{"id":3301,"date":"2024-02-29T16:27:32","date_gmt":"2024-02-29T16:27:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=3301"},"modified":"2025-01-07T09:30:01","modified_gmt":"2025-01-07T09:30:01","slug":"abtei-neresheim","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=3301","title":{"rendered":"Abtei Neresheim"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <img decoding=\"async\" alt=\"Ansicht von etwa 1875\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/6\/6f\/Neresheim_Lithographie.jpg\"><\/p>\n<p>Noch im 17. Jahrhundert wurde angenommen, das Kloster Neresheim sei im Jahr 777 von dem Bayernherzog Tassilo III. (* um 741&nbsp; + um 796) gegr\u00fcndet worden und bei den Ungarneinf\u00e4llen&nbsp; (zwischen 899 und 955) zerst\u00f6rt worden. Graf Hartmann I. von Dillingen ((\u2020 16. April 1121)<\/p>\n<p>1095 wieder aufgebaut worden. So berichtet es auch die Topographia suevia (Merian, Frankfurt am Main 1643, S. 138. ) auf Seite 138.Nach heutigen Erkenntnissen ist das nicht mehr haltbar.<\/p>\n<p>Graf Hartmann I. von Dillingen ist um 1040 geboren und war der einzige Sohn des Grafen Huchald III. von Dillingen und der Adelheid von Gerhausen und geh\u00f6rte hochadeligen schw\u00e4bischen Sippe der Hupaldinger an.<\/p>\n<p>Hartmann war ein entschiedene Gegner Kaiser Heinrichs IV. (1056-1106). Er geh\u00f6rte der F\u00fcrstenopposition an. Er hatte gro\u00dfe Besitzungen im Donauraum. Um 1070 heiratete er Adelheid von Winterthur, die Tochter des Grafen Adalbert v. Winterthur-Kyburg.<\/p>\n<p>Das brachte Hartmann das Grafenamt im Thurgau ein und mehrte seinen Besitz um ein betr\u00e4chtliches Erbe in der Nordschweiz.<\/p>\n<p>Die beiden stifteten 1095 das Kloster Neresheim. Papst Urban II. (1088-1099)best\u00e4tigt die Stiftung der (Kirche) in Neresheim und deren \u00dcbergabe an den heiligen Stuhl.(WUB Bd I, Nr. 246 S. 304) Auch <strong>Hermann<\/strong> 1096-1133 &#8211; RIplus Regg. B Augsburg 1 n. 455<\/p>\n<p>In den Regesten ist auch die freie Abtswahl best\u00e4tigt sowie die Bestimmungen \u00fcber die Vogtei; Altar- und Kirchenweihen usw.<\/p>\n<p>Papst Honorius II. (1124-1130) best\u00e4tigte diese Urkunde am 27. November 1125. ( WUB Band III., Nr. N5, Seite 465)<\/p>\n<p>Die Stifter lie\u00dfen sich das Vogtrecht f\u00fcr sich und ihre Nachkommen&nbsp; sowie die Wahl der Pr\u00f6pste best\u00e4tigen. Regulierte Chorherren waren nach Nereshem gerufen worden, woher isst nicht bekannt. Sie verlie\u00dfen das H\u00e4rtsfeld 1096 schon wieder.<\/p>\n<p>Kloster Neresheim wurde in eine Benediktinerabtei umgewandelt. Deshalb bat Graf Hartmann1106&nbsp; den aus seiner Abtei Petershausen vertriebenen Abt&nbsp; Theoderich , der mit dem Aufbau von Kloster Kastl besch\u00e4ftigt war, M\u00f6nche nach Neresheim zu entsenden. <\/p>\n<p>Diese brachten die Observanz von Kloster Hirsau nach Neresheim.<\/p>\n<p>Als erster Abt wird in der Biographia Benedictina&nbsp; Ernst v.Dillingen 1095\u20131096 gef\u00fchrt. Auf ihn folgen dort Hugo v.Eberstein (?\u20131101 ) und Dietrich I. v.Grosslingen (1101\u20131118). Er war als Abt von Kloster Zwiefalten postuliert worden und starb 1118 . Heinrich I. v.Berriedten (1119\u20131125 ) war Prior in Zwiefalten, vor er Abt in Neresheim wurde.Unter ihm wurde die erste Klosterkirche von Neresheim geweiht, eine romanische Basilika. Aus einer fr\u00fcheren Ehe von Abt Heinrich stammte&nbsp; Pilgrim v.Berriedten (1125\u20131137), der vor seinem Abbatiat in Neresheim M\u00f6nch in Zwiefalten war.<\/p>\n<p>Auf einer um 1729 gefertigten Druckplatte. von Johann Georg Bergm\u00fcller (1688-1762), die wohl f\u00fcr Kloster Neresheim angefertigt wurde, ist sowohl der Gr\u00fcnder von Kloster Neresheim Hartmann I. als auch dessen 1. Abt Ernst dargestellt.<\/p>\n<p>Ernst war der Bruder von Hartmann I.<\/p>\n<p>Trotz reichhaltiger Ausstattung durch seinen Stifter kam das Kloster nicht so richtig in die G\u00e4nge. Hartmann bat deshalb seinen Sohn Ulrich I. von Kyburg-Dillingen, der von 1111-1127 Bischof in Konstanz war, aus der Hirsauer Tochtergr\u00fcndung Zwiefalten <\/p>\n<p>nochmals M\u00f6nche nach Neresheim zu entsenden.<\/p>\n<p>Nach dem Tod seiner Gemahlin Adelheid am 03.01. 1118 trat Graf Hartmann als Konverse&nbsp; in sein Kloster ein. Er starb 1134. Beide wurden in Neresheim bestattet, wo sie bis heute noch in den Stifterdenkmalen ruhen.<\/p>\n<p>Die Schwierigkeiten, die Kloster Neresheim am Anfang hatte, lag auch daran, dass das Kloster dreimal einen gro\u00dfen Schaden durch Br\u00e4nde erlitt.&nbsp; (Anselm Lang, Kurze Geschichte des ehemaligen Klosters und Reichsstiftes, N\u00f6rdlingen 1839, S.13)<\/p>\n<p>Um 1135 lebte in Zwiefalten der M\u00f6nch Ortlieb. Er begann 1135 die Zwiefaltener Klosterchronik zu verfassen, das Chronikon Zwifaltense. Er beschreibt die Geschichte Klosters Zwiefalten von seiner Gr\u00fcndung 1089 bis zum Jahr 1109.<\/p>\n<p>1137 wurde er vom Zwiefaltener Abt Ulrich I. (1095-1139) ins Kloster Neresheim geschickt. Berthold I (Abt in Zwiefalten von 1139\u20131141), der selbst eine Chronik von Zwiefalte schrieb, erg\u00e4nzte Ortliebs Chronikon mit Anmerkungen.<\/p>\n<p>Ortlieb war Abt in Kloster Neresheim von 1141-1164. Er scheint nicht nur ein guter Chronist gewesen zu sein sondern bew\u00e4hrte sich bald als Abt. Die Zahl der M\u00f6nche stieg auf etwa 25-30.<\/p>\n<p>Auch ein Frauenkloster bestand in Neresheim unter dem Patrozinium des Heiligen&nbsp; Apostels Andreas stehendes Frauenkloster, das n\u00f6rdlich der den heiligen Ulrich und Afra&nbsp; geweihten Abteikirche lag.<\/p>\n<p>1152 erhielt Abt Ortlieb eine gr\u00f6\u00dfere Schenkung von Ehrenfried, ein Dienstmann des Grafen Albert von Dillingen, sich, nachdem er zuvor schon G\u00fcter, insbesondere in Mittelheim, an das Kloster \u00fcberlassen, mit seiner Gemahlin Beatrix und allem Besitz <\/p>\n<p>in dasselbe begeben und einen Jahrtag f\u00fcr sich und seine Gemahlin daselbst gestiftet habe. WUB Band V., Nr. N12, Seite 381-382.<\/p>\n<p>Am 27. November 1152 erhielt das Kloster von Papst Eugen III. (1145-1153) eine Schutzurkunde.Papst Eugen III. nimmt das Kloster Neresheim mit dessen Besitzungen im Ganzen und an besonders genannten Orten in seinen Schutz und verleiht demselben viele andere Beg\u00fcnstigungen<em>. <\/em><\/p>\n<p>WUB Band II., Nr. 341, Seite 67-68 Am selben Tag wird eine gleiche Bulle \u00fcber die Schutzurkunde ausgestellt. WUB Band III., Nr. N13, Seite 474.<\/p>\n<p>Abt Ortlieb erhielt eine weitere p\u00e4pstliche Urkunde am 14. M\u00e4rz 1160 von Papst Alexander III. (1159-1181), in der dieser den Klosterbesitz best\u00e4tigte.<\/p>\n<p>Papst Alexander III. best\u00e4tigt dem Abt und Kapitel des heiligen Ulrichs in Neresheim den Besitz der Kirche in Harthausen mit zwei Dritteilen des Zehenten und allen \u00fcbrigen Zugeh\u00f6rungen. WUB Band II., Nr. 371, Seite 129<\/p>\n<p>Auf Abt Ortlieb folgte Abt Heinrich II- (1166-1199). Er war der erste Abt, der seine Profess in Neresheim abgelegt hatte. Auf ihn folgte Abt Degenhard 1199\u20131219 .Sein Nachfolger Godebald v.Ehingen 1219\u20131249 wurde 1247 zum Abt von Ellwangen gew\u00e4hlt wohl bis 1249<\/p>\n<p>blieb aber auch Abt in Neresheim.&nbsp; Auf einer F\u00fcr Erzbischof Siegfries III. von Mainz (1230-1240) von Papst Innozenz IV seine Abtei in Neresheim so lange zu behalten, bis er die Propstei Ellwangen in Besitz genommen harre RI Sigfrid III. (1230-1249) &#8211; RIplus Regg. EB Mainz 2 [n. 1855]<\/p>\n<p>Unter Abt Heinrich II. erhielt Kloster Neresheim auch eine beachtliche Geldschenkung. Ein Kaufmann Ludwig aus Bopfingen schenkte dem Kloster 100 Talente Silber und es wurde bestimmt, wie diese zum Nutzen des Klosters benutzt werden. 1 Talent entsprach zu dieser Zeit einem Rechnungspfund von 240 Pfennigen Silber, was einem heutigen Wert von etwa 27.236,00 \u20ac entspricht. Wenn man bedenkt, dass die Kaufkraft damals wesentlich h\u00f6her war, konnte man mit dieser Schenkung durchaus etwas anfangen.WUB&nbsp; Band V., Nr. N16, Seite 385-386<\/p>\n<p>In der Mitte des 13. Jahrhunderts wurde Kloster Neresheim in die Wirren der Herrschaft Kaiser Friedrichs II (1212-1250 hinein gezogen. 1227 wurde er von Papst Gregor VII.(1227-1241) exkommuniziert.<\/p>\n<p>Konrad IV. (+ 1254)der Sohn Kaiser Friedrichs II.regierte als K\u00f6nig in Deutschland.Zwischen 1246 und 1249 k\u00e4mpfte Konrad gegen die Gegenk\u00f6nige Heinrich Raspe (1246-1247) und Wilhelm von Holland (1248-1254)<\/p>\n<p>Konrad wurde unterst\u00fctzt von dem Markgrafen Heinrich II. von Burgau (1242-1292). Er war einer der treuesten Weggef\u00e4hrten von Konrad. In den Annalen von Kloster Neresheim wird er unter den \u201cKlosterbrennern\/Sch\u00e4digern\u201d genannt.<\/p>\n<p>Neresheim wurde von den beiden zwei mal in Brand gesteckt und einmal alles, was dem Kloster und den p\u00e4pstlich gesinnten Grafen von Dillingen Hartmann und Albert geh\u00f6rte, zerst\u00f6rt.(Lang S. 14)Der Brand wird auch in einer Urkunde von 1245 erw\u00e4hnt<\/p>\n<p>RI Conrad IV. &#8211; RI V,1,2 n. 4510e&nbsp; Verbrennung des Kloster Neresheim s\u00fcdwestlich von N\u00f6rdlingen.<\/p>\n<p>Graf Albert, der auch Schutzvogt des Klosters war sah sich 1250 gen\u00f6tigt, das Kloster mit Schanzen und W\u00e4llen zu umgeben und darin ein festes Schloss zu errichten.<\/p>\n<p>Graf Albert verstarb 1257, ohne Erben zu hinterlassen. 1 Jahr sp\u00e4ter sp\u00e4ter starb Alberts Vater Hartmann der \u00c4ltere. Dessen weiterer noch lebender Sohn Hartmann von Dillingen (1248-1286).<\/p>\n<p>Damit hatte Kloster Neresheim seine Schutzv\u00f6gte verloren.<\/p>\n<p>Zwar konnte die Abtei gem\u00e4\u00df der Bullen von Papst Urban und Papst Honorius ihren Vogt selbst bestimmen.In dieser Zeit war Rugger (1249\u20131257) Abt. Auf ihn folgte Abt&nbsp; Ulrich I. v.Ehingen (1257\u20131261 ) Dieser wurde&nbsp; aber von seinem Nachfolger Walter I. (1261\u20131262)<\/p>\n<p>gewaltsam aus dem Amt verdr\u00e4ngt. Nach dem Tod Walters sollte Ulrich das Amt wieder \u00fcbernehmen, schlug dies aber aus.<\/p>\n<p>Die erste K\u00f6nigsurkunde f\u00fcr Kloster Neresheim gibt es erst 1232 durch K\u00f6nig Heinrich VII. (1221-1225), was sicher damit zusammenh\u00e4ngt, dass durch die Br\u00e4nde in Neresheim viele Urkunden verloren gingen.<\/p>\n<p>Am 25. Dezember 1232 lie\u00df er das von einem seiner Dienstmannen erkaufte Gut Ziertheim an die Kirche Neresheim weitergeben. In der folgenden Urkunde best\u00e4tigte er diese Schenkung. WUB Band III., Nr. 817, Seite 312-313 und Band IV., Nr. N118, Seite 415<\/p>\n<p>1258 ri\u00df Graf Ludwig III. von \u00d6tttingen (um 1200-1279) die Vogtei von&nbsp; Neresheim an sich, zu mal das Hochstift Augsburg bei den Grafen von Augsburg stark verschuldet war. Nach Lang (S. 14) ins Kloster Neresheim ein und nahm, es mit allem, was dazu geh\u00f6rte in Besitz.<\/p>\n<p>Augsburg und Neresheim konnten w\u00e4hrend 5 Jahren den Streit auch kriegerisch nicht kl\u00e4ren. 1263 f\u00e4llte Albert der Gro\u00dfe (um 1200-1280) in der Benediktinerabtei Hl. Kreuz in Donauw\u00f6rth&nbsp; einen Schiedsspruch. Die Vogtei \u00fcber das Kloster Neresheim sollte den Grafen<\/p>\n<p>von Oettingen geh\u00f6ren , bis Augsburg seine Schulden bezahlt habe.Es l\u00f6ste das Problem aber nicht. Neresheim gab seinen Anspruch auf Freiheit und Unabh\u00e4ngigkeit nie auf. Es folgten immer wieder Prozesse. Erst 1764 kl\u00e4rte ein <\/p>\n<p>Urteil des Reichskammergerichts die Sache endg\u00fcltig. Neresheim l\u00f6ste sich jetzt erst von der Abh\u00e4ngigkeit vom Hause \u00d6ttingen und wurde ein freies und unmittelbares Reichsstift. <\/p>\n<p>Nach Walters Tod war die Abtwahl streitig. Aus einem anderen Kloster wurde ein Abt postuliert. Dietrich II. wurde zum Abt (1262-1287) gew\u00e4hlt. Er hatte das Amt 25 Jahre inne und legte es 1287 nieder.<\/p>\n<p><font size=\"3\">Aus seiner Amtszeit gibt es eine Urkunde vom 13. Dezember 1278, die f\u00fcr die Geschichte von Neresheim&nbsp; unwesentlich ist, aber etwas \u00fcber die Beziehungen von Kl\u00f6stern untereinander illustriert.<\/font><\/p>\n<h5><font size=\"3\">WUB Band VIII., Nr. 2839, Seite 146 \u201cAbt Dietrich und Konvent von Neresheim verpf\u00e4nden dem Abt Trautwein und Konvent von Kaisheim eine Handschrift des Josephus um die Summe von 8 Pfund Heller.\u201d Abt Dietrich verpf\u00e4ndete Abt Trautwein ( 1266\u20131287) vom Kloster Kaisheim eine Handschrift. Die Kl\u00f6ster standen also durchaus in kulturellem Austausch miteinander. Flavius Josephus war schon bei den Kirchenv\u00e4tern sehr beliebt und z\u00e4hlte noch \u00fcber das Mittelalter hinaus zu den am meisten gelesenen Geschichtsb\u00fcchern der Antike.<\/font><\/h5>\n<p><font size=\"3\">Die Verpf\u00e4ndung war vielleicht so etwas wie eine Leihgeb\u00fchr und war Abt Trautwein&nbsp; nach heutiger W\u00e4hrung immerhin ungef\u00e4hr 1.708,00 \u20ac. wert.<\/font><\/p>\n<h5><\/h5>\n<h5><font size=\"3\">Vom 23.Mai 1282 gibt es eine weitere Urkunde von Dietrich. \u201c Abt Dietrich und Konvent von Neresheim \u00fcberlassen dem Kloster S\u00f6flingen Harthausen mit dem Zehnten und dem Kirchensatz.\u201d WUB Band VIII., Nr. 3149, Seite 349-350<\/font><\/h5>\n<p>Kloster S\u00f6flingen war ein ein 1239 gegr\u00fcndetes Klarissenstift in dem heutigen Ortsteil von Ulm.<\/p>\n<p>Bei der Urkunde von Bischof Wolfhard regierte bereits Abt Friedrich v.Zipplingen 1287\u20131308. Er folgte nach dem R\u00fccktritt von Abt Dietrich. Er war ein Edler von Zipplingrm und Cellerarius in Kloster Ellwangen. Von dort wurde er zum Abt von Kloster Neresheim berufen.