{"id":3280,"date":"2023-04-01T15:01:04","date_gmt":"2023-04-01T15:01:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=3280"},"modified":"2023-04-01T15:01:04","modified_gmt":"2023-04-01T15:01:04","slug":"kloster-allerheiligen-schwarzwald","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=3280","title":{"rendered":"Kloster Allerheiligen (Schwarzwald)"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/0\/01\/Kloster_Lichtental_-_Princely_Chapel_-_Uta_von_Schauenburg.jpg\/170px-Kloster_Lichtental_-_Princely_Chapel_-_Uta_von_Schauenburg.jpg\" width=\"170\" height=\"440\"><\/p>\n<p>Der Heilige Norbert von Xanten (*1080\/1085-+6. Juni 1134) gr\u00fcndete 1120 einem&nbsp; abgelegenen Waldtal bei Pr\u00e9montre ein Kloster. Seine Mitglieder waren Kanoniker. Das sind Kleriker,die sich zu einem<\/p>\n<p>gemeinsamen Leben ohne Privateigentum zusammen geschlossen haben. Grundlage f\u00fcr den Orden ist die Regel des heiligen Augustinus.Durch Norbert von Xanten erhielt die Augustinerregel aber ihre<\/p>\n<p>besondere Auspr\u00e4gung, weswegen die Pr\u00e4monstratenser auch oft Norbertiner genannt werden. Die Ordenskleidung ist wei\u00df. Im Mittelpunkt des religi\u00f6sen Lebens steht die Liturgie. Siebenmal am Tag versammeln sie sich zum<\/p>\n<p>Chorgebet. In der Fr\u00fchzeit der Pr\u00e4monstratenser war ihr Leben streng. Um Miiternacht wurde die Matutin gebetet. Im Kloster herrschte ununterbrochenes Stillschweigen.Fleischgenuss gab es nur bei Krankheit.<\/p>\n<p>Alle waren zur Handarbeit verpflichtet, auch die Priester.<\/p>\n<p>Eine Klostergemeinschaft wurde Kanonie genannt. \u00c4hnlich wie die Zisterzienser waren die Pr\u00e4monstratenser zentralistisch angelegt. Der Generalabt sa\u00df in Pr\u00e9montre. In seinen H\u00e4nden lag die Leitung des Ordens<em>.<\/em><\/p>\n<p>\u00c4bte und Pr\u00f6pste mussten immer wieder nach Pr\u00e9montre kommen<em>, <\/em>wo \u00fcber Ordensangelegenheiten und Ordensbr\u00e4uche beraten wurde. Die Kl\u00f6ster einzelner Gebiete waren zu einer Zirkarie zusammengefasst. Urspr\u00fcnglich deckte sich dass<\/p>\n<p>mit einer Di\u00f6zese. Es gab das Amt des Zirkators. Dieser visitierte die Kl\u00f6ster bestimmter Gebiete im Auftrag des Generalabtes von Zeit zu Zeit. Die Kl\u00f6ster hielten enge Bindungen zu dem Kloster, von dem aus sie jeweils gegr\u00fcndet wurden. Es nannte sich dann dessen filia.<\/p>\n<p>Der Orden war weitgehend von den Bisch\u00f6fen und weltlichen Herren unabh\u00e4ngig. <\/p>\n<p>1126 best\u00e4tigte Papst Honorius II. (1124-1130) den Orden der \u201eChorherren des heiligen Augustinus nach den Gebr\u00e4uchen der Kirche von Pr\u00e9montr\u00e9\u201c. <\/p>\n<p>Die asketische Pers\u00f6nlichkeit Norberts und sein Ruf als charismatischer Reform-und Bu\u00dfprediger verschafften dem jungen Orden einen gro\u00dfen Zulauf und es kam zu vielen Klostergr\u00fcndungen in Frankreich, England und Deutschland.<\/p>\n<p>Uta von Schauenburg (um 1115\/20-1196\/99) war die j\u00fcngere Tochter des Pfalzgrafen Gottfried bei Rhein aus dem Hause der Grafen von Calw und der Luitgard von Z\u00e4hringen.<\/p>\n<p>Ihre Gro\u00dfeltern sowohl v\u00e4terlicherseits als auch m\u00fctterlicherseits hatten als Klostergr\u00fcnder gewirkt. Ihr Urgro\u00dfvater Adalbert II. von Calw (+1099) hatte Kloster Hirsau um 1050 neu gebaut und um 1059 das Stift Sindelfingen gegr\u00fcndet.<\/p>\n<p>Ihr Gro\u00dfvater m\u00fctterlicherseits Herzog Berthold II. von Z\u00e4hringen (+1111) gr\u00fcndete 1093 das Kloster St. Peter im Schwarzwald.<\/p>\n<p>Utas Vater Gottfried hatte keine m\u00e4nnlichen Nachkommen, hatte aber reiche Besitzt\u00fcmer. Dazu ging ihre Schwester eine nicht standesgem\u00e4\u00dfe Ehe ein. Uta&nbsp; war also eine ganz gute Partie.<\/p>\n<p>In jungen Jahren heiratete Uta Welf VI. (*1115-1191),Markgraf von Tuscien, dem sie schon als Sechsj\u00e4hrige versprochen war. Die Ehe war wohl nicht gl\u00fccklich. Ihr entstammte ein Sohn, Welf VII, der allerdings schon 1167 auf dem Feldzug Friedrich Barbarossas gegen den Papst verstarb.<\/p>\n<p>Auch Welf VI. war als Klostergr\u00fcnder t\u00e4tigt. Er gr\u00fcndete 1147 das Pr\u00e4monstratenserkloster Steingaden, in dem sein Sohn und sp\u00e4ter auch er beerdigt sind.<\/p>\n<p>Herzog Welf starb 1191. Kurz danach gr\u00fcndete seine Witwe Uta das Pr\u00e4monstratenserkloster Allerheiligen bei Oppenau. Die Klostertradition nimmt 1192 als Gr\u00fcndungsjahr an.<\/p>\n<p>Allerheiligen war eine singul\u00e4re Erscheinung. Es ist die sp\u00e4teste und einzige pr\u00e4monstratensische Klostergr\u00fcndung im rechtsrheinischen Oberrheingebiet.<\/p>\n<p>Die \u201cGr\u00fcndungsurkunde\u201d ist im Original verlorengegangen. Die weiteren Abschriften beruhen alle auf einem Vidimus aus dem Jahr 1441. Der Text enth\u00e4lt eine Besitzliste mit den Ausstattungsg\u00fctern des Klosters, die vor allem im Renchtal lagen, und erw\u00e4hnt als zentralen Besitz das Patronatsrecht \u00fcber die Kirche in Nussbach. <\/p>\n<p>Die Gr\u00fcndungsurkunde besagt, dass Allerheiligen von der Cella Herbipolim gegr\u00fcndet worden ist. Dort wurde unter Mitwirkung von Norbert von Xanten 1128 ein Doppelkloster der Pr\u00e4monstratenser gegr\u00fcndet. Das Totenbuch von Allerheiligen verzeichnet tats\u00e4chlich drei Kanoniker<\/p>\n<p>aus Zell. Zwar erkl\u00e4rte Abt Oswald Lorchert (1747-1785) von Oberzell in seinem Schreiben vom 30. Januar&nbsp; 1757, dass Kloster Allerheiligen nie als Tochter von Kloster Oberzell betrachtet worden sei.<\/p>\n<p>Der Propst des Klosters Marchtal Theoderich&nbsp; von Wittenhausen (1243-1251) verzichtete nach den Annalen Kloster Marchtals auf das Recht auf das Patronat von Kloster Allerheiligen. Es ist anzunehmen, dass&nbsp; auch Kanoniker aus Marchtal gekommen sind, um an der Gr\u00fcndung teilzunehmen.<\/p>\n<p>Es war bei den Pr\u00e4monstratensern nicht un\u00fcblich, dass sich der Konvent eines neuen Klosters aus Mitgliedern verschiedener Kl\u00f6stern zusammensetzte.<\/p>\n<p>\u201cUta, Herzogin von Schauenburg, gr\u00fcndet zur Ehre Gottes und aller Heiligen ein Kloster am Nordwasser (Nortwazzer) beim B\u00fcttenstein (Butenstein) nach der Augustinerregel und den Statuten des Pr\u00e4monstratenserordens, bestimmt die Grenzen des <b>Kloster<\/b>gebiets und stattet dasselbe aus mit n\u00e4her beschriebenen G\u00fctern zu Rinken (Rincun), Ramsbach (Ramesbach), Hesselbach (Haselbach) und Elisweier (Elliswilre), sowie den vierten Teil des Fischwassers Bustrich (Bustric); au\u00dferdem best\u00e4tigt sie dem <b>Kloster<\/b> das Patronatsrecht der Kirche in Nu\u00dfbach (Nuzbach) und bestimmt, dass das <b>Kloster<\/b> Allerheiligen zu Kirche und Bistum Stra\u00dfburg geh\u00f6ren soll wie das Kloster Oberzell zu W\u00fcrzburg, von wo aus das Kloster gegr\u00fcndet wurde. GAL Findbuch 34 Nr. 139<\/p>\n<p>Neben der Festlegung des Besitzes kamen auch rechtliche Bestimmungen dazu. Als Mitglied&nbsp; des Pr\u00e4monstratenserordens sollte Allerheiligen jegliche Freiheit haben, die irgendein Kloster dieses Ordens besitzt. Es sollte frei sein von Abgaben. Es sollte keinen Vogt&nbsp; \u00fcber sich haben und kein Landesherr<\/p>\n<p>sollte das Kloster zu irgendwelchen Leistungen heranziehen.<\/p>\n<p>Uta hatte in der Gr\u00fcndungsurkunde bestimmt, dass das Kloster Allerheiligen dem Orden der Pr\u00e4monstratenser angeh\u00f6ren sollte. Zum einen genossen die Pr\u00e4monstratenser zu Utas Zeiten wegen ihres vorbildlichen, strengen Lebens einen guten Ruf.<\/p>\n<p>M\u00f6glicherweise hat auch mitgespielt, dass ihr Gatte Welf VI., der in der Best\u00e4tigungsurkunde Kaiser Friedrichs II. (1212-1250) von 1218 neben Uta als Gr\u00fcnder genannt wird, 1247 das Pr\u00e4monstratenserkloster Steingaden gegr\u00fcndet hat. Es bestanden also<\/p>\n<p>Beziehungen zum Pr\u00e4monstratenserorden.<\/p>\n<p>Kaiser Heinrich VI. (1191-1197) stellte&nbsp; in Ehnheim&nbsp; eine Best\u00e4tigungsurkunde f\u00fcr Kloster Allerheiligen aus. Sie ist ohne Zeitangabe. Aber Heinrich hielt sich 1196 in Ehnheim auf, wie aus anderen Quellen bekannt ist. Das l\u00e4sst den Schluss zu, dass Allerheiligen zwischen 1191 und 1196 gegr\u00fcndet worden ist. Bei der Ausfertigung m\u00fcssen M\u00e4nner mitgewirkt haben, die mit den \u00d6rtlichkeiten und den Besitzverh\u00e4ltnissen im Renchtal vertraut waren. Au\u00dferdem m\u00fcssen sie die Privilegien und Gepflogenheiten der Pr\u00e4monstratenser und auch ihre Kl\u00f6ster gekannt haben.<\/p>\n<p>Das K\u00f6nnte Manegold gewesen, der ehemalige Beichtvater Welfs VI., der ins Kloster Steingaden eingetreten ist und dann in Marchtal Propst (1191-1204) geworden ist.<\/p>\n<p>Am 9. April 1200 best\u00e4tigte K\u00f6nig Philipp von Schwaben (1198-1208) die Vogtfreiheit des Klosters. Philipp &#8211; RI V,1,1 n. 46<\/p>\n<p>Die erste p\u00e4pstliche Schutzurkunde stellte Papst Innozenz III. (1198-1216) am 5. Februar 1204 in Anagni aus. In dieser Urkunde wird nicht nur Uta als Stifterin genannt, sondern auch ihr Mann Welf IV. und die beiden Z\u00e4hringer Hugo von Ulmburg (+1203) und Berthold IV. (1152-1186).<\/p>\n<p>Zum 1. Propst w\u00e4hlte der Konvent Gerungus (1196-1217) Wahrscheinlich wurde er von Marchtal nach Allerheiligen geschickt. Er stammte wohl aus einem schw\u00e4bischen Ministerialengeschlecht, in dem der seltene Name Gerungus g\u00e4ngig war. Im LThK Bd 1 im Artikel Allerheiligen wird ein Gerungus von Schauenburg als Gr\u00fcnderpropst genannt (S. 406). Als Gr\u00fcnderpropst hatte Gerung die Aufgabe, die baulichen Voraussetzungen f\u00fcr kl\u00f6sterliches Leben zu schaffen. Das war in dieser abgelegenen Lage nicht einfach. Wege mussten gebaut werden, S\u00fcmpfe trockengelegt und Wasserleitungen<\/p>\n<p>angelegt werden. Die Baumeister der Klosterkirche von Allerheiligen sind unbekannt, aber sie standen wohl in Beziehung zur Stra\u00dfburger M\u00fcnsterbauh\u00fctte. Der Bau wurde unter Propst Gerung begonnen. Chor, Vierung und Querschiff entstanden in der 2. H\u00e4lfte des 13. Jahrhunderts<\/p>\n<p>und das Langhaus zu Beginn des 14. Jahrhunderts vollendet.<\/p>\n<p>Bereits 1217 wurde Allerheiligen direkt der Mutterabtei in Pr\u00e9montr\u00e9 unterstellt.<\/p>\n<p>Nachfolger von Propst Gerungus wurde Walther von Westernach. Er war von 1209-1214 Propst in Marchtal gewesen. Wegen innerer Schwierigkeiten hatte er dieses Amt 1214 niedergelegt. 