{"id":3207,"date":"2021-05-20T15:02:20","date_gmt":"2021-05-20T15:02:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=3207"},"modified":"2021-05-20T15:02:20","modified_gmt":"2021-05-20T15:02:20","slug":"zisterzienserabtei-waldsassen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=3207","title":{"rendered":"Zisterzienserabtei Waldsassen"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <img decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/e\/e3\/Kloster_Waldsassen_gr.jpg\"><\/p>\n<p>Der Markgraf des Nordgau Diepold III. von Vohburg (* 1075; \u2020 8. April 1146)gr\u00fcndete um 1133 Das Zisterzienserkloster Waldsassen. Es wurde besiedelt aus Kloster Volkenroda, dem ersten Zisterzienserkloster in Th\u00fcringen und geh\u00f6rte \u00fcber Kloster<\/p>\n<p>Kamp zur Filiation von Morimond. Diepold III. war der \u00e4lteste Sohn&nbsp; von Diepold II. Markgraf auf dem Nordgau und von Giengen. Im Gefolge von Lothar von Supplinburg(1125-1137) traf er 1131 in L\u00fcttich mit Papst Innozenz (1130-1143) zusammen. Hier begegnete er auch <\/p>\n<p>Bernhard von Clairvaux (um 1090-1153). Er war Mitbegr\u00fcnder des Kloster Kastls in der Oberpfalz. 1118 gr\u00fcndete er das Benediktinerkloster Reichenbach am Regen und schlie\u00dflich 1133 das Zisterzienserkloster Waldsassen.<\/p>\n<p>Diepold war auch Schwiegervater von Kaiser Friedrich Barbarossa (1152-1190). Seine Tochter Adela aus 1. Ehe mit Adelajda von Polen (* 1090\/91, \u2020 1127)heiratete 1147 in Eger Friedrich. Die Ehe wurde allerdings 1153 wieder geschieden, da sie bis dahin kinderlos geblieben war.<\/p>\n<p>Markgraf Diepold f\u00f6rderte den gezielten Landesausbau in seiner Markgrafschaft. Die Gr\u00fcndung von Kl\u00f6stern war ein Baustein dazu. Kloster Waldsassen sollte bei der Kultivierung der Regio egere aktiv werden. Zu dieser Aufgabe eignete sich der Orden der Zisterzienser besonders.<\/p>\n<p>Einmal war k\u00f6rperliche Arbeit ein wichtiger Bestandteil der Ordensregel. Das Kloster sollte sich aus eigener Arbeit ern\u00e4hren k\u00f6nnen. Zur Ansiedlung war eine kaum erschlossene Flusslandschaft vorgesehen wie es die Ordensregeln vorschreiben.<\/p>\n<p>Allerdings kann man Waldsassen zur Zeit seiner Gr\u00fcndung nicht als entlegenen Ort bezeichnen, was die Zisterzienser ja bevorzugten. Es hatte schon im Mittelalter eine au\u00dferordentlich gute Verkehrslage. Es liegt am Egerer Weg. Dieser stellte die Hauptverkehrsader von Regensburg nach B\u00f6hmen dar.<\/p>\n<p>Kloster Volkenroda bestimmte die Leiter f\u00fcr die Vorbereitungsarbeiten. Das war zun\u00e4chst Heinrich (1133), dann Ulrich (1134) und schlie\u00dflich Adeodat (1135). Diese drei \u00c4bte dankten jeweils nach einem Jahr ab. Sonst ist \u00fcber sie nichts bekannt. Aber<\/p>\n<h4>Brenner, Johann B. Geschichte des Klosters und Stiftes Waldsassen, N\u00fcrnberg 1837, schlie\u00dft aus dieser Tatsache \u201cdass sie eine gl\u00fcckliche Regierung gef\u00fchrt, ihren Pflichten obgelegen seien, und f\u00fcr die meisten \u00c4bte ein w\u00fcrdiges Vorbild h\u00e4tten sein k\u00f6nnen\u201d (S. 16)<\/h4>\n<p>Auf diese drei \u00c4bte folgte Gerlach, der als der eigentliche erste Abt von Waldsassen gilt.<\/p>\n<p>Es gab keine Gr\u00fcndungsurkunde von Waldsassen, aber eine Beurkundung der Schenkung durch Bischof Heinrich von Regensburg vom 20.08.1132 \u201cBischof Heinrich von Regensburg beurkundet, dass Markgraf Diebaldus auf seinem eigenen Grund in Waldsassen (&#8222;in loco qui Waltsassen dicitur&#8220;) f\u00fcr sein, seiner Gattin sowie ihrer Kinder und Vorfahren Seelenheil eine Zelle f\u00fcr M\u00f6nche aus dem Orden der Zisterzienser gegr\u00fcndet und ihr sowie dem hl. Petrus und der Regensburger Kirche von seinen G\u00fctern und Rechten geschenkt hat den Ort Waldsassen selbst und die D\u00f6rfer Brunne [Brunn, Stadt Tirschenreuth], Vro{v}wenruth [Frauenreuth, Markt M\u00e4hring] und Sloppan [Schloppach, Stadt Waldsassen, alle drei Lkr. Tirschenreuth] mit allen Zugeh\u00f6rungen unter der Bedingung, dass weder der Markgraf noch einer seiner Nachfolger die dortige Vogtei oder ein anderes Recht innehaben sollen. Der Bischof gibt daraufhin auf Bitte des Abtes und der Br\u00fcder und mit Zustimmung seines Klerus das Dorf Frauenreuth an den Markgrafen zur\u00fcck und empf\u00e4ngt daf\u00fcr im Tausch 5 an die Zelle grenzende D\u00f6rfer, n\u00e4mlich die zwei D\u00f6rfer (&#8222;duas uillas&#8220;) Berhtoldisruth [Pechtnersreuth, Stadt Waldsassen], Netsdal [Netzstahl, Stadt Waldsassen] und die zwei D\u00f6rfer (&#8222;duas uillas&#8220;) Paphenruth [Pfaffenreuth, Gde. Leonberg, alle drei Lkr. Tirschenreuth], mit allen Zugeh\u00f6rungen.\u201d (Porta Fontium, Kloster Waldsassen Urkunde 1)<\/p>\n<p>Nur 9 Jahre nach seiner eigenen Gr\u00fcndung folgte schon das erste Tochterkloster und zwar in Sedlec in Mittelb\u00f6hmen einem Stadtteil von Kutna Hora (Kuttenberg). Das geschah mit Zustimmung des Herzogs Vladislav II (um 1110-1174), der 1158 K\u00f6nig von B\u00f6hmen wurde und des Bischofs von Prag<\/p>\n<p>(1140-1148) Otto sowie des Bischofs von Olm\u00fctz Heinrich Zdik (1126-1150).<\/p>\n<p>Am 2. M\u00e4rz 1147 nahm K\u00f6nig Konrad (1138-1152) in Tauberbischofsheim Kloster Waldsassen in seinen Schutz, best\u00e4tigte die Ausstattung der Gr\u00fcndung durch den Markgrafen Diepold und bestimmte, \u201cda\u00df nur die M\u00f6nche das Recht besitzen, sich einen Vogt zu w\u00e4hlen\u201d.&nbsp; RI Konrad III. &#8211; RI IV,1,2 n. 442<\/p>\n<p>Das Kloster war nun reichsunmittelbar.<\/p>\n<p>1143 wurde das um 1140 von Burggraf Otto I. von Riedenburg (*1142) aus dem Haus der Babonen als Augustinerchorherrenstift gegr\u00fcndete Kloster Walterbach am Regen in ein Zisterzienserkloster umgewandelt und mit M\u00f6nchen aus Waldsassen besiedelt.<\/p>\n<p>1146 starb der Klostergr\u00fcnder Diepold. Er wurde in Kloster Reichenbach am Regen bestattet.<\/p>\n<p>1157 schickte der Maulbronner Abt Dieter unter Wahrung der Maulbronner Rechte den Waldsassener Konventualen Reinhard von Frauenberg nach Bronnbach, der dort mit Waldsassener M\u00f6nchen das Kloster gr\u00fcndete. Abt Reinhold dankte in Bronnbach ab, nachdem er in den Streit von Papst Alexander<\/p>\n<p>und dem von Friedrich Barbarossa ernannten Gegenpapst Victor hineingezogen worden war. Maulbronn schickte nach der Abdankung einen neuen Abt nach Bronnbach.<\/p>\n<p>1165 verstarb Abt Gerlach. Sein Nachfolger wurde Daniel (1165\u20131194). Vor er Abt wurde, war er wissenschaftlich t\u00e4tig. Er schrieb ein W\u00f6rterbuch \u00fcber das Wort Papst oder Papsttum, in Zeiten des Schisma wohl ein aktuelles Buch. Die Schrift wurde in der Waldsassener Chronik 1507 erw\u00e4hnt und war zu diesem Zeitpunkt noch vorhanden. Abt Daniel war auch kaiserlicher Rat von Friedrich Barbarossa und war mit ihm in der Lombardei, in Apulien und Sizilien unterwegs. Von dort brachte er Kleinode und Reliquien nach Waldsassen zur\u00fcck.<\/p>\n<p>1179 weihte der Regensburger Bischof Konrad II. von Raitenbuch (1167 \u20131185 ) die dreischiffige romanische Basilika ein. Auch Kaiser Friedrich Barbarossa war anwesend und wie aus der Urkunde vom 12. Juni 1179 (RI Friedrich I. &#8211; RI IV,2,3 n. 2495<strong>)<\/strong><\/p>\n<p>hervorgeht \u201cfast der gesamte kaiserliche Hof\u201d<\/p>\n<p>Am 11. M\u00e4rz 1185 nahm Papst Lucius III. (1181-1185) Kloster Waldsassen unter den Schutz der r\u00f6mischen Kurie (RI Lucius III. &#8211; RI IV,4,4,2 n. 1522), best\u00e4tigte die Freiheit vom Zehnten f\u00fcr Neubr\u00fcche bei Eigenbau und f\u00fcr Tierfutter und best\u00e4tigte den Besitz des Klosters, der 1185<\/p>\n<p>schon beachtlich war. Dem Kloster geh\u00f6rte M\u00fcnchenreuth, Pechtnersreuth, Hundsbach, Schloppach, Mammersreuth, Groppenheim, Pfaffenreuth, M\u00e4hring, Sch\u00f6nthann, Konnersreuth, Poppenreuth, Redenbach und Hofteich.<\/p>\n<p>Am 29. Januar 1194 nahm Kaiser Heinrich VI. (K\u00f6nig von 1169, ab 1191-1194 Kaiser) in seinen Schutz nach dem Vorbild K\u00f6nig Konrads (s.o.) RI Heinrich VI. &#8211; RI IV,3 n. 332<\/p>\n<p>1194 wurde Kloster Osek am Fu\u00dfe des Erzgebirges&nbsp; in Nordb\u00f6hmen gegr\u00fcndet.<\/p>\n<p>Abt Daniel starb 1194. Sein Nachfolger wurde Erkenbert (1194\/1196\u20131212). Er unterst\u00fctze das noch junge Kloster in Sedlec.<\/p>\n<p>In seiner Regierungszeit erhielt das Kloster Schenkungen von K\u00f6nig Philipp. (1198-1208). Auch erteilte dieser Steuerbefreiungen. Das Steinerne Haus in Eger am 21. Februar 1203. RI Philipp &#8211; RI V,1,1 n. 74, das ab 1242 in Urkunden Steinernes Haus genannt wurde.<\/p>\n<p>Dort betrieb Kloster Waldsassen seinen Handel. Es war der einzige Stadthof, den das Kloster hatte. In Eger hatte das Kloster eine Fleischbank, die es zusammen mit Kloster Speinshart f\u00fchrte und dort seine Metzgereiprodukte verkaufte.<\/p>\n<p>Fleischgenuss war den Zisterzienserm\u00f6nchen ja nur als Ausnahme im Krankheitsfall erlaubt.<\/p>\n<p>Eine weitere Steuerbefreiung erteilte Philipp f\u00fcr ihren Hof in Heidingsfeld, heute ein Stadtteil von W\u00fcrzburg. RI Philipp &#8211; RI V,1,1 n. 84.In Heidingsfeld hatte Waldsassen eine Grangie. Von Heidingsfeld aus wurde auch der Weinbesitz von Kloster Waldsassen verwaltet.<\/p>\n<p>Dort war um 1300 Marquard von Heidingsfeld Grangarius. Er hatte wie auch andere Waldsassener M\u00f6nche in Paris studiert, wohl zusammen mit dem sp\u00e4teren Papst Benedikt XII. (1334-1342). In Heidingsfeld war Marquard nicht nur mit Verwaltungsaufgaben besch\u00e4ftigt.<\/p>\n<p>Er verfasste auch B\u00fccher z. B. De dignitate sacerdotali und De vita contemplativa. Diese Werke gelten allerding als verschollen.Das Gut in Heidingsfeld war 1199 durch eine Schenkung von Herold (1188\u20131199), dem Abt von Kloster St.Peter und St. Stephan in Besitz von<\/p>\n<p>Waldsassen gekommen.<\/p>\n<p>Ottokar I. P\u0159emysl (+ 1230) schenkte dem Kloster 1209 6 H\u00f6fe in Pilsen sowie das Patronatsrechte der Kirche in K\u00f6nigsberg in Westb\u00f6hmen. K\u00f6nig Wenzel(1230-1253) von B\u00f6hmen erneuerte diese Schenkung am 20.2.1238. (Porta Fontium, Kloster Waldsassen Urkunde 36)<\/p>\n<p>Abt Erkenbert starb 1212. Sein Nachfolger wurde&nbsp; Abt Hermann (1212-1220)<\/p>\n<p>Hermann war auch schriftstellerisch t\u00e4tig. Er verfasste eine Abhandlung \u00fcber die Engel.<\/p>\n<p>Im Juni 1214 erteilte Friedrich II. (1212-1250) Kloster Waldsassen ein Privileg und in einer Urkunde, die am 3. Januar 1215 ausgestellt wurde, verweist er darauf. Aus dieser Urkunde kann auch erschlossen werden,was er in Eger gew\u00e4hrt hatte.<\/p>\n<p>Friedrich \u201cschreibt dem H. richter und den \u00fcbrigen dienstmannen von Eger dass er wolle, dass dem kloster Waldsassen sein zu Eger (am 10 iuni 1214) gegebenes privileg unverbr\u00fcchlich eingehalten werde; dass wie er seinen beamten verboten in den d\u00f6rfern des klosters das gewohnte gericht zu halten, er ihnen gleiches bez\u00fcglich ihrer vogteien befehle; dass er dem kloster die freiheit seines von seinem oheim k\u00f6nig Philipp geschenkten hauses zu Eger und die von ihnen oder ihren eltern geschenkten lehenst\u00fccke best\u00e4tige \u201c RI Friedrich II. &#8211; RI V,1,1 n. 775.<\/p>\n<p>1223 nahm Friedrich II. Kloster Waldsassen mit all seinen Besitzungen in seinen und des Reiches Schutz. RI Friedrich II. &#8211; RI V,1,1 n. 1436<\/p>\n<p>1217 erwarb Abt Hermann Tirschenreuth samt dem Oberen Teich. Schon die ersten slawischen Siedler&nbsp; 8.