum des Magdeburger Domherrn Liudolf von Werder durch den Grafen Heinrich, den Sohn des Herzogs Otto (von Northeim), gegr\u00fcndete Kloster in Miminde an der Weser (Bursfelde) mit allen Rechten und Besitzungen auf der Synode von Heiligenstadt. \u201c&nbsp; NLA HA, Cal. Or. 100 Bursfelde, Nr. 1<\/p>\n<p>Die Urkunde ist allerdings wohl eine F\u00e4lschung<\/p>\n<p>Kloster Bursfelde liegt an der Einm\u00fcndung der Nieme in die Weser. Nicht weit davon liegt die Bramburg, erstmals 1224 erw\u00e4hnt.<\/p>\n<p>Sie wurde sehr wahrscheinlich vom Corveyer&nbsp; Abt Widukind von Spiegel (1189-1205) zum Schutz der Corveyer Besitzungen rund um Hemel gegr\u00fcndet und konnte auch den Schutz von Kloster Bursfelde \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>Kloster Corvey war bereits an den Erneuerungsbestrebungen von Cluny und Hirsau orientiert .<\/p>\n<p>So verband die Gr\u00fcndung von Bursfelde durch Graf Heinrich neben dynastischen Interessen auch Reformbestrebungen.<\/p>\n<p>Durch Unterst\u00fctzung Erzbischofs Ruthard , der ebenfalls von der Hirsauer Reform beeinflusst war und auch Kl\u00f6ster nach den Hirsauer Reformvorschriften gr\u00fcndete, erhielt Bursfelde die freie Abtswahl zugestanden.<\/p>\n<p>Die freie Vogtswahl behielten sich die Gr\u00fcnder aber vor.<\/p>\n<p>Heinrich verlieh Bursfelde M\u00fcnz-und Marktrecht. Das zeigt, dass die Klostergr\u00fcndung auch dem Ausbau der Territorialmacht Heinrichs von Northeim diente.<\/p>\n<p>Heinrich wurde 1101 in Friesland erschlagen und am 10. 04. in Bursfelde bestattet.<\/p>\n<p>Die Gemahlin Graf Heinrichs Gertrud die J\u00fcngere von Braunschweig (* um 1060 \u2013 1117)stiftetet 1115 das Kloster St. Aegidien in Braunschweig, das dem Abt von Bursfelde unterstellt wurde.<\/p>\n<p>Der erste Abt in Bursfelde war Heinrich (um 1117)<\/p>\n<p>Heinrichs Tochter Richenza&nbsp; ((* um 1087-89 \u20131141), die 1100 Lothar von Supplinburg(1125 K\u00f6nig und von 1133-1137 Kaiser) geheiratet hatte und so zur deutschen Kaiserin aufstieg. lie\u00df nach 1135 den gro\u00dfen Ostchor in Bursfelde errichten.<\/p>\n<p>1144 ging die Abtei Bursfelde in den Besitz Heinrichs des L\u00f6wen (1142-1180 Herzog von Sachsen) \u00fcber, nachdem Siegfried IV.&nbsp; von Boyneburg ((* um 1095 &#8211; 1144). ein Enkel des Klostergr\u00fcnders, ohne m\u00e4nnliche Erben gestorben war.<\/p>\n<p>Heinrich der L\u00f6we beschr\u00e4nkte seine Herrschaft \u00fcber Kloster Bursfelde auf die Schutzherrschaft und die Gerichtsbarkeit.<\/p>\n<p>Er best\u00e4tigte am 23.07. 1144&nbsp; die von seinem Urgro\u00dfvater Heinrich verliehenen Rechte. NLA HA, Cal. Or. 100 Bursfelde, Nr. 6.<\/p>\n<p>Mit Datum vom 09.01.1152&nbsp; ist im Niederl\u00e4ndischen Landesarchiv die Urkunde von Papst Eugen III. (1145-1153) , in der dieser Abt Nithard dem Kloster Bursfelde alle jetzigen und k\u00fcnftigen Besitzungen best\u00e4tigt.<\/p>\n<p>NLA HA, Cal. Or. 100 Bursfelde, Nr. 7 . Allerdings hat sich auch diese Urkunde als F\u00e4lschung erwiesen.<\/p>\n<p>Um 1200 hatte Kloster Bursfelde gro\u00dfen Grundbesitz. Es hatte vierzehn H\u00f6fe, die allerdings weit verstreut waren.. Der Besitzschwerpunkt lag aber um Bursfelde.<\/p>\n<p>Eigen bewirtschaftet war aber nur das Gut Bursfelde. Der Rest&nbsp; wurde durch Fronhofverb\u00e4nde bewirtschaftet.<\/p>\n<p>In der Zeit von 1150-1420 ist die \u00dcberlieferung sehr gering. Auch wikipedia und wikiwand f\u00fchrt nur zwei \u00c4bte auf, eben Heinrich als ersten Abt und Nithard um 1150 als 2.<\/p>\n<p>Wilhelm G\u00f6rges&nbsp; f\u00fchrt in Vaterl\u00e4ndische Geschichten und Denkw\u00fcrdigkeiten der Vorzeit, Braunschweig 1843, in seinem Artikel \u00fcber Bursfelde S.138 ff aber einen Abt Almericus als ersten Abt und dann erst Heinrich als zweiten auf.<\/p>\n<p>Almericus er\u00f6ffnete in Bursfelde eine Schule, die bald einen guten Ruf genoss..<\/p>\n<p>Er f\u00fchrt Heinrich als 2. Abt, der das Aegidienkloster in Braunschweig weihte und dann auch die Aufsicht \u00fcber das Kloster erhielt.<\/p>\n<p>Laut G\u00f6rges wurde Heinrich sp\u00e4ter Abt in St. Mauritius&nbsp; in Minden und dann Bischof von Minden (1140-1153). In der Bischofsliste von Minden wird er als M\u00f6nch, nicht als Abt von Kloster Bursfelde gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Er f\u00fchrt weiter einen Abt Marquardus auf, der zu Zeiten des Herzogs Otto dem Kind (1204-1252)regierte. G\u00f6rges vermerkt dazu, dass Otto 1233 die Vogteig\u00fcter von Bursfelde an das Erzstift Mainz \u00fcbergab.<\/p>\n<p>Im NLA ist in dieser Zeit eine G\u00fcter\u00fcbertragung an Bursfelde durch Erzbischof Siegfried II. (1200-1230) beurkundet. NLA HA, Cal. Or. 100 Bursfelde, Nr. 14<\/p>\n<p>G\u00f6rges erw\u00e4hnt dann wieder Abt Heinrich II. (+ 1344) Von ihm vermerkt er, dass er der Trunksucht und sonstigen Lastern ergeben war. (S.456).<\/p>\n<p>Die Zust\u00e4nde auch in Bursfelde waren haarstr\u00e4ubend: Die M\u00f6nche teilten den Klosterbesitz unter sich auf und sollen sich sogar&nbsp; M\u00e4tressen gehalten haben. Die Klosterkirche diente zeitweise als Warenlager f\u00fcr durchziehende H\u00e4ndler. <\/p>\n<p>Sein Nachfolger Johann II. (+1339) hatte&nbsp; wenig Geschick in der Bewirtschaftung des Klosters.<\/p>\n<p>Der wirtschaftliche Niedergang ging weiter. Abt Albert von Bodenstein gab sein Amt 1430 altershalber auf. Das Kloster war so verarmt, dass die M\u00f6nche das Kloster verlie\u00dfen und am Schluss nur noch einer mit einer Kuh im Kloster lebte.<\/p>\n<p>Eine \u00c4nderung erfolgte mit Johannes von M\u00fcnden , wie er nach seiner Vaterstadt auch genannt wurde oder Johannes Dederot. 1413 war er an der Universit\u00e4t Erfurt immatrikuliert.<\/p>\n<p>Er trat in das Benediktinerkloster Noirtheim ein. Dort wurde er Novizenmeister. In Streitigkeiten seines&nbsp; Konvent musste&nbsp; er nach Rom reisen. Dort kam er mit der italienischen Klosterreform, vielleicht Abt Barbo von Justina in Padua, in Kontakt.<\/p>\n<p>Dieser schuf eine reformierte Observanz, die rasch von anderen Kl\u00f6stern adaptiert wurde. Bald erfolgte der Zusammenschluss zu einer neuen Kongregation, der Cassinensischen Kongregation.&nbsp; Barbo wurde ihr erster Pr\u00e4ses. Die Kongregation wurde<\/p>\n<p> von Papst Martin V.(1417-1431) anerkannt. <\/p>\n<p>Abt Barbo wurde ihr erster Abtpr\u00e4ses.<\/p>\n<p>Johannes Dederot wurde am&nbsp; 21. Juli 1430 zum Abt von Kloster Klus gew\u00e4hlt. Dort begann er seine Reformideen zu verwirklichen.<\/p>\n<p>1433 w\u00e4hlte man ihn zum Abt von Kloster Bursfelde. Er behielt beide Abteien in Personalunion. <\/p>\n<p>1434 begab er sich zu Abt Johannes Rode von Kloster St. Matthias in Trier, der dort mit der Klosterreform begonnen hatte.<\/p>\n<p>Eckpfeiler seiner Reform war der Verzicht auf jegliches Privateigentum und die Konzentration auf den feierlichen Gottesdienst und das gemeinsame Zusammenleben.<\/p>\n<p>Auf Bitten Abt Dederots schickte ihm Abt Johannes Rode vier Reformm\u00f6nche, zwei f\u00fcr Kloster Klus und zwei f\u00fcr Kloster Bursfelde.<\/p>\n<p>Abt Johannes Dederto verstarb&nbsp; am&nbsp; 6.2.1439 in Kloster Bursfelde an der Pest.