{"id":3161,"date":"2020-11-20T11:18:10","date_gmt":"2020-11-20T11:18:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=3161"},"modified":"2020-11-20T11:18:10","modified_gmt":"2020-11-20T11:18:10","slug":"kloster-lichtental","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=3161","title":{"rendered":"Kloster Lichtental"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<img decoding=\"async\" alt=\"Bildergebnis f&Atilde;&frac14;r Kloster Lichtenthal\" src=\"https:\/\/encrypted-tbn0.gstatic.com\/images?q=tbn:ANd9GcSKzVvoSb82UobvdIYdLgsqiMnqNREfsYAqxMNofhmWxuIgTI0u\"><\/p>\n<p>Markgr\u00e4fin Irmengard von Baden (um 1200\u20131260) gr\u00fcndete 1245 das Kloster Lichtenthal im Tal der Oos bei Baden-Baden. Es ist eines der ganz wenigen Kl\u00f6ster in Deutschland, das nie aufgehoben wurde und <\/p>\n<p>eine ununterbrochene Geschichte vorweisen kann.<\/p>\n<p>Irmengard von Baden wurde um 1200&nbsp; als Tochter von Heinrich I. (um 1173-1227) Herzog von Sachsen und Pfalzgraf bei Rhein und Agnes geboren. Heinrich entstammte dem Geschlecht der Welfen. Agnes war die Tochter<\/p>\n<p>Konrads, Pfalzgraf bei Rhein. Konrad war Staufer. So war sie also mit den beiden wichtigsten Geschlechtern ihrer Zeit verwandt. Sie heiratete um 1220 Heinrich V. Markgraf von Baden. Er war ein treuer Gefolgsmann<\/p>\n<p>von Kaiser Friedrich Barbarossa. Wichtige w\u00fcrttembergische St\u00e4dte waren in seinem Herrschaftsbereich wie Stuttgart, Backnang und Besigheim. Besigheim und Backnang wurden w\u00e4hrend seiner Regierungszeit zur Stadt ausgebaut,<\/p>\n<p>Stuttgart zur Stadt erhoben und 1229 in einer Urkunde Gregors IX. genannt. Die Stiftskirche in Backnang wurde zur Grablege der Markgrafen von Baden. 1241 folgte er K\u00f6nig Wenzel von B\u00f6hmen, der Herzog Heinrich von Schlesien im Kampf gegen die Mongolen zu Hilfe eilte. In der Schlacht von Liegnitz wurde er verwundet und starb. Er wurde zun\u00e4chst in Backnang beigesetzt.<\/p>\n<p>Nach dem Tod ihres Mannes begann Irmengard ihren Plan, ein Kloster zu gr\u00fcnden, umzusetzen. Sie war eine Anh\u00e4ngerin Bernhards von Clairveaux. Sein Orden, der Zisterzienserorden wuchs in dieser Zeit am schnellsten.<\/p>\n<p>Bernhard war als Kreuzugsprediger mehrere Male in Deutschland und bei dieser Gelegenheit soll er der Legende nach auf seinem Weg von Speyer nach Konstanz auch durch das Oostal gekommen sein und verk\u00fcndet haben <\/p>\n<p>&#8222;In diesem lichten Tale will ich meinem Orden ein Kloster bauen.&#8220; Irmengard scheint sehr tatkr\u00e4ftig gewesen zu sein. Allen Widerst\u00e4nden zum Trotz verwirklichte sie ihr Vorhaben. Der Orden weigerte sich lange, Frauenkl\u00f6ster in den Klosterverband aufzunehmen. So gab es 1228 einen Beschluss des Generalkapitels von Citeaux, keine Frauenkl\u00f6ster mehr in den Zisterzienserorden aufzunehmen. Es hat durchaus ein Nebeneinander von von Inkorporationsverboten und integrativen Ma\u00dfnahmen gegeben. Die Zisterzienser bekamen bald p\u00e4pstliche Privilegien. Sie konnten&nbsp; sich oft aus dem Aufsichtsrecht der Bisch\u00f6fe l\u00f6sen, in deren Di\u00f6zesen die Zisterzen waren. Oft&nbsp; hatten Bisch\u00f6fe nicht unbedingt Interesse, ein Zisterzienserkloster in ihrer Di\u00f6zese zu bekommen. So wollte der Stra\u00dfburger Bischof Heinrich von Stahleck (1245-1260)kein Frauenkloster in seinem Bistumsbereich gestatten.Sein Speyrer Amtskollege Sigibodo (1038 bis 1051) scheint da offener gewesen zu sein. In Lichtenthal&nbsp; wurde angeblich die Oos, die die Grenze zwischen den Bist\u00fcmern Stra\u00dfburg und Speyer bildete, einfach verlegt, so dass das Kloster auf speyrischem Gebiet lag.<\/p>\n<p>Irmengards S\u00f6hne Herrmann VI. (um 1222-4.10.1250) und Rudolf I.( -19.11.1288),die nach dem Tod des Vaters gemeinsam die Regierung \u00fcbernommen hatten, unterst\u00fctzten das Vorhaben der Mutter. Sie sicherten die Finanzierung des Baus und sorgten auch f\u00fcr den Klosterbetrieb mit zahlreichen Schenkungen. Ein erster Grundstock waren die D\u00f6rfer Winden und Beuern, zwei H\u00f6fe in Oos, einer in Haueneberstein und ein Anteil am Zehnt zu Iffezheim. <\/p>\n<p>Die beiden S\u00f6hne best\u00e4tigten mit einer Urkunde (Generallandesarchiv Karlsruhe GLA 35\/34) im M\u00e4rz 1245 die Stiftung ihrer Mutter und statteten sie mit diesen G\u00fctern besser aus.<\/p>\n<p>Eine Frauengemeinschaft bestand dort wohl seit 1243. Aber diese Best\u00e4tigung bedeutete die endg\u00fcltige Klostergr\u00fcndung Lichtenthals. Eine nachgereichte Gr\u00fcnderurkunde wurde am 3. November 1248 von der Markgr\u00e4fin Irmingard ausgestellt. Darin \u00fcbergab sie die Schenkung ihrer S\u00f6hne als ewiges Besitztum an die Abtei Lichtenthal.(GLA 35\/36). Die Urkunde ist mit dem eigenen Damensiegel der Markgr\u00e4fin gesiegelt. Neben befreundetet Herrschern wirkten als Zeugen auch die \u00c4bte von Kloster Selz, Schwarzach, Neubourg, Herrenalb und Bronnbach mit sowie der Stra\u00dfburger Bischof Heinrich von Stahleck.<\/p>\n<p>Irmengard hatte damit mit ihrer Schwester Agnes gleichgezogen. Diese war an der Gr\u00fcndung der Zisterzienserinnenabtei Seligenthal in Landshut beteiligt. Auch ihr Vater Vater Heinrich I. hatte Verbindungen zu den Zisterziensern. Er war 1227 bei der Stiftung des Zisterzienserinnenklosters Wienhausen in Niedersachsen dabei.<\/p>\n<p>Die Markgr\u00e4fin f\u00fchrte die Stiftung dem Zisterzienserorden zu. Die ersten Nonnen wurden aus dem ebenfalls noch sehr jungen Kloster Wald bei Messkirch berufen. Zum einen, weil diese wohl im Ruf besonderer Fr\u00f6mmigkeit standen, zum andern auch weil die Markgrafen noch im 13. Jahrhundert Stammg\u00fcter am Bodensee und in Oberschwaben besa\u00dfen.(B. Bauer. Das Frauenkloster Lichtenthal, Baden-Baden 1896,Anmerkung Seite 16) Kloster Wald wurde 1212 von dem Reichsministerialen Burkhard von Weckenstein unter tatkr\u00e4ftiger Mithilfe des Abtes von Salem Eberhard von&nbsp; Rohrdorf (1191- 1240)gegr\u00fcndet. Es war die erste von 6 Gr\u00fcndungen von Zisterzienserinnen in Oberschwaben, die alle in seiner Regierungszeit gegr\u00fcndet wurden. (Sie dazu auch Mei B\u00fcchle Kloster Heggbach, Kloster Gutenzell, Kloster Baindt). Trudlindis von Liebenstein (1247-49) aus Kloster Wald wurde zur \u00c4btissin der Abtei nahe Hohenbaden, der Stammburg der Markgr\u00e4fin, berufen. Diese nannte ihre Gr\u00fcndung \u201cLucida vallis\u201d wohl im Anklang an Clara Vallis, also Clairvaux.<\/p>\n<p>Zusammen mit der Markgr\u00e4fin Irmengard und ihren S\u00f6hnen bat Trudlindis 1247 das das Generalkapitel von&nbsp; Citeaux schriftlich um die Aufnahme in den Orden. Nach einer Inspektion durch Abt Heinrich I.(letztmals erw\u00e4hnt 1252) von Kloster Eu\u00dferthal und Abt&nbsp; <\/p>\n<p>Rudolf I. (1226\u20131256) von Kloster Tennenbach wurde das Kloster in den Orden aufgenommen und der Paternit\u00e4t von Kloster Neubourg unterstellt.<\/p>\n<p> Die erste p\u00e4pstliche Best\u00e4tigung erfolgte sehr schnell. Schon am 4. Juli 1245 stellte Papst Innozenz IV. (1243-1254 dem Kloster eine Schutzurkunde aus. \u201cPapst Innozenz IV. befiehlt den Erzbisch\u00f6fen, Bisch\u00f6fen, \u00c4bten etc., das Kloster Lichtenthal gegen dessen Bedr\u00e4nger in Schutz zu nehmen. (GLA E Nr.77)noch im selben Monat&nbsp; am 24. Juli best\u00e4tigte Papst Innozenz IV. den Besitz des Klosters (GLA E Nr.78). Die Aufnahme Lichtenthals in den Zisterzienserorden erfolgte 1248.&nbsp; Am 3. November 1248 nahm der Stra\u00dfburger Bischof Heinrich unter Assistenz des Abtes von Neubourg die Weihe der Klosterkirche vor. Sie wurde zu Ehren &#8222;Assumptio Mariae&#8220; geweiht (Feiertag 15.August \u201cMari\u00e4 Himmelfahrt). Der Leichnam Heinrichs V. wurde von der Stiftskirche in Backnang nach<\/p>\n<p>Lichtenthal \u00fcberf\u00fchrt und dort vor dem Hochaltar beigesetzt. Das geschah sicher auch unter dem Eindruck der kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen dem deutschen K\u00f6nig Heinrich (VII.) und seinem Vater Kaiser Friedrich II. , in die Backnang geraten war und 1235 zerst\u00f6rt worden war. Lichtenthal wurde nun zur Grablege der Markgrafen von Baden.<\/p>\n<p>Mit seiner am 31. Oktober 1256 in Anagni ausgestellten Urkunde best\u00e4tigte Papst Alexander IV. (1254-1261) den Besitz der Pfarrkirche in Baden(-Baden).(GLA E Nr.224) Am 7. M\u00e4rz 1260 best\u00e4tigte er auch eine Entscheidung des Papstes Innozenz die Kirche in Ettlingen betreffend. <\/p>\n<p>\u201cPapst Alexander IV. best\u00e4tigt dem Kloster Lichtenthal das Mandat Papst Innozenz IV. von 1251 bez\u00fcglich der Kirche zu Ettlingen. Iustis petentium desideriis\u201d (GLA E Nr. 251)<\/p>\n<p>Die Markgr\u00e4fin lebte nun im Kloster und als sie am 24. Juni 1260 starb, wurde sie an der Seite ihres Mannes vor dem Hochaltar bestattet. Ihr Sohn Rudolf I. stiftete 1288 die F\u00fcrstenkapelle, wo auch er und seine Gemahlin Kunigunde von Eberstein und seine Nachkommen bestattet sind. <\/p>\n<p>Die erste \u00c4btissin Trudlindis legte schon 1249 wegen schwerer Krankheit ihr Amt nieder und starb kurz darauf. Auf sie folgte Mechtild von Liebenstein 1249-1252. Sie war unter ihrer Vorg\u00e4ngerin Priorin. Sie resignierte aber nach drei Jahren. In ihrer Regierungszeit wurde der Klosterneubau vollendet. <\/p>\n<p>Die Weihe des Klosterneubaus nahm der Deutschordenspriester und Bischof Heinrich von Streitberg vor. Wegen unhaltbarer politischer Zust\u00e4nde im Ermland hatte er 1250 resigniert. W\u00e4hrend seiner Resignationszeit wirkte er als Weihbischof in W\u00fcrzburg. Aus dieser Di\u00f6zese stammte auch die dritte Lichtenthaler \u00c4btissin Adelheid von Krautheim. Sie war die Tochter von Wolfrad von Krautheim, dessen Burg im Jagsttal lag. Sie war Zisterziensernonne im Kloster Himmelpforten bei W\u00fcrzburg. Die verwandtschaftlichen Beziehungen zwischen den H\u00e4usern Krautheim und Baden erkl\u00e4ren, dass Adelheid von W\u00fcrzburg nach Lichtenthal kam. Dort wurde sie 1252 zur \u00c4btissin gew\u00e4hlt. Sie d\u00fcrfte auch Bischof Heinrich von Streitberg um die Weihe des Kloster gebeten haben.&nbsp; Bischof Heinrich gew\u00e4hrte mit Zustimmung des Speyrer Bischofs einen j\u00e4hrlich zu gewinnenden Kirchweihablass. Er legte das Kirchweihfest in Lichtenthal auf den Sonntag vor Mari\u00e4 Geburt fest.Sie wurde bis 1470 an diesem Tag gefeiert. In ihrer Regierungszeit gew\u00e4hrte Markgraf Rudolf I. 1256 die Teilhabe an der Nutzung der Allmenden der Stadt Baden. Papst Alexander IV. (1254-1261) legte am 13. Mai 1256 f\u00fcr das Kloster Lichtenthal eine H\u00f6chstzahl von Nonnen fest. \u201c Papst Alexander IV. stellt fest, dass die Zahl der Nonnen im Kloster Lichtenthal wegen der m\u00e4\u00dfigen Eink\u00fcnfte der neuen Stiftung vierzig nicht \u00fcberschreiten soll, und verbietet unter Androhung des Anathems, dass ohne besondere p\u00e4pstliche Erlaubnis \u00fcber diese Zahl hinausgegangen wird. Ne alicuius pretextu \/\u201d (GLA E Nr. 194). Der Posten der \u00c4btissin scheint sehr kr\u00e4ftezehrend gewesen zu sein, denn auch Adelheid sieht sich nach 5 Jahren Regierungszeit den Anforderungen gesundheitlich nicht mehr gewachsen und bat 1257 um Amtsenthebung. Auf sie folgte Mechtild von Wildenstein (1257-1258). Sie wurde 1257 zur \u00c4btissin gew\u00e4hlt und war vorher Priorin. Sie war eine der Religiosen, die aus Kloster Wald berufen worden war. Metza von Lichtenberg (1258-1263) hatte wohl wieder sehr enge verwandtschaftliche Beziehungen zum Hause Baden. Denn sie soll eine Schwester von Ludwig II. von Lichtenberg gewesen sein, der mit Elisabeth, der Stifterin Irmengards Tochter, verm\u00e4hlt war. In ihrer Regierungszeit wurden wieder mehrere p\u00e4pstliche Schutzurkunden ausgestellt. Die bisher l\u00e4ngste Regierungszeit erreichte \u00c4btissin Adelheid von Baden 1263-1295. Sie war eine Enkelin der Klosterstifterin und die Tochter des Markgrafen Rudolf I. Ihre Mutter entstammte dem Geschlecht der Grafen von Eberstein. Der Adel und das wohlhabenden B\u00fcrgertum aus dem Umfeld von Kloster Lichtenthal statteten ihre T\u00f6chter, die ins Kloster eintraten, durch Schenkungen an das Kloster gut aus. Bis zum Ende des 14. Jahrhunderts kam das Kloster so gro\u00dfem Streubesitz. 1281 inkorporierte der Speyrer Bischof Friedrich von Bolanden (1272 \u20131302)die Pfarrkirche zu Baden-Baden.(Willi,Dominicus in: Brunner, Sebastian, ein Zisterzienserbuch Geschichte und Beschreibung der bestehenden und Anf\u00fchrung der aufgehobenen Cistercienserstifte in \u00d6stereich, Ungarn, Deutschland und der Schweiz, W\u00fcrzburg 1881, S. 654)<\/p>\n<p>1288 schenkte Markgraf das Dorf Geroldsau im Grobbachtal samt allen darauf liegenden Rechten. (GLA&nbsp; 35 Nr.84). In diesem Jahr trat er auch den Zehnten und den Kehlhof in Steinbach ab.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/c\/c5\/Baden-Baden_10-2015_img54_Lichtental.jpg\/220px-Baden-Baden_10-2015_img54_Lichtental.jpg\" width=\"220\" height=\"220\"><\/p>\n<p>1288 stiftete er die F\u00fcrstenkapelle als Begr\u00e4bnisst\u00e4tte f\u00fcr sich und seine Nachkommen. Nur wenige Tage nach der Stiftung der Kapelle verstarb Markgraf Rudolf. Seine Gemahlin Kunigunde \u00fcberlebte ihn um drei Jahre. Wie schon Markgr\u00e4fin Irmengard<\/p>\n<p>verbrachte Kunigunde ihr Leben nach dem Tode ihres Mannes im Kloster Lichtenthal. Dort verstarb sie am 22. April 1290 und wurde an der Seite ihres Gatten in der F\u00fcrstenkapelle bestattet. Ihre Tochter, die \u00c4btissin Adelheid starb am 16. August 1295.<\/p>\n<p>Die meisten \u00c4btissinnenverzeichnisse f\u00fchren Kunigundis Gr\u00e4fin von Zollern (1295\u20131310) als 7. \u00c4btissin von Kloster Lichtenthal. Maria Agnes Wolters schreibt in ihrem \u201c\u00c4btissinennverzeichnis der Zisterzienserabtei Lichtenthal in den ersten zwei Jahrhunderten seit der Klostergr\u00fcndung\u201d in Freiburger Di\u00f6zesanarchiv 77,1957 S. 286-302 dass diese Nennung auf eine Verwechslung von Mutter und Tochter zur\u00fcckzuf\u00fchren sei. Sie f\u00fchrt als Nachfolgerin von \u00c4btissin Adelheid Adelheid von Lichtenberg, die auch 1312 urkundlich bezeugt ist. Adelheid stammte aus der Familie Lichtenberg. Die Herren von Lichtenberg waren im 13.und 14. Jahrhundert im unteren Elsass und im Raum Stra\u00dfburg beg\u00fctert. Ein Enkel des Stammvaters Ludwig I. der Vogt in Stra\u00dfburg war, Ludwig II. war mit Elisabeth<\/p>\n<p>Markgr\u00e4fin von Baden verheiratet. F\u00fcr sie war es die 2. Ehe. Sie war die Tochter von Markgrafen Hermann V. und der Klostergr\u00fcnderin Irmengard. Diese eheliche Verbindung spiegelt sich auch&nbsp; bei der Besetzung des Lichtenthaler \u00c4btissinnenstuhls wider,denn immerhin zwei (oder drei, wenn man Maria Agnes Wolters folgt) \u00c4btissinnen kommen aus der Familie Lichtenberg Auf Adelheid von Lichtenberg folgt Adelheid von Elisabeth von Lichtenberg (1310\u20131320). In ihrer Regierungszeit stiftete die Witwe des Markgrafen von Baden Rudolf II. Adelheid von Ochsenstein den G\u00fclthof in Sandweier. 1312 weihte der Speyrer Weihbischof die F\u00fcrstenkapelle mit f\u00fcnf Alt\u00e4ren.<\/p>\n<p>Elisabeths Nachfolgerin war ihre leibliche Schwester Agnes von Lichtenberg (1320\u20131336). 