\/9.Jahrhundert lebten&nbsp; in erster Linie wohl von der Fischerei in Fl\u00fcssen und B\u00e4chen. Dann begannen Adelsgeschlechter wie die Ortenberger mit der Anlage von Teichen.<\/p>\n<p>Der Erwerb des Oberen Teichs war der Einstieg der Zisterzienser in die Teichwirtschaft. Aber schon mit der Klostergr\u00fcndung begannen die Zisterzienser mit gezielter Wasserwirtschaft. Es wurden M\u00fchlen gebaut. F\u00fcr deren Betrieb wurden Teiche angelegt.Ein Kanalsystem <\/p>\n<p>und Brunnen wurden angelegt. Teiche wurden auch zum Hochwasserschutz gebaut. Die Teichwirtschaft wurde nat\u00fcrlich auch forciert durch das Fastengebot der Zisterzienser. Ihnen war der Verzehr von Fleisch mit Ausnahme von Fisch untersagt.<\/p>\n<p>Ausgepr\u00e4gte Fischzucht deckte sich also mit ihrem Konzept der Eigenversorgung. Im Oberen Stadtweiher in Tirschenreuth wurde auf einer Insel der Fischhof gebaut. Das wurde eine Grangie mit dem Schwerpunkt Fischzucht und von hier aus wurde die kl\u00f6sterliche Fischwirtschaft gesteuert.<\/p>\n<p>Im Fischhof arbeitete kein Verwalter sondern ein \u201emagister piscium\u201c, also ein Fischmeister, der die Stadtteiche sachkundig bewirtschaften sollte. Waldsassen wurde das Zisterzienserkloster mit der umfangreichsten Fischzucht. Weinbau war aus klimatischen Gr\u00fcnden nicht m\u00f6glich.<\/p>\n<p>F\u00fcr den Klosterwein sorgten die Weinberge um Heidingsfeld.<\/p>\n<p><strong><\/strong><\/p>\n<p>Abt Hermann war 1220 bei einem Ordenskapitel in Citeaux. Dort starb er und wurde in der Kirche von Citeaux bestattet.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Eberhard (1220\u20131246). Er lie\u00df in Waldsassen viele Werkst\u00e4tten errichten. Auch lie\u00df er ein Verzeichnis erstellen, wie die Klosterg\u00fcter an das Kloster gekommen sind.<\/p>\n<p>K\u00f6nig Heinrich VII.(1212-1242) stellte eine Reihe von Urkunden f\u00fcr Kloster Waldsassen aus. Am 10. November 1223 beurkundete er in Eger, dass in der N\u00e4he des Klosters oder auf seinen G\u00fctern zu ihrem Nachteil keine Burg errichtet werden d\u00fcrfe. RI Heinrich (VII). &#8211; RI V,1,2 n. 3912.<\/p>\n<p>Am 28. September schenkte Heinrich dem Kloster 5 Jauchert (ein Jauchert entspricht 25 Ar) Weinberge in Bachleit bei Heidingsfeld. RI Heinrich (VII). &#8211; RI V,1,2 n. 4119<\/p>\n<p>Am 26. November 1230 \u201cverleiht dem Kloster Waldsassen alle adern oder gruben von gold silber oder anderm metall welche sich in dessen besitzungen finden\u201d&nbsp; RI Heinrich (VII). &#8211; RI V,1,2 n. 4170.<\/p>\n<p>1244 schloss Eberhard mit Bischof Heinrich I. von Bilversheim (1242-1257) einen Vergleich nach dem die Weinwagen des Klosters durch Bamberg ohne die Abgabe von Zoll passieren konnten.<\/p>\n<p>Abt Eberhard resignierte 1246, starb aber bald darauf und wurde im Kapitelhaus in Waldsassen beigesetzt.<\/p>\n<p>Auf ihn folgte Abt Johannes I.(1246\u20131266). In seiner Regierungszeit begann mit dem Tod Friedrichs II. das Interregnum. Auch in B\u00f6hmen gab es Probleme. Als K\u00f6nig Wenzel I. 1253 starb, \u00fcbernahm Ottokar die Krone in B\u00f6hmen.<\/p>\n<p>Sein erkl\u00e4rtes Ziel war es die deutsche Kaiserw\u00fcrde zu erhalten. 1266 besetzte er das reichsunmittelbare Egerland. Die G\u00fcter des Klosters Waldsassen, die in B\u00f6hmen lagen, erlitten durch diese Kriegsunruhen gro\u00dfen Schaden.<\/p>\n<p>Abt Johannes resignierte im Jahr 1266. Er starb 1273 hochbetagt.<\/p>\n<p>Auf ihn folgte Abt Giselbert 1267\u20131270. Giselbert war erst M\u00f6nch in Waldsassen und wurde dann als Abt nach Ossek berufen. Dort war er von 1265-1267 Abt. Dann wurde er nach Waldsassen berufen. Aber auch das war nur eine<\/p>\n<p>Zwischenstation f\u00fcr ihn. Seine letzte Station war das Kloster Kamp, das erste Zisterzienserkloster im damaligen deutschsprachigen Raum. In der \u00c4bteliste der Biographia Cisterciensis ist er dort als Abt von 1274 bis 1298 gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Am 5. 3. 1269 stellte Ottokar dem Kloster folgende Urkunde aus: \u201cOttokar, K\u00f6nig von B\u00f6hmen, nimmt das Kloster Waldsassen mit allen G\u00fctern und Personen in seinen besonderen Schutz und verbietet allen seinen Vasallen, Ministerialen, Richtern, Amtleuten usw., sich auf irgendwelchem Besitz des Klosters das Vogteirecht anzuma\u00dfen oder eine richterliche Gewalt auszu\u00fcben. Er gestattet dagegen dem Kloster, sich gegebenenfalls selbst einen Schirmvogt zu w\u00e4hlen, gibt seine Zustimmung zu allen bisherigen Schenkungen an das Kloster und best\u00e4tigt alle dessen Privilegien.\u201d<\/p>\n<p>(Porta Fontium, Kloster Waldsassen Urkunde 64)<\/p>\n<p>Statt des Hochaltars hatte Giselbert einen Reliquienkasten anfertigen lassen, der aber 1504 samt den Reliquien verbrannte. Auch in Eger hatte sich 1269 eine Brandkatastrophe ereignet, bei der 150 Menschen ums Leben kamen. (Brenner S. 40) Abt Giselbert half hier tatkr\u00e4ftig.<\/p>\n<p>Nachdem Abt Giselbert nach Kamp gewechselt war, wurde Lambert (1270 bis 1274)&nbsp; sein Nachfolger. Er war Cellerar vor er zum Abt gew\u00e4hlt wurde. Er starb nach 4 Jahren Amtszeit.<\/p>\n<p>Auf ihn folgte Johannes II. (1274\u20131286). In seiner Amtszeit erhielt das Kloster viele Schenkungen, so von den Landgrafen FriedrichII. (1244\u20131284) und Gebhardt VI. (1279\u20131293) von Leuchtenberg und zwei Meierh\u00f6fe in Pischofstorf (heute Pischeldorf Gemeinde Pirk) am 5.5. 1279.<\/p>\n<p>(Porta Fontium, Kloster Waldsassen Urkunde 80) Im November 1279 bekam das Kloster ebenfalls in Pischofstorf zwei H\u00f6fe (Urkunde 81).<\/p>\n<p>1279 bekam Waldsassen von den beiden Landgrafen von Leuchtenberg das Gut in Kolbitz geschenkt. das aus 4 H\u00f6fen und einer M\u00fchle bestand. Diese hatte bisher Ulrich II. von Pfreimd (+1283 nach Brenner) zu Lehen. Auf seinen&nbsp; Vorschlag wurde das Gut verschenkt. Er selbst<\/p>\n<p>schenkte noch drei H\u00f6fe in Kurbenthan und bekam daf\u00fcr f\u00fcr sich, seine Gemahlin und seine zwei T\u00f6chter einen Begr\u00e4bnisort in Waldsassen (Brenner S. 50)<\/p>\n<p>K\u00f6nig Rudolf von Habsburg&nbsp; nahm Kloster Waldsassen in seinen Schutz und best\u00e4tigte ihm alle von seinen Vorg\u00e4ngern ausgestellten Privilegien Diese Urkunde wurde am 16. April 1280 ausgestellt. RI Rudolf &#8211; RI VI,1 n. 1191a Eine weitere Inschutznahme folgte am<\/p>\n<p>15. Juli 1283. In dieser Urkunde verbot es Rudolf au\u00dferdem das Kloster im Besitz seiner G\u00fcter zu bel\u00e4stigen, besonders im Besitz der D\u00f6rfer Wondreb und Beidl. RI Rudolf &#8211; RI VI,1 n. 1795<\/p>\n<p>In der Regierungszeit von Abt Johannes gab es eine Hungersnot in der Gegend von Waldsassen und die Pest grassierte. Als er 1286 starb, wurde seine Freigiebigkeit in diesen Notzeiten ger\u00fchmt. (Brenner S. 50)<\/p>\n<p>Zu seinem Nachfolger wurde Abt Theoderich (1286\u20131302) gew\u00e4hlt. Von 1221-1234 steht er auch in der \u00c4bteliste vom Tochterkloster Ossek.<\/p>\n<p>Theoderich war einer der Ratgeber von K\u00f6nig Wenzel II. (1297-1305). Theoderich war auf Taufpate von K\u00f6nig Wenzel.<\/p>\n<p>Am 23. Februar 1291 verpf\u00e4ndete Burggraf Friedrich III. von N\u00fcrnberg (von etwa 1260\/1261 bis 1297)Burg Falkenberg an das Kloster Waldsassen. Diese war ihm von Landgraf Gebhard von Leuchtenberg verpf\u00e4ndet worden. (Porta Fontium, Kloster Waldsassen Urkunde 118)<\/p>\n<p>Auch Konrad von Paulsdorf (um 1280 nachgewiesen) hatte wohl Rechte an der Burg Falkenburg, auf die er gegen eine Geldsumme verzichtete. (Porta Fontium, Kloster Waldsassen Urkunde 126) Um 1309 waren Burg und Umgebung dann voll im Besitz von Kloster Waldsassen.<\/p>\n<p>Die Kurf\u00fcrsten Erzbischof Gerhard von Mainz, K\u00f6nig Wenzel von B\u00f6hmen, Markgraf Otto (mit dem Pfeile) von Brandenburg und Herzog Albrecht von Sachsen gaben in einem Willebrief die Zustimmung zu einer Schenkung der D\u00f6rfer Hohenthan, Griesbach und B\u00e4rnau , die<\/p>\n<p>K\u00f6nig Adolf (1292-1298)plante. RI Adolf &#8211; RI VI,2 n. 840. K\u00f6nig Albrecht (1298-1308) best\u00e4tigte diese Schenkung 1304.<\/p>\n<p>Von Sedlec aus wurde Kloster K\u00f6nigsaal 1292 besiedelt. K\u00f6nig Wenzel II. hatte es gegr\u00fcndet. Nach einer Verschw\u00f6rung gegen seinen Stiefvater Zawisch von Falkenstein starb dieser 1290 nach zweij\u00e4hriger Kerkerhaft durch das Schwert. Die Klostergr\u00fcndung soll als S\u00fchne f\u00fcr<\/p>\n<p>seine Mitverantwortung erfolgt sein. Abt Theoderich schickte 70 M\u00f6nche aus Sedlec nach K\u00f6nigsaal. <\/p>\n<p>1298 verkaufte Diettrich von Parsberg, Richter in Waldeck (um 1300)(Brenner S. 61) die Burg Liebenstein an Kloster Waldsassen. Pfalzgraf bei Rhein Rudolf (1294-1317) stimmte diesem Verkauf zu unter der Bedingung, \u201cdass der Verk\u00e4ufer die Burg vor der \u00dcbertragung von Grund auf zerst\u00f6rt und sich verpflichtet, die Burg nicht wieder aufzubauen\u201d (Porta Fontium, Kloster Waldsassen Urkunde 139)<\/p>\n<p>Theoderich resignierte 1302 und starb kurz danach.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger Otto (1302\u20131304) regierte nur zwei Jahre. Vor seiner Wahl war er Cellerar und Prior. Landgraf Ulrich von Leuchtenberg (+1334) verzichtete am 2.7. 1302 alle Anspr\u00fcche, Eigentums- und Lehenrechte an den Burgen&nbsp; Falkenberg, Neuhaus und Schwarzenschwal<\/p>\n<p>und \u00fcbertrug sie gegen eine Geldsumme dem Kloster Waldsassen (Porta Fontium, Kloster Waldsassen Urkunde 159). Abt Otto starb 1304.<\/p>\n<p>Zu seinem Nachfolger wurde Heinrich Heidenreich aus Sedlec berufen. Er war dort seit 1281 Abt. In Sedlec stand er beim Volk in h\u00f6chsten Ansehen. Au\u00dferdem wurden seinen Verdiensten der Fund und die Ausbeutung der Silberminen von Kutna Horam zugeschrieben, die den<\/p>\n<p>Wohlstand der Bergmannsiedlung ausmachte und man bef\u00fcrchtete, dass die Bergwerke nicht weiter florieren w\u00fcrden, wenn er von Sedlec wegging. Er gab dem inst\u00e4ndigen Bitten des Konvents von Sedlec, der Vornehmen von Kutna Hora und des Volkes nach und gab sein <\/p>\n<p>Amt in Waldsassen zur\u00fcck und kam wieder nach Sedlec, wo er noch bis 1320 Abt war.<\/p>\n<p>Auf ihn folgte Abt Udalrich (1304-1310) Er war Novizenmeister der Laienbr\u00fcder in Kloster K\u00f6nigsaal, vor er als Abt nach Waldsassen berufen wurde. Au\u00dferdem war er Magister.<\/p>\n<p>Er war erfolgreich bem\u00fcht, dem Kloster neue Besitzungen zu erwerben. Am 7.11. 1304 kaufte er von Ulrich von Herteneck sechs H\u00f6fe in Seysen , zwei H\u00f6fe in Lorenzreuth, eine dortige M\u00fchle, die Fischerei, drei H\u00f6fe in Bukban&nbsp; und Sokolova und die H\u00e4lfte der Lehen des ganzen Dorfes in Watzkenreut .<\/p>\n<p>Den Verkauf t\u00e4tigte er zusammen mit seiner Frau aus deren Mitgift Teile von Burg Liebenstein stammten. (Porta Fontium, Kloster Waldsassen Urkunde 168).<\/p>\n<p>1306 verlieh er dem Klosterort Tirschenreuth das Marktrecht<\/p>\n<p>Am 7. Juli 1309 nahm K\u00f6nig Heinrich VII. (1308-1313) Kloster Waldsassen in seinen und des Reiches Schutz, nachdem er nur 4 Tage vorher nach dem Vorbild K\u00f6nig Adolfs die Privilegien, die Friedrich II. erteilt hatte, best\u00e4tigt und erneuert hatte. RI Heinrich VII. &#8211; RI VI,4,1 n. 214# und. n 205 #<\/p>\n<p>1310 resignierte Abt Udalrich und kehrte nach K\u00f6nigsaal zur\u00fcck, wo er Cellerar wurde.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Abt Johannes III. von Elbogen (1310\u20131323). Er war der erste Egerl\u00e4nder Abt von Kloster Waldsassen. Er stammte aus der Familie der Ellenbogner zu K\u00fcnsberg (Brenner S. 69), die im Egerer und Ellbogener Kreis beg\u00fctert waren und seit dem Jahr 1163 bekannt ist.