{"id":3192,"date":"2021-03-04T20:15:23","date_gmt":"2021-03-04T20:15:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=3192"},"modified":"2021-03-04T20:15:23","modified_gmt":"2021-03-04T20:15:23","slug":"kloster-schntal","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=3192","title":{"rendered":"Kloster Sch&ouml;ntal"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"Die Hauptgeb&auml;ude des Klosters\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/f\/fb\/Kloster_Schoental_20080725_2.jpg\/250px-Kloster_Schoental_20080725_2.jpg\" width=\"250\" height=\"167\"><\/p>\n<p>Wolfram von Bebenburg stammte aus der Familie der Ritter von Bebenburg, deren Stammburg die Bebenburg in Bemberg, heute ein Ortsteil von Rot am See. Wolfram nahm am zweiten Kreuzzug<\/p>\n<p><font size=\"3\">von 1147 bis 1149 teil. F\u00fcr den Fall seiner gl\u00fccklichen Wiederkehr hatte er gelobt, ein Kloster zu stiften. Wolfram von Bebenburgs Frau stammte aus der Familie der von Berlichingen. <\/font><\/p>\n<p><font size=\"3\">Aus ihrem Besitz stammte das Land im Jagsttal, das zum Grundstock der Stiftung f\u00fcr das Kloster wurde. Das Kloster wurde 1153 als Filialkloster von Kloster Maulbronn in Neusass gegr\u00fcndet.<\/font><\/p>\n<p><font size=\"3\">Der Maulbronner Vaterabt Diether schickte zw\u00f6lf M\u00f6nche und einen Abt nach Sch\u00f6ntal.Wolfram hatte Land und drei H\u00f6fe gestiftet. Die Schenkung scheint aber innerhalb der Familie nicht unumstritten gewesen zu sein.<\/font><\/p>\n<p><font size=\"3\">Er hatte 4 erwachsene S\u00f6hne und eine Tochter, die alle gegen die S<\/font><font size=\"3\">chenkung waren. Auch seine Frau scheint nicht einverstanden gewesen zu sein. (Ottmar Friedrich Heinrich Sch\u00f6nhuth, Chronik des Klosters Sch\u00f6nthal aus urkundlichen <br \/>Quellen, Mergentheim 1850, S. 8). Er trat ins neue Kloster als Laienbruder ein und starb1163.<\/font><font size=\"3\">Er wurde im Kloster Sch\u00f6ntal bestattet.<\/font><\/p>\n<p><font size=\"3\">Der 1. Abt war Herwick (1157\u20131172 ) Als Prior kam Heinrich und Gro\u00dfkeller war Bernhard. Wie im Mutterkloster Maulbronn <\/font><font size=\"3\">zogen die M\u00f6nche kurz nach der Gr\u00fcndung&nbsp; von Neusass um, weil sich das Gel\u00e4nde als ung\u00fcnstig erwiesen hatte. Nur wenige Hundert Meter entstand <\/font><\/p>\n<p><font size=\"3\">die neue Siedlung als Kloster Sch\u00f6ntal im Tal der Jagst.<\/font><\/p>\n<p><font size=\"3\">Die erste Best\u00e4tigung f\u00fcr Kloster Sch\u00f6ntal kommt vom W\u00fcrzburger Bischof Gebhard von Henneberg (2. Amtsperiode 1150-1159) im Jahr 1157&nbsp; Urkunde ohne Monat und Tag <\/font>B 503 I U 1&nbsp; Findbuch B 503 im Staatsarchiv Ludwigsburg.<\/p>\n<p>Hier wird einfach best\u00e4tigt,dass Wolfram von Bebenburg das Kloster \u201cKlosters Neusa\u00df (Nvesaze)\u201d gestiftet hat. Im selben Jahr <font size=\"3\">best\u00e4tigte Kaiser Friedrich I. (1155-1190)die Gr\u00fcndung und nahm sie in seinen Schutz. (RI IV,2,1 n. 438) In der Urkunde ist allerdings noch vom Kloster Neusa\u00df die Rede. Zeuge der Urkunde ist Bischof Gebhard von W\u00fcrzburg, <\/font><font size=\"3\">in dessen Bistum das neue Kloster ja lag und der mit obiger Urkunde die Stiftung best\u00e4tigt hatte.<\/font><\/p>\n<p><font size=\"3\">Bischof Heinrich von W\u00fcrzburg (1159 \u20131165) best\u00e4tigte die Stiftung 1163 und seine Besitzungen. Es wurde auch gesagt, dass das fr\u00fchere Kloster Neusa\u00df jetzt Sch\u00f6ntal gehei\u00dfen wird.<\/font><\/p>\n<p><font size=\"3\">Das ist die erste urkundliche Erw\u00e4hnung des Namens \u201cSch\u00f6ntal\u201d (WUB Band II., Nr. 381, Seite 145-146)<\/font><\/p>\n<p><font size=\"3\">Zwei Jahre hintereinander werden von Papst Alexander III.(1159-1181) <\/font><font size=\"3\">p\u00e4pstliche Schutzurkunden ausgestellt.<\/font><\/p>\n<p><font size=\"3\">Die erste stellte Papst Alexander III. am 8. November 1176 in Anagni aus. (WUB Band II., Nr. 406, Seite 179-180) und Findbuch B 503 im Staatsarchiv Ludwigsburg&nbsp; <\/font>B 503 I U 3 (mit Bild der Urkunde)<\/p>\n<p><font size=\"3\">Der Besitz Sch\u00f6ntals wird aufgelistet und unter den Schutz mit aufgenommen. <font size=\"3\">1176 sind das schon 8 Grangien.<\/font><\/font><\/p>\n<p><font size=\"3\">Schon fr\u00fcher verliehene Beg\u00fcnstigungen werden erweitert.<\/font><\/p>\n<p><font size=\"3\">Nur ein Jahr sp\u00e4ter im Dezember 1177 stellt Papst Alexander III. wieder eine Schutzurkunde aus wobei die vorher verliehenen Beg\u00fcnstigungen erweitert werden. (WUB Band II., Nr. 409, Seite 185-186) und B 503 I U 4 Staatsarchiv Ludwigsburg.<\/font><\/p>\n<p><font size=\"3\">Beide Urkunden sprechen dagegen, dass Abt Herwick schon 1172 starb, wie z.B. wikipedia, wikiwand oder die Biopraphia Cisterciensis alle angeben. Beide bezeichnen Herwick ausdr\u00fccklich als Abt von Kloster Sch\u00f6ntal \u201cDilectis filiis Hardwico abbati monasterii. Die Urkunde wurde aber am 8. November 1176 ausgestellt, die andere im Dezember&nbsp; 1177 Demnach m\u00fcsste Herwick 1177 noch gelebt haben. <\/font><\/p>\n<p><font size=\"3\">Sein Nachfolger wurde Heinrich I., der als Prior zusammen mit Herwick aus Kloster Maulbronn nach Sch\u00f6ntal. Er starb im M\u00e4rz 1186. auch sein Nachfolger kam noch aus dem Maulbronner Gr\u00fcndungskonvent. Siboto war einer der Laienbr\u00fcder, die<\/font><\/p>\n<p><font size=\"3\">aus Maulbronn gekommen waren. In seiner Regierungszeit best\u00e4tigte Bischof <\/font>Heinrich III. von Berg (1191 \u20131197) im Jahr 1194 die Schenkung eines Hofes mit allem Zubeh\u00f6r in Gommersdorf, heute ein Ortsteil von Krautheim durch Konrad von Aschhausen.(WUB Band II., Nr. 486, Seite 299-300)<\/p>\n<p>Bischof Otto I von Lobdeburg (1207-1223) best\u00e4tigte diese Schenkung noch einmal (WUB <font size=\"3\">Band III., Nr. 560, Seite 9).<\/font><\/p>\n<p><font size=\"3\">Abt Siboto starb im April 1200.<\/font><\/p>\n<p><font size=\"3\">Sein Nachfolger war <\/font>Albert I. (1200\u20131216 ), der erste Abt, der nicht aus Maulbronn war. Die Verm\u00f6genslage von Kloster Sch\u00f6ntal muss sich schon unter Abt Albert gebessert haben, denn aus dem September 1214 gibt es eine Kaufurkunde \u00fcber Teile eines Waldes.<\/p>\n<p>Also muss das Kloster jetzt in der Lage gewesen sein, K\u00e4ufe zu t\u00e4tigen.(WUB Band III., Nr. 561, Seite 10. In dieser Urkunde wird Richalm als Prior genannt) Wann genau Abt Albert starb, ist nicht in der Chronik \u00fcberliefert. Aber 1218 tritt Abt Richalm (1216-1219) in Urkunden auf.&nbsp; <\/p>\n<p><font size=\"3\">WUB Band III., Nr. 622, Seite 89-90. In dieser Urkunde des W\u00fcrzburger Bischofs Otto wird Richalm als Abt von Sch\u00f6ntal erw\u00e4hnt. Er stammte aus einer Ministerialenfamilie des Bischofs von W\u00fcrzburg.<\/font><\/p>\n<p><font size=\"3\">Ihm zugeordnet wird das \u201cBuch der Offenbarungen<em>\u201d <\/em>Beati Richalmi Abbatis Speciosae Vallis in Franconia Ord. Cister. Revelationes de insidiis &amp; versutiis Daemonum (Buch der Offenbarungen \u00fcber die Nachstellungen und T\u00fccken des Teufels).<\/font><\/p>\n<p>Es stammt von einem Vertrauten Richalms, der die Auditionen und Visionen des Abtes w\u00f6rtlich aufzeichnete. Diese Aufzeichnungen wurden von Richalm autorisiert. Der Autor hat wohl nach Richalms Tod einige Erg\u00e4nzungen hinzugef\u00fcgt. Es wurde von dem Melker Benediktinerm\u00f6nch<\/p>\n<p>Bernhard Pez 1721 herausgegeben und stellt heute eine der wichtigsten Quellen zum D\u00e4monen- und Teufelsglauben des christlichen Mittelalters dar.<\/p>\n<p>Nach der urkundlichen Erw\u00e4hnung Richalms verliert sich seine Spur. Es ist unklar, ob er zur\u00fcckgetreten oder gestorben ist.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Gottfried (1219\u20131222 ). In seiner Regierungszeit erhielt das Kloster viele Schenkungen. So schenkte der Reichsk\u00fcchenmeister Heinrich von Rothenburg und seine Frau 4 Jauchert Weing\u00e4rten in Eselberg und zwei in Berlichingen. Heinrich war der 1. Reichk\u00fcchenmeister,<\/p>\n<p>ein Amt das wahrscheinlich 1202 von Philipp von Schwaben eingerichtet worden ist. Es war der erste Verwaltungsbeamte der Hofhaltung.<\/p>\n<p>Dann t\u00e4tigte das Kloster zwei K\u00e4ufe, die Burg Bieringen betreffend. Von den Freiherrn Friedrich von Krautheim kaufte das Kloster f\u00fcr 170 Mark Silber 1222 den halben Teil der Burg Bieringen (WUB Band III., Nr. 661, Seite 137-138)<\/p>\n<p><font size=\"3\">Am 1. Februar 1222 best\u00e4tigt Papst Honorius III. (1216-1227) dem Kloster Sch\u00f6ntal den Besitz der ihm von Bischof Otto von W\u00fcrzburg \u00fcberlassenen Kirche von Bieringen. (WUB&nbsp; Band III., Nr. 653, Seite 129)<\/font><\/p>\n<p><font size=\"3\">Abt und Konvent scheinen in dieser Zeit einige Bedr\u00fcckungen erfahren zu haben. Papst Honorius gebot deshalb dem Mainzer Erzbischof das Kloster vor Gewalt zu sch\u00fctzen.<\/font><\/p>\n<p><font size=\"3\">\u201cPapst Honorius III. gebietet dem Erzbischof von Mainz und seinen Suffraganen, das Kloster Sch\u00f6ntal vor Gewaltt\u00e4tigkeiten gegen dessen Angeh\u00f6rige, G\u00fcter und Rechte durch Verh\u00e4ngung von Kirchenstrafen zu sch\u00fctzen\u201d.<font size=\"3\">( WUB Band III., Nr. 654, Seite 129-130)<\/font><\/font><\/p>\n<h5><font size=\"3\">Den Kauf des Gutes Bieringen, den Kloster Sch\u00f6ntal am 10. Juni 1222 t\u00e4tigte (WUB Band III., Nr. 659, Seite 135)&nbsp; best\u00e4tigte K\u00f6nig Heinrich VII. \u201c K\u00f6nig Heinrich VII. best\u00e4tigt dem Kloster Sch\u00f6ntal den Kauf des Gutes Bieringen von dem edeln Mann Heinrich von Langenburg und seiner Gemahlin Sophie. 28. April 1225\u201d<font size=\"3\">( WUB Band III., Nr. 690, Seite 169-170)<\/font><\/font><\/h5>\n<p>Abt Gottfried trat 1220 wahrscheinlich altershalber zur\u00fcck Auf ihn folgte Johannes I. (1222\u20131226 )<\/p>\n<p><font size=\"3\">Im Mai 1225 erhielt Kloster Sch\u00f6ntal eine kaiserliche Inschutznahme durch Friedrich II.