{"id":3285,"date":"2023-07-20T15:27:31","date_gmt":"2023-07-20T15:27:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=3285"},"modified":"2023-07-20T15:27:31","modified_gmt":"2023-07-20T15:27:31","slug":"tebenediktinerkloster-ellwangen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=3285","title":{"rendered":"teBenediktinerkloster Ellwangen"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <img decoding=\"async\" alt=\"Die ehemalige Stiftskirche St. Vitus in Ellwangen. Ansicht von 1849.\" src=\"https:\/\/www.leo-bw.de\/media\/labw_kloester\/current\/generated\/fromurl\/leobild.phptyp4e6z584trnr226bild51.pv.jpg\"><\/p>\n<p>Die Benediktinerabtei Ellwangen wurde 764 als erstes Kloster auf sp\u00e4ter w\u00fcrttembergischen Boden von Hariolf gegr\u00fcndet.<\/p>\n<p>Hariolf entstammte einer m\u00e4chtigen Adelssippe. Diese war im alemannisch-westbayrischen Gebiet und dar\u00fcberhinaus reich beg\u00fctert. Sie hatte weitreichende verwandtschaftliche Beziehungen und war m\u00f6glicher weise<\/p>\n<p>mit dem bayrisch-alemannischen Herrscherhaus der Agilulfinger verwandt, wie Karl Schmid ausf\u00fchrt ( Bischof Wikterb in Epfach Eine Studie \u00fcber Bischof und Bischofssitz im 8. Jahrhundert (Studien zu Abodiacum-Epfach hsg. von J. Werner, M\u00fcnchen 1954 S.99-139)<\/p>\n<p>Hariolf ist um 730 geboren. Er hatte noch zwei Br\u00fcder,Erlolf und Franko. Alle drei standen in einem n\u00e4heren Verh\u00e4ltnis zu den fr\u00e4nkischen Hausmeiern aus dem Geschlecht<\/p>\n<p>der Karolinger, deren Name auf Karl Martell zur\u00fcckgeht und die seit 751 mit Pippin dem J\u00fcngeren den fr\u00e4nkischen K\u00f6nig stellten. Erlolf war um 760 zum Bischof von Langres in Burgund ernannt worden. Langres ist heute Partnerstadt von Ellwangen.<\/p>\n<p>Der Bischof von Langres hatte damals seinen Amtssitz in Dijon und war gleichzeitig Abt von Kloster Sankt-B\u00e9nigne in Dijon. Sankt-B\u00e9nigne-Klosters. <\/p>\n<p>Erlolf stieg mit seiner Ernennung in die hohe fr\u00e4nkische Reichsgeistlichkeit auf. <\/p>\n<p>Franko war 765 auf der K\u00f6nigspfalz in Bodmann besch\u00e4ftigt.<\/p>\n<p>Hariolf war f\u00fcr eine weltliche Laufbahn vorgesehen. Er hatte aber ein religi\u00f6ses Erlebnis, von dem sein Biograf, der Ellwanger M\u00f6nch Ermenrich in der Vita Harolfi berichtet. Daraufhin folgte er seinem Bruder Erlolf nach Langres und trat dort in die Abtei<\/p>\n<p>Sankt B\u00e9nigne ein. Er kehrte nach Ellwangen&nbsp; zur\u00fcck und gr\u00fcndete dort ein Eigenkloster.Die beiden Br\u00fcder unterst\u00fctzten ihn. Erlolf suchte zusammen mit ihm einen geeigneten Platz f\u00fcr das Kloster aus. Au\u00dferdem sorgte Erlolf daf\u00fcr, dass <\/p>\n<p>die Reliquien des heligen Benignus und der heiligen Drillinge Eleusippus, Meleusippus, Speusippus, deren Gro\u00dfmutter Leonilla und ihrer Begleitm\u00e4rtyrer Junilla, Turbon und Neon nach Ellwangen kamen.<\/p>\n<p>Der Gr\u00fcndungskonvent kam ebenfalls aus Sankt B\u00e9nigne.<\/p>\n<p>Franko machte in seinem Bekanntenkreis auf das junge Kloster aufmerksam So wird der Eintritt Grimalds in Kloster Ellwangen ebenso Franko zugeschrieben, wie der Eintritt Suonhars. Grimald war ab 824 am Hofe Ludwigs des Frommen in der kaiserlichen Kapelle<\/p>\n<p>als Kaplan t\u00e4tig. Ab 833 war er Vorsteher der kaiserlichen Kanzlei. 833 wurde er von Ludwig als Abt von Kloster Weissenburg eingesetzt, allerdings nach innerdynastischen Auseinandersetzungen 839 abgesetzt. Ludwig der Fromme setzte ihn 841 als Abt von Kloster St. Gallen ein und 847 auch wieder in Weissenburg. Er stand einem 3. Kloster vor, das war m\u00f6glicherweise Ellwangen.<\/p>\n<p>Suonhar war vor seinem Eintritt ins Kloster ein getreuer Gefolgsmann von K\u00f6nig Karlmann (768-771)Er \u00fcberlie\u00df der neuen Gr\u00fcndung seinen gro\u00dfen Besitz und trug damit zu einer ersten Bl\u00fcte des jungen Klosters bei.<\/p>\n<p>Alle Personen, die im Zusammenhang mit der Gr\u00fcndung Kloster Ellwangens erw\u00e4hnt werden, standen in einem n\u00e4heren Verh\u00e4ltnis zum fr\u00e4nkischen Herrscherhaus. Diese Beziehungen und Zusammenh\u00e4nge lassen vermuten, dass der fr\u00e4nkische Herrscher bei der<\/p>\n<p>Gr\u00fcndung Kloster Ellwangens seine H\u00e4nde im Spiel hatte. Das passte auch zur zielgerichteten Kloster und Kirchenpolitik, die Pippin II. betrieb. Er sicherte sich die Kontrolle \u00fcber Kl\u00f6ster, setzte auch Bisch\u00f6fe ein. Er f\u00f6rderte die Tendenz zur Herausbildung von Eigenkl\u00f6stern.<\/p>\n<p>Pippin nutzte Kl\u00f6ster gezielt als Vorposten und Grundlagen seiner Macht. Der Blick auf das alemannisch-bayrische Grenzgebiet zeigt, dass innerhalb eines&nbsp; Vierteljahrhunderts zwischen&nbsp; 752 und 777 eine ganze Kette von Kl\u00f6stern gegr\u00fcndet wurden.<\/p>\n<p>Heidenheim am Hahnenkamm im Altm\u00fchltal wurde 752 gegr\u00fcndet, Ottobeuren (siehe dazu Mei B\u00fcchle) 764, das Fulradkloster in Esslingen&nbsp; um 764, Solnhofen um 768, das Kloster Herbrechtingen im Landkreis Heidenheim 774,&nbsp; Obermarchtal (Mei B\u00fcchle) vor 776.<\/p>\n<p>Die Neugr\u00fcndung von Kloster Ellwangen hatte mehrere Aspekte. Einmal war es die kulturelle Aufgabe des neuen Klosters. Das war die Rodung eines Waldgebietes, in dem sp\u00e4ter viele \u2013zell-Orte und Rodungssiedlungen angelegt wurde. Die Nachsilbe \u2013zell bedeutet<\/p>\n<p>so viel wie Bauernhof.<\/p>\n<p>Ellwangen lag in den Randzonen der Bist\u00fcmer Augsburg, W\u00fcrzburg und Eichst\u00e4tt.Au\u00dferdem gab es noch Au\u00dfenbesitzungen des Klosters Fulda. Dieses&nbsp; Gebiet war also kirchlich noch nicht erfasst und organisiert.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich muss die Gr\u00fcnung auch vor dem politischen Hintergrund der Auseinandersetzungen der fr\u00e4nkischen Herrscher mit dem schw\u00e4bischen und bayrischen Stammesherzogtum gesehen werden. Die Herz\u00f6ge von von Alemannien und Bayern hatten sich 741 nach dem Tod von Karl Martell erhoben, weil das Land zur Nachfolgeregelung zwischen Pippin und Karlmann aufgeteilt wurde.<\/p>\n<p>Der Thron war vakant und die Alemannenherz\u00f6ge sahen sich mit den Karolingern als ranggleich an. Nach mehreren Feldz\u00fcgen setzte sich Karlmann durch und lie\u00df im Strafgericht von Cannstatt einen Teil des alemannischen Adels umbringen.<\/p>\n<p>Das schw\u00e4bische Stammesherzogtum war damit ausgeschaltet. Der bayrische Herzog Tassilo III. hatte zwar 757 Pippin den Vasalleneid geleistet, aber bereits 763 das fr\u00e4nkische Heer bei einem Feldzug in Aquitanien wieder verlassen.<\/p>\n<p>Die oben erw\u00e4hnte Gr\u00fcndungswelle von Kl\u00f6stern in Schwaben diente&nbsp; auch dem Ziel, in dem vom fr\u00e4nkischen Herrscher unterworfenen Land, die Herrschaft zu stabilisieren. Eine politische Notwendigkeit war auch ein zuverl\u00e4ssiges Kloster im Grenzbereich <\/p>\n<p>zwischen Ostfranken und Bayern, was mit der Gr\u00fcndung von Kloster Ellwangen erreicht wurde.<\/p>\n<p>Das Kloster wurde in einer Mischregel aus der Regel der Benediktiner und der des Kolumban des J\u00fcngeren, ( um 540-615)&nbsp; Abt in Luxeil, gef\u00fchrt. Es&nbsp; wurde reich mit Besitz ausgestattet. Allein Hariolf hat nach seiner Vita dem Kloster 300 Schenkungen gemacht.<\/p>\n<p>Hariolf \u00fcbereignete das Kloster durch den Rechtsakt der Traditio zun\u00e4chst Pippin und sp\u00e4ter Karl dem Gro\u00dfen(768-814). Damit wurde es in ein Reichskloster umgewandelt.Das entsprach der Kirchenpolitik Karls und seines Nachfolgers Ludwig des Frommen (814-840).<\/p>\n<p>F\u00fcr die Herrscher hatte es den praktischen Nutzen, dass das Kloster dem Zugriff des Bischofs entzogen war. Es wurde noch st\u00e4rker in den fr\u00e4nkischen Staat eingegliedert und konnte so als Mittel zur politischen und kirchlichen Erfassung von R\u00e4umen zu nutzen, an deren<\/p>\n<p>Ausbau und Festigung ihnen gelegen sein musste. Rechtlich wurde das Kloster unter den besonderen kaiserlichen Schutz gestellt. Es erhielt Immunit\u00e4t und freie Abtswahl.<\/p>\n<p>Hariolf starb um 814. Er und Erlolf sind in der Basilika St. Vitus in Ellwangen bestattet. Sein Gedenktag ist der 13. Dezember.<\/p>\n<p>Am 8. April 814 stellte Kaiser Ludwig der Fromme eine Urkunde f\u00fcr Kloster Ellwangen aus. \u201cnimmt das kloster Ellwangen, das der bischof und abt Hariolf im wald Virgundia auf eigengut erbaut, dotirt und k. Karl mit einwilligung der erben und verwandten tradirt hatte, auf dessen bitte laut der vorgelegten urkunde seines vaters Karl (deperd.) mit zustimmung der bisch\u00f6fe und getreuen in seinen schutz und verleiht immunit\u00e4t mit freier abtwahl.\u201d RI I n.&nbsp; 521. Das ist die wichtigste Quelle f\u00fcr die Fr\u00fchgeschichte von Kloster Ellwangen.<\/p>\n<p>Es ist die erste erhaltene Urkunde, die die Kanzlei Ludwigs ausgestellt hat und sie ist die \u00e4lteste Urkunde im Hauptstaatsarchiv Stuttgart und sie ist die \u00e4lteste echte Urkunde f\u00fcr Kloster Ellwangen.<\/p>\n<p>Abt Wikterb wird in der \u00c4bteliste von Wikipedia f\u00fcr Kloster Ellwangen mit 781 ? vermerkt. Laut Lebensbeschreibung des Bistums Augsburg soll er M\u00f6nch und sp\u00e4ter Abt in Kloster Ellwangen gewesen sein. Hier wir auch gesagt, dass er<\/p>\n<p>738 als erster urkundlich gesicherter Bischof von Augsburg in Erscheinung tritt. Er unterst\u00fctzte die Glaubensverk\u00fcndigung des heiligen Magnus im Allg\u00e4u, indem er M\u00f6nche aus St. Gallen f\u00fcr seine Klosterzelle berief, dessen Kirchenbau in Waltenhofen\/Schwangau weihte und von K\u00f6nig Pippin beschenken lie\u00df. Auch war er an der Gr\u00fcndung und Einweihung der Kl\u00f6ster, Kirchen und St\u00e4dte Benediktbeuren, Wessobrunn, Ellwangen und Kempten beteiligt.<\/p>\n<p>In der Synode von Aachen 817, die Ludwig zur Reform des M\u00f6nchtums&nbsp; veranstaltete, erscheint das Reichskloster Ellwangen in der zweiten Klasse der Reichsabteien und stand damit auf der gleichen Stufe wie die hochangesehenen Kl\u00f6ster Fulda und Hersfeld. <\/p>\n<p>(F\u00fcrstpropstei Ellwangen in LEO-BW<\/p>\n<p>Abt Sindold war der 3. Abt. Er wird sowohl im Ellwanger Nekrolog als auch in einer Reichenauer Notiz erw\u00e4hnt, die ihm zugeordnet werden kann. Er erscheint auch in der Schenkungsurkunde Ludwigs des Frommen vom 21. August 823. RI I n. 781<\/p>\n<p>Als sein Nachfolger wird Abt Erfmann gef\u00fchrt, der allerdings nur einmal im Reichenauer Nekrolog nachzuweisen ist.<\/p>\n<p>838 geh\u00f6rten&nbsp; Kloster Ellwangen&nbsp; schon 160 Priester und Laienbr\u00fcder an. (Hariolf im \u00d6kumenischen Heiligenbuch)<\/p>\n<p>Auf Erfmann folgte Grimald, wobei sich die Wissenschaft nicht einig ist, ob Grimald neben Weissenburg und St. Gallen auch Abt in Ellwangen war.<\/p>\n<p>Auf Grimald folgte Ermenrich. Er war als junger M\u00f6nch in Ellwangen. Von dort kam er zur Ausbildung an die Kanzlei Ludwigs nach Regensburg. Sein n\u00e4chster Schritt war die Klosterschule in Fulda, damals die angesehenste Bildungsst\u00e4tte Europas. Zu seinen Lehrern z\u00e4hlten Rudolf von Fulda,<\/p>\n<p>Theologe und Geschichtsschreiber und vor allem Hrabanus Maurus,Abt von Fulda, Universalgelehrter und eine der bedeutendsten Gestalten der karolingischen Renaissance. Er kam auch mit Grimald in Kontakt<\/p>\n<p>846\/47 war er auf der Reichenau und lernte dort beim ebenfalls in Fulda ausgebildeten Abt Walahfried Strabo. Er kam dann weiter nach St.Gallen, wo Grimald Abt war.<\/p>\n<p>Neben der Biographie des Sualo in Solnhofen schrieb er die Vita des Hariolfs, des Ellwanger Klostergr\u00fcnder, eine wichtige Quelle f\u00fcr die Fr\u00fchzeit von Kloster Ellwangen.<\/p>\n<p>Ermenrich wurde auf Betreiben Grimalds Bischof von Passau Er starb wahrscheinlich 26.12.874 Passau.<\/p>\n<p>Auf ihn folgte Otbald, er auch Abt in Niederaltaich gewesen sein soll.<\/p>\n<p>Dr. Franz Josef Schwarz f\u00fchrt in einem Buch Die ehemalige Benediktiner Abteikirche zum Heiligen Vitus in Ellwangen, Stuttgart 1882 Otbald nicht&nbsp; auf. Bei ihm folgt Luitbert&nbsp; 870-183 als Abt von Ellwangen. 863 wurde er auch Erzbischof von Mainz.(S.14)<\/p>\n<p>Auch der Nachfolger Luitberts war laut Schwarz Erzbischof von Mainz, n\u00e4mlich Hatto I.&nbsp; (891-913). Au\u00dferdem war er von 888-913 Abt von Kloster Reichenau und anderer Reichskl\u00f6ster, nach Schwarz eben auch Abt von Ellwangen (S.14)<\/p>\n<p>Von Arnulf von K\u00e4rnten (887-899) erwirkte er die Best\u00e4tigung des Rechts auf freie Abtswahl. RI I n. 1898 vom 5. Juni 894.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger in Ellwangen wurde Abt Adelbero (S.15). Vorher war er&nbsp; M\u00f6nch in Ellwangen und hat dort seine Ausbildung&nbsp; erhalten. Von 887 bis 909 war er Bischof in Augsburg.<\/p>\n<p>Hatto I. folgte&nbsp; auf Adelbero. Allerdings wird er nicht \u00fcberall als Ellwangener Abt gef\u00fchrt. Seine Bildung hat er wohl in Fulda oder auf der Reichenau erhalten. Er war ein Gefolgsmann von Arnulf von K\u00e4rnten. Dieser setzte seinen G\u00fcnstling ohne vorausgehende Wahl 888<\/p>\n<p>auf der Reichenau und 889 in Ellwangen ein. 891 machte er ihn&nbsp; auch zum Erzbischof von Mainz.<\/p>\n<p>Am 5. Juni 894 best\u00e4tigte K\u00f6nig Arnulf Kloster Ellwangen das Recht auf freie Abtswahl. RI I n. 1898<\/p>\n<p>Hatto war auch ma\u00dfgeblich an der Erhebung Ludwigs des Kindes am 4.2.900 beteiligt. Zusammen mit seinem Vorg\u00e4nger auf dem Ellwanger Abtstuhl, dem Augsburger Bischof Adalbero wurde er der wichtigste Leiter des Minderj\u00e4hrigen und damit der Reichspolitik.<\/p>\n<p>961 ist Hartbert Abt von Ellwangen. Er war gleichzeitig auch Bischof von Chur (951-ca.972).Am 15. August 961 best\u00e4tigt Otto I (ab 936 K\u00f6nig des Ostfrankenreichs, ab 962-973 Kaiser) auf Bitte von Hartbert und des Erzbischofs Wilhelm von Mainz (954-968) und gem\u00e4\u00df den Urkunden seiner Vorg\u00e4nger<\/p>\n<p>und&nbsp; den M\u00f6nchen freies Wahlrecht. RI II 1 n. 307. Am selben Tag wird f\u00fcr Erzbischof Wilhelm eine Urkunde ausgestellt, als dem Intervenienten bei K\u00f6nig Otto I., welcher dem Kloster Ellwangen die freie Abtswahl best\u00e4tigt. <\/p>\n<p>RIplus Regg. EB Mainz 1 [n. 621]<\/p>\n<p>Nach Hartbert f\u00fchrt Wikipedia vor 973 ? Milo als Ellwanger Abt. Sein Nachfolger Sandrad wird wieder von vielen als Ellwanger Abt gef\u00fchrt. <\/p>\n<p>Er war ein Sch\u00fcler des K\u00f6lner Erzbischofs Brun&nbsp; (953-965) Zun\u00e4chst war er M\u00f6nch in St. Maximin in Trier und dort Cellerar. Er hatte enge Beziehungen zum Hof Kaiser Ottos und war Beichtvater von dessen zweiter Gemahlin Adelheid von Burgund (+999)<\/p>\n<p>974 gr\u00fcndete er zusammen mit Erzbischof Gero von K\u00f6ln (969-976) das Kloster St. Vitus in Gladbach. Dort war er auch der erste Abt. 979 war er auch Abt in Ellwangen und es ist sehr wahrscheinlich, dass der dortige Patroziniumswechsel von den Heiligen<\/p>\n<p>Sulpicius und Servilianus zum hl. Vitus mit ihm zusammenh\u00e4ngt, denn Gladbach hatte ja auch Vitus zum Patron. Er brachte auch eine Armreliquie von Vitus aus Gladbach nach Ellwangen.<\/p>\n<p>981&nbsp; wurde er auf Vermittlung von Adelheid auch Abt in Weissenburg von 981 bis 985. Er kehrte nach Gladbach zur\u00fcck und starb dort am 24. August 985 oder 986.<\/p>\n<p>Sandrad war ein f\u00fchrender Vertreter&nbsp; der trierisch-lothringischen Klosterreform.&nbsp; Er wird auch in Verbindung gebracht mit der Aufzeichnung kl\u00f6sterlicher Ordensregeln.<\/p>\n<p>981 musste Ellwangen auf dem Italienzug Kaiser Ottos II. (967-983) ein Kontingent von 40 Panzerreitern stellen, eine relativ gro\u00dfe Zahl im Verh\u00e4ltnis zu den gr\u00f6\u00dften weltlichen Kontingenten. (F\u00fcrstpropstei Ellwangen in LEO-BW)<\/p>\n<p>Sandrads Nachfolger wurde Winithar (974-990) Ihm verdankt Kloster Ellwangen die erste Papstbulle. Papst Benedikt VII. (974-983) stellte diese am 15. April 979 aus.<\/p>\n<p>\u201cPapst Benedikt VII. best\u00e4tigt dem Kloster Ellwangen unter dem Abte Winithar auf dessen Bitte alle Besitzungen und Privilegien; unterstellt es der alleinigen p\u00e4pstlichen Jurisdiktionsgewalt&nbsp; und verbietet die Aus\u00fcbung priesterlicher Funktionen im Klostergebiet ohne Erlaubnis des Abtes. \u201c <\/p>\n<p>RI II, 5n. 567 Damit war das Kloster von jeglicher bisch\u00f6flicher Jurisdiktion befreit und direkt dem Heiligen Stuhl unterstellt. Die Bulle diente Kloster Ellwangen sp\u00e4ter auch als Hauptbeweisst\u00fcck f\u00fcr die Durchsetzung ihrer Exemtionsanspr\u00fcche.<\/p>\n<p>Von Kaiser Otto III. erwirkte Abt Winithar die Inschutznahme durch den Kaiser. \u201cOtto nimmt das Kloster Ellwangen auf Grund der von seinen Vorg\u00e4ngern, darunter von seinem Gro\u00dfvater und Vater verliehenen Praezepte, die ihm Abt Winithar vorgewiesen hat, und auf Wunsch der Kaiserin Theophanu, sowie auf Intervention des Erzbischofs Willigis, des Bischofs Hildibald von Worms und des Herzogs Konrad von Schwaben in seinen Schutz und verleiht ihm die Immunit\u00e4t \u201c RI II, 3 n.996 In der Urkunde wird gesagt dass Ellwangen auch auf Wunsch der Kaiserin Theophanu geschah.<\/p>\n<p>Aber sie hat zu dieser Zeit ja die Regierungsgesch\u00e4fte gef\u00fchrt. Otto war zum Zeitpunkt der Ausstellung der Urkunde erst 6 Jahre alt.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr eingesetzt hatte sich auch der Mainzer Erzbischo Willigis (975-1011). Wie bei der Urkunde Otto I f\u00fcr Ellwangen und den Abt Hartbert wurde auch f\u00fcr den Intervenienten in diesem Fall Erzbischof Willigis ausgestellt. RIplus Regg. EB Mainz 1 [n. 738],<\/p>\n<p>Die Urkunde verbietet jedem Herzog, Grafen, \u00f6ffentlichen Richter oder mit richterlicher Gewalt Versehenen das Betreten des Klosters gegen den Willen des Abtes. Ein Vogt sollte die Belange des Klosters ordnen. Der Vogt wurde vom K\u00f6nig oder Kaiser bestimmt, konnte aber auch vom Abt frei gew\u00e4hlt werden.<\/p>\n<p>Auf Winithar folgte Gebhard (990-996) als Abt. 996 wurde er zum Bischof von Augsburg (996-1000)bestimmt und legte sein Amt als Ellwangener Abt. nieder.<\/p>\n<p>Auf ihn folgte Hartmann (996-1011).<\/p>\n<p>Kaiser Heinrich II.(1002 ab 1004 Kaiser-1024) verlieh 1003 \u201ddem aus Laienherrschaft befreiten Kloster Ellwangen auf Bitten des Abtes Hartmann den K\u00f6nigsschutz, die rechtliche Gleichstellung mit den Reichsabteien Fulda und Reichenau und gew\u00e4hrt, unter Vorbehalt der k\u00f6niglichen Mitwirkung, das<\/p>\n<p>Recht der Abtswahl\u201d RI II, 4 n.1546<\/p>\n<p>1003 oder 1011 wurde Abt Hermann gef\u00fcrstet und war damit der erste F\u00fcrstabt auf dem Ellwanger Abtsstuhl.<\/p>\n<p>Bis zum Ende des 10. Jahrhunderts stand noch eine kleine Klosterkirche und das erste Abteigeb\u00e4ude. Beides brannte ab. Nicht betroffen war die Krypta.Alle bis dahin verbliebenen Reliquien blieben erhalten.<\/p>\n<p>Auf Abt Hermann folgte wohl Berengar (1011-1026) Die in&nbsp; Wikipedia genannten \u00c4bte Adalger und Ruadhoc tauchen sonst nicht auf. Adalger ist nur im Fuldaer Nekrolog genannt.<\/p>\n<p>Berengar erhielt am 5. Februar 1024 von Kaiser Heinrich II. auf Intervention von Bischof Eberhard von Bamberg( 1007-1040) den Wildbann innerhalb angegebener Grenzen im Virngrund verliehen. RI II, 4 n. 2056<\/p>\n<p>Abt Berengar verstarb&nbsp; 1026. Auf ihn folgte Abt Odenbert, der 1035 verstarb. Crusius \u00fcberliefert f\u00fcr ihn und seinen Nachfolger Richard + 1040 nur die Regierungsdaten.<\/p>\n<p>Odenbert war mit Abt Richard von Fulda (1018-1039) befreundet und verwandt. Er erscheint in den Nekrologien zahlreicher anderer Kl\u00f6ster, was darauf deutet, dass er eine herausragende Pers\u00f6nlichkeit im Kreis der damaligen Reformkreise war. Abt Richard von Fulda war ja von Kaiser Heinrich II. als Reformabt in Fulda eingesetzt worden, um hier die bereits eingeleiteten Reformen weiter zu f\u00fchren. Er starb auf einer Reise und wurde in Neuenberg bei Fulda beigesetzt.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger Richard war nach den Hildesheimer Annalen M\u00f6nch in Fulda, vor er nach Ellwangen kam. Er hatte nat\u00fcrlich auch enge Beziehungen zu Fulda.<\/p>\n<p>In der Regierungszeit dieser \u00c4bte war Konrad II von 1024-1027 K\u00f6nig und dann bis 1039 Kaiser. Unter ihm wie auch seinem Sohn Heinrich III. (1039-1056) hatte Kloster Ellwangen keinen Schutzvogt. Nach Aloys Seckler, Vollst\u00e4ndige Geschichte der gef\u00fcrsteten Reichspropstei Ellwangen, Stuttgart 1864,<\/p>\n<p>waren die beiden Herrscher m\u00e4chtig genug das Reich selbst zu sch\u00fctzen (S. 109)<\/p>\n<p>Nachfolger von Abt Richard wurde F\u00fcrstabt Aaron (1040-1060) au\u00dfer der Regierungszeit ist von ihm auch nichts bekannt.<\/p>\n<p>Auf ihn folgte Abt Reginger (1061-1076). Er war mit dem K\u00f6lner Erzbischof Anno (1056-1075) verwandt. Anno hatte 1064 die Abtei St. Michael gegr\u00fcndet und mit M\u00f6nchen aus Fruktuaria besiedelt. Fruktuaria war 1000 durch Wilhelm,&nbsp; Abt(990) des Benignusklosters in Dijon gegr\u00fcndet worden.<\/p>\n<p>Abt Reginger&nbsp; \u00fcberlie\u00df dem neugegr\u00fcndeten Kloster Reliquien des heiligen Benignus, die feierlich von<\/p>\n<p>Ellwangen nach Siegburg \u00fcbertragen wurden. Siegburg wurde schnell zu einer Reformabtei im Zuge der Reformen von Cluny. auf Grund dieser Verbindungen kann man Reginger wohl wie seinen Vorg\u00e4nger auch zu den Reformkreisen z\u00e4hlen.