<\/p>\n<p>Abt Johannes war Chronist des Klosters Waldsassen und er schrieb auch \u201cTaten und Beispiele ber\u00fchmter Waldsassener M\u00f6nche\u201d. Er war befreundet mit dem Abt aus K\u00f6nigsaal Peter von Zittau. (1316-1339). Er hat wohl auch den Luxemburger Johann von B\u00f6hmen (1311-1346) bei<\/p>\n<p>dessen Thronbesteigung des K\u00f6nigsthron von B\u00f6hmen unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p>Zwei mal war sein Kloster in eine Fehde verwickelt. Zu Beginn seiner Amtszeit hatten Klosteruntertane den B\u00e4rnauer Amtsrichter Konrad von Haslau get\u00f6tet. Ein Schiedsspruch vom 31.10.1311 beendete die Fehde. <\/p>\n<p>(Porta Fontium, Kloster Waldsassen Urkunde 188) 1317 wurde Heinrich Rorer von erbuntert\u00e4nigen Bauern des Klosters get\u00f6tet. Die Familie Rorer ist 1272 in einer Waldsassener Urkunde erstmals erw\u00e4hnt. Der Streit wurde am 22.April 1317 durch einen Vergleich gekl\u00e4rt.<\/p>\n<p>(Porta Fontium, Kloster Waldsassen Urkunde 210)<\/p>\n<p>Der N\u00fcrnberger Burggraf Friedrich IV.(1300-132)hatte Kloster Waldsassen verw\u00fcstet. Abt Johannes klagte dagegen bei Kaiser Ludwig IV. (1314-1347). Zum Ausgleich \u00fcbertrug ihm dieser das Patronatsrecht der Kirche in Berngau im Bistum Eichst\u00e4tt. RI Ludwig der Bayer &#8211; [RI VII] H. 9 n. 4<\/p>\n<p>Au\u00dferdem wurde Friedrich wegen\u201cden Privilegien des Klosters Waldsassen angetanen Unrechts\u201d am 3.1.1315 exkommuniziert (Porta Fontium, Kloster Waldsassen Urkunde 200)<\/p>\n<p>Am 4. April 1318 best\u00e4tigte Kaiser Ludwig Kloster Waldsassen alle Rechte, Freiheiten und zugestandene Gnaden. RI Ludwig der Bayer &#8211; [RI VII] H. 9 n. 108<\/p>\n<p>Am 9. Januar 1319 erhielt Abt Johannes von Kaiser Ludwig dem Bayern die Erlaubnis,&nbsp; das Dorf Sch\u00f6nbach (heute Luby im Kreis Cheb) zur Stadt zu erheben und dort einen Wochenmarkt abzuhalten. RI Ludwig der Bayer &#8211; [RI VII] H. 9 n. 124<\/p>\n<p>1323 resignierte Abt Johannes und zog sich nach Hardeck zur\u00fcck, wo er 1329 starb.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Abt Johannes IV. Gr\u00fcbel&nbsp; (1323\u20131337). Er war von seinem Vorg\u00e4nger nach Paris geschickt worden, wo er an der Sorbonne seinen Doktor machte. Nach seiner R\u00fcckkehr wurde er sofort nach Ossek delegiert, wo er von 1319an die vakante Abtstelle einnahm.<\/p>\n<p>Von dort wurde er 1323 auf den Abtsstuhl in Waldsassen berufen. Er \u00fcbernahm das Kloster in gutem Zustand, doch nach Brenner begann mit ihm der Wohlstand des Kloster zu sinken \u201cweil er der Gro\u00dfthuerei und der daraus erfolgenden Verschwendung ergeben war\u201d (S.82).<\/p>\n<p>Er stand in der Gunst der K\u00f6nigin Elisabeth von B\u00f6hmen (1311-1330). Sie machte dem Kloster kostbare Geschenke. In seiner Regierungszeit wurde das Steinhaus in Eger, das bisher vorwiegend als Handelshaus diente, zum Ordenshaus umgebaut und erhielt Turm, Glocken und eine Kapelle.<\/p>\n<p>Im Kloster errichte er vom Br\u00e4uhaus bis zum Krankenhaus eine Mauer mit einem festen Turm und neben dem Krankenzimmer eine feste Wohnung. In Tirschenreuth begann er mit dem Burgenbau und das Dorf lie\u00df er mit einer Mauer mit einem niederen Turm umgeben. <\/p>\n<p>Unter Abt Johannes begannen die finanziellen Schwierigkeiten des Klosters. Es wurden nun haupts\u00e4chlich entfernter liegende Besitzungen verkauft.<\/p>\n<p>Er resignierte schwer krank 1397 im Jahre 1340.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Franz K\u00fcbel (1337\u20131349). Er stammte aus Eger und studierte wie sein Vorg\u00e4nger ebenfalls an der Sorbonne in Paris und kehrte mit einem Doktortitel nach Waldsassen zur\u00fcck. Er kommt bei Brenner noch schlechter weg als sein Vorg\u00e4nger.<\/p>\n<p>F\u00fcr die b\u00f6hmischen K\u00f6nige Johann und Karl war er oft in Rom. Da das immer mit Pomp verbunden war, kostete das au\u00dfer Zeit auch viel Geld. Er begann mit der Verschuldung des Klosters vor allem bei j\u00fcdischen Geldgebern.<\/p>\n<p>Als die Verschuldung immer gravierender wurde kam ein Visitator aus Morimond und Franz wurde 1349 wegen Verschwendung seines Amtes enthoben. Er lebte dann noch 20 Jahre und starb 1370.<\/p>\n<p>Auf ihn folgte Heinrich I. Rulb (1349\u20131357). Kurz vor der Amtsenthebung von Abt Franz hatten unzufriedene M\u00f6nche Nikolaus Henkel zum Abt gew\u00e4hlt. Der Visitator aus Morimond setzte beide ab und berief Heinrich I. zum Abt. Er wurde<\/p>\n<p>aus Kloster Sedlec berufen. Die M\u00f6nche wurden auf andere Kl\u00f6ster verteilt. Die im Kloster verbliebenen mussten in Gen\u00fcgsamkeit und Sparsamkeit leben.<\/p>\n<p>Am 28. November 1355 stellte Kaiser Karl IV. (1346-1378) folgende Urkunde aus \u201cbefreit das kloster Waldsassen von allen schuldverpflichtungen gegen die Juden, welche durch gottes verh\u00e4ngniss zu N\u00fcrnberg, Eger und anderswo erschlagen und verderbt worden sind.\u201d <\/p>\n<p>RI Karl IV. &#8211; RI VIII n. 2287. Es gelang Abt Heinrich zwar die Schuldenlast zu mildern. Aber es war sicher keine einfache Aufgabe. Der Konvent hatte ihn beim Generalkapitel verklagt. Dort wurde er aber losgesprochen. Zwei Jahre sp\u00e4ter resignierte Abt Heinrich 1357.<\/p>\n<p>Zu seinem Nachfolger wurde Abt Nikolaus I. Steinkelner (1357\u20131360)gew\u00e4hlt. Er stammte aus Eger und wurde nach Sedlec geschickt, um dort b\u00f6hmisch zu lernen. Ein Waldsassener M\u00f6nch musste neben deutsch und lateinisch auch b\u00f6hmisch beherrschen.<\/p>\n<p>Er war ein sorgf\u00e4ltiger und sparsamer Haush\u00e4lter. Er verkaufte zwar einige G\u00fcter. Aber andere l\u00f6ste er wieder ein, so z.B. Falkenberg weil es dem Kloster n\u00e4her und n\u00fctzlicher war. Er besserte die finanzielle Situation des Klosters weiter, starb aber nach nur zwei Jahren an einer Krankheit.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Nikolaus II.&nbsp; 1360\u20131362. Auch er regierte nur zwei Jahre. Er stammte aus Tachau und starb auf eine Reise nach Prag. Er baute den vorderen Teil des Steinhauses in Eger wieder auf, da dieser bauf\u00e4llig war.<\/p>\n<p>Der n\u00e4chste Abt war Johannes V. von Wirsberg (1362- 1371) Er ist der einzige bekannte adlige Abt von Kloster Waldsassen. Die Familie von Wirsberg waren eine Ministerialenfamilie der Andechs \u2013Meranier. Sie waren im heutigen Oberfranken verbreitet.<\/p>\n<p>1364 wurden die Stadtrechte an Tirschenreuth verliehen. Die Freiheitsbriefe des Klosters waren verpf\u00e4ndet und Abt Johannes konnte sie nicht einl\u00f6sen, weil er nach wie vor von Gl\u00e4ubigern bedr\u00e4ngt wurde. Dies gelang erst seinem Nachfolger im Jahre 1384.<\/p>\n<p>Abt Johann starb 1371 nach fast neunj\u00e4hriger Regierung.<\/p>\n<p>Auf ihn folgte Konrad I. Heidenreich (1371- 1393). Vor seiner Wahl hatte er schon einige Kloster\u00e4mter inne. Er konnte einige Schulden abzahlen. Er k\u00fcmmerte sich vor allem um die Teichwirtschaft und gab daf\u00fcr auch viel Geld aus.<\/p>\n<p>Am 4.8.1382 unterstellte K\u00f6nig Wenzel von B\u00f6hmen (1363-1419 K\u00f6nig von B\u00f6hmen, von 1376-1400 r\u00f6misch-deutscher K\u00f6nig) Kloster Waldsassen dem Schutz seines Pflegers Hintzik Pflug zum Rabenstein(+1401) auf Burg St\u00f6rnstein <\/p>\n<p>(Porta Fontium, Kloster Waldsassen Urkunde 492) 1386 kaufte Abt Konrad von Hintzik Pflug zum Rabenstein das befestigte Domizil Freienstein bei Beidl, heute ein Ortsteil von Pl\u00f6\u00dfberg<\/p>\n<p>Am 05.09.1396 befreite K\u00f6nig Wenzel Kloster Waldsassen von&nbsp; aller Bede, das sind landesherrliche Abgaben und Steuern. RI Wenzel &#8211; [RIplus] Regg. Wenzel [n. 2715]<\/p>\n<p>Abt Konrad starb 1393 nach 23-j\u00e4hriger Regierungszeit.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Abt Konrad II. (1393\u20131417) Vor seiner Wahl war er Cellerar. Er hatte zwar keine gro\u00dfartige Schulbildung, war aber bei F\u00fcrsten und beim K\u00f6nig sehr beliebt und als Ratgeber gefragt. Bei einem Nachhauseritt wurde er<\/p>\n<p>am Bein vom Bltiz getroffen, worauf ihm das Bein abgenommen werden musste. Er war mit gro\u00dfem Gefolge beim Konzil von Konstanz (1414-1418) anwesend. Brenner spricht von einem Gefolge von 300 Adeligen, alle Vasallen des Klosters. (S. 99)<\/p>\n<p>Die M\u00f6nche von Waldsassen waren mit der h\u00e4ufigen Abwesenheit ihres Abtes nicht einverstanden und beschwerten sich beim Mutterabt. 1411 untersuchte er die Angelegenheit in Absprache mit dem Abt von Langheim Nikolaus II. Heidenreich (1405\u20131433)<\/p>\n<p>und dem Abt von Walkenried. Nat\u00fcrlich sollte Abt Konrad auch angeh\u00f6rt werden. Dieser wich der Untersuchung aber aus. Er wurde f\u00fcr abgesetzt erkl\u00e4rt und Bartholom\u00e4us Ermesreither eingesetzt. Abt Konrad wehrte sich dagegen und suchte Unterst\u00fctzung bei Pfalzgraf Johann(1410-1443)<\/p>\n<p>Bartholom\u00e4us Ermesreither suchte Unterst\u00fctzung beim Burggrafen von N\u00fcrnberg Johannes III. (1397-1420). Abt Johannes wohnte auf Burg Falkenberg, Bartholom\u00e4us Ermesreither in Tirschenreuth. Burggraf Johann hatte Soldaten nach Tirschenreuth gelegt, die der Pfalzgraf vertrieb und die Stadt einnahm.<\/p>\n<p>Er tauschte es sp\u00e4ter gegen die Stadt Schwandorf aus. Das Generalkapitel versuchte, die Ordnung wieder herzustellen und setzte einen Visitator aus Morimond ein. Dieser erkl\u00e4rte die beiden \u00c4bte f\u00fcr abgesetzt und setzte als neuen Abt Johannes Gold aus Langheim ein. Da keiner der Beteiligten nachgab, hatte Waldsassen jetzt drei \u00c4bte. Der Streit war in Rom und Citeaux anh\u00e4ngig und kostete eine Menge Geld, das das Kloster nicht hatte. Erst auf dem Konstanzer Konzil wurde am 7. Februar 1415 eine L\u00f6sung gefunden. Der Generalabt Jean VII. de Martigny (1405\u20131428 ) war ohnehin auf dem Konzil.<\/p>\n<p>Unter seiner Leitung kam man zu folgender L\u00f6sung. Konrad blieb Abt. Ihm wurde aber als Koadjutor Bartholom\u00e4us zur Seite gestellt. Abt Johannes Gold wurde abgefunden.<\/p>\n<p>Abt Johann erhielt 1416 ein Freiheitsbrief von Kaiser Sigismund (1411-1437) einen Freiheitsbrief. (Brenner S. 103) Abt Johannes starb im Juni 1417 und hinterlie\u00df dem Kloster eine gro\u00dfe Schuldenlast und das wenige Geld, das noch vorhanden war, wurde von seinen <\/p>\n<p>Dienern gestohlen. (Brenner ebda).<\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Abt Nikolaus III. Eppenreither (1417-1433). Abt Nikolaus hatte ein total darniederliegendes Kloster \u00fcbernommen. Es waren nur drei oder vier M\u00f6nche im Kloster und die konnte es kaum ern\u00e4hren. Aber er konnte die wirtschaftliche Situation verbessern. Er konnte sogar wieder K\u00e4ufe t\u00e4tigen. Mit Hilfe von Kaiser Sigismund konnte er 1422 wieder einige Lehen zur\u00fcckgewinnen, die Pnoth von Eylburk zu Elbogen im Besitz hatte. (Porta Fontium, Kloster Waldsassen Urkunde 603)<\/p>\n<p>Aus Furcht vor den Hussiten erbaute er den Turm in Tirschenreuth und auch in Falkenberg. Auch verfallene Geb\u00e4ude im Kloster und an anderen Orten stellte er wieder her.<\/p>\n<p>Novizen schickte er auf Schulen und Lehranstalten<\/p>\n<p>Nachdem Johannes Hus am 6. Juli 1415 auf dem Scheiterhaufen w\u00e4hrend des Konstanzer Konzils verbrannt wurde, kam es in der Folge zu den Hussitenkriegen (1419-1436)<\/p>\n<p>In dieser Zeit war Nikolaus Abt. Er war in st\u00e4ndigem Kontakt mit dem Rat der Stadt Eger, um sich \u00fcber die Pl\u00e4ne der Hussiten auszutauschen und im Falle einer Bedrohung sich gegenseitig beizustehen.