{"id":3209,"date":"2021-05-26T15:01:14","date_gmt":"2021-05-26T15:01:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=3209"},"modified":"2021-05-26T15:01:14","modified_gmt":"2021-05-26T15:01:14","slug":"kloster-baumgarten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=3209","title":{"rendered":"Kloster Baumgarten"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/b\/b9\/Bernardvil%C3%A9_060.JPG\/220px-Bernardvil%C3%A9_060.JPG\" width=\"220\" height=\"165\"><\/p>\n<p>Die Geschichte von Kloster Baumgarten beginne ich mit dem Bischof von Stra\u00dfburg Kuno von Michelbach. Er entstammte dem Ortsadel von Michelbach, heute ein Stadtteil von Gaggenau. <\/p>\n<p>Er war Stiftsherr in Stra\u00dfburg und Speyer. Er bekleidete auch das Amt des Propstes von Goslar.Das d\u00fcrfte auch die vorletzte Stufe in der Karriereleiter des Kuno gewesen sein. <\/p>\n<p>1100 setzte ihn Kaiser Heinrich IV. (1084-1105) zum Bischof von Stra\u00dfburg ein. Die von 1049 bis 1194 nachweisbaren Pr\u00f6pste in Goslar&nbsp; wurden bis auf eine Ausnahme zu Bisch\u00f6fen bef\u00f6rdert.<\/p>\n<p>Heinrich IV. setzte Kuno mit Stab und Ring ein. Kuno empfing aber nie die Bischofsweihe durch den Papst. Er versuchte zwar, die Anerkennung als Bischof von Papst Paschalis II. (1099-1118)<\/p>\n<p>zu erhalten. Da dieser aber im Investiturstreit der Politik seines Vorg\u00e4ngers Gregor VII. (1073-1085) folgte, erneuerte er 1102 den Bann gegen Heinrich IV.Und so bekam Kuno nat\u00fcrlich die erhoffte<\/p>\n<p>Anerkennung nicht. Kuno agierte, als ob er ei legitimer Bischof w\u00e4re. Bis zum Investiturstreit war es ja durchaus die Regel, dass die Herrscher als Laien Bisch\u00f6fe mit Ring, Stab und Zepter ernannten.<\/p>\n<p>Verbindlich geregelt wurde die Investitur erst mit dem Wormser Konkordat vom 23. November 1122.<\/p>\n<p>Kaiser Heinrich V. (1111-1125) akzeptierte die Investitur eines Bischofs mit Ring und Stab durch den Papst. Der Kaiser verlieh das Schwert als Symbol f\u00fcr die weltlichen Hoheitsrechte, die mit dem Bischofsamt verbunden waren.<\/p>\n<p>Bischof Kuno tritt erstmals in einer Schenkungsurkunde von Kaiser Heinrich IV. am 15. Februar 1102 auf. Es geht um G\u00fcter \u201cdie er von Bischof Kuno von Stra\u00dfburg und dessen Br\u00fcdern Eberhard und Werinhard erworben hat, um den benachbarten, von Kaiser Heinrich (III.) dem Domkapitel \u00fcbertragenen Hof Rotenfels im Ufgau in der Grafschaft Forchheim des Grafen Hermann k\u00fcnftig vor deren \u00dcbergriffen zu sch\u00fctzen\u2026\u201d Heinrich IV. &#8211; RI III,2,3 n. 1472. Die Urkunde ist auch insofern interessant, weil es die erste urkundliche Erw\u00e4hnung Michelbachs ist.<\/p>\n<p>1104 hatte Heinrich V. gegen seinen eigenen Vater rebelliert. Auf einer F\u00fcrstenversammlung im Dezember&nbsp; 1105 musste Heinrich IV. auf den Thron verzichten. Am 5. Januar 1106 wurde Heinrich V. in Mainz zum K\u00f6nig gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Kuno hatte auch f\u00fcr die Abdankung Heinrichs IV. gestimmt, obwohl er diesem seinen Bischofsstuhl in Stra\u00dfburg verdankte. Er begleitete Heinrich V. ins Elsass. Heinrich w\u00e4hlte Rouffach als seine Residenz.<\/p>\n<p>Er war auch auf der Romreise Heinrichs V. dabei, wo dieser am 13. April 1111von Papst Paschalis II. zum Kaiser gekr\u00f6nt wurde. Im September war Kaiser Heinrich auf einer Synode in Stra\u00dfburg. Bischof Kuno erhielt dort mehrere Privilegien als Dank f\u00fcr die Reisebegleitung.