{"id":3189,"date":"2021-02-23T17:22:19","date_gmt":"2021-02-23T17:22:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=3189"},"modified":"2021-02-23T17:22:19","modified_gmt":"2021-02-23T17:22:19","slug":"zisterzienserkloster-schnau-odenwald","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=3189","title":{"rendered":"Zisterzienserkloster Sch&ouml;nau\/Odenwald"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"Sch&ouml;nau - Zisterzienserkloster Sch&ouml;nau 1142-1560 2016-04-10 16-56-23.JPG\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/b\/bf\/Sch%C3%B6nau_-_Zisterzienserkloster_Sch%C3%B6nau_1142-1560_2016-04-10_16-56-23.JPG\/1920px-Sch%C3%B6nau_-_Zisterzienserkloster_Sch%C3%B6nau_1142-1560_2016-04-10_16-56-23.JPG\" width=\"1320\" height=\"880\"><\/p>\n<h4>Bischof Burchard (1115-1149), auch Buggo genannt, wurde 115 von Kaiser Heinrich V. (1111-1125) wurde 1115 in Worms auf den verwaisten&nbsp; Bischofsstuhl gesetzt und war vorher Hofkaplan des Kaisers.<\/h4>\n<p>1142 wurde auf seine Initiative das Zisterzienserkloster in Sch\u00f6nau im Odenwald gegr\u00fcndet. Er hatte deshalb beim Generalkapitel der Zisterzienser in Citeaux um die Errichtung einer Abtei in dem zu seiner Di\u00f6zese geh\u00f6renden Steinachtal gebeten. <\/p>\n<p>Dieses beauftragte das 1136 von Citeaux aus gegr\u00fcndete Kloster Eberbach im Rheingau mit dieser Aufgabe. Am 21. M\u00e4rz 1145 zogen 12 Eberbacher M\u00f6nche und ein Abt ins Steinachtal. Damit wurde Sch\u00f6nau die erste Tochtergr\u00fcndung von Eberbach unter Abt Ruthard (1136-1157),<\/p>\n<p>der rasch weitere folgten. Burchhard gab dem Kloster die Talsohle des Steinachtals.Bischof Burchard starb 1149 und wurde auf eigenen Wunsch im Kloster Sch\u00f6nau beerdigt. Sein Nachfolger Konrad I. von Steinach (1150-1171) war ebenfalls ein gro\u00dfer F\u00f6rderer der Gr\u00fcndung und erweiterte die Stiftung seines Vorg\u00e4ngers betr\u00e4chtlich. Konrad war schon in der Stiftungsurkunde als Zeuge aufgetreten.<\/p>\n<p>Im September 1169 nahm Kaiser Friedrich I. (1155-1190) Kloster Sch\u00f6nau mit all seinen Besitzungen in seinen Schutz.<strong> (<\/strong>RI IV,2,3 n. D1848.) Das passte auch zu Konrad I. dem W\u00fcrzburger Bischof, der nicht nur ein bedeutender F\u00f6rderer des Klosters war sondern auch ein<\/p>\n<p>\u00fcberzeugter Parteig\u00e4nger der Staufer. Er war auf dem ersten und zweiten Italienzug des Kaisers dabei und Friedrich Barbarossa war auch \u00f6fters in Worms bei Konrad. Der Zisterzienserschutz war Bestandteil der staufischen Hausmachtspolitik. An die Stelle der kaiserlichen Schutzherrschaft trat dann die Schirmherrschaft der Pfalzgrafe bei Rhein, deren Hauskloster Kloster Sch\u00f6nau und die Grablege der Pfalzgrafen wurde. Aber auch die Pfalzgrafen bei Rhein geh\u00f6rten in dieser Zeit zu den Staufern. So hatte Friedrich Barbarossa seinen Halbbruder Konrad von Staufen 1156 zum Pfalzgrafen (1156-1159)gemacht. Konrad war auch Vogt von Kloster Sch\u00f6nau. 1182 verlegte er seine Hofhaltung von der Burg Stahleck bei Bacharach nach Heidelberg, das auch Sitz seiner Vogtei \u00fcber Schonau wurde. Konrad starb 1195. Er wurde in Sch\u00f6nau bestattet.