1217 wurde er vom Abt in Pr\u00e9montr\u00e9 Gervais d\u2019Angles (1209-1220) zum Propst von<\/p>\n<p>Allerheiligen ernannt.<\/p>\n<p>Auch Propst Walther sorgte f\u00fcr die rechtliche Absicherung des Klosters. Im Januar 1218 nahm Kaiser Friedrich II.(1210 K\u00f6nig ab 1220-1250 Kaiser)das Kloster Allerheiligen, seine Insassen und seine G\u00fcter in seinen besonderen Schutz.(GLA 33 Nr.49) Eine weitere Schutzurkunde stellte Friedrich II. 1224.<\/p>\n<p>Auch sein Sohn Heinrich stellte dem Kloster 1224 eine Schutzurkunde aus.<\/p>\n<p>Am 15. Januar 1223 nahm Papst Honorius III. (1216-1227) Propst und Konvent des Kloster Allerheiligen in seinen Schutz und best\u00e4tigte den Klosterbesitz ins besondere die Kirchen in Nu\u00dfbach und Urloffen. (GLA E Nr.48)<\/p>\n<p>Schon 1220 hatte der Stra\u00dfburger Bischof Heinrich II. von Veringen (1202-1223) die Freiheiten und Besitzungen des Klosters best\u00e4tigt<strong>. <\/strong>(GAL 33 Nr.56)<\/p>\n<p>Die Eink\u00fcnfte aus Schenkungen waren noch sehr gering. Die finanziellen Belastungen, die das Kloster durch den Klosterbau zu tragen hatte waren aber sehr hoch. Wohl deshalb schickte Propst Walter Ordensbr\u00fcder aus, um Geld zu sammeln.<\/p>\n<p>Das war nat\u00fcrlich nicht ungef\u00e4hrlich. K\u00f6nig Heinrich VII. (1220-1235) stellte dem Kloster am15. April 1227 in Hagenau eine Schutzurkunde aus. \u201cnimmt die zelle Allerheiligen in seinen besondern schutz, und gebietet seinen dienstmannen clerikern und amtleuten deren almosensammler liebreich aufzunehmen\u201d. Heinrich (VII). &#8211; RI V,1,2 n. 4054<\/p>\n<p>Allerheiligen hatte das Patronatsrecht \u00fcber Nu\u00dfbach. Propst Walther bat nun Papst Honorius, die Pfarrei nach dem Tode des gegenw\u00e4rtigen Pfarrers die Pfarrei dem Stift einverleiben zu d\u00fcrfen. Papst Honorius beauftragte Bischof Heinrich von Stra\u00dfburg, dies zu \u00fcberpr\u00fcfen.<\/p>\n<p>Nachdem er sich von der Armut des Ortes \u00fcberzeugt hatte, stimmten er und das Domkapitel 1225 der Einverleibung zu. Dabei wurden die Eink\u00fcnfte der Pfarrei Nu\u00dfbach, Oppenau und Oberkirch festgesetzt.Allerheiligen hatte nur die Verpflichtung,&nbsp; k\u00fcnftig anzustellende Pfarrer<\/p>\n<p>dem Archidiakon als Vertreter des Bischofs vorzustellen.<\/p>\n<p>Am 6. Juni 1228&nbsp; best\u00e4tigte Papst Gregor IX. (1227-1241) dem Propst und Konvent des Klosters Allerheiligen im Schwarzwald die diesem vom Bischof von Stra\u00dfburg \u00fcbergebene Kirche zu Nu\u00dfbach (GLA E Nr.56)<\/p>\n<p>Nachfolger von Propst Walther wurde Probst Heinrich (1233-1262).<\/p>\n<p>1239 kaufte er von Gr\u00e4fin Adelheid von Freiburg (+1248) den Hof in Nussbach mit dem Patronatsrecht der Pfarrei 34 Nr. 680. Allerdings erhob der Markgraf Hermann VI. von Baden (1243-1247) Anspr\u00fcche auf die Vogtei \u00fcber Nussbach und andere Forderungen.<\/p>\n<p>Der Propst war nicht bereit auf die Anspr\u00fcche des Klosters zu verzichten. Daraufhin nahm der Markgraf den Prost und seine Kanoniker gefangen.<\/p>\n<p>Ein Schiedsspruch des Stra\u00dfburger Bischofs Konrad V. von Eberstein (1237-1245)und seines Dompropstes entschied den Streit zu Gunsten des Klosters Allerheiligen. Der Bischof stellte fest, dass der Markgraf aufgrund der erhaltenen Privilegien des Klosters <\/p>\n<p>keinerlei Rechte auf die Vogtei habe. Der Markgraf musste auf alle seine Forderungen verzichten und eine Bu\u00dfe von 200 Pfund zahlen.(GLA&nbsp; 34 Nr. 837)<\/p>\n<p>Kloster Allerheiligen genoss inzwischen einen sehr guten Ruf. 1238 war das schon 764 gestiftete Kloster Lorsch dem Erzbistum Mainz und seinem Erzbischof Siegfried III. von Eppstein (1230-1249) zur Reform unterstellt. Die dortigen Benediktiner widersetzten sich der Reform und mussten Lorsch verlassen. Sie wurden zun\u00e4chst durch Zisterzienser aus Kloster Eberbach ersetzt. Diese konnten sich in Lorsch allerdings auch nicht halten. Erzbischof Siegfried rief dann 1248 Pr\u00e4monstratenser aus Kloster Allerheiligen nach Lorsch. Lorsch hatte nun den Status einer Propstei.<\/p>\n<p>Lorsch betrachtete sich als \u201cTochter\u201d Allerheiligens.<\/p>\n<p>Schon 1189 waren Pr\u00e4monstratenser aus Allerheiligen im els\u00e4ssischen Hagenau. Die dortige St. Niklaskirche wurde vorher auch das Pr\u00e4monstratenserkloster genannt. (Topograhia Alsatia: Hagenau 22).<\/p>\n<p>Die Bettelm\u00f6nche von Allerheiligen in Stra\u00dfburg wurden 1297 ebenfalls Pr\u00e4monstratenser.<\/p>\n<p>Der Marchtaler Propst Dietrich von Wittenhausen (1243-1261) verzichtete auf die Paternatsrechte von Kloster Marchtal. Seit 1320 wird Allerheiligen in der Zirkarie Wadgassen gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Am 28. Juni 1259 stellte Papst Alexander IV. (1254-1261) Kloster Allerheiligen wohl aus gegebenem Anlass eine Schutzurkunde aus, in der er dem Klerus der Mainzer Kirchenprovinz befahl, das Kloster Allerheiligen im Schwarzwald gegen<\/p>\n<p>dessen Bedr\u00e4nger zu sch\u00fctzen. (GLA E Nr.247)<\/p>\n<p>Nachfolger von Propst Heinrich wurde Propst Konrad von Schauenburg (1262-1289). Er hatte das Vertrauen des Stra\u00dfburger Bischofs Konrad III. von Lichtenberg (1273-1299). Dieser gestattete am 2. Mai 1281 Propst und Konvent auf der vakant gewordenen<\/p>\n<p>Kirche von Oppenau, f\u00fcr die das Kloster Patronats-und Pr\u00e4sentationsrechte hatte, einen Konventualen des Klosters pr\u00e4sentieren zu d\u00fcrfen, der die Pfarrstelle zusammen mit einem Amtskollegen versehen solle. (34 Nr. 1238)<\/p>\n<p>Einen guten Draht scheint Propst Konrad auch zu Papst Martin IV. (1281-1285) gehabt zu haben. Denn der Papst stellte dem Kloster in den nur vier Jahren seines Pontifikats 6 Urkunden aus. Am 15. M\u00e4rz 1284 nahm er das Kloster in seinen Schutz und best\u00e4tigte dessen Zehnten, G\u00fcter und sonstigen Besitzungen. (GLA E Nr. 282) Auch im M\u00e4rz 1284 best\u00e4tigte Papst Martin IV. die Schenkung des Stra\u00dfburger B\u00fcrgers Friedrich Westermann und seiner Frau eines Hofes in Sasbach. (GLA E Nr. 283)<\/p>\n<p>Eine interessante Urkunde war die, die der Papst am 2. M\u00e4rz 1284 ausstellte. \u201cPapst Martin IV. bewilligt dem Kloster Allerheiligen im Schwarzwald das Anrecht auf die G\u00fcter, die die Br\u00fcder des Klosters rechtm\u00e4\u00dfig erworben haben w\u00fcrden, falls sie in der Welt geblieben w\u00e4ren, ausgenommen Lehen.<\/p>\n<p>( GLA E Nr.284) Noch im M\u00e4rz bewilligte der Papst dem Kloster Allerheiligen im Schwarzwald das Recht, gewisse Privilegien und Indulgenzen, die zeitweise aus Unkenntnis in Vergessenheit geraten waren, wieder zu gebrauchen. (E Nr.285)<\/p>\n<p>Im April 1284 verhinderte er mit einer Urkunde, dass jemand ohne rechtlichen Grund sich der Angeh\u00f6rigen und G\u00fcter des Klosters bem\u00e4chtigt und diese unterschl\u00e4gt, bis seine unbegr\u00fcndeten Forderungen erf\u00fcllt sind. (E Nr.286)<\/p>\n<p>Unter Konrad wuchs auch das Ansehen der Klosterkirche in der Bev\u00f6lkerung. Bischof Johannes von Litauen, ein Deutschordensherr und aus einem Bistum Litauen vertriebenen Bischof, der dann in mehreren s\u00fcdlichen Bist\u00fcmern der Kirchenprovinz Mainz t\u00e4tig war-in Konstanz ist er von 1282-1290 nachweisbar- erteilte der Klosterkirche einen 14-t\u00e4tigen Ablass. (GLA 34 Nr. 105)<\/p>\n<p>1297 gew\u00e4hrten mehrere Bisch\u00f6fe ebenfalls einen 40-t\u00e4gigen Ablass<strong>. <\/strong>Das erh\u00f6hte nat\u00fcrlich den Zulauf, das Spendenaufkommen der Pilger aber auch letztwillige Verf\u00fcgungen, eine gute Einnahmequelle f\u00fcr das Kloster. (34 Nr. 106)<\/p>\n<p>Nachfolger von Propst Konrad wurde Propst Henrich II. (1290-1319). Auch in seiner Regierungszeit entwickelten sich die Besitzverh\u00e4ltnisse Allerheiligens g\u00fcnstig.<\/p>\n<p>Bischof Konrad III von Lichtenberg gestattete dem Propst und Konvent von Allerheiligen, die Kirchen von Oppenau und Oberkirch, die bisher von Professen des Klosters versehen worden waren, mit Weltpriestern zu besetzen. Im 13. Jahrhundert hatte das Kloster versucht, m\u00f6glichst<\/p>\n<p>Chorherren als Priester einzusetzen. Aber gelegentlich scheint es doch an seine Grenzen gekommen zu sein.<\/p>\n<p>Unterst\u00fctzung fand das Kloster vor allem durch den Renchtaler Adel so die Herren von Bach, die Herren von Neuenstein, die bei Lautenbach ans\u00e4ssig waren, die Herren von Schauenburg, Winterbach und Staufenberg, aber auch die Grafen von Freiburg und F\u00fcrstenberg, die alle in der Gegend beg\u00fctert waren. Viele der Adligen lie\u00dfen sich auf dem Klosterfriedhof beerdigen, was in der Regel auch mit Spenden honoriert wurde.<\/p>\n<p>Auch Geistliche waren unter den Stiftern, so zum Beispiel Propst Heinrich aus dem Stift Honau bei Schwindratzheim, der dem Kloster H\u00f6fe, \u00c4cker und Wiesen sowie Zinsen in Ebersweier (GLA 34 Nr.423), Zusenhofen und Willst\u00e4tt schenkte.<\/p>\n<p>Eine besonders umfangreiche Schenkung erhielt das Kloster von der Witwe Junta Knierin aus Renchen, die den Knabenhof in Fautenbach, den Schulthei\u00dfenhof in Densbach und ihr Haus in Oberkirch, in dem sie wohnte f\u00fcr sich, ihren verstorbenen Mann Heinrich<\/p>\n<p>und ihren Sohn Albert als Seelger\u00e4t.<\/p>\n<p>Das war nicht die einzige Erwerbung in Oberkirch. Zwischen 1200 und 1300 erwarb oder erhielt als Schenkung Kloster Allerheiligen \u00fcber 13 H\u00e4user und Hofst\u00e4tten, manchmal Scheunen und G\u00e4rten. Daneben erwarb es mehrfach gro\u00dfe Wiesengrundst\u00fccke. Es bekam Eink\u00fcnfte<\/p>\n<p>aus G\u00fclten und Zinsen geschenkt. So war es nur logisch, dass das Kloster in Oberkirch bald die Propstei errichtete. Von dort aus wurden die Eink\u00fcnfte des Klosters verwaltet. Der Verwalter war der Pater Oberkeller, der wie der Propst bzw. sp\u00e4ter der Abt in der \u201cPropstei Allerheiligen\u201d<\/p>\n<p>residierte. In Oberkirch besa\u00df das Kloster die Kirche,das Propsteigeb\u00e4ude, ein sogenanntes Pitanzhaus, das war ein M\u00f6nchsspeisehaus, eine Badstube, eine M\u00fchle, eine Weinkelter und einen Klosterkeller.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend des Pf\u00e4lzischen Erbfolgekriegs 1689 waren gro\u00dfe Teile Oberkirchs niedergebrannt. Das Kloster errichtete dann einen steinernen Neubau, das Propsteigeb\u00e4ude. Dieses brannte aber 1797&nbsp; auch v\u00f6llig ab, wurde aber umgehend durch einen schlichten klassizistischen Neubau ersetzt.