{"id":3336,"date":"2025-06-13T15:58:10","date_gmt":"2025-06-13T15:58:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=3336"},"modified":"2025-06-13T15:58:10","modified_gmt":"2025-06-13T15:58:10","slug":"stift-freckenhorst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=3336","title":{"rendered":"Stift Freckenhorst"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Sie ist am <\/p>\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/e\/eb\/Stiftskirche-st-bonifatius-freckenhorst.jpg\/250px-Stiftskirche-st-bonifatius-freckenhorst.jpg\" width=\"250\" height=\"381\"><\/p>\n<p>Freckenhorst ist ein Stadtteil von Warendorf. YEs wird 851 erstmals urkundlich erw\u00e4hnt. Die sogenannte Gr\u00fcndungsurkunde von Stift Freckenhorst. wurde allerdings schon von <\/p>\n<p>dem Historiker Wilhelm Diekamp in Die Gr\u00fcndungslegende und die angebliche Stiftungsurkunde des Klosters Freckenhorst 1884 als F\u00e4lschung erkannt.<\/p>\n<p>In der Urkunde hei\u00dft es \u201cDas Ehepaar Everword und Geva widmet das Schloss Freckenhorst mit Wald und G\u00fctern zu Otomar (Hoetmar), Fharendorpe (Warendorf), Husen, Foberg (Vohren b. Warendorf) und den Zehnten in der Region Ravenspurg teils f\u00fcr eine Priesterkongregation unter Luitold, teils f\u00fcr ein Nonnenkloster, welches unter Geva und nach ihrem Tode unter Thiatilda stehen soll.\u201d Sie ist im Landesarchiv NRW unter <\/p>\n<p>Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen B 209u \/ Stift Freckenhorst \/ Urkunden, Nr. 1 abgedruckt und auch dort als F\u00e4lschung deklariert. Der in der Urkunde genannte Stifter Everword ist aber eine historische Pers\u00f6nlichkeit.  <\/p>\n<p>Der Gr\u00fcndungslegende nach trat er nach Vollzug der Stiftung in das Kloster Fulda ein. Er erscheint in den Fuldaer Traditionsnotizen als Fridewart.  <\/p>\n<p>Die Schenkung des Everwards, wie er in dieser Urkunde hei\u00dft ist auch in MGH Diplomata auf Seite 113 unter Urkunde 78 abgedruckt. Ludwig der Deutsche (817-876) best\u00e4tigte die Schenkung.  <\/p>\n<p>Die Urkunde wird in MGH allerdings als verunechtet bezeichnet. Der Inhalt wird aber als stimmend betrachtet.  <\/p>\n<p>In der Gr\u00fcndungslegende wird von einem Everward, der edler Herkunft war, und seiner Frau Geva, erz\u00e4hlt, die sich durch Sch\u00f6nheit und Wohlt\u00e4tigkeit auszeichnete  <\/p>\n<p>.  <\/p>\n<p>Sie waren beide sehr beg\u00fctert, hatten aber keine Kinder.  <\/p>\n<p>Everwards Schweinehirt Freckyo, der dem Ort Freckenhorst den Namen gab, bemerkte eines Nachts ein gro\u00dfes.Licht, was ihn sehr erschreckte. Er traute sich erst am Tage die Stelle zu untersuchen, fand aber nichts.  <\/p>\n<p>In der folgenden&nbsp; Nacht kam das Licht noch heller wieder. Er berichtete dies dem Vogt und dem Maier des Edelherren Der Vogt trug die Sache&nbsp; nun seinem Herren vor.  <\/p>\n<p>Daraufhin begab sich Everward mit seinen Rittern und Knappen selbst an diese Stelle. Auch er hatte eine Lichterscheinung.  <\/p>\n<p>Sie hatte die&nbsp; Gestalt eines Hauses und er konnte einen Mann erkennen, der den Grundriss mit einer Schnur ausma\u00df.  <\/p>\n<p>Er betete die folgende Nacht und schlief sehr sp\u00e4t ein. Da erschien ihm der heilige Petrus und offenbarte ihm, dass er es war und den Grundriss einer Kirche vermessen habe.  <\/p>\n<p>Er trug ihm nun auf, die Kirche zu bauen.  <\/p>\n<p>Everward beriet sich mit dem Bischof von M\u00fcnster Liutbert (849-870). Dieser beauftragte Everward, den Wald zu roden, wo die Lichterscheinung war und lie\u00df dort die Fundamente einer Kirche bauen.  <\/p>\n<p>Everward teilte sein Verm\u00f6gen drei Teile, zwei erhielt das neue Kloster Freckenhorst, einen Kloster Fulda, in das er selbst eintrat.  <\/p>\n<p>Das neue Kloster Freckenhorst wurde auf den in Westfalen relativ unbekannten Bonifatius geweiht, hatte also denselben Patron wie Kloster Fulda.  <\/p>\n<p>Die Legende erkl\u00e4rt das so, dass Bonifatius die Urgro\u00dfeltern Everwards bekehrt und getauft habe.  <\/p>\n<p>Auch Geva trat ins Kloster ein und erhielt von Bischof Luitbert im neuen<\/p>\n<p>Kloster Freckenhorst den Schleier, wo sie dann lebt.