<\/p>\n<p>Schon unter seinen Vorg\u00e4ngern hatten Streitigkeiten und Parteiungen zu Konflikten gef\u00fchrt. Die Zahl der M\u00f6nche ab. Die Disziplin lie\u00df nach. Auch die Klosterordnung den Besitz betreffend wurde immer weniger eingehalten. Es gab viele Konventuale mit Privatbesitz.<\/p>\n<p>Abt Friedrich war in die inneren Zwistigkeiten von Neresheim nicht verwickelt<\/p>\n<p>Er starb 1308. In seine Regierungszeit fallen mehrere&nbsp; Papsturkunden, alle von Papst Bonifatius VIII. (1294-1303) ausgestellt.Auch die 2. K\u00f6nigsurkunde f\u00fcr Neresheim, n\u00e4mlich von&nbsp; Adolf von Nassau (1292-1298) wird in seiner Regierungszeit ausgestellt.<\/p>\n<h5><font size=\"3\">Bischof Wolfhard von Augsburg beurkundet und best\u00e4tigt die Abmachung des Klosters Neresheim mit Georg von Eselsburg wegen der Fischenz zwischen Wittislingen und Ziertheim.<\/font><\/h5>\n<h5><font size=\"3\">Band X., Nr. 4287, Seite 74 Dillingen, 1292. Oktober 13. Es ging um Fischrechte im heutigen Landkreis Dillingen. Bischof Wolfhard regierte von 1288-1302<\/font><\/h5>\n<p><font size=\"3\">Prior Jakob und Konvent von Ochsenhausen verkaufen an Kloster Neresheim ihre G\u00fcter in Demmingen. Band X., Nr. 4758, Seite 418-419 Ohne Ortsangabe, 1295. November 18.<\/font><\/p>\n<h5><font size=\"3\"><\/font><\/h5>\n<p><font size=\"3\">Als Verk\u00e4ufer wird ein Prior Jakob genannt. Allerdings f\u00fchren wikipedia und wikiwand&nbsp; f\u00fcr diese Zeit nur einen Prior Reiner. Der erste Abt in Ochsenhausen war Nikolaus Faber, 1392 zum Abt gew\u00e4hlt, bis 1422.<\/font><\/p>\n<p><font size=\"3\">Demmingen ist heute ein Ortsteil von Dischingen auf dem H\u00e4rtsfeld.<\/font><\/p>\n<p><font size=\"3\">Papst Bonifatius VIII. best\u00e4tigt dem Kloster Neresheim alle seine Privilegien und Freiheiten. Band X., Nr. 4790, Seite 439 Rom, 1296. Januar 18. Die Urkunde wurde am 18. Januar 1296 in Rom ausgestellt.<\/font><\/p>\n<p><font size=\"3\">Einen Monat sp\u00e4ter erfolgt noch einmal eine Best\u00e4tigung<strong>.<\/strong>Rom, 1297. Januar 18<strong>. <\/strong>Band XI., Nr. 4959, Seite 13<br \/>Papst Bonifatius VIII. best\u00e4tigt dem Kloster Neresheim alle p\u00e4pstlichen, k\u00f6niglichen und sonstigen Privilegien und Freiheiten.<\/font><\/p>\n<p><font size=\"3\">Papst Bonifatius VIII. best\u00e4tigt dem Kloster Neresheim alle p\u00e4pstlichen, k\u00f6niglichen und sonstigen Privilegien und Freiheiten<em>.<\/em>&nbsp; Orvieto, 1297. Oktober 7<strong>.<\/strong>Band XI., Nr. 5050, Seite 80<\/font><\/p>\n<p><font size=\"3\">Diese Best\u00e4tigung folgte ein halbes Jahr sp\u00e4ter.<\/font><\/p>\n<p><font size=\"3\">Am 7. Oktober 1297 best\u00e4tigte Papst Bonifatius den Kauf der Vogteirechte in Neresheim. durch den Grafen von \u00d6ttingen. Aber 1258 hatte er diese ja schon mit Gewalt in Besitz genommen.<br \/>Papst Bonifatius VIII. best\u00e4tigt den Kauf, wodurch das Kloster Neresheim von Graf Ludwig von \u00d6ttingen f\u00fcr eine bestimmte Summe seine Besitzungen und Vogteirechte in Kuchen, Auernheim, Neresheim, Ohmenheim, Hagenbuch und Braitenbuch samt dem Wald Wecenloch erworben hat<\/font><\/p>\n<p><font size=\"3\">Orvieto, 1297. Oktober 7.<br \/>Band XI., Nr. 5050, Seite 80<\/font>  <\/p>\n<p><font size=\"3\">Rom, 1297. April 22<strong>.<\/strong><br \/>Band XI., Nr. 5005, Seite 43-44<br \/>Papst Bonifatius VIII. best\u00e4tigt dem Abt und Konvent von Neresheim auf ihre Bitten die Erwerbung des Dorfes Ummenheim<\/font>  <\/p>\n<p><font size=\"3\">Rom, 1298. Januar 13.<br \/>Band XI., Nr. 5093, Seite 109-111<br \/>Papst Bonifatius VIII. best\u00e4tigt dem Kloster Neresheim seine Besitzungen und seine Ordensprivilegien.<\/font><\/p>\n<p><font size=\"3\">Mit diesen Papsturkunden enden die im W\u00fcrttembergischen Urkundenbuch aufgef\u00fchrten Papsturkunden.<\/font><\/p>\n<p><font size=\"3\">Ohne Ortsangabe, 1299. Januar 13.<br \/>Band XI., Nr. 5215, Seite 199-200<br \/>Abt Friedrich und Konvent von Neresheim vertauschen G\u00fcter ihres Klosters in Fremdingen gegen ellwangische G\u00fcter in Kuchen.<\/font><\/p>\n<p><font size=\"3\">Im Januar 1299 kam es zu einem G\u00fctertausch zwischen Kloster Ellwangen und Neresheim<\/font><\/p>\n<p><font size=\"3\">Augsburg, 1300. Juli 29.<br \/>Band XI., Nr. 5507, Seite 421<br \/>Abt und Konvent von Neresheim schenken dem Domkapitel zu Augsburg ihre Kirchen in Ballmertshofen und Gro\u00dfkuchen. <\/font><\/p>\n<p><font size=\"3\">Bischof in Augsburg war zu dieser Zeit Wolfhard v. Roth (1288 \u2013 1302) Am 13.August 1332 best<\/font><font size=\"3\">\u00e4tigte der&nbsp; Augsburger Bischof <\/font>Ulrich II. von Sch\u00f6negg (1331 \u20131337 ) die Schenkung. Staatsarchiv Ludwigsburg B 479 U 2<\/p>\n<p><font size=\"3\">Die K\u00f6nigsurkunde Adolfs von Nassau wurde am 21. Oktober 1294 ausgestellt. RI Adolf &#8211; RI VI,2 n. 457 Mit dieser Urkunde erteilte Adolf dem Kloster die Erlaubnis,<\/font><\/p>\n<p><font size=\"3\">reichslehenbare G\u00fcter, die man nur mit Genehmigung des K\u00f6nigs ver\u00e4u\u00dfern d\u00fcrfe, bis zum j\u00e4hrlichen Ertrag von 50 Mark Silber (heute etwa 13.618,00 \u20ac)&nbsp; in der Weise zu erwerben, da\u00df diese G\u00fcter ohne Einholung seiner Einwilligung blo\u00df auf Grund der zwischen dem Kloster und den Reichslehentr\u00e4gern zustande gekommenen Ver\u00e4u\u00dferungsabmachungen sofort in den Besitz dieses Stiftes \u00fcbergingen. <\/font><\/p>\n<p><font size=\"3\">Abt Friedrich verstarb 1308. Auf ihn folgte Abt Heinrich III. v.Merkingen (1308\u20131329) Er stammte aus der Familie der Herren von Merkingen, heute Dofmerkingen. Sein Regierungsantritt viel mit einer Familienfehde der Grafen von \u00d6ttingen zusammen, die auch das Kloster und das gesamte H\u00e4rtsfeld in Mitleidenschaft zog. Er machte einen wichtigen Erwerb, n\u00e4mlich die H\u00e4lft von Elchingen f\u00fcr 1200 Pfund.<\/font><\/p>\n<p><font size=\"3\">Kloster Neresheim scheint auch in seiner Regierungszeit Schwierigkeiten zu bestehen gehabt haben, denn am 26. M\u00e4rz 1317 beauftragte Papst Johannes XXII. (1315-1334)<\/font><\/p>\n<p>den Abt von Adelberg, f\u00fcr die R\u00fcckgabe der dem <b>Kloster<\/b> <b>Neresheim<\/b> entzogenen G\u00fcter zu sorgen. Staatsarchiv Ludwigsburg B 479 B\u00fc 1<\/p>\n<p><font size=\"3\">Auf Heinrich folgte Abt Koloman, der 1329 erw\u00e4hlt wurde, aber schon im September 1329 verstarb.<\/font><\/p>\n<p><font size=\"3\">Sein Nachfolger wurde Abt Ulrich II. v.H\u00f6chst\u00e4tten (1329\u20131349)<\/font><\/p>\n<p><font size=\"3\">Schon um 1250 waren die Klostergeb\u00e4ude restauriert worden Das reichte aber nicht mehr aus. Abt Ulrich lie\u00df 1331 ein neues Dormitorium errichten und 1333 einen neuen Kreuzgang bauen.<\/font><\/p>\n<p><font size=\"3\">Am 4. September 1332 schenkte Abt Ulrich und der Konvent von Neresheim dem Domkapitel von Augsburg die Kirche von Klein-Kuchen und das Patronatsrecht dar\u00fcber, heute ein Ortsteil von Heidenheim. <\/font>B 479 U 3<\/p>\n<p>Abt Ulrich verstarb 1349 wahrscheinlich an der damals herrschenden Pest.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Abt Walter II. v.Bopfingen (1349\u20131368). Er geriet in eine Fehde mit den Grafen von \u00d6ttingen. Er wurde 1353 gefangengesetzt und \u00fcbel behandelt.Der Konvent wurde verjagt und das Kloster beraubt.<\/p>\n<p>Das Kloster geriet in Not und musste Verk\u00e4ufe t\u00e4tigen. Man scheint aber einen Modus vivendi gefunden haben.<\/p>\n<p>Am 17. Juni 1367 stellte Kaiser Karl IV. (1346 bis 1355 dann Kaiser bis 1378) Abt Walter und Graf Ludwig VIII von \u00d6ttingen (1302-1378) eine Urkunde aus, mit der der Kaiser den Beiden erlaubte, auf einem Klostergut ein Bergwerk zu errichten und dort nach Erz zu suchen.<\/p>\n<p>RI Karl IV. &#8211; RI VIII n. 4535 Allerdings scheint dieses Vorhaben nicht von Erfolg gekr\u00f6nt worden zu sein.<\/p>\n<p>Abt Walter verstarb 1368.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Abt Konrad (1368\u20131372) Er resignierte 1372, verstarb aber kurz nach seiner Resignation.<\/p>\n<p>Am 29. M\u00e4rz 1379 verlieh Kaiser Karl IV.&nbsp; Graf Ludwig VIII von \u00d6ttingen&nbsp; die Vogtei \u00fcber Kloster Neresheim, die ja Graf Ludwig III. 1258 mit Gewalt an sich gerissen hatte.<\/p>\n<p>Dieser hatte sie an Graf Ludwig, den Enkel seines verstorbenen Bruders weiter verkauft. RI Karl IV. &#8211; [RIplus] Regg. Karl IV. (Diplome) [n. 7538] <\/p>\n<p>Nachfolger von Abt Konrad wurde Abt Wolfhard v.Steinheim&nbsp; (1372\u20131380). Der Schenk Andreas von Wittislingen , das ist ein Dorf&nbsp; am S\u00fcdrand der Schw\u00e4bischen Alb, hatte eine Fehde mit Kloster Neresheim.<\/p>\n<p>1372 brannte das Dormitorium ab. Schenk Andreas nahm Abt Wolfhard gefangen und behandelte ihn \u00fcbel. Auch die D\u00f6rfer Gro\u00df-und Kleinkuchen wurden nieder gebrannt. Die Grafen von \u00d6ttingen kamen dieses Mal aber ihrer Aufgabe als Schutzv\u00f6gte nach und lie\u00dfen 1375 Schenk Andreas<\/p>\n<p>enthaupten. Abt Wolfhard starb 1380.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger Abt Nikolaus v.Elchingen (1380\u20131405) wurde zwar kanonisch gew\u00e4hlt.Aber Wilhelm bem\u00e4chtigte sich unterst\u00fctzt von der Partei der&nbsp; Grafen von \u00d6ttingen sich der Abtsw\u00fcrde. Es begann ein heftiger Machtkampf, obwohl Papst Urban VI. (1378-1389)<\/p>\n<p>1386 die Wahl von Abt Nikolaus best\u00e4tigt hatte. Erst nachdem K\u00f6nig Wenzel (1376-1400) Wilhelm durch einen Spruch vertrieb, k\u00e4mpfte er noch zwei Jahre weiter und verstarb 1394. Das Kloster brannte im Laufe der Auseinandersetzungen v\u00f6llig ab.<\/p>\n<p>Erst 1392 war Nikolaus in den Besitz der \u00e4btlichen W\u00fcrde gelangt. Er verstarb 1405.<\/p>\n<p>In diesem Jahr brannte das St\u00e4dtchen Neresheim v\u00f6llig ab. 30 Personen kamen bei dem Brand ums Leben.<\/p>\n<p>Nachfolger von Abt Nikolaus wurde Abt Ulrich III. v.Roden(1405\u20131423 Er stammte aus der ritterlichen Familie von Hohenroden<\/p>\n<p>Er resignierte 1423 und verstarb im selben Jahr.<\/p>\n<p>Aus dem Anfang seiner Regierungszeit stammt folgende Urkunde \u201c<font size=\"3\">Abt Ulrich und der Konvent des Klosters Neresheim geloben den Grafen Ludwig XI. der \u201cHofmeister (1371-1440) und Friedrich III. Die Urkunde wurde am von Oettingen (1371-1423)&nbsp; Treue und Gehorsam.<br \/>Die Urkunde wurde am 14. Oktober 1405 ausgestellt. Staatsarchiv Ludwigsburg <\/font>B 479 B\u00fc 1<\/p>\n<p>Er ordnete die Verh\u00e4ltnisse in Neresheim wieder und t\u00e4tigte auch einige Erwerbungen.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Abt Heinrich IV. v.Stain (1423\u20131446). Er stammte aus der schw\u00e4bischen Familie von Diemantstein.<\/p>\n<p>Seine Gelehrsamkeit wurde ger\u00fchmt.<\/p>\n<p>Er vertrug sich mit den Grafen von Helfenstein \u00fcber Rechte in Aufhausen an der Brenz, heute ein Stadtteil von Heidenheim, mit Kloster Ellwangen \u00fcber G\u00fcter auf dem H\u00e4rtsfeld.<\/p>\n<p>Der Hochstatter Hof bei Dichingen ist seit 1298 als Neresheimer Besitz belegt. Dort kaufte Abt Heinrich noch vorhandenes Privateigentum auf. (alles auf Seite 379 in Beschreibung des Oberamts Neresheim, Stuttgart 1872, S. 378)<\/p>\n<p>Abt Heinrich verstarb 1446<\/p>\n<p>Sein&nbsp; Nachfolger wurde Abt Rudolf J\u00e4ger (1446\u20131465). Er war der 2.Abt nichtadeliger Abkunft in Neresheim.<\/p>\n<p>In seine Regierungszeit fiel der S\u00fcddeutsche St\u00e4dtekrieg von 1449-1450. Es war der H\u00f6hepunkt der Auseinandersetzungen zwischen F\u00fcrsten und Reichsst\u00e4dten. Hintergrund der Auseinandersetzungen waren Streitigkeiten des Markgrafen Albrecht &#8222;Achilles&#8220; von Brandenburg-Ansbach (1440-1486) mit der Reichsstadt N\u00fcrnberg. Im St\u00e4dtebund waren 31 St\u00e4dte zusammengeschlossen. Markgraf Albrecht zog 1449 \u00fcber Neresheim und Bopfingen.<\/p>\n<p>Das n\u00e4chste kriegerische Ereignis f\u00fcr Neresheim folgte nur kurz sp\u00e4ter. Herzog Ludwig IX.von Bayern (1450 bis 1479) besetzte im Bayrischen Krieg (!456-1462) 1462 Kloster Neresheim, musste sich aber bald wieder zur\u00fcckziehen.<\/p>\n<p>Abt Rudolf verstarb 1465. <\/p>\n<p>Auf ihn folgte Abt Georg I. v.Nenningen (1465\u20131476) Er erwarb Abl\u00e4sse f\u00fcr seine Klosterkirche Er verstarb 1476. Er erbaute die neue Stadtpfarrkirche innerhalb von Neresheim.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Abt Eberhard v.Emertshoven (1476\u20131494)<\/p>\n<p>Er wird ger\u00fchmt wegen seiner Klugheit in Gesch\u00e4ften, seiner Gelehrsamkeit, seiner Mildt\u00e4tigkeit und seiner Fr\u00f6mmigkeit. Mit den Grafen von \u00d6ttingen lebte er in gutem Einvernehmen.<\/p>\n<p>In seiner Regierungszeit war die \u00d6ttingische Fehde. Das war&nbsp; eine Auseinandersetzung mit Herzog Georg dem Reichen von Bayern (1479-1503) Wegen Verletzung seines Territoriums hatte er 1485 ein starkes Heer vor N\u00f6rdlingen.<\/p>\n<p>Als dem Kloster Gefahr drohte,rettete er eine ihm anvertraute Truhe mit Kleinodien und Urkunden und brachte sie in einem Panzer unter der Kutte in Sicherheit. Er versch\u00f6nerte auch die Klosterkirche.<\/p>\n<p>Er f\u00fchrte Kloster Neresheim in die Bursfelder Kongregation. Innerhalb von 18 Jahren wurde die Abtei f\u00fcnf mal visitiert. 1444 erfolgte die offizielle Anerkennung des Zusammenschlusses von Bursfelde durch das Basler Konzil. 1459 best\u00e4tigte Papst Pius II. ( 1458-1464)<\/p>\n<p>die Kongregation.