{"id":3321,"date":"2024-09-30T13:09:11","date_gmt":"2024-09-30T13:09:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=3321"},"modified":"2024-11-24T15:10:00","modified_gmt":"2024-11-24T15:10:00","slug":"reichsabtei-salem","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=3321","title":{"rendered":"Reichsabtei Salem"},"content":{"rendered":"<p>Berthold II. Tutz <br \/>1358\u20131373 (R\u00fccktritt)  <\/p>\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.salem.de\/fileadmin\/Bilder\/35_salem_alte-website\/Wissenswert_und_amuesant\/Dossiers\/35_salem_detail_historische-abbildung-gesamtanlage_foto-ssg-guenter-beck.crop993x558_600x400.jpg\"><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In Adelsreute, einem Ortsteil von Taldorf, das heute zur Stadt Ravensburg geh\u00f6rt  <\/p>\n<p>wollte Ritter Guntram von Adelsreute seinen Besitz, der aus verschiedenen D\u00f6rfern und Weilern im  <\/p>\n<p>dicht besiedelten Linzgau am n\u00f6rdlichen Bodensee befand, 1123 in ein Zisterzienserkloster investieren.  <\/p>\n<p>1134 wandte er sich deshalb an den Abt von Kloster L\u00fctzel, das im \u00e4u\u00dfersten S\u00fcden des Elsa\u00df direkt an der Grenze zur Schweiz liegt.  <\/p>\n<p>Er bat Abt Christian (1131 ?- 1175 ?) einen Gr\u00fcndungskonvent in das von ihm geplante Kloster zu schicken.  <\/p>\n<p>Guntram hatte noch einen weiteren Besitzkomplex, der sich im Tal der Aach befand.  <\/p>\n<p>Darin lag der Ort Salmannsweiler, ein kleines Dorf mit einer Pfarrkirche, die der heiligen Verena und dem heiligen Cyriakus geweiht war, umgeben von einigen kleinen Weilern.  <\/p>\n<p>Dort sollte das neue Kloster entstehen.  <\/p>\n<p>Der Abt sandte den Salemer Cellerar Frowin mit 12 M\u00f6nchen nach Salmansweiler. Nach der Cistercienser Chronik Nr. 3 vom 1.Januar 1891, S. 2, war er M\u00f6nch in Bellevaux, der dem Mutterkloster von L\u00fctzel  <\/p>\n<p>geschickt wurde,und geh\u00f6rte vielleicht dem Gr\u00fcndungskonvent an, der von dort nach L\u00fctzel geschickt wurde.  <\/p>\n<p>Das Kloster erhielt den Namen Salem. Im Alten Testament war das der Sitz des K\u00f6nigs Melchisedek-Im Mittelalter wurde das biblische Salem als der \u00e4ltere Name von Jerusalem gedeutet.  <\/p>\n<p>Nach ihrer Ankunft begannen die M\u00f6nche sofort&nbsp; mit dem Kloster-und Kirchenbau.  <\/p>\n<p>Auch die rechtliche Absicherung wurde schnell vorangetrieben.  <\/p>\n<p>Papst Innozenz II. (1133-1143) best\u00e4tigte&nbsp; am 17. Januar 1140 die Schenkung Guntrams von Adelsreut und nahm Kloster Salem in seinen Schutz. (Codex Salamiticus 2, S 2).  <\/p>\n<p>und erkl\u00e4rte dessen Vogtfreiheit.  <\/p>\n<p>Im gleichen Jahr stimmte Herzog Friedrich II. von Schwaben (1105-1147) der Gr\u00fcndung des Klosters zu.  <\/p>\n<p>K\u00f6nig Konrad III. (1138-1152) best\u00e4tigte am 19. M\u00e4rz 1142 in Konstanz die Gr\u00fcndung des Zisterzienserklosters Salem durch Guntram und best\u00e4tigte seinen Besitz.  <\/p>\n<p>Au\u00dferdem sicherte er als dessen alleiniger Vogt gegen alle Eingriffe Dritter. Konrad III. &#8211; RI IV,1,2 n. 234  <\/p>\n<p>Die Staufer f\u00f6rderten die weitere Entwicklung von Kloster Salem tatkr\u00e4ftig und nutzten ihre Vogtei als Instrument ihrer Territorialpolitik. <\/p>\n<p>Da auch das Mutterkloster L\u00fctzel den Staufern verbunden war, erg\u00e4nzte sich das nat\u00fcrlich.<\/p>\n<p>Am 20, Februar 1146 best\u00e4tigte Papst Eugen III. (1145-1153), der erste Zisterzienserpapst, die Schenkung Guntrams f\u00fcr Salem und nahm das Kloster in seinen Schutz. (Codex Salamiticus 4, S 7 ff). <\/p>\n<p>Das junge Kloster erfreute sich sofort eines regen Zulaufes und schon 1147 konnte Kloster Salem seine erste Tochter gr\u00fcnden, n\u00e4mlich in Raitenhaslach an der Salza, nahe bei Burghausen.<\/p>\n<p>Die Besiedelung durch Salemer M\u00f6nche ist&nbsp; zwar nicht direkt dokumentiert, aber durch das stets unangefochtene Visitationsrecht ausreichend belegt.<\/p>\n<p>(Zu Kloster Raitenhaslach, Tennenbach, Wettingen und den unter Abt Eberhard gegr\u00fcndeten Zisterzienserinnenkl\u00f6stern sie he das jeweils betreffende Kloster in Mei B\u00fcchle)<\/p>\n<p>Am 25. August 1152 nahm Kaiser Friedrich I. Barbarossa (1152-1190) nur knapp f\u00fcnf Monate nach seiner Wahl zum deutschen K\u00f6nig&nbsp; Kloster Salem in seinen Schutz und best\u00e4tigte seine G\u00fcter im einzelnen. Friedrich I. &#8211; RI IV,2,1 n. 130<\/p>\n<p>Kurz nach seiner Kaiserkr\u00f6nung&nbsp; nahm Friedrich Kloster Salem wieder in seinen Schutz und best\u00e4tigte die G\u00fcter des Klosters, die aus dem Erbe des Guntram von Adelsreute zuerst in die Hand des Abtes Christian von L\u00fctzel&nbsp; und sp\u00e4ter durch K\u00f6nig Konrad <\/p>\n<p>an Abt Frowin \u00fcbergeben wurden. Friedrich I. &#8211; RI IV,2,1 n. 370<\/p>\n<p>In der Cistercenserchronik Nr.3 , S 3ff wird berichtet, dass Abt Frowin&nbsp; Bernhard von Clairvaux (* um 1090-1153) auf dessen Reise 1146 durch Deutschland, auf der er f\u00fcr die Kreuzz\u00fcge warb, begleitete.<\/p>\n<p>Ebenfalls mit dabei der Konstanzer Bischof Herrmann von Arbon (1138-1165), der Bernhard von Clairvaux nach Konstanz eingeladen hatte und ihn auf dessen Reise durch die Di\u00f6zese Konstanz begleitete.<\/p>\n<p>Es spricht schon einiges f\u00fcr diese Darstellung, denn Frowin war der Abt des bis dahin einzigen Zisterzienserklosters der Di\u00f6zese Konstanz und d\u00fcrfte Bernhard auch pers\u00f6nlich vom Besuch des Generalkapitels von 1146,<\/p>\n<p>bei dem er wohl dabei war, gekannt haben.<\/p>\n<p>Die Klosterkirche wurde zischen 1150 und 1160 fertiggestellt. Die Kirche hatte nach der Salamitaner Chronik 8 Alt\u00e4re, von denen Bischof Herrmann 2 weihte.<\/p>\n<p>Abt Frowin tritt noch ein mal als Schiedsrichter in einer Streitsache zwischen den Kl\u00f6stern St. Blasien und Allerheiligen in Schaffhausen zusammen mit Abt Christian von L\u00fctzel und Abt Frowin (1143\u20131178,) am 14. Oktober 1164 auf (S. 7)<\/p>\n<p>1160 stellt Friedrich eine weiter Schutzurkunde f\u00fcr Kloster Salem aus.<strong>&nbsp; <\/strong>Friedrich I. &#8211; RI IV,2,2 n. 844<\/p>\n<p>Abt Frowin starb am 27. Dezember 11 65.<\/p>\n<p>Der zweite Abt von&nbsp; Salem war Godefridus (1166\u20131168 <\/p>\n<p>Auf ihn folgte Abt&nbsp; Erimbertus (1168\u20131175 )<\/p>\n<p>Am 4. Januar&nbsp; 1178&nbsp; nahm Papst Alexander III.(1159-1183) Kloster Salem&nbsp; und seine Besitzungen in seinen Schutz, best\u00e4tigte diese und verlieh dem Kloster verschieden in der Urkunde genannten Beg\u00fcnstigungen. (Codex Salamiticus 21, S 34 ff). <\/p>\n<p>Abt war nach der Biographia cisterciensis Christian (1175\u20131191)<\/p>\n<p>1180 best\u00e4tigte&nbsp; der Einsiedler Abt Wernher II. von Toggenburg (1173 \u20131192 ) den Verkauf des G\u00fctleins Maurach an das Kloster Salem (Codex 23, S. 37)<\/p>\n<p>Das war ein wichtiger Ort f\u00fcr das Kloster, denn er lag direkt am Bodensee und sicherte so den Zugang zur G\u00fcterschiffahrt auf dem Bodensee. Zun\u00e4chst war Maurach&nbsp; Getreidelager, Umschlagsplatz mit Schiffanlegestelle,Dann wurde dort die Sommerresidenz&nbsp; <\/p>\n<p>der \u00c4bte von Salem gebaut.<\/p>\n<p>1180&nbsp; unterstellte der Abt von L\u00fctzel Archenfried (1179-1181) das ihm unterstellte Kloster Tennenbach Abt Christian von Kloster Salem, das damit Tochterkloster von Salem wurde.<\/p>\n<p>(tennenbacher Urkundenbuch S. 6)<\/p>\n<p>Tennenbach war nicht von Salem gegr\u00fcndet worden, sondern von Frienisberg, war aber L\u00fctzel unterstellt, da Frienisberg ein Tochterkloster von L\u00fctzel war. <\/p>\n<p>Am 20. Juni 1183&nbsp; nahm Kaiser Friedrich Kloster Salem mit seinen n\u00e4her bezeichneten Schutz&nbsp; und nahm es in seinen unmittelbaren und ausschlie\u00dflichen Schutz.&nbsp; (Codex 26, S. 41 ff.)<\/p>\n<p>Salem war nun Reichskloster.<\/p>\n<p>Am 4. M\u00e4rz 1184 beauftragte Papst Lucius III. (1181-1185)&nbsp; Erzbisch\u00f6fe, Bisch\u00f6fe, \u00c4bte, Prioren, Archidiakone, Dekane, Priester und Pr\u00e4laten , das Privileg der Zisterzienser der Zehntbefreiung zu beachten, und daf\u00fcr zu sorgen, dass niemand von dem Abt<\/p>\n<p>und Br\u00fcdern von Salem Zehnt verlangt und das bei Zuwiderhandlung mit Exkommunikation zu bestrafen. (Codex 28, S. 45 ff.)<\/p>\n<p>Am 4. M\u00e4rz 1185 nahm Papst Lucius Abt Christian und seine Br\u00fcder von Kloster Salem in seinen Schutz und best\u00e4tigte seinen Besitz. (Codex 34, S 53 ff)<\/p>\n<p>Damit hatte Abt Christian neben dem ausschlie\u00dflichen Schutz des Kaisers auch die Zehntbefreiung bekommen und einen p\u00e4pstlichen Schutzbrief erhalten.<\/p>\n<p>Am 18. 11 1190 best\u00e4tigte Papst Clemens III. (1187-1191) Abt Christian den Zehnten von Maurach. (Codex 43, S 67 f.)<\/p>\n<p>Christian&nbsp; regierte bis 1191.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Abt Eberhard I. von Rohrdorf (1191\u20131240), der bedeutendste Abt Salems im Mittelalter.<\/p>\n<p>Der Vater von Eberhard war Graf Gottfried von Rohrdorf (+ 1191) Die Familie z\u00e4hlte zu einem der f\u00fchrenden Hochadelsgeschlechter im Bodenseeraum.<\/p>\n<p>Sie hatten Besitz um Messkirch, in Oberschwaben,im Hegau und im Linzgau. Die erste Rheinbr\u00fccke in Konstanz soll von ihnen errichtet worden sein. <\/p>\n<p>Eberhard wurde um 1160 geboren.&nbsp; Um 1180 trat er in das Kloster Salem ein.<\/p>\n<p>Am 12. Juni 1191 wurde er zum Nachfolger des verstorbenen Abtes Christian gew\u00e4hlt. \u00dcber seine Klostert\u00e4tigkeit vor seinem Abbatiat ist nichts bekannt.<\/p>\n<p>Zu Beginn seiner Amtszeit konnte er Streitigkeiten&nbsp; wegen der Grangie Madach mit dem Reichsministerialen Ulrich von Bodman beenden. Der Konstanzer Bischof&nbsp; Diethelm von Krenkingen (1189 \u20131206 )<\/p>\n<p>beurkundete dazu eine S\u00fchne. (Coidex44, S. 68 ff.)<\/p>\n<p>Am 7. Juni 1192 nahm&nbsp; Kaiser Heinrich VI. (1191-1197) auf Bitten Abt Eberhards Kloster Salem mit seinen Besitzungen in seinen Schutz. (Codex 45, S. 70 ff.)<\/p>\n<p>Am 6. November 1194 best\u00e4tigte Papst C\u00f6lestin III. (1191-1198)&nbsp; dem Kloster Salem allen Besitz, den es vom Bistum Konstanz und vom <b>Kloster<\/b> Reichenau erworben hatte (Codex&nbsp; 51, S. 78 f.)<\/p>\n<p>Auch setzte C\u00f6lestin in dieser Urkunde fest, dass wenn der jeweilige Bischof von Konstanz sich weigern sollte, dem Abt von Salem die Benediktion zu erteilen oder andere bisch\u00f6fliche<\/p>\n<p>Gesch\u00e4fte auf Ersuchen nicht vornimmt, das Kloster berechtigt ist, einen anderen Bischof anzugehen. Codex 54, S. 81 ff)<\/p>\n<p>Nach dem pl\u00f6tzlichen Tod Kaiser Heinrichs VI. am 26. September 1197 gab es 1198 zwei K\u00f6nigswahlen. Gew\u00e4hlt wurden Philipp von Schwaben (1198-1208), aus der Familie der Staufer und <\/p>\n<p>Otto IV. von Braunschweig (1198-1218) aus dem Hause der Welfe. Beide beanspruchten den Thron f\u00fcr sich. Es kam zum \u201cdeutschen\u201d Thronstreit.<\/p>\n<p>Abt Eberhard stellte sich auf die Seite Philipps und war auch oft in seiner Umgebung.<\/p>\n<p>Er nahm 1201 am Reichstag in Ulm teil, an dem er den Salzburger Erzbischof Eberhard II. von Regensberg (1200\u20131246 ) kennen lernte.<\/p>\n<p>Eberhard unterstellte sein Kloster formell dem Erzbischof von Salzburg. Das starke Wachstum Salems hatte zu Konflikten mit dem umliegenden Adel und auch dem Bischof von Konstanz gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Eine tats\u00e4chliche Abh\u00e4ngigkeit&nbsp; von Salzburg hatte die Unterstellung nicht gef\u00fchrt. F\u00fcr Salem war es aber eine Absicherung. Sie war auch finanziell lukrativ, denn der Salzburger Erzbischof<\/p>\n<p>schenkte Kloster Salem am&nbsp; 16. Dezember 1201 eine Salzgrube mit Salzpfanne in Wallbrunn bei Hallein&nbsp; verbunden mit dem Recht, das dazu n\u00f6tige Holz in den W\u00e4ldern schlagen zu d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>(Codex 61, S. 91)<\/p>\n<p>Papst Innozenz III. best\u00e4tigte diese Schenkung am 15. M\u00e4rz 1202 (Codex 62, S. 93)<\/p>\n<p>K\u00f6nig Philipp best\u00e4tigte diese Schenkung am 3. August 1207 ebenfalls und nah in dieser Urkunde auch Kloster Salem und seine Besitzungen in seinen Schutz. (Codex&nbsp; 67, S. 98 ff)<\/p>\n<p>Geschickt abgerundet wurde dies durch Verhandlungen mit den Pfalzgrafen bei Rhein und den Herz\u00f6gen von Bayern, die f\u00fcr die Salztransporte Zoll- und Mautfreiheiten einr\u00e4umten,<\/p>\n<p>so dass Salem dieses Salz lukrativ am Bodensee verkaufen konnte.<\/p>\n<p>Der Salzhandel dauerte f\u00fcr Salem bis 1530, als es zusammen mit dem Erzstift Salzburg&nbsp; seine Saline f\u00fcr&nbsp; 888 Florentiner Gulden, das sind&nbsp; etwa 235.124,00 \u20ac.&nbsp; an den bayrischen Herzog Ludwig X. (1514 -1545) verkaufte.<\/p>\n<p>(Franz Xaver Conrad Staiger Salem oder Salmannsweiler-ehemaliges Reichskloster, Salem 1862, S. 83) Salem besa\u00df auch ein Haus in Salzburg, das es&nbsp; nach Staiger bedingt durch die Kriegsfolgen des 30-j\u00e4hrigen Krieges 1651<\/p>\n<p>f\u00fcr 1200 fl., das sind&nbsp; ungef\u00e4hr 953.207,00 \u20ac., an das Domkapitel Salzburg verkaufte.<\/p>\n<p>1201 reiste Abt Eberhard zusammen mit Erzbischof Eberhard von Salzburg im Auftrag Philipps von Schwaben&nbsp; zu Papst Innozenz III. nach Rom, um diesen zur Anerkennung der Nachfolge Philipps auf dem deutschen Thron zu gewinnen,<\/p>\n<p>was ihnen aber nicht gelang.<\/p>\n<p>Am 3.07 1207 best\u00e4tigte K\u00f6nig Philipp die Schenkung der Saline durch Bischof Eberhard von Salzburg und nahm dabei gleichzeitig Kloster Salem in seinen Schutz. (Codex 67, S. 98 ff.)<\/p>\n<p>1207 vermittelte Abt Eberhard nochmals zwischen K\u00f6nig Philipp und Papst Innozenz.<\/p>\n<p>Vor 1208 gestattete K\u00f6nig Philipp sowohl mit Kirchen als auch geistlichen und weltlichen Personen G\u00fcter zu tauschen.<\/p>\n<p>Als Philipp am 21.06.1208 in Bamberg ermordet wurde, erkannten Abt Eberhard und der Salemer Konvent die K\u00f6nigsherrschaft Ottos IV. an. <\/p>\n<p>Otto IV:&nbsp; stellte dem Kloster mehrere Urkunden aus. In einer undatierten&nbsp; Urkunde nahm er Kloster Salem in seinen Schutz. (Codex 71, S. 102 f.)<\/p>\n<p>Am 14. Juli 2009 stellte er in Ulm eine weitere Schutzurkunde aus und gab in dieser Urkunde dem Abt auch das Recht, sich in den Gesch\u00e4ften des Klosters durch einen bevollm\u00e4chtigten Bruder des Klosters <\/p>\n<p>vertreten zu lassen. (Codex 73. S.103 f.)<\/p>\n<p>Schon am 27. Januar 1209 hatte er dem Kloster ein Urkunde ausgestellt, in der er dem Kloster gestattete, von seinen Dienstmannen und anderen Personen, Geschenke anzunehmen. (Codex S. 72, S. 105 f.)<\/p>\n<p>Trotz dieser Anerkennung des K\u00f6nigtums&nbsp; von Otto hielt Eberhard insgeheim weiter Kontakt zu Philipps Neffen Friedrich II., der ab 1198 K\u00f6nig von Italien war.<\/p>\n<p>Schon 1210 best\u00e4tigte Friedrich von Catania aus Kloster Salem alle seine Rechte und Besitzungen. (Codex 75, S. 107&nbsp; ff). Sicher hat das Kloster dies nicht an die gro\u00dfe Glocke geh\u00e4ngt.<\/p>\n<p>Dass die Zeiten direkt nach dem Tod Philipps ein bisschen&nbsp; unsicher waren, zeigt auch eine Schutzurkunde von Papst Innozenz vom 7. November 1209, in der der Papst dem&nbsp; Erzbischof von Mainz, das war 1209<\/p>\n<p>Siegfried II. von Eppstein (1200 \u20131230 ) und seinen Suffraganen sowie dem Basler Bischof L\u00fcthold von Aarburg (1191- 1213) sowie \u00c4bte und Pr\u00e4laten beider Di\u00f6zese befahl, Abt und Br\u00fcder des Klosters Salem  <\/p>\n<p>vor ihren Verfolgern zu sch\u00fctzen. (Codex 74, S.107)  <\/p>\n<p>Friedrich setzte sich ab 1212 zuerst in S\u00fcddeutschland und dann in Norddeutschland gegen Otto durch.  <\/p>\n<p>Am 5. Dezember 1212 wurde Friedrich in Frankfurt zum deutschen K\u00f6nig gew\u00e4hlt und am 9. Dezember in Mainz von Erzbischof Siegfried II. gekr\u00f6nt.  <\/p>\n<p>Die Beziehungen Eberhards zu Friedrich II. bleiben in der Folge immer eng, ebenso wie zu Friedrichs Sohn Heinrich VII. (1220-1235).  <\/p>\n<p>Schon am 31. M\u00e4rz 1213 best\u00e4tigte er in Konstanz die 1210 in Catanis ausgestellte Urkunde. (Codex 84, S. 121 f)  <\/p>\n<p>Mit demselben Datum best\u00e4tigte er auch die von Erzbischof Eberhard von Salzburg get\u00e4tigte Schenkung der Saline in M\u00fchlbach. (Codex 85, S. 123 )  <\/p>\n<p>In dieser Zeit best\u00e4tigt Friedrich auch eine ganze Reihe von Besitzungen.  <\/p>\n<p>Vor 1220 befahl Friedrich allen Schultheissen in Schwaben, falls in den dortigen St\u00e4dten f\u00fcr ihn Gelder erhoben werden, von den H\u00e4usern, welche Salem geh\u00f6ren,  <\/p>\n<p>nichts zu fordern. (Codex&nbsp; 109, S. 149 f)  <\/p>\n<p>Noch weiter ging die Urkunde von Heinrich VII. vom 9. August 1231, in der er den Reichsbeamten mitteilte, dass die Besitzungen von Kloster Salem  <\/p>\n<p>\u201cim ganzen reich frei von ieder steuer und abgabe sein sollen.\u201d&nbsp; Heinrich (VII). &#8211; RI V,1,2 n. 4215  <\/p>\n<p>Abt Eberhard baute die wirtschaftliche Grundlage seines Kloster gezielt aus. Das Stiftungsgut um Adelsreute war schon 1198 in eine Grangie umgewandelt worden.  <\/p>\n<p>Die ausgedehnte Grangienwirtschaft produzierte rasch \u00dcbersch\u00fcsse konnten in den umliegenden St\u00e4dten verkauft werden und verschafften ausreichende Mittel, die gezielt zum Grunderwerb genutzt werden konnten.  <\/p>\n<p>So entstand die Grangie Runstal bei Schwenningen durch eine gezielt von Eberhard verfolgte Besitzpolitik. Das gilt auch f\u00fcr die Grangie Altmannshausen bei Zwiefalten.  <\/p>\n<p>1250 besa\u00df Kloster Salem 22 Grangien. Diese wurden von Konversen bewirtschaftet, die wiederum Lohnarbeiter besch\u00e4ftigten.  <\/p>\n<p>In den Grangien wurde Getreide, Obst und Gem\u00fcse angebaut.Auch Viehzucht und Fischfang spielte eine Rolle,  <\/p>\n<p>Wichtigstes Produkt in Salem war der Wein. Zwischen Lindau und Stockach wurde am Bodensee in 28 Orten Wein angebaut.  <\/p>\n<p>Das Kloster besa\u00df&nbsp; Stadth\u00f6fe in Ulm, Esslingen, Konstanz , \u00dcberlingen, Reutlingen&nbsp; und an 20 kleineren Orten.  <\/p>\n<p>Am 24. April 1222 beurkundete K\u00f6nig Heinrich VII., dass sein Notar Marquard Pleban&nbsp; ein Haus mit Kapelle und Hof an Abt Eberhard und das Kloster Salem geschenkt hat. (Urkunde 27 Ulmer Urkundenbuch S. 39)  <\/p>\n<p>Es ist das \u00e4lteste Steinhaus von Ulm. 1267 \u00fcberlie\u00df es Abt Eberhard II. von Wollmatingen&nbsp; (1241\u20131276) dem Reichenauer Konvent und Abt Albrecht von Ramstein (1260\u20131294)  <\/p>\n<p>gegen ein Grundst\u00fcck&nbsp; am Bodensee.  <\/p>\n<p>1309 erwarb Kloster Salem ein anderes Haus in Ulm.  <\/p>\n<p>Ab 1505 hatte Salem einen anderen Pfleghof in Ulm.&nbsp; 1794 wurde der Hof abgerissen und&nbsp; neu erbaut und war bis 1803 Pfleghof des Klosters Salem. Er befindet sich in der Frauenstra\u00dfe 2 in Ulm.  <\/p>\n<p>In Konstanz hatte Kloster Salem einen Pfleghof am Seeufer. Schon 1217 hatte das Kloster das Recht, dort Gel\u00e4nde aufzusch\u00fctten und ein Haus zu errichten. Die ersten Geb\u00e4ude sind ab 1238 nachweisbar. Das Hauptgeb\u00e4ude  <\/p>\n<p>wurde 1317 erbaut.Das Gut mMudach war \u00fcber den See aus gut mit dem Schiff zu erreichen. Das Kloster konnte seine G\u00fcter als einfach nach Konstanz bringen, um dort Handel zu betreiben.  <\/p>\n<p>In Krisenzeiten konnten so auch Gegenst\u00e4nde und nat\u00fcrlich Personen in Sicherheit gebracht werden. Die sogenannte Herberge wurde 1866 abgerissen und befand sich in der Salmannsweilergasse in Konstanz.  <\/p>\n<p>M\u00f6glicherweise hatte der Salmannsweiler Hof schon einen Vorg\u00e4nger, das sogenannte Hospitiium. Da war dann wohl auch Bernhard von Clairvaux auf seiner Kreuzzugspredigtreise 1146\/7 zu Gast gewesen.  <\/p>\n<p>W\u00e4hrend des Konstanzer Konzils hatte Kaiser sigismund (1411-1437) 1414 sein Quartier&nbsp; Ein Jahr sp\u00e4ter kam der Salzburger Erzbischof Eberhard III. von Neuhaus (1403\u20131427) zum Konzil und war ebenfalls im Salmannsweiler Hof untergebracht.<\/p>\n<p>Er kam zu Schiff an. Seine 170 Pferde wie der Chronist des&nbsp; Konzils Richental berichtet waren aber in Kloster Salem und Umgebung untergebracht.<\/p>\n<p>Neben den auf den Grangien erzeugten G\u00fctern wurde das Salz aus der Salemer Saline bis nach Lindau gebracht, dort verladen und \u00fcber den Bodensee nach Konstanz gebracht, im Salmannsweiler Hof gelagert und von dort verkauft.<\/p>\n<p>Der Salmannsweiler Pfleghof in \u00dcberlingen wurde 1231 erstmals urkundlich erw\u00e4hnt, Das Grundst\u00fcck wurde aber wohl schon 1211 erworben. Der Hof in \u00dcberlingen besteht einem barocken S\u00fcdfl\u00fcgel, das mit einem mittelalterlichen Torhaus mit sp\u00e4tgotischem Erker und Zinnen verbunden sind. Im Hof Dahinter befanden sich die Wirtschaftsgeb\u00e4ude des Pfleghofes. Nach der S\u00e4kularisation wurde der Hof als Brauerei und Gastst\u00e4tte benutzt.<\/p>\n<p>In Eslingen hatte Kloster Salem seit 1229 einen Pfleghof.(Codex 161, S.195)&nbsp; Die Zisterzienser waren in Esslingen gut vertreten, den die Kloster Bebenhausen, Kaisheim und F\u00fcrstenfeld hatten in Esslingen ebenfalls Pflegh\u00f6fe.