{"id":3259,"date":"2022-01-29T15:27:24","date_gmt":"2022-01-29T15:27:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=3259"},"modified":"2022-01-29T15:27:24","modified_gmt":"2022-01-29T15:27:24","slug":"zisterzienserkloster-langheim","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=3259","title":{"rendered":"Zisterzienserkloster Langheim"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/b\/bb\/Alanus_Bittermann_Ansicht_Kloster_Langheim_1800.jpg\/1024px-Alanus_Bittermann_Ansicht_Kloster_Langheim_1800.jpg\"><\/p>\n<p>Am 1. August 1133&nbsp; wurde Kloster Langheim als drittes Tochterkloster von Kloster Ebrach nach Rein und Heilsbronn gegr\u00fcndet. Als Gr\u00fcnder trat Bischof Otto I. von Bamberg&nbsp; (1102 \u20131139 ) auf (zu Bischof Otto siehe Mei B\u00fcchle, Kloster Heilsbronn)<\/p>\n<p>Drei Br\u00fcder aus dem Ministerialenstand, n\u00e4mlich ein Hermann, Wolfram und Gundeloh stellten das Gel\u00e4nde zur Verf\u00fcgung, auf dem das Kloster gegr\u00fcndet werden sollte. Gundeloh ist wohl der Ministeriale, der in&nbsp; der Urkunde&nbsp; StABa Kloster Langheim, Urkunden 13 genannt wird.&nbsp; Bischof Otto gab noch das \u201cpredium\u201d Trieb im oberen Maintal&nbsp; dazu. Gundeloh wurde sp\u00e4ter mit seiner Gattin in Kloster Langheim bestattet. Das ist das erste bekannte Laienbegr\u00e4bnis in Langheim.<\/p>\n<p>Trieb wurde sp\u00e4ter einer der wichtigsten Klosterh\u00f6fe Langheims. Das Wort \u201cpredium\u201d deutet daraufhin, dass es sich bei der Schenkung nicht um unbebauten Boden handelte.<\/p>\n<p>Abt Adam von Ebrach (1127\u20131167\/69 ) schickte einen gleichnamigen Abt Adam (1132\u20131180\/81 ) nach Langheim. Langheim \u00fcbernahm auch die Patrone von Kloster Ebrach&nbsp; Maria, Johannes Evangelist und Nikolaus.<\/p>\n<p>Nach der \u201cHistorischen und topographischen Beschreibung des kaiserlichen Hochstifts und F\u00fcrstentum Bamberg\u201d von Johann Baptist Roppelt,N\u00fcrnberg 1801, S. 218 kaufte Abt Adam von Langheim 1153 vom Kloster Michelfeld in der Oberpfalz mehrere G\u00fcter in Tambach und erbaute dort ein Schloss.<\/p>\n<p>1156 bekam das Kloster dort den Zehnten geschenkt und 1158 erwarb es das Dorf Untertambach. Durch weitere K\u00e4ufe und Schenkungen sowie Tausch entwickelte sich 1180 der Klosterhof Tambach, der im 13. Jahrhundert zum Klosteramt erhoben wurde. Dieses wurde von einem<\/p>\n<p>geistlichen Hofmeister verwaltet. Den Hof nahm der W\u00fcrzburger Bischof Reginhard von Abenberg (1171-1186) 1180 in seinen Schutz.(StABa, Kloster Langheim, Urkunden 17) Mit dem Schutz von Tambach wurde auf Wunsch von Abt Adam Berthold (um 1110\/1115-1180)Graf von Istrien, dem Bruder von Graf Poppo I.(+1148) und Bischof Otto II. betraut.<\/p>\n<p>Zu den fr\u00fchen G\u00f6nnern des Kloster z\u00e4hlte Cuniza, die Frau des Grafen Poppo von Andechs-Plassenburg (um110-1115-1148) die an Langheim zwischen 1137 und 1139 mehrere G\u00fcter \u00fcberlie\u00df.<\/p>\n<p>Schon 1144, also gerade 11 Jahre nach der eigenen Gr\u00fcndung, wurde der erste Gr\u00fcndungskonvent nach Kloster Plasny in Westb\u00f6hmen entsandt. Gegr\u00fcndet wurde das Kloster von Herzog Wladislaw II. (1140-1172)<\/p>\n<p>1147 erfolgte die erste p\u00e4pstliche Best\u00e4tigung durch Papst Eugen III. (1145-1153). Er nahm das Kloster in seinen p\u00e4pstlichen Schutz, best\u00e4tigte die Zehntfreiheit f\u00fcr die G\u00fcter im Eigenbau und z\u00e4hlte den Besitz im einzelnen auf.<\/p>\n<p>(F. Geldner Besitz und wirtschaftliche Entwicklung der ehemaligen Cisterzienserabtei Langheim bis zum Ende des 14. Jahrhunderts, Jahrbuch f\u00fcr fr\u00e4nkische Landesforschung 5, 1939, S. 26)<\/p>\n<p>1152 bekam Kloster Langheim vom Bamberger Bischof Eberhard II. von Otelingen (1146 \u20131170 )&nbsp; im Weiler Lindenau (heute ein Ortsteil von Heldburg im Kreis Hildburghausen in Th\u00fcringen) zu gemeinsamen Nutzung mit Kloster Ebrach eine Salzquelle. Konrad III.(1138-1152) best\u00e4tigte dies mit seiner Urkunde vom 2. Februar 1152. (RI Konrad III. \u2013 RI IV,1,2 n. 787). Au\u00dferdem best\u00e4tigte Papst Eugen III. 1145-1153)diese Schenkung. StABa Langheim <b><\/b>1152 V 16. <\/p>\n<p>1154 scheint die erste Klosterkirche fertiggestellt worden zu sein.<\/p>\n<p>Am 11. Juni 1155 nahm Kaiser Friedrich I. (1152-1190) Kloster Langheim in seinen Schutz.<\/p>\n<p>Ab 1180 wurde die Familie&nbsp; der Andechs-Meranier zu den gro\u00dfen G\u00f6nnern von Kloster Langheim. Langheim wurde neben Diessen am Ammersee zum Hauskloster der Familie. Auch die Grablege wechselte von Diessen nach Langheim.<\/p>\n<p>Abt Adam von Langheim verstarb 1180 oder 1181.&nbsp; (nach Ussermann&nbsp; schon 1173 (Episcopatus Bambergensis sub metropoli Moguntina chronologice ac diplomatice illustratus ( 1801 ) S. 362)<\/p>\n<p>Auf ihn folgte Abt Rapoto (1181-1207) (nach Ussermann 1173)<\/p>\n<p>Um 1193 war die mittelalterliche Klosteranlage fertiggestellt.<\/p>\n<p>Im Jahr 1197 bekam Kloster Langheim von dem Ministerialen Gundeloh ein Anwesen in Bamberg&nbsp; in der Oberen Karolinenstra\u00dfe 8 geschenkt. Es war zun\u00e4chst von den drei fr\u00e4nkischen Zisterzen Ebrach, Heilsbronn und Langheim gemeinsam zu nutzen.<\/p>\n<p>Das war der Grundstock zum Langheimer Klosterhof in Bamberg. <strong>(<\/strong> Die Urkunde zur Schenkung: 1154 VI Bamberg, Staatsarchiv- Kloster Langheim Urkunden(Fond) \u201cBischof Eberhard von Bamberg schenkt den Kl\u00f6stern Langheim, Heilsbronn und Ebrach einen Hof und eine Kapelle in Bamberg beim St. Jakobs-Tor zur gemeinsamen Nutzung durch die Zisterzienser.<\/p>\n<p>Kloster Langheim erwarb als letzte der fr\u00e4nkischen Zisterzen einen Stadthof in W\u00fcrzburg. 1287 erhielt Kloster Langheim eine Schenkung, aus der sich der W\u00fcrzburger Stadthof entwickelte. Neben diesen beiden H\u00f6fen errichtete das Kloster noch einen Stadthof in Kulmbach<\/p>\n<p>Der Kulmbacher Amtshof ist wohl aus der Katharinenkapelle entstanden, die im Wohnhaus des Geistlichen Albrecht, dem Schreiber des Grafen <em><\/em>Otto VII. von Orlam\u00fcnde (+ 1340) war. Die Abgabepflichtigen des Klosters gaben dort ihre Abgaben ab. Der Klosterhof oder M\u00f6nchshof wie er auch genannt wurde, wurde 1553 wie die gesamte Stadt ein Raub der Flammen. 1691 wurde dort ein Barockbau nach den Pl\u00e4nen des bambergischen Hofbaumeisters Leonhard Dientzenhofer begonnen. Er war eine katholische Oase im protestantischen Kulmbach.<\/p>\n<p>Nicht nur in den St\u00e4dten mit zentraler Wirtschaftsfunktion wie in W\u00fcrzburg hatten die Zisterzienser H\u00f6fe errichtet, sondern auch&nbsp; wichtige Wirtschaftsh\u00f6fe wurden zu M\u00e4rkten ausgebaut. Kloster Langheim richtete in seinen \u201cEigen\u201d in Teuschnitz und Leugast M\u00e4rkte ein.<\/p>\n<p>Allerdings musste sie diese 1380 an den Bischof von Bamberg verkaufen. (s.u.) Die Bisch\u00f6fe hatten die Ansiedlung der Stadth\u00f6fe wohl bewusst gef\u00f6rdert und es war durchaus eine win win Situation f\u00fcr beide. Den aufbl\u00fchenden Markt der Bischofst\u00e4dte konnten die Zisterzienser beliefern,<\/p>\n<p>was wiederum en Handelsinteressen der Zisterzienser entgegen kam. Wichtig war f\u00fcr die Kl\u00f6ster auch der Stadthof als g\u00fcnstiger Absatzmarkt, um dort Geld f\u00fcr den Erwerb fehlender Produkte und mehr noch&nbsp; f\u00fcr den Kauf von Land und die Abl\u00f6sung von Rechten anderer<\/p>\n<p>zur Abrundung des Besitzkomplexes und zur Konsolidierung der Klosterwirtschaft zu verdienen. Die Ausweitung der Pachtwirtschaft st\u00e4rkte die Stadth\u00f6fe in ihrer Funktion als Verwaltungszentren und als Hebestelle f\u00fcr Geld und Naturalabgaben aus der Stadt oder in der Umgebung.<\/p>\n<p>Mit Bischof Otto II (1177-1196)bestieg das erste Mitglied aus der Familie der Andechs-Meranier den Bamberger Bischofsstuhl. Seine beiden Vorg\u00e4nger Bischof Eberhard II. (1146 \u20131 70) und Hermann II.(1170 \u20131177 ) hatten nur wenig zur Besitzmehrung von Kloster Langheim beigetragen.<\/p>\n<p>Bischof Hermann hatte dem Kloster eine M\u00fchle an der Weismain bei Altenkunststadt geschenkt sowie G\u00fcter im Frankenwald. Bischof Otto II. hatte das Kloster eine betr\u00e4chtliche Mehrung des Besitzes zu verdanken. Nicht umsonst wurde er von Zeitgenossen mit dem dem Beinamen<\/p>\n<p>\u201cder Freigiebige\u201d bedacht<\/p>\n<p>1186 schenkte Bischof Otto die H\u00e4lfte des Dorfes Hochstadt am Main. (StABa, Kloster Langheim, Urkunden 25). Von&nbsp; dem Edelfreien Eberhard von Reiffenberg&nbsp; kaufte Kloster Langheim unterst\u00fctzt durch Rat und Hilfe Ottos die andere H\u00e4lfte.<\/p>\n<p>1187 l\u00f6ste Otto Lehensanspr\u00fcche eines Heinrich von Lautenberg bei einem Wald um Windheim, heute im Landkreis Kronach, ab, so dass eine Schenkung seines Vorg\u00e4ngers jetzt erst rechtskr\u00e4ftig wurde. Er vergr\u00f6\u00dferte das Gebiet und schenkte noch eine Reihe weiterer D\u00f6rfer im Umkreis dazu,<\/p>\n<p>so wie die Ein\u00f6de Teuschnitz. Dort hatte Abt Rapoto eine Kirche gegr\u00fcndet und neu errichtet. Otto II. erhob die Kirche zur freien Pfarrei.<\/p>\n<p>Erst nach dem Tode Ottos II erhielt Kloster Langheim wieder bedeutendere Schenkungen.<\/p>\n<p>Nach C.A. Schweitzer im Copialbuch der Cistercienser-Abtei Langheim von 1142-1150 im Zweiundzwanzigsten Bericht \u00fcber das Wirken und den Stand des historischen Vereins zu Bamberg im Jahre 1858\/59 nimmt er das Todesjahr von Abt Rapoto das Jahr 1207 an, da er&nbsp; dort in einer Urkunde<\/p>\n<p>noch als Zeuge auftritt.<\/p>\n<p>1204 sollte ein zweites Filialkloster errichtet werden. Kalhoch von Falkenstein berief Zisterzienser aus Langheim nach Schl\u00e4gl im M\u00fchlviertel. Unter extremen klimatischen und wirtschaftlichen Bedingungen kam Abt Theoderich mit seinem Gr\u00fcndungskonvent nach Schl\u00e4gl.<\/p>\n<p>Bischof Wolfger von Erla (Bischof von Passau 1191-1204 Bischof von Passau, bis 1218 Patriarch von Aquileja) best\u00e4tigte 1209 Kloster und Abt alle Rechte und Freiheiten. Im Winter 1214\/1215 starb Abt Theoderich an Entkr\u00e4ftung. Die Br\u00fcder gaben das Kloster auf und kehrten <\/p>\n<p>nach Langheim zur\u00fcck. Am 9. Juli 1218 \u00fcbergab Kalhoch von Falkenstein das gestiftete Kloster an die Pr\u00e4monstratenser aus dem Kloster M\u00fchlhausen in B\u00f6hmen. Diese begannen um 1250 mit der Errichtung der heutigen Klosteranlage. <\/p>\n<p>1207 erhielt Kloster Langheim wieder eine wichtige Schenkung. Ein Hildebrand vom Stein schenkte dem Kloster alle seine G\u00fcter in W\u00fclfingen, heute ein Stadtteil von Ha\u00dffurt. Das waren vor allem Weinberge und es war die erste Erwerbung von Weing\u00fctern in Weinfranken (F.Geldner S. 33)<\/p>\n<p>1207 erfolgte der Erwerb von D\u00f6ringstadt, heute Gemeindeteil von Ebensfeld, zum Teil durch Kauf, zum Teil durch Schenkung (StABa, Kloster Langheim, Urkunden 32)<\/p>\n<p>In diesem Jahr best\u00e4tigte Herzog Otto VII. von Meranien (1205-1234) alle Besitzungen, die seine Eltern Kloster Langheim geschenkt hatten.