<\/p>\n<p>1430 wurde das Kloster \u00fcberfallen und zwar von Hynek Kru\u0161ina von Schwanberg und seinen Anh\u00e4ngern im Zuge einer Fehde. Er pl\u00fcnderte das Kloster, raubte Inventar und Nutzvieh. Die Orte in der Umgebung wurden niedergebrannt.In dieser Zeit hatte sich auch der Rat von Elbogen<\/p>\n<p>\u00fcber den Ritter beschwert, der die Rechtlosigkeit in der Zeit der Hussitenkriege f\u00fcr seine Zwecke nutzte. Abt Nikolaus brachte das dem Kloster widerfahrene Unrecht auf dem Reichstag von N\u00fcrnberg zur Sprache. Die anwesenden F\u00fcrsten rieten ihm aber nur,<\/p>\n<p>sich f\u00fcr k\u00fcnftige Sicherheit von den R\u00e4ubern frei zu kaufen. Er lebte dann auf der Falkenburg. Im Jahre 1433 verstarb er.<\/p>\n<p>Auf ihn folgte Abt Johannes VI. Wendel (1433\u2013 1461). Er stammte aus Weiden und war vorher Priester in Redwitz. Gleich im ersten Jahr seiner Regierungszeit kam es zum schon lange bef\u00fcrchteten \u00dcbergriff der Hussiten. Jakoubek von V\u0159esovice einer der Hussitenhauptm\u00e4nner<\/p>\n<p>pl\u00fcnderte Kloster Waldsassen, nach dem er noch 1432 als Vertreter der Hussiten mit Vertretern des Basler Konzils in Eger verhandelt hatte. Personen kamen bei dem \u00dcberfall nicht zu schaden. Auch das Kloster erholte sich rasch wieder nicht zuletzt dank seiner F\u00f6rderer.<\/p>\n<p>Kaiser Sigismund best\u00e4tigte am 13.3.1434 Kloster Waldsassen alle Privilegien, Rechte, Freiheiten und Immunit\u00e4ten. (Porta Fontium, Kloster Waldsassen Urkunde 635) Von Egerer B\u00fcrger bekam das Kloster 400 Goldst\u00fccke.<\/p>\n<p>1437 erlaubte Kaisers Sigismund auf Widerruf die Erlaubnis, den b\u00f6hmischen Wald zu versperren. da das Kloster aus dem Wald heraus oft mit Ausf\u00e4llen bel\u00e4stigt worden war. (Porta Fontium, Kloster Waldsassen Urkunde 658)<\/p>\n<p>Papst Felix V. (1439-1449) erteilte Abt Johannes und seinen Nachfolgern das Recht, Mitra, Stab und Ring zu tragen.<\/p>\n<p>Am 8.12,1449 stellte sein Nachfolger Nikolaus&nbsp; V. (1447-1455) dem Kloster folgende Urkunde aus:&nbsp; \u201cPapst Nikolaus [V.] nimmt Leute und Besitz des Klosters Waldsassen in seinen Schutz und best\u00e4tigt dem Kloster alle von P\u00e4psten, K\u00f6nigen, F\u00fcrsten und Gl\u00e4ubigen gestifteten Vorrechte und Gnaden\u201d.<\/p>\n<p>(Porta Fontium, Kloster Waldsassen Urkunde 691)<\/p>\n<p>1442 brachte er die Propstei Hohenstein f\u00fcr 1800 Gulden&nbsp; in Besitz von Waldsassen. Sie war zwar im Hussitenkrieg stark zerst\u00f6rt worden. Abt Johann liess sich den Kauf von Friedrich dem III. (13440-1493) am 17.09. 1444 und die gekaufte Propstei ausdr\u00fccklich als freies Eigen bezeichnet wurde.<\/p>\n<p>RI Friedrich III. &#8211; Chmel n. 1748 Er resignierte nach 28 Jahren Amtszeit 1461. Zwei Jahre sp\u00e4ter starb er.<\/p>\n<p>Auf ihn folgte Nikolaus IV.Peisser 1461-1479. Er stammte aus Eger. Vor seiner Wahl zum Abt war er Pfarrer in Tirschenreuth. Gleich zu Beginn seiner Amtszeit wurde er mit einem schweren Problemkonfrontiert. Der b\u00f6hmische Adlige Burian von Guttenstein (1418\u20141462) wollte Schutzherr von<\/p>\n<p>Kloster Waldsassen werden. Die Herren von Guttenstein geh\u00f6rten zur b\u00f6hmischen Kriegsaristokratie, die die Zeiten der inneren Umst\u00fcrze und die Hussitenkriege zur Machtexpansion und nachfolgendem Besitzzuwachs ausnutzten. Abt und Konvent lehnten das Schutzansinnen Burians ab, was dieser mit Krieg beantwortete.&nbsp; Er schickte Soldaten in die Gegend von Waldsassen. Diese \u00fcberfielen die D\u00f6rfer, pl\u00fcnderten, brandschatzten und verschleppten Bewohner.Au\u00dferdem nahmen sie Stadt und Schloss B\u00e4rnau in Besitz. Der Abt suchte Hilfe bei Pfalzgraf Otto (1448-1461) und Ludwig IX.von Bayern (1450-1479). Diese griffen die b\u00f6hmischen Soldaten an<\/p>\n<p>und Pfalzgraf Otto legte auf Kosten des Klosters eine Besatzung nach Tirschenreuth. Diese \u00fcbten Vergeltung und z\u00fcndeten 24 D\u00f6rfer an und hausten so barbarisch, dass 16 Ortschaften verlassen wurden (Brenner S. 112) Es kam schlie\u00dflich zu einem Friedensschluss.<\/p>\n<p>Einen Schadenersatz erhielt das Kloster nicht, obwohl es wohl um eine Forderung von 120.000 Gulden ging.<\/p>\n<p>Am 4.12.1463 best\u00e4tigte Papst Pius II. (1458-1464) alle von seinen Vorg\u00e4ngern und von K\u00f6nigen, F\u00fcrsten und Gl\u00e4ubigen gew\u00e4hrten Freiheiten und Vorrechte. (Porta Fontium, Kloster Waldsassen Urkunde 739)&nbsp; Zwei Jahre sp\u00e4ter best\u00e4tigte Papst Paul II. (1464-1471) Dies ebenfalls. Au\u00dferdem <\/p>\n<p>nahm er das Kloster in seinen Schutz (Urkunde 745)<\/p>\n<p>Am 7.2.1470 f\u00e4llte Herzog Ludwig von Bayern&nbsp; einen Spruch in der Sache B\u00e4rnau und Waldsassen. Die G\u00fcter mussten an Pfalzgraf Otto zur\u00fcckgegeben werden, der sie besa\u00df vor Burian&nbsp; sie erobert hatte&nbsp; und Burian verzichtete auf die beanspruchte Schutzherrschaft \u00fcber Kloster Waldsassen. (Urkunde 772)<\/p>\n<p>Abt Nikolaus war wie sein Vorg\u00e4nger Franz immer wieder in diplomatischen Missionen unterwegs. Allerdings anders als bei Franz litten seine Amtsplichten als Abt nicht darunter. Er trug zur territorialen Abrundung des Klosterbesitzes bei und bildete so das Stiftsland aus.<\/p>\n<p>Um Jakobi, das ist der 25. Juli, 1475 brannte Tirschenreuth zur H\u00e4lfte ab.<\/p>\n<p>1479 wurde er vom Vogt von Plauen Heinrich III. (+1519) zu einer Hochzeitszeremonie in K\u00f6nigswart im Kreis Eger bestellt. Dort starb er.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Abt Udalrich II. Birker (1479\u20131486). Als Abt Udalrich sein Amt antrat, hatte es schon mehrere unfruchtbare Jahre gegeben, denen weitere folgten. Das f\u00fchrte zu einer Teuerung. Der Abt verkaufte die Getreidevorr\u00e4te g\u00fcnstiger als es an anderen Orten geschah.<\/p>\n<p>Das f\u00fchrte dazu, dass er schnell als Wohlt\u00e4ter gepriesen wurde. Als aber die unfruchtbaren Jahre anhielten und das Kloster selbst in Not geriet, schlug die \u00f6ffentliche Stimmung um und er wurde als Tor beschimpft. Er hatte aber f\u00fcr das Kloster wertvolle Paramente gekauft. Er verbesserte das <\/p>\n<p>Br\u00e4uhaus, w\u00f6lbte Keller und lie\u00df alles Bauf\u00e4llige wiederherstellen. 1481 ver\u00e4nderte der die Zins- und Zehntzahlung in Tirschenreuth. Au\u00dferdem erlaubte er den B\u00fcrgern, ihre G\u00fcter teilen und verkaufen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Am 15.3. 1487 best\u00e4tigte K\u00f6nig Vladislav II. (1471-1516) von B\u00f6hmen Vladislav II. dem Abt Erhard und dem Konvent des Klosters Waldsassen die von den K\u00f6nigen von B\u00f6hmen gew\u00e4hrten Privilegien. (Porta Fontium, Kloster Waldsassen Urkunde 859)<\/p>\n<p>Nach sieben Amtsjahren resignierte Abt Udalrich 1486. Er nahm sich Falkenberg zu seinem Sitz und lebte dort noch 18 Jahre.<\/p>\n<p>Auf ihn folgte Erhard I. Jakobi (1486\u20131493). Er stammte aus Weiden, hatte in Leipzig Theologie studiert und mit dem Bacchalaureus abgeschlossen. Er war Prior in Sedlec und dann Abt vor er nach Waldsassen zum Abt berufen wurde.<\/p>\n<p>Er war sehr streng, so dass er bald den ganzen Konvent gegen sich hatte. Als er merkte, dass er nichts mehr ausrichten konnte, resignierte&nbsp; er. Er zog sich ins Steinhaus nach Eger zur\u00fcck. Nach dem Tod seines Nachfolgers wollte er den neugew\u00e4hlten Abt<\/p>\n<p>Georg I. Engel nicht anerkennen. Daraufhin wurde ihm sein Gehalt entzogen. Er wirkte als Beichtvater in Br\u00fcnn, war drei Tage Abt des Klosters Skalitz und kehrte 1503 nach Waldsassen zur\u00fcck. <\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Erhard II. Spede (1493\u20131494). Er stammte aus Eger. Vor seinem Amtsantritt war er 20 Jahre Cellerar in Waldsassen. Als er zum Abt gew\u00e4hlt wurde, war er schon alt. Er starb nach nur einem Dreivierteljahr Regierungszeit.<\/p>\n<p>Der n\u00e4chste Abt wurde Georg I. Engel (1494\u20131512). Georg I. war Sohn eines Zinngie\u00dfers aus Tachov in der Pilsner Region. Er war Professor in Leipzig, erfahren in Arithmetik und Astronomie. Er sprach deutsch und tschechisch.<\/p>\n<p>Sein Augenmerk lag nach Amtsantritt erst mal auf der Schuldentilgung. Er k\u00fcmmerte sich um die Verwaltung, sah dass die Eink\u00fcnfte kaum zum Unterhalt der M\u00f6nche und zur Zinsbedienung reichten. Er wirtschaftete also \u00e4u\u00dferst sparsam und konnte den schuldenstand des Klosters von 9000<\/p>\n<p>auf 4000 Gulden senken. Im Mai gaben Abt&nbsp; und Konvent dem Dorf Mitterteich das Marktrecht. (Porta Fontium, Kloster Waldsassen Urkunde 980).<\/p>\n<p>Abt Georg war nicht baulustig. Er baute nur, wenn es notwendig war. 1499 wurde die Kirche vom Blitz getroffen und richtete einigen Schaden an. Vor allem Fenster wurden zertr\u00fcmmert.<\/p>\n<p>1504 brach der Landshuter Erbfolgekrieg aus, in den Kloster Waldsassen verwickelt wurde. Da Herzog Georg der Reiche (1479-1503) keine m\u00e4nnlichen Nachkommen hatte, setzte er in seinem Testament 1496 seine Tochter Elisabeth und ihren zuk\u00fcnftigen Gemahl Rupprecht von der Pfalz (+1504)<\/p>\n<p>als Erben f\u00fcr sein Herzogtum Bayern-Landshut ein. Das widersprach allerdings dem Wittelsbacher Hausvertrag. Dieser sah vor, dass beim Aussterben einer m\u00e4nnlichen Linie deren Besitzungen an die jeweils andere Linie fallen sollte. Herzog Albrecht IV. von Bayern (1467-1508) machte nat\u00fcrlich seinen<\/p>\n<p>Anspruch geltend. Als Georg der Reiche dann 1503 starb, fand 1503 ein Landtag statt, den Georg noch einberufen hatte. Ruprecht hatte schon Schloss Landshut \u00fcbernommen. Die niederbayrischen Landst\u00e4nde bildeten einen Regentschaftsrat . Sie wandten sich ans Reichskammergericht.<\/p>\n<p>Nun kam K\u00f6nig Maximilian (1486-1519) ins Spiel. Er lud beide Parteien f\u00fcr den 5. Februar 1504 ins Augsburger Rathaus. F\u00fcr seine Vermittlungsbem\u00fchungen machte er Gebietsanspr\u00fcche bei beiden Seiten geltend. Herzog Albrecht ging darauf ein und erkl\u00e4rte sich bereit, Kufstein, Kitzb\u00fchel<\/p>\n<p>und Rattenstein abzutreten. Daf\u00fcr sagte Maximilian 10.000 Mann Hilfstruppen und Geldunterst\u00fctzung zu. Ruprecht stand&nbsp; pl\u00f6tzlich ziemlich alleine einer gro\u00dfen \u00dcbermacht gegen\u00fcber. Es kam tats\u00e4chlich zum Krieg.Ruprecht k\u00e4mpfte im Raum Kufstein. Er nahm es ein und sp\u00e4ter auch noch<\/p>\n<p>Braunau.. Er starb am 20. August 1504 an der Ruhr. Die pf\u00e4lzischen R\u00e4te f\u00fchrten im Namen der unm\u00fcndigen S\u00f6hne Ruprechts den Krieg aber weiter. Sie hatten b\u00f6hmische S\u00f6ldner angeworben, die durch die Oberpfalz zogen. Sie lagerten bei Tirschenreuth und schw\u00e4rmten auch&nbsp; in der Umgebung <\/p>\n<p>umher und f\u00fcgten den Klosteruntertanen mehr Schaden zu als die Feinde. Nachdem sie 3 Wochen in Kloster Waldsassen zugebracht hatte, zogen sie weiter. Am 11. September 1504 bei Enzenbach eine gro\u00dfe Schlacht statt, bei der die b\u00f6hmischen Truppen vernichtend geschlagen wurden.<\/p>\n<p>\u00dcber 1600 fielen und&nbsp; 600 wurden gefangen genommen.<\/p>\n<p>In der Oberpfalz k\u00e4mpften die Truppen von Markgraf Friedrich V. von Brandenburg (1486-1515) auf Seiten von Herzog Albrecht IV. Der Markgraf gab seinem Statthalter Konrad von Wirsberg (1493-1504) und dem Wunsiedler Amtmann Alexander von L\u00fcchau (+ vor 1530) den Auftrag,<\/p>\n<p>Raubz\u00fcge&nbsp; in der dem Kurf\u00fcrsten geh\u00f6renden \u201cObere Pfalz\u201d zu unternehmen. Amtmann von L\u00fcchau hatte das einzige lohnende Ziel f\u00fcr einen \u00dcberfall ausgesucht: Kloster Waldsassen. Die Wertsachen des Klosters waren schon nach Eger in Sicherheit gebracht worden, als<\/p>\n<p>sich der Konflikt abzeichnete.