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Abt&nbsp; Udo (1076-1090) Auch \u00fcber sein Wirken gibt es keine Nachrichten. Man kann aber deshalb daraus folgern, dass Abt Udo Ellwangen relativ ruhig und unbeschadet durch die Wirren des Investiturstreites gef\u00fchrt hat.<\/p>\n<p>Sein Tod hat wohl f\u00fcr Unruhe im Konvent gesorgt. Sein Nachfolger Isembert regierte nur 4 Jahre. Er hat sein Amt auch nur als \u201celectus\u201d , also als nicht vollst\u00e4ndig ins Amt eingesetzt verwaltet. Das deutet darauf hin,<\/p>\n<p>dass wohl ein Teil des Konvents \u2013 vermutlich der kleinere &#8211; gegen ihn aufgetreten ist.<\/p>\n<p>Nachfolger von Isembert wurde Abt Adalger. Er erscheint in der Abtsliste von Ellwangen von 1094-1102. Im Ellwanger Nekrolog wird sein Sterbedatum&nbsp; mit dem November 1102&nbsp; angegeben.<\/p>\n<p>Die Annales Ellwangenses&nbsp; \u00fcberliefern, dass unter Abt Adalger das Kloster 1000 vollst\u00e4ndig niedergebrannt ist. Weitere Hinweise auf diesen Brand gibt es nicht. Aber die fehlende \u00dcberlieferung f\u00fcr das fr\u00fche Mittelalter und der Neubau und<\/p>\n<p>die Klosterweihe von 1124 machen ein solches Ereignis wahrscheinlich.<\/p>\n<p>Das von dem Paderborner Bischof Meinwerk(1009-1036)1015 gegr\u00fcndete Kloster Abdinghof in Paderborn war mit M\u00f6nchen aus Cluny besiedelt worden. Es war damit das erste unmittelbar aus Cluny ausgehende Kloster auf deutschem Boden.<\/p>\n<p>Das 2. Kloster war die Abtei Siegburg. Das wichtigste Reformkloster wurde dann Hirsau. Dort wurde Wilhelm von Hirsau 1069 zum Abt (-1091) berufen. St. Blasien, Ochsennhausen, Wiblingen, Muri und G\u00f6ttweig in der Wache schlossen sich der cluniazentischen Reform an.<\/p>\n<p>F\u00fcr Ellwangen gibt es keinen urkundlichen Nachweis zu dieser Reformbewegung. Auf die Reform\u00e4bte wurde bereits verwiesen. <\/p>\n<p>Die Kirche St. Veit in Ellwangen ist nach der Bauregel von Cluny gebaut. Die Bauzeit in Ellwangen dauerte 24 Jahre. Sie wurde am Jahrestag der ersten Kirchweihe&nbsp; am 3. Oktober 1024 geweiht.<\/p>\n<p>Sie wurde von zwei Bisch\u00f6fen geweiht, n\u00e4mlich dem Konstanzer Bischof Ulrich I. von Kyburg-Dillingen (1111-1127) und dem Augsburger Bischof Herrmann (1096-113).<\/p>\n<p>Bischof Ulrich weihte 7 Alt\u00e4re und Bischof Hermann den Altar im Chor. Dies geschah auf Veranlassung des Mainzer Erzbischofs Adalbert I. von Saarbr\u00fccken (1111-1137)<\/p>\n<p>Dies geschah, weil kraft p\u00e4pstlichen Privilegs das Kloster aus der Verf\u00fcgungsgewalt des Bischofs genommen ist.&nbsp; RIplus Regg. B Augsburg 1 n. 452, <\/p>\n<p>Auf Abt Adalger folgten Abt Ebo (+1113) und Abt Richard II. (+1118). Von diesen ist au\u00dfer den Regierungszeiten wieder nichts bekannt. Zur Zeit der Kirchweihe regierte Abt Helmreich, Graf zu \u00d6ttingen. <\/p>\n<p>Er erhielt von Kaiser Lothar ( 1125-1133 K\u00f6nig, dann bis 1137 Kaisereine Schutzurkunde.&nbsp; Er nahm im Mai 1130 Kloster Ellwangen in seinen Schutz. In derselben Urkunde ernannte Lothar den bisherigen Dekan Heinrich von Kemnaten zum Abt in Fulda ein.<\/p>\n<p>Abt Heinrich und der Konvent zu Fulda vidimierten auf Bitten des Abts Kuno von Ellwangen die Urkunde Staatsarchiv Ludwigsburg B 389  <\/p>\n<p>Abt Heinrich starb 1136.<\/p>\n<p>Auf ihn folgte Abt Adalbert I. von Dinnesbach. Er erscheint wieder urkundlich. Am 24. Oktober 1152 nimmt Friedrich I. Barbarossa (1152-1155, ab 1155 bis 1190 Kaiser) Kloster Ellwangen in seinen Schutz und best\u00e4tigt seine Besitzungen.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem traf er Bestimmungen&nbsp; f\u00fcr die Vogtei und zwar&nbsp; \u201c Der Vogt darf nur dreimal im Jahr mit zw\u00f6lf Berittenen im Kloster Gericht halten und dabei seine Eink\u00fcnfte empfangen, dar\u00fcber hinaus darf er nur auf Wunsch des Abtes t\u00e4tig werden. \u201c<\/p>\n<p>F\u00fcr die Rechtsstellung des Klosters traf er ebenfalls Anordnungen. Er \u00fcbertrug dem Kloster das Recht der Abteien Fulda und Reichenau. Und verbriefte er ihm den Bannforst Virgunda in den angegebenen Grenzen.<\/p>\n<p>Zeugen waren die Bisch\u00f6fe Gebhard von W\u00fcrzburg (1150-1159), Eberhard II. von Bamberg (1146-1170) und G\u00fcnther von Speyer (1146-1161). Weltliche Zeugen waren Herzog Welf VI. (+1191), und Herzog Heinrich (der L\u00f6we ) von Sachsen (1142-1180)<\/p>\n<p>sowie die&nbsp; Markgrafen Otokar von Steyr (1140\/42-1192) und Albrecht (der B\u00e4r) von Sachsen (1123-1170)&nbsp; RI IV,2,1 n. 143<\/p>\n<p>Ein Jahr sp\u00e4ter nahm Papst Eugen III. 1145-1153) am 19. Februar 1153 Kloster Ellwangen und seine Besitzungen&nbsp; in seinen Schutz und <em>\u201c<\/em>best\u00e4tigte die demselben von den r\u00f6mischen P\u00e4psten und K\u00f6nigen verliehenen W\u00fcrden, Rechte und Freiheiten.\u201d<\/p>\n<p>WUB Band II.,Nr. 343, Seite73-74<\/p>\n<p>Laut Seckler war Abt Adalbert bei Kaiser Friedrich I. sehr angesehen. (S. 114) Der Kaiser best\u00e4tigte am 29. September 1168 der Kirche in Ellwangen ihre Rechte an dem Virgundawald vorbehaltlich Hohenstaufischer Rechte. <\/p>\n<p>WUB Band II.,Nr. 389, Seite156 und RI IV,2,3 n. 1809 \u201cFriedrich best\u00e4tigt der Abtei Ellwangen gem\u00e4\u00df den Urkunden seiner Vorg\u00e4nger die Schenkung des Waldes <em>Virgunda<\/em> mit allen zugeh\u00f6rigen Jagd-, Fischerei-, Imkerei-, Holznutzungs- und Rodungsrechten unter der Bedingung, da\u00df sein Sohn, Herzog Friedrich von Schwaben, und dessen Nachfolger, die dieses Lehen von der Abtei innehaben, hinsichtlich der Jagd und der Rodung den Schutz aus\u00fcben m\u00f6gen und daselbst nur der Abt jagen d\u00fcrfe. \u201c<\/p>\n<p>1168 wurde auch ein Vertrag abgeschlossen, in dem es es ausdr\u00fccklich hei\u00dft, dass der herzog sich vor dem Abt rechtfertigen m\u00fcsse, falls der Wald von ihm oder aufgrund seiner Nachl\u00e4ssigkeiten durch Rodungen oder auf irgendeine andere Weise gesch\u00e4digt werde.<\/p>\n<p>(Clemens Dasler, Forst und Wildbann im fr\u00fchen deutschen Reich, K\u00f6ln Weimar Wien 2001 S.82)<\/p>\n<p>1146 legte er den Grundstein zum bereits wieder abgebrannten Kloster<\/p>\n<p>Er trat auch vier mal als Zeuge in Urkunden auf und zwar einmal bei Konrad III. f\u00fcr Kloster Ursberg RIplus Regg. B Augsburg 1 n. 504 und in drei von Friedrich I. RI IV,2,1 n. 435, einer Schutzurkunde f\u00fcr Kloster St. Emmeran in Regensburg.<\/p>\n<p>RI IV,2,2 n. 1504, In einer weiteren Urkunde f\u00fcr Kloster Emmeran wird er auch als Zeuge genannt RIplus | SFG: Regg. B\/DK Augsburg 2 n. 41 <\/p>\n<p>und in einer letzten , in der er die Unterstellung von Kloster Kitzingen unter den Bischof von Bamberg aufhebt. RI IV,2,2 n. 1504,<\/p>\n<p>Abt Adalbert I. verstarb 1173 Auf ihn folgte Adalbert II. von Ronsberg, ein altes Adelsgeschlecht aus dem Allg\u00e4u. Er stammte wohl aus dem Reformkloster Ottobeuren und erneuerte das kl\u00f6sterliche Leben in Ellwangen.<\/p>\n<p>1179 stellte Papst Alexander III. (1159-1181) eine Schutzurkunde f\u00fcr Kloster Ellwangen aus. \u201cAlexander III. nimmt das Kloster Ellwangen samt dessen Besitztum in seinen Schutz und best\u00e4tigt und erweitert die demselben schon fr\u00fcher zugestandenen Beg\u00fcnstigungen.\u201dStaatsarchiv Ludwigsburg B 389 U 51<\/p>\n<p>1182 brannte das Kloster wieder ab, auch die Bibliothek wurde vernichtet.<\/p>\n<p>Abt Adalbert II. verstarb&nbsp; 1188. <\/p>\n<p>Auf ihn folgte Abt Kuno (1188-1221, von 1217-1221 auch Abt von Fulda), der wohl bedeutendste Abt dieses Zeitraums. Nach Seckler wurde Ellwangen&nbsp; 1201 erneut von einer Brandkatastrophe betroffen. (S. 115)<\/p>\n<p>Abt Kuno begann um 1200 eine Burg zum Schutz des Klosters und der entstehenden Stadt Ellwangen erbauen. Erlie\u00df die abgebrannte Stadt Ellwangen wieder aufbauen und begann mit dem Bau einer neuen Klosterkirche der Fertigstellung er aber nicht mehr erlebte.<\/p>\n<p>Sie wurde zwischen 1182 und 1233 erbaut und gilt als das hervorragendste Baudenkmal der schw\u00e4bischen Kaiserzeit im Stammlande und als eines der bedeutendsten, eindruckvollsten Zeugnisse der sp\u00e4tromanischen Architektur rechts des Rheins <\/p>\n<p>(B. Bushart Die Basilika zum Heiligen Vitus in Ellwangen). <\/p>\n<p>Schon 1193 nahmen der Abt und die Br\u00fcder des Klosters Fulda den Abt und das Kapitel der Kirche zu Ellwangen in ihre geistliche Br\u00fcderschaft auf. WUB Band II., Nr. 483, Seite 297-298<\/p>\n<p><em>&nbsp; <\/em>Seit 1215 f\u00fchrte Abt Kuno den Titel eines Reichsf\u00fcrsten. Er Spielte in der damaligen Reichspolitik eine wichtige Rolle.<\/p>\n<p>Er trat als Zeuge in Urkunden auf, so am 11. April 1215 in einer Urkunde Friedrichs II. (1212-1220 deutscher K\u00f6nig dann bis 1250 Kaiser), in der einen Kauf des Klosters Kaisheim genehmigte.<strong>. &#8211; <\/strong>RI V,1,1 n. 791<\/p>\n<p>Mit dem Regensburger Bischof Konrad IV. (1204-1226) tauschte Abt Kuno im Dezember 1215 die Burg Baldern&nbsp; bei Bopfingen gegen die Burg M\u00f6hren bei Treuchtlingen. Friedrich II. beurkundete den Tausch. RI V,1,1 n. 839<\/p>\n<p>Allerdings blieb die Burg nicht lange im Besitz von Kloster Ellwangen. Schon 1250 werden die Grafen von Oettingen als Besitzer genannt.<\/p>\n<p>1218 wurde Abt Kuno auch die Abtei Fulda \u00fcbertragen.<\/p>\n<p>Im Auftrag von Friedrich war er an der Spitze einer Delegation in Rom schickte, um mit dem Papst \u00fcber die Kaiserkr\u00f6nung zu verhandeln.<\/p>\n<p>Abt Kuno verstarb wohl jenseits der Alpen. Sein Todesort und sein genaues Todesdatum sind nicht bekannt. Er starb 1221.<\/p>\n<p>Zu seinem Nachfolger wurde Abt Godebald gew\u00e4hlt. ER regierte von 1221-1229. Auch f\u00fcr seine Regierungszeit gibt es keine Urkunden.<\/p>\n<p>Seckler berichte f\u00fcr das Jahr 1225 sehr kalten Winter, der eine Missernte verursachte und folgender Teuerung, die zwei Jahre anhielt. (S. 116)<\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Abt Adalbert III. (1228-1240) Schon ein Jahr nach seinem Regierungsantritt wurden Kloster und Klosterkirche schon wieder von einem Brand betroffen.<\/p>\n<p>Es hatte wohl Schwierigkeiten zwischen Graf Konrad III. (um 1190\/95-1241\/$\u201d) und dessen Bruder Ludwig (genannt 1220-1279) wegen ihrer Eingriffe in die Rechte des Propstes von Wiesenbach und die des Abtes selbst in der Stadt Ellwangen<\/p>\n<p>In der in WUB Band III., Nr. 769, Seite 258-260 genannten Urkunde versichern die beiden&nbsp;&nbsp; eidlich unter ihnen zugesicherten Bedingungen ges\u00fchnt worden zu sein.<\/p>\n<p>Die Abtei litt unter einer hohen Schuldenlast.<\/p>\n<p>M\u00f6glicherweise auch eine Folge daraus war die Abdankung von Abt Adalbert III.<\/p>\n<p>Auf ihn folgte Abt&nbsp; Siegfried. Von ihm gibt es&nbsp; eine der wenigen Kaufurkunden von Kloster Ellwangen.&nbsp; Abt Siegfried von Ellwangen kauft von Frau Tuottecha, der j\u00fcngeren, Gemahlin des M\u00fcnzmeisters Herrn Konrad von W\u00f6rt, deren Gut in Kochen gegen Gew\u00e4hrleistung genannter ritterlicher Dienstm\u00e4nner des Abtes auf Jahresdauer. WUB Band III., Nr. 947, Seite 451. Kochen, das ist das heutige Oberkochen. Dort war das Kloster beg\u00fctert, denn Graf Hartmann IV. von Dillingen (+1258) hatte ebenfalls 1240 einen Teil von Kochen dem Kloster Ellwangen geschenkt. Die andere H\u00e4lfte seines Kochener Besitzes hatte er seiner Schwester vererbt.<\/p>\n<p>Abt Siegfried dankte schon 1242 nach nur zweij\u00e4hriger Regierungszeit ab.<\/p>\n<p>Die folgenden \u00c4bte hatten alle relativ kurze Regierungszeiten. Viele resignierten, was bei geistlichen Staaten oft auf Unordnung oder Verarmung hindeutet.<\/p>\n<p>Auf Abt Siegfried folgte Abt Rugger, der nach nur 4-j\u00e4hriger Regierungszeit 1246 verstarb. Abt Rugger war 1244 vom Mainzer Erzbischof Siegfried III. von Eppstein (1230-1249) zusammen mit andern \u00c4bten und dem Bischof von Augsburg<\/p>\n<p>Sibito von Seefeld (1227-1247) Weil sie im Gefolge von&nbsp; K\u00f6nig Konrad (1230-1254) in feindlicher Absicht auf Mainzer Gebiet eingedrungen waren. Papst Innozenz IV. (1243-1254) best\u00e4tigte den Bann gegen Bischof von Augsburg und die eximierten \u00c4bte von Kempten, Reichenau, Ellwangen, St. Gallen und einige andere am 23. Januar 1244. ( WUB Band XII., Nr. 5818)<\/p>\n<p>Er war bei den Verhandlungen Friedrichs II. und den deutschen F\u00fcrsten in Verona dabei.<\/p>\n<p>Abt Rugger erscheint im September 1246 nochmals in einer Urkunde. Dabei geht es um einen Tausch von Leibeigenen mit dem Grafen Ludwig dem J\u00fcngeren von Oettingen. (WUB Band IV., Nr. 1078, Seite 139-140)<\/p>\n<p>Auf Abt Rugger folgte Abt Godebold, der nach Urkundenlage vorher Abt in Kloster Neresheim war, denn Papst Innozenz IV. erlaubte ihm auf Bitten des Erzbischofs von Mainz Siegfries \u201cdass er diese Abtei behalte, bis er in Besitz des Klosters Ellwangen, zu dessen Abt er erw\u00e4hlt ist, eingef\u00fchrt sein wird\u201d<\/p>\n<p>(WUB Band XI., Nr. N5591, Seite 478) Er regierte in Ellwangen aber auch&nbsp; nur bis 1250. Auf ihn folgte Abt Rudolf (1250-1256), der nach sechsj\u00e4hriger Regierungszeit starb. Allerdings gibt es bereits 1254 eine Urkunde,<\/p>\n<p>in&nbsp; der Otto als Abt&nbsp; von&nbsp; Ellwangen genannt wird. \u201cAbt Otto und das Kapitel von Ellwangen genehmigen den Verkauf ihrer G\u00fcter zu Zimmern an den Meister des Spitals in N\u00f6rdlingen.\u201d (WUB Band V., Nr. 1291, Seite 56)<\/p>\n<p>Wegen Schriesheim hatte es einen Streit mit Konrad von Strahlenberg gegeben. Schriesheim war Ellwanger Vogteibesitz. Dort hatte Konrad I. von Strahlenberg die Strahlenburg als neuen Stammsitz der Strahlenberger gebaut.<\/p>\n<p>Konrad wurde deshalb sogar mit Reichsacht belegt. In der Folge musste schlie\u00dflich die Burg und seinen bisherigen Eigenbesitz als Lehen von Ellwangen annehmen. Das ist auch urkundlich nachzuvollziehen.<\/p>\n<p>\u201cAbt Otto von Ellwangen trifft mit dem Edeln Konrad von Strahlenberg, welcher die Eink\u00fcnfte des Klosters in Schriesheim schwer gesch\u00e4digt hatte, wegen der beiderseitigen Rechte an letzterem Orte einen Vergleich\u201d (WUB Band V., Nr. 1319, Seite 86-87)<\/p>\n<p>Die Urkunde ist 1255 in Heidelberg ausgestellt, also auch noch vor in vielen Quellen \u00fcberhaupt als Abt genannt wir.\u201d (WUB Band V., Nr. 1319, Seite 86-87 )<\/p>\n<p>Davor ist er Abt (1247-1256) in Kloster W\u00fclzberg auf dem W\u00fclzberg&nbsp; im Altm\u00fchltal&nbsp; bei Weissenburg. Dann wurde er nach Ellwangen&nbsp; postuliert.<\/p>\n<p>Er stammte wohl aus der Familie der Ritter von Schwabsberg, eine Ministerialenfamilie, die seit dem 13. Jahrhundert auch Truchsessen der \u00c4bte von Ellwangen waren und die Burg und Ort von Schwabsberg vom Kloster zu Lehen hatten.<\/p>\n<p>Drei \u00c4bte von Ellwangen werden genannt: Otto (1253 &#8211; 1269), Konrad (1269 &#8211; 1278) und (ganz sicher) Ekkehard von Schwabsberg (1278 &#8211; 1309).<\/p>\n<p>1256 genehmigte Abt Otto und der Konvent von Ellwangen einen G\u00fctertausch der Br\u00fcder von Schauenburg, die in Frankenthal ein Lehen von Kloster Ellwangen hatten gegen G\u00fcter in Frankenthal. (WUB Band V., Nr. 1408, Seite 170-171)<\/p>\n<p>Nach Seckler kam es&nbsp; 1255 im Klosterort durch die Unvorsichtigkeit einer Frau zu einem gro\u00dfen Brand (S. 117)<\/p>\n<p>Der Bischof von Augsburg Wolfhard v. Roth (1288-1302) hatte die Kirche von Ellwangen dem Kloster einverleibt. Papst Alexander IV. (1254-1261) hatte dies am 5. Juli 1259 genehmigt. (WUB Band V., Nr. 1547, Seite 310)<\/p>\n<p>Einen G\u00fctertausch gab es wieder 1262. \u201cAbt Otto von Ellwangen vertauscht an den Grafen Ludwig von Oettingen Besitz zu M\u00fcnster gegen G\u00fcter zu Ober- und Untermagerbein, Zoltingen, Oberringingen und Finningen.\u201d (WUB Band VI., Nr. 1662, Seite 64-65)<\/p>\n<p>Burggraf Friedrich III. von N\u00fcrnberg (etwa 1260\/61-1297) und dessen 1. Ehefrau Elisabeth II. von Meranien (+1272) erbten die Stadt Bayreuth und die Feste Cadolzburg von Herzog Otto VIII. von Meranien (+1248). Diese \u00fcbertrugen sie ihrer Tochter Maria (+1298),die mit Graf Ludwig V. von Oettingen<\/p>\n<p>( +1313) verheiratet war.Sie sollten das Abt Otto und dem Kapitel von Ellwangen&nbsp; als&nbsp; Lehen \u00fcbertragen (WUB Band VI., Nr. 1828, Seite 222-223)<\/p>\n<p>In einer kurz danach ausgestellten Urkunde gaben Otto und der Konvent an, dass sie das Lehen erhalten hatten. \u201cAbt Otto und Konvent der Kirche in Ellwangen bekennen, von Burggraf Friederich von N\u00fcrnberg und seiner Gemahlin Elisabeth die in der vorigen Urkunde genannten Besitzungen unter der ausdr\u00fccklich \u00fcbernommenen Verpflichtung der R\u00fcckgabe derselben an die zun\u00e4chst Beteiligten auf deren Verlangen, zu Lehen aufgetragen erhalten zu haben.\u201d (WUB Band VI., Nr. 1829, Seite 224-225<\/p>\n<p>)Am 12. April 1268 tritt Otto letztmals in einer Urkunde auf. Er und der Konvent von Ellwangen genehmigen den Verkauf eines Gutes zu Reimlingen durch den ellwangischen Ministerialen Dietrich von Altheim an das Kloster Zimmern. (WUB Band VI., Nr. 1995, Seite 391)<\/p>\n<p>Kloster Zimmern war ein Zisterzienserinnenkloster in Deiningen im heutigen bayrischen Landkreis Donau-Ries.<\/p>\n<p>Abt Otto regierte bis 1269. Sein Nachfolger wurde Abt Konrad (1269-1278). Er stammte wohl auch aus der Familie der Ritter von Schwabsberg.<\/p>\n<p>Er wird erstmals aktenkundig am 2. Juni 1269. In einer von ihm ausgestellten Urkunde ging es um die Genehmigung eines Tauschgesch\u00e4ftes des Priesters Berthold, der M\u00f6nch in Ellwangen war mit dem Kloster mit dem Kloster Medlingen.<\/p>\n<p>WUB Band VII., Nr. 2077, Seite 35-36.&nbsp; Medlingen war ein kleines Dominikanerinnenkloster im Landkreis Dillingen.<\/p>\n<p>Am 21. Dezember 1271 \u201cspendet(e)(Abt Konrad) zu Ehren Jesu Christi und der Jungfrau Maria sowie aus Zuneigung zu der \u00c4btissin und dem Konvent von Obersch\u00f6nenfeld \u201c( WUB Band VII., Nr. 2184, Seite 122) 3 Huben im Ort Altenm\u00fcnster, heute Landkreis Augsburg.<\/p>\n<p>Altenm\u00fcnster geh\u00f6rte seit dem 9. Jahrhundert dem Kloster Ellwangen und kam 1262 zum Zisterzienserinnenkloster Obersch\u00f6nenfeld. ZU dieser Zeit bezeugte Abt Konrad von welchem der Zehnt von M\u00fcnster an Obersch\u00f6nenfeld kam, auch der \u00c4btissin von Obersch\u00f6nenfeld Hilta (1271-1279),<\/p>\n<p>dass keine adelige oder nichtadelige Person mit dem Zehnten im Bereich der Pfarrei M\u00fcnster an der Zusam belehnt worden sei. Somit erschien Obersch\u00f6nenfeld als der einzige und rechtm\u00e4\u00dfige Besitzer dieses Zehnten. (Matthias Merkle, Archiv f\u00fcr die Pastoral-Conferenzen<\/p>\n<p>im Bisthume Augsburg, Augsburg 1852 S. 303)<\/p>\n<p>Am 4. April 1278 beurkundet Abt Konrad eine Besitz\u00fcbertragung eines Lehens von Kloster Ellwangen. (WUB Band VIII., Nr. 2781, Seite 105)<\/p>\n<p>Abt Konrad starb oder resignierte 1278 nach neunj\u00e4hriger Regierungszeit.<\/p>\n<p>Auf ihn folgte Abt Eckard von Schwabsberg (1278-1309)<\/p>\n<p>Schon kurz nach seinem Regierungsantritt \u00fcberfiel Graf Ludwig von Oettingen die Burg Rotenbach in Schrezheim, heute Ortsteil von Ellwangen und setze die Burg Ellwangen in Brand und besetzte sie. Seckler vermutet, dass sich Abt Eckard als gefreiter F\u00fcrst nicht<\/p>\n<p>mehr unter die Gerichtsbarkeit des Oettinger Grafen und Vogt von Ellwangen stellen wollte. (S.118)<\/p>\n<p>1287 scheinen die Beziehungen aber wieder in Ordnung gewesen zu sein. Graf Ludwig&nbsp; eignete am 22. Mai 1287 seine G\u00fcter Buch, Antersperch (?) und Hohenstadt (Hohenstat), wof\u00fcr er diese und die ellwangischen G\u00fcter in dem Dorf Nordhausen (Noerthusen) zu Lehen erh\u00e4lt.<\/p>\n<p>(Staatsarchiv Ludwigsburg B 389)<\/p>\n<p>Kloster Ellwangen hatte schon seit dem 9. Jahrhundert eine Verbr\u00fcderung mit den Kl\u00f6stern Reichenau und St. Gallen, seit 1193 mit Fulda und seit unbestimmter Zeit mit Kloster St. Emmeran. Am 22. August 1286 erneuerten Abt Wernher (1279-1292) von&nbsp; St. Emmeran und Abt Eckard mit<\/p>\n<p>16&nbsp; M\u00f6nchen diese Bruderschaft (WUB Band IX., Nr. 3565, Seite 98)<\/p>\n<p>Am 21. M\u00e4rz 1295 wird ein G\u00fcterverkauf in Elchingen, die der Kantorei Ellwangen zinspflichtig sind an den Abt und Konvent von Kloster Neresheim beurkundet. Die Urkunde wird nicht vom Abt von Ellwangen, sondern einem Dekan Rudeger und dem Konvent von Ellwangen ausgestellt.<\/p>\n<p>WUB Band X., Nr. 4634, Seite 320<\/p>\n<p>Sonst gibt es f\u00fcr Abt Eckard nur noch 4 Urkunden im WUB bei denen es um kleinere K\u00e4ufe bzw.Tauschgesch\u00e4fte geht.<\/p>\n<p>Am 1. M\u00e4rz 1293 erscheint er in einer Urkunde Adolfs von Nassau (1292-1298) f\u00fcr das Kloster Adelsberg als Zeuge. Adolf &#8211; RI VI,2 n. 201<\/p>\n<p>Abt Eckard verstarb am&nbsp; 30.September 1309 nach 31 Regierungsjahren.<\/p>\n<p>Auf ihn folgte Abt Ehrenfried von Vellberg (1309-1311). Er starb aber bereits nach zwei Jahren.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Rudolf von Pfahlheim (1311-1332). Er stammte aus der Ministerialenfamilie der Herren von Pfahlheim, heute ein Stadtteil von Ellwangen.<\/p>\n<p>Schon 1311 reiste Abt Rudolf nach Vienne und erschien beim Konzil von Vienne, das vom 16. Oktober 1311 bis zum 6. Mai 1312&nbsp; stattfand. Er war nicht eingeladen und der einzige deutsche Abt in Vienne.