&nbsp; (StABa, Kloster Langheim, Urkunden 31)<\/p>\n<p>Am 21. Juni 1208 nahm der deutsche K\u00f6nig Philipp von Schwaben (1198-1208) an der Hochzeit von Herzog Otto I. und Beatrix von Burgund, das war die Enkelin von Friedrich Barbarossa, in Bamberg teil. Diese fand am Hofe des Bischofs von Bamberg Ekbert von<\/p>\n<p>Bamberg (1203-1237) statt. Ekbert, aus dem Hause Andechs-Meranien war der Bruder von Otto VII. Bei dieser Hochzeit wurde Philipp von Otto VII. von Wittelsbach ermordet. Ekbert wurde verd\u00e4chtigt, von den Pl\u00e4nen gewusst zu haben, was nie bewiesen wurde.<\/p>\n<p>Von 1208-1211 war er in Reichsacht. Durch Vermittlung von Papst Gregor X. (1210-1216) erreichte er eine genauere Untersuchung der Angelegenheit von kirchlicher Seite. Er wurde dann 1211 wieder in sein Amt eingef\u00fchrt. Herzog Otto war der m\u00e4chtigste Laienherr der Di\u00f6zese, sein Bruder Ekbert der Bischof. 1253 hatten die Wittelsbacher die Herzogsw\u00fcrde in Oberbayern erlangt. Der Schwerpunkt der meranischen Interessen r\u00fcckte in der Folge nach Franken.&nbsp; Die beiden letzten Meranier w\u00e4hlten die Klosterkirche von Langheim als ihre letzte Ruhest\u00e4tte. Otto starb zwar in Besancon, wurde aber von dort nach Langheim \u00fcberf\u00fchrt. Nach der Best\u00e4tigung der Schenkungen der Meranier schenkte Otto VII. dem Kloster 1207 das Predium Langenstat (StABa, Kloster Langheim, Urkunden 36) und 1223 die D\u00f6rfer Langenstat und Euben bei Bayreuth.<\/p>\n<p>Schenkungen von Bischof Ekbert gibt es erstmals 1230. Da stiftete er mit G\u00fctern in Wirkheim (heute Burkheim Gemeinde Altenkunststadt und in Jutenrut (heute Geutenreuth bei Weismain) einen Jahrtag f\u00fcr sich.<\/p>\n<p>In Marienweiher \u00fcbereignete er die dortige Kirche an Kloster Langheim.<\/p>\n<p>Abt Heinrich I. der dritte Langheimer Abt erschien erstmals in einer Urkunde im Jahre 1215. Es ging um einen G\u00fctertausch mit Kloster Fulda.&nbsp; (StABa, Kloster Langheim, Urkunden 34)<\/p>\n<p>Die \u00c4bteliste von Cistopedia f\u00fchrt vier \u00c4bte mit dem Namen Heinrich auf, der letzte Heinrich IV. von 1238-1248 C. A. Schweitzer (s.o) f\u00fchrt nur zwei Heinriche auf. Dann folgt bei beiden Abt Ludwig I. (1248-1256)<\/p>\n<p>Am 20.09. 1245 nahm Papst Innozenz IV. (1243-1254) Kloster Langheim in seinen Schutz und best\u00e4tigte seinen Besitz.<\/p>\n<p>Otto VIII., der letzte Meranier-Herzog beschenkte Kloster Langheim reichlich. Am 27. Juni 1247 schenkte er dem Kloster&nbsp; das \u201cEigen Leugast\u201d, das waren 5 D\u00f6rfer im heutigen Marktleugast. (F. Geldner S. 34).<\/p>\n<p>Am 15. Juni 1248 traf Otto seine letzte Verf\u00fcgung. Er \u00fcbertrug dem Kloster den Besitz von Mistelfeld. Das hatte durchaus eine strategische Bedeutung, denn dort lag eine Burg, die den Eingang zum oberen Maintal sperren konnte. (F. Geldner S. 34).<\/p>\n<p>4 Tage sp\u00e4ter starb er. Er wurde im Kloster Langheim bestattet.<\/p>\n<p>F. Geldner f\u00fchrt auf Seite 46 f\u00fcr das Jahr 1249 eine p\u00e4pstliche Urkunde von Papst Innozenz IV. auf. In dieser Urkunde best\u00e4tigt er den Besitz von Kloster Langheim. Ob es eine andere ist wie die oben f\u00fcr den 20.09.1245 erw\u00e4hnte Urkunde ist, kann ich nicht \u00fcberpr\u00fcfen.<\/p>\n<p>Sie m\u00fcsste auf jeden Fall auf Bitten&nbsp; von Abt Ludwig ausgestellt worden sein.Ludwig erscheint erstmals in einer Schenkungsurkunde als Zeuge in der Otto VIII. Kloster Banz den ganzen Zehnt in Coburg vermachte.<\/p>\n<p>Geldner sieht als m\u00f6glichen Grund f\u00fcr die Bitte um die Besitzbest\u00e4tigung, das Ende des Hauses Meranien und die unsicheren Rechtsverh\u00e4ltniss im Hochstift auch bedingt durch den Meranischen Erbfolgekrieg, der ab 1249 stattfand und erst 10 Jahre sp\u00e4ter durch einen Vergleich<\/p>\n<p>zwischen den Bambergischen Bisch\u00f6fen und den meranischen Erben beigelegt wurde.<\/p>\n<p>Nach dem Aussterben der m\u00e4nnlichen Linie der Meranier wurden die Grafen von Truhendingen und die von Orlam\u00fcnde zu wichtigen Stiftern f\u00fcr Kloster Langheim. Margarete von Andechs \u2013 Meranien, die Tochter von Otto VII. hatte in zweiter Ehe um 1240 den Grafen Friedrich von Tr\u00fcdingen<\/p>\n<p>(+1290) geheiratet und das Erbe in die Ehe mitgebracht. Das Haus Orlam\u00fcnde war \u00fcber die Tochter Ottos VII. Beatrix mit dem Hause Andechs-Meranien verwandt. Sie hatte Herrmann II. von Weimar-Orlam\u00fcnde geheiratet.<\/p>\n<p>Neben einem&nbsp; Hof in K\u00f6ttel, heute ein Stadtteil von Lichtenfels,&nbsp; G\u00fctern in Oberk\u00fcps bei Staffelstein, wo Langheim schon beg\u00fctert war, Wattendorf, heute das kleinste Dorf im Landkreis Bamberg. dem Dorf Eichich bei Arnstein vermachten die Truhendinger Kloster Langheim auch im Laufe der Jahrzehnte immer wieder gr\u00f6\u00dfere Geldbetr\u00e4ge.<\/p>\n<p>Etwas weniger erhielt Kloster Langheim von den Grafen von Orlam\u00fcnde. 1279 gr\u00fcndete Graf Otto III. von Weimar-Orlam\u00fcnde (+ 1285) das Kloster Himmelskron. Aus dem Erbteil seiner Mutter hatte er die Herrschaft Plassenburg erhalten, in der Schloss und Dorf Prtezendorf lag. Dieses schenkte er<\/p>\n<p>zur Gr\u00fcndung eines Zisterzienserinnenklosters. Zum Visitator des Klosters wurde der Abt von Langheim bestimmt. Abt war zu dieser Zeit Hermann ( 1278\u20131290, 1290 Abt von Ebrach ). Himmelskron wurde das Hauskloster der Orlam\u00fcnder und damit nat\u00fcrlich bevorzugt mit Spenden bedacht.<\/p>\n<p>Abt&nbsp; Marsilius regierte von 1262\u20131278. Er resignierte und ging nach Livland.<\/p>\n<p>1274 stellte Rudolf von Habsburg eine Urkunde f\u00fcr Kloster Langheim aus \u201cbefiehlt dem butiglar von N\u00fcrnberg das von ihm in schutz genommene kloster Langheim (ord. Cist. nord\u00f6stl. Bamberg) zu schirmen. RI Rudolf &#8211; RI VI,1 n. 137. Reichsbutigler war Hermann von Stein.Danach hatte das amt des Reichsbutiglers keine Bedeutung mehr.<\/p>\n<p>Das Kloster konnte im 13. und 14. Jahrhundert seinen Besitz stetig ausweiten. Es verf\u00fcgte insbesondere Streubesitz in rund 300 Ortschaften. Nur die Abteien Banz und Ebrach konnten sich mit Langheim messen.<\/p>\n<p>Allerdings setzte das Bistum Bamberg setzte dem Streben seines Eigenklosters nach Reichsunmittelbarkeit jedoch stets Widerstand entgegen. Probleme scheint es auch so um 1290 gegeben haben. 1288 forderte K\u00f6nig Rudolf den Bamberger Bischof Arnold von Solms (1286 \u20131296) auf,<\/p>\n<p>von der Bedr\u00fcckung Kloster Langheims abzulassen. (RI <strong>&nbsp;<\/strong>Rudolf &#8211; RI VI,1 n. 2204). Papst Nikolaus IV (1288\u20131292) wird (als littere speciales) erw\u00e4hnt, der den Propst von Rebdorf, den dieser&nbsp; beauftragte den Bischof zu ermahnen und zur Entsch\u00e4digung aufzufordern, widrigenfalls ihn nach Rom vorzuladen. <\/p>\n<p>(Urkundentext) Rebdorf ist ein Augustiner Chorherrenstift im Bistum Eichst\u00e4tt. Papst Nikolaus verbot auch am 28.11.1289 die G\u00fcter des Klosters Langheim ohne Recht zu besetzen oder anderweitig zu sch\u00e4digen. (Urkunde 1289 II 28 Bamberg, Staatsarchiv &#8211; Kloster Langheim Urkunden&nbsp; (Fond) <\/p>\n<p>Am 28.03. 1289 best\u00e4tigte Papst Nikolaus dem Kloster alle Rechte, die es von seinen p\u00e4pstlichen Vorg\u00e4ngern erhalten hatte. StABa, Kloster Langheim, Urkunden 133<\/p>\n<p>1290 wurde&nbsp; Hartmann (1290-1303) Abt von Kloster Langheim. Er erhielt als erster Abt von Langheim, das Recht, die bisch\u00f6flichen Insignien zu tragen.<\/p>\n<p>Kloster Langheim hatte die geistliche Aufsicht \u00fcber f\u00fcnf Zisterzienserinnenkl\u00f6ster, die aber alle w\u00e4hrend der Reformation aufgel\u00f6st wurden.<\/p>\n<p>Schon 1232 wurde das Zisterzienerinnenkloster Maidbrunn gegr\u00fcndet. Es wurde nie formell in den Zisterzienserorden inkorporiert aber zun\u00e4chst dem Abt von Ebrach, sp\u00e4ter dem Abt von Langheim unterstellt.<\/p>\n<p>Wirtschaftliche Schwierigkeiten f\u00fchrten dazu, dass dort 1513 ein m\u00e4nnliches Priorat von Langheim errichtet wurde und&nbsp; ein Zisterzienser von Langheim zum Propst von Maidbronn bestellt.&nbsp; Pr\u00f6pste aus Langheim, seit 1543 durch den F\u00fcrstbischof von W\u00fcrzburg bestimmt, verwalteten die Liegenschaften, bis F\u00fcrstbischof Julius Echter (1573-1617) die Eink\u00fcnfte einzog und damit unter anderem das Juliusspital und die Universit\u00e4t W\u00fcrzburg dotierte.<\/p>\n<p>Kloster Sonnefeld wurde 1260 von Heinrich II. von Sonneberg<sup> (+ 1288)<\/sup> zun\u00e4chst in Ebersdorf&nbsp; bei Coburg gegr\u00fcndet. Es wurde von Kloster Maidbronn besiedelt. 1524 setzten die Nonnen gegen den Willen der letzten \u00c4btissin Margaretha von Zedtwitz einen lutherischen Prediger ein.<\/p>\n<p>Kloster Sonnefeld war dem Abt von Langheim unterstellt.<\/p>\n<p>Um 1280 stiftete Gottfried von Schl\u00fcsselberg (+ 1308) das Kloster Schl\u00fcsselelau. 1295 wurde es in den Zisterzienserorden inkorporiert. Der Abt von Ebrach wurde als Visitator bestimmt und sp\u00e4ter von&nbsp; dem Abt von Langheim als Visitator abgel\u00f6st.<\/p>\n<p>1343 stiftete Kunigundis, die Witwe des Grafen Otto VII. von Orlam\u00fcnde, das Kloster Himmelsthron. sie nannte es in Erinnerung an Kloster Himmelskron, das ja ebenfalls von den Grafen von Orlam\u00fcnde gegr\u00fcndet worden war.<\/p>\n<p>Bis auf Maidbronn wurden alle Nonnenkl\u00f6ster, die Kloster Langheim unterstanden, im Zuge der Reformation aufgel\u00f6st. Zu Maidbronn s.o.<\/p>\n<p>Von 1304-1306 war Friedrich von Leuchtenberg Abt von Langheim Dann wurde er Abt in Ebrach und war dies, bis er 1328 von Papst Johannes XXII gegen das Wahlrecht des Domkapitels zum Bischof von Eichst\u00e4tt bestimmt wurde (siehe auch Mei B\u00fcchle Kloster Ebrach)<\/p>\n<p>Am 21. Juli 1329 best\u00e4tigte Kaiser Ludwig IV. (1314-1347) Kloster Langheim die Blutgerichtsbarkeit in den Besitzungen Teuschnitz und Marktleugast und dar\u00fcber hinaus die Zentgerichtsbarkeit ohne Blutgerichtsbarkeit in den G\u00fctern Baunach, Se\u00dflach,Ebern, Medlitz, Weismain, Lichtenfels, Woffendorf und K\u00f6nigsfeld. (StABa \u2013 Langheim Urkunde 1329 VII 21). Das war in der Regierungszeit von Abt Heinrich VII. H\u00fcnerer (1323\u20131344 )<\/p>\n<p>Am 10. April 1331 nahm Kaiser Ludwig Kloster Langheim in seinen Schutz und befahl \u201cdass sich niemand erlauben m\u00f6ge, des Klosters Besitz, Rechte oder Gerichtsbarkeiten zu verletzen.\u201d&nbsp; (StABa \u2013 Langheim Urkunde 1331 IV 10). <\/p>\n<p>Auch eine Papsturkunde konnte Abt Heinrich f\u00fcr Kloster Langheim erhalten. Am 30.01. 1336 best\u00e4tigte Papst Benedikt XII. (1334-1342) Kloster Langheim alle p\u00e4pstlichen undweltlichen Rechte, Freiheiten und Privilegien. (StABa, Kloster Langheim, Urkunden 400)<\/p>\n<p>Am 22. Juli 1337 \u00fcbertrug Kaiser Ludwig dem Kloster Langheim \u201calle Rechte und Gerichtsrechte an Watzendorf, Neuses an der Eichen, Gossenberg, zwei H\u00f6fezu &#8222;Hawried&#8220; (Gro\u00dfheirath ?), dann auf einen Hof zu Rossach haben m\u00f6chten,<br \/>sei es Totschlag oder anderes. (StABa \u2013 Langheim Urkunde 1337 VIII 22).  <\/p>\n<p>Am 30 September erlaubte Kaiser Ludwig dem Kloster \u201calles Gold, Silber, Messing, Kupfer, Zinn, Blei und dergleichen, das in Marktleugast oder Teuschnitzgefunden wird, zu verarbeiten (und damit auch das Bauen von Bergwerken) (StABa \u2013 Langheim Urkunde 1344 XI 30 (a))  <\/p>\n<p>Dies hatte durchaus eine wirtschaftliche Bedeutung f\u00fcr das Kloster.<\/p>\n<p>Schon ab 1250 hatte Kloster Langheim den gr\u00f6\u00dften Teil seines Besitzzuwachses nicht mehr aus Schenkungen sondern durch Kauf erzielt. Zum Teil mussten auch&nbsp; Gelder aufgenommen werden, um Ank\u00e4ufe zu finanzieren. Das erh\u00f6hte nat\u00fcrlich die Schuldenlast des Klosters.<\/p>\n<p>1364 spricht Abt Friedrich davon, dass die Schuldenlast des Klosters sehr dr\u00fcckend geworden sei und gibt als Grund daf\u00fcr die hohen Zahlungen an die p\u00e4pstliche Kurie an. (Geldner S. 48). Gleichzeitig verschlechterte sich das Verh\u00e4ltnis zu den Bamberger Bisch\u00f6fen.<\/p>\n<p>Nach 1300 sind kaum mehr Schenkungen der Bamberger Bisch\u00f6fe&nbsp; zu verzeichnen. Die Urkunden Ludwigs sind auch so zu sehen, dass das Kloster bestrebt war, seine Rechtssicherheit zu wahren.<\/p>\n<p>Auch die von Kaiser Karl VI. (1346-1378) 26.2.1354 ausgestellte Urkunde geht in diese Richtung. Neben der Inschutznahme standen Besitz,Rechte und Gerichtsbarkeit in der Urkunde. \u201cdass sich niemand erlauben m\u00f6ge, des Klosters Besitz, Rechte oder<br \/>Gerichtsbarkeiten zu verletzen\u201d&nbsp; (StABa \u2013 Langheim <b><\/b>1354 II 26). Schon zwei Jahre sp\u00e4ter folgte eine weiter Urkunde Karls IV.&nbsp; Er verbot in dieser Urkunde, \u201cdass irgend jemand Vogteirechte \u00fcber Untertanen des Klosters aus\u00fcbt oderdiese, au\u00dfer in Dingen der Blutgerichtsbarkeit, vor ein Zentgericht l\u00e4dt und best\u00e4tigt dem Kloster die volle Gerichtsbarkeit sowie das Bergwerksrecht in Teuschitz (Teuschnitz, Lk Kronach), Leubgast (Marktleugast, Lk Stadtsteinach)und Tambach (Lk Coburg)\u201d (StABa \u2013 Langheim 1356 I 18 (a)). <\/p>\n<p>Im Februar 1365 wurde Abt Friedrich II. (wohl zwischen 1363 und 1367) zum kaiserlichen Kaplan Kaiser Karls IV. ernannt. In dieser Urkunde ordnete er auch an, \u201cdass niemand das Kloster oder seine G\u00fcter f\u00fcr den Bischof oder das Hochstift Bamberg verletzen oder pf\u00e4nden soll. (StABa \u2013 Langheim 1365 II Die Die Pest suchte ab 1347 Mitteleuropa heim. Bev\u00f6lkerungsverluste und W\u00fcstungen waren die Folge. Auch das Gebiet von Kloster Langheim war davon betroffen. Dazu kam Misswirtschaft, was dazu f\u00fchrte, dass das Kloster in die Krise geriet.<\/p>\n<p>Kloster Langheim war nicht das einzige Kloster, das im 14. Jahrhundert in Schwierigkeiten geriet. Alle Zisterzienserkl\u00f6ster sp\u00fcrten die Konkurrenz der Bettelorden, die auch zu einem R\u00fcckgang der Konversen f\u00fchrte.&nbsp; Da gleichzeitig eine starke Verteuerung der l\u00e4ndlichen&nbsp; Arbeitskr\u00e4fte zu verzeichnen war, wurden die Kl\u00f6ster gezwungen, ihre Wirtschaft umzustellen<\/p>\n<p>Lamprecht von Brunn (1374-1399) war zu dieser Zeit Bischof von Bamberg. Er war ein sehr enger Berater von Kaiser Karl IV. und sp\u00e4ter Kanzler von dessen Sohn Wenzel (1376-1400).<\/p>\n<p>Abt Heinrich IX. Holzschuher (1280-1282) und der Konvent mussten am 25. August 1380 alle G\u00fcter des Klosters dem Bischof \u00fcbergeben und ihm au\u00dferdem versprechen nichts ohne seinen Willen zu tun. er verpflichtete das Kloster zu j\u00e4hrlicher Rechnungslegung. (Einundzwanzigsten Bericht \u00fcber das Wirken und den Stand des historischen Vereins zu Bamberg im Jahre 1857\/58 S. 13). Die&nbsp; nachgiebige Haltung Abt Heinrichs f\u00fchrte wohl zu Spannungen im Konvent, so das dass er bald resignierte. aber auch sein Nachfolger Friedrich III. Wolf (1382\u20131390) hatte keinen besseren Stand gegen den Bamberger Bischof. Er musste die G\u00fcter Teuschnitz und Leugast an das Bistum Bamberg verkaufen. Der Konvent sollte sich verpflichten, unter dem weltlichen Schirm des Bischofs zu verbleiben.<\/p>\n<p>Abt Friedrich resignierte 1390. <\/p>\n<p>Nikolaus II. Heidenreich (1405\u20131433 ) war der \u00fcbern\u00e4chste Abt. Er trat schon fr\u00fch ins Kloster Langheim ein. Ihm wurde \u201eungew\u00f6hnliche Gelehrsamkeit und Weltbildung\u201c nachgesagt. Unter seiner Regierung erholte sich Kloster Langheim wieder. Er konnte die wirtschaftlichen Verh\u00e4ltnisse wieder ordnen  <\/p>\n<p>Er legte ein Urbar an, dass die Eink\u00fcnfte des Kloster genau fixierte.  <\/p>\n<p>An dieser Stelle nochmals ein kurzer Blick auf die wirtschaftliche Lage und Ausrichtung des Klosters.&nbsp; Um 1250 wurde der gr\u00f6\u00dfte Teil des Klosterbesitzes im Eigenbau gen\u00fctzt.Bis 1400 hatte sich das v\u00f6llig gewandelt. Eigenwirtschaft wurde nur noch in Langheim selbst und in Trieb,  <\/p>\n<p>Hochstadt und Tambach betrieben. die \u00fcbrigen Grangien waren ausgeliehen oder verpachtet. Das Bestreben, alle zum Leben ben\u00f6tigten Dinge selbst zu erzeugen, war stark zur\u00fcckgegangen. Im aufbl\u00fchenden Handel lie\u00df sich nun vieles einfacher durch Kauf erwerben.  <\/p>\n<p>Der Weinbau wurde in Langheim zwar gef\u00f6rdert, erreichte aber nie die Bedeutung wie in Mainfranken. Der Hopfenanbau hatte aber durchaus Bedeutung f\u00fcr das Kloster. Schon um die Mitte des 14. Jahrhunderts hatte das Kloster ausgedehnte eigene Pflanzungen. Das Kloster f\u00f6rderte den Anbau gezielt.  <\/p>\n<p>Seinen Hintersassen gew\u00e4hrte das Kloster f\u00fcr neuangelegte Hopfenkulturen f\u00fcr die Dauer von 15 Jahren Steuer-und Zehntfreiheit. Die langheimische Brauerei z\u00e4hlte sicher zu den ersten Brauereien Oberfrankens.  <\/p>\n<p>Ein wichtiges Standbein war die Fischzucht. In der n\u00e4chsten Umgebung des Klosters und in Hochstadt und Tambach wurden Fischteiche angelegt. Man lie\u00df sich auch gerne das Fischrecht schenken besonders in der N\u00e4he von M\u00fchlen, die  <\/p>\n<p>ebenfalls ein Wirtschaftsfaktor waren. Um 1400 Besa\u00df Kloster Langheim \u00fcber 20 M\u00fchlen.  <\/p>\n<p>Schafhaltung spielte ebenfalls eine Rolle.&nbsp; In Roth,Oberlangheim und Fankental-Vierzehnheiligen unterhielt das Kloster gro\u00dfe Schafshaltungen. Im 15. Jahrhundert wurde die Wolle direkt nach N\u00fcrnberg verkauft.  <\/p>\n<p>Auch Pferdezucht wurde betrieben. Auch die Ausbeutung von Bodensch\u00e4tzen spielte eine Rolle. (siehe dazu&nbsp; oben die Erlaubnis von Kaiser Ludwig)  <\/p>\n<p>K\u00f6nig Ruprecht von der Pfalz (1400-1410) stellte Abt Nikolaus II. 1408 eine Schutzurkunde aus. RI Pfalzgraf Ruprecht III. &#8211; [Regg. Pfalzgrafen 2] n. 5532 <\/p>\n<p>Darin hie\u00df es \u201cNimmt das kl. Langheim in seinen und des reiches schirm. Innerhalb der klostermauern hat kein weltlicher richter irgendwelche rechte, sondern alleiniger richter ist der abt oder der orden von Citeaux. Niemand darf im kloster p\u00f6ne, schatzung oder busse erheben. Der kg. best\u00e4tigt alle freiheiten des kl. (rechte, herkomen, privilegia, hantfesten und briefe von kaisern und k\u00f6nigen und anderen f\u00fcrsten). \u201c<\/p>\n<p>Das war eine weitgehende R\u00fccknahme der von Bischof Lamprecht erzwungenen Zugest\u00e4ndnisse. Die Schutzurkunde von Ruprecht&nbsp; zeigt auch, dass Abt Nikolaus II. Mit den m\u00e4chtigen gut klar kam.<\/p>\n<p>Er nahm auf dem Konstanzer Konzil 1414-1418 teil. Er war wohl auch bei den Verhandlungen gegen Johannes Hus dabei, der ja in Konstanz als Ketzer verurteilt und verbrannt worden war. Das nahmen die Hussiten in den Hussitenkriegen 1429\/30 zum Anlass, Kloster Langheim<\/p>\n<p>anzugreifen, angeblich weil Abt Nikolaus&nbsp; in Konstanz f\u00fcr den Tod des Johannes Hus gestimmt hatte. Das Kloster wurde 1430 v\u00f6llig zerst\u00f6rt, aber bald wieder aufgebaut.<\/p>\n<p>1417 stellte der neugew\u00e4hlte Papst Martin V. (1417-1431) noch auf dem Konzil eine umfassende Best\u00e4tigung der kl\u00f6sterlichen Privilegien aus.<\/p>\n<p>Am 17. M\u00e4rz 1429 stellte Kaiser Sigmund (1411-1437) drei Urkunden f\u00fcr Kloster Langheim aus. RI Sigmund &#8211; RI XI,2 n. 7187 und<strong> <\/strong>7187 A und B. In der ersten best\u00e4tigte er die Privilegien des Klosters und erteilte ihm das Bergwerkregal (passt zu der Ausbeutung von Bodensch\u00e4tzen s.o.)<\/p>\n<p>Die zweite Urkunde verbot das Abhalten von Jagden auf dem klostergebiet und die dritte war die wichtigste. Sie kassierte den Schutzbrief von Bischof Lamprecht von Brun und nach Heidenreich, Nicolaus&#8220; in: Neue Deutsche Biographie 8 (1969), S. 250-251 [Online-Version]<\/p>\n<p>erkl\u00e4rte Sigmund Kloster Langheim zum Reichskloster. Diese Privilegien konnten die Nachfolger von Abt Nikolaus II. allerdings nicht halten.<\/p>\n<p>Auch im Orden wurde Nikolaus beachtet. 1422 wurde er vom Generalkapitel der Zisterzienser zum Generalvisitator aller Kl\u00f6ster des deutschen Sprachgebietes ernannt.<\/p>\n<p>Im Auftrag des Generalkapitels visitierte er schon am 31. Mai 1417 das Kloster Leubus. (Waldemar P. K\u00f6nighaus Die Zisterzienserabtei Leubus in Schlesien von ihrer Gr\u00fcndung bis zum Ende des 15. Jahrhundert<\/p>\n<p>Am 6. Juni 1431 ernannte Kaiser Sigmund Abt Nikolaus zu seinem Kaplan RI Sigmund &#8211; RI XI,2 n. 8604. Das war verbunden mit der Verleihung von Zoll-und Steuerfreiheit.<\/p>\n<p>Abt Nikolaus II verstarb 1433.<\/p>\n<p>Auf ihn folgte Abt Friedrich IV. H\u00fcgelein (Heugelein) gen. Goldschmied (1433\u20131449 ). In seine Regierungszeit fielen die insgesamt 4 Erscheinungen, die der Langheimer Schafhirte Hermann Leicht, wie ihn die Legende hie\u00df, angeblich hatte. Obwohl Abt Friedrich IV. und seine Klostergeistlichen dies<\/p>\n<p>als Erzeugnis der Einbildungskraft des Sch\u00e4fers einsch\u00e4tzten, wurde an diesem Ort 1447 eine Kapelle erbaut, zumal dort angeblich mehrere Wunder geschehen waren. 1448 weihte sie der Bamberger F\u00fcrstbischof Anton von Rotenhan (1431 \u20131459) am Sontag nach St. Georg zu Ehren<\/p>\n<p>der Seligen Jungfrau und der 14 Nothelfer. Es wurden auch schnell Abl\u00e4sse verteilt. Schon zur Weihe der Kapelle erteilte Bischof Anton einen Ablass. Kardinallegat Juan de Carjaval (1448) erteilte einen Ablass ebenso wie Papst Nikolaus V. (1447-1455).<\/p>\n<p>Verst\u00e4rkt wurde der Zulauf der Wallfahrt durch die Errichtung einer Bruderschaft zu den 14 Heiligen, in die sich auch viele f\u00fcrstliche Personen aufnehmen lie\u00dfen. Kaiser Friedrich III.(1440-1493) gelobte eine Wallfahrt nach Vierzehnheiligen, die er 1485 von N\u00fcrnberg aus unternahm.<\/p>\n<p>Im Bauernkrieg wurde die Kapelle und die daneben liegende Probstei, die \u00d6konomiegeb\u00e4ude und das Wirtshaus ausgeraubt und in Brand gesteckt. Sp\u00e4ter wurde dort die Wallfahrtskirche von Balthasar Neumann errichtet.<\/p>\n<p>Der 28. Abt von Langheim wurde Johann III. von Guttemberg, gen. Dinstleben (1449\u20131475 ) Es war der letzte Langheimer Abt adeliger Herkunft.