<\/p>\n<p>Er hatte Kloster Bursfelde praktisch reanimiert. Er hatte dem Kloster neues moralisches Leben gegeben, es aber auch wieder zu wirtschaftlichem Erfolg gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Er hatte die Neuordnung der monastischen Lebensweise in seinen Kl\u00f6stern eingef\u00fchrt und diese in den Statuten festgelegt.<\/p>\n<p>Der Verfall der Kl\u00f6ster hatte schon w\u00e4hrend des Abendl\u00e4ndischen Schismas (1378\u20131417) und verst\u00e4rkt durch die Pest begonnen.<\/p>\n<p>Die Reformkonzile von Konstanz (1414.-1418) und Basel 1431-1449) setzten auf Neue Fr\u00f6mmigkeit (devotio moderna)<\/p>\n<p>Dem schlossen sic auch die Benediktiner an.<\/p>\n<p>Schon Papst Benedikt XII. (1334-1342) hatte mit seinen Reformbullen, f\u00fcr die Benediktiner Summi magistri (1336) Anst\u00f6\u00dfe zur Reform gegeben.<\/p>\n<p>Die Konzilsv\u00e4ter&nbsp; des Konstanzer Konzils beriefen&nbsp; 1417 ein Kapitel der Benediktiner-Provinz Mainz-Bamberg ins Kloster Peterhausen ein. Sie nahmen ausdr\u00fccklich Bezug auf die \u201cconstitutio Benedicti\u201d<\/p>\n<p>auf die Reformbulle Papst Benedicts.  <\/p>\n<p>Im deutschen Sprachraum bildeten sich drei Reformzentren der Benediktiner, Kloster Melk an der Donau, Kastl in der Oberpfalz und dann Kloster Bursfelde.  <\/p>\n<p>Nachdem Johannes Dederot gestorben war, wurde Johannes&nbsp; von Hagen sein Nachfolger.  <\/p>\n<p>Er war Kanoniker am Magdalenstift in Hildesheim. Er trat wohl 1438 in Kloster Bursfelde ein.  <\/p>\n<p>Im Kloster sorgte er um 1450 f\u00fcr die Ausmalung der Westkirche.Die Ostkirche erhielt gotische Ma\u00dfwerkfenster.  <\/p>\n<p>Er baute die Bursfelder Kongregation tatkr\u00e4ftig aus. Unter ihm traten die Kl\u00f6ster Reinhausen(1442 od. 1443) und Huysburg (1444) als 3. und 4. Kloster der Reform bei.  <\/p>\n<p>Zu der von seinem Vorg\u00e4nger in den Statuten festgelegte Reform der monasitischen Lebensweise trat&nbsp; nun eine Vereinheitlichung der Liturgie. Diese genehmigte das Konzil von Basel 1445.  <\/p>\n<p>1446&nbsp; gestattete Konzilslegat&nbsp; Louis&nbsp; Aleman (1423-1450 Erzbischof von Arles, und 1449 Legat in Deutschland von Papst Nikolaus V. ) der Kongregation die&nbsp; Abhaltung j\u00e4hrlicher Generalkapitel.  <\/p>\n<p>Das erste fand im Mai 1446 in Bursfelde statt.  <\/p>\n<p>1451 best\u00e4tigte Kardinal Nikolaus von Kues (1401-1464) die Privilkegien der Kongregation. Nikolaus war 1450 zum p\u00e4pstlichen <br \/>Legaten f\u00fcr Deutschland ernannt worden und mit au\u00dferordentlichen Vollmachten zur Kirchen-und Klosterreform in Deutschland ausgestattet worden.  <\/p>\n<p>Von 1450 bis 1452 unternahm er eine Legationsreise in Deutschland. Dabei nahm er im Mai 1451 am Kapitel der Benediktinerprovinz Mainz-Bamberg in W\u00fcrzburg teil.  <\/p>\n<p>Bei diesem Kapitel waren 53 \u00c4bte anwesend. Von diesen lie\u00df sich sich Nikolaus eidlich versprechen, binnen Jahresfrist \u201cdie Beobachtung eines regeltreuen Lebens nach der Regel und nach den Statuten der Ordens\u201d zu beginnen.  <\/p>\n<p>Nikolaus hatte eher allgemeine Reformziele im Auge. Auf die Einf\u00fchrung bestimmter Gewohnheiten, die sich in Kastl, Melk und Bursfelde herausgebildet hatten, legte er sich nicht fest.  <\/p>\n<p>Der Klosterreform schlossen sich rasch weitere Kl\u00f6ster an.  <\/p>\n<p>1468 wurde das&nbsp;&nbsp; letzte von Johannes von Hagen&nbsp; geleitete Generalkapitel in Erfurt abgehalten. Da waren schon 26 Kl\u00f6ster dabei, 19 durch ihre \u00c4bte und 7 durch Prokuratoren&nbsp; vertreten.  <\/p>\n<p>Neun weiter Kl\u00f6ster baten um Aufnahme.  <\/p>\n<p>Die Generalkapitel hatten einen sehr segensreichen Einfluss auf die Mitgliedkl\u00f6ster.&nbsp; Die Rezesse sind ab 1458 erhalten. NLA WO, 11 Alt Gand, Fb. 2 Nr. 233  <\/p>\n<p>Johann von Hagen verstarb am11. 8.1468.<\/p>\n<p>Die Reformzentren Melk und Bursfelde&nbsp; unterschieden sich deutlich in der Observanz . Melk strebte Uniformit\u00e4t&nbsp; um jeden Preis nicht an.<\/p>\n<p>Jedes Kloster behielt ein gro\u00dfes Ma\u00df an Eigenst\u00e4ndigkeit. Es konnte seine eigene Lebensform pflegen und eigene liturgische Traditionen ausbilden.<\/p>\n<p>Es gab keine \u00fcbergeordneten Kontrollorgane.<\/p>\n<p>Auf regelm\u00e4\u00dfige Visitationen um einheitliche Befolgung ihrer Gewohnheiten zu \u00fcberwachen wurde bewusst verzichtet.<\/p>\n<p>Der Melker Reformkreis verstand sich als eine Gemeinschaft von Gleichgesinnten, die sich durch gemeinsame geistig-religi\u00f6se Ideale miteinander verbunden wussten.  <\/p>\n<p>In Bursfelde verpflichtete sich der Abt jedes Mitgliedskloster, die Bursfelder Auslegung der Benediktsregel f\u00fcr den Klosteralltag (Consuetudo) in seinem Kloster umzusetzen und also die Liturgie und Lebensgewohnheiten Bursfeldes zu \u00fcbernehmen.  <\/p>\n<p>Das bedeutete, dass der Abt viele seiner Rechte an die Kongregation abgab. Er konnte nicht mehr vollkommen eigenm\u00e4chtig im Kloster walten.  <\/p>\n<p>Im finanziellen Bereich hatte das Kapitel der Kongregation ein Einspruchsrecht bei Verk\u00e4ufen.  <\/p>\n<p>Die Vorteile waren f\u00fcr die Kl\u00f6ster, dass sie, wenn sie in finanzielle oder rechtliche Schwierigkeiten gerieten,&nbsp; vom Generalkapitel Unterst\u00fctzung erhielten.  <\/p>\n<p>Auch dass&nbsp; die Abh\u00e4ngigkeit vom Bischof oder Landesherrn, unter der die Benediktinerkl\u00f6ster jahrhundertelang standen, deutlich reduziert werden konnte.  <\/p>\n<p>In jedem Kloster wurden j\u00e4hrliche Visitationen durch \u00c4bte anderer Kl\u00f6ster sollten sicher stellen, dass der Geist der Reform nicht verfehlt wurde.  <\/p>\n<p>J\u00e4hrlich fand das Generalkapitel statt. Teilnahme war f\u00fcr alle \u00c4bte Pflicht.  <\/p>\n<p>Die Beschl\u00fcsse des Generalkapitels&nbsp; mussten von den Mitgliedern der Kongregation strikt befolgt werden.  <\/p>\n<p>Pr\u00e4sident der Kongregation war immer der Abt von Bursfelde und dies auf Lebenszeit.  <\/p>\n<p>Das sorgte aber schon f\u00fcr ein \u00dcberforderung der Bursfelder \u00c4bte durch die gro\u00dfe Zahl ihrer Verpflichtungen.  <\/p>\n<p>Die Kongregation wuchs rasch. 1455 z\u00e4hlte sie 12 Mitglieder, 1460 schon 23 Kl\u00f6ster.  <\/p>\n<p>Es schossen sich nun zunehmend bedeutende Kl\u00f6ster an.&nbsp; 1458 St. Matthias in Trier, dessen Abt Johannes Rode Abt Johannes Dederot&nbsp; 1434 im Anfang seiner Reform unterst\u00fctzt hatte.Ebenfalls 1458 kam Kloster Hirsau  <\/p>\n<p>unter Abt Wolfram Maiser von Berg, (1428\u20131460) dazu.  <\/p>\n<p>1469 sandte der Trier Erzbischof Johann I. von Baden(1456-1503)&nbsp; den Prior der Trierer Reichsabtei St. Maximin (nach anderen Quellen aus dem Trierer Kloster St. Maria ad Martyres) nach Maria Laach. Dieser wurde dort Abt, reformierte das Kloster  <\/p>\n<p>und trat der Bursfelder Kongregation bei.  <\/p>\n<p>1505 folgte Kloster Corvey.(siehe dazu Mei B\u00fcchle Kloster Corvey)  <\/p>\n<p>1510 waren alle 10 Benediktinerkl\u00f6ster Westfalens Mitglieder der Bursfelder Kongregation.  <\/p>\n<p>Bis zur Reformation umfasste die Kongregation 95 Kl\u00f6ster.  <\/p>\n<p>1459 best\u00e4tigte Papst Pius II. (1458-1504)(vor seiner Wahl zum Papst Aeneas Silvio Piccolomini) die Anerkennung der Kongregation durch das Konzil von Basel und gew\u00e4hrte ihr weitere Privilegien.  <\/p>\n<p>1461 beauftragte er die Kongregation formell mit der Reformierung aller Benediktinerkl\u00f6ster in Deutschland.  <\/p>\n<p>Auf Abt Johannes von Hagen folgte in Bursfelde Abt Theoderich von Homborch (1469\u20131485)  <\/p>\n<p>Von ihm gibt es ein Exercitienbuch, das \u201cExercitium novicorum\u201d  <\/p>\n<p>Die Reform hatte auch eine soziale Umschichtung zur Folge. Kl\u00f6ster dienten bisher oft als Versorgungsinstitute&nbsp; f\u00fcr nachgeborene Adelskinder.  <\/p>\n<p>Ein auf Armut und Sparsamkeit ausgerichtetes Kloster erf\u00fcllte diesen Zweck nat\u00fcrlich nicht mehr. Das schl\u00e4gt sich auch in den M\u00f6nchslisten nieder.  <\/p>\n<p>Um 1500 finden sich fast ausnahmslos b\u00fcrgerliche Namen in den Listen der Kongregation.  <\/p>\n<p>Ein weiterer Aspekt&nbsp; ist die Art der Verbreitung der Reformideen. Seit 1435 wurden ausgew\u00e4hlte M\u00f6nche einzeln oder in kleinen Gruppen in Kl\u00f6ster gesandt, die sich der Reform anschlossen.  <\/p>\n<p>Die ausgesandten M\u00f6nche sollten durch Vorleben und Anschauung&nbsp; in ihren Gastkl\u00f6stern dien Neuerungen den dortigen M\u00f6nchen exemplarisch vor Augen f\u00fchren.  <\/p>\n<p>Kloster Bursfelde vergr\u00f6\u00dferte sich kaum, obwohl es gro\u00dfen Zulauf hatte, was eben an diesen Entsendungen in kleine Kl\u00f6ster lag.  <\/p>\n<p>Darin lag auch der Schwerpunkt des Wirkens von Kloster Bursfelde.  <\/p>\n<p>Von 1485 bis 1502 war Johannes Westphal, auch Johannes Bursfeldensis genannt, Abt von Kloster Bursfelde.  <\/p>\n<p>Er stammte aus Bremen. Er war ein frommer, gelehrter, beredter Mann.  <\/p>\n<p>Im Auftrag von Abt Johannes hatte Abt Johannes Trithemius (1493-.1506 Abt von Kloster Sponheim) das Werk&nbsp; \u201eDe triplici regione claustralium\u201c , das eine Zusammenstellung der geistlichen \u00dcberzeugungen der Bursfelder Union darstellte \u00fcberarbeitet und 1497 dem Generalkapitel der  <\/p>\n<p>Union vorgestellt.&nbsp; Er verpflichtete seinen Hausdrucker Peter Friedberg(Drucker in Mainz von&nbsp; 1494-1498)&nbsp; f\u00fcr den Druck.  <\/p>\n<p>1000 Exemplare wurden an die Kl\u00f6ster der Union verteilt. Das Generalkapitel hatte festgelegt, dass jeweils zehn Exemplare zum Preis von einem Gulden, das sind etwa 287,00 \u20ac. , vertrieben werden sollten.  <\/p>\n<p>Abt Johannes hatte an dem Buch mitgeschrieben.  <\/p>\n<p>Als Johannes Trithemius&nbsp; im Auftrag des Hirsauer Abtes Johannes II. Hanssmann ( 1503\u20131524 )  <\/p>\n<p>eine Chronik so wie Jahrb\u00fccher des Klosters Hrsau verfasste, bedauerte er, dass die Unionsverhandlungen zwischen Kastl, Melk und Bursfekde gescheitertz waren.  <\/p>\n<p>Die Kongregation ernannte zusammen mit Abt&nbsp; Jakob von Idstein vom Kloster St. Jakob in Mainz&nbsp;&nbsp; Adrian de Brielis, der schon die liturgischen Texte f\u00fcr die Kongregation erarbeitet hatte  <\/p>\n<p>zu Unterh\u00e4ndlern, die mit den Kl\u00f6stern Kastl und Melk Gespr\u00e4che f\u00fchren sollten, um eine Vereinigung der drei benediktinischen Observanzen zu erreichen.  <\/p>\n<p>Es wurde noch zwei mal versucht.  <\/p>\n<p>Der Eichst\u00e4tter Bischof Wilhelm von Reichenau (1464-1496) hatte diese 1491  <\/p>\n<p>im Auftrag von Papst Innozenz VIII: (1484-1492) versucht. Die Einigung&nbsp; scheiterte. Trithemius sah den Grund dass eine  <\/p>\n<p>Einheit der Gebr\u00e4uche nicht erreicht wurde, dass Kastl und Melk die obsrevantia Bursfeldensium als zu hart empfanden. Bursfelde wiederum sei nicht bereit gewesen, zu den schlafferen, weniger strengen Gewohnheiten von Kloster Kastl und Melk zur\u00fcck zu gehen.  <\/p>\n<p>Die Bursfelder Reformideale duldeten keine Kompromisse, weil sie nach der in Bursfelde vertretenen Meinung mit der Regel Benedikts weit mehr \u00fcbereinstimmten, als die Gebr\u00e4uche von Kastl und Melk. Trithemius sah sich auch durch seine t\u00e4gliche Erfahrung best\u00e4tigt.  <\/p>\n<p>Die Bursfelder Observanz wachse von Tag zu Tag, w\u00e4hrend die Kaslter und Melker Observanz \u00e4glich abnehme. Er sah in Bursfelde ein h\u00f6heres Ma\u00df an Regeltreue.  <\/p>\n<p>Ein weiterer Unionsversuch wurde 1502 in N\u00fcrnberg unternommen. Doch auch dieser war erfolglos.  <\/p>\n<p>Siehe dazu Gemeinsam Leben, Spiritualit\u00e4t , Lebens-und Verfassungsformen kl\u00f6sterlicher Gemeinschaften in Kirche und Gesellschaft des Mittelalters, M\u00fcnster 2013.S. 572<\/p>\n<p>Abt Johann Westphal&nbsp; verstarb am 21. Mai 1502.  <\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Abt Heinrich Ohm (1502\u20131534)  <\/p>\n<p>Er und sein Nachfolger bauten Bursfelde zum Mittelpunkt der Kongregation aus.  <\/p>\n<p>1517&nbsp; hatte Martin Luther mit seinem Thesenanschlag in Wittenberg die Reformation ausgel\u00f6st.  <\/p>\n<p>Die Bursfelder Kongregation zeigte sich gegen\u00fcber der neuen Lehre verschlossen,  <\/p>\n<p>Schon 1518 gab es erste Forderungen nach Zur\u00fcckweisung der Anh\u00e4nger der reformatorischen Bewegung durch das Generalkapitel.  <\/p>\n<p>1525 entfiel das Generalkapitel wegen des Bauernkrieges.  <\/p>\n<p>1529 wurde die neue Lehre abgelehnt.  <\/p>\n<p>Abt&nbsp; Heinrich Ohm stammte aus Ascha bei Hardegsen.  <\/p>\n<p>Er versuchte, das Vordringen der Reformation im Bereich der Bursfelder Kongregation zu verhindern.  <\/p>\n<p>Eine wichtige Rolle spielte dabei vor allem der Abt von Clus&nbsp; Konrad Hissing (1505-1541). Er war viermal Mitpr\u00e4sident der Kongregation.  <\/p>\n<p>Allerdings machte die vordringende Reformation den drei Calenbergischen Kl\u00f6stern Reinhausen, Noirtheim und Bursfelde schwer zu schaffen. Die Messgelder und die Solgeb\u00fchren, das sind Geb\u00fchren f\u00fcr Taufen,  <\/p>\n<p>kirchliche Eheschlie\u00dfungen und Beerdigungen gingen zur\u00fcck. Zudem verweigerten in den Klosterherrschaften Zahlungspflichtige immer \u00f6fters ihre Abgaben oder f\u00e4llige Zinszahlungen auf ausgeliehenes Geld.  <\/p>\n<p>Landesherren legten erdr\u00fcckende Steuern auf. In Bursfelde kam erschwerend hinzu,, dass der Landgraf von Hessen die dortigen Besitzungen von Kloster Bursfelde alle eingezogen hatte.  <\/p>\n<p>Am meisten zu schaffen machte allen Kl\u00f6stern das sogenannte \u201cAuslaufen\u201d der M\u00f6nche. Viele M\u00f6nche verlie\u00dfen ihre Kl\u00f6ster aus religi\u00f6ser \u00dcberzeugung, manchmal auch aus dem Entschluss  <\/p>\n<p>sich von einer verlorenen&nbsp; Sache zu verabschieden. Nachwuchs gab es kaum noch. Die drei Calenberger Benediktinerkl\u00f6ster hatten in den drei\u00dfiger Jahren nur noch f\u00fcnf bis ach M\u00f6nche,  <\/p>\n<p>Abt Heinrich Ohm verstarb 1534.  <\/p>\n<p>Von Kloster Reinhausen wechselte Reiner, der dort von 1526 bis 1534 Abt war, nach Bursfelde und \u00fcbernahm dort die Nachfolge von Abt Heinrich.  <\/p>\n<p>Er wurde auch Pr\u00e4sident der Bursfelder Kongregation.  <\/p>\n<p>Abt Reiner verstarb 1539  <\/p>\n<p>Von den wenigen M\u00f6nchen, die noch in Bursfelde waren, wurde Johann Rappe zum Nachfolger gew\u00e4hlt.  <\/p>\n<p>Die Kongregation w\u00e4hlte ihn aber nicht zu ihrem Pr\u00e4sidenten sondern den Abt von&nbsp; Clus Konrad Hissing, (1505-1541),, der schon vier mal als Mitpr\u00e4sident amtiert hatte.  <\/p>\n<p>M\u00f6glicherweise spielte bei dieser Abkehr von Bursfelde&nbsp; der sich schon abzeichnende Umschwung der konfessionellen Verh\u00e4ltnisse eine Rolle. <\/p>\n<p>Ein Wendepunk wurde erreicht , als Herzogin Elisabeth von Calenberg-G\u00f6ttingen (1510-1558) die Herrschaft f\u00fcr ihren unm\u00fcndigen Sohn Erich II \u00fcbernahm.  <\/p>\n<p>Elisabeth war 1534 Martin Luther erstmals pers\u00f6nlich begegnet und stand ab jetzt in regelm\u00e4\u00dfigem Briefkontakt mit ihm.  <\/p>\n<p>1538 bekannte sie sich \u00f6ffentlich zum lutherischen Glauben. Sie informierte auch den hessischen Landgrafen Philipp (1518-1567) von diesem Schritt.  <\/p>\n<p>Dieser schickte ihr den evangelischen Pfarrer und Reformator Antonius Corvinus (1501-1551) nach M\u00fcnden, wo sie residierte.  <\/p>\n<p>Diesen ernannte sie zum Superintendenten&nbsp; des Herzogtums Braunschweig-Calenberg.  <\/p>\n<p>1542 wurde die Calenberger Kirchenordnung erlassen. Dann fand eine gr\u00fcndliche Kirchenvisitation statt.  <\/p>\n<p>Abt&nbsp; Johann&nbsp; kooperierte bei diesen Visitationen und erreichte damit zu mindestens, dass die M\u00f6nche in Bursfelde in ihrem Kloster bleiben konnten,ihre Stundengebete verrichten konnten,  <\/p>\n<p>vielleicht auch Messen lesen.  <\/p>\n<p>Das Kloster musste auf eigene Kosten&nbsp; die New Deutsche Biblia, locos communes philippi , das ist die erste Dogmatik der evangelischen Kirche von Philipp Melanchthon , das ist die evangelische Verteidigungsschrift gegen die  <\/p>\n<p>die Confutatio Augustana, also eine Gegenschrift zu der Confessio Augustan,als die katholischen Argumente, kaufen.  <\/p>\n<p>Am 2. November 1542 wurde die evangelische Umgestaltung der Kl\u00f6ster geregelt.&nbsp; Kurz vor dieser Visitation war Abt Johann doch zum Pr\u00e4sidenten der  <\/p>\n<p>Kongregation gew\u00e4hlt worden. Er stand damit also einer unbeugsamen altgl\u00e4ubischen Institution vor.  <\/p>\n<p>Abt Johann Rappe (1539-1562), der 1539 Nachfolger von Abt Reiner&nbsp; geworden war. Er blieb ab 1542 nur noch unter Vorbehalt der Bursfelder Kongregation.  <\/p>\n<p>Dem Kloster war die Aufnahme von Novizen jetzt untersagt.  <\/p>\n<p>1546 \u00fcbernahm Elisabeths Sohn die Regierung im Herzogtum Braunschweig-Calenberg.  <\/p>\n<p>1547 wendete&nbsp; er sich dem katholischen Glauben zu, auch weil er sich dadurch Chancen am (Katholischen) Kaiserhof versprach.  <\/p>\n<p>1548 schloss er sich dem Augsburger Interim&nbsp; 1548. 1555 wurde es durch den Augsburger Religionsfrieden aufgehoben.  <\/p>\n<p>Herzog Erich&nbsp; lie\u00df 1548 sogar den Reformator Corvinus verhaften.  <\/p>\n<p>Abt Rappe, der dem Kloster immer noch vorstand, machte die Reformation in Bursfelde&nbsp; wieder r\u00fcckg\u00e4ngig.  <\/p>\n<p>Trotz seiner Hinwendung zum katholischen Glauben trug Herzog Eugen&nbsp; zur Schw\u00e4chung des Klosterlebens bei. Er besteuerte kl\u00f6sterliches Verm\u00f6gen,  <\/p>\n<p>belastete es mit Schulden , verpf\u00e4ndete Klosterg\u00fcter und Dom\u00e4nen. Heimfallende Pr\u00e4benden verlieh er an weltliche Diener und deren Familien.  <\/p>\n<p>Es fehlten jegliche reformkatholischen Impulse. Dazu kam die h\u00e4ufige Abwesenheit Erichs.  <\/p>\n<p>Das alles verhalf dem evangelischen Bekenntnis im F\u00fcrstentum entscheidend&nbsp; zur Durchsetzung.<\/p>\n<p>1553 endete Kloster Reinhausen&nbsp; durch einen f\u00fcrstlichen Gewaltakt. Der Abt war verhaftet worden. Von den zwei noch verbliebenen M\u00f6nchen begab sich einer nach Bursfelde. Der letzte<\/p>\n<p>Reinh\u00e4user M\u00f6nch soll das Kloster 1574 verlassen haben.<\/p>\n<p>Die Bursfelder Kongregation gab ihren Anspruch auf Reinhausen nicht auf, hatte aber keine M\u00f6glichkeit, diesen durch zu setzten. <\/p>\n<p>Beim Generalkapitel in Werden an der Ruhr&nbsp; wurde der 1553 in Reinhausen verhaftete Abt, der nach seiner Freilassung nicht mehr nach Reinhausen zur\u00fcckgekehrt war, in die Union aufgenommen.<\/p>\n<p>Dieser schwor auch seinen Gehorsamseid auf die Union.<\/p>\n<p>Abt Johannes Rappe&nbsp; verstarb 1562.<\/p>\n<p>Zu seinem Nachfolger wurde Abt Johannes Frencken (oder&nbsp; Frenkin) (1568-1578) gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Sein Mutterkloster war das westf\u00e4lische Kloster Liesborn, das seit 1464\/65 Mitglied der Bursfelder Kongregatioin war.<\/p>\n<p>Die Finanzlage des Klosters war katastrophal.&nbsp; Abt Johannes fand bei seiner Wahl 3000 fl, das sind etwa 953.186,00 \u20ac. , an Schulden vor.<\/p>\n<p>Seinen Verpflichtungen in der Union konnte er nur mit der finanziellen Hilfe seines Mutterklosters nachkommen.<\/p>\n<p>Er war sehr viel in Gesch\u00e4ften der Union unterwegs, was die Bursfelder M\u00f6nche beklagten.<\/p>\n<p>1566 wurde das Bursfelder Vorwerk Imbse, heute Ortsteil der Gemeinde Niemetal, verkauft.<\/p>\n<p>In diesem Jahr wollte er auch die Pr\u00e4sidentschaft der Union aus Gesundheitsgr\u00fcnden aber auch wegen der materiellen N\u00f6te niederlegen.<\/p>\n<p>Die anderen \u00c4bte baten ihn aber, auszuharren und bewilligten finanzielle Hilfe,<\/p>\n<p>1574 wurde Bursfelde von einer Brandkatastrophe betroffen. Der Schaden betrug 2000 fl., das sind etwa 635.457,00 \u20ac. .<\/p>\n<p>Im Jahre 1576, zwei Jahre vor seinem Tod beklagte Abt Johannes zwei Jahre mit Missernten.<\/p>\n<p>Beim Tod von Abt Johannes lebten noch 5 M\u00f6nche in Bursfelde.<\/p>\n<p>Gem\u00e4\u00df den Statuten der Bursfelder Kongregation hatten die benachbarten Benediktinerkl\u00f6ster den neuen Bursfelder Abt bestimmt. Sie hatten sich f\u00fcr <\/p>\n<p>Andreas von L\u00fcderitz, der Prior im Peterskloster in Erfurt war, ausgesprochen. E war auch ma\u00dfgeblich an der Hilfe f\u00fcr Bursfelde unter Abt Johannes Frencken beteiligt. <\/p>\n<p>F\u00fcr Abt Andreas sprach, dass er \u00f6konomisch versiert war.<\/p>\n<p>Er wurde am 5. Dezember 1578 vom Mainzer Erzbischof Daniel Brendel von Homburg (1555 \u2013 1582 ) best\u00e4tigt.<\/p>\n<p>Die finanzielle Lage des Klosters war desolat. Er wandte sich an die M\u00fcndener Regierung. Er wurde hingehalten und seine Bem\u00fchungen blieben letztlich erfolglos.Sein frustrierender Briefwechsel mit der M\u00fcndener<\/p>\n<p>Regierung brachten ihn wohl zu dem Schluss , Bursfelde zu verlassen. 1580 hatte er&nbsp; wichtige Papiere des Klosters und das Archiv wohl nach Hilwartshausen gebracht, einem damals noch strikt katholischen Frauenstift.<\/p>\n<p>Ende 1581 resignierte er und lie\u00df sich nicht mehr umstimmen und kehrte nach Erfurt zur\u00fcck. E1584 wurde er in Erfurt Abt. Er verstarb 1598.<\/p>\n<p>Die Krise in Bursfelde brachte das Ende der Vorort-Rolle in der Bursfelder Kongregation.<\/p>\n<p>1584 verstarb der Calenberger Landesherr Erich II.<\/p>\n<p>Das Herzogtum Calenberg-G\u00f6ttingen ging an an Herzog Julius von Braunschweig-Wolfenb\u00fcttel (1528-1589). Er war einer der bedeutendsten evangelischen F\u00fcrsten Niedersachsens.