<\/p>\n<p>An seinem nicht mehr genutzten Eingang ist heute noch das Wappen des Klosters und des letzten Abtes Wilhelm Fischer angebracht.<\/p>\n<p>1319 tauschte Propst Heinrich die dem Kloster geh\u00f6rige Burg Friedberg bei Oppenau (GLA 34 Nr. 148) gegen Weing\u00e4rten am Tanzberg bei Tiergarten die dem Bischof von Stra\u00dfburg und dem Domkapitel Stra\u00dfburg geh\u00f6rten.<\/p>\n<p>Die Stra\u00dfburger Bisch\u00f6fe konnten durch diesen Taus ihre Machtstellung im Renchtal weiter ausbauen.<\/p>\n<p>Nachfolger von Propst Heinrich wurde Propst Johannes Rohart von Neuenstein (1319-1350) Die Familie Rohart von Neuenstein stellte knapp 100 Jahre einen weiteren Propst in Allerheiligen.<\/p>\n<p>Graf Heinrich II. von F\u00fcrstenberg (+1337) verkaufte 1327 den \u201cunteren\u201d Hof in Nussbach sowie die Patronatsrechte die er an der Kirche in Nussbach hatte f\u00fcr 200 Mark Stra\u00dfburger Silber, das sind etwa 30.433,00 \u20ac. (GLA 34 Nr. 869)<\/p>\n<p>1348 erwarb Kloster Allerheiligen Besitzungen bei Renchen von Kloster Schuttern. (GLA 34 Nr.99)&nbsp; von Abt Isenbertus (1337\u20131350) f\u00fcr 150 Pfund Stra\u00dfburger Pfennige, das sind etwa 2.135,00 \u20ac<\/p>\n<p>Am 4. Januar 1348 verzichtete Kaiser Karl IV. (1346-1356 K\u00f6nig, dann Kaiser- 1378)&nbsp; zugunsten des Bistums Stra\u00dfburg auf das Recht der ersten Bitten in den Kl\u00f6stern Ebersheimm\u00fcnster, Altdorf, St. Arbogast, Ittenweiler, Truttenhausen, Obersteig, Steig bei Zabern nebst der Klause dabei, Allerheiligen im Schwarzwald, St. Stephan, St. Johann. (34 Nr.150) Das Recht der ersten Bitte bedeutete, dass der Kaiser anl\u00e4sslich seiner Kr\u00f6nung das Recht hatte, an jedem Stift im Heiligen R\u00f6mischen Reich die erste Pfr\u00fcnde zu besetzen.<\/p>\n<p>7. Propst von Allerheiligen wurde Eberhart (1350-1362) Der Stra\u00dfburger Bischof Berthold II. von Buchegg (1328 \u20131353) f\u00fcgte dem bestehenden Ablass in Allerheiligen nochmals 40 Tage hinzu.<\/p>\n<p>Der 8. Propst war Friedrich von Schaffhausen (1362-1369) Unter ihm wurden dem Kloster&nbsp; H\u00e4user, H\u00f6fe, G\u00fcter zu H\u00f6fen, Bernhardshofen, Achern und Gamshurst unter Vorbehalt des Nie\u00dfbrauches auf Lebenszeit vermacht ( Kappelrodeck 34 Nr.676 vom 11. Mai 1369) und Niederachern vermacht.<\/p>\n<p>Nachfolger von Propst Friedrich war Hartlieb von Ramstein (1369-1386)<\/p>\n<p>Der Stra\u00dfburger Bischof Johann III. von Luxemburg-Ligny (1366-1371) gew\u00e4hrte 1370 f\u00fcr die Ursulakapelle in der N\u00e4he des Stiftes am Sonntag nach Fronleichnam ebenfalls einen Ablass von 40 Tagen.<\/p>\n<p>Das Schwergewicht der Pr\u00e4monstratenser lag auf der Seelsorge. Deshalb bewirtschaftete das Kloster nur wenige G\u00fcter selbst. Im wesentlichen beschr\u00e4nkte sich das auf den eigentlichen Klosterbereich. Die entfernter liegenden G\u00fcter wurden von Konversen bewirtschaftet.<\/p>\n<p>Meist waren sie aber als Zeit-oder Erblehen an Bauernverpachtet. Die Einnahmen des \u2013Stifts waren gering. sie beliefen sich auf etwa 100 Mark Silber j\u00e4hrlich, das sind etwa 15.217,00 \u20ac. <\/p>\n<p>Eine wichtige Einnahmequelle waren die Patronate. Am 22. August 1361 inkorporierte Bischof Konrad Kloster Allerheiligen die Pfarrkirche von Appenweier, deren Patronat das Kloster schon vorher innehatte. (GLA 34 Nr. 300)<\/p>\n<p>Kloster Allerheiligen f\u00fchrte getrennte Kassen. Einnahmen bestimmter G\u00fcter geh\u00f6rten dem Propst, zum Beispiel die von Nussbach. Diese verwaltete die K\u00e4mmerei. Die Einnahmen f\u00fcr die Chorherren verwaltete die Pietanz. Diese erhielt h\u00e4ufig Stiftungen,um die Kost der<\/p>\n<p>Konventualen aufzubessern zum Beispiel am Todestag des Stifters.<\/p>\n<p>Dann gab es noch das Messamt, das die Messtiftungen betreute. Ein Amt verwaltete das Siechenhaus. Dann gab es noch die K\u00fcsterei. Diese&nbsp; kam f\u00fcr alles auf, was f\u00fcr die Messe notwendig war. Es war das einzige Amt, das gen\u00fcgend Einnahmen hatte, um Geld gegen Zins auszuleihen.<\/p>\n<p>Nachfolger von Propst Hartlieb war Propst Johann von Milnheim (1386-1408). 1395 scheint das Kloster aber gut bei Kasse gewesen zu sein, denn der Stra\u00dfburger Bischof Wilhelm II. von Diest (1394-1439), der st\u00e4ndig in Geldnot war, verpf\u00e4ndete die beiden bei Oberkirch gelegenen Burgen Ullenburg und F\u00fcrsteneck f\u00fcr 500 Goldgulden, das sind etwa 84.938,00 \u20ac. (Das alte Bethaus zu Allerheiligen zu Stra\u00dfburg im Elsass, Stra\u00dfburg 1879, S. 34)<\/p>\n<p>Nachfolger von Propst Johann wurde Kumanus Lederholz (1408-1428) Er dankte 1428 ab.<\/p>\n<p>In den 30-iger Jahren des 15. Jahrhunderts gab es immer wieder lokale kriegerische Auseinandersetzungen wie zum Beispiel die \u201cSchauenburger Fehde\u201d von 1432. Friedrich Bock von Schauenburg fiel zusammen mit seinem Nachbarn Bechthold von Schauenburg in die Vogtei ein, um Schulden der verstorbenen Gr\u00e4fin Elisabeth von W\u00fcrttemberg&nbsp; einzutreiben. W\u00fcrttemberg verb\u00fcndete sich&nbsp; mit der Stadt Stra\u00dfburg und belagerte die Schauenburg, was betr\u00e4chtliche Zerst\u00f6rungen verursachte. Sie endete von 1433 mit dem Burgfrieden von Schauenburg.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem gab es zwischen 1430 und 1440 zehn Jahre lang Wetteranomalien, die zu erheblichen Missernten f\u00fchrten und anschlie\u00dfenden Hungersn\u00f6ten, die zwischen 1437 und 1440 in ganz Europa zu Hundertausenden von Toten sorgte.<\/p>\n<p>Das verursachte auch Kloster Allerheiligen enorme Einbu\u00dfen an seinen Eink\u00fcnften und sorgte f\u00fcr eine Verarmung des Klosters. Dadurch bahnte sich in Allerheiligen und auch in anderen Pr\u00e4monstratenserkl\u00f6stern eine Entwicklung an, die sicherlich nicht im Sinne des Ordensgr\u00fcnder Norbert von Xanten war. Einzelne Kanoniker behielten oft einen Teil ihres eingebrachten Gutes f\u00fcr sich, um sich einen angemessenen Lebensunterhalt zu sichern. Andere schufen sich ein privates Verm\u00f6gen, dass sie durch Kauf von Liegenschaften und Erwerb von Zinsen zu mehren suchten.<\/p>\n<p>Propst Berthold Schoup von Winterlingen (1408-1436) (In das Kloster Allerheiligen von K. G. Fecht Karlsruhe 1872, daraus stammen die Angaben zu den anderen Pr\u00f6psten nur als 1411 vorkommen erw\u00e4hnt) hinterlie\u00df 1469 ein Verm\u00f6gen, das nach Abzug der Schulden an das Kloster noch<\/p>\n<p>3.573 Dukaten, das sind immerhin etwa 699.370,00 \u20ac, betrug. Das wurde dann zwischen Propst und Kanonikern aufgeteilt. Der Probst erhielt 1.028 Dukaten, also etwa 201.218,00 \u20ac, die Kanoniker&nbsp; 2.545 Dukaten also etwa 498.152,00 \u20ac.<\/p>\n<p>Abt Johannes IX (1436-1443) gestattete, dass dieses Geld zwischen Propst und Konvent geteilt wurde. (GLA 34 Nr.6)<\/p>\n<p>Beide einigten sich darauf, das Geld anzulegen und von den zinsen dringend notwendige Reparaturarbeiten zu bezahlen.<\/p>\n<p>Auf ihn folgte&nbsp; R\u00fclmann Dedinger (1436-1462). Er versprach am 3. August 1448 dem Stra\u00dfburger Bischof Ruprecht von Pfalz-Simmern (1440-1478) die Zahlung eines j\u00e4hrlichen Schirmgeldes von 20 Dukaten, das sind etwa 3.971,00 \u20ac. (GLA 34 Nr.50)<\/p>\n<p>Mit dem Abweichen vom urspr\u00fcnglichen Armutsideal ging nat\u00fcrlich auch ein Niedergang der Klosterzucht einher, der wohl \u00fcber l\u00e4ngere Zeit anhielt und durchaus auch Begehrlichkeiten weckte. Landes-und Stadtherren suchten ihre Machtstellung zu erweitern. Daf\u00fcr war auch Geld n\u00f6tig.<\/p>\n<p>Steuerquellen boten sich an wie die&nbsp; Gabella, eine indirekte Steuer, die in Frankreich zum Beispiel als Salzsteuer erhoben wurde. Die Tallia war eine Steuer, die vom Landesherrn auf Grund und Boden erhoben wurde.<\/p>\n<p>Die Pr\u00e4monstratenser hatten ja Abgabenfreiheut garantiert und so wandten sie sich 1417 ans Konstanzer Konzil (1414-1418). Dieses best\u00e4tigte die Privilegien von Kloster Allerheiligen und untersagte bei strengen Kirchenstrafen, dass das Kloster zu einer dieser Steuer herangezogen wurde.<\/p>\n<p>(GLA 34 Nr.151 vom&nbsp; 4. Juni 1417)<\/p>\n<p>13. Propst wurde Andreas Rohart von Neuenstein (1462-1478)<\/p>\n<p>Das gravierendste Ereignis f\u00fcr Kloster Allerheiligen war der Brand im Jahre 1470.<\/p>\n<p>Am Dienstag nach L\u00e4tare brach ein Brand in der Klosterk\u00fcche aus. Wegen des schlechten baulichen Zustands der Geb\u00e4ude griff er rasch auf die Klosterkirche \u00fcber, zerst\u00f6rte sie und das anschlie\u00dfende Klausurgeb\u00e4ude.<\/p>\n<p>Der Konvent kam laut Klosterchronik f\u00fcr einige Zeit im elterlichen Gut des Propstes unter.<\/p>\n<p>Propst Andreas begann sofort mit dem Neubau. Wer mit dem Wiederaufbau beauftragt war, ist unbekannt. Die noch brauchbaren Mauern wurden wiederverwendet. Das Langhaus wurde als sp\u00e4tgotische Halle erneuert, Mittel-und Seitenschiffe wurden eingew\u00f6lbt. Die Vorhalle wurde<\/p>\n<p>verbreitert. Auch der Kreuzgang wurde neugestaltet.<\/p>\n<p>Der Nachfolger von Propst Andreas Georg Federle (1474-1477) f\u00fchrte den Neubau zu Ende. Seine&nbsp; Wahl&nbsp; wurde Bischof Ruprecht am 17. September 1474 durch Propst Johannes vom Pr\u00e4monstratenserkloster Hagenau angezeigt (GLA 34 Nr. 59)<\/p>\n<p>In Lautenbach gab es&nbsp; eine kleine Kapelle. Dort war ein als wundert\u00e4tig bezeichnetes Bild Mariens zu sehen, zu dem sich eine Wallfahrt entwickelte und das immer gr\u00f6\u00dferen Zustrom erfuhr.Bauern und vor allem der \u00f6rtliche Adel, darunter vor allem die Schauenburg, begannen 1471<\/p>\n<p>mit dem Bau der Kirche Mari\u00e4 Kr\u00f6nung, um dem anwachsenden Pilgerstrom einen angemessenen Gebetsraum zu schaffen aber auch als Grablege f\u00fcr den lokalen Adel.<\/p>\n<p>Baumeister Hans Hertwig aus Bergzabern, der eine Wanderbauh\u00fctte unterhielt, hatte den Bau begonnen. Von ihm stammt auch das Netzgew\u00f6lbe. Nachdem die Ortenauer Reichsritterschaft den Bau finanziell nicht mehr stemmen konnte, sprang Kloster Allerheiligen<\/p>\n<p>unter seinem Propst Johannes Magistri (1477-1492) , eigentlich Hans Schulmeister, der seinen Namen der Zeitmode entsprechend latinisiert hatte, 1480 ein. Er hatte dazu das Einverst\u00e4ndnis von Bischof Albrecht von Pfalz-Mosbach (1478-1506) . Er wollte<\/p>\n<p>den Bau \u201cnotabiliter et speciose\u201d (bemerkenswert und pr\u00e4chtig) ausf\u00fchren lassen.