<\/p>\n<p>Johann IV. Schad Abt von Langheim (1476\u20131494 ) hat in Heidelberg studiert und schickte auch Langheimer M\u00f6nche zum Studium nach Heidelberg. So zahlte er zum Beispiel 1491 7 Gulden f\u00fcr die Unterbringung von zehn langheimischen Studenten, das sind 1.102,00 \u20ac. <\/p>\n<p>Emmeram Teuchler (1494\u20131510 ) war der 30. Abt von Langheim. In seine Regierungszeit fiel das Graduale Cisterciense, das 1496 von dem M\u00f6nch Amandus geschrieben wurde. Auch eine Vita der seligen Euphemia (+1180), der Schwester Mathilde von Andechs (+ 1160)  <\/p>\n<p>entstand in seiner Zeit.  <\/p>\n<p>Am 9.8. 1497 erhielt Abt Emmeran eine Urkunde von Papst Alexander VI. (1492-1503) ausgestellt. Darin beschirmt er das Kloster Langheim vor Exkommunikation, Suspension und Interdikt und erlaubte Abt Emmeram Teuchler zu Langheim,<br \/>gottesdienstliches Ger\u00e4t zu segnen sowie seinen M\u00f6nchen die niederen Weihen zu erteilen. (Urkunde<strong>: <\/strong>1497 VIIII 9 Bamberg, Staatsarchiv &#8211; Kloster Langheim Urkunden)  <\/p>\n<p>Unter Abt Emmeran war Eberhard von Redwitz aus dem Adelsgeschlecht der Redwitz Konventuale in Langheim. Er wurde 1494 Weihbischof in&nbsp; Mainz und war dies bis 1504.  <\/p>\n<p>Abt Emmeran verstarb 1510.Auf ihn folgte Johann V. Fabri genannt Strau\u00df (1510\u20131538 ) in seine Regierungszeit fielen zwei gravierende Ereignisse. Das war einmal die Reformation, die nach dem Thesenanschlag Martin Luthers an der Wittenberger Schlosskirche 1517  <\/p>\n<p>allm\u00e4hlich einsetzte. Diese ging an keinem der Kl\u00f6ster spurlos vor\u00fcber. Sowohl im Mutterkloster Ebrach als auch in Langheim war die Ordensdisziplin desolat. Oft wurde der M\u00f6nchshabit nicht mehr getragen. Gottesdienste und kanonische Horen wurden nicht mehr eingehalten.  <\/p>\n<p>Die durch die Ordensregeln gebotenen Pflichten wurden nicht mehr eingehalten. Die meisten M\u00f6nche hatten Privateigentum. Einige Konventuale verlie\u00dfen den Orden,da sie sich der neuen Lehre zuwandten. Der Langheimer Konventuale Marcus Rost wurde vom Bamberger Rat als Prediger  <\/p>\n<p>im Klarissenkloster in Bamberg eingesetzt und von der dortigen \u00c4btissin ein \u00e4u\u00dferst schlechtes Zeugnis erhielt. \u201c Man gab uns einen lutherischen Prediger, einen ausgeloffenen, abtr\u00fcnnigen meineidigen M\u00f6nch von Langheim..\u201d&nbsp; (in G. Dippold, Das Zisterzienserkloster Langheim  <\/p>\n<p>im Zeitalter von Reformation und Gegenreformation in Zeitschrift f\u00fcr bayrische Kirchengeschichte 58 (1989) S. 96) Im Zuge der Reformation verlor Kloster Langheim die Aufsicht \u00fcber alle ihm unterstellten Frauenkl\u00f6ster sowie elf vom Kloster besetzten Pfarrerstellen.  <\/p>\n<p>Das zweite Ereignis, das Langheim traf, war der Bauernaufstand von 1525. Die Aufst\u00e4ndischen hatten Kloster Langheim besetzt und forderten, dass es aufgel\u00f6st wurde. Kurz vorher hatte ein Teil des Konvents das Kloster verlassen, ihren Habit abgelegt und in ihren Heimatorten Zuflucht genommen.  <\/p>\n<p>Abt Johann V. Fabri ging nach Bamberg und nahm dort das B\u00fcrgerrecht an. Die Aufst\u00e4ndischen brannten das Kloster nieder. Auch die Wallfahrtskapelle Vierzehnheiligen fiel dem Aufstand zum Opfer (s.o.) Nach der Niederschlagung des Aufstandes befahl der Bamberger Bischof  <\/p>\n<p>Weigand von Redwitz (1522 \u20131556) die R\u00fcckkehr&nbsp; ins Kloster. Er lie\u00df das zerst\u00f6rte Kloster wieder aufbauen und die Kirche und die Alt\u00e4re wieder erneuern. Diese wurden 1530 wieder geweiht.  <\/p>\n<p>F\u00fcr kurze Zeit konsolidierte sich das Klosterleben wieder. 1537 erhielten sechs M\u00f6nche in Langheim geistliche Weihen.  <\/p>\n<p>Abt Johann V. verstarb 1538 Sein Nachfolger wurde Konrad I. Haas (1538\u20131556 ). Er war vorher Amtsverweser in Kulmbach. Die geistliche Situation im Kloster verschlechterte sich wieder. 1540 flohen nachts drei Konventualen aus dem Kloster und setzten sich nach Coburg ab.  <\/p>\n<p>Aber auch materiell wurde das Kloster wieder gesch\u00e4digt. Im Zweiten Markgrafen wurde das Kloster besch\u00e4digt, aber auch wieder die Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen ebenso wie Kulmbach und damit der Langheimer Amtshof in Kulmbach.  <\/p>\n<p>Abt Konrad starb 1556. Sein Nachfolger wurde Friedrich V. Marschalk (1556\u20131562 ) Er war 1540 zum Priester geweiht worden und war ein Bamberger B\u00fcrgersohn. Er war vorher Hofmeister in Tambach. Als Abt war er aber eine totale Fehlbesetzung. Sein Lebenswandel sprach zisterziensischen Idealen Hohn.  <\/p>\n<p>Das Konzil von Trient (1545-1563). Das in der Sitzungsperiode von 1562 erlassene Dekret gegen Misst\u00e4nde im Di\u00f6zesanbereich hatte den Bisch\u00f6fen eine j\u00e4hrliche Visitation&nbsp; aller Pfr\u00fcnden erlaubt.  <\/p>\n<p>Der Bamberger Bischof&nbsp; Georg IV. Fuchs von R\u00fcgheim (1556 \u20131561) ging gegen Abt Friedrich V. vor und sein Nachfolger&nbsp; Veit II. von W\u00fcrtzburg (1561 \u20131577) setzte den Abt wegen unmoralischen Lebenswandel und Misswirtschaft 1562 ab. Er hatte auf kl\u00f6sterlichen Pfarreien lutherische geistliche eingesetzt.  <\/p>\n<p>An einer Vergr\u00f6\u00dferung seines Konvents lag ihm nichts. Er hatte keinen M\u00f6nch mehr aufgenommen. In einem Bericht an den Bamberger Fiskal, das war ein Vertreter der staatlichen Finanzverwaltung, der vor Gerichten die verm\u00f6genswerten (fiskalischen) Rechte des Kaisers oder eines Landesherrn vertrat,&nbsp; heisst es, er sei \u201ctag und nacht voll, schwermbt, flucht und lestert&nbsp; Gott.\u201d Ferner sei er \u201callenthalben mit weibern in unzucht behengt\u201d (G. Dippold, S. 96) Die Verwaltung des Klosterbesitzes wurde zwei Konventualen \u00fcbergeben. Der Abt wurde zeitweilig gefangen gesetzt. Schlie\u00dflich setzte Bischof Veit II. setzte Ludwig II. Fuchs&nbsp; (1562\u20131572 ) als Nachfolger ein. Au\u00dferdem bestand der Bamberger Bischof seither darauf, vor einer Abtswahl die Geld-und Getreidevorr\u00e4te des Klosters zu visitieren. In der Geschichte des Klosters galt er&nbsp; als  <\/p>\n<p>so unr\u00fchmlich,dass er in der Portr\u00e4treihe der \u00c4bte im 18. Jahrhundert unterschlagen wurde. Bischof Veit II setzte den neuen Abt am 26. V. 1562 in sein Amt ein und belehnte ihn mit allen dem Kloster Langheim<br \/>zustehenden (Hoheits-) Rechten, Spiritualien und Temporalien ( Urkunde:<strong> <\/strong>1562 V 26 Bamberg, Staatsarchiv- Kloster Langheim Urkunden)  <\/p>\n<p>Abt Ludwig II. erhielt am 18. 2. 1569 von Kaiser Maximilian II. (1564-1576) wieder eine kaiserliche Urkunde. (StABa \u2013 Langheim 1569 II 18.) \u201cKaiser Maximilian II. best\u00e4tigt und bekr\u00e4ftigt f\u00fcr Abt Ludwig II. Fuchs zu<br \/>Langheim ein (inseriertes) Privileg Kaiser Ludwigs IV., ausgestellt 1337VIII 22 in Bamberg, worin Letzterer dem Kloster Langheim alle Rechteund Gerichtsrechte, inklusive der Hohen Gerichtsbarkeit, an den D\u00f6rfern<br \/>Watzendorf, Neuses an der Eichen und Gossenberg und an zwei H\u00f6fen bei&#8220;Hawried&#8220; (= Gro\u00dfheirath?) sowie an einem Hof bei Rossach \u00fcbertr\u00e4gt.\u201d  <\/p>\n<p>In Tambach erbaute Abt Ludwig ein neues Geb\u00e4ude, in dem er am 1. Mai 1572 verstarb.  <\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Abt Magnus Hofmann (1572\u20131582 )Kurz nach seiner Wahl visitierte Generalabt Nikolas I. Boucherat (1571-1583) Kloster Langheim. Er nannte Abt Magnus einen \u201cvir probum und devotum\u201dDer Abt war entschlossen, die Reformdekrete des Konzils von Trient zu beachten und umzusetzen.Allerdings blieben seine Bem\u00fchungen, den Konvent zu vergr\u00f6\u00dfern und zu reformieren, im Ansatz stecken.Schon bei seinem Nachfolger Konrad Holzmann (1584-1592) kam es wieder zu einem R\u00fcckfall. Abt Konrad scheint keine entschiedene Haltung gegen den Protestantismus  <\/p>\n<p>eingenommen zu haben.  <\/p>\n<p>Konrad Holzmann war vor seiner Wahl zum Abt von Langheim auch Hofmeister in Tambach.  <\/p>\n<p>Am 10.10. 1585 schloss er mit Bischof Ernst von Mengersdorf&nbsp; (1583 \u20131595) einen Vertrag, der die vogteilichen Rechtein den Zehngerichtsbezirken Niesten und Weismain regelte.&nbsp; (1585 X 10Bamberg, Staatsarchiv &#8211; Kloster Langheim Urkunden)  <\/p>\n<p>Nachfolger von Abt Konrad wurde Johann B\u00fcckling (1592-1608) Er bem\u00fchte sich von Beginn seiner Amtszeit, seine wohl durchweg evangelischen Hintersassen zur Konversion zu bewegen. Fr\u00fcher als der Bamberger Bischof&nbsp; Neidhardt von Th\u00fcngen (1591 \u20131598 )  <\/p>\n<p>aber mit dessen Einverst\u00e4ndnis begann&nbsp; er mit einer Gegenreformation nach dem Vorbild des W\u00fcrzburger F\u00fcrstbischof Julius von Echter (1573-1617). Den evangelischen Hintersassen wurde geboten, katholisch zu erden oder das Hochstift zu verlassen.  <\/p>\n<p>Allerdings kam eine gro\u00dfe Zahl der Aufforderung nicht nach, da sie weder konvertieren noch das Hochstift verlassen wollten. Oft konnten sie auch nicht wie gefordert ihre G\u00fcter verkaufen, weil sie in der K\u00fcrze der Zeit keinen K\u00e4ufer finden konnten.  <\/p>\n<p>Der Abt hatte sich dabei auf das \u201cius reformandi\u201dgest\u00fctzt.  <\/p>\n<p>1601 verkaufte Achatz von Giech zu Giechkr\u00f6ttendorf seine G\u00fcter in und um&nbsp; Sche\u00dflitz an Kloster Langheim. In dem ehemaligen Rittergut wurde eine Verwalterstelle f\u00fcr den reichen und umfangreichen Besitz des Klosters in und um Sche\u00dflitz eingerichtet.  <\/p>\n<p>Abt Johann verstarb 1608.  <\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Peter II. Sch\u00f6nfelder (1608\u20131620 ) Er hatte in Rom studiert und dort die Doktorw\u00fcrde erhalten. Er war wegen seiner Gelehrsamkeit ber\u00fchmt.  <\/p>\n<p>Er stammte aus Weismain und hatte eine Stiftung mit 1250 Gulden Kapital eingerichtet, das sind 196.209,00 \u20ac. Daraus sollten arme Studenten aus Weismain unterst\u00fctzt werden.  <\/p>\n<p>In Altenkunst hatte er das Schulhaus und das Pfarrhaus 1610 erbauen lassen. ER kaufte 1610 auch den Langheimer Hof in Bamberg zur\u00fcck, den sein Vorg\u00e4nger 1603 verkauft hatte.<\/p>\n<p>Er lie\u00df ihn 1610 neu erbauen.<\/p>\n<p>Die Bruderschaft zu den 14 Heiligen erreichte durch Abt Peter am 27. November 1610 die p\u00e4pstliche Best\u00e4tigung von Papst Paul V. (1605-1621) sowie mehrere Abl\u00e4sse erhielt, was nat\u00fcrlich der Wallfahrt in Vierzehnheiligen sehr f\u00f6rderlich war.<\/p>\n<p>Abt Peter erlebte noch die beiden ersten Kriegsjahre des Dreissigj\u00e4hrigen Krieges. In den ersten Kriegsjahren hatte Franken nur kurz unter Truppendurchz\u00fcgen zu leiden, als Herzog Maximilian von Bayern (1597-1651)mit seinen Truppen die Pfalz besetzte<\/p>\n<p>Auf Abt Peter folgte Johann VII. Weiger (Wiegand) (1620\u20131626 ) Er regierte nu6 Jahre und verstarb 1626. Er wurde in der von ihm errichten Grabkapelle bestattet.<\/p>\n<p>Nur f\u00fcnf Jahre regierte Erasmus Behm (B\u00f6hm) (1626\u20131631) Auf ihn folgte Nikolaus Eber (1631-1637) Er stammte aus Weismain&nbsp; war zun\u00e4chst Konventuale in Langheim und Pfarrer in Merkershausen, ein Ortsteil von Bad K\u00f6nigshofen.