<\/p>\n<p>Auch seine Gemahlin Irmingard, die 1197 starb, fand ihre letzte Ruhest\u00e4tte in Sch\u00f6nau.<\/p>\n<p>Eine erste \u201cBer\u00fchmtheit\u201d von Kloster Sch\u00f6nau war Hildegund von Sch\u00f6nau. Sie war die Tochter von Harper von Helpenstein, eines Ministerialen des Erzbischofs von K\u00f6ln. Sie machte 1183 eine Wallfahrt mit ihrem Vater nach Jerusalem. Dieser starb aber auf der \u00dcberfahrt von Brindisi nach Tyrus.<\/p>\n<p>Die Heimreise unternahm sie in M\u00e4nnerkleidern um unterwegs nicht bel\u00e4stigt zu werden und nannte sich Josef. Sie besuchte dann eine Verwandte in Speyer und trat als Novize in Kloster Sch\u00f6nau ein. Mit nur 18 starb sie dort und erst bei der Leichenw\u00e4sche wurde entdeckt, dass sie eine Frau war.<\/p>\n<p>Sie wurde im Chor der Klosterkirche von Sch\u00f6nau bestattet und stand bald im Ruf der Heiligkeit.<\/p>\n<p>1180 geschah, was sp\u00e4ter als \u201cStiefelrevolte\u201d bezeichnet wurde. Die Konversen spielten eine ganz wichtige Rolle im Funktionieren eines zisterziensischen Klosters. Denn mit ihrer Arbeitskraft wurden die Grangien betrieben. Wie wesentlich sie waren, zeigte sich, als im 13. und 14. Jahrhundert immer<\/p>\n<p>weniger Konversen ins Kloster eintraten, was alle Kl\u00f6ster zwang, die Eigenwirtschaft einzuschr\u00e4nken, auf Verpachtung umzustellen oder neue Gesch\u00e4ftsfelder zu suchen, zum Beispiel Finanzdienstleistungen anzubieten, Patronatsrechte zu erlangen. (siehe Mei B\u00fcchle Kloster Eberbach)<\/p>\n<p>Nach der Ordensregel galten Konversen und M\u00f6nche als gleichwertig.Die Praxis war aber doch von der Theorie sehr verschieden. Das zeigte sich ja schon in der Baulichkeit. Es gab das Herrenrefektorium und das Laienrefektorium (Beispiel Maulbronn) M\u00f6nchschor und Laienchor waren durch die Chorschranke getrennt. Konversen konnten in der Regeln nicht lesen und schreiben. Sie sollten keine B\u00fccher haben. Konversen hatten weniger Feiertage als M\u00f6nche. Oft kamen zwei Konversen auf einen M\u00f6nch.<\/p>\n<p>Bei der Stiefelrevolte, wie das Herbert Derwein (Das Zisterzienserkloster Sch\u00f6nau mit den Zeichnungen des 16. Jahrhunderts aus dem Germanischen Nationalmuseum in N\u00fcrnberg , Frankfurt&nbsp; 1931 S. 35 ff) nennt, geht es darum, dass die Konversen Stiefel&nbsp; eigentlich tragen sollen, bis sie abgelaufen sind.<\/p>\n<p>In Sch\u00f6nau gab es aber j\u00e4hrlich neue, unabh\u00e4ngig vom Sohlenzustand. Abt Gottfried wollte nun aber, wie es die Ordensregel vorsah, die Stiefel erst ersetzen, wenn es n\u00f6tig war. Dagegen gab es massiven Widerstand. Die Konversen wollten ihre Stiefel einfach zerschneiden.<\/p>\n<p>Pl\u00f6tzlich starb der Anf\u00fchrer. Damit endete der Aufstand, bevor er richtig losging. Der Funke sprang aber \u00fcber aufs Mutterkloster. Eberbach hatte mehrfach enorme Probleme mit seinen Konversen. 