<\/p>\n<p>Von der Legende zur gesicherten historischem Realit\u00e4t.<\/p>\n<p>Die Quellenlage&nbsp; zur fr\u00fchen Geschichte Freckenhorsts ist sehr schlecht. Alle urkundlichen Belege f\u00fcr die Zeit bis 1161 sind verloren gegangen. Auch die Reihenfolge der \u00c4btissinnen steht nicht fest.<\/p>\n<p>Meine wichtigste Quelle ist Wilhelm Kohl, Das Bistum M\u00fcnster 3: Das (freiweltliche) Damenstift Freckenhorst (Germania Sacra N. F. 10), Berlin\/New York 1975. <\/p>\n<p>Arch\u00e4ologische Befunde belegen, dass das Kloster im 9. oder 10.Jahrhundert&nbsp; wiederholt durch Brand vernichtet worden ist.<\/p>\n<p>M\u00f6glicherweise steht das in Verbindung mit den Einf\u00e4llen der Normannen und der Hunnen.<\/p>\n<p>So wurde 926 das nicht allzu weit entfernte Kloster Herford beim Hunneneinfall zerst\u00f6rt und&nbsp; K\u00f6nig Otto I. (936-973)stellte 940 eine Urkunde f\u00fcr Herford aus, in der er die beim Hunneneinfall vernichteten <\/p>\n<p>Privilegien Herfords erneuerte.&nbsp; Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen C 101u \/ F\u00fcrstabtei Herford, Landesarchiv \/ Urkunden, Nr. 9<\/p>\n<p>Das wichtigste Ereignis der Gr\u00fcndungsjahre war die Reliquientranslation durch Bischof Liutbert, die nach den Xantener Annalen 860 oder 861 stattgefunden haben.<\/p>\n<p>Bischof Liutbert stattete Kloster Freckenhorst mit Reliquien aus. Dabei war auch eine Reliquie des Kirchenpatrons von Freckenhorst,des heiligen Bonifatius.<\/p>\n<p>Die n\u00e4chste greifbare Nachricht er scheint dann&nbsp; 1085.<\/p>\n<p>Bischof Erpho von M\u00fcnster (1085-1097) bestimmte die Rechte der Freckenhorster Dienstmannschaft nach dem Vorbild der Rechte der bisch\u00f6flichen Ministerialen.<\/p>\n<p>(Wilhelm Kohl&nbsp; S.72)<\/p>\n<p>Dies geschah wohl im Rahmen einer umfassenden Reform von Kloster Freckenhorst.<\/p>\n<p>1116 gab es wieder eine Feuerbrunst in Kloster Freckenhorst.Diese ist arch\u00e4ologisch nachgewiesen.<\/p>\n<p>Auch die Corveyer Annalen berichten von diesem Brand.<\/p>\n<p>Es ist unklar, ob der Brand in Zusammenhang mit den K\u00e4mpfen der kaiserlichen Partei und der s\u00e4chsischen Partei stehen.<\/p>\n<p>Der Bischof von M\u00fcnster&nbsp; Burchard von Holte (auch der Rote) (1098-1118) hatte wegen seiner engen Bindung zu Heinrich V. (1106-1125) auch das Stift M\u00fcnster in Mitleidenschaft gezogen.<\/p>\n<p>So hatte der s\u00e4chsische Herzog Lothar (1106-1125, dann als Lothar von Supplinburg bis 1137 deutscher K\u00f6nig)&nbsp; 1116 die Burg Bentheim erobert und niedergebrannt.<\/p>\n<p>Der Wiederaufbau des abgebrannten Klosters Freckenhorst und seiner Kirche geschah innerhalb der n\u00e4chsten 12 Jahre.<\/p>\n<p>Die Kirche steht gr\u00f6\u00dftenteils noch heute. Sie soll die Vorg\u00e4ngerin an Pracht und Gr\u00f6\u00dfe weit \u00fcbertroffen haben.<\/p>\n<p>1169 wird Widukind von Rheda (* vor 1154-1189) erstmals als Vogt von Freckenhorst erw\u00e4hnt. Seine Schwest Gertrud war um 1107 \u00c4btissin von Freckenhorst.<\/p>\n<p>Nach dem Tod von Widukind auf em Kreuzzug von Friedrich Barbarossa geriet sie mit dessen Nachfolger als Vogt von Freckenhorst Bernhard von Lippe.mit dem Widukund befreundet war, in Streit.<\/p>\n<p>Die Auseinandersetzung brachte Dem Kloster schweren Schaden und konnte erst 1193 durch den Bischof Hermann II. (1174-1203) beigelegt werden. (Wilhelm Kohl S.74)<\/p>\n<p>Im Landesarchiv NRW fijndet sich eine Urkunde, in der Bischof Hermann einen Vertrag zwischen der \u00c4btissin Gertrud und Bernhard zur Lippe best\u00e4tigt-<\/p>\n<p>Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen B 209u \/ Stift Freckenhorst \/ Urkunden, Nr. 4. Dies Urkunde ist 1193 ausgestellt und k\u00f6nnte sich darauf beziehen.  <\/p>\n<p>Um das Jahr 1226 verstarb in Freckenhorst Abt Meinrich (1185\u20131226) von Kloster Rastede bei Oldenburg. Er ist in Freckenhorst bestattet.<\/p>\n<p>Vor 1240 wurde das Kloster der Augustinerregel unterworfen. Die genaueren Umst\u00e4nde sind unbekannt.<\/p>\n<p>In der Bischofliste von M\u00fcnster wird Bischof Ludolf von Holte (1226 \u20131247) gesagt, dass er 1240 in Freckenhorst die Augustinerregel eingef\u00fchrt hat, was sein Interesse an der Reform der Frauenkl\u00f6ster belegt.