<\/p>\n<p>Mit dem Baumeister hatte es allerdings Schwierigkeiten gegeben. Baumeister Hans Hertwig hatte die Voranschl\u00e4ge zweimal \u00fcberschritten, bzw. zu viel Geld aufgenommen und verschwand dann aus Lautenbach. Propst Johannes Magistri musste ihn 1481 und 1482 gerichtlich zwingen, den Bau<\/p>\n<p>wenigstens gebrauchsfertig zu machen. (34 Nr. 723 und 724) Mitsiegler der Urkunde 724 ist Hans von Neuenstein. Das war der Bruder des verstorbenen Propstes Andreas Rohart von Neuenstein.<\/p>\n<p>Bischof Albrecht weihte die Kirche 1483 noch unvollendet ein<\/p>\n<p>Glanzst\u00fcck der Kirche sind neben dem Netzgew\u00f6lbe der dreiteilige Hochaltar. Der K\u00fcnstler ist unbekannt, geh\u00f6rt aber wohl der Stra\u00dfburgischen Schule an und wird kunstgeschichtlich als Meister des Lautenbacher Altar gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Besonders wertvoll sind auch die Glasfenster, die aus der Werkstatt des Peter Hemmel von Andlau (um 1420-1506) stammen. Peter Hemmel von Andlau z\u00e4hlt zum zum Vollendetsten, was die Glasmalerei hervorgebracht hat.<\/p>\n<p>1480 durfte mit Erlaubnis von Bischof Albrecht ein Opferstock in Lautenbach aufgestellt werden. Die&nbsp; Opfergelder sollten zur Fertigstellung der Kirche verwendet werden und nach deren Fertigstellung zwischen Kloster Allerheiligen<\/p>\n<p>und Lautenbach im Verh\u00e4ltnis ein Drittel zu zwei Drittel geteilt werden. (GLA 34 Nr. 740)<\/p>\n<p>1491 hob Bischof Albrecht die nicht mehr bewohnte Klause Oberdorf bei Oberkirche auf und \u00fcbertrug deren s\u00e4mtliche G\u00fcter, Besitzungen, Eink\u00fcnfte und Rechte auf die neuerbaute Kirche zu Lautenbach (34 Nr. 726)<\/p>\n<p>Der \u00dcbertragung der Klause von Oberdorf stimmte auch Papst Innozenz VIII. (1484-1492) zu. (GLA 34 Nr. 727)<\/p>\n<p>Nachdem die Kirche in Lauterbach fertig war, gab es Str\u00f6mungen im Konvent,das Kloster nach Lauterbach \u00fcberzusiedeln. Propst Johannes trug diese \u00dcberlegung auch dem Generalkapitel in Pr\u00e9montre vor. Diese entschied, dass Kloster nicht verlegt werden d\u00fcrfe.<\/p>\n<p>Der Konvent legte 1484 einstimmig daf\u00fcr, dass man in Allerheiligen blieb. Au\u00dferdem wurde bestimmt, dass jeder Neueintretende schw\u00f6ren m\u00fcsse, nie einer Verlegung nach Lauterbach oder einem anderen Ort zu zustimmen. dieses wurde sogar urkundlich festgelegt.<\/p>\n<p>(GLA 34 Nr. 159)<\/p>\n<p>Von den 12 abstimmenden Konventsmitgliedern tragen drei latinisierte Namen, n\u00e4mlich Johannes Magistri, Jacobus Fabri und Conradus Sutori. Daraus kann man schlie\u00dfen, dass der Humanismus in Allerheiligen angekommen ist.<\/p>\n<p>Der 16. Propst war Peter Burkhard (1492-1514)<\/p>\n<p>Propst Peter lie\u00df im Eingang der Kirche eine Lorettokapelle errichten. Er lie\u00df sich auch in der Kirche von Lauterbach beerdigen.<\/p>\n<p>Nachfolger von Propst Peter wurde Propst Heinrich Fehl (1514-1531 abgedankt). <\/p>\n<p>Die Regierungszeit von Propst Heinrich wurde vor allem durch zwei Ereignisse gepr\u00e4gt.<\/p>\n<p>1517 soll Martin Luther seine 95 Thesen gegen den Ablasshandel an die Schlosskirche von Wittenberg angeschlagen haben. Daraus entwickelte sich, von Luther zun\u00e4chst gar nicht so geplant, die Reformation. Allerheiligen \u00fcberstand die Reformationszeit nur knapp,<\/p>\n<p>aber es ging nicht wie die meisten benachbarten kl\u00f6sterlichen Gemeinschaften unter, wie zum Beispiel Alpirsbach, Reichenbach oder Kniebis oder wie praktisch alle Kl\u00f6ster in W\u00fcrttemberg, die nachdem Herzog Ulrich (1498-1519 und wieder 1534-1550) 1534 die Reformation<\/p>\n<p>in W\u00fcrttemberg eingef\u00fchrt hatte,alle aufgel\u00f6st wurden.<\/p>\n<p>Das zweite Ereignis war der Bauernkrieg von 1525, der sich ja auch auf die reformatorische Forderung bezog. Die Bauern waren durch die Reformation zum eigenen kritischen Nachdenken und Handeln ermutigt worden. Sie stellten die St\u00e4ndegesellschaft in Frage und<\/p>\n<p>forderten eine gr\u00f6\u00dfere Mitsprachem\u00f6glichkeit.<\/p>\n<p>Im April 1525 lie\u00df das Domkapitel Stra\u00dfburg unter F\u00fchrung des Domdechanten Sigmund von Hohenlohe (1511-1534) die Verh\u00e4ltnisse der Bauern in der Ortenau \u00fcberpr\u00fcfen. Brieflich lie\u00dfen die Bauern des Gerichts Oberkirch Forderungen vorbringen.<\/p>\n<p>Revolution\u00e4re Forderungen traten eigentlich nicht zu Tage. Aber am 25. April 1525 erfolgte der Sturm auf das Kloster Schwarzach durch die Bauern des unteren Hanauerlandes. Dieses wurde dabei erheblich zerst\u00f6rt. Unter Jerg von Wimpfen marschierten sie weiter vor Oberkirch.<\/p>\n<p>Der Klosterhof in Oberkirch wurde zerst\u00f6rt, dann die Kirchen in Oberkirch, Lauterbach und Allerheiligen wurden gepl\u00fcndert. Das Archiv von Kloster Allerheiligen war schon vorher auf der Schauenburg in Sicherheit gebracht worden.<\/p>\n<p>Markgraf Philipp von Baden (1515-1534), der von 1524 bis 1527 auch kaiserlicher Statthalter im Reichsregiment war, handelte zusammen mit Vertretern der Stadt Stra\u00dfburg am 29.05. 1525 den Vertrag&nbsp; von Renchen mit der Bauernschaft aus. Es wurde vereinbart, <\/p>\n<p>dass Propst und Konvent ihre G\u00fcter samt Zinsen behielten. Die Bauern geben die Ornate und den Kirchenschmuck der drei Kirchen zur\u00fcck, sowie Hausrat und Urkunden soweit sie vorhanden waren. Der Propst verzichtete auf Dinge, die entwendet worden waren und er verpflichtete sich<\/p>\n<p>innerhalb von 14 Tagen 100 Dukaten, das sind etwa 19.478,00 \u20ac, zu zahlen. Urkunde 34 Nr. 121. Die Urkunde wurde am 29. Mai 1525 ausgestellt.<\/p>\n<p>Das Kloster scheint eine relativ intakte Beziehung zu seinen Bauern gehabt zu haben. Denn unter den Aufst\u00e4ndischen befanden sich keine Rencht\u00e4ler Bauern<strong>.<\/strong><\/p>\n<p>In Stra\u00dfburg fasste die Reformation schnell Fu\u00df. Die bedeutendsten Stra\u00dfburger Drucker verbreiteten reformatorische Abhandlungen und evangelische Streitschriften. Der Stra\u00dfburger Domdechant Sigmund von Hohenlohe bekannte sich 1524 zur Reformation und berief<\/p>\n<p>Kaspar Hedio(1494-1522) zum M\u00fcnsterprediger. 1529 schaffte der Magistrat die Messe ab. Auch einen Bildersturm gab es.<\/p>\n<p>Die Chorherren von Allerheiligen blieben ihrem alten Glauben und ihren Ordensgel\u00fcbden treu. Es ist kein Name eines Ausgetretenen bekannt.<\/p>\n<p>Propst Heinrich trat 1531 zur\u00fcck. Abt Johannes XIII. von Kloster Pr\u00e9montr\u00e9 beauftragte den Abt von Kloster Adelberg, die Resignation von Propst Heinrich entgegenzunehmen, und die Wahlhandlungen f\u00fcr die Wahl des neuen Propstes einzuleiten (34 Nr. 161)<\/p>\n<p>Der 18. Propst war Propst Jakob von Hornberg aus Horb, der aber schon nach 4 Jahren 1535 wieder abdankte. Sein Nachfolger&nbsp; Matth\u00e4us (1535-1542) verstarb nach sieben Regierungsjahren. Auf ihn folgte Propst Gregorius Ruest, der 1550 starb.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Propst Petrus M\u00fcller (1550-1562) aus Ullenburg.&nbsp; Seine Wahl wurde Bischof Erasmus Schenk von Limburg (1541-1568)&nbsp; vom Konvent am 2. September 1550 angezeigt. (GLA 33 Nr.61) Der Konvent bat gleichzeitig um Best\u00e4tigung des neuen Propstes. In seiner Regierungszeit traf das Kloster zum zweiten Mal ein Brandungl\u00fcck. 1555 wurden durch einen Brand das Innere der Klosterkirche und die Klostergeb\u00e4ude zerst\u00f6rt.<\/p>\n<p>Propst Petrus lie\u00df die Kirche und den Turm wiederherstellen. Die Ausbesserungsarbeiten an den Klostergeb\u00e4uden dauerte aber. Aus Geldmangel konnten die Arbeiten erst durch den dritten Nachfolger von Propst Petrus 1589 abgeschlossen werden.<\/p>\n<p>Auf Propst Petrus folgte 1562 Martin Rothermel,der 1565 abdankte. Seine Wahl wurde Bischof Erasmus am 16. August 1562 angezeigt. (33 Nr. 62) Als er abdankte wurde mit Martin Daucher (1565-1572)sein Nachfolger gew\u00e4hlt. Am 3. April 1565 wurde dar\u00fcber ein Notariatsinstrument erstellt. (33 Nr. 64)<\/p>\n<p>Propst Martin verstarb 1572. Sein Nachfolger wurde Propst Jodokus Sebald (1572-1589) Er erst konnte die nach dem Brand notwendig gewordenen Reparaturarbeiten 1589 beenden.<\/p>\n<p>Die Urkunde 33 Nr. 24 vom 24. September 1572 ist wieder das Notariatsinstrument zur Wahl des Jodokus.<\/p>\n<p>Auf Propst Jodokus folgte Propst Heinrich Schmid (1589-1594) Der Stra\u00dfburger Bischof Johann IV (1568-1592) von Manderscheid-Blankenheim best\u00e4tigte die Wahl am 22. Januar 1590. (GLA 33 Nr. 70)<\/p>\n<p>Bischof Johann war ein entschiedener Anh\u00e4nger der alten Lehre. Mit seinem&nbsp; Tod kam es zum Stra\u00dfburger Bischofskrieg. Im Domkapitel stand sich ein katholisches und ein protestantisches Lager f\u00fcr die Besetzung des Stra\u00dfburger Bischofstuhl gegen\u00fcber.<\/p>\n<p>Das Domkapitel bestand aus 12 Protestanten und sieben Katholiken. Auch die Stadt Stra\u00dfburg hatte eine protestantische Mehrheit. Die protestantische Partei w\u00e4hlte den 15-j\u00e4hrigen Markgrafen&nbsp; Johann Georg von Brandenburg (1577-1624) Sohn des Kurf\u00fcrsten Johann Friedrich<\/p>\n<p>von Brandenburg (1546-1608). Von 1592-1604 und nannte sich Administrator des Bistums Stra\u00dfburg. Nach der Wahl waren die katholischen Kanoniker nach Saverne geflohen und hatten dort Herzog Karl von Lothringen, seit 1578 Bischof von Metz und seit 1589 Kardinal<\/p>\n<p>1592 zum Bischof von Stra\u00dfburg gew\u00e4hlt. Es kam dann zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen beiden Parteien. 1593 kam es nicht zuletzt durch Vermittlung des franz\u00f6sischen K\u00f6nigs Heinrich IV. (1589-1610) zu einem Kompromiss.<\/p>\n<p>7 Bezirke gingen an Karl, darunter Saverne, 6 an Johann Georg, darunter Oberkirch und Ettenheim. Schon vor seinem Amtsantritt hatte Johann Georg schw\u00f6ren m\u00fcssen, dass er die religi\u00f6sen Verh\u00e4ltnisse in seinen \u00c4mtern nicht \u00e4ndert. <\/p>\n<p>Allerheiligen erhielt von ihm 1593 die Zusage, dass die Chorherren bei der Aus\u00fcbung des Gottesdienstes in der alten Weise nicht behindert w\u00fcrden. Die Verwaltung der G\u00fcter des Klosters sollte ebenfalls bei den Chorherren verbleiben.<\/p>\n<p>Die Verwaltung der \u00c4mter Ettenheim und Oberkirch \u00fcberlie\u00df Johann Georg Ernst Graf von Mansfeld, Domkapitular in Stra\u00dfburg und \u00fcberzeugter Lutheraner.