<\/p>\n<p>Er unterst\u00fctzte seinen ebenfalls aus Weismain stammenden Verwandten Mauritius Knauer, den sp\u00e4teren Abt von Langheim. Am 24. April 1631 wurde er zum Abt gew\u00e4hlt von F\u00fcrstbischof Johann Georg von Bamberg (1623-1633) mit den Temporalien und Regalien belehnt. <\/p>\n<p>Bald darauf erreichte der Krieg den Obermain. Die Abtei wurde mehrfach von schwedischen Soldaten \u00fcberfallen und gepl\u00fcndert. Die M\u00f6nche mussten fl\u00fcchten. Zwei M\u00f6nche, P. Lorenz Reu\u00df und P. Jodocus Wilmuth, wurden get\u00f6tet, als sie sich nach Kronach zu retten versuchten. <\/p>\n<p>Andere M\u00f6nche kamen auf ihrer Flucht bis nach \u00d6sterreich. Mauritius Knauer und zwei weitere Konventuale wurden von Abt Nikolaus nach Wien zum Studium geschickt. Er selbst hielt sich zun\u00e4chst in Abenberg auf. Sp\u00e4ter fl\u00fcchtete er weiter, zun\u00e4chst nach Eichst\u00e4tt und Ingolstadt.<\/p>\n<p>Im Oktober ging er weiter nach Bamberg und dann nach Kronach. Zuletzt war er in seiner Vaterstadt Weissmain, wo er am am 26. M\u00e4rz 1637 starb und in der Pfarrkirche begraben wurde. <\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Johann VIII. Gagel (1638\u20131649 ). Er stammte aus Lichtenfels und am 8. Juni 1637 zum Abt gew\u00e4hlt. Die Benediktion fand durch den F\u00fcrstbischof Franz von Hatzfeld (1633 \u20131642 ) zusammen mit den \u00c4bten Johann Pfister (1637-1641) von Kloster Ebrach<\/p>\n<p>und Johann Tierlauf (1637-1641) im&nbsp; W\u00fcrzburger Dom statt. F\u00fcrstbischof&nbsp; Franz von Hatzfeld war in Personalunion Bischof von Bamberg und W\u00fcrzburg.<\/p>\n<p>Auch Abt Johann VII. war zun\u00e4chst wegen der Schweden st\u00e4ndig auf der Flucht. Bamberg wurde 1632 von den Schweden eingenommen. Die Schlacht bei N\u00f6rdlingen am 6.9. 1634 f\u00fchrte zur R\u00fcckeroberung S\u00fcddeutschlands durch das kaiserliche Heer.<\/p>\n<p>1618 hatte Kloster Langheim das Rittergut Giechkr\u00f6ttendorf endg\u00fcltig erworben. Darauf wurde eine Kapelle errichtet, die Abt Johann 1644 weihte. 1646 f\u00fchrte Abt Johann den Vorsitz bei der Wahl des Abtes Petrus Scherenberger (1646-1658) von Kloster Ebrach<\/p>\n<p>Die letzten drei Kriegsjahre brachten nochmals schwerste Verw\u00fcstungen in S\u00fcddeutschland mit sich, bis schlie\u00dflich nach 30 Jahren Krieg der Westf\u00e4lische Frieden vom 24. Oktober 1648 endlich Friede einkehrte.<\/p>\n<p>Der Krieg hatte tiefe Spuren hinterlassen, Zerst\u00f6rungen in Wirtschaft und Gesellschaft. Es gab einen Bev\u00f6lkerungsr\u00fcckgang um 30- 40 % vor allem verursacht durch Seuchen. Es gab Ver\u00f6dungen, fallende Agrarpreise und auch eine gro\u00dfe Verschuldung des grundbesitzenden Adels<\/p>\n<p>und auch der Kl\u00f6ster.<\/p>\n<p>Abt Johann verstarb am Fest von Peter und Paul 1649 nach dem Pontifikalamt in Vierzehnheiligen. Auf ihn folgte Mauritius Knauer <\/p>\n<p>Mauritius Knauer wurde am 14. M\u00e4rz 1613 in Weismain geboren. Sein Vater Moritz war dort B\u00fcrgermeister.&nbsp; Er wurde zun\u00e4chst vom Ortpfarrer unterrichtet. Von&nbsp; 1628 bis 1629 das Collegium Ernestinum in Bamberg.&nbsp; Da sich der Vater die Studiengeb\u00fchren nicht<\/p>\n<p>leisten konnte, unterst\u00fctzte ihn der damalige Ortspfarrer von Merkershausen und sp\u00e4teren Abt Nikolaus Eber. Wohl aus Dankbarkeit gegen ihn trat er in den Zisterzienserorden ein und nicht in den Jesuitenorden, was ihm seine Lehrer anboten.<\/p>\n<p>Er trat 1630 in Langheim ein. Als die Schweden in Langheim einfielen, schickte ihn Abt Nikolaus zusammen mit zwei Konventualen in das Kloster Heiligkreuz im Wienerwald. 1636 wurde er an der Wiener Schottenkirche zum Diakon geweiht. Dann <\/p>\n<p>schrieb er sich an der Universit\u00e4t Wien ein. Er studierte Philosophie, Theologie, Mathematik, Astrologie. 1639 wurde er zum Magister promoviert. Im September 1640 wurde er im Stephansdom zum Priester geweiht. Neben seinem Studium ordnete er<\/p>\n<p>das Heiligkreuzer Stiftsarchiv, das sich damals ebenfalls in Wien befand. Er war dann noch vier Jahre in inkorporierten Pfarren des Stiftes Heiligenkreuz t\u00e4tig.<\/p>\n<p>1644 kehre er nach Langheim zur\u00fcck. 1645 wurde er Subprior und 1646 Prior. Der Bamberger F\u00fcrstbischof Melchior Otto Voit von Salzburg (1642-1653) wollte das stark vom Krieg betroffene Kloster Langheim unterst\u00fctzen und gab ihm die Pfarrei Weismain.<\/p>\n<p>Dort war Mauritius bis 1650. <\/p>\n<p>F\u00fcrstbischof Melchior Otto erweiterte im November 1647 das Jesuitenkolleg in Bamberg um die Fakult\u00e4ten Philosophie und Theologie zur Academia Ottoniana. Sie wurde benannt nach dem Heiligen Otto Bischof von Bamberg, der auch der Namenspatron des F\u00fcrstbischofs war.<\/p>\n<p>Der 14. November 1647 gilt als Gr\u00fcndungstag der Universit\u00e4t Bamberg, die von Friedrich Karl von Sch\u00f6nborn (1729 -1746) F\u00fcrstbischof von Bamberg und W\u00fcrzburg zur Vier-Fakult\u00e4ten Universit\u00e4t ausgebaut wurde. Am 2. September 1648 wurde Mauritius zum ersten <\/p>\n<p>Doktor der Theologie der neugeschaffenen Lehranstalt promoviert. <\/p>\n<p>Nach dem Tod von Abt Johann wurde Mauritius Knauer (1649-1664) einen Monat sp\u00e4ter unter Vorsitz des Ebracher Vaterabtes Petrus Scherenberger&nbsp; zum Nachfolger gew\u00e4hlt. Die f\u00fcrstbisch\u00f6flichen Kommissare waren bei der Wahl anwesend. Sie versuchten die Wahl zu beeinflussen.<\/p>\n<p>Sie hatten auch selbst Stimmen abgegeben. Aber Mauritius wurde mit nur drei Gegenstimmen zum Abt gew\u00e4hlt. Am 29. Juli 1649 von F\u00fcrstbischof Melchior Otto investiert.<\/p>\n<p>Schon&nbsp; Bischof Veit II. hatte seit der Absetzung von Abt Friedrich V. darauf bestanden, vor der Abtswahl, die Geld-und Getreidebest\u00e4ndes des Klosters zu kotrollieren. Bischof Melchior Otto verlangte f\u00fcr die f\u00fcrstbisch\u00f6fliche Best\u00e4tigung der Wahl noch deutlich mehr.<\/p>\n<p>Abt Mauritius musste j\u00e4hrlich \u00fcber den Verm\u00f6gensstand des Klosters berichten, durfte&nbsp; ohne bisch\u00f6fliche Genehmigung nichts&nbsp; bauen und ohne sein Wissen keinen M\u00f6nch auf eine ausw\u00e4rtige Hochschule schicken. Au\u00dferdem sollte an allen Klostergeb\u00e4uden das Wappen des Bischofs angebracht werden.<\/p>\n<p>Abt Mauritius war aber durchaus streitbar. Er weigerte sich, die Hoheit des Bischofs anzuerkennen, da er auf der angenommenen oder wirklichen&nbsp; Reichsunmittelbarkeit bestand. Immerhin hatte Kaiser Sigmund am 17. M\u00e4rz 1429 zum Reichskloster erkl\u00e4rt. (s.o.)<\/p>\n<p>Das Provinzialkapitel der oberdeutschen Zisterzienserkongregation forderte den Bischof auf, die Rechte Langheims zu respektieren und drohte mit einer Klage beim Kaiser.<\/p>\n<p>Er lie\u00df sich von dem Ebracher Abt in Ebrach infulieren. In Schesslitz hielt er im bisch\u00f6flichen Ornat eine Messe und lie\u00df sich von seinen Schesslitzer Untertanen huldigen .<\/p>\n<p>Der Abt wurde vom Bischof nach Bamberg einbestellt und als der Abt nicht erschien, lie\u00df der Bischof das Kloster milit\u00e4risch besetzen. Der Abt reiste nach Prag und erwirkte dort bei Kaiser Ferdinand III. (1637-1557) ein Reskript gegen den Bischof. Das war eine schriftliche Antwort des Kaisers auf eine Eingabe \u00f6ffentlicher oder privater Personen und war so etwas wie eine dienstliche Weisung. Als der Abt zur\u00fcckkam, wurde er vom Bischof 9 Wochen und 5 Tage in Bamberg inhaftiert. Als sich dann aber auch der Vaterabt auf die Seite des Bischofs stellte,<\/p>\n<p>musste Abt Mauritius nachgeben und&nbsp; den Bischof 1652 als Landesf\u00fcrsten und Protektor anerkennen.Der Bischof scheint durchaus an einer Auss\u00f6hnung interessiert gewesen zu sein. Er war in Forchheim von einer schweren Krankheit befallen worden.<\/p>\n<p>Abt Mauritius besa\u00df gro\u00dfes Interesse an Mathematik, Astronomie \u2013 er baute eine eigene kleine Sternwarte \u2013 und Medizin. Er hatte f\u00fcnf Jahre zuvor den Bischof von einer Krankheit geheilt, die von allen damit befassten \u00c4rzten f\u00fcr unheilbar gehalten worden war. (Roppelt S. 380)<\/p>\n<p>Er rief dann Abt Mauritiusnach Forchheim. Bevor dieser aber dort eintraf, verstarb der Bischof.<\/p>\n<p>Als sein Nachfolger F\u00fcrstbischof Philipp Valentin Voit von Rieneck (1653 \u20131672 ) das Schloss Kronach neu befestigt lie\u00df, legte Abt Mauritius im bisch\u00f6flichen Ornat den Grundstein. (Roppelt ebda)<\/p>\n<p>Abt Mauritius war ein guter Verwalter. Es gelang ihm, die Sch\u00e4den aus dem 30j\u00e4hrigen Krieg zu beseitigen. Den Besitz des Kloster konnte er gegen\u00fcber dem Hochstift behaupten und durch K\u00e4ufe sogar weiter vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n<p>Er belebte die Wallfahrt nach Vierzehnheiligen. 1653 lie\u00df er neues Gebet- und Mirakelbuch f\u00fcr die Wallfahrer drucken . <\/p>\n<p>In Stublang, heute ein Teilort von Staffelstein, lie\u00df er in der dortigen Oberen M\u00fchle einen Eisenhammer errichten, in dem das Eisenerz aus dem nahe gelegenen Uetzinger Bergwerk verh\u00fcttet und anschlie\u00dfend zu Blech verarbeitet wurde. <\/p>\n<p>Besonders bekannt gemacht hat ihn das Verfassen des&nbsp; \u201c100 j\u00e4hrigen Kalenders\u201d, den er aber \u201eCalendarium Oeconomicum practicum perpetuum, das ist best\u00e4ndiger Hauskalender\u201c nannte. Dieser Kalender belegt zwei Dinge, einmal seine<\/p>\n<p>Kenntnisse und sein Interesse an Naturwissenschaft und auch seinen Einsatz f\u00fcr die \u00f6konomischen Belange seines Klosters. Gedacht war der Kalender n\u00e4mlich f\u00fcr die Landwirtschaft seines Klosters, nach wie vor eine wichtige St\u00fctze der<\/p>\n<p>Klostereinnahmen. Der Kalender geht zur\u00fcck auf seine&nbsp; meteorologischem und astronomischen Beobachtungen. Dem Kalender liegt die Vorstellung zu Grunde, da\u00df die sieben Ptolem\u00e4ischen Planeten \u2013 Saturn, Jupiter, Mars, Sonne, Venus, Merkur und Mond \u2013 der Reihe nach das Wetter je eines Jahres bestimmen. Das ergibt einen Zyklus von sieben Jahren, der sich wiederholt. Allerdings betonte er, das Ausnahmen und Verschiebungen im Ablauf des Zyklus m\u00f6glich seien. Abt Mauritius dachte nie an eine Ver\u00f6ffentlichung. Aber sehr gesch\u00e4ftst\u00fcchtige Herausgeber haben<\/p>\n<p>daf\u00fcr gesorgt, dass der 100 \u2013j\u00e4hrige Kalender das beliebteste und wohl am meisten gelesene meteorologische Volksbuch im deutschen Sprachraum wurde. Allerdings gab es Lesefehler, willk\u00fcrliche Auslassungen und Missverst\u00e4ndnisse.<\/p>\n<p>So wurde der Kalender auch zum verspotteten Zeugnis des Aberglaubens gemacht.<\/p>\n<p>Abt Mauritius verstarb am 9. November 1664 an den Folgen eines Schlaganfalles. <\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Alberich Semmelmann (1664\u20131677 ) aus Kronau. Vorher war er Hofmeister in Tambach. \u00c4hnlich wie sein Amtsvorg\u00e4nger wurde Abt Alberich inhaftiert. Der letzte Landtag der Bamberger Landst\u00e4nde, der auch Mitbestimmungsrecht zum Staatshaushalt hatte, fand unter F\u00fcrstbischof<\/p>\n<p>Philipp Valentin Albert Voit von Riemeck (1653-1672) 1654 statt. In der Folge gelang es ihm, den Einfluss der Landst\u00e4nde auf das Finanzwesen des Hochstifts auszuschalten. Sein Amtsnachfolger Peter Philipp von Dernbach (1672-1683) unterdr\u00fcckte die Versuche<\/p>\n<p>einen Landtag einzuberufen, um das Recht der St\u00e4nde auf Steuerbewilligung auszu\u00fcben. Er vermutete die \u00c4bte von Michelsberg Roman Knauer (1667-1689), Abt Alberich von Langheim sowie Otto de la Bourde (1664\u20131677) von Kloster Banz als Urheber dieser Bestrebungen.