{"id":3332,"date":"2025-04-27T12:53:37","date_gmt":"2025-04-27T12:53:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=3332"},"modified":"2025-04-27T13:03:45","modified_gmt":"2025-04-27T13:03:45","slug":"der-bussen-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=3332","title":{"rendered":"Der Bussen"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p align=\"justify\">Der Bussen, der \u201cheilige Berg Oberschwabens\u201d liegt in der N\u00e4he Riedlingens.&nbsp; Er ist 767 m \u00fcber dem Meeresspiegel und bietet vor allem bei F\u00f6hn eine wunderbare Aussicht. Die Alpenkette von F\u00fcssen bis zum S\u00e4ntis ist zu sehen, aber auch die Waldburg oder das Ulmer M\u00fcnster. Gekr\u00f6nt wird der Berg von einer Wallfahrtskirche<a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/220px-Bussen-Wallfahrtskirche02.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"220px-Bussen-Wallfahrtskirche02\" style=\"border-left-width: 0px; border-right-width: 0px; border-bottom-width: 0px; margin-left: 0px; display: inline; border-top-width: 0px; margin-right: 0px\" border=\"0\" alt=\"220px-Bussen-Wallfahrtskirche02\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/220px-Bussen-Wallfahrtskirche02_thumb.jpg\" width=\"224\" align=\"right\" height=\"211\"><\/a>, die schon zur Zeit <\/p>\n<p align=\"justify\">Der Bussen war schon fr\u00fch besiedelt. Erste Lesefunde stammen aus der Mittelbronzezeit, In Europa war das so etwa ab 1600-v.C. bis 1300 v.C. Auch aus der Urnenfelderkultur die von 1300 v. C. bis 800 v.C. dauerte liegen Funde vor.<\/p>\n<p align=\"justify\">Seit 2014 f\u00fchrten Arch\u00e4ologen des Landesamtes f\u00fcr Denkmalpflege&nbsp; Ausgrabungen im weiteren Umland der herausragenden fr\u00fchkeltischen Stadt \u201eHeuneburg\u201c bei Herbertingen-Hundersingen durch, Zwischen 2019 und 2021 f\u00fchrte<\/p>\n<p align=\"justify\">das Landesamt f\u00fcr Denkmalpflege Grabungen&nbsp; auf dem Bussen durch unter Leitung von Prof. Dr. Dirk Krausse, der dem Vorstand der Gesellschaft f\u00fcr Arch\u00e4ologie in W\u00fcrttemberg und Hohenzollern angeh\u00f6rt, durch. Diese wurden 2021 abgeschlossen.<\/p>\n<p align=\"justify\">Das Fundmaterial besteht aus 460 kg Ziegeln, Ofenkacheln, Keramik, Tierknochen, Glas, Stein, Eisen und, in kleinerem Umfang, Buntmetall- und Beinartefakte. Diese werden zur Zeit ausgewertet und stammen aus der Jungsteinzeit bis zum<\/p>\n<p align=\"justify\">Sp\u00e4tmittelalter. Die datierbaren Funde ergeben f\u00fcr die keltische Zeit ein interessantes Wechselspiel zwischen dem Bussen und der nur 13 Kilometer entfernten Heuneburg.Etwa 1600 bis 1100 v. Chr. fungierte die Heuneburg&nbsp; als \u00fcberregionales Zentrum <\/p>\n<p align=\"justify\">Danach verlagerte sich der&nbsp; Machtsitz auf den Bussen Dann wechselte er bis etwa 450 v.C. wieder auf die Heuneburg.<\/p>\n<p align=\"justify\">Der Busen spielte in der Region zwischen Alb und Bodensee in vor- und fr\u00fchgeschichtlicher Zeit wohl&nbsp; eine bedeutende Rolle.