&nbsp; Am 5. August 1504 griffen 3000 Mann unter F\u00fchrung von Balthasar Pybriczs, einem ber\u00fcchtigten R\u00e4uber, Kloster Waldsassen an. Sie raubten alles Essbare, luden Getreide auf Wagen und pl\u00fcnderten das Schloss des Abtes. Bei dem Sturm<\/p>\n<p>geriet das Kloster in Brand und wurde v\u00f6llig zerst\u00f6rt.<\/p>\n<p>Balthasar Pybriczs kam 4 Tage sp\u00e4ter bei der Schlacht von Ebnath ums Leben. Der Abt war nach Tirschenreuth geflohen. Er kehrte kurz de Zeit sp\u00e4ter zum Wiederaufbau der Klostergemeinschaft&nbsp; zur\u00fcck. Die Zeiten wurden ruhiger. 12 M\u00f6nche und 3 Laienbr\u00fcder waren noch in Waldsassen<\/p>\n<p>und begannen sofort mit dem Wiederaufbau. Sie erhielten die Reliquien des Klosters von Leuten, die sie an sich genommen hatten, zur\u00fcckerstattet.<\/p>\n<p>Der Krieg endete am 30. Juli 1505 mit dem K\u00f6lner Schiedsspruch durch K\u00f6nig Maximilian. Abt Georg hatte das Kloster wieder aufgebaut und hinterlie\u00df bei seinem Tod 1512 24.000 Goldgulden und reiche Getreidevorr\u00e4te.<\/p>\n<p>Der Nachfolger von Abt Georg wurde Andreas Metzl (1512-1524) Abt Andreas stammte aus Heidingsfeld. Er setzte die angefangenen Bauten fort und vollendete sie. auch. Im Kreuzgang lie\u00df er einen Brunnen errichten. Er erbaute eine Bibliothek, ein bescheidener Vorl\u00e4ufer<\/p>\n<p>der sp\u00e4teren Stiftsbibliothek.<\/p>\n<p>Die Kirche war wieder hergestellt und konnte 1517 von dem Regensburger Weihbischof Peter Krafft (1501-1530) geweiht werden.<\/p>\n<p>Am 30. November 1513 best\u00e4tigte Maximilian (ab 1508 r\u00f6misch-deutscher Kaiser) Abt Andreas und dem Konvent von Waldsassen die von Kaiser Sigismund und Kaiser Friedrich erteilten Privilegien.(Porta Fontium Kloster Waldsassen Urkunde 1073)).Diesen Freiheitsbrief lie\u00df <\/p>\n<p>sich Abt Andreas auf dem Reichstag in Worms 1521 von Kaiser Karl V. (1530-1556) best\u00e4tigen. (Urkunde 1164)&nbsp; Kurf\u00fcrst Friedrich II.(1544-1556) und sein Bruder Pfalzgraf Ludwig V.(1508-1544) hatten 1518 an Kaiser Maximilian geschrieben, dass einige \u00c4bte sich unrechtm\u00e4\u00dfig dem Schutz der Pfalzgrafen entziehen wollten. Kaiser Maximilian antwortete ihnen am 13. September 1518, dass \u201cdie Kl\u00f6ster in der Pfalzgrafen Land und Schutze auch unter dem Schutz derselben bleiben sollten, und dass die Pfalzgrafen und Kl\u00f6ster genau beobachten sollten, was von alters her herk\u00f6mmlich w\u00e4re.\u201d (Brenner S. 139). Kurf\u00fcrst Friedrich lie\u00df dieses Schreiben von Kaiser Karl am 4. November 1520 best\u00e4tigen. Friedrich schickte daraufhin Kommiss\u00e4re zu Abt Andreas, er solle sich diesem Schreiben unterwerfen. Abt Andreas weigerte sich und verwies auch auf die Best\u00e4tigungsschreiben anderer Kaiser und besonders auf das von Kaiser Maximilian. Auf dem Reichstag in Worms kl\u00e4rte Abt Andreas den Sachverhalt und erhielt von Kaiser Karl recht. Die Briefe, die Maximilian und er best\u00e4tigt h\u00e4tten, seien erschlichen und deshalb nichtig.&nbsp; Die Pfalzgrafen gaben aber nicht klein bei, sondern schickten Kommiss\u00e4re zu Abt<\/p>\n<p>Pfalzgraf Friedrich schickte Kommiss\u00e4re zu Abt Andreas und verlangte die Herausgabe des \u201cKonradschen Schutzbriefes\u201d , der die kurf\u00fcrstliche Position st\u00fctzte, notfalls mit Gewalt. Abt Andreas widerstand auch der Gewaltdrohung und die Kommisss\u00e4re gingen wieder, nachdem sie der Abt von der Unbilligkeit ihrer Forderung \u00fcberzeugt hatte.<\/p>\n<p>Abt Andreas war schon krank. Die F\u00fcrsten beschlossen einfach abzuwarten, Nach Pfingsten 1524 verstarb er. Da die kurpf\u00e4lzischen F\u00fcrsten Kloster Waldsassen beobachten lie\u00dfen, lie\u00df der Pfalzgraf das Kloster besetzen, schnitt f\u00fcr drei Wochen die Lebensmittelzufuhr ab und ri\u00df die<\/p>\n<p>Verwaltung des Klosters an sich. Erst nachdem der Konvent eine Vereinbarung unterschrieben hatte, dass sie die pf\u00e4lzische Schutzherrschaft anerkannten, sich keinen anderen Schutzherren suchen w\u00fcrden und alle auch zuk\u00fcnftige \u00c4bte unterschreiben m\u00fcssen, sich nur vor pfalzgr\u00e4flichen <\/p>\n<p>Gerichten zu verantworten . Au\u00dferdem durfte das Kloster keine Gnade beim Kaiser suchen und eine angebotene Gnade, auch nicht vom Papst anzunehmen. Die Kloster beamten mussten den Treueid den pf\u00e4lzischen Kurf\u00fcrsten leisten. (Porta Fontium, Kloster Waldsassen Urkunde 1189).<\/p>\n<p>Nikolaus V. Seber (1524-1526) folgte auf Abt Andreas. Er war vorher Abt in Volkenroda. Nachdem er die Erkl\u00e4rung, die ja der Konvent unterschrieben hatte, seinerseits unterzeichnete wurde er von Pfalzgraf Friedrich akzeptiert<\/p>\n<p>Pfalzgraf Friedrich und Kurf\u00fcrst Ludwig hatten sich die mit dem Konvent erzwungene Einigung von Kaiser Karl best\u00e4tigen lassen. Der neue Abt wurde schon 1525 aufgefordert, alle Kleinode des Stiftes, der Kirche und des Konvents<\/p>\n<p>und alle Kostbarkeiten, Gold und Silber bei der M\u00fcnze in Regensburg einzuliefern, Privilegien, Briefe und Dokumente nach Amberg zu bringen und Getreide, Lebensmittel, Bier und Wein bis auf einen Monatsbedarf in die Pfalz zu verfrachten, das alles<\/p>\n<p>unter dem Vorwand, dass Bauern am Rhein aufr\u00fchrerisch waren. Die Pfleger von Bernau und Waldhof und andere Kommiss\u00e4re wurden dazu aufgefordert, die Klosteruntertanen von ihrem Lehenseid zu entbinden. Der Abt wertete das wohl nicht zu Unrecht als Versuch,<\/p>\n<p>das Stift selbst einzuziehen. Mit Einverst\u00e4ndnis des Konvents floh der Abt am 11. Mai 1525 nach Eger. Das Silbergeschirr hatte er vorher dem B\u00fcrgermeister von Tirschenreuth \u00fcbergeben. Urkunden und Pretiosen nahm er mit nach Eger und suchte Zuflucht im Steinhaus.<\/p>\n<p>Die Flucht des Abtes war das Signal zum offenen Emp\u00f6rung. 2000 Bauern nahmen am 20. Mai das Kloster ein. Genau darauf hatte Pfalzgraf Friedrich gewartet. Er lie\u00df das Stift milit\u00e4risch besetzen. Er setze Christoph von Gleissenthal (+1535), den Pfleger von B\u00e4rnau als Landvogt ein<\/p>\n<p>und verlangte die Huldigung der Bauern. Der Abt protestierte dagegen und entband die Untertanen nicht von ihrem Eid. Trotzdem nahm Friedrich die Huldigung der Stadt Tirschenreuth pers\u00f6nlich entgegen. Den Bauern machte er Zugest\u00e4ndnisse. Allerdings wurde der Kleine Zehnt <\/p>\n<p>weiter erhoben. Daraufhin rotteten sich die Bauern wieder zusammen. Da er eine Vereinigung der Aufst\u00e4ndischen mit den benachbarten markgr\u00e4flichen Bauern bef\u00fcrchtete, gab er nach und gew\u00e4hrte die Befreiung vom Gro\u00dfen Zehnten.<\/p>\n<p>In die Klosterverwaltung hatte er massiv eingegriffen. Abt und Prior erkl\u00e4rte er f\u00fcr abgesetzt. Die Verwaltung wurde ausschlie\u00dflich weltlichen Beamten Friedrichs \u00fcbertragen. Die Zahl der M\u00f6nche wurde auf zw\u00f6lf beschr\u00e4nkt. Prior Urban Geier und Kantor Maier von Peidl lie\u00df er nach Amberg<\/p>\n<p>ins Gef\u00e4ngnis bringen. Drei M\u00f6nchen war es gelungen, mit dem Klostersiegel zum Abt nach Eger zu fliehen. Der Abt wandte sich ans Reichsregiment. Dieses verlangte von Kurf\u00fcrst Friedrich eine Stellungnahme, worauf Friedrich antwortete, er habe nur zum Besten des Klosters gehandelt.<\/p>\n<p>Die Verhandlungen zogen sich. Am 15. M\u00e4rz 1526 befahl das Regiment unter Androhung&nbsp; einer Strafe von \u201c100 Mark lotiges Gold\u201d binnen drei Wochen die Wiedereinsetzung von Abt und Konvent. Der Kurf\u00fcrst k\u00fcmmerte sich nicht darum. Da sich nun auch der Konvent \u00fcber die Behandlung des Priors beschwerte , erfolgte am eine Vorladung Friedrichs vor das Kaiserliche Gericht in Esslingen. Am 9. September 1526 traf ein Schiedsgericht mit dem Markgrafen Philipp von Baden (1515-1533), dem Herzog Erich von Braunschweig und L\u00fcneburg (1495-1540) und Abt Gerwig (1520-1567) aus Weingarten folgenden Beschluss \u201c Abt Niclas resigniert freiwillig und erh\u00e4lt vom Kloster eine j\u00e4hrliche Rente. Die vom Pfalzgrafen in Eidespflicht genommenen Amtleute des Klosters werden wieder daraus entlassen. Abt Niclas soll alle Urkunden, Kleinodien und Silbergeschmeide des Klosters, die er beim Verlassen des Klosters mitgenommen hat, zur\u00fcckgeben und u.U. dar\u00fcber Rechnung ablegen. Der in Amberg gefangengehaltene Prior wird nach Urfehde entlassen und wieder zum Konvent zugelassen. Pfalzgraf Friedrich wird \u00fcber die ihm vom Kloster unter Abt Niclas geliehenen Gelder mit dem Kloster einen Vergleich schlie\u00dfen.\u201d(Porta Fontium, Kloster Waldsassen Urkunde 1214). Abt Nikolaus wurde eine Jahrespension von 225 Gulden und eine freie Wohnung im Klosterhof in Eger zugestanden.<\/p>\n<p>Am 23. Oktober wurde in Anwesenheit der \u00c4bte von Volkenroda und&nbsp; Walderbach ein neuer Abt gew\u00e4hlt. Entgegen der Bestimmungen des Schiedsspruchs behielt sich Friedrich eine Art Oberaufsicht \u00fcber das Kloster und die Stiftsuntertanen vor. Nikolaus ging erst nach Volkenroda und dann nach<\/p>\n<p>Erfurt. Dort legte er das Ordenskleid ab und heiratete. <\/p>\n<p>Zum neuen Abt wurde der von Friedrich empfohlene ehemalige K\u00fcchenmeister Valentin Fischer 1526\u20131529gew\u00e4hlt. Mit der R\u00fcckgabe des Stiftes lie\u00df sich Friedrich Zeit. Auch belie\u00df er entgegen der Bestimmungen des Schiedsspruchs&nbsp; Truppen in den stiftischen Pfleg\u00e4mtern Neuhaus und Falkenberg.<\/p>\n<p>Der erste Streitpunkt mit Abt Valentin war die T\u00fcrkensteuer. Zu der T\u00fcrkensteuer sollte auch das Kloster und dessen Untertanen beitragen. Dagegen verwahrte sich Abt Valentin, da das Kloster solche Abgaben nur dem Reich schuldig w\u00e4re, nicht ab dem Landtag, der die Steuer umlegen wollte.<\/p>\n<p>Er bot eine Abfindung&nbsp; von 850 Gulden an. Nach Verhandlungen mit Kurf\u00fcrst Friedrich einigte man sich schlie\u00dflich am 5. Juli 1529, dass das Kloster der Regierung in Amberg innerhalb von 5 Jahren 2500 Gulden als \u201cAnlage und Steuer \u201czahlt. (Dr. J.B. G\u00f6tz, Die religi\u00f6se Bewegung in der Oberpfalz von 1520-1560, Freiburg&nbsp; 1914, S. 65) Der Prior unter Abt Valentin, Georg Schmucker wollte wohl selbst gerne Abt werden . Er war nach \u201cder Pr\u00e4latur l\u00fcstern\u201d (Brenner S. 151). Nach G\u00f6tz hatte er den Abt seit 1528 schon mehrfach beim Pfalzgrafen verklagt. Im Herbst 1529 erhielt er vom Pfalzgrafen die Erlaubnis, gegen den Abt vorzugehen. Am 20. September 1529 drang er in die Abtei ein. Er nahm&nbsp; den Abt und den Cellerar Sebastian Maier gefangen. Die Klosterverwaltung \u00fcbernahm wieder Christoph von Gleissenthal . Die Regierung in Amberg bef\u00fcrchtete ein Einschreiten von b\u00f6hmischer Seite.<\/p>\n<p>Abt Valentin war zur Resignation bereit. Am 16. Oktober 1529 resignierte er. Er bekam eine kleine Pension und eine Wohnung im Steinhaus in Eger. Dort lebte er nach Brenner (S.151) noch 44 Jahre.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde erwartungsgem\u00e4\u00df Georg II. Schmucker (1529\u20131531). Abt und Konvent leisteten die selben Unterschriften wie schon Abt Valentin. Von Abt Georg wird berichtet, dass er einen schwelgerischen Lebenswandel f\u00fchrte. Er starb nach kurzer Regierungszeit im M\u00e4rz 1531.