<\/p>\n<p>Die R\u00e4te des Johann Georgs hatten trotz der Zusicherungen anderes mit Kloster Allerheiligen vor. Sie wollten das Stift aussterben lassen und das Anwesen in einen Obstgarten umwandeln.<\/p>\n<p>Sie schlossen die Klosterschule und untersagten die Aufnahme neuer Novizen. Au\u00dferdem bedr\u00e4ngten sie die verbliebenen Chorherren, deren Zahl auf drei geschrumpft war.<\/p>\n<p>Nach dem Tod von Propst Heinrich 1594 wurde mit Jakob Jehle (1594-1597) ein neuer Propst gew\u00e4hlt. Doch Markgraf Johann Georg versagte ihm wegen angeblicher Exzesse die Best\u00e4tigung. Die markgr\u00e4flichen Beamten<\/p>\n<p>verlangten von dem neugew\u00e4hlten Propst, er solle auf alles, was dem Kloster geh\u00f6re verzichten und ihnen die Schl\u00fcssel und Siegel \u00fcbergeben. Er weigerte sich, wurde daraufhin gefangen genommen. Er wurde auf das Schloss Dachstein bei Molsheim gebracht.<\/p>\n<p>Das war das letzte, was man von ihm geh\u00f6rt hatte. in Allerheiligen wird Jakob Jehle als M\u00e4rtyrer verehrt.<\/p>\n<p>Nun schalteten sich die \u00c4bte der Zirkarie Schwaben ein, um Kloster Allerheiligen beizustehen. Sie wandten sich an ihren b\u00f6hmischen Ordensbruder Johannes Lohel (vom 1586&nbsp; Abt von Kloster Strahov in B\u00f6hmen und ab 1587 Generalvikar f\u00fcr die Zirkarien B\u00f6hmen, M\u00e4hren, Ungarn,<\/p>\n<p>\u00d6sterreich und die angrenzenden Lande). Er hatte hervorragende Kontakte zu Papst und Kaiser. Er war immer wieder zu Hilfeleistungen f\u00fcr andere Kl\u00f6ster gerufen worden so auch hier \u00fcber Schussenried nach Allerheiligen.<\/p>\n<p>Abt Johannes gelang es auch, Kaiser Rudolf II. (1576-1612) f\u00fcr die Interessen Allerheiligens zu gewinnen. 1595 wandte sich der Kaiser in einem Schreiben an Markgraf Johann Georg und forderte diesen auf, das Kloster und seine Verwaltung<\/p>\n<p>wieder an die Kanoniker abzugeben. (GLA 80\/59 Schreiben vom 27.11.1595) Das Schreiben blieb allerdings ohne Wirkung. Deshalb erlie\u00df er 1559 ein kaiserliches Mandat. Darin wurde Markgraf Johann Georg erneut aufgefordert, das Kloster und die Verwaltung an die Kanoniker abzutreten. Au\u00dferdem sollte er f\u00fcr die R\u00fcckgabe der entwendeten Wertsachenwie Kleinodien, Silbergeschirr und Bargeld Sorge zu tragen.Bei Zuwiderhandlung war eine Geldstrafe von 50 Pfund angedroht. (GLA 80\/59 Schreiben vom 10.07.1599)<\/p>\n<p>Abt Johannes setzte Johannes Sch\u00fcssler, den Prior von Kloster Strahov als Propst von Allerheiligen ein.<\/p>\n<p>Am 12. Juli 1600 legte Kloster Allerheiligen dem Domdechanten Gerhard Truchsess als Detentor des Hauses zum Reibeisen in Stra\u00dfburg das kaiserliche Dekret vom 27. M\u00e4rz 1600 vor, das die Restitution des Hauses betraf. (34 Nr.1738) Detentor, das ist der Vermieter oder Verp\u00e4chter.<\/p>\n<p>Gebhard Truchsess war von 1577 bis 1583 Erzbischof von K\u00f6ln und trat dann zum Protestantismus \u00fcber. 1589 zog er nach Stra\u00dfburg. Er starb 1681 in Stra\u00dfburg.<\/p>\n<p>Kloster Allerheiligen erhielt das Haus zum Reibeisen zur\u00fcck und verpachtete es 1602 an den Stadtgerichtsprokurator und Notar in Stra\u00dfburg Jakob Krauch. ( 34 Nr. 1739)<\/p>\n<p>Das wichtigste Ergebnis das Propst Johannes erzielt hatte, war der Vertrag, den er am 30. September 1600 in Willst\u00e4tt mit den Bevollm\u00e4chtigten des Markgrafen Johann Georg,<\/p>\n<p>dem brandenburgischen Hofrichter Hans Philipp von Kuppenheim und Hartwich von Stiten. (34 Nr.162) schloss. Das Kloster verpflichtete sich,&nbsp; dem Markgrafen j\u00e4hrlich 100 Viertel Roggen ,50 Viertel Hafer sowie 5 Fuder Wein<\/p>\n<p>zu liefern. Das Fuder war ein regional verschiedenes Hohlma\u00df f\u00fcr Ein. In Baden war ein Fuder 1500 Liter.<\/p>\n<p>Um die rechtlichen Verh\u00e4ltnisse abzusichern lie\u00df Propst Johannes die wichtigsten Dokumente des Klosters, vor allem die Schenkungs- und Kaufurkunden in Kopialb\u00fcchern abschreiben.<\/p>\n<p>Er mu\u00dfte schon 1601 sein Amt niederlegen, vermutlich weil er nicht kanonisch gew\u00e4hlt war. Er starb im Jahr seiner Abdankung.Das Kloster war nun wieder in H\u00e4nden des Ordens.<\/p>\n<p>Aber Konvent war noch sehr klein. Die Pr\u00f6pste kamen aus anderen Kl\u00f6stern. Auch die Tatsache, dass die Pr\u00f6bste ihr Amt rasch niederlegten zeigt, dass sie in ihrem Amt nicht unbehelligt waren.<\/p>\n<p>Propst Martin Dietrich ging nach nur wenigen Monaten in sein Heimatkloster Sorent in Unteritalien zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Auch die Klosterzucht lag noch im Argen. Das zeigte sich vor allem bei dem n\u00e4chsten Probst Paulus Klein (1601-1613). Er wurde vom Abt des Klosters Ursberg Johannes III. Sausenthaler (1595-1617)<\/p>\n<p>zusammen mit&nbsp; vier Fratres oder Laienbr\u00fcdern nach Allerheiligen geschickt.<\/p>\n<p>Finanziell unterst\u00fctzt wurde&nbsp; Johann Georg durch Herzog Friedrich von W\u00fcrttemberg (1593-1608). Das kam seinen Interessen entgegen, die er in Riquewihr und M\u00f6mpelgard hatte.<\/p>\n<p>In der Regierungszeit von Propst Paulus verzichte Markgraf Johann Georg im Vertrag von Hagenau auf seine Rechte am Bistum Stra\u00dfburg. Er erhielt eine Geldsumme, die sich zusammen mit der Deckung der Schulden auf 380.000 fl.,<\/p>\n<p>das sind etwa 74.339.959,00 \u20ac. Der Vater von Johann Georg Kurf\u00fcrst Joachim Friedrich von Brandenburg \u00fcbertrug ihm noch einige in Schlesien gelegene Pfandschaften sowie das Herzogtum J\u00e4gerndorf.<\/p>\n<p>Der katholische Bischof Karl von Lothringen erhielt gegen diese Geldzahlung sowie weitgehende Wahlversprechen den Bischofstuhl zugesichert.<\/p>\n<p>Bischof Karl von Lothringen verstarb 1607 an einem R\u00fcckenmarksleiden, das ihn seit 1591 qu\u00e4lte im Alter von 40 Jahren.<\/p>\n<p>Auch diesen Betrag streckte Herzog Friedrich vor und erhielt daf\u00fcr das Amt Oberkirch abgetreten. Der Vertrag wurde am 22. November 1604 abgeschlossen.<\/p>\n<p>Die W\u00fcrttembergische Pfandherrschaft war zun\u00e4chst nur f\u00fcr 30 Jahre vorgesehen, dauerte aber mit einer Unterbrechung von 1636-1649 bis 1665<\/p>\n<p>Kloster Allerheiligen wurde 1648 ebenfalls pfandweise \u00fcbergeben und blieb auch bis 1665 in der W\u00fcrttembergischen Pfandherrschaft.<\/p>\n<p>Propst Paulus f\u00fchrte ein sehr unkl\u00f6sterliches Leben. Er war st\u00e4ndig vom Stift abwesend, verschleuderte Klosterbesitz und erregte sogar mit Wilddiebereien Ansto\u00df<\/p>\n<p>Die Reformbestrebungen des Konzils von Konvent erfassten den Pr\u00e4monstratenserorden. Der Generalabt von Pr\u00e9montr\u00e9 Fran\u00e7ois II. de Longpr\u00e9 (1596-1613) schickte mehrere Male <\/p>\n<p>Servais de Lairuelz nach Allerheiligen. Dieser war 1580 in das Pr\u00e4monstratenserkloster St. Paul in Verdun eingetreten. Dann studierte er an der Jesuitenuniversit\u00e4t&nbsp; in Pont-\u00e0- Mouson und an der Sorbonne in Paris.<\/p>\n<p>Er begann an der Reform seines Ordens zu arbeiten. Er legte wieder Wert auf die Grundlagen m\u00f6nchischen Lebens, die Einhaltung des Keuschheitsgel\u00fcbdes, G\u00fctergemeinschaft statt Privateigentum usw.<\/p>\n<p>1597 wurde er Generalvikar des Ordens. Er visitierte Pr\u00e4monstratenserkl\u00f6ster in Deutschland, \u00d6sterreich und Belgien. Seine Reform begann in Belgien mit&nbsp; der Reform von Lothringen, der&nbsp; um 1600 etwa 40 Kl\u00f6ster angeh\u00f6rten.<\/p>\n<p>Servais de Lairuelz konnte schlie\u00dflich Propst Paulus zur Abdankung bewegen. Er legte sein Amt 1613 nieder.Das Klosterleben wurde im Sinne der Ordensregel wieder hergestellt.<\/p>\n<p>Seine Aufforderung zur j\u00e4hrlichen Gel\u00fcbdeerneuerung wurde in Allerheiligen befolgt. J\u00e4hrliche Visitationen,Schule und Hausstudium,Einkehrtage und Kolloquia f\u00fcr ausw\u00e4rts t\u00e4tige Kanoniker,<\/p>\n<p>Besuch der Provinzialkapitel und Generalkapitel, phliosophische und theologische Ausbildung des Nachwuchses an der Universit\u00e4t Pont-\u00e0-Mouson und Hausstudien in den Schulen von Marchtal und Rot<\/p>\n<p>sorgten f\u00fcr die Einhaltung der strengen Disziplin und sorgten letztendlich f\u00fcr die Erhebung Allerheiligens zur Abtei.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Lorenz Scheffler (1613-1639),der aus Hagenau stammte. Mit ihm begann der Wiederaufstieg von Kloster Allerheiligen.<\/p>\n<p>Er schickte einige j\u00fcngere Ordensbr\u00fcder zum Studium nach Pont-\u00e0- Mouson , unter ihnen den langj\u00e4hrigen Prior Georg Hempfer (+ 28.3. 1648)<\/p>\n<p>Georg Hempfer hat mehrere theologische und geschichtliche Werke verfasst, die allerdings nicht gedruckt wurden. Au\u00dferdem hat er bis zu seinem&nbsp; Todesjahr eine Klosterchronik verfasst, die aber verloren ist.<\/p>\n<p>Der Prager Fenstersturz vom 23. Mai 1618 war das Fanal zum B\u00f6hmischen St\u00e4ndeaufstand und gilt als Ausl\u00f6ser des Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieges.<\/p>\n<p>In diesem Krieg hatte die Ortenau und Kloster Allerheiligen schwer zu leiden. Es waren nicht so sehr die gro\u00dfen Schlachten, die das Leid verursachten.<\/p>\n<p>Die marodierenden Bande, die umherzogen&nbsp; und die sich alles nahmen, was ess-und trinkbar war, waren das Problem. Im Laufe des Krieges wurde die Bev\u00f6lkerung um die H\u00e4lfte<\/p>\n<p>reduziert.<\/p>\n<p>Probst Lorenz musste ein sehr beeindruckender Mensch gewesen sein. Er schaffte es immer wieder, pl\u00fcndernde Soldaten von weiterem Vorgehen abzuhalten und gr\u00f6\u00dferen Schaden vom Kloster abzuwenden.<\/p>\n<p>Zwar blieb das Kloster von Brandschatzungen und gr\u00f6\u00dferen Pl\u00fcnderungen verschont. Aber in Folge der Ver\u00f6dung des Landes und des Bev\u00f6lkerungsschwundes gingen die Zehntzahlungen und die Abgaben stark zur\u00fcck und machten dem Kloster zu schaffen.<\/p>\n<p>1638 wurden in der Kirche von Oberkirch beim Einfall der Schweden und Franzosen auch einige Chorherren von Allerheiligen get\u00f6tet.<\/p>\n<p>Hilfreich f\u00fcr Allerheiligen war, dass 1637 Kardinal Richelieu in Frankreich 1637&nbsp; die Leitung des Pr\u00e4monstratenserordens in die Hand genommen hatte. Er stellte dem Kloster eine Schutzwache,<\/p>\n<p>die, als das Kloster von einem \u00dcberfall bedroht war, Schlimmeres abwendete.<\/p>\n<p>Gef\u00e4hrlich wurde es nochmals als pl\u00fcndernde Schweden durch die T\u00e4ler der Ortenau zogen.