<\/p>\n<p>Zwischen 1450 und 1457 ereignete sich in M\u00fcnster die Stiftsfehde. Das war ein Streit um die Besetzung des Bischofsstuhl in M\u00fcnster. Als Kandidaten standen sich Walram von Moers und Erich II. von Hoya gegen\u00fcber-<\/p>\n<p>Walram hatte sich 1423 um das Amt des Bischofs von Utrecht beworben, war dort aber knapp unterlegen.<\/p>\n<p>Die \u00c4btissin von Freckenhorst Anna von Plesse (1433-1456) unterst\u00fctzte die Familie Hoya-<\/p>\n<p>Am 16. August 1451 belegte Walram die \u00c4btissin mit dem Interdikt<\/p>\n<p>Im August 1452 griffen moersische Truppen Warendorf und Freckenhorst an und verursachten dort gro\u00dfen Schaden. Auch im Folgejahr suchte Walram Freckenhorst wieder heim.<\/p>\n<p>Am 14. Juni 1495 best\u00e4tigte Papst Alexander VI. (14992-1503) die Umwandlung von Freckenhorst in ein freiweltliches Stift. (Wilhelm Kohl S. 75)<\/p>\n<p>Die Bulle betreffend die Kleidung der dortigen Stiftsdamen durch Papst Alexander d\u00fcrfte auch damit in Zusammenhang stehen.<\/p>\n<p>Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen B 209u \/ Stift Freckenhorst \/ Urkunden, Nr. 321 Sie ist am 19.Juni 1495 ausgestellt.  <\/p>\n<p>\u00c4btissin war in dieser Zeit Maria Gr\u00e4fin zu Tecklenburg. (1473-1527) Sie trieb den Bau einer neuen Abtei voran.  <\/p>\n<p>Als Maria 1527 starb, schloss sich die Familie von Tecklenburg als erste westf\u00e4lische Grafenfamilie der  <\/p>\n<p>lutherischen Lehre an.<\/p>\n<p>Nur wenige Jahre&nbsp; nach der Umwandlung Freckenhorsts in ein freiweltliches Damenstift wurde wurde wie im ganzen Westfalen die Unruhe der Reformation auch in Freckenhorst sp\u00fcrbar.<\/p>\n<p>Die lutherische Lehre fand im Stift viele Anh\u00e4nger.<\/p>\n<p>M\u00fcnster war zwischen 1525 und 1533 zum Schauplatz des T\u00e4uferreichs geworden. Jan van Leiden (1509-1536) wurde 1534 zum alleinigen F\u00fchrer der T\u00e4ufer in M\u00fcnster.<\/p>\n<p>Der reformatorisch gesinnte Bischof Franz von Waldeck (1532 zum Bischof von M\u00fcnster ausgerufen) nahm mit Unterst\u00fctzung hessischer Truppen am 25. Juni 1535 die Stadt M\u00fcnster wieder ein.<\/p>\n<p>Die meisten T\u00e4ufer mit Ausnahme der verbliebenen Oberh\u00e4upter Jan van Leiden, Bernd Krechting und Bernd Knipperdolling ,wurden hingerichtet<\/p>\n<p>Die drei Oberh\u00e4upter wurden 1536 hingerichtet und zur Abschreckung in eisernen K\u00e4figen an der Lambertikirche aufgeh\u00e4ngt und zur Schau gestellt.<\/p>\n<p>Nachfolgerin von&nbsp; Maria Gr\u00e4fin zu Tecklenburg wurde in Freckenhorst Agnes von Limburg-Styrum (1527-1570). In Freckenhorst genossen&nbsp; vertriebene Wiedert\u00e4ufer Wohlwollen und Schutz.<\/p>\n<p>Am 24. Juni 1538 forderte Bischof Franz von Waldeck die \u00c4btissin auf, im Kloster verborgene Wiedert\u00e4ufer auszuliefern. Diesem Befehl kam sie nicht nach.<\/p>\n<p>Ob sich Agnes auch wiedert\u00e4uferischem Gedankengut ge\u00f6ffnet hatte, ist nicht klar. Sicher ist aber,dass sie eine Anh\u00e4ngerin der Reformation wittenbergischer Pr\u00e4gung war.<\/p>\n<p>Die Prozessionen mit dem Heiligen Kreuz lie\u00df&nbsp; Agnes regelm\u00e4\u00dfig abhalten, bis sie 1556 eingestellt wurden. Ob dies auf Anordnung der \u00c4btissin geschah, ist nicht eindeutig. <\/p>\n<p>1553 unternahm Herzog Philipp Magnus von Braunschweig (*1527-+ 1553) eine milit\u00e4rische Operation gegen die Stifte Osnabr\u00fcck, M\u00fcnster und Minden.<\/p>\n<p>Das Stift Freckenhorst erlitt dabei empfindliche materielle Sch\u00e4den.<\/p>\n<p>Agnes verstarb am 6. Mai 1570.<\/p>\n<p>Auf sie folgte \u00c4btissin Margaretha von der Lippe (1570\u20131578)<\/p>\n<p>Ihr protestantisches Bekenntnis steht au\u00dfer Zweifel, was nicht verwundert. Nach dem Tod ihres Vaters Simon V. von der Lippe am 17.September 1536 \u00fcbernahm der hessische Landgraf Philipp (1518-1567)<\/p>\n<p>die Vormundschaft f\u00fcr Margarethe. Nach dem Tod ihrer Mutter Gr\u00e4fin Magdalene von Mansfeld 1542 kam sie zur Erziehung an den hessischen Hof.