<\/p>\n<p align=\"justify\">Schon die Kelten brachten auf dem Bussen Fruchtbarkeitsopfer dar Auch in modernerer Zeit wurde auf dem Bussen um \u201cBussakindle\u201d gebeten Es ist durchaus denkbar, dass&nbsp; \u201cBussakindle\u201d&nbsp; in einer sehr langen Tradition stehen.<\/p>\n<p align=\"justify\">Auch in r\u00f6mischer Zeit hatte der Bussen Bedeutung. Dort stand wohl ein r\u00f6mischer Wachturm, an den sp\u00e4te reine Burg angebaut wurde.<\/p>\n<p align=\"justify\">Auf dem s\u00fcdlichen Abstieg des Bussen verlief&nbsp; im 1. nachchristlichen Jahrhundert wichtige r\u00f6mische, west-\u00f6stliche Fernstra\u00dfenverbindung von Stra\u00dfburg (Argentorate<em>) <\/em>nach Augsburg (Augusta Vindelicorum)<\/p>\n<p align=\"justify\">Von Historikern wird sie auch Donaus\u00fcdstra\u00dfe genannt Einige Historiker vermuten ein noch unbekanntes R\u00f6merkastell, weil die Entfernung zwischen den bekannten Garnisonen Mengen und Emerkingen f\u00fcr einen Tagesmarsch zu weit i<\/p>\n<p align=\"justify\">Die \u00e4lteste Urkunde, die dessen betrifft, stammt aus dem Jahre 805. Chadaloh und Wago, die S\u00f6hne des Grafen Berthold I. (+ zwischen 804und&nbsp; 813-815) ihren Besitz unter anderem die Kirche auf dem Bussen<\/p>\n<p align=\"justify\">\u201c Similiter et in Pussone illam basilicam \u201c Die Urkunde wurde am 23-&nbsp; Oktober 805 ausgestellt, Sie ist im Urkundenbuch der Abtei St. Gallen Teil 1, hsg von Hermann Wartmann, Z\u00fcrich 1863,&nbsp; auf Seite 175 abgedruckt..<\/p>\n<p align=\"justify\">Patrozinium des Heiligen Leodegar , des fr\u00e4nkischen Bischofs von Autun genannt. (online-Archiv Katalog des Stiftsarchiv St. Gallen)<\/p>\n<p align=\"justify\">Das Patrozinium wechselte wohl. Sei t 1432 ist Johannes der T\u00e4ufer als Patron belegt.(Ferdinand Kramer: Der Bussen, heiliger Berg Oberschwabens, mit seiner Kirche und Geschichte, S. 15<\/p>\n<p align=\"justify\">und schon jetzt ist Wallfahrtst\u00e4tte, durchaus m\u00f6glichdass diese&nbsp; in ungebrochener Tradition schon auf die Kelten zur\u00fcckgeht.Christliche Missionare bauten ihre Kirchen gerne an heiligen Pl\u00e4tzen der Heiden, um diese sozusagen umzuwidmen.<\/p>\n<p align=\"justify\">Schon kurz vor 800 gab es wohl eine Burg auf dem Bussen.Interessant ist in diesem Zusammenhang auch N\u00e4he der Kirche auf dem Bussen zur Burg.. Kirchen suchten in dieser Zeit oft den Schutz von nahe gelegenen Befestigungsanlagen<\/p>\n<p align=\"justify\">Der \u00e4lteste bekannte Besitzer soll Graf Gerold i. (+ 799)gewesen sein. Gerold war einer der bedeutendsten Heerf\u00fchrer, Ratgeber und pers\u00f6nlichen Vertrauten Karls des Gro\u00dfen.<\/p>\n<p align=\"justify\">Gerold war nach einigen Quellen auch der Schwager von Karl dem Gro\u00dfen. Gerolds Schwester Hildegard war mit Karl dem Gro\u00dfen verheiratet. <\/p>\n<p align=\"justify\">Die Burg auf dem Bussen wurde schon im Fr\u00fchmittelalter erbaut, war zun\u00e4chst wohl eine Fliehburg.Dann wurde sie ausgebaut und befand sich im Besitz der Bertholde(oder Agilolfinger), einer Hochadelssippe.