{"id":3328,"date":"2025-04-21T14:46:21","date_gmt":"2025-04-21T14:46:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=3328"},"modified":"2025-04-21T14:46:21","modified_gmt":"2025-04-21T14:46:21","slug":"kloster-corvey","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=3328","title":{"rendered":"Kloster Corvey"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"Thumb\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/5\/55\/Corvey_-_2017-09-23_-_Westwerk_%2807%29.jpg\/171px-Corvey_-_2017-09-23_-_Westwerk_%2807%29.jpg\" width=\"171\" height=\"300\"><\/p>\n<p>Karl der Gro\u00dfe (768-814I) hatte in den Jahren 772-804&nbsp; die Sachsen besiegt und in das Frankenreich eingegliedert.Mit harter Hand hatte er mit deren Christianisierung begonnen. Damit das dauerhaft gesichert wurde,<\/p>\n<p>sollten einheimische Glaubensboten das Christentum \u00fcberzeugend vertreten. Deshalb wurden junge Sachsen in Domstifte und Abteien des Frankenreiches um sie dort auszubilden und auf ihre Aufgabe vorzubereiten.<\/p>\n<p>So sollte die personelle Grundlage zur Gr\u00fcndung s\u00e4chsischer Kirchen und Kl\u00f6ster geschaffen werden. Karl wollte das gewonnene Gebiet durch die Gr\u00fcndung eines Reichsklosters festigen.<\/p>\n<p>Das&nbsp; fr\u00e4nkischen Kloster Corbie an der Somme, ein K\u00f6nigskloster,hatte eine gro\u00dfe Ausstrahlung und spielte eine wichtige politische Rolle.<\/p>\n<p>Dort war Adelhard&nbsp; (* woh1&nbsp; 752-826) ein Sohn des Karolingers Bernhard, der ein unehelicher Sohn von Karl Martell (* zwischen 688 und 691-741) und einer Fr\u00e4nkin, 7212 M\u00f6nch und 781-814 und wieder 821 Abt von Corbie.<\/p>\n<p>Sein Halbbruder Wala (* wohl um 773 \u2013836), ein Cousin Karls des Gro\u00dfen folgte Adalbert 826 als Abt von Corbie nach und war in Personalunion Abt von Corvey.<\/p>\n<p>Wala war auch einer der engsten Berater von Karl dem Gro\u00dfen.<\/p>\n<p>In Corbie wurden viele junge Sachsen erzogen.<\/p>\n<p>Die Umsetzung des Plans, ein Kloster in Sachsen zu gr\u00fcnden, verz\u00f6gerte sich durch den Tod Karls.<\/p>\n<p>815 gr\u00fcndeten Adalhard und Wala&nbsp; das Kloster Hethis, das erste Kloster in Sachsen,. Sachsen entspricht dem heutigen Bundesland Niedersachsen und Westfalen.<\/p>\n<p>Der Ort Hethis ist heute nicht mehrgenau&nbsp; zu lokalisieren, aber er befand sich wohl in unmittelbarer N\u00e4he von Neuhaus im Solling in Niedersachsen. Die Gr\u00fcndung kam wohl auf Initiative des Paderborner Bischofs Hathumar (* um 760 ?-815) zustande.<\/p>\n<p>Es wurde zun\u00e4chst als Propstei von Kloster Corbie gegr\u00fcndet<\/p>\n<p>Hethis eignete sich aber gem\u00e4\u00df der \u00dcberlieferung wegen seine Unfruchtbarkeit nicht f\u00fcr ein Klosterleben. Zum \u00dcberleben waren die M\u00f6nche&nbsp; auf Hilfslieferungen vom Mutterkloster angewiesen.<\/p>\n<p>Trotz materieller Not begann das Kloster&nbsp; \u201cNoca Corbeia\u201d, wie die Gr\u00fcndung genannt wurde zu bl\u00fchen. Eine Klosterschule war eingerichtet worden.<\/p>\n<p>Adalhard und Wala waren 814 nach dem Tod Karls entlassen worden, Adalhard in die Verbannung geschickt<\/p>\n<p>822 wurden die beiden begnadigt und sie konnten an den Hof zur\u00fcckkehren und ihre \u00c4mter wieder aufnehmen.<\/p>\n<p>Adalhard veranlasste eine gro\u00dfe Hilfslieferung aus Corbie und bat K\u00f6nig Ludwig, sich nach einem geeigneten Ort f\u00fcr das Kloster umschauen zu d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>822 wurde das Kloster dann an einem Weser\u00fcbergangs des Hellwegs errichtet. Hellweg bedeute im Mittelalter eine Via Regia oder Heerstra\u00dfe und war immer eine wichtige Durchgangsstra\u00dfe f\u00fcr den Fernhandel.<\/p>\n<p>Es lag ganz nah bei dem K\u00f6nigshof , das war ein kleinerer Gutsbesitz, der zum Reichsgut geh\u00f6rte, Huxori, dem heutigen H\u00f6xter.<\/p>\n<p>Am 27. Juli 823 nahm \u201cKaiser Ludwig der Fromme&nbsp; das auf seinen Befehl &#8222;in provincia Saxonica &#8211; super fluvium Wisera [Weser] in villa regia in loco &#8211; Hucxori [H\u00f6xter]&#8220; erbaute Kloster Corvey (Corbeia) in seinen Schutz, gew\u00e4hrt ihm dieselben Vorrechte, welche alle Kirchen im Frankenreich haben und befreit es von fremder Jurisdiktion und allen fiskalischen Abgaben.\u201d&nbsp; Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen C 001u \/ F\u00fcrstabtei Corvey \/ Urkunden, Nr. 3<\/p>\n<p>Die Urkunde&nbsp; schloss Immunit\u00e4t und freie Abtswahl ein<\/p>\n<p>Kaiser Ludwig schenkte Kloster Corvey 823 auch den K\u00f6nigshof H\u00f6xter sowie die Reliquien&nbsp; des Heiligen Stephanus.<\/p>\n<p>Das Mutterkloster best\u00e4tigte den Besitz aller bisher Kloster Corbie geh\u00f6renden G\u00fcter in Sachsen.<\/p>\n<p>Kloster Corvey hatte nun formal die Unabh\u00e4ngigkeit vom Mutterkloster erreicht, wurde aber noch bis 826 in Personalunion mit Corbie geleitet.<\/p>\n<p>Abt Adalhard verstarb 826. Die durch ihn gegr\u00fcndete Verbindung mit dem Mutterkloster blieb \u00fcber Jahrhunderte bestehen. <\/p>\n<p>Nach Adalhardss Tod&nbsp; \u00fcbernahm in Corvey Warin die Abtsw\u00fcrde (wikiupedia f\u00fchrt zwar Wala ala 2. Abt. Der&nbsp; folgte Adalhardus wohl nur in Corbi als Abt nach.)<\/p>\n<p>Warin war der Sohn des s\u00e4chsischen Grafen Ekbert (* um 756- nach + 811 )Ekbert gilt als Stammvater des s\u00e4chsischen Adelsgeschlechts der Ekbertiner.<\/p>\n<p>Warin verzichte auf eine Karriere am fr\u00e4nkischen Hof und wurde M\u00f6nch in Corbi Er war ein Sch\u00fcler des Paschasius Radbertus (Abt in Corbi843\/44\u2013851)<\/p>\n<p>Radbertus war ein bedeutender Theologe seiner Zeit und Verfasser zahlreicher theologischer Schriften, Biographien, Briefe und Gedichte.<\/p>\n<p>Warin&nbsp; wechselte 822 in das neu gegr\u00fcndete Tochterkloster Nova Corbeia (Corvey) Dort ist er als Lehrer bezeugt. <\/p>\n<p>823 entsandte das Mutterkloster Corbie Ansgar (\u00dc* um 801-865), der von 834-865 Bischiof von Hamburg und ab 849 auch von Bremen war, als Lehrer nach Corvey.<\/p>\n<p>Ansgar war einer der vielen Bisch\u00f6fe, die zun\u00e4chst M\u00f6nche in Corvey waren.<\/p>\n<p>So wurde Cprvey neben dem Stift Herford zu einem Zentrum der fr\u00fchen Mission in Skandinavien<\/p>\n<p>Am 26. April 826 wurde Warin in Corvey zum Abt gew\u00e4hlt. 833 erkannte Ludwig der Fromme die Wahl an.<\/p>\n<p>Das Kloster nahm unter ihm einen gro\u00dfen Aufschwung, tatkr\u00e4ftig unterst\u00fctzt von Ludwig.<\/p>\n<p>Am 16. Juni 832 schenkte Ludwig dem Kloster die Fischerei an der Weser in L\u00fcssum, heute ein Ortsteil von Bremen-Blumenthal.<\/p>\n<p>Landesarchiv NRW C 001u \/ F\u00fcrstabtei Corvey \/ Urkunden, Nr. 6. Fischrechte waren f\u00fcr Kl\u00f6ster nat\u00fcrlich wegen der Fastengebote sehr interessant.<\/p>\n<p>833 schenkte Ludwig dem Kloster&nbsp; auf Bitten Warins das k\u00f6nigliche Recht an&nbsp; der Salzquelle zu Budinisvelt, das ist Bodenfelde im Landkreis Nordheim in Niedersachsen.<\/p>\n<p>Landesarchiv NRW W 701 \/ Urkundenselekt, Nr. KU 8. Diese Urkunde ist die srste urkundliche Erw\u00e4hnung von Bodenfelde.<\/p>\n<p>Am 1. Juni 833&nbsp; errichtete Ludwig der Fromme in dem von ihm gegr\u00fcndeten Kloster einen Markt und verlieh dem Kloster den Geu\u00df des Schlagsatzes der kaiserlichen M\u00fcnze.<\/p>\n<p>Der Schlagsatz war&nbsp; der Reingewinn aus der Nutzung des M\u00fcnzregals f\u00fcr den M\u00fcnzherrn. Das war der Gewinn , der sich aus der Differenz zwischen Edelmetall- und Fertigungskosten auf der einen und dem Nominalwert der ausgem\u00fcnzten Menge auf der anderen Seite ergab.<\/p>\n<p>Landesarchiv NRW W 701 \/ Urkundenselekt, Nr. KU 7<\/p>\n<p>Corvey wurde wichtig f\u00fcr die Christianisierung Nordwestdeutschlands.&nbsp; <\/p>\n<p>Warin richtete 834 eine Missionsstation in Meppen ein.<\/p>\n<p>Die enge Beziehung zwischen Kloster Corvey zeigt sich z- B. auch in dem Umgang mit Hilduin.&nbsp; Dieser war von 814 bis zu seiner Amtsenthebung 840 Abt von Kloster St. Denis, der Grablege der franz\u00f6sischen K\u00f6nige seit Hugo Capet.<\/p>\n<p>Von 819-831 war er Erzkaplan Ludwigs des Frommen. Er war auch Hofgelehrter und arbeitete auch an den offiziellen kaiserlichen Annalen ( Annales regni Francorum) mit.<\/p>\n<p>Nach 836 erfolgte die Translaton der Reliquien des Heiligen Vitus aus der Kathedrale von St. Denis nach Corvey.<\/p>\n<p>Da Hilduin sich bei den Auseinandersetzungen zwischen Ludwig dem Frommen und seinem Sohn Lothar sich auf die Seite Lothars gestellt hatte, fiel er bei Ludwig in Ungnade und verlor den Abtstitel in St. Denis.Er wurde in das Kloster Corvey verbannt.<\/p>\n<p>Seine Spur verliert sich, aber m\u00f6glicherweise ist er identisch mit Bischof Hiluin in K\u00f6ln. Dieser&nbsp; wurde 842 von Kaiser Lothar zum Erzbischof von K\u00f6ln ernannt. Er konnte seine Weihe aber nicht durchsetzen und wurde wohl nur im Machtbereich Lothars anerkannt.<\/p>\n<p>Durch die Translation der Reliquien des Heiligen Vitus nach Corvey wurde dieser Stammesheiligen der Sachsen. Im Umfeld von Corvey&nbsp; gab es nun viele Kirchen mit dem Vitus-Patroziniums und auch das Vituspatrozinium der Bischofkirche von Prag f\u00fchrte man sp\u00e4ter auf Kloster Corvey zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Vitus&nbsp; war auch Reichsheiliger.Das erkl\u00e4rt auch die N\u00e4he der Herrscher zu Kloster Corvey.<\/p>\n<p>Corvey besa\u00df nun die Reliquien zweier im Mittelalter sehr bedeutenden Heiligen. Das f\u00fchrte zu einem gro\u00dfen Zustrom an Pilgern, was dann eine nicht zu verachtende Einnahmequelle darstellte.<\/p>\n<p>Auch die Nachkommen Ludwigs unterst\u00fctzten und f\u00f6rderten Kloster Corvey.<\/p>\n<p>843 schenkte Kaiser Lothar seinem Getreuen, dem Grafe n Esich (+ nach 059) G\u00fcter zu Kessenich, das ist das heutige Bonn-Kessenich, zu freier Verf\u00fcgung. Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen W 701 \/ Urkundenselekt, Nr. KU 13<\/p>\n<p>Dieser schenkte sie an Kloster Corvey weiter, was Lothar best\u00e4tigte. Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen W 701 \/ Urkundenselekt, Nr. KU 14<\/p>\n<p>Der Wein wurde mit Pferdetransport auf dem Hellweg bis Duisburg beef\u00f6rdert und von dort per Schiff auf dem Rhein weiter. So gelangte auch der Wein vom Hofgut Litzig bei Traben Trarbach (s.u.) nach Corvey.<\/p>\n<p>In Visbek hatte Gerbert Castu s(* vor 784; \u2020 nach 819 ), ein Sch\u00fcler des Liudger ((* um 742 \u2020 26. M\u00e4rz 809 ), Missionar der Sachsen ein kleines Kloster gegr\u00fcndet.Gerbert entwickelte es zu einer Abtei, von der aus der Lerigau, ein Bezirk im fr\u00fchmittelalterlichen Sachsen<\/p>\n<p>christianisiert.<\/p>\n<p>Am 20. M\u00e4rz 855 vereinigte&nbsp; K\u00f6nig Ludwig der deutsche&nbsp; (von 843-876 K\u00f6nig des Ostfrankenreichs) die k\u00f6nigliche Zelle Visbek mit allen ihren Pertinenzien, insbesondere den dazu geh\u00f6rigen Kirchen und Zehnten.<\/p>\n<p>Landesarchiv NRW C 001u \/ F\u00fcrstabtei Corvey \/ Urkunden, Nr. 16  <\/p>\n<p>Nachfolger von Abt Warin wurde&nbsp; Abt Adalgar (856-877), Bruder des Gleichnamigen sp\u00e4ter Bischofs von Hamburg und Bremen <\/p>\n<p>873 best\u00e4tigte Ludwig Kloster Corvey die Befreiung von abgaben. Er gr\u00fcndete bei H\u00f6xter das Stift St. Martin im Felde, ein Stift f\u00fcr Weltgeistliche unter Leitung eines Propstes.<\/p>\n<p>Die Kirche wurde 863 vom Paderborner Bischof Luithard (862 \u2013887) 863 geweiht. Eine Schule wurde dort ebenfalls eingerichtet, die unter Aufsicht von Corvey stand und die ihr Hauptaugenmerk auf die griechische Sprache richtete.<\/p>\n<p>868 berief K\u00f6nig Ludwig die Synode von Worms ein,Sie stand im Zeichen des Photios-Schismas, einer Auseinandersetzung zwischen der West-und Ostr\u00f6mischen Kirche. Es drehte sich haupts\u00e4chlich um das Recht des byzanthinischen Kaisers, <\/p>\n<p>den Patriarchen von Konstantinopel ohne die Zustimmung des Papstes abzusetzen.<\/p>\n<p>Innenpolitisch sollte durch die Synode erreicht werden, dass alle Bisch\u00f6fe im Ostfr\u00e4nkischen Reich bei gleichartigen Sachverhalten einheitlich handelten<\/p>\n<p>Abt Adalgar nahm an dieser Synode auch teil<\/p>\n<p>873 best\u00e4tigt Ludwg Kloster Corvey die Befreiung von Abgaben.Landesarchiv NRW W 701 \/ Urkundenselekt, Nr. KU 22<\/p>\n<p>In dieser Urkunde pr\u00e4zisierte er auch die Abgabefreigheit&nbsp; \u201cvon allen an die Bisch\u00f6fe zu entrichtenden Zehnten einbegriffen, diese vielmehr gesammelt und zur Aufnahme von G\u00e4sten und Pilgern verwendet werden sollten. \u201c<\/p>\n<p>Am 25. September 873 schenkte Ludwig Kloster Corvey das k\u00f6nigliche Hofgut Litzig an der Mosel bei Traben-Trabach. <\/p>\n<p>Der Gutshof, auf dem weit \u00fcber hundert Menschen lebten, hatte zu dieser Zeiteinen dorf\u00e4hnlichen Charakter. Seine Bewohner betrieben Viehzucht und<br \/>bewirtschafteten au\u00dfer Weinbergen auch \u00c4cker und Wiesen. Landesarchiv NRW W 701 \/ Urkundenselekt, Nr. KU 21<\/p>\n<p>Auf Abt Adalgar folgte Abt Thankmar, der von 877-878 nur sieben Monate regierte und so kaum Spuren hinterlie\u00df.<\/p>\n<p>Unter diesen beiden \u00c4bte lebte der M\u00f6nch Wigbert in Corvey. Er wurde 880(-908 Bischof von Hildesheim. Er war aber auch ein sehr gesuchter Arzt. (G. Lammert Zur Geschichte des b\u00fcrgerlichen Lebens und der \u00f6ffentlichen Gesundheitspflege, Regensburg 1880, S.2533)<\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Abt Avo (878\u2014879) Auch er regierte nur kurz und erwarb in seiner Regierungszeit einige G\u00fcter.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger war Abt Bovo I.(880-890).Gest\u00fctzt mit Urkunden, die die Privilegien Corveys best\u00e4tigten stritt er mit dem Bistum Paderborn um seine Unabh\u00e4ngigkeit.<\/p>\n<p>Wichtigste Ergebnis f\u00fcr Corvey war das Mainzer Privileg f\u00fcr Kloster Corvey. Auf der Mainzer Synode von 888, die der Mainzer Erzbischof Liutbert (863 \u2013889) leitete, best\u00e4tigte er wie es im Regest hei\u00dft<\/p>\n<p>\u201cunter Zustimmung der (auf der Mainzer Synode von 888 versammelten Erzbisch\u00f6fe und Bisch\u00f6fe dem Abte Bovo von Korvey die Privilegien der Kl\u00f6ster Korvey und Herfors. (abgedruckt im Mainzer Urkundenbuch Seite 99, Regest 167)<\/p>\n<p>Im lateinischen Text wird ausdr\u00fccklich nochmals die Befreiung von allen Abgaben an die Di\u00f6zesanbisch\u00f6fe ausgesprochen.Dieses Privileg kann man schon als den H\u00f6hepunkt der Corveyer Macht und als wichtiges Instrument all seiner weiteren<\/p>\n<p>Exemtionsbestrebungen sehen.<\/p>\n<p>Auf Abt Bovo folgte Abt Gottschalh (890-900)<\/p>\n<p>Seine Amtseinsetzung ist f\u00fcr das Jahr 890 belegt. Er nahm auch an der Synode von Forchheim 890 teil<\/p>\n<p>Er erwarb auch die Reliquien des heiligen Justin F\u00fcr Kloster Corvey. Justin war ein Kirchenlehrer des 2. Jahrhunderts und starb unter Kaiser Marc Aurel den M\u00e4rtyrertod.<\/p>\n<p>Abt Gottschalk resignierte 900 aus Altersgr\u00fcnden und verstarb 913<\/p>\n<p>Unter den Karolingerherrschern erreichte Corvey eine Bedeutung, die nur mit Stellung Fuldas in Franken und der Reichenau in Schwaben zu vergleichen war.<\/p>\n<p>Diese Phase war auch eine kulturelle Bl\u00fctezeit des Klosters.<\/p>\n<p>Die Anf\u00e4nge der Klosterbibliothek liegen schon in der Zeit Ludwigs des Frommen.<\/p>\n<p>Noch erhalten sind die s\u00e4chsischen Gesetze Karls des Gro\u00dfen, die f\u00fcnf ersten B\u00fccher der Annalen des r\u00f6mischen Historikers Tacitus sowie Schriften des r\u00f6mischen Schriftstellers und Philosophen Cicero. <\/p>\n<p>Auch der Dichter Agius wirkte in dieser Zeit. Er war M\u00f6nch in Corvey und schrieb etwa 876 eine Vita der \u00c4btissin Hathumod (* 840-874) von Gandersheim<\/p>\n<p>Der Poeta Saxo, ein Notname , wirkte Ende des 9. Jahrhunderts in Corvey. Er verfasste zwischen 888 und 891 die Annales de gestis Caroli Magni imperatoris in Form eines historischen Gedichts.<\/p>\n<p>Das Kloster wurde zu einem der wichtigsten Vermittler der westfr\u00e4nkischen Kultur in Sachsen.<\/p>\n<p>Der bau der dreischiffigen Basilika St. Stephanus und St. Vitus wurde 830 begonnen und 844 geweiht. Das Westwerk wurde 873-888 angeschlossen. Es ist nach dem Vorbild der Aachener Pfalzkapelle gebaut<\/p>\n<p>und das zweit \u00e4lteste erhaltene Westwerk \u00fcberhaupt.<\/p>\n<p>Kaiser Arnulf 887-890 K\u00f6nig es Ostrfrankenreichs und 896-899) Kaiser, besuchte 889 die neue Kirche.<\/p>\n<p>Wohl bei diesem Besuch schenke Arnulf Kloster Corvey G\u00fcter im Hwaitagau- Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen<\/p>\n<p>W 701 \/ Urkundenselekt, Nr. KU 26a<\/p>\n<p>2014 wurde Corvey in das Weltkulturerbe aufgenommen mit dem Titel \u201eDas Karolingische Westwerk und die Civitas Corvey\u201c.. Man kann also annehmen, dass das Westwerk einen wichtigen Teil zur Ernennung beigetragen hat.