{"id":3296,"date":"2023-12-06T14:05:55","date_gmt":"2023-12-06T14:05:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=3296"},"modified":"2024-02-10T16:11:35","modified_gmt":"2024-02-10T16:11:35","slug":"benediktinerabtei-gengenbach","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=3296","title":{"rendered":"Benediktinerabtei Gengenbach"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <\/p>\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" border=\"0\" alt=\"Gengenbach &ndash; romanische Stadtkirche St. Marien von S&uuml;dosten\" src=\"https:\/\/www.rhein-eifel.tv\/fileadmin\/_processed_\/3\/f\/csm_gengenbach-st-marien-suedost_a4c02d7eef.jpg\" width=\"728\" height=\"483\"><\/p>\n<p>Das Kloster wurde 727 und 757 im Kinzigtal in der Ortenau von Abtbischof Pirmin gegr\u00fcndet wurde. Seine um 850 verfasste Vita Pirmini berichtet von der Klostergr\u00fcndung. Er z\u00e4hlt zu den iro-schottischen&nbsp; Wanderm\u00f6nchen,<\/p>\n<p>die im fr\u00e4nkischen Reich nach der V\u00f6lkerwanderung den christlichen Glauben verbreiteten und das kirchliche Leben neu organisierten. Pirmin vertrat die Lehre der Peregrinatio, das ist die Abkehr von der profanen Welt.<\/p>\n<p>Das spricht f\u00fcr eine irische Herkunft Pirmins. Er amtierte als Bischof in Meaux bei Paris, vor er unter dem Schutz des fr\u00e4nkischen Hausmeiers Karl Martell (zwischen 688 und 691- 741) und wohl auch in dessen Auftrag im<\/p>\n<p>alemannischen Raum wirkte. Er gr\u00fcndete vor allem Kl\u00f6ster, denen er die Regel des Heiligen Benedikt von Nursia (um 480-547) gab.in seinen Kl\u00f6stern galt allerdings eine regula mixta.<\/p>\n<p>724 brachte ihn der Alemanne Sintlaz auf die Insel Reichenau. Dort gr\u00fcndete er das Kloster Mittelzell unter dem Schutz von Karl Martell. Das brachte ihn in Widersptuch zu Theudebald (709- 745), dem Sohn des verstorbenen Alemannenherzogs<\/p>\n<p>Gotfrid (+709) Theudebald musste Pirmins Wirken als Provokation empfinden. Er vertrieb Pirmin 727 von der Reichenau. (zu Pirmin und der Reichenau siehe Mei B\u00fcchle Kloster Reichenau)<\/p>\n<p>Von dort ging er zun\u00e4chst ins Elsass nach Murbach. Dort gr\u00fcndete er das Kloster Murbach.<\/p>\n<p>Welche Rolle Pirmin bei der Gr\u00fcndung der Ortenaukl\u00f6ster Gengenbach, Schuttern und Schwarzach gespielt hat, ist ungewiss. <\/p>\n<p>Karl Martell liquidierte kurz vor seinem Tod das alemannische Herzogtum als Institution.Es fiel rechtens in seine H\u00e4nde. Die S\u00f6hne Karl Martells beauftragte die Grafen Ruhard (* vor 790) und Warin (+ 774) mit<\/p>\n<p>der \u201ccura totius Alemanniiae\u201d, das heisst, sie setzten die fr\u00e4nkische Grafschaftsverfassung durch und organisierten das Fiskalgut. Warin war ein Graf im Thurgau und Ruthard wird nach dem Medi\u00e4visten<\/p>\n<p>Josef Fleckenstein allgemein zu den Stammv\u00e4tern der Welfen gez\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Ruthard gr\u00fcndete das Kloster Gengenbach und stattete es mit G\u00fctern aus.Er w\u00e4hlte es zu seinem und seiner Frau Irmengarda Grabkloster.<\/p>\n<p>Die Quellenlage ist f\u00fcr Gengenbach nicht sehr g\u00fcnstig.W\u00e4hrend des&nbsp; 30-j\u00e4hrigen Krieges und auch w\u00e4hrend des Pf\u00e4lzischen Erbfolgekrieges wurden Stadt und Kloster schwer heimgesucht. Viele Urkunden gingen verloren.<\/p>\n<p>Zur Besiedlung mit M\u00f6nchen wandte er sich an den Erzbischof von Metz, Chrodegang (742-766) Dieser entsandte M\u00f6nche aus dem Kloster Gorze nach Gengenbach. Gorze war ein Eigenkloster von Erzbischof Chrodegang,<\/p>\n<p>der es um 757 gegr\u00fcndet hatte. Damit war Gengenbach zusammen mit den Kl\u00f6stern Schuttern und Schwarzach, die ebenfalls von Ruthard gegr\u00fcndet und dotiert worden waren, ein wichtiger St\u00fctzpunkt<\/p>\n<p>f\u00fcr das rechtsrheinische Vordringen der Franken. <\/p>\n<p>Das Kloster nahm die Ordensregel des Chrodegang von Metz an.<\/p>\n<p>Kloster Gengenbach entwickelte sich rasch und wurde bald zum gr\u00f6\u00dften Kloster der Ortenau. Um 820 lebten in Gengenbach schon 70 M\u00f6nche und um 846 schon 99 M\u00f6nche.<\/p>\n<p>Man nimmt an, dass der Konvent in karolingischer Zeit auch Reichsabtei wurde. 887 beschenkte Karl III (der Dicke)(885-887) Kloster Gengenbach.<\/p>\n<p>\u201cbeschenkt das von herzog Ruthard gestiftete kloster Gengenbach am fluss Kinzig im gau Mortenau auf bitte des erzkanzlers bischof Liutward von Vercelli von neuem mit der freiheit und gew\u00e4hrt freie abtwahl\u201d. RI I n. 1764<\/p>\n<p>F\u00fcr die zeit bis 820 werden die \u00c4bte Rustenus (8. Jh.), Burkhard, Leutfried, Cosman, Anselm, Gauthier, Volmar, Otho, Benno, Rado, Ammilo (?) und Alfram (\u2013ca. 820) namentlich genannt.<\/p>\n<p>1007 schenkte K\u00f6nig Heinrich II. (1004-1024 und von 1014-1024 Kaiser) Kloster Gengenbach seinem neugegr\u00fcndeten Bistum Bamberg. Der bisherige reichsfreie Konvent wurde so zum bisch\u00f6flichen Eigenkloster.<\/p>\n<p>Heinrich stellte dazu am 1. November 1007 eine Urkunde aus. RI II,4 n. 1673 \u201cHeinrich schenkt dem Bistum Bamberg die Abtei Gengenbach (S\u00fcdbaden, Kr. Offenburg) im Gau Ortenau in der Grafschaft des Grafen Hessin mit allem Zubeh\u00f6r zu freiem Verf\u00fcgungsrecht zum Nutzen des Bistums. \u201c<\/p>\n<p>Die Bamberger Bisch\u00f6fe vergaben aber die Schirmvogteirechte bis zum Aussterben der Z\u00e4hringer 1218 an die Herz\u00f6ge von Z\u00e4hringen, danach an die Staufer und ab 1254 an den Bischof von Stra\u00dfburg.<\/p>\n<p>Papst Innozenz II. (1130\u20131143) hatte Kloster Gengenbach mit einer Urkunde vom 28, Februar 1139 \u00fcber freie Abts-und Vogtswahl best\u00e4tigt und laut dieser Urkunde besa\u00df das Kloster auch <\/p>\n<p>k\u00f6nigliche Freiheit \u201clibertas\u201d<\/p>\n<p>K\u00f6nig Konrad II. (1024-1027, dann Kaiser-1039) best\u00e4tigte die Schenkung Heinrichs II. am 12. Januar 1025 in Corvey ausgestellten Urkunde auf Bitten des Bamberger Bischofs Eberhard I. (1007 \u20131040) RI III,1 n. 14<\/p>\n<p>Seit dieser Zeit musste der Gengenbacher Abt bei seiner Investitur dem Bamberger Bischof als Lehensherrn 500 fl, das sind etwa 106.676,00 \u20ac, zahlen.<\/p>\n<p>Im Investiturstreit im 11. und 12. Jahrhundert mit dem H\u00f6hepunkt 1077, dem Gang nach Canossa durch Kaiser Heintich IV. (1056-1106) zu Papst Gregor VII.(1073-1085)<\/p>\n<p>und schlie\u00dflich seinem Ende mit der Unterzeichnung des Wormser&nbsp; Konkordat 1122 durch Kaiser Heinrich V. (1106-1125) und Papst Calixt II. (1119-1124) stand Kloster<\/p>\n<p>Gengenbach auf Seite der salischen Kaiser.<\/p>\n<p>Mit dem Bamberger Reformkloster&nbsp; Michelsberg war Gengenbach \u00fcber die \u00c4bte Poppo (\u2020 1071), Ruotpert (\u2020 1075) und Willo (\u2020 1085)&nbsp; verbunden.<\/p>\n<p>Poppo war m\u00f6glicherweise gleichzeitig Abt in Schuttern. Sein Todesdatum ist mit dem O4. November angegen. Unter&nbsp; Poppos Nachfolger Abt Hugo wurde eine<\/p>\n<p>Gebetsbr\u00fcderschaft mit Kloster Einsiedeln eingerichtet( Freiburger Di\u00f6zesanarchiv Bd. 16, Freiburg 1883 S. 162) In Einsiedeln war zu derzeit Gero (1101-1122 Abt.<\/p>\n<p>Willo&nbsp; wie auch Hugo wurden zeitweilig von Anh\u00e4ngern der gregorianischen Reformparte zeitweise aus Gengenbach vertrieben, dasselbe geschah auch mit Hugo.<\/p>\n<p>Bischof Otto von Bamberg (+1139) f\u00fchrte 1117 in seinen Kl\u00f6stern die&nbsp; cluniazensische Ordensreform ein, die in Deutschland von Kloster Hirsau vermittelt wurde.<\/p>\n<p>In Gengenbach geschah das gegen 1117.Der Abt von Kloster St.Georgen Theoger (1088-1119), ein Sch\u00fcler des Hirsauer Abts Wilhelm I. (1071-1091), machte Kloster St. Georgen<\/p>\n<p>zu einem Reformmittelpunkt benediktinischen M\u00f6nchtums im Elsass, S\u00fcddeutschland und \u00d6sterreich.<\/p>\n<p>Er reformierte im Einvernehmen mit Bischof Otto von Bamberg auch Kloster Gengenbach, unterst\u00fctzt von Abt Friedrich I. (+1120)<\/p>\n<p>In Gengenbach zeigt sich das auch an&nbsp; der Neugestaltung der seit dem 8. Jahrhundert bestehenden Abteikirche. <\/p>\n<p>Es ist jetzt eine dreischiffigen Basilika mit f\u00fcnf Chorapsiden.<\/p>\n<p>Aus dieser Zeit stammt auch das Gengenbacher Evangeliar von 1150. Es ist das wertvollste noch erhaltene Werk aus Gengenbach. Es steht als<strong> <\/strong>Evangeliar Cod.bibl.fol.28, in der W\u00fcrttembergischen Landesbibliothek und ist<\/p>\n<p>auch online zug\u00e4nglich. Das Kloster betrieb im Hoch-und Sp\u00e4tmittelalter nachweislich ein Skriptorium und besa\u00df auch eine Schule.<\/p>\n<p>1218 starben die Z\u00e4hringer aus. Die Staufer verkauften das Vogteirecht f\u00fcr Kloster Gengenbach f\u00fcr 4000 Mark Silber, das sind etwa 646.119,00 \u20ac an das Reich.<\/p>\n<p>Unter Abt Gottfried wurde Kloster Gengenbach aber auch gepl\u00fcndert und zwar durch den Erzpriester des Lahrer Kapitels, der Ptiseter in Zinsweyer wa, heute ein Stadtteil von Offenburg. <\/p>\n<p>(Historisch-statistisches Lexikon von dem Gro\u00dfherzogtum Baden, S.443) Abt Gottfried verstarb 1238.<\/p>\n<p>Um das Kloster herum hatte sich schon ein kleiner Markt entwickelt. 1230 erhielt Gengenbach das Stadtrecht. Abt Gottfried III. (1218\u20131237) hatte um 1230 die Stadt gegr\u00fcndet.<\/p>\n<p>Auf Abt Gottfried folgten die \u00c4bte&nbsp; Walther III. (1237\u20131248) ,Dietrich III. (1248\u20131263?) und Hugo II. (1263?\u20131270?) und Berthold II. (1276\u20131297)<\/p>\n<p>Abt Berthold genoss das Vertrauen von K\u00f6nig Rudolf.<\/p>\n<p>1360 wurde Gengenbach reichsfrei, also eine Reichsstadt. Als autonome Stadtgemeinde des Heiligen R\u00f6mischen Reiches allein dem Kaiser unterstand.<\/p>\n<p>Ab 1334 war Kloster Gengenbach eine Reichsabtei.<\/p>\n<p>Das passte in den Rahmen der Stadtgr\u00fcndungswelle vom 12. bis zum 14. Jahrhundert. Das 12. Jahrhundert&nbsp; verzeichnete einen wirtschaftlichen Aufschwung.<\/p>\n<p>Der Silberbergbau im Kinzigtal florierte. Es gab viele Rodungen.