(1194-1250) \u201cKaiser Friedrich II. nimmt das Kloster Sch\u00f6ntal und dessen G\u00fcter, insbesondere die von Heinrich von Langenburg und Konrad von Krautheim dahin verkaufte Besitzung in Bieringen, in seinen und des Reiches Schutz. \u201c(WUB Band III., Nr. 659, Seite 135) <\/font><font size=\"3\">Foggia, 1225. Mai.<\/font><\/p>\n<p><font size=\"3\">Auch vom Papst erfolgte dies.(WUB Band III., Nr. 692, Seite 172)\u201dPapst Honorius III. nimmt das Kloster Sch\u00f6ntal samt dessen Besitzungen in seinen Schutz und best\u00e4tigt demselben insbesondere die von den edeln M\u00e4nnern Heinrich von Langenburg und Konrad von Krautheim und deren Kindern dahin \u00fcbergebenen G\u00fcter.\u201dT<\/font><font size=\"3\">ivoli, 1225. Mai 18.<\/font><\/p>\n<p><font size=\"3\">Eine Befreiung von Dienstpflichten stellte K\u00f6nig Heinrich VII. (1222-1235 von Friedrich II. abgesetzt) aus. (WUB<font size=\"3\"> Band III., Nr. 716, Seite 198-199)<\/font> \u201cK\u00f6nig Heinrich VII. befreit das Kloster Sch\u00f6ntal von allen ihm und seinen Beamten schuldigen Diensten und Abgaben mit Ausnahme der Verpflichtung, seine durchreisenden Boten zu beherbergen.\u201d<\/font><font size=\"3\">W\u00fcrzburg, 1226. September 7.<\/font><\/p>\n<p><font size=\"3\">Von 1226-1230 regierte Abt Siegfried. Auf ihn folgte <\/font>Arnold (1230\u20131236 ). Auch er konnte den Besitz des Klosters mehren.<\/p>\n<p><font size=\"3\">Au\u00dferdem erhielt er eine p\u00e4pstliche Best\u00e4tigung von Papst Gregor IX. (1227-1241) <font size=\"3\">(WUB Band III., Nr. 803, Seite 299) \u201c<\/font>Papst Gregor IX. best\u00e4tigt dem Kloster Sch\u00f6ntal seinen j\u00e4hrlichen Fr\u00fcchtebezug in Bieringen.\u201dRieti, 1231. Oktober 3.<\/font><\/p>\n<p><font size=\"3\">Am 5. Januar 1235 erteilte Heinrich VII. Kloster Sch\u00f6ntal eine Abgabenbefreiung f\u00fcr alle ihm zu entrichtenden Abgaben. (WUB Band III., Nr. 861, Seite 359) die Urkunde wurde in Wimpfen ausgestellt. <\/font><\/p>\n<p>Der n\u00e4chste Abt war Rupert (1236\u20131238 ) Er erhielt wieder eine p\u00e4pstliche Besitzbest\u00e4tigung von Papst Gregor.  <\/p>\n<p><font size=\"3\">(WUB Band III., Nr. 892, Seite 392-395)\u201dPapst Gregor IX. best\u00e4tigt dem Kloster Sch\u00f6ntal seinen Besitz und dessen s\u00e4mtliche, schon vorher zuerkannten Beg\u00fcnstigungen\u201d<em>.<\/em>Viterbo, 1237. Mai 21<\/font><\/p>\n<p><font size=\"3\">In dieser Urkunde werden 8 Grangien aufgez\u00e4hlt, eine M\u00fchle, Fischteiche und eine Saline in Niedernhall. Auch ein Stadthof in W\u00fcrzburg wird erw\u00e4hnt. Das Kloster hat jetzt zwei Besitzschwerpunkte. Einen in der n\u00e4heren Umgebung des Klosters, <\/font><\/p>\n<p><font size=\"3\">einen weiteren im Raum Heilbronn, wo es schon seit 1177 beg\u00fctert ist. In Heilbronn wird 1311 ebenfalls ein Stadthof dazu kommen, wie sp\u00e4ter auch in Hall und Mergentheim. Der Hof in Mergentheim wurde 1291 erworben. B 503 I U 598 Staatsarchiv Ludwigsburg<\/font><\/p>\n<p><font size=\"3\">In (Schw\u00e4bisch)Hall wird<\/font><font size=\"3\">1296 eine Marienkapelle im Sch\u00f6ntaler Hof anl\u00e4sslich eines Ablasses erstmals urkundlich erw\u00e4hnt. B 503 I U 446 Staatsarchiv. Ludwigsburg.<\/font>1362 wurde sie mit reichen Stiftungen begabt von den Senft und Bachenstein, zwei Familien aus Hall.<\/p>\n<h3><font size=\"3\">(in Die Kunst- und Altertums-Denkmale der Stadt und des Oberamtes Schwa\u0308bisch-Hall, Esslingen 1907, S.57)<\/font><\/h3>\n<p>In den Grangien wurden Vieh-und Fischzucht betrieben. Auch Wald-und Weinwirtschaft wurden schon seit der Fr\u00fchzeit des Klosters betrieben. M\u00fchlenwirtschaft spielte auch eine Rolle. Das Kloster hatte umfangreichen M\u00fchlenbesitz und erwarb wohl auch zielstrebig neue M\u00fchlen.<\/p>\n<p>Dazu kamen Zehntrechte und Gerichtsrechte. Um 1250 waren bereits die Kirchen in Bieringen, Sindringen, Oedheim, Helmbund und Sulzbach inkorporiert. Die Pfr\u00fcnde waren eine stetige Einnahmequelle von Kl\u00f6stern<\/p>\n<p><font size=\"3\">Abt Rupert regierte nur 2 Jahre. Dann folgte Albert II. (1238\u20131240) Unter ihm konnte der Klosterbesitz in Bieringen weiter abgerundet werden. (WUB Band III., Nr. 910, Seite 412-413)<\/font> <\/p>\n<p><font size=\"3\">Die n\u00e4chsten beiden \u00c4bte waren <\/font>Heinrich II. (1240\u20131248) und Hildebrand (1248\u20131269) Abt Hildebrand erhielt am 29. April 1268 eine Best\u00e4tigung all seiner Privilegien durch Papst Clemens IV.(1265-1268)<\/p>\n<p><font size=\"3\">(WUB Band XI., Nr. N5663, Seite 522) Papst Clemens IV. best\u00e4tigt dem Kloster Sch\u00f6ntal alle seine Privilegien<em>. <\/em>Viterbo, 1268. April 29.<\/font><\/p>\n<p><font size=\"3\">Abt Thomas (1270-1284) war der 14. Abt von Sch\u00f6ntal. Er erhielt zwei wichtige Best\u00e4tigungen, eine von Papst Gregor X. (1271-1276) am 3. Mai 1274 in Lyon ausgestellt.<\/font><\/p>\n<p><font size=\"3\">(WUB Band VII., Nr. 2420, Seite 308 )Papst Gregor X, best\u00e4tigt dem Abt und Konvent von Sch\u00f6ntal alle ihrem Kloster von P\u00e4psten, K\u00f6nigen, F\u00fcrsten und anderen Christgl\u00e4ubigen verliehenen Privilegien und Freiheiten.<\/font><\/p>\n<h5><font size=\"3\">K\u00f6nig Rudolf von Habsburg (1273-1291) erst ein Jahr im Amt, vidimierte, also beglaubigte die von K\u00f6nig H<\/font><font size=\"3\">einrich VII. zugestanden Befreiungen und best\u00e4tigte sie.<\/font><\/h5>\n<p><font size=\"3\">(WUB Band VII., Nr. 2458, Seite 337) K\u00f6nig Rudolf vidimiert und best\u00e4tigt dem Kloster Sch\u00f6ntal das Privilegium K\u00f6nig Heinrichs (VII.) vom 7. September 1226 hinsichtlich der Befreiung von Diensten und Abgaben unter ausdr\u00fccklicher Einschr\u00e4nkung auf vom Kloster erworbene bereits freie G\u00fcter. N\u00fcrnberg, 1274. November 29.<\/font><\/p>\n<p><font size=\"3\">Wahrscheinlich schon zu Beginn des Amtsantritts von Abt Thomas hatte sich eine gro\u00dfe Schuldenlast entwickelt, die 1282 nicht mehr zu schultern war. Auch die Vaterabtei Maulbronn konnte nicht helfend eingreifen, da sie in dieser Zeit ebenfalls<\/font><\/p>\n<p><font size=\"3\">von Finanzproblemen geplagt war. Abt in Maulbronn war in dieser Zeit Siegfried II. (1281-1285). Die Sch\u00f6ntaler M\u00f6nche wurden auf andere Kl\u00f6ster verteilt, ein Mittel der Krisenbew\u00e4ltigung, dass die Zisterzienser in solchen F\u00e4llen einsetzten, wie z. B. 1274 in<\/font><\/p>\n<p><font size=\"3\">Kloster Bronnbach. Als diese Massnahme nicht fruchtete, wandte sich der Maulbronner Mutterabt an das Kloster Kaisheim. Der dort regierende Abt Trutwin (1266-1287) sprang ein und \u00fcbernahm die Sch\u00f6ntaler Schulden, die er schon in einem Jahr tilgen konnte.<\/font><\/p>\n<p><font size=\"3\">Im Gegenzug verzichtete Maulbronn auf seine Paternit\u00e4tsrechte. Diese gingen an Kaisheim \u00fcber. Der Generalabt <\/font>Johannes II. (1266\u2013)1284 best\u00e4tigten den \u00dcbergang der Vaterrechte <\/p>\n<p><font size=\"3\">(WUB Band VIII., Nr. 3172, Seite 362-363) Abt Johann von Citeaux und die Diffinitoren und \u00c4bte des Generalkapitels des Zisterzienserordens best\u00e4tigen den \u00dcbergang der Vaterrechte an Kloster Sch\u00f6ntal von Maulbronn an Kaisheim.<\/font><\/p>\n<h5><font size=\"3\">Die Urkunde wurde im September 128a in Citeaux erstellt. Diffinitoren sind Vorsteher einer Ordensprovinz. In dieser Urkunde wird gesagt, dass dies im Einverst\u00e4ndnis mit Morimond geschieht. Kaisheim mit dem Mutterkloster L\u00fctzel war ebenfalls in der Filiation von Morimond wie Maulbronn \u00fcber das Mutterkloster Neubourg.<\/font><\/h5>\n<p>Kurz nach dem \u00dcbergang der Vaterrechte an Kaisheim ist Abt Thomas verstorben.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Abt Heinrich III. 1284-1294. die finanzielle Hilfe Kaisheims sowie strenge Visitationen halfen zu einer raschen Gesundung des Klosters.<\/p>\n<p>Im M\u00e4rz 1293 war K\u00f6nig Adolf von Nassau (1292-1298) zu Besuch in Kloster Sch\u00f6ntal. Er wurde nat\u00fcrlich aufs beste bewirtet.Das Kloster erhielt die Erneuerung der Abgabenfreiheit, die Heinrich VII. 1225 erteilt hatte (s.o.) um einen Zusatz erweitert:<\/p>\n<p>\u201cmit dem zusatze, da\u00df nur g\u00fcter, die von abgaben frei gewesen seien bevor sie das kloster bekommen habe, auch fernerhin steuerfreiheit zu genie\u00dfen h\u00e4tten, da\u00df das kloster aber die schon mit steuern belasteten g\u00fcter nur mit allen ihren lasten \u00fcbernehmen d\u00fcrfe.\u201d  <\/p>\n<p>(Adolf RI VI, 2 n 206)  <\/p>\n<p>Der 16. Abt von Sch\u00f6ntal wurde Walchimus von Crailsheim (1295\u20131304 ). Er stammte aus der Familie der Edlen von Crailsheim und war Keller in Sch\u00f6ntal.  <\/p>\n<p>1296 erh\u00e4lt er und der Kovent von Papst Bonifaz VIII. (1294-1303) alle von P\u00e4psten, K\u00f6nigen, F\u00fcrsten und anderen Christgl\u00e4ubigen verliehenen Freiheiten und Privilegien. B 503 I U 20 Staatsarchiv Ludwigsburg  <\/p>\n<p><font size=\"3\">Es gab noch weitere p\u00e4pstliche Hilfe. Ob das aber mit der vorigen Schieflage zusammenh\u00e4ngt, geht aus der Papsturkunde nicht hervor.\u201dPapst Bonifatius VIII<\/font><\/p>\n<p><font size=\"3\">beauftragt den Dekan von \u00d6hringen (Orengeu), das Kloster Sch\u00f6ntal gegen seine Sch\u00e4diger zu sch\u00fctzen.\u201d<font size=\"3\">(WUB Band XI., Nr. 4963, Seite 17)<\/font> Rom, 1297. Januar 31.<\/font>  <\/p>\n<p><font size=\"3\">Sicherlich hilfreich war die Erneuerung Zoll-, Handels- und Gewerbefreiheit in W\u00fcrzburg durch den W\u00fcrzburger Bischof <\/font>Manegold von Neuenburg (1287-1303), wobei auch diese sicher nicht mit der Sch\u00f6ntaler Situation zusammenhing, denn sie wurde ja f\u00fcr alle<\/p>\n<p>fr\u00e4nkischen Zisterzienserabteien erstellt.