<\/p>\n<p>In seinem Bistum gab es Gegner und Bef\u00fcrworter von Bischof Kuno. Auch der Gegensatz zwischen Papst und Kaiser war immer noch nicht ausger\u00e4umt. Der gr\u00f6\u00dfte Teil des Kapitels wie auch Bischof Kuno selbst stand auf Seiten des Kaisers, der Klerus st\u00fctze den Papst.<\/p>\n<p>Es gab auch einen Brief vom Klerus an den Papst, in dem dieser sich gegen die jahrelangem Unterdr\u00fcckung durch die vom Kaiser eingesetzten Bisch\u00f6fe&nbsp; Otto (1082-1100), Balduin (23.08.1100-30.10.1100 +) und Kuno beschwerte. \u00dcber Kuno wurde in dem Brief gesagt, er erf\u00fclle<\/p>\n<p>seine bisch\u00f6flichen Funktionen nicht. Au\u00dferdem f\u00fchre er ein \u00e4rgerliches Leben und seinen Bischofsitz habe er durch Simonie bekommen. Er rief den Klerus auf, standhaft zu bleiben und im Guten gegen den Bischof zu verharren.<\/p>\n<p>Papst Paschalis II. starb Anfang 1118. Sein Nachfolger Gelasius II. (1118-1119) wurde am 24.Januar 1118 zum Papst gew\u00e4hlt. Der gebannte Kaiser Heinrich V. war in die Wahl nicht einbezogen worden. Er eilte nach Rom und lie\u00df den Cluniazenser Maurice zum Papst&nbsp; Gregor VIII. kr\u00f6nen.<\/p>\n<p>Da Gelasius II. schon 1119 starb wurde wieder eine Papstwahl f\u00e4llig. Zum neuen Papst gew\u00e4hlt wurde am 2. Februar 1119 Calixt II.(1119-1124). Er berief im Oktober 1119 ein Konzil in Reims ein, um sich Unterst\u00fctzung f\u00fcr die p\u00e4pstliche Position zu verschaffen.<\/p>\n<p>Heinrich V. sollte sich vor dem Konzil mit Papst Calixt treffen. Er kehrte aber kurz vorher um. Am 30. Oktober 1119 bannte ihn de Papst. Bischof Kuno aber unterwarf sich Papst und Konzil. Er hatte wieder die Seiten gewechselt.<\/p>\n<p>Er war nun in einer recht ungem\u00fctlichen&nbsp; Lage. Der Papst anerkannte ihn nicht, weil er ihm vorwarf, seinen Bischofsitz durch Simonie erkauft zu haben. Beim Kaiser hatte er sich die Sympathien durch seinen Treubruch verscherzt.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich lehnte sich sein Kapitel gegen ihn auf, weil er G\u00fcter des Bistums ver\u00e4u\u00dfern wollte, um seine Schulden zu decken. Als Herzog Berthold III. (111-1122)von Z\u00e4hringen&nbsp; in der N\u00e4he von Molsheim bei einer Fehde ums Leben kam, passte das ganz gut.<\/p>\n<p>Man beschuldigte ihn des Verbrechens oder zu mindestens der Mitwisserschaft. Kurz danach wurde er abgesetzt. Er floh in das bisch\u00f6fliche Schloss von Epfig.&nbsp; Dort starb er am 14. April 1128. Vor seinem Tod hatte er 1125 hatte er am Fu\u00df des Ungersberg<\/p>\n<p>die Abtei Baumgarten gestiftet. Entgegen der Datumsangabe von wikipedia geben Pfarrer Jules Kirschner, Pfarrer in Bernardville in Baumgarten ehemalige Zisterzienserabtei und Wallfahrt zu den 14. Nothelfern, 1925 und Fr\u00e8re Albert Martigny<\/p>\n<p>Baumgarten, abbaye de 1125 \u00e0 1525, p\u00e8lerinage aux XIV Saints Auxiliaires, 1992 (paroisse de Bernardvill\u00e9\/Reichsfeld)&nbsp;&nbsp; beides online zug\u00e4nglich \u00fcber Cistopedia org Kloster Baumgarten und dort die Bibliographie an, dass Bischof Kuno kurz nach der<\/p>\n<p>Gr\u00fcndung von Kloster Baumgarten 1125 an der Pest, die damals im Elsass grassierte, gestorben ist. Der kleinere Aufsatz von Jules Kirschner ist in Deutsch und nahezu deckungsgleich mit dem Aufsatz von Albert Martigny in Franz\u00f6sich.