<\/p>\n<p>Am 29. April 1231 schenkte K\u00f6nig Heinrich VII. (1220-1235) dem Kloster Gengenbach den Wald Mooswald, dergestalt, dass die Klosterleute, die dort wohnten und den Wald urbar machten, von allen Steuern frei sein&nbsp; sollten. RI V,1,2 n. 4190<\/p>\n<p>K\u00f6nig Rudolf von Habsburg (1273-1291) richtete um 1275 die Ortenauer Reichslandvogtei ein. Sie setzte sich zusammen aus dem Offenburger Lehen, das seit 1248 vom Bistum Stra\u00dfburg verwaltet wurde und dem Bamberger Besitz der 1007 an das Bistum Bamberg gekommen war (s.o.)<\/p>\n<p>Der Reichslandvogt hatte eine vollg\u00fcltige Herrschaft mit allen Herrschaftsrechten mit Gebot, Verbot, Geleit, Zoll, Besteuerung usw. Der Landvogt war zugleich Schirmvogt \u00fcber die gengenbachische Herrschaft sowie \u00fcber das Offenburger Lehen.<\/p>\n<p>Gengenbach hatte schon vor 1007 Lasten zu tragen. So musste es 4 Esel stellen f\u00fcr die Burg Ortenburg, die das Wasser auf die Burg schaffen mussten. Au\u00dferdem hatte das Kloster j\u00e4hrlich Rebstecken zu liefern, Brennholz und H\u00fchner.<\/p>\n<p>Rudolf hatte verschiedene Urkunden f\u00fcr Gengenbach ausgestellt. Rudolf \u201cbest\u00e4tigt dem kloster Gengenbach (ord. Ben. im Kinzigthal s\u00fcd\u00f6stl. Offenburg) das weisthum, welches in einem vom grafen Heinrich v. F\u00fcrstenberg besessenen offenen ding festgestellt ward\u201d RI VI,1 n. 379<\/p>\n<p>und Rudolf \u201c schreibt an abt und convent des klosters Gengenbach, er wisse dass seine v\u00f6gte und schultheissen das kloster wegen zinsen, g\u00fclten, zehnten und dergleichen, die demselben geb\u00fchren, bel\u00e4stigen und vor weltliches gericht laden; er verbietet dies denselben auf bitte des bischofs Heinrich von Basel\u201d&nbsp;&nbsp; RI VI,1 n. 459<\/p>\n<p>Die Reichslandvogtei blieb allerdings&nbsp; zumeist (bis 1551\/1556) an angrenzende Landesherren verpf\u00e4ndet.<\/p>\n<p>1334 war sie an die Markgrafen von Baden verpf\u00e4ndet,1351 an die Bisch\u00f6fe von Stra\u00dfburg, 1405 musste eine H\u00e4lfte der Pfandschaft an den Pfalzgrafen \u00fcberlassen werden.<\/p>\n<p>Das wiedergewonnene Reichsgut ordnete In den 1280-er Jahren der Prokurator Hartmann von Baldeck.<\/p>\n<p>Im Dezember 1293 war K\u00f6nig Adolf von Nassau (1292-1298) in der Ortenau unterwegs. Er best\u00e4tigte mehrerer Urkunden seines Vorg\u00e4ngers Rudolf.(s.o.) Auf&nbsp; Bitten seiner Frau Imagina von Isenburg-Limburg <\/p>\n<p>befreite K\u00f6nig Adolf \u201cdas kloster Gengenbach, indem er seinen v\u00f6gten und schulthei\u00dfen verbietet, es wegen der zehnten, zinsen und gef\u00e4lle desselben zu behelligen, vom gerichtsstande jedes weltlichen gerichtes\u201d&nbsp; RI VI,2 n. 341<\/p>\n<p>Am 3. September 1297 befreite K\u00f6nig Adolf verschieden H\u00f6fe von Kloster Gengenbach sowie den Hof in Offenbach au\u00dferhalb der Stadtmauern von allen Abgaben und Steuern.RI VI,2 n. 889<\/p>\n<p>Abt war zu dieser Zeit Gottfried V. (1296)<\/p>\n<p>1302 stiftete Abt Dietrich IV. (1300-1323) ein Frauenkloster nahe der Stadt. Man nannte es Monasterium Inclusarem.<\/p>\n<p>Er regierte 23 Jahre.<\/p>\n<p>Auf K\u00f6nig Adolf folgte K\u00f6nig Heinrich VII. (1308-1313). Er best\u00e4tigteam 17. November 1309&nbsp; zwei Urkunden von K\u00f6nig Rudolf (s.o.)RI VI,4,2 n. 335 und RI VI,4,2 n. 33.<\/p>\n<p>Nachdem Kaiser Heinrich in Italien verstarb, kam es 1214 zu Doppelwahl von Ludwig dem Bayern (1314-1347) und Friedrich dem Sch\u00f6nen (1314-1330). Zu einer Entscheidung kam es erst 1322 bei der Schlacht von M\u00fchlburg, die Ludwig f\u00fcr <\/p>\n<p>sich entschied. Dan ach kames zum in der deutschen Geschichte einmaligen Doppelk\u00f6nigtum, wobei Friedrich nur noch eine Nebenrolle spielte, w\u00e4hrend Ludwig 1328 die Kaiserkrone errang.<\/p>\n<p>Diese Thronvakanz machte sich f\u00fcr die Ortenau zum Beispiel so bemerkbar, dass f\u00fcr die Landvogtei Ortenau 12 Jahre kein Landvogt nachweisbar ist.<\/p>\n<p>Die Ortenau stand in dieser Zeit ebenso wie das Elsass auf Seiten Habsburgs. Friedrich der Sch\u00f6ne hielt sich mehrere Male in Offenburg auf.<\/p>\n<p>Seinem wichtigsten oberrheinischen&nbsp; Parteig\u00e4nger Bischof Johann I. von Stra\u00dfburg (1306-1328) verpf\u00e4ndete Friedrich Reichsrechte im Rench- und Oppenauer Tal und kam so der Expansionstendenz,<\/p>\n<p>die das Bistum Stra\u00dfburg seit dem 13. Jahrhundert in der Ortenau zeigte, entgegen.<\/p>\n<p>1326 tritt auch wieder ein Reichslandvogt in der Ortenau in Erscheinung. Es war dies Markgraf Rudolf III. von Baden&nbsp; (+1332)<\/p>\n<p>Ludwig der Bayer tritt mit Regierungshandel in der Ortenau erst seit der en dg\u00fcligen Auss\u00f6hnung zwischen Friedrich und Ludwig mit dem Vertrag von Hagenau am 06.08. 1330 auf.<\/p>\n<p>Am 18. August 1330 erteilt Ludwig&nbsp; dem Markgrafen Rudolf III. von Baden ein Mandat Kloster Gengenbach betreffend: \u201cKaiser Ludwig befiehlt Markgraf Rudolf [III.] dem \u00c4lteren, seinem Landvogt, Abt und Konvent des Klosters&nbsp; Gengenbach gegen jedermann zu schirmen und nicht zu gestatten, da\u00df diese jemand in ihren Rechten sch\u00e4dige, und sie besonders vor den B\u00fcrgern von Offenburg zu sch\u00fctzen \u201c [RI VII] H. 2 n. 118<\/p>\n<p>In diesem Zusammenhang ist auch die Kastvogtei \u00fcber das Kloster Gengenbach wichtig. Die Aus\u00fcbung dieser Vogtei war in Personalunion verbunden mit der ortenauischen Landvogtei.<\/p>\n<p>Im Folgejahr wandte sich das Kloster wieder an Kaiser Ludwig. Er best\u00e4tigte dem Kloster das inserierte Diplom von K\u00f6nig Rudolf vom Mai 1275. [RI VII] H. 2 n. 147\/148<\/p>\n<p>Kaiser Ludwig gew\u00e4hrte Abt und Kloster auch das Recht, dass niemand au\u00dfer dem Abt&nbsp; Erblehen, Mannlehen an ch Beweis des Klosters rechtes Eigen ist, soll niemand Erblehen, Mannlehen an Gew\u00e4ssern oder Fischrechten verleihen soll.<\/p>\n<p>[RI VII] H. 2 n. 145\/146 Abt war zur Zeit der Urkundenausstellung Walther IV. (1324\u20131345)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der bedeutendste Abt im&nbsp; 14. Jahrhundert war Lambert von Brunn (1354\u20131374) Er stammte aus dem Nordelsass. Der Stammsitz seiner Familie war vermutlich in der N\u00e4he von Niederbronn.<\/p>\n<p>Sein Vater war ein einfacher Ritter namens Wilhelm von Burne.<\/p>\n<p>Lambert war Benediktiner im Kloster Neuwiller im Elsass, m\u00f6glicherweise eine Pirmingr\u00fcndung, eine andere Tradition nennt den Metzer Bischof Sigebald ( 716-741) als Gr\u00fcnder von Neuwiller.<\/p>\n<p>Lambert zeichnete sich in Neuwiller in allen F\u00e4chern der Wissenschaft aus. 1348 wurde er Abt von Kloster Gengenbach. (L.G.Gl\u00f6ckler, Geschichte des Bistums Stra\u00dfburg, Stra\u00dfburg 1880, S. 297 ff)<\/p>\n<p>Andere Quellen z. B. wikiwand nennen 1354 als Amtstritt.<\/p>\n<p>Der Stra\u00dfburger Bischof Johann II. von Lichtenberg (1353 bis 1365) ernannte Abt Lambrecht zu seinem Kaplan. Bischof Johann II. war als Reichsvikar im Dienste Karls IV. (1346-K\u00f6nig ab 1355 Kaiser- 1378)<\/p>\n<p>Trithemius bezeichnet in seinen Annales Hirsaugienses, Bd II,S. 277 als sehr gelehrten, klugen und erfahrenen Mann. Wegen seiner Verdienste ernannte ihn Karl IV. als Reichskanzler.<\/p>\n<p>Bischof Johann pr\u00e4sentierte Lambert Kaiser als Bischof f\u00fcr das Bistum Brixen&nbsp; (1363- 1364)<\/p>\n<p>Im Fr\u00fchjahr 1364 ernannte ihn Papst Urban V. (1362-1370) gegen den Willen des Domkapitels zum Bischof von Speyer (1364-1371).<\/p>\n<p>Als Bischof Gerhard von Ehrenberg 1363 starb , w\u00e4hlte das Domkapitel den Verwandte des verstorbenen Bischofs Domdekan Eberhard von Randeck zum neuen Bischof. Auch den B\u00fcrgern Speyers und der Stadt <\/p>\n<p>war er als einer der Ihren willkommen. Kaiser Karl IV. wollte aber seinen ihm ergebenen Berater als Bischof. Papst Urban best\u00e4tigte Lambert als Speyrer Bischof. Das Domkapitel und die Stadt protestierten gegen Lambert.<\/p>\n<p>Die Stadt&nbsp; verweigerte ihm offiziell den Einzug in die Stadt. Eberhard von Randeck bezeichnete sich in den von ihm ausgestellten Urkunden stets als erw\u00e4hlter Bischof von Speyer. Da ihn weder Kaiser noch Papst anerkannten und auch der Erzbischof von Mainz<\/p>\n<p>Gerlach von Nassau (1353-1371) verweigerte ihm die Weihe. Kaiser Karl bot seine Vermittlung an. Schlie\u00dflich willigte er in den Amtsverzicht ein. Als Kompensation bot ihm der Kaiser mit Schiedsspruch vom 20. Januar 1365<\/p>\n<p>die lebenslange Nutznie\u00dfung der hochstiftischen Kestenburg, das heutige Hambacher Schloss und der Burg Udenheim, heute Stadt Philippsburg, mit dem dortigen Rheinzoll zustehen soll.<\/p>\n<p>Eberhard von Randeck verstarb am 3. Januare 1372.<\/p>\n<p>Im Herbst 1366 war Lambert als Gesandter von Kaiser Karl IV in Avignon bei Papst Urban V.<\/p>\n<p>Am 28. 1371 ernannte ihn Papst Urban zum Bischof von Stra\u00dfburg (1371-1374). 1375 verzichtete er formal auf den Bischofsitz in Stra\u00dfburg.<\/p>\n<p>1374 wurde er Bischof von Bamberg Am 28. November 1398 wurde in Bamberg&nbsp; Albrecht von Wertheim (1398-1421) zu seinem Nachfolger gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Mit der Wahl zum Bamberger Bischof gab er 1374 sein Amt als Abt von Gengenbach auf.<\/p>\n<p>Unter Abt Lambert nahmen Kloster und Stadt nochmals einen gro\u00dfen Aufschwung. Dazu trug sicher die Kaisern\u00e4he von Abt Lambert bei.<\/p>\n<p>Er organisierte die Klosterwirtschaft neu und k\u00fcmmerte sich auch intensiv um die Klosterschule.<\/p>\n<p>Unter Kaiser Karl wurde Gengenbach zur Reichsstadt erhoben. Reichsst\u00e4dte waren oft auf K\u00f6nigsgut entstanden. Sie hatten nur den K\u00f6nig als Herren. Sie hatten Sitz und Stimme auf den Reichstagen.