<\/p>\n<p><font size=\"3\">\u201cBischof Mangold von W\u00fcrzburg erneuert den Zisterzienserkl\u00f6stern Ebrach, Heilsbronn, Bronnbach, Langheim, Bildhausen, Sch\u00f6ntal ,Himmelspforten und andern desselben Ordens die hergebrachte Zoll-, Handels- und Gewerbefreiheit in W\u00fcrzburg\u201d<\/font><\/p>\n<h5><font size=\"3\">(WUB Band XI., Nr. 5051, Seite 80-81)W\u00fcrzburg, 1297. Oktober 8.<\/font><\/h5>\n<p><font size=\"3\">Die finanzielle Notlage von Sch\u00f6ntal hatte sich aber sicher gebessert, denn es konnten schon wieder K\u00e4ufe get\u00e4tigt werden wie zum Beispiel eine M\u00fchle in Schweigern<\/font><\/p>\n<p><font size=\"3\">(WUB Band XI., Nr. 5056, Seite 86) Der Edle Konrad von Boxberg (Bokkesberg) verkauft dem Kloster Sch\u00f6ntal (Sch<\/font><a><font size=\"3\">o{e}<\/font><\/a><font size=\"3\">ntal) seine M\u00fchle in Schweigern (molendinum nostrum situm in Sweigern quod nobis titulo proprietatis attinebat cum omnibus iuribus et attinentiis suis quesitis et inquirendis) um 100 Pfund Heller, verspricht Gew\u00e4hrschaft und leistet die \u00fcblichen Verzichte. Mergentheim, 1297. Oktober 30.<\/font><\/p>\n<p><font size=\"3\">Der Verkauf von Weinbergen d\u00fcrfte an Kloster Zimmern ist wohl eher als Konsolidierung zu sehen.<\/font><\/p>\n<p><font size=\"3\">(WUB Band XI., Nr. 5117, Seite 130-131) Abt Walchun und Konvent von Sch\u00f6ntal verkaufen an Kloster Zimmern ihre Weinberge in Ingelfingen und Criesbach.<em> <\/em>Kaisheim, 1298. April 16.<\/font><\/p>\n<p><font size=\"3\">Auf Abt Walchimus&nbsp; folgte Abt Friedrich von Sch\u00f6ntal, der nur von 1304 bis 1305 regierte.<\/font><\/p>\n<p><font size=\"3\">Walther von \u00d6hringen war von 1305-1317 Abt in Sch\u00f6ntal. Am Anfang seiner Regierungszeit bekam das Kloster&nbsp; von dem Heilbronner B\u00fcrger Konrad Kubel Teile eines Hofs in Heilbronn geschenkt. Das Kloster Oberstenfeld bekam die anderen Teile. 1311 verkauften die Nonnen von Oberstenfeld ihr Anteile an <\/font><font size=\"3\">Sch\u00f6ntal, so dass sich der Hof in Heilbronn nun ganz in Sch\u00f6ntaler Besitz befand. Daraus wurde der Sch\u00f6ntaler Pfleghof in der Reichsstadt. 1399 kaufte sich das Kloster f\u00fcr 600 Gulden von allen Steuer- und Dienstpflichten gegen\u00fcber der Stadt Heilbronn frei.<\/font><\/p>\n<p><font size=\"3\">1309 best\u00e4tigte K\u00f6nig Heinrich VII.(1308-1313, ab 1313 Kaiser) die Urkunde, die der Stauferk\u00f6nig Heinrich VII. 1226 ausgestellt und die Kaiser Rudolf 1274 auch best\u00e4tigt hatte. RI VI,4,1 n. 204<\/font><\/p>\n<p><font size=\"3\">Zwischen 1315 und 1317 herrschte in ganz Europa eine gro\u00dfe Teuerung und Hungersnot. Sintflutartige Regen hatten die Ernten vernichtet. Lange Winter und \u00dcberschwemmungen versch\u00e4rften die Lage. In Europa starben mehrere Millionen Menschen. Erst 1317 normalisierte<\/font><\/p>\n<p><font size=\"3\">sich die Lage allm\u00e4hlich wieder.<\/font><\/p>\n<p><font size=\"3\">Abt Walter legte 1318 sein Amt nieder. Auf ihn folgte Abt Konrad I. Nach Heinrich Sch\u00f6nhuth S.66 stammte er aus der Heilbronner Familie K\u00fcbel, die den Hof in Heilbronn gestiftet hatte. 1318 schenkte Graf Boppo von Eberstein dem Kloster eine M\u00fchle in Winzenhofen,<\/font><\/p>\n<p><font size=\"3\">heute ein Ortsteil der Gemeinde Sch\u00f6ntal. Dort hatte das Kloster seit 1237 schon den He\u00dflingshof, damals unter dem Namen \u201cHestelingen\u201d eine Sch\u00f6ntaler Grangie. Im Jahr 1319 erwarb Konrad vom Kloster Comburg, das von Schuldenlast zum Verkauf gezwungen war, einen Bauernhof in Westernhausen, heute auch ein Ortsteil von Sch\u00f6ntal. <\/font>B 503 I U 911&nbsp; vom 23. Februar 1319 Staatsarchiv Ludwigsburg.<\/p>\n<p>Abt Konrad resignierte bereits nach einem Jahr wieder zum Jahresende 1319, starb aber erst im Jahr 1321. Sein Nachfolger Albert III. (1320-1321) blieb ebenfalls nur ein Jahr im Amt und resignierte dann. Er konnte den Klosterbesitz um eine weiter M\u00fchle mehren.<\/p>\n<p>Ludwig von Heineberg schenkte dem Kloster eine M\u00fchle in Merchingen. B 503 I U 582 vom 11. Oktober 1321 Staatsarchiv Ludwigsburg.<\/p>\n<p>Abt Reinold (1321\u20131365 ) wurde der Abt mit der bis dahin l\u00e4ngsten Regierungszeit in Sch\u00f6ntal. Er konnte zun\u00e4chst weitere G\u00fcter erwerben. Allerdings scheinen sich dann die Verh\u00e4ltnisse wieder etwas ung\u00fcnstiger entwickelt zu haben.<\/p>\n<p>\u201cAus dringender Not\u201d verkaufen Abt und Konvent ihre G\u00fcter in Niederhall und die Salzrechte f\u00fcr 300 Pfund an den Erzbischof von Mainz Matthias von Buchegg (1321-1328). Der Vaterabt Ulrich II. (1320-1339)aus Kaisheim war bei dem Verkauf zugegen und erteilte seine Zustimmung.<\/p>\n<p>B 503 I U 666 30. Juni 1326 Staatsarchiv Ludwigsburg.  <\/p>\n<p>Dann kamen einige harte Jahre auf das Kloster zu. Am 19. Oktober 1314 war Friedrich von \u00d6sterreich in Sachsenhausen zum K\u00f6nig erhoben und&nbsp; einen Tag sp\u00e4ter wurde Ludwig in Frankfurt gew\u00e4hlt worden. Beide K\u00f6nigskr\u00f6nungen fanden am 25. November statt.  <\/p>\n<p>Der Thronstreit wurde nicht friedlich gel\u00f6st. Auch der Papst wurde in die Auseinandersetzung hineingezogen. Johannes XXII. (1316-1334) exkommunizierte Ludwig am 23. M\u00e4rz 1324.  <\/p>\n<p>Parteig\u00e4nger des K\u00f6nigs, sch\u00e4digten, beraubten G\u00fcter des Klosters und setzten sie in Brand. Das Ausma\u00df muss doch so erheblich gewesen sein, dass Papst Johannes sich mit einer Bulle an den W\u00fcrzburger Bischof&nbsp; Wolfram&nbsp; Wolfskeel von Grumbach (1322-1333)<\/p>\n<p>wandte. nicht nur dass Kloster Sch\u00f6ntal in seiner Di\u00f6zese lag. er war auch einer der wenigen Reichsf\u00fcrsten, die auf der Seiten des Papstes gegen Ludwig den Bayern standen.<\/p>\n<p>\u201c1328 Juli 18 (XV. kal. Augusti) &#8211; Avignon<br \/>Papst Johannes [XXII.] an den Bischof von W\u00fcrzburg: Da das Kloster Sch\u00f6ntal (Schonental) an seinen G\u00fctern durch Besetzungen, Verw\u00fcstungen, Raub und Brand, die auf einige Aufr\u00fchrer gegen die R\u00f6mische Kirche zur\u00fcckgehen, schweren Schaden erlitten hat, beauftragt er ihn, die Pfarrkirche in Sindringen (Synderingen) im Bistum W\u00fcrzburg, deren Patronatsrecht Abt und Konvent von Sch\u00f6ntal besitzen, diesem Kloster zu inkorporieren.\u201d B 503 I U 24 Staatsarchiv Ludwigsburg<\/p>\n<p>Am 22. April 1336 nimmt Papst Benedikt XII (1334\u20131342) Kloster Sch\u00f6ntal in seinen Schutz.<\/p>\n<p>\u201cPapst Benedikt [XII.] nimmt Abt und Konvent des Klosters Sch\u00f6ntal und ihr Kloster samt allen G\u00fctern in den p\u00e4pstlichen Schutz. Insbesondere best\u00e4tigt er ihnen ihre Zehnten, L\u00e4ndereien, H\u00e4user, Weinberge, G\u00e4rten und anderen Besitzungen, bei den gen. Zehnten allerdings unter Wahrung der auf dem allgemeinen Konzil getroffenen Regelung.\u201d&nbsp; B 503 I U 25 Staatsarchiv Ludwigsburg.<br \/>Am 9. November 1356 bewilligte der W\u00fcrzburger Bischof Albrecht II. von Hohenlohe (1345-1372) dem Kloster in seinem Pfleghof in Heilbronn eine Kapelle zu errichten und den Gottesdienst dort durch eigene Priester abhalten zu lassen. B 503 I U 468 Staatsarchiv Ludwigsburg.<\/p>\n<p>Ein Jahr sp\u00e4ter wurde sie von Weihbischof Berthold von W\u00fcrzburg geweiht. Im Sommer&nbsp; 1357 verlieh er der Allerheiligen Kapelle im Heilbronner Pfleghof einen Ablass.<\/p>\n<p>Am 8. August 1358 best\u00e4tigt Kaiser Karl IV. ebenfalls die Steuerbefreiung Heinrichs&nbsp; VII. die schon Rudolf und K\u00f6nig Heinrich VII. (aus dem Hause Luxemburg) best\u00e4tigt hatten RI VIII n. 2821<\/p>\n<p>1365 resignierte Abt Reinold. Sein Nachfolger wurde Conrad II.(1365-1371)<\/p>\n<p>Am 21. Januar 1371 weihte Weihbischof Walter aus W\u00fcrzburg im Sch\u00f6ntaler Hof in Mergentheim eine Kapelle zu Ehren der Heiligen Maria Magdalena und Agnes ein. B 503 I U 602 Staatsarchiv Ludwigsburg.<\/p>\n<p>Conrads Nachfolger wurde Abt Werner (1371-1373) der weitere Zuk\u00e4ufe f\u00fcr das Kloster t\u00e4tigen konnte. Auf ihn folgte Abt Marquard (1374-1377)<\/p>\n<p>Im Mai 1377 starb Ritter Berenger von Berlichingen. Er wurde im Kreuzgang von Kloster Sch\u00f6ntal bestattet und war einer der ersten des Geschlechts der Berlichingen, die im Kloster Sch\u00f6ntal ihre Grabst\u00e4tte hatten.<\/p>\n<p>Abt Marquard starb nach nur 3 Regierungsjahren. Auf ihn folgte Abt Raban, der nach der \u00c4bteliste von wikiwand von 1377-1390 regierte.<\/p>\n<p>K\u00f6nig Wenzel (1378-1400) erneuerte 1380 alle Freiheiten und Privilegien die Kloster Sch\u00f6ntal von seinen Vorfahren zugestanden bekommen hatte. (Heinrich Sch\u00f6nhuth, S.95)<\/p>\n<p>\u201cDann folgt&nbsp; Abt Burckard von Sindringen (1390-1400), der in den Folgejahren in vielen Kaufurkunden erscheint.<\/p>\n<p>Er wird abgel\u00f6st durch Abt Heinrich IV. Hirsch (1400-1407). Sein Nachfolger ist Heinrich V. Rosenkaym (1407-2425)<\/p>\n<p>Von 1414 bis 1418 fand in Konstanz das Konzil statt. Im Februar 1418 best\u00e4tigte&nbsp; K\u00f6nig Sigmund (1411-1419, danach Kaiser bis 1433) die Privilegien von Kloster Sch\u00f6ntal. Vor allem aber verlieh er dem Kloster die Reichsunmittelbarkeit. RI XI,1n.2895<\/p>\n<p>Das war vor allem dem Reichserbk\u00e4mmerer Konrad IX. von Weinsberg ( + 1448) zu verdanken. Der Pate von Konrad von Weinsberg war Abt Heinrich.&nbsp; (Sch\u00f6nhuth S. 132) Die Herren von Weinsberg f\u00f6rderten das Kloster schon seit 1200. Im November 1417 war Martin V. zum Papst gew\u00e4hlt worden und damit&nbsp; das Schisma beendet. Am 4. April 1418 nahm er Kloster Sch\u00f6ntal samt allen G\u00fctern in den p\u00e4pstlichen Schutz und best\u00e4tigte ihm alle \u201cvon P\u00e4psten, K\u00f6nigen, F\u00fcrsten und anderen Christgl\u00e4ubigen verliehenen Privilegien und Freiheiten.