<\/p>\n<p>Auf die Disziplin, die unter seiner Regierung auch nach lie\u00df, was damit begr\u00fcndet wird, dass er viel zu ausw\u00e4rtigen&nbsp; Gesch\u00e4ften herangezogen wurde,hatten die Visitationen allerdings wenig Einfluss.<\/p>\n<p>Abt Eberhard verstarb 1494.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde&nbsp; Johann I. v.Waiblingen (1494\u20131507) Er stammte aus Schwaben und war ein gewissenhafter und gottesf\u00fcrchti9ger Abt. Er versuchte die Klosterdisziplin in Neresheim wieder herzustellen. Er berief 1497 aus Kloster St. Ulrich und St.Afra<\/p>\n<p>in Augsburg, das damals in hervorragendem Ruf stand, 4 Priester und einen Laienbruder nach Neresheim. Sigismund Zimmermann wurde zum Prior bestellt.<\/p>\n<p>In Augsburg war zu der Zeit Friedrich von Zoller (1486-1505) Bischof. Er unterst\u00fctzte die Reformbestrebungen im Benediktinerorden. Er, sowie der Abt Konrad M\u00f6rlin (1496-1510)vom Kloster St. Ulrich und Afra in Augsburg und Bartholom\u00e4us Degenschmied (1486\u20131517) vom<\/p>\n<p>Kloster Heiligkreuz in Donauw\u00f6rth. In beiden Kl\u00f6stern muss ein&nbsp; erhebliches Reformpotential bestanden haben. Abt Konrad sandte Konventuale aus seinem Kloster in andere Kl\u00f6ster, um die Reform zu unterst\u00fctzen, so auf die Reichenau und eben auch nach Neresheim.<\/p>\n<p>Von Heiligkreuz wurde Kloster St. Mang in F\u00fcssen reformiert und Abt Bartholom\u00e4us schickte seinen&nbsp; Prior Johannes Hess als Abt nach F\u00fcssen und konnte ihm gleich 5 M\u00f6nche aus Donauw\u00f6rth mitgeben.<\/p>\n<p>Die beiden \u00c4bte, Bischof Friedrich sowie Graf Joachim von \u00d6ttingen (1470-1520). Sie vereinbarten, dass eingeschlichene Unregelm\u00e4\u00dfigkeiten beseitigt und Missbr\u00e4uche abgeschafft werden sollten. Man sollte sich <\/p>\n<p>nach den Pl\u00e4nen der Melker Kongregation richten. 1502 f\u00fchrten die \u00c4bte Gregor von Blaubeuren (1495- 1522) und Johann von Elchingen (1498-1519). Bei dieser Visitation sollte vor allem \u00fcberpr\u00fcft werden, wie weit die Reformen von Melk<\/p>\n<p>umgesetzt wurden. Zwei weitere gelehrter M\u00f6nche wurden&nbsp; nun von Kloster Elchingen nach Neresheim berufen. Kloster Elchingen war nun so was wie der Vorreiter der Melker Reform f\u00fcr Kl\u00f6ster in Schwaben geworden.<\/p>\n<p>Einer der M\u00f6nche war Pater Johann von Vinsternau, der in Neresheim Prior wurde und Nachfolger von Abt Simon. Der andere war Pater Sigmund Reyser. Gieser wurde als besonders kluger Reformer der Klosterzucht in Neresheim ger\u00fchmt. Er verstarb schon 1502.<\/p>\n<p>Abt Johann verschenkte auf Dr\u00e4ngen von Bischof Friedrich die Jagdregale von Kloster Neresheim an die Grafen von \u00d6ttingen, ohne eine Gegenleistung zu erhalten.<\/p>\n<p>Aber Abt Johannes schlichtete auch Streitigkeiten zwischen Kloster Neresheim und Elchingen und seinen Untertanen in Neresheim. Er gewann auch einige Prozesse. Alters-und krankheitshalber resignierte er 1507 und starb kurz nach seinem<\/p>\n<p>Amtsverzicht im Klosterhof in Bopfingen. <\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Abt Simon v.Bernstatt (1507\u20131510). <\/p>\n<p>Er war der letzte Abt aus adligem Geschlecht. Die nun streng beachtete Regel scheint die S\u00f6hne des schw\u00e4bischen Adels vom Klostereintritt abgehalten zu haben.<\/p>\n<p>Noch vor der ersten Visitation und Reform von Kloster Neresheim stand Simon in sehr schlechtem Ruf und nur durch dem\u00fctiges Bitten und Versprechen, sich zu bessern, durfte er im Kloster bleiben.<\/p>\n<p>Aber er hielt sich an sein Versprechen und wurde 1507 sogar zum Abt gew\u00e4hlt. Er er hielt sich aber an sein Versprechen und wurde ein vorbildlicher Abt.<\/p>\n<p>Er sorgte f\u00fcr den Kirchenbau in Neresheim. Er legte einen Waidprozess mit den B\u00fcrgern von Neresheim bei. Er starb nach nur drei Regierungsjahren, aber seine M\u00f6nche gaben ihm den Ehrentitel Liebhaber seiner Br\u00fcder (amator Fratrum)<\/p>\n<p>Karl Alois Nack, Reichsstift Neresheim, Eine kurze Geschichte&nbsp; dieser Benediktinerabtey, Neresheim 1792, S. 60<\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Abt Johann II. v.Vinsternau (1510\u20131529). Er ist 1468 in H\u00f6chst\u00e4dt geboren<\/p>\n<p>In M\u00f6nchsdeggingen trat er ins Kloster ein.<\/p>\n<p>Er war sei 1488 Profess im Reformkloster Elchingen. 1492 wurde er Priester.<\/p>\n<p>Am 29. Juli 1510 wurde er Abt in Neresheim.<\/p>\n<p>Kurz danach, am 10. August 1510 nahm Graf Joachim von \u00d6ttingen (1470-1520) Kloster Neresheim in seinen Schutz. Staatsarchiv Ludwigsburg B 479 U 8<\/p>\n<p>1514 wurde er auf dem Provinzialkapitel der Bursfelder Kongregation zum Kovisitator ernannt. 1515 wurde er Visitator generalis und 1518 Praeses der Provinz Mainz.<\/p>\n<p>1521 wurde er auf dem Kapitel in Donauw\u00f6rth in diesem Amt best\u00e4tigt.Mit Abt Georg (1508\u20131527) von Kloster Wiblingen war er zusammen in Rom, wo er von Papst Leo X. (1513-1521).<\/p>\n<p>Dort erwirkte er Erleichterungen im Fleischgenuss.Er war der Meinung, dass das Kl\u00f6ster attraktiver machte, brachte ihn&nbsp; allerdings in harschen Gegensatz zu einigen M\u00f6nchen der Bursfelder Kongregation,<\/p>\n<p>die jeglichen Fleichgenuss verdammten Johannes verteidigte sich in einer eigenen Druckschrift.<\/p>\n<p>In Rom erwarb er sich das Recht, ein Mitra zu tragen, was er allerdings nie machte, weil es sich mit seiner pers\u00f6nlichen Bescheidenheit nicht vertrug.<\/p>\n<p>Abt Johann wurde fr\u00fch mit der Widerspenstigkeit seiner Bauern konfrontiert. Sie weigerten sich Abgaben zu zahlen und verweigerten Dienste.<\/p>\n<p>Als die Unruhen zunahmen, hatte er alles&nbsp; was von Wert war, teils nach Schloss Wallerstein, teils nach \u00d6ttingen bringen lassen. Getreide und Vieh hatte er im Kloster belassen, und eine Besatzung von mehr als 100 Bewaffneten ins <\/p>\n<p>Kloster kommen lassen. Abt Johannes hatte sich nach Wallerstein gefl\u00fcchtet. Das Kloster war gepl\u00fcndert und besch\u00e4digt worden. Die Wertgegenst\u00e4nde waren aber vorher in Sicherheit gebracht worden.<\/p>\n<p>Als sich die Lage beruhigt hatte, kehrte Abt Johannes nach Nersheim zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Als Humanist k\u00fcmmerte sich Abt Johannes auch besonders um die Bibliothek. Er lie\u00df kunstvolle Exlibris, also Eigentumsvermerke, entwerfen.<\/p>\n<p>Ende des 15. Jahrhunderts erhielt die Klosterbibliothek \u00fcber 200 Fr\u00fchdrucke. Sie sind heute wie die Handschriften im Besitz der F\u00fcrstlich Thurn und Taxis&#8217;schen Hofbibliothek Regensburg<\/p>\n<p>Seinem M\u00f6nchen empfahl er selbstgefertigte Ausz\u00fcge aus Seneca zur Tischlekt\u00fcre. W\u00e4hrend der Fastenzeit wurden diese den M\u00f6nchen zur Belehrung und Erbauung vorgelesen und erkl\u00e4rt.<\/p>\n<p>Eine bibliophile Kostbarkeit ist eine lateinische Handschrift der Melker Gewohnheiten aus den Jahren zwischen 1497 und 1498. Sie f\u00fchrt die benediktinischen Regeln auf, verbunden mit<\/p>\n<p>Reformempfehlungen, die in Neresheim \u00fcbernommen wurden. Sie ist heute in der Schatzkammer des Klostermuseums zu sehen.<\/p>\n<p>Um der Reformation entgegen zu wirken zog er in der Gegen von Neresheim umher. Er unterrichtete Kinder und predigte Erwachsenen.<\/p>\n<p>Er konnte verhindern, dass Neresheim von der Reformation erfasst wurde.<\/p>\n<p>Er war ein sparsamer Wirtschafter und befreite das Kloster von Schulden. Er machte auch neue Erwerbungen.<\/p>\n<p>1529 verstarb er an einem Schlaganfall.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Abt Matthias Guttermann (1529\u20131545). Er stammte aus Honfolgen, das war der \u00e4lteste bisch\u00f6fliche Besitz des Bistums Augsburg.<\/p>\n<p>Er war ein guter Wirtschafter und sorgte sich sowohl um das geistliche als auch das wirtschaftliche Wohl des Klosters.<\/p>\n<p>Er legte einige Streitigkeiten wegen Waidsachen bei.<\/p>\n<p>1537 kaufte er den Flurtsh\u00e4userhof, heute in K\u00f6singen, Ortsteil von Neresheim von den Grafen von \u00d6ttingen, die diesen Hof seit 1500 besessen hatten.<\/p>\n<p>Mit den Pfalzgrafen bei Rhein machte er einen Wald und Wiesentausch.<\/p>\n<p>Besonders unterst\u00fctzte er das Kloster Heiligkreuz in Donauw\u00f6rth. Dieses war hochverschuldet. Abt Matthias tilgte diese Schulden und sorgte zusammen mit dem Augsburger Bischof Christoph von Stadion (1517-1543) wieder f\u00fcr Frieden und Ordnung in dem Kloster.<br \/>1543 erhielt Abt Matthias von Kardinal Giovanni Poggio (oder Poggy)(1493-1556), der als p\u00e4pstlicher Nuntius am Hof Karls V. (1519-1556)in Spanien t\u00e4tig war das Recht auf den Gebrauch der Pontifikalien verliehen. \u201cDer apostolische Nuntius, Johannes Poggy, verleiht dem Abt des Klosters Neresheim das Recht des Gebrauchs der Pontifikalien und der Weihe der Kirchengew\u00e4nder und der Ornamente, ferner das Recht der Firmung seiner Vasallen und Untertanen. \u201c Staatsarchiv Ludwigsburg {B 479 U 10} <\/p>\n<p>Er erhielt die Pontifikalien zusammen mit Abt Andreas II. Dirlin (Dirrlin) (1541\u20131547) von Kloster Elchingen vom Augsburger Bischof Otto von Waldburg (1543-1573) in Dillingen. Da Augsburg evangelisch geworden war, residierten die Augsburger Bisch\u00f6fe in Dillingen.<\/p>\n<p>In der Regierungszeit von Abt Matthias wurde der in Neresheim geborene Pater Gregor Diethey, der in Neresheim seine Profess abgelegt hatte in das Rieskloster M\u00f6nchsdeggingen postuliert. Er wurde dort Nachfolger von Abt Alexander Hummel (1516-1535)<\/p>\n<p>und war in Deggingen von 1536-1547 Abt.<\/p>\n<p>Abt Matthias verstarb nach 16 Regierungsjahren im Alter von 53 Jahren 1545.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Abt Johann III. Schweickhofer (1545\u20131566). Er ist in Bollstatt geboren.<\/p>\n<p>Nach Karl Alois Nack, Reichsstift Neresheim, Eine kurze Geschichte dieser Benediktinerabtey in Schwaben, Neresheim 1792, S. 67 war Abt Johann gutherzig, gelehrt und fromm. In seiner kurzen Geschichte hat er Kurzbiographien von allen \u00c4bten, die eine<\/p>\n<p>gute Quelle darstellen. <\/p>\n<p>Abt Johannes hatte das Pech, dass kurz nach seinem Regierungsantritt der Schmalkaldische Krieg ausbrach, der Kloster Neresheim hart traf und schwer sch\u00e4digte.<\/p>\n<p>Am 27. Februar 1531 schossen sich einige protestantische F\u00fcrsten, unter ihnen Kurf\u00fcrst Johann Friedrich von Sachsen(1532-1547), Landgraf Philipp von Hessen(1518-1567), die Herz\u00f6ge Philipp von Braunschweig-Grubenhagen (+1551) und Ernst von Braunschweig-L\u00fcneburg(1521-1546) sowie elf Reichsst\u00e4dte in Schmalkalden in Th\u00fcringen zu einem Verteidigungsb\u00fcndnis zusammen. Dieses richtete sich vor allem gegen Kaiser Karl V., f\u00fcr den die Wiederherstellung der Religionseinheit im Reich \u2013 ob mit friedlichen Mitteln oder mit Gewalt \u2013 ein zentrales Anliegen war.<\/p>\n<p>Der Friede von Crepy vom 18.September 1544 zwischen Kaiser Karl und dem franz\u00f6sischen K\u00f6nig Franz I. (1515-1547). <\/p>\n<p>1545 wurde ein Waffenstillstand zwischen Habsburg und dem osmanischen Reich geschlossen<\/p>\n<p>Nun hatte Kaiser Karl den R\u00fccken frei und begann mit Kriegsvorbereitungen. Dem Schmalkaldischen Bund entging das nat\u00fcrlich nicht. <\/p>\n<p>Im Juli 1546 stellten die s\u00fcddeutschen Reichsst\u00e4dte ein Heer von 12.000 Mann auf die Beine. Dem standen etwa 16.000 Mann und 5000 Reiter des Kaisers gegen\u00fcber.<\/p>\n<p>Truppenverst\u00e4rkungen aus Ungarn, Italien und den Niederlanden waren unterwegs.<\/p>\n<p>Graf Ludwig von \u00d6ttingen \u2013\u00d6ttingen (1508-1569)aus der Linie \u00d6ttingen-\u00d6ttingen war zum Protestantismus \u00fcbergetreten.<\/p>\n<p>Er fiel 1546 bewaffnet ins Kloster Neresheim ein und verlangte, \u201c dass man den katholischen Religions\u00fcbungen, besonders dem Messopfer ein Ende bereiten solle und sich ihm als rechtm\u00e4ssigen Schutzherrn verpflichten sollte\u201d (Nack S. 68)<\/p>\n<p>Da Kaiser Karl im Anmarsch war, musste sich Ludwig zur\u00fcckziehen. <\/p>\n<p>Das D\u00f6rfchen Ohmenheim, heute Teilort von Neresheim wurde am 12. November 1546 von aufst\u00e4ndischen spanischen Soldaten aus dem Umfeld der kaiserlichen Armee heimgesucht. Sie richteten ein f\u00fcrchterliches Blutbad an.<\/p>\n<p>Dabei starben 120 Dorfbewohner \u2013 darunter 35 Frauen und 40 Kinder. H\u00e4user wurden angez\u00fcndet. Bald brannte das ganze Dorf. Zwar hatte der Kaiser sofort Reiter in die D\u00f6rfer geschicktund befohlen,<\/p>\n<p>die Aufst\u00e4ndischen zu t\u00f6ten. Die Gr\u00e4ueltaten nahmen erst ein Ende, als die kaiserlichen Reiter die Gegend wieder verlassen. Zur\u00fcck bleiben viele kranke Spanier.<\/p>\n<p>Der Kaiser \u00fcbernachtete am 25. November 1546 in Begleitung des Augsburgers Bischof Otto in Kloster Neresheim. Zum Zeichen seiner Zufriedenheit hatte Kaiser Karl Abt Johannes eine kostbare mit Gold und Perlen geschm\u00fcckte Inful geschenkt.<\/p>\n<p>Nachdem der Donaufeldzug (Juli bis November 1546) beendet war konnte das Kloster und Umland wieder aufatmen. Ausgestanden war die Sache aber noch nicht.<\/p>\n<p>1552 folgte der F\u00fcrstenaufstand, Bei dem Moritz von Sachsen eine Schl\u00fcsselrolle spielten. Unmittelbar aus dem F\u00fcrstenaufstand entwickelte sich der Markgrafenkrieg. Markgraf Albrecht Alcibiades von Brandenburg (1440-1486) wollte seien Einflu\u00df in Franken ausweiten und<\/p>\n<p>und Anspr\u00fcche gegen\u00fcber dem regionalen Konkurrenten N\u00fcrnberg geltend&nbsp; machen. Er k\u00e4mpfte auch aktiv gegen den Katholizismus, was&nbsp; durch Pl\u00fcnderung und Brandschatzung der Hochstifte auch lukrativ war.