<\/p>\n<p>Sie waren in den Reichsmatrikeln verzeichnet, d.h. sie mussten je nach Gr\u00f6\u00dfe und Wirtschaftskraft&nbsp; ein Kontingent Soldaten stellen . Gengenbach ist in den Reichsmatrikeln von 1521 z. B. verpflichtet,<\/p>\n<p>36 Fu\u00dfsoldaten, keine Pferde zu stellen. Offenburg ist mit 45 Fu\u00dfsoldaten veranlagt. K\u00f6ln hatte zum Vergleich&nbsp; 322 Fu\u00dfsoldaten und 30 Pferde zu stellen.<\/p>\n<p>Das reichst\u00e4dtische Territorium von Gengenbach umfasste&nbsp; die D\u00f6rfer Reichenbach, Schwaibach, Ohlsbach und Bermersbach.<\/p>\n<p>Am 31. M\u00e4rz 1349 best\u00e4tigte Karl IV. die Pfandschaft der badischen Markgrafen \u00fcber die Landvogtei Ortenau. gleichzeitig erh\u00f6hte er die Pfandsumme auf 900 Mark Silber, das sind etwa 145.377,00 \u20ac.<\/p>\n<p>Schon Kaiser Ludwig hatte festgelegt, dass der Kastvogt f\u00fcr die Ortenau bei seiner Amtseinsetzung dem Abt von Gengenbach Treue zu schw\u00f6ren habe. Das machte Sinn, denn der Kastvogt war ja jetzt kein<\/p>\n<p>k\u00f6niglicher Beamter mehr.<\/p>\n<p>1376 machte Lambert eine Italienreise im Auftrag des Kaisers. Ende 1377 begleiteter er Karl IV. nach Paris.<\/p>\n<p>Kaiser Karl IV. verstarb am 29. November 1379 Tod Karls IV. Er blieb auch Kanzler von Wenzel (1379-1400), Sohn und Nachfolger von Karl IV.<\/p>\n<p>1383 unternahm er im Auftrag K\u00f6nig Wenzels eine Italienreise.<\/p>\n<p>Am 11. M\u00e4rz 1390 best\u00e4tigte Wenzel dem Abt und Konvent des Klosters Gengenbach alle ihnen von r\u00f6mischen Kaisern und K\u00f6nigen verliehenen Privilegien.&nbsp; Generallandesarchiv Karlsruhe D Nr. 424<\/p>\n<p>Als F\u00fcrstbischof von Bamberg baute er sie Burg von Forchheim aus. Die in der Burg erhaltenen gotischen Wandmalereien aus der Zeit um 1390\/99 sind von gro\u00dfer kunsthistorischer Bedeutung und zeugen von dem kulturellen Horizont des F\u00fcrstbischofs.<\/p>\n<p>Nicht nur als Abt und Bischof war er sehr bedeutend. Sein politisches Talent bewies er als Reichskanzler und seine Baut\u00e4tigkeit belegen auch seinen weiten k\u00fcnstlerischen Horizont.<\/p>\n<p>Von Papst Bonifaz IX. (1389-1404) lie\u00df er sich am 10. Januar die Genehmigung zum Amtsverzicht und die Neuwahl des Bamberger&nbsp; Bischof&nbsp; erteilen. Er verzichtete auf sein Bischofsamt und starb wenige Monate sp\u00e4ter.<\/p>\n<p>In der Stadt Gengenbach hatte Abt Lambert eine Zunftverfassung eingef\u00fchrt. Der Abt ernannte auch den Reichsschulthei\u00df.<\/p>\n<p>Nachdem Lambert sein Amt als Abt abgeben hatte, folgte ihm Stephan von Wilsberg (1374\u20131398) als Abt nach.<\/p>\n<p>Von 1400 bis 1410 war Ruprecht von der Pfalz deutscher K\u00f6nig.&nbsp; Er nahm \u201cdas kloster Gengenbach in seinen und des reiches schirm und best\u00e4tigt dessen privilegien (rechte, herkomen, privilegia, hantfesten und briefe von r\u00f6m. kaisern und k\u00f6nigen oder andern f\u00fcrsten und herrn\u201d.<\/p>\n<p>[Regg. Pfalzgrafen 2] n. 2923<\/p>\n<p>Von 1414 bis 1418 fand in Konstanz das Konzil statt. Es waren zwar&nbsp; w\u00e4hrend des Konzils&nbsp; 546 Vorsteher und Glieder der M\u00f6nchsorden in Konstanz, soweit ich das nachvollziehen kann aber niemand aus Gengenbach. Auch beim folgenden Konzil von Basel (1431-1449)<\/p>\n<p>war kein Gengenbacher Vertreter anwesend.<\/p>\n<p>Seit Abt Lambert sa\u00dfen nur noch Adlige auf dem Abtsstuhl. Seit 1461 wurden sogar nur noch Adlige ins Kloster aufgenommen.Das Kloster&nbsp; unterhielt ab 1461 \u201cein Spital der Ortenauer Ritterschaft\u201d<\/p>\n<p>Deswegen nahm es nur Adlige ins Kloster auf. Es war praktisch zur Versorgungsanstalt des Adels geworden.<\/p>\n<p>Konrad von Blumberg (1398\u20131415) erhielt 1414 von Kaiser Sigmund (1411-1433,K\u00f6nig, dann bis zu seinem Tod 1437 Kaiser) alle Privilegien von Kloster Gengenbach best\u00e4tigt. Generallandesarchiv Karlsruhe D Nr. 560<\/p>\n<p>1417 berief das Konzil von Konstanz ein Provinzkapitel der Ordensprovinz Mainz-Bamberg im Kloster Petershausen, heute ein Stadtteil von Konstanz ein. Dort wurde eine Organisationsstriktur, Finanzierung und Visitationsmodus<\/p>\n<p>f\u00fcr den Provinzialverband festgelegt. Im Anschluss wurde ein Turnus von drei Jahren f\u00fcr die folgenden Treffen festgelegt. Ziel war eine R\u00fcckbesinnung auf die Regula Benedicti.. Der erhoffte Erfolg trat aber nicht ein,<\/p>\n<p>zumal es in den erneuerungsunwilligen Konventen, zu denen sicher Gengenbach z\u00e4hlte, erhebliche Widerst\u00e4nde gab. So strebte man eine \u00d6ffnung f\u00fcr nichtadelige Konventuale an. Gengenbach schloss ja nichtadelige Konventsmitglieder aus.<\/p>\n<p>Abt war zur Zeit der Petershausener Regionalkonferenz Berthold V. Mangolt-Venser (1416\u20131424)Es scheint so, dass der Gengenbacher Abt zu mindestens auf der Regionalkonferenz nicht in Erscheinung getreten ist.<\/p>\n<p>Abt Egenolf von Wartenberg (1424\u20131453) erhielt von K\u00f6nig Friedrich IV. (1440-1452 K\u00f6nig, dann bis zu seinem Tod 1493 Kaiser) am 16. Juli 1441 eine Best\u00e4tigung der Gengenbacher Privilegien.\u201d Friedrich IV. best\u00e4tigt die Privilegien des Klosters Gengenbach und seine Briefe besonders auf die St\u00e4dte Gengenbach, Offenburg und Zell am Harmersbach RI Chmel n. 309<\/p>\n<p>Im 16. Jahrhundert organisierte sich der Ortenauer Adel als Reichsritterschaft, geh\u00f6rte aber dem Reichstag nicht an. Abt Egenolf blieb dem Ortenauer Adel auch fern.<\/p>\n<p>Auch sein Nachfolger Abt Volzo von Neuneck (1454\u20131461) erhielt von Kaiser Friedrich am 12. Oktober 1458 eine Best\u00e4tigung der Gengenbacher Privilegien. Generallandesarchiv Karlsruhe D Nr. 863<\/p>\n<p>Er verkaufte die Rechte von Kloster Gengenbach in Niedereschach vor 1461 an das Kloster St. Georgen.<\/p>\n<p>Kloster Gengenbach war zwar der Benediktinerprovinz Mainz-Bamberg angegliedert. Die Reformimpulse aus anderen Kl\u00f6stern kamen aber nicht an. <\/p>\n<p>Nach dem Tod von Kaiser Friedrich III. 1493 trat Mximilian I. (1493\u20141508 K\u00f6nig, dann bis zu seinem Tod 1519 Kaiser) die Regierung an.<\/p>\n<p>Schon&nbsp; am 6. April 1496 best\u00e4tigte er dem Kloster Gengenbach dessen Rechte und Freiheiten, insbesondere bez\u00fcglich der St\u00e4dte Offenburg, Gengenbach und Zell am Harmersbach.Generallandesarchiv Karlsruhe D Nr. 1015<\/p>\n<p>Abt war Konrad von M\u00fclnheim (1500\u20131507). In der Geschichte&nbsp; des Kloster Gengenbach sagt Gallus Mezler \u00fcber Abt Konrad, er sei wenig religi\u00f6s gewesen und er liebte den gro\u00dfen Aufwand.<\/p>\n<p>1501 wehrte er sich erfolgreich gegen eine strengere Ordensregel.<\/p>\n<p>Der Konvent lie\u00df den Abt kurz vor Ende seiner Amtszeit sogar in den Kerker werfen. Es kam zu Prozessen. Abt Konrad kam sofort wieder frei und wurde in sein Amt eingesetzt. Drahtzieher war m\u00f6glicherweise sein Nachfolger Philipp von Eselsberg (1507\u20131531)<\/p>\n<p>Die adligen Konventualen lebten in einer weltlich-stiftistischen Lebensweise, die Umwandlung in Chorherrenstift gelang aber nicht. Sie wurde vor allem von Philipp von Eselsberg (1507-1531)betrieben.<\/p>\n<p>Philipp von Eselberg war wegen der angestrebten Umwandlung unter gro\u00dfem Geldaufwand sogar dreimal in Rom. Er&nbsp; erreichte von Papst Leo X. (1512-1521) sogar die S\u00e4kularisationsbulle f\u00fcr Kloster Gengenbach.<\/p>\n<p>Er konnte aber Kaiser Karl V. (1520-1555) dazu bewegen ihren Vollzug zu genehmigen.<\/p>\n<p>Philipp von Eselsburg war bei Kaiser Maximilian hoch angesehen.. Er war von gro\u00dfer Bildung. Aber er war ein schlechte Verwalter des Klostergutes.In wirtschaftlicher aber auch sittlicher Beziehung befand sich das Kloster auf Talfahrt.<\/p>\n<p>Abt Philipp wurde sogar dreimal gebannt.<\/p>\n<p>Aber auch die Bursfelder Reform anfang des 16. Jahrhunderts hatte in Gengenbach keinen Erfolg.<\/p>\n<p>Der Bauernkrieg verlief in der Ortenau ziemlich glimpflich. Markgraf Philipp von Baden (1515-1533) suchte, um sein Land nicht verw\u00fcsten zu lassen, den Ausgleich mit den aufst\u00e4ndischen Bauern.<\/p>\n<p>Er schloss am 25. Mai 1525 den Vertrag von Renchen. Der Bischof von Stra\u00dfburg, die Stadt Stra\u00dfburg und eine Reihe von Grafen schlossen sich dem Vertrag an.<\/p>\n<p>Die Stadt Gengenbach verlangte vom Kloster, dass Bodenzinse und Besthaupt abzul\u00f6sen erlaubt wurde. Au\u00dferdem sollte die Schule wieder hergestellt werden und in die Stadt verlegt.<\/p>\n<p>Die Jugend sollte zu Gottesdienst und Zucht angehalten werden. Pfarrer sollten besser besoldet werden. Klosterangeh\u00f6rigen sollte es nicht mehr erlaubt sein, Wohnungen au\u00dferhalb des Klosters zu halten.<\/p>\n<p>Abt Philipp verstarb 1531.<\/p>\n<p>Noch schwerer als der Bauernkrieg wog die Reformation in der Ortenau. Allerdings fasste sie kaum Fuss und das auch nur f\u00fcr einen kurzen Zeitraum. Man muss aber den Raum Basel bis Mainz betrachten, um ein stimmendes Gesamtbild zu bekommen.<\/p>\n<p>Martin Luther musste 1518 nach Heidelberg. Bei der Heidelberger Disputation war ein im April 1518 von Martin Luther geleitetes wissenschaftliches Streitgespr\u00e4ch in der Heidelberger Universit\u00e4t.<\/p>\n<p>Luther gewann dabei viele Anh\u00e4nger, besonders unter den Studenten, weniger bei den Professoren. Sp\u00e4tere Reformatoren wie Martin Bucer, Erhard Schnepf, Franciscus Irenicus, Martin Frecht und Johannes Brenz waren unter seinen Zuh\u00f6rern. <\/p>\n<p>ER traf auch auf&nbsp; zwei wichtige Reformatoren f\u00fcr den badischen und nordw\u00fcrttembergischen Raum, den oben genannten Martin Bucer und Johannes Brenz.<\/p>\n<p>Martin Bucer (1491-1551) stammte aus Schlettstadt (S\u00e9lestat) und war dort Dominikanerm\u00f6nch. Es ist nicht bezeugt, aber wahrscheinlich hatte er die ber\u00fchmte Lateinschule in S\u00e9lestat besucht.<\/p>\n<p>Er war bei der Heidelberger Disputation dabei und hatte Gelegenheit, Martin Luther bei einem Tischgespr\u00e4ch am n\u00e4chsten Tag n\u00e4her kennen zu lernen.