<\/p>\n<p align=\"justify\">Mitte des 13. Jahrhunderts war Burg Bussen eine staufische Reichsburg, und kam \u00fcber die Veringer um 1280 an die Habsburger. <\/p>\n<p align=\"justify\">Die Habsburger bauten die Burg auf dem Bussen aus,lie\u00dfen sie von einem Vogt verwalten und von Burgmannen bewachen.<\/p>\n<p align=\"justify\">1314 verpf\u00e4ndeten sie die Burg an die Grafen von Hohenberg, die enge Beziehungen zu den Habsburgern hatten<\/p>\n<p align=\"justify\">Albert II. von Hohenberg-Rotenburg (+17.4. 12198) war&nbsp; war enger Berater von Rudolf von Habsburg,, der mit seiner Schwester Gertrud Anna von Hohenberg (+ 1281) verheiratet, die 1273 als Anna von Habsburg deutsche K\u00f6nigin wurde.<\/p>\n<p align=\"justify\">Albert war Landvogt in Niederschwaben<\/p>\n<p align=\"justify\">1387 wurde die Burg an die Truchsessen von Waldburg verpf\u00e4ndet.Sie geh\u00f6rte zur Herrschaft Bussen des Hauses Waldburg, blieb aber Habsburger Lehen<\/p>\n<p>Im 30- j\u00e4hrigen Krieg wurde die Burg durch schwedische Truppen zerst\u00f6rt. Burg und Berg hatten ihre milit\u00e4rische Bedeutung und damit ihre politische Rolle eingeb\u00fc\u00dft. Die Burg wurde nicht mehr aufgeba1733-1805ut<\/p>\n<p>Sie zerfiel und wurde als Steinbruch genutzt.<\/p>\n<p>Das Haus Waldburg verkaufte 1786 Burg und Berg an den Reichsf\u00fcrsten Karl Anselm von Thurn und Taxis (1783-1805) Um 1870 sicherte das Haus Thurn und Taxis die zerfallene Anlage und richtete die gut erhaltenen Reste des Bergfrieds als Aussichtspunkt her. <\/p>\n<p>im Zuge der politischen Neuordnung durch Napoleon fiel der Bussen 1806 an das K\u00f6nigreich W\u00fcrttemberg. <\/p>\n<p>1997 kaufte der Landkreis Biberach die Burgruine&nbsp; und sicherte sie mit&nbsp; umfangreichen Instandsetzungsarbeiten <\/p>\n<p>Die Wallfahrtskirche St. Johann Baptist stammt aus dem Jahre 1516 und wurde in den Jahren 1960-1963 restauriert.<\/p>\n<p>Ihr Vorl\u00e4ufer war die&nbsp; 805 oben erw\u00e4hnte Kirche.<\/p>\n<p>Der Grundstein wurde Wilhelm den \u00c4lteren von Waldburg-Trauchburg (* 1469 \u20131557) und seine Ehefrau Sybilla von Waldburg-Sonnenberg (1493\u20131536)&nbsp;&nbsp;&nbsp; am 1. April 1516 in Anwesenheit des Zwiefalter Abts Georg Fischer (1474\u20131513) gelegt.Der Grundstein zeigt das Waldburger und das Sonnenberger Wappen. <\/p>\n<p>1791 wurde die Kirche erneuert und das Kirchendach erh\u00f6ht.<\/p>\n<p>Belegt sind auf dem Bussen seit 1521 Wallfahrten zur Schmerzhaften Muttergottes. Heute finden immer an Pfingsten M\u00e4nnerwallfahrten statt. 1958 wurde auf dem Bussen ein Heimkehrermahnmal errichtet und seither findet immer am 31. August eine Wallfahrt der Treu statt. Auf dem Bussen steht auch eine Gedenktafel f\u00fcr die Gefallenen der Weltkriege. Besonders gedacht wird der oberschw\u00e4bischen Gefallenen aus Rommels Afrikakorps.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; &nbsp; Der Bussen, der \u201cheilige Berg Oberschwabens\u201d liegt in der N\u00e4he Riedlingens.&nbsp; Er ist 767 m \u00fcber dem Meeresspiegel und bietet vor allem bei F\u00f6hn eine wunderbare Aussicht. 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