<\/p>\n<p>911 wurde Konrad I. Nachfolger von Ludwig dem Kind. Sein Vater war Konrad der \u00c4ltere, graf<\/p>\n<p>im Hessengau.Konrads Vorfahren hatten eine Machtposition im Reich erstritten. Konrad war zum wichtigsten Berater am K\u00f6nigshof von Ludwig dem Kind aufgestiegen.<\/p>\n<p>Die Familie hatte auch ausgezeichnete Kontakte zu den anderen Mitgliedern des Regentenkreises wie z. B. dem Mainzer Erzbischof Hatto I. (891 \u2013913 ), dem Augsburger Bischof Adalbvero (887\u2013909) und dem <\/p>\n<p>Konstanzer Bischof Salomo II. (890\u2013919)<\/p>\n<p>Konrad wurde am 10. November 911 zum deutschen K\u00f6nig gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Am 3. Februar 913 war K\u00f6nig Konrad zu Besuch in Kloster Corvey und \u201cbest\u00e4tigt bei seinem Besuch in Corvey dem Abt Buobo die von seinen Vorg\u00e4ngern dem Kloster erteilten Privilegien, insbesondere das Recht der Abtswahl, die Befreiung <\/p>\n<p>seiner Grundst\u00fccke von bisch\u00f6flichen Zehnten und Immunit\u00e4t.\u201d&nbsp; Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen W 701 \/ Urkundenselekt, Nr. KU 29.<\/p>\n<p>Unter Konrad und danach bei den Sachsenkaisern blieb Corvey ein bedeutendes Kloster im s\u00e4chsischen Raum. Es diente oft als Kaiserpfalz und bis&nbsp; 1203 sind 25 Besuche von K\u00f6nigen nachgewiesen.<\/p>\n<p align=\"justify\">Unter Konrad war Bovo II. (900-916) Abt von Kloster Corvey, Er war sehr gelehrt,. Er beherrschte die alten Sprachen&nbsp; Der Chronist Widukind von Corvey berichtet, dass Bovo K\u00f6nig Konrad einen Brief in Griechisch vorgelesen habe,<\/p>\n<p align=\"justify\">was diesen sehr&nbsp; beindruckt habe.<\/p>\n<p align=\"justify\">Er hat sich mit Boethius auseinandergesetzt. Zu dessen Trost der Philosophie hat er auch einen Kommentar verfasst.<\/p>\n<p align=\"justify\">Das Kloster genoss zwar k\u00f6niglichen Schutz, hatte aber unter den Hunneneinf\u00e4llen zu leiden. 915 mussten die M\u00f6nche sogar in die W\u00e4lder fliehen.<\/p>\n<p align=\"justify\">Nachfolger von Abt Bovo wurde Abt Volkmar I&nbsp; (916-942)<\/p>\n<p align=\"justify\">Er stellte die beim Ungarneinfall besch\u00e4digten Geb\u00e4ude wieder her, vor allem die Kirche. Diese lie\u00df er auch erweitern.<\/p>\n<p align=\"justify\">Beim letzten Hunneneinfall 919 traten aber wieder Sch\u00e4den auf,<\/p>\n<p align=\"justify\">Am 22.April 922 besuchte Abt Volkmar K\u00f6nig Heinrich I. (919-936) in Quedlinburg.. Heinrich&nbsp; \u201c best\u00e4tigte (e) dem Kloster Corvei das Wahlrecht,den Zehntbezug von den eigenen G\u00fctern <\/p>\n<p align=\"justify\">und die Immunit\u00e4t.&nbsp; MGH Die Urkunden Konrad I., Heinrich I. und Otto I.(Conradi I., Heinrici I. et Ottonis I. Diplomata) S. 41.<\/p>\n<p align=\"justify\">Die Urkunde wurde am 22.April 922 in Quedlinburg ausgestellt. Das ist die erste Erw\u00e4hnung von Quedlinburg.<\/p>\n<p align=\"justify\">Diese Rechte best\u00e4tigte Otto I. (936-962, dann Kaiser-973) in einer der ersten Urkunden als deutscher K\u00f6nig. (MFGH S.92) am 17. Oktober 936.. Am 2. Juli 936 hatte er den Thron bestiegen,<\/p>\n<p align=\"justify\">Am&nbsp; 19. April 940 verlieh Otto&nbsp; den K\u00f6nigsbann \u00fcber alle in und um die Stadt Corvey sich ansiedelnden Arbeiter und Handwerker. (MGH S.113) Der K\u00f6nigsbann ist die Regierungsgewalt eines K\u00f6nigs.<\/p>\n<p align=\"justify\">Auf Volkmar folgte Abt Bovo III. (942 \u2013948 ) Er hatte den Ruf eines weisen Mannes. Er war ein Verwandter Ottos I und war im Frieden und auf Kriegsz\u00fcgen in der N\u00e4he Ottos.<\/p>\n<p align=\"justify\">Der Bremer Kleriker und Chronist&nbsp; erw\u00e4hnt einen Autor mit dem Namen Bovo als Verfasser einer Arbeit \u00fcber die Ereignisse seiner Zeit.<\/p>\n<p align=\"justify\">K\u00f6nig Otto verlieh am 30. Mai 936 auf Bitten seines Bruders Bruno ,dem Erzbischof von K\u00f6ln (953-965) den k\u00f6niglich en Gerichtsbann f\u00fcr&nbsp; Meppen und erteilte Meppen&nbsp; M\u00fcnz-und Zollrecht und erlaubte gleichzeitig dort M\u00e4rkte zu errichten. <\/p>\n<p>Landesarchiv NRW Abteilung WestfalenW 701 \/ Urkundenselekt, Nr.KU 39<\/p>\n<p>Nachfolger Bovos wurde Gerbern (949 \u2013965 )<\/p>\n<p>959 wurde Volkmar Bischof von Paderborn (-983) Er entstammte einer s\u00e4chsischen Adelsfamilie und vor seiner Wahl zum Paderborner Bischof war er M\u00f6nch in Kloster Corvey,<\/p>\n<p align=\"justify\">Er war nicht verwandt mit dem Corveyer Abt Volkmar, trat aber vermutlich in dessen Regierungszeit in das Kloster Corvey ein. Vermutlich spielte bei der Wahl zum Paderborner&nbsp; Bischof eine wichtige Rolle.<\/p>\n<p align=\"justify\">Am 2. April 981 best\u00e4tigte Papst Benedikt VII. (974-983) die Unterstellung&nbsp; von Kloster Corvey unter die p\u00e4pstliche Jurisdiktion und die Immunit\u00e4t. Volkmar wehrte sich als ehemaliger M\u00f6nch aus Ciorvey nicht dagegen.<\/p>\n<p align=\"justify\">Corvey war in der Regierungszeit Gerberns ber\u00fchmt f\u00fcr seine Klosterschulen, die in Bl\u00fcte standen.<\/p>\n<p align=\"justify\">In seiner Regierungszeit wurden die Reliquien des Heiligen Justins vervollst\u00e4ndigt. Das Haupt des M\u00e4rtyrers verschaffte Otto, das sich vorher in der Kirche von Magdeburg befand,<\/p>\n<p align=\"justify\">Im Jahre 952 fand die Einweihung des Mindener Domes statt. Abt Gerbern war dabei anwesend.<\/p>\n<p align=\"justify\">Auf ihn folgte Abt Ludolf (965 \u2013983 )Ludolf war gepr\u00e4gt von gro\u00dfer, vision\u00e4rer Fr\u00f6mmigkeit, Askese und Mystik.<\/p>\n<p align=\"justify\">Er visitierte Kirchen in seinem Gebiet gewissenhaft.<\/p>\n<p align=\"justify\">Zu einer Zeit lebte Widukind von Corvey ( * um 925- nach 973)und andere Gelehrte im Kloster.Widukind war Verfasser der <i>Res gestae Saxonicae<\/i>, einer \u201eSachsengeschichte\u201c, die eine der wichtigsten und meistdiskutierten Quellen zur Ottonenzeit ist. <\/p>\n<p align=\"justify\">Ludolf lie\u00df das Kloster von einer Mauer umgeben.<\/p>\n<p align=\"justify\">Am 28. Mai 974 best\u00e4tigte K\u00f6nig Otto II. (967-983) Kloster Corvey das Wahlrecht, den Zehntbezug und die Immunit\u00e4t. (MGH S.97)Nach seinem Tod wur Ludolf als Heiliger verehrt.Sein Gedenktag ist der 13. August.<\/p>\n<p align=\"justify\">Nachfolger von Abt Ludolf wurde Abt&nbsp; Ditmar I.(983 \u20131001 )<\/p>\n<p align=\"justify\">In seiner Regierungszeit wurde Thiddag (998\u20131017) Bischof von Prag. Vorher war er M\u00f6nch in Kloster Corvey.<\/p>\n<p align=\"justify\">Dietmar stammte aus einer&nbsp; vornehmen s\u00e4chsischen Familie. in Dietmars Zeit f\u00e4llt eine Bulle von Papst Johannes XV. (985 &#8211; 996.)<\/p>\n<p align=\"justify\">\u201cPapst Johannes XV. verk\u00fcndet allen Gl\u00e4ubigen da\u00df er auf Intervention des Bischofs Hildebrand von Modena und auf Bitte des Abtes Thietmar von Corvey&nbsp; diesem Kloster die von Kaisern, K\u00f6nigen und F\u00fcrsten sowie von den P\u00e4psten Hadrian (II.) und Stephan (V.) verliehenen Privilegien best\u00e4tigt habe;\u201d<\/p>\n<p align=\"justify\">Die Bulle wurde am 26. Juni 989 in Rom ausgestellt. Johannes XV. &#8211; RI II,5 n. 673<\/p>\n<p align=\"justify\">Danach wurde die Unabh\u00e4ngigkeit Kloster Corveys anerkannt.<\/p>\n<p align=\"justify\">Abt Dietmar war an der Einweihung des Domes von Halberstadt 982 teil.<\/p>\n<p align=\"justify\">987 kam K\u00f6nig Otto III. (983-996 K\u00f6nig, dann Kaiser-1002). Er best\u00e4tigte am 27. Mai 987 Schenkungen K\u00f6nig Ludwigs und Otto II. Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen W 701 \/ Urkundenselekt, Nr. KU 55<\/p>\n<p align=\"justify\">995 fand in Anwesenheit von K\u00f6nig Otto III.&nbsp; die Synode von Gandersheim statt, an der auch Abt Dietmar teilnahm. Otto best\u00e4tigte in Gandersheim auf Bitten der Bisch\u00f6fe Willigis (975 1011)von Mainz<br \/>und Hildebold (978- 998 Von Worms das Wahlrecht, den Zehntbezug und die Immunit\u00e4t von Kloster Corvey. Otto III. &#8211; RI II,3 n. 1142<\/p>\n<p align=\"justify\">Am 30. Juli 995 best\u00e4tigte Otto III. auf Bitten Abt Dietmars die Privilegien von Kloster Corvey. Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen W 701 \/ Urkundenselekt, Nr. KU 57<\/p>\n<p>Dietmar wurde von den M\u00f6nchen zeitweilig als Heiliger verehrt und sein Nachfolger Markward&nbsp; lie\u00df in seiner Amtszeit die Gebeine Dietmars erheben,<\/p>\n<p>Dietmars Nachfolger wurde Abt Hosed (1001 \u20131010 )<\/p>\n<p>\u00dcber sein Leben vor er Abt wurde, ist nichts bekannt.<\/p>\n<p>K\u00f6nig Heinrich II. (1002-1024) besuchte Kloster Corvey zusamen mit seiner Frau Kunigunde (* um 980-1033).<\/p>\n<p>Am 24. August 1002 stellte er in Nimwegen folgende Urkunde f\u00fcr Kloster Corvey aus. \u201cHeinrich best\u00e4tigt dem Kloster Korvei auf Bitten des Abtes Hosat die Immunit\u00e4t, den K\u00f6nigsschutz sowie den Zehent und bestimmt, da\u00df den Bisch\u00f6fen auf ihren j\u00e4hrlichen Visitationsreisen Dienste und Herberge zu leisten sind.\u201d <strong><\/strong>Heinrich II. &#8211; RI II,4 n. 1499<\/p>\n<p>In der Urkunde Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen W 701 \/ Urkundenselekt, Nr. KU 62 steht noch, \u201cdass kein Graf oder anderer richterlicher Beamter die Besitzungen des Klosters, in welchen Bist\u00fcmern, Gauen oder Territorien sie auch liegen m\u00f6gen, betrete und die Leute des Klosters vor sein Gericht ziehe\u201d.<\/p>\n<p>Heinrich besuchte Corvey&nbsp; ein zweites Mal im Jahr 1005. Bei diesem Besuch stellte er am 18.Juli 1005 eine Urkunde f\u00fcr Kloster Schildesche, heute ein Ortsteil von Bielefeld, aus, in der er den K\u00f6nigsschutz f\u00fcr das Kloster best\u00e4tigte.<\/p>\n<p>Abt Hosed&nbsp; lie\u00df zur Erinnerung an Widukind ein Denkmal errichten.<br \/>In seiner Regierungszeit wurde Corvey vom Blitz getroffen.Der anschlie\u00dfende Brand zerst\u00f6rte das Kloster zum gro\u00dfen Teil. Das setzte Abt Hosed so zu,dass er das er Corvey verlie\u00df und bald darauf in einem anderen Kloster verstarb.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Abt Walo (1011-1015). Walo hatte einen Konflikt mit Bischof Meinwerk (1009-1036) von Paderborn. Dieser behauptete, er habe bei einem Besuch von Kloster Corvey die dortige Klosterdisziplin sehr verfallen angetroffen. Belege <\/p>\n<p>f\u00fcr seine Behauptungen legte er aber nicht vor. Auf Grund dieser Beschuldigungen sollte er Corvey visitieren. Abt und M\u00f6nche verweigerten dem Bischof mit Hinweis auf p\u00e4pstliche und kaiserliche Privilegien den Zutritt ins Kloster.<\/p>\n<p>Meinwerk brachte aber Kaiser Heinrich II,zu dem er ein sehre gutes Verh\u00e4ltnis hatte, dazu, Abt Walo abzusetzen. Ob es Meinwerk um den Kampf um die Unabh\u00e4ngigkeit Corveys vom Bistum Paderborn ging, l\u00e4sst sich nicht belegen.<\/p>\n<p>Abt Walo wurde durch Druthmar, der M\u00f6nch in Kloster Lorsch war, ersetzt. M\u00f6nche verlie\u00dfen Kloster Corvey,. Sie sahen die Unabh\u00e4ngigkeit des Klosters verletzt.Nur neun&nbsp; M\u00f6nche blieben im Kloster zur\u00fcck. Walo verstarb 8 Jahre nach seiner Absetzung.<\/p>\n<p>Kloster Lorsch war Anh\u00e4nger der Klosterreform von Gorze. Erzbischof Bruno von K\u00f6ln, selbst ein Anh\u00e4nger der Gorzer&nbsp; Reformbewegung&nbsp; hatte 951&nbsp; den\u201dOrdo Gorziensis\u201d eingef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Der Lehrer Heinrichs II. Bischof Wolfgang von Regensburg (972-994) war ebenfalls&nbsp; Anh\u00e4nger der Reformbewegung. Sie d\u00fcrfte also auch Heinrich vertraut gewesen sein.<\/p>\n<p>Druthmar war bekannt f\u00fcr sein reiches Wissen, seine Fr\u00f6mmigkeit und seine Sorge um das Wohl der Abtei. Er f\u00fchrte die Gorzer Reform in Corvey ein, konte sie allerdings nur gegen harten Widerstand durchsetzen.<\/p>\n<p>Durch sein Wirken konnte er das Misstrauen der M\u00f6nche aber abbauen.&nbsp; Auch M\u00f6nche, die das Kloster verlassen hatten, kehrten wieder zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Er gewann alte Besitzungen zur\u00fcck und hob so das Kloster auch materiell wieder.&nbsp; Erlie\u00df ein G\u00fcterverzeichnis der Abtei anlegen.<\/p>\n<p>Er hatte ein gutes Verh\u00e4ltnis zu Kaiser und Kirchenf\u00fcrsten.<\/p>\n<p>Am 22. Januar 1025 best\u00e4tigte Konrad II. (1024-1027, dann Kaiser bis 1039), also kurz nachdem er K\u00f6nig geworden war, auf Bitten Druthmars die Privilegien von Kloster Corvey. , insbesondere die freie Abtswahl.<\/p>\n<p>Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen W 701 \/ Urkundenselekt, Nr. KU 80  <\/p>\n<p>K\u00f6nig Heinrich III. (1039-1046, dann Kaiser bis 1056) best\u00e4tigte am 3 September 1039 , also im ersten Jahr seiner Regentschaft auch auf Bitten Druthmars die Privilegien von Kloster Corvey.  <\/p>\n<p>Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen W 701 \/ Urkundenselekt, Nr. KU 91  <\/p>\n<p>Druthmar&nbsp; verstarb am 15, Februar 1046.  <\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Abt Ruthard (1046-1050)  <\/p>\n<p>Er war adliger Herkunft, galt als gelehrt und beredt. Er soll ein hervorragender Prediger gewesen&nbsp; sein.  <\/p>\n<p>Er wurde nicht vom K\u00f6nig eingesetzt sondern in Anwesenheit K\u00f6nig Heinrichs III. ((1039-1046 K\u00f6nig dann Kaiser bis 1056) zum Abt gew\u00e4hlt.  <\/p>\n<p>Nach seiner Wahl begleitete er Heinrich nach Dortmund.Er erhielt eine Urkunde \u00fcber die Pflichten der Vasallen und Ministerialen des Stifts. Ruthard war bei der feierlichen Weihe der Marienkirche in Goslar anwesend.&nbsp; <\/p>\n<p>Heinrich&nbsp; machte Corvey reiche und wertvolle Geschenke.  <\/p>\n<p>Nachdem Ruthard&nbsp; schwere Verfehlungen vorgeworfen wurden, deren Natur unklar ist, wurde er seines Amtes enthoben. Die Vorw\u00fcrfe erwiesen sich aber als haltlos und er wurde  <\/p>\n<p>in Herford Nachfolger von Abt Meginher (1036-1059) und war dort von 1059-1072 Abt. Er setzte in Herford den Bau der Klosterkirche fort.  <\/p>\n<p>Er war ma\u00dfgeblich an der F\u00f6rderung der Klosterschule beteiligt.  <\/p>\n<p>Er schickte Lampert von Herford, der in Herford als Geschichtsschreiber wirkte , in die Kl\u00f6ster Siegburg und Saalfeld, um dort Reformen zu studieren, die dort kurz zuvor Erzbischof Anno II.(1056-1075) von K\u00f6ln  <\/p>\n<p>durchf\u00fchren lie\u00df, um die Klosterzucht zu heben.  <\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Arnold von Falkenberg. Seine Klosterkarriere begann er als Propst von Kloster Lorsch,Ab 1038 war er Abt von Kloster Limburg und nach dem Tod von Abt Folkmar (1036-043)von Kloster Weissenburg  <\/p>\n<p>sein Nachfolger. Dieses Amt behielt er bis an sein Lebensende 1065.  <\/p>\n<p>1051 wurde er Abt von Corvey.Er stand Corvey bis 1053 vor. Er war ein F\u00f6rderer des Schulwesen in Corvey. 1053 wechselte er nach Lorsch.  <\/p>\n<p>1o54 wurde er Bischof von Speyer.  <\/p>\n<p>Er starb am 2. Oktober 1055.  <\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Abt Saracho von Rossdorf 1056\u20141071) .  <\/p>\n<p>Er wurde nach dem Tod Arnold wurde Saracho umgehend zum kommissarischen Leiter von Kloster Corvey ernannt.  <\/p>\n<p>Seine Best\u00e4tigung und Weihe erfolgte aber erst im Fr\u00fchjahr 1056.  <\/p>\n<p>Saracho lie\u00df 1056 bei seinem Amtsantritt&nbsp; ein Schenkungsregister erstellen, das nach Klosterbesitz und Gerechtsamen, das sind Nutzungsrechte, unterschied.  <\/p>\n<p>Als Abt eines Reichsklosters z\u00e4hlte er automatisch zum Beraterkreis der deutschen K\u00f6nige und Kaiser.  <\/p>\n<p>K\u00f6nig Heinrich IV. (1056-1084, dann Kaiser biss 1105) war bei seinem und&nbsp; Abt Sarochos Regierungsantritt ein sechs j\u00e4hriges Kind und stand unter Vormundschaft seine Mutter Agnes von Poitou (* um 1025-1077)  <\/p>\n<p>und der Erzbisch\u00f6fe Anno II (1056-1075) von K\u00f6ln und&nbsp; Adalbert (1043-1075) von Bremen.  <\/p>\n<p>Agnes f\u00fchrte auch die Regierungsgesch\u00e4fte.  <\/p>\n<p>Diese drei besuchten&nbsp; zusammen mit Heinrich am 30. Juni 1060 Kloster Corvey.  <\/p>\n<p>1063 inkorporierte der noch minderj\u00e4hrige&nbsp; K\u00f6nig Heinrich wohl unter Einfluss seines Vormundes Erzbischof Adalbert Kloster Corvey dem Bistum Hamburg.  <\/p>\n<p>Abt Saracho wqar damit nicht einverstanden und ehrte sich mit Hilfe seines Verwandten Otto von Northeim (<abbr>*<\/abbr> um 1020, <abbr>\u2020<\/abbr> 11.1. 1083. Dieser hatte zu Beginn der Regentschaft Heinrichs IV eine f\u00fchrende&nbsp; Rolle in der Reichspolitik.  <\/p>\n<p>Er ging aber zunehmen d auf Distanz und&nbsp; 1070 kam es zum endg\u00fcltigen Bruch mit dem K\u00f6nig. Otto wurde der f\u00fchrende Kopf der s\u00e4chsischen Opposition.  <\/p>\n<p>Saracho hatte sich auch an Papst Alexander II. (1064-1073) gewandt.1064 erteilte Papst Alexander&nbsp; Kloster Corvey die p\u00e4pstliche Unmittelbarkeit. Damit war Corvey der Aufsicht und dem Einfluss des Hamburger Erzbischof entzogen.  <\/p>\n<p>1068 wohnte Abt Saracho der Einweihung der Domkirche zu Paderborn durch Bischof Imad (1051-1076)bei. Der Dom war 1058 abgebrannt.. Immad lie\u00df ihn wieder aufbauen und weihte ihn 1068 ein.  <\/p>\n<p>Saracho war auch als Bauherr t\u00e4tig. Im Kloster lie\u00df er umfangreiche Sanierungsma\u00dfnahmen vornehmen.  <\/p>\n<p>Der Bau der St. Kilianskirche in H\u00f6xter geht auf Saracho zur\u00fcck. Sie wurde&nbsp;&nbsp; am 8. Juli 1075 geweiht.  <\/p>\n<p>&nbsp; Abt Saracho starb am 9.&nbsp; Januar 1071.Sein Nachfolger wurde Abt Warin II.&nbsp; (1071 \u20131079) als 21. Abt von Kloster Corvey.<\/p>\n<p>Im Auftrag von Heinrich IV. fand 1073 unter Leitung der Erzbisch\u00f6fe Anno II. von K\u00f6ln und Siegfried I. (1060-1084 ) von Mainz und hohen Adeligen vor allem aus Sachsen statt.<\/p>\n<p>Vor allem der Burgenbau in der&nbsp; Harzregion&nbsp; und damit die&nbsp; verst\u00e4rkte herrschaftliche Durchdringung des osts\u00e4chsischen Raumes hatte den Unmut der s\u00e4chsischen Adligen hervorgerufen.<\/p>\n<p>In Rom war am 22. April 1073 Gregor VII. (-1085) zum Papst gew\u00e4hlt worden. Die Wissenschaft geht mittlerweile davon aus, dass Hildebrand, wie er vor seiner Zeit als Papst hie\u00df, nicht in einem Kloster gelebt hat, das der <\/p>\n<p>Cluniazensischen Reform zuzurechnen war, sondern Kanoniker, also Weltpriester war und ein kloster\u00e4hnliches Leben in der Klerikergemeinschaft eines Stifts f\u00fchrte.<\/p>\n<p>Die Amtszeit Gregors m\u00fcndete bald in den Investiturstreit.<\/p>\n<p>1073 war Corvey noch Verhandlungsort zwischen Anh\u00e4ngern&nbsp; von Heinrich IV. und seinen s\u00e4chsischen Gegnern Corvey entwickelte sich bald zu einem Zentrum der Gregorianer.<\/p>\n<p>Auch Abt Warin stellte sich auf die Seite Gregors.<\/p>\n<p>Noch in Warins Amtszeit wurde am 15. M\u00e4rz 1077 Rudolf von Rheinfelden&nbsp; (* um 1025 \u2020 15. oder 16. Oktobe<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/16._Oktober\">r<\/a> 108) von der Opposition in Forchheim zum Gegenk\u00f6nig Heinrichs IV. gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Am 6.&nbsp; August 1081 w\u00e4hlten die in Ochsenfurt versammelten Sachsen und Schwaben Hermann von Salm (* um 1035 \u2020 28. September 1088) als Nachfolger des gefallenen Rudolfs zum Gegenk\u00f6nig von Heinrich IV.<\/p>\n<p>Er starb 1080 in der Schlacht bei Hohenm\u00f6lsen nach einer schweren Verwundung <\/p>\n<p>Warin lie\u00df 1078 eine Kapelle auf dem Heiligenberg zwischen&nbsp; Ovenhausen und L\u00fctmarsen errichten. Sie wurde vom Paderborner Bischof&nbsp; Poppo (1076 \u20131083 ) geweiht.<\/p>\n<p>Warin war ein sehr froher Mann, was sich auch im Text der Stiftungsurkunde der Kapelle zeigt.<\/p>\n<p>\u201cAbt Warin bekundet, dass er zur S\u00fchne seiner Verbrechen dem Wunsche des corveyischen M\u00f6nchs Humbert nachgegeben und auf einem Berg zu Ehren des hl. Michael eine Kirche gebaut habe, welcher der Paderborner Bischof Poppo , nachdem er sie eingeweiht habe, die zum Unterhalt jenes Humberts und des Laienbruders Simon und der anderen M\u00f6nche gemachten und k\u00fcnftig zu machenden Schenkungen best\u00e4tigt habe. Er selbst, der Abt, habe dieser Kirche 90 Acker aus dem Wald, in dem sie gelegen, und die villula Valahusen [Valhausen bei H\u00f6xter, heute w\u00fcst], so wie drei Mansen zu Eversen (Averedessun), &#8222;Aldenthorp&#8220; [bei Godelheim] und Wehrden (Werethau) geschenkt habe. \u201c Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen&nbsp; C 001u \/ F\u00fcrstabtei Corvey \/ Urkunden, Nr. 43 <\/p>\n<p>Auf Warin folgte Abt Friedrich von Hoya (1080-1082)<\/p>\n<p>Nach seiner Wahl kamen Zweifel an seiner Eignung zum Abt auf. Diese Zweifel scheinen berechtigt gewesen zu sein. Er sei mehr an seinen Vergn\u00fcgungen und der Jagd interessiert. Auch verschwende er Klostergut.<\/p>\n<p>Er wurde 1\u00df82 abgesetzt und die M\u00f6nche w\u00e4hlten Erkenbert von Homburg zum Abt.<\/p>\n<p>Auf seinem Zug nach Westfalen setzte Hermann von Salm 1082 Markward (108-1107) von Corvey zum Abt ein. Das war durchaus ein tiefer Eingriff&nbsp; in die innere Ordnung des Klosters. Zugleich erneuerte er das Recht des Konvents zur freien Abtswahl. Dies entbehrt nicht einer gewissen Ironie.<\/p>\n<p>Markward stammte aus Kloster M\u00fcnsterschwarzach, nicht aus Hirsau, wie \u00f6fters zu lesen ist. Dort war Egbert (1047-1077) Abt. Er war zuvor wohl auch M\u00f6nch in Gorze.&nbsp; Er setzte die Reform von Gorze in Deutschland um.<\/p>\n<p>Markward band Kloster Corvey in das Netzwerk der Hirsauer Reformkl\u00f6ster ein. Das war die wohl einflussreichste monastische Str\u00f6mung des ausgehenden 11. und beginnenden 12. Jahrhunderts auf Reichsgebiet. <\/p>\n<p>Zwar ist Kloster Corvey in den Hirsauer Annalen von Thritemius (1462.1516) nicht bei bei den 96 Kl\u00f6stern gelistet, die von Hirsauer M\u00f6nchen neu gegr\u00fcndet oder nach einem Niedergang reformiert wurden.<\/p>\n<p>Dass Corvey der Hirsauer Reform angeh\u00f6rte, l\u00e4sst sich auch aus einer Handschrift ersehen, die mit den Hirsauer Conseuetudines nach Corvey kam. In diesem Text gibt es auch einen Abschnitt, der auf gemeinsames Totengedenken hinweist.<\/p>\n<p>\u201cDies ist die Vereinbarung der Gemeinschaft, die zwischen den beiden Kl\u00f6stern Hirsau und Corvey auf Bitte und Rat der \u00c4bte und der Br\u00fcder der Kl\u00f6ster abgeschlossen ist. Wenn einer von unseren Br\u00fcdern im Kloster oder au\u00dferhalb gestorben ist und die Anzeige von hier nach dort oder von dort nach hier \u00fcbergekommen ist, soll das Offizium und eine erste Messe gemeinschaftlich gefeiert und eine Praebende, doch nur an dem einen Tage f\u00fcr diesen, wenn zwei oder mehrere gestorben sind, zwei Praebenden, oder was der Abt anordnet, als Almosen gegeben werden\u201d<\/p>\n<p>Im Anschluss an diese Reformstr\u00f6mung&nbsp; wurden&nbsp; wichtige Kl\u00f6ster wie Pegau, Bursfelde, St. Michael in Hildesheim, Clus oder Paderborn-Abdinghof&nbsp; entweder im Geist der Reform von Corvey aus reformiert oder neu gegr\u00fcndet. <\/p>\n<p>Er entsandte M\u00f6nche in andere Kl\u00f6ster. Sechs wurden dort \u00c4bte. Auch in Kloster Corvey zeigte sich die Strahlkraft Abt Markwards. In seiner Regierungszeit traten 86 M\u00f6nche neu in das Kloster ein. Dagegen waren es in den 25 Jahren zuvor nur 22 neue M\u00f6nche.<sup><\/sup><\/p>\n<p>Marward blieb unter dem Schutz der Northeimer Grafen, er V\u00f6gte Corveys ein \u00fcberzeugter Gregoriaaner Er wurde zum bedeutendsten Reformabt seiner Zeit im Norden und als solcher sogar zum Bischof von Osnabr\u00fcck gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Der kaisertreue Erzbischof Sigewin von Are (1078-1089)verhinderte ihn jedoch. In Osnabr\u00fcck resignierte Markward 1093-<\/p>\n<p>1097 verpflichtete Abt Markward, bei der Gel\u00fcbdeablegung der Klosterbibliothek ein wertvolles Buch zu schenken<\/p>\n<p>1102 wurde Markward zeitweilig&nbsp; durch Klostervasallen und kaiserliche Truppen aus Corvey vertrieben 1103 kehrte er ins Kloster zur\u00fcck .Auf Kosten des Abtsgutes lie\u00df er die entstandenen Sch\u00e4den beseitigen, den Unterhalt der M\u00f6nche und die Armenversorgung sicherstellen. <\/p>\n<p>Er f\u00f6rderte die Klosterschule<\/p>\n<p>Im weltlichen Bereich f\u00f6rderte er die Entwicklung der Stadt H\u00f6xter.<\/p>\n<p>Markward starb am 18. Januar 1107 und wurde in Corvey beigesetzt.<\/p>\n<p>Auf ihn folgte Abt&nbsp; Erkenbert von Homburg (1107-1128)<\/p>\n<p>Errkenbert war der erste namentlich bekannte Propst der Propstei Obermarsberg.<\/p>\n<p>Als&nbsp; Abt Friedrich abgesetzt wurde, w\u00e4hlten die M\u00f6nche Ernbert zum Abt. Er verzichtete aber sofort, als Hermann von Solm Markward zum Abt eingesetzt hatte.<\/p>\n<p>Im Gegensatz zu seien Vorg\u00e4ngern stand er auf kaiserlicher Seite. Er versankte sein Amt auch weitgehend&nbsp; Kaiser Heinrich V. (1106-1111 K\u00f6nig, dann Kaiser bis 1125)<\/p>\n<p>Unmittelbar nach seinem Amtsantritt besuchte ihn&nbsp; Heinrich V. in Corvey.<\/p>\n<p>Er erneuerte die Bruderschaft zum Heiligen Vitus. Dazu wurde zwischen 1106 und 1126 eine Urkunde erstellt. <\/p>\n<h5><font size=\"3\">\u201cAbt Erkenbert gr\u00fcndet eine aus den M\u00f6nchen seines Klosters und anderen Gl\u00e4ubigen bestehende Bruderschaft zu Ehren des S. Vitus, deren Geldbeitr\u00e4ge zur anst\u00e4ndigen Ausschm\u00fcckung der Kirche verwendet werden.\u201d<\/font> <\/h5>\n<p>Landesarchiv NRW Abteilung WestfalenC 001u \/ F\u00fcrstabtei Corvey \/ Urkunden, Nr. 44 &#8211; a<\/p>\n<p>Er straffte die Verwaltung des Klosters auch um dser Vergr\u00f6\u00dferung des Konvents durch seinen Vorg\u00e4nger Rechnung zu tragen.<\/p>\n<p>Das Kloster war nun verst\u00e4rkt im K\u00f6nigsdienst t\u00e4tig, was sich auch im Kostenbereich niederschlug.<\/p>\n<p>1108 begleitete er Heinrich mit einem bewaffneten Trupp auf dessen Zug nach Ungarn.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend seiner Abwesenheit wurde das Kloster von R\u00e4ubern gepl\u00fcndert.<\/p>\n<p>K\u00f6nig Balduin II. (1118-11121 von Jerusalem schenkte dem Kloster auch als Ersatz f\u00fcr den Verlust aus dem Raub Reliquien vom Heiligen Kreuz.<\/p>\n<p>1010\/1011 begleitete er Heinrich nach Rom.<\/p>\n<p>1127 reiste Erkenbert nach Jerusalem und besuchte dort das Heilige Grab.<\/p>\n<p>Nach seiner R\u00fcckkehr vermehrte er die Klosterbibliothek und reformierte die Schule.<\/p>\n<p>In seine Regierungszeit fiel die Gr\u00fcndung des Zisterzienserklosters Amelungsborn 1120 und des Benediktinerklosters Marienm\u00fcnster 1127. Beide Kl\u00f6ster wurden mit M\u00f6nchen aus Corvey besiedelt.<\/p>\n<p>Abt Erkenbert verstarb am 7.Oktober 1128.Sein Nachfolger wurde Abt Volkmar II. (1129-1138) von B\u00f6meneburg<\/p>\n<p>Aus der Zeit Volkmars gibt es eine Urkunde von Lothar III. (1125-1137), in der dieser die Fischerei Hucwar auf der Weser best\u00e4tigt 1133, die Ludwig dem Kloster geschenkt hatte.<\/p>\n<p>Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen C 001u \/ F\u00fcrstabtei Corvey \/ Urkunden, Nr. 49<\/p>\n<p>Lothar weilte wohl im August 1136, den dort stellt er am 4.8. eine Urkunde aus. Lothar III. &#8211; RI IV,1,1 n. 491<\/p>\n<p>Auf Volkmar II. folgte Abt Adalbert von Bayern (1138-1144) \u00dcber ihn ist online kaum was zu erfahren.<\/p>\n<p>Das Kloster hatte nach Erkenbert einen wirtschaftlichen Verfall, dem ein geistiger&nbsp; und moralischer Verfall folgte.<\/p>\n<p>Siegfried IV. von Northeim-Boyneburg&nbsp;&nbsp; war von 1107\u20131144 Graf von Northeim-Boyneburg und Klostervogt von&nbsp; Corvey, Bursfelde und Helmarshausen<\/p>\n<p>Als Vogt setzte er den unw\u00fcrdigen Abt Heinrich von Boyneburg ein.Unter diesem Abt erreichte der Verfall seinen H\u00f6hepunkt.Dieser war der Sohn von Siegfried III. (1083-1107) und Halbbruder von Siegfried IV.<\/p>\n<p>Der Vogt hatte&nbsp; Heinrich von Boyneburg(1143-1146) gegen den Willen des Konvent durchgesetzt. Der Mainzer Erzbischof Heinrich I. (1142-1153) hatte diese wohl sanktioniert, denn K\u00f6nig Konrad III. (1138-152) war bei dem <\/p>\n<p>Wahlakt 1143 anwesend und belehnte Abt Heinrich mit den Regalien.<\/p>\n<p>1145 berief Konrad einen Hoftag in Corvey ein. Hier beschwerten sich die M\u00f6nche \u00fcber Abt Heinrich. Kardinalpriester Thomas (1140-1153) von&nbsp; Santi Vitale in Rom und 1146 p\u00e4pstlicher Legat in Deutschland, berief 1146 eine Synode nach Paderborn ein,<\/p>\n<p>um \u00fcber die Beschwerden \u00fcber Abt Heinrich von Corvey ein Urteil zu f\u00e4llen. Er hatte schon in Corvey Untersuchungen angestellt&nbsp; Dabei wurde dem Beschuldigten Simonie beim Verkauf der Kirche von Leeuwarden nachgewiesen.<\/p>\n<p>Auf der Synode von Paderborn erschien der Abt trotz Vorladung nicht und wurde dann unter Zustimmung des Paderborner Bischofs Bernhard I., von Oesede (1127-1160) und aller Anwesenden seines Amtes enthoben.<\/p>\n<p>Er kam dem nicht nach und versuchte auf dem Hoftag von Kayna K\u00f6nig Konrad umzustimmen. Dieser \u00e4nderte aber das Urteil des Legaten nicht.<\/p>\n<p>\u201cKonrad best\u00e4tigt die durch den p\u00e4pstlichen Legaten Kardinal Thomas ausgesprochene Amtsenthebung Abt Heinrichs (I.) von Corvey, der mit dem Angebot einer Geldsumme seine Wiedereinsetzung betrieben hatte.\u201d <\/p>\n<h4>RI IV Lothar III. und \u00e4ltere Staufer (1125-1197) &#8211; RI IV,1,2<\/h4>\n<p>Am 7. Mai 1146 kam eine Neuwahl zustande, bei der Heinrich II., der Propst in Corvey war, gew\u00e4hlt. Er verstarb aber bald nach der Wahl.<\/p>\n<p>Auf Anraten K\u00f6nig Konrads wurde nun Wibald von Stablo zum Abt von Corvey gew\u00e4hlt.Er war&nbsp; am 16. November 1131 zum Abt der Reichsabtei Stablo-Malmedy gew\u00e4hlt worden.<\/p>\n<p>Er stammte aus einer karolingischen Familie in der N\u00e4he von Stablo. <\/p>\n<p>Schon in jungen Jahren wurde er ins Kloster Stablo zu Erziehung gegeben.<\/p>\n<p>1117 trat er in das Kloster&nbsp; Waulsort oder Waussor ein.Dort leitete ber die Klosterschule. 1118 trat er in das Kloster Stablo \u00fcber. Dort wurde er am 16. November 1130 zum Abt gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Der L\u00fctticher Bischof Friedrich von Namur (1092-1119? ) weihte ihn zum Abt. Die Regalien erhielt er von Lothar III. bei&nbsp; dessen Aufenthalt 1131 in Stablo.<\/p>\n<p>Mit seiner hervorragenden Begabung erwarb er Lothars Gunst. Er begleitet ihn auf dessen 2. Italienzug-<\/p>\n<p>Dort ernannte ihn Lothar zum Abt von Monte Cassino. Er konnte sich dort aber nicht halten, als Lothar wieder aus Italien abzog. Er musste nach Deutschland fliehen.<\/p>\n<p>Den M\u00f6nchen in Monte Cassino zeigte er an, dass er sein dortiges Amt niederlegt.<\/p>\n<p>Bei der K\u00f6nigswahl von 1138 unterst\u00fctzte er den Staufer Konrad gegen den Welfen Heinrich den Stolzen (1137-1139 Herzog von Bayern. Als Konrad K\u00f6nig wurde, war Wibald ab 1139 in der Hofkanzlei t\u00e4tig.<\/p>\n<p>Er \u00fcbernahm auch diplomatische Aufgaben. 1146 war er Gesandter des K\u00f6nigs bei Papst Eugen III. (1145-1153) Er war mindestens 4 mal im Auftrag des K\u00f6nigs in Italien.<\/p>\n<p>Er war bestrebt, ein m\u00f6glichst friedliches Verh\u00e4ltnis zwischen Papst und K\u00f6nig herzustellen. Die Interessen der Kirche standen aber f\u00fcr Wibald immer im Vordergrund.<\/p>\n<p>1146 bewirkte Konrad mit seinem Einfluss, das Wibald auch zum Abt von Kloster Coirvey gew\u00e4hlt wurde. Die offizielle Begr\u00fcndung war die Reformbed\u00fcrftgkeit des Klosters. Aber sicher ging es Konrad auch darum, <\/p>\n<p>dass Konrad seinen Einflu\u00df in Sachsen gegen\u00fcber Heinrich dem L\u00f6wen (1142-1180) st\u00e4rkte. Auch wollte er eine territoriale Verbindung zum Erzstift Bremen schaffen.<\/p>\n<p>Am 23. M\u00e4rz 1147 schenkte Konrad III. die Frauenkl\u00f6ster Fischbek und Kemnade dem Kloster Corvey, auch wie es in der Urkunde hei\u00dft wegen \u201d der ausgezeichneten Dienste\u201dAbt Wibalda.<\/p>\n<p>Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen W 701 \/ Urkundenselekt, Nr. KU 105  <\/p>\n<p>Die von Konrad gew\u00fcnschte Unterordnung unter Corvey verhinderte Heinrich der L\u00f6we mit Hilfe der Bisch\u00f6fe&nbsp; von Minden Heinrich I (1140 \u20131153 ) und Hildesheim Bernhard I.(1130 \u20131153 )<\/p>\n<p>Fischbek wurde auch unterst\u00fctz durch GrafAdolf II. von Schauenburg und Holstein ( * 1128 \u20131164) und konnte so seine n#Unabh\u00e4ngigkeit wahren.<\/p>\n<p>Kemnade wurde bis 1168 ein M\u00e4nnerkloster. Danach stand es 25 Jahre leer.<\/p>\n<p>Gleichzeitigm mit er Schenkungsurkunde von Kemnade und Fischbek stellte Konrad eine Schutzurkunde f\u00fcr Kloster Corvey aus<\/p>\n<p>\u201cKonrad III. nimmt wegen der ausgezeichneten dem K\u00f6nige und dem Reiche erwiesenen Treue des Abts Wibald das Kloster Corvey nebst allen dazu geh\u00f6rigen Besitzungen in den Schutz der K\u00f6niglichen Majest\u00e4t, schenkt ihm auf immer die Freiheit und stellt durch seine Autorit\u00e4t und die s\u00e4mtlicher F\u00fcrsten in einem ewig g\u00fcltigen Gesetz fest, dass Corvey nie der Gewalt, dem Gebiet oder der Untertanenschaft einer anderen geistlichen oder weltlichen Person weder durch Schenkung noch durch Tausch unterworfen werden k\u00f6nne, sondern stets unter der Leitung und dem Schutz der Kaiser und K\u00f6nige bleibe und sich seiner bisherigen Freiheit erfreue.\u201d<\/p>\n<p>Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen W 701 \/ Urkundenselekt, Nr. KU 103  <\/p>\n<p>1147 nahm Abt Wibald am Wendenfeldzug teil  <\/p>\n<p>Nach dem Tod von Konrad zog sich Wibald nach Corvey zur\u00fcck.Dort leitete er umfangreiche Bauarbeiten an der Klosterkirche ein.&nbsp; Er&nbsp; baute auch das Westwerk zu seiner heutigen zweit\u00fcrmigen Form aus.  <\/p>\n<p>Das Kloster war so reich, dass es in anderen kostbare Handschiften bestellte, wie z. B. das \u201cLibero vitae\u201d, ein Memorialbuch des Klosters Corvey, das&nbsp; aus einem Abtskatalog und einer Liste der M\u00f6nche f\u00fcr das Kloster  <\/p>\n<p>Kloster bestand. Dazu kommen die Namenslisten von 76 mit Corvey in einer Gebetsverbr\u00fcderung verbundenen geistlichen Gemeinschaften.  <\/p>\n<p>Es ist wohl im Kloster Helmarshausen entstanden, das damals Corvey als f\u00fchrendes Zentrum der Buchproduktion im n\u00f6rdlichen Deutschland im 12. Jahrhundert abl\u00f6ste  <\/p>\n<p>Wibald blieb aber auch f\u00fcr Friedrich I. ein wichtiger Ratgeber. Gelegentlich wurde er als Gesandter vor allem nach Byzanz eingesetzt.  <\/p>\n<p>Auch die Wahlanzeige an Papst Eugen III. verfasste er.  <\/p>\n<p>1152 gab Friedrich I Abt Wibald eine Gesamtbest\u00e4tigung der Privilegien f\u00fcr Corvey und Herford.&nbsp; Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen W 701 \/ Urkundenselekt, Nr. KU 109  <\/p>\n<p>Auf er R\u00fcckreise einer diplomatischen Mission nach&nbsp; Byzanz verstarb er am 19. Juli 1258&nbsp; in dem Ort Bitolia in Mazedonien. Sein Bruder und Nachfolger in Stablo, Erlebald (1158\u20131193) sorgte daf\u00fcr, dass sein Leichnam nach Deutschland \u00fcberf\u00fchrt und in  <\/p>\n<p>Stablo bestattet wurde.  <\/p>\n<p>Nachfolger Wibalds in Corvey wurde Abt Konrad&nbsp; (1174 \u20131189 )  <\/p>\n<p>Zum Schutz der Kirche von Kloster Corvey&nbsp; lie\u00df Konrad&nbsp; vor 1163 die Wildburg bei Kloster Corvey errichten.  <\/p>\n<p>Zwischen 1100 und 1160 hatte Kloster Corvey mit der Eresburg auf dem Obermarsberg die einzige auf er H\u00f6he der Zeit stehende Burg in der Hand des Abtes von Corvey,  <\/p>\n<p>Die Wildburg wurde aber 1178 schon wieder zerst\u00f6rt.  <\/p>\n<p>Er wird als Zeuge in einigen Urkunden genannt.  <\/p>\n<p>1173 trat er als Zeuge in einer Urkunde auf, in der Bischof Evergis (1160-1178) von Paderborn eine Schenkung an das Kloster Gehrden beurkundete. Urkunde 6 vom 14. August 1173, Die Deutschen K\u00f6nigspfalzen Bd. 6, 2022 S. 405  <\/p>\n<p>Er \u00fcbergab Bischof Siegfried (1178 \u20131188 ) von Paderborn 1185 ein Gut in Ossendorf f\u00fcr einen Zehnten, den das Kloster erhalten hatte. (Zeitschrift des Historischen Verein f\u00fcr Niedersachsen, Jahrgang 1880, Hannover Urkunde Nr. 20 1185, S. 12)  <\/p>\n<p>Abt Konrad resignierte angeblich aus Altersgr\u00fcnden.  <\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Abt Witukind von Spiegel zum Desenberg (1189-1205)<br \/>Als Konrad resignierte, schaltet e sich bei der Wahl seines Nachfolgers Heinrich VI. (1161-1191, dann Kaiser bis&nbsp; 1192) ein und w\u00e4hlte aus den drei vom Konvent pr\u00e4sentierten Kandidaten Widukind aus.<\/p>\n<p>Vor seiner Wahl war er Propst in Gr\u00f6ningen.<\/p>\n<p>Caesar von Heisterbach schreibt \u00fcber einen Pr\u00e4laten Widukind, der wohl identisch ist mit dem Corveyer Abt, dieser sei mehr Krieger als M\u00f6nch gewesen.<\/p>\n<p>Dazu passt auch, dass Widukund die Landeburg auf dem Brunsberg errichten lie\u00df<\/p>\n<p>1192 verlieh Kaiser Heinrich Abt Widukind das Bergwerkregal. Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen W 701 \/ Urkundenselekt, Nr. KU 111<\/p>\n<p>Bei der Doppelwahl zum K\u00f6nig 1198 Bei der Philipp von Schwaben und Otto IV. gew\u00e4hlt wurden, stellte sich&nbsp; Witukind auf die Seite der Welfen.<\/p>\n<p>Als Parteig\u00e4nger Ottos IV. und beteiligte sich auch an dessen Kriegsz\u00fcgen.<\/p>\n<p>Schon 1198 belehnte ihn Otto mit dem Waldgebiet Solling, indem er ihm dort den Wildbann \u00fcbertrug&nbsp; Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen W 701 \/ Urkundenselekt, Nr. KU 113<\/p>\n<p>Abt Witukind hat auch den Weinberg in Westfalen den ersten Weinberg anlegen lassen.. Er schenkte den Corveyer M\u00f6nchen den von ihm zuvor auf eigene Kosten angelegten Weinberg am S\u00fcdhang des Bielenbergs&nbsp; \u201eEr behielt sich f\u00fcr die Zeit seines Lebens die Lieferung von sechs Fudern Wein vor\u201c, zitiert Michael Rindermann, der sich mit dem Weinbau in Corvey befasst hat. (Westfalenblatt vom 30.12 2023)<\/p>\n<p>Auf Abt Witukind folgte Abt Dietmar II. von Stockhausen ( 1206-1216)<\/p>\n<p>Es dauerte allerdings ein Jahr bis er zum Abt gew\u00e4hlt wurde.<\/p>\n<p>Er befasste sich mit s\u00e4chsischer Geschichte und soll auch Vorarbeiten zu einer s\u00e4chsischen Geschichte hinterlassen haben.<\/p>\n<p>Am 15. Au8gust 1207 erhielt er von K\u00f6nig Philipp die Regalien.<\/p>\n<p>Auf ihn folgte Abt Hugold von Luthardessen (1216-1223). Er stammte aus dem Geschlecht der Herren von Leutholz<\/p>\n<p>Am 26. April 1220 erlie\u00df Friedrich II.(1212-1250) in Frankfurt die Confoederatio cum principibus ecclesiasticis , das ist das B\u00fcndnis mit den F\u00fcrsten der Kirche.<\/p>\n<p>Diese Gesetz war ein zugest\u00e4ndnis an die Kirchenf\u00fcrstn, also vcor allem die Bisch\u00f6fe f\u00fcr deren Mitwirkung an der Wahl seines Sohnes Heinrich VII. zum deutschen K\u00f6nig.<\/p>\n<p>Mit diesem Gesetz trat Friedrich wichtige K\u00f6nigsrechte an die Bisch\u00f6fe ab. Im Zuge dieses Gesetze ernannte Friedrich die Abtei Corvey zur F\u00fcrstabtei.<\/p>\n<p>Der Corveyer Abt wurde damit Reichsf\u00fcrst mit Sitz und Stimme im Reichsf\u00fcrstenrat.<\/p>\n<p>Hugold war so der erste Corveyer F\u00fcrstabt.<\/p>\n<p>Hugolds Nachfolger wurde Abt Hermann I. von Holte (1223-1254)<\/p>\n<p>Man geht heute davon aus, dass er ein Bruder des M\u00fcnsteraner Bischofs Ludolf von Holte (1226-1247) war.<\/p>\n<p>1230 ging Abt Hermann ein Schutzverh\u00e4ltnis mit Erzbischof&nbsp; von K\u00f6ln Heinrich I., von M\u00fcllenark (1225 \u20131238 ) ein. ein. Daf\u00fcr \u00fcberlie\u00df er ihm die H\u00e4lfte von Marsberg und der Burg Lichtenfels. Die Propstei Marsberg behielt er aber.<\/p>\n<p>(Urkunde 180 vom August 1230,Westf\u00e4lisches Urkundenbuch Bd 4, Die Urkunden des Bistums Paderborn von J. 1201-1300, M\u00fcnster 1877-1894, S. 119)<\/p>\n<p>Mit dem erw\u00e4hlten Bischof von Paderborn Simon I., zur Lippe (1247 \u20131277 ) schloss Hermann einen Vertrag ab zur Regelung des Di\u00f6sezanrechts im Bereich der Corveyer Propstei Obermarsberg Die Propstei blieb im Corveyer Besitz, w\u00e4hrend der Abt das Di\u00f6zesanrecht Paderborns anerkannte.<\/p>\n<p>(Urkunde 383 im Westf\u00e4lischen Urkundenbuch S. 249)<\/p>\n<p>1234 stiftete er das Zisterzienserinnenkloster Ottbergen. 1236 wurde es nach Brenkhausen bei H\u00f6xter verlegt.<\/p>\n<p>In der N\u00e4he von H\u00f6xter lie\u00df er die Propstei tom Roden errichten. 1244&nbsp; wird ein erster Propst erw\u00e4hnt.<\/p>\n<p>Auf Hermanns Initiative kamen Franziskaner nach H\u00f6xter. Sie lie\u00dfen sich im Osten der Altstadt nieder und gr\u00fcndeten ein Kloster.<\/p>\n<p>Die heutige Marienkirche entstand vor 1261&nbsp; Sie ist ein fr\u00fches Beispiel f\u00fcr die gotische Kirchenarchitektur im Oberweserraum. <\/p>\n<p>Um 1250 \u00fcbernahm H\u00f6xter das Stadtrecht von Dortmund.<\/p>\n<p>Der Niedergang des Stiftes wurde noch durch einen Klosterbrand (wikiwand) versch\u00e4rft. <\/p>\n<p>Auch die Beziehung zu Rom war durch die antir\u00f6mische Politik der beiden \u00c4bte Dietmar und Hermann nachhaltig&nbsp; gest\u00f6rt.<\/p>\n<p>Mit dem Ende der Staufer und der Schw\u00e4chung der K\u00f6nigsmacht \u00fcberhaupt verlor Corvey weitgehend den Schutz des jeweiligen K\u00f6nigs.<\/p>\n<p>Abt Hermann verstarb 1254. auf ihn folgte Abt Thimo (1254-1276)<\/p>\n<p>1260&nbsp; schoss der Erzbischof von K\u00f6ln&nbsp; Konrad I. von Hochstaden (1238-1261), Albrecht I.(1252-1266 ) von Braunschweig und Abt Thimo einen Vergleich&nbsp; ab,, in dem Albrecht auf die G\u00fcter<\/p>\n<p>im Herzogtum&nbsp; Westfalen verzichtete. Im Gegenzug verpflichtete sich Erzbischof Konrad keine St\u00e4dte, Burgen oder Befestigungen jenseits von Werra und Weser zu errichten oder zu kaufen.<\/p>\n<p>Sie versprachen sich gegenseitige Hilfe.(Urkunde 831 Westf\u00e4lisches Urkundenbuch S. 435)<\/p>\n<p>1190 wurde erstmals die Stadt in Corvey \u00fcberliefert. Gr\u00fcnder und Stadtherren waren die \u00c4bte von Corvey.<\/p>\n<p>Von 15. auf 16. Juli 1265 \u00fcberfielen bewaffnete Verb\u00e4nde des Paderborner Bischofs Simon zur Lippe (1247-1277), sowie ungenannte Corveyer Ministeriale und der h\u00f6xterschen B\u00fcrgerschaft<\/p>\n<p>Stadt und Kloster Corvey und pl\u00fcnderten. Die Stadt Corvey wurde in Brand gesteckt, zerst\u00f6rt und nicht wieder aufgebaut.<\/p>\n<p>Am 12. Mai&nbsp; 1265 \u00fcbergaben der Paderborner Dompropst Heinrich und Abt Thimo die Vogtei von H\u00f6xter an die Herz\u00f6ge Albert und Johann von Braunschweig.(1252-1277)<\/p>\n<p>(Urkunde 1032&nbsp; Westf\u00e4lisches Urkundenbuch S.519)<\/p>\n<p>Die Regierung Abt Thimos endete 1275. Auf ihn folgte Abt Heinrich III. (1275-1306)<\/p>\n<p>Kurz nach seinem Regierungsbeginn schloss e ein Hilfsb\u00fcndnis mit dem K\u00f6lner Erzbischof Siegfried von Westenberg (1275-1297) <\/p>\n<p>Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland AA 0001 \/ Kurk\u00f6ln, Urkunden AA 0001, Nr. 143  <\/p>\n<p>Am 9. April 1285 erneuerte K\u00f6nig Rudolf I (1273-1291) Abt Heinrich das Diplom \u00fcber die Schenkung&nbsp; des Solinger Waldes und die Best\u00e4tigung der fr\u00fcheren Privilegien.<\/p>\n<p>Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen W 701 \/ Urkundenselekt, Nr. KU 118  <\/p>\n<p>Er lie\u00df die Werneborch (Weserburg) innerhalb der Klostermauern Corveys errichten. Ein sp\u00e4tmittelalterliches \u00c4bteverzeichnis nennt das Jahr 1288. Sie diente als Zufluchtsort f\u00fcr Abt und Konvent.<\/p>\n<p>Auf Abt Heinrich folgte Abt Ruprecht von Horhausen (1306-1336)<\/p>\n<p>Auch Abt Ruprecht bet\u00e4tigte sich als Burgenbauer. 1315 lie\u00df er die Tonenburg bei Albaxen, heute ein Ortsteil von H\u00f6xter errichten. Sie diente zum Schutz der Besitzungen der Abtei gegen die Expansion der <\/p>\n<p>Herz\u00f6ge von Braunschweig, der Grafen von Everstein sowie der Edelherren von Homberg. M\u00f6glicherweise wurde die Burg aber auch errichtet, weil sich das Raubritterwesen im 14. Jahrhundert zu einer echten Plage entwickelt hatte.<\/p>\n<p>So war die&nbsp; Tonenburg \u00fcberlebenswichtig f\u00fcr die gesamte Bev\u00f6lkerung, da sie die Menschen vor \u00dcberf\u00e4llen durch feindliche Ritter besch\u00fctzen konnte. <\/p>\n<p>1315 \u00fcbergab sie Abt Ruprecht einem Ministerialen-<\/p>\n<p>1332 wurden die Beziehungen zwischen der Stadt H\u00f6xter und Kloster Corvey auf eine vertragliche Basis gestellt, die sich als bis zur Reformationszeit belastbar erwies. Es wurde bestimmt, dass das Stift zuk\u00fcnftig kein neues B\u00fcndnis eingehen durfte und dass kein Vormund ohne Zustimmung von Rat und B\u00fcrgerschaft der Stadt H\u00f6xter gew\u00e4hlt werden durfte. Im Gegenzug band sich die Stadt unwiderruflich an den Corveyer Landesherrn.<\/p>\n<p>\u201cDie zwei B\u00fcrgermeister, die zehn Ratm\u00e4nner &#8222;unde de wisheit&#8220; und die gemeine Stadt H\u00f6xter stellen dem Stift Corvey den betreffenden S\u00fchnebrief aus.\u201d<\/p>\n<p>Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen C 001u \/ F\u00fcrstabtei Corvey \/ Urkunden, Nr. 161  <\/p>\n<p>Abt Ruprechts Regierung endete 1336. Auf ihn folgte Abt Abt Dietrich I. von Dalwigk(1366-1359)  <\/p>\n<p>Knapp 30 Jahre nach Errichtung&nbsp; der Burg&nbsp; verlieh Karl IV. (1346-1355 K\u00f6nig, dann Kaiser-1376), Abt Dietrich I. von Dalwigk das Recht die Tonenburg zu belehnen, nicht ohne auf die schlechte Lage von Kloster Corvey zu verweisen.  <\/p>\n<p>\u201cKarl IV. verleiht und best\u00e4tigt dem Abt Dietrich von Corvey wegen der Herabgekommenheit seines Klosters und wegen der Zuneigung seines Vaters K\u00f6nig Johann von B\u00f6hmen, der dessen Abtswahl erwirkte, das Recht in Niedermarsberg (Horhuse) bei der Sadt Obermarsberg, in Twisne, Dorpede und Westheim, bei der Burg Blankenau, der Burg Tonenburg und an anderen Orten des Klosters Corvey Freigrafen zu bestellen und selbst gleich den Bisch\u00f6fen von M\u00fcnster und Paderborn Sch\u00f6ffe der westf\u00e4lischen Gerichte zu sein.\u201dDietrich I. von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Dalwigk\">Dalwigk<\/a>&#8222;<br \/>Karl IV. &#8211; [RIplus] Regg. Karl IV. (Diplome) [n. 948]&nbsp; Die Urkunde wurde am 26. Januar 1349 in Bonn ausgestellt.<\/p>\n<p>Das Recht im Klostergebiet Freigrafen einzusetzen,, war eine echte St\u00e4rkung der Corveyer Machtposition. So konnten die \u00c4bte die Femegerichtsbarkeit in ihrem Sinne nutzen.<\/p>\n<p>Mit der Verleihung des Rechtes Freigrafen einzusetzen, wurde der Abt den Bisch\u00f6fen von Paderborn und M\u00fcnster gleichgestellt.<\/p>\n<p>Unter Abt Bodo von Pyrmont trat Kloster Corvey 1385 einem westf\u00e4lischen Verteidigungsb\u00fcndnis bei. <\/p>\n<p>Abt Dietrich regierte bis 1359.1352-1362)1352-1362) genoss aber das voll Vertrauen des Paderborner Bischofs <\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Abt Heinrich IV. von Spiegel zum Desenberg (1359-1360) <\/p>\n<p>Er entstammte einem angesehenen Paderborner Patriziergeschlecht. Er wurde von seinen Eltern schon fr\u00fch f\u00fcr das M\u00f6nchsleben bestimmt.<\/p>\n<p>\u00dcber sein Leben als M\u00f6nch ist nicht viel bekannt. Er machte aber rasch Karriere.<\/p>\n<p>Bei seiner Wahl unterzeichnete er eine Wahlkapitulation. Deren Tendenz war, die M\u00f6nche, das Kloster und dessen Besitzungen gegen ein Willk\u00fcrregiment des Abts zu besch\u00fctzen.<\/p>\n<p>Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen C 001u \/ F\u00fcrstabtei Corvey \/ Urkunden, Nr. 208  <\/p>\n<p>Abt Heinrich stand zwar in einer gewissen Opposition zu Papst Innozenz VI. (1352-1362(, geno\u00df aber das volle Vertrauen des Paderborner Bischofs Balduin von Steinfurt (1341-1361). Dieser war seit Jahren sterbenskrank.  <\/p>\n<p>Er ernannte Abt Heinrich zum Koadjutor vom Bistum Paderborn. Im Fr\u00fchjahr resignierte Balduin. Daraufhin ernannte Papst Innozenz ohne R\u00fccksicht&nbsp; auf des Paderborner Domkapitel Abt Heinrich zum Paderborner Bischof.  <\/p>\n<p>Damit musste nat\u00fcrlich in Corvey ein neuer Abt gew\u00e4hlt werden  <\/p>\n<p>Heinrichs Nachfolger wurde Abt Reinhard I. von Dalwigk (1360-1369)  <\/p>\n<p>Er lehnte sich eng an den Paderborner Bischof Heinrich an.  <\/p>\n<p>Am 29. Dezember 1366 nahm\u201cBischof Heinrich von Paderborn auf Bitten des Abts Reinhard und des Kapitels des Klosters Corvey dasselbe mit seinem ganzen Gebiet in seinen Schutz und beh\u00e4lt H\u00f6xter, Volkmarsen und Eresburg in seiner Gewalt. Nach dem Tod des Tutors (vormund) soll diese subiectio (huldinghe) aufh\u00f6ren und das Stift Paderborn keinen weiteren Anspruch darauf haben.  <\/p>\n<p>Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen C 001u \/ F\u00fcrstabtei Corvey \/ Urkunden, Nr. 231  <\/p>\n<p>Trotzdem sah sich Kloster Corvey immer wieder gezwungen, zur Deckung seiner Ausgaben Land zu verkaufen. Im Landesarchiv&nbsp; NRW sind eine Reihe von Urkunden, z. B. 233, 234, 237 und 239 in den Verk\u00e4ufe dokumentiert sind, oft mit der Begr\u00fcndung \u201caus Geldnot\u201d.  <\/p>\n<p>Abt Reinhard verstarb sp\u00e4testens 1370.  <\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Abt Ernst von Braunschweig-Grubenhagen (1369-1371). Er wurde aber bald wieder abgesetzt, weil er die kirchlichen Weihen nicht empfing und stattdessen Krieg f\u00fchrte.  <\/p>\n<p>Er galt als fehdefreudig und verschwendungss\u00fcchtig.  <\/p>\n<p>Die Br\u00fcder Konrad, Bernhard und Reinhard von Dalwigk nahmen&nbsp; Abt Ernst im Zuge einer Fehde&nbsp; gefangen und brachten ihn auf die Burg Schauenburg bei Wolfshagen in Nordhessen. Erst nach Schw\u00f6ren der Urfehde und gegen hohes L\u00f6segeld kam er frei.  <\/p>\n<p>1371 wurde er abgesetzt  <\/p>\n<p>Auf ihn folgte Abt Bodo von Pyrmont (1371-1395) Er hatte ein gutes Verh\u00e4ltnis zur Stadt H\u00f6xter  <\/p>\n<p>Am&nbsp; 31.12 13t2 stellte Abt Bodo und der Konvent Corvey der Stadt H\u00f6xtter eine Schuldanerkenntnis \u00fcber 15 Mark Silber, das sind etwa 3.512,00 \u20ac. , aus.  <\/p>\n<p>Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen C 001u \/ F\u00fcrstabtei Corvey \/ Urkunden, Nr. 242 &#8211; a  <\/p>\n<p>Am 21. Februar best\u00e4tigte Abt Bodo der Stadt H\u00f6xter die Rechte und Privilegien der Stadt H\u00f6xter.(Chronik der Stadt H\u00f6xter,, H\u00f6xter&nbsp; 1872, S.48)<\/p>\n<p>Im Dezember bewilligte Abt Boo der Stadt, Graben und Landwehren zu errichten.<\/p>\n<p>137 hatte Karl V. f\u00fcr Westfalen erlassen, der auf Initiative des Erzbischofs von K\u00f6ln zur\u00fcck<\/p>\n<p>Am 25. Juli 1372 beschworen diesen der Erzbischof von K\u00f6ln Friedrich III., von Saarwerden (1370-1410), die Bisch\u00f6fe von Paderborn Heinrich III., von Spiegel zum Desenberg (1361-1380), M\u00fcnster Florenz von Wevelinghoven (1364-1378) <\/p>\n<p>und Osnabr\u00fcck Dietrich von Horne (1376-1402) sowie die Stadt Dortmund.<\/p>\n<p>Abt Bodo verk\u00fcndete 1380, dass H\u00f6xter den Landfrieden beschworen hat. Corvey folgte 1382<\/p>\n<p>1389 verabredeten Abt Bodo, Herzog Otto von Braunschwei, Hermann Graf von Everstein und Heinrich, Herr von Homburg in Holzmminden gemeinschaftlich eine Burg zu bauen. (Chronik von H\u00f6xter, S.54)<\/p>\n<p>Graf Hermann und Abt bodo hielten die Einigung \u00fcber Holzminden ebenfalls in einer Urkunde fest.