<\/p>\n<p>1565 wurde sie zur \u00c4btissin im Stift Herford gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Als Anna von Limburg in Freckenhorst gestorben war, verhandelte eine Abordnung aus Herford \u00fcber die Bedingungen einer Amts\u00fcbernahme in Freckenhorst.<\/p>\n<p>Margarethe verpflichtete sich, die katholische Religion einzuhalten und an den katholischen Zeremonien in Freckenhorst teilzunehmen, wobei jedem Beteiligten klar war, dass sie dies als Protestantin nicht machen&nbsp; w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Sie behielt sich das Recht vor, bei Bedarf von Regelungen nach Herford zu reisen.<\/p>\n<p>Als am 30. April 1572 eine Abordnung des F\u00fcrstbischofs Von M\u00fcnster Johann II (1566-1575) zur Visitation anreiste, machte sie von dieser Klausel Gebrauch.<\/p>\n<p>Die Visitation konnte wegen Abwesenheit der \u00c4btissin nicht stattfinden&nbsp; und wurde auch nie nachgeholt.<\/p>\n<p>Kurz zuvor war Margarethe&nbsp; zur \u00c4btissin des protestantischen Konvents von Borghorst gew\u00e4hlt worden.<\/p>\n<p>In Freckenhorst hat sie nur wenige Spuren hinterlassen, was auch der Vielzahl ihrer \u00c4mter geschuldet ist.<\/p>\n<p>Die Kirchturmspitze in ihrer heutigen Gestalt stammt wohl aus ihrer Amtszeit.<\/p>\n<p>Sie verstarb am 7. Juni 1578.<\/p>\n<p>Auf sie folgte Metta von Limburg-Styrum (1578\u20131591)<\/p>\n<p>Sie die Tochter des Grafen Hermann Georg von Limburg-Styrum (1540\u20131574)&nbsp; und seiner Gattin Maria von Hoya-Bruchhausen (1534\u20131612) <\/p>\n<p>In ihrer Wahlkapitulation vom 30. August 1578 versprach sie, keine Neuerungen in den geistlichen Gebr\u00e4uchen einzuf\u00fchren. Au\u00dferdem versprach sie, <\/p>\n<p>sich f\u00fcr keine weiteren Abteien zu bewerben oder solche anzunehmen.<\/p>\n<p>Kurz nach ihrem Amtsantritt lie\u00df sie die Willkommenssteuer ausschreiben. Das war eine von den Landst\u00e4nden zugestanden einmalige Steuer f\u00fcr neugew\u00e4hlte Landesherren.<\/p>\n<p>Aus diesen Einnahmen sollte in Freckenhorst der Schuldenabbau get\u00e4tigt werden.<\/p>\n<p>Am 27. Juli 1591 erkl\u00e4rte sie mit einem Schriftst\u00fcck ihren Verzicht als \u00c4btissin von Freckenhorst. Dieser wurde unter Freistellung von Forderungen an die \u00c4btissin von den<\/p>\n<p>Kapitularherren angenommen.<\/p>\n<p>Metta heiratete&nbsp; am&nbsp; 4. August 1592 heiratete Metta den protestantischen Grafen Heinrich V. von Holstein-Schaumburg-Sterneberg (1566\u20131597). Nach dem Tode ihres Mannes \u00fcbernahm sie die Regierung der reichsfreien Herrschaft Gemen eine w\u00e4hrend der Zeit des niederl\u00e4ndischen Freiheitskampfes&nbsp; recht schwierige Aufgabe. Diese erf\u00fcllte sie fast bis zu ihrem Tode und hinterlie\u00df den Sohn Jobst Hermann, der unverheiratet verstarb. Nach seinem Tode fiel die Herrschaft Gemen an die Familie von Limburg-Styrum-<\/p>\n<p>Auf Metta folgte Margaretha Elisabeth von Manderscheid-Blankenheim-Gerolstein (1591\u20131604)<\/p>\n<p>Sie wuchs als Tochter des Grafen Johann Gerhard von Manderscheid-Blankenheim-Gerolstein (1536\u20131611) und seiner Gattin Margarethe von Daun-Neuweiler (1540\u20131600) in einer protestantischen Adelsfamilie auf.<\/p>\n<p>In ihrer Wahlkapitulation hatte sie sich verpflichtet, die bisher aufgetretenen Unordnungen in den Gottesdiensten und alle \u00fcbrigen Vers\u00e4umnisse abzuschaffen .Sie versprach au\u00dferdem, keine weiteren Abteien zu \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>Sie verpflichtete sich auch, die auf&nbsp; 6250 Goldgulden angewachsene Schuld des Stiftes, das sind etwa 1.823.340,00 \u20ac, allm\u00e4hlich abzutragen.<\/p>\n<p>Am 21. Mai 1592 wurde das Stift visitiert. Ziel war, die alten Zeremonien und die urspr\u00fcngliche katholische Religion wiederherzustellen.<\/p>\n<p>Der Bischof von M\u00fcnster Ernst von Bayern (1585 \u20131612 )best\u00e4tigte die Wahl am 2. Oktober 1592&nbsp; obwohl sie den Glaubenseid wegen ihres protestantischen Bekenntnisses nicht abgelegt hatte.<\/p>\n<p>Zwar hatte sie sich in ihrer Wahlkapitulation verpflichtet, keine weitern Abteien zu \u00fcbernehmen. Trotzdem wurde sie 1598 zur \u00c4btissin des Reichstiftes Essen gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Als sie sich zur Beisetzung ihres Schwagers Ludwig G\u00fcnther von Nassau in Arnheim aufhielt, verstarb sie dort am <\/p>\n<p>28. November 1604 verstarb und am 30. November. Sie ist&nbsp; in der Eusebiuskerk in Arnheim beigesetzt.  <\/p>\n<p>Zu ihrer Nachfolgerin wurde Elisabeth von der Lippe (* 9. Juli1592 \u2020 19.Juni <a href=\"https:\/\/www.wikiwand.com\/de\/articles\/19._Juni\">i<\/a>1646) gew\u00e4hlt. Wegen der widrigen Verh\u00e4ltnisse \u00fcbte sie ihr Amt aber nicht aus.  <\/p>\n<p>Sie heiratete 1612 und wurde zur&nbsp; Gr\u00e4fin von Holstein-Schaumburg.  <\/p>\n<p>F\u00fcr sie nahm Elisabeth van Bergh-s\u2019Heerenberg (1605-1614) das Amt wahr. Sie war auch Nachfolgerin von Margaretha Elisabeth&nbsp; in Essen. Au\u00dferdem war sie \u00c4btissin in Nottuln und eben Freckenhorst.  <\/p>\n<p>Sie war die Speerspitze der Gegenreformation in Essen.  <\/p>\n<p>1605 und 1613 wurde Freckenhorst visitiert. Die Akten ergeben kein gutes Bild. Sitten und das religi\u00f6se Leben waren im Verfall.  <\/p>\n<p>Elisabeth&nbsp; verstarb pl\u00f6tzlich&nbsp; am 12. Januar 1614 im Alter von 33 Jahren in Essen.  <\/p>\n<p>Zu ihrer Nachfolgerin wurde Agnes von Limburg-Bronkhorst-Styrum (* 18. September 1563&nbsp; 2. Januar 1645 )am 1.M\u00e4rz 1614 vom Kapitel zur \u00c4btissin von Freckenhorst gew\u00e4hlt  <\/p>\n<p>Bei der Wahl war sie schon&nbsp; 50 und \u00c4btissin der Abteien Elten, Vreden und Borghorst.  <\/p>\n<p>Am 13. M\u00e4rz 1614 unterzeichnete sie die Wahlkapitulation.<\/p>\n<p>Am 19 M\u00e4rz 1614 wurde sie von F\u00fcrstbischof Ferdinand von Bayern(1612 \u20131650 ) von M\u00fcnster konfirmiert.<\/p>\n<p>Auf Grund ihrer famili\u00e4ren Verbindungen hatte sie Beziehungen sowohl im protestantischen als auch im katholischen Lager.<\/p>\n<p>Dies kam ihr vor allem im Drei\u00dfigj\u00e4hrigen \u2018Krieg zu Gute. Sie konnte immer wieder Raubz\u00fcge in ihrem Einflussbereich verhindern.<\/p>\n<p>Obwohl sie in ihrer Wahlkapitulation zugesagt hatte, so viel Zeit wie m\u00f6glich in Freckenhorst zu verbringen, wurde das vor allem durch den Krieg verhindert.<\/p>\n<p>Sie residierte \u00fcberwiegend in Vreden.<\/p>\n<p>Sie erkor&nbsp; ihre 1603 geborene&nbsp; Nichte Elisabeth Juliana von Limburg zur Coadjutorin mit dem Recht zur Nachfolge. 1619 legte sie diese ihre Wahl&nbsp; Papst Paul V. (1605-1621)<\/p>\n<p>zur Best\u00e4tigung vor. Dieser beauftragte am&nbsp; 28. Juli 1619 F\u00fcrstbischof Ferdinand die Angelegenheit zu pr\u00fcfen Er verwies auf die verwandtschaftlichen Beziehungen der Beiden in die Generalstaaten<\/p>\n<p>und das dieser Draht zur Protestantischen Seite der katholischen Sache in Elten und Vreden m\u00f6glicherweise n\u00fctzlich sein k\u00f6nne.<\/p>\n<p>Gr\u00e4fin Juliana wurde dann als Coadjutorin&nbsp; und Nachfolgerin bestimmt.<\/p>\n<p>1630 erfolgte dies auch f\u00fcr Freckenhorst. Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen B 209 \/ Stift Freckenhorst \/ Akten, Nr. 0 &#8211; I 1d<\/p>\n<p>Sie verstarb aber schon vor&nbsp; \u00c4btissin Agnes am 19. November 1641.<\/p>\n<p>Agnes stiftete 1619 das Vredener Hungertuch. Laut Widmungsinschrift hatte sie das pers\u00f6nlich \u201ezu Ehren der Passion unseres Herrn angefertigt\u201c. <\/p>\n<p>Agnes verstarb am 2.\u00f6 Januar 1645 in Vreden und ist dort in der Stiftkirche bestattet.<\/p>\n<p>Agnes Maria von Limburg-Styrum (1645\u20131646) war eine Gro\u00dfnichte der verstorbenen \u00c4btissin. Bei der Wahl erhielt sie zehn&nbsp; Stimmen ,  <\/p>\n<p>ihre Konkurrentin Claudia Seraphica von Wolkenstein-Rodeneck neun Stimmen.  <\/p>\n<p>Die Familie Wolkenstein-Rodeneck war eine S\u00fcdtiroler Grafenfamilie, die 1564 in den Freiherrenstand und 1628 in den Reichsgrafenstand erhoben wurde.  <\/p>\n<p>Es war eine Seitenlinie der Wolkenstein-Trostburg und geht auf den Dichter Oswald von Wolkenstein (um 1377\u20131445) zur\u00fcck.  <\/p>\n<p>Sie ist am 14. September 1627 ist sie in Innsbruck als Tochter von Fortunat Graf von Wolkenstein-Rodeneck und Johanna Gr\u00e4fin von K\u00f6nigsegg-Rothenfels geboren.  <\/p>\n<p>Der Wahlleiter, Domdechant Bernhard von Mallinckrodt (1591-1664)  <\/p>\n<p>, weigerte sich, ein Wahlprotokoll zu ver\u00f6ffentlichen. Er lie\u00df auch keinen Notar zur Beurkundung der Wahl zu.  <\/p>\n<p>Er ersuchte F\u00fcrstbischof Ferdinand, die unterlegene Claudia Seraphica als gew\u00e4hlte \u00c4btissin zu best\u00e4tigen. Die Gr\u00fcnde daf\u00fcr lagen wohl im jugendlichen Altar von Agnes Maria.  <\/p>\n<p>Sie war erst 13. Ein weiterer Grund war ihre lutherische Konfession.  <\/p>\n<p>Drei Tage nach der Wahl \u201cbesetzte\u201d&nbsp; Claudia Seraphica&nbsp; die Abtei, um die bisch\u00f6fliche Best\u00e4tigung zu erzwingen.Tats\u00e4chlich unterzeichnete F\u00fcrstbischof Ferdinand die Provision,. Dagegen legte Agnes Maria Widerspruch ein. Sie verstarb im Fr\u00fchjahr 1646 mit 15 Jahren.<\/p>\n<p>Papst Innozenz X. (1644-1655) ernannte mit seiner Bulle vom 30.September 1645 Fabio Chigli (1639-1649 p\u00e4pstlicher Nuntius in Deutschland und von 1655-1667 als Alexander&nbsp; VII.Papst) und die Domdechanten von M\u00fcnster und K\u00f6ln zu senen Kommissaren,<\/p>\n<p>um Claudia Seraphica in Besitz der Abtei Freckenhorst zu bringen. Fabio Chigli war F\u00f6rderer von Claudia Seraphica. <\/p>\n<p>Fabio Chigi hielt sich zu den Friedensverhandlungen in M\u00fcnster auf, ebenso wie Claudias Cousin Georg Ulrich von Wolkenstein-Rodeneck, der als Gesandter \u00d6sterreichs in M\u00fcnster war.<\/p>\n<p>Claudia legte den Glaubenseid gegen\u00fcber dem Paps ab. Am 24. M\u00e4rz 1646 unterschrieb sie die Wahlkapitulation und war damit auch formal \u00c4btissin von Freckenhorst.<\/p>\n<p>Ihr Hauptwohnsitz war Freckenhorst. Sie war Pr\u00f6pstin in Vreden und 1648 wurde sie auch zur \u00c4btissin von Stift Heerse ernannt.<\/p>\n<p>Sie war auch K\u00fcsterin im Reichsstift Essen. und hatte Pr\u00e4benden in St. Ursula in K\u00f6ln und in Vreden.<\/p>\n<p>Unter F\u00fcrstbischof Christoph Bernhard von Galen hatte die Festigung des katholischen Glauben im Bistum M\u00fcnster begonnen. Er setzte die Beschl\u00fcsse des Konzils von Trient durch.<\/p>\n<p>Auch \u00c4btissin Claudia Seraphica setzte sich deutlich f\u00fcr die Verbesserung des Kirchenwesens ein- <\/p>\n<p>F\u00fcrstbischof von Galen war am 10. Oktober 1660 in Freckenhorst&nbsp; zu Gast und hielt eine Firmung ab.<\/p>\n<p>Claudia sorgte f\u00fcr die Erhaltung der Bausubstanz in Freckenhorst und die Ausstattung der Abtei. <\/p>\n<p>Die Petrikapelle wurde restauriert und ein neuer Marienaltar errichtet.<\/p>\n<p>Im M\u00e4rz 1688 erkrankte Claudia Seraphica schwer und verstarb am 21. Juli 1688 in Vreden, wo sie auch bestattet ist.<\/p>\n<p>Sie war die letzte \u00c4btissin mit gr\u00e4flicher Abstammung in Freckenhorst.<\/p>\n<p>Am 16. September 1688 wurde Hedwig Christina Gertrud von Korff zu Sutthausen zu ihrer Nachfolgerin gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Sie war die Tochter des Rudolf Dietrich von Korff zu Sutthausen und Anna Rotgera Sophia von Eickel.<\/p>\n<p>Sie wurde wurde zum ersten Mal am 16. September 1670 urkundlich erw\u00e4hnt . Bis zu ihretr Wahl als \u00c4btissin war sie als Amtsjungfer, das&nbsp; ist ein Klosteramt, t\u00e4tig.<\/p>\n<p>Nach ihrer Wahl leistete sie am 18. November 1688. Am Tag darauf unterzeichnete sie die Wahlkapitulation.<\/p>\n<p>1691 lie\u00df Hedwig Christina die Petrikapelle restaurieren.<\/p>\n<p>1695 stiftete sie silberne Altargarnitur aus sechs hohen&nbsp; Kerzenkandelabern. Auch&nbsp; ein 125 cm gro\u00dfes Kreuz wurde von ihr gestiftet.<\/p>\n<p>1694 gr\u00fcndete sie die Todesangst Br\u00fcderschaft.&nbsp; Die Todesangstbr\u00fcderschaften wurden von den Jesuiten gegr\u00fcndet und hatten im 18. Jahrhundert ihre Bl\u00fctezeit. Ihr Ziel war es,<\/p>\n<p>f\u00fcr einen gn\u00e4digen Tod f\u00fcr sich und seine Mitbr\u00fcder (Schwestern) f\u00fcr einen gn\u00e4digen Tod zu beten.<\/p>\n<p>Schon zu ihren Lebzeiten lie\u00df die \u00c4btissin ein Epitaph errichten, das sich in der Freckenhorster Stiftskirche befindet.<\/p>\n<p>Hedwig Christina verstarb&nbsp; am 22. September 1721.<\/p>\n<p>Ihre Nachfolgerin wurde Clara Francisca Antonetta von Westerholt zu Lembeck.