<\/p>\n<p>Propst Lorenz verstarb 1639.<\/p>\n<p>Zu seinem Nachfolger wurde Probst Norbert Hodapp (1639- 1653) gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>1641 setze er das von Probst Johannes Sch\u00fcssler begonnene Kopialbuch fort, das alle seine Nachfolger weiterf\u00fchrten<\/p>\n<p>1643 stellte Probst Norbert das in der Reformation aufgehobene Kloster Hagenau wieder her.<\/p>\n<p>1649 wurde die Herrschaft Oberkirch durch Verk\u00fcndung vom Altan des Rathauses in Oberkirch vom den Schweden geleisteten Eid entbunden und huldigte dem Herzog von W\u00fcrttemberg als Pfandherren.<\/p>\n<p>Der Probst und die Konventualen von Allerheiligen huldigten im Klosterhof von Oberkirch.<\/p>\n<p>1652 stellte Probst Norbert Dr. Johann K\u00fcffer, den Leibarzt von Herzog Eberhard III. (1633-1674) von W\u00fcrttemberg als Klosterarzt in Allerheiligen an und fixierte seine Pflichten schriftlich.<\/p>\n<p>Probst Norbert verstarb 1653<\/p>\n<p>Auf ihn folgte Anastasius Schlecht (1653-1657 , dann Abt bis 1691). In diesem Jahr dankte er mit 81 ab und verstarb 1695 im Alter von 85 Jahren. Er stammte aus Oberkirch.<\/p>\n<p>1657 erhob das Generalkapitel in Pr\u00e9montr\u00e9 zur Abtei. (GLA 34 Nr.165) Der bisherige Probst wurde der 1. Abt von Kloster Allerheiligen. Ein Abt empfing anders als der Probst seine Weihe durch den zust\u00e4ndigen Di\u00f6zesanbischof.<\/p>\n<p>Bei der Aus\u00fcbung seiner liturgischen T\u00e4tigkeiten durfte er die Pontifikalien, also Mitra, Ring und Stab tragen.<\/p>\n<p>Vor seiner Wahl zum Propst war er Generalvikar der schw\u00e4bischen Zirkarie.<\/p>\n<p>Auch 1657 hatte das Generalkapitel Allerheiligen das Jus Paternitas f\u00fcr die Propstei Hagenau zugesprochen. 1670 bekr\u00e4ftigte das schw\u00e4bische Provinzialkapitel seinen Anspruch auf Hagenau gegen\u00fcber den Anspr\u00fcchen des <\/p>\n<p>Abtes von Kloster Steinfeld in der Eifel und der Zirkarie Wadgassen. Als Hagenau 1717 franz\u00f6sisch geworden war, wurde es&nbsp; vom Generalkapitel der Zirkarie Champagne zugewiesen.<\/p>\n<p>Bis ins erste Drittel des 17. Jahrhunderts w\u00e4hlte das Provinzkapitel die Visitatoren f\u00fcr die Schw\u00e4bische Zitkarie und der Generalabt bet\u00e4tigte diese dann.<\/p>\n<p>Als Augustin I. Le Scellier (1645-1666) beendete nach seinem Amtsantritt die langsam gewachsene Macht der Schw\u00e4bischen Zirkarie. 1654 \u00fcberpr\u00fcfte er die Beschl\u00fcsse der letzten 5 Provinzialkapitel von 1639-1653 und kassierte mehrere von ihnen.<\/p>\n<p>Die Visitatoren und deren Visitationsbezirke wurde nun auf dem Generalkapitel festgelegt.<\/p>\n<p>1657 wurde Abt Anastasius mit der Visitation Bellelay, Corneux, Wadgassen und Hagenau beauftragt.<\/p>\n<p>Allerheiligen war so eine Art Br\u00fcckenstation, wenn die \u00c4bte zum Generalkapitel nach Pr\u00e9montr\u00e9 reisten. Die Reisezeit von Allerheiligen nach Pr\u00e9montr\u00e9 dauerte etwa 13 Tage.<\/p>\n<p>1658 bestellte Abt Anastasius bei dem Rottweiler Maler Christoph Kraft (+1680) 2 Altarbilder.<\/p>\n<p>1661 kaufte Augustin Arzet (1656-1666) von Kloster Schussenried bei Abt Anastasius eine gebrauchte Orgel, die ihm dieser quasi&nbsp; unter Br\u00fcdern f\u00fcr 300 fl verkaufte, das sind etwa 59.878,00 \u20ac.<\/p>\n<p>1688 feierte Abt Anastasius sein Goldenes Priesterjubil\u00e4um. Aus diesem Grund fand das Provinzkapitel der Zirkarie Schwaben in Allerheiligen statt.<\/p>\n<p>1689 trafen wieder einmal kriegerische Ereignisse das Kloster.<\/p>\n<p>1685 starb mit dem Kurf\u00fcrsten Karl II. von der Pfalz die pf\u00e4lzische Linie der Wittelsbacher aus. Karls Schwester Liselotte von der Pfalz (1652-1722)war mit Philippe von Orl\u00e9ans, dem Bruder des franz\u00f6sischen K\u00f6nig Ludwigs XIV. (1643-1715) verheiratet.<\/p>\n<p>Ludwig machte im Namen seiner Schw\u00e4gerin Erbanspr\u00fcche gelten und fiel 1688 in das Deutsche Reich ein. Da Kaiser Leopold I. (1658-1705) im Osten gegen das Osmanische Reich Krieg f\u00fchrte, standen in Deutschland wenige Soldaten zur Verf\u00fcgung und das <\/p>\n<p>Deutsch Reich wurde am Anfang f\u00f6rmlich \u00fcberrollt. Vor allem die Kurpfalz und die angrenzenden Gebiete wurden verw\u00fcstet. Es galt die Parole \u201eBr\u00fblez le Patinat!\u201d \u2013 \u201eVerbrennt die Pfalz!\u201c. Fast alle festen Orte, Burgen und Schl\u00f6sser wurden durch die Soldaten<\/p>\n<p>Ludwigs XIV planm\u00e4\u00dfig in Schutt und Asche gelegt. Der Pf\u00e4lzische Erbfolgekrieg (1688-1697) endete erst mit dem Frieden von Rijswijk&nbsp; im Oktober 1697.<\/p>\n<p>1689 wurde Kloster Allerheiligen gepl\u00fcndert und kam damit noch relativ glimpflich davon. Offenburg und Oberkirch wurden in Schutt und Asche gelegt.<\/p>\n<p>Abt Anastasius dankte am 21. M\u00e4rz 1691. Er verstarb 1695 85-j\u00e4hrig.<\/p>\n<p>In seiner Regierungszeit beginnend wurden die wirtschaftlichen&nbsp; Verh\u00e4ltnisse geordnet. Abt Engelbert konnte auch die Schulden zahlen, die durch Einquartierungen und Kontributionen verursacht waren.1718 war das Kloster weitgehend schuldenfrei. <\/p>\n<p>Das zeigte sich auch an der Zahl der Konventualen.Hatte das Stift 1600 gerade noch 3 Konventualen. So lebten&nbsp; 1653 wieder 13 Konventuale im Kloster und die Zahl stieg kontinuierlich weiter \u00fcber 19 1709 und 23 im Jahr 1743. Bei der S\u00e4kularisation 1803&nbsp; waren es wieder 29 Chorherren.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Albert Schleck (1691-1700) Er dankte 1700 ab.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Josef Seitz, der von 1700-1705 regierte und 1705 verstarb,<\/p>\n<p>Auf ihn folgte Abt Engelbert Mathis (1705-1709) (34 Nr.167 Urkunde vom 20. Oktober 1705) Vor seiner Wahl war er&nbsp; von 1698-1705&nbsp; Pfarrer in Ebersweier. Der Stra\u00dfburger Bischof Armand I. Gaston (1704-1749) best\u00e4tigte ihn am 9. April 1706 und gestattete ihm<\/p>\n<p>wegen der gef\u00e4hrlichen Kriegszeiten seine Weihe von einem anderen katholischen Bischof oder dem Abt eines linksrheinischen Benediktinerkloster zu empfangen (34 Nr.168)<\/p>\n<p>Bis zur Ausstellung der Konfirmationsurkunde durfte Abt Engelbert keine Weihe und keine Jurisdiktion aus\u00fcben<\/p>\n<p>Hatte es schon erste Reibereien mit dem ersten Stra\u00dfburger Bischof aus der Familie Rohan Armand-Gaston de Rohan-Soubise, Landgraf von Unterelsass, Gro\u00dfalmosenier von Frankreich und m\u00f6glicherweise auch Verwandter K\u00f6nig Ludwigs XIV., so versch\u00e4rften sich die Streitigkeiten in der Folge immer mehr. Die franz\u00f6sischen Bischofe aus der Familie Rohan waren gepr\u00e4gt vom absolutistischen franz\u00f6sischen Hof. Sie Konnten nicht Deutsch und hatten kein Verh\u00e4ltnis zum im Reichsgebiet geltenden Recht.Meist lebten sie in Paris. Auch hatten die Bisch\u00f6fe in Frankreich eine starke Stellung.<\/p>\n<p>Dazu kam,dass es dem Kloster wirtschaftlich besser ging, was nat\u00fcrlich auch die Begehrlichkeiten der Bisch\u00f6fe f\u00f6rderte.<\/p>\n<p>Auch die Schule in Allerheiligen nahm wieder einen Aufschwung. Erstmals erw\u00e4hnt wurde sie in einem Schreiben von Probst Jakob Jehle an Markgraf Johann Georg im Jahr 1594. Dessen R\u00e4te lie\u00dfen die Schule schlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Schon 1653 hatte Abt Konrad II. Kneer (1637-1660)von Kloster Marchtal den Plan, in Munderkingen ein gemeinsames Studium und ein Gymnasium einzurichten. Die \u00c4bte der Schw\u00e4bischen Zirkarie lehnten dies aber ab und begr\u00fcndeten die <\/p>\n<p>Ablehnung auch mit der Notlage nach dem Krieg.<\/p>\n<p>So konzentrierte sich Kloster Allerheiligen auf seine Klosterschule, die aus der Klosterschule hervorgegangen war, die wohl schon im Mittelalter bestand. Das Gymnasium war eine Internatsschule. Es wurde von etwa 50 Sch\u00fclern besucht. Wohlhabendere Sch\u00fcller hatten ein Kostgeld zu entrichten. Unbemittelte wurden umsonst unterrichtet.Die Sch\u00fcler kamen \u00fcberwiegend aus Mittelbaden aber auch aus den angrenzenden Gebieten. Die Schule von Allerheiligen hatte einen sehr guten Ruf.Der Stra\u00dfburger Weihbischof Johann Franz Riccius (1739-1756 ) <\/p>\n<p>schrieb 1748 an&nbsp; Abt Lorenz : \u201cder gute Ruf Eures Klosters und der Eifer im Jugendunterricht bewirken, dass mehrere unserer Geistlichen sich bei Euch aufzuhalten verlangen\u201d (Fecht, S.49 Anmerkung)<\/p>\n<p>Das Kloster schickte aber auch Konventuale aus Allerheiligen zum Studium an die&nbsp; Klosterschulen nach Marchtal oder Rot. 1647 wurde ein Konventuale an die Universit\u00e4t Pont-\u00e0-Mouson entsandt und 1652 studierten&nbsp; drei Konventuale in Marchtal Philosophie bei dem Dominikaner Dominicus Aurnhammer(+1660).<\/p>\n<p>Am Gymnasium in Allerheiligen unterrichteten bis zur S\u00e4kularisation drei Patres. In der Freizeit wurden die Sch\u00fcler von einem Pr\u00e4fekten betreut.<\/p>\n<p>Hauptlehrfach war Latein. Weitere F\u00e4cher waren Griechisch und Hebr\u00e4isch, aber auch die lebenden Fremdsprachen Englisch Franz\u00f6sisch und Italienisch. Mathematik und Erdkunde wurde ebenfalls unterrichtet.<\/p>\n<p>Der Tagesablauf war streng geregelt.Unterricht in der Regel vormittags und nachmittags,Vorbereitung f\u00fcr den Gottesdienst, religi\u00f6se Unterweisung aber auch Freizeit.<\/p>\n<p>Die Sch\u00fcler bewohnten ein eigenes Haus a\u00dfen gemeinsam und schliefen gemeinsam in einem Schlafsaal. Jeder Sch\u00fcler hatte ein kleines St\u00fcck Garten zu bearbeiten.<\/p>\n<p>H\u00f6hepunkt des Schullebens war ein Theaterst\u00fcck meist mit religi\u00f6sem Inhalt.<\/p>\n<p>Zu den bekannten Sch\u00fclern z\u00e4hlte Adalbert Eisenmann,der Kapitular in Allerheiligen war und sp\u00e4ter Lehrer f\u00fcr Mathematik in Pais wurde. Er hatte 1776 unter dem Ordensnamen Adrain seine Profess abgelegt und wurde 1783 zum Priester geweiht. Franz \u2013Xaver Merk wurde in Heidelberg Theologieprofessor. Auch Josef Ignatz Peter (1789-1872) war Sch\u00fcler in Allerheiligen. Er hatte 1848\/49 an der badischen Revolution teilgenommen.<\/p>\n<p>Die \u00c4bte achteten darauf, dass die klostereigenen H\u00f6fe gut verwaltet wurden. In den Erblehensvertr\u00e4gen war neben der H\u00f6he den Abgaben auch festgelegt, dass die H\u00e4user der Anwesen in Ordnung gehalten wurden,<\/p>\n<p>die Felder regelm\u00e4\u00dfig ged\u00fcngt wurden und der Bestand an Obstb\u00e4umen gewahrt wurde.