&nbsp; <\/p>\n<p>Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen C 001u \/ F\u00fcrstabtei Corvey \/ Urkunden, Nr. 277  <\/p>\n<p>\u00c4hnlich wie sein Vorg\u00e4nger Abt Ernst wurde auch Abt Bodo im Jahr 1392 festgenommen und zwar auf der Burg Blankenau. Auch er kam erst nach einer L\u00f6segeldzahlung wieder frei.  <\/p>\n<p>Abt Bodo verstarb 1395.  <\/p>\n<p>Auf ihn folgte Abt&nbsp; Abt Dietrich von Runst (1395-96), wobei ich mir nicht sicher bin ob er mit Abt Dietrich III . von Runst identisch ist. Dietrich ii. war auch Abt in Hasungen, Dort wurde er 1403 von Landgraf Hermann II. (1367-1413) von Hessen abgesetzt.  <\/p>\n<p>Abt Dietrich erkl\u00e4rt, dass ihm ihm der Landgraf zur Abtsw\u00fcrde in Corvey verholfen habe.(in Hessische Biografie Dietrich Runst)  <\/p>\n<p>In wikipedia wird&nbsp; Abt Arnold II. Wolff von Gudenberg (1396-1398) als Nachfolger gef\u00fchrt. Von ihm sind zwei Urkunden im Landesarchiv NRW zu finden.  <\/p>\n<p>Die Urkunde vom 25. Juli 1396 ist ein Revers des nAbts Arnold \u00fcber die Privilegien und Rechte der Stadt H\u00f6xter  <\/p>\n<p>Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen C 001u \/ F\u00fcrstabtei Corvey \/ Urkunden, Nr. 289  <\/p>\n<p>Auf ihn folgte Abt Wilbrand von Hallermund (1398-1406) Er war Laienabt in Corvey.  <\/p>\n<p>Am 13. Mai 1400 erkl\u00e4rte er seinen Beitritt zum B\u00fcndnis zwischen Landgraf Hermann II. von Hessen, dem Bischof Johann(1399-1424) von Hildesheim, Herzog Otto(1400-1445)&nbsp; von Braunschweig und Heinrich Herr von Henneberg. Hessisches Samtarchiv 912  <\/p>\n<p>Am 14. April 1405 schlo\u00df er mit Herzog Otto von Braunschweig einen ewigen&nbsp; Burgfrieden wegen des Schlosses&nbsp; Holzminden.  <\/p>\n<p>Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen C 001u \/ F\u00fcrstabtei Corvey \/ Urkunden, Nr. 313  <\/p>\n<p>1406 wurde Abt Wilbrand mit Unterst\u00fctzung Herzog Ottos von Braunschweig zum Bischof von Minden gew\u00e4hlt. Das war er bis zu seinem Tod 1436.  <\/p>\n<p>Auf Wilbrad folgte nun Abt Dietrich III. von Runst (1406-1417) (s.o.)  <\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Abt Moritz von Spiegelberg (1417-1435)  <\/p>\n<p>Er war der Sohn von Moritz IV.Graf&nbsp; von Spiegelberg (+ 1434). Der K\u00f6lner Erzbischof Dietrich II. von Moers (1414-1463) war sein Onkel.  <\/p>\n<p>Moritz ist 1406-1407 geboren. Er wurde schon fr\u00fch f\u00fcr die geistliche Laufbahn bestimmt. Schon 1416 wurde er Abt von Corvey, also mit zehn Jahren.  <\/p>\n<p>1417 trat er in das K\u00f6lner Domkapitel ein. 1427 studierte er in Leipzig und bald darauf in Rom.  <\/p>\n<p>1431 nahm er am Konzil von Basel teil.  <\/p>\n<p>Am 4. April 1434&nbsp; schlo\u00df er sich dem Schutz-und Trutzvertrag zwischen Herzog Otto von Braunschweig mit Propst, Prior und Konvent von Corvey mit demselben Datum&nbsp; abgeschlossen hatten  <\/p>\n<p>Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen C 001u \/ F\u00fcrstabtei Corvey \/ Urkunden, Nr. 375  <\/p>\n<p>1435 entsetzte ihn der Landgraf Ludwig 1(415-1453) I. von Hessen seines Amtes als Abt von Corvey  <\/p>\n<p>Seine Regierungszeitsich so zusammenfassen :Innere Parteiung des Konvents, \u00e4u\u00dfere Bedr\u00e4ngnis, Aufl\u00f6sung der Disziplin, Verschwendung der G\u00fcter .  <\/p>\n<p>Das Abtszeit&nbsp; von Moritz war f\u00fcr Kloster Corvey ein weiterer Schritt in den Niedergang.  <\/p>\n<p>Er blieb Domherr in K\u00f6ln, wo er nochmals die Universit\u00e4t besuchte.  <\/p>\n<p>1446 wurde er Propst des Kollegiatstiftes St. Martin n Emmerich.<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/St._Martini_(Emmerich)\">i<\/a>&nbsp; Einige Zeit musste er dort verbringen, wo er mit dem Humanisten Rudolf Agricola zusammentraf.  <\/p>\n<p>Er verstarb 1483.  <\/p>\n<p>Auf Abt Moritz folgte 1435 Abt Arnold III. von der Malsburg (1435-1463).Er war von Kloster Hasungen nach Corvey berufen worden.  <\/p>\n<p>Abt Arnold best\u00e4tigte schon 1436 alle Rechte der Stadt H\u00f6xter. Das Verh\u00e4ltnis zur Stadt H\u00f6xter scheint nicht allzu gut gewesen sein. In der Stadt war man der Meinung, dass der Abt seine Familie  <\/p>\n<p>\u00fcberm\u00e4\u00dfig beg\u00fcnstigte und den Mitgliedern derselben wichtige Benefizien gab, wie zum Beispiel die Propstei St. Pauli in Nyenkerken&nbsp; Er ernannte den Erbschenk, wodurch dieser einen Einfluss auf das F\u00fcrstentum bekam. Die finanzielle des  <\/p>\n<p>&nbsp; Lage des Klosters war sehr schlecht. Die Abtei hatte nicht mal das Geld, ein Pferd bar zu bezahlen<\/p>\n<p>Auch Abt Arnold sah sich immer wieder&nbsp; zu Verpf\u00e4ndungen gezwungen.<\/p>\n<p>Abt Arnold verstarb wie sein Bruder Johannes 1459. (lt.Gothaisches genealogisches taschenbuch der freiherrlichen H\u00e4user,Gotha 1879, S.942) wikipedia f\u00fchrt Abt Arnold bis 1463.<\/p>\n<p>Auf ihn folgte Abt Hermann II. von Stockhausen (1463-1479).<\/p>\n<p>Seine Wahl verlief nicht konfliktlos. Der Paderborner Bischof Simon III. (1463-1498) versuchte nach dem Tod von Arnold die Administration von Kloster Corvey zu \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>Der Wunschkandidat des hessischen Landgrafen. Heinrich III. (1458-1483) war aber Hermann von Stockhausen. Er stammte aus einem alten hessischen Geschlecht.<\/p>\n<p>Er war Abt&nbsp; in Kloster Helmershausen.<\/p>\n<p>Es kam zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen der Paderborner Fraktion und den Anh\u00e4ngern von Stockhausens kam, konnte Simon zur Lippe zwar einige M\u00f6nche f\u00fcr seine Wahl gewinnen. Die Mehrheit w\u00e4hlte allerdings Stockhausen zum neuen Abt. Der Verlierer war aber die Abtei selbst; ging diese doch merklich geschw\u00e4cht aus dem Machtkampf heraus. <\/p>\n<p>1467 best\u00e4tigte Abt Hermann den S\u00fchnebrief der Stadt H\u00f6xter<\/p>\n<p>Der Stand der Abtei war nach wie vor sehr angespannt. Die Glocken waren an Juden verkauft. Dir Urkunden zweigen wieder Verk\u00e4ufe und Verpf\u00e4ndungen durch Abt Hermann. <\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich litt auch die kl\u00f6sterliche Disziplin.Nur zwei oder drei M\u00f6nche nahmen an den Gebeten&nbsp; teil <\/p>\n<p>Nach der Chronik der Stadt H\u00f6xter (H. Kampschulte, H\u00f6xter 1872, S.74) befand sich Kloster Corvey schon im Todeskampf.<\/p>\n<p>Abt Hermann II. verstarb 1479.<\/p>\n<p>Auf ihn folgte Abt Hermann III. von B\u00f6melberg (1479-1504)<\/p>\n<p>Er wurde von Papst Sixtus IV. (1471-1484) best\u00e4tigte ihn am 31- M\u00e4rz 1481.<\/p>\n<p>Das Notariatsinstrument liegt als Urkunde im Landesarchiv NRW vor <\/p>\n<p>Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen C 001u \/ F\u00fcrstabtei Corvey \/ Urkunden, Nr. 510 \u2013 a  <\/p>\n<p>Am 14. August 1481 best\u00e4tigte der Abt&nbsp; den S\u00fchnebrief der Stadt H\u00f6xter. (Chronik von H\u00f6xter S.76)  <\/p>\n<p>Am 21.September 1482 schloss Abt Hermann einen Vergleich mit der Stadt H\u00f6xter&nbsp; wegen der Wasserrechte ab. die Stadt verpflichtete sich, \u00fcber die Schelpe,so der kleine Zufluss gen\u00fcgen Wasser \u00fcber einen Graben f\u00fcr das Kloster zu leiten.<\/p>\n<p>Das Kloster verpflichtet sich,den Graben zu unterhalten und zu s\u00e4ubern. (ebda)<\/p>\n<p>Papst Sixtus IV. providierte, also \u00fcbertrug ihm, am 15. Juni 1481 mit der Abtei Corvey. In der Urkunde wird er der Hasunger Abt genannt-<\/p>\n<p>Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen C 001u \/ F\u00fcrstabtei Corvey \/ Urkunden, Nr. 513  <\/p>\n<p>Er war also Abt in Hasungen, bevor er Abt in Corvey wurde.<\/p>\n<p>Am 29. Januar 1485 wurde Schutzvertrag zwischen Hessen und Corvey best\u00e4tigt. Regesten der Landgrafen von Hessen, Regest&nbsp; Nr. 4734<\/p>\n<p>auch&nbsp; Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen C 001u \/ F\u00fcrstabtei Corvey \/ Urkunden, Nr. 530<\/p>\n<p>1489 ernannte Abt Hermann seinen Bruder Christoph zum Landdrosten des Stiftes Corvey und belehnte in mit dem Rittergut Maygadassen bei H\u00f6xter und mehreren Freih\u00f6fen und G\u00fctern.<\/p>\n<p>Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen C 001u \/ F\u00fcrstabtei Corvey \/ Urkunden, Nr. 445. Die Urkunde bezieht sich auf Anna, die Frau seines Bruders.  <\/p>\n<p>1499 verkaufte Abt Hermann das alte Grafengerichtunter Vorbehalt eines 2-j\u00e4hrigen Wiederkaufsrecht&nbsp; an die Stadt H\u00f6xter (Chronik von H\u00f6xter S.78 f.)  <\/p>\n<p>W\u00e4hren die Stadt H\u00f6xter florierte, lag Kloster Corvey immer noch darnieder. Das f\u00fchrte dazu, dass Papst Alexander VI. (149-1503) den K\u00f6lner Erzbischof Hermann IV. von Hessen (1480-1508), der ab 1498 auch Bischof von Paderborn war,  <\/p>\n<p>als Kommissar ernannte, der Kloster Corvey der Bursfelder Reform zu f\u00fchren sollte.  <\/p>\n<p>Johannes von Hagen (1439-1469) war Abt in Bursfelde und hat dort die von seinem Vorg\u00e4nger begonnene Reformbewegung fortgesetzt und vollendet, wohl auch mit Unterst\u00fctzung von Nikolaus von Kues (11401-1464).  <\/p>\n<p>Nikolaus von Kues hat von Minden aus als p\u00e4pstlicher Legat wohl auch Kloster Corvey besucht.  <\/p>\n<p>Der Beitritt Corveys scheint (auch finanziell gut vorbereitet gewesen zu sein.. Eine Reformkommission streckte 200 Goldgulden, das sind etwa 55.103,00 \u20ac., zur Finanzierung des Vorhabens vor.  <\/p>\n<p>Abt und Konvent verpflichtetetn sich, dies mit 8 Goldgulden das sind ungef\u00e4hr 6.612,00 \u20ac. zu verzinsen. Das sind immerhin knapp 12 %.  <\/p>\n<p>Im April 1501 trat Bursfelde der Kongregation von Bursfelde bei. Der Zweck war die Besserung der Abtei und eine Vermehrung der Gottesdienste.Die Rechte&nbsp; der Stadt H\u00f6xter sollten nicht beeintr\u00e4chtigt werden.  <\/p>\n<p>Die Bursfelder Kongregation akzeptierte die Eigenst\u00e4ndigkeit der Abteien, verpflichtete sie aber, die Bursfelder Consetudines zu \u00fcbernehmen.  <\/p>\n<p>Alle&nbsp; \u00c4bte mussten an dem j\u00e4hrlich durchgef\u00fchrten Generalkapielt in Bursfelde teilnehmen und f\u00fcr die Umsetzung der gefassten Beschl\u00fcsse sorgen.  <\/p>\n<p>Der Propst und Prior von tom Rode und der Propst von Corvey wurden entsch\u00e4digt. Diese beiden, die auch der Bursfelder Kongregation nicht anschlossen, durften an einer k\u00fcnftigen Abtswahl nicht teilnehmen.  <\/p>\n<p>Kaiser Maximilian (1486-1519) initiierte 1495 auf dem Reichstag in Worms eine umfassende Reichsreform.  <\/p>\n<p>Was blieb, war der ewige Landfrieden von 1459, die Schaffung des Reichskammergerichtes und die Einrichtung der Reichskreise 1450 und 1512.  <\/p>\n<p>Corvey kam 1500 zum Niederrheinisch-Westf\u00e4lischen Reichskreis und wurde somit Territorium im Heiligen R\u00f6mischen Reich. Der Abt von Corvey&nbsp; hatte pers\u00f6nlich Sitz und Stimme im Reichsf\u00fcrstenrat.<\/p>\n<p>F\u00fcr das Reichsheer musste Kloster Corvey 120 Gulden, das sind&nbsp; etwa 33.062,00 \u20ac. zahlen, Es hatte zwei Reiter und 9 Fu\u00dfsoldaten zu stellen.<\/p>\n<p>Abt Hermann verstarb 1504.<\/p>\n<p>Auf ihn folgte Abt Franz von Ketteler (1504-1547). Er war der Sohn des Gotthards von Ketteler zu Neuassen (1450-1518) und der Margaretha von Bronckhorst und Batenburg.<\/p>\n<p>Franz trat in das Kloster Liesborn ein. Liesborn wurde 1485 der Bursfelder Reform angeschlossen und galt als das \u201cBursfelde des Westens\u201d.<\/p>\n<p>Als franz als Abt nach Corvey kam , hatten alle bisherigen M\u00f6nche Corvey verlassen und es musste ein v\u00f6llig neuer Konvent gebildet werden.<\/p>\n<p>Am 2. September 1^507 verkaufte Abt Franz&nbsp; die H\u00e4lfte der St\u00e4dte Volkmarsen und Marsberg an den Kurf\u00fcrsten Hermann IV. von Hessen .<\/p>\n<p>Der Verkauf geschah , wie es in der Urkunde hei\u00dft \u201caus Not und um Schaden zuvorzukommen, auch um die angefangene Reform zu unterst\u00fctzen\u201d <\/p>\n<p>Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen A 036u \/ Amt Kogelnberg-Volkmarsen \/ Urkunden, Nr. 33.  <\/p>\n<p>Der Verkauf brachte immerhin 3500 rheinische Goldgulden, das sind&nbsp; etwa 964.726,00 \u20ac.&nbsp; in die Corveyer Kasse.  <\/p>\n<p>Am 20. Mai 1508 protestierte Abt Franz gegen die H\u00f6he der Reichssteuer.  <\/p>\n<p>Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen C 001u \/ F\u00fcrstabtei Corvey \/ Urkunden, Nr. 690 \u2013 a  <\/p>\n<p>1512 best\u00e4tigte Abt Franz der Stadt H\u00f6xter alle ihre Rechte und Privilegien.  <\/p>\n<p>Am 14. Februar&nbsp; 1513 erneuerte Abt Franz den Erbschutzvertrag mit dem Landgrafen Philipp I. (1518-1567) von Hessen..(HStAM 4378)  <\/p>\n<p>Der F\u00fcrstbischof Erich von Braunschweig-Grubenhagen (1506-1532) von Paderborn&nbsp; lie\u00df seine Truppen&nbsp; w\u00e4hrend der Hildesheimer Stiftsfehde in das Stiftsgebiet der Abtei Corvey einfallen und pl\u00fcndern.  <\/p>\n<p>Am 3. M\u00e4rz 1521 best\u00e4tigte Karl V. (1520-1555)Abt Franz f\u00fcr das Stift Corvey und die ihm verbunden Kl\u00f6stern alle von den aufgef\u00fchrten Kaisern erteilten Privilegien.  <\/p>\n<p>Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen C 001u \/ F\u00fcrstabtei Corvey \/ Urkunden, Nr. 746  <\/p>\n<p>Gravierendaste Ereignis in der Regierungszeit von Abt Franz war sicher die Reformation.&nbsp; <\/p>\n<p>1533&nbsp; fand in H\u00f6xter ein F\u00fcrstentag statt, zu dem auch Landgraf Philipp von Hessen erschien. Philipp hatte sich 1524 der Reformation angeschlossen.  <\/p>\n<p>1526 f\u00fchrte er die Reformation in Hessen ein. Schon im mFebruar hatte er die Besitzt\u00fcmer der hessischen Kl\u00f6ster inventarisieren lassen  <\/p>\n<p>In H\u00f6xter hatte er seinen Hofprediger dabei, der jeden Morgen einen religi\u00f6sen Vortrag hielt  <\/p>\n<p>So war der Grund zu einer lutherischen Gemeinde in H\u00f6xter gelegt. Philipp mischte sich auch in seiner Eigenschaft als Schutzherr der Stadt in diese Angelegenheit der Stadt ein.  <\/p>\n<p>Anh\u00e4nger der neuen Lehr luden Johann Winningstedt nach H\u00f6xter ein. Dieser war im Augustinerchorherrenstift in Erfurt erzogen worden, also in dem Kloster.in dem auch Martin Luther M\u00f6nch war.  <\/p>\n<p>In H\u00f6xter predigte er zuerst in einem Privathaus, dann in der Kilianskirche in H\u00f6xter. Er wurde der erste lutherische Pfarrer in H\u00f6xter. 1533 arbeitete er eine reformatorische Kirchenordnung aus, die aber vom Rat der  <\/p>\n<p>Stadt nicht angenommen wurde.Aber H\u00f6xter war evangelisch geworden. Bald folgten die drei zur corveyischen Ritterschaft geh\u00f6rigen Familien von Amelunxen zu Amelunxen, Kanne zu Bruchhausen und von Stockhausen zu L\u00fctmarsen und in ihren Gerichtsd\u00f6rfern.  <\/p>\n<p>Abt Franz hatte der Reformation keinen Widerstand entgegengesetzt, was vielleicht auch durch ein bisschen bedingt war, dass er zu der Zeit schon sehr krank war.  <\/p>\n<p>Er verstarb am 9. Januar 1547.  <\/p>\n<p>&nbsp; Er&nbsp; hatte aus dem geistig und moralisch verfallenen Kloster wieder ein Kloster mit einem bl\u00fchenden geistlichen Leben.  <\/p>\n<p>F\u00fcr den literarischen Zeitgeist mit seinen humanistischen Tendenzen hatte er aber kein Gesp\u00fcr.  <\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Kaspar I. von H\u00f6rsel&nbsp; (1547-1555)  <\/p>\n<p>Er war aus Kloster Pr\u00fcm postuliert worden.&nbsp; <\/p>\n<p>1548 unter Abt Kaspar das Augsburger Interim eingef\u00fchrt  <\/p>\n<p>Kaiser Karl hatte nachdem Kaiser Karl im Laufe des Jahres&nbsp; 1546 .fast alle evangelischen Gebiete in S\u00fcddeutschland erobert hatte,unterschrieb Kurf\u00fcrst Johann Friedrich von Sachsen !532-1547)  <\/p>\n<p>1547 die Wittenberger Kapitulation. Landgraf Philipp ergab sich in Halle. Karl erlie\u00df 1548 als Reichsgesetz das Interim.  <\/p>\n<p>Es sollte f\u00fcr eine \u00dcbergangszeit die kirchlichen Verh\u00e4ltnisse regeln, bis ein allgemeines Konzil <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/%C3%96kumenisches_Konzil\">l<\/a> \u00fcber die Wiedereingliederung der Protestanten in die katholische Kirche&nbsp; endg\u00fcltig entschieden h\u00e4tte.  <\/p>\n<p>^1555 handelte Ferdinand, der Bruder Karls V. war schon 1531 zum deutschen K\u00f6nig gew\u00e4hlt worden. Er handelte den Augsburger Religionsfrieden aus, der am 08. August 1555 in Augsburg unterschrieben wurde.  <\/p>\n<p>best\u00e4tigte die Glaubensspaltung de jure. Das Interim war schon 1552 im Passauer Frieden wieder aufgehoben worden.  <\/p>\n<p>Abt Kaspar verstarb an Lichtmess 1555.  <\/p>\n<p>Auf ihn folgte Abt Reiner II. von Bocholtz (1555-1585)  <\/p>\n<p>Er stammte aus der Linie zu Ingenhoven. Sein Onkel Aegidius war von 1505 bis 1538, Abt des Klosters St. Vitus in Gladbach .  <\/p>\n<p>Reiner trat 1548 in das Kloster in Gladbach ein. Das Kloster finanzierte ihm sein Studium in K\u00f6ln.  <\/p>\n<p>1555 wurde er zum Abt in Corvey gew\u00e4hlt.Kloster Corvey befand sich in einer schwierigen Situation  <\/p>\n<p>Die Stadt H\u00f6xter hatte 1533 die Reformation eingef\u00fchrt. Die beiden Schutzm\u00e4chte Corveys, n\u00e4mlich die Landgrafen von Hessen und die Herz\u00f6ge von Braunschweig waren ebenfalls reformiert.  <\/p>\n<p>1559 lie\u00df sich Abt Reiner&nbsp; von Kaiser Ferdinand die Privilegien Corvey best\u00e4tigen.  <\/p>\n<p>Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen C 001u \/ F\u00fcrstabtei Corvey \/ Urkunden, Nr. 932  <\/p>\n<p>An den Bursfelder Kapitelversammlungen nahm er fast jedes Jahr an den Kapitelversammlungen teil.  <\/p>\n<p>Siebenmal war er Mitpr\u00e4sident der Versammlungen. Sechs mal war er Definitor.  <\/p>\n<p>Mit der zur Abtei geh\u00f6renden Propstei Groningen und der Kommune Groningen, die bereits zur Reformation \u00fcbergegangen war, schloss er einen Vertrag zur Kl\u00e4rung der Verh\u00e4ltnisse ab.  <\/p>\n<p>Wohl a\u200buf seine Initiative siedelten d\u200bie letzten M\u00f6nchen a\u200bus&nbsp; Gr\u00f6ningen n\u200bach Corvey \u00fcber. Sie konnten d\u200babei die liturgischen Ger\u00e4te, d\u200bie Bibliothek, d\u200bas Archiv u\u200bnd verschiedene Kunstwerke mitnehmen.  <\/p>\n<p>In H\u00f6xter sahen sich 1555 die Minoriten gezwungen, die Stadt zu verlassen, weil sich die Reformation durchgesetzt hatte.  <\/p>\n<p>Es kam zum Streit mit den Minoriten, weil Abt Reiner der Stadt&nbsp; das Klostergeb\u00e4ude \u00fcberlie\u00df., das die Stadt sofort abrei\u00dfen lie\u00df.  <\/p>\n<p>Nach dem Tod des Abtes protestierten die Minoriten bei Kaiser Rudolf II. (1576\u20131612).  <\/p>\n<p>Zwar wurde Abt Reiner nachgesagt, dass er mit den Lehren Luthers zu mindestens sympathysiert haben soll. Aber im Stiftsgebiet versuchte er die Reformation zur\u00fcckzudr\u00e4ngen.  <\/p>\n<p>Dagegen bildete s\u200bich 1566 e\u200bin B\u00fcndnis a\u200bus den Adelsfamilien Amelunxen, Stockhausen, Kannen u\u200bnd der Stadt H\u00f6xter Dem Abt wurde vorgeworfen, \u201cdie Stadt H\u00f6xter und die Landschaft in ihren Rechten zu kr\u00e4nken.  <\/p>\n<p>Man wollte Hilfe beim Kaiser suchen. (Chronik H\u00f6xter S. 105).  <\/p>\n<p>Kaiser Maximilian II. (1564-1576) best\u00e4tigte am 18. April 1569 die Privilegien Corveys, den Besitz seiner Rechte und seiner G\u00fcter.  <\/p>\n<p>Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen C 001u \/ F\u00fcrstabtei Corvey \/ Urkunden, Nr. 975  <\/p>\n<p>Abt Reiner&nbsp; verstarb 1585.  <\/p>\n<p>Auf ihn folgte Abt Dietrich IV. von Beringhausen (1585-1616)  <\/p>\n<p>Er wurde am 31. Januar 1589 von Papst Clemens VIII. (1592-1605) best\u00e4tigt.  <\/p>\n<p>Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen C 001u \/ F\u00fcrstabtei Corvey \/ Urkunden, Nr. 1069  <\/p>\n<p>Zwischen 1589 und 1608 erfolgten Umbauten und Restaurierungs arbeiten am Westwerk.  <\/p>\n<p>Im Obergeschoss wurde mit drei Alt\u00e4ren ausgestattet.  <\/p>\n<p>Unter Abt Dietrich erfolgten erste Versuche einer katholischen Erneuerung, allerdings zun\u00e4chst mit wenig Erfolg.  <\/p>\n<p>Das Kloster drohte sich der Reformation zuzuwenden was aber durch die Bursfelder Kongregation verhindert wurde.  <\/p>\n<p>Die Rekatholisierung wurde im Stiftsgebiet mit Ausnahme der Stadt H\u00f6xter weitgehend abgeschlossen.  <\/p>\n<p>Auf Abt Dietrich folgte Abt Heinrich V. von Aschenbrock&nbsp; (1616-1624)<\/p>\n<p>Er wurde am 1. Oktober 1618 von Papst Paul V.(16o5-1621) als Abt von Kloster Corvey best\u00e4tigt.<\/p>\n<p>Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen&nbsp; C 001u \/ F\u00fcrstabtei Corvey \/ Urkunden, Nr. 1115<\/p>\n<p>Er war gewhlt worden, weil er den Konvent erfolgreich \u00fcber sein Alter get\u00e4uscht hatte.<\/p>\n<p>Dem K\u00f6lner Erzbischof&nbsp; Ernst von Bayern (1583 \u20131612) gelang es 1619, Abt Heinrich f\u00fcr die bayrisxch-k\u00f6lnische Partei zu gewinnen.<\/p>\n<p>Das hatte allerdings 1620 die Besetzung des F\u00fcrstentums Corvey durch Braunschweig zur Folge.<\/p>\n<p>Abt Heinrich verlie\u00df 1622 das Stift Corvey. Er war von seinen Kapitularen wegen seines Lebenswandels angeklagt worden.<\/p>\n<p>Er hatte seine W\u00fcrde niederlegen m\u00fcssen und sich auf die ihm zum Unterhalt zugewiesene Propstei Marsberg zur\u00fcckziehen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Als Administrator wurde Johann Christoph von Brambach, der bisherige Propst von Marsberg eingesetzt.<\/p>\n<p>Am 20. Juli 1621 best\u00e4tigte Kaiser Ferdinand II. (1^619-1632) Die Privilegien von Corvey.<\/p>\n<p>Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen C 001u \/ F\u00fcrstabtei Corvey \/ Urkunden, Nr. 1123  <\/p>\n<p>Er erlie\u00df 1621 eine katholische Kirchenordnung f\u00fcr Corvey.<\/p>\n<p>Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen C 001u \/ F\u00fcrstabtei Corvey \/ Urkunden, Nr. 1124 &#8211; a  <\/p>\n<p>1622 fand in Corvey ein Kapitel der Bursfelder Kongregation statt. Dabei wurde auch der bisherige Administrator zum Abt von Corvey gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Die Anerkennung der Wahl durch Ferdinand II. erfolgte am&nbsp; 16. M\u00e4rz 1624. <\/p>\n<p>Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen C 001u \/ F\u00fcrstabtei Corvey \/ Urkunden, Nr. 1127  <\/p>\n<p>Aber sowohl bei der Best\u00e4tigung Ferdinands als auch bei der Best\u00e4tigung&nbsp; durch Papst Clemens wurde die Administration,, nicht unbedingt die Wahl zum Abt best\u00e4tigt.  <\/p>\n<p>Der Erzbischof von K\u00f6ln, Ferdinand von Bayern (1612-1650), der von 1618-1650 auch F\u00fcrstbischof von Paderborn war, hatte sich schon 1622 in Corvey eingemischt.  <\/p>\n<p>Sein eigentliches ziel war, das F\u00fcrstentum Corvey&nbsp; dem Erzbistum Paderborn mit Gewalt einzuverleiben, was sich aus seinem weiteren Vorgehen erschlie\u00dfen l\u00e4sst.  <\/p>\n<p>1624 verklagte er Abt Johann Christoph&nbsp; in Rom beim neuen Papst&nbsp; Urban VIII: (1623-1644)  <\/p>\n<p>wegen Ketzerei. Er erlangte ein p\u00e4pstliches&nbsp; Breve, das ihn&nbsp; mit der Verwaltung von Corvey beauftragte.  <\/p>\n<p>Er schickte seinen Weihbischof Johannes Pelcking&nbsp; (1619-1642) nach Corvey, lie\u00df dieses von bayrischen Soldaten, die sich gerade in H\u00f6xter befanden, besetzen  <\/p>\n<p>und Abt&nbsp; Johann Christoph&nbsp; in&nbsp; Neuhaus festsetzen.  <\/p>\n<p>Seine Aufzeichnungen aus der Gefangenschaft liegen im Landesarchiv NRW vor.  <\/p>\n<p>Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen C 001 \/ F\u00fcrstabtei Corvey \/ Akten, Nr. 45  <\/p>\n<p>Mit t Hilfe des Corveyer Landdrosten Burchard von Falkenber(1582-1620) konnte er nach Wien hatte fliehen. Dort erwirkte er in l\u00e4ngeren Verhandlungen ,  <\/p>\n<p>am kaiserlichen Hofe, in die der gro\u00dfe Gegensatz zwischen Bayern und \u00d6sterreich hineinspielte, seine Anerkennung als Abt durch  <\/p>\n<p>ein kaiserliches Mandat vom 5. Februar 1628, dem dann 1629 die endg\u00fcltige Best\u00e4tigung folgte. Der K\u00f6lner und Paderborner Erzbischof Ferdinand mu\u00dfte sich mit dem Titel eines &#8222;Conservators&#8220; begn\u00fcgen. Die Selbst\u00e4ndigkeit des F\u00fcrstentums war gerettet und Abt Johann Christoph konnte selbst das Werk der Restitution des Katholizismus im Lande fortsetzen. <\/p>\n<p>Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen C 001 \/ F\u00fcrstabtei Corvey \/ Akten, Nr. 427  <\/p>\n<p>Die weitere&nbsp; Regierungszeit von Abt Johann Christoph war nun weitgehend durch den 30-j\u00e4hrigen Krieg gepr\u00e4gt.  <\/p>\n<p>Der schwedische K\u00f6nig Gustav Adolf (1611-1632) landete am 6 Juli 1630 auf Usedom und griff in den Krieg ein.  <\/p>\n<p>Damit wendete sich&nbsp; das Blatt f\u00fcr die Protestanten. Auch in Westfalen f\u00fchrte das zu ver\u00e4nderten Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnissen.  <\/p>\n<p>K\u00f6nig Gustav Adolf sprach dem Landgrafen von Hessen-Kassel Wilhelm V. der Best\u00e4ndige (1627-1637) das Stift Paderborn und die Reichsabtei Corvey zu.  <\/p>\n<p>Hessische Truppen marschierten in Corvey und H\u00f6xter ein. Abt Johann Christoph&nbsp; wurde nach H\u00f6xter gef\u00fchrt und musste dem Landgrafen huldigen.  <\/p>\n<p>1634 nahmen die Truppen des Landkomturs&nbsp; Gottfried Graf Huyn, Freiherr von Geleen, der Deutsch-Orden Ballei Alden Blesen&nbsp; die Stadt H\u00f6xter ein  <\/p>\n<p>und richteten ein Blutbad an, bei dem etwa 1100 Menschen ums Leben gekommen sein sollen. Dies hat sich im kollektiven Ged\u00e4chtnis erhalten und ist als  <\/p>\n<p>\u201cBlutnacht von H\u00f6xter\u201d in Erinnerung. (siehe dazu auch Der Drei\u00dfigj\u00e4hrige Krieg in Selbstzeugnissen, Chroniken und Berichten und da Brambach, Johann Christoph von  <\/p>\n<p>wo auch ein Augenzeugenbericht dieser Blutnacht zu lesen ist.)  <\/p>\n<p>Dort suchte er Zuflucht im Minoritenkloster.Er musste aber weiter ins Exil und lebte zwei Jahre in t\u00fcnster.  <\/p>\n<p>Marodierende protestantische Truppen(Braunschweiger, Brandenburger, Schweden), verursachten den gro\u00dfen Klosterbrand bei dem&nbsp; der silberne Vitusschrein mit den Reliquien des Heiligen Vitus, Teile des Archivs und der Gro\u00dfteilm der mittelalterlichen Bibliothek besch\u00e4digt, weggeschleppt  <\/p>\n<p>oder vernichtet wurde.  <\/p>\n<p>Abt Johann Christoph&nbsp; kam 1636 mit den kaiserlichen Truppen nach Corvey zur\u00fcck.  <\/p>\n<p>Er verstarb am 15. Mai 1638 und wurde in der Minoritenkirche in H\u00f6xter vor dem Hochaltar bestattet.  <\/p>\n<p>Auf ihn folgte Abt Arnold IV. von Waldois (1638 \u2013 1661)  <\/p>\n<p>Er ist wohl 1593 auf Burg Overbeck in Breyell geboren. Er trat in das Kloster St. Pantaleon in K\u00f6ln ein. Dort legte er seine Profess ab.  <\/p>\n<p>Er wechselte in das Kloster Corvey. Dort wurde er Prior. 1629 nahm er seinen Cousin Friedrich von Spee in Corvey auf.Dieser war 1629 zur Gegenreformation nach Peine geschickt worden  <\/p>\n<p>Bei einem Angriff war er schwer verletzt worden. In Corvey sollte er sich von den Folgen erholen.  <\/p>\n<p>1631 wurde er einstimmig zum Abt von Kloster Iburg gew\u00e4hlt. Das Kloster wurde im 30-j\u00e4hrigen Krieg schwer mitgenommen. 1632 eroberten es die Niederl\u00e4nder und 1634. Diese vertrieben die M\u00f6nche und hielten es bis 1^650 besetzt.  <\/p>\n<p>Die Kriegsbelastungen dauerten an. Es gab milit\u00e4rische Besetzungen und hohe Kontributionen. Abt Arnold begab sich nach M\u00fcnster. Von dort aus bem\u00fchte er sich vergeblich, das Kloster zur\u00fcckzuerhalten.  <\/p>\n<p>1638 wurde er zum Abt von Corvey postuliert. Papst Urban VIII. (1623-1644) best\u00e4tigte Arnold am 31. M\u00e4rz 1640. Er gestattete gleichzeitig, dass Arnold noch f\u00fcr zwei Jahre die Verwaltung des Kloster Iburg behielt.  <\/p>\n<p>Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen C 001u \/ F\u00fcrstabtei Corvey \/ Urkunden, Nr. 1157 \u2013 c  <\/p>\n<p>Der Krieg verfolgte Abt Arnold auch in Corvey weiter.  <\/p>\n<p>Im Herbst 1640 drangen kaiserliche Truppen unter ihrem Feldherrn Herzog Octavio Piccolomini (1599-1656) von Hessen aus in Westfalen ein und wandten sich gegen H\u00f6xter. Die Armee von 60.000 Mann bezog ein Lager, das sich von Bruchhausen bis Stahle erstreckte.  <\/p>\n<p>1644 zogen die Schweden vor Corvey auf.  <\/p>\n<p>Abt Arnold lie\u00df sich von den Schweden gefangen nehmen. Die hessische Landgrafenwitwe Amalie Elisabeth von Hanau-M\u00fcnzenberg (+ 1651) sorgte mit 600 Reichstalern, das sind etwa 1.175.655,00 \u20ac., dass der Abt freikam.  <\/p>\n<p>Nochmals wurde die Stadt 1646 von dem schwedischen Feldherrn Graf Carl Gustav Wrangel (1613-76) belagert und eingenommen. Abt Arnold zog sich ins Kloster Kemnade zur\u00fcck.  <\/p>\n<p>Beim \u00dcberfall der Schweden im darauffolgenden Jahr erreichte er, dass die Soldaten das Innere der Klosterkirche verschonten.  <\/p>\n<p>Nach vierj\u00e4hrigen Friedensverhandlungen ging der lange Krieg 1648 mit den Vertr\u00e4gen von M\u00fcnster und Osnabr\u00fcck zu Ende.  <\/p>\n<p>Abt Arnold verstarb am 3. Oktober 1661.&nbsp;&nbsp;&nbsp; <\/p>\n<p>Kloster Corvey stand kurz vor dem Untergang. 1665 wurde der F\u00fcrstbischof von M\u00fcnster&nbsp;&nbsp; Christoph Bernhard von Galen&nbsp; (1650-1676) zum Administrator der Abtei Corvey gew\u00e4hlt.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <\/p>\n<p>Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen B 001 \/ F\u00fcrstbistum M\u00fcnster, Landesarchiv \/ Akten, Nr. 5454  <\/p>\n<p>Er wurde am 12. Oktober 1606 als&nbsp; Sohn von Dietrich von Galen aus dem Adelsgeschlecht derer von Galen und der Katharina von H\u00f6rde geboren,  <\/p>\n<p>Beide waren protestantisch.  <\/p>\n<p>Dietrich t\u00f6tete den m\u00fcnsterschen Erbmarschall Gerd von Morrien in einem Degengefecht in einer Streiterei wegen ihrer Jagdhunde.  <\/p>\n<p>Er musste deshalb zw\u00f6lf Jahre auf Burg Bevergern im Arrest verbringen. Seine Frau begleitete&nbsp; ihn freiwillig. Christoph Bernhard&nbsp; wurde deshalb <\/p>\n<p>unter die Obhut seines Onkels, des m\u00fcnsterischen Domherrn Heinrich von Galen, gestellt. Dieser lie\u00df ihm eine katholische Erziehung durch m\u00fcnsterische Jesuiten am Paulinum zuteilwerden.  <\/p>\n<p>Als er das notwendige alter erreicht hatte,&nbsp; zog er nach K\u00f6ln und Mainz um an einem Jesuitengymnasium 1626 seine Studien abzuschlie\u00dfen.  <\/p>\n<p>In L\u00f6wen und Bordeaux studierte er&nbsp; Philosophie, Kirchen- und Staatsrecht. Eine abgeschlossene theologische Bildung hatte er wohl nicht.  <\/p>\n<p>Am 14.11. 1650 wurde er zum Bischof von M\u00fcnster gew\u00e4hlt.  <\/p>\n<p>Nach dem Tod von Abt Arnold 1661 verzichteten die M\u00f6nche auf die Wahl eines Abtes aus ihren eigenen Reihen  <\/p>\n<p>Dann w\u00e4hlten sie der Bischof von M\u00fcnster zum geistigen und weltlichen Herrn in der F\u00fcrstabtei.  <\/p>\n<p>Schon 1662 gab er den Katholiken in H\u00f6xter die Nikolauskirche zur\u00fcck.  <\/p>\n<p>Den Franziskanern gestattete er die R\u00fcckkehr in das Marienkloster.  <\/p>\n<p>1662 hatte der Magistrat von H\u00f6xter den katholischen Geistlichen bei Strafe von 100 Goldgulden, das sind&nbsp; immerhin etwa 27.312,00 \u20ac, verboten hatte, Taufen und Begr\u00e4bnisse vorzunehmen.  <\/p>\n<p>Christoph Bernhard erlie\u00df daraufhin eine Verf\u00fcgung an seine geistlichen R\u00e4te in Corvey, dieses wieder zu zu lassen und berief sich dabei der Stadt gegen\u00fcber&nbsp; auf sein Recht das ihm der Westf\u00e4lische Friedensvertrag  <\/p>\n<p>als Kurf\u00fcrsten- und Reichsstand einr\u00e4ume, in seinem Territorium seine Religion auszu\u00fcben. (Chronik der Stadt H\u00f6xter S.142)  <\/p>\n<p>Die Streitigkeiten wegen der Kirchennutzung waren aber immer noch nicht zu Ende.  <\/p>\n<p>Er erlie\u00df am 17. M\u00e4rz 1674 seinen Gnaden- und Segensrezess. Eine neue Stadtverordnung wurde erlassen, die auf dem Grundsatz der Parit\u00e4t beruhte.  <\/p>\n<p>K\u00fcnftig sollten protestantische und katholische B\u00fcrger im Rat vertreten sein unter jeweils einem evangelischen und einem katholischen B\u00fcrgermeister.  <\/p>\n<p>Der Rezess st\u00e4rkte die Zentralgewalt des F\u00fcrstabtes gegen\u00fcber Rat und Stadt.  <\/p>\n<p>Die Stadt verlor alle Privilegien und Rechte, die Gerichtsbarkeit fiel an den Landesherrn. Der Rezess bildete die verfassungsrechtliche Grundlage f\u00fcr die Verwaltung der Stadt H\u00f6xter und blieb bis zur S\u00e4kularisierung des Stifts Corvey g\u00fcltig.  <\/p>\n<p>Christoph Bernhard lie\u00df di bauf\u00e4llige Kirche mit Ausnahme des Westwerks&nbsp; ab 1677 durch einen neuen gotisierenden Kirchenraum mit barocker Ausstattung ersetzen.  <\/p>\n<p>Er verstarb am 19. September1678in Ahaus  <\/p>\n<p>Auf ihn folgte Abt Christoph von Bellinghausen (1678-1696)  <\/p>\n<p>Er ist 1651 in Altenbernsau geboren und war der Sohn von Johann Georg von Bellinghausen. Mit sechzehn Jahren trat er ins&nbsp; Kloster Corvey ein. Im Jahr 1659 legte er die Profess ab.&nbsp; 1666 wurde er&nbsp; zum Priester  <\/p>\n<p>geweiht.  <\/p>\n<p>Wegen seiner Gelehrsamkeit wurde er f\u00fcr zwei Jahre ins Mutterkloster Corbeia Aurea nach Frankreich geschickt. So lernte er Frankreich kennen, das unter der Herrschaft des Sonnenk\u00f6nigs Ludwig XIV. (1643-1571) die  <\/p>\n<p>Vormachtstellung eingenommen hatte.&nbsp; Er weilte einige Zeit in Paris.  <\/p>\n<p>Er konnte auch eine Italienreise unternehmen und war in Assisi, Venedig und Rom. Dort konnte er die bedeutendsten Theologen seiner Zeit kennenlernen. Er war auch in Monte Cassino, der Keimzelle des Benediktinerordens, was ihn tief beeindruckte.  <\/p>\n<p>Seine R\u00fcckreise f\u00fchrte \u00fcber \u00d6sterreich und B\u00f6hmen.  <\/p>\n<p>Auf seinen Reisen lernte er Niels Stensen&nbsp; kennen. Dieser hatte in den Universit\u00e4ten Amsterdam und Leyden Medizin studiert. Als kaum 25 \u2013 j\u00e4hriger hatte er wichtige Entdeckungen der Anatomie gemacht. Er geno\u00df bald gro\u00dfen Ruhm und wurde deshalb  <\/p>\n<p>als Leibarzt des&nbsp; Gro\u00dfherzog Ferdinand II. von Toskana (+1670) angestellt. Er weilte mehrere Jahre in Florenz und wurde auch Erzieher der S\u00f6hne Cosimos III. de&#8216; Medici  <\/p>\n<p>1667 konvertierte er und studierte Theologie. 