<\/p>\n<p>Die landesherrlichen Visitationen wurde von den bedeutenden lutherischen Theologen, die sie durchf\u00fchrten, brachten f\u00fcr die verbliebenen M\u00f6nchen einige tiefgreifende \u00c4nderungen,<\/p>\n<p>\u201cceremonias idolatrias\u201d, also g\u00f6tzendienstliche Zeremonien, sollten abgeschafft Werden (Hans Otte, Evangelisches Klosterleben, Hannover 2015, S.119ff), dieses Zitat S. 147)<\/p>\n<p>Den M\u00f6nchen wurde das Ave Maria und die Anrufung der Heiligen verboten. Der Abt musste sein Skapulier ablegen.<\/p>\n<p>Das Kloster sollte noch nicht aufgehoben werden. Dabei haben wohl auch finanztaktische Gr\u00fcnde eine Rolle gespielt.<\/p>\n<p>Die Abl\u00f6sung der Schuldenlast w\u00e4re ein Minusgesch\u00e4ft geworden. Auch war das Problem der von&nbsp; der Landgrafschaft sequestierten bursfeldischen Besitzungen ja nicht gel\u00f6st.<\/p>\n<p>Auf Abt Andreas folgte Abt Melchior B\u00f6ddeker (1581\/1585\u20131601)<\/p>\n<p>1572 verlie\u00df der seit 1572&nbsp; amtierende und letzter Abt von Kloster St. Blasius in Northeim das Kloster und begab sich ins Exil nach Hildesheim. Er war der letzte Northeimer Professm\u00f6nch.<\/p>\n<p>Er verstarb in Hildesheim..<\/p>\n<p>1591 bekam die Regierung in Wolfenb\u00fcttel die Urkunden des Klosters ausgeh\u00e4ndigt.Das markierte das faktische Ende des Klosters.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich hatte das Geschehen die Bursfelder Union stark tangiert. Viele Mitgliedskl\u00f6ster waren evangelisch geworden oder ganz aufgehoben.<\/p>\n<p>Von 1582 bis 1596 fanden keine Kapitel mehr statt. Dann trafen sich&nbsp; \u00c4bte der Union in St. Jakob in Mainz.<\/p>\n<p>Den Vorsitz der Union hatte Abt Georg R\u00f6der (1575-1601) von Kloster Marienm\u00fcnster.Der Union war wohl nicht ganz klar, wie sie sich zu&nbsp; Abt Melchior Bodekker stellen sollte. <\/p>\n<p>Dieser hatte sich 1588 f\u00fcr lutherisch konform erkl\u00e4rt, die Beziehungen zur Union aber nie abrei\u00dfen lassen.<\/p>\n<p>Er nahm an der Tagung von 1599 nicht teil schickte aber 5 Goldst\u00fccke nach Mainz<\/p>\n<p>Die versammelten \u00c4bte beauftragten den Pr\u00e4sidenten Abt Georg mit Abt Melchior zu kommunizieren, \u201cdamit jeden schwache Stimme aus Bursfelde geh\u00f6rt werde\u201d.(Hans Otto S. 149).<\/p>\n<p>1600 stellte die Union fest, dass die administrative Pr\u00e4sidentschaft f\u00fcr Bursfelde nicht mehr m\u00f6glich sei,<\/p>\n<p>Abt Melchior verstarb 1601, ob als Katholik ist unklar. Eine Totenehrung gestand ihm die Union auf jeden Fall nicht zu.<\/p>\n<p>Zur Vorbereitung der Neuwahl sandte die Wolfenb\u00fctteler Regierung die mittlerweile evangelischen \u00c4bte von Kloster Ringelheim Heinrich Wirsche (1570- 1613) und Clus.<\/p>\n<p>In Bursfelde lebten noch drei Katholiken. Wie Wolfenb\u00fcttler Kommission schlug&nbsp; Johann Pumme (1602\u20131611),&nbsp; da er Landekind sei und au\u00dferdem evangelisch.<\/p>\n<p>Der neue Abt wurde auf eine auf den 3. Januar 1602 datierte Wahlkapitulation verpflichtet worden. Er musste ein Treuegel\u00f6bnis auf den F\u00fcrsten abgeben und war auf die<\/p>\n<p>Wolfenb\u00fctteler Kirchenordnung verpflichtet worden. Au\u00dferdem solle er niemanden ins Kloster einschleichen lassen, der mit Papsttum, Calvinismus oder anderen irrigen Lehren vergiftet sei.<\/p>\n<p>Danach wurden nur noch Geistliche oder Pers\u00f6nlichkeiten aus der Landeskirche aufgestellt.<\/p>\n<p>Damit hatte das katholische Leben in Bursfelde aufgeh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Die Union sah aber Kloster Bursfelde weiterhin als Eigentum an, was in der Restitutionszeit 1629-1631 nochmals wichtig wurde.<\/p>\n<p>Kloster Bursfelde war kein katholisches Kloster mehr. Die Kongregation lebte aber weiter.<\/p>\n<p>Die Kl\u00f6ster waren alle in die in die Einteilung&nbsp; der an den Kirchenprovinzen Provinzialkapitel Mainz-Bamberg, Magdeburg-Bremen und K\u00f6ln \u2013Trier <\/p>\n<p>zusammen geschlossen worden, um die Ausbreitung einer st\u00e4rker an der Benediktinerregel orientierten Observanz zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Die ersten Bursfelder Mitgliedskl\u00f6ster geh\u00f6rten dem Provinzialkapitel Mainz-Bamberg an.<\/p>\n<p>Cismar im Herzogtum Hostein war das erste Kloster aus dem Provinzkapitel&nbsp; Magdeburg-Bremen.<\/p>\n<p>1455 geh\u00f6rten bereits 12 Kl\u00f6ster der Burfelder Kongregation an.Mit dem Beitritt 1455 von Kloster Gro\u00df St. Martin in K\u00f6ln, St. Marien bei Trier und Kloster St. Matthias in Trier.<\/p>\n<p>Die Kongregation suchte nun auch den Weg zur liturgischen Einheit.<\/p>\n<p>Der herausragende Liturgiker war der oben erw\u00e4hnte Adrian de Brielies.war&nbsp; von 1458-1478 Beauftragter der Bursfelder Kongregation f\u00fcr die Reform der liturgischen B\u00fccher .<\/p>\n<p>Schon als Konventuale der Abtei St. Jakob bei Mainz besch\u00e4ftigte er sich intensiv mit der Verbesserung von liturgischen Texten und setzte dies auch als Abt von Sch\u00f6nau bei Nassau fort.<\/p>\n<p>Die Kongregation hatte zwar im Abt von Bursfelde einen Pr\u00e4sidenten.<\/p>\n<p>Sie hatte aber&nbsp; keinen konstanten&nbsp; Sitz ihres obersten Gesetzgebungs- und Verwaltungsogans und keinen verfassungsgem\u00e4\u00dfen Hauptort.<\/p>\n<p>Die Zahl der Mitglieder nahm st\u00e4ndig zu.&nbsp; 1498 waren es 68 und 1500 schon 79 Kl\u00f6ster. <\/p>\n<p>Das Wachstum setzte sich fort bis zum Beginn der Reformation, wo man knapp 100 Kl\u00f6ster z\u00e4hlte.<\/p>\n<p>Die Abtei St. Peter in Erfurt trat als Hauptaustragungsort der Kapitel immer mehr in den Vordergrund. Bursfelde war doch etwas abgelegen und schwer zu erreichen,<\/p>\n<p>so dass hier immer weniger Kapitel stattfanden.<\/p>\n<p>In Erfurt fanden zwischen 1463 und 1499 19 von 35 Kapitel statt.<\/p>\n<p>Auch die Rechtsdokumente wie Privilegien und Abl\u00e4sse des Verbandes wurden nicht in Bursfelde sondern in Erfurt gelagert.<\/p>\n<p>Ab den 1460-iger Jahren fand eine Regionalisierung der Kongregation statt.<\/p>\n<p>Das wurde aus verwaltungstechnischen und logistischen Gr\u00fcnden einfach notwendig.<\/p>\n<p>Die Kl\u00f6ster hatten weinen j\u00e4hrlichen Beitrag zu entrichten.Da Abt&nbsp; Melchior 1599 5 Goldgulden nach Mainz schickte, kann man annehemen, dass Bursfelde 5 Gulden zu zahlen hatte.<\/p>\n<p>1525 z\u00e4hlte die Kongregation 95 Mitgliedskl\u00f6ster.<\/p>\n<p>Dann aber zeigten sich die Auswirkungen der Reformation. Viele Kl\u00f6ster vor allem in&nbsp; Kursachsen und in Hessen waren verw\u00fcstet oder zerst\u00f6rt oder die Landesherren hatten sie zur Annahme der neuen Lehrebewegt.<\/p>\n<p>Zu vielen Kl\u00f6stern hatte der Verband den Kontakt verloren.<\/p>\n<p>Zwischen 1520 und 1530 verlor die Kongregation 34 Kl\u00f6ster.<\/p>\n<p>Dazu kam noch ein intensiv gef\u00fchrter Streit wegen des Fleischverzehr, den die Benediktregel untersagt. Dieser Streit schw\u00e4chte den Verband und er verlor seine innere Geschlossenheit.<\/p>\n<p>Zwischen 1534 und 1543 gingen 13 weitere Kl\u00f6ster verloren, darunter die Gr\u00fcndungsabteien Bursfelde und Reinhausen.<\/p>\n<p>Das zeigte sich auch an dem Kapitelstagungen. 1544 \u2013 1546&nbsp; versammelten sich in Gro\u00df St. Martin 18 \u00c4bte. Vier kamen aus Sachsen.<\/p>\n<p>1544 wurde Heinrich von Vreden (um 15479 Abt von Kloster Deutz zum Pr\u00e4sidenten gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Das war bei der Kapitelstagung in Gro\u00df St. Martin..