<\/p>\n<p>Er erbat sich von Papst Clemens V. (1305-1314) die Weihe.<\/p>\n<p>Am 15. M\u00e4rz 1317 schloss er mit Konrad von Alfingen einen Tauschvertrag ab \u201c<\/p>\n<p>Tauschvertrag zwischen Konrad von Alfingen (Cunrat von Ahelfingen), Ritter, und dem Stift Ellwangen, wonach ersterer die Burg zu Ywach (?) und das Gut zu Nellingen (Nallingen) mit Zugeh\u00f6rde von letzterem zu rechtem Lehen empf\u00e4ngt und dagegen die Burg unter dem Berg zu Kochenburg (Chochenburch) und seine Besitzungen in dem Ort Kochen (Chochen) mit aller Zugeh\u00f6rde an Ellwangen abtritt (Staatsarchiv Ludwigsburg B 389 U 1681)<\/p>\n<p>Die Burg war nun Amtssitz des Vogtes im ellwangischen Amt Kochenburg.<\/p>\n<p>1397 bewohnte der Ellwanger Abt Albrecht Hack von W\u00f6llstein (1367-1400) die Burg. 1461 wurde sie Ruhesitz von F\u00fcrstpropst Johann von H\u00fcrnheim (1460\/61).<\/p>\n<p>Am 5. April 1323 best\u00e4tige K\u00f6nig Ludwig IV. (1314-1329 K\u00f6nig, dann Kaiser bis1347) Abt Rudolf auf dessen Bitte das das inserierte Diplom Kaiser Ludwigs des Frommen von 814 April , worin dieser das Kloster in seinen Schutz nimmt und ihm Immunit\u00e4t mit freier Abtwahl verleiht. <\/p>\n<p>Ludwig &#8211; [RI VII] H. 1 n. 35<\/p>\n<p>Gleichzeitig best\u00e4tigte er auch die Diplome K\u00f6nig Ottos III. (Ludwig &#8211; [RI VII] H. 1 n. 36) und Friedrichs I., den Bannforts Virgunda betreffend<strong>. (<\/strong>Ludwig &#8211; [RI VII] H. 1 n. 38)<\/p>\n<p>1328 inkorporierte der Augsburger Bischof Friedrich I. Sp\u00e4t von Faimingen (1309-1331 ) Kloster Ellwangen die Pfarreien Ellenberg im Ostalbkreis,&nbsp; Pfahlheim im Ostalbkreis, R\u00f6hlingen heute ein Ortsteil von Ellwangen, St\u00f6dtlen Ostalbkreis und<\/p>\n<p>Unterkochen und erh\u00f6hte damit das Einkommen des Klosters betr\u00e4chtlich.<\/p>\n<p>Abt Rudolf starb am 4. August 1322.<\/p>\n<p>Auf ihn folgte Kuno II. von Gundelfingen. (1332-1367) Er war 1329 Abt von Kloster Lorch, trat dort&nbsp; zur\u00fcck und amtierte dann auf Anweisung von Papst Johannes XXII. (1316-1334) als Pfleger weiter.<\/p>\n<p>Er stammte aus der Familie der Freiherren&nbsp; von Gundelfingen, Seine Mutter war eine von Rechberg. Schon bald nach seinem Regierungsantritt lie\u00df sich Kuno von Kaiser Ludwig die Privilegien best\u00e4tigen, die Kaiser Ludwig der Fromme <\/p>\n<p>und Friedrich Barbarossa Kloster Ellwangen&nbsp; gew\u00e4hrt hatten. Ludwig &#8211; [RI VII] H. 1 n. 232 und 233 und 235.<\/p>\n<p>Am 19. Oktober 1334 erhielt Kuno von Papst Johannes XXII. (1316-1334) eine Best\u00e4tigung aller Freiheiten, Immunit\u00e4ten, Privilegien und Indulgenzen, die es von P\u00e4psten, und Exemtionen von weltlichen Steuern, die es von K\u00f6nigen, F\u00fcrsten und anderen erhalten hat. Staatsarchiv Ludwigsburg B 389 U 56a<\/p>\n<p>Auch nach dem Tode von Kaiser Ludwig lie\u00df er von dessen Nachfolger Karl IV. (von 1345-1355 K\u00f6nig, dann Kaiser bis 1378) Ellwangens Privilegien best\u00e4tigen.<\/p>\n<p>Am 7. November 1347 \u201cbest\u00e4tigt (Karl )dem Kloster Ellwangen auf Bitten des Abts Kuno insgesamt Besitz, Freiheiten und Regalien, Gerichte, Jagd- und Forstrechte und nimmt es mit G\u00fctern und Leuten in kgl. Schutz\u201d Karl IV. &#8211; [RIplus] Regg. Karl IV. (Diplome) [n. 246] <\/p>\n<p>Ebenfalls am 7. November 1347 stellte Karl eine zweite Urkunde aus. \u201cKarl IV. verf\u00fcgt, da\u00df Abt und Konvent von Ellwangen in dem genannten Kloster, dem Kirchhof, dem Spital, den zwei K\u00fcsterh\u00f6fen, der Propstei des Klosters Zell und dem M\u00fcnster und Kirchhof der Propstei Hohenberg mit dem Hofe dabei, dem Hause der Propstei in Wiesenbach und dem Hofe dabei, den H\u00f6fen Schriesheim und Altheim und der Stadt Tanne dieselben Freiheiten wie bisher geniesen sollen, da\u00df jeder irgend eines Vergehens Beschuldigte, der die genannten Orte betritt, solange er dort verweilt, sicher sein solle\u201d<\/p>\n<p>Karl IV. &#8211; RI VIII n. 6475<\/p>\n<p>1337 wurde unter Abt Kuno das erste Urbar von Kloster Ellwangen angelegt. Es war ein systematisch angelegte Gesamtregister \u00fcber die Besitzanspr\u00fcche bzw. die Eink\u00fcnfte&nbsp; des Klosters. Von den Benediktinern wiesen damals nur Weingarten. St. Blasien und eben Ellwangen solche Urbare auf.<\/p>\n<p>Von den Herren von Hirnheim, einer Adelsfamilie, die im Ries ans\u00e4ssig und beg\u00fctert war, tauschte er 1342 Frankenreute ein, heute ein Ortsteil von Westhausen im Ostalbkreis. In Westhausen war Ellwangen bereits beg\u00fctert.<\/p>\n<p>Auch 1359 lie\u00df sich Abt Kuno von Kaiser Karl die Urkunden von Ludwig dem Frommen, Friedrich Barbarossa und Heinrich II. best\u00e4tigen.<strong> <\/strong>Karl IV. &#8211; RI VIII n. 6993<\/p>\n<p>Auch die Urkunde vom 7. November 1347 lie\u00df er erneut best\u00e4tigen. Karl IV. &#8211; [RIplus] Regg. Karl IV. (Diplome) [n. 4427]<\/p>\n<p>1360 bat Abt&nbsp; Kuno um einen&nbsp; anderen Besch\u00fctzer. Kaiser Karl ernannte den Grafen von Helfenstein Ludwig V. (+1372), der Landvogt in Schwaben war. Die Vogtei ging aber bald wieder auf die Grafen von W\u00fcrttemberg \u00fcber, die 1338 von Kaiser Ludwig damit <\/p>\n<p>beauftragt waren. (Seckler S.120)<\/p>\n<p>1347\/1348 w\u00fctete die Pest in Europa und forderte zahllose Todesopfer. Nach Sch\u00e4tzungen starb ein Drittel der europ\u00e4ischen Bev\u00f6lkerung. Die Pest hatte Hungersn\u00f6te, soziale Unruhen aber auch Judenverfolgung ausgel\u00f6st, weil den Juden die Schuld an der Pest in die Schuhe<\/p>\n<p>geschoben wurden. In Ellwangen kam es nach Seckler (S.119) im Oktober 1351 zu einem Aufstand, bei dem der St. Michaels-Turm und mehrere Geb\u00e4ude Ellwangens angez\u00fcndet worden sein sollen.<\/p>\n<p>Wohl als Folge aus den Unruhen lie\u00df Abt Kuno 1354&nbsp; eine neue Burg&nbsp; mit Mauern, T\u00fcrmen und Gr\u00e4ben versehen, erbauen. Auch die die Siedlung wurde befestigt und mit einem Wassergraben versehen und dann von Abt Kuno zur Stadt erhoben.<\/p>\n<p>Am 12. M\u00e4rz 1350 erneuerte Abt Kuno die Gebetsbruderschaft mit Kloster St. Emmeran in Regensburg. <b><\/b>BayHStA, Kloster St. Emmeram Regensburg Urkunden 543<\/p>\n<p>Abt Kuno verstarb 1367. Er hinterlie\u00df allerdings ein hochverschuldetes Kloster<\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Abt Albrecht Hack von W\u00f6llstein (1367 \u20131400 )<\/p>\n<p>Er stammte&nbsp; aus der Familie der Herren von W\u00f6llstein, deren Stammsitz die Burg W\u00f6llstein bei Abtsgm\u00fcnd war.<\/p>\n<p>Am 15. Oktober 1370 \u00fcbertrug Kaiser Karl TV. den Schutz von Kloster Ellwangen&nbsp; an Graf Eberhard II. von W\u00fcrttemberg (1344-1392) <\/p>\n<p>\u201c\u00fcbertr\u00e4gt auf klage des abtes Albrecht von Ellwangen, dass mancherlei leute sein kloster an leuten und g\u00fctern besch\u00e4digen, dem grafen Eberhard von Wirtemberg bis auf widerruf den schutz dieses gotteshauses\u201d Karl IV. &#8211; RI VIII n. 7314<\/p>\n<p>Am 24. Juli 1372 freite Kaiser Karl IV. <b>Kloster<\/b>, G\u00fcter und Leute der Abtei <b>Ellwangen<\/b>, so dass sie weder vor das Hof-, Land- noch ein anderes Gericht geladen werden k\u00f6nnen, sondern nur vor den Grafen Eberhard von W\u00fcrttenberg als Schirmherrn. Staatsarchiv Ludwigsburg B 389 B\u00fc 4.<\/p>\n<p>Es scheint aber durchaus Schwierigkeiten mit den Grafen von Oettingen gegeben, denn am 13. Januar 1374 wies Kaiser Karl die Oettinger Grafen Ludwig (1370-1440) und Friedrich IV (1381-1413) sich mit dem Abt von Ellwangen zu vergleichen<\/p>\n<p>\u201cKarl IV. befiehlt den Grafen Ludwig, Ludwig und Friedrich von Oettingen, die, wie ihm der Abt Albrecht von Ellwangen geklagt hat, das Kloster wider Recht beschweren und sch\u00e4digen, sich mit dem Abte zu vergleichen oder sich an den Grafen Eberhard von W\u00fcrttemberg, als den zust\u00e4ndigen Richter, <\/p>\n<p>zu als den zust\u00e4ndigen Richter, zu wenden. \u201c Karl IV. &#8211; RI VIII n. 7440<\/p>\n<p>Abt Albert weilte wie Seckler vermerkt (S. 120) oft am Hofe seines Schutzherren dem Grafen von W\u00fcrttemberg.<\/p>\n<p>Daraus erkl\u00e4rt sich wohl auch die Urkunde, die Kaiser Karl IV. am 3. September 1378 ausstellte: Er \u201cwiderruft und annullirt alle weltlichen lehen, die der kellner, der koster und andere m\u00f6nche des klosters Ellwangen in abwesenheit ihres abtes verliehen, verkauft, entfremdet oder versetzt haben.<\/p>\n<p>Karl IV. &#8211; RI VIII n. 7479<\/p>\n<p>1381&nbsp; kaufte Abt Albrecht die Vogtei von Ellwangen von den Grafen zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Am 21. Januar 1396 best\u00e4tigte Papst Bonifaz (1389-1404)&nbsp; dem Kloster Ellwangen alle seine Rechte und Privilegien, den Besitz seiner Burgen, L\u00e4ndereien, Zehnten, Besitzungen und anderer G\u00fcter. Staatsarchiv Ludwigsburg B 389 U 61<\/p>\n<p>1389 inkorporierte er Kloster Ellwangen die Pfarreien&nbsp; B\u00fchlertann, heute Landkreis Schw\u00e4bisch Hall und Hohenberg. Hohenberg war ein Hospiz von Kloster Ellwangen. Dort steht heute eine romanische Jakobskirche aus dem fr\u00fchen 12. Jahrhundert. Hohenberg war schon<\/p>\n<p>1274 eine Propstei von Kloster Ellwangen.<\/p>\n<p>Am 4. Dezember 1389 best\u00e4tigte K\u00f6nig Wenzel (1363-1400) der Abtei alle ihr von seinen Vorg\u00e4ngern vom Reich verliehenen Privilegien, Handfesten und andere Urkunden. Hauptstaatsarchiv Stuttgart H 51 U 943<\/p>\n<p>Am 1. Juli 1392 beauftragte K\u00f6nig Wenzel Graf Eberhard III. von W\u00fcrttemberg&nbsp; das Kloster Ellwangen zu schirmen. Hauptstaatsarchiv Stuttgart H 51 U 961<br \/>Abt Albert dankte im Jahr 1400 ab, wozu auch seine h\u00e4ufige Abwesenheit beigetragen haben mag, da sie nicht mit der Klosterordnung in Einklang stand und die Verwaltung ja auch nicht zum besten war, wie man auch aus dem Widerruf Kaiser Karls schlie\u00dfen kann.<\/p>\n<p>Seine letzten Lebensjahre nach der Abdankung 1400 verbrachte der ehemalige Abt auf der Kocherburg.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Abt Siegfried Gerlacher (1401-1427). Er war der einzige b\u00fcrgerliche Abt von Ellwangen und hatte seine Abtsw\u00fcrde als Anh\u00e4nger der Reformrichtung&nbsp; der w\u00fcrttembergischen Schutzmacht zu verdanken, denn dieses Amt in der gef\u00fcrsteten Abtei<\/p>\n<p>war normalerweise dem Adel vorbehalten. Graf Eberhard der Milde von W\u00fcrttemberg (1392-1417)hatte mit p\u00e4pstlicher Provision daf\u00fcr gesorgt, dass Siegfried Gerlacher 1401 zum Ellwanger Abt gew\u00e4hlt wurde.Siegfried stammte wahrscheinlich aus Donauw\u00f6rth.<\/p>\n<p>Seine Profess hatte er am 12. Mai 1400 abgelegt. Staatsarchiv Ludwigsburg B 389 U 333<\/p>\n<p>Von K\u00f6nig Ruprecht (1400-1410)&nbsp; bekam Abt Siegfried seinen Besitz, all seine Lehen&nbsp; sowie all seine Freiheiten und die Regalien best\u00e4tigt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart H 51 U 1033<\/p>\n<p>Er kam schon 1401 in den Besitz der Herrschaft Rosenberg, bestehend aus den Ortschaften Rosenberg, Geiselroth sowie Ober-und Unterhausen, weil die Familie Rosemberg ausgestorben war. (Seckler S.121)<\/p>\n<p>1409 fiel Altmannsweiler heim, das bi dahin im Besitz von Albert von Hohenhart war. (ebda) 1411 und 1422 erweiterte Abt Siegfried den Klosterbesitz in der alten Gaugrafschaft. Zu den ehemaligen Schirmv\u00f6gten hatte man ja ohnehin ein angespanntes Verh\u00e4ltnis.<\/p>\n<p>So hatte er auch daf\u00fcr gesorgt, dass nach dem fr\u00fchen Tod von Graf Eberhard IV. (1417-1419) 1422 eine neue Schutzurkunde W\u00fcrttembergs f\u00fcr Kloster Ellwangen ausgestellt wurde.Gr\u00e4fin Henriette von M\u00f6mplgard (+ 1444), die seit 1407 mit Graf Eberhard IV. verheiratet war,<\/p>\n<p>\u00fcbernahm die Vormundschaft f\u00fcr ihre beiden S\u00f6hne Ludwig I. ((1412-1450) und Ulrich V. (1413-1480). Gemeinsam mit den sogenannten R\u00e4ten regierte sie bis Ende 1421 W\u00fcrttemberg. Zu den R\u00e4ten geh\u00f6rte auch Abt Siegfried.<\/p>\n<p>Er hatte ohnehin ein besonderes Vertrauensverh\u00e4ltnis zu Graf Eberhard III. Er wurde zum Beispiel bei Abwesenheit Graf Eberhards f\u00fcr kurze Zeit als Verwalter eingesetzt z. B. 1406.<\/p>\n<p>Nach dem Tod seiner ersten Frau Antonia Visconti (+1405) heiratete er 1406 auf Anraten seiner R\u00e4te noch einmal und zwar Elisabeth von N\u00fcrnberg, die Tochter des Burggrafen Johann III. (+1420). Im Auftrag von Graf Eberhard III. warb er <\/p>\n<p>1406 zusammen mit Conrad von Geroldseck um die Braut.Conrad war der Hofmeister Graf Eberhards.<\/p>\n<p>1414-1418 fand in Konstanz des auf Betreiben von K\u00f6nig Sigismund K\u00f6nig von 1411-bis 1433 und bis 1437 Kaiser) einberufen worden ist. Im Laufe des Konzils waren insgesamt 546 \u00c4bte und Mitglieder von M\u00f6nchsorden in Konstanz.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich war auch Abt Siegfried anwesend. In der Causa Reformationis wurden auch Beschl\u00fcsse gefasst, die die Lebensweise von Klerikern betraf. Vom Konzil gingen auch starke Impulse zur Reform der Orden aus. Eine unmittelbare Folge<\/p>\n<p>war das Provinzialkapitel der benediktinischen Ordensprovinz Mainz-Bamberg in der Abtei Petershausen in Konstanz vom 28. Februar 1417 bis 17. M\u00e4rz statt.. Abt Siegfried war dabei zum Vorsitzenden gew\u00e4hlt worden.<\/p>\n<p>Visitationen und Provinzialkapitel sollten die Klosterreform umsetzen und inhaltliches Ziel war das Einhalten der M\u00f6nchsgel\u00fcbde und der Benediktsregel, wie das bereits die Bulle \u201cSummi Magistri\u201d von Papst Benedikt XII. (1334-1342) im Jahr 1336 formuliert hatte.<\/p>\n<p>Das Konstanzer Konzil nutzte Abt Siegfried auch, um sich von K\u00f6nig Sigmund&nbsp; eine Best\u00e4tigung der Privilegien Kaiser Karls IV. zu erbitten. Hauptstaatsarchiv Stuttgart H 51 U 1220<\/p>\n<p>Abt Siegfried hatte zwar in Konstanz und Peterhausen. Eine Reform im eigenen Kloster konnte er aber nicht durchsetzen. Auch scheint der lange und kostspielige Aufenthalt in Konstanz dem Kloster finanziell nicht bekommen zu sein.<\/p>\n<p>Es mussten G\u00fcter verkauft werden und zur Entlastung des Klosters wurden wieder einige Pfarreien inkorporiert werden. 1422 wurde die Sparverordnung erneuert.<\/p>\n<p>Abt Siegfried starb 1427.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Johann von Holzingen (1427-1452)<\/p>\n<p>Gleich nach seiner Wahl zum Abt legte er den Grundstein zu einer eigenen Stadtpfarrkirche. Von jetzt ab war die Stiftskirche nur noch Kirche f\u00fcr das geistliche und weltliche Klosterpersonal. Diesem stand der exemte Abt praktisch wie ein Bischof vor.<\/p>\n<p>Deshalb trug er auch die Inful. Die Stadtpfarrkirche und ihre Geistlichen und Pfarreien sowie die Landpfarreien unterstanden dem Augsburger Bischof.<\/p>\n<p>In Ellwangen erbaute er das Rathaus, eine Metzig und eine Tuchschranne. Auch baute er H\u00e4user wieder auf, die 1433 und 1443 bei einem Brand in Ellwangen zerst\u00f6rt worden waren.<\/p>\n<p>Abt Johann erwarb einige G\u00fcter unter anderem1438&nbsp; weitere Anteile an der Kocherburg.<\/p>\n<p>Am 12. April 1428 best\u00e4tigte K\u00f6nig Sigmund dem Kloster seine Privilegien.&nbsp; Hauptstaatsarchiv Stuttgart H 51 U 1284<\/p>\n<p>Am 29. August 1444 stellt Kaiser Friedrich III.!440 K\u00f6nig bis 1452 dann bis 1493 Kaiser) auf Verlangen und Bitten von Abt Johannes zwei Urkunden aus. Mit&nbsp; der einen Friedrich III. &#8211; Chmel n. 1705 best\u00e4tigt er die Privilegien des Kloster und<\/p>\n<p>verbietet Jagd und Fischfang in bestimmten Grenzen.Friedrich III. &#8211; Chmel n. 1706 ist ein Privilegienbrief die Freiung betreffend. Deren Verletzung, was oft geschah, wird mit einer P\u00f6n von 100 Mark in Gold belegt.<\/p>\n<p>Abt Johann starb am 14. Januar 1452 . <\/p>\n<p>Zu seinem Nachfolger w\u00e4hlte der Konvent am 18. Januar 1452&nbsp; Albrecht Schenk von Schenkenstein. Graf Ulrich V.(1411-1480) ,mittlerweile Schutzherr von Kloster Ellwangen, war mit der Wahl nicht einverstanden und widersetzte sich ihr.<\/p>\n<p>Abt Albrecht verzichtete im Folgejahr auf die Abtsw\u00fcrde , um Schaden vom Kloster abzuwenden. Die p\u00e4pstliche Best\u00e4tigung erhielt Johannes von Hirnheim (1453-1460), bisher&nbsp; Scholaster am Domkapitel von Augsburg, also Leiter der Domschule.<\/p>\n<p>Das verweist auf den Einfluss von Kardinal Peter. Aber auch die Grafen von W\u00fcrttemberg mischten mit, denn Angeh\u00f6rige der von H\u00fcrnheim schon l\u00e4nger im Dienste des Grafen von W\u00fcrttemberg nachweisbar. Am 25. Februar 1454 best\u00e4tigte ihm Kaiser Friedrich alle Rechte und Privilegien des Kloster.Staatsarchiv Ludwigsburg B 389 U 24<\/p>\n<p>In einer Urkunde 2 Tage sp\u00e4ter befahl der dem Grafen von W\u00fcrttemberg das Kloster in seinen Schutz zu nehmen. Staatsarchiv Ludwigsburg B 389 U 30<\/p>\n<p>Am 29. April 1454 erteilte Friedrich III. Abt Johannes das Recht mit rotem Wachs zu siegeln, ein Recht das nur Kaiser, K\u00f6nige, Kardin\u00e4le und staatsrechtlich \u201eSouver\u00e4ne\u201c&nbsp; hatten. Staatsarchiv Ludwigsburg B 389 U 31.<\/p>\n<p>Die Regierungszeit von Abt Ulrich war von verschiedenen Faktoren gepr\u00e4gt. Zum einen gab es eine deutliche Einflussnahme des Schirmers, also Graf Ulrichs von W\u00fcrttemberg. Dem stand der Augsburger Bischof Peter von Schaumberg (1424-1469)<\/p>\n<p>gegen\u00fcber. 1450 wurde Bischof zum Kardinal erhoben und lie\u00df sich von Papst Pius II. (1458-1464) zum Amtsantritt die n\u00e4chsten beiden freiwerdenden Abteien als Kommenden versprechen. Das war die \u00dcbertragung von Klosterverm\u00f6gen auf eine dritte Person <\/p>\n<p>unter Befreiung von den Amtspflichten.Gegen Zahlung einer Leibrente an&nbsp; Peter von Schaumburg konnte das Kloster die \u00dcbertragung der Kommende verhindern.<\/p>\n<p>Schirmer und Bischof griffen mit Sparmassnahmen meist auch mit Eigeninteressen verwoben und auch Reformversuchen ein. Im Konvent gab es innere Spannungen.<\/p>\n<p>Die Stellung eines Priors hatte der Dekan inne. Der 1454&nbsp; nach mehrj\u00e4hriger Vakanz eingesetzte Dekan Ulrich von Holzinger.verlie\u00df 1457 auf Vermittlung von Kardinal Peter gegen eine Rente den Konvent. Neuer Dekan wurde Georg vom Stein zu Diemantstein. Zwischen seiner Familie<\/p>\n<p>und Kardinal Peter. Franz vom Stein war Hofmeister des Kardinals und Ehemann von dessen Schwester Margarethe. Einer seiner Neffen Heinrich vom Stein war Rat des Bischofs und Vogt in Dillingen. Georg vom Stein war ein j\u00fcngerer Bruder Heinrichs und damit ebenfalls Neffe des Kardinals.<\/p>\n<p>Im Umfeld von Kloster Ellwangen&nbsp; war eine St\u00e4rkung der Reform zu beobachten. 1456 beschloss das Provinzkapitel eine Aufhebung des Adelsprivilegs.<\/p>\n<p>Im November 1456 lie\u00df sich Kardinal Peter von Schaumberg ein Privileg zur Reform aller Kl\u00f6ster in seinem Amtsbereich, auch der exemten, verl\u00e4ngern.<\/p>\n<p>Im M\u00e4rz 1459 lie\u00df sich auch Graf Ulrich V. von W\u00fcrttemberg ein Generalprivileg zur Reform aller Kl\u00f6ster in seinem Machtbereich ausstellen.<\/p>\n<p>Im Oktober 1459 ging es in Ellwangen um die Verl\u00e4ngerung der bestehenden Sparung. Au\u00dferdem sollte der Konvent innerhalb von zwei Jahren Reformstatuten aufstellen und diese von einer Kommission aus w\u00fcrttembergischen Vertrauten \u00fcberpr\u00fcfen lassen, der unter anderem Propst Wilhelm von M\u00f6nchsroth und Hans von Ahelfingen angeh\u00f6rten.<\/p>\n<p>Eine grunds\u00e4tzliche Wendung gab es aber, als der Konvent und der Abt Dekan Georg vom Stein zum Prokurator an der Kurie bestimmten mit der Vollmacht 1000 Gulden, das sind etwa 198.992,00 \u20ac f\u00fcr das Vorhaben aufzunehmen und dem Auftrag, die Genehmigung zur Umwandlung in ein<\/p>\n<p>weltliches Chorherrenstift&nbsp; zu erreichen.<\/p>\n<p>Um die Jahreswende 1459\/1460 reiste Markgraf Albrecht Achilles von Brandenburg (1440-1486)nach Mantua, wo Papst Pius II. gerade den sogenannten F\u00fcrstenkongress abhielt, mit dem Ziel, Unterst\u00fctzung zu einem Kreuzzug gegen die T\u00fcrken zu sammeln90. Dazu gew\u00e4hrte er im zeitlichen Umfeld den Grafen und F\u00fcrsten, die sich an ihn wandten, eine Reihe von Privilegien. Er setzte sich auch erfolgreich f\u00fcr die Umwandlung Kloster Ellwangens in ein Stift ein. Papst Pius II. stellte die n\u00f6tige Urkunde am 14. Januar 1460 aus..<\/p>\n<p>\u201cPapst Pius II. beauftragt auf die Bitte von Abt und Konvent zu Ellwangen hin, das dortige Benediktinerkloster in ein weltliches Kollegiatstift zu verwandeln, den Kardinal Bischof Peter von Augsburg mit der Untersuchung der Verh\u00e4ltnisse und erm\u00e4chtigt ihn f\u00fcr den Fall, dass die von dem Kloster Ellwangen angef\u00fchrten Gr\u00fcnde sich als richtig erweisen, in welcher Hinsicht er im Allgemeinen die einschl\u00e4gigen Vorschriften erl\u00e4\u00dft<strong>. \u201c<\/strong>Staatsarchiv Ludwigsburg B 389 B\u00fc 694 <\/p>\n<p>K\u00f6nig Friedrich III. best\u00e4tigte die Umwandlung am 5.Dezember 1460.<\/p>\n<p>Dekan Georg vom Stein hatte bei der Umwandlung wohl die geringste Rolle gespielt. Ihm fehlte die kuriale Erfahrung. Seine wichtigste Qualifikation scheint wohl seine Verwandtschaft zu Kardinal Peter gewesen zu sein.<\/p>\n<p>Den gr\u00f6\u00dften Anteil am Erfolg hatte sicher der dem Papst gut bekannte Markgraf Albrecht. Er erschien ja auch pers\u00f6nlich in Ellwangen, um die Bulle dem Konvent zu pr\u00e4sentieren.