<\/p>\n<p>Nachfolger von Abt Engelbert wurde Isfried Bre\u00dfle (1709-1718) Das Notariatsinstrument zur Wahl von Abt Isfried wurde am 5. Februar 1709 erstellt (GLA 34 Nr.169)<\/p>\n<p>Am 15. September 1713 erm\u00e4chtigte Alexander Borgia, Abt von Trinitatis, apostolischer Notar und Generalauditor und apostolischer Administrator der Nuntiatur in K\u00f6ln, den Abt Isfried von Allerheiligen, die in dem Dekanat Ottersweier sich vorfindenden profanierten und entweihten Alt\u00e4ren wieder zu weihen. (GLA 34 Nr.112)<\/p>\n<p>Die&nbsp; Gesundheitsvorsorge scheint&nbsp; im Kloster Allerheiligen einen guten Stellenwert eingenommen zu haben. Hatte schon Probst Norbert 1642 einen renommierten Klosterarzt angestellt, so schloss&nbsp; Abt Isfried 1715 mit dem Offenburger Physikus Dr. Miedinger einen Vertrag nach dem dieser zwei mal im Jahr nach Oberkirch und Allerheiligen kommen&nbsp; und dort die \u00fcblichen Aderl\u00e4sse anzuordnen. F\u00fcr den Fall dass er au\u00dfer Reihe kommen musste, war ein gesondertes Honorar vereinbart. (Fecht S. 50)<\/p>\n<p>Abt Isfried verstarb 1718. Zu seinem Nachfolger wurde Abt Joachim Bahr (1718-1747) gew\u00e4hlt. Abt Joachim stammte aus Hechingen.<\/p>\n<p>Eine Klosterhandschrift des 18. Jahrhunderts (zit. nach Kraus 1983) schreibt \u00fcber Abt Joachim &#8222;Er war ein Mann von gef\u00e4lligem und heiterem Wesen, &#8230; wegen seiner guten Sitten und frommen Lebens sehr beliebt, ein Vorbild im Studieren und Beten und den geistlichen \u00dcbungen f\u00fcr unsere Gemeinschaft\u201d.<\/p>\n<p>Das Notariatsinstrument \u00fcber die Wahl Abt Joachims wurde am 14. Juli 1718 erstellt.(GAL 34 Nr.178)<\/p>\n<p>Am 6. Februar 1722 trafen der Abt mit seine Rebleuten folgendes Abkommen: <\/p>\n<p>Das Kloster Allerheiligen am Schwarzwald trifft mit seinen s\u00e4mtlichen Rebleuten einen Accord und eine Abrede, unter welchen Bedingungen es dieselben auf 8 Jahre lang auf allen ihm geh\u00f6rigen Rebh\u00f6fen angenommen, doch dem Kloster wie auch jedem Rebmann insbesondere oder s\u00e4mtlichen Rebleuten insgemein den willk\u00fcrlichen Aberwandel im 4. Jahre vorbehalten. (GAL 34 N.103 ) Aberwandel bedeutet das Recht auf \u00c4nderung der Abrechnung.  <\/p>\n<p>Am 25. Mai 1728 schloss der Konvent von Allerheiligen mit dem Franziskanerorden und&nbsp; Joseph Maria Baldrati de Ravenna (1725-1731), General des Franziskanerordens eine Gebetsgemeinschaft. (GAL 34 Nr.113)  <\/p>\n<p>Die Spannungen verst\u00e4rkten sich unter Abt Joachim. 1731 wollte einer der bisch\u00f6flichen Beamten von Bauern auf klostereigenem G\u00fctern Steuer erheben. Sie verweigerten die Zahlung mit Hinweis auf die Privilegien des Klosters.<\/p>\n<p>Darauf hin lie\u00df er unter Anwendung von Gewalt ihre H\u00e4user verbrennen. Der Konvent wandte sich daraufhin an das kaiserliche Hofgericht in Wien. Der Fall war dort bis 1742 anh\u00e4ngig. In diesem Jahr erkl\u00e4rten sich Joachim und der Konvent<\/p>\n<p>bereit, den Stra\u00dfburger Bischof Armand I. den Titel eines&nbsp; \u201cdominus territorialis\u201d, also Landesherren zuzugestehen, wenn er seinerseits die Privilegien Allerheiligens anerkenne.&nbsp;&nbsp; Der Generalabt in Pr\u00e9montr\u00e9 Bruno B\u00e9court (1741-1757) wurde dar\u00fcber in einem Schreiben informiert. (GLA 84\/62)<\/p>\n<p>Die R\u00e4te des Bischofs nahmen zwar das Schreiben in Empfang, aber best\u00e4tigten es nicht.<\/p>\n<p>Abt Joachim verstarb 1747. 1746 wurde Lorenz Schlecht (1746-1752)zum neuen Abt von&nbsp; Allerheiligen gew\u00e4hlt. Am 28. Mai 1746 wurde das Notariatsinstrument zur Wahl erstellt. (GAL 34 Nr. 171) Die Wahl von Abt Lorenz wurde am 18. Juli 1746 vom Weibischof<\/p>\n<p>und Generalvikar von Stra\u00dfburg Johann Franz Riccius&nbsp; bet\u00e4tigt. (GAL&nbsp; 34 Nr. 172) Gleichzeig gestattete dieser, dass Abt August Dornbl\u00fcth (1746-1775) vom Benediktinerkloster Ettenheim die Weihe von Abt Lorenz vornahm.<\/p>\n<p>Abt Lorenz verstarb 1752. Zu seinem Nachfolger wurde Karl Pulcher (1756-1766)<\/p>\n<p>Schon im Juni 1749 hatte es auf dem Stra\u00dfburger Bischofstuhl einen Wechsel gegeben. Armand II. Fran\u00e7ois Auguste de Rohan-Soubise (1749-1756) war auf Armand I. gefolgt. Er war der Gro\u00dfneffe seines Vorg\u00e4ngers.<\/p>\n<p>Nach der Wahl von Abt Karl erreichte der Streit zwischen Kloster Allerheiligen und den Stra\u00dfburger Bisch\u00f6fen seinen H\u00f6hepunkt. <\/p>\n<p>Abt Karl teilte Bischof Armand II. seine Wahl mit und bat ihn, drei Benediktiner\u00e4bten zu gestatten, ihm die Abtsweihe zu erteilen. Darauf antwortete der Bischof, dies nur zu gestatten, wenn der Konvent von Allerheiligen sich<\/p>\n<p>verpflichte, ihm den Tod des Abtes und den Tag der Abtswahl zu melden, bei den Vorbesprechungen zur Wahl einen bisch\u00f6flichen Kommissar zuzulassen und die Wahlurkunde zur Pr\u00fcfung vorzulegen.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich lehnte der Konvent dies ab, da sie gegen die Privilegien&nbsp; des Pr\u00e4monstratenserordens im allgemeinen, insbesondere aber gegen die von Allerheiligen seien. Der Bischof reagierte und verweigerte die Ausstellung der Konfirmationsurkunde.<\/p>\n<p>Er erteilte auch die Genehmigung zur Abtsweihe nicht. Der Generalvikar erh\u00f6hte den Druck weiter, indem er den vom Kloster&nbsp; vorgesehen Pater f\u00fcr die Pfarrei Nussbach nicht investierte, Die Kanoniker durften nun weder im Kloster noch in den Pfarreien<\/p>\n<p>die Beichte h\u00f6ren. Das Kloster hatte inzwischen einen Zulauf von 10.000 Gl\u00e4ubigen im Jahr, die zur Beichte kamen, also auch durchaus eine beachtliche Einnahmequelle. Dem Kloster wurde die Seelsorge in den Pfarreien entzogen und daf\u00fcr<\/p>\n<p>Kapuziner aus der Ortenau eingesetzt. Allerheiligen sollte diesen j\u00e4hrlich 200 fl, das sind etwa 41.821,00 \u20ac.<\/p>\n<p>Abt Karl gab nicht klein bei, sondern nahm den Kampf auf. Er wandte sich zun\u00e4chst an den Generalvikar der Schw\u00e4bischen Zirkarie Joseph Seitz, Abt von Kloster Ursberg und Generalvikar von 1746-1771.Dieser war ihm eine gute St\u00fctze.<\/p>\n<p>An Kaiserin Maria Theresia (1745 \u20131780) wandte er sich und nat\u00fcrlich an den Generalabt Bruno B\u00e9court, dem in Ordensangelegenheiten die letzte Entscheidung zustand. Als alle Bem\u00fchungen um die R\u00fccknahme der Beschl\u00fcsse vergeblich waren,<\/p>\n<p>blieb ihm als letzte Instanz Papst Benedikt XIV (1740-1758). Er legte eine Protestation in Rom ein. (GAL 34 Nr. 173)<\/p>\n<p>Der Regestentext: \u201c Kloster Allerheiligen legt in seinen Streitigkeiten mit dem Bistum Stra\u00dfburg eine Protestation ein und ruft die Entscheidung des p\u00e4pstlichen Stuhles an. Mit dem Vermerk \u00fcber die erfolgte Insinuation der Protestation vom 12. Februar. Das St\u00fcck bezieht sich ohne Zweifel auf die Streitigkeiten des Klosters mit dem Bistum, wegen der von dem Bistum \u00fcber das Kloster beanspruchten Hoheitsrechte und wegen der Besetzung der Pfarreien mit Klostergeistlichen. 11. Februar 1757\u201d<\/p>\n<p>Auf dem Stra\u00dfburger Bischofstuhl hatte es erneut eine \u00c4nderung gegeben. Armand II. war am 28. Juni 1756 verstorben. Auf ihn folgte Louis C\u00e9sar Constantin de Rohan-Gu\u00e9m\u00e9n\u00e9 (1756-1779), der 3. Stra\u00dfburger Bischof in Folge aus dem Hause Rohan.<\/p>\n<p>Der neue Bischof lenkte ein. Durch Vermittlung vo Generalabt Bruno B\u00e9court kam ein Vertrag mit Bischof Louis C\u00e9sar Constantin&nbsp; zustande, der am 22. Juni 1757 in Saverne unterzeichnet wurde. (GAL 34 Nr.174)<\/p>\n<p>Der Regestentext ist wie folgt:&nbsp; \u201cVertrag zwischen dem Bischof Ludwig Konstantin von Stra\u00dfburg und dem Kloster Allerheiligen, durch den das Kloster den Bischof als Landesherrn und Ordinarius anerkennt und die dem Bischofe bez\u00fcglich der Abtswahlen <\/p>\n<p>zustehenden Rechte festgestellt werden. 22. Juni 1757\u201d<\/p>\n<p>Mit der Unterzeichnung waren die Schwierigkeiten ausger\u00e4umt und die Wahlbest\u00e4tigung durch den Stra\u00dfburger Bischof erfolgte einen Tag sp\u00e4ter. (GAL 34 Nr. 175). In dieser Urkunde wurde auch das Recht best\u00e4tigt, die Abtsweihe vom Abt von Gengenbach zu empfangen.<\/p>\n<p>Dieser, Benedikt Rischer (1743\u20131763) nahm die Weihe vor. Die \u00fcbrigen Ma\u00dfnahmen wurden auch zur\u00fcckgenommen.<\/p>\n<p>Abt Karl verstarb 1760. Fecht wird bei den folgenden \u00c4bten etwas ungenau. Er f\u00fchrt als 40. Abt Isfried Christ an, gibt aber nur eine Jahreszahl an, n\u00e4mlich 1777. Dann folgt bei ihm als 41. Abt folgt bei ihm Abt Felix aber auch nur mit der Zeitangabe 1783.<\/p>\n<p>Sturm nennt im W\u00fcrttembergischen Glockenbuch Abt Felix Kemmerle mit den Jahreszahlen 1766-1797<\/p>\n<p>Am 17. Mai 1762 ernannte und investierte der Gengenbacher Abt Benedikt Rischer den Prior von Allerheiligen und Professor des kanonischen Rechts Leopold Schweinhueber zum Apostolischen Notar. (GAL 34 Nr.76)<\/p>\n<p>Hugo Schneider schreibt in der Geschichte des Klosters Allerheiligen im Schwarzwald dass Abt Felix 1773 die Gebeine der Katakombenheiligen KLemens und Bonifatius nach Allerheiligen \u00fcberf\u00fchren. Das zog weitere Pilger an.<\/p>\n<p>An hohen Festtagen str\u00f6mten \u00fcber 2000 Pilger nach Allerheiligen.<\/p>\n<p>Auch Allerheiligen war dem Barock gegen\u00fcber aufgeschlossen.&nbsp; Aber die beschr\u00e4nkten r\u00e4umlichen und finanziellen Verh\u00e4ltnisse der Abtei, aber auch der sparsame Sinn der \u00c4bte verhinderten einen Neubau der Klosterkirche.<\/p>\n<p>Nach den oben erw\u00e4hnten Altarbilder, die Abt Anastasius 1658 anschaffte, lie\u00df Abt Karl Pulser 1756 den Josefsaltar errichten und gab ein neues Chorgitter in Auftrag. (GLA 84 Nr. 49)<\/p>\n<p>Abt Felix Kemmerle lie\u00df neue Seitenalt\u00e4re aufstellen.<\/p>\n<p>Der Streit mit dem Stra\u00dfburger Bischof Louis C\u00e9sar Constantin&nbsp; flammte 1772-1773 wieder auf. Er hatte vor seinem Amtsantritt als Bischof kanonisches Recht an der Sorbonne studiert. 1720 trat er dem Ritterorden der Malteser bei. Er wurde Kapit\u00e4n<\/p>\n<p>der Flotte des Malteserordens. 1756 wurde er zum Stra\u00dfburger Bischof gew\u00e4hlt. Am k\u00f6niglichen Hof in Versailles setzte er sich f\u00fcr die Belange der Els\u00e4sser ein.&nbsp; Auch um die Kirchenzucht in&nbsp; seinem Bistum nahm er sich an.