<\/p>\n<p>Am 27 April 1552 kam&nbsp; Markgraf Albrecht vor Kloster Neresheim an. Er betrug sich sehr freundlich und versicherte, dem Kloster keinen Schaden zu f\u00fcgen zu wollen. Am n\u00e4chsten Tag aber verlangte er 100.000 Gulden, das waren etwa 21.483.738,00 \u20ac.<\/p>\n<p>Am dritten Tag nahm er 10 Pferde und 2 fette Ochsen mit. Zwei Tage sp\u00e4ter drangen s\u00e4chsische und hessische Truppen in das Kloster ein und pl\u00fcnderten es entgegen den Zusicherungen des Markgrafen. Was sie nicht wegschleppen konnten, zerst\u00f6rten sie.<\/p>\n<p>Die M\u00f6nche wurde grausam misshandelt, viele verewundet. Sie suchten Zuflucht bei den Stadtbewohnern und kamen dort f\u00fcr mehrere Wochen unter.<\/p>\n<p>Zur gleichen Zeit hatte der protestantische Graf Ludwig XVI. von \u00d6ttingen seinen katholisch gebliebenen Bruder Friedrich V.(1516-1579) von \u00d6ttingen verdr\u00e4ngt und sich in den Besitz von dessen G\u00fctern und Herrschaft gebracht.<\/p>\n<p>Am 6. Mai 1552 schickte Ludwig 20 Reiter nach Neresheim, nahm dort den Abt gefangen und brachte ihn auf einem Karren nach Wallerstein. Er blieb dort 14 Tage in Gefangenschaft und er und der gesamte Konvent mussten Graf Lud<\/p>\n<p>und dessen S\u00f6hnen den Treueid schw\u00f6ren. Dann nahm der Graf auch den Prior Martin Unkauf und den Gro\u00dfkeller Ulrich Windsch gefangen und brachte sie ebenfalls nach Wallerstein.<\/p>\n<p>Alles gefl\u00fcchtete Silber, Bargeld und andere Kostbarkeiten mussten angezeigt werden und wurden einbehalten. Das Kloster verlor wertvolle Urkunden. Der Prior und der Gro\u00dfkeller wurden am 20. Mai freigelassen. Der Abt blieb weiter gefangen.<\/p>\n<p>Der Abt wurde gezwungen, eine Schuldenlast von 12.000 Gulden, das sind etwa 2.578.049,00 \u20ac. <\/p>\n<p>1553 suchte das Kloster Hilfe beim Kaiser. Der Graf musste das Abgenommene zur\u00fcckgeben. Alle mit Gewalt aufgezwungenen Verbindlichkeiten wurden f\u00fcr nichtig erkl\u00e4rt.<\/p>\n<p>Als wieder Frieden herrschte,bem\u00fchte sich Abt , alle im Krieg erlittenen Sch\u00e4den wieder gut zu machen.Geb\u00e4ude wurden erg\u00e4nzt. Schulden wurden abgetragen, die Kirche wieder geschm\u00fcckt.<\/p>\n<p>Abt Johann war sehr wohlt\u00e4tig. Im Schmalkaldischen Krieg wurden vor das Kloster gepl\u00fcndert wurde,&nbsp; t\u00e4glich 150 Bed\u00fcrftige, die ausgeraubt waren, gespeist.<\/p>\n<p>1549 verlegte der Augsburger Bischof Otto das \u201eCollegium St. Hieronymi\u201c&nbsp; von Augsburg nach Dillingen. 1551 erhob es Papst Julius II (1550-1555) zur Universit\u00e4t. Dort lehrten Jesuiten, die&nbsp; nachhaltig den Priester- und <\/p>\n<p>Ordensnachwuchs formten.Auch die Abtei Neresheim erhielt&nbsp; wichtige Impulse f\u00fcr die Pflege der Wissenschaften im Kloster und die F\u00f6rderung der Schulbildung auf dem H\u00e4rtsfeld.<\/p>\n<p>Abt Johann schaffte viele B\u00fccher f\u00fcr die Bibliothek. Einige schrieb er selbst.<\/p>\n<p>Johann stand der Abtei 21 Jahre vor. 1556 legte er durch Krankheit und Alter entkr\u00e4ftet sein Amt nieder. Er starb 4 Jahre sp\u00e4ter im Alter von 78 Jahren.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Abt Georg II. Gerstmayer (1566\u20131584). Er stammte aus Teissenhofen in Schwaben und war vor sein er Wahl zum Abt Prior.<\/p>\n<p>Er stellte wieder eine gute Klosterdisziplin her. Er begann eine Restauration und Versch\u00f6nerung des Klosters. Auch um die Bibliothek. Daf\u00fcr sowie f\u00fcr die wissenschaftliche Bildung der M\u00f6nche wurden mehrere Tausend Gulden ausgegeben.<\/p>\n<p>Das Kloster erwarb sich in Sachen Bildung einen hervorragenden Ruf Viele Religiosen aus anderen Kl\u00f6stern wurden zur Weiterbildung nach Neresheim geschickt, auch Lehrkr\u00e4fte von dort zum Unterricht an andere Kl\u00f6ster berufen.<\/p>\n<p>Ein st\u00e4ndiger Streitpunkt blieb das Verh\u00e4ltnis zu den Grafen von \u00d6ttingen. Zwar hatte Abt Georg 1577 eine gro\u00dfe Summe bezahlt, um die Streitigkeiten zu beenden und allen weiteren Forderungen enthoben zu sein.<\/p>\n<p>Das beseitigte die Schwierigkeiten aber immer noch nicht. Die Grafen wollten das Kloster wie ein Jagdschloss benutzen. Graf Wilhelm II. (1541-1602) besetzte das Kloster und hielt den Abt gefangen. Dieser beschwerte sich bei<\/p>\n<p>Bischof und Papst.und bei Kaiser Rudolf II.(1576-1612) der gerade auf dem Augsburger Reichstag von 1582 weilte, beauftragte&nbsp; Herzog Wilhelm V. von Bayern (1579-1597) die Streitigkeiten zu untersuchen und zu schlichten.<\/p>\n<p>1583 schlossen Graf Wilhelm und Abt Georg in M\u00fcnchen einen Vertrag. In der Hauptsache, n\u00e4mlich der Frage der Landesherrlichkeit entschied der Vertrag aber nichts. Das \u00dcbel war so nicht beseitigt und die Situation entspannte sich nur f\u00fcr kurze Zeit<\/p>\n<p>ein wenig. Abt Georg war in hohem Alter, kr\u00e4nklich und hatte in der Haushaltsf\u00fchrung tats\u00e4chlich einige Fehler gemacht. Man brachte ihn dazu, dass er 1584 resignierte. drei Jahre nach der Niederlegung seines Amtes verstarb er.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Abt Melchior H\u00e4nlin (1584\u20131616). Er stammte aus Welden, heute Markt Welden im Landkreis Augsburg,<\/p>\n<p>Er wurde am 1. M\u00e4rz 1584 zum Abt gew\u00e4hlt und war vorher Prior in Neresheim.<\/p>\n<p>Als er sein Amt antrat, war kaum Geld im Kloster vorhanden und auch der Lebensmittelvorrat scheint nicht gro\u00df gewesen zu sein. Der Augsburger Bischof Marquard II. vom Berg&nbsp; entwarf zusammen mit dem gr\u00e4flichen Schutzvogt eine Ordnung f\u00fcr die<\/p>\n<p>Haushaltung des Klosters. Das spricht daf\u00fcr, dass einiges im Argen lag. Aber Abt Melchior brachte das Kloster in jeder Beziehung zur Bl\u00fcte. Der gute Ruf von Neresheim als Bildungsst\u00e4tte sorgte daf\u00fcr, dass viele Kl\u00f6ster ihre M\u00f6nche zur <\/p>\n<p>Weiterbildung nach Neresheim schickten. Aber auch in Sachen kl\u00f6sterlicher Disziplin war Neresheim eine gute Adresse.7 Religiose wurden in ander Kl\u00f6ster verlangt, um dort zur Hebung der Disziplin beizutragen.<\/p>\n<p>Pater Sebastian Reizner kam als Prediger nach Niederaltaich. Pater Lohann Wirth wurde ins Schottenkloster in Wien berufen, um dort an der Verbesserung der Disziplin mitzuwirken. Pater Michael Melder ging als Prior ins Kloster Mondsee.<\/p>\n<p>Der Augsburger Bischof Johann Otto von Gemmingen (1591-1598) berief Benedikt Rohrer als Prior nach Kloster Fultenbach.<\/p>\n<p>Pater Christoph Baldauf wurde dem Elchinger Abt Thomas II. (1602-1619) beigegeben, der dort als Klostervisitator t\u00e4tig war.<\/p>\n<p>Abt Melchior sorgte nicht nur f\u00fcr einen hervorragenden Ruf seiner Klosterschule. F\u00fcr die Bibliotheek gab er wie sein Vorg\u00e4nger viel Geld aus. <\/p>\n<p>Er sorgte f\u00fcr die wissenschaftliche Bildung seiner Konventualen und schickte viele auf die Universit\u00e4t nach Dillingen.<\/p>\n<p>Er baute Kirchen und Kapellen. Andere besserte er aus, versah sie mit T\u00fcrmen und die T\u00fcrme mit Uhren. Er erbaute die Kapelle auf dem Friedhof von Neresheim.<\/p>\n<p>In Gro\u00dfkuchen erbaute er das Pfarrhaus und in Neresheim das Schulhaus.<\/p>\n<p>Abt Melchior war 32 Jahre Abt und verstarb am 12.Juli 1616.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Abt Benedikt I. Rohrer (1616\u20131647). Er wurde am 14. Oktober 1579 in Kn\u00f6ringen, heute Ortsteil von Burgau geboren.<\/p>\n<p>1595 legte er seine Profess ab. Er studierte in Dillingen Theologie und orientalische Sprachen.<\/p>\n<p>1606 wurde er Priester.<\/p>\n<p>Nach seiner Zeit als Prior in Fultenbach wurde er 29. Juli 1616 zum Neresheimer Abt gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Kurz nach seinem Regierungsantritt begann er mit dem Bau des Turmes des romanischen Vorg\u00e4ngerbaues, den er von 1617-1627 von den Baumeister Peter Schwarz errichten lie\u00df.<\/p>\n<p>Er gleicht dem kurz vorher vollendeten Turm der Augsburger Abtei St. Ulrich und Afra. Er wirkt \u00e4lter als er ist. Man kann diesen Turm durchaus als Programm verstehen.<\/p>\n<p>Der Turm ist eine machtvolle Demonstration der beanspruchten Unabh\u00e4ngigkeit von dem Hause Oettingen, mit dem es ja st\u00e4ndig Souver\u00e4nit\u00e4tskonflikte gab.<\/p>\n<p>Da ist Verweis auf die reichsfreie Abtei in Augsburg und nat\u00fcrlich die weithin sichtbare Dominanz des Turmes.Mit dem Einf\u00fcgen v\u00f6llig unmoderner romanischer Blendarkaden und romanischer Zwillingsfenster verweist man zudem noch auf das hohe Alter der Abtei im Gegensatz zum jungen Hause Oettingen.<\/p>\n<p>Der ganz aus Quadersteinen aufgef\u00fchrte Turm war urspr\u00fcnglich 165 Meter hoch und mit 5 Glocken best\u00fcckt.<\/p>\n<p>1789 lie\u00df Abt Michael den Turm um 20 Meter erh\u00f6hen, wohl auch um ihn neben der neuen nordw\u00e4rts angebauten Kirche nicht zu niedrig erscheinen zu lassen.<\/p>\n<p>Abt Benedikt unterhielt gute Beziehungen zum Salzburger Erzbischof Markus Sittikus (1612-1619) und unterst\u00fctzte dessen Bestregungen zum Aufbau einer Universit\u00e4t in Salzburg. Er schickte mit<\/p>\n<p>Pater Zacharius Witzenberger und Pater Thomas Weiss zwei seiner besten Kr\u00e4fte als Professoren nach Salzburg.<\/p>\n<p>Der Prager Fenstersturz vom 23. Mai 1618 markierte den Ausl\u00f6ser und den Beginn des Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieges. Auf das H\u00e4rtsfeld hatte das zun\u00e4chst keine Auswirkungen. Das sieht man auch daran, dass Abt Benedikt seinen Turm bis 1627 fertigbauen konnte.<\/p>\n<p>Aber die menschliche Ohnmacht f\u00f6rderte den Aberglauben.In Neresheim gab es Hexenverfolgungen, denen im Jahr 1629 24 Menschen zum Opfer fielen. In Wallerstein starben 1629 34 Menschen.<\/p>\n<p>Der Stadtrat von Neresheim nahm die Hexenjagd zun\u00e4chst mit Begeisterung auf. Aber sehr schnell merkte man, dass man sich damit&nbsp; ins eigene Fleisch schneidet. <\/p>\n<p>Denunzieren brachte nichts , jeder konnte der N\u00e4chste sein. <\/p>\n<p>Ein weiteres Unheil, das die Menschen bedrohte war die Pest.&nbsp; Sie w\u00fctete und raffte viele Menschen dahin. 1628&nbsp; gab es n Neresheim ein 40-st\u00fcndiges Gebet zur Abwehr der Seuche.<\/p>\n<p>Das erste Pestopfer hatte Kloster Neresheim am 19. September 1634 zu beklagen. Pater Lukas Heilig starb an der Pest.<\/p>\n<p>Nachdem die Schweden am 6. Juli 1630 auf Usedom gelandet waren, griffen sie in den Krieg ein.<\/p>\n<p>Nach der Schlacht bei Bamberg am. 9. M\u00e4rz 1632 konnte General Johann T\u2019Serclaes von Tilly (ab 1630 oberster Feldherr der Katholischen Liga und der kaiserlichen Armee-+1632). Aber nach der Schlacht bei Rain am Lech standen die Schweden in Franken.<\/p>\n<p>Der Krieg machte sich nun bemerkbar&nbsp; in Form von Pl\u00fcnderungen auf dem H\u00e4rtsfeld und im Ries durch Truppen, die durch die Region zogen.<\/p>\n<p>Der schwedische General Lorenz von&nbsp; Hofkirchen \u00fcbernahm 1633 ein schwedisches Kavallerieregiment und wurde Generalleutnant in der Armee Bernhards von Sachsen-Weimar (+ 18.7. 1639)<\/p>\n<p>1632 erhielt er von Gustav Adolf II. den gesamten katholischen Besitz der Grafschaft Oettingen-Wallerstein zum Geschenk, der \u00fcbrige Teil blieb im Besitz der protestantischen Oettingischen Linie. Von 1632 bis 1634 war er auch im Besitz von Stadt und&nbsp; Kloster Neresheim.<\/p>\n<p>Als Besitzer von Neresheim reformierte er dort alles. Der schwedische Kanzler Axel Oxenstierna ( \u2020 28. August 1654) belehnte Lorenz von Hofkirchen am 21. August 1633 auch mit Neresheim und stellte dar\u00fcber eine Urkunde aus. <\/p>\n<p>Staatsarchiv Ludwigsburg B 479 B\u00fc 2<\/p>\n<p>Die Schlacht von N\u00f6rdlingen im September 1634 ver\u00e4nderte die Lage im H\u00e4rtsfeld gravierend.<\/p>\n<p>Kurz vor der Schlacht war die Stadt Neresheim evangelisch geworden. Im Kloster waren bis auf den Abt und drei Mitbr\u00fcder wurden alle M\u00f6nche aus dem Kloster ausgewiesen worden.<\/p>\n<p>Die Niederlage bei N\u00f6rdlingen hatte f\u00fcr die Protestanten schreckliche Folgen.Ihr Neresheimer Pfarrer wurde gevierteilt, die Stadt wurde wieder katholisch. Die Schweden fl\u00fcchteten mit der Kriegskasse \u00fcber Neresheim nach Heidenheim. Aber die kaiserliche Soldateska verfolgte die Fl\u00fcchtenden und metzelte sie in den H\u00e4rtsfelder W\u00e4ldern nieder.<\/p>\n<p>Abt Benedikt konnte sein Kloster wieder in Besitz nehmen, aber es war ein fast leeres Kloster. Fast alles fehlte und es herrschte \u00e4u\u00dferste Notdurft, <\/p>\n<p>Mi\u00dfwuchs und Hungersnot, Pest und anderes Elend wechselten. Die meisten M\u00f6nche starben oder flohen in andere Kl\u00f6ster, viele nach \u00d6sterreich.<\/p>\n<p>1647 lebten nur noch 4 M\u00f6nche in dem Kloster und diese mussten t\u00e4glich auf einen \u00dcberfall gefasst sein.<\/p>\n<p>Ein letzter trauriger H\u00f6hepunkt in dieser Gegend war die Schlacht bei Alerheim, heute Landkreis Donau Ries am 3. August 1645. Sie fand zwischen der franz\u00f6sisch-weimarischer-hessischen Armee und bayerisch-kaiserlichen Truppen statt und endete mit einem franz\u00f6sischen-alliierten Sieg. <\/p>\n<p>Alerheim wurde dabei so zerst\u00f6rt, dass es erst 70 Jahre sp\u00e4ter wieder auf gebaut war.<\/p>\n<p>Abt Benedikt fl\u00fcchtete 1646 erst n ach Augsburg, da der Aufenthalt im Kloster unhaltbar geworden war und dann ins Kloster Admont in die Steiermark. Er konnte dort noch ein halbes Jahr die Gastfreundschaft des Benediktinerklosters erleben<\/p>\n<p>und verstarb am 19. Juni 1647. Er hatte in Neresheim 31 Jahre regiert.