<\/p>\n<p>Alle 4 Kl\u00f6ster betrieben auch Weinbau in Esslingen.<\/p>\n<p>Das Geb\u00e4ude des Pfleghofs war m\u00f6glicherweise schon vor sein er Nutzung als Pfleghof&nbsp; Teil der fr\u00fcheren Stauferburg, die um 1200 zu einer Pfalz der Staufer umgebaut wurde.<\/p>\n<p>Unter den \u00c4bten Johannes II. Scharpfer (1494\u20131510 ) und Jodocus II. Necker( 150-1529) wurden zwischen 1508 und 1515 zahlreiche bauliche Ver\u00e4nderungen vorgenommen.<\/p>\n<p>Trotz der Reformation blieb der Pfleghof weiter im Besitz von Kloster Salem. Allerdings gab es jetzt oft erhebliche Reibereien.<\/p>\n<p>Bis 1682 blieb der Pfleghof im Besitz von Kloster Salem. Dann wurde er an W\u00fcrttemberg verkauft.<\/p>\n<p>1305 wurde erstmals der Pleghof von Salem in der Reichsstadt Reutlingen erw\u00e4hnt.<\/p>\n<p>1419 \u00fcberlie\u00df Kloster Salem den Pfleghof der B\u00fcrgerschaft der Stadt.<\/p>\n<p>Seit 1271 hatte Kloster Salem den Salemer Hof in Ehingen. Graf Ulrich III. (+1319) befreite diesen von allen Diensten und Steuern. Von hier ausverwaltete das Kloster die zahlreichen G\u00fcter des Klosters in der Umgebung der Stadt.  <\/p>\n<p>Dieser Hof diente also kaum als Handelshof des Klosters.<\/p>\n<p>In N\u00fcrtingen erwarb Kloster Salem 1284 von Graf Berthold IV von Neuffen (+1292) dessen gesamten N\u00fcrtinger Besitz. Es war wohl die ehemalige Reichsdom\u00e4ne, die Kaiser Heinrich III. (1039-1056)<\/p>\n<p>am 07. September 1046 dem Domkapitel Speyer schenkte.(Heinrich III. &#8211; [RIplus] Regg. Heinrich III. n. 169 )<\/p>\n<p>Diesen Besitz entwickelte das Kloster zu einem Pfleghof.&nbsp; 1482\/83 baute das Kloster dort einen neuen repr\u00e4sentativen Pfleghof. <\/p>\n<p>N\u00fcrtingen war 1299 an W\u00fcrttemberg gekommen. Nach der Reformation in W\u00fcrttemberg&nbsp; hatte der katholische Pfleghof unter Repressalien seitens der w\u00fcrttembergischen Grafen und Herz\u00f6ge zu leiden: Der Salemer<br \/>Hof hatte u. a. dessen Jagdhunde zu halten und die gro\u00dfen gr\u00e4flichen Jagdgesellschaften zu bewirten, was in gewaltigen Gelagen ausartete und zum (un-)wirtschaftlichen<br \/>Faktor wurde. Im Jahr 1645 erfolgte schlie\u00dflich die unentgeltliche \u00dcbergabe an W\u00fcrttemberg. In dem Anwesen installierte W\u00fcrttemberg eine herzogliche \u201eKellerei\u201c.<\/p>\n<p>1307 kaufte Kloster Salem in Biberach ein Haus und errichtete auf diesem Grund den Salmannsweiler Hof. Der Hof hatte ein eigens Tor mit einer Br\u00fccke \u00fcber den Stadtgraben.<\/p>\n<p>Er hatte eine eigene Hauskapelle, die 1502 geweiht wurde. Am 4. August 1516 brach dort ein Feuer aus, das sich zum gro\u00dfen Stadtbrand entwickelte und dann \u00fcber 106 H\u00e4user abbrannten.<\/p>\n<p>Der Wiederaufbau verwickelte das Kloster in einen langen Rechtsstreit mit der Stadt. 1739 verkaufte das Kloster den Hof und Fischrechte in der Riss f\u00fcr 4500 fl, das sind ungef\u00e4hr 3.558.293,00 \u20ac an<\/p>\n<p>den Biberacher Spital. (Beschreibung des Oberamtes Biberach, Stuttgart 1837,S..69)<\/p>\n<p>Das Hoch-und Sp\u00e4tmittelalter&nbsp; erlebte eine regelrechte Stadtgr\u00fcndungswelle. Landesherren erhoben Ortschaften, die h\u00e4ufig aus kleineren Marktsiedlungen entstanden waren, zu St\u00e4dten, indem sie ihnen Rechte verliehen. Mit Stadtgr\u00fcndungen erhofften sich die Herrscher, ihr Gebiet zu st\u00e4rken und Einnahmen zu erzielen. Durch besondere Rechte unterschied sich die Stadt vom Umland. Viele St\u00e4dte lagen verkehrsg\u00fcnstig an Fluss\u00fcberg\u00e4ngen oder alten R\u00f6merstra\u00dfen.<\/p>\n<p>Die Ansiedlung vieler Menschen auf kleiner Fl\u00e4che bedeutete nat\u00fcrlich einen hohen Bedarf an Nahrung der Markt war also vorhanden.<\/p>\n<p>Zwar sollten Kl\u00f6ster in erster Linie f\u00fcr den eigenen Bedarf produzieren. Da aber M\u00f6nche und Nonnen enthaltsam zu leben und sich nicht den Gen\u00fcssen der Speisen hingeben sollten, blieb es nicht aus, dass sie \u00dcbersch\u00fcsse erwirtschafteten. <\/p>\n<p>Es ergab sich eine win win Situation f\u00fcr St\u00e4dte und Kl\u00f6ster.Die Kl\u00f6ster sorgten f\u00fcr die Ern\u00e4hrung der Stadtbev\u00f6lkerung und hatte einen Absatzmarkt f\u00fcr ihre Produkte.<\/p>\n<p>Der franz\u00f6sische Historiker Duby, Georges (1991) \u201cDer heilige Bernhard und die Kunst der Zisterzienser \u201c Frankfurt am Main fasst die wirtschaftliche T\u00e4tigkeit der Zisterzienser <em>so zusammen: <\/em><\/p>\n<p><em>\u201c<\/em>Von all den Fellen, H\u00e4uten, Balken, Roheisenbarren, Schuhen, verwendeten sie nur einen winzigen Teil f\u00fcr sich. Den Rest verkauften sie. Die Regel des <em>heiligen Benedikt<\/em> untersagte das nicht. Die vom Generalkapitel des Ordens erlassenen Bestimmungen erlaubten den Ordensleuten, auf die M\u00e4rkte zu gehen, um Salz und andere unentbehrliche Waren zu kaufen, vor allem aber, um dort den \u00dcberschuss an Erzeugnissen gegen Geld zu tauschen. Die Zisterzienserabteien konzentrierten sich mehr und mehr auf den Handel, ersuchten ab 1140 die Herren der Stra\u00dfen, Fl\u00fcsse und Br\u00fccken wiederholt um Befreiung vom Wegegeld und gr\u00fcndeten Lagerh\u00e4user an den Umschlagpl\u00e4tzen\u201d<\/p>\n<p>Diese <em>Lagerh\u00e4user<\/em> waren H\u00f6fe in St\u00e4dten mit gut etablierten M\u00e4rkten, wo die Kl\u00f6ster ihre Produkte anbieten konnten. Solche Klosterh\u00f6fe in den St\u00e4dten besa\u00dfen in der Regel mehrere Geb\u00e4ude: Neben einem Wohnhaus auch Speicherbauten. Bei diesen H\u00f6fen war jedoch vor allem wichtig, dass sie sich durch besondere <em>Freiheiten<\/em> von den sonstigen st\u00e4dtischen Wohnpl\u00e4tzen unterschieden. Von st\u00e4dtischen Abgaben und der st\u00e4dtischen Gerichtsbarkeit waren sie befreit. Auch von st\u00e4ndigen Pflichten wie einem Beitrag zur Wache auf den Mauern und an den Toren der Stadt waren diese H\u00f6fe befreit. Daf\u00fcr musste aber an die Stadt oft ein pauschaler Beitrag geleistet werden. F\u00fcr die Kl\u00f6ster der Zisterzienser waren Stadth\u00f6fe oft lebensnotwendig: \u00bbSie dienten ihnen nicht wie die Stadth\u00f6fe mancher anderen kirchlichen Institutionen nur oder vorzugsweise als Absteigequartiere (f\u00fcr Bischof oder Abt), sondern sie waren vor allem in wirtschaftlicher Hinsicht nahezu unentbehrlich. Angesichts der gro\u00dfen Zahl von Zisterzienserkl\u00f6stern, die im 12. und 13. Jahrhundert gegr\u00fcndet wurden, bildete zu Beginn des 14. Jahrhunderts der zisterziensische Klosterhof einen \u00fcblichen Bestandteil einer gro\u00dfen bis mittelgro\u00dfen deutschen Stadt.\u00ab  <\/p>\n<p>Um die H\u00f6fe herum konnte weiteres wirtschaftliches Leben erbl\u00fchen. Die H\u00f6fe konnten Schankrechte besitzen: Wein und Bier gab es hier. Weil die Kl\u00f6ster zwar Tiere f\u00fcr Transportleistungen und wegen ihrer H\u00e4ute und Felle ben\u00f6tigten, andererseits aber durch die Gebote der Enthaltsamkeit kaum Fleisch verzehrt wurde, kamen vielfach auch Fleischerzeugnisse auf den Markt. In manchen St\u00e4dten unterhielten Zisterzienser eigene Fleischb\u00e4nke (so in Hannover und M\u00fcnchen), um Geschlachtetes auf dem Markt anbieten zu k\u00f6nnen.Abt Eberhard hat die meisten Pflegh\u00f6fe von Kloster Salem  <\/p>\n<p>anlegen lassen und auch das zeugt f\u00fcr seine wirtschaftliche Weitsicht.  <\/p>\n<p>Er lie\u00df 1215 den Codex diplomaticus Salemetinaus anlegen, ,ein Kopialbuch (Chartular) mit Urkundenabschriften und einer Klostergeschichte von der Gr\u00fcndung der M\u00f6nchsgemeinschaft bis zum Jahr 1210 (Historia brevis monasterii Salemitani, auch De fundatione claustri Salemitani).  <\/p>\n<p>Salem hatte schon seit den 1160-er Jahren ein eigenes Skriptorium. Unter Abt Eberhard entwickelte dieses eine rege T\u00e4tigkeit.  <\/p>\n<p>Das Gros der in dieser Zeit entstandenen&nbsp; Handschriften ist auf die f\u00fcr den Zisterzienserorden festgelegte Liturgie abgestimmt Nach den Ordensstatuten waren folgende B\u00fccher notwendig: Psalterium, Hymnar, Kollektar, Antiphonar, Graduale, Regel und Missale.  <\/p>\n<p>Die meisten dieser B\u00fccher wurden&nbsp; in Salem geschrieben. Meist wurden Vorlagen kopiert oder imitiert. Oft wurden renommierte Schreibmeister und Miniatoren von anderen Orten hinzugeholt.  <\/p>\n<p>Im Skriptorium arbeitete auch der M\u00f6nch und Schreiber Johannes Gallus. Er verfasste die Gedichte Planctus und Titulus novi Banaye id est Ottonis qui duos occidit leones  <\/p>\n<p>(Denkmal f\u00fcr den neuen Banaias, d.h. Otto, der zwei L\u00f6wen get\u00f6tet hat) Er verfasste zudem ein Gedicht auf den Konstanzer Bischof und Wohlt\u00e4ter Diethelm von Krenkingen (1189-1206), der in Salem starb, und \u00fcber die Ermordung des staufischen K\u00f6nigs Philipp,.  <\/p>\n<p>So um 1240 waren wohl die meisten notwendigen Handschriften vorhanden. Das Skriptorium wurde daher eingestellt. Nur vereinzelt wurden B\u00fccher ersetzt  <\/p>\n<p>Die Neuanschaffungen dieser Zeit wurden vor allem aus anderen Skriptorien bezogen,  <\/p>\n<p>Erst in der 2. H\u00e4lfte des 15. Jahrhunderts wurde das Skriptorium wieder t\u00e4tig. Abt Ludwig <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/ssl-vg03.met.vgwort.de\/na\/d6eef333e21c4016b310fb2eb687990e\" width=\"1\" height=\"1\">Oschwald <\/p>\n<p>(1458\/59-1471) lie\u00df neue Gradualien anfertigen.<\/p>\n<p>Schreibmeister Leonard Wagner (1453-1522) aus der Benediktinerabtei St. Afra in Augsburg Leonhard Wagner ist der bedeutendste Kalligraf&nbsp; der deutschen Sp\u00e4trenaissance und Sch\u00f6pfer der Deutschen Fraktur.  <\/p>\n<p>Auch Nikolaus Bertschi ( + 1541\/42) war auch kurz in Salem. Er war kein M\u00f6nch und ist zwischen 1511 und 1541 in Augsburg belegt und war als Iluminator und Formenschneider t\u00e4tig.  <\/p>\n<p>Leonhard Wagner unterrichte die Salemer M\u00f6nche auch im Notenschreiben und bef\u00e4higte sie so, die Antiphonare eigenh\u00e4ndig fertig zu schreiben.  <\/p>\n<p>Ein weiterer Aspekt der T\u00e4tigkeit Eberhards muss erw\u00e4hnt werden. Er war so etwas wie ein Pionier bei der Anerkennung der Zisterzienserinnen.  <\/p>\n<p>1132 wurde zwar schon 1132 in der heutigen franz\u00f6sischen Gemeinde Tart-l\u2019Abbaye in Burgund Kloster Tart als erstes Frauenkloster der Zisterzienser gegr\u00fcndet, aber die M\u00e4nnerkl\u00f6ster taten sich lange sehr schwer mit den Frauen.  <\/p>\n<p>Der Orden weigerte sich lange, Frauenkl\u00f6ster in den Klosterverband aufzunehmen. Erst 1228 ist die erste Aufnahme eines Frauenklosters in den Orden durch Quellen zu belegen.  <\/p>\n<p>Zwischen 1200 und 1270 entstanden \u00fcber 800 Frauenkonvente in ganz Europa, mehr als es je M\u00e4nnerkl\u00f6ster gegeben hat, die sich im Sinne von Citeaux zusammenschlossen.  <\/p>\n<p>Viele hielten zwar zisterziensische Regeln und Konventionen bei, schlossen sich dem Orden aber nicht an. Der Grund lag vielleicht auch darin, dass die Frauenkl\u00f6ster beim Beitritt zum Orden ihre Unabh\u00e4ngigkeit verloren und sich dem Vaterabt eines M\u00e4nnerklosters unterordnen mussten.  <\/p>\n<p>Ware n sie aber in den Ordensverband aufgenommen, achtete der Vaterabt auf die Einhaltung der Gebr\u00e4uche und regelte die wirtschaftlichen Belange. Gleichzeitig erhielten die Frauenkonvente Unterst\u00fctzung durch Konversen des Ordens f\u00fcr ihre G\u00fcter und wurden durch Beichtv\u00e4ter seelsorgerlich betreut.  <\/p>\n<p>Im oberschw\u00e4bischen Raum gab es Reihe von Frauengemeinschaften, meist Beginen, die von Eberhard tatkr\u00e4ftig unterst\u00fctzt wurden  <\/p>\n<p>Eberhard wurde sowohl vom Papst als auch von den Staufern hochgesch\u00e4tzt und er nutzte seinen Einfluss auch bei der Unterst\u00fctzung der Frauengemeinschaften.  <\/p>\n<p>Er begleitete die Frauengemeinschaften von ihrem Entstehen bis zur Aufnahme in den Ordensverband und half ihn meist schon beim Landerwerb.  <\/p>\n<p>So war er bei Kloster Wald schon in den Kauf mit eingebunden. Er genehmigte den Platz f\u00fcr die Klostergr\u00fcndung. Er erwirkte die p\u00e4pstlichen Privilegien und er er \u00fcbermittelte das Inkorporationsverlangen der Frauen an das Generalkapitel.  <\/p>\n<p>Kloster Wald wurde 1212 gegr\u00fcndet.  <\/p>\n<p>Der Grund f\u00fcr Kloster Rottenm\u00fcnster hatte urspr\u00fcnglich den Chorherren in Konstanz geh\u00f6rt. Dort lebte eine Schwesterngemeinschaft unter ihrer Meisterin Williburgis.  <\/p>\n<p>Diese Gemeinschaft gab den Grund nun an Eberhard weiter. Rottenm\u00fcnster wurde dann 1221 gegr\u00fcndet  <\/p>\n<p>In Altheim bei Riedlingen gab es eine Schwesterngemeinschaft. Diese \u00fcbersiedelte 1227 nach Wasserschapf. Diese Gemeinschaft sollte dem Zisterzienserorden zugef\u00fchrt werden.  <\/p>\n<p>Abt Eberhard stand der Schwesterngemeinschaft bei. Er war behilflich beim&nbsp; Erwerb von Land in Wasserschapfen aus dem Besitz Konrads von Markdorf (1227) und beurkundete den Vorgang.  <\/p>\n<p>Dort entstand das nach einer Kreuzreliquie benannte Kloster Heiligkreuzthal. Schon 1231erhielt es das p\u00e4pstliche Schutzprivileg (&#8222;Privilegium Cisterciense&#8220;).  <\/p>\n<p>Nach der Aufnahme in den Orden war Eberhard als Aufseher und Vaterabt in Kloster Heiligkreuztal t\u00e4tig und leistete seelsorgerische Dienste bei den Nonnen.  <\/p>\n<p>1227 gr\u00fcndete Abt Eberhard mit Kloster Wettingen in der Nordschweiz das zweite eigene Tochterkloster von Salem.  <\/p>\n<p>In Maselheim hatten zwei adlige Familien eine Beginenklause gegr\u00fcndet. Als \u201cHeggbacher Geburtsurkunde\u201d gilt die am 16. April 1231 in Salem ausgefertigte Urkunde. Sie wurde von dem Konstanzer Bischof Konrad von Tegerfelden (1231-1233) ausgestellt. Darin gew\u00e4hrt der Bischof den Schwestern die Wahl des Priesters der Pfarrkirche und auch die Eink\u00fcnfte der Kirche, damit das Kloster mit notwendigsten ausgestattet werden kann.  <\/p>\n<p>Bereits 1233 oder 1234 wurde das Kloster dem Zisterienserorden inkorporiert.  <\/p>\n<p>In Gutenzell hatten um 1230 zwei Schwestern um 1230 ein Kloster gegr\u00fcndet.  <\/p>\n<p>Abt Eberhard setzte Mechthildis von Aichheim zur \u00c4btissin ein, die als 1. \u00c4btissin in der Abtsliste gef\u00fchrt wird. 1238 best\u00e4tigte Papst Gregor IX. (1227-1241) die Inkorporierung Gutenzells in den Zisterzienserorden. Gleichzeitig nahm er das Kloster in seinen Schutz.  <\/p>\n<p>Im Gegensatz zu den sonstigen oberschw\u00e4bischen Zisterzienserinnengr\u00fcndungen nahm Gutenzell nur Adlige auf.  <\/p>\n<p>In Seefelden am Bodensee lebte 1237 eine Frauengemeinschaft  <\/p>\n<p>unter geistlicher Aufsicht und Leitung von Eberhard von Rohrdorfe in kl\u00f6sterlicher Gemeinschaft  <\/p>\n<p>nach der Regel der Zisterzienser. Dann wurde das Kloster nach Boos bei Saulgau verlegt.  <\/p>\n<p>1231 hatten hier Mengener Beginen von dem Edelfreien Adelbert von Bittelschie\u00df und seinen S\u00f6hnen f\u00fcr 48 Mark Silber, das sind ungef\u00e4hr 30.339,00 \u20ac,  <\/p>\n<p>ein Gut mit Kirche gekauft. Wohl ebenfalls auf Abt Eberhards Betreiben best\u00e4tigte im Jahr 1236 Papst Gregor IX. (1227-1241) die Gr\u00fcndung der jungen Gemeinschaft als Zisterzienserkloster Boos und nahm sie unter seinen Schutz..Im selben Jahr&nbsp; erhalten die \u00c4bte von Tennenbach Rudolf I. von Z\u00e4hringen (1226\u20131256) und Wettingen Konrad (1227-1256)&nbsp; den Auftrag, das finanziell schlecht gestellte Kloster in Augenschein zu nehmen, es dem Orden anzugliedern und Salem zu unterstellen. Das  <\/p>\n<p>Votum der \u00c4bte fiel allerdings nicht sehr g\u00fcnstig aus.  <\/p>\n<p>Dann erwarb der Reichsprokurator f\u00fcr Schwaben, Schenk Konrad von Winterstetten (\u2020 wahrscheinlich 1242\/43) von den Grafen Bertold und Konrad von Heiligenberg den Weiler Baindt mit dem Patronatsrecht der \u00f6rtlichen Pfarrkirche als Platz f\u00fcr das wenige Jahre zuvor in Boos errichtete Zisterzienserinnenkloster. Auch hier war Abt -Eberhard vermittelnd t\u00e4tig.  <\/p>\n<p>!240 wurde Baindt in den Zisterzienserorden aufgenommen.  <\/p>\n<p>Neben den oberschw\u00e4bischen Zisterzienserinnenkl\u00f6ster nahm Salem auch das Patronatsrecht f\u00fcr Kloster Feldbach beim thurgauischen St\u00e4dtchen Steckborn wahr. Feldbach wurde 1253\/54 von 20 nichtregulierten Konstanzer Schwestern besiedelt und 1260\/61 in den Zisterzienserorden inkorporiert . Salem \u00fcbte die Paternit\u00e4t aus.  <\/p>\n<p>Kloster Kalchrain in der thurgauischen Gemeinde H\u00fcttwilen wurde zwischen 1324 und 1331 gegr\u00fcndet. Vaterabt war bis 1603 der Abt von Salem, dann der Abt von Wettingn. Das Kloster wurde 1848 aufgehoben.  <\/p>\n<p>Abt Eberhard trat 1240 wohl alters- und krankheitsbedingt zur\u00fcck.  <\/p>\n<p>Nach der Kloster\u00fcberlieferung verstarb er am 10. Juni 1245. Da er nur kurze Zeit in Salem wirkte, pr\u00e4gte er die dortige M\u00f6nchsgemeinschaft kaum.Sein Nachfolger wurde  <\/p>\n<p>Auf ihn folgte Berthold von Urach. Er war der Sohn von Graf Eginos IV. von Urach (1180\u20131230), Bruder des Grafen Egino V. (1230\u20131236\/37) und des Zisterzienserabts, Kardinalbischofs und Kardinallegaten Konrad von Urach (\u20201227). Konrad war ab 1217 Abt von Citeaux und damit Generalabt der Zisterzienser.  <\/p>\n<p>Seinen Bruder Berthold f\u00f6rderte er nach Kr\u00e4ften.  <\/p>\n<p>Dieser war von 1207 \u2013 1221 Abt von Kloster Tennenbach  <\/p>\n<p>. Von 1221-1224 ist er als Abt von L\u00fctzel bezeugt. Dort trat er 1224 zur\u00fcck.  <\/p>\n<p>1240-1241 war er dann Abt von Kloster Salem, Da er nur zwei Jahre in Salem wirkte, pr\u00e4gte er die dortige M\u00f6nchsgemeinschaft kaum.  <\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde&nbsp; Abt Eberhard II. von Wollmatingen (1241\u20131276).  <\/p>\n<p>Er erhielt am 6. Oktober 1241 , also schon kurz nach Regierungsantritt eine Urkunde vom letzten Stauferk\u00f6nig Konrad IV. (1237-1254) in der er sich auf Satzungen seines Vaters Friedrich II. bezieht, dass  <\/p>\n<p>sie h\u00f6rige Leute des Klosters Salem, die sich in den St\u00e4dten finden m\u00f6chten, auf Verlangen des Abts herausgeben und k\u00fcnftig nicht zu B\u00fcrgern aufnehmen sollen.&nbsp; (Generallandesarchiv Karlsruhe D Nr. 67)  <\/p>\n<p>Eine letzte Stauferurkunde stellt Konradin (Herzog von Schwaben 1254-168) Am 8. Juli 1264 schenkte dieser Kloster Salem Fischereien an angegebenen Orten bis zum Bodensee. (Generallandesarchiv Karlsruhe D Nr. 69)  <\/p>\n<p>Konradin wurde am \u2020 29. Oktober 1268 in Neapel hingerichet.  <\/p>\n<p>Schon mit dem Tod Friedrichs II. 1250 und dem Tod Konrads IV.1254&nbsp; fiel der R\u00fcckhalt der Staufer f\u00fcr Kloster Salem weg.  <\/p>\n<p>Dass die Zeiten f\u00fcr Kloster Salem rauer geworden waren, zeigt sich auch in einigen Papsturkunden.  <\/p>\n<p>So ermahnte Papst Innozenz IV. am&nbsp; 12. Mai 1250 den Bischof von Konstanz Eberhard II. von Waldburg (1248 \u20131274 ) , das Kloster Salem in dessen Privilegien und Freiheiten zu sch\u00fctzen. (Generallandesarchiv Karlsruhe E Nr. 131)  <\/p>\n<p>Am&nbsp; 18. Januar 1258 best\u00e4tigte Papst Alexander IV- (1254-1261) Kloster Salem die Privilegien und Indulgenzen, das ist der&nbsp; Nachlass zeitlicher S\u00fcndenstrafen&nbsp; und verwies auf \u201cmancher demselben in letzter Zeit widerfahrenen Unbilden\u201d.  <\/p>\n<p>(Generallandesarchiv Karlsruhe E Nr. 233)  <\/p>\n<p>Benachbarte Adlige nutzten im Interregnum die Gunst der Stunde und griffen das Kloster an. Das Kloster erlitt Verluste und musste sich verschulden.  <\/p>\n<p>Erst die Wahl Rudolfs von Habsburg&nbsp; am 1.Oktober 1273 zu deutschen K\u00f6nig beendete das Interregnum. Geordnete Zust\u00e4nde und Rechtssicherheit kehrten zur\u00fcck.  <\/p>\n<p>Die Reichsvogtei nahm nun die neugeschaffene Vogtei Schwaben war.  <\/p>\n<p>Rudolf stellte einige Urkunden f\u00fcr Salem aus. 1274 best\u00e4tigte er auf Bitten der Grafen von Heiligenberg die Schenkungen,, die ihr Vater dem Kloster Salem gemacht hatte. Rudolf &#8211; RI VI,1 n. 294  <\/p>\n<p>Am 4. November 1274&nbsp; befahl er den B\u00fcrgern von Esslingen Kloster Salem von Abgaben zu bewahren, wie das schon vor der Absetzung von Friedrich II. gegolten hat.&nbsp; Rudolf &#8211; RI VI,1 n. 253  <\/p>\n<p>Rudolf von Habsburg unterst\u00fctzte Kloster Salem, da die Reichskl\u00f6ster eine wichtige Rolle in seinem Vorhaben spielten, das Herzogtum Schwaben wieder herzustellen.  <\/p>\n<p>F\u00fcr Salem war die Verbindung&nbsp; zu den Habsburgern die M\u00f6glichkeit, das \u00dcberleben zu sichern, ja zu alter Gr\u00f6\u00dfe zur\u00fcck zu finden.&nbsp; <\/p>\n<p>Abt Eberhard II. resignierte im Jahr 1276.  <\/p>\n<p>Er starb 1284 in Kloster Salem.  <\/p>\n<p>Auf ihn folgte Abt Ulrich I. Gr\u00e4ter&nbsp; (1276\u20131282 )  <\/p>\n<p>Im Oberbadischen Geschlechterbuch von Kindler von Knobloch, Heidelberg 1898, Bd. 1 wird Ulrich 1264 als M\u00f6nch in Kloster Salem genannt und ab 1277 als Abt.  <\/p>\n<p>Die Familie Gr\u00e4ter wird dort als altes Geschlecht in der Reichsstadt Biberach bezeichnet S. 464.Er regierte nur 6 Jahre. Er war ein guter Haush\u00e4lter und konnte wieder 1200 Mark Silber, das sind etwa 258.448.