<\/p>\n<p>Die beiden Aufs\u00e4tze sind meine Hauptquelle zu \u201cKloster Bamgarten\u201d.<\/p>\n<p>Bischof Kuno wurde bei seiner Stiftung auch durch den Erzbischof von Mainz Adalbert von Saarbr\u00fccken (1111-1137) wie auch aus einer Urkunde hervorgeht: Adalbert \u201dgestattet und unterst\u00fctzt die stiftung des kl. Baumgarten durch Bischof Cuno v. Strassburg. \u201c<\/p>\n<p>Adalbert <strong>I. <\/strong>(1110-1137) &#8211; RIplus Regg. EB Mainz 1 [n. 1550<strong><a href=\"http:\/\/opac.regesta-imperii.de\/lang_de\/kurztitelsuche_r.php?kurztitel=B%C3%B6hmer%2C%20Regesta%20archiepiscoporum%20Maguntinensium\">]<\/a><\/strong><\/p>\n<p>Der erste Abt hie\u00df Friedrich. Bischof Kuno erkl\u00e4rte, dass Kloster Baumgarten von allen Abgaben frei sei.<\/p>\n<p>1133 war die Klosterkirche fertiggestellt und wurde am 14. November 1133 von dem Stra\u00dfburger Bischof Gebhard von Urach (1131\u20131141) zu Ehren von Maria und Aller Heiligen geweiht. Bischof Gebhard&nbsp; best\u00e4tigte alle dem Kloster erteilten Rechte. Dies geschah&nbsp; im Beisein von Domprobst<\/p>\n<p>Adelgot und aller Stiftsherren sowie der&nbsp; \u00c4bte Konrad von Ebersm\u00fcnster, Reinhard von Marmoutier,&nbsp; Otto von Altorf&nbsp; und des Abtes von St. Trudbert im Schwarzwald, Klerikern und Laien. Unter den Laien waren Graf Rudolf und sein Sohn Arnulf von Lenzburg,<\/p>\n<p>Folmer von H\u00fcneburg, Albrecht Vogt von Stra\u00dfburg und Otto, B\u00fcrgermeister von Stra\u00dfburg und viele mehr.<\/p>\n<p>1148 sandte der Abt von Beaupr\u00e9 mehrere M\u00f6nche nach Baumgarten um dort die Reform des Bernhard von Clairvaux (um 1090- 1153) einzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Auf Bitten von Abt Drogo weihte der Stra\u00dfburger Bischof Burchard von Michelbach 1141-1162 Kloster und Kirche nochmals. Bischof Burchard war der Neffe von Bischof Kuno, dem Stifter des Klosters. Das Kloster erhielt viele Schenkungen und verf\u00fcgte bald \u00fcber einen ansehnlichen Besitz.<\/p>\n<p>1167 bekam es von der \u00c4btissin Haziga&nbsp; (um 1159\u20131172)von Andlau den Sohlenberg geschenkt unter der Bedingung, dass der Abt oder Prior bei den Stiftsdamen Beichte h\u00f6rt und auch ihr Begr\u00e4bnis halten muss. <\/p>\n<p>Am 23. Dezember 1182 nimmt Papst Lucius II. (1181-1185) Kloster Baumgarten, Abt Konstantin und die Br\u00fcder in p\u00e4pstlichen Schutz, best\u00e4tigt den Besitz , die Urkunden der Bisch\u00f6fe von Stra\u00dfburg und Toul, sowie des Herzogs Matth\u00e4us von Lothringen, best\u00e4tigt die Schenkungen<\/p>\n<p>(in der Urkunde) genannter Personen und&nbsp; befreit sie vom Zehnten bei Eigenbau und f\u00fcr Tierfutter. Lucius III. &#8211; RI IV,4,4,1 n. 412 <\/p>\n<p>1195 best\u00e4tigt Papst C\u00f6lestin (1191-1198) die G\u00fcter von Baumgarten aufs Neue. Es waren bedeutend mehr als noch Papst Lucius best\u00e4tigen musste. Daraufhin nahm Albert II. Graf von Dagsburg (1175-1212) Kloster Baumgarten unter seinen Schutz.<\/p>\n<p>Die wichtigste Erwerbsquelle des Klosters war von Anfang an der Wein. In der Best\u00e4tigung von Papst C\u00f6lestin werden ausdr\u00fccklich die Weinberge von Dambach, von Blienschweiler, Nothalten und Zellweiler best\u00e4tigt. Im Verh\u00e4ltnis zu seinem Grundbesitz hatte Kloster Baumgarten<\/p>\n<p>viele Weinberge.