<\/p>\n<p>Bischof Peter Philipp reagierte scharf. Er bezeichnete die Pr\u00e4laten als Rebellen und nahm den Michelberger Abt 19 Wochen in Arrest, zeitweilig auch den Langheimer Abt und den Prior von Kloster Banz.<\/p>\n<p>In seiner Regierungszeit trug Abt Alberich&nbsp; dazu bei, dass Kloster Langheim schuldenfrei&nbsp; wurde.<\/p>\n<p>Auf ihn folgte Thomas Wagner (1677\u20131689) als 46. Abt. Bischof Peter Philipp von Dernbach investierte den gew\u00e4hlten Abt am&nbsp; 3.2. 1677 und belehnte ihn mit allen dem Kloster Langheim zustehenden (Hoheits-) Rechten, Spiritualien und Temporalien. (DE-StABa \u2013 Langheim 1677 II 3)<\/p>\n<p>Wegen kriegs\u00e4hnlicher Einf\u00e4lle des Bamberger Milit\u00e4rs beschwerte sich Abt Thomas beim Papst. Daraufhin lie\u00df der Bischof den Abt verhaften und lie\u00df ihn erst nach dessen Widerruf wieder frei. Nun Fl\u00fcchtete der Abt in den Langheimer Klosterhof nach Kulmbach au\u00dferhalb des Bamberger Machtbereichs.<\/p>\n<p>Schon Abt Mauritius war ein Verfechter der Reichsunmittelbarkeit Langheims. Der Konflikt mit den Bamberger Bisch\u00f6fen eskalierte aber unter Abt Thomas. Der Finanzbedarf der Bisch\u00f6fe war gro\u00df. Au\u00dferdem warten sie hochadeliger Herkunft und sie traten als absolutistische Herrscher auf.<\/p>\n<p>Zwar sammelten die Langheimer \u00c4bte die Rechtsgutachten&nbsp; der r\u00f6mischen Kurie und des Kaiserhofes zugunsten Langheims. <\/p>\n<p>1685 unterbreitete Abt Thomas dem Bischof seine Beschwerden gegen die bisch\u00f6flichen Finanzbeh\u00f6rden und untermauerte dies mit Belegen der r\u00f6mischen Kurie. \u201cDominicus Maria Cursius, apostolischer Protonotar, best\u00e4tigt die dem Kloster Langheim erteilten Privilegien, speziell die Exemtion des Klosters von derJurisdiktion der Bamberger Bisch\u00f6fe.\u201d (StABa \u2013 Langheim 1685 II 9) F\u00fcrstbischof Marquard Sebastian Schenk von Stauffenberg (1683 \u20131693 ) setzte daraufhin eine Kommission ein, die die umstrittene Frage nach dem Gr\u00fcnder kl\u00e4ren sollte.<\/p>\n<p>F\u00fcr Bamberg war Bischof Otto der Gr\u00fcnder, w\u00e4hrend das Kloster das Haus Andechs-Meranien als Gr\u00fcnder&nbsp; ansah. In einer umfangreichen Druckschrift fasste Kloster Langheim die Ablehnung der Bambertgischen Stellungnahme zusammen und reichte diese beim Reichhofrat ein.<\/p>\n<p>Das Kloster&nbsp; argumentierte, dass alle Zisterzienserkl\u00f6ster immediat seien unter apostolischem Schutz st\u00fcnden, von der bisch\u00f6flichen Ordinariatsgewalt aber exemt und von Abgaben befreit seien.<\/p>\n<p>Da Bischof Marquard Sebastian darin eine Frage sah, die auch landesherrliche Rechte betr\u00e4fe, bat er den bayrischen Kurf\u00fcrsten Max Emanuel (1679-1726) um Mitteilung, wie dieser in seinem Land mit den Temporalien verfahre, besonders bei den vor 1152 errichteten und vom Heiligen Stuhl<\/p>\n<p>approbierten Abteien.<\/p>\n<p>Abt Thomas erlebte den Ausgang aber nicht mehr. Er verstarb 1689. Neben seiner Auseinandersetzung mit dem Bamberger Bischof war Abt Thomas auch als Bauherr t\u00e4tig.<\/p>\n<p>Der Langheimer Klosterbaumeister Jakob Bl\u00f6s&nbsp; (vor 1640\u20131685) baut den \u00f6stlichen Konventfl\u00fcgel und das Noviziat.<\/p>\n<p>Als Abt Thomas verstorben war, lie\u00df Bischof Marquard Sebastian&nbsp; w\u00e4hrend der Abtswahl das Kloster wieder besetzen. Gew\u00e4hlt wurde Candidus Bergmann aus Oberlangheim. Vor seiner Wahl war er Lektor f\u00fcr Philosophie und Theologie im Kloster und wurde Hofmeister in Tambach.<\/p>\n<p>Ersch\u00fcttert und wohl auch eingesch\u00fcchtert durch die Gewalt und den Eingriff in die kl\u00f6sterlichen Rechte wollte die Candidus die Wahl nicht annehmen. Seine Wahl hatte er (nach J\u00e4ck) seiner ausgezeichneten Gelehrsamkeit zu verdanken.<\/p>\n<p>Er gab dem Dr\u00e4ngen seiner Mitbr\u00fcder schlie\u00dflich nach und wurde 12. November 1689 durch F\u00fcrstbischof Marquard Sebastian als Abt best\u00e4tigt und mit den Temporalien belehnt.<\/p>\n<p>Abt Candidus konnte sein Amt aber nicht sehr lange aus\u00fcben. Am 22. Juni 1690 erlitt er auf dem Weg nach Vierzehnheiligen einen Schlaganfall, an dem er verstarb.<\/p>\n<p>Um 1700 besa\u00df das Kloster immer noch abgabenpflichtige H\u00f6fe in rund 230 Orten. Das war auch eine solide Basis f\u00fcr die Baut\u00e4tigkeit der nachfolgenden \u00c4bte.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger von Abt Candidus wurde Gallus Knauer (1690\u20131728). Er stammte wie sein Onkel Mauritius aus Weissmain. Er war ein Sohn des Weismainer Stadtschreibers und Notars Ambrosius Knauer .<\/p>\n<p>Er besuchte das Bamberger Gymnasium, schloss seine Ausbildung mit Auszeichnung ab und trat in das Kloster Langheim ein. Er studierte Philosophie und schloss nach drei Jahren mit dem&nbsp; Bakkalaureat ab und erhielt auch die Magisterw\u00fcrde.<\/p>\n<p>Er war Verwalter des Langheimer Hofes in Schmachtgenberg, heute ein Ortsteil von Zeil am Main. Der Langheimer Hof in Schmachtenberg bestand von 1656-1803. Gallus versorgte von Schmachtenberg aus auch die Pfarrei Zeil.<\/p>\n<p>Am 13. Juli 1690 wurde er in Anwesenheit des&nbsp;&nbsp; Ebracher Abts und Visitator des Zisterzienserordens Ludwig Ludwig (1686&nbsp; -1696) zum Abt gew\u00e4hlt. Bei der Wahl hatten die f\u00fcrstbisch\u00f6flichen Kommissare mehrere Neuerungen vorgenommen,<\/p>\n<p>die wieder tief in die Rechte des Klosters eingriffen. So musste der neue Abt dem F\u00fcrstbischof j\u00e4hrlich die Rechnungsb\u00fccher vorlegen, ihm anzeigen, wenn er das Bistum verlie\u00df oder der Ordensvisitator das Kloster besuchte. <\/p>\n<p>Abt Gallus wurde am 15.07. 1690 von Bischof Marquard Sebastian&nbsp; investiert und mit den dem Kloster zu stehende Rechten und den Temporalien belehnt.<strong> (<\/strong>Bamberg, Staatsarchiv -Kloster Langheim Urkunden 1690 VII 15)<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst wehrte sich das Kloster und der Ordensvisitator vergeblich gegen die neuen Vorgaben. Die Beschr\u00e4nkungen wurden aber am 2. April 1691 durch kaiserliches Reskript wieder aufgehoben. Kaiser war Leopold I. (1698- 1705)<\/p>\n<p>Am 6.11. 1693 best\u00e4tigte der Apostolische Gesandte Carolus de Marinis Abt und Kloster Langheim Rechte und Freiheiten (StABa \u2013 Langheim 1693 XI 6)<\/p>\n<p>1693 wurde&nbsp; Lothar Franz von Sch\u00f6nborn (1693 \u20131729 ) Bischof in Bamberg. Er war wie alle Bisch\u00f6fe von Sch\u00f6nborn von dem \u201cBauwurmb \u201c befallen, wie das Volk von Bruchsal \u00fcber seinen Neffen Damian Hugo von Sch\u00f6nborn (1721-1743), den F\u00fcrstbischof von Bruchsal sagte.<\/p>\n<p>Abt Gallus teilte mit ihm die Baufreude und er hatte ein sehr entspanntes Verh\u00e4ltnis zum F\u00fcrstbischof.<\/p>\n<p>In Kulmbach lie\u00df er nach den Pl\u00e4nen von Leonhard Dientzenhofer (1660-1707)(siehe Mei B\u00fcchle Kloster Ebrach, Kloster Sch\u00f6ntal) den Langheimer Amtshof errichten. Bis zur Fertigstellung dauerte es&nbsp; aber gut vier Jahre, was auch durch das Misstrauen durch den Markgrafen und den markgr\u00e4flichen Hofbaumeister verursacht wurde. Dieser, Bourdin de la Fond, besichtigte die Baustelle und erachtete den Pr\u00e4latenbau als eine Gefahr f\u00fcr die Stadt und die Plassenburg. Es ging vor allem um die dicken Mauern. Auch der Felsenkeller mit einem verzweigten G\u00e4ngesystem zur Wassergewinnung, das&nbsp; weit unter die markgr\u00e4fliche Plassenburg reichte,sorgte f\u00fcr Zwistigkeiten mit dem Markgrafen.<\/p>\n<p>In Trieb, das ja zu den Gr\u00fcndungsg\u00fctern von Kloster Langheim geh\u00f6rte, lie\u00df Abt Gallus 1692\/93 ebenfalls von Leonhard Dientzenhofer den zumindest in Bayern einmaligen&nbsp; Rundbau Na\u00dfanger als Vieh- und \u00d6konomiehaus aber auch als Altenheil des Abtes errichten.<\/p>\n<p>Er war mit Wassergraben und dicken Mauern versehen und sollte auch als Fluchtburg bei \u00dcbergriffen des Bamberger F\u00fcrstbischofs dienen. Solche \u00dcbergriffe hatte ja seit Abt Mauritius praktisch jeder Langheimer Abt erduldet.<\/p>\n<p>In Langheim erbaute Dientzenhofer, seit 1690 von Lothar Franz von Sch\u00f6nborn zum bambergischen Hofbaumeister ernannt worden, von 1691 bis 1704&nbsp; den vorgelagerten, dreigeschossigen S\u00fcdfl\u00fcgel der \u00abAlten Abtei\u00bb.<\/p>\n<p>Die Planung Dientzenhofers f\u00fcr Langheim ist nicht mehr vorhanden. Sie d\u00fcrfte aber alle nachfolgenden Arbeiten beeinflusst haben. <\/p>\n<p>Kontributionen, die im Spanischen Erbfolgekrieg (1701\u20131714) von Kloster Langheim zu zahlen waren, sowie Unsicherheit beenden die Baut\u00e4tigkeit Dientzenhofers in Langheim.<\/p>\n<p>Am 30 Mai 1696 fand nach dem Tod des Ebracher Abtes Ludwig Ludwig unter Vorsitz von Abt Gallus in Ebrach die Wahl des Nachfolgers Candidus Pfister (1696\u20131702) statt. (StAW \u2013 EbrachOCist 1696 Mai 30)<\/p>\n<p>Ab 1697 lie\u00df er in Tambach (s.o), das im Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieg fast v\u00f6llig zerst\u00f6rt worden war, den Ostfl\u00fcgel des Tambacher Schlosses, ein m\u00e4chtiges Barockschloss neu errichten und au\u00dferdem das stattliche Backhaus, das 1700 abgebrannt war.<\/p>\n<p>Ende des 17. Jahrhunderts unternahm Gallus eine kostspielige l\u00e4ngere Reise nach Rom. Von dort brachte er architektonische Anregungen f\u00fcr den Bau des Schlosses in Trieb mit.<\/p>\n<p>1723 lie\u00df er an der Kirche in Altenkunstadt einen Chor anbauen und 1724 das Schiff der Kirche in Isling verg\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>1727 lie\u00df er die zerst\u00f6rte alte Hofmeisterei zusammen mit einer Hauskapelle nach den Pl\u00e4nen des Coburger Baumeister und Hofmaurer Johann Georg Br\u00fcckner neu errichten. <\/p>\n<p>Im Torh\u00e4uschen des Schlosses befindet sich das Epitaph von Abt Gallus.<\/p>\n<p>37 Jahre hat Abt Gallus regiert. Trotz seiner regen Baut\u00e4tigkeit ersparte er gro\u00dfe Geldsummen und Naturalvorr\u00e4te. 1691 konnte er dem Markgrafen Christian Ernst zu Brandenburg-Kulmbach (1655-1712) gegen Verpf\u00e4ndung des ehemaligen Klosters Himmelkron,<\/p>\n<p>damals Jagdschloss des Markgrafen ein Darlehen von 15.000 Taler geben, das entspricht 2.391.769,00 \u20ac.<\/p>\n<p>In Verhandlungen war er durchaus flexibel. Aber die Rechte der Abtei gegen das F\u00fcrstbistum Bamberg und der Markgrafschaft Brandenburg-Kulmbach&nbsp; vertrat er aber entschlossen, wenn es um offene Rechtsverletzungen ging. So bewilligte er die ungerechtfertigten Anspr\u00fcche des Bambergischen Vikariats auf die Opfergelder von Vierzehnheiligen, Isling und Altenkunstadt. Den Rechtsstreit mit Bamberg, den sein Vorg\u00e4nger begonnen hatte, versuchte Abt Gallus durch g\u00fctlichen Vergleich zu beenden.