\u201d&nbsp; B 503 I U 29 Staatsarchiv Ludwigsburg<\/p>\n<p>Am 18. M\u00e4rz 1434 beauftragte das Basler Konzil die Dompr\u00f6pste&nbsp; von W\u00fcrzburg,&nbsp; Bamberg&nbsp; und Speyer \u201cAbt und Konvent des Klosters Sch\u00f6ntal gegen jene in Schutz zu nehmen, die das Kloster sch\u00e4digen, und diesem den erlittenen Schaden wieder gutzumachen<strong>\u201d. <\/strong><\/p>\n<p>B 503 I U 30 Staatsarchiv Ludwigsburg.  <\/p>\n<p>Konrad&nbsp; von Weinsberg sorgte als Protektor des Konzils von Basel auch daf\u00fcr, dass der Sch\u00f6ntaler Abt 1439 die Pontifikalien verliehen bekam. Das war Heinrich VI. H\u00f6fflin (1425-1445)<\/p>\n<p>\u201cDas Basler Konzil (sacrosancta generalis synodus Basiliensis) gestattet auf F\u00fcrsprache des Edlen Herrn Konrad Herr von Weinsberg (baro de Weynsperg), Reichs[erb]k\u00e4mmerer und von K\u00f6nig Albrecht [II.] bevollm\u00e4chtigter Protektor des Konzils, Abt Heinrich [VI.] von Sch\u00f6ntal und seinen Nachfolgern, innerhalb des Klosterbezirks feierliche Gottesdienste unter Inful und Mitra zu halten, bei \u00f6ffentlichen feierlichen Prozessionen und Sitzungen Mitra, Stab, Ring und andere bisch\u00f6fliche Insignien zu gebrauchen, nach der Messe dem Volk den feierlichen Segen zu erteilen, falls nicht ein Bischof oder ein Legat des Hl. Stuhls zugegen ist, Altart\u00fccher, liturgische Ger\u00e4te (vasa), Kelche und Paramente zu konsekrieren, die im Kloster und in den diesem unterstellten Kirchen gebraucht werden, sowie den M\u00f6nchen seines Klosters die niederen Weihen zu erteilen.\u201d B 503 I U 31 Staatsarchiv Ludwigsburg.<\/p>\n<p>Am 4. August 1442 nahm Kaiser Friedrich III. (von 1440-1452 deutscher K\u00f6nig, dann bis zu seinem Tod 1493 deutscher Kaiser) Abt Heinrich VI. zu seinem Hofkaplan und nahm aus diesem Anlass auch das Kloster, seine beweglichen und unbeweglichen G\u00fcter und seine Leute in seinen und des Reiches Schutz. B 503 I U 57&nbsp; Staatsarchiv Ludwigsburg. Mit der Urkunde B 503 I U 58 vom 8. August 1442 best\u00e4tigte er Kloster Sch\u00f6ntal alle ihm durch seine Vorg\u00e4nger verliehenen Rechte und Privilegien.<\/p>\n<p>Am 18. Mai 1445 verstarb Abt Heinrich nach 20-j\u00e4hriger Regierungszeit.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Abt&nbsp; Simon Marbach (1445\u20131465). In seiner Amtszeit hatte die Gegend von Sch\u00f6ntal einen Hussiteneinfall zu verzeichnen. 130 wurden gefangen gesetzt. Nachdem sie aber ihrem Glauben abgeschoren hatten, wurde sie wieder freigelassen.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger Johannes II. H\u00fcbner regierte nur drei Jahre, von 1465-1468. Er stammte aus Heilbronn. Ab seiner Regierungszeit l\u00e4sst sich ein abnehmendes Spendenaufkommen verzeichnen. Abt Johannes II. resignierte nach nur drei Jahren. Sein Nachfolger Bernhard (1468\u20131486)<\/p>\n<p>war 18 Jahre im Amt. Seine Regierungszeit verlief aber ohne besondere Begebenheiten. Er resignierte am 10. Mai 1468.<\/p>\n<p>Auf ihn folgte Johannes III. Hoffmann (1486\u20131492). Von ihm berichtet Sch\u00f6nhuth (S.136 f.), dass sich Abt Johannes von Papst Innozenz VIII. (1484-1492) die Erlaubnis erbeten habe, das Riemwerk seiner Pferde mit goldenen Spangen&nbsp; zieren und selbst goldene Stiefel tragen zu d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>Daraus schlie\u00dft er, dass der Abt viel Wert auf \u00c4u\u00dferes legte und dass es dem Kloster recht gut gegangen sein muss, wenn Ross und Reiter mit Gold geziert werden konnten. Der Abt erhielt vom Papst auch die Erlaubnis, dass die \u00c4bte in ihrem Siegel sitzend abgebildet werden durften.<\/p>\n<p>Kaiser Friedrich III. verlieh dem&nbsp; Kloster am 18. Januar 1491 das Recht, ein gr\u00f6\u00dferes Wappen f\u00fchren zu d\u00fcrfen.<strong> <\/strong>B 503 I U 61. Staatsarchiv Ludwigsburg \u2013so viel zum Thema renommieren.<\/p>\n<p>Aber nicht nur um die Verherrlichung der Abtsw\u00fcrde erwarb sich Johannes Verdienste. Im Kloster Sch\u00f6ntal lie\u00df er einen Geb\u00e4ude und einen gro\u00dfen Saal errichten. Der Sch\u00f6ntaler Hof in Heilbronn erhielt einen Keller. Ob die Ordensleitung mit Abt Johannes so gl\u00fccklich war, ist nicht zu sagen. aber sie bewog ihn, nach 6 Jahren Regierungszeit 1492 zu resignieren. Er starb 1514.<\/p>\n<p>Als Abt folgte ihm Georg Hertlin (1492\u20131511 ). Vor seiner Wahl zum Abt war er Bursarius in Sch\u00f6ntal. Er scheint \u00fcber das Kloster hinaus in gutem Ruf gestanden zu sein. 1493 rief ihn Pfalzgraf Philipp der Aufrichtige (1476-1508) nach Heidelberg, um dort f\u00fcr den verstorbenen Kaiser<\/p>\n<p>Friedrich III. die Exequien zu halten. Nach Heidelberg pflegte er die guten Beziehungen vor allem zur Universit\u00e4t Heidelberg, die seit Abt Heinrich IV. bestanden. Er schickte mehrere seiner Konventualen zum Studium nach Heidelberg.<\/p>\n<p>1495 f\u00fchrte Kaiser Maximilian die Reichsreform durch, die auf dem Reichstag in Worms besprochen wurde. Eine regelm\u00e4\u00dfig zu erhebende Reichssteuer wurde eingef\u00fchrt und die Reichst\u00e4nde mussten Truppenkontingente stellen. Im Gegenzug musste der Kaiser auf die<\/p>\n<p>Forderung nach dem Reichsregiment eingehen als Gegengewicht zum Herrschaftsanspruch des Kaisers. Ma\u00dfgeblich an der Ausarbeitung der Pl\u00e4ne f\u00fcr die Reichsreform beteiligt war der Mainzer Erzbischof und Reichskanzler Berthold von Henneberg (1484-1504).<\/p>\n<p>F\u00fcr Kloster Sch\u00f6ntal hatte das Jahr 1495 erhebliche Auswirkungen. 1418 hatte Sch\u00f6ntal die Reichsunmittelbarkeit verliehen bekommen. Es verf\u00fcgte aber nicht \u00fcber die Reichsstandschaft. 1495 wurde nun der kaiserliche Schutz an Kurmainz \u00fcbertragen.<\/p>\n<p>Daraus entwickelte sich ein Jahrhunderte langer Streit um den Status des Klosters, in den auch W\u00fcrzburg verwickelt wurde. Mainz musste auf die unmittelbare territoriale Herrschaft verzichten. Die geistliche Oberaufsicht als Bistumsherr verblieb bei W\u00fcrzburg.<\/p>\n<p>Ab jetzt war bei Abtswahlen der Amtmann des an Sch\u00f6ntal angrenzenden kurmainzischen Amtes Krautheim immer anwesend. Eine Urkunde der \u00dcbertragung der Schutzvogtei des Reichs an den Mainzer Kurf\u00fcrsten scheint nicht \u00fcberliefert zu sein. Das genaue Datum der \u00dcbertragung ist <\/p>\n<p>unbekannt.<\/p>\n<p>Nach 19 Jahren Regierungszeit resignierte Abt Georg am 24. Juli 1511. Er starb zwei Jahre sp\u00e4ter.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger Erhard (Eberhard)&nbsp; Oeser (1511\u20131535) aus M\u00f6ckm\u00fchl hatte mit 24 Jahren wieder eine sehr lange&nbsp; Amtszeit. Diese begann gut und verhei\u00dfungsvoll. Er t\u00e4tigte viele und f\u00fcr das Kloster wichtige Erwerbungen z. B. einen Hof und eine M\u00fchle in Sindringen<\/p>\n<p>f\u00fcr jeweils 600 Gulden. (Sch\u00f6nhuth S. 139) Er legte einen Weinberg von 10 Morgen an. Er baute eine neue Jagstbr\u00fccke, nachdem die Alte bei einem Eisgang weggerissen worden war.<\/p>\n<p>Dann kam allerdings ein Ereignis von au\u00dfen, das die positive Entwicklung abrupt beendete. Der Bauernkrieg brach 1525 aus. Schon 1524 hatte es erste Aufst\u00e4nde gegeben. Im Februar brachten Bauern in Memmingen ihre Forderungen vor.<\/p>\n<p>Kloster Sch\u00f6ntal war auch sehr bald betroffen, zun\u00e4chst erst in seinen Klosterorten. Am 26. M\u00e4rz erhoben sich B\u00fcrger von Mergentheim in der Stadt. Dabei wurde der Sch\u00f6ntaler Hof gepl\u00fcndert, die Weinvorr\u00e4te ausgetrunken und die reichen Lebensmittelvorr\u00e4te geraubt.In H\u00fcngheim erhoben sich Sch\u00f6ntaler Untertanen<\/p>\n<p>am 26. M\u00e4rz. Dabei verbrannten sie in H\u00fcngheim,in Oberkessach (heute ein Ortsteil von Sch\u00f6ntal) und in Weltersberg (Sch\u00f6ntal9)dem Kloster geh\u00f6rende Einrichtungen. Am 4. April brach der Bauernhaufen aus dem Sch\u00fcpfgrund, des Baulands und dem Odenwald<\/p>\n<p>\u00fcberSchweigern, Assamstadt, Krautheim nach Sch\u00f6ntal auf. Ab 6. April&nbsp; lagerten rund um Sch\u00f6ntal etwa 10.000 Bauern. Der Neckar-Odenwald- Haufen setzte sich zusammen aus Sch\u00f6ntaler Untertanen. Eine zweite Gruppe bildeten Bauern unter Georg Metzler aus dem Sch\u00fcpf-und Taubergrund Odenwald und Bauland.&nbsp; Sie wurden gef\u00fchrt von Georg Metzler, einem Wirt aus Ballenberg und Florian Geyer, dem fr\u00e4nkischen Reichsritter aus Giebelstadt. Dazu stie\u00dfen Bauern aus dem Unterl\u00e4nder Raum um Heilbronn unter J\u00e4cklein Rohrbach. Dann stie\u00dfen noch Bauern aus der Hohenlohe um \u00d6hringen <\/p>\n<p>dazu. Am 8. April erschien G\u00f6tz von Berlichingen zum ersten Mal beim Hellen Haufen in Sch\u00f6ntal. Da ging es aber nicht um eine Funktion bei den Bauern, sondern G\u00f6tz war von seinem Bruder Hans gebeten worden, nach Berlichingen zu kommen, um mit seinen aufr\u00fchrerischen Untertanen zu verhandeln.<\/p>\n<p>Da blieb er zwar ohne Erfolg, bekam aber freies Geleit zur\u00fcck nach Jagsthausen zugesichert. Er war erst gezwungen einen Vertrag mit den Bauern zu schlie\u00dfen, als der Odenw\u00e4lder Haufen unter F\u00fchrung von Georg Metzler nach Gundelsheim und da in die N\u00e4he seiner Burg Hornberg kam.<\/p>\n<p>Am 24. April 1525 wurde er gezwungen, die F\u00fchrung des Odenw\u00e4lder Haufens zu \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>Schon als die Unruhen begannen, hatte man in Sch\u00f6ntal das Archiv und kostbare Gegenst\u00e4nde nach Frankfurt in Sicherheit gebracht. Als der Bauernhaufen bei Sch\u00f6ntal lagerten, wurden Abt und Konvent aus dem Kloster gejagt. Nur Pater Laurentius Dollinger durfte im Kloster bleiben, musste <\/p>\n<p>den Bauern aber als Knecht zur Verf\u00fcgung stehen. Der Abt wurde auf seiner Flucht aufgegriffen und nur gegen L\u00f6segeld frei gegeben. Er durfte aber dann nach Heilbronn auf den Sch\u00f6ntaler Hof. Dieser diente dem Bauernparlament unter Wendelin Hipler am 12. Mai 1525 als Tagungsort.<\/p>\n<p>Am 10. April 1525 zog der Bauernhaufen von Sch\u00f6ntal ab.