1322 stellte Bischof Emicho von Speyer&nbsp; (1314- 1328)<\/p>\n<p>dem Kloster ein ganz wichtiges Dokument aus. Darin best\u00e4tigte er alle Papsturkunden, die Kloster Lichtenthal seit seiner Gr\u00fcndung erhalten hatte. Am Anfang dieser Best\u00e4tigung versicherte der Bischof, alle Urkunden, gesehen, gelesen zu haben und die Echtheit der Bullen \u00fcberpr\u00fcft zu haben. (GLA 35\/2 und 35\/6) Damit wurde Kloster Lichtenthal vom Di\u00f6zesanbischof als dem Zisterzienserorden zugeh\u00f6rig dokumentarisch anerkannt.Bisher war es de facto als solches nur geduldet.In ihrer Regierungszeit schenkte Markgraf Rudolf III. dem Kloster den Hof in Balg, heute ein Ortsteil von Baden-Baden. In dieser Zeit wurden dem Kloster auch eine Reihe von Zollbefreiungen einger\u00e4umt. Ludwig der Bayer gew\u00e4hrte einmal im Jahr f\u00fcr ein mit Wein oder anderen G\u00fctern beladenes Schiff f\u00fcr das Kloster Lichtenthal auf dem Rhein v\u00f6llige Zollfreiheit. (RI VII H. 2 n. 173 vom 18. Dezember 1332). Pfalzgraf Ruprecht der \u00c4ltere befreite das Kloster Lichtenthal und seine Tante, die \u00c4btissin Agnes Markgr\u00e4fin von Baden f\u00fcr&nbsp; 50 Fuder Wein im Jahr von Rheinz\u00f6llen. (Ein Fuder entsprach im Gro\u00dfherzogtum Baden 1.500 Liter)(Zollprivileg vom 10. April 1355). Graf Johann von Katzenellenbogen, ebenfalls ein Verwandter von \u00c4btissin Agnes ,befreite Kloster ebenfalls f\u00fcr 50 Fuder Wein von Rheinz\u00f6llen. (11.August 1355)(Alle Zahlenangaben bei B. Bauer das Frauenkloster Lichtentthal, Baden-Baden 1896, S. 51)<\/p>\n<p>Auf Agnes von Lichtenberg folgte Adelheid von Beuchlingen (1336-1338). Sie war die Witwe von Markgraf Friedrich von Baden( + 1333). Sie trat nach dem Tod ihres Mannes zusammen mit ihren T\u00f6chtern Agnes,Irmingard und Maria ins Kloster Lichtenthal ein.<\/p>\n<p>1338 wurde Agnes Markgr\u00e4fin zu Baden \u00c4btissin. Sie \u00fcbte das Amt von 1338 bis 1361. In ihrer Regierungszeit bl\u00fchte der Konvent. Er z\u00e4hlte 80 Mitglieder. Das Kloster wurde auch reich mit Schenkungen bedacht. 1340 schenkte der Edelknecht Wigand zu Berghausen und seine Frau Anna das Patronatsrecht der Kirche in Malsch. Am 3. Oktober zeigte er beim Bischof von Speyer die Schenkung an und bat \u201cum Best\u00e4tigung derselben und die Einverleibung der Kirche in das Kloster, damit dieses in den Genu\u00df der Eink\u00fcnfte jener kommen k\u00f6nne\u201d (J. Dambacher, Urkundenarchiv des Klosters Lichtental (in:Zeitschrift f\u00fcr die Geschichte des Oberrheins 7 1856 S. 472)1341 \u00fcbergab Markgraf Hermann IX. (1333-1353) den Kirchensatz und die Kollatur (das Recht, eine geistliche Stelle zu besetzen)der Kirche von Steinbach. 1342 wurde die Kirche inkorporiert.( Beleg der Daten bei Bauer S. 49, Anmerkungen) 1344 schenkte Markgraf Rudolf IV. (\u2020 1361) dem Kloster das Patronatsrecht von Pforzheim. Das Kloster richtete im Gegenzug einen <br \/>Jahrtag f\u00fcr den 1332 verstorbenen Rudolf III. ein. Rudolf IV. war in erster Ehe mit Luitgard von Bolanden (gestorben 1324 oder 25)verheiratet. Ihre Schwester Anna lebte als Zisterzienserin im Kloster Kirschgarten in Worms. Anna besa\u00df einen ber\u00fchmten Deutsch-Lateinischen Psalter, heute als Codex Lichtenthal 37 in der Badischen Landesbibliothek. Dieser kam an Maria von \u00d6ttingen, die zweite Gattin von Annas Schwager Rudolf. Nach dessen Tod trat Maria von \u00d6ttingen in dass Kloster Lichtenthal ein. So gelangte der Codex in den Besitz des Klosters. Die Pfarrkirche von Pforzheim wurde am 5. Juni 1344 durch Bischof Gerhard von Speyer(1336 \u20131363 ) in Kloster Lichtenthal inkorporiert.Im Urkundentext wird darauf hingewiesen, dass sich Kloster Lichtenthal in gro\u00dfer Not befand.<\/p>\n<p>\u201cBischof Gerhard von Speyer inkorporirt dem in gro\u00dfer Noth befindlichen Kloster Lichtenthal bei Beuren die Pfarrkirche in Pforzheim auf Bitten und mit Genehmigung des Patrons dieser Kirche des Markgrafen Rudolfs IV. von Baden, und mit Zustimmung des Domkapitels in Speyer, sammt ihrem ganzen Einkommen, aus welchem jedoch dem von der \u00c4btissin zu pr\u00e4sentirenden Pfarrverwesers, der ein tauglicher Weltgeistlicher sein mu\u00df, seine Congrua gereicht werden soll.\u201d (J. Dambacher S. 490) 1348 schenkten die Markgrafen Friedrich III. (1348-1352) und Rudolf V.(1348-1361) dem Kloster das Patronatsrecht in Haueneberstein. B.Bauer S. 50\/51) <\/p>\n<p>\u00c4btissin Agnes verstarb 1361. Auf sie folgte Adelheid von T\u00fcbingen (1361-1367). Maria Agnes Wolters&nbsp; f\u00fchrt das \u00c4btissinnenverzeichnis wieder etwas anders weiter. Sie l\u00e4sst auf Adelheid von T\u00fcbingen nicht Adelheid Gr\u00e4fin von Herrenberg folgen. Sie sagt Adelheid von T\u00fcbingen und Adelheid von Herrenberg seien ein und dieselbe Person. Bei ihr folgt Kunigunde von Zollern, 1367-81 (s.o.) Bei der Inkorporationsurkunde der Pfarrkirche von Pforzheim wurde auf die Not des Klosters hingewiesen. Zwar hatte das Kloster einen gro\u00dfen Besitz und gute Eink\u00fcnfte. Aber es war gezwungen damit haush\u00e4lterisch um zu gehen. Eine Urkunde illustriert das. \u201cAm 8. Juli 1366 bestimmen \u00c4btissin Adelheid und der Konvent zu Lichtenthal mit Beratung und Genehmigung ihres Visitators Abts Gottfried von Neuburg, die Anzahl der Personen im Kloster auf 60 n\u00e4mlich 51 Frauen, die den Schleier haben, und 9 dienende Schwestern, um das Kloster vor Noth und Schulden zu bewahren, da eine gr\u00f6ssere Anzahl zu erhalten, dasselbe nicht verm\u00f6ge. Nur bei Prinzessinnen der f\u00fcrstlichen Familie solle Ausnahme stattfinden d\u00fcrfen\u201d (J. Dambacher S. 344). <\/p>\n<p>Der Personalstand unter \u00c4btissin Adelheid sank dann auch auf 52 Nonnen.<\/p>\n<p>Karl IV. gab Kloster Lichtenthal am 16. April 1361 ein Zollprivileg, in dem ebenfalls auf die Armut des Klosters hingewiesen wird. \u201cKarl IV. tut der \u00c4btissin und dem Konvent zu Lichtenthal grauen Ordens Speyrer Bistums wegen seiner Armut die Gnade, j\u00e4hrlich 50 Fuder Weins Zollfrei auf dem Rhein zu f\u00fchren, wof\u00fcr sie ihm und seinen Vorfahren und Nachkommen am Reich j\u00e4hrlich am St. Wenzelstag eine Singmesse halten sollen.\u201d (RIplus Regg. Karl IV. (Diplome) n. 5313)<\/p>\n<p>Gegen Ende des 13. Jahrhunderts und noch mehr Anfang des 14. Jahrhunderts gingen die Schenkungen sp\u00fcrbar zur\u00fcck. Ein Niedergang des geistlichen Lebens und der Ordensdisziplin waren ebenfalls zu verzeichnen. Auch dass der \u00c4btissinnenstuhl \u00fcber mehrere Jahre nicht besetzt war, deutet auf Schwierigkeiten hin. Nach dem Tod von Adelheid Gr\u00e4fin von Lichtenberg (1407-1413) trat eine zehnj\u00e4hrige Sedisvakanz ein.Mit Adelheid von Helfenstein (1423-1447)wurde eine neue \u00c4btissin gew\u00e4hlt. Solche Probleme trafen nicht nur Lichtenthal. Not und Armut vieler Kl\u00f6ster machte diese abh\u00e4ngiger von Wohltaten der Landesherren, dem \u00fcbrigen Adel und dem wohlhabenden B\u00fcrgertum. Dies wieder verpflichtete die Kl\u00f6ster zur vermehrten Aufnahme der nachgeborenen T\u00f6chter. Dadurch kamen viele Frauen nicht aus monastischer Berufung sondern aus Versorgungsgr\u00fcnden ins Kloster. Auch f\u00fchrten solche Nonnen mit dem ihnen von ihren Familien zugewiesenen Verm\u00f6gen ein freies Leben und unterwarfen sich nicht den kl\u00f6sterlichen Leben, was nat\u00fcrlich innerhalb der Konvente zu Spannungen und Zerw\u00fcrfnissen und dem Zerfall \u00fcberkommener Ordensgewohnheiten f\u00fchrte.<br \/>Dazu kamen die politischen Umst\u00e4nde, Spannungen im Reich und das Schisma der P\u00e4pste. Das Generalkapitel in Citeaux beschloss am 14.September 1426&nbsp; eine Reform von Kloster Lichtenthal. In der Urkunde hei\u00dft es: \u201cWir, Bruder Johannes,Abt von Cisterz, und die \u00fcbrigen Definitoren des Generalkapitels des Cistercienserordens, tun kund, da\u00df im Jahre 1426, am 14. September, auf genanntem Generalkapitel, das zu Cisterz tagte, folgende Anordnung getroffen worden ist: Das Kapitel \u00fcbertr\u00e4gt den \u00c4bten von L\u00fctzel, Maulbronn und Herrenalb, und im Fall, da\u00df alle drei zugleich in gegenw\u00e4rtiger Sache nicht frei w\u00e4ren, zweien von diesen mit aller m\u00f6glichen Piet\u00e4t des Kapitels und seinen besten und vern\u00fcnftigen Klauseln die Reformation des Klosters Lichtenthal, wo, wie es dem Generalkapitel zu Ohren gekommen ist, die regul\u00e4re Observanz fast g\u00e4nzlich daniederliegen soll zum Gesp\u00f6tt des Volkes, zum Nachteil des Ordens, zum \u00c4rgernis vieler \u2014 und zwar die Reformation an Haupt und Gliedern nach vorausgegangener Untersuchung \u00fcber Unordnungen in Leben, Sitten und Umgang der Nonnen des genannten Klosters Lichtenthal. Und je nachdem, was sie vorgefunden und ihnen n\u00fctzlich erscheint,werden sie alle Nonnen des genannten Frauenklosters kraft der Autorit\u00e4t des Kapitels in andere Frauenkl\u00f6ster vorerw\u00e4hnten Ordens schicken, mitsamt ihren beweglichen G\u00fctern, und statt ihrer genanntes Kloster mit M\u00f6nchen besetzen, um in Zukunft dort das g\u00f6ttliche Offizium zu verrichten.Gegeben zu Cisterz unter dem Siegel der Definitoren, Jahr und Tag wie oben. (Der Abt) von Clairefontaine.&#8220; (Urkunde Uk. v. 1426, Sept 14; Can. IV, 304; 1426\/32; Orig. LKA Nr. 26.) Die \u00c4bte von Kloster L\u00fctzel Abt Konrad Holziker (1409-1443), Maulbronn Abt Albrecht von \u00d6tisheim (1402-1428)und Herrenalb Abt Heinrich von Magstadt (urkundete erstmals 1427 letztmals 1452)waren vom Generalkapitel also ganz formell beauftragt worden 1422 hatte Kloster Maulbronn schon die Reform von Kloster K\u00f6nigsbr\u00fcck im Heiligen Forst bei Haguenau im Elsass \u00fcbernommen. Jegliches Privateigentum wurde abgeschafft. Der ganze Konvent sollte wieder aus den gemeinsamen Eink\u00fcnften leben. Auch die Klausur sollte wieder eingehalten werden und das Chorgebet regelm\u00e4\u00dfig verrichtet werden. Abt Holziker war&nbsp; der&nbsp; offizielle Konzilsabgeordnete f\u00fcr das Konstanzer Konzil des Generalkapitels der Zisterzienser. Er hatte sich nachdr\u00fccklich f\u00fcr eine Ordensreform und die Wiederherstellung der Ordensdisziplin ausgesprochen. Er hatte auch einen lateinischen <br \/>Traktat \u00fcber die Missbr\u00e4uche in Kl\u00f6stern geschrieben und darin regelwidriges Verhalten scharf verurteilt. Abt Albrecht&nbsp; hatte im M\u00e4rz 1407 den Kurf\u00fcrstensohn getauft.<\/p>\n<p>Nonnen aus dem Kloster K\u00f6nigsbr\u00fcck halfen bei der inneren Erneuerung. Auch Markgraf Bernhard I. (1364- 1431) unterst\u00fctzte die Forderungen der Reform nachdr\u00fccklich. Er machte auch w\u00e4hrend der Ordensreform in Lichtenthal seinen Einfluss geltend.<\/p>\n<p>1430 beaufragte das Generalkapitel Abt Johann von Neuburg, den Vaterabt von Lichtenthal mit der weiteren Reform im Kloster Lichtenthal und zwar wie in der Urkunde vermerkt wird, ad requestam domini marchionisBadensis&#8220; (Ca. IV, 350; 1430\/44)<\/p>\n<p>Noch 1430 wurden die \u00c4bte von Neuburg, Maulbronn und Bebenhausen als gemeinsame Visitatoren und Reformatoren von Kloster Lichtenthal eingesetzt. Auch das geschah auf ausdr\u00fcckliche bitte des Markgrafen. (Can. IV, 355; 1430\/69)<\/p>\n<p>Markgraf Bernhard I verstarb am 3. Mai 1431. Auf ihn folgte sein Sohn Markgraf Jakob (1431 bis 1453) Auch er unterst\u00fctzte die Reform von Kloster Lichtenthal weiter. Unter seiner Schutzherrschaft f\u00fchrten die \u00c4bte von Neuburg Johann Ganser (1427 bis 1442)<\/p>\n<p>Bebenhausen Abt Heinrich, Edler von Hailfingen (1412 bis 1432) und Maulbronn Abt Johann von Gelnhausen (1430-1439)die Reform des Kloster Lichtenthals weiter. Abt Johann Ganser vermittelte 1434 auch die Erneuerung des Zollprivilegs f\u00fcr Lichtenthal durch Kaiser Sigmund (GLA 35\/3). Abt Johann von Gelnhausen war urspr\u00fcnglich Karth\u00e4user.Er trat zu den Zisterziensern \u00fcber, war zun\u00e4chst Prior in Kloster Stams und wurde 1430 Abt in Maulbronn. Das Konzil von Basel beauftragte ihn 1431 mit den Friedensverhandlungen mit den Hussiten. Er unterrichtete Kaiser Sigmund vom guten Ausgang seiner Verhandlungen, wie dieser an einen Brief wohl am 29. Juni 1434 an den F\u00fchrer der Taboriten schreibt. (RI XI, 2 N. 9191).<\/p>\n<p>Der neue Markgraf k\u00fcmmerte sich vor allem um die Sanierung der&nbsp; wirtschaftlichen Verh\u00e4ltnisse von Kloster Lichtenthal<\/p>\n<p>Um 1440 wurde Elisabeth Wiest von K\u00f6nigsbr\u00fcck nach Lichtenthal berufen. <\/p>\n<p>Elisabeth wurde 1447 zur \u00c4btissin (1447-1460) gew\u00e4hlt. Sie war die erste Reform\u00e4btissin aus K\u00f6nigsbr\u00fcck und die erste b\u00fcrgerliche \u00c4btissin. Auch das Augenmerk der neuen Lichtenthaler \u00c4btissin konzentrierte sich zun\u00e4chst auf die Bereinigung der wirtschaftlichen Verh\u00e4ltnisse. Sie kaufte 1467 das Schaffnereihaus mit Scheuer und Hofraite in Pforzheim. Innerhalb des Konventes baute man das Eigentumsdenken allm\u00e4hlich wieder ab und versorgte die Nonnen aus dem gemeinsamen Besitz der Abtei. Auch Markgraf Johann achtete darauf, dass Klosterfrauen zustehende Erbg\u00fcter von den Verwandten an die Abtei gegeben wurden.&nbsp; In ihrer Regierungszeit entstand erstmals eine eigene Schreibstube in Lichtenthal. Mehrere Nonnen beteiligten sich in diesem Skriptorium an der Buchproduktion. Nun konnten Handschriften vor Ort abgeschrieben werden und das Kloster war nicht mehr auf die Lieferung auf die Lieferung von benachbarten Kl\u00f6stern angewiesen. Das Skriptorium erledigte nun auch Verwaltungsarbeiten. Eine Schreiberin des Klosters ist namentlich bekannt. Sie hie\u00df Margaretha und hatte den Beinamen \u201cRegula\u201d, vielleicht eine Anspielung auf ihre Strenge und ihren Beruf als Schreib-und Lesemeisterin. M\u00f6glicherweise kam sie 1440 mit Elisabeth Wiest aus K\u00f6nigsbr\u00fcck. Regula war nicht nur mit dem Abschreiben von Manuskripten besch\u00e4ftigt. Sie bearbeitet diese auch, wovon viele ihrer Randnotizen Zeugnis ablegen. Sie \u00fcberlegte auch, welche Literatur f\u00fcr ein Frauenkloster passen k\u00f6nnte. In ihren Aufgabenbereich fiel auch die Zusammenstellung und die \u00dcbersetzung&nbsp; vom Lateinischen ins Deutsche der t\u00e4glichen Lesetexte.Handschriften der Schwester Regula befinden sich au\u00dfer im Lichtenthaler Archiv auch im Generallandesarchiv Karlsruhe und in der Biblioth\u00e8ke nationale et universitaire in Stra\u00dfburg. Der vermutlich \u00e4lteste Codes von Regulas Hand ist eine Sammelhandschrift um 1450 verfasst und war, wie sich aus den Randnotizen erschlie\u00dfen l\u00e4sst, bis ins 17. Jahrhundert im Kloster Lichtenthal im Gebrauch. Der Codex ist mit 40 meist quadratischen Federzeichnungen ausgeschm\u00fcckt. Die Ausschm\u00fcckungen wurden sicherlich in einer els\u00e4ssischen Werkstatt angefertigt.&nbsp; (Karlsruhe Badische Landesbibliothek, Cod.Lichtenthal 70). Das Buch von den heiligen M\u00e4gden und Frauen (Karlsruhe Badische Landesbibliothek, Cod.Lichtenthal 69) stammt ebenfalls von Regulas Hand. In dieser Sammelhandschrift ist auch das Traktat \u201cVon wahrer Armut\u201d enthalten (Bl. 265 r,266 r).<\/p>\n<p>Die Lichtenthaler Klosterreform hatte als zentrale Forderung auch die st\u00e4rkere Einhaltung des Armutsgel\u00fcbdes und so zeigt Regulas Schreibt\u00e4tigkeit auch&nbsp; das Bem\u00fchen um Neustrukturierung des Gemeinschaftslebens im Sinne der Klosterreform.<\/p>\n<p>Die Reformphase zeigt sich auch am Bestand der nachweisbaren Handschriften im Kloster Lichtenthal. Zun\u00e4chst ist der Einfluss von Kloster Neubourg innerhalb der liturgischen Handschriften noch sehr stark. Aber zunehmend gewinnen die Konvente von Maulbronn und Herrenalb mehr Gewicht. So finden sich zahlreiche Handschriften des Herrenalber M\u00f6nchs Johannes Z\u00fcrn aus Neibsheim in Lichtenthal (siehe Mei B\u00fcchle Kloster Herrenalb).<\/p>\n<p>Der Markgraf sah sich nicht nur als \u201cSchirmer\u201d der Abtei sondern als deren Kastenvogt, wie er in seinem Testament vom 11. April 1453 schrieb. Ein Kastenvogt hatte nicht nur die Schutzaufsicht \u00fcber ein Kloster inne und dessen Gerichtsbarkeit und die Vertretung vor Gericht, sondern auch bestimmte Aufgaben in der kl\u00f6sterlichen Wirtschaftsf\u00fchrung. Auch verf\u00fcgte er, dass markgr\u00e4fliche T\u00f6chter, falls sie ins Kloster kommen, diese nur an reformierte Konvente gegeben w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Auf Markgraf Johann&nbsp; folgte Markgraf Karl I. (1453-1475).Er war mit Katharina von \u00d6sterreich verheiratet, der Schwester des sp\u00e4teren Kaisers Friedrich III. 1456 setzte Karl Grenzen des Klostergebiets fest. (GLA 35\/4). In dieser Urkunde bestimmte er auch, dass die Leibeigenen des Klosters bei den Jagden des Markgrafen in den Klosterwaldungen behilflich sein mussten. im Gegenzug befreite er das Kloster von betr\u00e4chtlichen Abgaben.