<\/p>\n<p>1524 nahm er das Stra\u00dfburger B\u00fcrgerrecht an. Er wurde zum Reformator Stra\u00dfburgs. Er hatte dort sieben Jahre eine Predigerstelle inne. In Augsburg war er&nbsp; Mitverfasser der Confessio Tertapolitana. Das war die<\/p>\n<p>oberdeutsche evangelische Position der vier Reichsst\u00e4dte Stra\u00dfburg, Memmingen, Lindau und Konstanz.Wegen der lutherischen Abendmahlslehre hatten diese St\u00e4dte ihre Zustimmung zu der von<\/p>\n<p>von Philipp Melanchthon verfassten Confessio Augustana versagt.<\/p>\n<p>Johannes Brenz (1499-1570) war auch bei der Heidelberger Disputation anwesend. Er besuchte das Marburger Religionsgespr\u00e4ch. Beim Augsburger Reichstag 1530 war er bei der Abfassung der Confessio Augustana Melanchrhons engster Mitarbeiter.<\/p>\n<p>Er war der Reformator von Schw\u00e4bisch Hall. Er war \u201cLuthers Mann in S\u00fcddeutschland\u201d (der evangelische Kirchenhistoriker Martin Brecht)<\/p>\n<p>Das geistige und weltliche Zentrum im S\u00fcdwesten war Stra\u00dfburg. Es war eine reiche und wichtige Handelsstadt und eng mit&nbsp; mit den anderen Reichsst\u00e4dten in der Ortenau verbunden.<\/p>\n<p>In Gengenbach f\u00fchrte der Leutpriester Konrad Knecht zusammen mit dem Rat der Stadt die Reformation ein.<\/p>\n<p>Im Kloster lebten zu diesem Zeitpunkt zusammen mit dem Abt noch 9 M\u00f6nche.<\/p>\n<p>Eine wichtige Rolle spielte Graf Wilhelm von F\u00fcrstenberg (1491-1549). Er war Kastvogt von Kloster Gengenbach.Bei einem Feldzug 1522 mit Franz von Sickingen (1481-1523) kam er&nbsp; mit dem reformatorischen Gedankengut in Kontakt. Er hatte sich aus eigener innerer \u00dcberzeugung der Reformation angeschlossen und zwar der calvinistischen Richtung. Auf dem Reichstag in Speyer von 1529 setzte er sich f\u00fcr die Interessen der protestantischen Stadt Stra\u00dfburg ein und schloss sich dem Protest der evangelischen Reichsst\u00e4nde an. <\/p>\n<p>Er hatte schon 1525 der Reichsstadt Gengenbach bei dem Versuch das Kloster zu s\u00e4kularisieren, seine Hilfe gew\u00e4hrt. Er wohnte der Versammlung der evangelischen St\u00e4nde zu Schmalkalden und dem Religionsgespr\u00e4che zu Marburg bei und verschaffte der neuen Lehre in seinen Herrschaften im Kinzigtal und in der Ortenau Ausbreitung. So lange Wilhems Mutter Elisabeth von F\u00fcrstenberg, geborene von Solms Braunfels (1469-1540) lebte, hatte die Reformation im Kinzigtal keine Chance. Sie war und blieb katholisch<\/p>\n<p>Als sie 1540 starb, fiel das Kinzigtal an ihn. Er hatte zwar das Versprechen abgegeben, keinen Druck in Sachen Religion auszu\u00fcben. Er hielt sich aber nicht an das Versprechen. 1540&nbsp; zerst\u00f6rte er die Sankt-Jakobs-Kapelle in Wolfach ,<\/p>\n<p>um dem katholischen Wallfahrtspuk ein Ende zu&nbsp; bereiten. Er scheint alle katholischen Pfarrer entfernt zu haben, hat aber nicht \u00fcberall protestantische eingesetzt.<\/p>\n<p>Schon 1525 machten sich in der Reichsstadt Gengenbach reformatorische Str\u00f6mungen bemerkbar, unterst\u00fctzt&nbsp; von einer Vielzahl evangelischer Prediger, die aus Stra\u00dfburg \u00fcber den Rhein kamen.<\/p>\n<p>Um 1525 existierte in Gengenbach mehrere Papierm\u00fchlen. Ein Betreiber war der Stra\u00dfburger Hans Wild.Ein weiterer Betreiber war der Gengenbacher B\u00fcrger Hans Reiter<\/p>\n<p>1545 w\u00fctete in Stra\u00dfburg die Pest. Die dortige Lateinschule zog&nbsp; nach Gengenbach um. <\/p>\n<p>Als die Stadt Gengenbach protestantisch wurde, ging es darum, ob das Kloster auch protestantisch w\u00fcrde, zumal der von Graf Wilhelm als Nachfolger von Philipp von Eselsberg installierte Melchior Horneck von Hornberg (1531\u20131540)<\/p>\n<p>bald zum Protestantismus \u00fcbertrat. Gegen den Willen des Priors Friedrich von Keppenbach&nbsp; wurde eine protestantische Schule unter Leitung des Stra\u00dfburger Reformators Caspar Hedio (1494-1552)eingerichtet. Das Kloster musste zwei protestantische Pr\u00e4dikanten beherbergen und bezahlen. <\/p>\n<p>1538 wurde eine Kirchenordnung eingef\u00fchrt. 1545 wurde ein Katechismus eingef\u00fchrt, der die neue Lehre bekr\u00e4ftigte , die sich augenscheinlich im Kinzigtal etabliert hatte.<\/p>\n<p>Der Stra\u00dfburger Reformator Martin Bucer stellte 1545 zufrieden fest, dass \u201eman in Gengenbach ganz nach unserer Art lebe\u201c. <\/p>\n<p>Prior Friedrich verblieb als einziger M\u00f6nch im Kloster, bis er von Graf Wilhelm auf Schloss Ortenberg gefangen gesetzt wurde.<\/p>\n<p>Im Reichskrieg gegen Frankreich k\u00e4mpfte Wilhelm von F\u00fcrstberg auf der Seite Karls V. Er geriet in franz\u00f6sische Gefangenschaft und kam nur gegen eine exorbitante L\u00f6segeldsumme wieder frei.<\/p>\n<p>Um ihre G\u00fcter im Kinzigtal zu retten, trat Graf Wilhelm seine G\u00fcter an seine Bruder Friedrich II. (1496-1559) ab. Auch Friedrich musste versprechen, das Kinzigtal protestantisch zu lassen.<\/p>\n<p>Nachdem Karl V.1547 bei M\u00fchlburg vernichtend geschlagen harre, erlie\u00df er 1548 das Augsburger Interim. Das war eine Zwischenregelung, die bis zum Ende des Konzils von Trient gelten sollte.<\/p>\n<p>Gengenbach und das Kinzigtal wurden wieder katholisch&nbsp; bis auf die&nbsp; Orte Kirnbach, Gutach, Hornberg und Schiltach , die zum Herzogtum W\u00fcrttemberg geh\u00f6rten. Graf Ulrich von W\u00fcrttemberg (1487-1550).<\/p>\n<p>Eroberte 1534 sein Herzogtum wieder. Er f\u00fchrte dort umgehend die Reformation ein.<\/p>\n<p>Die kurze Zeit evangelische Martinskirche ist bis heute katholische Friedhofskirche. Ein evangelisches Gotteshaus gibt es in Gengenbach erst seit 1890 wieder.<\/p>\n<p>Die \u00dcbergabe der Grafschaft an Graf Friedrich und vor allem das Augsburger Interim \u00e4nderten die Rahmenbedingungen f\u00fcr das Kinzigtal und Gengenbach grunds\u00e4tzlich.<\/p>\n<p>Friedrich von Keppenbach (1540-1555)&nbsp; konnte nun als Abt ins Kloster zur\u00fcckkehren. Er konnte nun die Reform des Klosters einleiten. Es stand nun auch B\u00fcrgerlichen offen.<\/p>\n<p>Die Zahl der M\u00f6nche stieg wieder. Die Klosterschule wurde wieder errichtet und die Klosterkirche stand erneut den M\u00f6nchen zur Verf\u00fcgung. <\/p>\n<p>1544begnet man wieder einer Gengenbacher Papierm\u00fchle. 1540 war Georg Dietz der Besitzer der Papierm\u00fchle. Er verstarb 1544 unter Hinterlassung einiger Schulden.<\/p>\n<p>Hauptgl\u00e4ubiger war das Kloster Gengenbach. Abt Friedrich ver\u00e4u\u00dferte das M\u00fchlwerk, an wen l\u00e4sst sich nicht mehr feststellen<\/p>\n<p>Zwischen 1545 und 1563 fand in Trient das Konzil statt.In drei Sitzungsperioden versuchten die Konzilsv\u00e4ter auf die Forderungen und Lehren der Reformation zu reagieren.<\/p>\n<p>In der 3. Sitzungsperiode von 1562bis 1563 In der 25. Sitzung befasste sich das Konzil mit der Reform der Orden. Notmen f\u00fcr die Aufnahme neuer Mitglieder wurden festgelegt.<\/p>\n<p>Es wurden auch Bestimmungen erlassen f\u00fcr Wiederherstellung des Gemeinschaftslebens, das Noviziat, die Abschaffung des Privateigentums, die Klausur der Nonnen und die ordnungsgem\u00e4\u00dfe Wahl der Ordensoberen.<\/p>\n<p>1543 setzte Graf Wilhelm von F\u00fcrstenberg ohne Rechtsgrundlage Anton von Salm&nbsp; (*um 1530 + vor 1564) als Koadjutor an der Seite von Abt Friedrich ein, wohl um Einfluss auf Kloster Gengenbach zu gewinnen um es m\u00f6glicherweise zu s\u00e4kularisieren.<\/p>\n<p>Er versuchte weiter seine Anspr\u00fcche durchzusetzen, unterlag aber endg\u00fcltig, als Gisbert zum Gengenbacher Abt gew\u00e4hlt wurde.<\/p>\n<p>Etwa gleichzeitig bewarb er sich um den Abtsstuhl in Kloster Hornbach Dort wurde er mit einer p\u00e4pstlichen Bulle best\u00e4tigt. Am 12. Januar 1556 belehnte ihn der Speyrer Bischof Rudolf von Frankenstein (1552-1560)<\/p>\n<p>mit Kloster Hornbach. der Zweibr\u00fccker Landesherr Herzog Wolfgang (1532-1569) war \u00fcberzeugter Protestant. Er zwang 1556 Anton von Salm und dem Kloster einen ung\u00fcnstigen Vertrag auf.<\/p>\n<p>Der Herzog wollte in dem Kloster eine protestantische Schule einrichten und die Geb\u00e4ude nach eigenem Gutd\u00fcnken verwenden. <\/p>\n<p>Abt Anton nahm den in einem Schrein befindlichen Leib des Heiligen Pirminius aus seinem Grab und fl\u00fcchtete 1557 heimlich, unter Mitnahme von silbernen Kirchenger\u00e4ten und wichtigen Archivalien., <\/p>\n<p>zun\u00e4chst nach Landau und von dort nach Speyer wobei er den Leib des Heiligen Pirmins und die Kirchenger\u00e4te dort dem Bischof \u00fcbergab. Von dort gelangten sie weiter nach Innsbruck, wo sie sich noch<\/p>\n<p>heute in der dortgien Jesuitenkirche befinden.<\/p>\n<p>1551 bzw. 1556 \u00fcbernahm \u00d6sterreich die gesamt Pfandschaft der Landgrafschaft Ortenau. Damit geh\u00f6rte Stadt und Kloster dem katholischen Habsburg und somit blieben beide katholisch.<\/p>\n<p>Abt Friedrich verstarb 1555 an der Pest. Sein Nachfolger wurde Abt Gisbert Agricola (1556\u20131586) Er stammte aus Lothtingen. 1548 war er M\u00f6nch in Kloster Maursm\u00fcnster (Marmoutier) im Elsass.Wenige Jahre sp\u00e4ter wurde er Abt von<\/p>\n<p>Kloster Altdorf bei Molsheim. 1556 w\u00e4hlte&nbsp; ihn eine Versammlung els\u00e4ssischer \u00c4bte zum Vorsteher von Kloster Gengenbach. Das&nbsp; Chronicon Alsatiae von 1592 erkl\u00e4rt warum.<\/p>\n<p>Bisher gab es in Gengenbach nur adlige \u00c4bte. Gengenbach. Er war wohl ein sehr tatkr\u00e4ftiger Abt. In einer Inschrift hei\u00dft es \u00fcber ihn \u201cEr hat das Closter, so zerfallen und zu<br \/>scheitern gangen was, mit gro\u00dfen kosten wieder erbawet\u201d.&nbsp; Diese Inschrift befindet&nbsp; sich noch heute an der linken Chorwand des Klosters.