1241 wurde Abt Rimund verst\u00fcmmelt und 1261 wurde Abt Werner von einem Laienbruder sogar erschlagen. Auch andere Kl\u00f6ster hatten \u00e4hnliche Probleme. In Heilsbronn konnte ein Abt seinen Dienst auch nicht mehr ausf\u00fchren. (siehe dazu ebenfalls Kloster Eberbach in Mei B\u00fcchle)<\/p>\n<p>Abt in Sch\u00f6nau war zur Zeit der Stiefelrevolte Gottfried. Er ist von 1182-1191 belegt. Sein Todestag ist der 5. September. Er gilt auch als Ordensheiliger. Allerdings ist seine Verehrung nicht nachweisbar. Deshalb wird er von den Bollandisten auch \u00fcbergangen. (Die Gesellschaft der Bollandisten ist eine Arbeitsgruppe, die die Lebensgeschichte der Heiligen der katholischen Kirche in kritischen Ausgaben auf handschriftlicher Grundlage zusammenstellt.<\/p>\n<p>Unter Abt Gerhard fand noch die Gr\u00fcndung von Kloster Bebenhausen statt.<\/p>\n<p>Pfalzgraf Rudolf I. von T\u00fcbingen hatte 1183 beim Dorf Bebenhausen ein Kloster gestiftet, das zun\u00e4chst von Pr\u00e4monstratenser besiedelt wurde. Diese verlie\u00dfen das Kloster aber schon vor 1189\/1190 wieder. Eine Anfrage des Pfalzgrafen in Citeaux wurde durch eine Kommission, die die \u00d6rtlichkeit<\/p>\n<p>untersuchte, positiv beschieden und das Kloster Sch\u00f6nau mit der Gr\u00fcndung beauftragt. Sch\u00f6nau war wirtschaftlich und personell in der Lage zur Gr\u00fcndung in der Lage. 1190 wurde der Gr\u00fcndungsabt Diepold&nbsp; mit 12 M\u00f6nchen nach Bebenhausen geschickt.<\/p>\n<p>Bebenhausen war die einziger Sch\u00f6nauer Tochter. Aber die Zisterzienserinnenkl\u00f6ster Ramsau, Lobenfeld und Neuburg unterstanden zeitweilig dem Sch\u00f6nauer Abt.<\/p>\n<p>Nachfolger von Abt Gottfried war Abt Diepold 1196- 1198, danach Abt in Eberbach und dort gestorben 1221. Allerdings gibt es zu Biographia Cisterciensis, die dieser Liste zu Grunde liegt eine Differenz zur \u00dcberlieferung von Kloster Eberbach. In&nbsp; R. Hermann B\u00e4rs Diplomatische Geschichte der Abtei Eberbach, Wiesbaden 1855, S.141) wird ein Abt Theobald genannt, der aber 1206 nach Eberbach als Abt berufen wird und dort 15 Jahre Abt bleibt und dort 1221 stirbt. Dann w\u00e4re dieser Theobald identisch mit Abt Diebold aus der Biographia Cisterciensis. <\/p>\n<p>Abt Berthold w\u00fcrde dann entfallen. Im Kopialbuch der Abtei Sch\u00f6nau sind f\u00fcr diesen Zeitraum keine Urkunden vermerkt und im Landesarchiv Karlsruhe finde ich auch keine Urkunden mit einem Abt Berthold.<\/p>\n<p>Um 1200 wurden die bisher provisorischen Holzbauten des Klosters durch massive Bauten ersetzt und auch durch eine Ringmauer umgeben.<\/p>\n<p>Am 18. Mai 1204 best\u00e4tigte Papst Innozenz III. (1198-1216) Kloster Sch\u00f6nau die Privilegien und Besitzungen des Klosters. Die Privilegien waren weitreichend. Es sollte von allen Zehntabgaben befreit bleiben. Abgaben waren weder von unbebautem noch kultivierten Land zu entrichten.<\/p>\n<p>Auch Fischwasser und Viehbestand blieben davon unber\u00fchrt. Zwar war das Kloster nicht exemt. Aber es hatte kirchenrechtlich doch eine Sonderstellung. Die \u00c4bte aus Sch\u00f6nau waren von der Teilnahme am von Bischof einberufenen Synoden befreit. Es gab keine Kontrolle durch Di\u00f6zesanvisitationen.