<\/p>\n<p>Auch Graf Ulrich hatte Vorteile. Er hatte&nbsp; Mitwirkung wird \u00fcber das Besetzungsrecht f\u00fcr die beiden Pfr\u00fcnden, das ihm die Bulle Papst Pius II. zustand.<\/p>\n<p>F\u00fcr die nunmehrigen Chorherren hatte das neue Statut durchaus Vorteile. Die Chorherren durften das f\u00fcr sich behalten, was zum Lebensunterhalt n\u00f6tig war. Sie durften selbstst\u00e4ndig f\u00fcr sich von ihrem Gehalt leben und konnten auch mehr als die H\u00e4lfte des Jahres<\/p>\n<p>au\u00dferhalb von Ellwangen leben.<\/p>\n<p>An der Spitze des reichsunmittelbaren Chorherrenstifts stand der F\u00fcrstpropst. Das Stiftskapitel setzte sich zusammen aus zw\u00f6lf Stiftsherren (darunter neun Adelige; drei Stiftsherren konnten den fehlenden Adelstitel durch das Doktorpr\u00e4dikat ersetzen)nach dem<\/p>\n<p>Vorbild der Apostel. Dazu&nbsp; kamen zehn Chorvikare zur Besorgung des Gottesdienstes. <\/p>\n<p>Der F\u00fcrstpropst stand als Dreizehnter an der Spitze des Chorherrenstifts. Er besa\u00df als weltlicher Herr die Regalien und bekleidete den Rang eines F\u00fcrsten mit Sitz und Stimme auf dem Reichstag. <\/p>\n<p>Im Reichstag sa\u00df der F\u00fcrstpropst als 29. Stand auf der geistlichen F\u00fcrstenbank hinter allen Bisch\u00f6fen, den F\u00fcrst\u00e4bten von Fulda und Kempten, unmittelbar vor dem Johanniterordensmeister und dem F\u00fcrstpropst von<br \/>Berchtesgaden. Auf den Konventen des Schw\u00e4bischen Kreises alternierte der Vorrang mit Kempten. Der Ellwanger F\u00fcrstpropst verf\u00fcgte \u00fcber quasi-bisch\u00f6fliche<br \/>Rechte. Seine Kleidung entsprach dem Bischofstalar, als Insignien standen ihm Mitra, Ring und Stab zu, ebenso eine Kathedra in der Stiftskirche. Wie der Bischof hatte auch der F\u00fcrstpropst bestimmte Voraussetzungen zu erf\u00fcllen: <\/p>\n<p>ein Mindestalter von 30 Jahren, die Priesterweihe und den theologischen oder juristischen Doktorgrad. Allerdings lie\u00dfen sich besonders f\u00fcr hochadelige Bewerber sehr leicht<br \/>Dispense erlangen. <\/p>\n<p>Abt Johann von Hirnheim wurde 1460 zum ersten Propst von Ellwangen, resignierte aber schon 1461, wieso ist nicht ganz klar. Er lebte aber noch bis zum 10. Januar 1480.<\/p>\n<p>Er bezog eine Pension von 600 Goldgulden, das sind etwa 103.508,00 \u20ac, also f\u00fcr damalige Verh\u00e4ltnisse mehr als ausk\u00f6mmlich,<\/p>\n<p>wie aus der im Januar von Papst Pius II. hervorgeht. \u201cPapst Pius II. \u00fcbergibt die durch die Resignation des Johann von H\u00fcrnheim erledigte Propstei Ellwangen dem Albrecht von Hohenrechberg, Kleriker der Di\u00f6zese Konstanz, der daf\u00fcr dem alten Propst eine j\u00e4hrliche Pension von 600 Goldgulden zu reichen hat\u201d Staatsarchiv Ludwigsburg B 389 B\u00fc 11<\/p>\n<p>Seinen Ruhesitz nach seiner Resignation hatte Johann auf der Kocherburg<\/p>\n<p>Zu seinem Nachfolger wurde Albrecht von Rechberg bestimmt und vom Papst eingesetzt. Er musste auch den Eid gegen\u00fcber dem Papst leisten<\/p>\n<p>Albrecht war der Sohn von Hans von Rechberg (um 1410-1464) und dessen 2. Ehefrau Gr\u00e4fin Elisabeth von&nbsp; Werdenberg und Sargans (+1469). Er ist um 1445 geboren. Er besuchte das Gymnasium in T\u00fcbingen. Da war er bereits als Propst eingesetzt worden. <\/p>\n<p>1477 schrieb er sich auch an der neugegr\u00fcndeten Universit\u00e4t in T\u00fcbingen ein.<\/p>\n<p>(\u00dcber Albrecht von Rechberg im Di\u00f6zesanarchiv f\u00fcr Schwaben, Stuttgart 1895&nbsp; Aufsatz Schw\u00e4bische Biographien S 113-118)<\/p>\n<p>\u201cEidesformel des Albrecht von Rechberg gegen Papst Pius II\u201d, die in der Urkunde vom 12. Januar 1460 vorliegt.&nbsp; Staatsarchiv Ludwigsburg B 389 U 78 <\/p>\n<p>K\u00f6nig Friedrich III. best\u00e4tigte&nbsp; Propst Albrecht am 16. November 1481 alle f\u00fcrstlichen W\u00fcrden, Ehren,Regalien, Lehen und Mannschaften, Wildb\u00e4nne und Gerichte.<\/p>\n<p>Sein Sohn und Nachfolger Maximilian I. (K\u00f6nig von 1486-1508, dann Kaiser bis 1519) wiederholte dies am 4. August 1495.<\/p>\n<p>Albrecht war 15 Jahre alt, als er zum Propst ernannt. wurde. Die Ernennung verdankte er vor allem seinem Vater, einem treu ergebenen Gefolgsmann von Graf Ulrich V. von W\u00fcrttemberg, den dieser<\/p>\n<p>damit f\u00fcr seine Dienste belohnen wollte. M\u00f6nchische Pflichten waren ihm egal. Er wurde nie zum Priester geweiht, lebte im Konkubinat und hatte zwei S\u00f6hne.<\/p>\n<p>Er hatte aber von Papst Innozenz VIII. (1484-1492)1486 eine Dispens erhalten, dass er sich sieben Jahre wegen der Propstei und anderen kirchlichen W\u00fcrde nicht weihen lassen musste. Au\u00dferdem sprach ihn der Papst von allen kirchlichen Strafen frei (Di\u00f6zesanarchiv S. 114)<\/p>\n<p>Als geistlichen Statthalter bestellte Ulrich zun\u00e4chst&nbsp; Ulrich von Neuneck, der aber schon 1462 starb, Sein Nachfolger wurde Dekan Ulrich vom Stein. Albrecht wurde schon mit 23 w\u00fcrttembergischer Rat und wurde einer<\/p>\n<p>der wichtigsten R\u00e4te des Grafen Ulrich. Er war immer wieder f\u00fcr die Grafen von W\u00fcrttemberg t\u00e4tig. 1488 war er an einem Schiedsgericht zwischen Graf Eberhard und dem Kurf\u00fcrsten von Trier Johann I. von Baden (1456-1503) und <\/p>\n<p>Kurf\u00fcrst Philipp von der Pfalz (1476-1508) teil. (Di\u00f6zesanarchiv)<\/p>\n<p>1495 war er in Begleitung von Graf Eberhard V. auf dem Reichstag in Worms. <\/p>\n<p>1466 \u00fcbernahm Propst Albrecht die geistliche und weltliche Verwaltung von Stift Ellwangen&nbsp; selbst.<\/p>\n<p>Am 25. Februar 1466 \u00fcbertrug er Graf Ulrich V. und seinem Sohn Eberhard VI. (1447-1504) die Schirmvogtei \u00fcber die Propstei Ellwangen. Im Gegenzug nahm Ulrich auf Bitte des Propstes das Stift in seinen Schutz.<\/p>\n<p>Von 1486-1500 geh\u00f6rte er dem St. J\u00f6rgenschild an, einem Ritterbund in der 2.H\u00e4lfte des 15. Jahrhunderts. Dessen&nbsp; Ziel war die Sicherung des Landfriedens und der eigenen Rechte.<\/p>\n<p>Propst Albrecht m\u00fchte sich erfolgreich, die noch aus der Klosterzeit stammende hohe Verschuldung zur\u00fcckzuf\u00fchren. Er erreichte dies durch eine sparsame und kluge Hofhaltung und Verwaltung. Das Stift erholte sich in finanzieller<\/p>\n<p>Hinsicht sehr schnell. So hatte er Mittel frei und konnte sie anders einsetzen. Er lie\u00df die durch Brand besch\u00e4digte Klosterkirche wiederherstellen. Auch die besch\u00e4digten Klostergeb\u00e4ude wurden wieder instandgesetzt.<\/p>\n<p>In Ellwangen lie\u00df er die Kirche von St. Wolfgang 1473 erbauen. Sie wurde 1476 geweiht. Baumeister war vermutlich Hans Stiglitz von Miltenberg. Er baute auch die Liebfrauenkapelle im Kreuzgang der Ellwanger Stiftsbasilika (1473) und die zweischiffige <\/p>\n<p>Bibliothek im Stiftsgeb\u00e4ude.<\/p>\n<p>1486 verlegte Propst Albrecht ein erstmals 1335 erw\u00e4hntes Ellwanger Spital &#8211; ein Armen- und Altersheim sowie Krankenhaus &#8211; aus dem Klosterbezirk in die B\u00fcrgerstadt. Das Spital 1699 bis 1702 umgebaut und erweitert und beherbergt heute das Rathaus.<\/p>\n<p>Von Sigmund von Pfahlheim und Agnesa von Riedern kaufte&nbsp; Propst Albrecht am 8. M\u00e4rz 1471 ihr Schloss und Gut zu R\u00f6tlen (Rott), die Sch\u00e4ferei, Schenkstatt und andere G\u00fcter im Weiler R\u00f6tlen , die Vogtei der H\u00f6fe zu Steigberg , mehrere M\u00fchlen, Weiher, Fischwasser, Wiesen, Waldungen und Eigenlehen<\/p>\n<p>Staatsarchiv Ludwigsburg, B 389 U 1981<\/p>\n<p>Er stand in hohem Ansehen und wurde immer wieder als Vermittler bem\u00fcht.<\/p>\n<p>Er starb am 28. Juli 1502.<\/p>\n<p>Auf ihn folgte Bernhard von Westerstetten. Er wurde 1502 gew\u00e4hlt, dankte aber schon nach 10 Monaten wieder ab. Der Grund ist nicht bekannt.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde&nbsp; Albert Thum von Neuburg. (1503-1521) Er stammte aus einem Adelsgeschlecht, das seit dem 13. Jahrhundert in Vorarlberg und Graub\u00fcnden und seit 1430 im schw\u00e4bischen Raum ans\u00e4ssig ist.<\/p>\n<p>(n\u00e4heres zu Propst Albert in Beschreibung des Oberamts Ellwangen, Stuttgart 1886, S.464 f.)<\/p>\n<p>Er war ein gelehrter und wohl auch sittenstrenger Propst. Er war sowohl 1506 von Johann von Staupitz (um 1465-1524) als auch 1516 von Anselm von Wien (+1535)&nbsp; in ihre jeweilige Orden aufgenommen worden.<\/p>\n<p>Johann von Staupitz war von 1503-1520 Generalvikar des Augustiner-Eremitenordens in Deutschland und ein F\u00f6rderer des jungen Martin Luthers.<\/p>\n<p>Anselm von Wien war Kommiss\u00e4r des Generalvikars er Franziskaner n\u00f6rdlich der Alpen.<\/p>\n<p>1511 nahm er&nbsp; an der Hochzeit Herzog Ulrichs von W\u00fcrttemberg&nbsp; (1498-1519 und 1534-1550) mit Sabina von Bayern (1492-1564) teil. Er war w\u00fcrttembergischer Rat und nahm in dieser Eigenschaft auf dem T\u00fcbinger&nbsp; Landtag<\/p>\n<p>teil,in dem es um den Armen Konrad ging. 1514 hatte der Herrschaftsstil Ulrichs zu diesem Aufstand vor allem in der Schorndorfer Gegend gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Die Regierungszeit von Propst Albert war vor allem durch ein Ereignis&nbsp; ma\u00dfgeblich gepr\u00e4gt. <\/p>\n<p>Das war die Reformation. Am 31. Oktober 1517 hatte Martin Luther seine Thesen gegen den Ablass an den Mainzer Erzbischof Albrecht von Brandenburg (1514-1545) geschickt oder an die Wittenberger Schlosskirche angeschlagen,<\/p>\n<p>wie das Philipp Melanchthon (1497-1560) sp\u00e4ter sagte. Daraus entwickelte sich sehr rasch die Reformation.<\/p>\n<p>1519 vertrieb der Schw\u00e4bische Bund, in dem auch die F\u00fcrstpropstei Ellwangen Mitglied war Herzog Ulrich aus W\u00fcrttemberg.<\/p>\n<p>Wohl auch wegen seiner Strenge war Albrecht im Stiftskapitel nicht sonderlich beliebt. Auch&nbsp; lebte er in best\u00e4ndigem Streit mit ihm.<\/p>\n<p>Mit der Vertreibung Ulrichs hatte er dessen R\u00fcckhalt verloren. Albrecht resignierte. Aber er missachtete das Wahlrecht des Stiftkapitels.<\/p>\n<p>Dieses hatte Johann von G\u00fcltlingen, einen Ellwangener Chorherren gew\u00e4hlt. Propst Albrecht aber hatte sein Amt gegen eine Rente von 1500 Gulden , das sind etwa 300.079,00 \u20ac an den Pfalzgrafen Heinrich (1487-1552) Davon wurden 600 Gulden wegen des Wohnrechts auf der<\/p>\n<p>Kochenburg abgezogen.abgezogen. Albrecht gab sein Amt an den Pfalzgrafen weiter. Es kam daraufhin zum Streit, der bis vor den Papst gebracht wurde. Das Kapitel war exkommuniziert worden, \u00fcber das Stift die Sequestration verh\u00e4ngt.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich vermittelten Bischof Wilhelm von Stra\u00dfburg&nbsp; Wilhelm II. (1506-1541) und Philipp von Rechberg (1484-1557) Dompropst in Worms und Domdekan in Augsburg.<\/p>\n<p>Nun konnte Pfalzgraf Heinrich sein Amt antreten. F\u00fcr ihn war die F\u00fcrstpropstei nur eine Nebenpfr\u00fcnde, denn er wurde 1524 Bischof in Worms (bis 1554),in Utrecht (1524-1529) und 1552 Bischof von Freising.<\/p>\n<p>Schon 1522 hatte Propst Heinrich in Unterkochen und Wasseralfingen dem w\u00fcrttembergischen Erbmarschall Konrad Thumb von Neuburg, einem Verwandten von Propst Albrecht, und dem Stuttgarter B\u00fcrger Burckhard F\u00fcrderer einen Grasplatz an sog. Bolrain in Unterkochen zur Errichtung eines Schmelzwerks, mit dem Recht, dort nach Erz zu graben. Doch war diesem Projekt kein Erfolg beschieden. In den Betrieb von Eisenwerken stieg die Propstei dann viel sp\u00e4ter ein. 1551 bewilligte die Propstei Peter von Pragenhofen am Ursprung des Kochers zu Oberkochen einen Schmelzofen, eine H\u00fctte und L\u00e4uterfeuer hinzustellen. Ellwangen war dort Grundherr und Peter von Pragenhofen war der Propstei lehenspflichtig. 1614 kaufte die Propstei&nbsp; die Werke Unter- und Oberkochen von Johann Friedrich, der diese von Herzog Friedrich von W\u00fcrttemberg gekauft hatte.<\/p>\n<p>Der Kaufpreis betrug 55.000 Gulden, das sind etwa10.999.009,00 \u20ac, also eine sehr hohe Investition<\/p>\n<p>Propst Heinrich setzte in Ellwangen Eberhard von Gemmingen als Hofmeister und Stadtvogt ein und stellte ihm den Amtmann Nikolaus Birger zur Seite.<\/p>\n<p>Unter der Herrschaft der Beiden hatten die Bauern Ellwangens viel zu leiden.<\/p>\n<p>1524 war an der Stadtpfarrkirche Pfarrer Georg Mumpach t\u00e4tig, im Stift der Stiftsprediger Dr. Kre\u00df, beide Anh\u00e4nger von Martin Luther. Auch einige Chorherren und Chorvikare sympathisierten mit Luthers Lehre.<\/p>\n<p>Stadtpfarrer Mumpach schlug 1514 14 Thesen mit reformatorischen Forderungen an der Stiftskirche an. Daraufhin belegte ihn der Augsburger Bischof von Stadion (1517-1543) mit dem Kirchenbann. Die Stadt Ellwangen stellte sich hinter ihren Pfarrer.<\/p>\n<p>Die Chorherren wurden mit dem Tode bedroht und verlie\u00dfen gro\u00dfenteil die Stadt.<\/p>\n<p>1525 erkl\u00e4rte Mumpach die Leibeigenschaft f\u00fcr beendet, Kl\u00f6ster sollten umgewandelt und zerst\u00f6rt werden. Auf seine Anregung hin sammelten sich etwa 600 Bauern auf der \u201cLangen Wiese\u201d bei Ellwangen zum Ellwanger Haufen.<\/p>\n<p>Sie erzwangen Einlass in Stadt und Schloss. Am 26. April mussten die B\u00fcrger in Ellwangen die 12 Artikel&nbsp; annehmen, die Vertreter der oberschw\u00e4bischen Bauerngruppen am 15. und 20. M\u00e4rz 1520 in Memmingen verabschiedet hatten.<\/p>\n<p>Am 28. April 1525 zogen etwa 2000 Bauern weiter nach Dinkelsb\u00fchl. An ihre Spitze stellten sich zwei Ellwanger Chorherren, Johann von G\u00fcltlingen, der vom Stiftskapitel zum Propst gew\u00e4hlt worden war, als Propst Albrecht sein Amt an den Pfalzgrafen<\/p>\n<p>Heinrich abgegeben hatte und Wilhelm von Hesperg. Vor Dinkelsb\u00fchl lagerten sie und zogen von zum Kloster M\u00f6nchsroth weiter, das sie pl\u00fcnderten.<\/p>\n<p>Nachdem es auch in Ellwangen Pl\u00fcnderungen und Zerst\u00f6rungen gegeben hatte, wurden die Bauern dort von den B\u00fcrgern aus der Stadt vertrieben.<\/p>\n<p>Auf Befehl des Kurf\u00fcrsten Ludwig V. von der Pfalz (1478-1544), dem Bruder von F\u00fcrstpropst Heinrich erschienen 300 Berittene und ebenso viele Fu\u00dfsoldaten unter F\u00fchrung von Ritter Reinhard&nbsp; von Neudeck, pfalz-neuburgischer Hauptmann und Pfleger zu Lauingen.<\/p>\n<p>Die Bauern wurden vernichtend geschlagen. 436 Bauern blieben auf dem Schlachtfeld. Mumpach und Kre\u00df wurden nach Lauingen gebracht, wo sie enthauptet wurden.<\/p>\n<p>Im Staatsarchiv Ludwigsburg, B 389 B\u00fc 582 gibt es&nbsp; ein Protokoll&nbsp; \u201cVerh\u00f6r des Stiftspredigers zu Ellwangen, Dr. Johann Kre\u00df, und des Pfarrers Georg Mundtpach zu Ellwangen in Anwesenheit des augsburgischen Fiskals Johannes Has \u00fcber die versuchte Einf\u00fchrung der Reformation im Stift und die Umwandlung der geistlichen in eine weltliche Obrigkeit mittels eines Bauernaufstandes \u201c mit 10 Seiten.<\/p>\n<p>Der Bauernaufstand in der F\u00fcrstpropstei Ellwangen&nbsp; war niedergeschlagen und auch die Reformation beendet.<\/p>\n<p>Wilhelm von Hesperg und Johann von GG\u00fcltlingen kamen glimpflicher davcon. Von Hesperg wurde von Ritter von Neudeck an Markgraf Kasimir von Brandenburg (1515-1527) \u00fcbergeben,&nbsp; von diesem aber gegen Urfehde entlassen, seiner Chorherrnw\u00fcrde und seiner fahrenden Habe, welche sein Bruder erhielt, f\u00fcr verlustig erkl\u00e4rt, hatte auch das Stift f\u00fcr alle Zeit zu verlassen. <\/p>\n<p>Von G\u00fcltlingen gibt es einen Vertrag zwischen Dekan und Kapitel des Stifts Ellwangen und Hans von G\u00fctlingen, ehemaliger Chorherr zu Ellwangen, der wegen lutherischer Handlungen auff\u00e4llig und am Bauernkrieg teilgenommen hatte. Hans von G\u00fcltlingen verzichtet auf seine Pfr\u00fcnde und wird stattdessen vom Kapitel j\u00e4hrlich 100 fl. erhalten. Hauptstaatsarchiv Stuttgart H 54 U 2 .<\/p>\n<p>Nach Beschreibung des Oberamts Ellwangen, Stuttgart 1866, Abschnitt 499 entfloh G\u00fcltlingen zum Haller Haufen, verehelichte sich in der Folge und starb zu Stra\u00dfburg <\/p>\n<p>Anfang Juli 1425 kehrten Dekan und Kapitel wieder in ihre Residenz zur\u00fcck.<\/p>\n<p>In der Nachbarschaft von Ellwangen hatte sich die Reformation durchgesetzt. In W\u00fcrttemberg war 1534 Herzog Ulrichs von W\u00fcrttemberg in sein Herzogtum und hatte die&nbsp; Reformation in W\u00fcrttemberg eingef\u00fchrt. Dazu kam, dass die W\u00fcrttemberger Herz\u00f6ge<\/p>\n<p>die Vogtei \u00fcber Ellwangen innehatten und Ulrich f\u00fchlte sich auch als Schutzherr und Anwalt jener Ellwanger Untertanen, die dem Protestantismus zuneigten.<\/p>\n<p>In Ansbach war Markgraf Georg der Fromme (1528-1543) 1528 an die Regierung gekommen. Er war von der Lehre Luthers zutiefst \u00fcberzeugt und wurde <\/p>\n<p>einer der f\u00fchrenden evangelischen Reichsf\u00fcrsten seiner Zeit,und f\u00fchrte&nbsp; &#8211; teilweise in Kooperation mit der Reichsstadt N\u00fcrnberg &#8211; die Reformation rasch und vollst\u00e4ndig in den Markgraft\u00fcmern ein. Diese geh\u00f6rten damit zu den fr\u00fchesten <\/p>\n<p>evangelischen F\u00fcrstent\u00fcmern im Reich. <\/p>\n<p>1534 war die benachbarte Reichsstadt Dinkelsb\u00fchl zu neuen Lehre \u00fcbergegangen<\/p>\n<p>Das alles veranlasste Propst Heinrich zu Lebzeiten seine Nachfolge zu sichern, da er eine Vakanz bef\u00fcrchtete. 1545 ernannte er den&nbsp; Hoch- und Deutschmeister des benachbarten Deutschen Ordens in Mergentheim&nbsp; Wolfgang Schutzbar, genannt Milchling (1543\u20131566).<\/p>\n<p>Das war von K\u00f6nig Ferdinand (1531-1556, dann Kaiser bis 1564) und Kurf\u00fcrst Friedrich II. (1544-1556) unterst\u00fctzt worden<\/p>\n<p>Als Propst Heinrich 1552 verstarb, w\u00e4hlte das Kapitel im M\u00e4rz den Bischof von Augsburg, Kardinal Otto Truchse\u00df von Waldburg (1553-1573) zum neuen Propst. Wolfgang Schutzbar war zwar kaiserlicher Wunschkandidat. Das Kapitel bef\u00fcrchtete<\/p>\n<p>unter ihm die Einverleibung in den Deutschordensstaat.<\/p>\n<p>Das Stift hatte sich wegen der Wahl an Rom gewandt und berief sich auf seine von Kaisern und P\u00e4psten erteilte Freiheiten. Auch Wolfgang Schutzbar hatte sich an Rom gewandt, war aber dort abgewiesen worden.<\/p>\n<p>Auch Herzog Ulrich als Schutz-und Schirmherr und sein Sohn Herzog Christoph suchten eine g\u00fctliche L\u00f6sung, als sich beide Seiten an sie wandten. Aber&nbsp; Wolfgang Schutzbar fiel am 4. Dezember 1552 mit 200 Reitern, einigen Hakenb\u00fcchsen und auch Gesch\u00fctzen in Ellwangen ein.<\/p>\n<p>Das Stift rief Herzog Christoph um Hilfe an, dieser marschierte mit 6000 Mann an. Wolfgang Schutzbar zog sich zur\u00fcck. Wegen der Kosten wurde ein Prozess vor dem&nbsp; Reichskammergericht gef\u00fchrt, der sich hinzog. Unter Vermittlung der Kurf\u00fcrsten von Mainz und Pfalz erkl\u00e4rte sich <\/p>\n<p>Wolfgang Schutzbar schlie\u00dflich bereit, 36.000 Dukaten, das sind etwa 7.199.351,00 \u20ac zu zahlen.<\/p>\n<p>Propst Ott konnte sein Amt nun antreten.<\/p>\n<p>Otto Truchse\u00df von Waldburg wurde 1514 auf Schloss Scheer geboren.<\/p>\n<p>Er war fr\u00fch f\u00fcr eine kirchliche Karriere bestimmt. Mit 9 erhielt er die Anwartschaft auf ein Konstanzer Kanonikat, mit elf die Pfarrei Tachenhausen .<\/p>\n<p>152 erhielt er ein Kanonikat am Augsburger Dom.<\/p>\n<p>Otto erhielt eine solide Universit\u00e4tsbildung in T\u00fcbingen, Padua, Bologna und Pavia, war zum Doktor der Rechtswissenschaften promoviert worden. Dort wurde er auch 1535 zum Rektor der Universit\u00e4t gew\u00e4hlt. <\/p>\n<p>In Bologna hatte er Kontakt zu&nbsp; Hugo Buoncompagno, dem sp\u00e4teren Papst Gregor XIII. (1572-1585). Zu seinem gesellschaftlichen Umfeld in Italien z\u00e4hlten auch der sp\u00e4teren Kardinal Alexander Farnese, der schon 14-j\u00e4hrig zum Kardinal kreiert wurde.<\/p>\n<p>Von 1580 bis zu seinem Tod 1589 war er Kardinalsdekan und damit rangh\u00f6chstes Mitglied des Kardinalskollegiums. Weiter geh\u00f6rten dazu Christoph&nbsp; von Madruzzo (1512\u201378) der sp\u00e4tere Bischof von Trient und Brixen und Kardinal und Stanislaus Hosius (1504\u201379), ab 1549 Bischof von Kulm,<\/p>\n<p>dann F\u00fcrstbischof von Ermland. Ab 1558 war er an der Kurie in Rom. 1559 war er Legat m kaiserlichen Hof in Wien. Hosius z\u00e4hlte zu den wichtigsten Vertretern und Restauratoren des Katholizismus.<\/p>\n<p>Christoph&nbsp; von Madruzzo war 1558 p\u00e4pstlicher Legat auf dem Reichstag von Augsburg, wo er die Trauerrede auf Kaiser Karl V. hielt.<\/p>\n<p>Er stand bald in p\u00e4pstlichen und kaiserlichen Diensten.<\/p>\n<p>1541 war er kaiserlicher Rat . F\u00fcr K\u00f6nig Ferdinand f\u00fchrte er zahlreiche Missionen durch.und Dann wurde er K\u00e4mmerer von Papst Paul III. (1534-1549. Er war&nbsp; apostolischer Nuntius mit zahlreichen Kontakten zum&nbsp; Reichstag und zu K\u00f6nig Sigismund von Polen. O. am 10.5.1543 vom Domkapitel zum Bischof von Augsburg gew\u00e4hlt. 1544 wurde er <\/p>\n<p>Von Papst und Kaiser protegiert wurde&nbsp; er 1543 vom Augsburger Domkapitel zum Bischof gew\u00e4hlt. 1544 wurde er zum Kardinal ernannt und 1552 vom Papst zum F\u00fcrstpropst von Ellwangen. Otto war ein entschiedener Gegner von jeglichem Zugest\u00e4ndnis an die Protestanten in der Reichspolitik<\/p>\n<p>und er war einer der entschiedensten kaiserlichen Parteig\u00e4nger:. Von den oberdeutschen St\u00e4dten forderte er massive Entsch\u00e4digungszahlungen ein. In Augsburg erhielt er den Dom und die meisten Kl\u00f6ster und Kirchen zur\u00fcck. Ein patrizisch-aristokratischer und mehrheitlich<br \/>katholischer Rat wurde dort anstelle des protestantischen Zunftregiments trotz dr\u00fcckender evangelischer Bev\u00f6lkerungsmehrheit etabliert. <\/p>\n<p>Am 5. Februar 1555 wurde in Augsburg zur dauerhaften L\u00f6sung der Religionsfrage der Reichstag er\u00f6ffnet. Karl V.nahm daran aber nicht mehr teil, weil er an den Ergebnissen des Augsburger Religionsfrieden nicht mehr beteiligt sein wollte.