<\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Hermann III von Laer, von 1532-1567 Abt von Kloster Brauweiler.<\/p>\n<p>Zwei Jahre sp\u00e4ter waren keine s\u00e4chsischen Kl\u00f6ster mehr vertreten.<\/p>\n<p>Der Verband hatte eine Ost-Westverlagerung erfahren. Die Versammlungen wurden zunehmend von \u00c4bten der Kirchenprovinzen K\u00f6ln und Trier dominiert.<\/p>\n<p>Nur noch etwa 30 Kl\u00f6ster nahmen am Leben der Kongregation teil. Der Besuch der weiterhin stattfindenden Kapitel schwankte zwischen 6 und 19 Teilnehmern<\/p>\n<p>Ein Hauptproblem traf alle Kl\u00f6ster im gleichen Ma\u00dfe \u2013 Geld und Personalmangel.<\/p>\n<p>1600 beschloss das Kapitel dass das Amt des Pr\u00e4sidenten auf Lebenszeit gelten soll und \u00fcbertrug es Abt Georg (1575-16501)von Marienm\u00fcnster, der schon auf den Kapiteln von 1596-99 den Vorsitz innehatte.<\/p>\n<p>Er verstarb am w2. Oktober 1602.<\/p>\n<p>Auf ihn folgte Abt Leonhard Ruben (1596-1609) von Kloster Abdinghof<\/p>\n<p>Unter ihm nahm die Kongregation wieder einen Aufschwung.<\/p>\n<p>1507 wurde das Bursfelder Brevier&nbsp; verfasst. Papst Paul V. (1605\u20131621) approbierte es zwar nicht, Das Brevier war aber bis 1649 in Gebrauch.<\/p>\n<p>Abt Leonhard verstarb am 15. Oktober 1609 an einem Schlaganfall.<\/p>\n<p>Ich denke, dass Heinrich Spichernagel, Abt von St. Pantoleon in K\u00f6ln sein Nachfolger wurde..<\/p>\n<p>Er wurde in St. Pantaleon Abt. wie aus der Urkunde Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland AA 0001 \/ Kurk\u00f6ln, Urkunden AA 0001, Nr. 4933 hervor geht.<\/p>\n<p>An der Universit\u00e4t K\u00f6ln hatte die Bursfelder Kongregation ein Seminar eingerichtet, f\u00fcr das der K\u00f6lner Nuntius Antonio Albergati, der dort seit 1610 Nuntius des Papstes Paul V. war, am<\/p>\n<p>18. Juni 1616 Statuten erlie\u00df.Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland AA 0546 \/ Werden, Akten AA 0546, Nr. 3 \u2013 11.<\/p>\n<p>Zeitweiliger Subregens des Seminars war der sp\u00e4tere Pr\u00e4sident der Bursfelder Kongregation (1654-1667) Heinrich D\u00fccker.<\/p>\n<p>Abt Heinrich hatte wohl einen guten Draht zu Papst Paul V. aber auch zu Kaiser Ferdinand II.<\/p>\n<p>Auch war er nach&nbsp; Paulus Volk (Historisches Jahrbuch, Bd 57 K\u00f6ln 1937, dort&nbsp; Abt Leonard Co1chon von Seligenstadt (1625-1653)<br \/>und sein BriefwechseL S. 367) ein Verwaltungsgenie.<\/p>\n<p>&gt;Am 23. Mai 1618 gab der zweiten Prager Fenstersturz den Anlass zum 30 \u2013 j\u00e4hrigen Krieg.<\/p>\n<p>1620 wurde in der Kurpfalz gek\u00e4mpft. Im Fr\u00fchjahr 15622 k\u00e4mpften die protestantischen Heerf\u00fchrer Christian von Braunschweig-Wolfenb\u00fcttel (1599-1626), Ernst von Mansfeld (1580-1626) und <\/p>\n<p>Markgraf Georg Friedrich von Baden-Durlach (1573-1638) und erlitten nacheinander vernichtende Niederlagen.<\/p>\n<p>Der Sieg Kaiser Ferdinand II. (1619-1637) \u00fcber die protestantischen F\u00fcrsten markierte den H\u00f6hepunkt der kaiserlichen Macht im Reich.<\/p>\n<p>Er konnte es sich sogar leisten, 1629 das Restitutionsedikt zu erlassen.<\/p>\n<p>Dieses sah die R\u00fcckerstattung aller seit 1555 von protestantischen F\u00fcrsten eingezogenen geistlichen Besitzt\u00fcmer vor. <\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich versuchte Pr\u00e4sident Heinrich die verloren gegangenen Kl\u00f6ster zu restituieren, zumal die Kongregation ihre Besitzanspr\u00fcche&nbsp; in keinem Kloster aufgegeben hatte. Aber weder er noch sein Nachfolger hatten Erfolg.<\/p>\n<p>1629 fand au\u00dferdem in Regensburg ein Reichstag statt. Heinrich Spichernagel reiste nicht nach Regensburg , da er schon alt war und die Reise doch weit. Aber er schickte zwei Vertreter. Es war wieder einmal geplant, die drei Obervanzen zusammen zu fassen. <\/p>\n<p>Die Kongregation hatte sich bestens vorbereitet und Abt Heinrich hatte seine Vertreter bestens instruiert. 1631 wurde zwar der Beschluss gefasst, die Observanzen zu vereinigen.<\/p>\n<p>Gegner dieser Reform schafften es aber, dies so abzublocken, dass es zwar beschlossen aber nicht realisiert wurde.<\/p>\n<p>Am 6. 0kt0ber 1629 erreichte er, dass Papst Urban VIII. (1623-1644) folgende Bulle ausstellte \u201cPapst Urban VIII. macht bekannt, da\u00df der derzeitige Pr\u00e4sident der Bursfelder Kongregation, Abt Heinrich, erkl\u00e4rt hat, zum Gedeihen der Kongregation sei es notwendig, mit apostolischer Autorit\u00e4t die Abhaltung eines j\u00e4hrlichen Generalkapitels zu verf\u00fcgen. Der Papst gew\u00e4hrt diese Bitte und bedroht alle \u00c4bte, die zu dem j\u00e4hrlichen Kapitel nicht erscheinen, mit kirchlichen Zensuren \u201c<\/p>\n<p>Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland AA 0544 \/ Werden, Urkunden AA 0544, Nr. 2789  <\/p>\n<p>Am 8.04. 1636 stellte Kaiser Ferdinand II. den Kl\u00f6ster der Bursfelder Kongregation eine Schutzurkunde aus. \u201cKaiser Ferdinand II. nimmt auf Bitte von Heinrich Spichernagel, Abt von St. Pantaleon in K\u00f6ln und Pr\u00e4sident der Bursfelder Kongregation, alle Kl\u00f6ster dieser Kongregation, namentlich aber die Kl\u00f6ster Corvey, Marienm\u00fcnster, Minden und St. Michaelis in Hildesheim in seinen und des Reichs Schutz.\u201d&nbsp; Charter <b><\/b>A VIII 32\/1 in monasterium net.  <\/p>\n<p>Allerdings hatte die nat\u00fcrlich so gut wie keine Wirkung.  <\/p>\n<p>Nachdem Abt Heinrich verstorben war, wurde Abt Leonhard Colchon sein Nachfolger als Pr\u00e4sident der Bursfelder Kongregation.  <\/p>\n<p>Er stammte aus L\u00fcttich.  <\/p>\n<p>Er trat 1610 in das belgische Kloster Saint Trond (Sint-Truidewn) ein, das erst 1603 der Bursfeldr Kongregation beigetreten war.  <\/p>\n<p>Er studierte dort Philosophie und Theologie und wurde 1616 zum Priester geweiht.  <\/p>\n<p>1617 wurde er an der&nbsp; K\u00f6lner Universit\u00e4t immatrikuliert und lebte im Studienhaus der Bursfelder Kongregation. Dort wurde er bald Subregens.  <\/p>\n<p>Der Seligenstadter Abt Martin Krays(+03.11. 1625) erbat ihn 1622 als Lektor f\u00fcr seinen M\u00f6nchnachwuchs in Philosophie und Theologie.  <\/p>\n<p>In Seligenstadt wurde er bald zum Prior gew\u00e4hlt.  <\/p>\n<p>Nach dem Tod von Abt Martin Krays wurde er am 21.11.1625 einstimmig zum Abt von Seligenstadt gew\u00e4hlt.  <\/p>\n<p>Nach dem Restitutionsedikt wurde er Restitutionskommissar der Bursfelder Kongregation.  <\/p>\n<p>Er arbeitete nun rastlos am R\u00fcckerwerb protestantisch gewordener Kl\u00f6ster.  <\/p>\n<p>Mehrmals&nbsp; musste er Kloster Seligenstadt wegen der Kriegswirren verlassen. Das belegt, wie wenig hilfreich z. B. die Inschutznahme durch Kaiser Ferdinand war. Meist fand er Zuflucht in seinem Professkloster in L\u00fcttich.  <\/p>\n<p>Seinen Bem\u00fchungen verdankte auch Kloster Fulda den Anschluss an die Bursfelder Kongregation.  <\/p>\n<p>1631 trat Kloster Fulda unter Abt Johann Bernhard Schenk zu Schweinsberg (1623-1632) der Bursfelder Kongregation bei)  <\/p>\n<p>Als Heinrich Spichernagel verstarb,&nbsp; wurde er beim Generalkapitel in Maria Laach zum Pr\u00e4sidenten der Biursfelder Kongregation als Nachfolger von Abt Heinrich gew\u00e4hlt.  <\/p>\n<p>Das kann durchaus auch als Anerkennung seiner T\u00e4tigkeit als Restitutionskommissar gewertet werden.  <\/p>\n<p>Aus seiner Pr\u00e4sidentschaft ist seine Korrespondenz&nbsp; mit \u00fcber 4200 Briefen erhalten.  <\/p>\n<p>1648 kehrte endlich Frieden ein  <\/p>\n<p>Bei den Friedensverhandlungen war Prior Adam Adami, Prior&nbsp; von Kloster Murrhardt.  <\/p>\n<p>Er ist 1610 in M\u00fclheim geboren. In K\u00f6ln studierte er Humaniora, das galt in der Antike als die Grundlage der Bildung und war Lehr-und Pr\u00fcfungsfach und Philosophie.  <\/p>\n<p>1627 machte er seinen Baccalaureus. Mit 18 wurde er Benediktiner in der Abtei Brauweiler.  <\/p>\n<p>Dort verfertigte er eine vollst\u00e4ndige Geschichte der Bursfelder Kongregation.  <\/p>\n<p>1633 wurde er zum Priester geweiht und zum Pr\u00e4ses des Benediktinerseminars in K\u00f6ln ernannt.  <\/p>\n<p>1637 wurde er Prior in St.Jakob in Mainz und dann in Murrhardt in der restituierten&nbsp; Abtei St. Januarius. Ich vermute, dass er von Heinrich Spichernagel, dem damaligen Pr\u00e4sidenten der Bursfelder Union von Mainz nach Murrhard  <\/p>\n<p>transferiert wurde, denn Spichernagel hatte dort auch Emmerich F\u00fcnkler, vorher von 1628 bis 1635 Abt in St. Marien in Stade, als Abt in Murrhard eingesetzt.  <\/p>\n<p>Adam Adami wurde am 15.September 1645 als&nbsp; Beauftragter und Sachwalter aller restituierten \u00c4bte, \u00c4btissin und Pr\u00f6pste&nbsp; zu den Verhandlungen nach M\u00fcnster geschickt.  <\/p>\n<p>Er galt als geschickter Diplomat. Nach M\u00fcnster war er nicht nur von den schw\u00e4bischen Kl\u00f6stern, sondern auch als Gesandter des Corveyer Reichsabtes Arnold IV. von Waldois (1638 \u2013 1661 )  <\/p>\n<p>geschickt worden. Seine Bem\u00fchungen f\u00fcr die 17 schw\u00e4bischen Kl\u00f6ster und 5 Stifte blieben allerdings ohne Erfolg. Sie wurden alle Herzog Eugen III. von W\u00fcrttemberg&nbsp; (1633-1674) zugeschlagen.  <\/p>\n<p>Dieser hatte die Unterst\u00fctzung Schwedens, Frankreichs und der protestantischen Reichsst\u00e4nde  <\/p>\n<p>Adamis Karriere als Diplomat war nicht zu Ende. Von 1650 bis 1651 war er Gesandter des K\u00f6lner Erzbischofs Maximilian Heinrich von Bayern(1650-1688) in Rom. 1652 wurde er dessen Weihbischof in Hildesheim.  <\/p>\n<p>Er starb am 19. Februar 1663 in Hildesheim.  <\/p>\n<p>Zur\u00fcck zu Leonhard Colchon.  <\/p>\n<p>Kloster Seligenstadt&nbsp; hatte im Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieg schwer gelitten. Obwohl die B\u00fcrger von Seligenstadt Kontributionszahlungen&nbsp; an die Schweden&nbsp; geleistet hatten, pl\u00fcnderten abziehende Soldaten _Stadt und Abtei.  <\/p>\n<p>Zwischen 1637 und 1641 waren die Schweden nochmals in Seligenstadt. Das Kloster wurde aufgehoben, die M\u00f6nche interniert.  <\/p>\n<p>Nach dem Krieg k\u00fcmmerte sich Abt Leonhard unter gro\u00dfen Opfern um neue B\u00fccher in der Bibliothek, die praktisch ausgeraubt worden war.  <\/p>\n<p>Er holte wohl auch Siedler aus seiner wallonischen Heimat nach Seligenstadt, um die w\u00e4hrend des Krieges stark dezimierte Bev\u00f6lkerung wieder zu mehren.  <\/p>\n<p>Leonhard Colchon starb am 30. November 1653 an einem Schlaganfall.  <\/p>\n<p>1654 fand in Werden das erste Generalkapitel der Bursfelder Kongregation nach dem Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieg statt.  <\/p>\n<p>Dort wurde auch mit Abt mit Heinrich D\u00fccker der Nachfolger von Abt Leonhard Colcon gew\u00e4hlt.  <\/p>\n<p>Heinrich D\u00fccker ist 1597 in Werden geboren  <\/p>\n<p>Er studierte in K\u00f6ln Theologie und war dort auch Subregens des Seminars der Bursfelder Kongregation in K\u00f6ln.  <\/p>\n<p>Er wurde Priester und 1629 Pfarrer der St. Luciuskirche in Werden.  <\/p>\n<p>Dann wurde er Prior der Abtei Werden. 1646 wurde er zum Abt von Kloster Werden gew\u00e4hlt.  <\/p>\n<p>Der K\u00f6lner Weibischof&nbsp; Georg Pauli-Stravius (1640 \u20131661 ) weihte ihn&nbsp; zum Abt und Kaiser&nbsp;&nbsp; Ferdinand III. (1636-1657) belehnte ihn mit den Regalien.  <\/p>\n<p>Er muss ein sehr guter und umsichtiger Wirtschafter gewesen sein Er konsolidierte die Abtei wirtschaftlich. Er kaufte kurz nach dem Krieg&nbsp; verloren gegangene oder verpf\u00e4ndete Besitzungen des  <\/p>\n<p>Kloster zur\u00fcck. Er kaufte Weinberge in Rheinbrohl.  <\/p>\n<p>Der Kurf\u00fcrst von Brandenburg&nbsp; Friedrich Wilhelm von Brandenburg (1640\u20131688 ), der \u201cGro\u00dfe Kurf\u00fcrst\u201d, verpf\u00e4ndete ihm 1649 M\u00fchlen f\u00fcr 5500 Reichstaler, das sind&nbsp; etwa 928.887 \u20ac  <\/p>\n<p>und am 3.Juli 1649 die Gerichtsbarkeit f\u00fcr 8000 Reichstaler, das sind etwa 1.351.097 \u20ac, auf 20 Jahre  <\/p>\n<p>Die Zahl der Klostereintritte stieg an  <\/p>\n<p>Seit 1649 war er Definitor in der Bursfelder Kongregation.  <\/p>\n<p>Auch nach Kriegsende bestanden weiter Gefahren. Aber Abt Heinrich nahm trotzdem an allen Kapiteln teil und wurde deshalb als Vorbild f\u00fcr andere \u00c4bte gesehen.  <\/p>\n<p>Am 1.September 1649 wurde er in den Coetus der \u00c4bte, das ist die Abtsversammlung, aufgenommen.  <\/p>\n<p>Ab 16z53 war bis zu seinem Tod auch der erste Direktor der erste Direktor des Rheinischen Reichspr\u00e4latenkolleg<a href=\"https:\/\/www.wikiwand.com\/de\/articles\/Rheinische_Pr%C3%A4latenbank\">s<\/a> auf dem Reichstag.  <\/p>\n<p>Am 30. August 1654 fand das Generalkapitel in Werden statt. Dabei wurde Abt Heinrich als Nachfolger von Leonhard Colchon zum Pr\u00e4sidenten der Kongregation gew\u00e4hlt.  <\/p>\n<p>Er gilt als einer der bedeutendsten Pr\u00e4sidenten der Kongregation.  <\/p>\n<p>Er f\u00f6rderte Studierende. Ebenso machte er sich als F\u00f6rderer der Wissenschaften und das nicht nur an seinem Heimatkloster, sondern auch f\u00fcr die Kongregation  <\/p>\n<p>Am 19. Juni 1667 starb er an den Folgen eines Schlaganfalls.  <\/p>\n<p>Von 1685 bis 1703 War Abt Ambrosius Steingens von St. Vitus in Gladbach Pr\u00e4sident der Bursfelder Kongregation.  <\/p>\n<p>Am 18. Juni 1696 wurde Florenz von dem Velde&nbsp; Abt von Kloster Corvey gew\u00e4hlt Von Kaiser Leopold I. (1658-1705) erhielt er 1696 die Regalien und war damit offiziell Reichsf\u00fcrst.  <\/p>\n<p>Papst Innozenz&nbsp; XII. (1691-.1700) best\u00e4tigte ihn 1697.  <\/p>\n<p>Er wurde zum bedeutendsten Abt der Barockzeit von Kloster Corvey.  <\/p>\n<p>Er pflegte ein enges Verh\u00e4ltnis zu&nbsp; Herzog Anton Ulrich von Braunschweig-L\u00fcneburg zu Wolfenb\u00fcttel(1704-17134). 1709i konvertierte er heimlich und 1710 \u00f6ffentlich zum katholischen Glauben.Das hat wohl kaum was mit der guten  <\/p>\n<p>Beziehung zu einem katholischen Abt zu tun. Er machte sich Hoffnungen auf das Kurf\u00fcrstentum K\u00f6ln und das Hochstift Hildesheim, deren Landesherr Erzbischof Joseph Clemens von Bayern (1688-1723)  <\/p>\n<p>sich zu diesem Zeitpunkt in der Reichsacht befand.  <\/p>\n<p>Von 1704-1714 war Florenz&nbsp; Pr\u00e4sident der Bursfelder Kongregation.  <\/p>\n<p>Er starb am&nbsp; 4. Februar 1714 in Corvey.  <\/p>\n<p>Sein Nachfolger im Pr\u00e4sidentenamt wurde Coelestin von Geismar Er war1706\u20131718 Abt von&nbsp; Kloster Werden  <\/p>\n<p>und von 1714.