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Abt Meinrad Denich (1647\u20131664).Er ist am&nbsp; 16.09. 1603 in Mindelheim geboren. 1622 trat er in die Abtei Neresheim ein. 1622 begann er auch sein Studium in Dillingen. Er startete mit Rhetorik. Von 1623-1625 studierte er Physik und Metaphysik;. Am 17.06.1628 wurde er Priester.<\/p>\n<p>1629-1631 Prior in M\u00f6nchsroth. M\u00f6nchsrot wurde von den Graf Ludwig von \u00d6ttingen&nbsp; 1558 s\u00e4kularisiert, nachdem dieser evangelisch geworden war.1629 befand sich Kaiser Ferdinand II. (1619-1637) und konnte es sich leisten, am 6. M\u00e4rz 1629 ohne Einverst\u00e4ndnis der evangelischen Reichsst\u00e4nde <\/p>\n<p>das Restitutionsedikt zu erlassen. Damit sollte der geistliche Besitzstand wieder auf den Stand des Jahres 1552 vor dem Augsburger Religionsfrieden gebracht werden. Auch M\u00f6nchsroth wurde dem Benediktinerorden zur\u00fcckgestellt und dort ein <\/p>\n<p>Priorat eingerichtet. Meinrad war dort vier Jahre Superior, bevor er 1631 von den Schweden vertrieben wurde. Er fl\u00fcchtete nach \u00d6sterreich, wo er elf Jahre in einer Pfarrei t\u00e4tig war. 1643 kehrte er nach M\u00f6nchsrot zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Nach dem Tod von Abt Benedikt fand die Wahl des neuen Abtes in St. Ulrich in Augsburg statt, da die Zei noch keine Wahl im Kloster Neresheim erlaubte. Man f\u00fcrchtete die Ankunft eines feindlichen Heeres in Neresheim.<\/p>\n<p>Zu der Wahl erschienen 6 M\u00f6nche. 5 gaben ihre Stimme brieflich ab. Es gab Stimmengleichheit unter zwei Kandidaten. So entschied der Augsburger Weihbischof Sebastian M\u00fcller (Molitor) (1631 \u20131644), der die Wahl leitetet, auf Losentscheid.<\/p>\n<p>Meinrad wurde so am 13.06.1647 der neue Abt in Neresheim. Am 14. August kam er mit seinen Mitbr\u00fcdern in Neresheim an und fand eine trostlose Lage vor.<\/p>\n<p>Das Kloster wurde noch einmal ausgepl\u00fcndert,der Abt gefangen und verwundet.Zweimal musste er das Kloster wegen des herrschenden Hungers nochmals verlassen. <\/p>\n<p>Zwischen dem 15. Mai und dem 24. Oktober 1648 wurden mehrere Friedensvertr\u00e4ge in M\u00fcnster und Osnabr\u00fcck unterzeichnet. Der Westf\u00e4lische Friede beendete 30 Jahre Krieg.<\/p>\n<p>Der Bev\u00f6lkerungsverlust im H\u00e4rtsfeld war enorm.<\/p>\n<p>Abt und Konvent bem\u00fchten sich das Herdtfeld wieder in bessere Zust\u00e4nde zu bringen. Es gab fast keine Pfarrer mehr und die M\u00f6nche bem\u00fchten sich nach Kr\u00e4ften in der Seelsorge auszuhelfen.<\/p>\n<p>Abt Meinrad&nbsp; versorgte \u00fcber Jahre hinweg die Pfarrei Ummenheim<\/p>\n<p>Auch die Grafen von \u00d6ttingen waren gefordert. Hohe Steuerforderungen sollten helfen, alles wieder in Gang zu bringen.Der Abt mu\u00dfte sich&nbsp; \u00fcber erh\u00f6hte \u00f6ttingensche Steuerforderungen&nbsp; beschweren. <\/p>\n<p>1649 fand Abt Meinrad auf einem Dienstritt in einer Buche das Gnadenbild der Maria Einsiedeln. Er nahm dies zum Anla\u00df, Maria als Schutzpatronin des H\u00e4rtsfeldes ausrufen zu lassen, denn besonders das H\u00e4rtsfeld war durch die Wirren des 30j\u00e4hrigen Krieges in Mitleidenschaft genommen worden, ganze Orte waren zerst\u00f6rt und ausgel\u00f6scht worden. Die Mariafigur blieb an ihrer urspr\u00fcnglichen Stelle im Buchenbaum, sie wurde lediglich durch ein Gitter gesch\u00fctzt. In der Folgezeit pilgerten immer mehr H\u00e4rtsfelder an jenen Ort, bis 1663 der Buchenbaum mit einem kleinen H\u00e4uschen umbaut wurde. 1708 lie\u00df dann Abt Magnus den Grundstein zum Bau einer Kirche legen. Auch hierbei war der Buchenbaum mit eingeschlossen. Die Versorgung der Wallfahrtskirche erfolgte schon zu fr\u00fcherer Zeit durch das nahegelegene Kloster. Es geh\u00f6rte zu den Aufgaben der M\u00f6nche, zum einen f\u00fcr die Wallfahrt zu sorgen, <\/p>\n<p>zum anderen aber auch detaillierte Aufzeichnungen \u00fcber die Gebetserh\u00f6rungen und wundersamen Vorg\u00e4nge von 1706 ab zu erstellen. <\/p>\n<p>Im Kloster verteidigte Abt Meinrad die Rechte und Freiheiten.<\/p>\n<p>Er schm\u00fcckte die Klosterkirche mi neuer Zier. Er erbaute das Br\u00e4uhaus.<\/p>\n<p>Verlassene und ver\u00f6dete Landg\u00fcter versuchte er wieder urbar zu machen.<\/p>\n<p>Da allm\u00e4hlich seine Gesundheit nachlie\u00df, resignierte er am 2. August 1664.<\/p>\n<p>Er ging dann nach Lambach in \u00d6sterreich, wo er schon w\u00e4hrend des Krieges war Er verstarb am 20.Oktober 1670 im Kapuzinerkloster in Wels, wo er auch bestattet ist.<\/p>\n<p>Auf ihn folgte Abt Benedikt II. Liebhart (1664\u20131669). Er ist am 12. Juni 1637&nbsp; in Burghausen geboren. Am 8. Dezember 1653 legte er seine Profess ab. Am 29. September 1654 wurde er Priester.<\/p>\n<p>Er machte eine rasche Klosterkarriere. Schon elf Jahre nach seinem Eintritt ins Kloster wurde er Novizenmeister und Prior.<\/p>\n<p>Als Abt Meinrad zur\u00fccktrat, waren immer noch erst 5 stimmberechtige M\u00f6nche in Neresheim anwesend.<\/p>\n<p>Abt Benedikt wurde am 25. August 1664 zum Abt gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Nach seiner Wahl vermehrte er die Zahl der Klostergeistlichen. Aus Lambach bekam er zwei Priester zur Aushilfe, von denen er einen zum Prior machte.<\/p>\n<p>Junge Geistliche schickte er zur Weiterbildung nach Dillingen oder Salzburg.<\/p>\n<p>Wie sein Vorg\u00e4nger und Nachfolger m\u00fchte er sich, in den D\u00f6rfern die H\u00f6fe und die Klosterg\u00fcter wieder aufzubauen und mit neuen Eigent\u00fcmern zu besetzen..<\/p>\n<p>Er erweiterte die Bibliothek. Da er selbst Jura studiert hatte, verteidigte er die Gerechtsame des Kloster mit Vorsicht und Gr\u00fcndlichkeit.<\/p>\n<p>Er begann mit Schuldenabbau. Er musste aber bald neue aufnehmen, denn schon 1668 brannte die im Osten an die Konventfl\u00fcgel angebaute Pr\u00e4latur ab.<\/p>\n<p>Sie war die Abtwohnung und wurde sofort wieder aufgebaut und ist noch heute als Eingangsgeb\u00e4ude erhalten.<\/p>\n<p>Er starb am 25. August 1669.<\/p>\n<p>Auf ihn folgte Abt Christoph Weiler (1669\u20131682)<\/p>\n<p>Die Zahl der Konventualen war immer noch sehr gering. Die Lage des Klosters war immer noch recht angespannt. Also entschloss man sich, weder einen jungen, unerfahrenen M\u00f6nch zum Abt<\/p>\n<p>zu w\u00e4hlen, noch einem zu alten und schw\u00e4chlichen M\u00f6nch die Abtei anzuvertrauen. Man berief aus dem Kloster St. Ulrich Pater Christoph Weiler.&nbsp; Er hatte in Unterliezheim in Lutzingen, heute Landkreis Dillingen <\/p>\n<p>Verwaltungserfahrung&nbsp; als Superior gesammelt. Das dortige Kloster war w\u00e4hrend der Reformation 1542 aufgehoben worden. Die G\u00fcter wurden 1632 zur Verwaltung an Kloster St. Ulrich \u00fcbergeben. Es richtete dort zun\u00e4chst eine<\/p>\n<p>Expositur, sp\u00e4ter eine Propstei ein. Er hatte Kenntnisse in allen Arten von Wissenschaften, vor allem Mathematik und Musik.<\/p>\n<p>In Liezhausen hatte er sich durch kluge Haushaltsf\u00fchrung ausgezeichnet und durch sein Geschick in Gesch\u00e4ften.<\/p>\n<p>Christoph wurde am 5. Juli 1624 in Augsburg geboren. Seine Profess legte er am 30. November 1645 am Reichsstift St. Ulrich ab. Am 11. Oktober 1548 wurde er Priester.<\/p>\n<p>In Liezheim wurde er Superior und von dort zum Abt in Neresheim berufen.<\/p>\n<p>Zum Unterricht seiner M\u00f6nche berief 1673 er Pater Dominikus Sch\u00f6nig aus Kloster Amorbach.Er hatte sich als Lehrer einen Namen gemacht. Kloster Amorbach hatte sich so weit erholt, dass es wieder in der Lage war, M\u00f6nche abzugeben.<\/p>\n<p>Er unterrichtete 10 Sch\u00fcler in Philosophie und Theologie. Auch nach St. Ulrich wurden Fratres zur Ausbildung geschickt.<\/p>\n<p>Im Kloster achtete er auf gute Ordnung und Disziplin. Er f\u00f6rderte die Bibliothek. Auf Pfarrh\u00e4user und Kirchen legte er ein besonderes Augenmerk. Er baute, verbesserter und zierte sie, wo immer es ging.<\/p>\n<p>Die Rechte des Klosters verteidigte er. Er konnte das Hofgut Diepperbuch mit allen Rechten wieder erwerben, das schon 1422 im Besitz des Klosters war.<\/p>\n<p>Allerdings wollte er alles alleine machen oder nur mit bestimmten Leuten. Das schaffte Misshelligkeiten und auch Probleme in der Verwaltung.<\/p>\n<p>Er hatte den Eindruck, den Erwartungen&nbsp; nicht mehr gerecht zu werden und auch kr\u00e4nkelte legte deshalb sein Amt 1682 freiwillig nieder.<\/p>\n<p>Er verstarb am 4. September 1684.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Abt Simpert Niggel (1682\u20131706)<\/p>\n<p>Er wurde am 23. Mai 1654 in Schwangau geboren.1671 trat er ins Kloster Neresheim ein Seine Profess legte er am 1. Januar 1673&nbsp; ab. Priester wurde er am 26. Juni 1678.<\/p>\n<p>Die Wahl nach der Abdankung von Abt Christoph fand erst 4 Monate sp\u00e4ter statt. Er wurde am 1. August 1682 mit erst 28 Jahren einstimmig zum Abt gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Sein Wahlspruch lautete \u201cArbeite, studiere und du wirst weder dir noch anderen zur Beschwerde sein.\u201d<\/p>\n<p>Das Kloster hatte sich nicht&nbsp; nur personell von den Verheerungen des Krieges erholt.<\/p>\n<p>Junge Geisrliche wurden konsequent zur Weiterbildung nach Dillingen oder Salzburg geschickt.<\/p>\n<p>Kloster Neresheim pflegte einen regen Gelehrtenaustausch.<\/p>\n<p>Neresheim erwarb sich schnell den Ruf einer&nbsp; der bestgeordneten und mit hervorragenden Kr\u00e4ften besetzten Abtei. <\/p>\n<p>Er hatte die Klosterangelegenheiten und&nbsp; vor allem die Finanzen rasch in Otdnung gebracht.<\/p>\n<p>Das Ansehen, das die Abtei genoss, strahlte auf den Abt ab. Er wurde zur Kr\u00f6nungsfeierlichkeit des Kaisers Joseph I.(1690-1705, dann Kaiser bis 1711), die 1699 in Augsburg stattfand, eingeladen.<\/p>\n<p>1685 Mitbegr\u00fcnder der Niederschw\u00e4bischen Benediktinerkongregation. Zu ihr geh\u00f6ren F\u00fcssen, Irsee, Ottobeuren, Elchingen, Fultenbach, Donauw\u00f6rth, M\u00f6nchsdeggingen und Neresheim.<\/p>\n<p>Angeregt wurde sie vom Augsburger Bischof Christoph von Freyberg (1665-1690).<\/p>\n<p>Er begleitet den Kaiserlichen Gro\u00dfbotschafter und Reichshofratspr\u00e4sidenten (1683-1705)Graf Wolfgang von Oettingen-Wallerstein als Hauspr\u00e4lat auf dessen Reise nach Konstantinopel, eine Friedensmission nach dem Gro\u00dfen T\u00fcrkenkrieg und dem Frieden von Karlowitz (1699).<\/p>\n<p>Dank des diplomatischen Geschicks von Graf Wolfgang konnten die Friedensverhandlungen nach nur 3 Monaten abgeschlossen werden. Der Friede von Karlowitz beendete den Gro\u00dfen T\u00fcrkenkrieg von 1683-1699 und legte den Grundstein f\u00fcr die neue Gro\u00dfmacht, die Habsburger Monarchie.<\/p>\n<p>Die Reise erfolgte von Oktober 1699 bis Januar 1701. Begleitet wurde er auf der Reise von seinem Prior Leonhard Haydt. Dieser trat im gleichen Jahr wie Abt Simpert in Neresheim ein. Er war&nbsp; Chorregent, Musikdirektor und&nbsp; Prior in Neresheim und Fultenbach.<\/p>\n<p>Nach seiner R\u00fcckkehr hielt Abt Simpert im Kloster Einzug in t\u00fcrkischer Kleidung, die dann im Kloster aufbewahrt wurde.<\/p>\n<p>Im Anschluss an die Reise ernannte ihn Kaiser Leopold I. (1640-1705) zum Kaiserlichen Rat und Erbkaplan. Staatsarchiv Ludwigsburg B 479 B\u00fc 2<\/p>\n<p>Abt Simpert f\u00fchrte ein Tagebuch \u00fcber die Reise und gab sie in Druck \u00abDiarium, Oder: Aussf\u00fchrliche curiose Reiss-Beschreibung. Von Wien nach Constantinopel und von dar wider zuruck in Teutschland\u00bb.Es erschien bei Schl\u00fcter in Augsburg 1701.<\/p>\n<p>Da die Finanzgrundlage stimmte, konnte Abt Simpert bald an Neunbauten herangehen.<\/p>\n<p>Schon 1684 lie\u00df er auf dem Hochst\u00e4tter Hof bei Dischingen ein schlossartiges Barockgeb\u00e4ude errichten, das als Sommerresidenz der Neresheimer Konventualen diente.<\/p>\n<p>1695 j\u00e4hrte sich die Klostergr\u00fcndung zum 600. mal. Dazu lie\u00df er die romanische Basilika mit&nbsp; einer barocken Westfassade mit Schweifgiebeln vorblenden und ihren Innenraum mit Stuck neu fassen.<\/p>\n<p>Baumeister war wohl Valerian Brenner (1652-1715) Er war ein Sch\u00fcler von Michael Thumb. Seit 1687 war er in Diensten des Augsburger Domkapitels.<\/p>\n<p>Er hatte auch schon 1684 einen Vertrag f\u00fcr den Neubau der westlichen Wirtschaftstrakte. Die Wirtschaftsgeb\u00e4ude des Gutshofes sowie die Klosterbrauerei werden errichtet.<\/p>\n<p>1699 begann Abt Simpert mit dem Klosterneubau.<\/p>\n<p>Als Baumeister verpflichtete er Unterelchinger Michael Wiedemann (1661\u22121703). Er stammte aus einer in Unterelchingen ans\u00e4ssigen Sippe von Stukkateuren und Baumeistern.<\/p>\n<p>Er war wohl gleichzeitig in Salem, Ellwangen und Neresheim t\u00e4tig. Sein Hauptwerk war die Klosteranlage von Neresheim.<\/p>\n<p>Der Bau wurde allerdings bald gestoppt durch den Spanischen Erbfolgekrieg. Der letzte spanische Habsburger auf dem spanischen Thron Karl II. (1665-1700) verstarb 1700.<\/p>\n<p>Daraus entwickelte sich ein dynastischer Erbfolgekrieg zwischen den Herrscherh\u00e4usern der Bourbonen und der Habsburger. Er wurde sowohl in Europa als auch in Spanien ausgetragen.<\/p>\n<p>1702&nbsp; wurde auch Kloster Neresheim Kriegsgebiet. Der bayrische Kurf\u00fcrst Max Emanuel (1679-1726) war mit dem franz\u00f6sischen K\u00f6nig Ludwig XIN (1643-1715) verb\u00fcndet und griff 1702 die Stadt Ulm an.<\/p>\n<p>Das H\u00e4rtsfeld wurde bald von&nbsp; franz\u00f6sisch-bayrischen Truppen, bald von \u00f6sterreichischen und Truppen der Reichsarmee \u00fcberschwemmt.