<\/p>\n<p>Der Schaden, den Sch\u00f6ntal erlitten hatte, war betr\u00e4chtlich. Das Dorf Oberkessach war bis auf wenige H\u00f6fe abgebrannt, in der Kirche s\u00e4mtliche Glasfenster zerst\u00f6rt. In Sch\u00f6ntal war die Orgel aus der Kirche gerissen worden und die Orgelpfeifen unter die Bauern verteilt und wie in Mergentheim<\/p>\n<p>die Weinf\u00e4sser geleert, die Vorr\u00e4te gepl\u00fcndert. Der Schaden wurde auf 20.000 Gulden gesch\u00e4tzt.<\/p>\n<p>Abt und Konvent kehrten nach den Unruhen ins Kloster zur\u00fcck. Abt Erhard regierte nach dem Bauernkrieg noch 10 Jahre.K\u00e4ufe sind aus&nbsp; dieser Zeit urkundlich nicht Vermerkt. Abt Erhard starb am 19. Juni 1535.<\/p>\n<p>Auch die Reformation hatte dem Kloster zu schaffen gemacht. Die s\u00fcdlich angrenzende Grafschaft Hohenlohe,die westliche Kurpfalz, das Herzogtum W\u00fcrttemberg aber auch die Reichsst\u00e4dte Hall und Heilbronn waren zum neuen Glauben \u00fcbergegangen. Sch\u00f6ntal verlor<\/p>\n<p>drei Pfarreien. Die&nbsp; dem Abt von Sch\u00f6ntal unterstellten Zisterzienserinnenkl\u00f6ster Gnadental bei Hall, Lichtenstern, Seligental und Billigheim wurden aufgehoben, die zwei letzteren allerdings durch den Erzbischof von Mainz zur Arrondierung seines Besitzes. Erst gegen Ende des 16. Jahrhunderts<\/p>\n<p>setzte sich in Sch\u00f6ntal die Gegenreformation durch. Dies geschah nicht zuletzt auf Druck der F\u00fcrstbisch\u00f6fe aus W\u00fcrzburg.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Elias Wurst (1535\u20131537). Er war vorher Bursarius in Sch\u00f6ntal und war auch mit Abt Erhard im Bauernkrieg zusammen auf der Flucht. Er starb nach nur zwei Jahren Amtszeit am 19. Juli 1537. Nach seinem Tod <\/p>\n<p>konnten sich die Konventualen nicht einigen, einen aus ihrer Mitte zum Nachfolger w\u00e4hlen. Daraufhin schlug der Vaterabt Konrad III. Reutter (Reuter) (1509\u20131540) vor, Bruder Sebastian Stadtm\u00fcller vor, der dann als Abt Sebastian I. (1537-1557) 20 Jahre regierte.<\/p>\n<p>Auf Bitten von Abt Sebastian best\u00e4tigte K\u00f6nig Ferdinand I. ( 1531 zum deutschen K\u00f6nig gew\u00e4hlt,deutscher Kaiser von 1558-1564) anstatt seines Bruders Karl, dem Kaiser, am 14. Juli 1540 Kloster Sch\u00f6ntal ein Privileg von Kaiser Maximilian vom 20. Januar 1491 sowie alle<\/p>\n<p>anderen durch seine Vorg\u00e4nger verliehenen Privilegien (B 503 I U 65 Staatsarchiv Ludwigsburg)<\/p>\n<p>Nach seinem Sieg \u00fcber den Schmalkaldischen Bund weilte Kaiser Karl V. (1519-1556) vier Wochen in Heilbronn. In dieser Zeit war er im Sch\u00f6ntaler Hof untergebracht. Im Heilbronner Lapidarium wird ein Gedenkstein aufbewahrt, der an diesen Aufenthalt erinnert.<\/p>\n<p>Abt Sebastian I. starb am 17. Februar 1557.<\/p>\n<p>Zu seinem Nachfolger wurde Sebastian II. Am 30. Mai 1559 best\u00e4tigte Kaiser Ferdinand I jetzt als Kaiser das Privileg, das er im Juli 1540 best\u00e4tigt hatte, noch erweitert um die Best\u00e4tigung eines Privilegs von K\u00f6nig Wenzel vom 16. M\u00e4rz 1379. (s.o.) (B 503 I U 66 Staatsarchiv Ludwigsburg)<\/p>\n<p>Er versah den Kreuzgang und das Kapitelhaus mit Fenstern. Der Brunnen im Kreuzgang wurde zu einem Springbrunnen umgestaltet.<\/p>\n<p>G\u00f6tz von Berlichingen starb am 23. Juli 1562 auf seiner Burg Hornberg und wurde im Kreuzgang des Klosters Sch\u00f6ntal beigesetzt, obwohl er sich schon Jahrzehnte vorher f\u00fcr das lutherische Bekenntnis entschieden hat.<\/p>\n<p>Das entsprach seinem Willen. Protestant im katholischen Kloster bestattet- R\u00fcckversicherung ?<\/p>\n<p>1573 wurde zum vierten Mal bei Eisgang die&nbsp; h\u00f6lzerne Jagstbr\u00fccke mitgerissen. Zum Bau einer steinernen Br\u00fccke konnte man sich erst 1609 entschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Abt Sebastian II. starb am 21. Dezember 1583 nach 27 Jahren Regierungszeit.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger war Johannes IV. Lurtz (1584\u20131607 ). Er war sehr baufreudig. 1584 erbaute er die Pistorei (B\u00e4ckerei) und die neue Abtei. Die Kirche lie\u00df er reparieren.<\/p>\n<p>In Gommersdorf, heute ein Teilort von Krautheim lie\u00df er 1592 die Kirche neu erbauen, heute Kath. Pfarrkirche St. Johann. sie wurde 1598 geweiht.<\/p>\n<p>Abt Johannes starb am 6. Mai 1606 nach 23 Regierungsjahren.<\/p>\n<p>Auf ihn folgte Abt Theobald I. Koch&nbsp; (1607\u20131611 ) Er regierte zwar nur 4 Jahre aber in einer Regierungszeit wurde die h\u00f6lzerne Jagdbr\u00fccke durch eine Steinbr\u00fccke ersetzt.<\/p>\n<p>Dazu brauchte es allerdings zwei Anl\u00e4ufe. Ein Baumeister aus Hall errichte sie 1607 mit 5 B\u00f6gen. Nachdem aber das Bogengestell heraus genommen worden war, fiel das gr\u00f6\u00dfte Joch zusammen. (Sch\u00f6nhuth S. 149)<\/p>\n<p>Sie wurde dann von Michael Kern 1609 fertiggestellt. Auch sein Vater Michael war bereits Baumeister.Er ist der Vater des Bildhauers Michael Kern, der zwischen 1630 und 1644 die Alabasteralt\u00e4re in der Sch\u00f6ntaler Kirche gebaut hat.<\/p>\n<p>Abt Theobald I. starb am 22. Januar 1611, als er sich gerade im Klosterhof in Heilbronn aufhielt.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Abt Theobald II. Fuchs (1611\u20131626 )aus Walld\u00fcrn. Er war auch ein wichtiger Bauherr in der Abtei. Er lie\u00df sich am 13. Oktober 1613 die von Wenzel und Maximilian erteilten Privilegien (s.o.) von Kaiser Matthias (1612-161)<\/p>\n<p>best\u00e4tigen. (B 503 I U 69 Staatsarchiv Ludwigsburg)<\/p>\n<p>Im Kloster baute er die Alte Abtei (1617\/18) den Alten Offiziantenbau mit dem Torturm (1617, 1621), sowie den nordwestlichen Eckturm, den \u00abDicken Turm\u00bb (1622). Auch das Klosterwappen aus dem Jahr 1621 am Torturm&nbsp; stammt<\/p>\n<p>von der Bildhauerfamilie Kern. Ein weiteres wichtiges Ereignis war die Gr\u00fcndung der Oberdeutschen Zisterzienserkonkregation (siehe dazu auch Mei B\u00fcchle Kloster Bronnbach) Mit der Durchf\u00fchrung der Reformen des Tridentinischen Konzils<\/p>\n<p>wurden regionale Zusammenschl\u00fcsse wie Generalvikariate oder Ordensprovinzen eingerichtet. Das Generalkapitel der Zisterzienser ernannte Generalvikare, die diesen vorstanden. Zudem waren mit der Reformation die Filiationskette, das verbindende Element<\/p>\n<p>der Kl\u00f6ster des Ordens unterbrochen. Generalabt Edmond de la Croix (1584\u20131604) wollte nun ein die einzelnen Territorien \u00fcbergreifendes Generalvikariat f\u00fcr den oberdeutschen Raum schaffen.Auf Einladung des Generalabtes versammelten sich<\/p>\n<p>vom 14. bis 20. September 1595 hin 17 \u00c4bte aus dem oberdeutschen Raum.&nbsp; Er ernannte den Salemer Abt Petrus II.&nbsp; <i>M\u00fcller<\/i> (1593\u20131614) zum Generalvikar der Ordensprovinz Oberdeutschland. Das Projekt hatte allerdings noch einige H\u00fcrden zu \u00fcberwinden.<\/p>\n<p>Es gab Vorbehalte der Ordensleitung aber auch von einzelnen Kl\u00f6stern. Generalabtes Nikolaus II. Boucherat (1604\u20131625) unternahm 1615 eine Visitation in Deutschland B\u00f6hmen und \u00d6sterreich. Das Projekt nahm wieder Fahrt auf, von deutscher Seite unterst\u00fctzt von<\/p>\n<p>von dem Nachfolger von Abt Peter Abt&nbsp; Thomas Wunn (1615\u20131647) aus Salem. 1617 wurden erste Statuten entworfen. Bei einem \u00c4btetreffen wurden sie im Dezember 1618 nochmals revidiert im Januar 1619 dann vom Generalabt best\u00e4tigt. Es war zun\u00e4chst eine sehr kleine Kongregation <\/p>\n<p>von nur 6. Kl\u00f6stern, die die am 10. Juli 1624 auch vom Papst best\u00e4tigt wurde. sie war von vorneherein auf deine Vergr\u00f6\u00dferung angelegt, was schon bei einer weiteren \u00c4bteversammlung am 2. und 3. September 1624 in Salem geschah. Es war die Geburtsstunde der Oberdeutschen <\/p>\n<p>Zisterzienserkongregation. Unter Abt Theobald II. trat Sch\u00f6ntal der Kongregation bei. Das war auch als Zeichen zur von Mainz und W\u00fcrzburg bedrohten Selbst\u00e4ndigkeit zu sehen.<\/p>\n<p>Abt Theobald starb am 6. Mai 1626.<\/p>\n<p>Auf ihn folgte Sigmund Fichtel (1626\u20131633 )Er stammte aus Karlstadt am Main. Er war ein kunstbeflissener Bauherr. F\u00fcr die Klosterkirche lie\u00df er von dem Bildhauer Michael Kern (s.o.)den Dreifaltigkeitsaltar (1628) und den Johannesaltar (1630) anfertigen.<\/p>\n<p>1631 kaufte er von Phillip Heinrich und Hans Gottfried von Aschhausen das Rittergut und das Wasserschloss. (B 503 I U 293 und B 503 I U 295) Dann kam der Krieg der Drei\u00dfigj\u00e4hrige Krieg auch in Sch\u00f6ntal&nbsp; an.<\/p>\n<p>Gustav Adolf (1611-1632) war 1631 bis nach W\u00fcrzburg vorgedrungen, hatte Mergentheim besetzt. Am 15 Oktober 1531 streiften 40 schwedische Reiter durchs Jagsttal und kamen auch nach Kloster Sch\u00f6ntal. Sie raubten und pl\u00fcnderten. Im Dezember 1531<\/p>\n<p>kam Oberst Sperreuter von Mergentheim aus&nbsp; mit einer Reiterschar vor das Kloster und legte ihm&nbsp; 2000 Taler Brandschatzung auf. Der Bursar wurde so lange festgehalten, bis die Summe entrichtet war.<\/p>\n<p>Daraufhin fl\u00fcchtete&nbsp; Abt Sigmund fl\u00fcchtete mit einiger seiner Konventualen \u00fcber Kaisheim nach Kloster Stams in Tirol. Zun\u00e4chst blieb nur Bruder Michael Diemner zur\u00fcck(alles nach Sch\u00f6nhut s. 150 ff). Die Zur\u00fcckgebliebenen kehrten nach diesem Vorfall<\/p>\n<p>wieder ins Kloster zur\u00fcck. Am2. Januar 1632 besetzte der schwedische General Horn (1592-1657) die Stadt Heilbronn. Die Schweden hielten Heilbronn bis nach der Schlacht bei N\u00f6rdlingen im September 1634 besetzt. Die Schweden belehnten in Heilbronn<\/p>\n<p>den Grafen Kraft&nbsp; von Hohenlohe-Neuenstein mit dem Sch\u00f6ntaler Hof. Kurz danach machte Gustav Adolf&nbsp; dem Grafen Kloster Sch\u00f6ntal zum Geschenk. am 13. April 1632 nahm er das Kloster in seinen Besitz. Nach der Schlacht von N\u00f6rdlingen wurde das Kloster restituiert.