\u2014\u20ac  <\/p>\n<p>an Klosterschulden abtragen, de&nbsp; in der Zeit des Interregnums&nbsp; entstanden waren.  <\/p>\n<p>Unter Abt Eberhard II. und Ulrich I. gelangte Kloster Salem nicht nur weitgehend wieder in seinen alten Besitz.  <\/p>\n<p>Abt Ulrich erwarb auch wieder neuen Besitz und er erhielt das Patronatsrecht der Kirche von&nbsp; Herzogenweiler, heute der kleinste Ortsteil von Villingen-Schwenningen, die der Konstanzer Bischof Rudolf II. von Habsburg-Laufenburg (1274 \u00b4-1293 )<\/p>\n<p>Kloster Salem inkorporierte.<\/p>\n<p>Abt Ulrich verstarb am 6. Juli 1282 an Wassersucht.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Abt Ulrich II. von Seelfingen (1282-1311).<\/p>\n<p>Er war nach Eberhard der zweite bedeutende Abt von Salem. Er arrondierte den Klosterbesitz.<\/p>\n<p>Der Konvent war unter ihm betr\u00e4chtlich angewachsen mit M\u00f6nchen und Konversen zusammen lebten 310 Menschen im Kloster.<\/p>\n<p>Abt Ulrich lie\u00df deshalb die alte Klosterkirche abreissen. Das unter ihm begonnene M\u00fcnster z\u00e4hlt zu den richtungsweisenden Bauten der Hochgotik im deutschen S\u00fcdwesten und zeichnet sich durch seine neuartigen Raumbildungen, die qualit\u00e4tvolle Bauskulptur und die innovativen Ma\u00dfwerkfigurationen aus.&nbsp; Der Bau wurde \u00fcberwiegend von eigenen Klosterangeh\u00f6rigen geschaffen. Es gab in Salem keine eigene Bauh\u00fctte.<\/p>\n<p>Neben dem M\u00fcnster wurden viele weitere Bauten in Angriff genommen. So wurde das gesamte Kloster von einer Mauer umgeben. Im Osten&nbsp; wurden ein hoher Wall und Schutzwerke errichtet.<\/p>\n<p>Eine gro\u00dfe Scheuer und Stallungen wurden errichtet, ein Speicher f\u00fcr den \u00d6konomiebedarf, ein Pferdestall und eine M\u00fchle wurde gebaut.<\/p>\n<p>Im Klosterbereich gab es&nbsp; besondere Wohn-und Arbeitsh\u00e4user f\u00fcr, Maler, Schneider und K\u00fcrschner sowie f\u00fcr Glask\u00fcnstler. Da Kranken-und Siechenhaus wurde vergr\u00f6\u00dfert.<\/p>\n<p>Ein Betsaal kam dazu und f\u00fcr den K\u00fcster wurde eine eigenes Mesnerhaus gebaut. In 18 Jahren wurde das alles fertiggestellt.<\/p>\n<p>Aber auch der Kirchenschatz, die Bibliothek und die Kunstsammlung wurden vergr\u00f6\u00dfert.<\/p>\n<p>1302 stiftete K\u00f6nig Albrecht I. (1298-1308) Kloster K\u00f6nigsbronn, heute im Landkreis Heidenheim, als eines der letzten Zisterzienserkl\u00f6ster im mittelalterlichen Deutschland.<\/p>\n<p>Es wurde von M\u00f6nchen aus Salem besiedelt. 1552 wurde es von Truppen des Markgrafen von Brandenburg-Kulmbach, Albrecht Alcibiades Abt Konrad von Ensingen (1311- niedergebrannt und v\u00f6llig dem Erdboden gleichgemacht. <\/p>\n<p>Im Bodensseraum und in Oberschwaben wurden viele G\u00fcter erworben.<\/p>\n<p>Im Bodensee und am Rhein wurden f\u00fcr 193 Mark Silber, das sind etwa 41.567,00 \u20ac, erworben Fischereirechte erworben.<\/p>\n<p>1307 war das M\u00fcnster soweit fertiggestellt, dass es mit 11 Alt\u00e4ren versehen zum Gottesdienst gebraucht werden konnte.<\/p>\n<p>Der Bischof von Eichst\u00e4tt Philipp von Rathsamhausen (1306 \u20131322), vorher Abt im Zisterzienserkloster in Pairis, nahm die Weihe vor.<\/p>\n<p>Am 3. April 1282 best\u00e4tigte Papst Honorius IV. (1285-1287) Kloster Salem dessen Freiheiten, Immunit\u00e4ten und Exemtionen. Generallandesarchiv Karlsruhe E Nr. 289<\/p>\n<p>Am 18. April 1302 best\u00e4tigte Pfalzgraf bei Rhein Rudolf I. (1294-1317) Kloster Salem von seinen Vorfahren bewilligte Zollfreiheit an allen Mauten seines Landes f\u00fcr Salz, Wachs und Feile. Rudolf I. &#8211; RIplus Regg. Pfalzgrafen 1 n. 1475<\/p>\n<p>Am 10. Juni 1309 billigte, erneuerte und&nbsp; bekr\u00e4ftigte K\u00f6nig Heinrich VII. (1308-1312 K\u00f6nig, dann bis zu seinem Tod 1313 Kaiser) verschiedene Privilegien, die Kloster Salem bis dahin erhalten hatte. Heinrich VII. &#8211; RI VI,4,1 n. 185<\/p>\n<p>Am 12. Juli 1309 befreite K\u00f6nig Heinrich VII. das Haus, das Kloster Salem in Ulm besa\u00df, von allen Diensten und Abgaben. Heinrich VII. &#8211; RI VI,4,1 n. 217<\/p>\n<p>Abt Ulrich II. verstarb am 20. Juni 1313.<\/p>\n<p>Auf ihn folgte Abt Konrad von Ensingen (1311-1337) Er stammte aus dem Niederadel. <\/p>\n<p>Er war ein Studienkollege des sp\u00e4teren Papstes Benedikt XII. (1334-1342) am Coll\u00e8ge St. Bernard in Paris, wo er Theologie studierte.<\/p>\n<p>1311 wurde er Abt von Kloster Salem. Er war sehr gastfreundlich und freigiebig, aber auch sehr ehrgeizig.<\/p>\n<p>Von 1337 bis&nbsp; 1338 schrieb ein Salemer M\u00f6nch&nbsp; den \u201cTraktat \u00fcber den Zustand des Klosters Salem von 1134-1337\u201d Das als \u201cChronik von Salmannsweiler bezeichnete Geschichtswerk ist ein Lobgesang auf die \u201cgute alte Zeit\u201d<\/p>\n<p>und eine unbarmherzige Kritik an Abt Konrad von Enslingen. Seinem Lebensstil sei es zu zu schreiben, dass in Kloster Salem weltliches Denken und Verhalten Platz ergriff.<\/p>\n<p>Er haben sich einen kostbaren Abtspalast errichten lassen, zum Schaden des Konvents seine adlige Verwandtschaft beg\u00fcnstigt und einen aufwendigen Reit-und Pferdeluxus betrieben.<\/p>\n<p>Eklatante Regelvergessenheit habe den Salemer Konvent um seien Anziehungskraft gebracht und die Zahl der M\u00f6nche und Konversen sei deutlich geschrumpft.<\/p>\n<p>Aber auch bei Franz Xaver Conrad Staiger Salem oder Salmannsweiler, Salem 1863 kommt Abt Konrad nicht besonders gut weg. Er war zu nachsichtig, zu gut. Er verstand es nicht die Z\u00fcgel in der Hand zu halten.<\/p>\n<p>Die Folge: Klosterordnung und Zucht lockerten sich.<\/p>\n<p>Abt Konrad war aber auch Beichtvater von K\u00f6nig Friedrich dem Sch\u00f6nen (1314-1330) und&nbsp; setzte ihn mehrfach als Gesandten ein. In Friedrichs Auftrag reiste er mehrmals&nbsp; an den p\u00e4pstlichen Hof nach Avignon.<\/p>\n<p>Seine T\u00e4tigkeit schlug sich auch in Urkunden nieder. Am 18. April 1315 best\u00e4tigte er nach dem Vorbild seiner Vorg\u00e4nger Albrecht und Heinrich inserierte Privilegien. Friedrich der Sch\u00f6ne &#8211; [Regesta Habsburgica 3] n. 189<\/p>\n<p>Nur 4 Tage sp\u00e4ter best\u00e4tigte er alle Privilegien Kloster Salems. Friedrich der Sch\u00f6ne &#8211; [Regesta Habsburgica 3] n. 192<\/p>\n<p>In der Folgewoche verlieh er das dem Reich zustehende Patronatsrecht \u00fcber die Kirche in Pfullingen. Friedrich der Sch\u00f6ne &#8211; [Regesta Habsburgica 3] n. 193. Daf\u00fcr sollten Messen f\u00fcr seien Vorg\u00e4nger Rudolf und Albrecht<\/p>\n<p>sowie f\u00fcr seine Mutter Elisabeth von G\u00f6rz und Tirol (*um 1250-1313) gelesen werden.<\/p>\n<p>Auch Ludwig IV. (1314-1328, dann Kaiser-1347), der seit 1314 zusammen mit Friedrich dem Sch\u00f6nen als K\u00f6nig regierte, stellte Kloster Salem eine Urkunde aus. Er best\u00e4tigte am<\/p>\n<p>2. Dezember 1322 die Maut-und Zollfreiheit von Kloster Salem in Bayern und nahm das Kloster in seinen Schutz. Ludwig &#8211; [RI VII] H. 2 n. 42<\/p>\n<p>Nach der strittigen K\u00f6nigswahl von 1314 stand Kloster Salem fest auf der Seite Habsburgs. W\u00e4hrend der Herrschaft Ludwigs IV. war Kloster Salem ganz auf Eigenschutz angewiesen.<\/p>\n<p>Benachbarte Adlige boten Salem zwar immer wieder an, die Vogtei zu \u00fcbernehmen. Das war aber immer mit Besitz-und Herrschaftsanspr\u00fcchen verbunden. So lehnte das Kloster die<\/p>\n<p>Vogteiangebote immer ab. Besonders hartn\u00e4ckig waren die benachbarten&nbsp; Grafen von Heiligenberg,<\/p>\n<p>Anfang 1337 reiste Abt Konrad nach Avignon, um dort Papst Benedikt zu treffen. Aber noch auf dem Gebiet der Konstanzer Di\u00f6zese wurde er von Wegelagerern gefangengenommen und seiner Habe beraubt.<\/p>\n<p>Auf dem Gebiet der Churer Di\u00f6zese wurde er sechs Wochen in Kerkerhaft gehalten und erst nach erzwungenem Eid auf Straffreiheit freigelassen.<\/p>\n<p>Papst Benedikt forderte nun den Konstanzer Bischof Nikolaus von Frauenfeld (1334 \u20131344 ) und den Bischof von Chur Ulrich V. von Lenzburg (1331\u20131355 ) zur Befreiung Konrads und zu Wiedergewinnung seines Gutes das <\/p>\n<p>ihrige zu tun. Es ist nicht klar, ob Konrad nach Avignon weiter reiste oder nach Salem zur\u00fcckkehrte.<\/p>\n<p>Am 5. August 1337 starb der Bischof von Gurk Lorenz I. von Brunne (1334\u20131337) in Avignon. Das Bistum war dem&nbsp; Papst zur Wiederbesetzung reserviert. Er ernannte Abt Konrad zum Bischof von Gurk,<\/p>\n<p>Abt Konrad reiste nun&nbsp; mit gro\u00dfem Gefolge nach Avignon, fiel aber zum zweiten Mal Wegelagerern zum Opfer. Er wurde verletzt und wieder ausgeraubt. In Martigny wurde er gefangen gehalten, konnte aber von dort entkommen.&nbsp; <\/p>\n<p>Durch diese Umst\u00e4nde verz\u00f6gerte sich die Weihe Konrads zum Bischof von Gurk, die Papst Benedikt am 28.&nbsp; April 1338 selbst vornahm&nbsp;&nbsp; <\/p>\n<p>(Kassian Haid in Cistercienser-Chronik 1907, S. 353 ff. Die Reiseabenteuer des Abtes von Salem und nachherigen Bischofs von Gurk, Konrad von Enslingen)<\/p>\n<p>Abt Konrad war in Salem 1337 zur\u00fcckgetreten. Die Besetzung des Salemer Abtsstuhl stand nun dem Papst zu. <\/p>\n<p>Aus der Zeit Konrads stammt das \u201cHandb\u00fcchlein des Pfisters zu Salem\u201d im Generallandesarchiv Karlsruhe mit dem Archivtitel \u201cHandb\u00fcchlein des Pfisters 1341-42\u201d<\/p>\n<p>Diese Bezeichnung wurde ihm wohl erst im 19. Jahrhundert bei der \u00dcbersiedlung der Archivunterlagen nach Karlsruhe gegeben.<\/p>\n<p>Aber 120 verfasste Stephan von Lexington,&nbsp; Abt von Kloster Savigny (1229\u20131243) und Clairvaux (1243\u20131256) eine Wirtschaftsordnung f\u00fcr Kloster Savigny um der Misswirtschaft zu begegnen.<\/p>\n<p>Zu Beginn eines Jahres wurde festgelegt, wie viel Getreide jeweils zum Brotbacken und Bierbrauen gebraucht wurde. <\/p>\n<p>Zweimal pro Jahr wurde der Gesamtvorrat des Hauses \u00fcberpr\u00fcft und zwar in Bezug auf Nahrungsmittel, Stoffe und Arbeitsger\u00e4te.  <\/p>\n<p>Diese regelm\u00e4\u00dfige Kontrolle wurde auf allen von M\u00f6nchen geleitetet Kloster\u00e4mtern durchgef\u00fchrt.&nbsp; Genauso aber wurden die auf den Grangien arbeitenden Konversen \u00fcberpr\u00fcft. Diese mussten regelm\u00e4\u00dfig Rechnung erstellen.  <\/p>\n<p>Es sollten m\u00f6glichst keine Verluste entstehen, sei es bei der Ablieferung von Naturalien, durch falsches Ma\u00df und Gewicht, sei es durch Diebstahl beim Transport von der Grangie zum Kloster oder zum Markt.  <\/p>\n<p>Einmal pro Jahr, meist im Herbst musste dem Abt eine Gesamtrechnung vorgelegt werden, bei der eine Kosten-Nutzenanalyse angestellt werden musste.  <\/p>\n<p>Das Generalkapitel legte fest, dass alle Zisterzienserkl\u00f6ster solche Wirtschaftsordnungen f\u00fchren mussten  <\/p>\n<p>Das Handbuch des Pfisters scheint wahllos zusammengestellt zu sein, was m\u00f6glicherweise daran liegt, dass bei der Neubindung viele Seiten verloren gegangen sein k\u00f6nnten.  <\/p>\n<p>Es kann auch sein, das das Handbuch eine Art Notizbuch f\u00fcr den im Amt befindlichen Pfister war und als eine Art Gebrauchsanweisung oder Arbeitsanleitung war.  <\/p>\n<p>Anzumerken bleibt zum Schluss noch,dass 1320 ein M\u00f6nch Otto Gr\u00e4ter, auch aus der Familie von Abt Ulrich I. Gr\u00e4ter stammend in Kloster Salem vermerkt ist, der&nbsp; 1388 Pfister in Salem war und 1318 ein Johannes Gr\u00e4ter aus der Biberacher Familie, der Gro\u00dfkeller und Pfister war. (Knobloch I, S.464)  <\/p>\n<p>Als Konrad von&nbsp; Enslingen Bischof von Gurk wurde, ernannte Papst Benedikt Ulrich III. von Werdenberg-Sargans (1337\u20131358 ) zum Abt von Salem.  <\/p>\n<p>Aber der Konvent hatte ihn auch schon zum Abt gew\u00e4hlt. Er war vermutlich ein unehelicher&nbsp; Sohn des Grafen Rudolf II. von Werdenberg-Sargans. Er hatte vielleicht 1313 in Bologna studiert . 1329 war er Domherr in Chur und schon am 7. M\u00e4rz 1330 Advokat der Kurie Konstanz.<\/p>\n<p>Am 16, Juni 1338 erscheint er als Prior von Kloster Salem.<\/p>\n<p>Gleich zu seinem Regierungsantritt m\u00fchte er sich, die kl\u00f6sterliche Zucht wieder herzustellen.<\/p>\n<p>Die politische Situation war schwierig. Zum einen hatte man sich nicht auf einen K\u00f6nig verst\u00e4ndigen k\u00f6nnen. Zwischen 1325-1327 einigte man sich auf eine Doppelherrschaft von Friedrich dem Sch\u00f6nen und Ludwig IV.<\/p>\n<p>Zum andern gab es die Auseinandersetzung zwischen Papst Johannes XXII. (1316-1334) und Ludwig IV. Der Konflikt entz\u00fcndete sich am Anspruch des Papstes, dass erst ein erst ein vom Papst anerkannter r\u00f6mischer K\u00f6nig&nbsp; Herrschaftsrechte aus\u00fcben k\u00f6nne. Der Papst exkommunizierte<\/p>\n<p>am 23. M\u00e4rz 1324. Der K\u00f6nig lie\u00df sich nicht einsch\u00fcchtern und hielt dagegen. Der Papst d\u00fcrfe nicht \u00fcber die Befugnisse des K\u00f6nigs urteilen, wenn schon, dann m\u00fcsse das ein Konzil tun.<\/p>\n<p>Ludwig brach im Januar1327 zum Zug nach Italien auf und lie\u00df sich am 17. Januar&nbsp; 1328 lie\u00df er sich ohne Mitwirkung des m Kaiser kr\u00f6nen. Am 18. April 1328 lie\u00df der Kaiser den Papst absetzen.<\/p>\n<p>Da Salem sowohl auf der Seite des Papstes als auch der Habsburger stand, bedeutete die Regentschaft Ludwigs f\u00fcr das Kloster neue Angriffe, Sch\u00e4den und Schulden. <\/p>\n<p>Nach Staiger t\u00f6tete Graf Gottfried von Wartenstein salemische Gotteshausleute in Lausheim, heute ein Teilort von Ostrach und Schemmerberg und hauste dort mit \u201cFeuer und Schwert\u201d (S. 107)<\/p>\n<p>1347 ging zudem die Pest um. Aber selbst nach dem Pestjahr hatte Kloster Salem immer noch 100 M\u00f6nche und 80 Konversen.<\/p>\n<p>Karl IV. wurde am 11. Juli 1346 in Rhens von den drei Erzbisch\u00f6fen von Mainz, K\u00f6ln und Trier sowie mit der s\u00e4chsischen und b\u00f6hmischen Stimme gew\u00e4hlt und am 26. November \u201eam falschen Ort\u201c \u2013 in der Bonner M\u00fcnsterbasilika \u2013 zum K\u00f6nig gekr\u00f6nt. <\/p>\n<p>Kaiser Ludwig starb am 11. Oktober 1347 in Puch bei M\u00fcnchen. <\/p>\n<p>Die Lage besserte sich nun auch f\u00fcr Kloster Salem wieder. Nicht sofort, denn K\u00f6nig K\u00f6nig Karl IV. versuchte 1347&nbsp; sogar das Kloster vollst\u00e4ndig den Heiligenbergern zu \u00fcberschreiben. Am 2. Dezember 1347 \u00fcbertrug er die Vogtei\u00fcber Kloster Salem<\/p>\n<p>an den Grafen Albrecht von Heiligenberg&nbsp; ( + um 1365) Karl IV. &#8211; RI VIII n. 6490 musste diesen Schritt jedoch nach Protest aus Salem im folgenden Jahr r\u00fcckg\u00e4ngig machen. <\/p>\n<p>Am 30.&nbsp; Januar widerrief er diese Urkunde in Ulm \u201cweil&nbsp; er erfahren, da\u00df dies sowohl dem Reiche als auch dem Kloster sch\u00e4dlich ist. Er setzt daher fest , dass die dar\u00fcber gegebenen Urkunden . ung\u00fcltig sein sollen und kraft dieser Urkunde. widerrufen werden. <\/p>\n<p>Karl IV. &#8211; RIplus URH 6 n. 29 Am 1.Februar stellte er eine weitere Urkunde aus, in der er erkl\u00e4rte, dass Kloster Salem keinen anderen Schutzherren habe als den K\u00f6nig. Karl IV. Nachtr\u00e4ge. &#8211; RI VIII n. 5991<\/p>\n<p>Karl IV. nahm sogar nicht nur diese \u00dcberschreibung an das Haus Heiligenberg zur\u00fcck, sondern garantierte Salem noch weitere Privilegien: Zun\u00e4chst eine Urkunde, die sich direkt gegen die Grafen von Heiligenberg richtete Karl IV. &#8211; RI VIII n. 6737.<\/p>\n<p>Darin hei\u00dft es, dass&nbsp; \u201cdass die grafen von Heiligenberg das Kloster Salem verderben und besch\u00e4digen\u201d<\/p>\n<p>Eine Urkunde von 1354 verpflichtete die umliegenden St\u00e4dte und den Adel zum Schutz des Klosters und gew\u00e4hrte diesem die niedere Gerichtsbarkeit \u00fcber seine B\u00fcrger, womit sein Status als Reichsstift abgesichert blieb. <\/p>\n<p>Abt Ulrich III. verstarb am 10. Februar 1358.<\/p>\n<p>Als in Kloster Wettingen Abt Sitti (1343\u20131351)&nbsp; am 17. Januar 1352 verstorben war, hatte der Konvent dort Johann Murer zu dessen Nachfolger gew\u00e4hlt. <\/p>\n<p>Papst Innozenz VI. (1352-1362) setzte aber den Salemer M\u00f6nch Berthold Tutz als Abt in Wettingen ein, wobei die Gr\u00fcnde daf\u00fcr nicht klar sind.  <\/p>\n<p>Nach Will (Chronist von Kloster Wettingen)hatte sich Berthold Tutz sich Berchtold Tutz das Ernennungsdekret vom p\u00e4pstlichen Stuhl erschlichen. Der Konvent hatte aber nach dem Tod Abt Heinrichs den Konventualen Johann Murer gew\u00e4hlt und diesen  <\/p>\n<p>auch vom Mutterabt Ulrich III. von Werdenberg-Sargans (1337\u20131358 ) von Kloster Salem best\u00e4tigen lassen.&nbsp; Allerdings f\u00fchlte sich Abt Berthold in Wettingen nicht gl\u00fccklich und er war dort auch nicht sonderlich erfolgreich.  <\/p>\n<p>Als Abt Ulrich in Salem verstarb, nutzte Papst Urban VI(&nbsp; 1378\u20131389) die Gelegenheit und ernannte den in Wettingen umstrittenen Berthold II. Tutz (1358\u20131373 (R\u00fccktritt) in Salem eine ruhige und unangefochtene Stellung zu verschaffen.  <\/p>\n<p>Die Salemer M\u00f6nche hatten ihn auch schon als Abt gew\u00e4hlt.  <\/p>\n<p>Abt Berthold hatte Theologie studiert und war vor seiner Wettinger Zeit als Abt Professor. In Salem regierte er gl\u00fccklicher. Er er warb einiges an G\u00fctern.  <\/p>\n<p>1369 wurde die Kapelle Beata Mariae Virginis, die keiner Pfarrkirche unterstand, von Papst Urban V. (1362\u20131370 ) Kloster Salem inkorporiert.  <\/p>\n<p>Am 5. April 1373 resignierte Abt Berthold Tuz  <\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Abt Wilhelm Schrailk (1373-1395) Er wurde aus Kloster Raitenhaslach berufen, wo er von 1367-1373 als Nachfolger von Andreas Pfarrkircher (1364\u20131367) war.  <\/p>\n<p>Dort hat er allerdings keine Spuren hinterlassen. Es gibt keine Urkunden aus seinem Raitenhaslacher Abbatiat.  <\/p>\n<p>Papst Gregor <em>. <\/em>(1370-1378) best\u00e4tigte ihn am 11. Mai 1373. Er entband ihn von der Reise an die Kurie und beauftragte Die Bisch\u00f6fe von Konstanz Heinrich III. von Brandis (1357 \u20131383 ) und Chur  <\/p>\n<p>Friedrich II. von Erdingen (1368\u20131376 ), ihm den Treueid abzunehmen. Auch in der Folge hatte der Konvent durchgesetzt, dass die von ihm gew\u00e4hlten \u00c4bte vom Papst providiert wurden.  <\/p>\n<p>Am 19.Juli 1378 inkorporierte Papst Gregor XI. die Pfarrei Schemmerberg mit Ihren Eink\u00fcnfte dem Kloster Salem. (Staiger S. 111)  <\/p>\n<p>Am 16.10. best\u00e4tigte K\u00f6nig Wenzel (1376-1400) die von seinem Vater Karl erteilten Privilegien f\u00fcr Salem Wenzel &#8211; [RIplus] Regg. Wenzel [n. 760]&nbsp; und nach Staiger auch alle Rechte, Freiheiten und Privilegien des Klosters (S.111)  <\/p>\n<p>Am 30. Januar 1384 erteilte Papst Urban VI. (1378-1389) Abt Wilhelm und seinen Nachfolgern das Recht, die Pontifikalien zu tragen, also Inful, Ring und Stab.  <\/p>\n<p>1390 kaufte er von Ulrich von H\u00f6rningen (um 1400) und seiner Frau, der Schenkin von Ittendorf das Dorf Bermatingen f\u00fcr 7000 Pfund Heller, das sind etwa721000 \u20ac, mit Leuten,Gut,Gericht, Bann, Vogtrecht und allem was dazu geh\u00f6rt.&nbsp; <\/p>\n<p>samt der Kirche mit Patronatsrecht. Mit Genehmigung von Papst Bonifaz IX. (1389-1404) inkorporierte sie der Konstanzer Bischof Burkard I. von Hewen (1387 \u20131398 ) 1391 dem Kloster Salem.  <\/p>\n<p>Abt Wilhelm verstarb am 21. Mai 1395.  <\/p>\n<p>Auf ihn folgte Abt Jodok I. Senner&nbsp; (1395\u20131417 (R\u00fccktritt) . Er stammte aus einem alten Ravensburger B\u00fcrgergeschlecht.  <\/p>\n<p>In Salem war er Gro\u00dfkeller.  <\/p>\n<p>Am 15. Juni 1395 wurde er einstimmig zum Abt gew\u00e4hlt.Der Konvent z\u00e4hlte 100 Konventuale und etwa 80 Konversen.  <\/p>\n<p>Am 15. August 1401 best\u00e4tigte K\u00f6nig Ruprecht I. 1400-1410) Kloster Salem seine Privilegien und Freiheiten. Pfalzgraf Ruprecht III. &#8211; [Regg. Pfalzgrafen 2] n.<strong> <\/strong>1479.  <\/p>\n<p>Am 21. Juni 1403 befahl K\u00f6nig Ruprecht den Reichsst\u00e4dten Konstanz, Ulm, Esslingen, Reutlingen, \u00dcberlingen, Ravensburg, Rottweil, Biberach und Pfullendorf den Abt und Konvent des Klosters Salmansweiler von Reichs wegen zu schirmen und zu handhaben vor unrechter Gewalt.  <\/p>\n<p>Pfalzgraf Ruprecht III. &#8211; [Regg. Pfalzgrafen 2] n. 3014  <\/p>\n<p>14 11 bestieg Sigmund (1411-1419 K\u00f6nig, dann Kaiser bis 1437) den deutschen Thron. Am 22. August 1413 best\u00e4tigte er die Urkunden Karls IV. und Wenzels f\u00fcr Salem. Sigmund &#8211; RI XI,1 n. 648  <\/p>\n<p>Abt Jodok setzte den Bau des M\u00fcnsters fast bis zur Vollendung fort.  <\/p>\n<p>Auf Betreiben K\u00f6nig Sigmunds wurde das Konzil in Konstanz einberufen, dass am 5. November 1414 begann.  <\/p>\n<p>Abt Jodok nutzte die Anwesenheit des Salzburger Erzbischofs Eberhard III, (1406-1427) auf dem Konstanzer Konzil diesen einzuladen die Weihe vorzunehmen. Sa sein Amtsvorg\u00e4nger Eberhard II.Kloster Salem rund 200 Jahre vorher  <\/p>\n<p>in Schutz genommen hatte, sahen das wohl beide Seiten als guten Anlass an.  <\/p>\n<p>Die Kirchweihe fand am 23. Dezember 1414 statt. Es gilt als wahrscheinlich, dass auch K\u00f6nig Sigmund daran teilgenommen hat, den dieser \u00fcbernachtete am Vorabend in \u00dcberlingen und traf am 24. Dezember auf dem Konzil ein.  <\/p>\n<p>Mit Salem als Vorreiter hat die gotische Baukunst ihren Weg von Stra\u00dfburg an den Bodensee gefunden. Fast gleichzeitig lie\u00df das Bistum Konstanz das dortige M\u00fcnster in gotischem Stil modernisieren.  <\/p>\n<p>Abt Jodok resignierte am 12. Mai 1417. Die Gr\u00fcnde sind nicht bekannt. Er starb am 16. Januar 1420.  <\/p>\n<p>Auf ihn folgte Abt&nbsp; Petrus I. Ochsner (1417\u20131441 ) Er stammte aus der Familie der Ochsner in Ravensburg  <\/p>\n<p>Er verwaltete das Amt des Gro\u00dfkellers in Salem.  <\/p>\n<p>Er wurde am 12. Mai 1217 einstimmig zum Abt gew\u00e4hlt.  <\/p>\n<p>Dem Konstanzer Konzil wohnte er bis zum Ende bei.  <\/p>\n<p>Er vollendete den Bau des Salemer M\u00fcnsters und schm\u00fcckte ihn&nbsp; aus.  <\/p>\n<p>Papst Martin V. (1417-1431) gestattete das Fest der Kirchweih in Salem, die ja direkt vor Weihnachten stattgefunden hatte, am Sonntag vor Mari\u00e4 Geburt zu feiern.  <\/p>\n<p>Am 4. Dezember 1433 best\u00e4tigte Kaiser Sigmund alle Privilegien von Kloster Salem und nahm es in en Schutz des Reiches. Sigmund &#8211; RI XI,2 n. 9853  <\/p>\n<p>Am 26. Februar 1434 erlaubte&nbsp; Kaiser Sigmund Kloster Salem in seinem Dorf Unterelchingen&nbsp; Gericht \u00fcber Erbschaftsstreitigkeiten, Geldschulden und Unzucht zu halten  <\/p>\n<p>und das Gericht&nbsp; zu besetzen. Sigmund &#8211; RI XI,2 n. 10093  <\/p>\n<p>Am 21. M\u00e4rz 1434 befreite Kaiser Sigmund das Kloster von allen durch Reichsgesetz vorgeschriebenen Dienstleistungen, Steuern u. Einquartierungen. Sigmund &#8211; RI XI,2 n. 10171  <\/p>\n<p>Abt Peter vermehrte den Ruf von Kloster Salem und auch den Wohlstand.  <\/p>\n<p>Er starb pl\u00f6tzlich am&nbsp; ganz pl\u00f6tzlich am 19. Mai 1441.  <\/p>\n<p>Zu seinem Nachfolger wurde Abt Georg I. M\u00fcnch (1441\u20131458 (R\u00fccktritt) aus Konstanz unter dem Vorsitz von Abt Conrad Holzacker (Holziker) (1409\u20131443Von Kloster L\u00fctzel gew\u00e4hlt.  <\/p>\n<p>gew\u00e4hlt . Er entstammte einer reichen Konstanzer B\u00fcrgerfamilie.  <\/p>\n<p>Er befolgte die Klosterregeln streng weil er seinen M\u00f6nchen einfach Vorbild sein wollte  <\/p>\n<p>Er errichtete 1441 eine gr\u00f6\u00dfere Orgel im Salemer M\u00fcnster, deren gr\u00f6\u00dfte Pfeife&nbsp; nach Staiger (S.117)28 Fu\u00df, das entspricht 826 Zentimeter, lang gewesen sein soll.  <\/p>\n<p>Im Zusammenhang mit Abt Georg steht auch die Anekdote vom Salemer Fass. Auf seine Veranlassung soll das Fass errichtet worden sein  <\/p>\n<p>und eine F\u00fcllmenge von rund 40 Fuder (= 60.000 l) aufgewiesen haben soll. Stets mit den besten Weinen bef\u00fcllt, sch\u00f6pfte man nur an hohen Festtagen aus diesem Fass und der Kellermeister trug die Kellerschl\u00fcssel stets achtsam bei sich. Als er jedoch einmal fest eingeschlafen war, stibitzte ihm ein besonders trinklustiger M\u00f6nch den Schl\u00fcssel. Nach der Abendmesse schlich der M\u00f6nch sich oft in den Weinkeller und sch\u00f6pfte aus dem Fass, bis eines Abends der Kellermeister den Zapfhahn ausgetauscht hatte. Also stellte der durstige M\u00f6nch eine Leiter auf, stieg auf das Fass und \u00f6ffnete die T\u00fcr des riesigen Spundlochs. Er trank gierig so viel Wein, dass ihm schwindlig wurde, er in das Fass hineinfiel und dort ertrank. Als der Kellermeister mit einer Stange den F\u00fcllstand des Fasses pr\u00fcfen wollte, stie\u00df er auf den K\u00f6rper des ertrunkenen M\u00f6nchs. Der Kellermeister erz\u00e4hlte nichts von seinem Fund, da er bef\u00fcrchtete, der Wein k\u00f6nnte durch den Leichnam bei seinen Mitbr\u00fcdern als verunreinigt gelten. Daher zog er den ersoffenen Trunkenbold aus dem Fass und begrub ihn heimlich bei Nacht. Erst kurz vor seinem Tod gestand der Kellermeister sein Vergehen, starb aber, ehe er das heimliche Grab verraten konnte.  <\/p>\n<p>Zur\u00fcck zu den Fakten.  <\/p>\n<p>Am 19. Juli 1442 best\u00e4tigte K\u00f6nig Friedrich III. (1440.1452 K\u00f6nig, dann bis 1493 Kaiser) auf Bitten Abt Georgs die Rechte und Privilegien von Kloster Salem und nahm Kloster und Konvent in seinen besonderen Schutz. Friedrich III. &#8211; [RI XIII] H. 37 n. 54  <\/p>\n<p>Am 14. August n1442 erlie\u00df er in Frankfurt die Reformation Friedrichs III, das war ein Reichslandfriede und enthielt Bestimmungen zum Fehderecht, auch \u00fcber den Schutz von Geistlichen, von Kirchen.  <\/p>\n<p>F\u00fcr Kloster Salem war das auch interessant, denn es gab ihm mehr Sicherheit in seinen Rechten und Besitzungen.  <\/p>\n<p>Am 17, Februar 1448 schloss Friedrich III mit Papst Nikolaus V. (1447-1455) das sogenannte Wiener Konkordat .Friedrich III. &#8211; [RI XIII] H. 13 n. 60  <\/p>\n<p>Es&nbsp; regelte vor allem die Rechte des Papstes bei der Pfr\u00fcndenbesetzung. F\u00fcr Bist\u00fcmer und exemte Kl\u00f6ster forderte es die p\u00e4pstliche Best\u00e4tigung von Wahlen. Ferner erlaubte es dem Papst, Koadjutoren zu bestellen und Postulationen vorzunehmen.  <\/p>\n<p>Am 10. M\u00e4rz 1454 gestattete Papst Nikolaus Abt Georg und seinen Nachfolgern&nbsp; seinen jungen Priestern die vier niederen Weihen zu erteilen. In untergebenen Kl\u00f6stern durfte er die Subdiakonatsw\u00fcrde erteilen.  <\/p>\n<p>Auch durfte er entweihte Kirchen, Friedh\u00f6fe und andere Orte wieder weihen.  <\/p>\n<p>Im November 1455 leitete er als Vaterabt die Wahl von Johann Wagner als Abt von Wettingen.  <\/p>\n<p>Abt Georg resignierte&nbsp; 1458 und starb am 21, Februar 1479  <\/p>\n<p>&nbsp; Sein Nachfolger wurde Abt Ludwig Oschwalt (1458\u20131471)  <\/p>\n<p>Er stammte aus \u00dcberlingen. Er hatte in Paris studiert und dort mit dem Doktor abgeschlossen.  <\/p>\n<p>1459 stifteten Berthold von Stein und Ulrich von Schynen in Ingerkingen im Kreis Biberach eine Kaplanei. Ingerkingen geh\u00f6rte zur Pfarrei Schemmerberg. Abt Ludwig genehmigte die Stiftung, behielt sich aber das Patronat und die Administration der Kaplanei-G\u00fcter vor.  <\/p>\n<p>Albrecht( (1453-1463) Erzherzog von \u00d6sterreich schenkte Kloster Salem 1461 die H\u00e4lfte des Kirchensatzes von Griesingen, heute Alb-Donau Kreis, mit der Verpflichtung eines Jahrtages f\u00fcr sich und sein Haus.  <\/p>\n<p>Einige adlige Salemer M\u00f6nche verlie\u00dfen ohne Erlaubnis des Abtes das Kloster, begaben sich irgendwo hin&nbsp; und \u201cf\u00fchrten nicht das beste Leben\u201d (Staiger S. 121). Um die kl\u00f6sterliche Zucht und Ordnung aufrecht zu halten, erteilte Papst Paul II. (1464-1471)  <\/p>\n<p>am 4. Februar 1467 die Erlaubnis, solche plichtvergessene M\u00f6nche gefangen zu nehmen, sie ins Kloster zur\u00fcckzubringenund mit verdienten Bu\u00dfen zu bestrafen.  <\/p>\n<p>In Kloster Heggbach f\u00fchrte \u00c4btissin Elisabeth Kr\u00f6hl (1454-1480)&nbsp; 1467 eine Konventsreform durch und f\u00fchrte mit nachdr\u00fccklicher Hilfe des Vaterabtes Ludwig die Klausur wieder ein.  <\/p>\n<p>Abt Ulrich kaufte mit Zustimmung des Konvents 1469 f\u00fcr 3.800 fl., das sind etwa 1.040.571,00 \u20ac das Dorf \u00c4pfingen im Kreis Biberach.  <\/p>\n<p>Abt Ludwig resignierte wegen Krankheit 1471 und starb im selben Jahr.  <\/p>\n<p>Auf ihn folgte Abt Johannes I. Stantenat (1471\u20131494 )  <\/p>\n<p>Er stammte aus dem els\u00e4ssischen Uffholtz. Erstmals ist er in der Verwaltung des Zisterzienserinnenklosters Rheintal belegt. In L\u00fctzel war Johannes Prior.1466 wurde er zum Abt&nbsp; erw\u00e4hlt, wo er allerdings nur wenige Jahre wirkte.  <\/p>\n<p>Er schloss gleich nach Regierungsantritt schloss er mit der Stadt Biberach wegen Umgeld, Zoll und B\u00fcrgerrecht der salemischen G\u00fctern in \u00c4pfingen, Baltringen, Brunnen ,und Aigendorf (heute Attenweiler Landkreis Biberach). (Staiger S. 122)  <\/p>\n<p>Ende des 15. Jahrhunderts versuchte Kloster Salem die Rechtsstellung der Untertanen zu verschlechtern. Dies lehnten sich dagegen auf. Eine Schiedskommission legte die Streitigkeiten bei.  <\/p>\n<p>Die Wissenschaft bezeichnet diese Vertr\u00e4ge als Agrarverfassungsvertr\u00e4ge, die Beziehungen zwischen Grundherren, in dem Fall den Kl\u00f6stern und den Untertanen regelte.  <\/p>\n<p>Sie regelten de dinglichen und personalen Rechte und Pflichten gegen\u00fcber dem Kloster fest. Solche Vertr\u00e4ge gab es z. B.in Salem 1473, Ochsenhausen 1502, Steingaden, Rot an der Rot , Ottobeuren und Weingarten.  <\/p>\n<p>F\u00fcr Ochsenhausen, Weingarten und Salem hatte das die Sp\u00e4tfolge, dass sie im Bauernkrieg von Pl\u00fcnderungen weitgehend verschont blieben und nicht in Flammen aufgingen.  <\/p>\n<p>Am 14. August schloss Graf Eberhard V\u00cd. (1480-1498) von W\u00fcrttemberg mit Koster Salem wegen der salemischen G\u00fctern in W\u00fcrttemberg, also den Pflegen N\u00fcrtingen und Esslingen  <\/p>\n<p>auch der Zollbefreiung von Salem f\u00fcr Wein und Korn. Hauptstaatsarchiv Stuttgart A 135 B\u00fc 6, 7  <\/p>\n<p>Salem war immer wider Gastgeber f\u00fcr Kaiser und K\u00f6nige. So am 20. August 1485. Da kam Kaiser Friedrich III. mit&nbsp; 400 Pferden (Staiger S. 123) nach Salem zu Besuch.  <\/p>\n<p>Am 5. Mai 1486 wurde in Kloster Wettingen unter Vorsitz von Abt Johannes Johann V. M\u00fcller (1486\u20131521) zum Wettinger Abt gew\u00e4hlt.  <\/p>\n<p>Die Besuche zahlten sich aus. Am 26. Mai 1487 best\u00e4tigt Friedrich III. dem Kloster in drei Urkunden den Status einer Reichsabtei. Friedrich III. &#8211; [RI XIII] H. 15 n. 400 , Friedrich III. &#8211; [RI XIII] H. 37 n. 675 und Friedrich III. &#8211; [RI XIII] H. 37 n. 676  <\/p>\n<p>Diese Freibriefe gestatteten dem Kloster von seinen Untertanen Steuern zu erheben und s\u00e4umige Zahler selbst zu bestrafen. Zus\u00e4tzlich durfte Salem nun seinen Schutzvogt selbst w\u00e4hlen und wieder absetzen. Damit hatte Salem die volle Reichsunmittelbarkeit mit den meisten Privilegien eines Reichsstands erlangt. Das Kloster hatte jetzt die gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Autonomie erreicht.  <\/p>\n<p>Eine Reihe von Papstbullen im 15. und 16. Jahrhundert&nbsp; nahmen das Kloster ganz aus der Gewalt und dem Territorium des Bischofs von Konstanz heraus. Es war in vollem Umfang exemt und eine gefreite Abtei geworden.  <\/p>\n<p>Nicht nur f\u00fcr die politische Stellung des Klosters leistete Abt Johannes Beachtliches.  <\/p>\n<p>1493\/94 gab er das Salemer Abtbrevier f\u00fcr den pers\u00f6nlichen Gebrauch in Auftrag. Im Nachwort nennt sich ein Scheiber Amandus Sch\u00e4ffler. Er Er berichtet, dass er 1493 von einem Kloster aus einem Vorort Stra\u00dfburgs nach Salem fl\u00fcchtete und dieses Brevier mit eigener Hand unentgeltlich als Dank f\u00fcr sein Asyl geschrieben habe. Johannes Stantenat, der kunstsinnige Abt, habe das bei seinem Tod unfertige Brevier mit verschiedenen geheimnisvollen Figuren und Farben an den R\u00e4ndern und Initialen illuminieren und sein Nachfolger Johannes Scharpfer habe es f\u00fcr 200 Rheinische Gulden,  <\/p>\n<p>das sind etwa 54.300,00 \u20ac vollenden lassen. Der Buchschmuck wurde von einem N\u00fcrnberger Buchmaler geschaffen.  <\/p>\n<p>Zum Sakramentshaus im M\u00fcnster hat er ebenfalls Auftr\u00e4ge vergeben. Die Steinfiguren am Sakramentenhaus stammen aus der Werkstatt des Hans von Savoi,Mitglied&nbsp; einer verwandtschaftlich mit den Parlern verbundenen Steinmetzfamilie.  <\/p>\n<p>Die Holzfigurensind aus der Schnitzwerkstatt des Michael Erhards(1440-1523) aus Ulm. Auch den Tabernakel mit der \u00fcbergro\u00dfen Hostie hat Abt Johannes in Auftrag gegeben.  <\/p>\n<p>Au\u00dferdem Lie\u00df er er viele Wirtschaftsgeb\u00e4ude bauen.  <\/p>\n<p>Auch die Johanneskapelle in Mimmenhausen, einem Teilort von Salem, lie\u00df er erbauen.  <\/p>\n<p>Am&nbsp; Juni 1494 best\u00e4tigte Maximilian der letzte Ritter (1486-1508 K\u00f6nig, dann bis 1519 Kaiser) die Privilegien von Kloster Salem. Maximilian I. &#8211; RI XIV,1 n. 773  <\/p>\n<p>Abt Johannes starb am 5. Dezember 1494.  <\/p>\n<p>Auf ihn folgte Abt Johannes II. Scharpfer (1494\u20131510 )  <\/p>\n<p>Er wurde am 15. Dezember 1494 im Beisein von Abt Ludwig J\u00e4ger (1471\u20131495 ) aus L\u00fctzel zum 19. Salemer Abt gew\u00e4hlt.  <\/p>\n<p>Er stammte aus Mimmenhausen, heute ein Ortsteil von Salem.  <\/p>\n<p>Von den Edlen von Obersulmetingen kaufte er 1496 mit Einwilligung des Konvents den Burgstall Schemmerberg, die M\u00fchle und weitere G\u00fctern&nbsp; f\u00fcr 4000 fl, das sind etwa 1.084.586,00 \u20ac.  <\/p>\n<p>Damit besa\u00df Kloster Salem das ganze Dorf.  <\/p>\n<p>Am 7. Februar gestattete K\u00f6nig Maximilian&nbsp; ein Gericht f\u00fcr Erbschafts-,Eigentums-,Schuldsachen und Frevel einzurichten. (Staiger S. 124) 1742 erhielt Salem die hohe Gerichtsbarkeit f\u00fcr Schemmerberg.  <\/p>\n<p>Zwischen 1498 und 1515 nahmen die \u00c4bte Johannes und Jodokus bauliche Ver\u00e4nderungen am Esslinger Pfleghof vor. \u00dcber den sp\u00e4tromanischen und fr\u00fchgotischen Bauk\u00f6rpern wurden zwei weitere Geschosse errichtet. Zudem wurde ein Erker an die Westseite des Turms angebaut. Auf dem Erker selbst ist die Jahreszahl 1509 eingemei\u00dfelt. Unterhalb des Erkers befinden sich vier Wappenschilde. Diese Wappenschilde zeigen die Wappen des Abtes Johannes II., des Erzbischofs Eberhards II., des Gutram von Adelsreute, als Klosterstifter und das Wappen des heiligen Bernhard von Clairvaux.  <\/p>\n<p>Er lie\u00df die Marienkapelle in Kloster Salem einrichten und stattete sie reich aus. Mit dem Meimminger Maler Bernhard Strigel (um 1460-1528), der damals Hofmaler von Maximilian war, schloss er einen Vertrag ab, nach dem der Maler bis zum 16.10. 1507  <\/p>\n<p>den Marienaltar zu liefern hatte. Als Bezahlung waren 150 Gulden, das sind ungef\u00e4hr 122.016,00 \u20ac und au\u00dferdem 5-6 Wagenladungen mit insgesamt 10.000 Liter Wein.  <\/p>\n<p>Eine Bezahlung mit Wein war damals nicht ungew\u00f6hnlich.  <\/p>\n<p>Auf der rechten Tafel ist auch Maximilian verewigt al Einer der Weisen aus dem Morgenland, eine besondere Huldigung Salems, dem reichsunmittelbaren Kloster, das nur den Kaiser als weltlichen Herrn \u00fcber sich anerkannte.  <\/p>\n<p>Auf die Kapelle lie\u00df er die Bibliothek bauen.  <\/p>\n<p>Seit 1470 besuchten die Salemer \u00c4bte den Reichstag regelm\u00e4\u00dfig.  <\/p>\n<p>Der Reichstag von Worms 1495 verabschiedete 4 Reformordnungen n\u00e4mlich  <\/p>\n<ul>\n<li>Ewiger bzw. unbefristeter Landfrieden\n<li>Ordnung \u00fcber das Reichskammergericht\n<li>Exekutionsordnung (bekannt als &#8218;Handhabung Friedens und Rechts&#8216;)\n<li>Ordnung \u00fcber die auf vier Jahre befristete Erhebung des &#8218;gemeinen Pfennigs&#8216; <\/li>\n<\/ul>\n<p>Diese \u201cmaximilaneische Reichsreform<strong>\u201c&nbsp; <\/strong>ebnete<strong> <\/strong>den Weg zum Reichsregiment, das 1500 auf dem Reichstag von Augsburg verabschiedet wurde.<\/p>\n<p>Dieses setzte sich aus dem Kaiser und 20 Vertretern der Reichsst\u00e4nde zusammen.<\/p>\n<p>!500 und 1521 wurde dazu auch der Abt von Salem berufen.<\/p>\n<p>Die \u00c4bte Johannes II. und&nbsp; Judokus II. waren im Reichsregiment vertreten.<\/p>\n<p>Am 4. Oktober 1510 starb Abt Johannes II.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Jodok II. Necker (1510\u20131529) als 20. Abt von Salem.<\/p>\n<p>Er stammte aus \u00dcberlingen, hatte in Pais studiert und dort seinen Baccalaureus in Naturwissenschaften und Theologie abgeschlossen.<\/p>\n<p>1503 hatte er die Lizenz zur Abhaltung von Vorlesungen&nbsp; \u00fcber die Heilige Schrift am Coll\u00e8ge St. Bernard erhalten.<\/p>\n<p>Kurz nach seinem Regierungsantritt&nbsp; best\u00e4tigte Kaiser Maximilian am 10. November 1510 die Rechte und Privilegien von Salem- (Staiger S. 126)<\/p>\n<p>Papst Julius II. (1503-1513)&nbsp; ernannte ihn zusammen mit Abt Franz von Gaisberg (1504\u20131529) von St. Gallen zum Konservator, Besch\u00fctzer und Schirmer der Rechte, Privilegien und<\/p>\n<p>Besitzungen von Kloster St. Ulrich und Afra in Kreuzlingen, einem Augustinerchorherrenstift.<\/p>\n<p>1517 erneuerte Papst Leo X. (1513-1521) das Recht von Kloster Salem, zur Benediktion seines Abtes sich einen Bischof zu w\u00e4hlen.<\/p>\n<p>Am 31 Oktober 1517 schlug Martin Luther seine Thesen an der Schlosskirche von Wittenberg an, was wohl eher Legende ist, aber seine Stellung zum Ablasshandel.<\/p>\n<p>Aber die Verbreitung seiner Thesen vor allem \u00fcber Druck und die anschlie\u00dfenden Diskussionen bringen die Reformation in Gang.<\/p>\n<p>Gegen\u00fcber der Reformation zeigte man in Kloster Salem keine Sympathien.<\/p>\n<p>In Salem kam es zu keinem wirtschaftlichen und keinem disziplinarischen Niedergang.<\/p>\n<p>Am 23. Mai 1521&nbsp; best\u00e4tigte Karl V. (1520-2530 K\u00f6nig, denn bis 1555 Kaiser) alle Privilegien und Freiheiten und nahm das Kloster in seinen Schutz.<\/p>\n<p>Schon im 13.und 14. Jahrhundert gab es&nbsp; eine Reihe von b\u00e4uerlichen Aufst\u00e4nden und Widerstandsaktionen.<\/p>\n<p>Die Standpunkte der Reformation&nbsp; lie\u00dfen die&nbsp; d\u00f6rflichen Bev\u00f6lkerung die mit dem \u201eWillen Gottes\u201c gerechtfertigten Anspr\u00fcche von Adel und Klerus zu hinterfragen. F\u00fcr die eigene erb\u00e4rmliche Lage \u201edurch Erbteilung zerst\u00fcckelte H\u00f6fe\u201c fanden sie keine biblische Begr\u00fcndung.<\/p>\n<p>1524 brachen die Konflikte aus. Die erste Erhebung war im Wutachtal bei St\u00fchlingen.<\/p>\n<p>In der Reichsstadt Memmingen&nbsp; deren B\u00fcrgerschaft mit den Bauern sympathisierte, sammelten die drei oberschw\u00e4bischen Bauernhaufen.&nbsp; Im Februar\/M\u00e4rz wurden die 12 Artikel verfasst.<\/p>\n<p>Das waren die Forderungen, die die Bauern gegen\u00fcber dem Schw\u00e4bischen Bund erhoben.<\/p>\n<p>In Kempten&nbsp; wehrte sich 1523 die Untertanen gegen die Versuche des Abtes , sie weiter in die Leibeigenschaft zu dr\u00fccken. Mitte Februar befand sich das ganze<br \/>Allg\u00e4u im Aufstand und bildete am 24. Februar den \u201eAllg\u00e4uer Bund\u201c. <\/p>\n<p>Im n\u00f6rdlichen Oberschwaben berieten seit dem Dezember 1524 einige Bauern im Wirtshaus zu Baltringen, wie<br \/>sie ihre Beschwerden durchsetzen k\u00f6nnten. Anfang Februar begannen sie, um Zuzug zu werben, und Mitte des Monats war auch hier die ganze Landschaft s\u00fcdlich der Donau im Auf-<br \/>stand und schlo\u00df sich zum Baltringer Haufen zusammen. <\/p>\n<p>Im Bodensee raum schlossen sich die Bauern zu den Seebauern zusammen Im Linzgau bildete sich ein eigener Abteilungshaufen, der Bermatinger Haufen.<\/p>\n<p>Dort hatte er sein Standquartier und sein Hauptmann wurde der Oberteuringer M\u00fcller Eitelhans Ziegelm\u00fcller.<br \/>Anfang M\u00e4rz hatten sich die Seebauern bereits mit den Allg\u00e4uern verb\u00fcndet. <\/p>\n<p>Die erste gro\u00dfe Schlacht fand am 4. April 1525 bei Leipheim statt.<\/p>\n<p>Am 17. April 1525 schlossen der Allg\u00e4uer Haufen und der Seehaufen unter ihrem F\u00fchrer Eitelhans Ziegelm\u00fcller den Weingartner Vertrag mit Georg III. Truchsess von Waldburg (1488-1531) den Weingartner Vertrag.<\/p>\n<p>Eitelhans Ziegelm\u00fcller ist&nbsp; zwischen 1485 und 1490 geboren . Sein Todestag steht fest, n\u00e4mlich der 15. Dezember 1545.<\/p>\n<p>Ziegelm\u00fcllers Aktionen richteten sich zun\u00e4chst gegen Kloster Salem. Mit nur etwa 20 Personen kam der Hauptmann Ziegelm\u00fcller ins Kloster.<\/p>\n<p>Alle Bediensteten mussten ihm huldigen und schw\u00f6ren,, das g\u00f6ttliche Recht zu beachten und nichts gegen den Haufen zu unternehmen.<\/p>\n<p>Am 2. April 1525 forderte Ziegelm\u00fcller den Salemer Konvent auf, ihm zu huldigen Auf Rat von Abt&nbsp; Jodok, der sich nach \u00dcberlingen gefl\u00fcchtet hatte, geschah das am 3. April.<\/p>\n<p>Die Aufst\u00e4ndischen waren auf Verpflegung aus Klostervorr\u00e4ten angewiesen.Die F\u00fchrung hatte angeordnet, dass aus besetzten Schl\u00f6ssern und Kl\u00f6stern nur Essen und Trinken genommen wird und nichts zerst\u00f6rt wird.<\/p>\n<p>Im Bereich des Seehaufens ging kein Kloster in Flammen auf und keine Geb\u00e4udesch\u00e4den wurden gemeldet.<\/p>\n<p>Kloster Salem erlitt im Vergleich zu den anderen Kl\u00f6stern die geringsten Verluste. In Salem selbst hielten sich in Grenzen, wie er Abt selbst feststellte :\u201dNicht ein Heller Schaden ist uns geschehen als an Wein<br \/>und Brot\u00b0 Nur im Klosterbesitz Schemmerberg \u00fcberfiel der Balteinger Haufen am 26. M\u00e4rz 1525 das Schloss und zerst\u00f6rte es.<\/p>\n<p>Dass Salem so glimpflich davon kam, lag zum einen an Abt Jodok, er verhielt sich taktisch klug. Er beteiligte sich nach den Aufst\u00e4nden auch nicht an den Verurteilungen der Bauern. Den Grund f\u00fcr die b\u00e4uerliche Erhebung sah er vor allem in der Reformation.<\/p>\n<p>Das andere war sein Gegenspieler, Eitelhans Ziegelm\u00fcller. Er war schon vor den Aufst\u00e4nden Ammann des Gerichts der Landvogtei um Ailingen und behielt dieses Amt bis an sein Lebensende.<\/p>\n<p>1529 und 1530 w\u00e4hlten ihn die Bauern im Linzgau zum Abgeordneten der \u201eLandschaft\u201c, der Untertanenvertretung der Landvogtei, zu \u00f6sterreichischen Landtagen in Innsbruck und Linz.