<\/p>\n<p>Zusammen mit&nbsp; mit dem kurtrierischen Kanzler&nbsp; Dr. Felix Hornung (1512-1566)und dem kaiserlichen Feldhauptmann und General Lazarus Freiherr von Schwendi (1522-1583) hatte Otto das kaiserliche Kommissariat f\u00fcr den abwesenden Karl V.&nbsp; \u00fcbernommen,.<\/p>\n<p>Am 25. September 1555 wurde der Augsburger Religionsfriede szusammen mit einer neuen Landfriedensordnung verabschiedet.<br \/>Wichtiges Ergebnis war, dass der Landesherr&nbsp; das ius reformandi \u00fcber sein Territorium innehatte. Die bisch\u00f6fliche Jurisdiktion wurde f\u00fcr Gebiete der Augsburger Konfession suspendiert. <\/p>\n<p>Obwohl er das in Augsburg erzielte Ergebnis theoretisch ablehnte, \u201eben\u00fctzte der Kardinal nun als Rechtsgrundlage f\u00fcr seine Bem\u00fchungen, die neue Lehre in seinem<br \/>Gebiet auszurotten&#8220; (Hermann T\u00fcchle, Reformation und Gegenreformation in der F\u00fcrstpropstei Ellwangen, in:<br \/>Ellwangen 764-1964. Beitr\u00e4ge und Untersuchungen zur Zw\u00f6lfhundert-Jahrfeier. Hrg. von Viktor Burr,Ellwangen 1964 S.238)<\/p>\n<p>Von Rom aus, wo er&nbsp; das Amt des Protector nationis Germanicae seit 1559 innehatte, forderte er 1559&nbsp; seinen Statthalter in Ellwangen auf, einen<br \/>apostatischen Ellwanger Priester mit seiner Frau aus dem Stiftsgebiet auszuweisen. Zwei versch\u00e4rfende Weisungen folgten 1560. Unter anderem sollte<br \/>die Glaubensgesinnung aller stiftischen Amtsleute \u00fcberpr\u00fcft werden. Unter direkten Bezug auf den Religionsfrieden hei\u00dft es im gedruckten Mandat vom<br \/>12. Oktober 1560: \u201eWer nicht katholisch bleiben wolle, solle nach den Bestimmungen des Reichsfriedens seine G\u00fcter verkaufen und mit Weib und Kind aus der Herrschaft ziehen. (T\u00fcchle S. 231)<\/p>\n<p>In Dillingen gr\u00fcndete er als Landesherr 1549 ein Collegium litterarum ner Universit\u00e4t,und sorgte f\u00fcr die Etablierung von Seminaren und Jesuitenkollegien. Papst Julius III. erhob 1551 das Dillinger Collegium in den Rang einer<\/p>\n<p>Universit\u00e4t.Kaiser Karl V. best\u00e4tigte 1553 die Privilegien. 1563 \u00fcbertrug Otto&nbsp; die Universit\u00e4t dem Jesuitenorden.<\/p>\n<p>Die katholische Konfessionalisierung&nbsp; des Ellwangener Territoriums wurde unterst\u00fctz durch Reformma\u00dfnahmen und&nbsp; Mandate zur Reform des Klerus und die<br \/>zeitweilige Wirksamkeit von Dillinger und Augsburg in Ellwangen.<\/p>\n<p>Auf den D\u00f6rfern hatte sich der katholische Glaube in Ellwangen durchgesetzt. In den St\u00e4dten, wo das Stift nur Patronatsrechte innehatte, reichte das nicht aus. So war<\/p>\n<p>Aalen 1565 unter Berufung <\/p>\n<p>auf den St\u00e4dteartikel des Religionsfriedens evangelisch geworden.<\/p>\n<p>Otto starb am 2. April 1573 und wurde in der Kirche Sancta Maria dell\u2019 Anima beigesetzt. In Rom hatte er den Grundstein zur Jesuitenkirche gelegt, die Kardinal Farnese entwerfen lie\u00df.<\/p>\n<p>1614 wurden seine Gebeine von Rom nach Dillingen \u00fcberf\u00fchrt.<\/p>\n<p>1573 wurde Christoph von Freiberg und Eisenberg (1573-1584) zum 7. Propst von Ellwangen gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Vor seiner Wahl war er Domdekan in Augsburg und damit f\u00fcr die innere Aufsicht des Domkapitels zust\u00e4ndig. Im Jahr als er Propst wurde, st\u00fcrzte der romanische Giebel des s\u00fcdlichen Querschiffes der Stiftskirche ein <\/p>\n<p>Der Wiederaufbau erfolgte erst unter seinem Nachfolger bis 1588). <\/p>\n<p>Propst Christoph&nbsp; 1576 resignierte&nbsp; auf sein Kanonikat..<\/p>\n<p>1574 erwarb er durch Heimfall von einem Herrn von Westernach G\u00f6ggingen, heute im Ostalbkreis.&nbsp; 1581 erwarb er von der Reichsstadt Dinkelsb\u00fchl Fragroden und Bauzenhof.<\/p>\n<p>Er verstarb 1584 mit 67 Jahren<\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Wolfgang von Hausen (1584 \u20131603). Er ist um 1551 geboren und stammte aus der Familie der Herren von Hausen, die in Hausen im Tal, heute ein Ortsteil von Beuron ihren Sitz hatte.<\/p>\n<p>Nach J.P. Beierlein, Medaillen auf ausgezeichnete und ber\u00fchmte Bayern, M\u00fcnchen 1852, S.22 waren seine Eltern Vitus von Hausen und Barbara von Humpis aus Walrams.<\/p>\n<p>Er studierte in Ingolstadt.<\/p>\n<p>In seiner Amtszeit in Ellwangen lie\u00df er einige Bauten errichten. 1588 lie\u00df er den in der Regierungszeit von seinem Vorg\u00e4nger eingest\u00fcrzten Giebel des Querschiffs der Stiftskirche wieder aufbauen.<\/p>\n<p>1591\/92 lie\u00df er das Statthalterpalais in Ellwangen errichten. Dort wohnte der jeweilige Stiftsdekan und damit Statthalter des F\u00fcrstpropsts in der Stadt. Dekan war damals Quirin Gottfried von Hausen mit einer Amtszeit von 1582\u20131601.<\/p>\n<p>Er ist m\u00f6glicherweise ein Bruder von Propst Wolfgang.<\/p>\n<p>Das Gutleuthaus, also das Armenhaus, lie\u00df er auch errichten. Dort befindet sich auch noch sein Wappen. Heute beherbergt es das Alamannenmuseum.<\/p>\n<p>1593 veranlasste er den Umbau des Schlosses in Wasseralfingen. 1545 kam Kloster Ellwangen in den Besitz der Burg der Familie von Ahelfingen, nachdem mit Wolfgang von Ahelfingen der letzten m\u00e4nnliche Erben der Familie gestorben war.<\/p>\n<p>Das Kloster errichte in Wasseralfingen ein Oberamt. Der zust\u00e4ndige Oberamtmann hatte seinen Sitz in der Burg. 1590 lie\u00df Probst Wolfgang die Burg abrei\u00dfen und stattdessen bis 1593 das heutige vierfl\u00fcgelige Schloss mit Binnenhof errichten, das im Jahr 1729 nochmals umgebaut wurde.<\/p>\n<p>In der Regierungszeit von Probst Wolfgang starben&nbsp; einige Familien aus, deren Besitzungen Probst Wolfgang erwerben konnte. So kam er in Besitz von Heuchlingen, W\u00f6llstein, Abtsgm\u00fcnd und 1597 gro\u00dfe Teile der Herrschaft Alfingen.<\/p>\n<p>1585 berief Propst Wolfgang Jesuiten aus Dillingen nach Ellwangen, die f\u00fcr die religi\u00f6se Bildung der Bev\u00f6lkerung zust\u00e4ndig wurde.<\/p>\n<p>1600 wurde Wolfgang zum Bischof von Regensburg gew\u00e4hlt. Er wollte das Propstamt in Ellwangen zun\u00e4chst behalten. Damit war aber das Domkapitel in Regensburg nicht einverstanden.<\/p>\n<p>Als Bischof stand er in der Gunst des&nbsp; bayrischen Herzogs&nbsp; Maximilian I (1597- 1651). Als dieser eine Rente auf die Propstei vermittelte, dankte Wolfgang in Ellwangen ab und blieb bis zu seinem Tod 1613 Bischof von Regensburg.<\/p>\n<p>Unter Wolfgang gab es in Ellwangen 1588 den ersten Hexenprozess, der Beginn eines dunklen Kapitels in der Ellwanger Geschichte.<\/p>\n<p>Nur in den Proze\u00dfserien der fr\u00e4nkischen Hochstifte Bamberg, W\u00fcrzburg und Eichst\u00e4tt sowie in der Deutschordenskommende Mergentheim lassen sich \u00e4hnliche Verfolgungszahlen nachweisen wie in der F\u00fcrstpropstei Ellwangen,wobei<\/p>\n<p>in Eichst\u00e4tt Johann Christoph I. von Westerstetten ab 1612 Bischof wurde. Er hatte ja schon in Ellwangen von 1611 bis 1613 f\u00fcr die furchtbarsten Jahre der Ellwangener Hexenverfolgung gesorgt<\/p>\n<p>und hat in Eichst\u00e4tt weitergewirkt. Er galt als einer der ber\u00fcchtigten fr\u00e4nkischen Hexenbisch\u00f6fe. W\u00e4hrend seiner Amtszeit sind von 1613 bis 1630 im Hochstift Eichst\u00e4tt mindestens 199 Hexenprozesse<\/p>\n<p>und 176 Hinrichtungen von 150 Frauen und 26 M\u00e4nnern wegen Hexerei nachweisbar. <\/p>\n<p>In dem Hexenprozess von 1588 von Ellwangen wurde die Hebamme Elisabeth F\u00fcrst, die \u201eMundistin\u201c genannt, als vermeintliche Hexe verbrannt.<\/p>\n<p>In der ersten Verfolgungswelle 1588 kamen insgesamt 20 Menschen ums Leben, ein Mann Jacob Sinai, 17 Jahre und 19 Frauen, 5 starben in Haft eine unter der Folter und 13 wurden verbrannt.<\/p>\n<p>Als Scharfrichter wurde Hans Vollmair aus Biberach geholt. Das Einzugsgebiet der Meister Hans und Christoph Hiert, das war der Schwiegersohn von Hans Vollmair reichte von Garmisch im S\u00fcden bis Langenzenn bei N\u00fcrnberg im Norden . (siehe Hans Vollmair in Mei B\u00fcchle)<\/p>\n<p>Nachfolger von Propst Wolfgang wurde Johann Christoph I. von Westerstetten (1603 \u20131613 ) <\/p>\n<p>Er war der Sohn von Wolfgang Rudolf von Westerstetten zu Altenberg, eines ellwangischen Pflegers zu Wasseralfingen, und von Ursula von Riedheim zu Wasseralfingen. Die von Westerstetten waren ein schw\u00e4bisches Ministerialengeschlecht.<\/p>\n<p>Mit 12 erhielt er 1575 das&nbsp; Ellwangener Kanonikat&nbsp; in des&nbsp;&nbsp; Johann Egolf&nbsp; von Kn\u00f6ringen, Bischof von Augsburg 1573-1575. In diesem Jahr begann er auch sein Studium an der Jesuitenuniversit\u00e4t in Dillingen. Ab studierte er an der Universit\u00e4t Ingolstadt und 1584 an der Universit\u00e4t D\u00f4le, eine der wichtigsten Universit\u00e4ten f\u00fcr Zivilrecht und Kanonisches Recht in Westeuropa. Alle diese Universit\u00e4ten waren stark jesuitisch gepr\u00e4gt oder ganz in der Hand des Jesuitenordens. Johann Christoph erhielt \u00fcber zehn Jahre eine fundierte Ausbildung, die ihm dann eine glanzvolle&nbsp; <\/p>\n<p>Kirchenkarriere erm\u00f6glichte.<\/p>\n<p>Als sicher kann gelten, dass er schon w\u00e4hrend seiner Studienjahre in Dillingen und Ingolstadt prominente Theoretiker der Hexenverfolgung kennengelernt hatte, sowohl in Dillingen als auch in Ellwangen.Beide Universit\u00e4ten hatten Bef\u00fcrworter<\/p>\n<p>der Hexenverfolgung eine Plattform geboten. Petrus Canisius lehrte in Ingolstadt Theologie und war auch Rektor der Universit\u00e4t. Von 1559 bis 1566 war er Domprediger in Augsburg.<\/p>\n<p>Auch er war ein Verfechter der Hexenverfolgung. In seinen Augsburger Predigten machte er Hexen f\u00fcr Unwetter und Missernten verantwortlich und warf ihnen unter anderem Kindesmord und Kannibalismus vor.<\/p>\n<p>An der Universit\u00e4t Ingolstadt wirkte der Theologe Gregor von Valentia (1549-1603). Als Herzog Maximilian 1590 der theologischen und juristischen Universit\u00e4tsfakult\u00e4t einige Fragen \u00fcber das Hexenwesen vorlegte, riet Gregor von Valencia in einem Gutachten zur Beibehaltung der Hexenprozesse, was jedoch kein besonderes Engagement in dieser Materie belegt, sondern lediglich den damals herrschenden Anschauungen entsprach.<\/p>\n<p>Auch Alber Hunger (1545-1611) lehrte Theologie in Ingolstadt.In Ingolstadt und Freiburg lehrte der Jurist Friedrich Martini (um 1555-1630). Beide hatten sich f\u00fcr kompromisslose Hexenverfolgung ausgesprochen.<\/p>\n<p>1589 wurde Johann Christoph in Augsburg zum Priester geweiht. 1589 wurde er Kanoniker in Eichst\u00e4tt und&nbsp; von 1592-1502 war er dort Kapitelsdekan und ab 1600 gleichzeitig Dekan des Augsburger Domkapitels.<\/p>\n<p>1602. wurde er Koadjutor in Ellwangen und am 24. Juli 1603 zum F\u00fcrstpropst der F\u00fcrstpropstei Ellwangen gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>1603 bis 1608 baute er die Burg von Ellwangen zu einem vierfl\u00fcgeligen Renaissance-Schloss mit achteckigen Eckturmaufs\u00e4tzen um<\/p>\n<p>1608 erwarb er durch Heimfall Connenweiler, heute Teilgemeinde von Stipfach im Kreis Schw\u00e4bisch Hall. 1611 erwarb er Konradsbronn, heute Ortsteil von W\u00f6rt im Ostalbkreis.<\/p>\n<p>1609 trat er der katholischen Liga bei, die 1609 auf Betreiben Herzog Maximilians&nbsp; als Gegenpart zur Protestantischen Union in M\u00fcnchen gegr\u00fcndet wurde.<\/p>\n<p>Der Hochaltar von St. Vitus wurde 1613 vom Biberacher K\u00fcnstler Hans D\u00fcrner geschnitzt. Er hatte&nbsp; im November 1583 dort&nbsp; das B\u00fcrgerrecht erworben. Er verstarb vor Vollendung des Ellwangener Altars.<\/p>\n<p>1611 wurden in Ellwangen die Hexenprozesse wieder aufgenommen und am 22. Dezember Dorothea Berchtold hingerichtet<\/p>\n<p>Eine Besonderheit der Ellwanger Prozessserie ist der lange Zeitraum der Verfolgung, sowie die Intensit\u00e4t, mit der die Prozesse gef\u00fchrt wurden. Besonders in den Jahren unter Johann Christoph I von Westerstetten entwickelte sich eine bis dahin unbekannte Welle der Gewalt, die lediglich mit der Verfolgung in Eichst\u00e4tt ebenfalls unter von Westerstetten vergleichbar ist. Von Westerstetten hatte stets die Kontrolle \u00fcber die Prozesse und versuchte des \u00d6fteren neue anzustacheln. Mit Hilfe eines von ihm ver\u00f6ffentlichten Dokuments, welches verschiedene Verhaltensweisen, wie Verschwendungssucht mit der Hexerei in Verdacht brachte, konnte nahezu jeder der Hexerei beschuldigt werden. Doch auch nach Amtsantritt von Johann Christoph II von Freyberg endete die Verfolgung nicht. Allerdings erreichte sie unter ihm nie das Niveau und die Intensit\u00e4t wie unter seinem Vorg\u00e4nger, wurde jedoch trotzdem fortgef\u00fchrt und erst 1618 eingestellt. Ein Grund f\u00fcr die lange Dauer k\u00f6nnten materielle Interessen gewesen sein. W\u00e4hrend der Verfolgung gab es in Ellwangen stets eine Konfiskationspraxis, es wurde also Eigentum zugunsten des Staates ohne Entsch\u00e4digung von Familienangeh\u00f6rigen der Hingerichteten eingezogen. Vermutlich wurden Erbanteile eines Erben beschlagnahmt, um die Prozesskosten zu begleichen. Jedoch war dies in der F\u00fcrstpropstei schwer, da oft ganze Hexenfamilien hingerichtet wurden, in diesen F\u00e4llen wurden dann individuell Geldbetr\u00e4ge <\/p>\n<p>oder Gegenst\u00e4nde eingezogen.<\/p>\n<p>In den beiden Verfolgungswellen in Ellwangen kamen&nbsp; etwa 450 Menschen ums Leben, das war etwa die H\u00e4lfte der Ellwanger Frauen und jeder sechste Mann. <\/p>\n<p>Am 4.Dezember 1612 wurde Johann Christoph vom Domkapitel Eichst\u00e4tt zum Bischof&nbsp; gew\u00e4hlt und am 14. April 1613 vom Augsburger Bischof Heinrich V) v. Kn\u00f6ringen (1598 \u2013 1646) geweiht<\/p>\n<p>Als F\u00fcrstbischof war er ein&nbsp; Parteig\u00e4nger der bayerischen Politik und wurde auch entsprechend von Herzog Maximilian gef\u00f6rdert.<\/p>\n<p>Er starb am 28. Juli 1637 in Eichst\u00e4tt.<\/p>\n<p>Als Johann Christoph Bischof in Eichst\u00e4dt wurde, w\u00e4hlte das Kapitel Johann-Christoph II. von Freyberg- Eisenberg zum(1613-1620) zum 10. Propst von Ellwangen.<\/p>\n<p>Er ist 1551in Ellwangen geboren. Seine Eltern waren Hans Sigmund von Freyberg zu Hopferau (+1589), Pfleger in Rettenberg, und Sybilla von Kn\u00f6ringen. Er hatte 5 Br\u00fcder und war ein Neffe von Christoph von Freyberg-Eisenberg, der 1573-1584 Propst in Ellwangen war.<\/p>\n<p>1561 erhielt er etwa 10-j\u00e4hrig das Kanonikat in Ellwangen f\u00fcr den resignierten Augsburger Domherrn und Ellwanger Kanoniker Marquard von Bienzenau.<\/p>\n<p>1563 wurde er an der Universit\u00e4t Dillingen immatrikuliert. 1575 war er zu Studienzwecken an der Universit\u00e4t von L\u00f6wen in den Niederlanden, in der ersten H\u00e4lfte des 16. Jahrhunderts eine der Hauptst\u00e4dte des Humanismus.<\/p>\n<p>1576 wurde er stimmberechtigter Kapitular in der Propstei Ellwangen. 1584\/85 war er Scholaster,&nbsp; also Leiter der Stiftsschule und stand damit nach dem Propst und Dekan an 3. Stelle der Hierarchie. Er wurde am 20. M\u00e4rz 1613 vom Kapitel als Nachfolger von<\/p>\n<p>Johann-Christoph I. gew\u00e4hlt. er bezog das Schloss. Auch unter ihm fanden noch Hexenprozesse statt, allerdings deutlich weniger als unter seinem Vorg\u00e4nger. Die letzten Prozesse wurden 1618 gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Auch unter ihm geh\u00f6rte die Propstei zur katholischen&nbsp; Liga. Zwar hatte W\u00fcrttemberg immer noch das Schirmrecht. Da W\u00fcrttemberg aber zur protestantischen Union geh\u00f6rte, konnte das nat\u00fcrlich&nbsp; nicht mehr gedeihlich funktionieren.<\/p>\n<p>Gleich zu Beginn seiner Regierung \u00fcbernahm er die jetzt eintr\u00e4glichen Eisenwerke in Unterkochen und Wasseralfingen, die sein Vorg\u00e4nger auf den Weg gebracht hatte.<\/p>\n<p>Propst Johann-Christoph II verstarb \u00fcberraschend 1620 im Alter von 69 Jahren. Zwar begann 1618 der Drei\u00dfigj\u00e4hrige Krieg. Er hatte aber bis zu seinem Tod noch keine Auswirkungen auf die Propstei Ellwangen.<\/p>\n<p>Johann-Christoph vermachte 6000 Gulden, das sind ungef\u00e4hr 3.592.036,00 \u20ac&nbsp; zur Umwandlung der 1611 von den Jesuiten errichteten Missionsstation Ellwangen in ein Jesuitenkolleg mit h\u00f6herer Schule. Wegen des Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieges<\/p>\n<p>konnte das aber erst Jahrzehnte sp\u00e4ter realisiert werden.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Johann Jakob Blarer von Wartensee (* um 1575 \u2020 9. M\u00e4rz 1654 ).Seine Eltern waren der Ellwanger Hofmeister und Stadtvogt Diethelm Blarer von Wartensee und Sidonia\/Siguna von Hausen, Schwester von Wolfgang von Hausen, F\u00fcrstpropst in Ellwangen 1584\u20131603. <\/p>\n<p>Die Familie Blarer von Wartensee war ein Schweizer Uradelsgeschlecht aus St. Gallen. Die Familie geh\u00f6rte als Tuchh\u00e4ndler zu den Patriziern von St. Gallen. Aus der Familie gingen mehrere \u00c4bte, z. B. Gerwig Blarer, Abt von Weingarten und Ochsenhausen hervor,<\/p>\n<p>mit&nbsp; Jakob Christoph Blarer von Wartensee (1542\u20131608) der F\u00fcrstbischof von Basel, auch Ambrosius Blarer, der Reformator aus Konstanz.<\/p>\n<p>Johann Jakob Blarer von Wartensee erhielt mit etwa 11 Jahren 1586 ein Kanonikat in Ellwangen. Er war auch Kanoniker in Basel und Dompropst in Konstanz.<\/p>\n<p>Am 5. Mai wurde er an der Universit\u00e4t Dillingen immatrikuliert. Er studierte auch an der Universit\u00e4t Freiburg sowie an den italienischen Universit\u00e4ten Padua, Siena,Perugia (Mai 1599) und Bologna.<\/p>\n<p>Am 10. Oktober 1600 wurde er stimmberechtigter Kapitular in Ellwangen.<\/p>\n<p>Als Dompropst baute er zwischen 1612 und 1620 den Blarerschen Domherrenhof, heute Landgericht Konstanz.<\/p>\n<p>Am 27. Januar 1621 w\u00e4hlte in das Ellwanger Stiftskapitel zum Propst von Ellwangen.<\/p>\n<p>Der Drei\u00dfigj\u00e4hrige Krieg spielte noch keine Rolle in Ellwangen. Das \u00e4nderte sich erst Nach der Schlacht von Breitenfeld im September 1631. Zun\u00e4chst waren es die kaiserlichen Truppen unter ihren Kommandeuren Kommandeure Gallas, ab 1631 Generalfeldzeugmeister<\/p>\n<p>und 1632 Feldmarschall ,&nbsp; Ossa Feldmarschall und 1631 vor allem f\u00fcr den w\u00fcrttembergisch-schw\u00e4bischen Raum zust\u00e4ndig und Pappenheim General, in der Schlacht bei L\u00fctzen 1632 t\u00f6dlich verwundet, die der Bev\u00f6lkerung zu schaffen machten.<\/p>\n<p>Nach der Schlacht von Breitenfeld drangen die Schweden in S\u00fcddeutschland ein.<\/p>\n<p>Anfang 1632 waren dann auch vermehrt feindliche und schwedische Truppen in der Gegend.<\/p>\n<p>F\u00fcrstpropst Johann Jakob hatte sich mit seinen Stiftsherren nach Salzburg in Sicherheit gebracht.Von 1631 bis 1635 hielt er sich mit ihnen zusammen in Bayern. Salzburg und Tirol auf.<\/p>\n<p>K\u00f6nig Gustav Adolf I. von Schweden befahl dem schwedischen Obristen Claus Diettrich von Sperreuter (+1653) 1632 im Stift Ellwangen und in der Reichsstadt Dinkelsb\u00fchl Sammel- und Musterungspl\u00e4tze einzurichten. Au\u00dferdem sollte er Teile von Schwaben und Franken zu besetzen.<\/p>\n<p>Am 10. Mai besetzte und pl\u00fcnderte Sperreuter mit seinen Truppen umliegende D\u00f6rfer von Ellwangen, am 17. Mai kamen seine Boten und forderten die Stadt zur \u00dcbergabe auf. Es gab Verhandlungen.<\/p>\n<p>Ellwangen sollte verschont, der katholische Gottesdienst erhalten bleiben gegen ein noch festzulegendes L\u00f6segeld und w\u00f6chentliche Entsch\u00e4digungszahlungen. Wohl oder \u00fcbel stimmte man zu, die Schweden besetzten Schloss und Stadt. Die Summe des L\u00f6segelds wurde sp\u00e4ter auf 12 000 Taler festgelegt, die w\u00f6chentliche Entsch\u00e4digung auf 2500 Taler. Das L\u00f6segeld betrug also umgerechnet ca. 792.000 \u20ac, kaufkraftm\u00e4\u00dfig lag das nat\u00fcrlich deutlich h\u00f6her. Die w\u00f6chentliche Entsch\u00e4digung lag bei 162.500 \u20ac. Das war f\u00fcr eine bereits stark geschr\u00f6pfte und dazuhin dezimierte<\/p>\n<p>Einwohnerzahl nat\u00fcrlich nicht zu stemmen.<\/p>\n<p>Graf Kraft zu Hohenlohe-Neuenstein (\u00b41610-1641) bekam vom&nbsp; Schwedenk\u00f6nig Karl-Adolf die F\u00fcrstpropstei als Gegenleistung f\u00fcr seine Unterst\u00fctzung versprochen. Nach dem Tod Gustav Adolfs am 16. November 1632 musste der Graf um seinen neuen Besitz bangen.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst war die Schenkungsurkunde nicht mehr aufzufinden. Dann wollte der Kanzler Oxenstierna (1612-1654), Nachfolger des Schwedenk\u00f6nigs, von einer reinen Schenkung nichts wissen, sondern forderte 80 000 Taler und eine Reihe von anderen Gegenleistungen.