<\/p>\n<p>Abt Sigmund war schon am&nbsp; 19. M\u00e4rz 1633 in seinem Exil in Stams gestorben. Zu seinem Nachfolger wurde Johannes Leonhard Meinhart (1635\u20131636 )unter Vorsitz des vertriebenen und letzten Walkenrieder Abtes Christoph K\u00f6lich (1629\u20131631)<\/p>\n<p>von acht nach den Kriegswirren wieder im Kloster weilenden M\u00f6nchen gew\u00e4hlt. Abt Leonhard konnte wegen der widrigen Umst\u00e4nde nicht einmal zum Abt geweiht werden. Abt Leonhard hatte den Magistergrad in W\u00fcrzburg erreicht<\/p>\n<p>und wurde erst Subprior in Sch\u00f6ntal und dann Propst in Gommersdorf. Abt Leonhard starb nach nicht einmal zwei Jahren Amtszeit.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Christoph Haan (1636\u20131675)Er war schon vor Abt Leonhard&nbsp; zum Sch\u00f6ntaler Abt gew\u00e4hlt worden. Da war er in Wettingen im Exil. Da aber bei der Wahl nur ein Teil der M\u00f6nche anwesend war, wurde er von den abwesenden M\u00f6nchen nicht anerkannt.<\/p>\n<p>Zu Beginn seiner Amtszeit gab es eine gro\u00dfe Teuerungswelle. 1 Scheffel Korn kostete 24 Gulden (1 Scheffel entsprach in W\u00fcrttemberg 177,18 Liter, 1 Gulden w\u00e4ren heute etwa 2400 \u20ac). Am Klostertor wurden t\u00e4glich zwischen 300 und 400 Bed\u00fcrftige gespeist.<\/p>\n<p>1638 schloss der Rat von Schw\u00e4bisch Hall die dem Kloster geh\u00f6rende Kapelle in der Stadt. Als man sie wieder \u00f6ffnete, wurde der Priester mit Gewalt weg gef\u00fchrt und eingesperrt. 1640 hatte Sch\u00f6ntal eine Einquartierung auszuhalten F\u00fcnfeinhalb Monate nahmen Kaiserliche ihr <\/p>\n<p>Winterquartier in Kloster Sch\u00f6ntal. Aber auch das normale Klosterleben lief weiter. 1640 wurde in Sch\u00f6ntal ein gro\u00dfes Kapitel abgehalten. Au\u00dferdem wurde Abt Christoph beauftragt, die Kl\u00f6ster in der Schweiz zu visitieren.<\/p>\n<p>1642 zogen abwechselnd bayrische, franz\u00f6sische und weimarische Truppen durch das hohenlohische und h\u00e4llische Gebiet. Im Januar 1643 besetzten weimarische Truppen die \u00c4mter Boxberg und Krautheim. Nachdem die Zust\u00e4nde wieder unhaltbar geworden waren, flohen Abt und <\/p>\n<p>Konventuale nach Heilbronn auf den Sch\u00f6ntaler Hof. Die Truppen pl\u00fcnderten nun&nbsp; Kloster Sch\u00f6ntal. Fr\u00fcchte und der Wein wurden mitgenommen. Das Vieh wurde wegetrieben und die Fischweiher zerst\u00f6rt. Im Februar zogen die Feinde wieder ab, worauf der Abt und Konvent wieder nach Sch\u00f6ntal <\/p>\n<p>zur\u00fcckkehrten. Das Kloster war so verarmt, dass die M\u00f6nche auf andere Kl\u00f6ster verteilt wurden, wo sie wenigstens wieder Nahrung hatten. Da mangelern\u00e4hrt zog sich der zur\u00fcckgebliebene Konvent eine Kolik zu, die Gicht oder Epilepsie und im schlimmsten Fall den <\/p>\n<p>Tod zur Folge hatte. Ein dreit\u00e4giges&nbsp; Gebet beendete die Plage. Von nun spendet der Sch\u00f6ntaler Konvent j\u00e4hrlich eine Summe nach Walld\u00fcrn.<\/p>\n<p>Trotz der d\u00fcstern Zeiten wurde 1644 der Bernhardsaltar, der&nbsp; auch von Michael Kern geschaffen ist,&nbsp; eingesetzt. Er steht am ersten Langhauspfeiler S\u00fcd.<\/p>\n<p>Das Kloster hatte sich noch nicht richtig erholt, wurde es vom Kriegsgeschehen wieder eingeholt. Im Februar 1645 \u00fcberfiel General Reinhold von Rosa das Kloster. Abt Christoph entkam durch die W\u00e4lder und fl\u00fcchtete nach W\u00fcrzburg. Die Feinde verheerten alles innerhalb und au\u00dferhalb des Klosters.<\/p>\n<p>Sie setzten es nicht in Brand wie urspr\u00fcnglich geplant. Auf F\u00fcrbitten Reinhards von Berlichingen lie\u00dfen sie davon ab, brannten daf\u00fcr aber das Wohnhaus der Konventualen im zum <br \/>Kloster geh\u00f6renden Wimmental, heute ein Teilort von Weinsberg , nieder. Im August 1646 suchte der schwedische Feldmarschall Carl Gustav Wrangel (1613\u20131676), der in diesem Zeitraum Franken beherrschte, das Kloster heim&nbsp; und nahm alle Lebensmittelvorr\u00e4te mit. Da nichts Essbares mehr im Kloster war, zerstreuten&nbsp; sich die M\u00f6nche&nbsp; in die Umgebung und fristeten ihr Leben. Das dauerte bis im Februar des Folgejahrs. Dann konnten sie wieder ins Kloster zur\u00fcck. Kaum hatten sie sich erholt, mussten sie schon wieder fliehen. Hans Christoph von K\u00f6nigsmarck, auch ein schwedischer General <\/p>\n<p>pl\u00fcnderte es erneut. Das Kloster musste weitere Pl\u00fcnderungen von franz\u00f6sischen Reitern erdulden. Auch bayrische und kaiserliche Truppen fielen ein und unterschieden sich in nichts von den Franzosen und Schweden.<\/p>\n<p>1648 kehrte endlich Frieden ein. Das Kloster hatte noch einen Prozess gegen die Stadt Hall zu f\u00fchren. Es hatte der Stadt 32.000 Gulden geliehen, aber die Stadt leugnete, das Geld erhalten zu haben. Die Prozesskosten betrugen f\u00fcr beide Seiten dann 15.000 Gulden.<\/p>\n<p>Am 15. M\u00e4rz 1648 wurde im Kloster Eberbach Johannes VIII. zum Abt gew\u00e4hlt. Er resignierte bereits vor Erlangung der bisch\u00f6flichen Konfirmation am 23. August. Der Mainzer Erzbischof Johann Philipp von Sch\u00f6nborn ( 1647-1673) ernannte daraufhin den Sch\u00f6ntaler Abt Christoph zum Abt in Eberbach.<\/p>\n<p>nach jure devolutionis, also dem recht ein Amt zu \u00fcbertragen. Der Eberbacher Mutterabt Claude Largentier (1624-1653) \u201canulliert die Wahl des Pater Johannes Hoffmann zum Abt von Eberbach [im Rheingau] (B. Mariae de Eberbaco) im Erzbistum Mainz, weil dieser nicht fristgem\u00e4\u00df um Best\u00e4tigung nachgesucht hatte, billigt und best\u00e4tigt die Wahl des Christoph Haan (Hahn), Abt von Sch\u00f6ntal, zum Abt von Eberbach, erteilt ihm die Vollmacht zur Leitung dieses Klosters und befiehlt allen M\u00f6nchen Gehorsam.\u201d (B 503 I U 114 Staatsarchiv Ludwigsburg)<\/p>\n<p>Das hatte allerdings noch Folgen in Sch\u00f6ntal. Denn als der Sch\u00f6ntaler Vaterabt Georg IV. M\u00fcller (1637\u20131667) aus Kaisheim Sch\u00f6ntal im Oktober 1648 visitierte, wollten einige Patres, das Abt Christoph abdanken sollte. Es gab aber keinen triftigen Grund. Die Unzufriedenheit r\u00fchrte einfach daher,<\/p>\n<p>dass Abt Christoph auch in Eberbach sein musste, weil er dort ja ebenfalls die Verwaltung f\u00fchrte. Als am 28. M\u00e4rz 1651 mit Balthasar Bund wieder ein Abt in Eberbach gew\u00e4hlt wurde, kehrte Christoph nach Sch\u00f6ntal zur\u00fcck und war nur noch f\u00fcr sein Heimatkloster zust\u00e4ndig.<\/p>\n<p>Obwohl Kloster Sch\u00f6ntal im Krieg durch wiederholte Pl\u00fcnderungen und Brandschatzungen stark gesch\u00e4digt worden war, erholte es sich schneller als erhofft. Die Zahl der Novizen hatte sich so erh\u00f6ht, dass wieder ein Lehrer f\u00fcr Theologie eingestellt werden konnte.<\/p>\n<p>1657 wurde das 500-j\u00e4hrige Bestehen von Sch\u00f6ntal gro\u00df gefeiert.<\/p>\n<p>Am 12. M\u00e4rz 1661 starb Prior Bartholom\u00e4us Kremer aus Amorbach. Er war 72 Jahre alt geworden, hatte unter 6 \u00c4bten gedient und alle wichtigen Kloster\u00e4mter durchlaufen. Er hat eine zweib\u00e4ndige Klosterchronik&nbsp; geschrieben, die auch Sch\u00f6nhut als wichtigste Quelle zu <\/p>\n<p>seiner Chronik diente.<\/p>\n<p>1667 wurde die Wallfahrtskirche von Neus\u00e4\u00df ausgebaut und das Vesperbild, dass im Krieg in Berlichingen verwahrt worden war, zur\u00fcckgebracht.<\/p>\n<p>1671 kaufte Abt Christoph von&nbsp; dem W\u00fcrzburger Mainzer Erzbischof und Reichskanzler (so die Titulierung in der Kaufurkunde) Johann Philipp von Sch\u00f6nborn das freiadlige gut in Aschhausen Wildbannsgerechtigkeit, Fischwassern, Sch\u00e4ferei, Kelterhaus, dem Fischwasser zu Winzenhofen.<\/p>\n<p>f\u00fcr 31.000 Gulden (B 503 I U 182 Landesarchiv Ludwigsburg) Das Schloss wurde zur Sommerresidenz der \u00c4bte ausgebaut.<\/p>\n<p>Der Holl\u00e4ndische Krieg hatte auch Auswirkungen auf Franken. Der franz\u00f6sische Marschall Turenne hatte mit 13.000 Mann sein Hauptquartier in Mergentheim genommen. Wohl sollte auch Sch\u00f6ntal gepl\u00fcndert werden. Aber&nbsp; als der kaiserliche Feldherr Graf von Montecuccolo im Anmarsch war,<\/p>\n<p>zog Turenne ab und so entkam Sch\u00f6ntal dieses Mal einer m\u00f6glichen Pl\u00fcnderung.<\/p>\n<p>Abt Christoph starb am 20. November 1675. Er hinterlie\u00df ein Verzeichnis aller Sch\u00f6ntaler \u00c4bte sowie ein kurzgefasstes lateinisches Tagebuch. Sein Tod wurde nicht umgehend nach Mainz gemeldet, damit der Mainzer Erzbischof m\u00f6glicherweise keinen Einfluss auf die notwendig<\/p>\n<p>gewordene Abtwahl nehmen konnte.<\/p>\n<p>Als Nachfolger wurde Franziskus Kraft (1675-1683) im Beisein von Mutterabt Hieronymus&nbsp; Winter (1674\u20131681) aus Kaisheim gew\u00e4hlt.Vor seiner Wahl war er Probst in Mergentheim Seine Amtszeit war dadurch gepr\u00e4gt, dass er wegen der kriegerischen Zeiten<\/p>\n<p>immer wieder Zahlungen an den Kaiser und den Erzbischof von Mainz leisten musste. Die Kosten an den Kaiser beliefen sich auf knapp 10.000 Gulden und der Erzbischof von Mainz verlangte monatlich 100 Gulden Reitersold (alle Zahlen nach Sch\u00f6nhut).<\/p>\n<p>Trotzdem schaffte er es, das von den Franzosen niedergebrannte Pfarrhaus in Wimmental wieder aufzubauen. Von dem fl\u00e4mischen Barockmaler Oswald Onghers, der in W\u00fcrzburg lebte, lie\u00df er ein Altarbild schaffen.<\/p>\n<p>Am 27. M\u00e4rz 1680 bekam Abt Franziskus von Kaiser Leopold I.&nbsp; (1658-1705)&nbsp; das Privileg Kaiser Karls IV. vom 8. Aug. 1358 (Rottenburg<strong>) best\u00e4tigt. (<\/strong>B 503 I U 74 Staatsarchiv Ludwigsburg)<\/p>\n<p>Er lie\u00df die erste Klosterapotheke und eine Schneidm\u00fchle erbauen. Er ist auch Verfasser Sch\u00f6nthalenses annales ecclesiastico-politico-ascetico-oeconomici de a 1150 \u2013 1675 in f\u00fcnf Quartb\u00e4nden, sowie eines gro\u00dfen geistlichen Traktats. Die Quellen weisen ausdr\u00fccklich <\/p>\n<p>auf seine musikalische Begabung hin.