<\/p>\n<p>Abt und Konvent mussten mehrmals fl\u00fcchten. An die Franzosen war eine Brandschatzung von 22.000 fl , das sind etwa 4.646.274,00 \u20ac., entrichtet werden.<\/p>\n<p>West-und S\u00fcdfl\u00fcgel des Neubaus waren zu Kriegsbeginn&nbsp; fertiggestellt. Dann mussten die Bauarbeiten eingestellt werden.<\/p>\n<p>Nach der 2. Schlacht von H\u00f6chst\u00e4dt am 13. August 1704 und dem Sieg der Kaiserlichen und der Reichsarmee konnte Abt Simpert wieder weiterbauen. Allerdings war<\/p>\n<p>Baumeister Michael Wiedemann am 16. Oktober 1703 in Unterelchingen im Alter von erst 42 Jahren verstorben.<\/p>\n<p>1706 musste Abt Simpert aus gesundheitlichen Gr\u00fcnden resignieren. Nach seiner Resignation lebte er noch 5 Jahre, hatte aber drei Schlaganf\u00e4lle.<\/p>\n<p>Er verstarb am 3. M\u00e4rz 1711.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Abt Magnus Hel (1706\u20131711)<\/p>\n<p>Er stammte aus F\u00fcssen. Mit 26 war er Gro\u00dfkeller in Neresheim. Nach der Resignation von Abt Simpert wurde er zum Abt gew\u00e4hlt, musste aber \u00fcberredet werden, das Amt zu \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>In der Niederschw\u00e4bischen Benediktinerkonkregation engagierte er sich nicht. Auf dem Kapitel von 1708 in Irsee lie\u00df er sich durch den Abt von Kloster Deggingen vertreten.<\/p>\n<p>Selbst in Neresheim 1711 lie\u00df er sich vertreten, dieses Mal durch den Abt von Kloster Heiligkreuz in Donauw\u00f6rth Amandus R\u00f6ls (1691-1748)<\/p>\n<p>Er baute den Pfarrhof in Ummenheim. Den Pfarreien Ziertheim und Dattenhausen verschaffte er die ver\u00e4u\u00dferten G\u00fcter wieder.<\/p>\n<p>Im Mai 1707 machte sich der Erbfolgekrieg wieder bemerkbar. Der franz\u00f6sische Marschall Claude-Louis-Hector de Villars (1653-1734) \u00fcberraschend den Rhein \u00fcberschritten.<\/p>\n<p>Das Reichsheer unter Markgraf Christian Ernst von Brandenburg-Bayreuth(1655-1712) gab daraufhin weitgehend kampflos die B\u00fchl-Stollhofener Linie auf und zog sich unn\u00f6tig weit bis Aalen und Ellwangen zur\u00fcck. <\/p>\n<p>Abt Magnus fl\u00fcchtete sich deshalb mit Kirchenger\u00e4ten nach N\u00f6rdlingen. Dieses Mal blieb es im&nbsp; Krieg bei Drohungen und Schrecken und Abt Magnus konnte bald nach Neresheim zur\u00fcckkehren.<\/p>\n<p>Abt Magnus stirbt 1711 und \u00fcberlebt seinen Vorg\u00e4nger nur um wenige Monate.<\/p>\n<p>Auf ihn folgt Abt Amandus Fischer (1711\u20131728)<\/p>\n<p>Er stammte aus Ochsenhausen.<\/p>\n<p>Vor seiner Wahl war er Novizenmeister, Pfarrverweser in Neresheim und Prior.<\/p>\n<p>Seine Wahl fand am 11. Juni 1711 im Beisein von Weihbischof Johann Kasimir R\u00f6ls (1708 \u20131715 von Augsburg und den \u00c4bten Heinrich Werner von M\u00f6nchsdeggingen und Abt Amandus R\u00f6ls aus Heiligkreuz, einem Bruder des Augsburger Weihbischofs statt.<\/p>\n<p>Er vollendete den fast sechs Jahre eingestellten Klosterneubau am 15. November 1714.<\/p>\n<p>Die Baukosten werden mit 45.000 Gulden, das sind etwa 9.559.450,00 \u20ac. <\/p>\n<p>Zugute kam ihm, dass 1712 auf Klostergebiet ein Marmorbruch entdeckt wurde, so dass f\u00fcr die Verzierungen kosteng\u00fcnstiges Material bereitstand.<\/p>\n<p>Schon 1719 beschloss er den ersten Umbau. Er holte den in Landsberg lebenden Dominikus Zimmermann (1685-1766) Stukkateur und Baumeister zur Neugestaltung des Festsaales hin zu. Zusammen mit seinem Bruder<\/p>\n<p>Johann Baptist Zimmermann (1680\u20131758) stellt er ihn fertig.Singul\u00e4r sind im Festsaal die grossen Wandreliefs.<\/p>\n<p>Abt Amandus hatte nicht nur das Kloster fertiggebaut. Er erneuere drei gro\u00dfe Kirchen und zwar in K\u00f6singen, Elchingen und Ummenheim . Sie wurden erneuert, vergr\u00f6\u00dfert und neu ausgeziert.<\/p>\n<p>In Gro\u00dfkuchen wurde der Turm neu hergestellt. Im Kloster und im Umland erbaute er 5 Pfarrh\u00e4user und 8 andere gro\u00dfe Geb\u00e4ude.<\/p>\n<p>An alle Pfarrh\u00e4user lie\u00df er eine Zehntscheuer bauen. Dadurch wurden die Ernteabgaben zentral verf\u00fcgbar und die wirtschaftliche Basis des Klosters wesentlich gest\u00e4rkt. <\/p>\n<p>Abgebrannte W\u00e4lder wurden zu \u00c4ckern oder Wiesen gemacht. Andere wurden zu gekauft. So vermehrte er&nbsp; Wohlstand seines Stiftes.<\/p>\n<p>Er war Visitator und Vorsteher der Niederschw\u00e4bischen Benediktinerkongregation.<\/p>\n<p>1723 erhielt die Kongregation von Papst Benedikt XIII. (1724-1730) unter seinem Vorsitz&nbsp; alle geistlichen Rechte und Freiheiten, die auch die ber\u00fchmte Cassinensische Kongregation innehatte.<\/p>\n<p>Er war auch ein F\u00f6rderer der Wissenschaften. <\/p>\n<p>1695 hatte der Freisinger F\u00fcrstbischof Johann Franz Eckher von Kapfing und Liechteneck (1695-1727) in Freising das Lyzeum gegr\u00fcndet. Ab 1708 gab es dann eine philosophische und ab 1713 eine theologische Hochschule, ab 1719 das Priesterseminar.<\/p>\n<p>1720 wurden diese schulischen Einrichtungen mit der Ordensschule der bayrischen und schw\u00e4bischen Benediktiner verbunden. Benediktinerprofessoren \u00fcbernahmen nun die Besetzung und Leitung des Lyzeums.<\/p>\n<p>1723 war er erster schw\u00e4bischer Vorsteher des Lyzeums.<\/p>\n<p>Auch die im Oktober 1622 durch Kaiser&nbsp; Ferdinand II. zur Universit\u00e4t erhobene Hohe Schule in Salzburg wurde von Abt Amandus gef\u00f6rdert. Dort wurde ihm 1727 das Amt eines Schw\u00e4bischen Assistenten anvertraut.<\/p>\n<p>1711 entgingen die neuen Klostergeb\u00e4ude nur knapp einem Brand. 1713 brannten zwei W\u00e4lder ab.<\/p>\n<p>Dreimal brannte es im heute zu Aalen geh\u00f6renden Dorf, das schon 1258 an Kloster Neresheim fiel. 40 H\u00e4user fielen den Flammen zum Opfer.<\/p>\n<p>1727 erkrankte Abt Amandus. Da wenig Hoffnung Sein Nachfolger wurde Abt auf Genesung bestand, legte er 1728 sein Amt nieder und verstarb am 27. Mai 1730.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Abt Edmund Heiser (1729\u20131739)<\/p>\n<p>Edmund wurde als Sohn des Klostersekret\u00e4rs in Kleinerdlingen im Ries, heute ein Stadtteil von N\u00f6rdlingen, geboren.<\/p>\n<p>Vor seiner Wahl zum Abt, die am 21. April 1729 stattfand, war er Prior in Neresheim. Bei seiner Wahl gab es einen Streit zwischen dem Augsburger Bischof Alexander Sigmund von Pfalz-Neuburg (1690- 1737 ) und der<\/p>\n<p>Niederschw\u00e4bischen Benediktinerkongregation.Die Kongregation bezog dich auf das Befreiungsdekret, das Abt Amandus 1723 erhalten hatte. Demnach konnte der jeweilige Kogregationsvorsteher einen Abt best\u00e4tigen, ohne den Di\u00f6zesanbischof <\/p>\n<p>hinzu zu ziehen. Dagegen ging Bischof Alexander Sigmund vor und wandte sich in dieser Sache an Kaiser Karl VI. (1711-1740). Dieser stellte sich auf die eite des Bischofs und die Kl\u00f6ster mussten schlie\u00dflich nachgeben.<\/p>\n<p>Der Augsburger Bischof best\u00e4tigte Abt Edmund erst nach dreimaligen Bittenund das erst 10 Jahre nach der Wahl 1739.<\/p>\n<p>Er baute eine Kirche in Auernheim, heute Gemeinde Nattheim im Landkreis Heidenheim und Gro\u00dfkuchen. Dann erbaute er drei Pfarrh\u00f6fe, einen in Neresheim, der besonders sch\u00f6n und gro\u00df ausfiel. In Neresheim<\/p>\n<p>kam noch ein Schulhaus dazu.Im Klostergarten&nbsp; lie\u00df er besonders sch\u00f6ne Gew\u00e4chse Pflanze, einen Springbrunnen anlegen sowie eine Galerie aus Steinen.<\/p>\n<p>Er vergr\u00f6\u00dferte den Bestand der Bibliothek betr\u00e4chtlich und schaffte vor allem juristische, historische und patristische (Literatur zu den Kirchenv\u00e4tern) an.<\/p>\n<p>Pater Ulrich Hundorfer schickte er zum Jurastudium an die Universit\u00e4t Salzburg. Er war Doktor beider Rechte. Nach seiner R\u00fcckkehr unterrichtete er Kirchenrecht&nbsp; in Neresheim.<\/p>\n<p>In Salzburg war er von 1744-1746 Professor f\u00fcr Philosophie. Nach Neresheim z\u00fcr\u00fcckgekehrt wirkte er als \u00d6konom und war auch Prior.<\/p>\n<p>Er verstarb am 15. Oktober 1758.<\/p>\n<p>1737 erkrankte Abt Edmund pl\u00f6tzlich und verstarb nach zweij\u00e4hriger Krankheit am 18. Februar 1739.<\/p>\n<p>Auf ihn folgte Abt Aurelius Braisch (1739\u20131755).<\/p>\n<p>Aurelius wird am 4. Februar 1694 als Kaspar Braisch im damals vorder\u00f6sterreichischen&nbsp; Ehingen an der Donau geboren.<\/p>\n<p>\u00dcber seine Eltern und seine Ausbildung ist nichts bekannt. Wahrscheinlich besuchte er das Gymnasium in Ehingen.<\/p>\n<p>1714 trat er in das Kloster Neresheim ein. Seine Profess legte er am 4. Juli 1714 ab.1718 wurde er zum Priester geweiht.<\/p>\n<p>Er studierte und war nachher Professor am Klostergymnasium. 1731\u22121732 war er als&nbsp; Professor der Theologie und der Philosophie in Freising t\u00e4tig. Nach seiner R\u00fcckkehr war er&nbsp; \u00d6konom in Neresheim.<\/p>\n<p>Am 3. M\u00e4rz 1739 wurde er zum Abt gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Von Anfang an war er ein grosser K\u00e4mpfer f\u00fcr die Reichsunmittelbarkeit der Abtei vor allem gegen das Haus \u00d6ttingen.&nbsp; Er f\u00fchrte deshalb viele Prozesse vor dem Reichskammergericht in Wetzlar.<\/p>\n<p>Der Klosterneubau lag schon 25 Jahre zur\u00fcck. Die hohen Baukosten hatte die Abtei verkraftet und auch wieder gen\u00fcgend Finanzmittel angesammelt.<\/p>\n<p>Bald nach seiner Wahl befasste sich Abt Aurelius mit dem Neubau der Klosterkirche. In der n\u00e4heren und weiteren Umgebung waren&nbsp; gro\u00dfe Stiftskirchen im Entstehen, wie Zwiefalten, Ottobeuren oder St. Gallen.<\/p>\n<p>Das d\u00fcrfte ihm Ansporn aber auch Anregung gewesen sein.<\/p>\n<p>1744 reiste Kaiser Franz I. (ab 1745 Mitregent von Maria Theresia-1765) mit 100 Kutschen durch Neresheim.<\/p>\n<p>1747 gewann er den gro\u00dfen W\u00fcrzburger Barockbaumeister Balthasar Neumann (1687-1753) f\u00fcr den Kirchenneubau.<\/p>\n<p>Vorarbeiten und Planung zogen sich bis 1750 hin.<\/p>\n<p>Am 04.07. 1750 legte Abt Aurelius im Beisein von Balthasar Neumann und vieler Ehreng\u00e4ste den Grundstein. Die Reichspr\u00e4laten Amandus Schindele ((1740\u20131763)&nbsp; von Kloster Elchingen,<\/p>\n<p>Reichspr\u00e4lat Caspar Geisler (1735-1753) von Kloster Roggenburg, Abt Michael Dobler (+1779) von M\u00f6nchsdeggingen und Abt Michael Schiele (1723-1765) von Kloster Fultenbach vertraten die Kl\u00f6ster.<\/p>\n<p>!753 starb Balthasar Neumann in W\u00fcrzburg Die Klosterkirche war eine Gro\u00dfbaustelle. Der Bau wurde aber im wesentlichen nach den Pl\u00e4nen Neumanns ausgef\u00fchrt. Nur die geplante Steinkuppel \u00fcber der Kirche<\/p>\n<p>wurde einfacher ausgef\u00fchrt. 1759 beschloss der Konvent, dass die geplanten sieben Kuppeln nicht in Stein sondern als wesentlich einfacher zu bauende Holzkonstruktion ausgef\u00fchrt werden sollte.<\/p>\n<p>Auch der Altarbereich h\u00e4tte nach Neumanns Vorstellungen markanter ausfallen sollen. Die Kirche gilt aber als Kr\u00f6nung barocker Baukunst.<\/p>\n<p>Abt Aurelius hatte den Bau eigenm\u00e4chtig weitergef\u00fchrt, trotz starker Opposition im Konvent, deren F\u00fchrer der bauverst\u00e4ndige P. Benedikt Maria Angehrn ist. Dieser hatte den Abt w\u00e4hrend der ganzen Bauphase begleitet.<\/p>\n<p>Diese Unstimmigkeiten f\u00fchrten dazu, dass Abt Aurelius sein Amt 1755 niederlegt. Er verstarb am 3. M\u00e4rz 1757<\/p>\n<p>Er wird als letzter Abt in der alten Klosterkirche bestattet.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Abt Benedikt III. Maria Angern (1755\u20131787)<\/p>\n<p>Er wurde als Sohn des Hans Jakob Angehrn und der Maria Euphrosina Barbara Widmer&nbsp; am 15. Juni 1720 in Hagenwil am Bodensee im Thurgau geboren und auf den Namen Franz Joseph getauft.Er verlor seine Eltern fr\u00fch. Seine Mutter starb, als er drei Jahre alt war,<\/p>\n<p>sein Vater&nbsp; als Franz Joseph, der sp\u00e4tere Benedikt 14 war. Er wurde vom Hagenwiler Pfarrherrn&nbsp; Dr. theol. Johann Anton Egger, der in Dillingen Theologie studiert hatet, gef\u00f6rdert und betreut.<\/p>\n<p>In Hagenwil ist 1725 auch sein Cousin Beda Angehrn, geboren, der sp\u00e4tere F\u00fcrstabt von St. Gallen (1767\u22121796).<\/p>\n<p>Franz-Joseph besuchte zun\u00e4chst die Klosterschule in St. Gallen. Dann studierte er ab 1738 in Dillingen. Dort ist seit 1739&nbsp; der aus Pruntrut im Kanton Jura stammende P. Franz Xaver Jacolet&nbsp; SJ (1683\u22121746) Rektor der Universit\u00e4t.<\/p>\n<p>1740 trat er als Novize in das Kloster Neresheim ein. 1741 legte er seine Profess ab und nahm den Klosternamen Benedikt an. Er kehrte nach Dillingen zur\u00fcck und studierte dort Theologie.<\/p>\n<p>Am 8. Juli 1745 wurde er im Augsburger Dom zum Priester geweiht.<\/p>\n<p>In Neresheim war er am Klostergymnasium Professor und Lehrer der Theologie im Hausstudium.<\/p>\n<p>Er war schon fr\u00fch am Kirchenneubau beteiligt und unterst\u00fctzte Abt Aurelius. Nach einem zeitgen\u00f6ssischen Bericht war er Urheber des ersten Planes, nach welchem schon 1745 mit den Erdarbeiten begonnen wurde.<\/p>\n<p>1747 gewann&nbsp;&nbsp; Abt Aurelius den W\u00fcrzburger Baumeister Balthasar Neumann. Der Grundriss und der Hauptgedanke der Planung fand die Approbation des Baumeisters.<\/p>\n<p>Beim Tode Balthasar Neumanns z\u00f6gerte Abt Aurelius mit der sofortigen Einstellung eine neuen Architekten.Auch traf er unverst\u00e4ndliche Entscheidungen zu Sparma\u00dfnahmen.Das alles f\u00fchrt zu Spannungen und Unstimmigkeiten im Konvent.<\/p>\n<p>Pater Benedikt wird Hauptkritiker des Abtes und F\u00fchrer der Klosterrebellion. Das f\u00fchrt zum R\u00fccktritt von Abt Aurelius 1755.