<\/p>\n<p>Walfried von Bischofsheim, ein Adliger aus dem Elsass vermachte dem Kloster sein bedeutendes Verm\u00f6gen an Grundst\u00fccken und Geb\u00e4uden und beendete sein Leben als M\u00f6nch im Kloster Baumgarten.<\/p>\n<p>Auch diese Schenkung umfasste einen gro\u00dfen Anteil an Weinbergen. In dieser Schenkung sind Weinberge in Bischofsheim und dem benachbarten Griesheim.In diesem Dorf, das wohl fr\u00fcher mehr Reben pflanzte als heute, schenkt Walfried 29 Rebg\u00fcter, ferner 10 andere bei dem der Abtei benachbarten Kloster Andlau.<\/p>\n<p>Die Zisterzienserregel gestattete, da\u00df auf den Wirtschaftsh\u00f6fen oder Grangien die Rebe \u201esorgf\u00e4ltig und mit Flei\u00df&#8220; kultiviert wurde. Die Statuten Raynalds vom Jahre 1134 verbieten, den im Kloster erzeugten Wein nur ma\u00dfweise, im Kruge, zu verkaufen, sie gestatten also den Verkauf in gr\u00f6\u00dferer Menge, was auf betr\u00e4chtliche Produktion schlie\u00dfen l\u00e4\u00dft. Schon 1182 gestattete das Generalkapitel, dass au\u00dferhalb der Grangien oder Kl\u00f6ster ein eigenes Haus f\u00fcr den Weinausschank eingerichtet wurde. M\u00f6nchen und Konversen aber war der Zugang hier streng untersagt.<\/p>\n<p>Durch ihren rationellen Betrieb des Rebbaues wurden die Zisterzienser f\u00fcr manche Gegenden die eigentlichen Begr\u00fcnder der Rebenkultur. In Eberbach im Rheingau wurde mit dem \u201cSteinberg\u201d wohl einer der ersten heute noch bewirtschafteten Weinberge Deutschlands errichtet. Er wird schon 1211 im <br \/>Eberbacher G\u00fcterverzeichnis \u201cOculus memoria\u201d erw\u00e4hnt.Der Steinberg wurde dem Neuhof zugeordnet, einer Grangie, auf der Vieh gehalten wurde. Der anfallende Viehmist wurde in die Weinberge als D\u00fcnger eingebracht. Der Steinberg wurde 1766 von einer 3 Kilometer langen Mauer umgeben, die heute noch besteht und unter Denkmalschutz steht. Eigentlich als Schutz gegen Traubendiebe errichtet schaffte die Mauer auch ein hervorragendes Mikroklima. Die M\u00f6nche brachten aus ihrer Heimat die Burgunderrebe mit. Der dort erzeugte Wein-noch heute ein Spitzenwein- der \u201cSteinberger\u201d wurde<\/p>\n<p>haupts\u00e4chlich an die Stadth\u00f6fe geliefert und dort verkauft. F\u00fcr den Eberbacher Weinhandel am bedeutendsten war der K\u00f6lner Stadthof, der gr\u00f6\u00dfte Eberbacher Stadthof. Das Kloster profitierte noch zus\u00e4tzlich durch die Lieferung \u00fcber den Rhein und die vielen Zollprivilegien, die das Kloster genoss.<\/p>\n<p>Auch die els\u00e4ssischen Kl\u00f6ster hatten ihre Zollprivilegien auf dem Rhein und konnten somit ihren Wein zollfrei transportieren. Nehmen wir Kloster Maulbronn als n\u00e4chstes Beispiel. Dort f\u00fchrten die M\u00f6nche den Traminer ein und den Terrassenanbau und erzeugten ebenfalls qualitativ hochstehende<\/p>\n<p>Weine. Kloster Bebenhausen hatte in Esslingen und Stuttgart viele Weinberge. \u00dcber ihren Stadthof in Ulm beherrschten die Bebenhausener M\u00f6nche den Ulmer Weinhandel.