<\/p>\n<p>Am 20. Mai 1633 zogen die Schweden ab und Hohenloher besetzten Ellwangen. Am 25. Mai mussten alle B\u00fcrger dem neuen, protestantischen Herrn huldigen. Fast w\u00e4re Ellwangen evangelisch geworden, denn der Graf wollte sich nicht an Sperreuters Versprechen halten. Er lie\u00df umgehend die Schlosskapelle reformieren und an der Stiftskirche sollte sein Hofprediger Salomon Meyer (1627) den evangelischen Gottesdienst einf\u00fchren. Die katholischen Pfarrer weigerten sich zu gehen, B\u00fcrger verweigerten dem Grafen Sondersteuern und als sich 1634 das Kriegsgl\u00fcck den kaiserlichen Truppen zuneigte, war dem Grafen wohl klar, dass seine Herrschaft in Ellwangen nicht von Dauer sein w\u00fcrde. <\/p>\n<p>Nach der Schlacht von N\u00f6rdlingen (6. 9. 1634) flohen die Beamten des Grafen von Hohenlohe mit ihrem Besitz vom Schloss und aus der Stadt<\/p>\n<p>.Am 11. September 1634 \u201cbefreiten\u201d die Stadt Ellwangen und nahmen wohl noch mit, was noch da war.<\/p>\n<p>Ellwangen hatte schrecklich unter dem Krieg gelitten, D\u00f6rfer waren zerst\u00f6rt und entv\u00f6lkert.<\/p>\n<p>Als Propst Johann Jakob&nbsp; nach Ellwangen zur\u00fcckgekehrt war, lie\u00df er die beiden Jesuitenpatres Thomas Anreiter und Johann Hefelin aus Dillingen nach Ellwangen kommen.<\/p>\n<p>Sie unterrichteten dort die Bev\u00f6lkerung und waren auch f\u00fcr die Seelsorge zust\u00e4ndig.<\/p>\n<p>1638 hatten sie auf dem Sch\u00f6nenberg eine kleine Marienfigur mit Jesuskind in die Nische eines Baumstamms gestellt, eine Lorettokapelle errichtet damit viele Wallfahrer angelockt.<\/p>\n<p>Johann Jakob legte dort den Grundstein f\u00fcr die Kapelle.<\/p>\n<p>F\u00fcrstpropst Johann Christoph Adelmann von Adelmannsfelden hatte die Bewilligung f\u00fcr den Bau der Kirche auf dem Sch\u00f6nenberg erteilt.<\/p>\n<p>Propst Jakob Christoph starb nach 23 Regierungsjahren.<\/p>\n<p>Die Ellwanger F\u00fcrstpr\u00f6pste besa\u00dfen das M\u00fcnzrecht, jedoch erst ab F\u00fcrstpropst Johann Jakob von Blarer Wartensee&nbsp; sind M\u00fcnzpr\u00e4gungen nachweisbar. Nur die F\u00fcrstpr\u00f6pste Johann Jakob, Johann Christoph Adelmann von Adelmannsfelden, Heinrich Christoph von Wolframsdorf <\/p>\n<p>und&nbsp; Anton Ignaz von Fugger-Gl\u00f6tt (1756 \u20131787) pr\u00e4gten unmittelbar f\u00fcr Ellwangen. Andere F\u00fcrstpr\u00f6pste pr\u00e4gten als Bisch\u00f6fe oder Erzbisch\u00f6fe eines anderen F\u00fcrstentums.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde <strong>Johann <\/strong>Rudolf Graf von Rechberg und Rothenl\u00f6wen zu Hohenrechberg (* 1606 in Donzdorf; \u2020 6. April 1660). Seine Eltern waren Hans Wilhelm von Rechberg und Anna Regina von Rechberg.<\/p>\n<p>Mit seinen Br\u00fcdern Bernhard Bero und Heinrich Alexander wurde er am 15. Dezember 1616 an der Universit\u00e4t Dillingen immatrikuliert. Am 9. Mai 1623 erhielt er in der F\u00fcrstpropstei <\/p>\n<p>Ellwangen das Kanonikat f\u00fcr den verstorbenen Kanoniker Johann Jakob Humpi\u00df\/Hundbi\u00df von Waltrams. 1624 wurde er in Bourges immatrikuliert wo er am 5. April 1615 Prokurator, das ist Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer&nbsp; der deutschen und belgischen Nation wurde. <\/p>\n<p>Vor allem im 16. Jahrhundert verf\u00fcgte die Universit\u00e4t von Bourges \u00fcber eine herausragende juristische Fakult\u00e4t. <\/p>\n<p>1626 stieg er zum Reichsgraf auf. In diesem Jahr immatrikulierte er sich auch an der Universit\u00e4t von Siena. Dort wurde er Consiliar also Berater der deutschen Nation.<\/p>\n<p>Im Januar 1628 wurde er Domherr in Eichst\u00e4tt f\u00fcr den verstorbenen Sixtus Werner Vogt von Altensummerau und Pra\u00dfberg.&nbsp; Hier wurde er auch 1630 zum Subdiakon geweiht.<\/p>\n<p>1631 wurde er auch Domherr in Augsburg. Am 18. Juni 1635 erhielt er die Kapitularw\u00fcrde und damit die Stimmberechtigung in der F\u00fcrstpropstei Ellwangen. Am 11. August 1637 wurde er auch in Eichst\u00e4tt Kapitular.<\/p>\n<p>Dort wurde&nbsp; er Domdechant. 1638 Domdechant und am 26. Februar 1638 Propst des neuen Stifts \u201eZu Unserer Lieben Frau\u201c an der Pfarrkirche. 1645 erbat ihn Sigmund Franz Erzherzog in \u00d6sterreich, Koadjutor in Augsburg, vom Eichst\u00e4tter Domkapitel f\u00fcr die Dauer eines Jahres als Obersthofmeister, was genehmigt wurde. Am 26. Januar 1646 w\u00e4hlte ihn das Augsburger Domkapitel zum Administrator des Augsburger zum Administrator des Augsburger Hochstifts.Daraufhin resigniert er am 26. Februar 1647 auf die Dechantei in Eichst\u00e4tt. Am 26. Januar 1649 erhielt er in Augsburg die Dompropstw\u00fcrde. F\u00fcrstpropst in Ellwangen wurde er am 27. April 1654. Auf die Hochstiftsadministration resignierte er im Dezember des gleichen Jahres. Am 7. Mai 1656 wurde er Statthalter zu Dillingen.<\/p>\n<p>1658 wies er vier Jesuitenpatres Ellwangen als Wohnsitz an, um den Wallfahrtsort Sch\u00f6nenberg ausreichend mit Beichtv\u00e4tern, Priestern und Lehrern auszustatten.<\/p>\n<p>Erwerbungen t\u00e4tigte er nicht. Die Kriegsfolgen waren ja immer noch zu versp\u00fcren.<\/p>\n<p>Propst Johann Rudolf verstarb nach 6 Regierungsjahren.<\/p>\n<p>Auf ihn folgte Johann Christoph von Freyberg (1616\u20131690).<\/p>\n<p>Seine Eltern waren Kaspar von Freyberg zu Altheim und Worndorf und Anna Regina von Rechberg<\/p>\n<p>1626 wurde er an der Universit\u00e4t Dillingen immatrikuliert. Ab 1635 studierte er an der Universit\u00e4t Ingolstadt. 1642 wurde er zum Priester geweiht. Seine Primiz feierte er in Ehingen,<\/p>\n<p>1630 erhielt er ein Kanonikat in Augsburg und in Ellwangen.&nbsp; Ein Kanonikat in Ellwangen war damals mit 2000 Dukaten im Jahr, das sind etwa 399.257,00 \u20ac. (Seckler S. 143)<\/p>\n<p>Das Kanonikat in Augsburg war sicher \u00e4hnlich dotiert. Rund 800.000 \u20ac&nbsp; Jahreseinkommen. Seckler (ebd.) vermerkt dazu, dass \u201cr\u00fchmend hervor zu heben ist, dass das viele Geld den jungen Canonikus<\/p>\n<p>Christoph nicht auf Abwege f\u00fchrte.\u201d<\/p>\n<p>Am 23. Oktober 1638 stieg er in den Zw\u00f6lferkreis der Kapitulare, also der stimmberechtigten Domherren auf.<\/p>\n<p>1641 bis 1655 war er in Ellwangen Scholaster in Ellwangen und anschlie\u00dfend Domdekan in Augsburg<\/p>\n<p>Ab 1644 konnte sich Johann als Reichsfreiherr bezeichnen. Als solcher war er Hofratspr\u00e4sident der Dillinger Hochstift-Regierung. <\/p>\n<p>Von 1641 bis 1655 war er Scholaster der F\u00fcrstpropstei Ellwangen und anschlie\u00dfend Domdekan in Augsburg, ab 1660 als Dompropst. F\u00fcr seine Familie kaufte er die Reichsherrschaft Justingen.<\/p>\n<p>1660 wurde er als Johann Christoph III. zum13.&nbsp; F\u00fcrstpropst von Ellwangen gew\u00e4hlt. Die meiste Zeit residierte er in Ellwangen.<\/p>\n<p>Ab 1661 war er Adminstrator in Augsburg.<\/p>\n<p>Schon kurz nach seinem Regierungsantritt lie\u00df er 1661\/62 die Stiftskirche St.Vitus in ihrem Inneren von Constantin Bader&nbsp; (um 1597- 1681) einem Meister der Wessobrunner Schule in fr\u00fchbarockem Stil umgestalten.<\/p>\n<p>1663 tauschte er von der Reichstadt Dinkelsb\u00fchl W\u00f6rth gegen den nahe bei Ellwangen liegenden Weiler&nbsp; Breitenbach ein.<\/p>\n<p>Am 18. August 1665 wurde er zum&nbsp; F\u00fcrstbischof von Augsburg gew\u00e4hlt. Das blieb er bis zu seinem Tod am 1. April 1690.<\/p>\n<p>1674 stellte er einen Verweser in Ellwangen auf. 1674&nbsp; gab er sein Amt als F\u00fcrstpropst von Ellwangen zu Gunsten seines von ihm sehr gesch\u00e4tzten Nachfolgers Johann Christoph Freiherr Adelmann von Adelmannsfelden.<\/p>\n<p>Als Bischof legte er am 16. Juni 1682 legte er den Grundstein zur Wallfahrtskirche Sch\u00f6nenberg.<\/p>\n<p>Er wurde 1690 in der Wolfgangskapelle des Augsburger Domes bestattet.<\/p>\n<p>Johann Christoph Freiherr Adelmann von Adelmannsfelden ist am 23. April 1640 in Hohenstadt, Gemeinde Abtsgm\u00fcnd im Ostalbkreis, geboren. <\/p>\n<p>Er stammte aus dem Rittergeschlecht der Adelmann von Adelsmannsfelden, einem Ministerialengeschlecht des Klosters Ellwangen.<\/p>\n<p>eine Eltern waren der Konvertit Wilhelm Christoph Adelmann von Adelmannsfelden, Herr zu Hohenstadt, Schechingen und Leinweiler (* 1606; \u2020 1659), und dessen zweite Frau Maria Magdalena geborene Freiin von Rechberg zu Hohenrechberg (* 1614; \u2020 1669). Er war der \u00e4lteste Sohn. <\/p>\n<p>Nach Seckler verzichtete er auf das Erstgeburtsrecht zu Gunsten seines einzigen Bruders und ging nach Rom, um dort Theologie&nbsp; zu studieren. (S. 145) Das ist die einzige Quelle, die diesen Studienort nennt. Sonst wird immer die Immatrikulation<\/p>\n<p>in Dillingen 1651 angegeben. Dort verfasste er 1657 seine Dissertation mit&nbsp; dem Thema \u201eDe anima\u201c (\u00fcber die Seele) Am 24. November 1654 erhielt er ein Kanonikat in Ellwangen<\/p>\n<p>1655 wurde er Domherr in Augsburg; 1662 erhielt er dort die Subdiakonatsweihe. Im gleichen Jahr wurde er in Ellwangen Kapitular. 1666 ist er als Dechant, das entspricht dem Dekan in Ellwangen nachgewiesen. Am 4. Juni 1667 wurde er in <\/p>\n<p>Augsburg zum Priester geweiht. In diesem Jahr&nbsp; wurde er in Ellwangen zum Administrator des F\u00fcrstpropstes gew\u00e4hlt. Da war dieser bereits in Doppelfunktion seit zwei Jahren Bischof in Augsburg.<\/p>\n<p>Im Auftrag des Augsburger F\u00fcrstbischof reiste er im Januar und noch einmal im Oktober 1670 in diplomatischen Angelegenheiten nach Mainz.<\/p>\n<p>Ab August 1671 amtete er als Domdechant in Augsburg und resignierte im Oktober 1671 auf die Dechantei in Ellwangen.<\/p>\n<p>1674&nbsp; resignierte F\u00fcrstpropst Johann Christoph von Freyberg&nbsp; in Ellwangen. Seckler mutma\u00dft, dass das nur geschah, um in Ellwangen den von ihm gesch\u00e4tzten Johann Christoph als seinen Nachfolger vor schlagen zu k\u00f6nnen (S.145)<\/p>\n<p>Am 18. April 1674 w\u00e4hlte man ihn in Ellwangen als Johann Christoph IV. zum F\u00fcrstpropst; auf die Augsburger Domdechantei resignierte er im gleichen Jahr.<\/p>\n<p>Er galt als sehr fromm und lie\u00df sich 1677 eine Privatkapelle im Ellwanger Schloss errichten.<\/p>\n<p>Am 14. Februar 1680 wurde Johann Christoph in den Reichsfreiherrenstand erhoben.<\/p>\n<p>1681 berief er den Jesuiten Phillip Jenninger (1642-1704) nach Ellwangen. 1670 kam dieser als Seelsorger auf den Sch\u00f6nenberg. Er konnte F\u00fcrstpropst Johann Christoph Adelmann von Adelmannsfelden im Verlauf eines schrecklichen Gewitters am 14. September 1681 f\u00fcr den Bau der Sch\u00f6nenbergkirche und ihre Finanzierung gewinnen. Denn mit Hilfe der Muttergottes war ein verheerendes Feuer durch einen Blitzeinschlag in der Stadt abgewendet worden.&nbsp; Dieser Blitzschlag, der nicht stattgefunden hatte, hat den Ruf des im Entstehen begriffenen Wallfahrtsort nat\u00fcrlich weiter gesteigert.<\/p>\n<p>Pater Philipp Jenninger wurde im Juli 2022 in Ellwangen&nbsp; seliggesprochen.<\/p>\n<p>Am 16. Juni 1682 legte Johann Christoph&nbsp; den Grundstein zur Sch\u00f6nenbergkapelle. F\u00fcr den Bau wurde der Vorarlberger Michael Thumb (1640\u20131690) berufen. Er ist Sch\u00fcler von Michael Beer (um 1605-1666), der rege Kontakte zu den Jesuiten hatte. Wie dieser pflegte auch sein Sch\u00fcler die Kontakte zu den Jesuiten.<\/p>\n<p>In der Nachfolge von Michael Beer vollendet er 1677 das Jesuitenkollegium in Landshut vollendet. Dort ist der Jesuitenbr\u00fcder Heinrich Mayer f\u00fcr den Neubau zust\u00e4ndig. Bei dieser Gelegenheit lernt er ihn kennen. Diese Bekanntschaft bei den Jesuiten verschafft Michael Thumb den Bauauftrag der Wallfahrtskirche in Ellwangen. Die Jesuiten sind&nbsp; Betreuer der Wallfahrt und wohl auch des Neubaus.<\/p>\n<p>Die Jesuiten nehmen nicht nur auf die Baumeisterfrage und die Architektur Einfluss. Sie greifen bei Bedarf in Planung und Bau direkt ein. Das zeigt sich nach zwei Sommern Baut\u00e4tigkeit auf dem Sch\u00f6nenberg. Ende 1683 kommt Bruder Heinrich Mayer nach Ellwangen und \u00fcbernimmt anstelle des Baumeisters die Leitung der Planung. Michael Thumb wird Anfang 1684 ausbezahlt. Heinrich Mayer nimmt jetzt entscheidende Verbesserungen in der Planung vor.&nbsp; Er gibt dem Raum H\u00f6he.<\/p>\n<p>1685 sind die Gew\u00f6lbe erstellt. Nach Entw\u00fcrfen von Bruder Heinrich Mayer entsteht auch eine reiche und raumpr\u00e4gende Stuckierung. Sie wird unter seiner Leitung ab 1686 durch einen Ellwangener Stuckateurtrupp unter Meister Melchior Haudt ausgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>1685 wurde die Kirche geweiht<\/p>\n<p>Er besa\u00df eine bedeutsame Bibliothek, sowie mathematische Instrumente, die er dem Stiftskapitel Ellwangen vermachte<\/p>\n<p>Propst Johann Christoph starb am 26. August 1687.<\/p>\n<p>Zu seinem Nachfolger wurde Heinrich Christoph von Wolframsdorf (1687-1689)&nbsp; gew\u00e4hlt. Er stammte aus dem th\u00fcringischen Adelsgeschlecht von Wolframsdorf.<\/p>\n<p>Er ist am&nbsp; 4. Februar 1646 in Nordhausen in&nbsp; Th\u00fcringen geboren.&nbsp; Sein Vater&nbsp; Heinrich Reinhard und seine Mutter Elisabeth Christina von Heilingen waren beide lutherisch. Heinrich Christoph ging schon sehr jung nach Trier und konvertierte dort mit 8 Jahren.<\/p>\n<p>Bischof Philipp Christoph von S\u00f6tern (1623 bis 1652) empfahl in f\u00fcr das&nbsp; Collegium Germanicum Hungaricum in Rom. Dort trat er 18-j\u00e4hrig 1662 ein. Dort gl\u00e4nzte er mit guten Leistungen und wurde auch mit der Betreuung der Alumnen betraut.<\/p>\n<p>Bei seinem Abgang in Rom verlieh ihm Papst Alexander VII. (1655- 1667) ein Kanonikat in Ellwangen. Schon nach 4 Jahren wurde er 1671 Dechant in Ellwangen und das Kapitel w\u00e4hlte ihn zum Administrator, also zum amtierenden Leiter.<\/p>\n<p>Am&nbsp; 2. Oktober 1687 wurde er zum F\u00fcrstpropst gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Er war ein Liebhaber von Bauten und vollendete die Lorettokirche auf dem Sch\u00f6nenberg. Auch am Schloss und anderen Bauten lie\u00df er Versch\u00f6nerungen anbringen.<\/p>\n<p>Unter Propst Heinrich Christoph waren die Franzosen in S\u00fcddeutschland eingefallen. Es gab die ersten Probleme.&nbsp; Vom Stift Ellwangen hatten sie Kriegskontributionen verlangt, die den Franzosen zu schicken waren.<\/p>\n<p>Kurz danach brachten Boten die Brandschatzung aber zur\u00fcck, da die Franzosen bereits wieder abgezogen waren.&nbsp; Seckler meint, dass so das Geld besser zum Ausbau der Sch\u00f6nenbergkirche verwendet werden konnte. (S.146 f.)<\/p>\n<p>Propst Heinrich Christoph starb am 7. Juni 1689 nach nur zwei Regierungsjahren an einem Schlaganfall im Alter von 43 Jahren.<\/p>\n<p>(zu seinem Werdegang siehe auch Kardinal A. Steinhuber, Geschichte des Collegium Germanicum Hungaricum in Rom, Freiburg 1895 S. 54)<\/p>\n<p>In Ellwangen hatte auch der Neffe von Heinrich Christoph Heinrich Wilhelm von Wolframsdorf&nbsp; ein Kanonikat inne und zwar bis zu seinem Tor 1721. Und auch er war ein&nbsp; Sch\u00fcler des Germanicums in Rom.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger&nbsp; wurde Ludwig Anton von Pfalz-Neuburg (1689-1694). Er war das sechste Kind von Kurf\u00fcrst&nbsp; Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg (1653-1690) und der hessischen Landgr\u00e4fin Elisabeth Amalia Magdalena ( 1635 &#8211;&nbsp; 1709 )<\/p>\n<p>Seine Schwester Eleonore Magdalene Therese (1655\u20131720) heiratete 1676 Kaiser Leopold I. (1658-1705).<\/p>\n<p>Kaiser Leopold I.&nbsp; gilt als der Begr\u00fcnder der \u00f6sterreichischen Donaumonarchie. Seine Regierungszeit stand im Zeichen einer erneuerten Reichspolitik. Auch die Reichskirche f\u00fchrte er zu neuer Bl\u00fcte.<\/p>\n<p>Dort war das Reichsoberhaupt durch seine Kommissare bei Bischofs- und Abtswahlen st\u00e4ndig pr\u00e4sent. Da das Kaiserhaus nicht genug eigene passende Kandidaten hatte,<\/p>\n<p>\u00fcbten hier verwandte und befreundete Dynastien wie die Pfalz-Neuburger, die Lothringer oder die Sch\u00f6nborn eine Art Stellvertreterfunktion f\u00fcr das Kaiserhaus aus.<\/p>\n<p>Das zeigte sich auch an der F\u00fcrstpropstei Ellwangen. Bis 1689 war Eiiwangen eine Dom\u00e4ne des niederen Adels, insbesondere gest\u00fctzt auf die Reichsritterschaft am Kocher. Aus dem Kapitel selbst gingen 13der 20 F\u00fcrstpr\u00f6pste hervor. Dies \u00e4nderte sich <\/p>\n<p>mit dem Einbezug Ellwangens in die gro\u00dfe Reichskirchenpolitik des Kaisers und der katholischen Dynastien. Die nun in Ellwangen zum Zuge kommenden Familien wie Pfalz-Neuburg, Sch\u00f6nborn<\/p>\n<p>und Sachsen betrachteten das F\u00fcrststift als eine eintr\u00e4gliche Nebenpfr\u00fcnde. Auch das Kapitel selbst begann sich nun st\u00e4rker auf den Hochadel hin umzustrukturieren. W\u00e4hrend F\u00fcrstpr\u00f6pste aus dem niederen Adel <\/p>\n<p>meist auf andere Kollegiatspfr\u00fcnden verzichten mussten, konnten hochadelige Inhaber aufgrund von Dispensen verschiedene \u00c4mter und Pfr\u00fcnden mit Ellwangen kombiniere . Die geforderte Residenzpflicht wurde in diesen F\u00e4llen <\/p>\n<p>kaum wahrgenommen. Die ausw\u00e4rts residierenden Pr\u00f6pste bestellten meist den Dekan zu ihrem Statthalter und betrauten ihn mit den Regierungsgesch\u00e4ften.<\/p>\n<p>Die Kurf\u00fcrsten von Pfalz-Neuburg (seit 1685) setzten nun verst\u00e4rkt auf Wien. Besiegelt wurde die Zusammenarbeit auch durch die Ehe Kaiser Leopolds mit Eleonore von Pfalz-Neuburg. Sie setzte sich nun&nbsp; in Wien f\u00fcr die Ziele und Interessen <\/p>\n<p>der pf\u00e4lzischen Dynastie ein. Ihre Br\u00fcder Ludwig Anton und Franz Ludwig machten beide wie im weiteren gezeigt wird, in der Reichskirche beachtliche Karrieren.<\/p>\n<p>Der Vater Kurf\u00fcrst Philipp Wilhelm war streng katholisch gesinnt. Da Ludwig Anton er f\u00fcr die kurf\u00fcrstliche Nachfolge zun\u00e4chst nicht in Frage kam,&nbsp; wurde er&nbsp; f\u00fcr den geistlichen Stand vorgesehen. <\/p>\n<p>Von Kindheit an versah man ihn mit vielen Domkanonikaten, um seinen Aufstieg in der Reichskirche vorzubereiten<\/p>\n<p>Schon&nbsp; 1662, da war Ludwig Anton gerade mal zwei Jahre alt, bat sein Vater Papst Alexander VII.um eine Altersdispens f\u00fcr die Tonsur und Zulassung zu den Benefizien f\u00fcr seine drei-, zwei- und einj\u00e4hrigen S\u00f6hne<br \/>Wolfgang Georg, Ludwig Anton und Karl Philipp.<\/p>\n<p>1664 bewarb sich sein Vater f\u00fcr Ludwig Anton um das Amt des Deutschmeisters.<\/p>\n<p>1664&nbsp; wurde Ludwig Anton&nbsp; Domherr in K\u00f6ln<\/p>\n<p>1665 stellte sein Vater f\u00fcr Ludwig den Antrag&nbsp; auf Aufnahme in den Deutschen Orden. Der Orden erteilte eine Absage unter Verweis auf die Ordensstatuten und<br \/>mit dem Versprechen Ludwig Anton dann aufzunehmen, sobald er das vorgeschriebene Alter von 18 Jahren erreicht habe<\/p>\n<p>Ab 1688 erhielt Ludwig Anton eine sorgf\u00e4ltige und umfassende Ausbildung. Er besuchte auch die Jesuitenuniversit\u00e4t in Dillingen.<\/p>\n<p>1668 er hielt er auch v on Papst Clemens IX. (1667-1669) eine Altersdispens f\u00fcr alle Kanonikate. Er erhielt ein Kanonikat in Mainz und 1669in Stra\u00dfburg.<\/p>\n<p>Mit Urkunde des franz\u00f6sischen K\u00f6nigs Ludwig XIV.(1643-1715), seines Taufpaten, wurde Ludwig Anton Abt der Benediktinerabtei Fecamp in der Normandie<br \/>und erhielt dort die reichen Ertr\u00e4ge. Papst Clemens X. (1670-1676)best\u00e4tigte diesen Vorgang, datiert vom 4. September 1673<\/p>\n<p>1674 erhielt er ein Kanonikat in Speyer<\/p>\n<p>1675 \u00fcbertrug ihm Papst Clemens X. die Propstei in Odenheim, ein freiadliges Ritterstift. Nach Einspruch des Kapitels einigte man sich im Dezember 1676 und w\u00e4hlte Ludwig Anton zum Koadjutor des Propstes.<\/p>\n<p>Im Fr\u00fchsommer&nbsp; betrieb Ludwig Antons Vater&nbsp; f\u00fcr den nun 18-j\u00e4hrigen Prinzen die Aufnahme in den Deutschen Orden und die Koadjutorie des Deutschmeisteramtes. Gro\u00dfe Unterst\u00fctzung hatte er aus Wien, wo ja sein Schwiegersohn <\/p>\n<p>Kaiser war. Das daf\u00fcr notwendige Geld, u. a. f\u00fcr den Hofstaat, in H\u00f6he von 20.000 Reichstalern, das sind heute etwa&nbsp; 135,600 \u20ac, musste&nbsp; sein Bruder Johann Wilhelm aufbringen.&nbsp; Diesem gelang es, das Geld ratenweise zu \u00fcberweisen.<\/p>\n<p>Am 10. Dezember 1679 trat er in Mergentheim in den Deutschen Orden ein. Die Eink\u00fcnfte aus seinen geistlichen Pfr\u00fcnden durfte&nbsp; er mit p\u00e4pstlicher Erlaubnis weiterhin behalten.<\/p>\n<p>Am 16. Dezember wurde er zum Koadjutor gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Vom Kaiser&nbsp; bekam er ein Kommando im Heer in Ungarn. Dem Kaiser hatte er Angeboten, ein Regiment auf seine Kosten aufzustellen.<\/p>\n<p>1681 stellte er das Regiment \u201cNeuburg\u201d auf und wurde mittels kaiserlichen Patents zum Obristen und Befehlshaber \u00fcber dieses Regiment ernannt.<br \/>1685 wurde er als Deutschmeister inthronisiert, nachdem sein Vorg\u00e4nger, f\u00fcr den er ja Koadjutor war, verstorben ist.<\/p>\n<p>Ludwig Anton wurde&nbsp; (im Alter von 25 Jahren) zum Kaiserlichen Feldmarschallgeneralleutnant (entspricht Generalleutnant) ernannt.<\/p>\n<p>Im Juni 1686 wurde Ofen belagert. Ludwig Anton kommandierte einen Teil der Belagerungsarmee.<\/p>\n<p>1687 musste er das Heer bei Szegedin wegen mehrerer schwerer Fieberanf\u00e4lle verlassen. Das war sein letzter Einsatz in Ungarn. Sein Gesundheitszustand war nach wie vor sehr schlecht.<\/p>\n<p>Am 18. Juli 1688&nbsp; erhielt er die Subdiakonatsweihe durch den p\u00e4pstlichen Nuntius Tanara(1687-1690) in K\u00f6ln.Die Subdiakonatsweihe ist Voraussetzung f\u00fcr das aktive und passive Wahlrecht bei einer Bischofswahl; sie ist auch Voraussetzung f\u00fcr den Aufstieg in der Reichskirche.