<\/p>\n<p>Als neuer Abt wurde Georg III. Agmann (1531\u20131537). Es war der letzte gew\u00e4hlte Abt vor der ersten Aufhebung des Klosters. Er hatte An der Universit\u00e4t&nbsp; Leipzig studiert die Magisterw\u00fcrde erworben.<\/p>\n<p>1537 weigerte er sich, Stiftsbeamte auf den Pfalzgrafen vereidigen zu lassen. Auch hatte er insgeheim mit dem b\u00f6hmischen Kanzler (1533-1537) Johannes Pflug Verhandlungen gef\u00fchrt, weil er den b\u00f6hmischen K\u00f6nig als Schutzherren anerkennen wollte. Das wurde Friedrich bekannt.<\/p>\n<p>Er lie\u00df ihn gefangen nehmen und setzte ihn im Mai 1537 ab. Im November entlie\u00df er ihn aus dem Gef\u00e4ngnis und man erlaubte ihm, Zuflucht im Kloster Walderbach zu nehmen. Dort wurde er Abt. Er starb 1547 an der Pest.<\/p>\n<p>K\u00f6nig Ferdinand (ab 1531 K\u00f6nig 1556-1564 Kaiser) hatte&nbsp; Johannes von Weeze (+ 1548) als Administrator des Stiftlandes eingesetzt und \u00fcbernahm auch Kloster Waldsassen.(Porta Fontium, Kloster Waldsassen Urkunde 1297). Er war der bedeutendste Diplomat des Kaisers seiner Zeit, war auch Bischof von Lund und F\u00fcrstbischof von Konstanz. Pfalzgraf versuchte weiter, seinen Einfluss gegen\u00fcber&nbsp; Kloster Waldsassen auszubauen. Er war als eine vom K\u00f6nig eingesetzte Person weitgehend gesch\u00fctzt und konnte Friedrichs Forderungen umgehen.So nahm er nicht wie von Friedrich gefordert an den Landtagen in Amberg teil. Auch verweigerte er die Zahlung von pf\u00e4lzischen Steuern. Er lie\u00df sich auch gleich von Kaiser Karl V. am 25.11.1538 \u201c alle Regalien, Lehen und Mannschaften, geistliche und weltliche Herrlichkeiten, Lehenschaften, hohe und niedere Gerichte, Zehnten, Zinsen usw\u201d&nbsp; best\u00e4tigen. Kaiser Karl V. nahm das Kloster in seinen Schutz (Urkunde 1300) .Johannes von Weeze war allerdings bedingt durch seine zahleichen \u00c4mter selten in Waldsassen. Trotzdem m\u00fchte er sich, die Ordensdisziplin wieder zu erneuern. Auch schaffte er es,das Eindringen der Lehre Luthers vom Stiftland und vom Kloster fern zu halten. In Tirschenreuth begann er die Burg von Grund auf neu zubauen. Dazu zahlte er aus eigener Tasche 3287 Gulden (Brenner S.162) 1545 wurde der Enkel seiner Schwester Heinrich Rudolf von Weeze als Koadjutor bestellt. Heinrich Rudolf war Doktor beider Rechte, galt als gelehrt und stand<\/p>\n<p>mit dem Humanisten Joachim Camerarius dem \u00c4lteren in regem Briefwechsel.<\/p>\n<p>Johannes von Weeze starb unerwartet mit 59 Jahren auf dem Reichstag in Augsburg am 14. Juni 1548. Er wurde in Mittelzell auf der Reichenau bestattet.<\/p>\n<p>Friedrich hatte nachdem sein Bruder Ludwig, Kurf\u00fcrst von der Pfalz, 1544 gestorben war, am 16. M\u00e4rz 1544 dessen Nachfolge als Kurf\u00fcrst angetreten. Er war jetzt Pfalzgraf bei Rhein und Kurf\u00fcrst des Heiligen R\u00f6mischen Reiches Deutscher Nation.<\/p>\n<p>1546 f\u00fchrte er die Reformation in der Pfalz ein. Als Johannes von Weeze gestorben war folgte ihm sein Neffe als Waldsassener Abt nach. Friedrich lie\u00df sofort Kloster Waldsassen besetzen . Heinrich Rudolf sollte Kurf\u00fcrst Friedrich von der Pfalz als seinen Landesherrn anerkennen,<\/p>\n<p>jedem anderen weltlichen Schutz zu entsagen und alle Lasten, steuern und Abgaben an die Pfalz entrichten. Er hatte zwar eine Klageschrift wegen des Unrechts und der Gewalt verfasst, aber umgeben von Soldaten und mit Drohungen blieb ihm nichts anderes, als zu unterschreiben.<\/p>\n<p>Er versuchte so gut es ging, das Kloster zu verwalten. Er lie\u00df die B\u00e4ckerei, das Br\u00e4uhaus und eine Malz-und Schneidem\u00fchle in Waldsassen errichten. 1550 wurde eine neue Kanzlei errichtet. Das alles kostete 10.000 Gulden.<\/p>\n<p>Kurf\u00fcrst Friedrich starb am 26. Februar 1556. Nachfolger wurde sein Neffe Ottheinrich (1556-1559). Dieser lie\u00df 1556 den Klosterbesitz inventarisieren. Heinrich Rudolf und andere wichtige Personen wurden nach Amberg gebracht und dort festgehalten. Im Stiftland gab es einen Bildersturm.<\/p>\n<p>Heinrich Rudolf resignierte zugunsten&nbsp; von Pfalzgraf Reichard von Simmern (1569-1598), dem j\u00fcngeren Bruder von Kurf\u00fcrst Friedrich III.&nbsp; Als Heinrich Rudolf resignierte, waren noch 13 M\u00f6nche im Kloster. Pfalzgraf Reichard trat 1561 zur lutherischen Lehre \u00fcber. Von den M\u00f6nchen nahmen 6 <\/p>\n<p>die Lehre Luthers an. 1569 wurde Kloster Waldassen lutherisch. Reichard hatte es geschafft, bis 1571 77.606 Gulden Schulden zu machen. Er trat 1571 Kloster Waldsassen an seinen Bruder Friedrich ab. Dieser \u00fcbernahm die aufgelaufenen Schulden.<\/p>\n<p>Durch die Nachl\u00e4ssigkeit eines Schaffners brannte 1576 das Kloster mit Ausnahme des Schlosses und der Kanzlei ab.<\/p>\n<p>Das Stiftland wurde Teil der Oberpfalz, Waldsassen ein kurpf\u00e4lzisches Pflegamt.<\/p>\n<p>1628 wurde die Oberpfalz wieder dem bayrischen Staatsverband angegliedert. Kurf\u00fcrst Maximilian I. (1623-1653) wurde neuer Landesherr in der Oberpfalz. Er begann mit der Rekatholisierung, deren Tr\u00e4ger die Jesuiten waren.<\/p>\n<p>1661 begann die Wiederbesiedlung des Klosters Waldsassen durch das Zisterzienserkloster F\u00fcrstenfeld.<\/p>\n<p>Martin Dallmayr (in Waldsassen 1669-1690)war 1640 Abt des nicht zuletzt dank des Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieges v\u00f6llig verschuldeten und ruinierten Klosters F\u00fcrstenfeld geworden. Auf seine Initiative ging die Wiederbesiedlung von Kloster Waldsassen zur\u00fcck. 1669 wurde er dort als Administrator installiert.<\/p>\n<p>Am 1. August 1669 wurde Kloster Waldsassen mit p\u00e4pstlicher Zustimmung an den Zisterzienserorden zur\u00fcckgegeben. Abt Martin starb am 22. April 1690. In F\u00fcrstenfeld wurde Abt Balduin Helm (1690\u20131705) zu seinem Nachfolger gew\u00e4hlt. Dieser hielt es f\u00fcr das Beste, wenn auch Waldsassen wieder einen eigenen Abt erhielt. Er reiste deshalb nach M\u00fcnchen zu Kurf\u00fcrst Max Emanuel (1669-1726) und bat um Genehmigung der Wahl ein es Abtes f\u00fcr Waldsassen, was dieser gew\u00e4hrte.<\/p>\n<p>Gew\u00e4hlt wurde Albert Hausner (1690\u20131710 ). Er war mit 18 ins Zisterzienserkloster F\u00fcrstenfeld eingetreten und hatte dort 1665 seine Profess abgelegt und den Klosternamen Albert angenommen. Abt Martin erm\u00f6glichte ihm <\/p>\n<p>ein vierj\u00e4hriges Studium der Theologie in Ingolstadt. Im Oktober 1668 verl\u00e4ngert er es um ein Jahr f\u00fcr das Studium der Philosophie und Mathematik . 1674 wird er zum Priester geweiht. Von 1676-1790&nbsp; war er Pfarrvikar in Waldsassen und Volksprediger in Amberg, Eger, Weiden und Neumarkt. <\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.zisterzienserlexikon.de\/w\/images\/thumb\/d\/d6\/Albert-Hausner.jpg\/180px-Albert-Hausner.jpg\" width=\"180\" height=\"228\"><\/p>\n<p>Am 20. Juni 1690 wurde er zum Abt von Waldsassen gew\u00e4hlt und durch Schl\u00fcssel\u00fcbergabe installiert. Am 6. Februar 1691 wurde er in Kloster Kaisheim benediziert.<\/p>\n<p>Abt Martin hatte 1681 schon mit einem Bau begonnen und drei neue Klosterfl\u00fcgel schon fertig. Der Prager Baumeister Abraham Leuthner erhielt 1681 den Auftrag f\u00fcr die Stiftsbauten in Waldsassen. Er bildete eine Baumannschaft, in denen 5 Br\u00fcder aus der Familie Dientzenhofer unter F\u00fchrung von Georg <\/p>\n<p>Dientzenhofer&nbsp; sind. Georg wurde 1686 gleichberechtigter Partner von Abraham Leuthner , seinem Schwager. Er entwarf die Pl\u00e4ne f\u00fcr die Stiftskirche.1689 starb er v\u00f6llig \u00fcberraschend. Die Bauten wurden aber nach seinen Pl\u00e4nen von seinen Br\u00fcdern fertiggestellt. Die Fundamente wurden 1690 gelegt und die Kirche 1704&nbsp; von Franz von&nbsp; von Rumel, damals Bischof von Knin geweiht.<\/p>\n<p>In Kappl bestand seit dem Mittelalter eine Wallfahrt zur Verehrung der Heiligen Dreifaltigkeit. In der Friedenszeitnach dem Dreissigj\u00e4hrigen Krieg nahm die Wallfahrt stark zu.&nbsp; Also wurde ein Neubau erstellt. 1685 wurde er begonnen und 1689 wurde die <br \/>Kirche fertiggestellt. 1710 erfolgte die Weihe durch den Regensburger Weihbischof Albert Ernst von Wartenberg (1662-1715). <\/p>\n<p>W\u00e4hrend des Spanischen Erbfolgekriegs 1701-1714&nbsp; waren Truppen des kaiserlichen Generalfeldmarschalls, des&nbsp; Grafen Hermann Otto von Limburg-Styrum, im Stiftland unterwegs und verursachten dem Kloster hohe Kosten.<\/p>\n<p>1707 und 1709 versuchte Abt Albert in Wien die Reichsunmittelbarkeit zu erlangen, aber vergebens. Zwei mal wollte er auch zur\u00fccktreten, aber seine Konventualen hielten ihn davon ab. Schon 1708 erlitt er in Wien einen <br \/>Schlaganfall. Am 30. Oktober 1710 starb er mit 63 Jahren in Waldsassen. Er wurde 1710 als erster Abt in der Gruft der neuen Stiftskirche bestattet.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger Anselm Schnaus (1710 bis 1724) wurde im Beisein der \u00c4bte von F\u00fcrstenfeld Casimir Cast (1705-1714), Walderbach und Reichenbach am Regen Bonaventura Oberhuber (1698-1735) am 19. November 1710 zum neuen Abt gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Er ist in Amberg geboren und kam aus F\u00fcrstenfeld.<\/p>\n<p>Der Aldersbacher Abt Theobald I. Grad (1705-1734) benedizierte ihn. Er brachte die Pfarreien Tirschenreuth, Wondreb und Leonberg, die vor der Aufhebung dem Kloster inkorporiert waren, in den Kriegszeiten aber verloren gingen wieder an das Kloster zur\u00fcck. Das erforderte kostspielige Prozesse gegen den Bischof und das Domkapitel von Regensburg. Er schickte seine M\u00f6nche zum Studium teils nach Prag teils nach Rom. Papst Clemens XI. (1700 bis 1721) erteilte Abt Anselm die Erlaubnis, dass ein Religiose aus Waldsassen in Rom am Deutschen Seminar kostenlos Philosophie und Theologie studieren<\/p>\n<p>durfte. Auch die Schulen in Waldsassen, die Abt Albert errichtet hatte, verbesserte er und gab ihnen gelehrte Professoren.<\/p>\n<p>In dem immer noch in Wien anh\u00e4ngenden Verfahren wegen der Reichsunmittelbarkeit suchte Abt Anselm einen Vergleich. Er reichte eine Bittschrift an Kaiser Joseph I. ( 1705 \u2013 1711) ein. Sein Nachfolger Karl VI. (1711 \u20131740) war mit dem Prozessgegner dem Kurpf\u00e4lzischen Haus befreundet,<\/p>\n<p>was die Erfolgsaussichten nat\u00fcrlich praktisch auf Null brachten.&nbsp; Der Kampf um die Reichsunmittelbarkeit endete 1714 mit der Wiedereinsetzung des bayrischen Kurf\u00fcrsten in die alten Rechte endg\u00fcltig und ohne Gerichtsentscheid zu Gunsten von Bayern<\/p>\n<p>Kurf\u00fcrst Max Emanuel hatte nach der Niederlage von H\u00f6chst\u00e4dt&nbsp; 1704 im Erbfolgekrieg Bayern verlassen m\u00fcssen und erhielt sein Land erst mit dem Frieden von Rastatt wieder zur\u00fcck. Abt Anselm \u00fcberreichte ihm ein freiwilliges Willkommensgeschenk der Abtei von 80.000 Gulden.<\/p>\n<p>Das zeigt, dass die Finanzlage des Klosters am Ende der Regierungszeit von Albert nicht so desolat sein konnte, wie sie immer wieder dargestellt wir.<\/p>\n<p>Abt Anselm hatte verschieden Baumassnahmen beendet und auch f\u00fcr einen Zuwachs an Novizen gesorgt. Er starb am 2. Januar 1724 und wurde auch in der Gruft unter der Stiftskirche bestattet.<\/p>\n<p>Eugen Schmid (1724 \u2013 1744) wurde der n\u00e4chste Waldsassener Abt. Er ist in F\u00fcrstenfeld geboren. 1707 schloss er das Jesuitengymnasium in M\u00fcnchen ab. 1709 trat er in Waldsassen ins Kloster ein. 1714 wurde er zum Priester geweiht.