<\/p>\n<p>Abt Gisbert war wohl eine gute Wahl und ein zupackender Leiter seines Konvents. Schon in seinem ersten Regierungsjahr belehnte er offiziell den<br \/>Sohn des bisherigen Gengenbacher Schulthei\u00dfen mit dem selben Amte. Das war ein deutliches Signal an den Rat der Stadt, Er hatte n\u00e4mlich seit den Reformationswirren&nbsp; in den zwanziger Jahren de s 16. Jahrhunderts f\u00fcr sich selbst das<br \/>Recht beansprucht, den Stadtschulthei\u00dfen zu ernennen und zu belehnen. Schon Ludwig der Bayer hatte Kloster Gengenbach das Recht best\u00e4tigt, in der Stadt Gengenbach einen Schultheissen einzusetzen. (Th. E. Mommsen: Die Landvogtei Ortenau<br \/>und das Kloster Gengenbach unter Kai se r Ludwig dem Bayern. In: ZGO NF 49, 1936,165 -2 13, hier 195) \u201cSo het min herre der abbet und das gotzhus recht zu setzende einen schultheissen\u201d heisst es in der Urkunde dazu.<\/p>\n<p>Abt Gisbert lie\u00df sich von allen deutschen Kaisern, die er in seiner Regierungszeit erlebte, die Privilegien seiner Abtei, aber auch die der Reichsstadt Gengenbach best\u00e4tigen, so von Kaiser Ferdinand I. (1531-1564),Maximilian II. (1564-1576) und<\/p>\n<p>Kaiser Rudolf II. (1576-1615)<\/p>\n<p>Die Stadt Gengenbach und das Kloster hatten im Sp\u00e4tmittelalter best\u00e4ndig Auseinandersetzungen. Unter Abt Gisbert kam es aber auch zur Zusammenarbeit. 1578 wurde der Neubau einer Wasserleitung durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>1579 kam es zu einem Nutzungsvertrag. Der Nachteil f\u00fcr die Stadt, die Wasserleitung durchquerte den engeren Klosterbezirk. Streitigkeiten waren also vorprogrammiert. Vorsorglich hatte man sich auf f\u00fcnf Pinkte geeinigt.<\/p>\n<p>1. Die Abtei sicherte sich den ungehinderten Zulauf des Wassers bis in ihren Garten und von dort durch die Klosterk\u00fcche in den Hof und den Kreuzgang.<br \/>2. Der Verteilerkasten, der im Klostergarten gebaut wurde, war nur mitzwei verschiedenen Schl\u00fcsseln zu \u00f6ffnen. Den einen verwahrte das<br \/>Kloster, den andern die Stadt. Beide Abnehmer konnten also nur gemeinsam etwas daran ver\u00e4ndern.<br \/>3. Das Holz f\u00fcr Reparatur und Erg\u00e4nzung der Leitungsr\u00f6hren mu\u00dfte das Kloster aus seinem Wald zur Verf\u00fcgung stellen.<br \/>4. Die Zuteilung des Wassers an Stadt und Kloster sollte durch die Anzahlder R\u00f6hren im Verh\u00e4ltnis 2: 1 geregelt werden.<br \/>5. Die Wartung oblag dem st\u00e4dtischen Werkmeister, der auch allein von der Kommune bezahlt wurde.<br \/>1581 wurde der Auftrag f\u00fcr den repr\u00e4sentativen Brunnenstock des Marktbrunnen vergeben. 1582 wurde er durch den \u201cMann uff dem Brunnen\u201d&nbsp; abgeschlossen. Heute steht dort eine Kopie. Das Original befindet sich<\/p>\n<p>im Museum Hau L\u00f6wenberg. Er stellt wohl Kaiser Rudolf II dar, der am 21. August 158 der Stadt Gengenbach eine Urkunde ausstellte, in der er&nbsp; die alten Rechte und Freiheiten best\u00e4tigte. Als Vorlage diente ihm das Privil eg<br \/>Kaiser Karl s V. von 1521 , das wiederum eine Maximilian-Urkunde von1496 w\u00f6rtlich best\u00e4tigte. Die Brunnenfigur h\u00e4lt mit der rechten Hand eine Urkundenrolle in die H\u00f6he . Dass die Figur einen Ritter in spanischer Tracht darstellt<\/p>\n<p>verwundert nicht. Die Erziehung Rudolf II. war au\u00dferordentlich stark vom spanischen Hofzeremoniell gepr\u00e4gt. Er hatte schlie\u00dflich fast ein ganzes Jahrzehnt dort g lebt, bevor er seinem Vater in der K\u00f6nigs- und Kai serw\u00fcrde nachfolgte. <\/p>\n<p>Es w\u00e4re deshalb nicht abwegig, in der vornehmen Ritterfigur eine Verbeugung gegen\u00fcber dem habsburgischen Herrscher zu sehen.<\/p>\n<p>Die Herrschaft im Kinzigtal hatte seit 1564 Erzherzog Ferdinand von Tirol (1529-1595) Er war der Sohn Kaiser Ferdinands I.(1558-1564) Er war der Bruder von Kaiser Maximilian II (1456-1576) und Onkel Von Kaiser Rudolf.<\/p>\n<p>Gem\u00e4\u00df dem Testament seines Vaters Ferdinand I. wurde er Herrscher \u00fcber Tirol und \u00fcber die Vorlande (Vorarlberg,Breisgau Burgau etc.) Ein habsburgischer Verwaltungsbeamter beschrieb das Herrschaftsgebiet, \u00fcber das er <\/p>\n<p>herrschen sollte. Im Abschnitt \u00fcber die Ortenau heisst es\u201d die gehoren dem hochl\u00f6blichen haus \u00d6sterreich mit aigentumblichen zue, sondern seind allein pfandst\u00fcck vom R\u00f6mischen Reich. \u201c<br \/>(Stolz, 0.: Geschichtliche Beschreibung der ober- und vorder\u00f6sterreichischen Lande,1943 S.155)<\/p>\n<p>Nach der Verpf\u00e4ndung der Reichslandvogtei regierte Abt Gisbert sofort.Er forderte von Kaiser Maximilian,&nbsp; da\u00df jeder neue Landvogt den M\u00f6nchen geloben m\u00fcsse, ihre Rechte zu achten und sie <\/p>\n<p>in deren Aus\u00fcbung nicht zu behindern. Vogt und Untervogt sollten das gottshaus Gengenbach im namen<br \/>des Kaisers getreulich handhaben sch\u00fctzen und schirmen, aber nicht bevormunden. Er handelte hier im Einklang mit der Stadt Gengenbach. Der Habsburger Beamte,der Erzherzog Ferdinand seine Informationen lieferte,<\/p>\n<p>hatte dem Reichstag in Speyer ein Memorial vorgelegt. Er pries die Verdienste Habsburg, das dem Reich in vielen Kriegen gedient habe und deshalb sollten sich die Kurf\u00fcrsten und der Kaiser erkenntlich zeigen <\/p>\n<p>und die Reichs-Pfandschaften Schwaben, Hagenau und Ortenau in Reichslehen umwandeln. W\u00e4re dem stattgegeben worden, w\u00e4re die Ortenau habsburgisch geworden&nbsp; und die dortigen drei Reichsst\u00e4dte Offenburg,<\/p>\n<p>Zell am Harmersbach und Gengenbach h\u00e4tten ihre Reichsunmittelbarkeit verloren. Sie schlossen sich 1575 zu einem Verein zusammen, um ihre Interessen zu waren. Sie wurden unterst\u00fctz von Abt Gisbert.<\/p>\n<p>1576 sollte eine Kommission eingerichtet werden, der auch der Stra\u00dfburger Bischof Johann IV. von Manderscheid-Blankenheim (1568\u20131592) angeh\u00f6ren sollte.<\/p>\n<p>Der bedauerte, wegen anderer Verpflichtungen&nbsp; nicht teilnehmen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ebenfalls 1570 forderte Erzherzog Ferdinand den Stra\u00dfburger Bischof auf, in allen Stiftern und Kl\u00f6stern, deren Landesf\u00fcrst, Kastvogt und Schirmherr er, der Erzherzog sei, <\/p>\n<p>eine Visitation nach den Vorschriften des 1563 beendeten Konzils von Trient durchzuf\u00fchren. Der Habsburger pr\u00e4sentierte sich als entschlossener Vork\u00e4mpfer der Gegenreformation. In Stra\u00dfburg sah man<\/p>\n<p>aber, dass das nicht Sache eines Landesherren, sondern nur der Kirche selbst sein konnte. Ferdinand sah das anders und benannte gleich Personen, die daf\u00fcr in Frage k\u00e4men, in den geistlichen Dingen<\/p>\n<p>die \u00c4bte von Gengenbach und St. Blasien Caspar II. Thoma (1571\u20131596) und in de zeitlichen Dingen zwei Habsburger Beamte. Strassburg \u00e4u\u00dferte sich dazu nicht.Abt Gisbert war mittlerweile auch Abt von Marmoutier<\/p>\n<p>Dort errichtete er ein Schulgeb\u00e4ude und stellte auch Lehrpersonal ein.<\/p>\n<p>geworden und konnte sich auf seine Doppelbelastung berufen, weshalb er nicht als Visitator zur Verf\u00fcgung stehen k\u00f6nne.<\/p>\n<p>1573 ernannte Erzherzog Ferdinand Abt Gisbert zum F\u00fcrstlichen Rat, aber auch das konnte ihn nicht umstimmen.<\/p>\n<p>Er war vor allem daran interessiert Gengenbach den Status einer Reichsabtei zu erhalten.<\/p>\n<p>In dieser Zeit bem\u00fchte er sich um Aufnahme in das schw\u00e4bische Reichspr\u00e4laten-Kollegium . Allerdings lie\u00df er den Plan bald wieder fallen, weil ihm die Kosten zu hoch schienen.Wirtschaftlich ging es Kloster Gengenbach&nbsp; recht gut.<\/p>\n<p>Es konnte Kredite vergeben,. Das Haus Baden hatte Schulden bei Kloster Gengenbach<strong> <\/strong>(Generallandesarchiv Karlsruhe 202 Nr. 529), wobei aus der Urkunde der Schulbetrag nicht hervorgeht. 1573 hatte Bischof Johann von Stra\u00dfburg. Da ging es nur um 100 Gulden,<\/p>\n<p>das sind etwa 20.861,00 \u20ac. (Generallandesarchiv Karlsruhe 202 Nr. 532) St\u00e4rker stand Markgraf Philipp II. von Baden (1571-1588).In der Urkunde Generallandesarchiv Karlsruhe 202 Nr. 534 ging es<br \/>das von dem Markgrafen Philipp II. von Baden-Baden bei dem <b>Kloster<\/b> <b>Gengenbach<\/b> aufgenommene Kapital von 6.000 Gulden und dessen R\u00fcckzahlung. Das sind immerhin etwa 1.251.674,00 \u20ac. Allerdings ergab eine Bestandsaufnahme im Jahr<\/p>\n<p>1582 einen Schuldenstand von von 200.000 Gulden, das sind etwa stolze 41.722.452,00 \u20ac.. Es gab zu dieser Zeit eine Sammlung von 213 Musikinstrumenten. Am meisten Geld hatte aber der Bau eines neuen Schlosses im Stil der Hochrenaissance verschlungen.<\/p>\n<p>Der erste gro\u00dfe B\u00fcchererwerb f\u00e4llt in die Amtszeit von Abt Gisbert. Er kaufte 5 B\u00fccher aus dem Besitz Jakob Eichelberger, der als Kanoniker von Alt-St.Peter in Stra\u00dfburg starb.<\/p>\n<p>Auch von dem Gengenbacher Leutpriester Cornelius Eselsberger (+ 1571) wurden Teile seiner Bibliothek erworben.<\/p>\n<p>Abt Gisbert verstarb 1586.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Abt Johann Ludwig Sorg (1586\u20131605). Er wurde am 18. M\u00e4rz 1586 gew\u00e4hlt.Er stammte aus Freiburg und war vor seiner Wahl Prior in Gengenbach.Noch mehr Zuwachs erlebte die Gengenbacher Bibliothek<\/p>\n<p>in seiner Amtszeit. Der ehemalige Erzpriester des Ruralkapitels Ettenheim Johann Richter vermachte Kloster Gengenbach unter anderem seine B\u00fccher.<\/p>\n<p>Als Gl\u00fccksfall f\u00fcr das Kloster erwies sich 1595 die Aufhebung des Hirsauer Priorats Klosterreichenbach durch den W\u00fcrttemberger Herzog Friedrich I. (1593-1608).Der letzte Prior Johannes H\u00fcgel (1581-1595) fl\u00fcchtete <\/p>\n<p>Kleinodien, Archivalien und B\u00fccher nach Gengenbach, bevor sich nach Prag begab, um dort gegen die Aufhebung des Kloster zu protestieren. Prior Johannes H\u00fcgel verstarb1595&nbsp; in Prag.<\/p>\n<p>Zwar stellte W\u00fcrttemberg 1598 R\u00fcckforderungen. Gengenbach ignorierte diese aber einfach.<\/p>\n<p>1601 lie\u00df Abt Johann Ludwig die Reichenbacher B\u00fccher mit einem Kaufvermerk versehen. Aus Hirsau und Klosterreichenbach gelangten eine heute&nbsp; verlorengegangene Fr\u00fchdrucksammlung nach Gengenbach.<\/p>\n<p>Prior Johannes H\u00fcgel verstarb in Prag wie aus der Urkunde Generallandesarchiv Karlsruhe 75 Nr. 1275 c hervorgeht.