<\/p>\n<p>Am 24. September 1688 erkl\u00e4rte der franz\u00f6sische K\u00f6nig Ludwig XIV. dem&nbsp; Reich den Krieg. Er fiel in die Pfalz und das linksrheinische Gebiet ein. Sehr schnell fiel dort die Festung Phlippsburg, dann&nbsp;&nbsp; Frankenthal.<\/p>\n<p>Am 8. September floh Philipp Wilhelm, bereits 73 Jahre alt und kr\u00e4nklich, \u00fcberst\u00fcrzt mit seiner Familie von Heidelberg&nbsp; nach Neuburg.<br \/>Ludwig Anton musste widerstrebend stellvertretend die Regierung in der Pfalz \u00fcbernehmen<\/p>\n<p>Ludwig Anton \u00fcbergab Heidelberg gegen freien Abzug und begab sich nach Mannheim.<br \/>10. November fiel auch Mannheim <\/p>\n<p>Ludwig Anton ging sich&nbsp; Ellingen und erlitt erneut einen schweren Fieberanfall. Er bat seinen Vater, ihn von der Administration in der<br \/>Pfalz zu entbinden, da es dort ohnehin nicht mehr viel zu verwalten g\u00e4be.<\/p>\n<p>Im Mai 1690 wurde er zum Generalfeldzeugmeister ernannt.<\/p>\n<p>Der Widerstand gegen die Franzosen formierte sich mit einer Armee von 62.000 Mann.<br \/>Das Regiment von Ludwig Anton traf unter seinem Kommando in Ehrenbreitstein bei Koblenz ein.. Sein pers\u00f6nlicher Einsatz in diesem Jahr als Heerf\u00fchrer ebnete ihm den Weg auf Mainz, Worms, L\u00fcttich<br \/>und Ellwangen.<br \/>Mit Urkunde vom 14. Mai1691&nbsp; erteilte&nbsp; ihm Papst Innozenz XII. (1691-1700) die Erlaubnis, f\u00fcr zwei Jahre am Kriegsgeschehen teilzunehmen, trotz seines Kanonikats in K\u00f6ln und L\u00fcttich.<\/p>\n<p>Bei der Belagerung von Mainz wurde er am 4. August 1689 wurde er von einer Falkonettkugel getroffen. Au\u00dfer Bluterg\u00fcssen und Prellungen erlitt er aber keine ernsthaften Verletzungen.<\/p>\n<p>Am 22. August 1689 wurde er in Abwesenheit zum F\u00fcrstprobst von Ellwangen gew\u00e4hlt.<br \/>Neben zus\u00e4tzlichen Einnahmen erhielt er eine weitere Stimme im Reichsf\u00fcrstenrat und eine rangm\u00e4\u00dfige Aufwertung.<\/p>\n<p>In der Wallfahrtskirche auf dem Sch\u00f6nenberg stiftete er die beiden vorderen Alt\u00e4re seinen beiden Namenspatronen<\/p>\n<p>Am 19. April 1691 wurde zum Koadjutor des Mainzer Erzbischofs gew\u00e4hlt. Argumente f\u00fcr ihn waren, dass es in dieser Zeit nicht nur auf geistliche,<br \/>sondern auch auf milit\u00e4rische F\u00fchrung ankomme sowie gro\u00dfer, politischer Einfluss notwendig sei.<br \/>Ihm wurde&nbsp; bald die Reorganisation des Milit\u00e4rwesens im Erzstift \u00fcbertragen. Er wurde&nbsp; von der st\u00e4ndigen Anwesenheitspflicht ausdr\u00fccklich befreit, um auch seinen anderen Verpflichtungen nachkommen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Am 12. Oktober 1691 wurde er einstimmig zum Bischof von Worms gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Am 26. April 694 erkrankte er an Fleckfieber. Er starb am&nbsp; 4. Mai 169 im Alter von 34 Jahren. Er ist vermutlich in der Jesuitenkirche St. Andreas in D\u00fcsseldorf bestattet.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde sein Bruder Franz Ludwig von Pfalz-Neuburg (1694 \u20131732 ) Er ist am 24. Juli 1664 in Neuburg an der Donau geboren und war vier Jahre j\u00fcnger als sein Bruder Ludwig Anton.<\/p>\n<p>Franz Ludwig hatte eine \u00e4hnliche Ausbildung wie sein Bruder Ludwig Anton. Ihr Vater Philipp Wilhelm schon in fr\u00fchester Kindheit seiner S\u00f6hne deren Karriereweg geebnet.<\/p>\n<p>Die Familie Pfalz-Neuburg stellte einen H\u00f6hepunkt des Zugriffs des Hochadels auf hohe kirchliche \u00c4mter dar. Nicht nur der Werdegang von Ludwig Anton illustriert das bestens. Franz Ludwig wird jetzt dargestellt.<\/p>\n<p>Daneben hatte die Familie mit Wolfgang Georg Friedrich (1659\u2013 1683) einen Weihbischof in K\u00f6ln und mit Alexander Sigmund (1663\u20131737 einen F\u00fcrstbischof von Augsburg von 1680-1737.<\/p>\n<p>Auch die T\u00f6chter waren bestens verheiratet.<\/p>\n<p>Eleonore Magdalene Therese (1655\u20131720) war die 3. Gemahlin von Kaiser Leopold.<\/p>\n<p>Marie Sophie Elisabeth (1666\u20131699) war mit K\u00f6nig Peter II.<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Peter_II._(Portugal)\">.<\/a> von Portugal (1683-1704) verheiratet.<\/p>\n<p>Maria Anna Adelheid (1667\u20131740) war die Gemahlin von&nbsp; K\u00f6nig Karl von Spanien (1665-1700). <\/p>\n<p>Dorothea Sophie (1670\u20131748) heiratete Herzog Odoardo II. Farnese von Parma und Piacenza(1666\u20131693) und nach dessen Tod den Bruder Herzog Francesco Farnese von Parma und Piacenza (1678\u20131727).<\/p>\n<p>Hedwig Elisabeth Amalia ( 1673\u20131722) war die Gemahlin von Jakob Ludwig Sobieski von Polen (1668\u20131737), der Thronpr\u00e4tendent auf den Thron Polen-Litauen war.<\/p>\n<p>Franz Ludwig erhielt eine humanistische Ausbildung von den Barmherzigen Br\u00fcdern und den Jesuiten in D\u00fcsseldorf und Neuburg.<\/p>\n<p>1673 erteilte ihm Papst Clemens X. die Altersdispens, so dass dieser die Propstw\u00fcrde und andere W\u00fcrden in Domkirchen \u00fcbernehmen konnte.<\/p>\n<p>Ab dem 10. Lebensjahr 1674 erh\u00e4lt er&nbsp; wie seine f\u00fcr den geistlichen Stand vorgesehenen Br\u00fcder) eine theologische Ausbildung durch Hauslehrer.<\/p>\n<p>1677 empfing der niederen Weihen in der Neuburger Schlosskapelle durch den Augsburger Weihbischof Kaspar Zeiler (1645-1665).<br \/>(Die niederen Weihen (= Minores) sind Voraussetzung f\u00fcr \u00dcbernahme geistlicher Pfr\u00fcnde)<\/p>\n<p>Im Alter von 14 erhielt er ein Kanonikat in Olm\u00fctz. Ein Jahr sp\u00e4ter erfolgten Kanonikate in M\u00fcnster, Speyer und Stra\u00dfburg.<\/p>\n<p>Am 30.6.1683 zum Bischof von Breslau postuliert . Dies geschah mit starker Unterst\u00fctzung des Wiener Hofes. Die Beziehungen wirkten. Franz Ludwig war ja Schwager des Kaisers.<\/p>\n<p>Am 15.1.1685 wurde er zum kaiserlichen Oberlandeshauptmann von Schlesien ernannt und vereinigte so f\u00fcr Jahrzehnte die oberste geistliche und weltliche Gewalt in Schlesien. <\/p>\n<p>Als Bischof von Breslau ordnete er die kirchliche Administration in Schlesien neu. Er sorgte f\u00fcr die Wiederansiedlung von Orden, verbunden auch mit dem Neubau von Kirchen und Kl\u00f6stern.<\/p>\n<p>Dazu kam die Einrichtung von Schulstiftungen. Das alles unterst\u00fctzte die habsburgische Gegenreformation.<\/p>\n<p>Er wirkte auch an der Gr\u00fcndung der Breslauer Jesuitenuniversit\u00e4t mit, nach ihrem Gr\u00fcnder Leopoldina genannt. Allerdings entsprach sie nicht den Vorstellungen Franz Ludwigs, denn ihm wurde<\/p>\n<p>an der Leopoldina kein Amt oder irgendein Mitwirkungsrecht einger\u00e4umt.<\/p>\n<p>Nach dem Tod von Ludwig Anton musste in Ellwangen ein neuer Propst gew\u00e4hlt werden. Die \u00e4u\u00dferen Bedingungen waren nicht g\u00fcnstig.&nbsp; Noch war der Krieg im Westen nicht beendet und ein Frieden mit Frank-<br \/>reich nicht geschlossen.&nbsp; Kaiser Leopold setzte sich f\u00fcr Franz Ludwig ein.<\/p>\n<p>Die Wahl war \u201enicht mit einhelligen votis\u201c, sondern nur \u201eper maiora\u201c erfolgt. Doch scheint die R\u00fccksicht auf die \u201egef\u00e4hrlichen Kriegsconjuncturen\u201c, auf die das Kapitel in<br \/>seiner Mitteilung vom Tode Ludwig Antons selbst hinwies, alle anderen Gedanken zur\u00fcckgedr\u00e4ngt haben.<\/p>\n<p>Am 8. Juni 1694 wurde Franz Ludwig&nbsp; mehrheitlich nach Vorlage einer p\u00e4pstlichen W\u00e4hlbarkeitsbulle als Nachfolger seines verstorbenen \u00e4lteren Bruders Ludwig Anton&nbsp; zum F\u00fcrstpropst von Ellwangen gew\u00e4hlt.<br \/>Am 2. Dezember 1694 wurde er nach Vollendung&nbsp;&nbsp; des 30. Lebensjahr von Papst Innozenz XII. in diesem Amt best\u00e4tigt.<\/p>\n<p>Kaiser Leopold versicherte am 29. September 1694 in einem Schreiben dem Ellwanger Kapitel, dass seine Wahlhilfe f\u00fcr den neuen Propst mit R\u00fccksicht auf dessen Qualit\u00e4ten und zum Besten<\/p>\n<p>f\u00fcr das Stift erfolgt sei.<\/p>\n<p>F\u00fcr Franz Ludwig bedeutete die Wahl eine Stimme im Reichsf\u00fcrstenrat und damit eine St\u00e4rkung seiner Stellung. Seine Einnahmen wurden&nbsp; um 80.000 Reichstaler, das sind etwa 542.400 \u20ac erh\u00f6ht.<\/p>\n<p>Das sind gegen\u00fcber dem Bistum Breslau relativ kleine Summen, denn dort werden 100.000 Gulden (das sind etwa 17.334.190,00 \u20ac) bis 150.000 Gulden genannt.<\/p>\n<p>Ein Motiv f\u00fcr die \u00dcbernahme dieser wenig eintr\u00e4glichen F\u00fcrstpropstei lag wohl darin,dass auch kleine Territorien wie Ellwangen St\u00fctzpunkte pfalz-neuburgischer und damit kaiserlicher Macht sein k\u00f6nnen. Auch Ellwangen geh\u00f6rte zum Sperrriegel gegen Frankreich<\/p>\n<p>entlang des Rheins zu den vorder\u00f6sterreichischen Landen.<\/p>\n<p>12. Juli 1694 wird in einstimmiger Wahl Franz Ludwig zum F\u00fcrstbischof von Worms gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Der Papst hatte Propst Franz Ludwig von der Residenzpflicht in Ellwangen befreit. Er regierte das Stift von der Ferne, aber mit Erfolg.<\/p>\n<p>1699-1702 wurde das alte Spital (s.o.) unter Franz Ludwig umgebaut und erweitert.&nbsp; Sein barockes Aussehen erhielt es 1749 &#8211; 1752 nach Pl\u00e4nen des Stadtbaumeisters Prahl, der bei den Ma\u00dfnahmen auch Balthasar Neumann zu Rate zog<\/p>\n<p>1700 baute Franz Ludwig ein Priesterhaus bei der Kirche auf dem Sch\u00f6nenberg. Dabei fasste er auch den Plan zur Gr\u00fcndung eines Priesterseminars ins Auge gefasst. Diese Anregung gab&nbsp; der Generalvikar in Augsburg am 8. April 1728 an den Statthalter zu Ellwangen weiter. Franz Ludwig legte darauf dem Kapitel, der Regierung und der Finanzkammer die Errichtung eines Priesterseminars gem\u00e4\u00df den Anordnungen<br \/>des Konzils von Trient vor. Da die Finanzierung nicht gesichert war, fasste das Kapitel keine Beschl\u00fcsse. Erst F\u00fcrstpropst Franz Georg Graf von Sch\u00f6nborn baute das Priesterseminar im Jahre 1756  <\/p>\n<p>Trotz der Krisensituation des Spanischen Erbfolgekrieges (1701-1714) bescherte der neue Propst dem Stift eine ruhige Phase.<\/p>\n<p>Er tilgte die auf dem Stift lastende Schuld von 45.000 Gulden, das sind etwa 7.800.385,00 \u20ac, v\u00f6llig.<\/p>\n<p>Er kaufte viele von der Propstei ver\u00e4u\u00dferte G\u00fcter wieder zur\u00fcck<\/p>\n<p>Am 23. Mai1707 \u00fcberschritt der franz\u00f6sische Marschall Villars (1653-1734) 23. Mai die deutschen Linien bei B\u00fchl und Stollhofen&nbsp; (Gemeinde Rheinm\u00fcnster), drang bis Gm\u00fcnd und Aalen bis kurz vor Ellwangen vor.<\/p>\n<p>Erst dann konnten die \u00d6sterreicher die Franzosen wieder zur\u00fcckdr\u00e4ngen. Die Gegend von Ellwangen hatte damals viel zu leiden. Aber Propst Franz Ludwig half tatkr\u00e4ftig zumal er wie oben ausgef\u00fchrt ja \u00fcber ein<\/p>\n<p>entsprechendes Einkommen verf\u00fcgte. Laut Seckell stammt das Wort \u201cunterm Krummstab ist gut leben\u201d aus Ellwangen und bezieht sich auf diese Zeit.(S.148)<\/p>\n<p>.1700 fasste der Propst den Plan einer Errichtung eines Priesterseminars ins Auge. Die kreisst\u00e4ndischen Deputierten an Donau, Lech und Iller hatten die Errichtung eines \u201eKlerikalseminars\u201c in der Augsburger Di\u00f6zese<\/p>\n<p>1709 schlug der Blitz in die Sch\u00f6nenbergkirche&nbsp; und brannte in der Folge v\u00f6llig aus. Propst Franz Ludwig begann noch im selben Jahr mit der Erneuerung der Kirche.<\/p>\n<p>Er kann den Mainzer Oberbaudirektor Johann Maximilian von Welsch (1671\u20131745) gewinnen, der in Diensten des Erzbischofs Lothar Franz von Sch\u00f6nborn stand.<\/p>\n<p>Welsch bringt 1710 seine Meister der Favorite, das Lustschloss, das Lothar Franz von Sch\u00f6nborn zu dieser Zeit in Mainz erbauen lie\u00df, den Tessiner Stuckateur Carlo Maria Pozzi (1676 bis nach 1736) und den Tiroler Freskanten Melchior Steidl (1657-1727)<\/p>\n<p>nach Ellwangen. Pozzi erstellte die Risse f\u00fcr eine v\u00f6llig neue Stuckdecke. Angefertigt wurde sie aber nicht von Pozzi sondern von&nbsp; dem Ellwanger Bildhauer, Altarbauer und Stuckateur Melchior Paulus (1669\u20131745). Paulis hatte schon als Geselle f\u00fcr die alte<\/p>\n<p>Ausstattung gearbeitet. Das Hochaltarbild ist ein Wechselblatt, vorne die \u00abHimmelfahrt Mari\u00e4\u00bb des Breslauer Hofmalers Johannes Classen, hinten, nur in der Weihnachtszeit sichtbar, die \u00abGeburt Christi\u00bb des kurpf\u00e4lzischen Hofmalers&nbsp; Antonio Bellucci (1654-1726)<\/p>\n<p>1715 war die Wiederherstellung abgeschlossen. Sie hatte etwa 17.000 Gulden, das sind&nbsp; etwa 2.926.482,00 \u20ac ,gekostet.<\/p>\n<p>Geweiht wurde sie 1729 vom Augsburger Weihbischof Johann Jakob von Mayr (1718 \u20131749) geweiht.<\/p>\n<p>Heute findet dort j\u00e4hrlich eine Vertriebenenwallfahrt statt, bei der immer wieder prominente Redner wie Bundeskanzler Adenauer oder Helmut Kohl aufgetreten sind.<\/p>\n<p>Die Sch\u00f6nenbergkirche wird heute&nbsp; vom Redemptoristenorden betreut. <\/p>\n<p>1717 wurde das Pfarr- und Dekanatshaus gegen\u00fcber der Marienkirche erbaut. Dort war auch die Kapitelsbibliothek untergebracht. Das Geb\u00e4ude diente auch als Stadtpfarrhaus. Heute<br \/>ist es das \u201eHaus der Justizreferendare\u201c<\/p>\n<p>1720 lie\u00df Franz Ludwig die ehemalige&nbsp; Kustorie, das war Amtssitz des Stiftskustors (Marktplatz 3) errichten.<\/p>\n<p>1720 entstand in den Wirtschaftsgeb\u00e4uden des Schlosses durch nass eingebrachtes Futter ein Brand. Auch die Wohngeb\u00e4ude sowie der gesamte Dachstuhl waren besch\u00e4digt worden.<\/p>\n<p>Er beauftragte den Baumeister der Deutschordensballei Franken in Ellingen Franz Keller (1682-1724) mit der Wiederherstellung und den notwendigen Umbauten. Die Arbeiten dauerten von 1720-1727.<\/p>\n<p>Wieder hergestellt bzw. neu gebaut wurden Treppenhaus, Thronsaal und Speisesaal. Die Kosten beliefen sich auf 10.000 Gulden das&nbsp; sind etwa 1.717.167,00 \u20ac.<\/p>\n<p>1611 kamen die Jesuiten nach Ellwangen und F\u00fcrst Johann-Christoph II. von Freyberg- Eisenberg . Bei seinem Tod hatte er ja 6000 Gulden zur Umwandlung der Jesuitenniederlassung in ein Jesuitenkolleg hinterlassen (siehe dort)<\/p>\n<p>Aber erst unter Franz Ludwig wurde das konkretisiert. Am 31. Juli 1720&nbsp; wurde der Grundstein zum Jesuiten-Kolleg gelegt. Die Bauleitung hatte der Jesuiten-Ordensbruder Jakobus Amrhein (1673-1724)<\/p>\n<p>Er vollendete den Bau in zwei Jahren. Gestiftet wurde es vom Ellwanger Stiftsdekans Ignatius Desiderius von Peutingen. Er war 1697 zum Stiftsdekan ernannt worden. Bei seinem Tod setzte er die Ellwanger Jesuiten als Alleinerben ein.<\/p>\n<p>Heute ist im Geb\u00e4ude des Jesuitenkollegs die Staatsanwaltschaft Ellwangen untergebracht. 1722 wurde mit dem Bau des Jesuitengymnasiums begonnen Wieder unter Bauleitung von Jakob Amrhein wurde es 1723 fertiggestellt. Die Kosten beliefen sich auf <\/p>\n<p>14.000 Gulden, das sind etwa 2.404.034,00 \u20ac. Heute befinder sich dort das Schwur- und Landgericht Ellwangen. Durch Grundst\u00fcckskauf konnte das Gymnasium direkt mit dem Kolleg verbunden werden.<\/p>\n<p>Im Jahr 1720 lebten und wirkten in Ellwangen zehn Patres und vier Coadjutoren. Ihnen war die Liebfrauenkirche zugewiesen worden. der Platz reichte f\u00fcr die Aufgaben der Ordensniederlassung schon lange nicht mehr.<\/p>\n<p>Also musste eine neue Kirche gebaut werden. <\/p>\n<p>Als Standort kam wegen des Geb\u00e4udes nur noch die L\u00fccke zwischen Kollegium und Stiftskirche in Frage, auch deshalb, weil sogar f\u00fcr eine gr\u00f6\u00dfere Kirche gen\u00fcgend Platz nach Norden.<\/p>\n<p>Der Grundstein zur Kirche wurde gelegt am 31. Juli 1724, am Fest des hl. Ignatius. Architekt. Bauleiter war wieder Jakob Amrhein. Dieser verstarb aber w\u00e4hrend der Bauarbeiten im Alter von 51 Jahren.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde der der Solothurner Jesuit Joseph Guldimann (1656-1736). Er brachte Amrheins Werk 1726 zum Abschluss. Sie wurde am 18. Mai 1729 geweiht und ist heute evangelische Stadtkirche.<\/p>\n<p>Nicht nur das barocke Gesicht Ellwangens hat Franz Ludwig nachhaltig gepr\u00e4gt. Er hinterlie\u00df auch deutliche Spuren in Justiz und Verwaltung. Wenn sie auch nicht durchgreifend und dauerhaft waren, so war es doch der<\/p>\n<p>Versuch in Ellwangen Justiz und&nbsp; Landesverwaltung nach den Grunds\u00e4tzen der Aufkl\u00e4rung zweckm\u00e4\u00dfig zu organisieren.<br \/>Schon im zweiten Monat seiner Regierung&nbsp; erneuerte er die Hofratsordnung seines Vorg\u00e4ngersund Bruders Ludwig Anton. <\/p>\n<p>Er baute sie&nbsp;&nbsp; in einzelnen Punkten weiter aus. Neu war, dass einzelnen R\u00e4ten bestimmte Sachgebiete zur Bearbeitung angewiesen wurden. Da die R\u00e4te ihre T\u00e4tigkeit bald wieder nach eigenem Gutd\u00fcnken einrichteten<br \/>und sich nicht mehr an die erlassenen Vorschriften hielten, sah sich Franz Ludwig im Jahr 1721 gezwungen, eine neue Ordnung f\u00fcr den Hofrat zu erlassen. Diese beruhte im Wesentlichen aufder Vorschrift aus dem Jahr 1694.&nbsp; <\/p>\n<p>\u00c4nderungen waren nur getroffen worden, soweit sie durch die Erfahrungen der letzten Jahrzehnte notwendig geworden waren. Auffallend sind die eindringlichen Ermahnungen, durch die an das Verantwortungsbewusstsein und die Disziplin der<br \/>R\u00e4te appelliert wurde. Folglich m\u00fcssen sich die R\u00e4te in diesen Punkten bisher sehr nachl\u00e4ssig verhalten haben.<\/p>\n<p>Ein zweiter Punkt war die Organisation der Justiz und der Landesverwaltung. Allerdings zeigte das Ellwanger Kapitel ein gewisses Beharrungsverm\u00f6gen. Bei f\u00fcrstlichen Reformvorschl\u00e4gen<\/p>\n<p>berief sich das Kapitel mit sch\u00f6ner Regelm\u00e4\u00dfigkeit seine \u201everbrieften guten alten Rechte\u201dins Feld\u201c .<\/p>\n<p>Aus finanziellen Gr\u00fcnden weigerten sich die Pr\u00f6pste ebenso, neue R\u00e4te aufzustellen wie der Regierung einen Teil ihrer Aufgaben durch Bildung einer weiteren Beh\u00f6rde abzunehmen. <\/p>\n<p>Es war typisch f\u00fcr die Gesetzgebung der beiden Pr\u00f6pste Ludwig Anton und Franz Ludwig: man appellierte an die Disziplin der Beamten und regulierte die Gesch\u00e4ftsordnung, aber den<\/p>\n<p>Gesch\u00e4ftsbereich des Hofrates lie\u00df man unangetastet.<\/p>\n<p>In Trier f\u00fchrte Franz Ludwig erfolgreich eine Verwaltungsreform durch. Sein Nachfolger als F\u00fcrstpropst von Ellwangen, Franz Georg von Sch\u00f6nborn (1732-756), nahm die von Franz Ludwig in Trier erfolgreich <\/p>\n<p>durchgef\u00fchrte Verwaltungsreform zum Vorbild f\u00fcr die Ellwanger Zentralbeh\u00f6rde.<\/p>\n<p>Nach Trier Vorbild erfolgte 1720 die Einrichtung einer Jagdkommission in Ellwangen, die den Hofrat als \u201ezentrales Regierungsorgan\u201c von der Ahndung des Forstfrevels und der Wilddieberei entlasten sollte.<\/p>\n<p>1725 wollte er&nbsp; ein Rechtsgutachten bei Verh\u00e4ngung einer Todesstrafe zur schnelleren&nbsp; kosteng\u00fcnstigeren Prozessabwicklung. <\/p>\n<p>Es sollte nicht von einer Universit\u00e4t, sondern von einem juristisch gebildeten Hofrat erstellt werden. Der Hofrat war dagegen. <\/p>\n<p>Man sah hinter dem Argument der Zeit- und Kosteneinsparung eine Gef\u00e4hrdung der Unabh\u00e4ngigkeit des Stadtgerichts. <\/p>\n<p>Trotzdem Franz Ludwigs Bruder Alexander Sigismund Bischof in Augsburg war, gab es Streit mit dem Bischof von Augsburg.<\/p>\n<p>1718 richtete Franz Ludwig in Ellwangen \u201eeinen Geistlichen Rat mit Consistorium in matrimonialibus\u201c ein.<\/p>\n<p>Damit wurden die Rechte Augsburgs nachhaltig beschnitten, denn Ehe und Taufe sollten nicht mehr von der Zustimmung aus Augsburg abh\u00e4ngig sein. Augsburg erlie\u00df dagegen einen energischen Protest.<\/p>\n<p>Franz Ludwig erwog sogar das endg\u00fcltige Ausscheiden der F\u00fcrstpropstei aus der Augsburger Di\u00f6zese, wie&nbsp; sein langer Briefwechsel, den er in seinen letzten Regierungsjahren mit dem<br \/>Stift Kempten f\u00fchren lie\u00df, beweist. Nur sein Tod verhinderte wohl die Durchf\u00fchrung dieser Pl\u00e4ne.<\/p>\n<p>Vom Januar bis April 1724 lie\u00df Franz Ludwig eine allgemeine Landesvisitation durchf\u00fchren, da er erfahren habe, seine Untertanen seien durch die Amtleute \u201ezimblich gravirt und hart gehalten<br \/>worden\u201c. Er beauftragte den Worm\u2019schen Hofrat und Domkapitelsekret\u00e4r Peter Friedrich B\u00fcrgh mit der Visitation. Sie ergab aber keine schwerwiegenden Klagen.<\/p>\n<p>Noch ein kurzer Blick auf die weiteren \u00c4mter von Franz Ludwig.<\/p>\n<p>Zeitgleich mit der \u00dcbernahme der F\u00fcrstpropstei Ellwangen wurde er in Nachfolge seines Bruders Ludwig Anton Bischof von Worms und Hochmeister des Deutschen Ordens. Als solcher stiftete er<\/p>\n<p>wie sein Bruder das kaiserliche Infanterie-Regiment \u201ePfalz-Neuburg-Teutschmeister\u201c. 1696 nahm am 2. September am Generalangriff auf Ofen teil.<\/p>\n<p>1710 wurde er zum Koadjutor mit dem Recht der Nachfolge des Kurf\u00fcrsten Lothar Franz von Sch\u00f6nborn gew\u00e4hlt1716 wurde er auf Druck von Wien einstimmig zum Erzbischof von Trier gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Damit stieg er in das Kurf\u00fcrstenkollegium auf. <\/p>\n<p>Gleichzeitig wird er auch Administrator der Reichsabtei Pr\u00fcm.<\/p>\n<p>1729 verzichtete er auf den Kurhut in Trier, um Kurf\u00fcrst in Mainz werden zu k\u00f6nnen. Zwei Kurf\u00fcrsten in einer Person ging n\u00e4mlich nicht.