<\/p>\n<p>Noch bedeutender als Kloster Baumgarten war im Elsass Kloster Neubourg. Mitte des 14. Jahrhunderts betrieb Kloster Neubourg einen schwunghaften Weinhandel den ganzen Rhein hinunter, was sich anhand vieler Zollbefreiungen deutscher Kaiser und anderer geistlicher und weltlicher F\u00fcrsten<\/p>\n<p>erschlie\u00dfen l\u00e4sst. Letztes Beispiel ist Kloster Pairis. Die dortige Dom\u00e4ne \u201cZem Kefersberg\u201d in Ammerschwihr wurde unter Abt Heinrich (1306-1338) erworben und die dortige Weinlage Kaefferkopf, die darauf zur\u00fcckgeht, ist heute eine Alsace-Grand-Cru-Lage.<\/p>\n<p>(zu allen erw\u00e4hnten Kl\u00f6stern sie die entsprechenden Blogs in \u201cMei B\u00fcchle\u201d)<\/p>\n<p>Kaiser Heinrich VII. (1308-1313) schenkte dem Kloster 1312 den Eichelberg<\/p>\n<p>Nach 1320 wurde Kloster Baumgarten von Beaupr\u00e9 getrennt und Kloster Neubourg im Heiligen Forst unterstellt.<\/p>\n<p>Im 14. und 15. Jahrhundert ist urkundlich wenig \u00fcber Kloster Baumgarten zu erfahren. Trotz der Protektion von P\u00e4psten, Kaisern und Bisch\u00f6fen hatte der Abstieg von Kloster Baumgarten begonnen.<\/p>\n<p>Einen gro\u00dfen Schlusspunkt setzte Abt Nicolaus Wydenbosch oder Weydenbosch (1482\u2013vor 1490 ) oder der Mode der Zeit entsprechend latinisert Nicolaus Salicetus.<\/p>\n<p>Er war Doktor der Freien K\u00fcnste und der Medizin. Er ist Mitte des 15. Jahrhunderts in Bern geboren. Seinen Doktor hat er 1461 in Paris gemacht. Danach ist er zu einem unbekannten Zeitpunkt entweder in das Zisterzienserkloster Frienisberg oder St. Urban eingetreten. <\/p>\n<p>Er hatte eine Pfr\u00fcnde in St. Vinzenz in Bern,das ist das M\u00fcnster in Bern. 1478 erhielt er von&nbsp; Burkard Stoer, Ablassh\u00e4ndler und Propst in Amsoldingen, das ist eine Gemeinde im heutigen&nbsp; Verwaltungskreis Thun im Kanton Bern, eine Urkunde und eine Dispens, Medizin frei praktizieren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Generalabt Jean X. de Cirey (1476\u2013 1501) sch\u00e4tzte die Qualit\u00e4ten des Berner Zisterzienser, aber ihm mi\u00dffiel die Art, wie der Gelehrte lebte. Er erinnerte ihn an die strenge Ordensregel und ernannte ihn am 14. November 1482 zum Abt von Baumgarten.<\/p>\n<p>Vom Orden erhielt er den Auftrag, Konvente in Ungarn, Polen, Schweden und Norwegen zu besuchen.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Mutterabtei sollte er&nbsp; liturgische B\u00fccher ansehen und sie zum Kauf vorschlagen. Das Kapitel beauftragte ihn, verschiedene Statuten des Ordens zusammen zuf\u00fchren und zu vereinheitlichen, nicht nur das liturgische Leben betreffend sondern auch das m\u00f6nchische,<\/p>\n<p>um eine gewisse Einheit in den verschiedenen Abteien des Ordens zu schaffen.<\/p>\n<p>Als Gelehrter hatte er ein gro\u00dfes Ansehen im Orden. 1487 beauftragte ihn das Generalkapitel mit dem Druck von liturgischen B\u00fcchern f\u00fcr den gesamten Orden. Das belegt, dass es schon 1487 Buchdruck im Kloster Baumgarten gegeben hat.<\/p>\n<p>Er brachte die Finanzen von Baumgarten wieder in Ordnung. Ihren fr\u00fcheren Glanz konnte er zwar nicht mehr schaffen, aber immerhin hat er ihren Absturz verz\u00f6gert. 1490 wurde er f\u00fcr wichtigere Auftr\u00e4ge freigestellt.<\/p>\n<p>Sein fr\u00fcher Tod setzte seiner Aktivit\u00e4t ein Ende.<\/p>\n<p>Von ihm stammen Werke wie \u201cAntidotarius animae cum vita et passione Sanctae Birgittae\u201d,\u201d Liber meditationum : confessionum. ac orationum deuotarum\u201d<\/p>\n<p>Salicetus hat dem kleinen Konvent einen dauerhaften Glanz verliehen. Ohne ihn w\u00fcrde man kaum \u00fcber die Abtei sprechen.