<\/p>\n<p>Sie ist 1694 geboren und war die Tochter des Dietrich Konrad von Westerholt zu Lembeck (1658\u20131702) und seiner Gattin Maria Theodora von Waldbott zu Bassenheim.Das war eine westf\u00e4lische Adelsfamilie.<\/p>\n<p>Sie war schon seit dem 19. M\u00e4rz 1719 \u00c4btissin von Langenhorst, einem Stadtteil von Ochtrup.<\/p>\n<p>Am 9. Dezember 1721 vom Konvent zur \u00c4btissin in Freckenhorst gew\u00e4hlt. Die Wahl erfolgte einstimmig- Es fehlte nur die Stimme der suspendierten Kapitularin Johanna Katharina von Winkelhausen,<\/p>\n<p>die seit 1713 (-1738)\u00c4btissin von Heerse war.Diese leitete einen Prozess ein, der viel Geld kostete und bis 1726 ging.<\/p>\n<p>Am 20. Dezember 1721 unterzeichnete die neue \u00c4btissin am 8. Januar 1722&nbsp; die Wahlkapitulation, die unter anderem eine j\u00e4hrliche Residenzpflicht in Freckenhorst von mindestens&nbsp; Monaten auferlegte.<\/p>\n<p>Der Ordinarius erteilte seine Best\u00e4tigung&nbsp; am 8. Januar 1722 .<\/p>\n<p>Der feierliche Einzug fand allerdings erheblich sp\u00e4ter statt, n\u00e4mlich erst am 5. November 1743.<\/p>\n<p>Der Hauptgrund f\u00fcr die Verz\u00f6gerung lag wohl in der Bauf\u00e4lligkeit lag wohl in der Bauf\u00e4lligkeit, des Geb\u00e4udes, das \u00c4btissin Maria von Tecklenburg um 1500 errichten lassen hatte.<\/p>\n<p>Der kurf\u00fcrstlich-k\u00f6lnische Architekt und Hofbaumeister C.F. Nagel (1699-1764) erstellte en Gutachten, aus dem hervorging, dass das Geb\u00e4ude so bauf\u00e4llig war, dass man darin seines Lebens nicht mehr sicher sei.<\/p>\n<p>Er veranschlagte Kosten von 6000 Reichstalern, das sind&nbsp; etwa 6.031.260,00 \u20ac, f\u00fcr den Neubau eines Hauses unter m\u00f6glichster Verwendung der Grundmauern und Fundamente.<\/p>\n<p>Das h\u00e4tte eine Kapitalaufnahme in dieser H\u00f6he bedeutet, die das Kapitel aber verweigerte.<\/p>\n<p>Nun wandte sich die \u00c4btissin an F\u00fcrstbischof Clemens August von Bayern (1719\u20141761) mit der Bitte um Genehmigung. Sie begr\u00fcndete ihren Antrag damit, dass die Reparatur bisher 4000 Reichstaler verschlungen habe, das<\/p>\n<p>Geb\u00e4ude aber trotzdem bauf\u00e4llig sei. Der F\u00fcrstbischof dr\u00e4ngte das Kapitel auf Zustimmung, die das Kapitel am 18. Juni1738 schlie\u00dflich erteilte, mit der Auflage, dass die Verbindlichkeiten innerhalb von 12 Jahren zu tilgen seien.<\/p>\n<p>Es gelang aber nicht, die Schulden vor Ausbruch des Siebenj\u00e4hrigen Krieges (1756-1763) zu tilgen.<\/p>\n<p>Nun mussten auch noch die Kriegskosten aufgebracht werden.Da nicht klar war, ob die \u00c4btissin oder der Konvent die Kriegskosten zu tragen hatte, kam es zu einem Prozess, den die \u00c4btissin verlor.<\/p>\n<p>Dem Konvent wurden eine Reihe von Abteig\u00fctern zugesprochen, was die die finanzielle Lage der Abtei weiter verschlechterte.Es kam zu einem weiteren Prozess, bei dem ein Vergleich geschlossen wurden<\/p>\n<p>Der \u00c4btissin wurden j\u00e4hrliche Einnahmen von 700 Reichtalern zugebilligt, das sind etwa 703.647,00 \u20ac. Die Kriegskontributionen \u00fcbernahm der Konvent statt wie bisher die Abtei.<\/p>\n<p>Die Unstimmigkeiten hatten dazu gef\u00fchrt, dass die \u00c4btissin h\u00e4ufiger von Freckenhorst weg war, als es ihr die Wahlkapitulation erlaubte.<\/p>\n<p>Sie verstarb am 18. September 1763 in Langenhorst im Alter von 69 Jahren.<\/p>\n<p>Sie hinterlie\u00df eine erhebliche Schuldenlast.<\/p>\n<p>Ihre Nachfolgerin wurde Francisca Lucia von Korff zu Harkotten und St\u00f6rmede (1763\u20131799). Sie ist 1722&nbsp; geboren und wuchs<\/p>\n<p>als Tochter des Wilhelm Friedrich Anton von Korff zu Harkotten (* 1688, \u2020 1727) und seiner Gattin Katharina Bernhardina Francisca von Westphalen auf.<\/p>\n<p>Die Familie Korff ist ein altes westf\u00e4lisches Adelsgeschlecht und geh\u00f6rt zu den \u00e4ltesten lands\u00e4ssigen Adelsfamilien im M\u00fcnsterland<\/p>\n<p>Am 5. M\u00e4rz 1729 in den Besitz einer Pr\u00e4bende in Freckenhorst.<\/p>\n<p>Am 18. Oktober 1763 wurde sie einstimmig zur \u00c4btissin gew\u00e4hlt. Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen B 209u \/ Stift Freckenhorst \/ Urkunden, Nr. 706<\/p>\n<p>Die Best\u00e4tigung durch Bischof .Maximilian Friedrich von K\u00f6nigsegg-Rothenfels (1762 \u2013 1784) kam zehn Tage sp\u00e4ter. <\/p>\n<p>Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen B 209u \/ Stift Freckenhorst \/ Urkunden, Nr. 707  <\/p>\n<p>Sie unterzeichnete die Wahlkapitulation, die gegen\u00fcber den vorherigen einige Neuerungen beinhaltete.  <\/p>\n<p>Es wurde geregelt, an wen die dimittierenden Pr\u00e4benden fallen sollte.  <\/p>\n<p>Wegen der hohen Schulden der Abtei sollte Francisca Lucia pr\u00fcfen, ob der Freckenhorster Hof in M\u00fcnster verkauft werden sollte, der zudem bauf\u00e4llig war.Mit R\u00fccksicht auf die zerr\u00fctteten Finanzen verzichte die \u00c4btissin  <\/p>\n<p>zun\u00e4chst vorl\u00e4ufig und schlie\u00dflich endg\u00fcltig auf die feierliche Einfahrt  <\/p>\n<p>Die \u00c4btissin bem\u00fchte sich, die dr\u00fcckende Schuldenlast zu verringern. Sie besetzte nicht mehr alle frei werdenden Pr\u00e4benden und hatte so am Schluss ihrer Amtszeit 4 Pfr\u00fcnde eingespart.  <\/p>\n<p>Auch die Baut\u00e4tigkeit hielt sich wegen der Finanzlage in engen Grenzen.  <\/p>\n<p>1793 nahm sie 22 vor der Revolution in Frankreich gefl\u00fcchtete franz\u00f6sische Priester auf und \u00fcbernahm die Kosten f\u00fcr den Messwein.  <\/p>\n<p>vor der Konsekration, am 29. M\u00e4rz 1847.  <\/p>\n<p>Bis 1793 war Therese-Louise von Haxthausen, Mutter der Dichterin Annette von Droste-H\u00fclshoff (1797-1843) Stiftsdame in Freckenhorst.  <\/p>\n<p>Francisca Lucia machte eine Reihe von Stiftungen zu gottesdienstlichen Zwecken.  <\/p>\n<p>1795 rettetete sie das Stiftsarchiv vor dem heranr\u00fcckenden franz\u00f6sischen Heer.  <\/p>\n<p>Sie verstarb am 4. Februar 1799 nach dreit\u00e4giger Krankheit im Alter von 77 Jahren.  <\/p>\n<p>Ihre Nachfolgerin wurde als letzte \u00c4btissin von Freckenhorst Anna Franziska von Ketteler.  <\/p>\n<p>Sie wurde am 18. April 1755 als Tochter des Goswin Lubbert von Ketteler zu Harkotten (* 1719, \u2020 1775) und seiner Gemahlin Bernhardina Dorothea von Korff, einer Schwester der vorhergehenden \u00c4btissin des Stifts Freckenhorst geboren.  <\/p>\n<p>Sie wurde am 2. April 1799 zur \u00c4btissin gew\u00e4hlt. Die Best\u00e4tigung durch Bischof Maximilian Franz von \u00d6sterreich (1784 \u20131801) erfolgte am 15. Mai 1799.  <\/p>\n<p>Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen B 209u \/ Stift Freckenhorst \/ Urkunden, Nr. 753  <\/p>\n<p>Nach nur drei Amtsjahren zeichnete sich das Ende von Stift Freckenhorst ab.  <\/p>\n<p>Am&nbsp; 3. August 1802 nahm der K\u00f6nig von Preussen Friedrich Wilhelm III. (1797-1840) das Oberstift M\u00fcnster, zu dem auch Freckenhorst geh\u00f6rte, in Besitz.  <\/p>\n<p>Am 23. Februar 1803 wurde das Hochstift M\u00fcnster aufgehoben und die Einziehung der Kl\u00f6ster und Stifte dem neuen Landesherren anheimgestellt.  <\/p>\n<p>Das Stift Freckenhorst geh\u00f6rte seit 1808 dem Gro\u00dfherzogtum Berg. Das Stift Freckenhorst wurde als Versorgungsanstalt f\u00fcr bed\u00fcrftige adlige Damen aller Konfessionen beibehalten. Am 11.August 1811verf\u00fcgte die Regierung des Gro\u00dfherzogtums Berg die endg\u00fcltige Aufhebung des Damenstiftes.  <\/p>\n<p>Die Eink\u00fcnfte der \u00c4btissin hatten bis dahin j\u00e4hrlich 21.260 fr. belaufen. Sie&nbsp; erhielt eine Pension und zog sich nach M\u00fcnster zur\u00fcck.  <\/p>\n<p>Dort starb sie am 14. April 1835 im 80. Lebensjahr und ist auf dem Lambertikirchof beerdigt.  <\/p>\n<p>Noch erhalten ist die Stiftskirche und der Taufstein aus der ersten H\u00e4lfte des 12. Jahrhunderts.  <\/p>\n<p>Auch das Grab der Geva ist noch erhalten mit der \u00e4ltesten niederdeutschen Inschrift.  <\/p>\n<p>Das Gel\u00e4ut der Stiftskirche ist&nbsp; der vier vollst\u00e4ndig erhaltenen alten Stiftsgel\u00e4ute Westfalens.  <\/p>\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.ummet-eck.de\/Bilder\/poi\/678\/4016751720271ddb28b87f4.jpg\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Sie ist am &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Freckenhorst ist ein Stadtteil von Warendorf. 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