<\/p>\n<p>Auch ein Band, ein Geschenk des Rektors der Freiburger Universit\u00e4t Jodocus Lorichius (1540-1612) ist in Gengenbach. Mit diesem war der Abt n\u00e4her bekannt.<\/p>\n<p>Noch unter Abt wurden 1601 die Klosterbauten von Gengenbach wieder hergestellt.<\/p>\n<p>In diesem Jahr wurde er von Abt Georg Wegelin&nbsp; (1586-1627)von Weingarten zur Weihe seiner Kirche und Glocken von Kloster Weingarten eingeladen. Generallandesarchiv Karlsruhe 202&nbsp; Nr.408<\/p>\n<p>Abt Johann Ludwig verstarb 1605.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Abt Georg Breuning (1605\u20131617) Die Wahlanzeige an Kardinal Karl von Stra\u00dfburg (1592-1607) erfolgte am 25. Juli 1605. Generallandesarchiv Karlsruhe, 33 Nr. 466 Abt Georg stammte aus Kloster Maursm\u00fcnster.<\/p>\n<p>Er war wie seine beiden&nbsp; Nachfolger Abt Johann und Abt Jakob ein gro\u00dfer F\u00f6rderer der Bibliothek.<\/p>\n<p>Das Konzil von Trient hatte die Reformbestrebungen der Kl\u00f6ster beg\u00fcnstigt. Abt Georg schloss sich 1607 der Bursfelder Kongregation an, die schon 11. M\u00e4rz 1446&nbsp; die offizielle Anerkennung des Zusammenschlusses durch das Konzil von Basel erfuhr.<\/p>\n<p>Die Bursfelder Kongregation diente zur religi\u00f6sen Erneuerung und zur wirksameren politischen Vertretung. Der Beitritt diente wohl auch dem Schutz vor Unterwerfung unter die Jurisdiktion des Stra\u00dfburger Bischofs<\/p>\n<p>Allerdings passte dies nicht in die Pl\u00e4ne des Stra\u00dfburger Bischofs&nbsp; Erzherzog Leopold von Habsburg (1607-1626) , Bischof von Stra\u00dfburg und Bruder von Kaiser Ferdinand II. (1619-1637).Bischof Leopold, ein ausgesprochener Jesuitenfreund,<\/p>\n<p>l\u00f6ste die sieben Abteien seines Bistums &#8211; ganz im Interesse der Jesuiten &#8211; aus der Bursfelder Union. Er zwang die \u00c4bte 1624 in eine eigene Di\u00f6zesankongregation. Damit konnte er sich seine Oberhoheit \u00fcber diese Kl\u00f6ster sichern. W\u00e4hrend des 17. und 18. Jahrhunderts. blieben die Gengenbacher Benediktiner in der besonderen Abh\u00e4ngigkeit des Stra\u00dfburger Bischofs. <\/p>\n<p>Er betrieb schon 1616 mit Hilfe des Kloster Weingarten einen Reformversuch unter Abt Georg Wegelin . Er schickte auch zwei Patres von Weingarten nach Gengenbach. Einen ernannte er zum Prior, den anderen zum Novizenmeister.<\/p>\n<p>Sie blieben 4 Jahre in Gengenbach und wurden 1622 wieder abberufen.<\/p>\n<p>Wirtschaftlich wichtig war f\u00fcr das Kloster war die Zollfreiheit in verschiedenen Herrschaften.<\/p>\n<p>Die von W\u00fcrttemberg dem Kloster Gengenbach gestattete zollfreie Durchfuhr seiner in Schwaben liegenden Zehnten und Gef\u00e4lle und der von dem Kloster zum eigenen Gebrauch erkauften Fr\u00fcchte, Weine und Vieh. \/ 1680 <\/p>\n<p>Generallandesarchiv Karlsruhe 202 Nr. 669<\/p>\n<p>Die dem Kloster Gengenbach im Vorder\u00f6sterreichischen und F\u00fcrstenbergischen zusehende Zollfreiheit.&nbsp; Generallandesarchiv Karlsruhe 202 Nr. 670<\/p>\n<p>Die dem Kloster Gengenbach in der Landvogtei Ortenau zustehende Zollfreiheit.Generallandesarchiv Karlsruhe 202 Nr. 671<\/p>\n<p>Abt Georg verstarb 1617.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger Abt Johann Caspar Liesch (1617) regierte kein Jahr.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Abt Johann Demler (1617\u20131626).<\/p>\n<p>1621 gelang dem Stra\u00dfburger Bischof Leopold die Gr\u00fcndung der Stra\u00dfburger Kongregation. Ihr geh\u00f6rten die drei&nbsp; Els\u00e4sser Kl\u00f6ster Altdorf, Ebersheimm\u00fcnster, Maursm\u00fcnster, Ettenheimm\u00fcnster und rechtsrheinisch die badischen Kl\u00f6ster Gengenbach, Schuttern und Schwarzach an.<\/p>\n<p>Bischof Leopold richtete Visitationen der Kl\u00f6ster ein. Die Kongregation hielt Generalkapitel nach Bursfelder Vorbild ab.Die Stra\u00dfburger Kongregation bestand bis 1728- Zwar wehrte sich die Bursfelder Union. Das Verfahren ging bis nach Rom.<\/p>\n<p>Aber eine R\u00fcckkehr gab es nicht mehr.<\/p>\n<p>Die Regierungszeit von Abt Johann begann mit dem Ausbruch des Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieg. Der 2. Prager Fenstersturz am 23. Mai 1618 wirkte als Fanal des B\u00f6hmischen St\u00e4ndeaufstandes, aus dem sich in der Folge der Drei\u00dfigj\u00e4hrige Krieg entwickelte.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst blieb die Ortenau vom Krieg verschont. Aber 1622 war Gengenbach zum Hauptquartier der Kaiserlichen geworden. Diese hausten wie \u00fcberall schrecklich. Die Stadt litt unter den umherziehenden Heerk\u00f6rpern.<\/p>\n<p>Abt und Konvent fl\u00fcchteten \u00fcber den Schwarzwald.<\/p>\n<p>Abt Georg verstarb 1626. Sein Nachfolger wurde Abt Jakob Petri (1626\u20131636) Er stammte aus Freiburg Er leistete 1626 dem Dekan des Stra\u00dfburger Domkapitels dem Grafen Hermann Adolf von Salm-Reifferscheid den Fidelit\u00e4tseid. Generallandesarchiv Karlsruhe 33 Nr.467  <\/p>\n<p>1630 landete K\u00f6nig Gustav Adolf (1611-1632) mit einer Armee von 13000 Mann auf Usedom. Obwohl er am 1632 in der Schlacht bei L\u00fctzen fiel, bestimmten die Schweden zun\u00e4chst das Kriegsgeschehen.<\/p>\n<p>Nach dem Tod Gustav Adolfs \u00fcbernahm Bernhard von Weimar (1604-1639) den Oberbefehl&nbsp; und verhinderte, dass das schwedisch-protestantische Heer zum R\u00fcckzug gezwungen wurde. In der Folge teilte sich Bernhard das Oberkommando \u00fcber die schwedisch-<\/p>\n<p>protestantischen Truppen mit dem schwedischen Feldmarschall Gustav Horn (1592-1657) Bernhard von Weimar hatte sich nach dem Kriegseintritt Schwedens dem schwedischen Heer angeschlossen und dort rasch Karriere gemacht.<\/p>\n<p>Zwar war Bernhard nach der Eroberung von Breisach im Dezember 1638, seinem wichtigsten milit\u00e4rischen Erfolg, ein halbes Jahr<strong> <\/strong>sp\u00e4ter, am 18. Juli 1639 in Neuenburg am Rhein verstorben. .<\/p>\n<p>Der Kommandant von Breisach Johann Ludwig von Erlach (1595-1650), ein Schweizer protestantischer S\u00f6ldnerf\u00fchrer, Kriegsherr und Offizier wechselnder Dienstherren w\u00e4hrend des Dreissigj\u00e4hrigen Krieges \u00fcberlie\u00df Bernhards Eroberungen und die Weimaraner S\u00f6ldner Frankreich gegen die Bewilligung eines Jahrgeldes und des franz\u00f6sischen B\u00fcrgerrechts Seine Soldaten weschelten sp\u00e4ter wieder&nbsp; in schwedische Dienste und nahmen an den letzten Entscheidungen des Krieges auf schwedischer Seite teil<\/p>\n<p>Im September 1632 schloss die Stadt Gengenbach ein Abkommen mit den Schweden.Der Stadt wurde Schutz zugesichert. Sie musste aber hohe Summen bezahlen.<\/p>\n<p>1634 wurde die Stadt Gengenbach belagert. Im Kloster lagen viele schwedische Soldaten. Sie wurden von den Kaiserlichen zum Teil erschlagen zum Teil gefangen nach Villingen gef\u00fchrt. <\/p>\n<p>Der Abt floh nach Villingen und Rottweil .Abt Jakob verstarb am 8. September 1636. Sein Nachfolger wurde Abt Erhard Marx (1636\u20131638) Er kam von Kloster Maursm\u00fcnster. Er wurde am 11. September 1636 gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Er verstarb nach nur zwei Jahren im Januar 1638.Zu seinem Nachfolger wurde Abt Columban Meyer (1638\u20131660) am 23. Januar 1638 gew\u00e4hlt. E stammte aus Struot im Sundgau.Vor seiner Wahl zum Abt war er Prior. Durch den Krieg bedingt waren nur noch drei M\u00f6nche im Kloster,die die Wahl vornahmen. <\/p>\n<p>Abt Columban leistete dem Stra\u00dfburger Bischof Leopold&nbsp; Wilhelm von \u00d6sterreich (1626-1662) am 8.Juli 1638 den Fidelit\u00e4tseid. Generallandesarchiv Karlsruhe 33 Nr. 468<\/p>\n<p>Es herrschte immer noch Krieg, was das Kloster und die Stadt Gengenbach schwer traf. <\/p>\n<p>1643 zogen drei mal franz\u00f6sische Truppen unter dem Mar\u00e9chal de France,Jean Baptiste Comte de Gu\u00e9briant (1602-1643) , Oberbefehlshaber der franz\u00f6sischen Truppen am Rhein, auf dem Weg nach Oberschwaben durch Gengenbach, denn dieser hatte die Aufgabe, den bayrischen Heerf\u00fchrer Franz von Mercy dort in Schach zu halten. <\/p>\n<p>Am 1.M\u00e4rz M\u00e4rz 1643 hatten sich Soldaten der Weimarischen Armee vor Gengenbach sehen lassen.Sie wurden aber von Kaiserlichen schnell in die Flucht geschlagen. Bei Haslach lagen aber gut 500 Weimarische Soldaten. Am 3. M\u00e4rz r\u00fcckte die franz\u00f6sische Armee an und drohte die Stadt zu beschie\u00dfen.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich wurde bei jedem Truppendurchzug L\u00f6segeld erpresst. Abt Columban klagte sp\u00e4ter, er h\u00e4tte von den erpressten Summen ein ganzes neues Kloster prachtvoll erbauen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Chronist dieser Ereignisse war der Stadtpfarrer Leonhard Feinlein, auch Konventuale von Kloster Gengenbach. (bei Max Wingenroth Die Kunstdenkm\u00e4ler des Gro\u00dfherzogtums Baden \u00fcber Gengenbach online) Er hatte auch die Verhandlung mit dem franz\u00f6sischen General gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>In der Nacht blieben der General und Offiziere im Kloster und \u201cerboten sich alles Gute an\u201d. Sie verlie\u00dfen das Kloster am n\u00e4chsten Tag wieder. Dann aber fielen Soldaten in das Kloster ein, pl\u00fcnderten alles aus und \u201cverderbten alles\u201d. Auch in der Kirche richteten sie gro\u00dfen Schaden an.<\/p>\n<p>Am 29. Mai zog die weimarische Armee ab, verbrannte drei Stadttore, unterminierten einen Turm hinter dem Kloster und sprengten ihn in die Luft. Im Kloster richteten sie wieder gro\u00dfen Schaden an, zerst\u00f6rten die D\u00e4cher und verbrannten das gesamte Inventar.