<\/p>\n<p>Salicetus starb 1493.<\/p>\n<p>Um 1493 hatte es schon erste Bauernunruhen gegeben im Gefolge des Bundschuh. Aufst\u00e4ndische aus Epfig und Dambach la ville haben sich zeitweise am Ungersberg versammelt, um einen Aufstand zu organisieren.<\/p>\n<p>Diese ersten Bauernerhebungen wurden aber im Keim erstickt.<\/p>\n<p>Zu Beginn des 16. Jahrhunderts waren viele M\u00f6nche gestorben und Kloster Baumgarten fast ausgestorben. Der Abt von Lucelle Thi\u00e9baut Hillweg (1495\u20131532 ) schickte 1515 neue M\u00f6nche nach Baumgarten.<\/p>\n<p>Im Bauernkrieg 1525 versammelten sich die Aufst\u00e4ndischen&nbsp; von Epfig und Dambach wieder. Gegen Pfingsten&nbsp; pl\u00fcnderten sie bisch\u00f6fliche Dom\u00e4nen und Gottesh\u00e4user. Sie zogen gegen Baumgarten und verwandelten es in einen Tr\u00fcmmerhaufen.<\/p>\n<p>Das Kloster hatte aufgeh\u00f6rt, zu existieren. Mit den Tr\u00fcmmern wurde Benfeld befestigt. Die Eink\u00fcnfte wurden dem Bischofsstuhl Stra\u00dfburg eingegliedert, der sie bis zur Franz\u00f6sischen Revolution behielt.<\/p>\n<p>M\u00f6glicherweise bestand schon vor der Zerst\u00f6rung von Kloster Baumgarten eine Wallfahrt zu den 14 Nothelfern. 1801 wurde eine kleine Wallfahrtskirche errichtet, in der auch Messen und Taufen stattfanden.<\/p>\n<p>Der Stra\u00dfburger Bischof&nbsp; Jean Pierre Saurine (1803-1813) gab 1805 die Erlaubnis, dass dort au\u00dfer sonntags t\u00e4glich eine Messe gefeiert wurde. 1897 wurde die Kapelle renoviert. 1898 wurde sie geweiht.<\/p>\n<p>1895 wurde die Abtei Notre Dame von Altbronn als Zisterzienserinnen gegr\u00fcndet. Da die R\u00e4umlichkeiten dort zu eng wurden, \u00fcbersiedelte der Konvent 2009 in das ehemalige Zisterzienserkloster Baumgarten. Der Konvent umfasst <\/p>\n<p>heute 17 Schwestern, die ihren Lebensunterhalt mit liturgischen Gew\u00e4ndern und getrockneten Fr\u00fcchten verdienen. Au\u00dferdem betreiben sie eine Pilgerherberge am Jakobsweg mit 12 Zimmern.<\/p>\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"cisbaumagarten fiche\" src=\"https:\/\/www.service-des-moniales.cef.fr\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/cibaumgarten18redim.jpg\" width=\"712\" height=\"476\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Die Geschichte von Kloster Baumgarten beginne ich mit dem Bischof von Stra\u00dfburg Kuno von Michelbach. Er entstammte dem Ortsadel von Michelbach, heute ein Stadtteil von Gaggenau. Er war Stiftsherr in Stra\u00dfburg und Speyer. Er bekleidete auch das Amt des Propstes von Goslar.Das d\u00fcrfte auch die vorletzte Stufe in der Karriereleiter des Kuno gewesen sein. [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[28],"tags":[],"class_list":["post-3209","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kloester-in-frankreichschwerpunkt-elsass"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3209","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3209"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3209\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3210,"href":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3209\/revisions\/3210"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3209"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3209"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3209"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}