<\/p>\n<p>In Karls Regierungszeit wird erstmals eine \u00c4btissin Anna genannt. Sie stammte aus der Familie Strauler. Ihr Wappen deutet auf els\u00e4ssischen Ursprung. Sie kam wohl auch aus dem Reformkloster K\u00f6nigsbr\u00fcck. <\/p>\n<p>Die Erneuerung des Kloster zeigte sich auch in der Errichtung des Frauenchors, der am 11. Juni 1470 vom Speyrer Weihbischof Johannes&nbsp; geweiht.<\/p>\n<p>Am 24. Februar 1475 starb Markgraf Karl ganz unerwartet. Auf ihn folgte Markgraf Christoph I. von Baden (1475-1515). Er hatte im Jahre 1468 zusammen mit&nbsp; Eberhard im Bart Herzog von&nbsp; W\u00fcrttemberg-Urach eine Pilgerfahrt nach Jerusalem unternommen, wo er zusammen mit seinen 24 Begleitern zum Ritter vom Heiligen Grab geschlagen wurde. Die engen Beziehungen der Abtei zum Haus Baden zeigten sich auch darin, dass unter Christoph nacheinander zwei Markgr\u00e4finnen von Baden \u00c4btissinnen von Kloster Lichtenthal wurden. Christoph hatte wohl bald nach seinem Amtsantritt mit \u00c4btissin Anna wegen deren Resignation verhandelt. Anna trat zur\u00fcck und machte so den Weg frei f\u00fcr Christophs Schwester Margaretha von Baden. Sie urkundete 1476 erstmals als \u00c4btissin von Lichtenthal. Christoph griff in wirtschaftlichen Angelegenheiten der Abtei immer ordnend ein, wenn es rechtliche Unklarheiten gab.<\/p>\n<p>1473 war eine Gesandtschaft des Generalkapitels bei Papst Sixtus IV (1471-1484). Da Freiheiten und Privilegien durch weltliche und geistliche Gewalten oft missachtet werden, sollte die Delegation beim Papst Abhilfe schaffen. In seiner Bulle vom 13. Dezember 1475 best\u00e4tigte er die Rechte&nbsp; Privilegien des Zisterzienserordens. Er sicherte dem Orden auch seinen Schutz gegen Eingriffe von au\u00dfen zu. F\u00fcr alle Angeh\u00f6rigen des Zisterzienserordens gew\u00e4hrte er einen vollkommenen Ablass in der Sterbestunde. In einem nicht an die Kl\u00f6ster weitergegebenen Teil der Bulle erhielt der Generalabt von Papst Sixtus das Recht, in Ausnahmef\u00e4llen Fleischgenuss zu erlauben. F\u00fcr Frauenkl\u00f6ster konnte der Vaterabt oder der ihn vertretende Visitator diese Erlaubnis erteilen. In Lichtenthal war 1486 schon Fleischgenuss erlaubt. Die Erlaubnis hatte wohl ein Maulbronner Abt gegeben. In Maulbronn war gelegentlicher Fleischgenuss schon vor dem p\u00e4pstlichen Erlass geduldet<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Als Kaiser Friedrich III. im September 1485 f\u00fcr ein paar Tage in Baden weilte, best\u00e4tigte er dem Konvent von Lichtenthal und der \u00c4btissin Margaretha, seiner Nichte, alle Freiheiten und Privilegien der Abtei, wobei die alte Zollfreiheit auf dem Rhein besonders erw\u00e4hnt wurde. \u00c4btissin Margaretha starb 1495 in Lichtenthal. Auf sie folgte Christophs Schwester Maria. Sie war von 1496\u20131519 \u00c4btissin im Kloster.<\/p>\n<p>Die Best\u00e4tigung aller Rechte, die seine Vorfahren der Abtei verliehen hatten, nahm Christoph am 25. Juni 1509 auch vor. (GLA 35\/6)<\/p>\n<p>1515 musste Christoph k\u00f6rperlich und geistig geschw\u00e4cht die Regentschaft an seine S\u00f6hne Bernhard, Philipp und Ernst abtreten. 1516 wurde er unter Vormundschaft seiner S\u00f6hne gestellt. Er starb 1527 in geistiger Umnachtung.<\/p>\n<p>1508 f\u00fchrte sein Sohn Philipp I. als Statthalter die Regierungsgesch\u00e4fte. Als Christoph 1515 entm\u00fcndigt wurde, kam es zur Landesteilung, die Christoph eigentlich vermeiden wollte. Philipp erhielt die Markgrafschaft Baden und die Orte Altensteig, Beinheim, Neuenburg und Weingarten und die halbe Grafschaft Eberstein und die Herrschaften Lahr und Mahlberg, sein j\u00fcngerer Bruder Ernst Hachberg, R\u00f6tteln, Sausenberg und Badenweiler, der \u00e4ltere Bernhard die linksrheinischen Besitzungen. 1515 trat Philipp die Herrschaft in seinem Landesteil&nbsp; an. Wie sein Vater und sein Gro\u00dfvater schloss er sich eng an Habsburg an.<\/p>\n<p>Mit dem Thesenanschlag am 31. Oktober 1517 an die Schlosskirche in Wittenberg wurde die Reformation eingeleitet<br \/>Am 9. Januar 1519 starb Maria Markgr\u00e4fin von Baden. Rosula R\u00f6der wurde zu Nachfolgerin gew\u00e4hlt. Sie regierte bis 1544. Sie war eine Tochter des badischen Ministerialen Anton R\u00f6der von Hohenrodeck. Rosula war zusammen mit ihrer Schwester Eva 1490 ins Kloster Lichtenthal eingetreten. Ihre Regierungszeit war gepr\u00e4gt von der geistigen Auseinandersetzung mit der von Wittenberg ausgehenden neuen Lehre.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich war es jetzt zu Beginn der Reformation f\u00fcr das Kloster wichtig, welche Position der Landesherr in Religionsfragen einnahm. Margraf Philipp nahm eine v\u00f6llig eigenst\u00e4ndige Position ein. Er sah sich als Verantwortlichen f\u00fcr die kirchlichen Verh\u00e4ltnisse in seinem Territorium. Sein wichtigster Ratgeber f\u00fcr Religionsfragen war der Rechtsgelehrte und Humanist Dr. Hieronymus Vehus. Dieser hatte mit Unterst\u00fctzung von Markgraf Christoph in Freiburg studiert und dort das weltliche und kirchliche Recht studiert.1510 hatte er in Freiburg promoviert. Bis 1514 hatte er eine Professur an der Universit\u00e4t Freiburg inne. Dann trat er in den markgr\u00e4flich-badischen Dienst . Als Kanzler bestimmte er nun die badische Politik. 1521 begleitete er Philipp zum Reichstag nach Worms und versuchte dort im Auftrag des Kaisers und der Reichsst\u00e4nde zusammen mit dem Augsburger Humanisten Dr. Konrad Peutinger eine Verst\u00e4ndigung mit Martin Luther herbeizuf\u00fchren. Auch auf dem N\u00fcrnberger Reichstag von 1524 war er anwesend und verhandelte dort mit dem p\u00e4pstlichen Legaten Campeggio. F\u00fcr den Augsburger Reichstag von 1530 legte er das Augsburger Libell vor, in dem er f\u00fcr eine vorerst&nbsp; politische L\u00f6sung pl\u00e4dierte, bis ein vom Papst einzuberufendes Konzil eine endg\u00fcltige Entscheidung treffe.<\/p>\n<p>Zum Kloster Lichtenthal hatte Vehus eine besondere Beziehung. Seine Schwester Elisabeth war Nonne in Lichtenthal. Sie starb dort im November 1545 (GLA 64\/47) und seine Tochter Barbara war von 1551\u20131597 \u00c4btissin in Lichtenthal. Hieronymus Vehus war die absolute Vertrauensperson Philipps, was sich einmal in der langj\u00e4hrigen Dauer seiner T\u00e4tigkeit zeigte und auch in den Handlungsspielr\u00e4umen, die der Markgraf seinem Kanzler einr\u00e4umte. In der Markgrafschaft konnte Vehus seine religionspolitischen Vorstellungen wie Priesterehe oder die Darreichung des Laienkelches durchsetzen. Er gilt als der Verfasser der Religionsmandate. Darin werden \u201cdisputierliche Punkte\u201d zur Sache der Gelehrten erkl\u00e4rt, mit denen Prediger das Volk nicht beunruhigen sollen. Markgraf und Kanzler blieben zeitlebens ihrem alten Glauben treu. Aber auch der Markgraf verhielt sich pragmatisch. Franz Irinikus hatte in Heidelberg studiert. Als Luther in Heidelberg war, wurde er \u00fcberzeugter Lutheraner. Seit 1519 war er Stiftsherr und Pfarrer in Baden-Baden. Philipp machte ihn zu seinem Hof-und Reiseprediger. Als das Religionsmandat von Philipp die Priesterehe erlaubte, heiratete Irenikus. Er hatte auch gute Beziehungen zu Oekolampadius, dem Basler Reformator. Erlie\u00df zu, dass in Baden reformatorische Schriften gedruckt wurden. 1529 veranlasste er selbst in Durlach den Druck eines Teiles der Lutherbibel.<\/p>\n<p>Ende 1524 wurden vor allem in S\u00fcddeutschland die Bauern immer unruhiger bis dann Anfang 1525 der offene Aufstand ausbrach. Am 24. Januar 1525 konnte der Antrag der Bauern des Kloster Lichtenthals, einen Weg durch die Roth\u00e4cker zum Brunnen noch mit Schiedsspruch gel\u00f6st werden. Im April 1525 pl\u00fcnderten die aufst\u00e4ndischen Bauern die Kl\u00f6ster Herrenalb, Frauenalb und Gottesaue und Schwarzach. Auch in die St\u00e4dte Ettlingen und Baden fielen die Bauern ein. Kloster Lichtenthal kam unbeschadet durch den Bauernkrieg, was man im Kloster der F\u00fcrbitte und dem vertrauensvollen Gebet vor der Marienstatue der F\u00fcrstenkapelle zuschrieb.Schlimmer erging es vielen anderen Kl\u00f6stern. Nicht nur die benachbarten Abteien kamen zu Schaden. Das Mutterkloster Neuburg (s.u.)wurde genauso gepl\u00fcndert wie dessen Mutterkloster L\u00fctzel (siehe Mei B\u00fcchle). Aber auch die Zisterzienserinnenkl\u00f6ster Marienau vor Breisach, Wonnenthal bei Kenzingen und Kloster Tennenbach wurden gebrandschatzt. Tennenbach war sogar auf Jahre unbewohnbar.Markgraf Philipp befahl zur Abschreckung die Brandschatzung des Dorfes Berghausen. Doch dadurch kam es erst recht zum Aufruhr und Philipp erkannte dass nur Verhandlungen die Lage beruhigen konnten. Er erlie\u00df ein zweites Religionsmandat. Darin kam er den Bauern bez\u00fcglich der Geistlichen entgegen. Auch griff er jetzt in die Rechte der Kirche ein und erlaubte Priestern die Ehe. An Karfreitag 1525 hatten Els\u00e4sser Bauern das Kloster Neubourg , die Mutterabtei von Kloster Lichtenthal, \u00fcberfallen und gepl\u00fcndert. Der Aufstand drohte \u00fcber den Rhein zu schwappen. Dort pl\u00fcnderten aufst\u00e4ndische Bauern die Abtei Schwarzach und lagen vor Oberkirch, die Stadt die den Bisch\u00f6fen von Stra\u00dfburg geh\u00f6rten. In Achern trafen sich nun Beauftragte&nbsp; der Stadt Stra\u00dfburg, Markgraf von Baden, Bistum Stra\u00dfburg, Hanau-Lichtenberg, Landvogtei und Ritterschaft regelt in 12 Artikeln die strittigen Punkte mit den Bauern: Aufhebung der Leibeigenschaft, Abschaffung des kleinen Zehnten (der vom Holz, Obst, R\u00fcben und Vieh zu entrichten war), Umwandlung des Hanf- und Heuzehnten in einen Zwanzigsten, zugunsten der Bauern Neuregelung des Jagdrechts und der Waldnutzung. Nun durften Bauern au\u00dfer sch\u00e4dlichen Tiere auch Wildschweine jagen. Beschr\u00e4nkung der Frondienste auf 4 Tage im Jahr, Aufhebung des Todfalls, Mitwirkung der Gemeinden bei der Besetzung der Pfarreien. F\u00fcr den Markgrafen verhandelte der badische Kanzler Vehus, f\u00fcr Stra\u00dfburg der Ritter Bernhard Wormser&nbsp; und dann noch Kaspar Rommel.<\/p>\n<p>auf der Seite der Aufst\u00e4ndischen verhandelte der Willst\u00e4tter Wirt Wolf Sch\u00fctterlin . Zwei Tage sp\u00e4ter traf man sich nochmals in Renchen und schloss am 25.04. 2525 einen Vertrag. Damit konnte Philipp die Lage soweit entsch\u00e4rfen, dass ein Eingreifen des Schw\u00e4bischen Bundes vermieden werden konnte. (Der Vertrag beim Generallandesarchiv Karlsruhe unter GLA 74\/4321, f)Den Vertrag best\u00e4tigten Markgraf Phlipp, der Stra\u00dfburger Bischof Wilhelm III. von Hohnstein, die Grafen von Hanau-Lichtenberg und F\u00fcrstenberg, die Ortenauer Ritterschaft und den f\u00fcr die \u00fcbrigen Gemeindevorsteher urkundenden Schulthei\u00dfen von Oberkirch, Stollhofen, Steinbach, Lichtenau, B\u00fchl, Achern, Bischofsheim, Willst\u00e4tt, Oppenau und Staufenberg. Das Domkapitel von Speyer war mit dem Vertrag von Renchen allerdings nicht einverstanden wegen der Verf\u00fcgungen Philipps bez\u00fcglich des Klerus. Man sah das als Eingriff in die di\u00f6zesanen Rechte Speyers und klagte dagegen beim beim Statthalter des Erzstiftes Mainz. <\/p>\n<p>Durch den Reichstagsabschied vom Reichstag in Augsburg 1526 sah sich Markgraf Philipp in seiner Haltung best\u00e4tigt. In \u00a7 4 des Abschieds versprechen die Reichsst\u00e4nde bis zur Einberufung eines Nationalkonzils \u201cf\u00fcr sich also zu leben, zu regieren und zu halten, wie ein jeder solches gegen Gott, und K\u00e4yserl. Majest\u00e4t hoffet und vertraut zu verantworten\u201d. Das bedeutete, dass das&nbsp; Entscheidungsrecht im Glaubensfragen faktisch auf die einzelnen Reichsst\u00e4nde verlagert wurde. Gegen\u00fcber dem Kloster Lichtenthal achtete Philipp auf die Wahrung der Ordensexemtion gegen\u00fcber der geistlichen Gewalt,dem jeweiligen F\u00fcrstbischof von Speyer. Er lie\u00df einerseits die geistliche und disziplin\u00e4re Betreuung Lichtenthals durch den Zisterzienserorden zu. Andrerseits brachte er das Kloster in seine Abh\u00e4ngigkeit, die das Ordensrecht verletzte. So hatte er nach dem Bauernkrieg die Aufnahme neuer Novizinnen und auch die Ablegung der Profess unter seine Kontrolle gestellt. Auch wollte er im Oktober 1525 das Amt des Beichtvaters nicht mehr durch einen Ordensangeh\u00f6rigen, sondern durch einen von ihm bestellten Weltpriester versehen lassen. Erst nach einem schriftlichen Gesuch an Philipp wurde der Herrenalber M\u00f6nch Sebastian Metzger, der sich zeitgem\u00e4\u00df oft auch in der latinisierten Form seines Familiennamens \u201cLanius\u201d nannte.Er stammte aus Calw, hatte in Heidelberg studiert (G. Toepke, Die Matrikel der Universit\u00e4t Heidelberg I, Heidelberg 1884, 514 . Im Matrikelverzeichnis wird er als Sebastian Metzger, ex Monasterio Alba dominorum&nbsp; gef\u00fchrt)In Herrenalb hatte er das Amt des Pf\u00f6rtners versehen, wie dem Protestschreiben des Herrenalber Konvents an Herzog Ulrich zu entnehmen ist, das er mitunterzeichnet hatte und in dem der Konvent wegen der Verw\u00fcstungen im Bauernkrieg an den Landesherren gerichtet hatte. Auch wegen der Professen musste \u00c4btissin Rosula bei Philipp vorstellig werden. Es ging hierbei um die Tochter des Landvogtes von Hagenau<\/p>\n<p>Markgraf Philipp I. von Baden starb am 17. September 1533. Er wurde in der Stiftskirche in Baden-Baden beigesetzt. Da ihn nur seine Tochter Jakob\u00e4a \u00fcberlebt hatte, fiel das Erbe an Philipps Br\u00fcder Br\u00fcder, Ernst und Bernhard III. Diese teilten das Land in die Markgrafschaften Baden-Baden und Baden-Durlach. Die Teilung sollte bis 1771 bestehen bleiben.<\/p>\n<p>Die letzten Regierungs-und Lebensjahre von \u00c4btissin Rosula waren gepr\u00e4gt von den Auswirkungen der Reformation. W\u00e4hrend sich Markgraf Philipp der neuen Lehre gegen\u00fcber eher abwartend verhalten hatte und vom Grundsatz aber dem alten Glauben treu blieb,<\/p>\n<p>f\u00f6rderte Bernhard III. die Reformation in seiner nur kurzen Regierungszeit. So f\u00fchrte er den evangelischen Gottesdienst ein. Nur im Kloster Lichtenthal, der Kirche des Franziskanerklosters Fremersberg und der Stiftskirche in Baden-Baden gab es noch regelm\u00e4\u00dfig katholische Gottesdienste. Eine weitere Schwierigkeit trat ein. Die nahe gelegenen w\u00fcrttembergischen Zisterzienserkl\u00f6ster Herrenalb und Maulbronn wurden 1535 durch Herzog Ulrich von W\u00fcrttemberg aufgehoben (siehe Mei B\u00fcchle Kloster Maulbronn und Herrenalb).F\u00fcr Lichtenthal bedeutete es, dass es seine geistliche Betreuung verlor. Denn sowohl Kloster Maulbronn als auch Kloster Herrenalb, beides Tochtergr\u00fcndungen von Kloster Neubourg, schon allein wegen der r\u00e4umlichen Distanz wurde die Rolle des \u201cpater immediatus\u201d immer wieder vom eigentlichen Mutterkloster Neubourg \u00fcbertragen. Das versch\u00e4rfte sich sp\u00e4ter auch wegen der zunehmenden Spannungen zwischen Frankreich und den Nachbarn im Osten. Schon 1243 hatte sich der Abt von Maulbronn in einer Urkunde von 1243 gegen\u00fcber dem Markgrafen von Baden, also noch vor der eigentlichen Gr\u00fcndung des Frauenkonvents in Lichtental \u201c\u00fcber die geistlichen Frauen zu Lichtenthal v\u00e4terlich zu wachen\u201d (zitiert in Lucida vallis, Das Kloster Lichtenthal als Zentrum kultureller \u00dcberlieferung, Badische Landesbibliothek, Karlsruhe 2018 S.92) Gegen Ende des 15. Jahrhunderts scheint diese Rolle zunehmend der Abt von Herrenalb \u00fcbernommen zu haben. Zwischen Herrenalb und Lichtenthal gab es au\u00dferdem geradezu verwandtschaftliche Beziehungen. Es lassen sich mehrere Geschwisterpaare nachweisen, die zeitgleich in den beiden Kl\u00f6stern waren. (ebda S. 93).