<\/p>\n<p>1701 durfte Abt Gallus den Wallfahrtsbuch, das sein Onkel 1653 herausgegeben hatte, den &#8222;Frankenthalischen Lustgarten&#8220; (Wallfahrtsf\u00fchrer) wieder auflegen. Dagegen hatte sich das Vikariat Wien gewehrt. Au\u00dferdem gestattete Kaiser Leopold I. es nur dem Abt und dem Kloster<\/p>\n<p> Nachdrucke anfertigen zu lassen und diese zu verkaufen. Die Erlaubnis war zun\u00e4chst auf zw\u00f6lf Jahre befristet (StABa \u2013 Langheim 1701 VIII 4) Kaiser Karl VI. (1711-1740) best\u00e4tigte dies am 21.10. 1727 und verl\u00e4ngerte die Erlaubnis um weitere 12 Jahre<\/p>\n<p>StABa \u2013 Langheim 1727 X 21)<\/p>\n<p>1702 erhielt er das Recht, von Langheimischen Untertanen in Kulmbach steuern zu erheben und 1703 verweigerte er die Mitwirkung bei Schanzarbeiten an der Festung Plassenburg.<\/p>\n<p>Abt Gallus starb am 3. Februar 1728&nbsp; und wurde in der Abteikirche bestattet.<\/p>\n<p>Nach dem Tod von Abt Gallus lie\u00df Bischof Lothar Franz von Sch\u00f6nborn&nbsp; Kloster Langheim f\u00fcr neun Tage milit\u00e4risch besetzen. Martin Wolf (1728- 1734) wurde am 4. M\u00e4rz 1728 zum Abt von Langheim gew\u00e4hlt. Er war der einzige Abt, der nicht aus der unmittelbaren N\u00e4he<\/p>\n<p>des Klosters stammte, sondern aus Neumarkt in der Oberpfalz. Er wurde am 10. M\u00e4rz 1728 von Franz Konrad Graf von Stadion dem Statthalter des F\u00fcrstbischofs investiert. Die Wahl wurde am 8. 5. 1728 durch Generalabt Andoche Pernot des Crots (1727\u20131748 )<\/p>\n<p>best\u00e4tigt. (<b> <\/b>Bamberg, Staatsarchiv &#8211; Kloster Langheim Urkunden 1728 V 8)<\/p>\n<p>Die Belehnung mit den Temporalien erfolgte am 5. Juni 1728.<\/p>\n<p>Nach Langheim berief Abt Martin kurz nach seiner Wahl Weimarer Landbaumeister Gottfried Heinrich Krohne (1703\u20131756) nach Langheim. Dort errichtete die \u201cNeue Abtei\u201d, auch F\u00fcrstentrakt genannt.<\/p>\n<p>1730 baute Krohne am auch am S\u00fcd- und Westfl\u00fcgel der Konventbauten.<\/p>\n<p>Langheim hatte enge Beziehungen zur Residenzstadt Coburg. Der Tambacher Klosterhof lag vor den Toren Coburgs. Das Schloss in Trieb wurde ja von seinem Vorg\u00e4nger Br\u00fcckner errichtet (s.o.)<\/p>\n<p>In Trieb lie\u00df Abt Martin 1733 das von Abt Gallus errichtete Schloss erweitern.<\/p>\n<p>Abt Martin Wolf starb am 3. Januar 1734. Zu seinem Nachfolger wurde am 26. Januar 1734 Stephan M\u00f6singer&nbsp; aus Ha\u00dffurt&nbsp; unter der Leitung von Abt Wilhelm S\u00f6llner (1714\u20131741 ) gew\u00e4hlt. (StABa \u2013 Langheim 1734 I26)<\/p>\n<p>Schon die Wahlen&nbsp; letzten \u00c4bte Langheims wurden immer von milit\u00e4rischen Drohgeb\u00e4rden der F\u00fcrstbisch\u00f6fe von Bamberg begleitet. Das war auch bei Abt Stephan nicht anders. F\u00fcrstbischof war inzwischen Friedrich Karl von Sch\u00f6nborn (1674\u20131746) , der Neffe von <\/p>\n<p>Lothar Franz von Sch\u00f6nborn. Dieser investierte Abt Stephan am 25. Februar 1734 und belehnte ihn mit den Kloster Langheim zustehenden Hoheitsrechten und Temporalien.<\/p>\n<p>Abt Stephan wurde am 19. M\u00e4rz 1697 als Sohn des M\u00fcllers Johann M\u00f6ssinger geboren. Er immatrikulierte sich 1713 an der Universit\u00e4t W\u00fcrzburg und studierte als \u201cpauper\u201d geb\u00fchrenfrei Philosophie.<\/p>\n<p>1717 trat er unter Abt Gallus in das Kloster Langheim ein. 1718 legte er seine Profess ab und wurde 1722 zum Priester geweiht. 1728 wurde er Subprior und dann Novizenmeister. Ab 1731 war er Lektor f\u00fcr Philosophie und Theologie an der Hauslehranstalt. <\/p>\n<p>Der F\u00fcrstbischof war von seinem Onkel 1703\/1704 als kurmainzischer Gesandter an den Kaiserhof nach Wien geschickt worden. 1705 war er auch mit Protektion seines Onkels von Kaiser Joseph I. (1705-1711) 1705 zum Reichsvizekanzler ernannt worden.<\/p>\n<p>1729 wurde er in Bamberg Nachfolger&nbsp; des 1729 verstorbenen Lothar Franz. Ein knappes halbes Jahr sp\u00e4ter wurde er auch in W\u00fcrzburg zum Bischof gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Abt Stephan assistierte mit dem Abt von Kloster Michaelsberg Anselm Geisendorfer (1724-1743) bei der Weihe&nbsp; des Bamberger Weihbischofs von Hahn zum Bischof von Arad, die F\u00fcrstbischof Friedrich Karl vornahm. Weibischof von Hahn war am 27. M\u00e4rz 1723 von <\/p>\n<p>Papst Clemens XII (1730-1740) zum Titularbischof von Arad ernannt worden. F\u00fcrstbischof Friedrich Carl ernannte ihn zum Weihbischof von Bamberg und auch zum Generalvikar.<\/p>\n<p>Ob die Teilnahme an der Weihe auch als Versuch der Entkrampfung des Verh\u00e4ltnisses zwischen Bistum und Kloster zu sehen ist, kann ich nicht beurteilen.<\/p>\n<p>F\u00fcrstbischof Friedrich Karl machte aber klar, dass er gegen die von Langheim beanspruchte Reichsunmittelbarkeit ist, war aber zu Verhandlungen bereit. Die Reichsunmittelbarkeit bestand zwar de jure, aber die realen Machtverh\u00e4ltnisse waren eben anders. Abt<\/p>\n<p>Stephan sah das so, akzeptierte es und verzichtete auf die Reichsunmittelbarkeit endg\u00fcltig.&nbsp; Man verhandelte und F\u00fcrstbischof Friedrich Karl schloss am 20.Juni 1741 folgenden Rezess mit dem Kloster: \u201cLangheim&nbsp; erkennt den Bischof als&nbsp; Ordinarius in spiritualibus und als <\/p>\n<p>Landesherrn in temporalibus&nbsp; an. Bei der Abtswahl darf ein bisch\u00f6flicher Vertreter teilnehmen. Der gew\u00e4hlte Abt hat die Benediktion durch den F\u00fcrstbischof oder seinen Weihbischof zu empfangen.\u201d In einem Nebenrezess wurde die Vogteilichkeit<\/p>\n<p>des Kloster \u00fcber seine Lehen geregelt. Die Landeshoheit und die Blutgerichtsbarkeit bleiben beim Hochstift. Abt Stephan und der Konvent best\u00e4tigten den Vergleich&nbsp; am 1. Dezember 1741.<\/p>\n<p>Der F\u00fcrstbischof \u00fcberliess Kloster Langheim ein Drittel der in Vierzehnheiligen eingehenden Opfergelder. Im Gegenzug musste Kloster Langheim die Kirche in Viertzehnheiligen einrichten und unterhalten. Au\u00dferdem behielt sich Friedrich Karl das Recht vor, die Baupl\u00e4ne zu genehmigen.<\/p>\n<p>Abt Stephan erhielt au\u00dferdem das Recht auf die Hohe Jagd. Das war ihm wohl sehr wichtig, denn es war ein adeliges Statussymbol. Er war wohl begeisterter J\u00e4ger und hatte eine Sammlung von 35 unterschiedlichen Gewehren und 10 Paar Pistolen.<\/p>\n<p>Seine Stellung gegen\u00fcber dem adeligen Herrscher als gleichwertig demonstrierte durchaus selbstbewusst. So fuhr er er am Bamberger Hof mit sechssp\u00e4nnigem Kutsche&nbsp; vor, mit drei Bedienten zu Pferd und drei Bedienten zu Fu\u00df.<\/p>\n<p>Auch die Vorliebe f\u00fcr repr\u00e4sentative Bauten teilte er mit dem Bamberger F\u00fcrstbischof. Allerdings standen ihnen ganz unterschiedliche Etats zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>Abt Stephan konnte j\u00e4hrlich um die 5000 fr\u00e4nkische Gulden aufbringe, das sind etwa 805.995,00 \u20ac. Der F\u00fcrstbischof gab allein f\u00fcr die W\u00fcrzburger Residenz das Zehnfache aus.<\/p>\n<p>Von seinem Vorg\u00e4nger Abt Martin \u00fcbernahm er den Baumeister Krohne, der ab 1728 die Neue Abtei gebaut hatte. Er erstellte nun die Konventfl\u00fcgel neu. 1742 sind die Bauten fertig und demonstrieren mit ihrer repr\u00e4sentativen und residenz\u00e4hnlichen<\/p>\n<p>Architektur schon einen f\u00fcrsten\u00e4hnlichen Anspruch.<\/p>\n<p>Auch in Bamberg&nbsp; lie\u00df Abt Stephan bauen. Dort erhielt der Langheimer Hof einen neuen Nordfl\u00fcgel.<\/p>\n<p>\u00dcber F\u00fcrstbischof Friedrich Karl kommt er mit mit dem f\u00fcrstlich w\u00fcrzburgischen Ingenieur-Hauptmann Balthasar Neumann in Kontakt. Von Lothar Franz von Sch\u00f6nborn stark gef\u00f6rdert war er jetzt f\u00fcr dessen Neffen Friedrich Karl t\u00e4tig.<\/p>\n<p>Beim Bau der W\u00fcrzburger Residenz hatte er die planerische Leitung inne, die laufende Ausf\u00fchrungsplanung und die Organisation der Baustelle.<\/p>\n<p>1741 lieferte Balthasar Neumann dem Langheimer Abt einen Plan f\u00fcr einen Kirchenneubau in Langheim. Aber es bleibt&nbsp; beim Projekt, denn F\u00fcrstbischof Friedrich Karl wollte den Bau einer Wallfahrtskirche in Vierzehheiligen. Das war ja 1741 im <\/p>\n<p>Zusammenhang mit der teilweisen&nbsp; \u00dcberlassung der dortigen Opfergelder so vereinbart worden. F\u00fcr den F\u00fcrstbischof eigentlich ein geniales Modell. Er bestimmte die Planung und Langheim musste finanzieren. Das kostete j\u00e4hrlich zwischen 2000<\/p>\n<p>und 4000 Gulden, so dass f\u00fcr Langheimer Baupl\u00e4ne kein Geld mehr \u00fcbrig war. Es hatte im Vorfeld verschiedene Planungen gegeben. Abt Stephan hatte seinen in Langheim arbeitenden Baumeister Krohne mit der Planung der Wallfahrtskriche Vierzehnheiligen beauftragt.<\/p>\n<p>Die vorgeschlagenen Pl\u00e4ne hatten g\u00fcnstige Kosten versprochen.Deshalb wollte der Abt diese Pl\u00e4ne durchsetzen. Denn er wollte sein Geld vor allem f\u00fcr einen Kirchenneubau in Langheim ausgeben.<\/p>\n<p>Eigenm\u00e4chtig hatte F\u00fcrstbischof Friedrich Karl seinen Hofbaumeister Johann Jakob Michael K\u00fcchel (1703\u20131769) mit einem Projekt f\u00fcr Vierzehnheiligen beauftragt, das 1742 vorlag. Nun lehnte Abt Stephan ab, weil ihm das Projekt nach K\u00fcchels Pl\u00e4nen zu teuer sei.<\/p>\n<p>Er hatte inzwischen Balthasar Neumann mit der Planung von Vierzehnheiligen beauftragt. Als die Pl\u00e4ne eintrafen, lie\u00df er diese vom F\u00fcrstbischof genehmigen, dachte aber immer noch nicht daran, diese auch durchf\u00fchren zu lassen.<\/p>\n<p>Er beauftragte Krohne mit der Planung einer Sparversion basierend auf Neumanns Pl\u00e4nen und erteilte ihm sofort den Auftrag zur Durchf\u00fchrung. Nun schickte der F\u00fcrstbischof Neumann und K\u00fcchel auf eine Inspektionsreise nach Vierzehnheiligen.<\/p>\n<p>Abt Stephan lie\u00df&nbsp; nun Baumeister Krohne fallen um sein Gesicht zu wahren. Der F\u00fcrstbischof \u00fcbernahm&nbsp; nun die Regie und \u00fcberzeugte Neumann von der Neuplanung, wobei der begonnene Grundriss Krohnes \u00fcbernommen werden sollte.<\/p>\n<p>Sein Neubauprojekt in Langheim musste der Abt zur\u00fcckstellen. Trotz der verpfuschten Planung zu Baubeginn entstand neben ein weiteres Meisterwerk von Balthasar Neunmann. Zentral war nun der Gnadenaltar. 14 S\u00e4ulen tragen nun symbolisch f\u00fcr die 14 Nothelfer<\/p>\n<p>das Geb\u00e4ude. Die Kirche passt sich sich der Landschaft an, ist auf Fernsicht angelegt und eine Antwort auf die Fassade des gegen\u00fcberliegenden Kloster Banz.<\/p>\n<p>Meisterlich erg\u00e4nzt wird die Kirche durch die Stukkaturen des Wessobrunners Johann Michael Feichtmayr (1696\u20131772) und seiner Werkstatt. Sie waren sein letztes gro\u00dfes Werk. die Malereien besorgte Joseph Ignaz Appiani (1706\u20131785)&nbsp; Der Maler stammte aus Porto Ceresio war seit 1745 kurmainzischer<\/p>\n<p>Hofmaler.<\/p>\n<p>Keiner der am Bau von Vierzehnheiligen Beteiligten erlebte die Fertigstellung der Wallfahrtskirche.<\/p>\n<p>Am 23.04. 