<\/p>\n<p>Bei der Wahl am 3.M\u00e4rz 1755 wurde Benedikt mit 14 von 25 Stimmen gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Kurz nach seiner Wahl holte Abt Benedikt den 22-j\u00e4hrigen Franz Ignaz Michael Neumann, den Sohn des verstorbenen Architekten, als Experten nach Neresheim. Er entwarf den Gew\u00f6lbeplan, der in der Kunst- und Ingenieurbaugeschichte legend\u00e4r ist.<\/p>\n<p>Einen Auftrag erhielt er aber nicht. Er entlie\u00df den leitenden Baumeister Dominikus Wiedemann, der aus der Baumeister- und Stuckateurenfamilie der Wiedemann stammt und ein&nbsp; Verwandter von Michael Wiedemann (1661\u22121703) aus Unterelchingen, der Baumeister des Neresheimer Klosterneubaus ist.<\/p>\n<p>Zwei Jahre sp\u00e4ter entlie\u00df er auch den nachfolgenden Leiter, den f\u00fcrstlich oettingischen Baudirektor Conradi. Erst 1759 stellt Abt Benedikt Maria mit Johann Baptist Wiedemann (1715\u22121773) einen neuen f\u00e4higen Baumeister ein. <\/p>\n<p>Er ist&nbsp; Stadtmaurermeister in Donauw\u00f6rth, Sohn von Christian Wiedemann (um 1680\u22121739) und ebenfalls ein Verwandter.<\/p>\n<p>Aus Kostengr\u00fcnden und aus berechtigtem Misstrauen in die vorhandene Tragstruktur muss auf das massive Gew\u00f6lbe verzichtet. In der Gew\u00f6lbefrage handelte er vorsichtig.<\/p>\n<p>In der Innenausstattung handelte er fortschrittlich.<\/p>\n<p>1769 reiste er nach Ettal, um dort den Maler Martin Knoller kennenzulernen.<\/p>\n<p>Martin Knoller (1725\u22121804), aus Steinach am Brenner. Er malte 1769 in der Benediktinerabtei Ettal das Deckenbild im Chor<\/p>\n<p>Er lebte in Mailand und kam nur zu Auftr\u00e4gen \u00fcber die Alpen. Die Klarheit, Sch\u00e4rfe und Pr\u00e4zision der Arbeiten des Mail\u00e4nder K\u00fcnstlers \u00fcberzeugten den Abt Benedikt, der keine unverbindliche Rokokomalerei w\u00fcnschte.<\/p>\n<p>Er schloss 1769 einen Akkord mit Knoller und und \u00fcbertrug ihm die Gestaltung des Innenraumes der Stiftskirche. F\u00fcr den Heiligenhimmel gab der Abt das Programm vor.<\/p>\n<p>Knoller arbeitete 5 Jahre daran und bekam daf\u00fcr 20.000 Gulden, das entspricht etwa 4.258.548,00 \u20ac. <\/p>\n<p>mit 714 Quadratmeter gemalter Fl\u00e4che das gr\u00f6sste Deckenbild des 18. Jahrhunderts , gr\u00f6sser als das Treppenhausfresko Tiepolos in W\u00fcrzburg.<\/p>\n<p>Die Stukkaturen stammten von Thomas Schaidhauf (1735\u22121807), aus Raisting, einem der letzten Wessobrunner Stuckateure.<\/p>\n<p>Die Kirche konnte 1782 bezogen werden. Alles in allem kostete das 250.000 Gulden, das sind etwa 53.231.850,00 \u20ac! Das Kloster konnte die ganzen Kosten tragen, ohne Schulden machen zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich war der Kirchenbau die gr\u00f6\u00dfte Leistung in der Regierung von Abt Benedikt. Aber f\u00fcr das Kloster noch bedeutender war die Unabh\u00e4ngigkeit von den Grafen von Oettingen-Wallerstein.<\/p>\n<p>1764 erreichte Abt Benedikt einen Vergleich mit dem Hause Oettingen, der von Kaiser Franz und dem h\u00f6chsten Reichsgericht anerkannt wurde.<\/p>\n<p>Das Kloster war nun unmittelbares freies Reichsstift und Abt Benedikt wurde ins Reichspr\u00e4latenkollegium mit Sitz und Stimme im Schw\u00e4bischen Kreis aufgenommen.<\/p>\n<p>Das Haus Oettingen verzichtete auf die Vogteirechte und damit auf die Landeshoheit, die Abtei auf mehr als ein Drittel ihres Besitzes.<\/p>\n<p>F\u00fcr Neresheim hatte das die Folge, dass die meisten H\u00e4user beim Kloster ausbaut wurden, weil jetzt eine eigene Administration mit Oberamtmann und Kanzlei geschaffen werden mu\u00dfte.<\/p>\n<p>Auch im Orden war Abt Benedikt t\u00e4tig.<\/p>\n<p>von 1766\u20131772 war er Visitator und 1772\u20131778 Pr\u00e4ses der Niederschw\u00e4bischen Benediktinerkongregation.Um die Abtei Fultenbach vor dem Ruin zu retten, war er dort von 1773\u20131777 als Administrator t\u00e4tig. Von 1778\u20131782 war er kaiserlicher Administrator von St. Ulrich und Afra in Augsburg.<\/p>\n<p>Das Schulwesen in seinem Herrschaftsgebiet f\u00f6rderte er und es erhielt wichtige Verbesserungen. Ab 1772 wurde auch in Schulen Visitationen angeordnet. Handwerksz\u00fcnfte wurden eingerichtet. Neue Stra\u00dfen und Wege wurden gebaut. Das alles f\u00fchrte zu mehr Wohlstand.<\/p>\n<p>Im Kloster achtete er auf Disziplin. Auf die Fortbildung seiner M\u00f6nche legte er gro\u00dfen Wert. Dorthin hatte er Pater Melchior G\u00f6ttis vom vorder\u00f6sterreichischen Kloster Wiblingen als Schulleiter berufen, Dieser hatte dort die Lehrmethoden kennengelernt, als in <\/p>\n<p>\u00d6sterreich die Normalschulen eingerichtet wurden. Sein Wissen hatte er auch an den Kapitularen Benedikt Pracher weitergegeben. Diese Lehrmethode wurde dann an allen reichstiftischen Schulen eingef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Viele schickte er zum Studium an Universit\u00e4ten. 1766 hielt das Kloster sogar einen eigenen Sprachlehrer f\u00fcr Franz\u00f6sisch.<\/p>\n<p>Seine besten Leute schickte er als Lehrer an andere Schulen, sechs zum Beispiel nach Freising. Pater Ulrich V\u00f6gele (Profess 1760) war&nbsp; erst Professor<\/p>\n<p>im Kloster Amorbach und in Freising einmal Schulpr\u00e4fekt von 1772-1776 Regens in Freising.<\/p>\n<p>Gute Beziehungen hatte er zu Herzog Carl Eugen (1737-1793)von W\u00fcrttemberg.Er schickte Pater Benedikt Werkmeister&nbsp; als Hofprediger nach W\u00fcrttemberg.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem schickte er Pater Beda Bracher nach Stuttgart. Dieser war bis 1782 in Neresheim Schuldirektor. 1783 schickte er ihn zu seinem Cousin F\u00fcrstabt von St. Gallen zur Einrichtung von Schulen im Bereich dieser F\u00fcrstabtei.<\/p>\n<p>Ab 1786 sollte er dann mithelfen in W\u00fcrttemberg auch katholische Schulen einzurichten.<\/p>\n<p>M\u00f6glicherweise ist im in W\u00fcrttemberg der Maler Martin Knoller empfohlen worden.<\/p>\n<p>Er errichtete den Konventsgarten.Er legte die Weiler Niesitz, heute Ebnat und Steinweiler an und errichtete dort insgesamt etwa 50 H\u00e4user.<\/p>\n<p>Dann konnte er die Hofmark Ziertheim erwerben.<\/p>\n<p>Seinen Cousin, den F\u00fcrstabt Beda besuchte er vier mal. Erstmals 1763. Dann war er bei Bedas Abtsweihe 1767 dabei. 1771 besucht er ihn wieder. 1772 waren beide \u00c4bte<\/p>\n<p>der feierlichen Translation des Katakombenheiligen Benediktus in die Pfarrkirche von Hagenwil anwesend. 1774 war er wieder in St. Gallen und 1783 bereiste er zusammen mit seinem Cousin<\/p>\n<p>12 Tage lang das F\u00fcrstenland. Auch hatte er seinen Lehrer Beda Pracher 1783 nach St. Gallen geschickt zur Unterst\u00fctzung des dortigen Volksschulaufbau.<\/p>\n<p>Allerdings war der Umgang mit ihm sehr schwierig. In \u201c Der Sammler, Belletristische Beilage zur Augsburger Abendzeitung, 1881, bezeichnet Abt Benedikt auf Seite 4 als \u201ceine merkw\u00fcrdige, h\u00f6chst eigenartige Person,<\/p>\n<p>Despot vom Scheitel bis zur Sohle.\u201d Er lie\u00df nur seinen eigenen Willen zur Geltung kommen. Seine Ko0nventualen schikanierte er geradezu . Oft wurden sie mit geradezu kindischen Strafen bedacht oder auch heruntergeputzt.\u00c4hnlich urteilt das Di\u00f6zesanarchiv f\u00fcr Schwaben<\/p>\n<p>Stuttgart 1895, S. 186, bescheinigt ihm H\u00e4rte gegen seine Konventualen, eine Mangel an Verst\u00e4ndnis f\u00fcr jede wissenschaftliche T\u00e4tigkeit, eine Soldatennatur, dessen eiserner Willenskraft sich alles beugen musste, was sich ihm hindernd entgegenstellte.<\/p>\n<p>Posiiver sieht es Nack (Profess in Neresheim1770), der 1792 die Klostergeschichte geschrieben hatte. Im Abschnitt \u00fcber Abt Benedikt schreibt er \u201cdiesen,gerade diesen Mann musste Neresheim haben, um das zu werden, was es wirklich ist. (S.176)<\/p>\n<p>In seinen letzten Jahren war er geistig v\u00f6llig klar, litt aber an sehr schmerzhaftem Podagra.<\/p>\n<p>Er verstarb am 24. Juli 1787, nachdem er 32 Jahre regiert hatte. Er ruhte auf eigenen Wunsch auf dem Friedhof.<\/p>\n<p>Auf ihn folgte als letzter Abt vor der S\u00e4kularisation des Klosters Abt Michael Dobler (1787\u20131803)<\/p>\n<p>Er ist am 30. Juni 1730 in Holzheim, heute Landkreis Dillingen als Johannes Evangelist&nbsp; geboren. Dort wurde auch sein Onkel geboren, der von 1743-1771 als Michael Dobler<\/p>\n<p>in Kloster M\u00f6nchsdeggingen Abt war. Johannes Evangelist trat in das Kloster Neresheim ein und legte dort am 5. Juli1750 seine Profess ab. Er nahm den Klosternamen Michael an.<\/p>\n<p>Am 20. September 1855 in Augsburg zum Priester geweiht und feierte am 5. Oktober 1755 seine Primiz.<\/p>\n<p>Vor seiner Wahl war er in Neresheim \u00d6konom und langj\u00e4hriger Vorstand des Forstwesens. In beiden \u00c4mtern hatte er sich um das Kloster verdient gemacht.<\/p>\n<p>Nach dem Tod von Abt Benedikt fand am 21. August 1787 die Wahl zum Abt statt.Sein bescheidener und friedliebender Charakter pr\u00e4destinierte ihn zum Nachfolger des doch sehr dominanten Benedikt. <\/p>\n<p>Der Wissenschaft gegen\u00fcber war er sehr aufgeschlossen.<\/p>\n<p>Er verwendete j\u00e4hrlich eine bedeutende Summe f\u00fcr die Bibliothek.<\/p>\n<p>Selbst naturwissenschaftlich gebildet bem\u00fchte sich um eine zeitgem\u00e4\u00dfe Ausbildung der Jugend im Stiftsgymnasium, f\u00fcr das er eine umfangreiche Naturaliensammlung und viele physikalische und chemische Ger\u00e4te beschaffte. <\/p>\n<p>Auch im Alltag physikalische Erkenntnisse durch und sorgte in und um Neresheim, z. B. Nattheim 1792 f\u00fcr die Errichtung von Blitzableitern.<\/p>\n<p>Im Kloster bildete er auch ein M\u00fcnzkabinett.<\/p>\n<p>1792 errichtete er eine Druckerei in Neresheim. Darin erschien z. B. Enikels Weltchronik,&nbsp; die der damalige Bibliothekar des Klosters P. Magnus Faus 1792 ank\u00fcndigte.<\/p>\n<p>Abt Michael lie\u00df auch das Gebiet des Reichsstiftes genau kartographisch aufnehmen. <\/p>\n<p>Die Schulen&nbsp; im Klostergebiet und im Stift wurden weiter besser ausgestattet.<\/p>\n<p>1792 weihte der Augsburger Weihbischof Johann Nepomuk von Ungelter (1779-1804) feierlich ein.<\/p>\n<p>Von 1792 bis 1797 liess er von dem Ottobeurener Orgelbaumeister Johann Nepomuk Holzhey (1741-1809) die gro\u00dfe Hauptorgel in die Klosterkirche einbauen.<\/p>\n<p>Holzhey war der letzte barocke Orgelbauer und die Orgel in Neresheim die letzte gro\u00dfe Barockorgel in S\u00fcddeutschland.<\/p>\n<p>Am 14. Juli 1789 war der Sturm auf die Bastille die Initialz\u00fcndung f\u00fcr die franz\u00f6sische Revolution. Auch der erste Koalitionskrieg, der von 1792-1797&nbsp; gef\u00fchrt wurde, <\/p>\n<p>hatte auf Deutschland zun\u00e4chst keine direkten Auswirkungen. Das \u00e4nderte sich erst ab 1796. Der franz\u00f6sische General Jean-Victor Moreau (1793-1813) \u00fcberschritt <\/p>\n<p>am 24. Juni 1796 den Rhein bei Kehl.<\/p>\n<p>Der \u00f6sterreichische General Karl von \u00d6sterreich-Teschen (1771-1847), der zu der Zeit Reichsfeldmarschall war und den Oberbefehl \u00fcber s\u00e4mtliche Reichstruppen an der Rheinfront hatte,<\/p>\n<p>griff am 11. August 1796 in der Schlacht bei Neresheim die Truppen&nbsp; von General Moreau an, was als Schlacht bei Neresheim bekannt wurde. Die Franzosen erk\u00e4mpften sich den Durchmarsch nach Bayern.Bei diesen K\u00e4mpfen ging die<\/p>\n<p>nahe dem Kloster gelegene Wallfahrtskirche Maria Buch in Flammen auf.<\/p>\n<p>Abt Michael hatte die Sch\u00e4tze des Klosters und das Archiv&nbsp; zun\u00e4chst nach Regensburg, dann nach Augsburg und schlie\u00dflich nach Salzburg zu verlegen.<\/p>\n<p>General Moreau verlegte sein Hauptquartier ins Kloster Neresheim. Das Kloster kam relativ unbeschadet davon. Die Umgebung des Klosters aber wurde stark in Mitleidenschaft gezogen.<\/p>\n<p>Einmal musste der Abt kurz das Kloster verlassen, weil das Kloster st\u00e4ndig von Generalen, Soldaten und Bediensteten wimmelte.<\/p>\n<p>Sein Goldenes Priesterjubil\u00e4um am 4. Juli 1800 konnte er aber feiern.Der franz\u00f6sische General Charles-Louis Grandjean (1768-1828) nahm mit seinen Offizieren an der Feier teil.<\/p>\n<p>Anl\u00e4sslich seines Priesterjubil\u00e4ums richtete er den nach ihm benannten Dobler-Fond zur Ausbildung talentierter Jungen aus dem Reichsterritorium ein.<\/p>\n<p>Der Krieg verschlang f\u00fcr das Kloster ungeheure Summen. In der Regel wurden Brandschatzungen kassiert. Verpflegung f\u00fcr die Truppen musste gestellt werden.<\/p>\n<p>Der Frieden von Lun\u00e9ville vom 9. Februar 1801 regelte die Eingliederung der1794 besetzten linksrheinischen Gebiete in das franz\u00f6sische Staatsgebiet.<\/p>\n<p>Den F\u00fcrstent\u00fcmern des Heiligen R\u00f6mischen Reiches wurde eine Entsch\u00e4digung durch die S\u00e4kularisation geistlicher und zum Teil auch Mediatisierung kleinerer weltlicher Territorien zugesagt. <\/p>\n<p>Der Reichsdeputationshauptschluss&nbsp; vom 25. Februar 1803 setzte so die Bestimmungen des Vertrags von Lun\u00e9ville um. Die geistlichen gebiete wurden s\u00e4kularisiert und so verschwanden&nbsp; fast alle geistlichen Herrschaften wie Hochstifte oder Reichsabteien. Insgesamt reduzierte sich bei dieser sogennanten Napoleonischen Flurbereinigung die Zahl der Territorien von mehreren hundert auf etwa vierunddrei\u00dfig; \u00fcber drei Millionen Menschen bekamen neue Landesherren. <\/p>\n<p>Von den 47 Reichsst\u00e4dten wurden bis auf 6 mediatisiert, das heisst, sie verloren ihre Selbstst\u00e4ndigkeit.<\/p>\n<p>Neresheim h\u00f6rte am 22. Dezember 1802 auf, ein Reichstift zu sein.<\/p>\n<p>Das Stift fiel an F\u00fcrst Carl Anselm von Thurn und Taxis (1733-1805). Am 22. Dezember 1802 lie\u00df F\u00fcrst Karl Anselm durch seinen Pr\u00e4sidenten Johann Jacob Graf von Westerholt (+&nbsp; 1814) \u201cvom Kloster nebst allen Zubeh\u00f6rden Zivilbesitz ergreifen.