<\/p>\n<p>Auch die Wahlen des Abtes fand ohne Einfluss des Wormser Bischofs statt. dieser nahm nur die Weihe der Novizen vor. (E Nr. 6, Verweisung Generallandesarchiv Karlsruhe)<\/p>\n<p>9 Jahre sp\u00e4ter hat Papst innozenz eine weitere Bulle erlassen. dieses Mal wird der Erzbischof von Mainz gebeten, Sch\u00f6nau zu sch\u00fctzen. Es hat wohl diesbez\u00fcglich Vorf\u00e4lle gegeben, denn der Papst wurde nur aktiv, wenn etwas passiert ist, bzw. wenn er darum gebeten wurde.<\/p>\n<p>\u201cPapst Innocenz III. befiehlt dem Erzbischof von Mainz, das Kloster Sch\u00f6nau im Besitz seiner Privilegien und G\u00fcter zu sch\u00fctzen und ihm die abhandengekommenen Eink\u00fcnfte durch Androhung eventueller Anwendung von Kirchenstrafen wieder zu beschaffen<strong>.\u201d <\/strong>{E Nr. 13, Verweisung}<\/p>\n<p>Generallandesarchiv Karlsruhe. Die Urkunde wurde am 20.Juli 1213 ausgestellt. Erzbischof war zu der Zeit Siegfried II. von Eppstein (1200-1230)<\/p>\n<p>Der er Mi\u00dfstand scheint allerdings rund 30 Jahre sp\u00e4ter noch nicht beseitigt gewesen zu sein. Denn sein sp\u00e4terer Nachfolger Innozenz IV. (1243-1254)stellte&nbsp; am 31. M\u00e4rz 1244 eine weitere Urkunde aus. Dieses Mal richtete sie sich an den Erzbischof von Mainz und seine Suffragane. Das sind <\/p>\n<p>die dem Erzbischof unterstellte Di\u00f6zesanbisch\u00f6fe. {E Nr. 73, Verweisung} Generallandesarchiv Karlsruhe. Erzbischof war Siegfried III. von Eppstein (1230-1249)der Nachfolger des Empf\u00e4ngers der ersten Urkunde.<\/p>\n<p>Abt Daniel regierte von 1208-1218. Er war erst Domherr in K\u00f6ln. dann trat er ins Kloster Himmerod ein. Dort wurde er zum Prior gew\u00e4hlt und kam dann nach Sch\u00f6nau, wo er Abt wurde. Er konnte den klosterbesitz vermehren.<\/p>\n<p>er starb 1218 im Ruf der Heiligkeit. Sein Gedenktag ist der 27. Juni (katholisch)<\/p>\n<p>Am 20. Juli 1255 erteilte Papst Alexander (1254-1261) Kloster Sch\u00f6nau das Privileg \u201cin geistlichen Angelegenheiten, welche die zum Kloster geh\u00f6rigen Orte betreffen, eigenst\u00e4ndig Entscheidungen zu treffen\u201d. (Kopialbuch Nr. 18)<\/p>\n<p>Ein weiteres Recht r\u00e4umte Papst Alexander dem Kloster am 10. Januar 1266 ein, n\u00e4mlich nach eigenem Ermessen auf seinem Friedhof Bestattungen durchzuf\u00fchren. (Kopialbuch Nr. 20)<\/p>\n<p>Es waren bereits und wurden eine Reihe nicht Klosterangeh\u00f6rige bestattet. Leute die auf dem Klosterfriedhof beerdigt werden sollten, gaben dem Kloster in der Regel reichlich Spenden daf\u00fcr.<\/p>\n<p>So wurden die Bisch\u00f6fe Burchard II. von Worms ( +1149), der Klosterstifter in Sch\u00f6nau beerdigt. Konrad II. von Riesenberg Bischof von Hildesheim von 1221-1246, + 18. Dezember 1249. Er stammte wahrscheinlich aus der Familie der Schenken von Erbach, die eine enge Beziehung zu Kloster Sch\u00f6nau hatten.<\/p>\n<p>Eberhard von Strahlenberg wurde 1291 als Bischof gew\u00e4hlt starb aber schon zwei Jahre sp\u00e4ter bei einem Romaufenthalt. Auf seinen Wunsch wurde er in Sch\u00f6nau bestatte. Seine Familie war schon vorher als G\u00f6nner des Klosters in Erscheinung getreten. So hatten 1250 seine Mutter und seine Br\u00fcder<\/p>\n<p>die Weinberge des Klosters von Abgaben befreit.Sch\u00f6nau war vor allem die Grablege der Pfalzgrafen (s.o). Die Schirmherrschaft der Staufer ging ja im 12. Jahrhundert auf die Pfalzgrafen \u00fcber. Neben Pfalzgraf Konrad von Staufen ist auch Pfalzgraf Heinrich IV. (+1214),<\/p>\n<p>Pfalzgraf Adolf (+ 1327) und Kurf\u00fcrst Rupprecht II (+ 1398) in Sch\u00f6nau bestattet.