\u00b4-1718 Pr\u00e4sident der Bursfelder Kongregation.  <\/p>\n<p>Er stammte aus Warburg. Er ist am 1. November 1666 geboren,  <\/p>\n<p>1682 trat er ins Kloster Werden ein. Am 22. Februar 1684 legte er seine Profess ab.  <\/p>\n<p>1691 wurde er zum Priester geweiht. Er durchlief verschieden Kloster\u00e4mter, war erst Kellner, 1692 Lektor der Philosophie,  <\/p>\n<p>1694 Novizenmeister und auch Subprior. 1703 wurde er Prior und am 11. Januar 1706 wurde er zum Abt von Werden gew\u00e4hlt.  <\/p>\n<p>Seine Regierungszeit als Abt wurde stark erschwert durch Friedrich I. von Preussen (Kurf\u00fcrst 1688-1701, dann K\u00f6nig bis 1713).  <\/p>\n<p>Dieser wollte die Abtei Werden&nbsp; dem K\u00f6nigreich einverleiben. 1712 besetzte er sie 16 Monate lang milit\u00e4risch.  <\/p>\n<p>Der Abt wurde verjagt.  <\/p>\n<p>K\u00f6nig Friedrich verstarb am 25. Februar 1713.  <\/p>\n<p>Durch einen Beschluss des Reichsrat in Wien wurde vom 14. Januar 1714 wurde Abr Coelestin Kloster und die Stadt Werden  <\/p>\n<p>zur\u00fcckgegeben.  <\/p>\n<p>Am 17. Juni 1714 wurde in Kloster Gro\u00df St. Martin das Jahreskapitel der Bursfelder Kongregation abgehalten.  <\/p>\n<p>Bei diesem Kapitel wurde Coelestin zum Pr\u00e4sidenten der Bursfelder Kongregation gew\u00e4hlt.  <\/p>\n<p>Er blieb das bis zu seinem Tod. Er starb am 30. Dezember 1718 an der Wassersucht.  <\/p>\n<p>&nbsp; Sein Nachfolger als Pr\u00e4sident wurde Maximilian von Horrich, der von 1719\u20131721 Pr\u00e4sident der Bursfelder Kongregation war.  <\/p>\n<p>Er ist 1662 in Pesch geboren. Er war seit&nbsp; 1714 bis 1721 Abt in Kloster Corvey nd wurde am 20.08. 1714 von Papst Clemens XI. (1700-1721) best\u00e4tigt.  <\/p>\n<p>Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen C 001u \/ F\u00fcrstabtei Corvey \/ Urkunden, Nr. 1292  <\/p>\n<p>In Corvey war im Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieg die Bibliothek schwer gesch\u00e4digt und fast v\u00f6llig ausgeraubt worden.  <\/p>\n<p>Abt Maximilian baute die Bibliothek v\u00f6llig neu auf und schaffte B\u00fccher aus aller Welt an.  <\/p>\n<p>Auf einer Auktion in Bremen konnte er viele B\u00e4nde der von den Schweden in Kloster Strahov in Prag geraubten Bibliothek f\u00fcr Kloster Corvey erwerben.  <\/p>\n<p>In Corvey lie\u00df er die Allee von H\u00f6xter nach Corvey anlegen.  <\/p>\n<p>1719 folgte er Abt Coelestin als Pr\u00e4sident der Bursfelder Kongregation.  <\/p>\n<p>Er verstarb 1721.  <\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Pantaleon II. Bruns  <\/p>\n<p>!709 wurde er Abt von Kloster Abdinghof und blieb das bis zu seinem Tod 1727.  <\/p>\n<p>1721 wurde Pantaleon Bruns von Papst Clemens XI. zum Titularbischof von Thyatira und Paderborner Weihbischof ernann  <\/p>\n<p>Am 14. Juni 1722 wurde er zum Pr\u00e4sidenjten der Bursfelder Kongregation gew\u00e4hlt und blieb das ebenfalls bis zu seinem Tod.  <\/p>\n<p>Bis 1725&nbsp; amtierte er als Apostolischer Administrator f\u00fcr den&nbsp; noch nicht ordinierten F\u00fcrstbischofs von Paderborn, Clemens August I. von Bayern (1725-1761)  <\/p>\n<p>Pantaleon Bruns verstarb am 15. Dezember 1727 in Paderborn.  <\/p>\n<p>Servatius van den Berg, war von1725 \u2013 1750 Abt von Kloster St. Vitus in Gladbach 1749 lie\u00df er dort die Klosterkirche mit einer barocken Haube versehen.  <\/p>\n<p>Von 1728-1750 folgte er auf Pantaleon Bruns als Pr\u00e4sident der Bursfelder Kongregation.  <\/p>\n<p>Bernhard Bierbaum wurde 1780 Abt von&nbsp; Kloster Werden .letzter Pr\u00e4sident und im selben Jahr&nbsp; letzter Pr\u00e4sident der Bursfelder Kongregation.  <\/p>\n<p>Er war am 22. Oktober 1747&nbsp; in das Kloster Werden eingetreten. Am 3. November 1748 die Profe\u00df ab&nbsp; <\/p>\n<p>Im&nbsp;&nbsp; November 1753 wurde er zum Priester geweiht.  <\/p>\n<p>1757 wurde er in das Werdener Schwesterkloster St. Ludger in Helmstedt gesant. dort wurde er am 19. M\u00e4rz 1775 zum Propst ernannt.  <\/p>\n<p>Am&nbsp; 16. April 1780 wurde er zum Abt von Werder gew\u00e4hlt. Im selben Jahr wurde er zum Pr\u00e4sident der Bursfelder Kongregaiion erw\u00e4hlt.  <\/p>\n<p>In Werden und auch Helmstedt f\u00fchrte er viele Bauprojekte durch.  <\/p>\n<p>F\u00fcr das Kloster erwarb er&nbsp; 3000 B\u00e4nde des Richters Weise aus Moers, die sogenannte Weisesche Bibliothek  <\/p>\n<p>Im Juli 1789 brach in Frankreich die Revolution aus. In deren Folge kam es zu den Revolutionskriegen.  <\/p>\n<p>Die franz\u00f6sischen Revolutionsarmeen besetzten&nbsp; im Sp\u00e4therbst 1794 das linke Rheinufer.  <\/p>\n<p>Kaiser Franz II. (1792-1806) hatte im Rastatter Kongress (1797-1799) in einer Zusatzvereinbarung versprochen, sich f\u00fcr die Abtretung des linken Rheinufers einzusetzen.  <\/p>\n<p>Das hatte Auswirkungen auf Kloster Werden.  <\/p>\n<p>1797 erschien sechzig franz\u00f6sische Kavalleristen vor dem Kloster und verlangte 400.000 Francs Brandschatzung. Das Kloster gab, was es hatte, um Pl\u00fcnderung und Brandschatzung zu vermeiden.  <\/p>\n<p>Au\u00dferdem wurden 6 Konventuale als Gei\u00dfeln nach D\u00fcsseldorf gebracht Ein halbes Jahr sp\u00e4ter wurden 50 K\u00fcrassiere ins Kloster einquartiert, bis die Forderung erf\u00fcllt war.  <\/p>\n<p>Weiter Konventuale waren als Geiseln verschleppt worden. Abt Bernhard hatte sich nach Helmstadt gefl\u00fcchtet. Er hatte einen Unterh\u00e4ndler zum Kongress nach Rastatt geschickt.  <\/p>\n<p>Das scheint wohl gut ausgegangen zu sein. Abt Bernhard wurde auch so benachrichtigt. Aber er verstarb am 16. M\u00e4rz 1798. Bernhard war der letzte Pr\u00e4sident der Bursfelder Kongregation.  <\/p>\n<p>Mit dem Reichsdeputationshauptschluss vom 25. Februar 1803 gingen der Kongregation die letzten Kl\u00f6ster verloren und&nbsp; sie stellte ihre Existenz endg\u00fcltig ein.  <\/p>\n<p>&nbsp;&nbsp; <\/p>\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"undefined\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/c\/c0\/Bursfelde2FotoThalerTamas.JPG\/1920px-Bursfelde2FotoThalerTamas.JPG\" width=\"1292\" height=\"861\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Graf Heinrich der Fette bzw. der Reiche (sein lateinischer Beiname Crassus hat diese doppelte Bedeutung) ((* um 1055; \u2020 vor dem 10. April 1101) gr\u00fcndete 1093 Bursfelde als Grablege der Northeimer Grafenfamilie. Unterst\u00fctz wurde er dabei durch den Mainzer Erzbischof Ruthard (1088 \u20131109) Heinrich war der \u00e4lteste Sohn des Herzogs Otto von Bayern [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[30],"tags":[],"class_list":["post-3338","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kloester-in-niedersachsen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3338","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3338"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3338\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3339,"href":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3338\/revisions\/3339"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3338"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3338"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3338"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}