<\/p>\n<p>Gleich nach dem Bauernkrieg senkte Kloster Salem die Steuern, um weiteren Aufst\u00e4nden vorzubeugen. Es hatte bis dahin weit strengere Auflagen als in anderen s\u00fcddeutschen Territorien .<\/p>\n<p>Nach dem Bauernkrieg wirtschaftete Abt Jodokus sehr sparsam und konnte die erlittenen Sch\u00e4den rasch ersetzen und auch neu G\u00fcter Erwerben. <\/p>\n<p>1526 erwarb er von der \u2013Reichsstadt \u00dcberlingen ein Haus mit Hofstatt und Stadel f\u00fcr 450 fl.,das sind ungef\u00e4hr 372.924,00 \u20ac. Es handelte sich um angrenzende Geb\u00e4ude an ein Haus wo Salem schon seit 1231 beg\u00fctert war.<\/p>\n<p>In den Jahren zwischen 1530 bis 1535 wurde der Hof in seiner heutigen Ansicht erbaut. Ob die alten Geb\u00e4ude teilweise integriert oder abgerissen wurden, ist heute nicht mehr nachzuvollziehen.<\/p>\n<p>Einen H\u00f6hepunkt bedeutete sicher der Besuch von Kaiser Ferdinand (1558-1564), der dort 1563 \u00fcbernachtete.<\/p>\n<p>Abt Jodokus verstarb am <\/p>\n<p>Auf ihn folgte Abt&nbsp; Amandus Sch\u00e4ffer (1529\u20131534 )<\/p>\n<p>Er Stammte aus Stra\u00dfburg Er war M\u00f6nch in Kloster Baumgarten und legte dort auch seine Profess ab. 1593 brannte das Koster ab und wurde v\u00f6llig zerst\u00f6rt. Die M\u00f6nche begaben sich in benachbarte Kl\u00f6ster. Amandus ist wohl nach Salem gekommen.<\/p>\n<p>Bei seiner Wahl war er schon alt Anwesend war der Abt von L\u00fctzel&nbsp; Theobald Hillweg (1495\u20131532), von Bebenhausen Johann von Fridingen (1493\u20131534 ) und Melchior Ruf von K\u00f6nigsbrunn (+ 1539)<\/p>\n<p>Als das Erzstift Salzburg seine Salzpfannen in Hallein an an den bayrischen Herzog Ludwig X. verkaufte, verkaufte auch Abt Amandus seine Salzpfanne in Wallbrunn bei Hallein, die Salem von dem Salzburger Erzbischof Eberhard II. geschenkt bekommen hatte, an den <\/p>\n<p>bayrischen Herzog.<\/p>\n<p>Zwischen 1530 und 1535 lie\u00df Abt Amandus den Salmannsweiler Hof in \u00dcberlingen neu und aus festem Stein erbauen.<\/p>\n<p>Abt Amandus war&nbsp; ein vertrauter Freund des Ingolst\u00e4dter Theologen und Professor Johannes Eck (!586- 1543) und Luthergegner.<\/p>\n<p>Abt Amandus starb am 27. Juni 1534 im Salmannsweiler Hof in \u00dcberlingen. Er wurde in der Franziskanerkirche in \u00dcberlingen begraben.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Abt Johannes III. Fischer (1534\u20131543 )<\/p>\n<p>Er stammte aus Mimmenhausen und wurde am 6. Juli 1534 zum 22. Salemer Abt gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Nach seiner Wahl ging er nach \u00dcberlingen zu den Barf\u00fc\u00dfern und hielt einen Jahrtag f\u00fcr seinen Vorg\u00e4nger ab. Er ordnete an, dass der Salemer Hofmeister in \u00dcberlingen<\/p>\n<p>immer am Jahrtag von Abt Amandus zwei Kerzen auf dessen Grab stellte.<\/p>\n<p>Der Sommer 1540 war sehr hei\u00df und bescherte einen vorz\u00fcglichen Wein. Aber die Hitze sorgte auch daf\u00fcr, dass mancherorts die Pest ausbrach.<\/p>\n<p>Abt Johannes III.&nbsp; errichtete zu deren Abwendung die Sebastiansbr\u00fcderschaft,.<\/p>\n<p>In D\u00e4nemark war Johannes von Weeze 1522 nominierter Erzbischof von Lund und 1530 Bischof von Roskilde bzw. Seeland geworden. Da D\u00e4nemark <\/p>\n<p>protestantisch war, musste er D\u00e4nemark verlassen. Er stand bei Kaiser Karl V. in hohem Ansehen<\/p>\n<p>Bei den Friedensgespr\u00e4chen von Gro\u00dfwardein 1538 wirkte er als pers\u00f6nlicher Gesandter der Kaisers Karls V<\/p>\n<p>Der Friede wurde dann zwischen Ferdinand I. , Bruder Karls und damals Erzherzog von \u00d6sterreich und Johann Z\u00e1polya (1526-1540) geschlossen und beendete den ungarischen B\u00fcrgerkrieg.<\/p>\n<p>1538 wurde er Bischof von Konstanz und 1540 vom Papst best\u00e4tigt.<\/p>\n<p>1540 \u00fcbergab der Reichenauer Abt&nbsp; Markus von K\u00f6ringen (1521-1540) Kloster Reichenau als Priorat an den Konstanzr Bischof. Dieser wurde der erste Reichenauer Kommendatarabt von Kloster Reichenau und nannte sich dann auch <\/p>\n<p>Abt von Reichenau.<\/p>\n<p>Der Amtskollege von Abt Johannes III Melchior von K\u00f6nigsbrunn&nbsp; informierte ihn \u00fcber die m\u00f6glichen Pl\u00e4ne von Bischof Johannes von Weeze, die Abtei Salem um ihre Selbstst\u00e4ndigkeit zu bringen und sie zu Besitz des Bistums Konstanz zu machen.<\/p>\n<p>Er wandte sich an Kaiser Karl V.. Dieser best\u00e4tigte am 1.Juli 1541 alle Privilegien und Verbriefungen von Salem.<\/p>\n<p>Kloster Salem sollte bei all seinen Rechten und Herkommen verbleiben. <\/p>\n<p>Au\u00dferdem wurde es&nbsp; vom kaiserlichen Hofgericht in Rottweil eximiert. Streitsachen sollten nur noch vom Reichskammergericht und vom Hofrat geschlichtet und entschieden werden. (Staiger S. 129 f.)<\/p>\n<p>Damit konnte der Bischof das Stift nicht mehr zur Kommende machen. Er verfolgte dies auch nicht mehr weiter.<\/p>\n<p>Das scheint ihn wohl viel Kraft gekostet zu haben. Er verstarb am&nbsp; 4. November 1543.<\/p>\n<p>Auf ihn folgte Abt Johannes IV. Precht (1543\u20131553).<\/p>\n<p>Er stammte aus T\u00fcbingen und wurde am 16. November 1543 zum 23. Abt von Salem gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Das Abbatiat wurde weniger durch die Aktivit\u00e4ten des Abtes gepr\u00e4gt al durch Ereignisse im Reich.<\/p>\n<p>Am&nbsp; 13. M\u00e4rz 1545 er\u00f6ffnete Papst Paul III. (1534-1549) das Konzil von Trient. Auch Abt Johannes war eingeladen.<\/p>\n<p>Da er aber kr\u00e4nklich war schickte er einen Vertreter nach Trient.<\/p>\n<p>!546 brach der Schmalkaldische Krieg aus, ein Krieg zwischen Kaiser Karl V. und dem Schmalkaldischen Bund, ein B\u00fcndnis protestantischer Landesf\u00fcrsten und St\u00e4dte unter der F\u00fchrung von Kursachsen und Hessen.<\/p>\n<p>Nach der Gefangennahme des s\u00e4chsischen Kurf\u00fcrsten Johann Friedrich (1532-1547) und des hessischen Landgrafen Philipp(1518-1567), der beiden Hauptleute des Schmalkaldischen Bundes, endete der Krieg f\u00fcr den Kaiser erfolgreich. <\/p>\n<p>Die Reichsstadt Konstanz wurde von Karl V. erst 1548 erst im Oktober&nbsp; milit\u00e4risch unterworfen. Karl bestrafte die Stadt mir dem Verlust der Reichsfreiheit.<\/p>\n<p>Karl befand sich auf dem H\u00f6hepunkt seiner Macht und erlie\u00df auf dem Augsburger Reichstag von 18 das Augsburger Interim.<\/p>\n<p>In W\u00fcrttemberg lie es sich einigerma\u00dfen durchsetzen. Dort wurden durch Herzog Ulrich im Zuge der Reformation&nbsp; auf gehobene Kl\u00f6ster wieder restituiert, zu Beispiel Maulbronn und Bebenhausen.<\/p>\n<p>Dort wurden wieder \u00c4bte eingesetzt.&nbsp; Der Passauer Vertrag vom 2. August 1552 hob das das Augsburger Interim wieder auf. Ulrichs Sohn Christoph von W\u00fcrttemberg (1550-1558) f\u00fchrte dann die Umsetzung der Reformation zielstrebig wieder fort.<\/p>\n<p>Neue Novizen durften in den Kl\u00f6stern nicht mehr aufgenommen werden. <\/p>\n<p>Bei Neuwahlen verstand er es, Personen zu installieren, die der neuen Lehre anhingen und so seine Absichten unterst\u00fctzten.  <\/p>\n<p>Nach dem Augsburger Religionsfrieden vom 8. August 1555 wandelte er die Kl\u00f6ster in evangelische Klosterschulen um. Von den Pr\u00e4laten erfuhr er keinen nennenswerten Widerstand mehr.  <\/p>\n<p>Nach dem Augsburger Reichstag von 1548 hatten sich protestantische F\u00fcrsten insgeheim wieder zu einem B\u00fcndnis zusammengeschlossen.  <\/p>\n<p>Der franz\u00f6sische K\u00f6nig Heinrich II. (1547-1559) erkl\u00e4rte Kaiser Karl 151 den Krieg und stie\u00df bis zum Rhein vor. Der s\u00e4chsische Kurf\u00fcrst Moritz (1541-1553) stellte sich an die Spitze der protestantischen F\u00fcrsten,&nbsp; <\/p>\n<p>obwohl er noch 1548 im Auftrag des Kaisers Truppen nach Magdeburg gef\u00fchrt hatte, weil sich die Stadt dem Interim nicht beugen wollte.  <\/p>\n<p>Die vom franz\u00f6sischen K\u00f6nig finanziell unterst\u00fctzten protestantischen F\u00fcrsten und ihre Truppen marschierten sehr schnell nah S\u00fcddeutschland.  <\/p>\n<p>1552 nahm Kurf\u00fcrst Moritz sein Quartier in Salem.  <\/p>\n<p>1553 schloss Abt Johannes mit&nbsp; Johannes Schad von Mittelbiberach einen Vertrag wegen der Kaplanei von Langenschemmern. Sie war 1550 von der Gemeinde gestiftet worden und von der Herrschaft&nbsp; Warthausen  <\/p>\n<p>begabt worden. Sie geh\u00f6rte zur Pfarrei Schemmerberg. Das Ernennungsrecht des Kaplans sollte der Herrschaft Warthausen zustehen, das Pr\u00e4sentationsrecht Kloster Salem.  <\/p>\n<p>Kurz vor seinem Tod schenkte Abt Johannes dem Weingartener Abt Gerwig Blarer (1520\u20131567) eine kostbare Inful, die mit Perlen und Edelsteinen besetzt war.  <\/p>\n<p>Abt Johannes IV. verstarb am 9. August 1553,  <\/p>\n<p>Auf ihn folgte Abt Johannes V. Michel (1553\u20131558)  <\/p>\n<p>Am 9. August 1553 wurde unter Leitung des Abtes Nikolaus Rosenberg (1542\u20131566) von Kloster L\u00fctzel im Beisein von Abt Sebastian Lutz (1541\u20131558) von Tennenbach und Bebenhausen Johannes V.  <\/p>\n<p>als 24. Abt von Salem gew\u00e4hlt. Vor seiner Wahl war er salemischer Pflger in Schemmerberg. Er stammte aus Neufra bei Riedlingen.  <\/p>\n<p>Er sandte den Konventualen Matth\u00e4us Rot und sp\u00e4teren Abt nach Rom zur Best\u00e4tigung seiner Wahl, wie das auch schon sein Vorg\u00e4nger Johannes IV. gemacht hatte.  <\/p>\n<p>Er war ein Vertreter der Rechte seines Klosters,f\u00fcr die er auf Reichstagen und in sonstigen Verhandlungen eintrat. In seiner Regierungszeit wurde der Auhsburger Religionsfrieden  <\/p>\n<p>Am 25. September 1555 auf dem Reichstag in Augsburg beschlossen.  <\/p>\n<p>Kaiser Karl V. dankte am 25. Oktober 1555 ab und lebte in einem Landhaus, das&nbsp; das abgelegene Hieronymiten-Kloster von San Jer\u00f3nimo de Yuste in der Extremadura angeschlossen war. Er trat aber nicht in den Orden ein.  <\/p>\n<p>Karl V. verstarb am 21. September 1558 an Malaria.  <\/p>\n<p>Abt Johannes V. starb nur ein paar Tage sp\u00e4ter am 25. Oktober 1558.  <\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Abt Georg II. Kaisersberger (1558\u20131575)  <\/p>\n<p>Er Stammte aus Wemding in Bayern.  <\/p>\n<p>Er wurde am 11. November 1558 unter Vorsitz von Abt Nikolaus Rosenberg von Kloster L\u00fctzel einstimmig zum Abt gew\u00e4hlt.  <\/p>\n<p>Ferdinand I. (1558-1564) best\u00e4tigte Abt Georg II. am&nbsp; 3. Oktober 1559 alle Rechte und Freiheiten Salems. Er gestattete ihm au\u00dferdem den Handel und Wandel mit Juden zu verbieten.  <\/p>\n<p>Das war nach Staiger (S. 131) n\u00e4mlich ein Problem f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung in Salem, weil die Leute oft ung\u00fcnstige Vertr\u00e4ge abschlossen, bewegliche und unbewegliche G\u00fcter gegen Verpf\u00e4ndung zu Geld machten  <\/p>\n<p>und wenn sie Fristen nicht einhielten, sehr oft vor Gericht landeten und auch Haus und Hof verloren.  <\/p>\n<p>Laut Staiger hatte diese Erlaubnis die Folge, dass viele Juden aus Salemer Gebiet wegzogen.  <\/p>\n<p>Am 19. April 1560 in Wittenberg,  <\/p>\n<p>Herzog Christoph von W\u00fcrttemberg zog die Zisterzienserkl\u00f6ster Herrenalb, Maulbronn, Bebenhausen und K\u00f6nigsbronn wieder ein, reformierte sie und&nbsp; gr\u00fcndete dort evangelische Schulen. W\u00e4hrend des Interims waren sie  <\/p>\n<p>wieder mit katholischen \u00c4bten besetzt worden.  <\/p>\n<p>1561 wurde Markus Sittikus von Hohenems (1561-1589)Bischof von Konstanz und auch zum Kardinal erhoben.  <\/p>\n<p>Wie schon Bischof Johann von Weeze versuchte Bischof Markus Kloster Salem als Kommende dem Bistum Konstanz einzuverleiben. Nat\u00fcrlich protestierte Abt Georg beim Kaiser dagegen und wie sein Vorg\u00e4nger Johann gab er den Versuch auf.  <\/p>\n<p>Kaiser Maximilian II.(1564-1576) nahm am 27. M\u00e4rz 1566 Kloster Salem in seinen Schutz und best\u00e4tigte seine Privilegien. Damit war auch der zweite Versuch Salem dem Bistum Konstanz einzuverleiben gescheitert.  <\/p>\n<p>1563 endete das Konzil von Trient.  <\/p>\n<p>1567 wurde in Konstanz eine Di\u00f6zesansynode abgehalten. In Umsetzung der Beschl\u00fcsse wurde auch \u00fcber die Errichtung eines Di\u00f6zesanpriesterhauses beraten. Wegen Geldmangel wurde ein geistliches Seminar aber auf bessere Zeiten verschoben.  <\/p>\n<p>Im Tochterkloster Heggbach hatte  <\/p>\n<p>\u00c4btissin Lucia Hildebrand (1559-1590) das Kloster in eine wirtschaftliche Schieflage gef\u00fchrt. So musste Vaterabt Georg II. Kaisersberger&nbsp; den Haushalt \u00fcberpr\u00fcfen und in Ordnung bringen. Aber nur ein Jahr sp\u00e4ter lobte der Visitator Nikolaus I. Boucherat von Citeaux die vorbildliche Ordenszucht Heggbachs.  <\/p>\n<p>1571 hatte eine gro\u00dfe Teuerung von Lebensmitteln eingesetzt. Die Preise erreichten eine ungeheure H\u00f6he, Abt Georg \u00f6ffnete die gutgef\u00fcllten Scheunen von Salem. Die Salemer Untertanen kamen so gegen\u00fcber anderen Herrschaften gut davon.  <\/p>\n<p>Abt Georg verstarb am&nbsp; 24. Februar 1575.  <\/p>\n<p>Auf ihn folgte Abt Matth\u00e4us Rot&nbsp; (1575\u20131583).  <\/p>\n<p>Er stammte wie Abt Johannes&nbsp; V. aus Neufra. und ist um 1520 geboren.Er genoss wohl auch das besonderes Vertrauen von Abt Johannes.  <\/p>\n<p>F\u00fcr ihn reiste er nach Rom zur Best\u00e4tigung von dessen Wahl.\u00dcber seine Romreise hatte er 1554 ein Itinerar angefertigt, das erst sp\u00e4ter gebunden worden zu sein scheint.  <\/p>\n<p>1544 wurde er als&nbsp; Vikar und Kaplan von Abt Johanns bezeichnet. Noch zu Lebzeiten von Abt Johannes wurde ihm die Verwaltung der&nbsp; Salemer Pflege in Pfullendorf \u00fcbertragen.  <\/p>\n<p>Er war auch Stellvertreter von Abt Georg, wenn dieser auf Visitationsreisen war.  <\/p>\n<p>Dieses Amt verwaltete er 18 Jahre lang bis zu seiner Wahl zum Abt.  <\/p>\n<p>Nach seiner Wahl&nbsp; versuchte er als erstes dass die hohen Best\u00e4tigungstaxen in Rom erm\u00e4\u00dfigt w\u00fcrden. Au\u00dferdem erbat er von Papst Gregor XIII.&nbsp; (1572-1585), dass er und seine Nachfolger nicht nur vom Konstanzer Bischof weihen lassen d\u00fcrfe,  <\/p>\n<p>sondern von jedem katholischen Bischof.  <\/p>\n<p>Kaiser Rudolf&nbsp; II.(1576-1611) best\u00e4tigte Abt Matth\u00e4us auf dessen Bitte die Besitzungen, Rechte und Privilegien von Kloster Salem. Au\u00dferdem gestattete er, dass das Kloster in seinen Besitzungen in allen Reichs-und anderen St\u00e4dten  <\/p>\n<p>geistliche oder weltliche Personen&nbsp; nach seinem Willen und Nutzen einsetzen d\u00fcrfe. Damit konnte der Abt Pfleger, Amtsleute, Schaffner und Verwalter beliebig anstellen.  <\/p>\n<p>1581 lie\u00df Abt Matth\u00e4us eine&nbsp; Urkundensammlung anlegen, in die alle Dokumente aufgenommen wurden, die f\u00fcr die Abtei wichtig waren. Sie bildete die Grundlage f\u00fcr die Summa Salemitana,  <\/p>\n<p>die&nbsp; zwischen 1761 und 1778 von den gelehrten Salemer M\u00f6nchen Mathias Bisenberger und Eugen Schneider angefertigt wurde.  <\/p>\n<p>1582 und 1583 f\u00fchrte er in seinem Gebiet den Gregorianischen Kalender ein.  <\/p>\n<p>Er war Direktor des Pr\u00e4latenkollegs im Schw\u00e4bischen Kreis.  <\/p>\n<p>Er starb am 24. Mai 1583.  <\/p>\n<p>Auf ihn folgte Abt Vitus Nekher&nbsp; (1583\u20131587 )  <\/p>\n<p>Er Stammte aus Mimmenhausen und wurde am 5. Juni 1583 unter Vorsitz des Abtes Beat Bapst (1583\u20131597 ) von Kloster L\u00fctzel und im Beisein der \u00c4bte von Weingarten<strong> <\/strong>Johannes IV. Raitner von Zellersberg (1575\u20131586)  <\/p>\n<p>und Weissenau Matthias Insenbach (1582\u20131595) zum 27. Abt von Salem gew\u00e4hlt. Er war sehr gebildet und hatte gro\u00dfe Kenntnisse in Latein und Griechisch. Er achtete auf eine solide Ausbildung seiner Konventualen und schickte sie  <\/p>\n<p>auf seine Kosten zum Studium nach Dillingen.  <\/p>\n<p>Er bereicherte die Bibliothek mit wissenschaftlichen Werken.  <\/p>\n<p>Er starb aber nach nur 4 Regierungsjahren am 17. November 1587.  <\/p>\n<p>Auf ihn folgte Abt Johannes VI. B\u00fccheler (1587\u20131588 ) Er stammte aus Neufra.  <\/p>\n<p>Er berechtigte zu gro\u00dfen Hoffnungen. Er war sehr klug.  <\/p>\n<p>Er verstarb aber schon nach einem halben Jahr an einem Schlaganfall.  <\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Abt Christian II. F\u00fcrst (1588\u20131593 R\u00fccktritt)  <\/p>\n<p>Er stammte aus Herbertingen.  <\/p>\n<p>Er verbesserte den \u00e4u\u00dferen Zustand des Kloster. Er lie\u00df ein neues Chorgest\u00fchl in der Kirche aufstellen.  <\/p>\n<p>In Salem und dem ihn unterstellten Frauenkl\u00f6ster wollte er er eine neue verbesserte Zucht und Ordnung einf\u00fchren.  <\/p>\n<p>Nach Staiger hatte er aber nicht die n\u00f6tige Ausdauer, Geduld und Klugheit f\u00fcr dieses Vorhaben, Nach f\u00fcnfj\u00e4hriger&nbsp; Regierung trat er 1593.  <\/p>\n<p>Generalabt&nbsp; Edmond I. de la Croix (1584\u20131604 ) stimmte dem R\u00fccktritt zu. Er erhielt eine Pension und begab sich auf Schloss Kirchberg.  <\/p>\n<p>Dort lebte er nach Staiger nicht sehr erbaulich, so dass viele Klagen \u00fcber ihn eingingen. Erst als ihm mit Entzug der Pension gedroht wurde, ging er in sich. Er bat darum, wieder in  <\/p>\n<p>Kloster Salem aufgenommen zu werden, was ihm gestattet wurde. Er lebte nun musterg\u00fcltig bis zu seinem Tod 1605.  <\/p>\n<p>Das erste Provinzkapitel fand am 15. November 1593 in Salem statt. Die anwesenden \u00c4bte w\u00e4hlten den Salemer Abt  <\/p>\n<p>Christian F\u00fcrst zum \u00bbabbas provincialis\u00ab.  <\/p>\n<p>Das erste Provinzkapitel fand am 15. November 1593 in Salem statt. Die anwesenden \u00c4bte w\u00e4hlten den Salemer Abt  <\/p>\n<p>Christian F\u00fcrst (1588-1593)zum \u00bbabbas provincialis\u00ab.  <\/p>\n<p>Am 10. November 1593 wurde Petrus M\u00fcller unter Vorsitz von Abt Beat Bapst von Kloster L\u00fctzel zum 30. Salemer Abt gew\u00e4hlt.  <\/p>\n<p>Die Best\u00e4tigung aus Rom&nbsp; verz\u00f6gerte sich, weil das Best\u00e4tigungsgesuch und die Bittgesuche um Bef\u00fcrwortung an die Kardin\u00e4le Madruzzo, Paravicini und Rusticucci und den Ordensprokurator auf dem Weg nach Rom verloren gingen und erst nach langer Verz\u00f6gerung besch\u00e4digt dort eintrafen. Daher wurde die Best\u00e4tigung erst am 8. August 1594 erteilt; die p\u00e4pstliche Bulle trat schlie\u00dflich im Februar 1595 in Salem ein  <\/p>\n<p>Er stammte aus dem Dorf Schellenberg, heute Ortsteil von&nbsp; Waldsee.  <\/p>\n<p>Er geh\u00f6rte schon 1583 bei der Wahl von Abt Vitus Nekher&nbsp;&nbsp; dem Konvent von Salem an.  <\/p>\n<p>Er begann sofort das Vorhaben, die Ordenszucht zu heben, an dem sein Vorg\u00e4nger gescheitert war,&nbsp; jetzt erfolgreich fortzusetzen.  <\/p>\n<p>Er war standhaft und gab, wenn n\u00f6tig nicht nach. Das f\u00fchrte zum Erfolg.  <\/p>\n<p>Auf Ordensebene gab es zwei gro\u00dfe Arbeitsfelder.  <\/p>\n<p>Die Reformation in Deutschland hatte auf den Zisterzienserorden gravierende Auswirkungen, Eine Reihe von Kl\u00f6stern war im Zuge der Reformation aufgel\u00f6st worden.  <\/p>\n<p>Salem zum Beispiel verlor sein Filialkloster K\u00f6nigsbronn.  <\/p>\n<p>Das bedeutete&nbsp; aber auch, dass die Filiationsketten, das verbindende Element des Ordens dadurch in vielen F\u00e4llen unterbrochen worden waren. Auch die direkte Kommunikation mit Citeaux war oft durch kriegerische Ereignisse gest\u00f6rt oder sehr erschwert.  <\/p>\n<p>In unruhigen Zeiten wurde der j\u00e4hrliche Besuch des Generalkapitels und die j\u00e4hrliche Visitation durch die Vater\u00e4bte mehr und mehr unm\u00f6glich. In Spanien, Portugal und Italien entstanden mit Billigung des Apostolischen Stuhles regionale Kongregationen, die meist mit dem Orden verbunden blieben.  <\/p>\n<p>Im deutschen Raum&nbsp; sah man&nbsp; sich auch neuen Verh\u00e4ltnissen gegen\u00fcber, die eine neue Ordnung erforderten. Auch in Deutschland wurde nun \u00fcber Congregationen nach gedacht. Die Initiative scheint von Rom und Citeaux ziemlich gleichzeitig ausgegangen zu sein.  <\/p>\n<p>Das zweite waren die Auswirkungen des Konzils von Trient, das zwischen 1545 und 1563 stattfand.  <\/p>\n<p>In der letzten Sitzungsperiode des Konzils stand die Reform der Orden auf der Tagesordnung.  <\/p>\n<p>In der letzten Sitzungsperiode von 1562 bis 1563 wurde das Dekret \u00fcber die Reform der Orden beschlossen.  <\/p>\n<p>Es wurden . Normen f\u00fcr die Aufnahme neuer Mitglieder festgelegt. Das Dekret enthielt Bestimmungen \u00fcber die Wiederherstellung des Gemeinschaftslebens, das Noviziat, die Abschaffung des Privateigentums, die Klausur der Nonnen und die ordnungsgem\u00e4\u00dfe Wahl der Ordensoberen.  <\/p>\n<p>Generalabt Edmond I. de la Croix&nbsp; hatte zwischen 1593 und 1595 eine gro\u00dfe Visitationsreise durch Deutschland \u00fcbernommen.  <\/p>\n<p>F\u00fcr den 14.-20. September 1595 lud er zu einer gro\u00dfen \u00c4bteversammlung ins Kloster F\u00fcrstenfeld ein. Gleich zu beginn wurde der neue F\u00fcrstenfelder Abt&nbsp; Johann(es) IV. Puel (1595-1610) gew\u00e4hlt, was nichts mit der Versammlung zu tun hatte. Es hatte sich einfach aus Zeitgr\u00fcnden so ergeben.  <\/p>\n<p>Bei der Versammlung waren 17 \u00c4bte aus dem oberdeutschen Raum anwesend.  <\/p>\n<p>&nbsp; Dort wurden die F\u00fcrstenfelder Statuten sowie ein gemeinsames oberdeutsches Generalvikariat&nbsp; beschlossen. Dieses bestand aus den vier Provinzen Schweiz-Schwaben-Elsa\u00df, Franken, Baiern und die Kaisheim unterstehenden Kl\u00f6ster sowie Tirol. Dem oberdeutschen  <\/p>\n<p>Generalvikariat geh\u00f6rten insgesamt 19 M\u00e4nnerkl\u00f6ster mit den ihnen unterstehenden Frauenkl\u00f6ster an. Zum Generalvikar wurde Abt Petrus M\u00fcller&nbsp; von Salem ernannt.  <\/p>\n<p>Generalabt Edmund&nbsp; gab Abt Petru 1596 die Vollmacht \u00c4bte zu weihen.  <\/p>\n<p>Im Oktober 1596 visitierte Edmund Kloster Salem und verf\u00fcgte, dass bei k\u00fcnftigen Abtswahlen die Anwesenheit des Kaisheimer Abtes gen\u00fcge.  <\/p>\n<p>1609 visitierte Abt Petrus Kloster Neubourg. Nach der Visite trat Abt Hans Faber (1592 \u2013 1597), der das Kloster sehr schlecht verwaltet hatte, zur\u00fcck  <\/p>\n<p>Abt Petrus ersetzte ihn durch den Salemer Konventualen Alexander Metzger (1599-1621) Er schichte noch drei weitere Konventuale aus Salem nach Neubourg.  <\/p>\n<p>Luc Keller wurde Prior, Joachim List stellvertretender Prior und Sebastian Pfeiffer Novizenmeister.  <\/p>\n<p>Abt Petrus machte einige Neuerwerbungen f\u00fcr Salem.  <\/p>\n<p>1594 kaufte er von der Witwe des Eitel Pilgers vom Stain vom Klingenstain zu Waldsberg&nbsp; das Dorf Mainwangen im Hegau mit allen Rechten, Diensten und Abgaben sowie der niederen Gerichtsbarkeit f\u00fcr 22.000 fl., das sind ungef\u00e4hr 18.787.412,00 \u20ac.  <\/p>\n<p>1603 kaufte er vom Konstanzer Bischof&nbsp; Johann Georg von Hallwyl (1601- 1604 ), das Dorf Einhart, heute Ortsteil der Gemeinde Ostrach, das Salem nach dem Kauf seinem Amt Ostrach zuteilte.  <\/p>\n<p>F\u00fcr das Dorf samt Patronatsrecht, Niedergerichtsbarkeit , Vogtei und Zehnten wurden 25.000 fl., das sind&nbsp; 21.349.332,00 \u20ac, f\u00e4llig.  <\/p>\n<p>Bei der Wahl des Konstanzer Bischofs Jakob Fugger (1604 \u2013) war Abt Petrus als Stimmz\u00e4hler anwesend.1626  <\/p>\n<p>1611 erwarb er vom Grafen Ernst Georg V. zu Sigmaringen (1585-1625) f\u00fcr ein Darlehen von 14.000 fl., das sind ungef\u00e4hr 11.955.626,00 \u20ac, als Zins die Regalien, die hohe Gerichtsbarkeit, Zoll und Wegegeld f\u00fcr Ostrach, die Sigmaringen als Lehen von \u00d6sterreich besa\u00df.  <\/p>\n<p>Das war f\u00fcr das Kloster durchaus interessant, denn es begann jetzt wieder Truppendurchz\u00fcge, die dem Kloster hohe Kosten verursachten.  <\/p>\n<p>Das waren durchaus Erfolge, aber Abt Petrus schaffte es nicht, die Finanzlage Salems wieder zur fr\u00fcheren Bl\u00fcte zu bringen, obwohl er mit hohen V\u00f6gelin einen t\u00fcchtigen Beamten hatte, der in Salem Oberamtmann war.  <\/p>\n<p>Bei den Truppendurchz\u00fcgen kamen 1610 die&nbsp; Ansbacher und Braunschweiger mit 14.000 Mann. Die Truppen lagerten bei Salem ein paar Tage und zogen dann weiter.  <\/p>\n<p>Als Reaktion legten die Herrschaften ihren Untertanen Wehr und Waffen auf.  <\/p>\n<p>Das Salemer Volk war 1500 Mann stark und war gut bewaffnet und geschult. Sie hatten ein \u00dcbungsgel\u00e4nde.  <\/p>\n<p>1618 wurden die Truppendurchz\u00fcge immer h\u00e4ufiger und auch die Zahl der Einquartierungen nahm zu. Man wollte aber keine Volksbewaffnung und nahm den Leuten die Waffen wieder weg.  <\/p>\n<p>Wegen seines hohen Alters betrieb Abt Petrus die Wahl eines Koadjutors. Er verstarb jedoch kurz vorher am 29.Dezember 1614.  <\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Abt Thomas Wunn (1615\u20131647 )  <\/p>\n<p>Er ist 1580 oder 1581 in Grasbeuren bei Salem geboren. Um 1599 trat er in den Zisterzienserorden ein. Er studierte in Dillingen und Salem Philosophie und Theologie.  <\/p>\n<p>1606 wurde er zum Priester geweiht.Vor seiner Abtsweihe war er Theologieprofessor und Oberbursar.  <\/p>\n<p>Er wurde am 18. Januar 1615 in Gegenwart der \u00c4bte von L\u00fctzel Johannes Hanser (1605\u20131625 ), von Tennenbach Martin II. Schleher ( 1585\u20131627) und Wettingen Peter II. Schmid (1594 \u20131633)  <\/p>\n<p>Das 16. Jahrhundert war f\u00fcr das Kloster nicht gut. Es hatte Steuerausf\u00e4lle und in den Kriegen Pl\u00fcnderungen zu verkraften.  <\/p>\n<p>Der Schmalkaldischen Krieg (1546\u20131547) hatte dem Kloster gro\u00dfen finanziellen Schaden zugef\u00fcgt.  <\/p>\n<p>Trotz der angespannten Finanzlage entschloss sich Abt Thomas gleich nach seinem Amtsantritt zu ausgedehnten Neubauten.  <\/p>\n<p>Das war zu seiner Zeit eines der gr\u00f6\u00dften Bauprojekte der Bodenseeregion und orientierte sich in seiner \u00e4u\u00dferen Gestaltung an den feudalen Schl\u00f6ssern der umliegenden Grafschaften in im Sp\u00e4trenaissance-fr\u00fchbarocken Stil.  <\/p>\n<p>Abt Thomas lie\u00df 1615\u20131627 die Abtei- und Konventgeb\u00e4ude als klar strukturierte, moderne Anlage neu errichten. Die alten Geb\u00e4ude fielen dem Abbruch zum Opfer. Die Neubauten sind als dreigeschossige, einheitlich gestaltete Fl\u00fcgel um einen grossen und zwei kleinere Innenh\u00f6fe gruppiert. Der Abt lie\u00df auch die Wirtschaftsbauten neu bauen. Aus mittelalterlichem Baubestand blieb nur das hochgotische M\u00fcnster der Jahre 1285\u20131425 erhalten. Baumeister der Neubauten ist Balthasar Seuff aus Kempten. Er bekam f\u00fcr den Abriss des alten Baues 514 Gulden, das sind etwa 148.732,00 \u20ac.  <\/p>\n<p>Bis 1618 erhielt er insgesamt 2025&nbsp; Gulden, das sind etwa 585.958,00 \u20ac. Das betraf dann die Bauleistungen.  <\/p>\n<p>Die 1615 bezeugte Anwesenheit des Jesuitenarchitekten Br. Stephan Huber in Salem, der im gleichen Jahr die grosse Klosteranlage in Ochsenhausen beginnt, weist mindestens auf eine aktive Mitplanung hin. Br Stephan Huber (1554\u20131619) war der gro\u00dfe Jesuitenbaumeister  <\/p>\n<p>und hat sich als Planer der neuen Konventbauten in&nbsp; Ochsenhausen einen Namen gemacht. 1616 war er aber ersch\u00f6pft und krank in Konstanz.  <\/p>\n<p>Er har in Salem wohl nur planerisch und als Ratgeber mitgewirkt.  <\/p>\n<p>Die neuen Klostergeb\u00e4ude in Salem konnten von den M\u00f6nchen nur wenige Jahre genutzt werden, denn 1634 m\u00fcssen sie vor den herannahenden Schweden in schweizerische Zisterzienserkl\u00f6ster fl\u00fcchten. Die Laienbr\u00fcder der Salemer Bauh\u00fctte wirkten im Exil als Altarbauer in St. Gallen, Neu St. Johann und Bischofszell. <\/p>\n<p>1634 lie\u00df er die von&nbsp; Abt Georg I. angeschafft, aber noch nicht fertig gestellt Orgel abrei\u00dfen und durch eine gr\u00f6\u00dfere neu aufsetzen.<\/p>\n<p>Neben de Klosterbau k\u00fcmmerte man sich in Salem intensiv um die Bildung der M\u00f6nche.<\/p>\n<p>Die alten Bildungsst\u00e4tten waren verloren, so dass man unfreiwillig Gast bei Jesuiten und bisch\u00f6flichen Konvikten sein musste. In dieser Sache bestand akuter Handlungsbedarf. <\/p>\n<p>Salem nahm eine Vorrangstellung innerhalb der Reihe der oberdeutschen Zisterzienserkl\u00f6ster ein.&nbsp; Einmal offenbar bedingt durch seine schiere Gr\u00f6\u00dfe, aber vor allem auch wegen seiner musterg\u00fcltigen monastischen Disziplin innerhalb der Kl\u00f6ster<\/p>\n<p>des Ordens, was der Generalabt Nikolaus I. Boucherat (reg. 1571\u20131583) bereits 1573 in seinem Visitationsbericht hervorgehoben hatte: Salem sei ein celeberrimum et reformatissimum monasterium. Daher wurde 1593 beschlossen, das Studienseminar, das seminarium religiosorum, in Salem einzurichten, auch weil dort die baulichen Gegebenheiten dies m\u00f6glich machten und im zuvor genannten Visitationsbericht Boucherats die umfassende Bildung vieler Salemer Religiosen best\u00e4tigt worden war. Jedes s\u00fcddeutsche bzw. schweizerisch-els\u00e4ssische Kloster sollte in Folge zwei M\u00f6nche zum Studium nach Salem schicken: Hintergrund war die schon angesprochene Bildungsmisere bei vielen Klerikern und M\u00f6nchen, die bereits vielerorts durch Au\u00dfenstehende bemerkt und kritisiert wurde. Dieser Umstand war nicht neu. <\/p>\n<p>Seit der Mitte bzw. im letzten Drittel des Reformationsjahrhunderts entstanden dann neben dem Klosterstudium durch Jesuiten gegr\u00fcndete Kollegien (wie Ingolstadt 1555, M\u00fcnchen 1559, W\u00fcrzburg 1567 oder Luzern 1577 und Freiburg i. \u00dce. 1580\/81), die sich an den lutherisch-reformierten Gymnasien, wie sie zum Beispiel im Herzogtum W\u00fcrttemberg entstanden waren, orientierten und in ihrer Vollausstattung die \u201estudia inferiora\u201c umfassten. Diese Entwicklung m\u00fcndete schlie\u00dflich in Salem in die Ansiedelung eines Gymnasiums, an dem seit dem 18. Jahrhundert auch externe Sch\u00fcler unterrichtet wurden. Zu den Unterrichtsf\u00e4chern geh\u00f6rten dort neben Theologie und den alten Sprachen Latein, Griechisch und Hebr\u00e4isch<\/p>\n<p>auch Geschichte, Geographie, Franz\u00f6sisch, Englisch und Italienisch, Kalligraphie und Orthographie, aber auch Arithmetik und Algebra. Dar\u00fcber hinaus wurde Unterricht im Singen, Geige- und Orgelspielen erteilt18. F\u00fcr eine geregelte Ausbildung des eigenen Klosternachwuchses schon vor Etablierung des Zisterzienserseminars in Salem spricht weiterhin der Neubau eines Kollegiengeb\u00e4udes im Zuge der Neuerrichtung des Konvents zu Beginn des 17. Jahrhunderts, wodurch ein \u00e4lterer Bau ersetzt wurde, wie die Salemer Quellen berichten. Diese Bauma\u00dfnahmen liefen erstaunlich parallel mit den Verhandlungen zur Bildung einer oberdeutschen Kongregation und k\u00f6nnen als Vorgriff auf die sp\u00e4teren Statuten und die darin geforderte Errichtung eines Ordensstudiums gesehen werden. Durch die so geschaffenen Tatsachen antizipierte das Kloster die Entscheidung \u00fcber den Ort eines solchen Studiums: Einzig Salem konnte das zentrale Kloster Ausbildungsst\u00e4tte sein, weil die Infrastruktur bereits vorhanden war.<\/p>\n<p>Zeitgleich betrieb Abt Thomas&nbsp; den Ausbau der oberdeutschen Zisterzienserkongregation. Nach den F\u00fcrstenfelder Statuten war das Projekt etwas ins Stocken geraten.<\/p>\n<p>Zwischen 1606 und 1609 griff er p\u00e4pstliche Nuniust in der Schweiz Fabrizio Verallo (1606-1608), die Idee&nbsp; einer Zisterzienserkongregation wieder auf, wobei er aber vor allem die Schweizer Zisterzienserkl\u00f6ster im Auge hatte<\/p>\n<p>Unterst\u00fctz wurde er dabei vom Wettinger Abt Peter II. Schmid. Das blieb am Ende aber erfolglos.<\/p>\n<p>Seit der Visitation des Generalabtes&nbsp; Nikolaus II. Boucherat (1604\u20131625)&nbsp; 1615 setzte sich auch die Ordensspitze f\u00fcr das Projekt ein.<\/p>\n<p>In seiner Eigenschaft als Generalvikar der oberdeutschen Zisterzienserkl\u00f6ster organisierte Abt Thomas&nbsp; ein Treffen der \u00c4bte von Wettingen, S. Urban mit Abt&nbsp; Ulrich Amstein (1588\u20131627 ) Tennenbach Martin II. Schleher (1585\u20131627), Neubourg mit Abt Alexander Metzger (1398-1621)<\/p>\n<p>sowie Vertretern der&nbsp; Kl\u00f6ster&nbsp; Vertretern der Kl\u00f6ster Hauterive, Kaisheim und Stams. Es wurden Statuten entworfen. Ein Provinzkapitel best\u00e4tigte die Pl\u00e4ne f\u00fcr eine Kongregation und w\u00e4hlte Abt Thomas zum Pr\u00e4ses<\/p>\n<p>Ein \u00c4btetreffen im Dezember 1618 wurden die Stauten nochmals revidiert und&nbsp; vom Vertreter des Generalabtes&nbsp; Balduin Moreau approbiert. Der Generalabt best\u00e4tigte die Statuen 22. Januar 1619. Das Generalkapitel erkannte die Statuten am 15. Mai 1623 an.<\/p>\n<p>Die noch sehr kleine Kongregation von nur 6 Kl\u00f6stern war von Anfang an auf Vergr\u00f6\u00dferung angelegt.&nbsp; Papst&nbsp; Urban VIII.(1623\u20131644 ) anerkannte die Kongregation am 10. Juli 1624.<\/p>\n<p>Die \u00c4bte von Salem, Kaisheim&nbsp; Johann VII. Beck (1608\u20131626 ) und Aldersbach&nbsp; Michael Kirchberger (1612\u20131635) hatten wie beauftragt z einer \u00c4bteversammlung am 2. und 3. September 1624 nach&nbsp; Salem eingeladen.<\/p>\n<p>Das war Geburtsstunde der Oberdeutschen Kongregation, denn alle Kl\u00f6ster des&nbsp; oberdeutschen Generalvikariates waren von da an Mitglieder der Gemeinschaft. Pr\u00e4ses (Vicarius generalis Germanieae Superioris) wurde der Salemer Abt<\/p>\n<p>Am 2. Oktober 1624 wurde diese Kongregation vom Abt von C\u00eeteaux und am 17.<\/p>\n<p>17. Oktober 1624 vom Papst anerkannt. <\/p>\n<p>Die weitere Entwicklung wurde aber zun\u00e4chst ausgebremst durch den Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieg.<\/p>\n<p>Im Vorfeld des Krieges mussten Truppen einquartiert und verpflegt werden, wobei die durchziehenden Soldaten oft pl\u00fcnderten und stahlen. <\/p>\n<p>1609 war Kloster Salem der Katholischen Liga, dem B\u00fcndnis der katholischen Reichsst\u00e4nde, beigetreten.<\/p>\n<p>1623 sperrte es seine Beitragszahlungen. Ligatruppen hatten oft Kontributionen vom Kloster erpresst. Au\u00dferdem f\u00fcrchtete man, dass bei das protestantische W\u00fcrttemberg bei einem Sieg mit einem Mitglied der Katholischen Liga kurzen Prozess machen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Die Lage in S\u00fcddeutschland einigte sich aber gravierend nach der Landung des schwedischen K\u00f6nig Gustav Adolfs (1611-1632) im Juli 1630 auf Usedom.<\/p>\n<p>1632 drangen die Schweden bis Franken vor. Die Schwedenkriege erreichten nun S\u00fcddeutschland. Ganz Oberschwaben wurde von den Schweden besetzt. Nur die Belagerung der Reichsstadt \u00dcberlingen&nbsp; und ein Angriff auf Konstanz scheiterten.<\/p>\n<p>Der \u00dcberfall schwedischer Truppen auf Kloster Salem verlief glimpflicher als erwartet. Schwerer trafen Kloster Salem Salem die kaiserlichen Regimenter. In den Jahren 1632\u20131647 wurde Salem mehrfach gepl\u00fcndert und als Truppenunterkunft benutzt. Die durchziehenden Truppen erpressten Schutzgelder, drangsalierten oder ermordeten die Bev\u00f6lkerung, pl\u00fcnderten ihre H\u00e4user und steckten sie in Brand. <\/p>\n<p>Im Fr\u00fchjahr 1634 lie\u00df der schwedische Feldmarschall Horn (1592-1657) das Kloster pl\u00fcndern; im August desselben Jahres zerst\u00f6rten Soldaten Teile des M\u00fcnsters und stahlen einige Kirchenglocken. Mehrfach musste der Abt mit den verbliebenen Patres nach Konstanz fliehen. <\/p>\n<p>Die schwere Niederlage der Schweden am&nbsp; 5. September 1634 bei N\u00f6rdlingen brachte die Schweden in die Defensive. Kaiserliche Heeresverb\u00e4nde befreiten Oberschwaben von den Schweden.<\/p>\n<p>1635 war ein Jahr der Missernten. Daraus folgte Teuerung und Hungersnot. Auch die Pest forderte ihre Opfer.<\/p>\n<p>1642 l\u00f6ste Abt Thomas den Konvent auf und verteilte ihn auf andere Kl\u00f6ster. Nur zwei Patres waren in Salem verblieben. <\/p>\n<p>Nach dem Ulmer Waffenstillstand vom M\u00e4rz 1647 zwischen Bayern, Schweden und Frankreich kehrten die Patres wieder nach Salem zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Abt Thomas erlebte das Ende des Krieges nicht mehr. Er verstarb am 10. Mai 1647 nach 33 j\u00e4hriger Regierung mit 66 Jahren.<\/p>\n<p>Als Generalvikar hatte er mehrere Abtswahlen geleitet<\/p>\n<p>Am 18. Juni 1647 wurde unter Vorsitz des L\u00fctzeler Abtes&nbsp; Laurent Lorillard (1625\u20131648 ) Thomas II. Schwab (1647\u20131664) zum Abt gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Er stammte aus Bechingen&nbsp; an der Donau.<\/p>\n<p>Das Kloster hatte rund 190.000 Gulden Schulden, das sind&nbsp; etwa 54.508.353,00 \u20ac und Stand vor dem Ruin. Das zeigte sich auch daran,<\/p>\n<p>dass Abt Thomas II erst 10 Jahre nach seiner Wahl vom Papst best\u00e4tigt wurde, weil Salem die geforderten Annaten nicht bezahlen konnte.<\/p>\n<p>1648 wurde in M\u00fcnster und Osnabr\u00fcck endlich Frieden geschlossen.<\/p>\n<p>Die schw\u00e4bischen Pr\u00e4laten hatten Adam&nbsp; Adami (1610-1663), der Prior von St. Jakob bei Mainz und von Murrhard war, als ihren Gesandten zu den Friedensverhandlungen zum Westf\u00e4lischen Frieden&nbsp; ach M\u00fcnster geschickt. Er konnte allerdings nichts bewirken.<\/p>\n<p>Dienach 1629&nbsp; wiederbesiedelten Kl\u00f6ster&nbsp; mussten wieder ger\u00e4umt werden.<\/p>\n<p>Die Zahl der Klosteruntertanen hatte sich um ein Drittel vermindert,<\/p>\n<p>F\u00fcr die finanzielle Sanierung mussten Hofg\u00fcter, Zehntrechte und weiterer Besitz verkauft werden.<\/p>\n<p>Abt Thomas II. verstarb am 7. September 1664.<\/p>\n<p>Auf ihn folgte Abt&nbsp; Anselm I. Muotelsee (1664\u20131680 )<\/p>\n<p>Er ist in Mimmenhausen getauft und stammte aus Tettnang. Er war vor seiner Zeit als Abt Verwalter in Schemmerberg und Prior in Kloster Salem.<\/p>\n<p>Auch er war gezwungen, wegen der Kriegslasten und Klosterschulden weitere G\u00fcter zu verkaufen.<\/p>\n<p>Er kam mit der Sanierung voran. Dann brach aber der Niederl\u00e4ndisch-Franz\u00f6sische Krieg aus (1672-1678)<\/p>\n<p>Zwar war Salem nicht unmittelbar vom Krieg betroffen, aber als Reichsstand musste es sich an den Kriegskosten beteiligen,die f\u00fcr Salem monatlich 316 Reichstaler betrug, das sind 2844 K\u00f6lner Mark, das entspricht<\/p>\n<p>etwa 639.152,00 \u20ac, eine enorme Summe f\u00fcr ein <\/p>\n<p>ohnehin gebeuteltes Kloster. Abt Anselm erreichte es nicht die Beitr\u00e4ge zu reduzieren.  <\/p>\n<p>1678 wurde der Friede von Nimwegen geschlossen, der aber erst 1679 in Kraft trat.<\/p>\n<p>Er starb am 5. M\u00e4rz 1680 an einem schmerzhaften Fu\u00dfleiden.<\/p>\n<p>Zu seinem Nachfolger wurde unter Vorsitz des Abtes von L\u00fctzel&nbsp; Pierre Tanner (1677\u20131702 ) Emanuel Sulger&nbsp; (1680\u20131698 ) zum 34. Abt von Salem gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Er ist am 29.11. 1654 in Neufra bei Riedlingen geboren.<br \/>Er stammte aus der Beamtenfamilie des Obervogts Sulger in Neufra; trat schon als Knabe ins Kloster ein und studierte 1668\/69 in Freiburg.<\/p>\n<p>Der konvent hatte sich wieder erholt und z\u00e4hlte 1683 wieder 37 M\u00f6nche und 8 Laienbr\u00fcder.<\/p>\n<p>Kurz nach seinem Regierungsantritt setzte der Reichstag in Regensburg die f\u00fcr die Reichsmatrikel zu zahlenden Geb\u00fchren von 316 Reichstalern auf 130 Reichstaler herab, das sind nur noch1170 statt 2844 K\u00f6lner Mark, was <\/p>\n<p>etwa 262.942,00 \u20ac entspricht, also deutlich weniger als noch im Niederl\u00e4ndisch-Franz\u00f6sischen Krieg. Da die Kriege ja leider weitergingen, eine echte Erleichterung also.<\/p>\n<p>1681 wurden die w\u00fcrttembergischen Besitzungen Salems an den Herzog von W\u00fcrttemberg verkauft, das war vor allem die Pflege Esslingen sowie die Pfarrei Pfullingen verkauft.<\/p>\n<p>Abt Emanuel m\u00fchte sich weiter, die Finanzen Salems in Ordnung zu bringen.<\/p>\n<p>1688 brach der Pf\u00e4lzer Erbfolgekrieg aus<\/p>\n<p>Kloster Salem&nbsp; blieb von unmittelbaren Kriegsfolgen zwar verschont. Aber es musste Geld und Naturalien an die Armeen liefern.<\/p>\n<p>Das bedeutete nat\u00fcrlich wieder neuen Geldbedarf statt Schuldentilgung.<\/p>\n<p>m 10. M\u00e4rz 1967 traf das Kloster ein besonderes Ungl\u00fcck.<\/p>\n<p>Die Katastrophe begann fr\u00fchmorgens gegen 3 Uhr, als im Ostfl\u00fcgel ein Feuer ausbrach. Der Ausl\u00f6ser war ein schadhafter Ofen in der Gesindestube. Durch einen Riss im Ofen griffen die Flammen auf die Holzt\u00e4felung der Zimmerdecke \u00fcber und breiteten sich schnell \u00fcber die oberen Stockwerke bis hin zum Dachstuhl aus. Zwei Wachleute, die in der Gesindestube schliefen, wurden vom Feuer \u00fcberrascht und w\u00e4ren beinahe im Rauch erstickt. Ihnen gelang es jedoch, die beiden Nachtw\u00e4chter zu finden, welche die Konventualen und weitere Klosterbedienstete alarmierten. Doch es war bereits zu sp\u00e4t. Durch Funkenflug, angefacht durch starken Ostwind, konnte das Feuer auf die weiteren Fl\u00fcgel der Abtei \u00fcbergreifen. L\u00f6schversuche scheiterten aus unterschiedlichen Gr\u00fcnden: Fensterscheiben zerbarsten in der Hitze oder man schlug sogar Fenster ein, um durch die Fenster\u00f6ffnungen Wasser in die Geb\u00e4ude zu sch\u00fctten. Durch die Luftzufuhr breiteten sich die Flammen jedoch umso schneller aus. Aufgrund der enormen Rauchentwicklung gelangte niemand mehr ins Innere der betroffenen Geb\u00e4ude. Zudem mangelte es offenbar an geeigneten L\u00f6schger\u00e4ten: Eine gro\u00dfe Feuerspritze, die aus \u00dcberlingen geschickt wurde, traf zu sp\u00e4t ein und konnte nichts mehr viel bewirken.<\/p>\n<p>Am Abend des 10. M\u00e4rzes war die Bilanz des Brandes ersch\u00fctternd: Das Feuer hatte gro\u00dfe Teile der Abtei- und Konventsgeb\u00e4ude zerst\u00f6rt und viele Kunstwerke sowie Mobiliar gingen auf immer verloren. Vergeblich hatten die M\u00f6nche versucht, in wildem Durcheinander B\u00fccher und Inventar aus den Geb\u00e4uden herauszutragen. Unsch\u00e4tzbar wertvolle B\u00fccher der Abtsbibliothek und Akten des Konstanzer Konzils wurden Opfer der Flammen. Einige Rettungserfolge lie\u00dfen sich aber dennoch verbuchen: So blieben die B\u00fccher und Schriften, die in der eigentlichen Klosterbibliothek untergebracht waren, sowie einige Kunstobjekte, wie der sp\u00e4tgotische Altar von Bernhard Strigel aus der Marienkapelle, erhalten. Denn die Geb\u00e4ude, in denen sie sich befunden hatten, verf\u00fcgten \u00fcber massive Backsteingew\u00f6lbe, welche dem Feuer standhielten und so das Inventar sch\u00fctzten. Auch das M\u00fcnster konnte gerettet werden. Die Flammen hatten zwar schon auf die Kirche \u00fcbergegriffen und dort einigen Schaden angerichtet, aber gegen Mittag des 10. M\u00e4rzes konnte dort die weitere Ausbreitung des Feuers gestoppt werden. Ein gro\u00dfer Verdienst f\u00fcr die Nachwelt: Denn sowohl der Marienaltar als auch das M\u00fcnster stellen heute noch ein Highlight beim Besuch in Kloster und Schloss Salem dar!.