{"id":3334,"date":"2025-05-05T15:51:55","date_gmt":"2025-05-05T15:51:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=3334"},"modified":"2025-05-05T15:51:55","modified_gmt":"2025-05-05T15:51:55","slug":"kloster-kemnade","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=3334","title":{"rendered":"Kloster Kemnade"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/b\/b7\/Kloster_Kemnade_%28Merian%29_076_%28cropped%29.jpg\/350px-Kloster_Kemnade_%28Merian%29_076_%28cropped%29.jpg\" width=\"350\" height=\"170\"><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Kloster Kemnade wurde um 960 von zwei T\u00f6chtern des Billungergrafen Wichmann dem J\u00fcngeren (\u2020 22. September 967) als Kanonissenstift&nbsp; gegr\u00fcndet.Es iiegt an der Weser und ist heute Ortsteil von Bodenwerder, dem Dorf aus dem&nbsp; der \u201cL\u00fcgenbaron\u201d Freiherr Hieronymus Carl Friedrich von M\u00fcnchhausen<\/p>\n<p>stammt.Sein Grab ist in der Klosterkirche von Kemnade.<\/p>\n<p>Namengebend war der beheizbare Teil des Frauengemachs. Auch der Name des Dorfes leitet sich davon ab.<\/p>\n<p>Nach dem Zeugnis des Annalista Saxo (a. 967) wurde von Otto dem Gro\u00dfen das Erbe Wichmanns des J\u00fcngeren an Kemnade und L\u00fcneburg \u00fcberwiesen. Daher wird in der Forschung die Meinung vertreten, bei Friderun und ihrer Schwester <strong>I<\/strong>mma handle es sich um T\u00f6chter<strong> <\/strong>des<strong>&nbsp;<\/strong><strong> <\/strong>Wichmann des \u00c4lteren ohne dass es direkte Quellenbelege hierf\u00fcr gibt.<\/p>\n<p>K\u00f6nig Heinrich II. (1004-1024 stellte )am 2. November 1004 zwei Urkunden aus, in denen er bekundet, dass die \u00c4btissin Frederuna und ihre Schwester Imma mit Hilfe des Grafen Gero das Kloster Kemnade gegr\u00fcndet haben. In dieser Urkunde wird der umfangreiche Besitz aufgef\u00fchrt, den die <\/p>\n<p>beiden dem Kloster Kemnade geschenkt haben. <\/p>\n<p>Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen C 001u \/ F\u00fcrstabtei Corvey \/ Urkunden, Nr. 37  <\/p>\n<p>In einer zweiten Urkunde auch vom 2.11. wird vor allem auf Rechtsgrundlagen des Klosters eingegangen. Zum einen steht die Inschutznahme durch den K\u00f6nig, dann auch die Exemtion des Gerichts und vor allem die freie Wahl der \u00c4btissin.  <\/p>\n<p>Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen  <\/p>\n<p>W 701 \/ Urkundenselekt, Nr. KU 64  <\/p>\n<p>Kloster Kemnade&nbsp; hatte mit der Schenkung umfangreichen Grundbesitz n\u00e4mlich D\u00f6lme, Grave Hehlen, Heyen, Hohe, Linse, Halle, L\u00fcerdissen, R\u00fchle, Forst, B\u00f6rry, T\u00fcndern, Ohr Esperde. Latferde, Grohnde, Hajen, Pegestorf und Bodenwerde bekommen.  <\/p>\n<p>Kaiser Otto II.(973-983) hatte&nbsp; der Schenkung zugestimmt.  <\/p>\n<p>Friederuna verstarb 1025.  <\/p>\n<p>Auch K\u00f6nig&nbsp; Heinrich III. (1039-1056) best\u00e4tigte 1039 das Kloster und die Schenkung. Heinrich III. &#8211; [RIplus] Regg. Heinrich III. n. 7  <\/p>\n<p>Die Weihe der Klosterkirche fand am 15. Juli 1046&nbsp; durch den Mindener Bischof Bruno von Waldeck (1037-1055) statt.  <\/p>\n<p>Unter \u00c4btissin Judith erfuhr das Kloster einen Niedergang. Sie war die Schwester von Siegfried IV. von Boyneburg (um 1095- 1144). Dieser war Vogt von Kloster Corvey&nbsp; und hat dem Konvent von Corvey seinen Bruder Heinrich als Abt aufgezwungen.  <\/p>\n<p>Es war wohl auch dem Einfluss Siegfrieds zu verdanken, dass sie \u00c4btissin von Kemnade wurde. Abt Heinrich wurde 1146 in Corvey wegen Unf\u00e4higkeit abgesetzt und durch Abt Wibalds von Stablo (1146-1158), ersetzt.  <\/p>\n<p>In seiner Briefsammlung schreibt dieser auch \u00fcber Judith. Sie f\u00fchrte ein ausschweifendes Leben und verteilte die G\u00fcter des Klosters an ihre Getreuen und Liebhaber. Wie ihr Bruder wurde sie 1146 abgesetzt.  <\/p>\n<p>In einer am&nbsp; 19. M\u00e4rz 1147 bezeichnete K\u00f6nig Konrad Kemnade als \u201c einen gemeinsamen S\u00fcndenpfuhl f\u00fcr alle des Weges Ziehenden\u201d ( Hans Pfeifer, Kloster Kemnade und seine Kirche in Zeitschridft f\u00fcr Bauwesen, Bd.&nbsp; 49, 1899 S.351)  <\/p>\n<p>Sie wurde durch den p\u00e4pstlichen Legaten Kardinalpriester Thomas von S. Vitale(1145-1146) am 15. Juli 1146 abgesetzt und durch Klostervogt Dieter von Richlingen aus Kemnade vertrieben.Dieser hoffte, dass er seine Tochter, die ebenfalls Judith hie\u00df, auf den Abtsstuhl von Kemnade&nbsp; bringen konnte .  <\/p>\n<p>Der Konvent w\u00e4hlte aber die bisherige Pr\u00f6pstin Helmbugis zur \u00c4btissin. Dies wies aber die Wahl zur\u00fcck. Dann wurde Judith von Eberstein gew\u00e4hlt.  <\/p>\n<p>Der p\u00e4pstliche Legat&nbsp; befahl dem Bischof von Minden Heinrich I. ( 1140-1153), Judith aus Kemnade zu vertreiben <\/p>\n<p>Dieter von Richlingen ver\u00e4rgert \u00fcber die Nichtber\u00fcckschtigung seiner Tochter wandte sich wieder Judith zu, der vertriebenen \u00c4btissin von Kemnade , um diese mit Gewalt in Beitz von Kemnade zu bringen.  <\/p>\n<p>Die neugew\u00e4hlte \u00c4btissin, die Pr\u00f6pstin Helmburgis und die Dechantin mussten m das Schloss Lohra fliehen  <\/p>\n<p>Ende Januar 1147 unterstellte K\u00f6nig Konrad das Kloster Kemnade dem Abt Wibald von Stablo und Corvey mit dem Auftrag zu dessen Reform.Konrad III. &#8211; RI IV,1,2 n. *433  <\/p>\n<p>Kemnade sollte wieder ein M\u00e4nnerkloster werden&nbsp; Kloster Corvey setzte&nbsp; einen von Corvey abh\u00e4ngigen Propst in Kemnade ein.  <\/p>\n<p>Da man durchaus Ursache hatte, die vertrieben Judith und ihren Anhang zu f\u00fcrchten, wurde der Klosterschatz nach Corvey gebracht.  <\/p>\n<p>Judith&nbsp; erhob Einspruch gegen die Einsetzung der M\u00f6nche.  <\/p>\n<p>Der fr\u00fchere Klostervogt Dieter von Richlingen&nbsp; zog mit bewaffneter Macht vor Kloster Kemnade, um es wieder in die H\u00e4nde Judiths zu bringen.  <\/p>\n<p>Auch die nach Lohra gefl\u00fcchtete \u00c4btissin legte gegen die Neuordnung des Konvents Widerspruch ein.Zwar war Dieter von Richlingen von bewaffneten Kr\u00e4ften aus Corvey zur\u00fcck gedr\u00e4ngt worden.  <\/p>\n<p>Judith konnte mit Unterst\u00fctzung ihrer G\u00fcnstlinge Kloster Kemnade einnehmen. Der Propst wurde kurzerhand in die Weser geworfen.  <\/p>\n<p>Konrad befahl dem Herzog von Sachsen , dem Unwesen in Kloster Kemnade eine Ende zu bereiten und Dieter von Richlingen und seien S\u00f6hne zur Rechenschaft zu ziehen.  <\/p>\n<p>Papst Eugen III. (1145-1153) befahl dem Bischof von Minden Heinrich I.(1140-1153), der auch zu den Unterst\u00fctzern Judihs z\u00e4hlte, diese mit kirchlichem Bann zu belegen, falls sie nicht innerhalb von 30 Tagen das Kloster zur\u00fcckgab. Auch die Bisch\u00f6fe  <\/p>\n<p>Bremen Adalbero (1124-1148) und Verden Dietmar II (1116-1148) wurden aufgefordert, Abt Wibald bei der Wiedererlangung der verschleuderten Klosterg\u00fcter behilflich zu sein.  <\/p>\n<p>Judtih wurde wohl \u00c4btissin von Geseke im Kreis Soest wo sie zwischen 1145 und 1147 nachzuweisen ist.  <\/p>\n<p>1149 fanden gr\u00f6\u00dfere Instandsetzungsarbeiten in der Klosterkirche statt.Die Neuweihe der Kirche verz\u00f6gerte sich aber, weil der Mindener Bischof sich hartn\u00e4ckig&nbsp; weigerte, die Kirche zu weihen.  <\/p>\n<p>Erst als sich Papst Eugen III. einschaltete, nahm der Bischof die Weihe vor.  <\/p>\n<p>Das Klosterleben in Kemnade kam aber nicht in Gang.&nbsp; 1168 zog Kloster Corvey die M\u00f6nche wieder aus Kemnade ab.  <\/p>\n<p>Das Kloster stand nun bis 1194 leer.Dann erst wurde es wieder besiedelt und zwar mit Nonnen aus Kloster aus dem Kloster Gehrden  <\/p>\n<p>Dem Konvent stanfd eine Priorin vor. Das Kloster blieb unter der Aufsicht des Abtes von Corvey.  <\/p>\n<p>Erste Priorin war eine Judith oder Jutta.  <\/p>\n<p>Das Kloster hatte das Patronatsrecht an der \u00f6rtlichen Pfarrkirche St. Dionysius . Das war die Kirche f\u00fcr die Dorfbev\u00f6lkerung,die zur Klosterkirche keinen Zutritt hatte.  <\/p>\n<p>Das Kloster nahm das Pfarrecht durch en Propst von Kemnade wahr.  <\/p>\n<p>1245 kam die St. Nikolaus-Kapelle in Bodenwerder (1245) und sp\u00e4ter die St. Gertrudskapelle in die Obhut des Klosters.<br \/>Eine enge Beziehung hatte Kloster Kemnade vor allem zu den Herren von Homburg.<\/p>\n<p>Sie waren auf der Grundlage Corveyischer Lehen im 13. Jahrhundert Landesherren in Kemnade.<\/p>\n<p>Diese enge Beziehung wirkte sich positiv auf Kloster Kemnade aus. Es war neben Kloster Amelungsborn das Hauskloster der Herren von Homburg.<\/p>\n<p>Das Kloster konnte seinen Besitz st\u00e4ndig erweitern.<\/p>\n<p>Besonder wichtig war der Besitz unmittelbar um Kemnade.<\/p>\n<p>1354 belegte der Mindener Bischof Dietrich III. Kagelwit(1353 \u20131361 ) Kloster Kemnade mit einem Interdikt, weil es eine von ihm pr\u00e4sentierte Dame nicht in das Kloster aufnehmen wollte.<\/p>\n<p>Abt Dietrich I. von Dalwigk (1336-13549) von Kloster Corvey wandte sich an den K\u00f6lner Erzbischof Wilhelm von Gennep (1349-1362) und erreichte die R\u00fccknahme des Interdikts.<\/p>\n<p>Das Verh\u00e4ltnis besserte sich aber.&nbsp; So gew\u00e4hrte der Mindener Bischof Wittekind II.(1369 \u20131383) all denen , die dem Kloster Kemnade und dem Bild des Kreuzes Zuwendungen machten, einen 40- t\u00e4gigen Ablass.<\/p>\n<p>Ein Beleg, dass die Eink\u00fcnfte des Klosters zur Deckung seiner Ausgaben nicht mehr ausreichten.<\/p>\n<p>Mit Heinrich VIII. von Homburg starb das Geschlecht der Edelherren von Homburg aus.<\/p>\n<p>Schon vorher hatte er am 2. Februar 1407 einen seiner Lehensh\u00f6fe der Kirche zu Bodenwerder vermacht, um in Bodenwerder eine Kapelle zu errichten und einen Friedhof anzulegen.