<\/p>\n<p>F\u00fcr \u00c4btissin Rosula war es nun wichtig, einen Visitator f\u00fcr das Kloster zu erhalten, denn ohne Visitator w\u00e4re der Anschluss an den Orden gef\u00e4hrdet gewesen. Abt Lukas von Herrenalb konnte dieses Amt nicht mehr wahrnehmen, den er war von Herzog Ulrich<\/p>\n<p>auf dem Hohenasperg gefangengesetzt worden unter der Anschuldigung, beschlagnahmtes Klostergut unterschlagen zu haben. Er starb&nbsp; am 11. September 1546 im Gef\u00e4ngnis. Rosula bat die badische Regierung, Abt Johann Ylin (1533-1543) vom Kloster Neubourg<\/p>\n<p>mit der Visitation Lichtenthals zu beauftragen. Dieser Bitte kam er nach. Einen Beichtvater f\u00fcr Lichtenthal konnte er nicht stellen. Denn das Kloster war ja im Bauernkrieg zerst\u00f6rt worden, wobei auch die kostbare Bibliothek verbrannt war. Man hatte in Neubourg<\/p>\n<p>sicher ganz andere Sorgen. Man musste den Wiederaufbau der zerst\u00f6rten Abtei bew\u00e4ltigen. P. Sebastian Metzger war 1535 von \u00c4btissin Rosula in Lichtenthal eingepfr\u00fcndet worden. Dort hatte er seit 1525 als Beichtvater gewirkt.Aus seiner Zeit stammen mehrere Fr\u00fchdrucke in der Lichtenthaler Bibliothek.<\/p>\n<p>Aus dem aufgehobenen Kloster Bebenhausen waren zwar die dem alten Glauben treu gebliebenen M\u00f6nche in Tennenbach geblieben. Da dieses aber ebenfalls im Bauernkrieg zerst\u00f6rt worden war, konnte auch von dort kein Beichtvater abgegeben werden.<\/p>\n<p>Kloster Maulbronn, dessen Konvent nach der Aufhebung des Klosters vom Abt von Citeaux nach Pairis im Elsass verlegt worden war, konnte ebenfalls keinen Priesterm\u00f6nch abstellen, so dass \u00c4btissin Rosula erstmals einen Weltpriester als Beichtvater anstellen musste. Magister Wolfgang Sparbrot aus Niederschopfheim \u00fcbernahm dieses Amt bis zum 18. M\u00e4rz 1551 . Seine Schwester Barbara war Klosterfrau in Lichtenthal.<\/p>\n<p>Am 30. August 1544 starb \u00c4btissin Rosula R\u00f6der. Aus ihrem Besitz stammt ein lateinischer Psalter mit franz\u00f6sischem Anhang. Im Kloster existiert ein kleiner Hausaltar aus der Zeit um 1520.&nbsp; Der&nbsp; Fl\u00fcgelaltar zeigt in geschlossenem zustand die beiden f\u00fcr den Zisterzienserorden wichtigsten Heiligen&nbsp; Benedikt von Nursia und Bernhard von Clairvaux. Die Innenseite zeigen zwei weibliche heilige und zwar die Euphrosyne (rechts) und die heilige Rosula (links). Diese ungew\u00f6hnliche Auswahl legt die Vermutung nahe, dass der Altar f\u00fcr \u00c4btissin Rosula angefertigt worden ist.<\/p>\n<p>Markgraf Bernhard III. von Baden starb am 29. Juni 1536. Aus seiner Ehe zwei Jahre vor seinem Tod mit Franziska von Luxemburg stammten zwei S\u00f6hne, Philibert und Christoph. Er hatte noch zahlreiche andere Nachkommen, von denen sechs S\u00f6hne bekannt sind.<\/p>\n<p>F\u00fcr Philibert und Christoph wurde eine Vormundschaftsregierung mit Herzog Wilhelm IV. von Bayern, der Pfalzgraf Johann II. von Simmern und Graf Wilhelm von Eberstein. eingesetzt. Alle drei blieben beim alten Glauben. Nun sollte die katholische Religion in<\/p>\n<p>Baden wieder eingef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p>Nach dem Tod von \u00c4btissin Rosula war eine schnelle Nachfolgeregelung ebenfalls wichtig. Der Konvent von Lichtenthal bat die Vormundschaftsregierung, den Abt von Eu\u00dferthal nach Lichtenthal&nbsp; kommenzu lassen, um der Wahl einer neuen \u00c4btissin zu pr\u00e4sidieren.<\/p>\n<p>Abt Weygandt von Eusserthal (1521-1551) wollte nicht in einer fremden Herrschaft t\u00e4tig werden ohne die Einwilligung seiner eigenen Herrschaft oder deren Amtsleute. Als Georg von Fleckenstein f\u00fcr das R\u00e4tekollegium die notwendige Regelung traf, konnte am<\/p>\n<p>8. September 1544 die Wahl stattfinden, aus der Anna von Moersberg (1544\u20131551) als \u00c4btissin hervorging. Sie war die letzte adlige \u00c4btissin von Kloster Lichtenthal und stammte aus der Familie der Freiherren von Moersberg und Belfort. Nach ihr gab es nur noch b\u00fcrgerliche \u00c4btissinnen. Sie regierte knapp sieben Jahre und verfasste eine \u201cSchaffnerordnung\u201d. Sie reichte diese dem badischen Kanzler Ulrich Langenmantel, der als bayrischer Vertreter im Vormundschaftsrat f\u00fcr Philibert sa\u00df, zur Genehmigung ein. Die Schaffnerordnung regelte die T\u00e4tigkeit des Klosterschaffners und hatte zum Ziel, dessen eigenm\u00e4chtiges Handeln vorzubeugen und ihn zu kluger Aufsicht \u00fcber das Gesinde anzuhalten. Interessant ist, dass sie den Schaffner verpflichtete, auf die kirchliche Haltung von Handwerkern, Knechten und M\u00e4gden des Klosters bei ihrer Anstellung zu verpflichten.<\/p>\n<p>Vom Juli 1546 bis April 1547 fand der Schmalkaldische Krieg statt. Das war die milit\u00e4rische Auseinandersetzung, die zwischen Kaiser Karl V. dem B\u00fcndnis der protestantischen Landesf\u00fcrsten und St\u00e4dte gef\u00fchrt wurde. Karl siegte erst im Donauraum. Dann wendete er sich gegen Herzog Ulrich von W\u00fcrttemberg und Kurf\u00fcrst Friedreich von der Pfalz. Beide mussten sich der \u00dcbermacht beugen und verpflichteten sich vertraglich zur Neutralit\u00e4t. Am 24. April 1457 siegte Kaiser Karl&nbsp; gegen den F\u00fchrer der Protestanten, den s\u00e4chsischen Kurf\u00fcrsten Johann Friedrich. Dieser geriet in Gefangenschaft. Auf dem folgenden \u201cgeharnischten Reichstag\u201d 1547 konnte Karl das \u201cAugsburger Interim\u201d verk\u00fcnden. Dieses machte in einer Reihe von St\u00e4dten in S\u00fcddeutschland die von protestantischer Seite durchgef\u00fchrten Reformen r\u00fcckg\u00e4ngig. Kaiser Karl befahl auch dem w\u00fcrttembergischen Herzog, den Pr\u00e4laten von Maulbronn und seinen Konvent wieder in sein Kloster zur\u00fcckkehren lassen. Abt Heinrich III. Reuter, der in Pairis von seinem aus Maulbronn verlegten Konvent 1547 zum Abt von Maulbronn gew\u00e4hlt wurde, kehrte 1549 nach Maulbronn zur\u00fcck. Auch Herrenalb hatte seit dem 15. November 1548 mit Georg Tripelmann (1548-1555) wieder einen zisterziensischen Abt. In Bebenhausen wurde Sebastian Lutz, der eine Profess in Bebenhausen abgelegt hatte und seit 1542 Abt in Tennenbach war,1547 zum Abt von Bebenhausen gew\u00e4hlt. Alle drei \u00c4bte versuchten das monastische Leben in ihren Kl\u00f6stern wieder einzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Nach dem Tod von \u00c4btissin Anna setzte sich der Herrenalber Abt Georg Tripelmann entschieden f\u00fcr die zisterziensischen Rechte bei der Wahl einer \u00c4btissin f\u00fcr Kloster Lichtenthal ein. Er benachrichtigte das badische R\u00e4tekollegium vom Tod von \u00c4btissin Anna und teilte ihm gleichzeitig den geplanten Wahltermin mit. Das Kollegium antwortete, dass es Sache der Regierung sei, diesen nach schriftlicher Eingabe des Visitators festzulegen. Auch der Konvent wandte sich an das Kollegium und legte den Auszug aus dem aus Privilegium commune Cisterciense von Papst Innozenz IV. aus dem Jahre 1245 bei. Auch verwiesen die Klosterfrauen darauf,dass nach den Statuten des Ordens keine weltliche Person ungeachtet deren Standes bei der Wahl anwesend sein d\u00fcrfe.<\/p>\n<p>Die Wahl fand am ersten Fastensonntag 1551 statt, ohne dass ein Vertreter der Regierung anwesend war. Gew\u00e4hlt wurde Barbara Vehus (1551\u20131597). Sie war die Tochter des badischen Kanzlers Dr. Hieronymus Vehus. (s.o)Der jetzige Kanzler Johann Varnb\u00fchler und seinen R\u00e4ten anerkannten die Wahl zun\u00e4chst nicht an, weil sie eben ohne die Anwesenheit eines Regierungsvertreters stattgefunden hatte.<\/p>\n<p>Auf reichspolitischer Ebene hatten sich auch wieder \u00c4nderungen ergeben. Nach dem \u201cGeharnischten Reichstag\u201d und dem Augsburger Interim, hatte Kaiser Karl gehofft, die Glaubensspaltung \u00fcberwinden zu k\u00f6nnen. Die Stadt Magdeburg aber hatte die Zustimmung zum Interim verweigert. Der s\u00e4chsische Kurf\u00fcrst Moritz hatte nach der Niederlage des Schmalkaldischen Bundes dem Kaiser gehuldigt und belagerte nun auf dessen Kosten die Stadt Magdeburg. Durch geheime Zusagen an die Stadt erreichte er deren Kapitulation. Dann aber wandte er sich gegen den Kaiser und verb\u00fcndete sich mit dessen Feinden. Der franz\u00f6sische K\u00f6nig Heinrich II. versprach ihm Geld und milit\u00e4rischen Beistand gegen Karl V. Im Gegenzug sollte er die Grenzst\u00e4dte Metz, Toul, Verdun und Cambrai sowie deren Bist\u00fcmer bekommen, obwohl Moritz dar\u00fcber gar nicht verf\u00fcgen konnte. Im M\u00e4rz 1552 begannen Heinrich und Moritz, nun an der Spitze der F\u00fcrstenopposition mit dem \u201cF\u00fcrstenaufstand\u201d. Die F\u00fcrsten eroberten schnell die kaisertreuen St\u00e4dte im S\u00fcden. Heinrich stie\u00df in Richtung Rhein vor und nahm die ihm versprochenen St\u00e4dte ein.Der \u00fcberraschte Kaiser floh nach Villach. Nun k\u00fcndigte Moritz sein B\u00fcndnis mit dem franz\u00f6sischen K\u00f6nig und verhandelte mit dem Bruder des Kaisers Ferdinand. Ergebnis war der Vertrag von Passau von 1552, dem Kaiser Karl widerwillig zustimmte. Es war die formale Anerkennung des Protestantismus, der 1555 mit dem Augsburger Religionsfrieden reichsrechtlich festgeschrieben wurde. Das Augsburger Interim wurde stillschweigen preisgegeben. F\u00fcr W\u00fcrttemberg und die dortigen Kl\u00f6ster bedeutete das, die dortige monastische Restauration gescheitert war. Herzog Christoph von W\u00fcrttemberg, der am 6. November 1550 seinem Vater in der Regierung gefolgt war,hob die Kl\u00f6ster Herrenalb, Bebenhausen und Maulbronn auf und wandelte sie in Ausbildungsst\u00e4tten f\u00fcr Pr\u00e4dikanten um.<\/p>\n<p>1556 teilten die beiden S\u00f6hne Bernhards ihr v\u00e4terliches Erbe auf. Philibert \u00fcbernahm Baden-Baden, Christoph&nbsp; erhielt den luxemburgischen Erbteil seines Vaters und gr\u00fcndete die Nebenlinie Baden-Rodemachern.<\/p>\n<p>Philibert war von seinem Vormund Wilhelm IV. von Bayern in M\u00fcnchen katholisch erzogen worden. Als er 1556 mit 20 die Regierung \u00fcbernahm, legte er sich \u00f6ffentlich auf keine <br \/>Religion fest. Er hatte 1555 am Reichstag in Augsburg teilgenommen, bei dem der sogenannte Augsburger Religionsfrieden geschlossen wurde. Das Kernprinzip \u201cCuius regio, eius religio\u201d setzte er nicht um. Er erlaubte seinen Untertanen, selbst \u00fcber ihre Religion zu bestimmen. Er duldete in seinem Herrschaftsbereich die evangelische Predigt. Mit seiner katholischen Gemahlin Mechthild von Bayern, der Tochter seines Vormunds Wilhelm IV.&nbsp; nahm er am katholischen Gottesdienst in der Stiftskirche von Baden-Baden teil.<\/p>\n<p>Am 26. Januar 1558 best\u00e4tigte Philibert der Abtei Lichtenthal alle Rechte und Freiheiten, die ihr&nbsp; seine Vorfahren gegeben hatten. Auch in Sachen Beichtvater f\u00fcr Lichtenthal war der neue Landesherr erfolgreich. Der Salemer Abt Johannes V. Michel (1553\u20131558 )<\/p>\n<p>stellte auf Bitten Philiberts einen Priesterm\u00f6nch namens Nikolaus f\u00fcr ein Jahr nach Lichtenthal. 1558 bat sie den Ordenskommissar in Salem um Erlaubnis,den Pr\u00e4laten der Benediktinerabtei Schwarzach, Martin Schimpfer (1548-1569), zur Einkleidung und Profe\u00df ihrer Novizinnen kommen zu lassen, da Lichtenthal nach wie vor keinen Visitator aus dem Zisterzienserorden bekommen hatte. Die endg\u00fcltige Aufhebung der in der N\u00e4he liegenden Zisterzienserkl\u00f6ster in W\u00fcrttemberg machte das <br \/>Bem\u00fchen noch schwieriger. Der Tennenbacher Abt&nbsp; Friedrich Abstetter (1566\u20131568) machte den Ordenskommissar in Salem auch darauf aufmerksam, dass es f\u00fcr Lichtenthal sehr wichtig sei, einen Visitator zu haben, denn im <br \/>Falle des Todes der \u00c4btissin m\u00fcsse ein Visitator die rechtm\u00e4\u00dfige Wahl einer Nachfolgerin anfordern k\u00f6nnen. Ganz wichtig sei dies \u201c: \u201eWann sie dan khein Visitatoren hetten der ordenlicher weis elegieren fiese, mechte vielleicht dem gottshaus ein eingriff beschehen, dan das neuwe Evangelium hat vif dugenden sich um geringe ursachen in frembdes gutt einzutringen .&#8220; (zitiert bei Pia Schindele Die Abtei Lichtenthal in Freiburger Di\u00f6zesanarchiv 105 1985 S.95). Abt Friedrich schrieb diesen Brief, nachdem er Kloster Lichtenthal besucht hatte und dort zwei Professen abgenommen hatte. Er bescheinigte dem Kloster das vorschriftsm\u00e4\u00dfige Einhalten der Klausur, das regelm\u00e4\u00dfige Abhalten der Gottesdienste und die Beachtung der Regel und Ordensbr\u00e4uche. Er verwies auch auf die Notwendigkeit, dem Kloster einen Seelsorger zu stellen, da sonst die Gefahr best\u00fcnde, dass der Gottesdienst nicht mehr abgehalten werden k\u00f6nne und \u201cdas neue Evangelium t\u00e4glich einwurzelt\u201d (ebda)<\/p>\n<p>Aus einem Brief&nbsp; vom 14. September 1569 an den Salemer Abt geht hervor,dass mittlerweile der Tennenbacher Abt Johannes Schirer (1568\u20131575)als Visitator von Kloster Lichtenthal eingesetzt war.<\/p>\n<p>Am 2. November 1565 starb Philiberts Gemahlin Mechthild von Bayern. Er selbst starb 4 Jahre sp\u00e4ter auf einem Feldzug gegen die Hugenotten 1569 in einer Schlacht bei Montcoutour in der Grafschaft Poitou. Er hinterlie\u00df 4 Kinder, den 10-j\u00e4hrigem Philipp, den sp\u00e4teren Markgrafen Philipp II., sowie die Schwestern Jakobe, Anna Maria und Maria Salome. Er wurde von seinem Onkel und Vormund Herzog Albrecht V. von Bayern in M\u00fcnchen erzogen. In der Markgrafschaft Baden-Baden wurde in den Jahren 1570\/71 wieder der katholische Ritus eingef\u00fchrt. Kaiser Maximilian II. erkl\u00e4rte Philipp am 29. August 1571 f\u00fcr m\u00fcndig.<\/p>\n<p>1570 hatte Graf Heinrich von F\u00fcrstenberg bei der Vormundschaftsregierung f\u00fcr Philipp den Antrag gestellt, das von seiner Familie 1123 gestiftete Benediktinerinnenkloster Friedenweiler bei Neustadt mit Lichtenthaler Nonnen neu zu besiedeln. <\/p>\n<p>Zwischen 1123 und 1139 war in Friedenweiler eine \u201cFrauenzelle\u201d entstanden, die mit Benediktinerinnen aus Amtenhausen in der N\u00e4he von Geisingen besiedelt und von einer Meisterin geleitet wurde. Das Dorf Friedenweiler war 1123 durch einen G\u00fctertausch mit Reichenau an Kloster St. Georgen gekommen war. Der eigentliche Herr des Klosters war auch der Abt von St. Georgen. Im Mittelalter war das Kloster eine gut ausgestattete Abtei. Aber im 15. Jahrhundert begann der Niedergang. Um 1560 lebten noch zwei Nonnen in Friedenweiler. Die letzte Meisterin starb 1561. Dann ergriff Graf Heinrich von F\u00fcrstenberg&nbsp; die Initiative zu einer Neugr\u00fcndung. Am 20. Mai 1570 stellten Jakob\u00e4a, zusammen mit Herzog Albrecht und dem Grafen Karl von Hohenzollern f\u00fcr die Wiederbesiedelung&nbsp; die offizielle Genehmigung aus. Daraufhin entsandte \u00c4btissin Barbara Vehus sechs Schwestern aus Lichtenthal nach Friedenweiler. Die bisherige dortige Priorin&nbsp; Lucia Bauer wurde zur \u00c4btissin bestimmt. Durch den Abt von Tennenbach Joseph Wei\u00dfhaar (1576\u20131585) wurde der Konvent \u201euf das kloster Fridenweiler best\u00e4ttigt&#8220;.