<\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"KnittelSchoental\" src=\"https:\/\/www.sueddeutscher-barock.ch\/Bilder_jpg\/bauherr\/s-z\/Schoental_Knittel_1726.jpg\" width=\"221\" height=\"258\"><\/p>\n<p>Zu seinem Nachfolger wurde Benedikt Knittel (1683\u20131732) gew\u00e4hlt. Er ist in Lauda geboren und Sohn des Weinbauern und auch als Ratsherrn fungierenden Weinbauern Johannes Knittel. Er hat noch einen \u00e4lteren Bruder, der sp\u00e4ter als Konverse ins Kloster<\/p>\n<p>Sch\u00f6ntal eintrat, wo er 1712 starb. \u00dcber seinen Werdegang bis zu seinem Klostereintritt ist nichts bekannt. Er studierte in W\u00fcrzburg Philosophie. Nach abgeschlossenem Studium trat er 1670 in Kloster Sch\u00f6ntal ein. Im Oktober 1671<\/p>\n<p>legte er seine Profess ab und erhielt den Klosternamen Benedikt. 1672 wurde er zum Subdiakon, 1675 zum Priester geweiht. Er durchlief rasch die Kloster\u00e4mter. 1676 wurde er Cantor. Dieser ist f\u00fcr den Gottesdienst und die musikalische Ausgestaltung zust\u00e4ndig.<\/p>\n<p>Wenn man wei\u00df, dass sein Abt Franziskus sehr musikbegabt war, ist das sicher nicht ganz unwichtig. 1677 wurde er Subprior, also Vertreter des Priors, neben dem Abt das wichtigste Klosteramt. 1680 wurde er zum Servitor ernannt, das ist der Diener des Abtes.<\/p>\n<p>1681 wird er Pistrinarius. dieser verwaltet die M\u00fchle und die B\u00e4ckerei und Prior. 1682 \u00fcbernimmt er das Amt des Novizenmeisters.<\/p>\n<p>Ich stelle Abt Benedikt bewusst ausf\u00fchrlich dar. 1. er der wohl bedeutendste Abt von Kloster Sch\u00f6ntal und 2. l\u00e4sst sich an ihm geradezu exemplarisch die Klosterlaufbahn vom Klostereintritt bis zum Abt darstellen.<\/p>\n<p>Abt Franziskus starb schon nach acht Regierungsjahren.<\/p>\n<p>Schon bei seiner Wahl wurde Mainz und W\u00fcrzburg nicht unmittelbar verst\u00e4ndigt. Noch konsequenter war der Konvent&nbsp; bei Abt Franziskus. Er war schwer erkrankt und sein Tod war absehbar. Der Kaisheimer Abt Elias G\u00f6tz (1681\u20131696 )<\/p>\n<p>wurde schon Ende Juni in den Sch\u00f6ntaler Hof nach Heilbronn beordert. So konnte er gleich nach dem Ableben von Franziskus ins nun nahe Sch\u00f6ntal reisen und am Tag nach dem Tod des von Franziskus die Wahl vornehmen lassen.<\/p>\n<p>Auch der Generalabt von Citeaux&nbsp; Jean XII. Petit (1670\u2013 1692) wurde sofort verst\u00e4ndigt. Die Vertreter von Kurmainz und W\u00fcrzburg konnten so nur so kurzfristig eingeladen werden, dass sie der Einladung nicht Folge leisten konnten.<\/p>\n<p>Das hatte zwar eine Protestnote und Klage zur Folge. Das beeindruckte den neuen Abt aber nicht. Auch in seiner weiteren Amtsf\u00fchrung ging er immer selbst nach Mainz oder W\u00fcrzburg um die Streitigkeiten pers\u00f6nlich vor Ort auszumachen.<\/p>\n<p>Auch seine Amtseinf\u00fchrung zeigte, dass er gewillt war, die zunehmende Einmischung der beiden kirchlichen Territorialm\u00e4chte in klosterinterne Angelegenheiten nicht mehr zu tolerieren. Seine Weihe wurde vom Kaisheimer Mutterabt vorgenommen<\/p>\n<p>unter Assistenz der \u00c4bte der Benediktinerabteien von Neresheim Abt Simpert Nagel (1682-1706) und Donauw\u00f6rth Andreas Hausmann( 1669\u20131688).<\/p>\n<p>Er pochte immer auf die Reichsunmittelbarkeit seines Klosters. Allerdings hatte Kaiser Maximilian ja 1495 die Schutzherrschaft \u00fcbertragen (s.o) Aber der Mainzer Kurf\u00fcrst hatte es nie geschafft, die Territorialhoheit zu gewinnen, obwohl es st\u00e4ndig versucht wurde.<\/p>\n<p>Seine ersten schritte als Abt entsprachen durchaus seiner Herrschaftsdevise: \u00abPugnando, tolerando, sperando itur ad astra\u00bb (Durch Kampf, Geduld und Hoffnung gelangt man zum Sternenhimmel).<\/p>\n<p>Seine Amtsf\u00fchrung ergibt ein richtig rundes Bild. Er plante seine ganzen Bauvorhaben wohl schon fr\u00fch und das vollendete Bauwerk kann durchaus als gebaute Demonstration der wirtschaftlichen Potenz des Klosters gesehen werden, die auf einem soliden Fundament ruhte.<\/p>\n<p>Seine beiden Vorg\u00e4nger haben ihm eine beruhigende finanzielle Basis hinterlassen, die er aber auch klug mehrte und st\u00e4rkte. Sein ganzes wirtschaftliches Handeln zielte darauf ab, mit Ank\u00e4ufen von landwirtschaftlichen Grundst\u00fccken, mit Rodungen, dem Anlegen von Fischteichen und Weinbergen<\/p>\n<p>sollte die wirtschaftliche Autarkie des Klosters gesichert werden.&nbsp; Der Bau von \u00d6konomiegeb\u00e4uden wie M\u00fchlen und Scheunen sollte \u00dcbersch\u00fcsse erwirtschaften, die die schon fr\u00fch begonnenen Bauvorhaben schuldenfrei durchf\u00fchren lie\u00dfen. Demselben Ziel diente der .Kauf der w\u00fcrttembergischen Herrschaft Ebersberg. Er stie\u00df auch Geb\u00e4ude ab, wenn es notwendig schien. So verkaufte er mit Genehmigung des Kaisheimer Vaterabts Roger R\u00f6ls (1698\u20131723) den Sch\u00f6ntaler Hof in Hall laut Urkunde \u201cihre bauf\u00e4llige Kellerei gen. der Sch\u00f6ntaler Hof\u201d&nbsp; <\/p>\n<p>(B 503 I U 454 Staatsarchiv Ludwigsburg Urkunde vom&nbsp; 25. November 1718). Er erl\u00f6ste daf\u00fcr immerhin 5900 Rheinische Gulden. Damit finanzierte er die&nbsp; nach 1718 durchgef\u00fchrten Bauten.<\/p>\n<p>Er begann mit dem Bau der gro\u00dfen Orgel 1684. Sein erstes Klosteramt war ja das des Cantors. Laut Sch\u00f6nhuth kostete das 1500 Gulden (S. 167).<\/p>\n<p>1686 lie\u00df er den Fischteich nahe beim Kloster graben. 1689 wurde der Hochaltar gefasst und im Jahr darauf die beiden Nebenalt\u00e4re neben dem Eingang von dem Klosterbruder Bernhard und dem Kapuzinerbruder Humdli aus Comburg errichtet.<\/p>\n<p>1694 lie\u00df er von einem Wertheimer Brunnenbaumeister den Springbrunnen im Abteihof herstellen.<\/p>\n<p>1697 begann er mit dem Archivturm, einem Turm mit 4 steinernen Kammern.Hier wurde zur gr\u00f6\u00dferen Sicherheit das Klosterarchiv untergebracht. Er wurde gegen\u00fcber der Klosterkirche an die \u00c4btewohnung f\u00fcr resignierte \u00c4bte angebaut. In dieser Wohnung<\/p>\n<p>konnten die resignierten \u00c4bte gem\u00e4\u00df der Bulle von Papst Eugen IV. (1431-1447) ihr Leibgeding verzehren.<\/p>\n<p>Als er den Archivturm bauen lie\u00df, plante er wohl schon den weitgehenden Neubau der Klosteranlage. Der Bau eines Archivgeb\u00e4udes und die damit verbundene Neuordnung des Archivs zeugen von seinem Selbstverst\u00e4ndnis. Das Archiv sollte<\/p>\n<p>ihm bei seinem Kampf um die Anerkennung der Reichsunmittelbarkeit und Exemtion helfen. Dazu passt auch, dass er bei Kaiser Karl VI. (1711-1740) um Best\u00e4tigung der Privilegien, die Kaiser Leopold am 27. M\u00e4rz 1680 Abt Franziskus best\u00e4tigt hatte.<\/p>\n<p>(B 503 I U 76&nbsp; Staatsarchiv Ludwigsburg)Benedikts Nachfolger&nbsp; Angelus lie\u00df sich dies am 23. April 1742 (Urkunde 78) ebenfalls best\u00e4tigen.  <\/p>\n<p>Auch sonst ist er sehr realistisch in seiner Politik. Mit kluger Diplomatie baute er ein spannungsfreies Verh\u00e4ltnis zu seinen Nachbarn auf. Den Kaiser unterst\u00fctze er im spanischen Erbfolgekrieg gezielt finanziell. Er konnte so die Unabh\u00e4ngigkeit seines Klosters wahren auch wenn sie nicht formell ist.  <\/p>\n<p>Au\u00dferdem wurde er von Kaiser Karl am 1. Februar 1718 zu \u201cseinem wirklichen Hofkaplan\u201d ernannt. (B 503 I U 77 Staatsarchiv Ludwigsburg)  <\/p>\n<p>Mit den Planungen&nbsp; f\u00fcr seinen Klosterbau beauftragte er Leonhard Dientzenhofer. Vielleicht war ihm dieser schon den Klosterneubauten in Ebrach und Langheim bekannt. Den Klosterneubau in Ebrach baute Dientzenhofer von 1687 bis 1698  <\/p>\n<p>und in Langheim baute er von 1691 bis 1704&nbsp; den Abteifl\u00fcgel. Dientzenhofer wurde 1690&nbsp; hochf\u00fcrstlich bambergischer Hofbaumeister. 1693 wurde Lothar Franz von Sch\u00f6nborn Bischof von Bamberg (bis 1729) und ab 1695 auch Erzbischof von Mainz.  <\/p>\n<p>Damit unterstand ihm dann ja Kloster Sch\u00f6ntal. Von Sch\u00f6nborn war ein gro\u00dfer F\u00f6rderer von Dientzenhofer. M\u00f6glicherweise hatte er sogar den Kontakt nach Sch\u00f6ntal hergestellt. Abt Benedikt musste 1698 wegen Schlichtung von Streitigkeiten  <\/p>\n<p>zum Mainzer Erzbischof nach Bamberg und traf dort vielleicht den Baumeister.  <\/p>\n<p>Nach der Planung von Dientzenhofer begann man mit dem Offiziantenbau f\u00fcr Klosterbeamte mit dem gro\u00dfen Weinkeller. In dem Weinkeller lagerten 45 Weinf\u00e4sser, denen der Abt die Namen seiner Konventualen gab und jedem seiner Konventualen einen Vers widmete. Auch das spricht f\u00fcr seinen Humor, der ja auch in vielen seiner Knittelverse aufblitzt. 1701 wurde parallel zum Offiziantenbau das Waschhaus errichtet, heute das Gasthaus \u201cZur Post\u201d.  <\/p>\n<p>Am 15. September 1701 wurde der Grundstein f\u00fcr den Ostfl\u00fcgel gelegt. Als Palier verpflichtete Dientzenhofer den Maurermeister Jakob Str\u00f6hlein. Er war wohl entfernt mit Dientzenhofer verwandt und stammte, wie seinem Grabstein zu entnehmen ist, aus Kempten.  <\/p>\n<p>Bis 1706 ist das alles fertiggestellt und die Zellen konnten bezogen werden. An den Stukkaturen wurde 1707 noch gearbeitet.  <\/p>\n<p>Im M\u00e4rz 1707 schloss Abte Benedikt einen neuen Vertrag Leonhard Dientzenhofer f\u00fcr den Bau des Refektoriums-Verbindungstraktes und des Westfl\u00fcgels mit der Pr\u00e4latur.&nbsp; Abt Benedikt wollte Konvent und Kirche gleichzeitig bauen. Das wurde allerdings durch zwei Ereignisse ausgebremst.  <\/p>\n<p>1701-171 fand der Spanische Erbfolgekrieg statt. Das war ein Kabinettskrieg, bei dem es um das Erbe des letzten spanischen Habsburger Karl II. (1655-1700) ging. Karl starb 1700 kinderlos, was den Ausbruch des Erbfolgekriegs 1701 ausl\u00f6ste. 1701 war in Den Haag die Haager Allianz geschlossen worden.  <\/p>\n<p>Das war ein B\u00fcndnis um den deutschen Kaiser Leopold I. (1658-1705) Niederlande und England gegen den franz\u00f6sischen K\u00f6nig Ludwig XIV. (1643-1715).  <\/p>\n<p>1707 \u00fcberschritt der franz\u00f6sische Marschall Claude-Louis-Hector de Villars&nbsp; v\u00f6llig \u00fcberraschen den Rhein ging \u00fcber die Stollhofener Linie bei B\u00fchl und Stollhofen. Das Reichsheer unter Markgraf Christian Ernst von Brandenburg-Bayreuth zog sich daraufhin unn\u00f6tig weit bis Aalen und Ellwangen zur\u00fcck. Dadurch wurde die Front weit ge\u00f6ffnet und franz\u00f6sischen Truppen wurde der Einmarsch nach Schwaben und Pl\u00fcnderz\u00fcge bis weit nach Franken erm\u00f6glicht. Villars Kavallerie n\u00fctzte das zu Pl\u00fcnderungen und Kontributionserhebungen. Am 22. Juli kamen franz\u00f6sische Truppen&nbsp; unter Generalmajor Sezanne nach Mergentheim und kassierten dort 88.000 Gulden Brandschatzung. Am 25. Juli waren sie auf ihrem R\u00fcckzug nach&nbsp; Kloster Sch\u00f6ntal gelangt. Insgesamt hatten&nbsp; sie sich&nbsp; fast&nbsp;&nbsp; Wochen einquartiert und dem Kloster \u201cgro\u00dfen Schaden \u201c zugef\u00fcgt, denn es mussten nat\u00fcrlich hohe Kontributionen an beide Seiten entrichtet werden.  <\/p>\n<p>Am 26. November 1707 starb Leonhard Dientzenhofer \u00fcberraschend im Alter von nur 47 Jahren. Die Dientzenhofer-Pl\u00e4ne konnten bei der Witwe beschafft werden. Abt Benedikt schloss einen neuen Vertrag mit dem bisher als Palier arbeitenden Jakob Str\u00f6hlein. Er konnte mit dem Bau  <\/p>\n<p>des Kirchenlanghauses beginnen. Schon 1709 sind die Fassaden bis zum Kranzgesims in 28 Meter H\u00f6he gemauert. Der Abt konnte nun mit Joseph Greissing (1664\u20131721) den Vertrag f\u00fcr den Langhausdachstuhl und die beiden Turmkuppeln abschlie\u00dfen. 1712 ist das Langhaus unter Dach.  <\/p>\n<p>Joseph Greissing war W\u00fcrzburger Hofbaumeister. Er baute die Freipfeilerkirche der Grosscomburg bei Hall. Einige Autoren sehen in ihr das Vorbild f\u00fcr die Sch\u00f6ntaler Kirche.  <\/p>\n<p>Ein neuer Baumeisterwechsel wurde n\u00f6tig, denn am 5. M\u00e4rz 1711 starb Baumeister Str\u00f6hlein. Sein Nachfolger wurde Bernhard Schiesser. Er \u00fcbernahm Str\u00f6hleins Vertrag. Bernhard Schiesser war Palier bei Georg Dientzenhofer, dem \u00e4lteren Bruder von Leonhard Dientzenhofer .  <\/p>\n<p>Georg Dientzenhofer baute die Stiftsbauten in Waldsassen und erstellte die Pl\u00e4ne zur dortigen Stiftskirche. Er baute die Stiftskirche von 1711-1724.Schiesser baute auch 1716 die Heilggrabkapelle, die schon 1715 von Abt Benedikt beschlossen wurde als Dank, Votivgabe und Mahnmal f\u00fcr den Frieden. <\/p>\n<p>Anlass war wahrscheinlich der erste Jahrestag des Friedens von Rastatt. Ihr liegt wohl ein Entwurf von Joseph Greissing zugrunde.  <\/p>\n<p>1717 wurde der Hochaltar von 1690 ins Langhaus versetzt und dieses 1717 eingeweiht. 1718 wurde die Verl\u00e4ngerung von Querhaus und Chor begonnen. 1722 wurden Querhaus und Chor abgebrochen, was urspr\u00fcnglich nicht geplant war. <\/p>\n<p>Der Klosterzimmermann Caspar Bayerschmidt aus Berlichingen errichtete den Kuppeldachstuhl \u00fcber der Vierung. Die anschlie\u00dfend von Schiesser ausgef\u00fchrte Vierungskuppel musste aber wegen Einsturzgefahr wieder abgetragen werden, <\/p>\n<p>was zur Entlassung von Schiesser f\u00fchrte. Dieser kehrte 73-j\u00e4hrig nach Waldsassen zur\u00fcck. Im gleichen Jahr wurde die Kuppel von zwei Tiroler Baumeistern wieder aufgemauert. <\/p>\n<p>Am 25. Juli 1727 wurde der Chor der jetzt fertiggestellten Kirche geweiht. <\/p>\n<p>Abt Benedikt war nicht nur in Sch\u00f6ntal selbst als Bauherr t\u00e4tig. 1706 wurde die Wallfahrtskirche von Neusass umgebaut und das Langhaus verl\u00e4ngert. Von 1713-1732 wurde Schloss Aschhausen umgebaut und erweitert. Es diente als Sommersitz der \u00c4bte und der letzte  <\/p>\n<p>Sch\u00f6ntaler Abt Maurus Schreiner bekam es nach der S\u00e4kularisation als Altersruhbesitz zugewiesen, wo er 1811 blind und taub starb. <\/p>\n<p>Von 1720-1724 lie\u00df er Schloss Ebersberg in Auenwald, heute im Rems-Murr&nbsp; Kreis nach einem Brand neu erbauen. In Bierungen lie\u00df er 1723\/24 die Pfarrkirche St. Kilian neu erbauen und 1724 in Winzenhofen die Pfarrkirche umbauen.<\/p>\n<p>Nicht nur als Bauherr war Abt Benedikt t\u00e4tig. Er war auch Schriftsteller. Er schrieb mehrere Werke, die sich mit der Klostergeschichte befassen. Am bekanntesten sind die Knittelverse, wobei diese nicht auf ihn zur\u00fcckgehen sondern auf das Versma\u00df und hei\u00dft \u00fcbersetzt Reimvers.<\/p>\n<p>Viele seiner Verse sind noch heute \u00fcber T\u00fcren, an W\u00e4nden oder unter Fresken zu sehen. <\/p>\n<p>Abt Benedikt starb am 21.August 1732 kurz vor seinem Goldenen Abtsjubil\u00e4um im&nbsp; 49.&nbsp; Regierungsjahr an Krankheit, Altersschw\u00e4che und Arbeit ersch\u00f6pft, mit 82 Jahren. Sein Epitaph hatte er schon 10 Jahre vor seinem Tod in Auftrag gegeben.<\/p>\n<p>In seiner Regierungszeit lebten etwa 40 M\u00f6nche im Kloster und 30 Konversen, die au\u00dferhalb des Klosters lebten.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Angelus M\u00fcnch (1732\u20131761) Abt Angelus setzte die Baut\u00e4tigkeit seines Vorg\u00e4ngers fort. 1737 lie\u00df er das mittelalterliche Refektoriumsgeb\u00e4ude abbrechen. Der Verbindungstrakt und Westfl\u00fcgel wurde jetzt gebaut..<\/p>\n<p>Abt Angelus hatte damit den in Berlichingen wohnhaften Baumeister Christian Fluhr beauftragt. Bis 1740 ist das Refektorium, der Treppenhausrisalit und der n\u00f6rdliche Teil der \u201cNeuen Abtei\u201d gedeckt. 1743 starb der Baumeister. <\/p>\n<p>Das&nbsp; neue Treppenhaus wurde von 1743-46 in Klosterregie gebaut. Mit dem Deutschordensbaumeister Georg Philipp Wenger (1701\u20131763) schloss Abt Angelus einen neuen Vertrag f\u00fcr die Fertigstellung des S\u00fcdteils, die bis zum Ende seiner Regierungszeit 1761 dauerte.<\/p>\n<p>Die Malereien stammen von Franz Erasmus Asam, dem Sohn von Cosmas Damian Asam. In seinen letzten 12 Jahren war er mittellos und gel\u00e4hmt, konnte aber im Kloster Sch\u00f6ntal bleiben.<\/p>\n<p>Abt Angelus stattete das Kloster auch f\u00fcr mehrere Tausend Gulden mit Paramenten,Pontifikalien und Kirchenger\u00e4te, darunter eine kostbare Monstranz aus.<\/p>\n<p>In seiner Regierungszeit setzte schon eine gewisse Disziplinlosigkeit des Konvents ein, die dann bei seinem Nachfolger offen zu Tage trat.<\/p>\n<p>Abt Angelus resignierte am 12.Mai 1761 und starb schon im Fr\u00fchjahr 1762.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger Augustin Brunnquell (1761\u20131784) stammte aus Lauda und hatte seine Profess am 8. Dezember 1749 in Kloster Sch\u00f6ntal abgelegt. Er war Pfarrer in Bieringen.<\/p>\n<p>Unter Vorsitz des Kaisheimer Vaterabts C\u00f6lestin Mermos (1739\u20131771)wurde er nach drei Wahlg\u00e4ngen in einer Minderheitswahl mit Drittelmehrheit gew\u00e4hlt. Da diese nicht kanonisch war, lie\u00df&nbsp; er sich nicht nur von Generalabt&nbsp; Francois Trouv\u00e9 (1748-1797)<\/p>\n<p>sondern auch von Rom best\u00e4tigen. Am 2. August 1761 erhielt er die Benediktion von Abt C\u00f6lestin in Kaisheim. War schon seine Wahl sehr schwierig, so brachte er den Konvent durch seine Strenge weiter auf. Der Konvent beschwerte sich beim W\u00fcrzburger Bischof,<\/p>\n<p>der sich auch einschaltete. In seiner Regierungszeit wurde sein Kloster dreimal visitiert, einmal von Abt C\u00f6lestin, einmal von dem Bronnbacher Abt Ambrosius Balbus (1752\u20131783) als Delegat des Generalabtes und einmal durch den neuen Kaisheimer Abt<\/p>\n<p>C\u00f6lestin II. Angelsbrugger (1771\u20131783 ). Der Konvent f\u00fchrte Prozesse gegen Abt Augustin und lag am Schluss in regelrechtem Kriegszustand mit ihm. Das f\u00fchrte dazu, dass im Dezember 1784 resignieren musste.<\/p>\n<p>Zu seinem Nachfolger wurde Maurus Schreiner (1784\u20131802 ) gew\u00e4hlt. Er hatte 1762 seine Profess in Sch\u00f6ntal abgelegt. Er trat ein sehr schweres Erbe an und war erst mal gezwungen, 1786 das Gut Eberberg zu verkaufen,um die Prozesskosten, die die Streitigkeiten seines<\/p>\n<p>Vorg\u00e4ngers verursacht hatte, bei Kaiser, Papst und Bischof zu bezahlen.<\/p>\n<p>Zweimal drohte seinem Kloster die Aufhebung. Einmal durch Kaiser Joseph II. 1765-1795) und die josephinische Reform, mit der alle Orden,&nbsp; die im volkswirtschaftlichen Sinne unproduktiv waren, also keine Krankenpflege, Schulen oder andere soziale Aktivit\u00e4ten betrieben,<\/p>\n<p>aufgehoben wurden.&nbsp; 1798 plante der Kurstaat Mainz, Sch\u00f6ntal zu seinen Gunsten zu s\u00e4kularisieren. Das geschah dann aber 1802 mit dem Reichsdeputationshauptschluss.<\/p>\n<p>Am 16. Oktober wurde Kloster Sch\u00f6ntal durch eine Kompanie w\u00fcrttembergische J\u00e4ger besetzt. Am n\u00e4chsten Tag wurde das Besitzergreifungspatent verlesen und die Untertanen von ihrem Eid entbunden.<\/p>\n<p>Abt Maurus war darauf schon vorbereitet gewesen. Er hatte den P\u00e4chtern die Pacht erm\u00e4\u00dfigt, das J\u00e4gerhaus und die Fischweiher an die Verwalter verschenkt oder billig verkauft und das Geld an die Konventualen verteilt.<\/p>\n<p>Diese Massnahmen f\u00fchrten noch zu einer langwierigen Untersuchung gegen ihn. Abt und Konvent durften zun\u00e4chst im Kloster bleiben. Abt Maurus erhielt sp\u00e4ter Schloss Aschhausen als Ruhesitz, wo er am 17. August 1811 verstarb.<\/p>\n<p>1807 wurde die Klosterkirche zur katholischen Pfarrkirche erkl\u00e4rt. 1811 wurde im Kloster ein evangelisches Seminar errichtet. Dieses bestand bis 1975.<\/p>\n<p>Heute werden die Geb\u00e4ude von der Di\u00f6zese Rottenburg-Stuttgart als Tagungshaus genutzt. Kloster Sch\u00f6ntal z\u00e4hlt zu den landeseigenen Monumenten und wird von der Einrichtung Staatliche Schl\u00f6sser und G\u00e4rten Baden-W\u00fcrttemberg betreut. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Wolfram von Bebenburg stammte aus der Familie der Ritter von Bebenburg, deren Stammburg die Bebenburg in Bemberg, heute ein Ortsteil von Rot am See. Wolfram nahm am zweiten Kreuzzug von 1147 bis 1149 teil. F\u00fcr den Fall seiner gl\u00fccklichen Wiederkehr hatte er gelobt, ein Kloster zu stiften. 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