<\/p>\n<p>Noch ein drittes Mal im Jahr 1643 mussten Kloster und Stadt die Schrecken des Krieges erleben. General Josias Rantzau (1609-1650)&nbsp; ein d\u00e4nischer Heerf\u00fchrer, Marschall von Frankreich und eine der abenteuerlichsten Gestalten des Drei\u00dfigj\u00e4hrigen und des gleichzeitigen spanisch-niederl\u00e4ndischen Krieges. General von Rantzau fiel am 4. November in Gengenbach ein. Er hauste f\u00fcrchterlich, Pferde und Vieh wurden geraubt, die Kirche wurde noch \u00e4rger als bei den letzten Malen besch\u00e4digt, alles verbrannt, die Alt\u00e4re zerschmettert, Weltliche und Geistliche ausgepl\u00fcndert, ausgezogen und<\/p>\n<p>verwundet.. Die Stadt wurde angez\u00fcndet. Das Rathaus und neunweitere H\u00e4user abgebrannt.Wenn der Chronist und etliche Einwohner nicht L\u00f6schversuche unternommen h\u00e4tte, w\u00e4re die ganze Stadt und das Kloster abgebrannt, so sein Bericht.<\/p>\n<p>Es dauerte noch weitere schlimme f\u00fcnf Jahre bis am 24. Oktober 1648 in Osnabr\u00fcck und M\u00fcnster endlich der \u201cWestf\u00e4lische Friede \u201c geschlossen wurde.Columban blieb bis 1660 Abt von Gengenbach.<\/p>\n<p>Seine Grabplatte befindet sich in der ehemaligen Klosterkirche.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Abt Roman Suttler(auch Sutter) (1660\u20131680) Er stammte aus Molsheim.<\/p>\n<p>In Kloster Einsiedeln regierte von 1629-1670 Abt Plazidus Reimann. Er sorgte f\u00fcr eine gute Bildung seiner Konventualen und schickte seine M\u00f6nche auch an andere Kl\u00f6ster zum Unterricht, so zum Beispiel nach Kempten. An die Universit\u00e4t Salzburg ordnete er P. Augustin Reding ab,<\/p>\n<p>der dort als Professor f\u00fcr Theologie und von 1655-1656 war er dort auch Dekan. Von 1670-1692 wurde er er Nachfolger von Abt Plazidus.<\/p>\n<p>Am 7. Mai bat Abt Columban den Einsiedler Abt Plazidus um Entsendung eines&nbsp; Philosophie-Professor nach Gengenbach. Klosterarchiv Einsiedeln A.QC-02.11 Dieser schickte P. Basilius Stricker nach Gengenbach. KAE, A.QC-02.12<\/p>\n<p>Pater Basilius wirkte in Gengenbach nicht nur als Philosophie-Professor. Er bekleidete dort auch das Amt des Priors. Er wurde am&nbsp; 1. September 1657 nach Einsiedeln zur\u00fcckberufen.KAE, A.QC-02.22<\/p>\n<p>F\u00fcr ihn wurde P. Gregor H\u00fcsser&nbsp; f\u00fcr den Unterricht der dortigen Fratres aus Einsiedeln geschickt. Abt Roman Suttler bat Abt Plazidus am 11. Juni 1662, dass Pater Gregor l\u00e4nger in Gengenbach bleiben d\u00fcrfe KAE, A.QC-02.25<\/p>\n<p>Am 13. Oktober 1664 wurde er durch P. Plazidus Meyer ersetzt. Abt Roman bedankte sich f\u00fcr die Entsendung. KAE, A.QC-02.26<\/p>\n<p>Abt Roman begann 1660 mit dem&nbsp; Wiederaufbau des Chores und Glockenturms der Kirche und stattete sie mit neuem Inventar ausgestattet aus.<\/p>\n<p>1674 wurde Kloster Gengenbach in das Collegium Abbatiale Suevicum aufgenommen und wurde damit Mitglied im Reichspr\u00e4latenkolleg Generallandesarchiv Karlsruhe 202 a Nr. 119<\/p>\n<p>Gengenbach sa\u00df zun\u00e4chst nicht auf der Pr\u00e4latenbank sondern bei den weltlichen St\u00e4nden, weil der Abt in seiner Eigenschaft als Inhaber der Grafschaft Gengenbach gekommen ins Reichspr\u00e4larenkolleg gekommen ist.<\/p>\n<p>Erst Abt Benedikt Rischer wurde 1751 auf einem Konvent des Pr\u00e4latenkollegiums in Ulm in das 18 Mitglieder umfassende Kollgeium aufgenommen.<\/p>\n<p>Der Friede f\u00fcr Gengenbach und die Ortenau dauerte nicht sehr lange.<\/p>\n<p>Abt Roman resignierte 1680<\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Abt Placidus Thalmann (1680\u20131696) Bei der Wahl war Abt Franz (1653\u20131686) von Kloster Ettenheimm\u00fcnster als Visitator Abt Placidus soll aus der f\u00fcrst-St. gallischen Stadt Wil stammen.<\/p>\n<p>Durch die Beziehung zwischen&nbsp; Kloster Einsiedeln und Gengenbach traten immer&nbsp; Novizen aus der Schweiz in ds Kloster Gengenbach ein.<\/p>\n<p>Er trat um 1655 in Kloster Gengenbach ein. 1657 ging der zum Studium der Theologie nach Einsiedeln. In Gengenbach \u00fcbte er das Amt des Gro\u00dfkellers aus.<\/p>\n<p>In Gengenbach ist er seit 1671 auch Professor f\u00fcr Philosophie.<\/p>\n<p>1677 nimmt er als Prior&nbsp; an der der Zusammenkunft der katholischen Kreisst\u00e4nde in Ravensburg teil.<\/p>\n<p>1688 brach der Pf\u00e4lzische Erbfolgekrieg aus. Nach dem Westf\u00e4lischen Frieden betrieb der franz\u00f6sische K\u00f6nig Ludwig XIV.(1643-1715) die \u201cReunionspolitik\u201d. Er beanspruchte einen Teil des Elsasses.<\/p>\n<p>1681 besetzte er ohne Rechtsanspruch die Reichsstadt Stra\u00dfburg.<\/p>\n<p>Kurf\u00fcrst Karl Ludwig I. von der Pfalz (1649-1680) verheiratete 1671 seine Tochter Liselotte von der Pfalz mit dem Bruder des Sonnenk\u00f6nigs&nbsp; Herzog Philipp I. von Orleans (1640-1701), um das Verh\u00e4ltnis zu Frankreich zu verbessern.<\/p>\n<p>Aus dieser Ehe leite Ludwig XIV. Erbanspr\u00fcche ab, 1688 fiel er in die Pfalz und das linksrheinische Gebiete ein. Er hoffte auf einen kurzen Krieg, musste aber schnell erkennen, dass diese Hoffnung trog. Er zog seine Truppen rasch zur\u00fcck und <\/p>\n<p>konzentrierte starke Kr\u00e4fte in Philippsburg, Kehl, Breisach und Freiburg. Auf Anraten seines Kriegsministers Louvois (1666-1691) lie\u00df er die Pfalz und die Markgrafschaft Baden systematisch zerst\u00f6ren.<\/p>\n<p>1689 r\u00fcckte die franz\u00f6sische Armee unter dem Kommando des Marschalls de Duras (1625-1704) in der Gegend vor Offenburg ein. Er hatte&nbsp; den k\u00f6niglichen Befehl,jeden Ort und jede Stadt, die&nbsp; mit Mauern umgeben war, in Brand zu stecken.<\/p>\n<p>Am 7.September 1789 wurden in Gengenbach fast alle H\u00e4user einge\u00e4schert. Im Kloster verbrannten viel Getreidevorr\u00e4te.Die Keller waren voll mit Wein gef\u00fcllt. Alles wurde vernichtet. Die Orgel ging verloren. Nur die Glocken, das Archiv&nbsp; und die Bibliothek blieben erhalten,<\/p>\n<p>weil Abt Placidus bei Kriegsbeginn 1688 Archiv und Bibliothek n Sicherheit bringen lie\u00df.Die Glocken lie\u00df er sogar vergraben.<\/p>\n<p>Aufgrund einer beim&nbsp; Schw\u00e4bischen Kreis eingereichten Auflistung errechnete dieser&nbsp; die durch den Brand verursachten Sch\u00e4den auf 100.000 fl, das sind etwa 20.995.632,00 \u20ac. (Wingenroth) Acht Tage sp\u00e4ter wurden Offenburg und Oberkirch abgebrannt.<\/p>\n<p>Ungeachtet der angerichteten Sch\u00e4den legten&nbsp; die Franzosen dem Kloster eine Kontribution auf von 2.000 fl., das sind etwa 419.913,00 \u20ac. Au\u00dferdem hatte das Kloster Lebensmittel f\u00fcr das Heer zu liefern.<\/p>\n<p>Der Kriegsverlauf hatte gezeigt, wie wichtig die Ortenau f\u00fcr \u00d6sterreich war. Au\u00dferdem galt es zu verhindern, dass der Stra\u00dfburger Bischof Wilhelm Egon von F\u00fcrstenberg (1682-1704) in der Ortenau Fuss fasste.<\/p>\n<p>Den Vorschlag des Markgrafen Leopold Wilhelm von Baden (1621-1671), die Landvogtei Ortenau gegen G\u00fcter in B\u00f6hmen einzutauschen, lehnte \u00d6sterreich ab. Sie wurde an den Markgrafen Ludwig Wilhelm von Baden (1655-1707), dem T\u00fcrkenlouis \u00fcbertragen.<\/p>\n<p>Abt Placidus stellte die Kirche von Gengenbach wieder her und lie\u00df sie mit Genehmigung von Papst Innozenz&nbsp; XII. (1691-1700) wieder einweihen.<\/p>\n<p>Wegen des Franzoseneinfalls befand sich Abt Placidus im Exil Nach seiner R\u00fcckkehr begann er sofort mit dem Wiederaufbau der Kirche&nbsp; und konnte bis 1693 6 neue Alt\u00e4re weihen.<\/p>\n<p>1693 schloss er mit Franz Beer I. (1659\u20131722) einen Verding \u00fcber 11.000 Gulden ab, das sind&nbsp; etwa 2.312.632,00 \u20ac. . In dem Verding enthalten sind der Wiederaufbau des besch\u00e4digten Kirchengiebels, die Josephskapelle aber haupts\u00e4chlich das vollst\u00e4ndig zerst\u00f6rte Kloster.<\/p>\n<p>In dem Trupp von Franz Beer arbeitete sein1652 geborener Bruder Peter, der als Steinmetz arbeitete sowie als Palier der sp\u00e4tere Heidelberger Baumeister Johann Jakob Rischer (1662\u20131755) 1714-1716 erbaute er den Glockenturm in Gengenbach.<\/p>\n<p>Abt Placidus war auch schriftstellerisch t\u00e4tig. Er schrieb das Buch Angelus confortans.<\/p>\n<p>Abt Placidus starb 1696 da ist der Klosterneubau noch in vollem Gange. Von seinen 6 Regierungsjahren hat er nur 8 in Gengenbach verbracht. 8 Jahre war er im Exil.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Abt Augustinus M\u00fcller (1696\u20131726) Er ist 1665 wie sein Vorg\u00e4nger auch in Wil geboren. 1683 legte er in Gengenbach seine Profess ab und nahm den Klosternamen Augustin an.<\/p>\n<p>Der Pf\u00e4lzische Erbfolgekrieg hatte sich zum Reichskrieg gegen Frankreich ausgeweitet und endete erst mit dem Frieden von Rijswijk am 30. Oktober 1697.<\/p>\n<p>Abt Augustin stellte den von Abt Placidus begonnenen Klosterneubau fertig. Seine ersten 10 Regierungsjahre waren aber durch den Reichskrieg \u00fcberschattet. Kaum war&nbsp; der Krieg beendet, folgte zwischen 1701 und 1714 der Spanische Erbfolgekrieg.<\/p>\n<p>Kurz nach dem Bezug der neuen Abtei war die Ortenau&nbsp; schon wieder ein Kriegsbrennpunkt. Zwar blieben Stadt und Kloster verschont, aber die&nbsp; st\u00e4ndigen Truppendurchz\u00fcge und auferlegte Kontributionen<\/p>\n<p>belasteten die Abtei. Mit ihrem kleinen Herrschaftsgebiet konnte die Abtei kaum die n\u00f6tigen Mittel erwirtschaften, um alle durch die Kriegszerst\u00f6rungen verursachten Baukosten sofort zu tilgen.Abt Augustin war erst im dritten Wahlgang<\/p>\n<p>gew\u00e4hlt worden.Er hatte&nbsp; mit einer internen Opposition zu k\u00e4mpfen. Er war wohl zu gutm\u00fctig und&nbsp; mit Sicherheit auch f\u00fchrungsschwach.<\/p>\n<p>Erst nach dem Frieden von Rastatt konnte Abt Augustin den Glockenturm durch Johann Jakob Rischer&nbsp; fertigstellen lassen. Ein Neffe des verstorbenen Abtes, jetzt Schlossermeister in Gengenbach, stiftete&nbsp; die die gro\u00dfe Turmuhr mit Garantie auf Lebenszeit.<\/p>\n<p>Die Kirche wurde auch weiter ausgestattet. 1723 wurde der freistehende Hochaltar errichtet. Die Figuren im Stil des Rokoko stammen aus der Werkstatt des Philipp Winterhalter (1667-1727) Die Fassmalereien kosteten 90 fl.<\/p>\n<p>Das&nbsp; sind etwa 19.151,00 \u20ac.