<\/p>\n<p>Den Hof befreite er von aller weltlichen Gerichtsgewalt und stellte ihn unter geistliches Recht.<\/p>\n<p>Der Einflu\u00df der Grafen von Pyrmont auf das Kloster nahm zu.<\/p>\n<p>Gebetsverbprderungen mit dem Stift Fischbeck und dem Zisterzienserkloster Walkenried wurde abgeschlossen.<\/p>\n<p>Das Kloster verarmte aber merklich.<\/p>\n<p>1460&nbsp; verkauften die Priorin Antonia und ihr Konvent den Lenekmapmit Hof, um die Lichter f\u00fcr den Johannes-Altar zu beschaffen.<\/p>\n<p>Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen F 008u \/ Kloster Kemnade \/ Urkunden, Nr. 109  <\/p>\n<p>Das Kloster war bettelarm geworden.  <\/p>\n<p>1504 trat Kloster Kemnade der Bursfelder Kongregation bei.  <\/p>\n<p>1538 hatte Hermann von Malsberg Kloster Kemnade in Besitz genommen, nachdem der Propst, Domina und Nonnen vertrieben worden waren-  <\/p>\n<p>Domina m\u00fcsste Anna von Nyhusen gewesen sein, Priorin Elisabeth Hake, denn dies stellten am 7.4.1539 eine Urkunde aus, in der es um eine Geldleihe von  <\/p>\n<p>150 rheinischen Gulden ging.  <\/p>\n<p>Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen F 008u \/ Kloster Kemnade \/ Urkunden, Nr. 126  <\/p>\n<p>Pattensenj, eine Kleinstadt bei Hannover , war der Versammlungsort vieler wichtiger Landtage.&nbsp; 1541 beschloss ein Landtag dort die Einf\u00fchrung der Reformation und die Aufhebung der im  <\/p>\n<p>Kalenbergischen&nbsp; befindlichen Kl\u00f6ster.  <\/p>\n<p>Der Konvent in Kemnade blieb aber zun\u00e4chst bestehen. Er konnte sich zun\u00e4chst einer protestantischen Visitation entziehen.  <\/p>\n<p>Die finanzielle Lage des Klosters blieb aber prek\u00e4r. Es musste weiteren Besitz verkaufen.  <\/p>\n<p>Herzog Julius von Braunschweig-Wolfenb\u00fcttel (1568-1589) erlie\u00df am 1. Januar 1569 eine neue Kirchenordnung f\u00fcr sein Land und begann die Reformation durch zu setzen.  <\/p>\n<p>1579 verk\u00fcndete er die lutherische Reform von Kloster Kemnade. Er setzte den Ortspfarrer von Kemnade als neuen Propst ein und setzte lutherische Nonnen im Kloster ein.  <\/p>\n<p>Pfeifer setzt die Reform von Kloster bereits auf 1549 an. Da aber Julis von Braunschweig erst 1568 auf seinen katholischen Vater folgte, scheint mir die Reformation nach 1569 schl\u00fcssiger. <\/p>\n<p>Der Abt von Kloster Corvey, das ja immer noch die Aufsicht \u00fcber Kemnade hatte, das war Abt Reiner II. von Bocholtz (1555-1585), klagte beim Reichskammergericht gegen die Reformation von Kemnade.  <\/p>\n<p>Im Reichskammergericht liegt unter AR 1-A\/520 Prozessakte eine Prozessakte vor.  <\/p>\n<p>Die Restitution&nbsp; des vertriebenen Pr\u00e4laten und der Nonnen wurde angeordnet. Auch die R\u00fcckgabe von Kloster Kemnade an Kloster Corvey.  <\/p>\n<p>1584 wurde der lutherische Konvent aufgel\u00f6st. 1593 kam das Kloster wieder unter die Verwaltung Corveys. Dieses siedelte aber keine Klostergemeinschaft mehr in Kemnade an.  <\/p>\n<p>Corvey zog alles, was sich in Kemnade befand, ab \u2013Messgew\u00e4nder, Antependien,Kruzifixe und Leinwand.  <\/p>\n<p>Ein Herr von Ersleben wurde Propst in Kemnade.1620 entsagte er dem geistlichen Stand und heiratete und blieb Ritter in Kemnade. Dieses beanspruchte er f\u00fcr sich als Ausgleich f\u00fcr die f\u00fcr Kemnade ausgegebenen Gelder.  <\/p>\n<p>Herzog Friedrich Ulrich von Braunschweig(1613\u00f6-1634) erkannte ihn als rechtm\u00e4\u00dfigen Gl\u00e4ubiger von Kemnade an.Nat\u00fcrlich beschwerte sich der Abt von Corvey Heinrich V. von Aschenbrock (1616-1624) sofort beim Reichskammergericht.Zwar wurde Herzog Friedrich Ulrich mit seinen Anspr\u00fcchen auf Kemnade zur\u00fcckgewiesen, aber Ritter&nbsp; Christoph&nbsp; von Ersleben (1580-1646)&nbsp; blieb im Besitz von Kemnade. Er hatte sich&nbsp;&nbsp; 1633 in einem Vergleich mit Kloster Corvey geeinigt. Danach durfte er bis zu seinem Tod den Besitz behalten. <\/p>\n<p>Der Besitz war auch Gegenstand bei den Verhandlungen zum Westf\u00e4lischen Frieden. Nach seinem Tod blieb er als Pachtgut im Besitz seiner Witwe. Nach ihrem Tod 1656 fiel es an Braunschweig zur\u00fcck, auch wenn Corvey diesen Besitz weiter beanspruchte. <\/p>\n<p>Ritter Christoph und seine Frau wurden im Querhaus der&nbsp; Klosterkirche bestattet. <\/p>\n<p>Das Grabgew\u00f6lbe ging 1724 an die Familie von M\u00fcnchhausen \u00fcber. <\/p>\n<p>Deswegen ist dort auch Hieronymus Carl Friedrich Freiherr von M\u00fcnchhausen (1720-1797), der \u201cL\u00fcgenbaron\u201d bestattet. <\/p>\n<p>1678 und 1697 kamen Rezesse zwischen Kloster Corvey und dem Hause Braunschweig zustande. <\/p>\n<p>1699 bekam Abt Florenz von dem Felde (1696-1714) von Kaiser Leopold I (1658-1705) Kloster Kemnade als Lehen. <\/p>\n<p>Der Abt setzte in Kemnade wieder Pr\u00f6pste und \u00c4btissinen ein und auch Amtsleute. Kloster Kemnade erhielt seine alte Selbstst\u00e4ndigkeit nicht wieder. <\/p>\n<p>Das Haus Braunschweig gab seiene Anspr\u00fcche auf Kloster Kemnade nicht auf. Erst 1777 einigten sich Corvey unter Abt Johann Karl Theodor von Brabeck (1776-1792) und&nbsp; Herzog Karl I von&nbsp; Braunschweig-Bevern (Braunschweig Wolfenb\u00fcttel war im Jahr&nbsp; 1735 ausgestorben) <\/p>\n<p>(1735-1780). Kloster Corvey erhielt den Amelungbornischen Hof in H\u00f6xter und den Zehnten von Beverungen und verzichtete daf\u00fcr auf Kemnade. <\/p>\n<p>Kloster Kemnade kam an die Dom\u00e4ne Wickensen, die dann den Unterhalt der Kirche&nbsp; erbringen musste und den Pfarrer zu besolden hatte. <\/p>\n<p>Der Klosterhof wurde 1842 f\u00fcr 49.700 Taler an den Grafen von der Schulenburg verkauft. <\/p>\n<p>Von Kloster Kemnade ist heute nur noch die romanische Pfeilerbasilika erhalten und es besteht noch ein ehemaliges Wirtschaftsgeb\u00e4ude des ehemaligen Konvents. <\/p>\n<p>&nbsp; <\/p>\n<p>&nbsp; <\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/media04.myheimat.de\/event\/2010\/08\/15\/9\/542469_XXL.jpg?1671279162\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp; Kloster Kemnade wurde um 960 von zwei T\u00f6chtern des Billungergrafen Wichmann dem J\u00fcngeren (\u2020 22. September 967) als Kanonissenstift&nbsp; gegr\u00fcndet.Es iiegt an der Weser und ist heute Ortsteil von Bodenwerder, dem Dorf aus dem&nbsp; der \u201cL\u00fcgenbaron\u201d Freiherr Hieronymus Carl Friedrich von M\u00fcnchhausen stammt.Sein Grab ist in der Klosterkirche von Kemnade. 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