<\/p>\n<p>Der Klosterbau war in der Mitte des 13. Jahrhunderts weitegehend beendet. Die Kirche stand an der Nordseite der Klausur und war etwa so gro\u00df wie die Kirche in Eberbach und gr\u00f6\u00dfer als die Kirche in Maulbronn. Von der Klosterkirche, die um 1230 fertig war,<\/p>\n<p>sind nur noch an einer Ausgrabungsst\u00e4tte die halbrunden Nischen der Seitenkapellen im n\u00f6rdlichen Querschiff der Klosterkirche sowie die freigelegten Fundamente des Westportals der Klosterkirche zu sehen. Ebenfalls erhalten ist das Klostertor.<\/p>\n<p>Das ehemalige Herrenrefektorium wird heut als evangelische Stadtkirche benutzt. Das Brunnenhaus wurde in die katholische Pfarrkirche integriert. die Brunnenschale steht heute auf dem Marktplatz.<\/p>\n<p>Die H\u00fchnerfautei stand au\u00dferhalb der Klausur. Sie wurde 1250\/1251 errichtet und gilt heute als Deutschlands \u00e4ltestes Profangeb\u00e4ude. Hier wurden die Steuerleistungen in Geld oder Naturalien entrichtet. \u00d6stlich von der H\u00fchnerfautei stand der Wirtschaftshof des<\/p>\n<p>Klosters, ein sp\u00e4tgotischer Speicherbau. In der Staatsgalerie Stuttgart gibt es dazu ein Aquarell aus dem kurpf\u00e4lzischen Skizzenbuch. Auch die Klosterschmiede existiert noch. Es ist das von den Wallonen aufgestockte \u201cWallonenhaus\u201d. Zisterzienserkl\u00f6ster waren immer Eigenbetriebe,<\/p>\n<p>wo alles hergestellt wurde, was ein Kloster brauchte.&nbsp; <\/p>\n<p>Weiter im chronologischen Verlauf.<\/p>\n<p>1256 gestattet Papst Alexander dem Kloster, bewegliche und liegende G\u00fcter (Lehen ausgenommen) von Personen, die in das Kloster eintreten, anzunehmen. (Kopialbuch Nr. 21)<\/p>\n<p>1267 erkl\u00e4rte der Mainzer Erzbischof Werner von Eppstein (1259-1284 ) dass das Kloster Sch\u00f6nau von dem auf die Futtermittel f\u00fcr ihre Tiere in Viernheim zu zahlenden Zehnten befreit ist (Kopialbuch Nr. 8 24. August 1267, Laach)<\/p>\n<p>Am 6. M\u00e4rz 1262 kaufte Sch\u00f6nau einen Hof in Worms. Au\u00dferdem hatte Sch\u00f6nau Stadth\u00f6fe in Speyer und Frankfurt.&nbsp; Kloster Sch\u00f6nau wurde 1224 von Bischof Beringer von Entringen (1224-1232) von allen Zahlungen befreit und <\/p>\n<p>seine Besitzungen in der Stadt genossen dieselben Rechte, die alle anderen B\u00fcrger besitzen. (Kopialbuch 266) Der Schwerpunkt der st\u00e4dtischen Besitzungen lag aber in Heidelberg. Hier besa\u00df das Kloster 40 H\u00e4user, betrieb eine M\u00fchle.<\/p>\n<p>Die Neckarf\u00e4hre befand sich ebenfalls im Besitz des Klosters. 1218 hatte sich das Kloster das F\u00e4hrrecht in Heidelberg von Lutfrid von Waibstadt erworben (Kopialbuch 59). Es gab dann noch einige Klagen, aber 1245 waren alle zur\u00fcckgezogen (Kopialbuch S63)<\/p>\n<p>Auf dem sogenannten M\u00f6nchhof in Heidelberg wurden die \u00dcbersch\u00fcsse des Klosters vermarktet. Er wurde zum \u00f6konomischen und administrativen Zentrum des Klosters ausgebaut.