&nbsp; Graf Heinrich von F\u00fcrstenberg teilte dies am 15. September 1570 dem Salemer Abt Georg II. Kaisersberger (1558\u20131575) mit, worauf dieser seinen tennenbacher Amtskollegen heftig kritisierte, vor allem auch weil er f\u00e4lschlicherweise annahm, Friedenweiler sei den Predigern inkorporiert. Aber auch das Kloster St. Georgen musste offiziell auf Friedenweiler verzichten, damit dieses in den Zisterzienserorden inkorporiert werden konnte. Am 4. April 1578 verzichtete der Abt von Sankt Georgen Nikodemus Luitpold(1566\u20131585)&nbsp; im Namen des Benediktinerordens auf Friedenweiler. Am 15. April 1578 \u00fcbergab dann Graf Heinrich Friedenweiler offiziell dem Zisterzienserorden. Als Papst Gregor XIII. (1572-1585) am 1. Juli 1584 das Recht zur Inkorporation gew\u00e4hrte, stand einer rechtlichen Aufnahme Kloster Friedenweiler und mittlerweile auch Neidingen nichts mehr im Wege. W\u00e4hrend&nbsp;&nbsp; der Regierungszeit des Generalabtes Boucherat geschah das auch. Friedenweiler wurde Tennenbach und Neidingen Salem unterstellt. Der Chor von Friedenweiler wurde wieder so hergerichtet, dass er den Ordensvorschriften entsprach und auch die Geb\u00e4ude wurden so instand gesetzt, dass die Klausur eingehalten werden konnte. Der Konvent beteiligte sich trotz k\u00e4rglicher Mahlzeiten und geduldig ertragener M\u00fchsal selbst an den notwendigen Arbeiten wie die Chronistin Sr. Maria Ursula M\u00e4nerin nach 1790 schreibt.<\/p>\n<p>Die Wiederbesiedlung von Friedenweiler war aus Sicht von Graf Heinrich so gut verlaufen, dass er f\u00fcr das Kloster Maria Hof in Neudingen bei \u00c4btissin Barbara ebenfalls um Aussendung von Lichtenthaler Nonnen bat. Es war das Hauskloster der F\u00fcrstenberger und auch die Grablege des Geschlechts. Graf Heinrich hatte das Kloster 1561 Zisteriensernonnen aus dem Kloster St. Agnes in Lauingen \u00fcberlassen. Der dortige Herrscher Herzog Wolfgang von Pfalz-Zweibr\u00fccken (1532-1569) hatte sich der Reformation angeschlossen und die Nonnen aus Lauingen vertrieben. Nach eingehender Beratung mit dem badischen Statthalter Otto-Heinrich von Schwarzenberg sagte sie unter der Bedingung zu, dass Maria Hof baulich instand gesetzt wurde und der Chor wie in Friedenweiler so hergerichtet w\u00fcrde, dass ein Gottesdienst nach zisterziensischem Brauch abgehalten werden k\u00f6nne. Au\u00dferdem sollte die strenge Klausur eingef\u00fchrt und den Schwestern das Klosterverm\u00f6gen zur\u00fcckerstattet werden. 1573 sandte sie die Schwestern Sara Baierin und Agnes Heflerin nach Maria Hof in Neudingen. Der Salemer Abt Georg investierte die Schwester aber nicht in Neudingen, mit der Begr\u00fcndung, dass Maria Hof dem Orden nicht inkorporiert sei, verwies aber auf den Generalabt Boucherat ,der gerade zu einer Visitationsreise durch die Schweiz, Oberdeutschland, Bayern und Tirol unterwegs sei. Dieser kam dann auch am 5. Oktober 1573 und verfasste f\u00fcr Kloster Maria Hof eine Visitationscharta. Er wies den Konvent auf die Einhaltung der Trienter Dekrete und der Ordensgesetze hin. Auch bestimmte er, da\u00df die Lichtenthaler Nonnen in Neudingen bleiben sollten. Auch sollte das restaurierte Kloster Friedenweiler von der p\u00e4pstlichen Kurie als Zisterzienserinnenkloster best\u00e4tigt werden. Dies geschah am 1. Juli 1584.<\/p>\n<p>Die beiden Kl\u00f6ster wurden dem Orden eingegliedert und Friedenweiler dem Abt von Tennebach und Neudingen dem Abt von Salem unterstellt.<\/p>\n<p>Die Friedenweiler Nonnen wirkten auch in anderen Kl\u00f6stern. Die erste \u00c4btissin in Neudingen wurde Amalia Rennerin aus Friedenweiler, die aus Lichtenthal nach Friedenweiler gekommen war. Sie war auch mit der Durchf\u00fchrung der monastischen Reform in Neudingen beauftragt worden. Auch das Kloster Wonnenthal bei Kenzingen im Breisgau hatte mit&nbsp; Frau Ursula Spolhaupt und 1590 in Frau Maria Br\u00fcnn jeweils eine Friedenweiler Nonne zur \u00c4btissin erhalten. Diese beiden waren ebenfalls 1570 aus Lichtenthal gekommen. Auch in Kloster Olsberg bei Augst, das damals vorder\u00f6sterreichisch war unterst\u00fctzten Lichtenthaler Nonnen die Reformbestrebungen.<\/p>\n<p>Die letzten Regierungsjahre der \u00c4btissin Barbara Veus waren belastet von zunehmenden finanziellen Schwierigkeiten der Abtei. Es gab immer wieder schlechte Erntejahre, was dazu f\u00fchrte, dass das Kloster in solchen Jahren den Zehnten von seinen Untertanen nicht erhielt. Markgraf Karl II. von Baden-Durlach hatte in seinem Landesteil 1556 die Reformation eingef\u00fchrt. In den dort gelegenen Zehntorten des Klosters zeigte sich eine zunehmende Abneigung, den Zehnten an kirchliche Institutionen zu liefern.<\/p>\n<p>Aber es gab auch Schwierigkeiten mit dem Landesherren. Dieser hatte n\u00e4mlich seit 1564 begonnen, in der Gemarkung von Pforzheim, den allein ihm zustehenden Novalzehnt, das ist der Zehnt, der auf neugewonnenes, durch Rodung f\u00fcr den Ackerbau nutzbar gemachtes Land entrichtet werden musste, auch von G\u00fctern einzuziehen, deren Zehntertrag dem Kloster Lichtenthal zustanden, die dann mehrere Jahre brach lagen und erst ab 1534 wiedergenutzt wurden. Karl veranlasste eine Neuaufstellung s\u00e4mtlicher s\u00e4mtlicher Bann-, Etter- und Novalg\u00fcter in der Gemarkung Pforzheim. Nach dieser Aufstellung mu\u00dfte die \u00c4btissin von Lichtenthal anerkennen, dass&nbsp; die umstrittenen G\u00fcter zum Neubruch zu rechnen seien. Karl forderte darauf hin eine R\u00fcckerstattung s\u00e4mtlicher Zehnten bis 1534. Man einigte sich dann auf 500 Gulden.<\/p>\n<p>Der neue Herr in Baden-Baden Markgraf Philipp II.&nbsp; hatte zwar 1572 die Rechte des Kloster best\u00e4tigt. Er nahm 1577 in Baden Residenz. Er verhandelte nun ebenfalls mit dem Kloster wegen bisheriger Steuerprivilegien. Er erkannte die Privilegien zwar im Grundsatz an, aber f\u00fcr neu erworbene Gebiete, f\u00fcr die bisher Steuer bezahlt werden musste, wurde dieses auch weiterhin f\u00e4llig. 1578 verlangte er vom Kloster 900 Gulden T\u00fcrkensteuer. 1584 forderte er eine au\u00dferordentliche Steuer f\u00fcr den Bau und Unterhalt der Festung zu Stollhofen. Das Kloster war in Geldnot und konnte seine Rechnungen nicht mehr bezahlen. Nur eine An leihe vom Markgrafen half weiter. Nach einer Aufstellung der Schulden erhielt das Kloster 3018 Gulden, die j\u00e4hrlich mit 200 Gulden zur\u00fcck zu zahlen waren.<\/p>\n<p>Ganz pl\u00f6tzlich verstarb Philipp II. 1588. Er war noch unverm\u00e4hlt das Erbe fiel daraufhin an&nbsp; Eduard Fortunatus, den \u00e4ltesten der f\u00fcnf S\u00f6hne Christophs von Baden-Rodemachern und der schwedischen Prinzessin C\u00e4cilia Wasa. Nach einer kurzen bayrischen Vormundschaftsregierung nahm er 1589 die Huldigung in Baden entgegen. Seine Br\u00fcder fand er ab und verhinderte so eine weitere Teilung der Markgrafschaft. Das belastete das ohnehin verschuldete Land. Dazu kam der verschwenderische Lebensstil. 1591<\/p>\n<p>heiratete er die b\u00fcrgerliche Maria von Eicken. Die Kinder, die aus dieser Ehe hervorgingen, erkannte sein Vetter Ernst Friedrich von Baden-Durlach nie an.Da nach den badischen Teilungsvertr\u00e4gen eine Linie sp\u00e4testens im Erbfall f\u00fcr die Schulden der anderen aufkommen musste,&nbsp; besetzte der protestantische Ernst Friedrich 1594 die Markgrafschaft Baden-Baden. Das versch\u00e4rfte die konfessionellen Gegens\u00e4tze am Oberrhein weiter. Eduard Fortunat floh auf die Yburg und starb 1600 nachdem er angeblich betrunken von einer Treppe gest\u00fcrzt war. Die katholischen Reichsf\u00fcrsten versuchten den Kindern Eduard Fortunats zu ihrem Erbe zu verhelfen,&nbsp; damit die katholische Markgrafschaft Baden-Baden nicht an die lutherische Markgrafschaft Baden-Durlach fiele. Aber Ernst Friedrich beharrte auf seinem Rechtsstandpunkt, dass Eduard Fortunat und Maria von Eicken nie eine rechtsg\u00fcltige Ehe geschlossen hatten, folglich die Kinder auch nicht erbberechtigt waren. Erst nach der Niederlage in der Schlacht von Wimpfen 1622 Georg Friedrichs dem Bruder und Nachfolger des 1604 verstorbenen Ernst Friedrich sprach Kaiser Ferdinand II. die Markgrafschaft Baden-Baden dem Sohn Eduard Fortunats Wilhelm zu. Die protestantische Regierung von Baden-Durlach versuchte Kloster Lichtenthal v\u00f6llig unter ihre Aufsicht zu bringen. Schon 1596 forderte er die T\u00fcrkenkontribution ein und berief sich dabei auf den Reichsabschied von 1594, wo ein erneuter Beschluss zur Reichst\u00fcrkenhilfe gefasst wurde.\u201dEiner Jeden obrigkeit zugela\u00dfen, Ihre Underthannen, Geystlich unndt Weltlich Sie seye Exempt, oder nicht Exempt, gefreyt, oder nicht gefreyet, Niemandt au\u00df genommen, mit Steyr zu belegen&#8220; (in GLA 92\/199 vom 11. August 1596). Das war im letzten Regierungsjahr von \u00c4btissin Barbara, die zu diesem Zeitpunkt schon an schwerer Wassersucht litt und mit Zustimmung&nbsp; des Markgrafen im Juni 1597 resignierte. Am 7. August 1597 verstarb sie. Die Neuwahl hatte am 25. Juni unter Vorsitz des Abtes von Neuburg, Johann Faber aus Kreuznach (1592-1599) stattgefunden.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zisterzienserlexikon.de\/w\/images\/thumb\/6\/69\/Margaretha-Stuelzer-OCist.jpg\/170px-Margaretha-Stuelzer-OCist.jpg\"><\/p>\n<p>Gew\u00e4hlt wurde Margarete St\u00fclzer aus Ettlingen. Sie war die Tochter des Glasers Philipp St\u00fclzer. Ihre Urgro\u00dfmutter Walburga war eine nat\u00fcrliche Tochter Trierer Erzbischofs Jakob von Baden, des \u00e4ltesten Sohn von Markgraf Christoph I. von Baden. Sie wurde 1562 oder 1563 in Ettlingen geboren. Nach dem Tod ihres Vaters wurde sie zur Erziehung und Ausbildung ins Kloster Lichtenthal gegeben. Mit 16 verlie\u00df sie das Kloster, kehrte aber kurz danach als Novizin zur\u00fcck. Mit einer Mitschwester wurde sie ins Kloster Gottesgarten im Aargau geschickt, das von 1535-1558 verwaist war. Margarete sollte an der Reform des Klosters unter der auf Betreiben Erzherzog. Ferdinands berufene \u00c4btissin Katharina von Hersberg (1558-86) mithelfen. Als die Reform aber scheiterte, auch weil \u00c4btissin Katharina die Vorschriften des Konzils bez\u00fcglich Verzicht sauf pers\u00f6nliches Eigentum und Klausur nicht umsetzte, kehrte Margarete 1594 wieder nach Lichtenthal zur\u00fcck. Ihr Verwandtschaft zum Hause Baden hat bei ihrer Wahl zur \u00c4btissin 1597 wohl durchaus eine Rolle gespielt. Denn es mussten ja w\u00e4hren der Oberbadischen Okkupation Verhandlungen mit mit dem calvinistisch gesinnten Landesherrn Ernst Friedrich und dann mit seinem evangelischen Nachfolger Georg Friedrich gef\u00fchrt werden. Da konnten famili\u00e4re Verbindungen bestimmt nicht schaden. <\/p>\n<p>Markgraf Ernst Friedrich hatte zwar dem Kaiser die Zusage gegeben, nicht in die konfessionellen Verh\u00e4ltnisse der von ihm besetzten Gebiete einzugreifen. Aber nat\u00fcrlich war ihm nicht an einer langfristigen Sicherung Kloster Lichtenthals gelegen.Das zeigte schon sein erstes Schreibenin&nbsp; an die neu gew\u00e4hlte \u00c4btissin. Er tadelte&nbsp; ihre Vorg\u00e4ngerin Barbara wegen ihrer gegen\u00fcber&nbsp; dem Landesherrn unabh\u00e4ngige Regierungsweise und machte klar, dass er das in Zukunft nicht mehr dulden werde.<\/p>\n<p>Ohne sein Vorwissen&nbsp; und seine Bewilligung d\u00fcrfe sie keinen Beichtvater oder Visitator bestellen und auch keine weitere Novizinnen ins Kloster aufnehmen. Auch durfte sie keinen Pfarrherrn in den dem Kloster geh\u00f6renden Pfarreien einsetzen. Die \u00c4btissin und der&nbsp; Konvent mussten st\u00e4ndig bef\u00fcrchten, dass ihr Kloster aufgel\u00f6st w\u00fcrde. Das \u00e4nderte sich auch nach dem Tode des Markgrafen nicht, denn sein Bruder&nbsp; Georg Friedrich behielt das baden-badische Territorium weiterhin besetzt. 1605 wurde er sogar mit der gesamten Markgrafschaft Baden von Kaiser Rudolf II. (1576\u20131612) belehnt. Er musste sich allerdings verpflichten, keine Religionsver\u00e4nderung vorzunehmen.Au\u00dferdem sollte er die Schulden der Markgrafschaft Baden-Baden zu bezahlen. Davon wollte Georg Friedrich drei Teile \u00fcbernehmen. auf die beiden Markgrafschaften entfielen aber 200.000 Gulden, die zu verzinsen und abzuzahlen waren. Davon musste die Abtei Lichtenthal 4.000 Gulden aufnehmen und die Zinsen daf\u00fcr 5 Jahre lang bezahlen. Die \u00c4btissin empfand die Lage der Abtei nach wie vor als kritisch und beklagte sich in einem Schreiben an den Salemer Abt, Petrus II. M\u00fcller, da\u00df man ihrem Gotteshaus Lichtenthal seine Freiheiten nehme. Dieser trug das dem Generalkapitel vor. Dieses appellierte dann an Kaiser Matthias (1612-1619). \u00c4btissin Margarete verzichtete 1616 auf Anraten des Salemer Priors Dr. Johannes Muotelsee auf die Best\u00e4tigung der althergebrachten kl\u00f6sterlichen Privilegien und das Pr\u00e4sentationsrecht in den Lichtenthal unterstehenden Pfarreien. <\/p>\n<p>1618 brach der Drei\u00dfigj\u00e4hrige Krieg aus. Georg Friedrich war seit 1608 Mitglied der protestantischen Union und bestallter General des Unionsheeres. 1622 griff er in B\u00f6hmisch-Pf\u00e4lzischen Krieg ein. Am 6. Mai 1622 fand die Schlacht von Wimpfen statt. Georg Friedrich wurde verwundet und besiegt. Er konnte sich nach Stuttgart retten, legte aber die Herrschaft zu Gunsten seines Sohnes Markgraf Friedrich (1622\u20131659) nieder. Kaiser Ferdinand II. (1619-1637) sprach die Markgrafschaft Baden-Baden am 26. August 1622&nbsp; Markgraf Wilhelm von Baden&nbsp; zu.&nbsp; Wilhelm war der Sohn von Eduard Fortunat von Baden-Rodemachern zu. Das geschah, um die Markgrafschaft der katholischen Partei zu sichern. Er betrieb auch sofort eine rigorose Rekatholisierungspolitik. Die protestantischen Pfarrer wurden alle entlassen. Dabei nahm er in Kauf, dass Pfarreien eine Zeit lang nur durch Wanderpriester betreut wurden. Nachdem die Schweden erfolgreich vordrangen&nbsp; \u00fcbernahm General Horn die Markgrafschaft Baden-Baden. Wilhelm konnte nach dem Sieg bei N\u00f6rdlingen 1634 zur\u00fcckkehren. Definitiv wurde ihm das Land erst im Westf\u00e4lischen Frieden von 1648 zugesprochen.<\/p>\n<p>Im Orden waren die Reformen weitgehend vorangetrieben worden, wobei hier Lichtenthal wegen der schwierigen Verh\u00e4ltnisse weitgehend au\u00dfen vor blieb. 1618 wurden die Statuten f\u00fcr&nbsp; die Oberdeutsche Zisterzienserkongregation festgelegt. 1624<\/p>\n<p>wurde die Kongregation gegr\u00fcndet. Den Vorsitz f\u00fchrte Abt Thomas I Wunn von Kloster Salem. Der Krieg bremste den Reformerfolg zun\u00e4chst. Der Zusammenhalt der Kl\u00f6ster war f\u00fcr Lichtenthal in seiner schwierigen Zeit eine sehr wichtige St\u00fctze.<\/p>\n<p>Trotz der st\u00e4ndigen Bedrohung und der finanziellen Engp\u00e4sse fand unter \u00c4btissin Margarete eine enorme Baut\u00e4tigkeit statt. Der Marienbrunnen entstand sowie die Kirchenkanzel mit dem Relief des Heiligen Bernhard. Einige von ihr angeschaffte liturgische Ger\u00e4te sind heute noch vorhanden. Margaret konnte trotz der enormen Belastung den Besitz des Klosters mehren. Sie regierte 28 Jahre und starb am 22. August 1625 in Lichtenthal. Im Kloster waren 50 Nonnen<\/p>\n<p>Ihre Nachfolgerin wurde Margaretha G\u00f6ll (1625-1640). Ihre Regierungszeit war von den Kriegswirren \u00fcberschattet.Die ersten 12 Kriegsjahre verliefen f\u00fcr die s\u00fcddeutschen Kl\u00f6ster relativ unbelastet. Nur Kontributionen zeigten dass Krieg herrschte. Markgraf Wilhelm von Baden unterst\u00fctzte Kaiser Ferdinand II. st\u00e4rker als bisher mit Geldmitteln im Kampf gegen die protestantischen F\u00fcrsten. Diese versuchte er \u00fcber die Landst\u00e4nde wieder einzutreiben. Das schlug nat\u00fcrlich auch auf die Kl\u00f6ster durch. So teilte \u00c4btissin Margaretha 1629 dem Salemer Abt vertraulich mit, dass ihr Kloster unter Schatzungen und Kontributionen schwer zu leiden habe. 1629 war Kaiser Ferdinand auf der H\u00f6he seiner Macht. Er konnte sogar das Restitutionsedikt erlassen. S\u00e4kularisationen durch Protestanten nach dem Passauer Vertrag 1552 mussten r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht werden. Nicht nur die Protestanten wehrten sich erbittert dagegen. Auch die katholischen F\u00fcrsten, vor allem die Kurf\u00fcrsten hatten gro\u00dfe Bedenken, da es die Machtposition des Kaisers erheblich verst\u00e4rkte. Besonders betraf es die Reichsst\u00e4dte, die Markgrafschaft Baden-Durlach und das Herzogtum W\u00fcrttemberg, in dem 50 Kl\u00f6ster restituiert wurden und der Herzog dadurch fast die H\u00e4lfte seines Territoriums verlor. Die Lage \u00e4nderte sich aber rasch und grundlegend durch die Invasion des Schwedenk\u00f6nigs Gustav Adolf, der 1630 den Kampf gegen den Kaiser und die Liga aufnahm. Unterst\u00fctzt wurde er durch die \u00f6ffentliche Meinung der Protestanten und nach anf\u00e4nglichem Z\u00f6gern konkret durch die evangelischen Kurf\u00fcrsten von Sachsen und Brandenburg. 