<\/p>\n<p>Er war erst Pfarrer in M\u00fcnchenreuth und dann Prediger in Tirschenreuth. am 14. Februar 1724 wurde er einstimmig zum Abt gew\u00e4hlt. Gleich nach seiner Wahl lie\u00df er die Bibliothek, die schon 1688 durch Georg Dienztenhofer nach der Planung von Abraham Leuthner gebaut wurde,<\/p>\n<p>ausstatten. Fresken und Stuck im Bibliotheksraum werden schon 1724 vollendet. Die zweigeschossigen Regale wurden zusammen mit einem Schreiner von dem Holz-und Steinbildhauer Karl Stilp&nbsp; (1668\u20131735\/36) aus Eger gebaut.<\/p>\n<p>Noch zur Regierungszeit von Abt Eugen erreicht die Bibliothek einen Bestand von 12.000 B\u00e4nden.<\/p>\n<p>1734 wurde er vom Generalkapitel in Citeaux zum Generalvikar und Visitator der Provinz Bayern ernannt. 1738 nahm er am Generalkapitel in Citeaux teil.<\/p>\n<p>In Waldsassen wurde bisher Philosophie und Theologie gelehrt. Er richtete auch ein Lehrstuhl f\u00fcr Recht ein.<\/p>\n<p>Abt Eugen trat war auch als Bauherr t\u00e4tig. In Beidl wurde die Pfarrkirche Maria Himmelfahrt gebaut. Die Dreifaltigkeitskirche in Kappl stattete er mit einer Orgel aus.<\/p>\n<p>1741 brach der \u00d6sterreichische Erbfolgekrieg aus. Der deutsche Kaiser Karl VI. hatte bereits 1713 die Pragmatische Sanktion erlassen. Sie sollte die Erbfolge regeln, die aber nur f\u00fcr die habsburgischen Erbl\u00e4nder galt. <\/p>\n<p>Beim Fehlen eines m\u00e4nnlichen Nachkommens lie\u00df sie die weibliche Erbfolge zu. Der bayrische Kurf\u00fcrst Karl Albrecht (1726-1745) heiratete am&nbsp; 5. Oktober 1722 die Habsburgerin Amalia Maria Josepha Anna, der Tochter von Karls Bruder und Vorg\u00e4nger Joseph I.<\/p>\n<p>Bayern hatte zwar auf auf Thronanspr\u00fcche gegen\u00fcber Habsburg durch diese Heirat offiziell&nbsp; verzichtet. Als aber Karl VI. kinderlos starb, machte er trotzdem Erbanspr\u00fcche geltend. Bayern hatte schon 1714 einen Geheimvertrag mit Frankreich f\u00fcr den Fall k\u00fcnftiger Erbauseinandersetzungen<\/p>\n<p>abgeschlossen. Diesen Vertrag erneuerte Karl Albrecht 1727.Im Mai 1741 schloss er sich der anti\u00f6sterreichischen Koalition an. Im Juli 1741 kam es zum Krieg. Vor allem Niederbayern litt unter dieser Auseinandersetzung.<\/p>\n<p>Auch Kloster Waldsassen wurde stark betroffen. In den letzten beiden Regierungsjahren von Abt Eugen mussten Kloster und Untertanen st\u00e4ndig Zahlungen leisten, Lebensmittellieferungen erbringen, Brandschatzungen zahlen und Pl\u00fcnderungen erleiden.<\/p>\n<p>Es herrschte Lebensmittelknappheit. Verschlimmert wurde das durch eine Seuche, die um Waldsassen kursierte. Eugen starb am 8. Januar 1744.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Abt Alexander Vogel (1744 \u20131756) Er ist am 22. Mai 1698 in Sagan in Niederschlesien geboren. 1717 trat er in das Kloster Waldsassen ein. 1722 wurde er zum Priester geweiht. Er studierte zun\u00e4chst im Kloster Theologie und wurde dann drei Jahre<\/p>\n<p>nach Salzburg und Ingolstadt geschickt, wo er Jura studierte. Dann war er zwei Jahre Lektor f\u00fcr Kirchenrecht im Kloster. Danach wurde er Abtsekret\u00e4r und k\u00fcmmerte sich um das Archiv.Sein letztes Klosteramt war das eines Bursarius. Dann war er Pfarrvikar in Wondreb . Am 14. April 1744<\/p>\n<p>wurde er zum Abt gew\u00e4hlt. Der Ebracher Abt Hieronymus II. Held&nbsp; (1741\u20131773) infulierte ihn.<\/p>\n<p>Er lie\u00df von&nbsp; Baumeister Philipp Muttone&nbsp; zwischen 1748 und 1750 die Fischhofbr\u00fccke in Tirschenreuth erbauen. Sie hat zehn Joche, ist 92 Meter lang und der Steinernen Br\u00fccke von Regensburg nachempfunden.<\/p>\n<p>Die Stiftsbasilika stattete er mit vier weiteren Katakombenheiligen aus.<\/p>\n<p>1750 wurde eine falsche und haltlose Vaterschaftsklage gegen Abt Alexander angestrengt. Er lie\u00df sein Amt ruhen. 1754 wurde er v\u00f6llig rehabilitiert. Er war aber gesundheitlich angeschlagen und begab sich zur Kur nach Wondreb. Dort starb er am 19. September 1756.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Wigand Deltsch (1756 \u2013 1792) Er ist 15. April 1708 in Neuhaus im Naabtal geboren.Sein Bruder war der kurf\u00fcrstliche Rat und Oberhauptmann von Waldsassen Stephan Franz von Deltsch.<\/p>\n<p>Wigand besuchte das Jesuitengymnasium in Amberg. Er trat 1725 in Waldsassen ein. 1732 wurde er zum Priester geweiht. Im Kloster war er Philosophie- und Theologieprofessor. Er behielt dieses Amt auch noch sechs Jahre nach seiner Abtswahl inne.<\/p>\n<p>Im Siebenj\u00e4hrigen Krieg 1756-1763 wurde Kloster Waldsassen auch tangiert. Zwei Winter hatte die bayrische Armee unter Graf Franz Ludwig von Holnstein (+ 1780), dem Oberkommandierenden des bayrischen Reichskontingent, ihr Quartier in Waldsassen.<\/p>\n<p>Da musste die Verpflegung der Offiziere gestellt werden. Als die preussische Armee 1761 Eger beschoss, kam auch ein preussischer Offizier Offizier mit vielen Reitern nach Waldsassen und verlangte Brandschatzung. Abt Wigand trat dem Offizier unerschrocken entgegen und verhandelte<\/p>\n<p>mit ihm. Der Offizier zog mit seinem Trupp unverrichteter Dinge wieder ab.<\/p>\n<p>Die Jahre 1770-1772 waren gekennzeichnet durch Extremwetterlagen. Das Jahr 1771 blieb den Zeitgenossen als \u201ezweite Sintflut\u201c in Erinnerung. Die Winter waren sehr kalt und sehr lang. Die Folge waren Missernten, gro\u00dfe Teuerung und eine Hungersnot,<\/p>\n<p>die Europa von Frankreich bis in die Ukraine heimsuchte. Dank der klugen Verteilungspolitik der Vorr\u00e4te durch Abt Wigand kam das Kloster und das Stiftsland relativ unbeschadet durch die Hungerkrise. Er verkaufte die Klostervorr\u00e4te auch nach Bayern ohne Aufschl\u00e4ge, <\/p>\n<p>wobei oft der f\u00fcnffache Preis verlangt und gezahlt wurde. Er rettete so laut Brenner (S. 228) viele Hunderte vor dem Hungertod.<\/p>\n<p>Abt Wigand war auch als Bauherr t\u00e4tig. Nach Pl\u00e4nen von Philipp Muttone lie\u00df er zwischen 1776 und 1778 den Wurzer Pfarrhof errichten. Er sollte als Sommerresidenz der Waldsassener \u00c4bte dienen. Diese Funktion konnte er allerdings nur knapp 25 Jahre aus\u00fcben, denn dann<\/p>\n<p>beendete die S\u00e4kularisation das Klosterleben.Weiter Pfarrh\u00f6fe baute er in Windischeschenbach, Konnersreuth, Leonberg und in Wernersreuth. In Stein lie\u00df er ebenfalls nach einem Entwurf von Muttone eine Kirche bauen. In Waldsassen erbaute er im Jahr 1765 ein Schulhaus.<\/p>\n<p>Im Orden war er ebenfalls t\u00e4tig.&nbsp; 1765 nahm er am Generalkapitel in Citeaux teil. Danach wurde er als Visitator f\u00fcr Oberdeutschland aufgestellt.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend seine Regierungszeit erhielt Waldsassen immer wieder Besuch. Verschiedene F\u00fcrstbisch\u00f6fe waren zu Gast aber auch weltliche Herrscher wie Friedrich Christian Markgraf von Bayreuth.<\/p>\n<p>In den Zeiten der Aufkl\u00e4rung standen die Kl\u00f6ster nicht mehr in besonders gutem Ruf und schon vor der S\u00e4kularisation wurden immer wieder Gesetze erlassen, die den Kl\u00f6stern Schwierigkeiten bereiteten.<\/p>\n<p>1773 wurden die Jesuiten aufgehoben. 1781 mussten die Kl\u00f6ster an ihren Schulen gestellte Professoren einstellen und f\u00fcr deren Unterhalt aufkommen. 1790 wurden sie per Gesetz verpflichtet, die Kosten f\u00fcr die Kommiss\u00e4re<\/p>\n<p>beim der n\u00e4chsten Kaiserwahl zu \u00fcbernehmen. Im gleichen Jahr mussten&nbsp; die Kl\u00f6ster den Bieraufschlag, von dem sie bisher befreit waren, bezahlen. Kloster Waldsassen&nbsp; hatte j\u00e4hrlich 3000 Eimer (ein Eimer = 10-15 Liter) nach Brenner (S. 253)<\/p>\n<p>also durchaus eine beachtliche Gr\u00f6\u00dfenordnung.<\/p>\n<p>Ein weiteres Gesetz verbot jegliche Verbindung mit der Ordensleitung von Citeaux. Jegliche Visitation wurde verboten. Novizen durften ihre Profess nicht mehr vor dem 21. Lebensjahr ablegen. Unzufrieden Religiose durften gegen ihre Oberen vor weltlichen Gerichten klagen.<\/p>\n<p>Der Druck des Staates auf die Kl\u00f6ster nahm best\u00e4ndig zu.<\/p>\n<p>Abt Wigand, geschw\u00e4cht durch Alter und Krankheit bekam am 1786 zu Unterst\u00fctzung in der Amtsf\u00fchrung drei M\u00f6nche zur Seite gestellt. Er starb am 23. September 1792.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger Athanasius Hettenkofer (1793\u20131803 ) wurde mit Verz\u00f6gerung am 23. M\u00e4rz 1793 unter Vorsitz von Abt&nbsp; Otto Doringer (1779\u20131797) von Kloster Aldersbach zum letzten Waldsassener Abt gew\u00e4hlt und am 26. Mai 1793 benediziert.<\/p>\n<p>Die Wahlverz\u00f6gerung&nbsp; war entstanden, weil&nbsp; eine kurf\u00fcrstlich-bayerische Kommission die Wahl blockierte&nbsp; und viele Originale und Manuskripte wegschaffte und erst nach Zahlung von 22.000 Gulden an den Kommissar Pettschard die landesherrliche Erlaubnis zur Abtwahl gab. <\/p>\n<p>Allerdings wurde Pettschard noch im selben Jahr in einen Prozess verwickelt. Der Kurrf\u00fcst sah den Betrug und die Strafbarkeit des Kommissars ein und Kloster Waldsassen erhielt 1794 die H\u00e4lfte zur\u00fcckerstattet, die andere H\u00e4lfte behielt allerdings die Regierung in Amberg ein.<\/p>\n<p>Abt Athanasius hatte seine Profess am 23. Dezember 1760&nbsp; in Waldsassen abgelegt und hatte 27. Dezember 1767 seine Primiz gefeiert.<\/p>\n<p>In Bayern hatte Kurf\u00fcrst Maximilian Joseph I. (1799-1825) die Regierung angetreten. Einen Tag nach seinem Eintreffen in M\u00fcnchen ernannte er Maximilian Montgelas, mit dem er zusammen arbeitete, seit er 1795 das Herzogtum Pfalz-Zweibr\u00fccken von seinem Bruder geerbt hatte<\/p>\n<p>zum Minister der Ausw\u00e4rtigen Angelegenheiten und des Landesherrlichen Hauses.<\/p>\n<p>Im Gefolge der Franz\u00f6sischen Revolution 1789 kam es 1792 zu den Koalitionskriegen. Am 20. April 1792 hatte Frankreich gegen\u00fcber Kaiser Franz II. und dem Reich die Kriegserkl\u00e4rung ausgesprochen. 1796 hatte sich das auch in Bayern und der Oberpfalz ausgewirkt. Das betraf noch Kurf\u00fcrst<\/p>\n<p>Karl Theodor (1777-1799) 1796 war das franz\u00f6sische Revolutionsheer in die Oberpfalz und bis an die Isar vorgesto\u00dfen. Karl Theodor hatte sich und seinen Hofstaat in Lockwitz in Sachsen in Sicherheit gebracht. Vom Kloster Waldsassen wurden Kontributionen und Getreidelieferungen<\/p>\n<p>gefordert. Die Franzosen unter Revolutionsgeneral Fran\u00e7ois-Joseph Lefebvre ( +1820) hatten Amberg besetzt und den Liefertermin f\u00fcr die Getreidelieferung schon festgesetzt.&nbsp; Da kamen Truppen des Erzherzogs Karl von \u00d6sterreich-Teschen (+ 1847) mittlerweile Reichsfeldmarschall und Oberbefehlshaber \u00fcber s\u00e4mtliche Reichstruppen an der Rheinfront aus Eger heran und er&nbsp; verbot die Lieferung unter schwerer Strafe. Er eroberte Amberg zur\u00fcck und vertrieb die franz\u00f6sischen Truppen aus der Oberpfalz. Beim R\u00fcckzug aus Amberg schleppten die Franzosen allerdings Geiseln mit und verlangten eine hohe L\u00f6segeldsumme. Dazu sollte Kloster Waldsassen 25.000 Gulden beitragen. Karl verbot auch das und versprach die Geiselbefreiung, was ihm gelang.<\/p>\n<p>1799 wurde eine zweite Koalition gegen Frankreich geschlossen, der sich Kurf\u00fcrst Maximilian Joseph I. lieber versagt h\u00e4tte, was aber nicht m\u00f6glich war. An der Seite von \u00d6sterreich verlor Bayern am 3. Dezember 1800 die Schlacht von Hohenlinden.<\/p>\n<p>Im Frieden von Lun\u00e9ville am 9. Februar 1801 musste Maximilian Joseph I. auf seine linksrheinischen Besitzungen verzichten. Er bekam aber einen Ausgleich \u00fcber&nbsp; Gebiete aus einer Mediatisierung und S\u00e4kularisation zugesprochen.