<\/p>\n<p>Schon 1225 befreite Pfalzgraf bei Rhein Ludwig I. (1214-1231) Kloster Sch\u00f6nau von Abgaben bei Ein-und Ausfuhr von G\u00fctern nach Heidelberg (Kopialbuch Nr. 47)<\/p>\n<p>Am 21. Dezember 1387 bewilligte Papst Urban VI. (1378-1389) die Einrichtung des Hauses zu St. Jakob f\u00fcr studierende Zisterzienser, Papst Bonifaz IX. (1389-1404) 1390 vollzieht und das Haus St. Jakob unter die Aufsicht des Sch\u00f6nauer Abtes stellte.<\/p>\n<p>Auf dem H\u00f6hepunkt seiner Entwicklung hatte Kloster Sch\u00f6nau etwa 300 M\u00f6nche und etwa 300 Konversen (laut kloester-bw.de\/klostertexte) das waren mehr als das Mutterkloster Eberbach vorweist, das nach Sch\u00e4tzungen bei etwa 150 M\u00f6nchen lag.<\/p>\n<p>Um 1400 gab es in Deutschland etwa 2.800 St\u00e4dte mit weniger als 1000 Einwohnern.<\/p>\n<p>Schon zu Beginn des 14. Jahrhunderts ging das Kloster mit seiner Landwirtschaft zunehmend zunehmend von Eigenwirtschaft auf Verpachtung \u00fcber. Eine Tendenz, die in allen Zisterzienserkl\u00f6stern zu beobachten ist.<\/p>\n<p>Das h\u00e4ngt vor allem mit dem R\u00fcckgang der Konversen zusammen. Die Konkurrenz der Bettelorden, die im 13. Jahrhundert aufkamen, sorgte daf\u00fcr, dass junge nichtadelige M\u00e4nner sich vor allem den Franziskanern und den Dominikanern anschlossen.<\/p>\n<p>In der Erwerbspolitik der Kl\u00f6ster f\u00fchrte das dazu, das zunehmend versucht wurde, eintr\u00e4gliche Patronatsrechte und Zehntrechte zu erwerben. (siehe dazu auch Mei B\u00fcchle Kloster Eberbach, Kloster Otterberg)<\/p>\n<p>Kloster Sch\u00f6nau hatte im Gegensatz zu vielen Zisterzienserkl\u00f6stern nie unter feindliche Zerst\u00f6rung zu leiden,, was daran lag, dass die pfalzgr\u00e4flich\/kurf\u00fcrstlichen Schirmherren \u00fcber Jahrhunderte einen wirkungsvollen Schutz boten.<\/p>\n<p>Im Gegenzug dazu griff der Schutzherr der Abtei im Bedarfsfall aber auch auf die finanziellen Ressourcen des Klosters zur\u00fcck. So musste es in Kriegszeiten \u201cReiswagen\u201d stellen, das waren Pack-und Frachtwagen f\u00fcr Feldz\u00fcge einschlie\u00dflich der Zugtiere und<\/p>\n<p>Knechte. Das Kloster war auch zur finanziellen Unterst\u00fctzung der Heidelberger&nbsp; Universit\u00e4t verpflichtet.<\/p>\n<p>Sch\u00f6nau geriet vor der Reformation in eine Wirtschaftskrise. Die Abtei war zum Verkauf von Klosterbesitz gezwungen. Nach Schaab (Die Zisterzienserabtei Sch\u00f6nau im Odenwald. Heidelberg (2. unver\u00e4nderte Aufl. ) 1990. ) war diese Krise eher Folge solch externer Beanspruchung als <\/p>\n<p>wirtschaftlicher Zerr\u00fcttung. Philipp (1476-1508) war am Landsberger Erbfolgekrieg beteiligt. Sein Nachfolger Ludwig V. (1508-1544) hatte noch mit den folgen dieses Krieges zu k\u00e4mpfen. Er hatte heftige K\u00e4mpfe mit seinen Nachbarn zu f\u00fchren. (siehe dazu Mei B\u00fcchle Kloster Otterberg)<\/p>\n<p>Den Bauernkrieg beendete er mit der Schlacht bei Pfedersheim.<\/p>\n<p>Kurf\u00fcrst Ottheinrich (1556-1559) f\u00fchrte 1557 die Reformation nach lutherischer Ausrichtung ein. 1558 hob er das Kloster Sch\u00f6nau auf. Die Verwaltung der Liegenschaften und die grundherrlichen Rechte wurden von der bis heute bestehenden Pflege \u00fcbernommen.