1632 mussten die Nonnen in die W\u00e4lder fliehen. Das Kloster wurde mehrere Male gepl\u00fcndert. Misswuchs und die Pest vergr\u00f6\u00dferten das Elend.<\/p>\n<p>Die Errettung des Klosters vor den Schweden wird der Sage nach auch dem Schutz der Schl\u00fcsselmuttergottes zugeschrieben.<\/p>\n<p>1636 herrschte eine gro\u00dfe Hungersnot aus einem handschriftlichen Eintrag in einer Bibel hervorgeht, die 1584 in K\u00f6ln bei Dietenberger gedruckt wurde. (Bibliothek Lichtenthal S.Scr. 2, Vorblatt)<\/p>\n<p>Margarethe G\u00f6ll starb am 28. Dezember 1640. am 5. Januar 1641 wurde Rosina Herzog zu ihrer Nachfolgerin gew\u00e4hlt. <\/p>\n<p>Das 1568 von Herzog Christoph aufgehobene Kloster Rechenhofen sowie das Kloster Kirchbach sollten im Zuge der Gegenreformation, die Kaiser Ferdinand II. mit seinem Restitutionsedikt vom 6. M\u00e4rz 1629 angestossen hatte, sollten durch Kloster Lichtenthal wiederbelebt werden.<\/p>\n<p>Die Restauration hatte sich aber als undurchf\u00fchrbar erwiesen, da die materiellen Voraussetzungen ungen\u00fcgend waren und die durch die Kriegsnot rasch aufeinander folgenden Todesf\u00e4lle auch geeignetes Personal fehlte.<\/p>\n<p>Am 1. Dezember 1642 starb \u00c4btissin Rosina nach nur zweij\u00e4hriger Regierungszeit.Die Wahl wurde durch Abt Bernhardin Buchinger geleitet, der am&nbsp; 22.Juli 1642 zum Abt der wieder hergestellten Abtei gew\u00e4hlt worden war. Gew\u00e4hlt wurde Eva Regina Springauf. Sie war die Tochter des Klosterschaffners Matth\u00e4us Springauf. Sie war ehemalige Vorsteherin von Rechenhofen und vorher Priorin von Lichtenthal. In den letzten Kriegsjahren musste sie und der Konvent fl\u00fcchten. Sie fanden Unterschlupf in den Kl\u00f6stern von Stra\u00dfburg und Rathausen im Kanton Luzern<\/p>\n<p>w\u00e4hrend&nbsp; das Kloster von weimarischen Soldaten gepl\u00fcndert wurde. Das berichtete sie an Abt Wunn in Salem und auch, dass sie sich mit 20 Personen in Ettlingen aufhalte, da es im Kloster zu gef\u00e4hrlich sei. Die wirtschaftliche Lage verschlechterte sich durch die Pl\u00fcnderungen ungemein.Nach der Pl\u00fcnderung Anfang 1643 wurde das Kloster im August 1644 erneut Opfer einer Pl\u00fcnderung. Die Mobilien, sowie Wein und Fr\u00fcchte waren geraubt worden. Die Geb\u00e4ude waren besch\u00e4digt worden und an den Zehntorten waren alle Eink\u00fcnfte de Klosters durch die Truppen verzehrt worden. Deshalb bat sie den Markgrafen Wilhelm, ihr bei seinen Reisen nach Bayern und \u00d6sterreich bei den Pr\u00e4laten des Zisterzienserordens eine Anleihe von 500 Reichstalern zu beschaffen, um den Zerfall des Klosters zu verhindern. F\u00fcr eine Anleihe oder die Wiederherstellung des Klosters<\/p>\n<p>war die politische Situation aber noch zu ung\u00fcnstig.<\/p>\n<p>Der Westf\u00e4lische Friede, das war eigentlich eine Reihe von Friedensvertr\u00e4gen, die zwischen dem 15. Mai und dem 24. Oktober 1648 in M\u00fcnster und Osnabr\u00fcck abgeschlossen wurden, beendeten den Dreissigj\u00e4hrigen Krieg. F\u00fcr den Zisterienserorden bedeutete er allerdings die endg\u00fcltige Aufhebung, der mit der Einf\u00fchrung der Reformation in W\u00fcrttemberg aufgehobenen Kl\u00f6ster und damit das Ende der m\u00fchsamen Restitutionsversuche. Schwierigkeiten erwuchsen auch aus der Tatsache, dass Kloster L\u00fctzel seit dem Westf\u00e4lischen Frieden zu Frankreich geh\u00f6rte und die Markgrafen von Baden die Pr\u00e4laten von L\u00fctzel nicht mehr ohne Bedenken f\u00fcr eine Visitation&nbsp; zulassen wollten. Das wurde erst behoben, als das Kongregationskapitel 1668 die Paterneit\u00e4t an den Abt von Tennenbach \u00fcbergab, was den W\u00fcnschen der badischen Markgrafen entgegenkam. Es war aber auch im Sinne von \u00c4btissin Margarethe,<\/p>\n<p>denn sie war mit der Amtsf\u00fchrung des L\u00fctzeler Abtes unzufrieden.<\/p>\n<p>Das Kloster kam nach den Kriegsjahren wieder zur Ruhe, die \u00c4btissin Eva Maria zur Wiederherstellung der kl\u00f6sterlichen Ordnung nutzte. Auch Neueintritte waren wieder zu verzeichnen.<\/p>\n<p>1656 kam die Abtei in den Besitz des M\u00fcnzhauses zu Baden und der Pfarrgr\u00fcnde von Iffezheim<\/p>\n<p>\u00c4btissin&nbsp; Eva Regina Springauf verstarb am 28. August 1658. Auf sie folgte Margaretha Loys. Sie war Priorin des Klosters Olsberg im Aargau. Am 8. September 1658 wurde sie unter Vorsitz von Abt Bernardin Buchinger aus L\u00fctzel zur \u00c4btissin von Kloster Lichtenau gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Die neue \u00c4btissin hatte eine Reihe von Prozessen zu f\u00fchren, vor allem gegen das Hochstift Speyer um die Exemtion des Klosters. Aber auch gegen\u00fcber ihrem Landesherren gab es Kl\u00e4rungsbedarf. Als \u00c4btissin Margarethe ihr Amt \u00fcbernahm, regierte Markgraf Wilhelm von Baden.<\/p>\n<p>In den letzten Jahren seiner Regierungszeit unterst\u00fctzte ihn sein Sohn Hermann bei den Regierungsgesch\u00e4ften. Am 24. Mai 1674 war in Regensburg ein Reichskrieg wegen der Machtanspr\u00fcche des franz\u00f6sischen K\u00f6nig Ludwig XIV. beschlossen worden, was nat\u00fcrlich die Markgrafschaft als <\/p>\n<p>Grenzgebiet wieder gef\u00e4hrdete.Hermann, Feldmarschall und Hofkriegsratpr\u00e4sident in kaiserlichen Diensten , befahl dem Lichtenthaler Oberschaffner Andreas Widemann zum Schutz gegen Pl\u00fcnderung und Verw\u00fcstung die Klosteruntertanen im \u201cFort Beuren\u201d unterzubringen und dieses auch selbst nicht zu verlassen. Als sein Vater am 22. Mai 1677&nbsp; starb, stand er auch dem neuen Landesherren, dem Markgrafen Ludwig Wilhelm von Baden, dem sp\u00e4teren \u201cT\u00fcrkenlouis\u201d zur Seite. Beide standen im Dienst Kaiser Leopolds, der das Reich im S\u00fcdosten gegen die T\u00fcrken und im Westen gegen Frankreich&nbsp; verteidigen musste. In dieser Situation handelten die beiden Markgrafen nat\u00fcrlich kriegsorientiert und nahmen wenig R\u00fccksicht auf althergebrachte Rechte. Sie ordneten&nbsp; im ganzen Land eine Bestandsaufnahme der Vorr\u00e4te in Kellern und Scheunen an und nahmen Kl\u00f6ster davon nicht aus. <\/p>\n<p>\u00c4btissin Margaretha&nbsp; verwahrte sich f\u00fcr Kloster Lichtenthal dagegen und berief sich auf die&nbsp; cisterciensische Immunit\u00e4t. Markgraf Hermann verlangte nun von der \u00c4btissin einen Beweis eines \u201ePrivilegium Sacri ordinis de non visitando cellam\u201d. Die \u00c4btissin fragte den Salemer Abt um Rat.<\/p>\n<p>Dieser leitete das an den Generalvikar der oberdeutschen Kongregation&nbsp; nach Wettingen weiter. Der Generalvikar riet zu einem Vergleich mit der badischen Regierung, da diese eben auch die Kriegsumst\u00e4nde ber\u00fccksichtigen musste und auch andere Kl\u00f6ster diese Untersuchung \u00fcber sich ergehen lassen<\/p>\n<p>mussten. Es kam dann zu&nbsp; einer Konferenz in der markgr\u00e4flichen Kanzlei in Baden-Baden. Als Vertreter des Klosters war Abt Robert Handtmann von Tennenbach anwesend. Dieser beharrte bei den Anspr\u00fcchen der Regierung bez\u00fcglich der Erlaubnis zur Novizenaufnahme, Profe\u00dfablegung, Wahl und Resignation der \u00c4btissin, Bestellung des Beichtvaters und des Visitators nachdr\u00fccklich auf den Rechten des Ordens. Markgraf Ludwig&nbsp; wollte weitere Verhandlungen f\u00fchren allerdings unter Umgehung des Tennenbacher Abtes mit Salem. Beide Markgrafen waren aber zunehmend von der Reichspolitik und da von den T\u00fcrkenkriegen in Anspruch genommen. Lichtenthal spielte da nicht mehr die wichtige Rolle.<\/p>\n<p>\u00c4btissin Margaretha hatte in ihrer Regierungszeit viele Kriegsabgaben zu leisten. An vielen Kirchen und Pfarrh\u00e4usern waren Reparaturen f\u00e4llig. So wurde 1660 Kirche und Pfarrhaus in Rastatt auf Kosten des Klosters restauriert. 1675 wurde in Pforzheim auf Ersuchen des Markgrafen die Kirche neu gebaut.<\/p>\n<p>1669 erwarb das Kloster den Quettighof in Baden-Baden. Die beiden badischen Markgr\u00e4finnen Magdalena von Oettingen und Franziska von F\u00fcrstenberg stifteten 1679 die Einsiedlerkapelle im Klostergarten. Diese wurde 1686 geweiht und dient den Nonnen als Friedhofskapelle.<\/p>\n<p>\u00c4btissin Margaretha starb nach 28 Regierungsjahren am 25. M\u00e4rz 1686 im 76. Lebensjahr . Am 30 M\u00e4rz wurde Maria Thekla Sch\u00fctz aus Baden-Baden als \u00c4btissin gew\u00e4hlt. Bei der Wahl wollten Vertreter der badischen Regierung dabei sein. Au\u00dferdem forderten sie die \u00dcbergabe der Schl\u00fcssel. Beides wurde vom Tennenbacher Abt zur\u00fcckgewiesen. Sie war die Tochter des markgr\u00e4flichen Amtmanns Franz Sch\u00fctz. Das Juramentum Abbatissa, das \u00c4btissin Maria Thekla ablegen musste enthielt einen Zusatz, der sie besonders auf die Einhaltung der ordensrechtlichen Vorgaben des Konzils von Trient (Klausur) und die Ordenssatzungen verpflichtete. Sie war kr\u00e4nklich und hatte nur eine Regierungszeit von 20 Monaten. Sie starb am 13. Dez. 1687 . Zu ihrer Nachfolgerin wurde am 18. Dezember 1687 Euphrosina Lorenz aus Baden-Baden gew\u00e4hlt. Sie war die Tochter des Schmiedemeisters Adam Lorenz.&nbsp; Ihre Amtszeit war gepr\u00e4gt, durch zwei Kriege, die auch ihren Konvent und das Kloster in Mitleidenschaft zogen.<\/p>\n<p>Der Friede von Nimwegen, das war eine Reihe von Friedensvertr\u00e4gen, die 1678\/1679 geschlossen wurden, beendete den franz\u00f6sisch-niederl\u00e4ndischen Krieg. F\u00fcr das heutige Baden bedeutete er, dass die St\u00e4dte Freiburg und Kehl an Frankreich fielen. Die speyrische Festung Philippsburg kehrte, nachdem sie 32 Jahre franz\u00f6sisch war, wieder an das Reich zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Schon 1688 herrschte wieder Krieg. Am 24. September 1688 marschierten die Truppen des Sonnenk\u00f6nigs \u00fcber den Rhein. Die Pfalz wurde schnell besetzt. Die Festungen Philippsburg, Mannheim und Frankenthal wurden in den ersten Kriegswochen erobert. Heidelberg und Mainz ergaben sich.<\/p>\n<p>Franz\u00f6sische Truppen griffen bis nach Ulm und Mergentheim aus, um das Land auszupl\u00fcndern und Kontributionen einzutreiben. Der Wormser Dom brannte aus, der Speyrer Dom wurde stark besch\u00e4digt. Es kam zu keiner einzigen Feldschlacht. Ziel Ludwig XIV. war es, durch gezielte Zerst\u00f6rungen<\/p>\n<p>die Gegenseite so unter Druck zu setzten, dass sie die Bedingungen des franz\u00f6sischen K\u00f6nigs akzeptierte. Die Rechnung ging aber nicht auf. Der Reichskrieg wurde erkl\u00e4rt.&nbsp; Am Rhein wurden Truppen konzentriert. Das zeigte, dass Ludwig nicht mit einer kurzen Kriegsdauer rechnen konnte. Er zog seine Truppen zur\u00fcck, hielt nur wenige St\u00fctzpunkte. <\/p>\n<p>Die \u00c4btissin beschloss,&nbsp; ihre Schwestern in Sicherheit zu bringen. Es war gar nicht so einfach, die Nonnen auf andere Kl\u00f6ster vor allem in der Schweiz zu verteilen, da diese schon mit Nonnen \u00fcberf\u00fcllt waren, die ebenfalls gefl\u00fcchtet waren.<\/p>\n<p>Die Lichtenthaler Nonnen kamen vor allem in Zisterzienserkl\u00f6stern unter, in der Schweiz in Magdenau, Lilienthal und Feldbach und Wurmsbach, in Frankreich in L\u00fctzel und in Deutschland in Lilienthal und Gnadenthal und bei den Benediktinnerinnen in&nbsp; Holzen und Rothm\u00fcnster.<\/p>\n<p>Auf dem R\u00fcckzug der Truppen Ludwigs XIV lie\u00df er die Pfalz, Kurtrier und die Markgrafschaft Baden systematisch zerst\u00f6ren. Am 15. August 1689 wurde Durlach in Brand gesteckt. Dort blieb lediglich ein halbes Dutzend H\u00e4user stehen. Einen Tag sp\u00e4ter wurde Ettlingen in Schutt und Asche gelegt. Am 24. August 1689 brandschatzten franz\u00f6sische Truppen&nbsp; unter F\u00fchrung des Marschalls Duras Baden-Baden. Dabei wurde das markgr\u00e4fliche Schloss, die Stiftskirche, das Jesuitenkolleg und das und eben zum Einzug fertige Kloster der Chor- und Lehrfrauen vom Heiligen Grab&#8220; und nat\u00fcrlich zahllose H\u00e4userzerst\u00f6rt.Die au\u00dferhalb der Stadt liegende Abtei Lichtenthal blieb verschont . Die Ern\u00e4hrungslage in der gesamten Markgrafschaft wurde zunehmend schwieriger. \u00c4btissin Euphrosina&nbsp; wollte ihren Konvent schon 1692 wieder nach Lichtenthal zur\u00fcckberufen. Abt Petrus Tanner von L\u00fctzel (1677-1702) riet ihr davon wegen der Kriegsoperationen am Rhein dringend ab. Sie verschob die R\u00fcckkehr dann auf Ostern 1693.&nbsp; Im April kehrte Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden in sein Land zur\u00fcck. Er hatte vom Kaiser den Oberbefehl im Westen \u00fcbertragen bekommen. Allerdings war die Armee ersch\u00f6pft.Es mangelte an Ausr\u00fcstung und die Ern\u00e4hrung war ebenfalls sehr schlecht. Angesichts der \u00dcbermacht der Franzosen beschr\u00e4nkte sich der Markgraf auf die Defensive. Er lie\u00df auch die Eppinger Linien errichten. Durch die Verschanzung konnte er ein weiteres Vordringen der Franzosen verhindern. Nicht verhindern konnte er aber das Vordringen der Franzosen nach W\u00fcrttemberg und das Land ebenso verw\u00fcsteten wie zu Kriegsbeginn die Pfalz.<\/p>\n<p>F\u00fcr das Kloster war es nicht nur schwierig, die Ern\u00e4hrung des Konvents sicher zu stellen. Auch seinen finanziellen Verpflichtungen konnte es kaum mehr nachkommen,zumal die Zehnteing\u00e4nge oft ausblieben.<\/p>\n<p>1697 beendete der Friede von Rijswijk war ein Vertragswerk von 4 Vertr\u00e4gen zwischen den ehemaligen kriegsf\u00fchrenden Parteien. Am 30.Oktober 1697 wurde er zwischen Frankreich und Kaiser Leopold I.und dem Heiligen R\u00f6mischen Reich geschlossen. Frankreich gab alle Reunionen und Eroberungen mit Ausnahme des Elsas zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Markgraf Ludwig nutzte die Zeit nach dem Friedensschluss zum Wiederaufbau und zur Sicherung der Markgrafschaft. F\u00fcr das Kloster bedeutete das, dass Klosteruntertanen zu Fronarbeiten bei der Wiederherstellung des Baden-Badener Schlosses abgestellt werden mussten. Auch Sachlieferungen wie zwei Wagen voll Eichenholz, das zur Verarbeitung von Fensterrahmen f\u00fcr das Baden-Badener Schloss genutzt werden sollten, mussten dorthin geliefert werden.<\/p>\n<p>Die Friedenszeit dauerte nicht sehr lange. Schon im September 1701 begann der Spanische Erbfolgekrieg. Dieses Mal stand das Reich im B\u00fcndnis von Holland und England gegen Ludwig XIV. Dieser hatte die Kurf\u00fcrsten von Bayern und K\u00f6ln als Verb\u00fcndete. Der badische Markgraf k\u00e4mpfte wieder f\u00fcr Kaiser Leopold. Er eroberte 1702 die Festung Landau. Den wichtigsten Sieg errang er zusammen mit dem englischen Marschall Marlborough, einem Vorfahren von Winston Churchill. Die Franzosen wurden zum R\u00fcckzug gezwungen. Nur 14 Tage vorher hatten sie das bayrische Heer bei der Schlacht am Schellenberg besiegt. Markgraf Ludwig erlitt dabei aber eine schwere Verwundung. Diese und 30 Jahre Kriegsdienst mit vielen Schlachten zeigten ihre Folgen. K\u00f6rperliche Ersch\u00f6pfung und die schwere Verwundung zwangen ihn im Oktober 1706 sein Amt als Reichsfeldmarschall niederzulegen.<\/p>\n<p>Er starb am 4. Januar 1707 und wurde in der Stiftskirche in Baden-Baden&nbsp; beigesetz. Sein Herz aber bestattete man in einer silbernen Kapsel vor dem Choraltar der Lichtenthaler F\u00fcrstenkapelle. Die letzten Kriegsjahre verliefen f\u00fcr die Markgrafschaft verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig ruhig. Ab November 1713 verhandelten Prinz Eugen f\u00fcr das Reich und Marschall Villars f\u00fcr Frankreich im neuen Rastatter Schloss. Am 6. M\u00e4rz 1714 wurde der Friede geschlossen.