1743 hatten Abt Stephan und F\u00fcrstbischof Friedrich Karl den Grundstein gelegt. Der F\u00fcrstbischof starb 1747. Abt Stephan starb 1751 und&nbsp; Balthasar Neumann starb 1753. Maurermeisters Thomas Nissler aus Staffelstein erstellte die Gew\u00f6lbe und war auch f\u00fcr die<\/p>\n<p>die Zweiturmfassade. Der Rohbau wurde 1763 fertiggestellt. Am 16. 09. 1772 wurde die Kirche nach 29-j\u00e4hriger Bauzeit wurde die Kirche geweiht. Gekostet hatte die Kirche&nbsp; 130.000 fr\u00e4nkische Gulden, das w\u00e4ren heute gut \u00fcber 20 Millionen Euro.<\/p>\n<p>Abt Stephan starb am 3. September 1751 im Alter von 54 Jahren.<\/p>\n<p>Er hinterlie\u00df eine gut verwalte Klosterherrschaft und diese war trotz reger Baut\u00e4tigkeit schuldenfrei.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Abt Malachias Limmer (1751\u20131774 ) Er wurde am 12. April 1712 als Sohn des Hochstiftvogts Johannes Limmer&nbsp; in Kronach geboren. Er besuchte ab 1724 das Gymnasium in Bamberg. 1731 trat er in das Kloster Langheim ein und legte ein Jahr sp\u00e4ter die Gel\u00fcbde ab.<\/p>\n<p>Nach der Priesterweihe schickte ihn Abt Stephan 1736 zum Jurastudium nach Bamberg. Nach seinem Jurastudium wurde er Kanzleidirektor der Abtei Langheim, das war das h\u00f6chste weltliche Amt des Klosters. <\/p>\n<p>Am 16. September 1751 wurde er&nbsp;&nbsp; mit 34 von 60 Stimmen zum Abt gew\u00e4hlt.&nbsp; F\u00fcrstbischof Johann Philipp Anton zu Frankenstein (1746-1753) investierte Abt Malachias 1752. Bei der Wahl hatte Weihbischof Heinrich Joseph von Nitschke (1749-1778) als Wahlkommissar fungiert.<\/p>\n<p>Als Diplomat war Abt Malachias so geschickt wie sein Vorg\u00e4nger. Er konnte die bisch\u00f6flichen Einmischungen neutralisieren. Die Reibereien zwischen Bistum und Kloster nahmen ab.<\/p>\n<p>Er konnte sich auf die wirtschaftliche F\u00fchrung seiner Abtei konzentrieren. Er k\u00fcmmerte sich um die Ausbildung seiner Konventualen. Einige schickte er auch auf die Universit\u00e4t nach Prag.<\/p>\n<p>Er stattete auch die Klosterbibliothek aus.<\/p>\n<p>In Langheim errichtete er \u00f6stlichen Krankenfl\u00fcgel. Seine wichtigste Aufgabe war die Vollendung der Wallfahrtskirche in Vierzehnheiligen. Gegen die aufkommende Mode des franz\u00f6sischen Klassizismus der Aufkl\u00e4rung verpflichtete er den Stukkateur Johann Michael Feichtmayr und den<\/p>\n<p>Auch der Siebenj\u00e4hrige Krieg (1756-1763) belastete das Kloster schwer. 1758 waren die Preussen in Franken eingefallen, vor allem um Kontributionen und Nahrungsmittel zu erpressen. Kloster Langheim war zwar nicht von einem Truppeneinmarsch betroffen, aber es musste enorme Kontributionen aufbringen. Der Bau von Vierzehnheiligen aber lief weiter.<\/p>\n<p>den Maler Joseph Ignaz Appiani. Nur zwei Jahre nach der Weihe starb Abt Malachias mit 61 auf dem Langheimer Schloss Trieb.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Johann Nepomuk Pitius (1774\u20131791 ). Er wurde am 2. Juni 1744 in Bamberg geboren. Sein Vater war Buchbinder und wohl nicht sonderlich wohlhabend. Er trat 1761 in das Kloster Langheim ein.<\/p>\n<p>Am 24. Oktober 1762 legte er seine Ordensgel\u00fcbde ab.<\/p>\n<p>Er studierte Mathematik und Philosophie an der Bamberger Universit\u00e4t. 1770 wurde er zum Priester geweiht. Mit seinem sp\u00e4teren Nachfolger Candidus Hemmerlein studierte er von 1771 bis 1773 in Prag Rechtswissenschaften.<\/p>\n<p>Dieses Fach lehrte er auch einige Monate im Kloster<\/p>\n<p>Nach dem Tod von Abt Malachias wurde er wegen seiner Beredsamkeit und seiner Beredsamkeit (Zehnter Bericht \u00fcber das Bestehen und Wirken des historischen Vereins zu Bamberg, Bamberg&nbsp; 1847, S. 23) am <\/p>\n<p>31. Januar 1774 unter Vorsitz des Ebracher Abts Wilhelm II. Ro\u00dfhirt (1773\u20131791) zum Abt gew\u00e4hlt. (StABa \u2013 Langheim 1774 I 31) Am 16. M\u00e4rz 1774 belehnte F\u00fcrstbischof Adam Friedrich von Seinsheim (1757-1779) mit allen dem Kloster zustehenden Rechten,<\/p>\n<p>Spiritualien und Temporalien. (StABa \u2013 Langheim 1774 III 16) Der F\u00fcrstbischof setzte dabei dem gew\u00e4hlten Abt ein erstmals verwendetes rotes Birett mit goldenem Knopf auf. (Dieter J. Wei\u00df, Das exemte Bistum Bamberg 4: Die Bamberger Bisch\u00f6fe von 1693 bis 1802 (Germania Sacra. Dritte Folge 12), <\/p>\n<p>Berlin\/Boston 2016 S.286).<\/p>\n<p>1780-1786 lie\u00df er in Schloss Tambach den Westtrakt und Mitteltrakt erbauen. Zwischen 1789 und 1792 entstanden in Langheim&nbsp; die Konsulensie und der Ostpavillon.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem beschaffte Abt Johann ein Astrolabium sowie elektrische Apparate auf seinen Reisen nach Paris und Augsburg.<\/p>\n<p>Abt Johann wurde vom Bamberger F\u00fcrstbischof Franz Ludwig von Erthal am 3. April 1787 Gehorsam gegen\u00fcber dem Vaterabt befohlen, nach dem dieser gegen ein Verbot des Abtes Wilhelm Ank\u00e4ufe zu t\u00e4tigen und Bauten zu erstellen versto\u00dfen hatte. Am 22. Juli 1787&nbsp; suspendierte ihn der Bischof von seinem Amt. Allerdings belegen die Zahlen die Vorw\u00fcrfe nicht.&nbsp; So umfasste der Konvent 1792 59 Konventuale und drei Konversen. Zwar waren mit 17000 Fr\u00e4nkischen Gulden 1792 die h\u00f6chsten Bauausgaben in einem Jahr get\u00e4tigt worden,<\/p>\n<p>das sind etwa 2.715.363,00 \u20ac Aber trotz der Baumassnahmen betrugen die \u00dcbersch\u00fcsse 8000 fr\u00e4nkische Gulden,also etwa 1.277.818,00 \u20ac, also knapp die H\u00e4lfte der ausgaben f\u00fcr Baumassnahmen.<\/p>\n<p>Es scheint dass durch ungeschickte Amtsf\u00fchrung des Abtes ein Geist der Unruhe im Kloster aufgekommen ist, der zu Vorw\u00fcrfen f\u00fchrte und letztlich in der Suspendierung gipfelte. Bis zum Tod von Abt Johann am 5. Mai 1791 hatte ein Triumvirat des Konvents die Leitung der Abtei inne.<\/p>\n<p>Die Neuwahl des neuen und letzten Abts von Langheim fand am 25. Mai 1791 unter Vorsitz des Ebracher Vaterabtes Eugen Montag (1791-1803) statt. (StABa \u2013 Langheim 1791 V 25) Gew\u00e4hlt wurde Candidus Hemmerlein. Er geh\u00f6rte dem Triumvirat an, dass die Verwaltungsgesch\u00e4fte des Klosters f\u00fchrte.<\/p>\n<p>Die Wahl wurde am 1. Juli 1791 von dem Salemer Abt Robert Schlecht (1778\u20131802) im Namen des Zisterzienserordens best\u00e4tigt. (StABa \u2013 Langheim 1791 VII 1)<\/p>\n<p>Candidus Hemmerlein wurde am 30. Juni 1743 als Sohn armer Eltern in Kronach geboren.&nbsp; Er war ein Verwandter des Langheimer Abtes Malachias Limmer. Seinen ersten Unterricht erhielt vom Kronacher Rektor. Dann besuchte er das Gymnasium in Bamberg.<\/p>\n<p>1761 trat er in die Zisterzienserabtei Langheim ein. 1762 legte er seine Profess ab. Danach absolvierte er dort von 1763 bis 1768 unter der Leitung des Novizenmeisters und Professors Willibald Schlecht den philosophischen und theologischen Lehrkurs und feierte am 8. Dezember 1767 seine Primiz.<\/p>\n<p>Dann studierte er zusammen mit seinem Vorg\u00e4nger Johann Nepomuk Pitius auch Rechtswissenschaften in Prag.<\/p>\n<p>Nach seiner R\u00fcckkehr aus Prag wurde er Kanzleidirektor in Langheim. In diesem Amt f\u00fchrte er eine genaue Buch- und Aktenf\u00fchrung ein.<\/p>\n<p>F\u00fcrstbischof Franz Ludwig von Erthal&nbsp; investierte Abt Candidus am 22. November 1791 und belehnte ihn mit allen dem Kloster Langheim zustehenden&nbsp; Rechten, Spiritualien und Temporalien. (StABa \u2013 Langheim 1791 XI 22)<\/p>\n<p>Der Bamberger Weihbischof Johann Adam Behr (1778-1805) wies in einer Eingabe an den Erzbischof auf den Ungehorsam des suspendierten Langheimer Abtes hin. (Wei\u00df, S. 352).<\/p>\n<p>Abt Candidus konnte die Unruhe, die im Konvent unter seinem Vorg\u00e4nger aufgetreten war abbauen und die Spannungen, die in der Klostergemeinschaft aufgetreten waren ausgleichen. Er machte verhaltene Zugest\u00e4ndnisse, die der urspr\u00fcnglichen Strenge des Zisterzienserordens<\/p>\n<p>eigentlich widersprachen. Er kam damit auch dem Zeitgeist n\u00e4her, der bessere Lebensbedingungen und mehr Wissen anstrebte. Er war eine integrierende Pers\u00f6nlichkeit, bestimmt vom Geist der gem\u00e4\u00dfigten Aufkl\u00e4rung. Er besa\u00df die Eigenschaft, die Talente seiner<\/p>\n<p>Untergebenen zu erkennen und diese zu f\u00f6rdern. Zwei M\u00f6nche lie\u00df er Rechtswissenschaft an der Universit\u00e4t W\u00fcrzburg studieren und diese dann im Kloster dieses Fach unterrichten. Zugunsten des Studiums k\u00fcrzte er den Chorgesang.<\/p>\n<p>Er lie\u00df die L\u00e4ndereien des Klosters vermessen und genaue Karten anlegen, auch um seit Jahrzehnten bestehende Grenzstreitigkeiten beizulegen.<\/p>\n<p>Franken und damit auch Kloster Langheim waren von den Koalitionskriegen betroffen, die 1792 (1. Koalitionskrieg) und 1799-1802 (2. Koalitionskrieg).Langheim musste Truppendurchz\u00fcge, Pl\u00fcnderungen, Kontributionen und auch Zerst\u00f6rungen erdulden.<\/p>\n<p>Aber dieses konnte er durch gute \u2018Wirtschaftsf\u00fchrung, wobei er sich auch von unrentablen G\u00fctern trennte ausgleichen, so dass er sogar noch einen neuen Konventsbau errichten lassen. F\u00fcr die Bibliothek hatte er B\u00fccher angeschafft.<\/p>\n<p>Mit gro\u00dfem Kostenaufwand legte er ein Kunst- und Naturalienkabinett und&nbsp; eine M\u00fcnzsammlung an. Dies wurde nach der S\u00e4kularisation zerstreut.<\/p>\n<p>Der neue Konventsbau brannte aber in der Nacht vom 6. auf den 7. Mai 1802 vollst\u00e4ndig aus. Gleich nach dem Brand, der die Pr\u00e4latur,den Konventbau, die wertvolle Bibliothek sowie einen Teil der Kirche zerst\u00f6rt hatte, begann er mit dem Wiederaufbau.<\/p>\n<p>Aber dann kam mit der S\u00e4kularisation 1803 das Ende des Klosters. Am 10. Mai 1803 erlie\u00df der bayrische Kurf\u00fcrst Kurf\u00fcrsten Maximilian IV. Joseph (1799-1825) einen Aufhebungsbeschluss. Das Kloster wurde verstaatlicht, die verwertbaren Besitzt\u00fcmer der Abtei verkauft und die brandgesch\u00e4digten Geb\u00e4ude samt der Kirche wurden abgerissen. <\/p>\n<p>Abt Candidus erhielt den Langheimer Hof in Bamberg sowie Schloss Trieb. Eine gute h\u00e4usliche Einrichtung beide mit zwei Wagen und vier Pferden wurden ihm gestellt, au\u00dferdem ein Keller voll Wein. Er erhielt den H\u00f6chstsatz, der nach dem Reichsdeputationshauptschluss vorgesehen war. Dar\u00fcberhinaus durfte er seine Pektoralien (Brustkreuze) und Ringe behalten. Seine Pension betrug 8000 Gulden, das entspricht immerhin etwa 164.900 Euro.<\/p>\n<p>Den gr\u00f6\u00dften Teil seiner Pension verbrachte er aber, wie man aus seinen Abrechnungen ersehen kann zur Unterst\u00fctzung bed\u00fcrftiger ehemaliger Klosteruntertanen und Konventualen. <\/p>\n<p>Auf seinen Bamberger Wohnsitz verzichtete er. Er nahm sich stattdessen eine Wohnung in Lichtenfels, wo er am 19. M\u00e4rz 1814 verstarb.<\/p>\n<p>Er ist in der Pfarrkirche von Lichtenfels bestattet.<\/p>\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"Bad Staffelstein - Vierzehnheiligen\" alt=\"Bad Staffelstein - Vierzehnheiligen\" src=\"https:\/\/tse2.mm.bing.net\/th?id=OIP.nP_JbWjnDStoatRLKE2wUwHaJR&amp;pid=Api&amp;P=0&amp;w=300&amp;h=300\" width=\"400\" height=\"501\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Am 1. 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