<\/p>\n<p>Der letzte Abt Wolfgang Kartheuser 1554\u201358) ging nach Worms und starb dort am 24. August 1563. Er ist in der Andreaskirche in Worms bestattet.<\/p>\n<p>1562 wurden calvinistische Glaubensfl\u00fcchtlinge aus Wallonien&nbsp; in Sch\u00f6nau angesiedelt. Sie waren zwar zum Erhalt der Klosteranlage verpflichtet, nahmen aber zahlreiche Umbauten vor, so dass sich von der urspr\u00fcnglichen Klosteranlage kaum mehr etwas erhalten hat.<\/p>\n<h4>&nbsp;<\/h4>\n<h4>\u00c4bte Kloster Sch\u00f6nau nach Biographia Cisterciensis <\/h4>\n<p>1. Konrad I. 1152-1153  <\/p>\n<p>2. Gottfried I. 1184\u20131196  <\/p>\n<p>3. Diepold 1196\u20131198&nbsp; gest. 1221, sp\u00e4ter Abt von Eberbach  <\/p>\n<p>4. Berthold I. 1200  <\/p>\n<p>5. Walther 1206\u20131208  <\/p>\n<p>6. Daniel 1208\u20131218  <\/p>\n<p>7. Christian 1218\u20131222  <\/p>\n<p>8. Konrad II. 1222\u20131223  <\/p>\n<p>9. Berthold II. 1223\u20131232  <\/p>\n<p>10. Konrad III. 1233\u20131240  <\/p>\n<p>11. Ulrich 1240\u20131245 <\/p>\n<p>12. Rudolph 1245\u20131249 <\/p>\n<p>13. Heinrich 1249\u20131258  <\/p>\n<p>14. Ebelin 1259\u20131263  <\/p>\n<p>15. Otto 1263\u20131279  <\/p>\n<p>16. Friedrich I. 1279\u20131281  <\/p>\n<p>17. Wernher 1282\u20131287  <\/p>\n<p>18. Johann I. 1287\u20131299  <\/p>\n<p>19. Friedrich II. 1299\u20131304  <\/p>\n<p>20. Peter I. Kleman 1304\u20131307  <\/p>\n<p>21. Hugo 1307\u20131312  <\/p>\n<p>22. Jakob I. 1312\u20131321  <\/p>\n<p>23. Engelbert 1323\u20131327  <\/p>\n<p>24. <br \/>Ludold <br \/>1341\u20131343  <\/p>\n<p>25. <br \/>Trutwin <br \/>1350  <\/p>\n<p>26. <br \/>Johann II. <br \/>1356\u20131360  <\/p>\n<p>27. Heilmann 1360\u20131363  <\/p>\n<p>28. Peter II. 1375\u20131392 gest. 1395 in Eberbach  <\/p>\n<p>29. Gottfried II. 1392\u20131400 aus Schriesheim  <\/p>\n<p>30. Eberhard I. 1400\u20131405  <\/p>\n<p>31. Marquard 1405\u20131406  <\/p>\n<p>32. Konrad IV. 1423\u20131438  <\/p>\n<p>33. Johann III. Marstaller 1440  <\/p>\n<p>34. Gerhard 1450\u20131459 Professor der Theologie  <\/p>\n<p>35. Peter III. 1461\u20131464  <\/p>\n<p>36. Johann IV. von Lindenfels 1465\u20131475 gest. als Abt von Eberbach  <\/p>\n<p>37. Eberhard II. 1479\u20131491  <\/p>\n<p>38. Nikolaus I. von Neidenstein 1491\u20131501  <\/p>\n<p>39. Jakob II. 1503\u20131520  <\/p>\n<p>40. Markus 1520\u20131523  <\/p>\n<p>41. Nikolaus II. Senger 1523\u20131526 aus Heidelberg  <\/p>\n<p>42. Lorenz Ortt 1527\u20131529  <\/p>\n<p>43. Sebastian Pfungstein 1529\u20131554 aus Heidelberg; auf dem Grabstein als 50. Abt bezeichnet  <\/p>\n<p>44. Wolfgang Kartheuser 1554\u20131563 aus Worms; ging nach der Aufhebung des Klosters nach Worms, dort gest. 24. Aug. 1563 und in der Andreaskirche begraben <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Bischof Burchard (1115-1149), auch Buggo genannt, wurde 115 von Kaiser Heinrich V. (1111-1125) wurde 1115 in Worms auf den verwaisten&nbsp; Bischofsstuhl gesetzt und war vorher Hofkaplan des Kaisers. 1142 wurde auf seine Initiative das Zisterzienserkloster in Sch\u00f6nau im Odenwald gegr\u00fcndet. 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