<\/p>\n<p>Die Zisterzienser waren in der Landwirtschaft,im Handwerk und im Bergbau Vorreiter.<\/p>\n<p>In salem bewiesen sie, dass sie auch im Brandschutz ihrer Zeit voraus waren. Beim Neubau spielten vorbeugende Brandschutzma\u00dfnahmen eine besondere Rolle, und baulicher Brandschutz wurde nun konsequent umgesetzt. Hierzu geh\u00f6rten nicht nur massive Backsteingew\u00f6lbe, Brandw\u00e4nde, die Verwendung von Steinplatten in den G\u00e4ngen und die Befeuerung der \u00d6fen von den G\u00e4ngen aus, sondern auch der Ausbau des Wasserleitungsnetzes, um in der gesamten Klosteranlage, schnell ausreichend L\u00f6schwasser zur Verf\u00fcgung zu haben. Eine Besonderheit war aber, dass in der Pr\u00e4latur eine \u201eFeuerwache\u201c eingerichtet wurde. Hierf\u00fcr wurden, neben kleineren tragbaren L\u00f6schger\u00e4ten, zwei gro\u00dfe fahrbare Feuerspritzen angeschafft. Diese stehen heute wieder an ihrem angestammten Platz im Treppenhaus der Pr\u00e4latur.<\/p>\n<p>Auch die Brandschutzorganisation wurde verbessert. Aus der Zeit von Abt Anselm II. ( 1746 -1778) ist eine Feuerordnung erhalten, die den Einsatz und die Bedienung dreier gro\u00dfer Feuerspritzen im Kloster, den Umgang mit Leitern und L\u00f6schk\u00fcbeln sowie die Bergung von Personen und Gegenst\u00e4nden durch namentlich benannte M\u00f6nche, Handwerker und Klosterbedienstete regelt.<\/p>\n<p>Abt Emanuel soll auf die Katastrophe mit dem Ausspruch \u201eDer Herr hat\u00b4s gegeben, der Herr hat\u00b4s genommen, gepriesen sei der Name des Herrn\u201c reagiert haben. Aber fasste sich schnell wieder.<\/p>\n<p>Der Abt bezog die noch intakten Zimmer des Gro\u00dfkellers. Die M\u00f6nche wurden im langen Bau oder in D\u00f6rfern untergebracht.<\/p>\n<p>Die Kirche wurde gereinigt, so dass sie nach acht Tagen schon wieder benutzt werden konnte. F\u00fcr das Kloster entschied man sich statt einer Reparatur f\u00fcr einen Neubau, da die Kosten ann\u00e4hernd gleich waren.<\/p>\n<p>Abt&nbsp; Emanuel schloss mit Franz Beer II. von Bleichten (1660\u20131726) einen Akkord. Beer hatte Kirche und Kloster Obermarchtal gebaut, was ihm den Auftrag im Benediktinerkloster Zwiefalten einbrachte.<\/p>\n<p>F\u00fcr Salem hatte er ein Holzmodell geliefert und das noch vorhanden ist. Dieses \u00fcberzeugte und man schloss den Akkord. Danach sollte das Kloster&nbsp; in drei Jahren soweit fertig sein, dass man es beziehen konnte.<\/p>\n<p>Der Klosterbrand scheint den Abt doch stark mitgenommen haben. Er verstarb am 9. Mai 1698.<\/p>\n<p>Er war&nbsp; der Sohn von Johann Jakob Jung. Dieser war Zimmermann und salemitischer Untertan in Nussdorf. Nach dem Ende des 30-j\u00e4hrigen Krieges wanderte dieser nach Koblenz aus.<\/p>\n<p>Sein Sohn mit Taufnamen Christian wurde am 8. Februar 1664 in Koblenz geboren. Christian erhielt eine gute Ausbildung. Nach Schulen in Koblenz und Mainz studierte Christian von 1680-1683 in Wien..<\/p>\n<p>In \u00dcberlingen lernte er den Kapuzinerpater Perfekt (Staiger S. 162)kennen, der schon zu Lebzeiten einen heiligm\u00e4\u00dfigen Ruf genoss. Dieser riet ihm nach Salem zu gehen.<\/p>\n<p>Der Abt erkannte seien F\u00e4higkeiten und nahm ihn auf.<\/p>\n<p>1683 trat er in das Kloster Salem ein. Ein Jahr sp\u00e4ter legte er sein Gel\u00fcbde ab.<\/p>\n<p>1688 und 89 studierte er an der Jesuitenuniversit\u00e4t, die wegen der franz\u00f6sischen Besatzung in Freiburg nach Konstanz verlegt worden war, Theologie.<\/p>\n<p>1690 wurde er zum Priester geweiht. <\/p>\n<p>Im Kloster stieg er rasch auf. Er wurde bald K\u00fcchenmeister, dann Subprior und schlie\u00dflich Prior.<\/p>\n<p>Am 16. Mai 1698 wurde Abt Stephan I. Jung in Anwesenheit des Abtes von St. Urban UlrichVI.&nbsp; Glutz-Ruchti, (1687\u20131701) zum 35. Abt von Salem gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Als er die Regierung&nbsp; antrat hatte das Kloster-ohne den Schaden des Klosterbrandes noch 47.000 Gulden, das sind etwa 13.455.385,00 \u20ac<\/p>\n<p>Das ben\u00f6tigte sicher viel Gottvertrauen zumal der Klosterneubau auch im Gange war. Aber Abt Stephan hatte auch die n\u00f6tige Tatkraft und sicher auch wirtschaftlichen Sachverstand.<\/p>\n<p>Mit den F\u00fcrsten Meinrad Karl Anton von Hohenzollern (1673-1715) und Friedrich Wilhelm von Hohenzollern (1663-1735) wegen Streitigkeiten und Prozessen wegen des Lehens in Ostrach<\/p>\n<p>die Streitigkeiten endg\u00fcltig beigelegt.<\/p>\n<p>Kaiser Leopold I.(1658-1705) genehmigte dies am&nbsp; 14. Juni 1700.<\/p>\n<p>Abt Stephan konnte 1700 sogar noch den Junghof bei Pfullendorf bauen.<\/p>\n<p>1705 verkaufte der Abt den Salmannsweiler Hof bei Markdorf an Kloster Weingarten.<\/p>\n<p>1706 wurde das neue Klostergeb\u00e4ude fertiggestellt und bezogen.. Daf\u00fcr waren 350.000 fl., das sind etwa 100.199.673,00 \u20ac aufzubringen.<\/p>\n<p>1707 lie\u00df der Abt die gro\u00dfe M\u00fcnsterorgel f\u00fcr 20.000 fl., das sind 5.725.696,00 \u20ac und eine weitere Orgel f\u00fcr 15.000. fl, das sind etwa 4.294.272,00 \u20ac.&nbsp; verbessern.<\/p>\n<p>1708 gab Abt Stephan die Ausstattung des Kaisersaals in Auftrag. Franz Joseph Feuchtmayer ( 1660-1718) war f\u00fcr die Stuckarbeiten und Figuren&nbsp; zust\u00e4ndig.<\/p>\n<p>16 \u00fcberlebensgro\u00dfe Kaiserstatuen verweisen auf den Schutz der h\u00f6chsten Herrscher. Es beginnt mit Lothar, der zur Zeit der Klostergr\u00fcndung lebte.<\/p>\n<p>Der Stauferk\u00f6nig Konrad III. ist verewigt, d er Salem zur Reichsabtei erhoben hatte. \u00dcber den Fenster waren B\u00fcsten von P\u00e4psten, die dem Kloster wichtige Privilegien verliehen hatten.<\/p>\n<p>Die Mehrzahl der sieben Leinwandgem\u00e4lde stammt von Franz Carl Stauder.(um 1660-17149) Von ihm stammt auch das Bild von Kaiser Karl&nbsp; VI., der Abt Stephan bei der Kr\u00f6nung in Frankfurt eine Audienz gew\u00e4hrt hat.<\/p>\n<p>Stauder hat 1722 auch das Portr\u00e4t von Abt Stephan , seinem F\u00f6rderer, gemalt.<\/p>\n<p>Die Baut\u00e4tigkeit des Abtes wurde auch belastet durch den spanischen Erbfolgekrieg 1701-1714.<\/p>\n<p>Nach dem Tod des spanischen K\u00f6nigs Karl II. (1661-1700), der am 1. November 1700 kinderlos verstarb, wurde der spanische Erbfolgekrieg ausgel\u00f6st.<\/p>\n<p>1702 nahmen bayrische Truppen unter Kurf\u00fcrst Maximilian II&nbsp; Emaniel von Bayern (1662-1726), der sich auf die Seite von K\u00f6nig Ludwig XIV. von Frankreich gestellt hatte,<\/p>\n<p>Ulm ein. In dieser Gegend hatte Salem gro\u00dfe Besitzungen. Das Kloster war vor allem durch Lieferungen und \u00dcbernahme anderer Kosten betroffen. So musste es ein<\/p>\n<p>ganzes kaiserliches-hannoveranisches Regiment unterhalten.<\/p>\n<p>Zwar wurden Franzosen und Bayern 1704 in der Schlacht bei H\u00f6chst\u00e4tt geschlagen.<\/p>\n<p>1707 waren die Franzosen aber wieder in der Gegend von Konstanz. Der franz\u00f6sische Marachall Villars (1652-1734) wollte Abt Stephan am Himmelfahrtsfest 1707 sogar als Geisel gefangen nehmen um ein hohes<\/p>\n<p>L\u00f6segeld zu erpressen. Staiger S. 164 f.) Die Reiter, die das bewerkstelligen sollten, kamen wegen Hochwassers aber nicht bis zum Kloster.<\/p>\n<p>Abt Stephan konnte sich mit wertvollen Sch\u00e4tzen nach \u00dcberlingen in Sicherheit bringen.<\/p>\n<p>Dann kamen die Franzosen ins Kloster, forderten Brandschatzung . Um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen, nahmen sie den Novizen meister P. Anselm Lang und den Registrator P. Raphael K\u00fcndig mit. Au\u00dferdem stahlen sie 17<\/p>\n<p>der besten Pferde. Die Franzosen wurden aber bei Ravensburg von Nachbarn \u00fcberfallen,und die Geiseln befreit. Die franzosen zogen sich ins Elsass zur\u00fcck. Brandschatzung wurde nicht bezahlt<\/p>\n<p>Der Abt kehrte nach Salem zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Generalabt Nicolas III. Larcher ( 1692\u20134 1712 ) beauftragte Abt Stephan&nbsp; mit der Visitation der bayrischen Zisterzieserkl\u00f6ster als Generalvikar der Oberdeutschen Zisterzienserkongregation.<\/p>\n<p>Er war deshalb 1700, 1701, 1705 und 1714 auf Visitationsreisen in Kurbayern unterwegs. Diese Visitationen dienten der Durchsetzung der Ordensdisziplin.<\/p>\n<p>F\u00fcr den bayrischen Kurf\u00fcrsten Maximilian Emanuel war dies aber eine Provokation. Abt Stephan beharrte aber auf seinen Rechten.<\/p>\n<p>\u00c4bte von F\u00fcrstenzell Benedikt Arb (1694\u20131700,) und Raitenhaslach&nbsp; Candidus Wenzl, (1688\u20131700 ) bewegte er zur Resignation.<\/p>\n<p>1701 kam es zum Eklat. Nach einer Audienz bei Kurf\u00fcrst Maximilian Emanuel in Schleissheim reiste er weiter ins Hauskloster der Wittelsbacher F\u00fcrstenfeld.<\/p>\n<p>F\u00fcr den Abt und den Konvent von F\u00fcrstenfeld verf\u00fcgte er mehr Distanz zum M\u00fcnchner Hof.<\/p>\n<p>Der Kurf\u00fcrst verlangte, dass der Abt sofort abreiste und ert<\/p>\n<p>eilte ihm Landesverbot f\u00fcr Bayern. Erst nach der Flucht Maximilian Emanuels 1705 und 1714 ins Ausland waren wieder Visitationen in Bayern m\u00f6glich.<\/p>\n<p>1710 erhielt das Kloster von Rom&nbsp; die Leiber der Heiligen Firminus, Homo-Deus und Valentina.Diese wurden k\u00f6stlich gefasst und zur \u00f6ffentlichen Verehrung ausgestellt.<\/p>\n<p>Er sorgte f\u00fcr eine gr\u00fcndliche Ausbildung seiner Konventualen<\/p>\n<p>In seinem Herrschaftsgebiet f\u00fchrte er den Jugendunterricht ein.<\/p>\n<p>1717 best\u00e4tigte Kaiser Karl VII. Auf Bitten Abt Stephans&nbsp; dem Kloster verschiedene Privilegien \u00fcber das Zunft-und Handwerkwesen.<\/p>\n<p>1718 steuerte er zum T\u00fcrkenkrieg 900&nbsp; f., das sind&nbsp; etwa 256.415,00 \u20ac, bei.<\/p>\n<p>1723 erreichte er eine Erm\u00e4\u00dfigung der Reichsmatrikel von 130 auf 76 Taler.<\/p>\n<p>Er verstarb im 62. Lebensjahr am 15. April 1725.<\/p>\n<p>Auf ihn folgte Abt Konstantin Miller (1725\u20131745)<\/p>\n<p>Er ist 1681 in Konstanz geboren und trat 1700 in das Kloster Salem ein. 1705 wurde er zum Priester geweiht.<\/p>\n<p>Einige Jahre verwaltete er danach die Pflege Pfullendorf, was auch seine wirtschaftliche Kompetenz erweiterte,<\/p>\n<p>Am 25 April 1725 wurde er unter Vorsitz des Kaisheimer Abtes Roger R\u00f6ls (1698\u20131723 ) zum Abt gew\u00e4hlt <\/p>\n<p>Generalabt&nbsp; Edmond II. Perrot (1712\u20131727 )best\u00e4tigte die Wahl am 22. Mai 1725 ernannte ihn schon am selben Tag zum Generalvikar der Oberdeutschen Zisterzienserkongregation.<\/p>\n<p>Papst Benedikt XIII. (1724-1730) best\u00e4tigte ihn am 19. Dezember 1725.<\/p>\n<p>Die Benediktion erfolgte aber erst am 28. April 1727 von Bischof Johann Franz von Stauffenberg von Konstanz (1704 \u20131740) unter Assistenz der \u00c4bte von Weingarten Sebastian Hyller (1697\u20131730)<\/p>\n<p>und Ochsenhausen C\u00f6lestin Frener .(1664\u20131737)<\/p>\n<p>Das neu erbaute Kloster stattete er im Innern mit Skulpturen und Verzierungen aus.<\/p>\n<p>Abt Konstantin sorgte auch daf\u00fcr,dass&nbsp; Joseph Anton Feuchtmayer (1696\u20131770), der Sohn von Franz Joseph Feuchtmayer, Salem zu seinem Lebens- und Arbeitsmittelpunkt machte.<\/p>\n<p>Seinen ersten Auftrag erhielt er von Kloster Salem. Er fertigt er den Stuck und die Scagliola-Arbeiten im Westfl\u00fcgel des Kreuzganges. Er hatte schon einen Tisch mit Scagliola-Arbeit an Abt Stephan geliefert, um<\/p>\n<p>seine Handwerkskunst zu belegen. Der Tisch steht heute noch in Salem. Abt Stephan empfand dies allerdings als zu modern. Die Auftr\u00e4ge kamen dann erst von Abt Konstantin.<\/p>\n<p>Auch die Klosterkirche wurde mit goldenen Einfassungen, mit kostbaren, kunstvollen Leuchtern, Ornamenten, Statuen und Standbildern ausgestattet, z. B. Steinbilder der zw\u00f6lf Apostel.<\/p>\n<p>Ervergr\u00f6\u00dferte den Klostergarten und versah ihm mit verschiedenen Blumen,Zierpflanzen und Gestr\u00e4uchen.<\/p>\n<p>Erlie\u00df eine ziemliche Anzahl von Pfarrh\u00f6fen und Hofbauten im Herrschaftsbereich&nbsp; Salems renovieren oder neu bauen.<\/p>\n<p>Er verbesserte das Justizwesen. Er verlie\u00df Verordnungen und Satzungen f\u00fcr das Gewerbe und im Eigentumsrecht.<\/p>\n<p>In Bachhaupten bei Ostrach lie\u00df er 1727\/28&nbsp; eine Dorfkirche von Johann Georg Wiedemann(1681\u22121743),&nbsp; der aus der Baumeistersippe Wiedemann aus Elchingen stammt, erbauen. <\/p>\n<p>Stuck und Altar stammen von Joseph Anton Feuchtmayer.<\/p>\n<p>1736&nbsp; kaufte er f\u00fcr 3500 fl., das sind etwa 996.797,00 \u20ac, den Scherrichhof in Bihlafingen.<\/p>\n<p>In diesem Jahr lie\u00df er auch goldene Reliqienschreine f\u00fcr die Leiber der heiligen Faustina und des des Felix anfertigen und auf besondere Alt\u00e4re versetzen. Als diese 1737 im Beisein vieler hohergeistlicher und weltlicher W\u00fcrdentr\u00e4ger eingeweiht wurden,<\/p>\n<p>kamen so viele Menschen, dass die Klosterkirche die Menge kaum fassen konnte.<\/p>\n<p>Von 1736-1738 wurde der Pfleghof in Schemmerberg neu gebaut und ein Viehhaus und Fruchtkasten neu errichtet.,<\/p>\n<p>1739 verkaufte er den durch Brand besch\u00e4digten Salmannsweiler Hof in Biberach und die Fischrechte in der Ri\u00df f\u00fcr 4500 fl, das sind ungef\u00e4hr 3.558.293,00 \u20ac an<\/p>\n<p>den Biberacher Spital. (Beschreibung des Oberamtes Biberach, Stuttgart 1837,S..69)<\/p>\n<p>1743 erhielt er von Kaiserin Maria Theresia ((f\u00fchrte seit der Wahl ihres Gatten FranzI 1740 die Regierungsgesch\u00e4fte bis zu ihrem Tod 1780) die Hohe Gerichtsbarkeit und die Hoheitsrechte f\u00fcr Schemmmerberg f\u00fcr 27.000 Dukaten, das sind <\/p>\n<p>etwa 7.689.579,00 \u20ac. F\u00fcr 12.000 Dukaten, das sind etwa 3.417.591,00 \u20ac, erhielt er&nbsp; die Regalien als best\u00e4ndiges immerw\u00e4hrendes \u00f6sterreichisches Lehen.<\/p>\n<p>In Schemmerberg lie\u00df Abt Konstantin&nbsp; 1735 die Salemer M\u00fchle neu erbauen . Dort befinden sich auch zwei Abtswappen, n\u00e4mlich von&nbsp; Peter II. M\u00fcller, der die im Bauernkrieg zerst\u00f6rte M\u00fchle&nbsp; wieder errichtete und Abt Konstantin, der die M\u00fchle jetzt <\/p>\n<p>neu erbaute<\/p>\n<p>Von 1736-1738 lie\u00df Konstantin das neue Schloss an der Riss erbauen, das 1837 abgebrochen wurde.<\/p>\n<p>Als Vaterabt von Kloster Wald machte er bei seiner dortigen Visitation genaue Vorschriften. Die \u00c4btissin durfte ohne seine Genehmigung keine Vertr\u00e4ge abschlie\u00dfen oder Auftr\u00e4ge vergeben.<\/p>\n<p>Als er die neugew\u00e4hlte \u00c4btissin Maria Dioskora von Thurn und Valsassina (1739-1772)&nbsp; benedizierte unterlie\u00df sie beim Eid den die \u00c4btissinen\u00b4 ablegen mussten,<\/p>\n<p>unterlie\u00df&nbsp; sie die ausdr\u00fcckliche Anerkennung der salemischen Obrigkeit in geistlichen und zeitlichen Dingen. <\/p>\n<p>Kloster Salem hatte sich weitgehend wirtschaftlich erholt. Dann brach der \u00f6sterreichische Erbfolgekrieg(1740-1748) aus.<\/p>\n<p>Ein franz\u00f6sisches Heer unter K\u00f6nig Ludwig XV. ((1715-1774 besetzte 1744 nach sechsw\u00f6chiger Belagerung die vorder\u00f6sterreichische Hauptstadt Freiburg im Breisgau, Stockach, Konstanz und Bregenz.<\/p>\n<p>Zahlreiche Truppendurchz\u00fcge, Einquartierungen und Lieferungen trafen Kloster Salem schwer. Es hatte \u00fcber 150.000 Dukaten , das sind etwa 42.719.886,00 \u20ac, an Kriegslasten zu tragen.<\/p>\n<p>Abt Konstantin griff das so an, dass er erkrankte, Nach fast 20 Regierungsjahren verstarb er am 22. Februar 1745.<\/p>\n<p>Auf ihn folgte Abt Stephan II. Enroth (1745\u20131746 )<\/p>\n<p>Er wurde 1701 als Sohn der Eheleute Andreas und Anna Maria Enroth, geb. Graf geboren und auf den Namen Franz Joseph getauft. <\/p>\n<p>Franz Joseph&nbsp; studierte in&nbsp; Dillingen und Freiburg Philosophie.<\/p>\n<p>Er hatte einen j\u00fcngeren Bruder Dr. Johann Franz Enroth (3. Nov. 1706 \u2013 6. M\u00e4rz 1780) der von 1754 bis 1776 Stadtpfarrer und Stiftspropst in \u00dcberlingen war. <\/p>\n<p>Franz Joseph trat 1721 in das Kloster Salem ein. Er nahm den Klosternamen Stephan an.<\/p>\n<p>Abt Konstantin schickte ihn man das Collegium Germanicum in Rom. Dort studierte er weitere vier Jahre.<\/p>\n<p>1725 wurde er zum Priester geweiht.<\/p>\n<p>Er war zehn Jahre lang Hausprofessor f\u00fcr scholastische Theologie in Salem, danach einige Jahre Kaplan und Verwalter in Alt-Birnau <\/p>\n<p>Dann war er Oberpfleger in der Pflege Schemmerberg.<\/p>\n<p>Am 4. M\u00e4rz 11745 wurde er unter Vorsitz des Kaisheimer Abtes C\u00f6lestin I. Mermos (1739\u20131771) zum 37, Salemer Abt gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Zeugen waren der Pfarre von Weildorf Benedikt Tiberius Stier (dort Pfarrer 1722-1758) und Dominikus Wicker, Pfarrer in Salem Leutkirch (1723-1753)<\/p>\n<p>Er wurde am 3. Oktober 1745 von F\u00fcrstbischof Kasimir Anton von Sickingen (1743 -1750) im Beisein der \u00c4bte Benedikt Denzel (1737\u20131767) von Ochsenhausen und<\/p>\n<p>Anton I. Unold (1724\u20131765) von Weissenau benediziert.  <\/p>\n<p>In Rom hatte man sich wegen der Belastungen durch den \u00f6sterreichischen Erbfolgekrieg um eine Reduzierung der Wahltaxe bem\u00fcht, allerdings aber ohne Erfolg.  <\/p>\n<p>1745 best\u00e4tigte ihn Generalabt&nbsp; Andoche Pernot von C\u00eeteaux (1727-1748), ernannte ihn aber nicht wie seinen Vorg\u00e4nger zum Generalvikar der Oberdeutschen Kongregation.  <\/p>\n<p>Er war Kondirektor des Kollegiums der Reichspr\u00e4laten im Schw\u00e4bischen Reichskreis. In dieser Eigenschaft huldigte er am 17. Oktober 1745  <\/p>\n<p>Kaiser Franz I. Stephan und K\u00f6nigin Maria Theresia.Er stattete am 20. Oktober einen Antrittsbesuch beim Nuntius Carlo Francesco Durini ( 1740\u20131751 ) in Luzern ab.  <\/p>\n<p>Am 16. Dezember1745&nbsp; f\u00fchrte er&nbsp; in Wettingen den Vorsitz bei der Wahl des Abtes Peter K\u00e4lin (1745\u20131762 ) Auch bei der Wahl der \u00c4btissin \u00c4btissin Antonia Jacob\u00e4a Dollinger (\u2020 4. Feb. 1785) in Feldbach f\u00fchrte er den Vorsitz.  <\/p>\n<p>In Salem legte er neue Brunnen f\u00fcr frisches Trinkwasser an.  <\/p>\n<p>In Mimmenhausen lie\u00df er eine Reichsp\u00fcosthalterei errichten.  <\/p>\n<p>Altbirnau geh\u00f6rte sp\u00e4testens seit 1241 dem Kloster Salem. Auf diesem Grundst\u00fcck stand seit dieser Zeit auch eine Marienkapelle, die um 1317 schon ein Wallfahrtsort war.  <\/p>\n<p>Die Kirche geh\u00f6rte Salem, das Gebiet um die Kirche der Reichsstadt \u00dcberlingen . 1746 lie\u00df Abt Stephan das Gnaswnbild von Alt-Birnau trotz heftigen Protests aus \u00dcberlingen nach Salem bringen.  <\/p>\n<p>Er wollte die Kirche von ihrem bisherigen Standort auf \u00dcberlinger Gebiet auf ihren heutigen Standort oberhalb von Schloss Maurach verlegen.  <\/p>\n<p>Sowohl der Konstanzer Bischof als auch der Papst Benedikt XIV. (1740-1758) hatten ihre Einwilligung dazu gegeben.  <\/p>\n<p>Abt Stephan&nbsp; hatte auch schon Pl\u00e4ne zum Neubau der barocken Wallfahrtskirche skizziert wie das auch das Portr\u00e4t von G\u00f6z zeigt . Den Bau musste  <\/p>\n<p>er aber seinem Nachfolger \u00fcberlassen. Er ordnete den Abriss von Altbirnau an, Den Mittelpunkt der Wallfahrt lie\u00df er aber vor dem Abbruch mitnehmen.  <\/p>\n<p>Der Rechtsstreit zwischen der Reichsstadt \u00dcberlingen und dem Kloster Salem, der nach der Entfernung des Bildes&nbsp; ausgetragen wurde, dauerte dann&nbsp; bis in die 1780-er Jahre.  <\/p>\n<p>Abt Srephan befand sich auf einer Visitationsreise in das Kloster Wald, wo er auf dem Weg dahin, als er am&nbsp; 28. Mai 1746 in Bachhaupten verstarb.  <\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Abt Anselm II. Schwab (1746 &#8211; 1778. )  <\/p>\n<p>Er wurde am 9. Januar 1713 in F\u00fcssen geboren. Er ist das achte von elf Kindern des Kaufmanns und zeitweiligen B\u00fcrgermeisters Franz Benedikt Schwab.  <\/p>\n<p>Er wurde auf den&nbsp; Namen Franz Meinrad, getauft,. Er studieret in Salzburg.&nbsp; Mit 18 Jahren&nbsp; trat er in das Kloster&nbsp; Salem ein.  <\/p>\n<p>Am 30. September 1731 legte er seine Profess ab. Er nahm den Klosternamen Anselm an. In Salem studierte er 4 Jahre Theologie und wurde  <\/p>\n<p>1737 in Konstanz zum Priester geweiht.  <\/p>\n<p>Anselm wurde Novizenmeister  <\/p>\n<p>Er f\u00fchrte die Verhandlungen zur Verlegung der Birnauer Wallfahrt.  <\/p>\n<p>Am 6. Juni 1746 wurde er zum neuen Salemer Abt unter Leitung des Kaisheimer Abtes C\u00f6lestin I. Mermos gew\u00e4hlt.Nach der Best\u00e4tigung durch Papst Benedikt weihte ihn F\u00fcrstbischof Kasimir Anton von Sickingen .  <\/p>\n<p>Er lie\u00df gleich den&nbsp; Bau der Wallfahrtskirche Birnau beginnen. Den Vertrag mit dem Vorarlberger Baumeister Peter Thumb (1861-1766) hatte schon Abt Stephan II. ausgehandelt.  <\/p>\n<p>Peter Thumb war damals 64. Abt Anselm, mit dem er nun neu verhandeln musste, war 33. Die Beziehungen zwischen beiden blieben w\u00e4hrend der gesamten Bauzeit angespannt.Anselm zerriss den alten Vertrag und verhandelte neu.  <\/p>\n<p>Er erreichte eine Pauschale von&nbsp; 6000 Gulden, das sind etwa 1.661.895,00 \u20ac f\u00fcr die Ausf\u00fchrung des Rohbaus und die Leitung der Ausbauarbeiten.  <\/p>\n<p>Der Bau der Kirche dauerte nur vier Jahre. Das ist kunstgeschichtlich sensationell, weil es so schnell ging. Vom ersten Federstrich bis zur Endausstattung dauert es normalerweise mehrere Perioden.  <\/p>\n<p>Im September 1750 wurde die Kirche eingeweiht mit einem gro\u00dfen Fest 20.000 Menschen sollen anwesend gewesen sein.  <\/p>\n<p>Er hatte sehr gute Beziehungen zum Wiener Hof.  <\/p>\n<p>1748 ernannte ihn Maria Theresia zum \u201cKaiserlichen und K\u00f6niglichen Wirklichen Geheimen Rat\u201d.  <\/p>\n<p>Abt Anselm war ein Machtbewusster Pr\u00e4lat . Er zeigte F\u00fchrungsanspruch und einen energischen Willen zum Durchsetzen von Reformen.  <\/p>\n<p>Das f\u00fchrte allerdings bald zu Konlikten, zun\u00e4chst mit den \u00c4btissinen, der ihm unterstellten Nonnenkl\u00f6stern oder dem Konstanzer F\u00fcrstbischof Kardinal Franz Conrad von Rodt (1750 .1775) und auch seinem eigenen Konvent,  <\/p>\n<p>in dem sich eine Interne Opposition&nbsp; bildete.  <\/p>\n<p>Als Abt Konstantin am 9. April 1741 \u00c4btissin&nbsp; Maria Dioskora von Thurn und Valsassina&nbsp; von Kloster Wald in Salem benedizierte,hatte sie ja die ausdr\u00fcckliche Anerkennung der salemischen Obrigkeit in geistlichen und zeitlichen Dingen unterlassen.  <\/p>\n<p>Als Abt Anselm Abt geworden war, pochte er auf die Paternit\u00e4t von Salem und zwang er&nbsp;&nbsp;&nbsp; \u00c4btissin Maria Dioskora 1750 zum vollst\u00e4ndigen Wiederholen des Gehorsamseides. 1752 lie\u00df er sie nach siebent\u00e4giger Visitation des Klosters&nbsp; <\/p>\n<p>lateinische Schreiben an den Ordensgeneral in C\u00eeteaux und an den p\u00e4pstlichen Nuntius unterschreiben. Das war ihre vorbehaltlose Unterwerfung. Erst als sie eine \u00dcbersetzung aus Citeaux erhielt, wusste sie,&nbsp; was sie unterschrieben hatte. Sie setzte sich zur Wehr und mit  <\/p>\n<p>Hilfe ihres Bruders und des F\u00fcrsten von Hohenzollern-Sigmaringen erreicht sie in C\u00eeteaux eine Untersuchung durch den Orden. Dieser stellte sich auf die Seite der Walder \u00c4btissin und und l\u00f6ste das Paternit\u00e4tsverh\u00e4ltnis mit Salem auf. Als Reaktion legte Abt Anselm II. der Paternit\u00e4tsrechte  <\/p>\n<p>aller Frauenkl\u00f6ster nieder. Nun nutzten aber auch die Reichsabteien Gutenzell unter \u00c4btissin Maria Barbara Dominica von Gall zu Waldhof (1707-1759) und Heggbach unter \u00c4btissin Maria Aleydis Zech (1742-1773) die Gelegenheit, um wie Kloster Wald unter die neue Paternit\u00e4t von Kaisheim zu gelangen.  <\/p>\n<p>Nur Heggbach kehrte auf pers\u00f6nliches Werben von Abt Anselm wieder unter die Paternit\u00e4t von Salem zur\u00fcck.  <\/p>\n<p>Der Konstanzer Bischof hatte auch Reibereien mit Abt Anselm. Dieser pflegte in seiner Kutsche sechssp\u00e4nnig zu fahren.  <\/p>\n<p>Die sechssp\u00e4nnige Kutsche ist dem f\u00fcrstlichen Rang des Salemer Abtes angemessen, wie Abt Anselm es empfand. Die Zahl der Pferde ist von protokollarischer Bedeutung, und sie ist bei den vielen Reisen des Abtes augenf\u00e4llig. Der feindlich gesinnte und weniger beg\u00fcterte&nbsp; Konstanzer F\u00fcrstbischof l\u00e4sst dem Salemer Abt einmal auf Konstanzer Gebiet zwei Pferde ausspannen, vordergr\u00fcndig wegen der Rechtswahrung. Diese Symbolik der Zeremonien und der Auftritte wird selbst vom Volk verstanden.  <\/p>\n<p>1761 betrieb der Konstanzer Bischof zusammen mit einer klosterinternen Opposition aus reinem Eigeninteresse die Absetzung des ihm zu m\u00e4chtigen Abt Abt Anselm.  <\/p>\n<p>Sie misslingt. Abt Anselm hatte zu gute Verbindungen an den kaiserlichen Hof. Dieser und der Papst setzten sich f\u00fcr Abt Anselm ein . Anklagen wegen Verschwendung der Klosterfinanzen und Nepotismus werden eingestellt  <\/p>\n<p>Nach einer Visitation des p\u00e4pstlichen Sonderbotschafters ist er 1762 voll rehabitiliert und geht gest\u00e4rkt aus der Auseinandersetzung mit dem F\u00fcrstbischof hervor.  <\/p>\n<p>Er machte einige Zugest\u00e4ndnisse in Bezug auf die Klosterdisziplin, die er schon 1749 zum Beispiel mit dem Gebot des Stillschweigens und strengster kl\u00f6sterlicher Zucht drastisch versch\u00e4rft hatte.  <\/p>\n<p>Als erstem Salemer Abt&nbsp; gelingt es ihm&nbsp; 1768 zum Direktor des Schw\u00e4bischen Reichspr\u00e4laten-Kollegiums gew\u00e4hlt zu werden.  <\/p>\n<p>Die Finanzkraft des Klosters erlaubt ihm, die Abkehr vom Rokoko zu gestalten.  <\/p>\n<p>Er verpflichtete den Deutschordens-Baumeister Johann Caspar Bagnato(1696-1757)&nbsp; f\u00fcr einen Chorumbau des gotischen M\u00fcnsters nach Salem. Anschlie\u00dfend, von 1753\u20131756,&nbsp; errichtet ihm Bagnato den grossen Vierungsturm, ein vielbewundertes Kunstwerk mit 16 Glocken. Abt Anselm II. baute diesen Turm als weithin sichtbares und repr\u00e4sentatives Zeichen einer m\u00e4chtigen Abtei.  <\/p>\n<p>1774 hatte der franz\u00f6sische Architekt Pierre Michel d\u2019Ixnard (1723-1795) Kloster Salem besucht.In S\u00fcddeutschland hatte er schon Schloss K\u00f6nigseggwald gebaut, das Konventsgeb\u00e4ude des Stifts Buchau und F\u00fcrstabt Martin Gerbert (1764-1793) von Kloster St. Blasien beauftragte ihn  <\/p>\n<p>mit der Planung des Klosterneubaus und der Errichtung einer neuen Kirche.  <\/p>\n<p>In Salem&nbsp; kam es nicht zur Zusammenarbeit.Stattdessen konnte er Sch\u00fcler des Meisters, Johann Joachim Scholl, gewinnen.Diesem finanzierte er einen Studienaufenthalt in Rom an der dortigen franz\u00f6sischen Akademie. Scholl wurde dann Leiter des Kirchenumbaus im  <\/p>\n<p>neuen go\u00fbt grecque, den Abt Anselm II. 1773 begannt  <\/p>\n<p>1758 versuchte Abt Anselm Salemer Wein am kaiserlichen Hof einzuf\u00fchren, allerdings erfolglos.Der Seewein war den kaiserlichen Majest\u00e4ten zu sauer.  <\/p>\n<p>Er wandte sich an den Orgelbauer Karl Joseph Riepp.Dieser war einer der renommierteste Orgelbauer seiner Zeit. In Salem baute er er zwischen&nbsp; 1766 und 1774 baute er vier neue oder grundlegend erneuerte Orgeln auf den drei Emporen sowie im Chor. Sie waren alle aufeinander abgestimmt, sodass sie zusammen gespielt werden konnten.Das war damals die gr\u00f6\u00dfte Orgel der Welt.  <\/p>\n<p>Aber Riepp war nicht nur Orgelbauer. Er war auch Weinh\u00e4ndler und besa\u00df ein Weingut in Frankreich. Er lieferte dann auch Reben \u201cmit Wurzeln aus Burgund, die bald guten Ertrag brachten und noch heute w\u00e4chst bester Sp\u00e4tburgunder am Bodensee.  <\/p>\n<p>Die Qualit\u00e4tsoffensive ist gelungen  <\/p>\n<p>1749 gr\u00fcndete Abt Anselm die \u201eOrdentliche Waisenkassa\u201c. Damals stand das Verm\u00f6gen von Waisen den Vorm\u00fcndern zur uneingeschr\u00e4nkten Verf\u00fcgung, was auch zum Missbrauch f\u00fchren konnte. Er befahl, dass all Gelder f\u00fcr Waisen auf der Waisenkassa eingezahlt wurde, die unter kl\u00f6sterlicher Verwaltung stand. Sp\u00e4ter \u00f6ffnete man die Kasse auch f\u00fcr Salemer B\u00fcrger und bal wurden auch Kredite vergeben. Die erste Sparkasse Deutschlands war entstanden.  <\/p>\n<p>Er sorgte f\u00fcr Schulunterricht im Herrschaftsbereich von Kloster Salem.  <\/p>\n<p>1765 wohnte er der Kaiserkr\u00f6nung von Joseph II. (1765-1790) bei.  <\/p>\n<p>Abt Anselm verstarb am 23.Mai 1778.<\/p>\n<p>Sein j\u00fcngerer Bruder Franz Anton Xaver Schlecht (* um 1730 \u2013 1782) Er studierte an der Universit\u00e4t Salzburg Theologie und Rechtswissenschaften; sp\u00e4ter gab er letzteres zugunsten eines Musikstudiums auf. <\/p>\n<p>Nach Abschluss seines Musikstudium wurde er Chorregent am Eichst\u00e4tter Dom. Er lieferte auch Kompositionen f\u00fc Kloster Salem.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde&nbsp; Robert Schlecht (1778\u20131802) als vorletzter&nbsp; regierender Abt von Kloster Salem.<\/p>\n<p>Er&nbsp; wurde am 28. Juni 1740 in Wemding im Ries in der Di\u00f6zese Eichst\u00e4tt geboren. Er trat in das Kloster Salem ein und legte 1760 die Profess ab .<\/p>\n<p>1766 wurde er zum Priester geweiht<\/p>\n<p>1771 war er Kaplan auf dem Liebfrauenberg in Bodman, 1772 Novizenmeister, 1773 bis 1774 Hofkaplan und Verfasser des Klosterdiariums. Von 1774 bis 1777 war er Prior. Dann trat er von diesem Amt zur\u00fcck und wurde Beichtvater im Zisterzienserinnenkloster Mariahof in Neudingen. <\/p>\n<p>Seit 1591 war der Abt von Salem Vaterabt dieses Nonnenklosters.<\/p>\n<p>Am 4. Juni 1778 unter dem Vorsitz des Kaisheimer Abtes und Generalvikars C\u00f6lestin Angelsbrugger ( 1771\u20131783) im zweiten Wahlgang zum Nachfolger des verstorbenen Abtes Anselm Schwab gew\u00e4hlt, wurde er von Generalabt Fran\u00e7ois Trouv\u00e9(1748-1797)am 23. Juni 1778 und von Papst Pius VI.<\/p>\n<p>(1775-1799) am 20. Juni. best\u00e4tigt <\/p>\n<p>Er wurde am 8. November von F\u00fcrstbischof&nbsp; Maximilian Christoph von Rodt(1775-1799) benediziert. Assistent war Abt Sebastian Steinegger(1768-1807) von Wettingen, den Abt Robert schon eine Woche nach der Wahl aufgesucht und eingeladen hatte. Mit Datum 22. September 1779 ernannte ihn Generalabt Trouv\u00e9 au\u00dferdem zum Generalvikar der Zisterzienserkl\u00f6ster in Schwaben und Tirol.<\/p>\n<p>Eine der ersten Angelegenheiten waren die Streitigkeiten mit dem Hochstift und Differenzen mit der Reichsstadt \u00dcberlingen.<\/p>\n<p>1780 schoss er eine \u00dcbereinkunft&nbsp; mit dem bisch\u00f6flichen Ordinariat in Konstanz ab. Diese anerkannte die Exemption des Reichsstiftes Salem und der ihm untergebenen Frauenkl\u00f6ster nach Ma\u00dfgabe ihrer Ordensprivilegien.<\/p>\n<p>Im Gegenzug verzichtete Salem auf die Episcopaljurisdiktion f\u00fcr sich und die anderen Kl\u00f6ster.<\/p>\n<p>Mit der Reichsstadt \u00dcberlingen einigte man sich&nbsp; auf Zahlungsmodalit\u00e4ten, da \u00dcberlingen dem Kloster die niedere und hohe Gerichtsbarkeit f\u00fcr einen Hof \u00fcberlassen hatte.<\/p>\n<p>Als dort die Verhandlungen gl\u00fccklich abgeschlossen waren, reiste Abt Robert pers\u00f6nlich nach \u00dcberlingen. Dort wurde er mit einem legend\u00e4ren Festmahl empfangen.<\/p>\n<p>Nach Beseitigung der Misshelligkeiten war Abt Robert jetzt v\u00f6lliger Herr auf seinem Gebiet.<\/p>\n<p>Abt Robert beendete nun den von Abt Anselm begonnen Umbau des M\u00fcnsters. Anselm.<\/p>\n<p>Johann Joachim Scholl Er fertigte einen Gesamtentwurf an und leitete dessen Durchf\u00fchrung. <\/p>\n<p>Die Bildhauer und Stukkateure Johann Georg Dir (1723\u20131779)und Johann Georg Wieland (11742-1802)schufen die Skulpturen an den Alt\u00e4ren und Monumenten.<\/p>\n<p>Er lie\u00df Gedenktafeln f\u00fcr die Stifter und eine Marmortafel&nbsp; mit den Namen und Sterbedaten der Salemer \u00c4bze anfertigen.<\/p>\n<p>Finanziert werden konnte die kostbare Ausstattung , weil das Haus \u00d6sterreich ein Darlehen von 150.000 fl. das sind etwa 42.035.477,00 \u20ac, vorzeitig zur\u00fcckgezahlt hatte.<\/p>\n<p>Ab 1784 lie\u00df der die G\u00fcter und Felder in seinem Herrschaftsgebiet durch den Geometer Franz Anton Engler vermessen und kartieren.Einige davon sind im Findbuch Dep. 30\/15 T 1 des Staatsarchivs Sigmaringen erhalten.<\/p>\n<p>In diesem Jahr gr\u00fcndete er auch&nbsp; das Armenhaus in Wespach, heute ein Ortsteil von Salem.<\/p>\n<p>1785 f\u00fchrte er mit dem Erlass einer neuen Schulordnung die Volksschule im Herrschaftsgebiet ein Die Eltern mussten nun ihre Kinder von 6-14 Jahren in die Volksschule und die von&nbsp; 14-18 Jahren <\/p>\n<p>in die Sonn-und Feiertagsschule schicken.schicken, Die Lehrer mussten sich die entsprechenden Kenntnisse aneignen und sich examinieren lassen.<\/p>\n<p>F\u00fcr den Erfolg der Schulen stiftete er einen Schulfond von 30.000 fl., das sind&nbsp; etwa 8.407.095,00 \u20ac.<\/p>\n<p>Das Geld legte er verzinslich beim Steueramt an. Aus den Zinsen wurden die Lehrer und f\u00fcr arme Kinder die Schulbed\u00fcrfnisse bezahlt <\/p>\n<p>1791 lie\u00df er ein Schulgeb\u00e4ude errichten.<\/p>\n<p>Abt Robert war mit Nuntius Giuseppe&nbsp; Garampi befreundet, der seit 1776 p\u00e4pstlicher Nuntius in Wien war und <\/p>\n<p>als der bedeutendste Diplomat und beste Deutschlandkenner des Vatikans in der 2. H\u00e4lfte des 18. Jahrhunderts gilt.<\/p>\n<p>Er verschaffte ihm eine Audienz bei Papst Pius VI. im Benediktinerkloster St. Mang in F\u00fcssen. Dieser verlieh ihm das Altarprivileg.Er konnte dann zum Beispiel, wenn er eine Messe f\u00fcr Verstorbene las und dieser gedachte, ihnen einen vollkommenen Ablass zukommen lassen.<\/p>\n<p>1790 verglich er sich mit der Reichsstadt \u00dcberlingen \u00fcber die die Besteuerung der dortig salemitischen G\u00fcter, \u00fcber Bau und Unterhaltung von Stra\u00dfen und \u00fcber das Pflaster und Wegegeld in \u00dcberlingen.<\/p>\n<p>Abt Robert konnte auch noch namhafte Summen f\u00fcr die Bibliothek und das physikalische Kabinett ausgeben.ausgeben.<\/p>\n<p>Er lie\u00df ein Lehr-und Studentenhaus errichten, in dem 100 Studenten Platz fanden. Es kostete 90.000 fl, das sind etwa 25.221.286,00 \u20ac.<\/p>\n<p>1789 begann&nbsp; mit dem Sturm auf die Bastille die franz\u00f6sische Revolution. 1791 erlie\u00df die Nationalversammlung eine Verfassung. S\u00e4mtliche Kircheng\u00fcter wurden verstaatlicht und in Nationalg\u00fcter umgewandelt.<\/p>\n<p>Die Kl\u00f6ster&nbsp; hatten damit ihre Existenzgrundlage verloren. Die Abtei Citeaux wurde an Spekulanten verkauft, aufgel\u00f6st und ausgepl\u00fcndert.<\/p>\n<p>Der letzte Generalabt von Citeaux Fran\u00e7ois Trouv\u00e9 hatte am 14. Januar 1791&nbsp; die&nbsp; Rechte des Stammkloster an der Oberdeutschen Zisterzienserkongregation \u00fcbertragen an diese \u00fcbertragen.<\/p>\n<p>Der Papst best\u00e4tigte dies&nbsp; am 15. Juli 1791.<\/p>\n<p>1792 begannen die Koalitionskriege, die Kloster Salem schwer trafen.<\/p>\n<p>1795&nbsp; r\u00fcckten franz\u00f6sische Revolutionstruppen&nbsp; ins Bodenseegebiet ein.<\/p>\n<p>Sie trugen die antiklerikalen Str\u00f6mungen ins Land.<\/p>\n<p>Abt und Konvent packten Dokumente, Archivalien,B\u00fccher und Kirchensch\u00e4tze in Kisten und fl\u00fcchtetet diese ins Kloster St. Gallen.<\/p>\n<p>Die Truppen hielten sich einige Tage in Salem auf, richteten aber keinen Schaden an. <\/p>\n<p>Die umliegenden Klosterorte wurden aber stark mitgenommen.<\/p>\n<p>1798 wurde das Klosrer durch hohe Kontributionsforderungen schwer bedr\u00e4ngt.<\/p>\n<p>1799 kamen die Franzosen nochmals zur\u00fcck und setzten ihre Erpressungen fort.<\/p>\n<p>1799 suchte Abt Robert Zuflucht in Kloster Stams und 1800 in Laibach in der Krain.<\/p>\n<p>Das zehrte an der Gesundheit des Abtes<\/p>\n<p>Er verstarb a m 3. M\u00e4rz 1802.<\/p>\n<p>Kaspsr Oechsle <\/p>\n<p>ist 24. Februar&nbsp; 1752&nbsp; in Sch\u00f6mberg bei Rottweil geboren.<\/p>\n<p>Er besuchte das Gymnasium der Zisterzienserabtei Salem. Er trat 1770&nbsp; unter Abt Anselm Schwab in Kloster Salem ein.<\/p>\n<p>1778 wurde er zum Priester geweiht.<\/p>\n<p>Er unterrichtete am Klostergymnasium.<\/p>\n<p>Als Bibliothekar erweiterte er die Bibliothek&nbsp; auf 50.000 B\u00e4nde<\/p>\n<p>Gelegentlich fungierte er als Organist..<\/p>\n<p>Als Abt Robert krank wurde und als sein Sekret\u00e4r war er sein Sekret\u00e4r und seine helfende Hand.<\/p>\n<p>Zu seinem Nachfolger wurde am 11. M\u00e4rz 1802 unter dem Vorsitz des Kaisheimer Abtes Xaver M\u00fcller (1783\u20131802) Kaspar Oechsle zum letzten Abt von Salem gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Wegen einer Formulierung in den nach sechs Monaten eingetroffenen p\u00e4pstlichen Best\u00e4tigungsurkunden verweigerte ihm der Konstanzer Bischof Karl Theodor von Dalberg<br \/>(1799 \u20131817&nbsp;&nbsp; die Benediktion, die dann schlie\u00dflich am 5. September der im Exil in Augsburg lebende Bischof von Valence, Gabriel Melchior de Messey( (2787-790), vornahm.<\/p>\n<p>Dieser lebte nach der franz\u00f6sischen Revolution in Augsburg im Exil<\/p>\n<p>Am 15. September erhielt Abt Kaspar aus Rom die Vollmachten seines Vorg\u00e4ngers Robert Schlecht \u00fcber die Oberdeutsche Kongregation, konnte sie aber nicht mehr aus\u00fcben, da die Kongregation mit der S\u00e4kularisation praktisch ausgel\u00f6scht wurde. <\/p>\n<p>1797\/1798 fand in Rastatt der Rastatter Kongress statt.Es ging um die Durchf\u00fchrung der Beschl\u00fcsse des Friedens von Campo Formio 17. Oktober 1797 , n\u00e4mlich die Abtretung des linken Rheinufers<\/p>\n<p>an Frankreich und wie die abtretenden F\u00fcrsten entsch\u00e4digt werden sollten.<\/p>\n<p>Im Reichsdeputationshauptschluss vom 25. Februar 1803&nbsp; wurden den deutschen Territorialherren, die linksrheinische Gebiete verloren hatten, als die kirchlichen Reichsst\u00e4nde&nbsp; und die meisten Reichsst\u00e4dte zugeschlagen. <\/p>\n<p>Im Reichsdeputationshauptschluss wurden dem Haus Baden die Reichsstifte Peterhausen und Salem als Entsch\u00e4digung f\u00fcr den Verlust linksrheinische Gebiete zugesprochen.<\/p>\n<p>Die Herrschaften Ostrach und Schemmerberg gingen&nbsp; an das Haus Thurn und Taxis.<\/p>\n<p>Am 22. November 1802 \u00fcbernahm das Haus Baden die Zivilverwaltung von Kloster Salem. Damit hatte das Kloster nach fast 700-j\u00e4hriger Geschichte zu bestehen aufgeh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Bei der Aufhebung des Klosters lebten 78 M\u00f6nche und 24 Laienbr\u00fcder im Kloster.<\/p>\n<p>Die M\u00f6nche erhielten eine Pension von j\u00e4hrlich 600 fl., das sind&nbsp; etwa 177.946,00 \u20ac. , der Abt erhielt j\u00e4hrlich 8000 fl. das sind etwa 2.372.620,00 \u20ac<\/p>\n<p>Salem war nicht gewaltsam zerschlagen worden. Alles war vertraglich geregelt&nbsp; und alle Konventsmitglieder erhielten ihre Pensionen.<\/p>\n<p>Die meisten Konventsmitglieder verlie\u00dfen das Kloster. Viele lie\u00dfen sich als Geistliche in den umliegenden Ortschaften nieder.<\/p>\n<p>Bernhard Boll, der in der letzten Wahl Abt Kaspar unterlegen war, wurde zun\u00e4chst Professor&nbsp; f\u00fcr Philosophie&nbsp; an der Universit\u00e4t Freiburg. 1810 wurde er dort Dekan.<\/p>\n<p>Am 7. Juni 1827 wurde er zum ersten Erzbischof von Freiburg (bis 1836) bestellt, was Papst Leo XII. (1823-1829) am 27.Juni 1827 best\u00e4tigte.<\/p>\n<p>Dem&nbsp; letzte Abt Kaspar \u00fcberlie\u00dfen die Markgrafen von Baden das Schloss Kirchberg am Bodensee zur Wohnung.<\/p>\n<p>Dort lebte er als wohlt\u00e4tiger Menschen freund und Vater der Armen.<\/p>\n<p>Er verstarb am Kaspar am 21. Juni 1820 in Kirchberg .<\/p>\n<p>Zum Zeitpunkt der Aufhebung hatte Salem enorme j\u00e4hrliche Eink\u00fcnfte und besa\u00df Verm\u00f6genswerte von rund drei Millionen Gulden, darunter 330 Quadratkilometer Land mit etwa 6000 Einwohnern. Dazu geh\u00f6rten unter anderem die Ober\u00e4mter Salem, Ostrach und Schemmerberg, die Obervogtei\u00e4mter Stetten am kalten Markt und die M\u00fcnchh\u00f6fe sowie die Pfleg\u00e4mter Ehingen und Unterelchingen.<\/p>\n<p>Die Klosterbibliothek wurde gr\u00f6\u00dftenteils an die Universit\u00e4t Heidelberg verkauft.<\/p>\n<p>Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und des Gro\u00dfherzogtums Baden verblieb Schloss Salem als Privatbesitz bei der Familie von Baden. 1919 richtete der entmachtete Reichskanzler&nbsp; Max von Baden(1867-1929)&nbsp; im Schloss seinen st\u00e4ndigen Wohnsitz ein. Das Schloss diente nun den Nachkommen der Gro\u00dfherz\u00f6ge von Baden als \u201eExilwohnung\u201c im ehemals eigenen Land. Auch heute wird ein Teil des ehemaligen Abteigeb\u00e4udes als Wohnraum genutzt.<\/p>\n<p>Prinz Max lud 1920 den P\u00e4dagogen Kurt Hahn (1866-1974) zur Gr\u00fcndung einer Reformschule ein, die auch heute zu den renommiertesten Privatschulen des Landes z\u00e4hlt,<\/p>\n<p>mit einer ganzen Reihe&nbsp; sehr bekannter Sch\u00fcler z. B. Prince Philipp, Duke of Edinburg, den Gemahl von K\u00f6nigin Elisabeth, u nur einen zu nennen. . Dieser besuchte die Schule Salem ab 1933 f\u00fcr zwei Jahrg\u00e4nge.<\/p>\n<p>Am 3. November 2008 einigte er sich mit Ministerpr\u00e4sident G\u00fcnter Orttinger (2005-2010) dass das Land Baden-W\u00fcrttemberg das Schloss Salem und die dazugeh\u00f6rige Kunstsammlung f\u00fcr 57 Millionen Euro \u00fcbernehmen werde. Davon entfallen 25 Millionen Euro auf Schloss Salem und 17 Millionen auf Kunstsch\u00e4tze des Hauses Baden. Weitere 15 Millionen Euro will das Land bezahlen, damit die Adelsfamilie auf ihre Besitzanspr\u00fcche auf die umstrittene Z\u00e4hringer Stiftung verzichtet.<sup><\/sup><sup><\/sup><sup><\/sup> Am 6. April 2009 wurde der Verkauf besiegelt.<sup><\/sup><sup><\/sup><sup><\/sup> <\/p>\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"Thumb\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/0\/0b\/Salem_1804.jpg\/640px-Salem_1804.jpg\" width=\"640\" height=\"419\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berthold II. 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