<\/p>\n<p>Die Abtei erholte sich wirtschaftlich langsam. Die Klostergemeinschaft aber wuchs stetig.<\/p>\n<p>\u00c4btissin Euphrosina starb am 2. M\u00e4rz 1720 im 83. Lebensjahr. Auf sie folgte Agnes Polentari . Sie wurde am 8. Merz 1720 zur \u00c4btissin gew\u00e4hlt. war eine Tochter des Freiburger Ratsherrn, Spital- und Zunftmeisters Johann Wilhelm Polentari. Im Juni 1720 f\u00fchrte der Vaterabt Anton Merz (1719-1725) von Tennenbach im Kloster Lichtenthal die strenge Klausur wieder ein. Er teilte der Markgr\u00e4fin Sibylla Augusta mit, dass es nur ihr weiterhin erlaubt sei,das Innere des Klosters zu betreten. Daraus ergab sich eine umfangreiche Korrespondenz mit der markgr\u00e4flichen Kanzlei in Rastatt,Sybila Augusta befand, dass das Sache des Ordens sein und f\u00fcr \u201cden F\u00fcrstl. Fundatori \u201c keinerlei Nachteil entst\u00fcnde.<\/p>\n<p>1722 wies der Visitator auf den \u00e4u\u00dferst bauf\u00e4lligen Zustand der Klostergeb\u00e4ude hin. \u00c4btissin Agnes lie\u00df dann 1723\/24 die Kirche unter Leitung des Bezauer Baumeisters Peter Thumb instandsetzen. Sie erhielt einen neuen Dachreiter. Der Frauenchor wurde erh\u00f6ht und \u00fcberw\u00f6lbt. Ein neuer Altar und eine Orgel wurden eingebaut. Ein neuer Fu\u00dfboden wurde gelegt. Dabei wurden allerdings viele Grabplatten entfernt und die Gr\u00e4ber damit unkenntlich gemacht.<\/p>\n<p>1724 wurde zusammen mit dem Speyrer Domkapitel ein neues Pfarrhaus in Rastatt gebaut. Das Iffezheimer Pfarrhaus baute das Kloster 1725 allein. Auch wurde dort sowie in Pforzheim der Pfarrhof renoviert. Die Schaffnerei in Ettlingen erhielt einen neuen Speicher.<\/p>\n<p>\u00c4btissin Agnes verstarb am 26. Dezember 1726. Zu ihrer Nachfolgerin wurde am 3. Januar 1727 die bisherige Priorin Maria Euphrosina Wunsch gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.zisterzienserlexikon.de\/w\/images\/thumb\/b\/b5\/Euphrosina-Wunsch-OCist.jpg\/180px-Euphrosina-Wunsch-OCist.jpg\" width=\"180\" height=\"212\"><\/p>\n<p>Euphrosina ist am 10. April 1678 in Baden-Baden geboren. \u00dcber ihre Familie ist nichts bekannt, da die st\u00e4dtischen Akten beim Stadtbrand von 1669 verloren gingen.<\/p>\n<p>In die Regierungszeit von Maria Euphrosina fiel der Polnische Thronfolgekrieg (1733\u20131738), wobei es neben Thronfolge in Polen in erster Linie ein Machtkampf zwischen Frankreich und Habsburg war. Die Rheingrenze war wieder Kriegsschauplatz.<\/p>\n<p>Franz\u00f6sische Truppen \u00fcberschwemmten wieder das Land.Markgraf Georg Ludwig war mit dem ganzen Hof auf die b\u00f6hmischen Besitzungen der Markgrafen gefl\u00fcchtet. Das Kloster hatte w\u00e4hrend des Krieges mehrere Beschiessungen zu erdulden, musste aber vor allem&nbsp; immer wieder hohe Kontributionen<\/p>\n<p>zahlen. Au\u00dferdem wurden die Ernten durch die durchziehenden Heere vernichtet.<\/p>\n<p>Trotz der Kriegslasten war die Regierungszeit der \u00c4btissin durch eine rege Baut\u00e4tigkeit gekennzeichnet. Das Klostergeb\u00e4ude war noch auf Holz und worauf der Visitator schon 1722 hingewiesen hatte, bauf\u00e4llig. 1728 wurde es abgetragen und durch einen steinernen Neubau ersetzt.<\/p>\n<p>Baumeisters Peter Thumb f\u00fchrte den Bau wieder aus nachdem er vier Jahre vorher schon die Kirche renoviert hatte. Das machte er, w\u00e4hrend er gleichzeitig den Neubau des Klosters in Tennenbach durchf\u00fchrte. 1731 war der Konventsbau fertiggestellt. Am 4. M\u00e4rz 1734 konnte auch die \u00c4btissin ihre neue Wohnung beziehen. Am 27. Dezember diesen Jahres brannten die \u00d6konomiegeb\u00e4ude ab. Sie wurden im Folgejahr aus Stein errichtet.<\/p>\n<p>Den Friedensschluss am&nbsp; 18. November 1738 in Wien erlebte die \u00c4btissin nicht mehr. Sie starb wenige Monate vorher am 11. Juni 1738.<\/p>\n<p>Auf&nbsp; Maria Euphrosina folgte Benedikta Grasmaier aus Ellwangen . Bei ihrer Wahl war sie 50. Die Wahl fand unter Vorsitz des Tennenbacher Abtes Leopold M\u00fcnzer (1724-1754) statt. 1739 kaufte sie ein gro\u00dfes Schaffnereihaus in Steinbach. Kurz nach ihrem Amtsantritt lie\u00df sie das Garten-und W\u00e4chterhaus<\/p>\n<p>im Garten au\u00dferhalb des Tores erbauen. 1740 musste die F\u00fcrstenkapelle restauriert, das Dachwerk neu erstellt und ein T\u00fcrmchen aufgesetzt werden. In der Kirche lie\u00df sie neue Alt\u00e4re errichten. Sie schaffte wertvolle neue Ger\u00e4te an und die Kirche erhielt eine neue Orgel.<\/p>\n<p>1743 erbaute sie ein neues Krankenhaus. Ein Jahr sp\u00e4ter lie\u00df sie in Malsch ein neues Pfarrhaus samt Scheuer erstellen. <\/p>\n<p>1745 feierte die Abtei ihr 500-j\u00e4hriges Bestehen. Das Fest wurde in Anwesenheit des Markgrafen Georg Ludwig begangen.<\/p>\n<p>1752 verkaufte sie ein Gut in Essingen in der Pfalz an das bisch\u00f6fliche Seminar in Bruchsal . Daf\u00fcr kaufte sie das Hofgut Tiefenau bei Sinzheim und lie\u00df darauf ein kleines Schl\u00f6sschen erbauen, das 1906 abgerissen wurde.<\/p>\n<p>In ihre Regierungszeit fielen auch langwierige Auseinandersetzungen mit den Bisch\u00f6fen von Speyer in denen es um Exemtion des Klosters und die Aufsichtsbefugnisse des Bischofs ging. Es gab viel Schriftwechsel zwischen Markgraf, den f\u00fcrstbisch\u00f6flichen Kanzleien. Selbst Rom war immer wieder eingeschaltet.<\/p>\n<p>Am 2. September 1769 bewilligte die Ritenkongregation in Rom die Seligsprechung des Markgraf Bernhard von Baden. Diese wurde vor allem vom Markgrafen August Georg von Baden betrieben auch weil er keine m\u00e4nnlichen Nachkommen hatte und damit die katholische Linie Baden-Baden an die evangelische Linie Baden-Durlach fallen w\u00fcrde. Die Religionsfreiheit der Baden-Badener Untertanen sollte gesichert bleiben. Der Markgraf verstarb am 21.Oktober 1771. sein Leichnam wurde in der Stiftskirche von Baden-Baden beigesetz, sein Herz aber in der F\u00fcrstenkapelle im Kloster Lichtenthal.<\/p>\n<p>\u00c4btissin Maria Benedicta verstarb am 23.Oktober 1775. Zu ihrer Nachfolgerin wurde Thekla Tr\u00fcck gew\u00e4hlt. Sie wurde am 8. November 1739 als Tochter&nbsp; des Schullehrers Valentin Tr\u00fcck in Kuppenheim geboren. 1758 legte sie unter \u00c4btissin Benedicta ihre Profess ab. Die Wahl leitete Abt Maurus Berier (1765-1782).Der Speyrer Bischof Damian August von Limburg-Styrum beanstandete am 28.Oktober, dass man ihm nach dem Tod von \u00c4btissin Benedicta die Sedisvakanz in Lichtenthal noch nicht mitgeteilt hatte und verlangte unter Androhung kirchlicher Strafen die sofortige schriftliche Mitteilung des Wahltermins, damit er seinen Delegierten zur Leitung der Wahl schicken k\u00f6nne. Als das Schreiben in Lichtenthal eintraf, war \u00c4btissin am Morgen dieses Tages bereits gew\u00e4hlt worden und durch den Kommissar des Markgrafen Karl Friedrich in die weltlichen Rechte des Klosters eingesetzt worden.<\/p>\n<p>Die Fristsetzung des Bischofs war am 30.10. in Lichtenthal eingegangen. Die neugew\u00e4hlte \u00c4btissin leitetete da bisch\u00f6fliche Schreiben umgehend nach Tennenbach weiter. Abt Maurus antwortete dem Speyrer Bischof, die \u00c4btissin sei vor Eintreffen seines Schreibens dass bisher noch jede Lichtenthaler \u00c4btissin unter dem Vorsitz eines vom Orden bestimmten \u201eVisitatoris Ordinarii&#8220; und in Anwesenheit eines landesf\u00fcrstlichen Beauftragten gew\u00e4hlt worden.Er bat den Bischof, es auch dabei zu belassen. Bischof von Styrum schrieb aber dem Abt,Er werde der Widersetzlichkeit des Konvents gegen\u00fcber seiner bisch\u00f6flichen Jurisdiktion mit geeigneten Mitteln entgegentreten und dass er die Wahl nicht genehmige und die ernannte \u00c4btissin nicht anerkenne. An dem Tag, als der Bischof das schrieb, hatte aber Abt Gregorius Girardin von L\u00fctzel, der Generalvikar der oberdeutschen Kongregation die kirchliche Weihe vollzogen. Ihre Konfirmation als \u00c4btissin von Lichtenthal hatte der Generalabt des Ordens, Frafflis Trouve, am 13. November 1775 ausgestellt. Abt Maurus Berier teilte dies dem Speyrer Oberhirten und wies ihn nochmals darauf hin, dass die Wahl nach bisher von Rom anerkannten Recht stattgefunden habe.Bischof von Styrum wandte sich nun in einem Protestschreiben an Markgraf Karl Friedrich. Der Markgraf lie\u00df ein Gutachten ausarbeiten, aus dem hervorging, dass die Wahl nach einem seit \u00fcber 200 Jahren \u00fcblichen Herkommen erfolgt war. Zun\u00e4chst gab der Bischof nach.<\/p>\n<p>In \u00d6sterreich regierte&nbsp; Maria Theresia seit 1745 de facto, nachdem ihr Mann Franz Stephan von Lothringen zum&nbsp; Kaiser des r\u00f6mischen Reiches gew\u00e4hlt worden war. Noch w\u00e4hrend des \u00f6sterreichischen Erbfolgekriegs hatte sie mit ihrer Reformpolitik begonnen, die als \u201eTheresianische Staatsreform\u201c bezeichnet wurde. Ein zentralistischer, absolutistisch regierte Staat wurde angestrebt. Ihr Sohn Joseph II. von 1765-1780 Mitregent der Mutter, vom Tode der Mutter 1780 \u00fcbte er die Herrschaft in den L\u00e4ndern der Habsburgmonarchie als Erzherzog von \u00d6sterreich alleine aus. Er setzte die Reformpolitik fort. Vor allem in der Religionspolitik wirkte er nachhaltig. Das betraf besonders die Orden. In der Donaumonarchie wurden alle Orden, die nicht in volkswirtschaftlichem sinne produktiv waren, aufgehoben. Nur Orden, die Krankenpflege, Schulen oder andere soziale Aktivit\u00e4ten betrieben, behielten ihr Daseinsrecht. In \u00d6sterreich und Ungarn wurden viele Zisterienserkl\u00f6ster aufgehoben. Auch war er ein Gegner der Exemtion, da er sie als eine der Auswirkungen p\u00e4pstlicher macht sah. Von Seiten der Ordensleitung f\u00fcrchtete er die Einwirkung ausl\u00e4ndischer Ideen. Deutschen Bisch\u00f6fen kamen solche Gedanken entgegen und sie wurden begreiflicher weise gerne aufgegriffen. In der Emser Punkuation betonten die Erzbisch\u00f6fe von Mainz, K\u00f6ln und Salzburg die Unabh\u00e4ngigkeit der bisch\u00f6flichen Gewalt gegen\u00fcber der p\u00e4pstlichen. Auch d\u00fcrfe der Papst die bisch\u00f6fliche Dispositionsgewalt durch Exemtionen nicht einschr\u00e4nken. Darauf hin meldete der Speyrer F\u00fcrstbischof seine Anspr\u00fcche beim Markgrafen wieder an. Seine R\u00e4te rieten aber ab, die Ordensrechte preiszugeben, da das Kloster m\u00f6glicherweise in seiner Anh\u00e4nglichkeit an die Landes-und Schutzherrschaft wankend werden k\u00f6nne.<\/p>\n<p>Bald aber waren andere Ereignisse dr\u00e4ngender geworden. Am 14. Juli 1789 war in Frankreich die Revolution ausgebrochen mit enormen Auswirkungen sowohl auf die Di\u00f6zese Speyer als auch auf die Zisterzienserkl\u00f6ster. Der jenseits der Queich liegende Teil der Di\u00f6zese Speyer stand unter franz\u00f6sischem Hoheitsrecht. Dort wurden geistliche verfolgt und kirchliche G\u00fcter eingezogen, was Bischof von Styrum nicht verhindern konnte. Ab 1792 befanden sich \u00d6sterreich und Frankreich im Kriegszustand. Der Speyrer Bischof hatte daraufhin seine Residenz in Bruchsal verlassen und begab sich nach Freising ins Exil.<\/p>\n<p>!790 wurden im Zuge der franz\u00f6sischen Revolution Kl\u00f6ster aufgehoben und s\u00e4kularisiert. Von den Zisteriensern traf es erst das Mutterkloster Citeaux. Dann wurde La Fert\u00e9 und Kloster Neuburg, das Mutterkloster von Lichtenthal aufgehoben. 1791 wurde die Primarabtei der meisten deutschen Zisterienserkl\u00f6ster , Morimond, zum Nationaleigentum erkl\u00e4rt und die M\u00f6nche vertrieben. 1792 folgten&nbsp; L\u00fctzel, Pontigny und Clairvaux. Die meisten Zisterzienserkl\u00f6ster in Frankreich folgten. Ein Teil des Konvents von Kloster K\u00f6nigsbr\u00fcck im Haguenauer Forst kam im Kloster Lichtenthal unter.<\/p>\n<p>In den ersten Jahren ihrer Regierungszeit liess die \u00c4btissin Neubauten im Klosterhof errichten und Reparaturarbeiten sowie die Neuerrichtung der Klostermauer durchf\u00fchren.1781 erhielt sie aus Rom die Gebeine der Heiligen Pius und Benedictus.<\/p>\n<p>Die Koalitionskriege gef\u00e4hrdeten nat\u00fcrlich auch das Kloster. Der Konvent dr\u00e4ngte \u00c4btissin Thekla sich in Sicherheit zu bringen. Schon vorher hatte sie zwei Koffer mit Gold, Silberwaren und wichtigen Dokumenten ins Kloster Friedenweiler bringen lassen.Sie ging dann erst nach Forbach und logierte dort in der Krone. Von dort floh sie dann nach Ansbach. Die \u00c4btissin hatte dem Konvent Verbleib im Kloster oder Flucht frei gestellt. die meisten entschlossen sich zur Flucht. Erst als Markgraf Karl Friedrich im August einen Sonderfrieden mit Frankreich geschlossen hatte, konnten die Schwestern zur\u00fcckkehren.<\/p>\n<p>Den n\u00e4chsten gravierenden Einschnitt in die Klostergeschichte bedeutete die S\u00e4kularisation,die ab&nbsp; 1802 begann. 1801 war der Frieden von Lun\u00e9ville geschlossen worden, der die rechtliche Eingliederung der 1794 besetzten linksrheinischen Gebiete in das franz\u00f6sische Staatsgebiet regelte. Die F\u00fcrstent\u00fcmer des Heiligen R\u00f6mischen Reiches sollten aber durch S\u00e4kularisation geistlicher Territorien und durch Mediatisierung kleiner weltlicher Herrschaften und der Reichsst\u00e4dte entsch\u00e4digt werden.Dies wurde durch den Reichsdeputationshauptschluss von 1803 umgesetzt. Baden wurde zum Gro\u00dfherzogtum erhoben und erhielt gro\u00dfe Entsch\u00e4digungen, weit mehr als es verloren hatte. Dem Kloster Lichtenthal sicherte er weiteren Bestand zu, auch weil es immer als Grablege des badischen F\u00fcrstenhaus gedient hatte Er sicherte den Nonnen den notwendigen Unterhalt und das Wohnrecht im s\u00e4kularisierten Kloster zu.Ein \u201cSustentationsvertrag\u201d sprach den Nonnen&nbsp; das sogenannt Taschengeld zu. Im Vertrag setzte das Kloster durch, dass dieses nur kollektiv ausgezahlt und nach Weisung der \u00c4btissin f\u00fcr die Kommunit\u00e4t verwendet wurde. Damit war immerhin das wichtige Element kl\u00f6sterlichen Lebens, der Verzicht auf Eigentum erhalten geblieben. Ansonsten griffen die Bestimmungen des Vertrags so stark in das kl\u00f6sterliche Leben ein, dass cisterciensische Lebensweise kaum mehr m\u00f6glich war. Auch waren die Verbindungen zum Orden gekappt. Die badischen Zisterzienserkl\u00f6ster Salem und Tennenbach waren aufgehoben. Zu \u201causl\u00e4ndischen Kl\u00f6stern\u201d war aber jeglicher Kontakt untersagt. Die kirchliche Aufsicht zun\u00e4chst beim Bischof von Speyer und dem Vikariat in Bruchsal. Es gab ein Verbot der Novizinnenaufnahme. Der Konvent wurde auf zw\u00f6lf Chorfrauen und drei Laienschwestern beschr\u00e4nkt. die aus K\u00f6nigsbr\u00fcck gefl\u00fcchteten Chorfrauen mussten den Konvent verlassen. <\/p>\n<p>Am 11. Januar 1808 verstarb \u00c4btissin Thekla. Ihre Nachfolgerin wurde C\u00e4cilia Lauf. Sie ist 1760 in Schuttertal geboren, trat ins Kloster Lichtenthal ein und legte dort am 10. Mai 1783 ihre Profess ab. Sie war sp\u00e4ter Novizenmeisterin. Sie wurde am am 24. Februar 1808 nach zisteriensischem Ritus aber unter dem Vorsitz bisch\u00f6flicher und landesherrlicher Kommissare zur \u00c4btissin gew\u00e4hlt. Gem\u00e4\u00df der bei der Neuordnung des Klosters getroffenen Bestimmungen h\u00e4tte eigentlich nur noch eine Priorin gew\u00e4hlt werden d\u00fcrfen. Aber Gro\u00dfherzog Karl Friedrich (1806-1811) hatte gro\u00dfm\u00fctig die Wahl einer \u00c4btissin gestattet.<\/p>\n<p>1811 erkl\u00e4rten sich \u00c4btissin C\u00e4cilia und der Konvent bereit, staatsdienliche und gemeinn\u00fctzige Dienste zu \u00fcbernehmen, so lange damit er monastische Status der Abtei gest\u00f6rt werde. <\/p>\n<p>Am 10. Juni 1811 verstarb Gro\u00dfherzog Karl Friedrich. Auf ihn folgte sein Enkel Karl Ludwig Friedrich. Seit 1806 war dieser mit Stephanie Beauharnais, der Adoptivtochter Napoleons, verheiratet. Sie brachte der Abtei ein besonderes Wohlwollen entgegen und war immer wieder Anlaufstelle f\u00fcr das Kloster.