<\/p>\n<p>Er erkl\u00e4rte das Kloster und das Klosterinternat f\u00fcr aufgehoben. Das Kloster hatte zu diesem Zeitpunkt 25 Patres und 5 Laienbr\u00fcder.<\/p>\n<p>Das Stiftsgebiet umfasste 1 1\/2 Quadratmeilen und hatte 2500 Einwohner. Dazu kam noch die Hofmark Ziertheim mit 350 Einwohnern.<\/p>\n<p>Abt Michael bekam vom neuen Landesherrn eine Pension von 4500 fl. das sind etwa 962.630,00 \u20ac<\/p>\n<p>Abt Michael war mit F\u00fcrst Carl Anselm befreundet. Der F\u00fcrst schloss auch das Internat nicht, sondern gr\u00fcndete am 25. Juli 1803 das \u201cLyzeum Carolinum\u201d. Die M\u00f6nche, die dort bisher Lehrer waren, hatten einen Lehr- und Organisationsplan zu entwerfen.<\/p>\n<p>13 Exkonventualen erteilten nun an dem neuen Institut kostenlosen Unterricht. Haupts\u00e4chlich sollten dort Lehrer herangebildet werden.<\/p>\n<p>Allerdings verstarb F\u00fcrst Carl Anselm schon im November 1805.Das Lyzeum verlor so seinen G\u00f6nner.<\/p>\n<p>Der ehemalige Abt ging mit einem Konventualen nach Ziertheim und sp\u00e4ter nach Dillingen, wo er am 15. August 1815 verstarb. Dort ist er seinem Wunsch gem\u00e4\u00df bestattet.<\/p>\n<p>Mit der Mediatisierung von 1806 mussten die F\u00fcrsten von Thurn und Taxis die Landeshoheit auf- und an Bayern abgeben. Das Lyzeum wurde aufgel\u00f6st.<\/p>\n<p>Der K\u00f6nig von Bayern hatte Kloster und Kirche von Neresheim zum Abbruch freigegeben.<\/p>\n<p>1810 war die Grafschaft Taxis und mit ihr das ehemalige Reichsstift Neresheim an das K\u00f6nigreich W\u00fcrttemberg gekommen.<\/p>\n<p>K\u00f6nig Friedrich I. von W\u00fcrttemberg (1806-1816)&nbsp; verhinderte einen geplanten Abbruch von Kirche und Kloster.  <\/p>\n<p>Im Kloster wurden das Amtsgericht, die f\u00fcrstliche Rentkammer und Wohnungen f\u00fcr den Schlosspfarrer und Bedienstete der F\u00fcrstenfamilie untergebracht; das Klostergut und die Klosterbrauerei waren verpachtet.<\/p>\n<p>P. Karl Nack hatte 1814 durch ein Bittgesuch an den Wiener Kongress versucht, Kloster Neresheim wieder her zustellen, aber vergeblich.<\/p>\n<p>F\u00fcrst Albert von Thurn und Taxis verpachtete einen Gro\u00dfteil der Klosteranlagen an die Vinzentinerinnen<\/p>\n<p>Von 1894-1904 f\u00fchrten sie dort ein M\u00e4dchenschutzheim, die Anstalt vom Guten Hirten.<\/p>\n<p>Von 1905 \u20131921 betrieben die Vinzentinerinnen dann in Neresheim eine Anstalt f\u00fcr behinderte Kinder.<\/p>\n<p>Im Ersten Weltkrieg wurde im Torbau auch ein Reservelazarett unterhalten.<\/p>\n<p>Nach dem Zusammenbruch der Donaumonarchie wurden 1919 die deutschsprachigen Benediktiner 1919 aus ihrer Abtei Emaus in Prag vertrieben.<\/p>\n<p>Sie suchten in S\u00fcdwestdeutschland ein leerstehendes Benediktinerkloster und fanden dieses in Neresheim.<\/p>\n<p>1880 gelangte das&nbsp; Emauskloster in Prag mit Zustimmung des Kaisers Franz Joseph I. (1848-1918) und des Prager Kardinals Friedrich zu Schwarzenberg (1849-1885) an die Beuroner Kongregation, die 1873 vom Papst best\u00e4tigt wurde. Damals wurden infolge des Kulturkampfs<\/p>\n<p>(Konflikt zwischen Papst Pius IX.(1848-1878) und dem deutschen Reichskanzler Otto von Bismarck (1871-1890)<\/p>\n<p>die M\u00f6nche aus der Erzabtei Beuron vertrieben und kamen am 19. M\u00e4rz 1880 in Prag an.<\/p>\n<p>Die Anstalt f\u00fcr Kinder siedelte um in das f\u00fcrstliche Schl\u00f6sschen von Heudorf am Bussen<\/p>\n<p>Am&nbsp; 14. Juni 1920&nbsp; errichtete Papst Benedikt XV. (1914-1922) die Abtei wieder.<\/p>\n<p>Erzabt Raphael Walzer (1918-1937) von der Beuroner Kongregation berief Pater&nbsp; zum ersten Abt des wiedererrichteten Klosters. Bernhard Durst (1921-1965, + 1966) wurde am<\/p>\n<p>am 8. September 1921 vom Rottenburger Di\u00f6zesanbischof Paul Wilhelm von Keppler (1898-1926) zum Abt geweiht.<\/p>\n<p>Der Konvent wurde aus vertriebenen M\u00f6nchen und M\u00f6nchen aus Beuron gegr\u00fcndet. Neresheim wurden die Rechte des alten Klosters \u00fcbertragen.<\/p>\n<p>Die wirtschaftliche Lage war in der Nachkriegszeit nat\u00fcrlich nicht rosig. Trotzdem richtete der Konvent gleich daran, in den R\u00e4umen, die als Klosterbrauerei genutzt<\/p>\n<p>wurden, eine staatlich anerkannte landwirtschaftliche Winterschule mit 100 Internatspl\u00e4tzen einzurichten.&nbsp; Von 1923-1928 wurden dort Jungbauern aus dem Oberland, Ostw\u00fcrttemberg und Hohenlohe fachlich und menschlich weitergebildet.<\/p>\n<p>Einige Patres machten&nbsp; an der heutigen Universit\u00e4t hohenheim, damals sei 1904 Landwirtschaftliche Hochschule Hohenheim ein Zweitstudium und unterrichteten dann in Neresheim.<\/p>\n<p>In den Sommermonaten wurden die R\u00e4ume f\u00fcr Exerzitien, Kurse und Tagungen, besonders auch des katholischen Akademikerverbandes, genutzt. <\/p>\n<p>1923 trat Max Emanuel von Thurn und Taxis (1902-1994) 4. Sohn von F\u00fcrst Albert I. von Thurn und Taxis (1867-1952) in das Kloster Neresheim ein.<\/p>\n<p>1297 legte er dort seine Profess ab. Er hatte de Klosternamen Emmeran, nach dem Heiligen Emmeran von Regensburg bekommen oder auch&nbsp; nach dem Thurn und Taxis\u2019schen Stammsitz Schloss St. Emmeram in Regensburg.<\/p>\n<p>Aus diesem Anlass schenkte F\u00fcrst Albert Kirche, Klostergeb\u00e4ude und 200 ha Felder und Wiesen dem Neresheimer Konvent zur\u00fcck. <\/p>\n<p>Die Laienm\u00f6nche sorgten in dem landwirtschaftlichen Musterbetrieb und einigen Werkst\u00e4tten f\u00fcr den Lebensunterhalt.<\/p>\n<p>Die Patres setzten sich in der Seelsorge und in der wissenschaftlichen Arbeit ein. Au\u00dferdem pflegten eine von der Gregorianik gepr\u00e4gte feierliche Liturgie.<\/p>\n<p>Sie richteten eine neue Bibliothek ein,deren B\u00fccherbestand den der barocken Bibliothek bald \u00fcbertraf.<\/p>\n<p>Nachwuchsprobleme hatte das Kloster damals nicht. Zu beginn des 2. Weltkrieges konnte Neresheim&nbsp; mit ungef\u00e4hr 30 Patres und ungef\u00e4hr 40 Br\u00fcdern einen H\u00f6chststand verzeichnen.<\/p>\n<p>Den nationalsozialistischen Machthabern war Kloster Neresheim ein Dorn im Auge. Sie konnten es aber nicht enteignen, da es rechtlich zum Besitz der F\u00fcrsten von Thurn und Taxis geh\u00f6rte.<\/p>\n<p>Aber 1940 wurde es&nbsp;&nbsp; von der &#8222;Volksdeutschen Mittelstelle&#8220; zur Unterbringung von ca. 1200 Umsiedlern beschlagnahmt und bis August 1945 als Umsiedlungslager f\u00fcr Volksdeutsche gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Viele Patres und Br\u00fcder waren eingezogen. Die Verbliebenen mussten sich auf&nbsp; die Klosterkirche, der Konventgarten und eine kleine Anzahl von&nbsp; R\u00e4ume im Konventsbau beschr\u00e4nken.<\/p>\n<p>Abt Bernhard Dunst war von 1948 bis 1960 nicht nur Abt in Neresheim sondern auch Pr\u00e4ses der Beuroner Benediktinerkongregation.<\/p>\n<p>Am 25. Juli 1965 legte er Alters-und Krankheitsbedingt die Leitung der Abtei nieder.<\/p>\n<p>Pater Johannes Kraus wurde am am 14. August 1965 als Nachfolger von Abt Bernhard Dunst gew\u00e4hlt. Er ist am 8. August 1804 als Karl Kraus geboren. Sein Vater war Brauereibesitzer in Kellm\u00fcnz.<\/p>\n<p>Karl trat 1926 als Novize in das Kloster Neresheim ein.<\/p>\n<p>Von 1940 bis Kriegsende war er Sanit\u00e4tsgefreiter \u00fcberwiegend auf dem Balkan. Aus englischer Kriegsgefangenschaft entlassen war er von 1946\u20131947 freiwillig Lagerpfarrer im Kriegsgefangenenlager Dijon in Frankreich. <\/p>\n<p>Von 1947 bis 1956 unterrichtete er weiter Philosophie in Neresheim und war als Seelsorger in Nordw\u00fcrttemberg t\u00e4tig.<\/p>\n<p>1956 wurde er Spiritual in der Benediktinerinnenabtei St. Erentrud in Kellenried (bei Weingarten).&nbsp; Das blieb er bis zu seiner Wahl zum Neresheimer Abt.<\/p>\n<p>Am 8. September 1965 wurde er durch den Rottenburger durch Di\u00f6zesanbischof Carl Joseph Leiprecht (1949-1974 R\u00fccktritt) benediziert.<\/p>\n<p>Schon Bernhard Dunst hatte 1936-1938 den Chor der Abteikirche gem\u00e4\u00df den Pl\u00e4nen Balthasar Neumanns umgestaltet.<\/p>\n<p>Baufehler aus der Erbauungszeit und Alterungssch\u00e4den aus den folgenden zwei Jahrhunderten hatten den Bauk\u00f6rper so geschw\u00e4cht, dass Zusatzbelastungen aus dem \u00dcberschallknall der D\u00fcsenj\u00e4ger nicht mehr aufgenommen werden konnten und mit einem Einsturz des Daches \u00fcber der Vierungskuppel gerechnet werden musste. Am 13. Juli 1966 wurde die Kirche baupolizeilich geschlossen.<\/p>\n<p>Dann wurde der&nbsp; Bau nach Grunds\u00e4tzen moderner Denkmalspflege so restauriert, dass sie sich heute so zeigt, wie es der K\u00fcnstler Ende des 18. Jahrhunderts gestaltet hatte. Auch den Grunds\u00e4tze der nachkonziliaren Liturgie folgend wurde der Altartisch des Hochaltars umschreitbar freigestellt und am 9. September 1975 von Di\u00f6zesanbischof Georg Moser (975-1988) geweiht.<\/p>\n<p>Abt Johannes resignierte wegen Krankheit am 16. August 1977 und starb schon am 27. Oktober 1977.<\/p>\n<p>Zu seinem Nachfolger wurde1977&nbsp; Norbert Stoffels gew\u00e4hlt und am am 8. September 1977 durch Bischof Dr. Georg Moser benediziert.<\/p>\n<p>Abt Norbert wurde am 12. Feb. 1936 in J\u00fclich als Wolfram Stoffels geboren. Er trat 1955 in das Kloster Neresheim ein. Nach seiner Profess am 5. Okt. 1956 nahm er den Klosternamen Norbert an.<\/p>\n<p>In Neresheim studierte er Philosophie und dann Theologie in Beuron. Am 20. August 1961 wurde er zum Priester geweiht.<\/p>\n<p>In Neresheim war er in der Klosterverwaltung und als Zeremoniar t\u00e4tig. Seit 1964 war er Geb\u00e4udeinspektor und als solcher f\u00fcr die Klostergeb\u00e4ude zust\u00e4ndig.<\/p>\n<p>Nachdem die Klosterkirche 1966 geschlossen wurde, \u00fcbernahm er f\u00fcr Abt Johannes weitgehend die Arbeiten, die f\u00fcr die Sanierung der Kirche notwendig waren.<\/p>\n<p>Er wurde im Laufe der Sanierung zu einem anerkannten Experten in der Bau- und Kunstgeschichte. Wegen seiner Verdienste um den Erhalt der Klosterkirche&nbsp; erhielt er <\/p>\n<p>an seinem 60. Geburtstag das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse und 2006 die Verdienstmedaille des Landes Baden-W\u00fcrttemberg.<\/p>\n<p>Er war auch in der \u00dcbersetzungskommission der Salzburger \u00c4btekonferenz t\u00e4tig und an der Herausgabe der Neu\u00fcbersetzung und&nbsp; der Benediktsregel beteiligt, deren erste Auflage (lat.-dtsch.) 1992 erschien. <\/p>\n<p>Die Bedingungen in der Landwirtschaft hatten sich stark gewandelt, was nat\u00fcrlich auch Auswirkungen auf die landwirtschaftliche Winterschule hatte. Diese wurde von immer weniger Sch\u00fclern besucht.Sie&nbsp; musste&nbsp; gem\u00e4\u00df Konventsbeschluss <\/p>\n<p>1968 geschlossen werden. Die bisher schulisch genutzten Geb\u00e4ude wurden on 1970 bis 1987 unter Mithilfe von Kirche und Land zu einem modernen Tagungshaus mit Touristengastronomie um- und ausgebaut,&nbsp; dem Neresheimer Klosterhospiz. <\/p>\n<p>Dort werden heute gut 100 Veranstaltungen unter den&nbsp; Leitworten Besinnung, Bildung und Begegnung&nbsp; angeboten. Dazu kommen viele Gasttagungen von Verb\u00e4nden und Unternehmen.<\/p>\n<p>Im Martin-Knoller-Haus, einem der Beamtenh\u00e4user des ehemaligen Reichsstiftes am Ulrichsberg, ist eine Jugend- und Familienbegegnungsst\u00e4tte das Hospiz untergebracht.<\/p>\n<p>Abt Norbert wurde 2006 wiedergew\u00e4hlt. Seine Amtszeit endete satzungsgem\u00e4\u00df am 21. Februar 2012. Schwer krebskrank zog sich Stoffels vollkommen aus der \u00d6ffentlichkeit zur\u00fcck. Er verstarb am 24. April 2013.<\/p>\n<p>Er ist auf dem Klosterfriedhof beigesetzt.<\/p>\n<p>Nach seinem Tod tauchte aber ein R\u00e4tsel auf. In seinem Nachlass fanden sich zwei Konten mit insgesamt mehr als 4,4 Millionen \u20ac. Woher es stammt und zu welchem Zweck es diente, ist nicht gekl\u00e4rt.<\/p>\n<p>2014&nbsp; klagte&nbsp; ein Krefelder Rechtsanwalt Teile des Geldes ein und gab an, Treuh\u00e4nder des Depots zu sein. Die Klage wurde abgewiesen, da der Anwalt, so das Landgericht Ellwangen weder eindeutige noch gerichtsfeste Beweise f\u00fcr seine Forderungen vorlegen konnte,<\/p>\n<p>Die Staatsanwaltschaft Krefeld ermittelte wegen Verdachts der Geldw\u00e4sche. Das Verfahren wurde sp\u00e4ter eingestellt, da die Vorw\u00fcrfe verj\u00e4hrt waren.<\/p>\n<p>Der Bundesgerichtshof sprach im Februar 2019 das Geld in letzter Instanz den Benediktinern zu. Zumal, was die Herkunft der Millionen betrifft, auch keine dunklen Quellen ausgemacht werden konnten. <\/p>\n<p>Albert Knebel wurde 2012 Prior-Administrator. 2018 wurde er in seinem Amt best\u00e4tigt, allerdings mit neuem Titel n\u00e4mlich Konventual-Prior. Seine Amtszeit betr\u00e4gt nun sechs Jahre im Gegensatz zu den bisherigen drei Jahren als Prior-Administrator.<\/p>\n<p>Die M\u00f6nche w\u00e4hlten keinen Abt. Der Konventual-Prior die gleichen Rechte und Pflichten wie ein Abt, tr\u00e4gt jedoch nicht seine Insignien, also Stab, Siegelring, Brustkreuz und Mitra. Jedoch wird \u00fcberlegt, ob ein Konventual-Prior k\u00fcnftig nicht ein Brustkreuz bekommt. Die Amtszeit ist mit sechs Jahren doppelt so lange wie die eines Prior-Administrators.<\/p>\n<p>Kloster Neresheim hatte im M\u00e4rz 2018 noch acht M\u00f6nche.<\/p>\n<p>Beuroner Kongregation umfasst 17 M\u00e4nner- und Frauenkl\u00f6ster.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/e\/ef\/Neresheim_-_Abtei_%C3%BCber_der_Stadt_02.jpg\/220px-Neresheim_-_Abtei_%C3%BCber_der_Stadt_02.jpg\" width=\"220\" height=\"253\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Noch im 17. 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