<\/p>\n<p>Als erstes wurden 1801 in Bayern die Kl\u00f6ster der Bettelorden aufgehoben. Alle anderen Kl\u00f6ster wurden aufgesucht. Sie mussten G\u00fcterverzeichnisse anlegen. Am 29. Dezember 1802 erlie\u00df der Kurf\u00fcrst den Befehl, Kloster Waldsassen aufzuheben.<\/p>\n<p>Am 10. Januar 1803 erschien der kurf\u00fcrstliche Kommiss\u00e4r und \u00fcberbrachte den Aufhebungsbefehl.<\/p>\n<p>Abt Athansius bekam eine Pension von 4000 Gulden j\u00e4hrlich zugebilligt, konnte sie aber kaum genie\u00dfen. Er starb am 12. Juni 1803.<\/p>\n<p>Der Grundbesitz des Stiftlands umfasste 715 km\u00b2. Es z\u00e4hlte 20.000 Einwohner. Die Klostergeb\u00e4ude gingen in bayrischen Staatsbesitz \u00fcber. Die Stiftskirche wurde Pfarrkirche von Waldsassen.<\/p>\n<p>1828 wurde von dem Egerer Kaufmann Wilhelm Rother eine Kattunfabrik eingerichtet, die dort aus Filz und Tuch Fu\u00dfbekleidung herstellte und so eine Besch\u00e4ftigungsgrundlage bot in einer Gegend, die bisher ausschlie\u00dflich vom Arbeitgeber Kloster abh\u00e4ngig war.<\/p>\n<p>Die Marktgemeinde Waldsassen und das Bistum Regensburg setzten sich in dieser Zeit f\u00fcr eine Wiederbesiedlung des Klosters durch Ordensangeh\u00f6rige ein.<\/p>\n<p>Am 18. Dezember 1863 wurde das Kloster als Priorat der Zisterzienserinnen von Bischof Ignatius von Senestrey (1858-1906)Regensburg neugegr\u00fcndet. Die 1835 wiedergegr\u00fcndete Abtei Seligenthal in Landshut ebnete den weiteren Weg. Die dortige Priorin C\u00e4cilia Schmid<\/p>\n<p>f\u00fchrte die Kaufverhandlungen mit dem Fabrikanten Rohrer. Man einigte sich auf einen Kaufpreis von 37.000 Gulden.Der Kaufvertrag wurde m Januar 1864 notariell beurkundet. Eine wichtige Rolle spielte dabei Pfarrer Michael Lorenz (1828-1901).<\/p>\n<p>1860 war er als Provisor an der Stadtpfarrei St. Nikola in Landshut und auch Beichtvater in Kloster Seligenthal. Er ging dann mit nach Waldsassen, um das aufgehobene Kloster Waldsassen wieder zu beleben. Das Klostergeb\u00e4ude und mehrere Anwesen&nbsp; wurden auf den Namen von Pfarrer Lorenz gekauft, wobei dieser hohe Schulden aufnahm. Er gr\u00fcndete dann auch noch einen genossenschaftlichen christlichen Bauernverein und eine Marianische Kongregation.<\/p>\n<p>Am 17. Mai 1864 entsandte sie die ersten vier Schwestern nach Waldsassen und \u00fcbernahm im Juni 1865 selbst die Leitung der Niederlassung. Diesen stand eine harte Arbeit bevor. Die russgeschw\u00e4rzten Fabrikr\u00e4ume mussten wieder in wohnliche Klosterr\u00e4ume umgestaltet werden.<\/p>\n<p>Auch das Erziehungshaus musste in einen \u00b4Zustand versetzt werden, dass es seine Aufgabe, ein brauchbares Schulgeb\u00e4ude zu sein, erf\u00fcllen konnte. Pfarrer Lorenz war Beichtvater, geistlicher Leiter, Leiter der zu gr\u00fcndenden Schulen und Erziehungsinstitute, sowie als Administrator (bis 1884, dann 1891 bis 1901) des 1865 mit 15 Schwestern besiedelten Klosters (einschlie\u00dflich Noviziat). Am 1. Oktober 1865 wurde die Klausur geschlossen, am folgenden Tag die Unterrichtst\u00e4tigkeit aufgenommen. Mit der Er\u00f6ffnung eines eigenen Noviziats am 17. Februar 1867 war&nbsp; der Aufbau des Klosters abgeschlossen.<\/p>\n<p>Am 27. September 1868 konnte&nbsp; Bischof Senestrey die erste Profess abnehmen.<\/p>\n<p>Um die Neugr\u00fcndung in der Zisterziensertradition zu verwurzeln, kaufte Priorin C\u00e4cilia Schmid&nbsp; Chorb\u00fccher aus der belgischen Trappisten-Abtei Westmalle. Auch lie\u00df&nbsp; mehrmals Patres aus der Abtei Mehrerau zur Schulung der Schwestern im Zisterzienserrituale und Ordenszeremonielle kommen.<\/p>\n<p>Die Zisterzienserinnen konnten einige in der S\u00e4kularisation verloren gegangene kl\u00f6sterliche Besitzungen&nbsp; wieder zur\u00fcckkaufen,so 1880 zwei M\u00fchlengrundst\u00fccke- Papierm\u00fchle und Adlerm\u00fchle&nbsp; und 1888 das sogenannte Beichtvaterhaus. 1874 lie\u00df Priorin C\u00e4cilia Schmid auf Kosten<\/p>\n<p>des Klosters ein neues Schulhaus f\u00fcr Jungen bauen, das heutige Rathaus. Der Ostfl\u00fcgel des Konvents wurde gebraucht, denn dieser umfasste 1893 schon 54 Mitglieder, 59 Chorfrauen und 35 Laienschwestern.<\/p>\n<p>1894 wurde Waldsassen zum selbstst\u00e4ndigen Priorat erhoben.<\/p>\n<p>Priorin C\u00e4cilia verstarb am 2. Oktober 1895.<\/p>\n<p>Als Pfarrer Lorenz am 30. Oktober 1901 starb, lebten schon \u00fcber 100 Nonnen in Waldsassen.<\/p>\n<p>Richmunda Herrnreither wurde am 9. Dezember 1868 in Magersdorf bei Vilsbiburg geboren. Sie kam 1881 als Sch\u00fclerin nach Waldassen,um sich auf den Lehrerberuf vorzubereiten. Von 1886 an war sie Lehrerin.<\/p>\n<p>1893 trat sie in das Kloster ein und legte am 16. September 1894 ihre Profess ab. In diesem Jahr wurde Waldassen zum selbstst\u00e4ndigen Priorat erhoben. <\/p>\n<p>Im Juli 1911 wurde sie zur regierenden Priorin gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Im ersten Weltkrieg wurde sie 1916 f\u00fcr \u201cHeimatverdienste w\u00e4hrend der Kriegszeit\u201d mit dem K\u00f6nig Ludwigs Kreuz ausgezeichnet. Der Orden war f\u00fcr Personen gestiftet, die w\u00e4hrend des Krieges durch freiwillige T\u00e4tigkeit in der Heimat besondere Verdienste um die bayerische Armee oder um die Wohlfahrt des Landes erworben haben. <\/p>\n<p>1925 erhob der Regensburger Bischof Anton von Henle (1906-1927)die beiden Kl\u00f6ster Seligenthal und Waldsassen zu Abteien. Am 26. Januar 1925 zur ersten \u00c4btissin gew\u00e4hlt. <\/p>\n<p>Im Auftrag der \u00f6sterreichischen Zisterzienser\u00e4bte Alois Wiesinger(1917-1955) Kloster Schlierbach, Gabriel Fazeny (1915-1938) Kloster Wilhering und Justinus W\u00f6hrer (gr\u00fcndete 1929 das Zisterziensernnenkloster Apolo in Bolivien, wo er 1943 starb)<\/p>\n<p>reiste \u00c4btissin Richmunda zusammen mit Zisterzienserinnen aus dem Kloster Thyrnau nach Apolo.Sie entsandte auch Waldsasser Schwestern in die neue Gr\u00fcndung.<\/p>\n<p>In der Regierungszeit von \u00c4btissin Richmunda hatte Kloster Waldsassen einen Personalstand von 125 Schwestern und war damit die gr\u00f6\u00dfte Zisterzienserinnenabtei weltweit.<\/p>\n<p>Am 15. Juli 1933 zerst\u00f6rte ein Brand die Klosterm\u00fchle.<\/p>\n<p>Nach der nationalsozialistischen Machtergreifung mussten 1938 die kl\u00f6sterlichen Lehrkr\u00e4fte abgezogen werden.Die&nbsp; kl\u00f6sterliche M\u00e4dchenmittelschule wurde&nbsp; 1941 geschlossen.<\/p>\n<p>Nach dem Krieg wurde der Schulbetrieb wieder aufgenommen. 1950 z\u00e4hlte der Konvent noch 70 Ordensschwestern.<\/p>\n<p>\u00c4btissin Richmunda legte im Oktober 1951 ihr Amt als \u00c4btissin nieder. Sie starb am 12. Mai 1959. <\/p>\n<p>Ihre Nachfolgerin Raphaela Beck ist am 9. November 1901 in W\u00fcrzburg-Heidingsfeld geboren. Ihre Ausbildung machte sie bei den Ursulinen in W\u00fcrzburg.<\/p>\n<p>Im Kloster Waldsassen war sie Fachlehrerin, Pr\u00e4fektin und Novizenmeisterin. 1951 wurde sie \u00c4btissin in Waldsassen. Bei ihrer Benediktion war Generalabt Matth\u00e4us Quatember (1950-1953) anwesend.<\/p>\n<p>In ihrer Regierungszeit war \u00c4btissin Raphaela mit zwei Problem konfrontiert.Das war einmal die wirtschaftliche Lage der Abtei. Sie konnte zwar verschiedene Renovierungs- und Modernisierungsma\u00dfnahmen am Kloster umsetzen. Aber die wirtschaftliche Situation erforderte die Einstellung der Klosterbrauerei und der Klosterm\u00fchle.<\/p>\n<p>Das zweite Problem war der Nachwuchsmangel. Die M\u00e4dchenvolkschule konnte nicht mehr mit einer Ordensfrau besetzt werden.<\/p>\n<p>Im Zeichen des 2. Vatikanischen Konzils (11. Oktober 1962 bis zum 8. Dezember 1965 ) wurden Reformen eingeleitet.<\/p>\n<p>\u00c4btissin Raphaela wurde mit dem Bayrischen Verdienstorden ausgezeichnet.<\/p>\n<p>Sie starb am 17. August 1974 und ist auf dem Klosterfriedhof bestattet.<\/p>\n<p>Ihre Nachfolgerin Immaculata Baumann (1974 -1992) wurde am 16. Mai 1907 in Bruchsal geboren. Dort besuchte sie das humanistische Sch\u00f6nborn-Gymnasium. Danach studierte sie Philosophie und P\u00e4dagogik und trat 1932<\/p>\n<p>in das Kloster Waldsassen ein. W\u00e4hrend der NS-Zeit konnte sie nicht mehr Lehrerin sein. Sie war dann Verwalterin der Klosterm\u00fchle, Pr\u00e4fektin des Internats, Priorin und Cellerarin. Am 24. August 1974 wurde sie zur dritten \u00c4btissin gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Der Regensburger Bischof Rudolf Graber (1962-1981)weihte sie im Beisein von Generalabt Sighard Kleiner (1953-1985)<\/p>\n<p>Sie lie\u00df verschiedene Renovierungsarbeiten vornehmen, darunter am Bibliothekssaal. Ihre Bem\u00fchungen um den Erhalt des Klosters wurden mit vielen Auszeichnungen gew\u00fcrdigt.<\/p>\n<p>So erhielt sie das Bundesverdienstkreuz am Bande, die Medaille \u201cf\u00fcr vorbildliche Heimatpflege\u201d und den Bayrischen Verdienstorden. Au\u00dferdem wurde ihr das Ehrenb\u00fcrgerrecht von Waldsassen verliehen.<\/p>\n<p>Am 8. M\u00e4rz 1987 wurde die bis dahin unter bisch\u00f6flicher Jurisdiktion stehende Abtei durch Aufnahme in die Mehrerauer Kongregation dem Zisterzienserorden inkorporiert. <\/p>\n<p>\u00c4btissin Immaculata starb 23. Oktober 1992.<\/p>\n<p>Von 1992 bis 1995 blieb der \u00c4btissinnenstuhl in Waldsassen unbesetzt. <\/p>\n<p>Von 1992-1994 war Columba Baumgartner als Adminstratorin t\u00e4tig. Sie war von 1958-1987 \u00c4btissin in Seligenthal und hatte nach ihrer Resignation diese Aufgabe \u00fcbernommen.<\/p>\n<p>Von 1994-1995 war Benedikta Schedl aus Marienkron Administratorin.<\/p>\n<p>Laetitia Fech (seit 1995) wurde am 21. Mai 1957 in M\u00fcnchen geboren. 1979 trat sie in die Zisterzienserinnenabtei Lichtenthal ein. Am 25. M\u00e4rz 1980 legte sie dort ihre Profess ab. In Lichtenthal war sie Meisterin in der Paramentenstickerei.<\/p>\n<p>Seit 1994 lebt sie in Waldsassen. Dort wurde sie am 26. August 1995 zur \u00c4btissin gew\u00e4hlt. Der damalige Regensburger Bischof Manfred M\u00fcller (1982-2002) benedizierte sie am 3. Oktober 1995 im Beisein von Generalabt Maurus Esteva Alsina (195-2010)<\/p>\n<p>Ihr Wahlspruch lautet \u201eDie dem Herrn vertrauen, sch\u00f6pfen neue Kraft.\u201c (Jesaja 40,31). Und in gro\u00dfem Gottvertrauen meistert sie ihre Aufgabe, was Presse und Fernsehen entsprechend w\u00fcrdigen. Sie schaffte es, eine Finanzierung f\u00fcr eine umfassende Sanierung<\/p>\n<p>des Klosters auf die Beine zu stellen. Der Konvent hat wieder junge Schwestern gewonnen. Er verdient ein Zubrot durch Aufnahme und Versorgung von G\u00e4sten im G\u00e4stehaus. Kunsthandwerk wie Paramentik wird angefertigt und verkauft.<\/p>\n<p>Eigene Erzeugnisse werden im Klosterladen verkauft. Auch L\u00e4titia Fech hat bereits eine Reihe von Auszeichnungen bekommen, mit denen der Erhalt der Geb\u00e4udesubstanz des Klosters und die Leistungen im Denkmalschutz gew\u00fcrdigt werden.<\/p>\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"Die Stiftsbasilika, das Wahrzeichen von Waldsassen\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/2\/2b\/Kloster_Waldsassen.jpg\/300px-Kloster_Waldsassen.jpg\" width=\"300\" height=\"203\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Der Markgraf des Nordgau Diepold III. von Vohburg (* 1075; \u2020 8. April 1146)gr\u00fcndete um 1133 Das Zisterzienserkloster Waldsassen. Es wurde besiedelt aus Kloster Volkenroda, dem ersten Zisterzienserkloster in Th\u00fcringen und geh\u00f6rte \u00fcber Kloster Kamp zur Filiation von Morimond. Diepold III. war der \u00e4lteste Sohn&nbsp; von Diepold II. 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