<\/p>\n<p>Abt Augustin bet\u00e4tigt sich auch als fr\u00fchindustrieller Wirtschaftsf\u00f6rderer. Er gr\u00fcndete im Moosgebiet eine Glash\u00fctten die dann Abt Benedikt Rischer zur Blaufarbenfabrik umr\u00fcstete und dort kunstvolles Tafelglas herstellen lie\u00df, was dem Kloster auch zu einem Wirtschaftsaufschwung verhalf.<\/p>\n<p>Abt Augustin verstarb am 25. September 1726 und hinterlie\u00df 21.000 fl. Schulden, das sind etwa 4.468.504,00 \u20ac.<\/p>\n<p>Abt Augustin galt als unf\u00e4higer Abt, \u201cdessen langer und dauernden Regierung wenig oder nichts Lobenswertes gezeigt habe, f\u00fcr das sich die Nachwelt interessieren w\u00fcrde.\u201d so sein Chronist P. Augustin Dornblueth,der den Abt in&nbsp; seinem Nekrolog \u00e4u\u00dferst<\/p>\n<p>schlecht schildert und ihm sicher nicht gerecht wird. Er beschrieb ihn als unm\u00e4\u00dfig versoffen und verfressen. Pater Augustin war aber erst 1708 ins Kloster eingetreten Das Wirtschaften in Zeiten von&nbsp; Krieg und Kontributionen konnte der Chronist gar nicht ermessen.<\/p>\n<p>Allerdings hat seine Beschreibung das Bild von Abt Augustin gepr\u00e4gt. So bezeichnet ihn auch Max Wingenroth als g\u00e4nzlich unf\u00e4hig.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Abt Paulus Seeger (1726\u20131743) Er ist 1691 in Gengenbach geboren. Er war zusammen mit Pater Augustin Dornblueth zur Ausbildung in St. Blasien.<\/p>\n<p>Er war ein begabter Maler und Musiker.<\/p>\n<p>1726 wurde er zum Abt von Gengenbach gew\u00e4hlt.Am 15. September 1732&nbsp; belehnte ihn&nbsp; der Bamberger F\u00fcrstbischof Friedrich Karl von Sch\u00f6nborn (1729\u20131746 ) mit den Temporalien .<\/p>\n<p>Abt Paulus Seeger verstarb 1743.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Abt Benedikt Rischer (1743\u20131763) Er war der Sohn des Johann Jakob Rischer (Riescher, R\u00fcscher) und der Anna Maria Siebert aus Gengenbach. Sein Vater stammte aus Vorarlberg und kam als <\/p>\n<p>Palier im Trupp des Vorarlberger Baumeister Franz Beer I. nach Gengenbach. Vermutlich lernte er dort Benedikts Mutter kennen, der&nbsp; 1706 in Mannheim (vielleicht auch Heidelberg) geboren wird. Seine Mutter war die Tochter des<\/p>\n<p>\u201coberen Wirts\u201d in Gengenbach. Abt Benedikt wurde zum Bauabt des Rokoko in Gengenbach. Vom Vater hat er wohl das Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Baukunst aber auch den Mut zum Unternehmertum geerbt.<\/p>\n<p>1743 wurde er Abt in Gengenbach.<\/p>\n<p>Am 30. M\u00e4rz 1748 belehnte F\u00fcrstbischof Johann Philipp Anton von Bamberg (1746-1753) Abt Benedikt mit den Temporalien.<\/p>\n<p>Abt Benedikt hat sich den Pr\u00e4latenturm als pers\u00f6nlichen R\u00fcckzugsort ausbauen lassen. Urspr\u00fcnglich war er ein Element der Stadt- und Klosterbefestigung. Er wurde auf 4 Stockwerke aufgestockt.<\/p>\n<p>Die W\u00e4nde im ersten Obergeschoss wurden mit naiver Landschaftsmalerei ausgestattet, die wahrscheinlich von einem Gengenbacher M\u00f6nch stammt.<\/p>\n<p>Ein Stockwerk h\u00f6her befindet sich ein Studier- und Leseraum in dem eine Karte mit dem ehemaligen Waldbesitz des Klosters ist. Im dritten und letzten Obergeschoss ist ein pr\u00e4chtiger Empfangsraum,in dem Abt Benedikt G\u00e4ste empfing.<\/p>\n<p>In der Abtei lie\u00df er das pr\u00e4chtige Treppenhaus errichten. Auch andere Konventsr\u00e4ume wurden mit Rokokostuckaturen ausgestattet. <\/p>\n<p>Auch unternehmerisch zeigte er Mut und Weitsicht. In Nordrach baute er die Glash\u00fctte weiter aus, die Abt Augustin errichtet hatte. Um den Armen des Moosgrundes Bot und Arbeit zu verschaffen,<\/p>\n<p>lie\u00df er dort eine Blaufarbenfabrik einrichten. 1735 war das Element Kobalt entdeckt worden. Damit lie\u00dfen sich bald blaue Glaswaren und Keramik herstellen, was zu kunstvollem und wertvollen Tafelglas verarbeitet wurde.<\/p>\n<p>Das lie\u00df Abt Benedikt auch in Nordrach herstellen.Allerdings war das in den Anfangsjahren ein Verlustgesch\u00e4ft, weswegen Abt Benedikt so stark angefeindet wurde, dass er 1763 resignierte und sich nach Nordrach zur\u00fcckzog..<\/p>\n<p>Dort starb er am 28. Dezember 1763. Wahrscheinlich gebrochen von den Anfeindungen. Erst sein Nachfolger konnte dann die Ernte einfahren.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Abt Jakob Trautwein (1763\u20131792). Er ist am 22. Januar 1718 in Schiltach geboren. Am 11. Januar 1763 wurde er zum Abt gew\u00e4hlt.&nbsp; GAL Karlsruhe 202 Nr. 469<\/p>\n<p>1763 wird im Staatsarchiv Bamberg unter B 58\/II, Nr. 00717 die Resignation von Abt Benedikt Rischer und die Belehnung mit den Temporalien an Abt Jakob Trautwein vermerkt.<\/p>\n<p>Auch f\u00fcr Abt Jakob sicherlich ein denkw\u00fcrdiges Ereignis war&nbsp; Seine Anwesenheit als Gast, als die Tochter Maria Theresias (1717-1780), Marie-Antoinette (1755-1793) auf ihrer Reise zu ihrer Verm\u00e4hlung <\/p>\n<p>mit dem mit dem Thronfolger Ludwig August von Frankreich auch durch Baden kam. Am 5. August 1770 machte sie Station im Benediktinerkloster Schuttern<\/p>\n<p>Ein gro\u00dfes Fest wurde gegeben. Zahllose G\u00e4ste waren anwesend, unter ihnen auch Abt Jakob.<\/p>\n<p>Auf Vermittlung von Abt Jakob kam Magnus Scheffel nach Gengenbach und erhielt dort die Stelle des Oberstiftsschaffners und verwaltete die Weing\u00fcter des Klosters. Magnus war der Gro\u00dfvater des Dichters Victor von Scheffel.<\/p>\n<p>Nach der S\u00e4kularisierung des Klosters wurde er vom Landvogt v. Roggenbach dem Markgrafen Karl Friedrich von Baden (1746-1811) zur weiteren Verwendung empfohlen. Er wurde nun badischer Am tskeller und blieb dies bis zu seiner Pensionierung 1809.<\/p>\n<p>Er konnte von der Blaufarbenfabrik seine Vorg\u00e4ngers profitieren. Das Kloster erlebte nochmals einen wirtschaftlichen Aufschwung, der auch der Klosterschule zugute kam.<\/p>\n<p>Gelehrte und Wissenschaftler standen mit der Abtei St. Blasien in Verbindung.<\/p>\n<p>Das Kloster wurde zu Kontributionszahlungen verpflichtet so 1796 GAL 229 Nr. 48095<\/p>\n<p>Abt Jakob&nbsp; verstarb 1792.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger und letzter Abt von Gengenbach wurde Bernhard Maria Schw\u00f6rer (1792\u20131803\/07)<\/p>\n<p>Er wurde&nbsp; am 10. M\u00e4rz 1754 als Sohn des Adlerwirts Andreas Schw\u00f6rer in Gengenbach geboren und wurde auf die Vornamen Georg und Jakob getauft.<\/p>\n<p>Er besuchte die Klosterschule in Gengenbach. Danach trat er ins Kloster ein. Mit seiner Profess erhielt er den Klosternamen Bernhardus Maria.<\/p>\n<p>Er wurde 1792 einstimmig zum Abt gew\u00e4hlt GAL 202 Nr. 471<\/p>\n<p>Schon vor der S\u00e4kularisation machten sich Ger\u00fcchte breit, dass die Kl\u00f6ster aufgehoben werden sollten<\/p>\n<p>Schon 1795 wandte sich Abt Bernhard an den letzten F\u00fcrstbischof von Bamberg&nbsp; Christoph Franz von Buseck (1795-1805), der Lehensherr und damit auch Schutzherr von Kloster Gengenbach war<\/p>\n<p>mit einem Schreiben an ihn aber nat\u00fcrlich vergeblich.<\/p>\n<p>Am 25. Februar 1803 wurde in Regensburg der Reichsdeputationshauptschluss verabschiedet.<\/p>\n<p>Er legte fest, dass die F\u00fcrsten, die linksrheinische Gebiete an Frankreich verloren hatten, rechtsrheinische G\u00fcter als Entsch\u00e4digung erhalten sollten. Im Rahmen der S\u00e4kularisation verschwanden ebenfalls fast alle geistlichen Herrschaften wie Hochstifte oder Reichsabteien. <\/p>\n<p>Von den 47 Reichsst\u00e4dten wurden bis auf 6 alle mediatisiert.Die \u201cNapoleonische Flurbereinigung hatte daf\u00fcr gesorgt, dass die Zahl der Territorien von \u00fcber 400 auf etwa 34 sank.<\/p>\n<p>Die gr\u00f6\u00dften Gewinner der S\u00e4kularisation waren Bayern und W\u00fcrttemberg, aber auch Baden erhielt einen \u00fcberproportionalen Anteil an Entsch\u00e4digung.<\/p>\n<p>Gengenbach verlor 1803 seinen Status als Reichsstadt und wurde mit etwa 160 Untertanen in das neu gegr\u00fcndete Gro\u00dfherzogtum Baden eingegliedert. Es entstand der gro\u00dfherzoglich-badische Amtsbezirk Gengenbach.<\/p>\n<p>Die weltliche Klosterherrschaft mit allen herrschaftlichen Rechten, umfangreichem Besitz und Eink\u00fcnften fiel an das Gro\u00dfherzogtum Baden. Die 30 M\u00f6nche wurden auf den Markgrafen Karl Friedrich von Baden , ab 1806 Gro\u00dfherzog verpflichtet.<\/p>\n<p>Der Markgraf lie\u00df den Konvent aber bis 1807 bestehen. Er konnte sogar noch M\u00f6nche und Laienbr\u00fcder von Ettenheimm\u00fcnster und Schwarzach aufnehmen . Erst 1807 wurde das Kloster aufgel\u00f6st. Die M\u00f6nche wurden auf andere Pfarrstellen verteilt<\/p>\n<p>oder erhielten eine Pension.&nbsp; Abt Bernhard wurde Stadtpfarrer in Gengenbach Er verstarb am 28.September 1817 mit 64 Jahren<\/p>\n<p>Es gelang ihm ein Hauptdokument des Klosterarchivs \u2013 und zwar die im 17. und 18. Jahrhundert von mehreren M\u00f6nchen in lateinischer und deutscher Sprache niedergeschriebene Klosterchronik \u2013 an sich zu nehmen. Es steht heute im GAL Karlsruhe und ist eine wichtige<\/p>\n<p>Quelle zum Klosterleben&nbsp; der Benediktinerabtei Gengenbach.<\/p>\n<p>Bei der Aufhebung des Klosters wurde das Klosterverm\u00f6gen&nbsp; liquidiert, kleinere Geb\u00e4ude verkauft und die Innenausstattung versteigert.<\/p>\n<p>Im Abteigeb\u00e4ude wurden das Pfarrhaus, die Schule und das staatliche Obervogteiamt untergebracht. Die Klosterkirche ging 1807 an die Pfarrgemeinde \u00fcber, die von einigen ehemaligen M\u00f6nchen seelsorgerisch betreut wurde. <\/p>\n<p>Der Gro\u00dfteil der Bibliothek n\u00e4mlich 850 B\u00e4nde ging an die Gro\u00dfherzogliche Bibliothek, heute Badische Landesbibliothek. Weitere B\u00e4nde kamen nach Heidelberg und Freiburg. Der&nbsp; Rest wurde verkauft.<\/p>\n<p>Damit endete \u00fcber 1000 Jahre Klostergeschichte.<\/p>\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <img decoding=\"async\" alt=\"Benediktinerabtei Gengenbach. 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