1675 wurde er zum Priester geweiht und&nbsp; 1677 zum Bischof geweiht. Er wurde&nbsp; zum Titularbischof von Titiopolis, einem Suffraganbistum von Seleucia in Isaurien (Griechenland), ernannt.  <\/p>\n<p>1660- bis 1683 war er Weihbischof in M\u00fcnster und von 1677-1686 von Paderborn.  <\/p>\n<p>Mit Christoph von Bellinghausen war er seit dessen Italienreise befreundet..  <\/p>\n<p>Dieser f\u00f6rderte seinen Freund seit dessen Abtswahl.  <\/p>\n<p>&nbsp; Am 22. Oktober 1678 fand die Wahl zum neuen Abt von Corvey statt. Er wurde mit Stimmenmehrheit zum neuen Abt gew\u00e4hlt.  <\/p>\n<p>Von der Bursfelder Kongregation waren die \u00c4bte&nbsp; Ambrosius Langen (ab 1661)von Hloster Marienm\u00fcnster und Abt Maurus Rost (1666-1706) von Kloster Iburg anwesend,  <\/p>\n<p>Wilhelm R\u00fctger von Bellinghausen,  <\/p>\n<p>der Prior von Corvey, und Ernestus von Hugenpott, Kapitular von Corvey, wurden sofort nach zum p\u00e4pstlichen Nuntius Optimus Pallavicini (dort seit 1672) geschickt, um ihn zu bitten, die p\u00e4pstliche Best\u00e4tigung  <\/p>\n<p>in Rom zu bef\u00fcrworten und die Geldfrage zu kl\u00e4ren. Bisher waren 300 Gulden,das sind&nbsp; etwa 80.869,00 \u20ac., erhoben worden. F\u00fcr Christoph Bernhards Best\u00e4tigung musste wesentlich mehr bezahlt werden,  <\/p>\n<p>da er weder Ordensmann noch Stiftsmitglied war. Rom wollte diesen Satz nun zur Regel machen.  <\/p>\n<p>Am 31. Oktober 1678 erteilte der Nuntius die Facultas administrandi Abbatiam auf sechs Monate .Christoph das durch Papst Pius V. vorgeschriebene Versprechen in die H\u00e4nde des Benediktiner-Abtes Ambrosius Langen von Marienm\u00fcnster ablegen.  <\/p>\n<p>Der Paderborner F\u00fcrstbischof Ferdinand II., von F\u00fcrstenberg (1661-1683) versuchte die p\u00e4pstliche Best\u00e4tigung zu mindestens zu verz\u00f6gern. Er wies hatte Das Stift Corvey zwei Kompanien als Winterquartier angewiesen.  <\/p>\n<p>Er&nbsp; legte nun wiederholt Soldaten in das Abteigebiet, in der Hoffnunhg, die Stadt H\u00f6xter, verweigere dem neuen Abt den Gehorsam vor die p\u00e4pstliche Best\u00e4tigung eintraf.  <\/p>\n<p>Au\u00dferdem versuchte er zu erreichen, dass Rom ihm Kloster Corvey als Kommende zu sprach, die ja auch der vormalige Administrator Christoph Bernhard als Bischof von M\u00fcnster zugesprochen bekommen hatte.Nun setzte sich sein Freund Steno,  <\/p>\n<p>mittlerweile apostolischer Vikar f\u00fcr die nordischen Bist\u00fcmer, f\u00fcr Abt Christoph ein. Er schrieb an Cosimo von Medici, der das Schreiben einem befreundeten Kardinal weiterleitete.  <\/p>\n<p>Das Schreiben zeigte Wirkung. Steno erhielt die Vollmacht Abt Christoph zu benedizieren, obwohl Corvey nicht zum Vikariat der Nordischen Bist\u00fcmer geh\u00f6rte,  <\/p>\n<p>was am 29. Oktober 1679 erfolgte.  <\/p>\n<p>Er erhielt dann auch die p\u00e4pstliche Konfirmationsbulle, in der Papst Innozenz XI. (1676-1689)  <\/p>\n<p>Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen C 001u \/ F\u00fcrstabtei Corvey \/ Urkunden, Nr. 1227  <\/p>\n<p>Die kaiserliche Best\u00e4tigung erfolgte 1681 durch Kaiser Leolold I. (1654-1705)  <\/p>\n<p>Dieser best\u00e4tigte am 5. M\u00e4rz 1681 auch die Privilegien der Abtei Corvey.  <\/p>\n<p>Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen C 001u \/ F\u00fcrstabtei Corvey \/ Urkunden, Nr. 1231 \u2013 II  <\/p>\n<p>Durch die st\u00e4ndige Abwesenheit seines Vorg\u00e4ngers hatte die Klosterzucht in Corvey sehr gelitten. Auch das Chorgebet wurde kaum mehr gepflegt.  <\/p>\n<p>Abt Christoph versuchte zun\u00e4chst durch eigenes Beispiel und durch v\u00e4terliche Ermahnung, die eingeschlichenen Mi\u00dfst\u00e4nde wieder zu beheben.,  <\/p>\n<p>allerdings praktisch ohne Erfolg. Er musste nun zu strengeren Mitteln greifen, Einige Kleriker wurden ihrer \u00c4mter enthoben.  <\/p>\n<p>Am 30. Oktober 1690 gab er eine \u201cerneuerte\u201dKirchenordnung heraus, deren Durchf\u00fchrung der Corveyer Archidiakon zu \u00fcberwachen hatte.  <\/p>\n<p>Dieser reformierte nun das Kloster mit starker Hand.  <\/p>\n<p>Christoph Bernhard hatte mit dem Neubau der Kirche begonnen. Dies weihte Abt Christoph am 13. November 1683.  <\/p>\n<p>Er lie\u00df&nbsp; das Pfarrhaus und das Krankenhaus erneuern.  <\/p>\n<p>Abt Christoph startete auch den Weinanbau im Kloster Cprvey wieder, nachdem dieser durch zunehmende Verweltlichung des Klosters, und dem Drei\u00dfoigj\u00e4hrigen Krieg zum Erliegen kam.  <\/p>\n<p>Die Anlagen wurden aufgegeben und stattdessen Hopfen angebaut.  <\/p>\n<p>Christoph lie\u00df am 25. Mai 1680 am S\u00fcdhang des Rauschenberg einen Weinberg anlegen. Er lie\u00df einen Winzer aus der Wetterau, Johann Rupen, kommen. Dieser kannte sich nicht n ur mit Wein aus sondern auch mit Kr\u00e4utern.  <\/p>\n<p>Er brachte den Abt dazu, auch eine Hofapotheke einzurichten.  <\/p>\n<p>Unten am Berg lie\u00df er ein Haus mit der Kelter bauen, n dem auch der Weing\u00e4rtner mit seiner Familie wohnte. Er hatte das Recht, Wein, Bier und Branntwein auszuschenken. Richtfest soll am 26. Juni 1686 gewesen sein..  <\/p>\n<p>Wohnhaus mit K\u00fcche, Kellern, vielen Zimmern, einem \u00fcberaus gro\u00dfen Saal und einer Hofkapelle. Zuvor, 1689\/90, hatte Abt Christoph mitten im Berg die bis heute erhaltene Josephskapelle erbauen lassen.  <\/p>\n<p>Sein Nachfolger, Abt Florenz, sch\u00e4tzte die Kosten des Weinbaus auf 15-16.000 Taler, das sind zwischen 4.410.000 und 4.704.000 \u20ac  <\/p>\n<p>Der Bursfelder Kongregation waren dies Kosten zu hoch. Abt Emmerich Qinken (1682-1707)von Kloster Grafschaft ordnete bei ein Visitation 1690 an, das herrschaftliche Weinberghau abzurei\u00dfen und den Weinbau nicht mehr weiter zu betreiben.  <\/p>\n<p>Im Abteigebiet wurden mehrere Kirchen&nbsp; neu gebaut&nbsp; z.B. in Albaxen und B\u00f6dexen .  <\/p>\n<p>Abt Christoph verstarb nach \u00fcber einj\u00e4hriger Krankheit am 12. Mai 1696.  <\/p>\n<p>Auf ihn folgte Abt Florenz von dem Felde (1696-1714)  <\/p>\n<p>Er ist am 18. Februar 1643 in Kasteel Haselholt in Ohe en Laak geboren.  <\/p>\n<p>Er hatte mehrere Br\u00fcder. Br\u00fcder Franz Heinrich von dem Velde&nbsp; war Offizier in bisch\u00f6flich-m\u00fcnsterschen Diensten. Er starb 1680 und wurde in der Stiftskirche von Corvey bestattet.  <\/p>\n<p>Ein weitere Bruder wurde 1693 Pr\u00e4sident der der weltlichen Regierung Corveys  <\/p>\n<p>Er besuchte das Gymnasium in Roermond in der niederl\u00e4ndischen Provinz Limburg. Zusammen mit einem Mitsch\u00fcler trat er in das Kloster Corvey ein.  <\/p>\n<p>1667 wurde er zum Priester geweiht.  <\/p>\n<p>1668 beendete er sein Theologiestudium. In diesem Jahr wurde er auch Novizenmeister. Au\u00dferdem lehrte er Philosophie und Theologie am Kloster.  <\/p>\n<p>1672 wurde er Subprior und&nbsp; 1677 Prior.  <\/p>\n<p>Bei der Wahl von Christoph von Bellinghausen war er einer der Gegenkandidaten. auf ihn entfielen 5timmen. Christoph wurde mit 14 Stimmen zum Abt gew\u00e4hlt.  <\/p>\n<p>Florenz versah auch au\u00dferhalb der Abtei \u00c4mter. Von 1860-1683 war er Propst von Metten  <\/p>\n<p>Von 1683 bis 1691 war er Propst von Kloster Brenkhausen, seit 1608 ein Benediktinerinnenkloster.. Propst&nbsp; Florenz&nbsp; beendete die Ausstattung der Kirche in barockem Stil. Unter ihm bl\u00fchte das Kloster wieder auf.  <\/p>\n<p>Nach dem Tod von Abt Christoph wurde Abt Florenz am 18. Juni 1696 zum 60 Abt von Corvey gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Noch im selben Jahr erhielt er von Kaiser Leopold I. die Regalien verliehen. Damit war er auch offiziell Reichsf\u00fcrst.<\/p>\n<p>Leopold best\u00e4tigte auch die Privilegien der Abtei.<\/p>\n<p>Landesarchiv NRW Abteilung WestfalenC 001u \/ F\u00fcrstabtei Corvey \/ Urkunden, Nr. 1258  <\/p>\n<p>Papst Innozent XII. (1691-1700) best\u00e4tigte Abt Florenz am 3. Dezember 1696.<\/p>\n<p>Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen&nbsp; C 001u \/ F\u00fcrstabtei Corvey \/ Urkunden, Nr. 1251  <\/p>\n<p>Am 28. April 1697wurde er&nbsp; durch den Paderborner F\u00fcrstbischof Hermann Werner von Wolff-Metternich zur Gracht (1683-1704) benediziert.  <\/p>\n<p>Von 1704-1714 war er Pr\u00e4sident der Bursfelder Kongregation.  <\/p>\n<p>1699 begann Florenz mit dem Neubau der Abtei, der bei seinem Tod fast fertig war&nbsp; und&nbsp; den sein Nachfolger 1714 beendete.  <\/p>\n<p>Er baute auch zahlreiche Kirchen auf Corveyer Gebiet.  <\/p>\n<p>Eine sehr enge Beziehung hatte er zu Herzog Anton Ulrich von Braunschweig-Wolfenb\u00fcttel  <\/p>\n<p>Abt Florenz f\u00fchrte Tagebuch, das im Landesarchiv NRW erhalten ist.  <\/p>\n<p>Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen C 001 \/ F\u00fcrstabtei Corvey \/ Akten, Nr. 1235  <\/p>\n<p>1713 hatte er sein f\u00fcnfzigj\u00e4higes Professjubil\u00e4um und feierte dies mit einem gro\u00dfen Fest. Au\u00dferdem gab er eine Gedenkm\u00fcnze heraus.  <\/p>\n<p>Er verstarb am 4. Februar 1714.  <\/p>\n<p>Er war der bedeutendste Abt Corveys zu Barockzeiten.  <\/p>\n<p>Auf ihn folgte Abt Maximilian von Horrich (1714-1721)  <\/p>\n<p>Er ist 1662 in Pesch geboren und entstammte einer rheinischen Adelsfamilie..  <\/p>\n<p>Nach seinem Eintritt in Kloster Corvey war er in der Propstei Marsberg.<a href=\"https:\/\/www.msn.com\/de-de\/nachrichten\/politik\/afd-in-th%C3%BCringen-schlinge-zieht-sich-zu-kneipen-stadtrat-unter-druck\/ar-AA1CDICt\">AfD in Th\u00fcringen: Schlinge zieht sich zu! \u201eKneipen-Stadtrat\u201c unter Druck <\/a> <\/p>\n<p>Zur\u00fcck in Corvey wurde er dort Cellerar. Als solcher war er der Verwalter des materiellen Klosterguts, d.h. der wirtschaftliche Leiter eines Klosters. Er entspricht etwa dem Finanz- und Personalvorstand eines Wirtschaftsunternehmens.  <\/p>\n<p>Nach dem Tod von Abt Florenz wurde er 4. Februar 1714 zu dessen Nachfolger gew\u00e4hlt.  <\/p>\n<p>Papst Clemens XI. (1700-1721) best\u00e4tigte ihn am 20. August 1714.  <\/p>\n<p>Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen C 001u \/ F\u00fcrstabtei Corvey \/ Urkunden, Nr. 1293  <\/p>\n<p>Am 20. August 1714 best\u00e4tigte ihn&nbsp; Kaiser Karl VI. ( 1711-1740) und verlieh ihm die Regalien.  <\/p>\n<p>Am 26. Oktober 1714 best\u00e4tigte er die Privilegien der Abtei.  <\/p>\n<p>Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen C 001u \/ F\u00fcrstabtei Corvey \/ Urkunden, Nr. 1297 \u2013 I  <\/p>\n<p>Am 14.Oktober 1714 wurde er in der Stiftskirche zum Abt geweiht.  <\/p>\n<p>Im September 1715 legte er vor den Landst\u00e4nden des Corveyer Landes seinen Amtseid ab. Somit wurde sein Amt als Abt des freien Stiftes Corvey sowie als Landesherr des F\u00fcrstentums Corvey und als F\u00fcrst des Heiligen R\u00f6mischen  <\/p>\n<p>Reiches rechtskr\u00e4ftig.  <\/p>\n<p>1715 beendete er den Bau der von seinem Vorg\u00e4nger.  <\/p>\n<p>Er legte eine Allee von Corvey nach H\u00f6xter an. Anfangs-und Endpunkt war die von ihm errichtetet Toranlage in Corvey und das Corveyer Tor in H\u00f6xter.  <\/p>\n<p>Die wichtigste Leistung Abt Maximilians war der Neuaufbau der barocken Bibliothek. Im Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieg war die ber\u00fchmte mittelalterliche Bibliothek verloren gegangen.  <\/p>\n<p>Er erwarb Werke f\u00fcr den t\u00e4glichen Bedarf eines Klosters aber auch Werke, die f\u00fcr die Erziehung des westf\u00e4lischen und europ\u00e4ischen Adels gedacht waren.  <\/p>\n<p>Die gr\u00f6\u00dfte Erwerbung konnte er auf einer Auktion 1721 in Bremen t\u00e4tigen.  <\/p>\n<p>Er konnte eine erhebliche Anzahl von B\u00fcchern erstehen, die zum Teil aus Prager Bibliotheken stammten und zwar aus dem Pr\u00e4monstratenserkloster Mons Sion (Strahow-Kloster) und aus dem dortigen Jesuitenkolleg. Auch die Jesuiten in Heiligenstadt hatten  <\/p>\n<p>B\u00fccher f\u00fcr diese Versteigerung geliefert. Die B\u00fccher wurden in wei\u00dfes Leder oder Pergament gebunden.  <\/p>\n<p>Im Corveyer Land hat er zahlreiche Kirchen erbaut und ausgestattet.Von 1719 bis 1721 war er Pr\u00e4sident der Bursfelder Kongregation.  <\/p>\n<p>Abt Maximilian verstarb am 4. Dezember 1721.  <\/p>\n<p>Auf ihn folgte Abt Karl von Plittersdorf (1722- 1737)  <\/p>\n<p>Er wurde 1722&nbsp; zum 62 Abt von Corvey gew\u00e4hlt. Am 1. Juni 1722 best\u00e4tigte Papst Innozenz XIII (1721-1724)die Wahl des Abtes Karl von Plittersdorf.  <\/p>\n<p>Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen C 001u \/ F\u00fcrstabtei Corvey \/ Urkunden, Nr. 1315  <\/p>\n<p>A 7.August 1722 best\u00e4tigte Kaiser Karl VI. die Privilegien der Abtei.  <\/p>\n<p>Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen C 001u \/ F\u00fcrstabtei Corvey \/ Urkunden, Nr. 1319<\/p>\n<p>Die Farrkirche St. Nikolaus in H\u00f6xter war bauf\u00e4llig geworden. 1732 erteilte Abt Karl dem Caplan Caspar Lages den Auftrag, Geld zum Bau und zur Reparatur der Kirche zu sammelon.<\/p>\n<p>(Chronik der Stadt H\u00f6xter S.162)<\/p>\n<p>Abt Karl verstarb 1737,<\/p>\n<p>Auf&nbsp; ihn folgte Abt Kaspar II. von B\u00f6selager-Honeburg (1737-1758)<\/p>\n<p>Er wurde am 3. Juli 1687 auf Gut Honeburg bei Osnabr\u00fcck geboren. Er war der Sohn&nbsp; von Joachim von B\u00f6selager, ein Angeh\u00f6riger des Stiftsadels von Corvey.<\/p>\n<p>Er zeigte gute geistige Begabung und sollte nach Corvey gegeben werden.<\/p>\n<p>Caspar wurde&nbsp; dem F\u00fcrstabt Florenz von dem Felde und dem Konvent vorgestellt. Er machte auf die Corveyer Herren den besten Eindruck, und man hatte nach einem Bericht vom 14. Januar 1703 \u201eob dessen gute Conduit und \u00fcbrige Qualiteten ein ratsames Contentement&#8220;.<\/p>\n<p>Im April 1704 begann er sein Noviziat in Corvey.<\/p>\n<p>Am 29. Juni 1705 legte er seine Profess ab.<\/p>\n<p>Am 8. September 1708 wurde er&nbsp; Subdiakonsweihe, am 1. August 1709&nbsp; Diakon und am 6. Juli 1711 zum Priester geweiht.<\/p>\n<p>1715 wurde er mit der Pfarrseelsorge in der Propstei Obermarsberg betraut.<\/p>\n<p>1721 \u00fcbernahm er das Pfarramt in Meppen.<\/p>\n<p>Er galt als uneigenn\u00fctzig, pers\u00f6nlich makellos, gut gebildet, kirchlich eifrig und wirtschaftlich begabt.<\/p>\n<p>Nach dem Tod von Abt Karl&nbsp; fand am&nbsp; 17. M\u00e4rz 1737 die Wahl seines Nachfolgers statt.<\/p>\n<p>Nebne Kaspar standen zwei zwei weitere Kandidaten zu Wahl, ein weiterer Konventuale aus Corvey und der Paderborner Dompropst und kurk\u00f6lnische Minister Friedrich Christian Freiherr von F\u00fcrstenberg (1700-1742). <\/p>\n<p>Dieser trat schon zu Lebzeiten von Abt Karl als Kandidat f\u00fcr dessen Nachfolge auf. Er versprach jedem, der ihn w\u00e4hlen w\u00fcrde 20 Taler, also der Paderborner Dompropst und kurk\u00f6lnische Minister Friedrich Christian Freiherr von F\u00fcrstenberg. Dieser trat etwa 6.140.\u2014\u20ac<\/p>\n<p>und falls er gew\u00e4hlt w\u00fcrde, eine lebenslange Zuwendung von 100 Talern, also etwa 30.700\u2014\u20ac<\/p>\n<p>Auch prominente Unterst\u00fctzer hatte er, den Kaiser und auch den Erzbischof und Kurf\u00fcrsten Clemens August (1723 \u2013 1761) von K\u00f6ln .Dieser Versuch der Einflu\u00dfnahme spaltete auch den Konvent von Corvey.<\/p>\n<p>Unter dem Vorsitz der \u00c4bte Bernward Peumann (1713\u20131746) von Kloster Ringelheim und Marienm\u00fcnster wurde Kaspr mit einer Stimme Mehrheit gew\u00e4hlt,<\/p>\n<p>Am 8. Juli 1737 er mahnte Papst&nbsp; Clemens XII. (1730-1740) denn Konvent von Corvey zum Gehorsam gegen\u00fcber dem neuen Abt Kaspar. <\/p>\n<p>Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen&nbsp; C 001u \/ F\u00fcrstabtei Corvey \/ Urkunden, Nr. 1342  <\/p>\n<p>Am 9. Juli 1737 wies der Papst Abt Kaspar an, sich von einem Bischof weihen zu lassen.  <\/p>\n<p>Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen C 001u \/ F\u00fcrstabtei Corvey \/ Urkunden, Nr. 1343  <\/p>\n<p>Vor dem 5. August 1737 bat Abt Kaspar den Kaiser um die Best\u00e4tigung der Privilegien der Abtei Corvey.  <\/p>\n<p>Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen C 001u \/ F\u00fcrstabtei Corvey \/ Urkunden, Nr. 1343 \u2013 e  <\/p>\n<p>Am m4. M\u00e4rz 1738 erfolgte die Best\u00e4tigung der Privilegien.  <\/p>\n<p>Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen C 001u \/ F\u00fcrstabtei Corvey \/ Urkunden, Nr. 1345  <\/p>\n<p>1737 wurde er Pr\u00e4sident der Bursfelder Kongregation.  <\/p>\n<p>Er f\u00fchrte die Triere Agenda in Corvey ein.  <\/p>\n<p>Er lie\u00df die Heilquellen, den \u201cGesundbrunnen\u201d&nbsp; in Godelheim erschlie\u00dfen. Dort lie\u00df er durch Franz Christoph&nbsp; Nagel (1699-1764), einen deutschen Barockbaumeister, ein Herrenhaus mit Gartenanlage errichten,&nbsp; das den \u00c4bten  <\/p>\n<p>als Sommerresidenz diente. \u00dcber der Quelle lie\u00df er ein Brunnenhaus bauen.  <\/p>\n<p>In Corvey lie\u00df er 1741 von Franz Christoph&nbsp; Nagel ein Orangeriegeb\u00e4ude mit einem dazu geh\u00f6rigen Garten errichten.