<\/p>\n<p>Mainz war reicher und politisch weit bedeutender. Von den drei geistlichen F\u00fcrstent\u00fcmern stand es an erster Stelle.<\/p>\n<p>Am 7. April 1730 wurde er Kurf\u00fcrst und Erzbischof von Mainz&nbsp; und damit Metropolit der deutschen Bisch\u00f6fe und zugleich Reichserzkanzler.<\/p>\n<p>Das ist h\u00f6chste W\u00fcrde nachdem Kaiser. Als Erzkanzler kann er auf dem Reichstag Gesetze hintertreiben oder f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>Er starb am 18. April 1732 in Breslau mit 68 Jahren an einem Schlaganfall. In Breslau ist er auch in der von ihm angelegten Kurf\u00fcrstenkapelle bestattet.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Franz Georg von Sch\u00f6nborn-Buchheim. Er ist am 15. Juni 1682 in Mainz als neuntes Kind des kurmainzischen Staatsministers Melchior Friedrich von Sch\u00f6nborn geboren. <\/p>\n<p>Seine Familie pr\u00e4gte die Reichs- und Kir&shy;chen&shy;po&shy;li&shy;tik der Fr\u00fc&shy;hen Neu&shy;zeit. Sein Onkel Lo&shy;thar Franz von Sch\u00f6n&shy;born (1655\u20131729) war Erzbischof in Mainz und machte dort mit seinem Tod den<\/p>\n<p>Stuhl frei f\u00fcr seinen Ellwanger Vorg\u00e4nger Franz Ludwig und auch f\u00fcr ihn in Trier. Denn Franz Ludwig gab den Trierer Bischofssitz zugunsten des Mainzer, da ihm Reich ja nur ein Kurhut in einer Hand sein durfte.<\/p>\n<p>So konnte Franz Georg in Trier Bischof werden. Er hatte drei Br\u00fcder, die ebenfalls Bisch\u00f6fe waren, n\u00e4mlich Jo&shy;hann Phil&shy;ipp Franz von Sch\u00f6n&shy;born (1673-1724), F\u00fcrst&shy;bi&shy;schof von W\u00fcrz&shy;burg ( 1719-1724), Fried&shy;rich Karl von Sch\u00f6n&shy;born (1674-1746), F\u00fcrst&shy;bi&shy;schof von W\u00fcrz&shy;burg und Bam&shy;berg ( 1729-1746), <\/p>\n<p>so&shy;wie Da&shy;mi&shy;an Hu&shy;go Phil&shy;ipp (1676-1743), Kar&shy;di&shy;nal, F\u00fcrst&shy;bi&shy;schof von Spey&shy;er und Kon&shy;stanz ( 1729-1743, 1740-1743).<\/p>\n<p>Franz Georg wuchs in Aschaffenburg auf und besuchte dort das&nbsp; Je&shy;sui&shy;ten&shy;kol&shy;leg. <\/p>\n<p>1700 wurde er Domizellar in Trier und ein Jahr sp\u00e4ter dort Domherr.<\/p>\n<p>1701 berief ihn Papst Cle&shy;mens XI. (1700-1721) zum Propst an St. Mo&shy;ritz in Augs&shy;burg. <\/p>\n<p>Von 1702 an studierte er Theo&shy;lo&shy;gie und Kir&shy;chen&shy;recht in Salz&shy;burg. We&shy;gen des Spa&shy;ni&shy;schen Erb&shy;fol&shy;ge&shy;krie&shy;ges setz&shy;te er sein Stu&shy;di&shy;um zu&shy;n\u00e4chst in Sie&shy;na fort. <\/p>\n<p>Bis 1706 studierte er in Leiden.<\/p>\n<p>Nach einer Kavalierstour verbunden mit einem Papstbesuch und dem Besuch mehrerer F\u00fcrs&shy;ten&shy;h\u00f6&shy;fe er&shy;nann&shy;te ihn sein On&shy;kel Lo&shy;thar Franz von Sch\u00f6n&shy;born zum kur&shy;main&shy;zi&shy;schen Ge&shy;sand&shy;ten beim Va&shy;ti&shy;kan. Hier konn&shy;te er ers&shy;te di&shy;plo&shy;ma&shy;ti&shy;sche und auch Ver&shy;wal&shy;tungs&shy;er&shy;fah&shy;run&shy;gen sam&shy;meln.<\/p>\n<p>Bei der Kaiserkr\u00f6nung von Karl VI. ( 1711-1740) durch den Mainzer Erzbischof Lothar Franz nahm Franz Ge&shy;org in Ver&shy;tre&shy;tung des Reich&shy;serb&shy;k\u00e4m&shy;me&shy;rers an der Ze&shy;re&shy;mo&shy;nie teil und stieg zum kai&shy;ser&shy;li&shy;chen Kam&shy;mer&shy;herrn auf. <\/p>\n<p>Er hatte Karl VI. in Bar&shy;ce&shy;lo&shy;na die Nach&shy;richt von des&shy;sen Wahl zum r\u00f6&shy;mi&shy;schen Kai&shy;ser \u00fcber&shy;brach&shy;t und bekam deshalb vom Kaiser den Rit&shy;ter&shy;or&shy;den des hei&shy;li&shy;gen Ja&shy;ko&shy;bus von Com&shy;pos&shy;te&shy;la \u00fcberreicht.<\/p>\n<p>Seit 1712 be&shy;zie&shy;hungs&shy;wei&shy;se 1717 bekleideter die \u00c4m&shy;ter ei&shy;nes Reichs&shy;hof&shy;ra&shy;tes und ei&shy;nes kai&shy;ser&shy;li&shy;chen Ge&shy;heim&shy;ra&shy;tes. Au&shy;\u00dfer&shy;dem nahm er 1713 als Ge&shy;sand&shy;ter des Fr\u00e4n&shy;ki&shy;schen Reichs&shy;krei&shy;ses am Frie&shy;dens&shy;kon&shy;gress in Ut&shy;recht teil, der am 29. Januar 1712 er\u00f6ffnet wurde und <\/p>\n<p>mit der Unterzeichnung des Friedens von Utrecht am&nbsp; 11. April 1713 den Spanischen Erbfolgekrieg beendete.<\/p>\n<p>Seit 1705 hat&shy;te Franz Ge&shy;org Ka&shy;no&shy;ni&shy;ka&shy;te in Spey&shy;er, K\u00f6ln, M\u00fcns&shy;ter und Trier in&shy;ne. <\/p>\n<p>Als 1729 Franz Ludwig in Mainz Erzbischof wurde und er auf den Trier Bischosstuhl verzichtete, w\u00e4hl&shy;te das Trie&shy;rer Dom&shy;ka&shy;pi&shy;tel Franz Ge&shy;org zum Trie&shy;rer Ober&shy;hir&shy;ten. Sein Bru&shy;der Fried&shy;rich Karl, F\u00fcrdtvbischof von W\u00fcrzburg,<\/p>\n<p>weih&shy;te ihn zum Pries&shy;ter und Bi&shy;schof. <\/p>\n<p>Dank p\u00e4pst&shy;li&shy;cher und kaiserlicher Pro&shy;tek&shy;ti&shy;on wur&shy;de er 1730 auch Propst von St. Pau&shy;lin vor Trier so&shy;wie 1732 F\u00fcrst&shy;bi&shy;schof von Worms und F\u00fcrst&shy;propst (1732-1756) von Ell&shy;wan&shy;gen. <\/p>\n<p>Papst war 1730-1740 Clemens XII. Die kaiserliche Protektion&nbsp; war gewisserma\u00dfen der Dank daf\u00fcr, dass sich Franz Georg auf dem Regensburger Reichstag im Bunde mit Preu\u00dfen und Mainz f\u00fcr die Anerkennung der Pragmatischen Sanktion im Reich eingesetzt hatte <\/p>\n<p>Die&shy;se neuen \u00c4m&shy;ter hat&shy;ten zur Fol&shy;ge, dass Franz Georg zu&shy;gleich Ko&shy;di&shy;rek&shy;tor des Ober&shy;rhei&shy;ni&shy;schen Reichs&shy;krei&shy;ses war und den ers&shy;ten Platz auf der Pr\u00e4&shy;la&shy;ten&shy;bank des Schw\u00e4&shy;bi&shy;schen Reichs&shy;krei&shy;ses in&shy;ne&shy;hat&shy;te. Da Franz Ge&shy;org ge&shy;m\u00e4\u00df der Tra&shy;di&shy;ti&shy;on sei&shy;ner Fa&shy;mi&shy;lie treu zu Rom und zu Habs&shy;burg hielt, wa&shy;ren sei&shy;ne Ter&shy;ri&shy;to&shy;ri&shy;en in der ers&shy;ten H\u00e4lf&shy;te sei&shy;ner Re&shy;gie&shy;rungs&shy;zeit von den mi&shy;li&shy;t\u00e4&shy;ri&shy;schen Aus&shy;ein&shy;an&shy;der&shy;set&shy;zun&shy;gen zwi&shy;schen Frank&shy;reich und \u00d6s&shy;ter&shy;reich be&shy;trof&shy;fen. <\/p>\n<p>Franz Georg hielt sich dann sp\u00e4ter au\u00dfenpolitisch zur\u00fcck und legte den Schwerpunkt seiner T\u00e4tigkeit auf die&nbsp; Ver&shy;wal&shy;tung sei&shy;ner L\u00e4n&shy;der.&nbsp; Die Wirt&shy;schafts&shy;f\u00f6r&shy;de&shy;rung besa\u00df ei&shy;nen ho&shy;hen Stel&shy;len&shy;wert.<\/p>\n<p>In Ellwangen beendete er die Gesamtanlage der Residenz. Auch die Seminargeb\u00e4ude der Jesuiten wurden in seiner Amtszeit fertig (s.o)<\/p>\n<p>1742 beendete er die Seminargeb\u00e4ude auf dem Sch\u00f6nenberg. Sieben bis acht Seminaristen hatten dort Platz. Das Seminar stand unter der Leitung eines Regens.<\/p>\n<p>1738 wurde auf Anordnung von Franz Georg auf dem Sch\u00f6neberg acht Tage lang ein Hundertj\u00e4hriges Jubil\u00e4um gefeiert, um die Entstehung des Wallfahrtsort in Erinnerung zu bringen.<\/p>\n<p>Papst Clemens XII. erteilte dazu auf Bitten von Franz Georg einen besonderen Ablass.<\/p>\n<p>Franz Ge&shy;org von Sch\u00f6n&shy;born starb nach l\u00e4n&shy;ge&shy;rer Krank&shy;heit am 18.1.1756 in Schloss Phil&shy;ipps&shy;burg bei Ko&shy;blenz. In der Eh&shy;ren&shy;breit&shy;stei&shy;ner Hei&shy;lig-Kreuz-Kir&shy;che be&shy;stat&shy;te&shy;te man sein Herz und sei&shy;ne Ein&shy;ge&shy;wei&shy;de, w\u00e4h&shy;rend sein K\u00f6r&shy;per vor dem Auf&shy;er&shy;ste&shy;hungs&shy;al&shy;tar im Trie&shy;rer Dom ruht. <\/p>\n<p>Friedrich der Gro\u00dfe (1740-1786)und Kaiserin Maria Theresia (1740-1780) r\u00fchmten seine F\u00e4higkeiten als Regent. Seine Zeitgenossen feierten ihn als vorbildlichen Reichspatrioten<\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Anton Ignaz Reichsgraf von Fugger-Gl\u00f6tt (1756-1787)<\/p>\n<p>Er ist am 3. September 1711 in Innsbruck geboren&nbsp; und stammte aus dem Augsburger Kaufmannsgeschlecht der&nbsp; Fugger aus der Linie der Fugger von der Lilie, zu der auch Jakob Fugger der Reiche (1459-1525) geh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Von 1727 bis 1730 studierte\u00b4er Philosophie und bis 1734 Jura in Innsbruck.<\/p>\n<p>Seit 1728 war er Domizellar in K\u00f6ln.<\/p>\n<p>1738 wurde er Kanoniker in Ellwangen, 1750 Domherr in K\u00f6ln und 1751 Kanoniker an St. Gereon in K\u00f6ln, wo er 1754 zum Scholaster aufstieg.<\/p>\n<p>Am&nbsp; 30. M\u00e4rz 1756 wurde er in Ellwangen zum F\u00fcrstpropst gew\u00e4hlt. Mit ihm kam wieder ein Kandidat aus den Ellwanger Reihen zum Zuge.Sein Bruder&nbsp; am 18. Januar 1769von Fugger-Gl\u00f6tt (1708-1769), der Weihbischof in Konstanz war, erteilte ihm die&nbsp; Abtsbenediktion. <\/p>\n<p>Als Propst suchte er die Exemtion vom Bistum Augsburg zu st\u00e4rken.<\/p>\n<p>Im Siebenj\u00e4hrigen Krieg (1756-1763) sicherte er das Stiftsterritorium.<\/p>\n<p>Er konsolidierte die Ellwanger Finanzen. 1764 kaufte er das Dorf Hausen, heute ein Ortsteil von Obersontheim von der Reichsritterschaft f\u00fcr 60.000 Dukaten, wohl eine der letzten Erwerbungen der Propstei.<\/p>\n<p>1761 bewarb er sich&nbsp;&nbsp; um das durch das Ableben des Wittelsbachers Klemens August (1723-1761) vakante Kurerzbistum K\u00f6ln. Da er aber vom Hause Habsburg keine Unterst\u00fctzung hatte, kam er nicht zum Zuge.<\/p>\n<p>Als zwei Jahr sp\u00e4ter auch der Bruder des verstorbenen K\u00f6lner Erzbischofs Johann Theodor (1719-1763), Bischof von Regensburg, Freising und L\u00fcttich, starb,bewarb sich Anton Ignaz erstmals um das Bistum Regensburg, das am Ende des<br \/>16. Jahrhunderts schon einmal f\u00fcr kurze Zeit von einem Fugger geleitet worden war, n\u00e4mlich Sigmund Friedrich von Fugger (1598-1600). Er unterlag aber Clemens Wenzeslaus, Sohn des Kurf\u00fcrsten von Sachsen und K\u00f6nigs von Polen.<\/p>\n<p>Dieser wurde 1768 auch Bischof von&nbsp; Trier und von Augsburg. Er musste aber jetzt auf Regensburg verzichten, da Rom nur unter dieser Bedingung<br \/>der Nachfolge von Clemens Wenzeslaus in Augsburg und Trier zugestimmt hatte. Anton Ignaz bewarb sich nun erneut in Regensburg. Er konnte sich die Unterst\u00fctzung der Wittelsbacher sichern. Seinem Vorg\u00e4nger in Regensburg<\/p>\n<p>Clemens Wenzeslaus&nbsp; musste er f\u00fcr dessen Unterst\u00fctzung das&nbsp; Amt eines Koadjutors bei der F\u00fcrstpropstei Ellwangen zusichern.<br \/>Er gewann dann im ersten Wahlgang&nbsp;&nbsp; am 18. Januar 1769 und wurde Bischof in Regensburg. Er wurde auch in Regensburg von seinem Bruder&nbsp; Franz Karl Joseph benediziert.<\/p>\n<p>Am 2. Mai 1770 wurde Clemens Wenzeslaus zum Koadjutor in Ellwangen&nbsp; gew\u00e4hlt. Da Anton Ignaz das Augenlicht verlor, \u00fcbertrug er seinem Koadjutor am 1. November 1777<\/p>\n<p>die Regierung in Ellwangen. Er verstarb am&nbsp; 15. September 1785. Ellwangen&nbsp; vermachte er 10.000 Dukaten, das sind etwa 1.978.952,00 \u20ac. <\/p>\n<p>Sein Nachfolger und letzter F\u00fcrstpropst von Ellwangen wurde Clemens Wenzeslaus von Sachsen. Er \u00fcbernahm das Amt am 1. November 1777.<\/p>\n<p>Mit der&nbsp; Zivilbesitznahme&nbsp; am 23. November 1802 endete die Geschichte der F\u00fcrstpropstei Ellwangen.<\/p>\n<p>Clemens Wenzeslaus Er war das vierzehnte Kind und der siebte Sohn von Friedrich August II. (1733-1763) Kurf\u00fcrst von Sachsen und K\u00f6nig von Polen (als dieser August III.), und der \u00f6sterreichischen Erzherzogin Maria Josefa Tochter Kaiser Josephs I.)<\/p>\n<p>Er ist am 28. September 1739 auf Schloss Hubertusburg in Wermsdorf, heute Landkreis Nordsachsen, geboren. <\/p>\n<p>Cle&shy;mens Wen&shy;zes&shy;laus wur&shy;de am s\u00e4ch&shy;si&shy;schen Hof er&shy;zo&shy;gen.&nbsp; \u00dcber seine theologische Ausbildung nichts bekannt. Sie kann aber wohl nicht nicht sehr tiefgehend gewesen sein<\/p>\n<p>Er schlug zu&shy;n\u00e4chst ei&shy;ne mi&shy;li&shy;t\u00e4&shy;ri&shy;sche Lauf&shy;bahn ein und k\u00e4mpf&shy;te w\u00e4h&shy;rend des Sie&shy;ben&shy;j\u00e4h&shy;ri&shy;gen Krie&shy;ges 1760 auf der \u00f6s&shy;ter&shy;rei&shy;chi&shy;schen Sei&shy;te in der Schlacht bei Tor&shy;gau als Feld&shy;mar&shy;schall. <\/p>\n<p>Er hatte h\u00e4ufig rheumatische Beschwerden und eine labile Gesundheit. Deshalb schied er aus dem Mi&shy;li&shy;t\u00e4r&shy;dienst aus und ent&shy;schied sich f\u00fcr ei&shy;ne geist&shy;li&shy;che Lauf&shy;bahn.<\/p>\n<p>1763 wurde er Bischof von Freising und Regensburg. Er hatte die Unterst\u00fctzung seines Schwagers Maximilian III. Joseph (1745-1777) Kurf\u00fcrst von Bayern.Als Enkel von Kaiser Joseph I (1705-1711) hatte er<\/p>\n<p>auch die Unterst\u00fctzung des Hauses Habsburg.<\/p>\n<p>1761&nbsp; wurde er vom Augsburger F\u00fcrstbischof Joseph Ignaz Philipp von Hessen-Darmstadt (1740-1768) zum Priester und 1764 zum Bischof von Freising (1763-1768) und Regensburg (1763-1769)<\/p>\n<p>Als 1768 in Trier der dortige Erzbischof und Kurf\u00fcrst Johann Philipp von Walderdorff&nbsp; (1756-1768) verstarb, wurde der dortige Bischofstuhl frei. Dieses Amt verbunden mit dem Kurhut wahr nat\u00fcrlich lukrativer.<\/p>\n<p>Deshalb legte er die \u00c4mter in Freising und Regensburg nieder und wurde Erzbischof in Trier und Augsburg. Der Verzicht auf Regensburg sicherte ihm das Amt als Koadjutor in Ellwangen. Das war ganz im Sinne Habsburg.<\/p>\n<p>Bis auf den&nbsp; derzeit regierenden F\u00fcrstpropst hatte das Haus Habsburg seit 1689 immer Wunschkandidaten in Ellwangen auf den Propststuhl gebracht.<\/p>\n<p>Er stand den Ideen der Aufkl\u00e4rung&nbsp; aufgeschlossen gegen\u00fcber.&nbsp; Er f\u00f6rderte das Schulwesen. Er f\u00fchrte in Trier&nbsp; Un&shy;ter&shy;richts&shy;an&shy;stal&shy;ten f\u00fcr die Leh&shy;rer&shy;aus&shy;bil&shy;dung und Ex&shy;ami&shy;na f\u00fcr Leh&shy;rer ein. <\/p>\n<p>In Ellwangen erlie\u00df er neue Schulordnungen Er stellte finanzieller Mittel f\u00fchr das h\u00f6here Schulwesen und die Volksschule bereit, um diese&nbsp; den Erfordernissen der Zeit anzupassen. <\/p>\n<p>Auch nach der Aufl\u00f6sung der Societas Jesu behielt er die Jesuiten im Land. Hier zeigte er in in kirch&shy;li&shy;chen Din&shy;gen war eher schwan&shy;kende Haltung. In seinem Umfeld befanden sich ehemalige Jesuiten,<\/p>\n<p>Diese waren&nbsp; taten sich oft&nbsp; als Gegenaufkl\u00e4rer hervor. Er stand auch zu mindestens kurzfristig unter dem Einfluss des ehemaligen Jesuiten Franz Heinrich Beck (1740-1828). Dieser war in Augsburg sein <\/p>\n<p>Beichtvater und geistlicher Berater. Bis 1782 war er in Augsburg f\u00fcr zwei Jahre Generalvikar. Er verlor aber den Machtkampf mit den aufgekl\u00e4rten Beratern im Umfeld von Clemens Wenzeslaus.<\/p>\n<p>Er k\u00fcmmerte sich auch stark um die Wirtschaft.<\/p>\n<p>In Trier erlie\u00df er 1787 eine Verordnung, die&nbsp; mit dem Er&shy;set&shy;zen der so ge&shy;nann&shy;ten \u201erhei&shy;ni&shy;schen\u201c Re&shy;ben durch Ries&shy;lings&shy;or&shy;ten die Qua&shy;li&shy;t\u00e4t des Wein&shy;baus ver&shy;bes&shy;sern sollte.<\/p>\n<p>In Ellwangen hatte der 1797 zum Hof-, Stadt- und Landschaftsphysikus berufene Joseph Alois Fr\u00f6lich (1766-1841) nicht nur das Gesundheitswesen vorbildlich organisiert,. Er wurde in&nbsp; der Gelehrtenwelt auch <\/p>\n<p>durch seine naturwissenschaftlichen, vor allem botanischen Forschungen in der Gelehrtenwelt ber\u00fchmt. Nach der S\u00e4kularisation wurde er in w\u00fcrttembergische Dienste \u00fcbernommen. <\/p>\n<p>Ganz im Sinne der Aufkl\u00e4rung erlie\u00df er im&nbsp; Kampf gegen den Aberglauben ein Verbot der Karfreitagsprozessionen mit ihren symbolischen Passionsdarstellungen und reduzierte&nbsp; die&nbsp; Feiertage von 38 auf 19.<\/p>\n<p>Allerdings&nbsp; fand dies&nbsp; bei den Untertanen nicht immer eine positive Resonanz. <\/p>\n<p>Wenn&nbsp; er in Ellwangen war, lebte er n ur im Sommer im Schloss. Da die R\u00e4ume schlecht beheizbar waren. wurde der sogenannte Gr\u00fcne Hof , der noch heute in der Ellwanger Innenstadt existiert, wurde seine Winterresidenz.<\/p>\n<p>Er liebte die Wildschweinjagd und wenn er in Ellwangen war, veranstaltete im nah gelegenen Virngrund-Wald zahlreiche repr\u00e4sentative Treibjagden. Seine zweite gro\u00dfe Leidenschaft galt der Musik. So ist \u00fcberliefert, dass der F\u00fcrstpropst mehrere Instrumente spielte und bei seinen Aufenthalten im Schloss jedes Mal der Fl\u00fcgel gestimmt werden musste.<\/p>\n<p>Per&shy;s\u00f6n&shy;lich durch&shy;aus an&shy;spruchs&shy;los, war er doch f\u00fcr sei&shy;ne pr\u00e4ch&shy;ti&shy;ge Hof&shy;hal&shy;tung be&shy;kannt.<\/p>\n<p>In Trier war er selten.&nbsp; Er machte Koblenz zu seiner Residenzstadt und lie\u00df dort ein neues Schloss errichten. In Koblenz legte er auch die Neustadt an.<\/p>\n<p>Als in Frankreich 1789 die Revolution&nbsp; (1789-1799) ausbrach, stellte er alle Reformen ein und f\u00fchrte ein strengeres Regiment. Den Emigranten und den fl\u00fcchtigen Mitgliedern des ihm verwandten franz\u00f6sischen Hofes bot er eine Zufluchtsst\u00e4tte, und Koblenz wurde Mittelpunkt der franz\u00f6sischen Royalisten, die hier eine eigene Armee aufbauten (Arm\u00e9e de Cond\u00e9). Vom September bis zum 21. Oktober 1792 war Clemens Wenzeslaus in&nbsp; Kl\u00e4rlich in seinem Schloss, musste allerdings unter de m Druck der Revolution nach Bonn fl\u00fcchten.<\/p>\n<p>1794 zerst\u00f6rte die Revolutionsarmee Schloss Kl\u00e4rlich. Clemens Wenzeslaus&nbsp; begab sich nach Augsburg und dann nach Oberdorf, heute Marktoberdorf, wo das Bistum das&nbsp; 1722 durch Johann Georg Fischer ( 1673 &#8211; 1747 ) Barockschloss hatte.<\/p>\n<p>1794 kehrte er kurz nach Koblenz zur\u00fcck, musste die Stadt aber bald wieder verlassen, da der franz\u00f6sische General Jean-Victor Moreau (1763-1813)1796 in S\u00fcddeutschland eingefallen war. Zusammen m,it seiner Schwester floh er nach Sachsen.<\/p>\n<p>1801 kehrte er nach Oberdorf zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Am 9. Februar 1801 wurde in Lun\u00e9vill zwischen Frankreich und dem Heiligen R\u00f6mischen Reich unter dem r\u00f6misch-deutschen Kaiser Franz II. (1792-1806) ein Friedensvertrag unterzeichnet. 1795 hatte Preussen in Basel schon einen separaten Friedensvertrag abgeschlossen,<\/p>\n<p>in dem Preussen den Rhein als Ostgrenze Frankreichs anerkannt hatte.<\/p>\n<p>Der Vertrag von Lun\u00e9villre&nbsp; regelte die rechtliche Eingliederung der 1794 besetzten linksrheinischen Gebiete in das franz\u00f6sische Staatsgebiet. Au\u00dferdem sagte er F\u00fcrstent\u00fcmern des Heiligen R\u00f6mischen Reiches&nbsp; eine Entsch\u00e4digung durch die S\u00e4kularisation&nbsp; geistlicher und zum Teil auch Mediatisierung kleinerer weltlicher Territorien zu.<\/p>\n<p>F\u00fcr Clemens Wenzeslaus bedeutete das den Verlust des gr\u00f6\u00dften Teils seines Kurstaates.<\/p>\n<p>Als dann am 25. Februar 1803 in Regensburg der Reichsdeputationshauptschluss verk\u00fcndet wurde, hatte Clemens Wenzeslaus auch den Rest des Kurf\u00fcrstentums, das F\u00fcrstbistum Augsburg und die F\u00fcrstpropstei Ellwangen verloren.<\/p>\n<p>Er erhielt eine Pension von 100.000 Gulden, das entspricht heute einer Kaufkraft von 2.381.633,00 \u20ac, also einer summe, von der man durchaus leben kann.<\/p>\n<p>Clemens&nbsp; Wenzeslaus zog sich&nbsp; nach&nbsp; Augsburg zur\u00fcck und starb am 27. Juli 1812 auf seinem Sommersitz Schloss Oberdorf im Allg\u00e4u. <\/p>\n<p>Durch den Reichsdeputationshauptschluss wurde die F\u00fcrstpropstei Ellwangen als gr\u00f6\u00dftes und wichtigstes Territorium (ca. 9 Quadratmeilen, 23.000 Einwohner) dem Herzogtum W\u00fcrttemberg zugeschlagen.<\/p>\n<p>Ellwangen erlebte durch die S\u00e4kularisation einen Herrscherwechsel. F\u00fcrstpropst und Stiftskapitel, die in Jahrhunderten das soziale, wirtschaftliche und kulturelle Leben bestimmt haben, fielen damit weg. Die Stadt, die jahrhundertelang Regierungszentrum und kirchlicher und kultureller Mittelpunkt war, ging einer ungewissen Zukunft entgegen. Aus der romanischen Stiftskirche wurde die katholische Stadtpfarrkirche, die 1964 zur Basilika erhoben wurde.<\/p>\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/www.haus-schoenenberg.de\/fileadmin\/_processed_\/csm_Kirche_8a09161c81.jpg\" width=\"600\" height=\"400\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Die Benediktinerabtei Ellwangen wurde 764 als erstes Kloster auf sp\u00e4ter w\u00fcrttembergischen Boden von Hariolf gegr\u00fcndet. Hariolf entstammte einer m\u00e4chtigen Adelssippe. Diese war im alemannisch-westbayrischen Gebiet und dar\u00fcberhinaus reich beg\u00fctert. Sie hatte weitreichende verwandtschaftliche Beziehungen und war m\u00f6glicher weise mit dem bayrisch-alemannischen Herrscherhaus der Agilulfinger verwandt, wie Karl Schmid ausf\u00fchrt ( Bischof Wikterb in Epfach [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[22],"tags":[],"class_list":["post-3285","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kloster-in-baden-wurttemberg"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3285","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3285"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3285\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3287,"href":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3285\/revisions\/3287"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3285"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3285"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3285"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}