<\/p>\n<p>\u00c4hnlich wie Kaiser Joseph II. (1765-1790) orientierte er sic h in seiner Regierungszeit an aufkl\u00e4rerischen Idee. Joseph II. beendete unter anderem die jahrhundertealte Tradition der Wallfahrten, verbot die Marianischen Vereine, schaffte Feiertage ab, lie\u00df Votivtafeln entfernen, hob Kl\u00f6ster auf und entweihte Kirchen. Bischof Louis erlie\u00df 1772 aus \u201clandesf\u00fcrstlicher Macht\u201d eine Verordnung gegen die Kl\u00f6ster seines Bistums (GLA 84\/66) Darin untersagte er Kl\u00f6stern den Erwerb von H\u00e4usern oder anderen Liegenschaften. Er befahl ihnen, durch Verpf\u00e4ndung erworbene G\u00fcter zu verkaufen.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem bestimmte er, dass u Abgaben verpflichtete G\u00fcter zu Steuern herangezogen wurden. Dies alles bereitete dem Kloster keine Schwierigkeiten,&nbsp; da das Kloster dies schon immer befolgt hatte. Bischof Louis verbot aber geistlichen H\u00e4usern auch, Erbschaften<\/p>\n<p>an zutreten. Bei den beschr\u00e4nkten Eink\u00fcnften des Klosters war dieses aber auf Erbschaften angewiesen. Abt Felix schlug dem Bischof deshalb vor, eine H\u00f6he der Erbschaft auf 2000 fl. zu begrenzen, das sind etwa 418.215,00 \u20ac. H\u00f6here Summen k\u00e4men bei der Armut<\/p>\n<p>der Bev\u00f6lkerung ohnehin nicht vor.&nbsp; Wenn der Bischof diese Bestimmung nicht zur\u00fcckn\u00e4hme, sehe er die wirtschaftliche Existenz seines Klosters bedroht, aber auch der bisch\u00f6flichen Untertanen, die im Stift arbeiteten. Der Bischof ging darauf nicht ein,<\/p>\n<p>weil die Verordnung dem allgemeinen Wohl diene und auf den Maximen der Vernunft gegr\u00fcndet sei. Wie der Streit endete, ist nicht bekannt.<\/p>\n<p>Bischof Louis C\u00e9sar Constantine verstarb am 11. M\u00e4rz 1779. Sein Nachfolger wurde sein Neffe Louis Ren\u00e9 \u00c9douard de Rohan-Gu\u00e9m\u00e9n\u00e9 (1779-1803)<\/p>\n<p>Mit ihm hatte Kloster Allerheilige n wieder ein besseres Verh\u00e4ltnis.<\/p>\n<p>In der Nacht vom 7. auf 8. September 1779 fiel das bisch\u00f6fliche Schloss in Saverne einem Brand zum&nbsp; Opfer.<\/p>\n<p>1783 forderte Generalvikar Johannes Franz Angelus d\u2019Eymar Abt Felix auf, das Geld des Klosters beim F\u00fcrstbischof gegen Zins anzulegen, damit dieser das abgebrannte Schloss wieder aufbauen konnte (GLA 84\/67). Der Wunsch wurde vermutlich nicht erf\u00fcllt.<\/p>\n<p>Im Juli 1489 brach in Frankreich die Revolution aus.<\/p>\n<p>Bischof Louis Ren\u00e9 \u00c9douard floh in die rechtsrheinischen Besitzungen des Bistums und residierte zun\u00e4chst bis 1796 als Landesherr in Ettenheim. Um seine Finanzen aufzubessern, versuchte er 1792 sich Kloster Allerheiligen einzuverleiben, was ihm aber nicht gelang.<\/p>\n<p>Die Folgen der Revolution waren nun auch in Allerheiligen zu sp\u00fcren. In Frankreich mussten die Geistlichen einen Eid auf die Verfassung ablegen, was viele verweigerten. Sie verlie\u00dfen das Land und suchten in den rechtsrheinischen Kl\u00f6stern Untersachlupf.<\/p>\n<p>Allerheiligen nahm von 1794-1796 12 Studenten des Theologischen Seminars von Stra\u00dfburg mit ihrem Dozenten Bruno Franz Leopold Liebermann 1759-1844). Dieser lehrte dann in Allerheiligen Kirchenrecht und Dogmatik.<\/p>\n<p>1828 wurde er Generalvikar in Stra\u00dfburg.<\/p>\n<p>Abt Felix verstarb 1797. Sein&nbsp; Nachfolger wurde Abt Wilhelm Fischer (1797-1801) als letzter Abt von Allerheiligen. Er stammte aus Oberkirch, wo er am 06. Februar 1741 geboren wurde.<\/p>\n<p>Von 1793-1796 war er Seelsorger in Ebersweier.<\/p>\n<p>Das Kloster hatte stark unter den Auswirkungen der Koalitionskriege zu leiden. Verpflegungen, Einquartierungen, Kontributionen und Erpressungen zwangen 1798 Abt Wilhelm zum Verkauf von Silber und Wertgegenst\u00e4nden, um die gr\u00f6\u00dfte Not zu \u00fcberstehen.<\/p>\n<p>1797 brannte in Oberkirch der Klosterhof v\u00f6llig ab,&nbsp; der aber unverz\u00fcglich in derselben schlichten klassizistischen Form wieder aufgebaut wurde.Am nicht mehr genutzten Eingang mit Au\u00dfentreppe ist das Doppelwappen des Klosters Allerheiligen und seines letzten Abtes Wilhelm Fischer angebracht.<\/p>\n<p>Heute befindet sich dort die Altstadtschule.<\/p>\n<p>Dem Beispiel der franz\u00f6sischen Revolution folgend zogen 1789 Bauern aus&nbsp; Renchen, Ulm, Waldulm und Kappelrodeck bewaffnet gegen Allerheiligen und bedrohten es.<\/p>\n<p>Der Friede von&nbsp; Lun\u00e9ville vom 9. Februar 1801 regelte die rechtliche Eingliederung der 1794 besetzten linksrheinischen Gebiete in das franz\u00f6sische Staatsgebiet.<\/p>\n<p>Den F\u00fcrstent\u00fcmern des Heiligen R\u00f6mischen<strong> <\/strong>Reichs wurde eine Entsch\u00e4digung durch die S\u00e4kularisation geistlicher und zum Teil auch Mediatisierung kleinerer weltlicher Territorien zugesagt.<\/p>\n<p>Der Reichsdeputationshauptschluss vom 25. Februar 1803 war die rechtliche Grundlage zur S\u00e4kularisation. <\/p>\n<p>Am 29.11. 1802 wurde Kloster Allerheiligen nach 600-j\u00e4hrigem Bestehen durch den Markgrafen (1771-1803)und sp\u00e4teren Kurf\u00fcrsten Karl Friedrich von Baden (1803-1806) aufgehoben.<\/p>\n<p>Als das Kloster aufgehoben&nbsp; wurde, z\u00e4hlte der Konvent 29 Mitglieder. Alle Kanoniker mussten Kloster Allerheilgen verlassen. Alle Patres, die nicht in der Seelsorge verwendet konnten, siedelten in das Rektoratshaus nach Lautenbach \u00fcber.<\/p>\n<p>Das Rektoratshaus ist an die Wallfahrtskirche angebaut und ist heute das Pfarrhaus.<\/p>\n<p>Die staatliche Beh\u00f6rde setzte f\u00fcr die Patres die Rente fest, und zwar f\u00fcr den Abt 3000 fl pro Jahr, das entspricht immerhin 619.682 \u20ac p.a., f\u00fcr die \u00fcber 60 \u2013j\u00e4hrigen Konventualen&nbsp; 500 fl, das sind etwa 102.902 \u20ac, f\u00fcr die unter 60 <\/p>\n<p>Jahren 450 fl., das sind etwa 92.952 \u20ac.<\/p>\n<p>Wirtschaftlich stand das Kloster gut da. Allein der Waldbesitz umfasste 4500 Jauchert, das sind etwa 1490 Hektar und erwirtschaftete j\u00e4hrlich 2.400 fl., das sind etwa 495.746,00 \u20ac.<\/p>\n<p>Die j\u00e4hrlichen Ertr\u00e4ge der 30 Maier-und Rebh\u00f6fe wurden auf 7.500 fl gesch\u00e4tzt, das sind etwa 1.549.206,00 \u20ac. <\/p>\n<p>Die j\u00e4hrlichen Gesamteink\u00fcnfte des Klosters wurden bei der S\u00e4kularisation auf 28.000 fl. gesch\u00e4tzt. Davon gingen nach \u00dcbernahme des badischen Staates an Pensionen und Pfarrergeh\u00e4ltern 13.400 fl. ab, durchaus ein Gesch\u00e4ft f\u00fcr den badischen Staat also.<\/p>\n<p>Das Kloster hatte 30.000fl zu 5% Gelder an Bed\u00fcrftige verliehen, die alle zur\u00fcckgefordert wurden. An Bargeld war bei \u00dcbernahme noch 5000 fl. vorhanden, also etwa 1.032.804,00 \u20ac. <\/p>\n<p>Besondere Werte und Kunstsch\u00e4tze gab es in Allerheiligen nicht. Das Silbergeschirr sowie wertvolle Gem\u00e4lde wurden der Hof\u00f6konomie in Karlsruhe \u00fcbergeben. Monstranzen und Kelch gingen an die Wallfahrtskirche in Lautenbach und die Katholische Kirchenkommission in Bruchsal.<\/p>\n<p>Das Klosterarchiv kam nach Karlsruhe., die Bibliothek zum Teil&nbsp; an die Universit\u00e4tsbibliothek nach Heidelberg zum Teil an die Hofbibliothek&nbsp; nach Karlsruhe. Auch die Patres konnten aus einem Restbestand B\u00fccher f\u00fcr sich nehmen.<\/p>\n<p>Die Abtsinsignien kaufte Abt Wilhelm. Er lebte von 1803-1818 im Rektoratshaus in Lauterbach. Ihm war schon 1803 jegliche weltliche Administration unter sagt worden.<\/p>\n<p>Er&nbsp; verstarb am 02. Mai 1824 in Oberkirch .<\/p>\n<p>Am 04.1805 wurde der Haushalt versteigert, ebenso sie Meier-und Rebh\u00f6fe.<\/p>\n<p>Das Kloster sollte eigentlich in eine Korrektionsanstalt, das ist eine Besserungsanstalt f\u00fcr Kleriker verwandelt werden.<\/p>\n<p>Am 6. Juni 1804 schlug nachts w\u00e4hrend eines Gewitters der Blitz in die Turmspitze ein. Das Schindeldach brannte ab,&nbsp; ebenso das Dach und das obere Stockwerk des anschlie\u00dfenden Klausurgeb\u00e4udes. Erhalten blieben die Alt\u00e4re, die Kanzel und die Orgel.<\/p>\n<p>Vom Feuer verschont blieben die Pr\u00e4latur und die anderen Geb\u00e4ude. Der Plan f\u00fcr die Besserungsanstalt war hinf\u00e4llig geworden.<\/p>\n<p>Der Fabrikant Brenneisen aus Iffezheim plante in Allerheiligen eine Wollspinnerei einzurichten. Wegen der abseitigen Lage und den schlechten Zufahrtsm\u00f6glichkeiten aber auch wegen des Unverm\u00f6gens von Brenneisen musste das Vorhaben trotz<\/p>\n<p>hoher F\u00f6rderung durch Baden 1806 aufgegeben werden. Es fand sich keine weitere Verwendungsm\u00f6glichkeit f\u00fcr die Geb\u00e4ude und es k\u00fcmmerte sich auch niemand um sie. Deshalb wurden sie 1816 auf Abbruch versteigert.<\/p>\n<p>1840 wurden die Allerheiligen&nbsp; Wasserf\u00e4lle (auch ButtensteinerWasserf\u00e4lle) touristisch erschlossen. Im Zuge der Romantik zog die Ruine weitere Besucher an.<\/p>\n<p>1853 besuchte Karl Baedecker, Verleger, Autor und Begr\u00fcnder der Baedecker Reisef\u00fchrer die Abtei-Ruine und beschrieb sie, was sie bekannter machte und die Besucherzahl steigerte.<\/p>\n<p>Aufgrund der Erw\u00e4hnung kam auch Mark Twain 1878 auf seiner Europareise nach Allerheiligen, beschrieb in seinem Buch \u201cA Tramp Abroad\u201d Ruine und Hotel.<\/p>\n<p>\u201cDie Schlucht zu unseren F\u00fc\u00dfen \u2013 genannt Allerheiligen \u2013 bot am Ende ihres grasbewachsenen Bodens gerade genug Platz f\u00fcr ein abgeschieden von der Welt mit ihren Bel\u00e4stigungen gelegenes, gem\u00fctliches, entz\u00fcckendes Menschennest, und folglich hatten die M\u00f6nche der alten Zeit nicht verpasst, es zu entdecken. Hier waren die braunen und anmutigen Ruinen ihrer Kirche und ihres Konvents, die bewiesen, dass auch die Priester vor siebenhundert Jahren bereits den gleichen guten Riecher hatten, die besten Winkel und Ecken eines Landes aufzusp\u00fcren, wie heute.\u201c <\/p>\n<p>Heute befindet sich ein Hotel in Allerheiligen, ein Landschulheim und eine religi\u00f6se Tagungsst\u00e4tte des Caritasverbandes Mainz und ein Tagungszentrum der EOS Erlebnisp\u00e4dagogik Freiburg<\/p>\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"undefined\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/b\/bb\/Allerheiligen1753.jpg\" width=\"1063\" height=\"841\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Der Heilige Norbert von Xanten (*1080\/1085-+6. 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