<\/p>\n<p>Die Benediktuskapelle und das Turmzimmer, das heute als Bibliothek dient wurde im Rokokostil umgestaltet.<\/p>\n<p>In F\u00fcrstenau wurde 1756 mit dem Bau des F\u00fcrstenhofes begonnen.<\/p>\n<p>In H\u00f6xter wurde eine neue Apotheke errichtet.<\/p>\n<p>Von dem Marsberger Bildhauer Joseph P\u00f6llmann&nbsp; lie\u00df er 1746 die Bildnisse der Heiligen Stephanus und Vitus mit seinem Wappen anfertigen. Vor der Br\u00fccke von Corvey wurde 1749 eine Kreuzigungsgruppe aufgestellt.<\/p>\n<p>Abt Caspar verstarb am 22. Januar 1758.<\/p>\n<p>Auf ihn folgte Abt Philipp von Spiegel zum Desenberg&nbsp; (1758-1776)<\/p>\n<p>Er stammte aus einem ostwestf\u00e4lischen Adelsgeschlecht aus dem Hochstift Paderborn.<\/p>\n<p>Er ist am 21. August 1715 geboren.<\/p>\n<p>Seine Wahl zum Abt von Corvey fand am 6. M\u00e4rz 1758 statt.<\/p>\n<p>Seine Best\u00e4tigung durch Papst Clemens XIII. (1758-1769) erfolgte am 11. September 1758<\/p>\n<p>Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen C 001u \/ F\u00fcrstabtei Corvey \/ Urkunden, Nr. 1367  <\/p>\n<p>Papst Clemens XIII. erlaubte Abt Philipp am 12.September 1758, sich von einem Bischof weihen zu lassen. <\/p>\n<p>Landesarchiv NRW Abteilung WestfalenC 001u \/ F\u00fcrstabtei Corvey \/ Urkunden, Nr. 1370  <\/p>\n<p>Am&nbsp; 1. Mai 1766 legte Abt Philipp dem Grundstein f\u00fcr die neue Kirche in H\u00f6xter, die die bauf\u00e4llige Nikolaikirche ersetzte.  <\/p>\n<p>Sie wurde im sp\u00e4tbarocken Stil gebaut.  <\/p>\n<p>Am 6- Dezember 1770 wurde sie nach einfacher Weihe erstmals benutzt.  <\/p>\n<p>Am 17. November 1771 weihte sie Abt Philipp mit spezieller p\u00e4pstlicher Vollmacht feierlich-  <\/p>\n<p>Abt Philipp verstarb am 26. Mai 1776  <\/p>\n<p>Auf ihn folgte Abt Johann Karl Theodor von Brabeck (1776-1794).<\/p>\n<p>Er wurde am 19. Juli 1738 auf Haus Lohausen bei <a href=\"https:\/\/www.wikiwand.com\/de\/articles\/Hamm\">Hamm<\/a> als Sohn des Peter Franz Walter von Brabeck und der Maria Ottilia Schenck von Niddeg geboren<\/p>\n<p>Die Familie Brabeck war eine Adelsfamilie aus Kirchbellen im M\u00fcnsterland.<\/p>\n<p>Er trat in Kloster Corvey ein.<\/p>\n<p>1762 wurde er in Hildesheim um Priester geweiht<\/p>\n<p>Am 18. Juli 1776 wurde er zum Abt gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>1782 wurde Abt Johann Karl Theodor \u00fcber die Reformpl\u00e4ne des&nbsp; Kaisers Josef II. (1765-1790)<\/p>\n<p>\u201cUnn\u00fctze\u201d Abteien sollten aufgehoben werden. Das waren Abteien, die keine Krankenpflege, Schulen oder andere soziale Aktivit\u00e4ten betrieben, wurden . Ihr Besitz sollte verstaatlicht werden. Das h\u00e4tte auch Corvey betroffen.<\/p>\n<p>Corvey litt schon lange unter Nachwuchsmangel. Corvey nahm zu dieser Zeit nur Novizen an, die 16 adelige Vorfahren nachweisen konnten.<\/p>\n<p>Der Konvent verringerte sich st\u00e4ndig, dazu kam naturgem\u00e4\u00df eine \u00fc\u00dceralterung der M\u00f6nche, so da\u00df die Zeit abzusehen war, in der der Chordienst ebenso wie die Funktionen in der Verwaltung nicht mehr ordnungsgem\u00e4\u00df versehen werden konnten<\/p>\n<p>1786 wurde ein Seminar f\u00fcr Weltpriester gegr\u00fcndet. Man hatte jetzt also eine Schule.<\/p>\n<p>Weiter \u00fcberlegten r Abt Theodor von Brabeck und der&nbsp; Konvent&nbsp; eine S\u00e4kularisierung2 derart, da\u00df eine Umwandlung in ein Bistum erfolgte. <\/p>\n<p>Nach schwierigen und langwieriegen&nbsp; Verhandlungen mit&nbsp; Kaiser Joseph II. und Papst Pius VI. (1775-1799)&nbsp; wurde Corvey zu einem Bistum umgewandeltAbt&nbsp; Theodor wurde am <\/p>\n<p>18. Juni 1792 zum Bischof von Corvey ernannt und am 1. Juni 1794 zum Bischof geweiht. <\/p>\n<p>Nachdem Corvey ein Bistum geworden war, wurde Abt Johann Karl Theodor zum Bischof ernannt. die bisherigen M\u00f6nche bildeten jetzt das Domkapitel und wurden Domkapitulare.<\/p>\n<p>Eine Neuverteilung des Verm\u00f6gens zwischen dem Bischof und dem Domkapitel n\u00f6tig, ebenso musste der bisher kl\u00f6sterliche Haushalt den neuen Verh\u00e4ltnissen angepasst werden. Der Bischof und die zw\u00f6lf Domkapitulare bezogen jetzt ihre Eink\u00fcnfte gr\u00f6\u00dftenteils in barem Gelde, und das konnte nur beschafft werden, wenn man m\u00f6glichst viele Verm\u00f6genswerte zinsbar anlegte.<\/p>\n<p>Die Landwirtschaft Corveys, die dem Verm\u00f6gen des Bischofs zugerechnet war, wurde 179 an zwei Landwirte aus dem Hildesheimischen f\u00fcr eine j\u00e4hrliche Pachtsumme von 6500 Talern, das sind etwa 1.571.544,00 \u20ac.<\/p>\n<p>Die sehr hohe Pachtsumme erkl\u00e4rt sich einmal daraus, da\u00df Corvey sehr guten Boden hatte, zum anderen liegt das an dem landesherrlichen Branntweinmonopol; die Dom\u00e4ne Corvey versorgte einen gro\u00dfen Teil des Landes mit Branntwein.<\/p>\n<p>Bischof Theodor war sehr kr\u00e4nklich und verstarb wenige Monate nach seiner Bischofsweihe am&nbsp; 15. Oktober 1794 im Alter von 56 Jahren.Zu seinem Nachfolger wurde&nbsp; Domkapitular Ferdinand von L\u00fcninck am 16. Dezember 1794 gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Er ist 15. Februar 1755 in Gleuel, heute ein Stadtteil von H\u00fcrth,geboren. Die Familie von L\u00fcninck ist ein altes niederrheinisches Adelsgeschlecht.<\/p>\n<p>Er war der Sohn des Johann Wilhelm von L\u00fcninck (1716\u20131784) und dessen Gemahlin Maria\u2013Odilia von Gaugreben (1724\u20131817). <\/p>\n<p>Er besuchte das Jesuitenkolleg in K\u00f6ln und lebte am Kurk\u00f6lnischen Hof, wo er seine Erziehung erhalten hatte.<\/p>\n<p>Er studierte in G\u00f6ttingen Rechte und war danach am Reichskammergericht in Wetzlar t\u00e4tig.<\/p>\n<p>1779 wurde er im Kurf\u00fcrstentum K\u00f6ln wirklicher Hof- und Regierungsrat in Bonn.<\/p>\n<p>Nachdem ein weiterer Aufstieg ausblieb, wandte er sich dem geistlichen Stand zu und wurde 1785 Kleriker.Er bEr <\/p>\n<p>Seit 1791 hatte er einen Sitz im Domkapitel von M\u00fcnster. Er absolvierte daf\u00fcr ein zweij\u00e4hriges Biennium , das ist ein allgemein bildendesdrei Monaten seine d<\/p>\n<p>zweij\u00e4hriges Vorbereitungsstudium f\u00fcr alle F\u00e4cher der Philosophischen Fakult\u00e4ten. <\/p>\n<p>Dort k\u00fcmmerte er sich auch im Auftrag seines Cousins, des Corveyer Abtes Theodors um die Umwandlung von Corvey in ein Bistum.<\/p>\n<p>1792 hatte er Erfolg damit. Er erhielt dann eine Stelle am neu zu errichtenden Domkapitel von Corvey<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nachdem Bischof&nbsp; Theodor 1794 verstarb, wurde Ferdinand von L\u00fcninck am 16. Dezember 1794 zum zweiten Bischof von Corvey gew\u00e4hlt und am 1. Juni 1795 durch den Papst best\u00e4tigt. <\/p>\n<p>Dann wurde er&nbsp; am 6. August 1795 in Hildesheim zum Priester geweiht.<\/p>\n<p>Am 6. September 1795 weihte ihn der Erzbischof von K\u00f6ln, Maximilian Franz von \u00d6sterreich&nbsp; (1784-1801) in M\u00fcnster zum Bischof von Corvey.<\/p>\n<p>Am 25. Februar 1803 wurde in Regensburg der Reichsdeputationshauptschlu\u00df erlassen.<\/p>\n<p>Damit wurden alle geistlichen n geistlichen F\u00fcrstent\u00fcmer aufgehoben und ihre Territorien an diejenigen weltlichen F\u00fcrsten verteilt wurden, die ihre Gebiete auf dem linken Rheinufer, das an Frankreich abgetreten werden mu\u00dfte, verloren hatten. <\/p>\n<p>Das F\u00fcrstwntum Corvey wurde am am 21. Oktober 1802 durch eine preu\u00dfische Milit\u00e4rabteilung f\u00fcr den F\u00fcrsten von Nassau-Oranien besetzt.<\/p>\n<p>Nach den Bestimmungen des Reichsdeputationshauptschluuses war der neue&nbsp; Landesherr verpflichtet, dem Bischof und seinen Domkapitularen&nbsp; eine Pension zu bezahlen.<\/p>\n<p>Erbprinz&nbsp; Wilhelm Friedrich, Prinz von Oranien-Nassau (1772-1843) schloss mit Bischof Ferdinand von L\u00fcninck&nbsp; am 1. Juli 1803 einen Vertrag ab. Damit warwn die Verh\u00e4ltnisse geregelt.<\/p>\n<p>Der Bischof erhielt eine j\u00e4hrliche Pension von 20.000 Gulden, das sind etwa 5.773.361,00 \u20ac.<\/p>\n<p>Der ganze Schlossgarten blieb ihm \u00fcberlassen.<\/p>\n<p>Der Bischof behielt Wohnrecht in Corvey.Er durfte M\u00f6bel und andere Effekten im Wert von 1600 Talern behalten. Er erhielt die Privat jagd (gegen Pacht) und bekam j\u00e4hrlich 300 Malter Brennholz gegen Zahlung der Forstzinsen und Anweisegeb\u00fchren. Au\u00dferdem trat der Erbprinz eine einmalige Summe von 11 000 Talern an den Bischof ab, der dagegen auf alle sich etwa noch ergebenden Anspr\u00fcche verzichtete. <\/p>\n<p><i><\/i>&nbsp; 1806 besetzte Generalleutnant&nbsp; Gerhard Heinrich von Heldring (1751-1835) Corvey im vierten Koalitionskrieg 1805-1807&nbsp; das Corveyer Land und nahm es f\u00fcr das K\u00f6nigreich Holland in Besitz. Die Koaltion bestand aus Preu\u00dfen und Russland, die dann noch um Gro\u00dfbritannien und Schweden erweitert wurde. gegen Napoleon  <\/p>\n<p>Nach dem&nbsp; Frieden von Tilsit am 7. Juli 1807 schuf Napoleon f\u00fcr seinen j\u00fcngeren Bruder Jer8me (1784-1860) das K\u00f6nigreich Westfalen, das bis 1813 bestand.  <\/p>\n<p>K\u00f6nig Jer8me hatte am 4. September 1812 H\u00f6xter und Corvey besucht. Kurz danach wurde Bischof von Lensinck zum Gro\u00dfalmosenier mit 40.000 Francs Gehalt.  <\/p>\n<p>An Neujahr 1813 ernannte ihn Jer8me zum Gro\u00dfkomtur des von ihm gestifteten Ordens der Westf\u00e4lischen Krone.  <\/p>\n<p>Nach der Eingliederung in die preu\u00dfische Provinz Westfalen wurde er vom preu\u00dfischen Oberpr\u00e4sidenten . Friedrich Ludwig Wilhelm Philippvon Vincke&nbsp; zum Bischof von M\u00fcnster vorgeschlagen, auch  <\/p>\n<p>um den amtierenden Kapitularvikar Clemens August v. Droste-Vischering (1773-1845, ab 1836 Erzbischof von K\u00f6ln), mit dem es st\u00e4ndig zu Konflikten kam, auszuschalten.<\/p>\n<p>Den preu\u00dfischen Vorschlag&nbsp; f\u00fcr das Bischofsamt von M\u00fcnster bezog die Kurie in ihre&nbsp; beginnenden Konkordatsverhandlungen ein.<\/p>\n<p>Am 28.&nbsp; 8. 1820 wurde er nach M\u00fcnster transferiert. Am7.7. 1821 wurde er in M\u00fcnster inthronisiert. Er bem\u00fchte sich, die Konflikte mit dem preu\u00dfischen Staat abzubauen, musste aber schon nach drei Monaten seine Amtsgesch\u00e4fte niederlegen,<\/p>\n<p>da er durch \u00dcberanstrengung geistig zerr\u00fcttet wurde. Er zog sich&nbsp; nach Corvey zur\u00fcck, wo er am 18.3.1825 verstarb.<\/p>\n<p>Mit ihm war die Reihe von 65 Abten und&nbsp; 2 Bisch\u00f6fen, die Corvey seit seiner Gr\u00fcndung im Jahr 822 gehabt hat, abgeschlossen. <\/p>\n<p>Der entsch\u00e4digungsberechtigte Landgraf Viktor Amadeus von Hessen-Rotenburg (1779-1834) erhielt 1820 als Standesherr vom K\u00f6nig von Preu\u00dfen Friedrich Wilhelm III. ( 1797-1840) als Landesherr das Mediatf\u00fcrstentum Corvey als Ausgleich, zusammen mit dem Mediatf\u00fcrstentum Ratibor.<\/p>\n<p>Dieser vererbte es seinem Neffen, dem Erbprinzen Victor zu Hohenlohe-Schillingsf\u00fcrst (1818-1893), der den ererbten Besitz bis 1893 als Victor I.Herzog von Ratibor und F\u00fcrst von Corvey den ererbten Besitz verwaltete.<\/p>\n<p>Wenn von Corvey die Rede ist, muss nat\u00fcrlich auch an August Heinrich Hoffmann von Fallersleben gedacht werden.<\/p>\n<p>Dieser ist am 2. April 1798 in Fallersleben, Kurf\u00fcrstentum Braunschweig-L\u00fcneburg&nbsp; geboren.<\/p>\n<p>Er begann 1816 in G\u00f6ttingen ein Theologiestudium. Sein Interesse galt aber der der Geschichte des klassischen Altertums. Sein Vorbild war Johann Joachim Winckelman.<\/p>\n<p>In Kassel lernte er Jacob Grimm kennen. Auf seinen Rat hin studierte er dann deutsche Sprache und Literatur , also die heutige Germanistik.<\/p>\n<p>1821 ging er nach Berlin, um mit Hilfe seines Bruders Bibliothekar zu werden.Dieser brachte ihn mit dem Freiherren Gregor von Meusebach zusammen, dessen Privatbibliothek in ganz Preu\u00dfen bekannt war. <\/p>\n<p>1823 wurde er Kustos der Universit\u00e4tsbibliothek Breslau.<\/p>\n<p>1830 wurde er dort au\u00dferordentlicher Professor. 1836 wurde er zum ordentlichen&nbsp; Professor ernannt.<\/p>\n<p>1841 verfasste er am 26. August das <i>Lied der Deutschen<\/i> das am 5. Oktober desselben Jahres erstmals \u00f6ffentlich in Hamburg gesungen wurde. <\/p>\n<h5><\/h5>\n<p>Wegen seines Eintretens f\u00fcr ein einheitliches Deutschland und seiner liberalen Haltung wurde er&nbsp; 1842 pensionslos von der preu\u00dfischen Regierung seiner Professur in Breslau enthoben  <\/p>\n<p>Ein Jahr sp\u00e4ter entzog man ihm die preu\u00dfische Staatsb\u00fcrgerschaft und verwies ihn des Landes.  <\/p>\n<p>An der M\u00e4rzrevolution von 1848 nahm er nicht teil Er wurde aber 1848 dank eines Amnestiegesetzes rehabilitiert .  <\/p>\n<p>Durch Vermittlung von Liszt bekam er eine Anstellung als Bibliothekar an der F\u00fcrstlichen Bibliothek Corvey bei Herzog Victor I. Herzog von Ratibor  <\/p>\n<p>August Heinrich Hoffmann starb 1874 im Alter von 75 Jahren im Schloss Corvey an einem Schlaganfall. Er ist auf dem Friedhof von Corvey nahe der Abteikirche beigesetzt,  <\/p>\n<p>Auf dem Corveyer Friedhof steht auch sein Denkmal.  <\/p>\n<p>Auf dem Friedhof in Corvey sind auch zwei Gr\u00e4ber von von zwei Patres, die im Nationalsozialismus starben.  <\/p>\n<p>Der Pallotinerpater Franz Reinisch hat als einziger katholischer Priester den Fahneneid auf Hitler verweigert. Daf\u00fcr wurde er am 7. Juli 1942 zum Tode verurteilt und am 21. August 1942 durch das Fallbeil hingerichtet.  <\/p>\n<p>Neben ihm ruht Franz Riepe. Er war Steyler Missionar. Er war bis 1939 in Corvey t\u00e4tig .  <\/p>\n<p>Im Rahmen seiner von der Gestapo \u00fcberwachten Vortragst\u00e4tigkeit verlas er am 12. Februar 1941 das Hirtenschreiben der holl\u00e4ndischen Bisch\u00f6fe vom 26. Januar 1941, in dem sie die Priester anwiesen, Unterst\u00fctzern des Nationalsozialismus die Sakramente zu verweigern. Daraufhin wurde er am 20. Februar 1941 festgenommen und in das Konzentrationslager Dachau (Pfarrerblock) eingeliefert, wo er am 13. August 1942 vor Hunger und Ersch\u00f6pfung starb.  <\/p>\n<p>Am 21. Juni 2014 wurde Corvey mit dem offiziellen Titel \u201eDas Karolingische Westwerk und die Civitas Corvey\u201c. in das Weltkulturerbe der Unesco aufgenommen.  <\/p>\n<p>Die wichtigsten Begr\u00fcndungen waren <\/p>\n<p>Kriterium (ii): Corvey besitzt das einzige nahezu vollst\u00e4ndig erhaltene karolingische Westwerk. Der zentrale, dreiseitig von Emporen umgebene Hauptraum im Ober-<br \/>geschoss greift in seiner Form und urspr\u00fcnglichen k\u00fcnstlerischen Ausstattung aufantike Vorbilder f\u00fcr weltliche Repr\u00e4sentationsr\u00e4ume zur\u00fcck; auch f\u00fcr das Gew\u00f6lbe<br \/>der Eingangshalle wurden antike Konstruktionstechniken angewandt. Insgesamt lieferte das Westwerk die Grundlage f\u00fcr weitere technische und bautypologische<br \/>Entwicklungen in der romanischen und gotischen Sakralarchitektur, die im Barock neu interpretiert wurden<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Kriterium (iii): Der Hauptraum im Obergeschoss diente liturgischen Zwecken und privilegierten Nutzungen. Der Bezirk um das Kloster mit Schule und Bibliothek, der<br \/>sp\u00e4testens 940 befestigt wurde und als religi\u00f6ses, kulturelles und wirtschaftliches Zentrum diente, entstand schon in der Karolingerzeit und umfasste ein Pilgerhospiz,<br \/>Unterk\u00fcnfte f\u00fcr G\u00e4ste und Bedienstete, Wirtschaftsgeb\u00e4ude und Werkst\u00e4tten. Hier wurde der politische und kulturelle Aufschwung unter den Karolingern am Rande des<br \/>fr\u00e4nkischen Reiches sichtbar.<\/p>\n<p>Kriterium (iv): Das Westwerk der Abtei Corvey ist ein herausragendes Zeugnis der karolingischen Bau- und Klosterkultur, die nicht nur Ausdruck geistlicher Inhalte und<br \/>kirchlicher Ziele war, sondern auch Instrument der Herrschaftssicherung und des Landesausbaus. Der ehemals befestigte Klosterbezirk und die aus karolingischen<br \/>Siedlungskernen um ihn herum gewachsene hochmittelalterliche Stadt sind arch\u00e4ologische Denkm\u00e4ler und herausragende Zeugnisse des politischen, kulturellen<br \/>und wirtschaftlichen Lebens im Mittelalter.<br \/>Integrit\u00e4t<\/p>\n<p>Das in seiner baulichen Gestalt erhaltene Westwerk und der als Bodendenkmal gesch\u00fctzte, ehemals befestigte Klosterbezirk sind mit Blick auf ihre Lage und den<br \/>Gesamtzusammenhang nachvollziehbar. Die Klosteranlage ist in ihrer urspr\u00fcnglichen Gr\u00f6\u00dfe erhalten und ihre naturr\u00e4umliche Einbettung ungest\u00f6rt<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.novosights.com\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/kloster-corvey-034-corvey-hoexter-kirche-kloster-luftaufnahme-luftbild-schloss-weltkulturerbe-weser-weserbergland-westwerk.jpg\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Karl der Gro\u00dfe (768-814I) hatte in den Jahren 772-804&nbsp; die Sachsen besiegt und in das Frankenreich eingegliedert.Mit harter Hand hatte er mit deren Christianisierung begonnen. 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