<\/p>\n<p>Mit ihrem Einsatz trug sie in der schweren Zeit der staatskirchlichen Umordnung der Kl\u00f6ster dazu bei, dass die monastische Struktur Lichtenthals gewahrt blieb.<\/p>\n<p>Der Reichsdeputationshauptschluss vom 25. Februar 1803 sowie die Gr\u00fcndung des Rheinbundes hatten zu einer Umorganisation der staatlichen und kirchlichen Verh\u00e4ltnisse gef\u00fchrt. Bistums-und Landesgrenzen passten nicht mehr zusammen. Mehrere protestantische F\u00fcrsten hatten deshalb mit<\/p>\n<p>Rom Verhandlungen gef\u00fchrt, damit das angepasst wurde. Am 16. August 1821 genehmigte Papst Pius VII. (1800-1823) in seiner Bulle&nbsp; eine Neueinteilung der betreffenden Di\u00f6zesangebiete. 1827 wurde das Erzbistum Freiburg gegr\u00fcndet. Es wurde Metropolitansitz und ihm zugeordnet wurde die Suffraganbist\u00fcmer Rottenburg, Mainz, Fulda und Limburg . Der erste Erzbischof wurde Bernhard Boll, der bis zur S\u00e4kularisation Professor f\u00fcr Philosophie in Salem und Tennenbach war. Nun hatte der Erzbischof von Freiburg die geistliche Aufsicht \u00fcber Kloster Lichtenthal<\/p>\n<p>1811 wurde Beuern zur Pfarrei erhoben und das Fraum\u00fcnster, die bisherige Klosterkirche zur Pfarrkirche bestimmt. 1815 \u00fcbernahmen die Klosterfrauen auf Wunsch der Regierung die neu errichtete M\u00e4dchenschule in Beuren und den Unterricht dort.<\/p>\n<p>Der neue Freiburger Erzbischof versprach in einem pers\u00f6nlichen Schreiben der \u00c4btissin, sich immer f\u00fcr das Wohl des Klosters zu verwenden. Nur zehn Tage sp\u00e4ter schrieb er eigenh\u00e4ndig eine Tagesordnung f\u00fcr den Chordienst in Lichtenthal.<\/p>\n<p>Am 30. M\u00e4rz 1830 trat Gro\u00dfherzog Leopold&nbsp; die Regierung in Baden an. In seinem Auftrag gestaltete Pfarrer Franz-Josef Herr , Halbbruder des Gro\u00dfherzogs und illegitimer Sohn von Karl Friedrich von Baden&nbsp; aus der \u201cTotenkapelle\u201d eine standesgem\u00e4\u00dfe Gedenkst\u00e4tte f\u00fcr das Haus Baden, die F\u00fcrstenkapelle.<\/p>\n<p>Am&nbsp; 27. Oktober 1832 fand die feierliche Einweihung im Beisein der badischen Herzogsfamilie statt. Pfarrer Herr vertrat den Freiburger Erzbischof, der aus diesem Anlass einen Kelch gestiftet hatte, den er zu seiner Inthronisation erhalten hatte. Dieser Kelch sollte fortan bei den Anniversarien der gro\u00dfherzoglichen Familie verwendet werden. Auch erwarb er 1834 f\u00fcr die Markgr\u00e4fin Sibylla Augusta nach Rastatt gebrachte Reliquie des seligen Markgrafen Bernhards II. von Baden, die jetzt in Lichtenthal verwahrt wurde.<\/p>\n<p>\u00c4btissin C\u00e4cilia starb am 18. Mai 1834 an einer \u201eLungenl\u00e4hmung\u201c. <\/p>\n<p>Zu ihrer Nachfolgerin wird Friederika Amalia Trenkle aus Ettenheim-M\u00fcnchweier. Sie hatte am 19. Februar 1816 erstmals ihre Profess abgelegt. Da abgelegten Gel\u00fcbde von der badischen Regierung nur f\u00fcr drei Jahre g\u00fcltig erachtet wurden mussten diese all drei Jahre erneuert werden.<\/p>\n<p>Die Wahl&nbsp; hatte der Freiburger Weihbischof Hermann von Vicari (in Vertretung des Erzbischofs Bernhard Boll) geleitet. Er nahm auch die Benediktion vor.&nbsp; Amalia war&nbsp; zun\u00e4chst Lehrerin an der Klosterschule, sp\u00e4ter Schaffnerin (Cellerarin) gewesen. <\/p>\n<p>Auf Vorschlag von \u00c4btissin Amalia wurde das Amt des Pfarrers und Klostergeistlichen in Personalunion besetzt.Vorher hatte es wegen der organisatorischen Trennung von Pfarrei und Kloster immer wieder Schwierigkeiten gegeben.<\/p>\n<p>Am 1. Mai 1845 wurde das 600-j\u00e4hrige Bestehen von Kloster Lichtenthal mit einem feierlichen Hochamt begangen. Aus diesem Anlass schenkte verwitwete Gro\u00dfherzogin Stephanie&nbsp; der Abtei&nbsp; ein Pluviale, das sie aus ihrem Brautkleid hatte anfertigen lassen. <\/p>\n<p>Die Unruhen w\u00e4hrend der Revolution von 1848\/49 \u00fcberstand das Kloster unbeschadet. Es musste nur einmal einen Freisch\u00e4rlertrupp mit Erfrischungen versorgen. <\/p>\n<p>\u00c4btissin&nbsp; Amalia starb am 15. November 1852 nach kurzer Krankheit .<\/p>\n<p>Sophia Schell wurde am 21. Januar 1858 zur \u00c4btissin gew\u00e4hlt. Ihre erste Profess hatte sie am 21. Oktober 1822 . Seit Mai 1857 war sie Priorin.<\/p>\n<p>Die Br\u00fcder Maurus und Placidus Wolter waren am 13.Oktober 1860 zu einer Besprechung mit der F\u00fcrstin Katharina von Hohenzollern im Kloster Lichtenthal. Sie waren von Papst Pius IX., mit der Neubegr\u00fcndung des monastischen Lebens in Deutschland beauftragt worden. Maurus Wolter<\/p>\n<p align=\"justify\">war Gr\u00fcnder und 1. Erzabt von Beuron. Er weilte im September 1865 f\u00fcr mehrere Wochen zur Erholung. Er regte eine zeitgem\u00e4\u00dfe Neufassung der Klosterstatuten an. Diese wurden&nbsp; 1866 von dem Beichtvater Paul Koch, \u00c4btissin Sophia und einigen Schwestern erarbeitet&nbsp; (<i>Statuten des ehrw\u00fcrdigen Gotteshauses Unserer lieben Frau <i>zu Lichtenthal des hl. Cistercienserordens<\/i>)<sup>&nbsp; <\/sup><\/i><\/p>\n<p align=\"justify\"><em><sup><\/sup><\/em><\/p>\n<p>Maurus Wolter \u00fcberpr\u00fcfte die Statuten. Der Zisterzienserabt&nbsp; Leopold H\u00f6chle aus Mehrerau konnte sie wegen des Krieges von 1866 nicht \u00fcberpr\u00fcfen.Sie wurden von Erzbischof Vicari, dem Nachfolger von Ignaz Anton Demeter&nbsp; ,<\/p>\n<p>1867 genehmigt.<\/p>\n<p>Zur besseren Versorgung der Wirtschaft nahm \u00c4btissin Sophia auch Laienschwestern und Oblatenschwestern ins Kloster auf. Oblatenschwestern, das sind Laienschwestern, die in einem kirchlichen Ritus ein Versprechen abgelegt haben, in einem bestimmten Kloster ein christliches Leben<\/p>\n<p>im Geist des Ordensgr\u00fcnders zuf\u00fchren.<\/p>\n<p>1863 hatten die Einwohner von Beuern beschlossen, sich fortan Lichtental zu nennen. 1869 die katholische Pfarrkirche St. Bonifatius vollendet. Damit wurde die Klosterkirche wieder frei und erhielt wieder ihre urspr\u00fcngliche Bestimmung. Die \u00c4btissin lie\u00df drei neugotische Alt\u00e4re in der Kirche aufstellen.<\/p>\n<p>Die 1678 errichte Einsiedlerkapelle, die den Nonnen als Friedhofskapelle dient, wurde renoviert.<\/p>\n<p>Sophia starb am 29. Dezember 1875.<\/p>\n<p>Ihre Nachfolgerin wurde Aloysia Schreiber. Sie hatte am 2. Juli 1857&nbsp; in Lichtenthal ihre Profess abgelegt. Am 8. Februar 1876 wurde sie mit absoluter Stimmenmehrheit zur \u00c4btissin gew\u00e4hlt. Der Freiburger Weihbischof Lothar von K\u00fcbel&nbsp; benedizierte sie&nbsp; am 9. Mai 1876.<\/p>\n<p>\u00c4btissin Aloysia f\u00fchrte ein Tagebuch, das \u00fcber ihre kurze Regierungszeit in Lichtenthal genauso Auskunft gibt wie \u00fcber den kl\u00f6sterlichen Alltag.<\/p>\n<p>Schon unter ihrer Vorg\u00e4ngerin hatte der Kulturkampf begonnen. 1842 wurde Hermann von Vicari Erzbischof von Freiburg, nachdem er schon nach dem Tod von Bernhard Boll zwar vom Domkapitel einstimmig gew\u00e4hlt aber an den Einspr\u00fcchen der r\u00f6mischen Kurie als auch der badischen Regierung gescheitert war. 1851 hatte er zusammen mit den Bisch\u00f6fen der oberrheinischen Kirchenprovinz verfasst. Es ging um Freiheit der Kirche von staatlicher Bevormundung im Verkehr mit Rom. Geistliche sollten in Zukunft nicht mehr auf den Universit\u00e4ten, sondern in eigenen kirchlichen Anstalten<\/p>\n<p>ausgebildet werden . Auch die Verwaltung von Kirchenverm\u00f6gen sollte frei sein von staatlicher Aufsicht. Der Erzbischof wollte diese Forderungen durch ein Ultimatum, aber auch mit kirchlichen Mitteln zu erreichen. Er belegte hohe Beamte mit Kirchenbann und lie\u00df dies von den Kanzeln verlesen.<\/p>\n<p>Erzbischof von Vicari wurde daraufhin unter Hausarrest gestellt. Um eine weiter Eskalation zu vermeiden suchte Gro\u00dfherzog Friedrich I. bei Papst Pius IX. nach einer Kl\u00e4rung. Es kam dann zwischen der Kurie und dem Gro\u00dfherzogtum zu einem Interim. Mit weiteren erheblichen Zugest\u00e4ndnissen an die Kirche wurde 1859 ein Konkordat abgeschlossen. Dagegen protestierten die Liberalen massiv, weil sie der Meinung waren, dass die St\u00e4nde bei den Verhandlungen zum Konkordat h\u00e4tten mitwirken m\u00fcssen.Daraufhin berief Friedrich I. die konservativ-gouvernementalen Minister ab und&nbsp; lie\u00df in seiner Osterproklamation von 1860 das Konkordat fallen. Der Erzbischof hielt an den Bedingungen des Konkordats fest. So kam es zum offenen Kulturkampf mit sechs vom Landtag verabschiedeten Gesetzen. Sie bezweckten eine Zur\u00fcckdr\u00e4ngung des kirchlichen Einflusses in der \u00d6ffentlichkeit.<\/p>\n<p>1870 wurde die Zivilehe obligatorisch gemacht. Die&nbsp; kirchliche Schulaufsicht wurde aufgehoben. 1876 wurde&nbsp; die Simultanschule eingef\u00fchrt. Ein Staatsexamen f\u00fcr die Theologen wurde eingef\u00fchrt. 1879 einigte man sich darauf, dass das Staatskirchentum aufgegeben wurde.<\/p>\n<p>Theologenausbildung und weitgehend die Pfarreibesetzungen wurden Sache des Erzbischofs, die Schule und die Wohlt\u00e4tigkeitsfonds blieben dem Staat bzw. den politischen Gemeinden. <\/p>\n<p>\u00c4btissin Aloysia willigte ein, die Lichtenthaler M\u00e4dchenschule in eine gemischte Volksschule umzuwandeln. So sicherte sie den Weiterbestand des Klosters.<\/p>\n<p>Sie am 5. April 1880 .Magdalena Kollefrath wurde am 24. Mai 1880 zur \u00c4btissin gew\u00e4hlt. Sie ist 20. Dez. 1841 in H\u00fcgelsheim geboren. Ihre Profess legte sie am 26. August 1861 in Lichtenthal ab. Neunzehn Jahre war sie Lehrerin an der Klosterschule bis zu ihrer Wahl.<\/p>\n<p>Der Kulturkampf in Deutschland war ja nicht beendet und eine Aufhebung Kloster Lichtenthals war immer noch im Bereich des m\u00f6glichen. Schon \u00c4btissin Sophia hatte erwogen, eine Niederlassung im Ausland zu gr\u00fcnden.<\/p>\n<p>Der Lichtenthaler Seelsorger Pfarrer Gutgesell reiste nach Wien, um dort nach einem geeigneten Objekt Umschau zu halten. Er wurde auf einen zum Verkauf stehenden Gutshof im Etschtal hingewiesen. In St. Pauls-Eppan&nbsp; stand der \u201cBloshof\u201d. Diesen hatten aus M\u00fcnster in Westfalen vertriebene Salesianerinnen erworben und zu einem Pensionat ausbauen wollen, konnten das Anwesen aber aus finanziellen Gr\u00fcnden nicht halten. Nachdem Pfarrer Gutgesell Fotos und n\u00e4her Informationen erhalten hatte, beschloss \u00c4btissin Magdalena in Verhandlungen einzutreten. Sie war mit der Generaloberin der Kreuzschwestern in Ingenbohl in der Schweiz, Mutter Maria Theresia Scherer, befreundet. Das Vorhaben sollte nat\u00fcrlich nicht vorzeitig bekannt werden. Auf ihre Bitte inspizierte die Generaloberin nun den Bloshof, begleitet von der Lichtenthaler Laienschwester Aloisia Lang.<\/p>\n<p>Erst am Tag vor der Abreise wurde Freiburger Erzbischof Johann Baptist Orbin (1882-1886)in das Vorhaben der \u00c4btissin eingeweiht. Er zeigte sich \u00fcberrascht, hatte aber angesichts der schwierigen Zeiten Verst\u00e4ndnis und billigte es im Nachhinein. Auch erhoffte er sich von diesem Schritt guten Ordensnachwuchs f\u00fcr die Di\u00f6zese Freiburg. Am 17. April 1883 reiste \u00c4btissin Magdalena nach Bozen, wo am 21. April 1831 der endg\u00fcltige Kaufvertrag unterzeichnet wurde. Noch vor ihrer Abreise den badischen Landeskommissar \u00fcber die geplante Gr\u00fcndung einer Niederlassung unterrichtet, sich aber ausbedungen, den Gro\u00dfherzog in einer pers\u00f6nlichen Audienz selbst davon zu informieren. Es waren noch einige H\u00fcrden zu nehmen. Lichtenthaler Klosterfrauen mussten nach \u00d6sterreich geschickt werden, um sich \u00f6sterreichische Lehrmethode&nbsp; vertraut zu machen. Am 8. September 1887 wurde dort in einem Nebengeb\u00e4ude mit provisorischer Genehmigung des k. k. Unterrichtsministeriums das Pensionat er\u00f6ffnet.Aloisia Lang wurde von \u00c4btissin Magdalena zur Pr\u00e4fektin des Pensionats bestimmt.Frau Xaveria Vivell hatte das Amt der Priorin inne. Sie hatte den Gutshof weisungsgem\u00e4\u00df als Kloster umbauen lassen. Pensionat und Kloster erhielten den Namen Mariengarten.<\/p>\n<p>Die ganze Unternehmung hatte in Kloster Lichtenthal aber zu einem finanziellen Engpass gef\u00fchrt. Deshalb verkaufte sie einen Teil der verbliebenen Handschriften, wozu ihr Professor Fridegar Mone,&nbsp; der Sohn des Archivdirektor Franz Joseph Mone, riet. Als der landsherrliche Kommissar von dieser Ver\u00e4u\u00dferung Kenntnis erhielt, verlangte er den R\u00fcckkauf der Handschriften, was dem kloster aber in seiner finanziellen Zwangslage nicht ohne weiteres m\u00f6glich war. Nun sprang Gro\u00dfherzog Friedrich I. ein, lie\u00df die kosten von der Hofkasse \u00fcbernehmen und reihte die Handschriften in den Bestand der badischen Hof- und Landesbibliothek ein.<\/p>\n<p>1894 leitete \u00c4btissin Verhandlungen wegen der Verselbstst\u00e4ndigung der Lichtenthaler Gr\u00fcndung Mariengarten beim Abt von Mehrerau und beim Ordinariat von Trient ein. Der F\u00fcrstbischof von Trient sah die Notwendigkeit,dass Mariengarten kanonisch als Kloster errichtet wurde. Das machte&nbsp; die Ver-schreibung einer gen\u00fcgenden Sustentationssumme notwendig. Das h\u00e4tte die endg\u00fcltige \u00dcberlassung der bereits in Mariengarten investierten Summe bedeutet. Das Erzbistum Freiburg warnte eindringlich davor auf das in \u00d6sterreich eingebrachte Verm\u00f6gen einen unwiderrufbaren Verzicht zu leisten.<\/p>\n<p>Die Reaktion von seiten der gro\u00dfherzoglichen Regierung sei einfach unabsehbar. Das Bistum empfahl, die Gr\u00fcndung im bisherigen Status zu belassen, bis eine wirtschaftliche Konsolidierung erreicht sei.<\/p>\n<p>Das Dekret zur kanonischen Errichtung des selbst\u00e4ndigen Priorats Mariengarten wurde dort am 11. Februar 1898 ausgefertigt und das neue Kloster der Jurisdiktion des F\u00fcrstbischofs von Trient unterstellt. Die beiden Ordinariate schlossen einen Vergleich ab. Der Konvent von Mariengarten verpflichtete sich, den Lichtenthaler Anteil in j\u00e4hrlichen Raten zur\u00fcck zu bezahlen. Au\u00dferdem erkl\u00e4rte er sich bereit, dem Lichtenthaler Konvent bei einer etwaigen Ausweisung durch den badischen Staat in Mariengarten ein Refugium zu gew\u00e4hren. Das neue Kloster entwickelte sich sehr gut und konnte schon<\/p>\n<p>am 26. Januar 1904 eine eigene Kirche weihen lassen.<\/p>\n<p>Ein gro\u00dfer Wunsch war in Lichtenthal immer lebendig geblieben, n\u00e4mlich die Best\u00e4tigung der einstigen Eingliederung in den Zisterzienserorden. Allerdings stand Lichtenthal seit der S\u00e4kularisation de facto unter der geistlichen Gewalt des Di\u00f6zesanbischofs stand.<\/p>\n<p>Einem durch den Freiburger Erzbischof Thomas N\u00f6rber in Rom eingereichten&nbsp; Gesuch gab Papst Leo XIII. am am 2. April 1900 statt. Erzbischof N\u00f6rber hatte mit Rom verhandelt. Vor seiner Berufung zum Freiburger Oberhirten war er Co0nfesionarius in Lichtenthal und war so bestens in die Materie eingearbeitet. In Rom war nun wieder als Zisterienserinnenkloster best\u00e4tigt, allerdings in jurisdirektioneller Hinsicht vom Orden getrennt.Das bedeutete, dass die Exemtion aufgehoben war und damit die Eingliederung in den Orden erschwert. Das p\u00e4pstliche Schreiben schloss f\u00fcr die zeitliche G\u00fcltigkeit<\/p>\n<p>mit \u201edurantibus adjunctis&#8220;&nbsp; also so lange wie die vom Erzbischof geschilderten Zeitumst\u00e4nde andauerten. Auf diese Klausel hoffte man nun in Lichtenthal.<\/p>\n<p>Im ganz normalen kl\u00f6sterlichen Alltag wirkte \u00c4btissin Magdalena nat\u00fcrlich auch. So lie\u00df sie \u00fcber dem eigentlichen Frauenchor einen beheizbaren Winterchor bauen und sie lie\u00df die Klosterkirche renovieren.<\/p>\n<p>Sie starb starb am 18. Januar 1909. Ihre Nachfolgerin wurde Gertrudis Molz. Sie wurde wurde am 9. Februar 1909 gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Gleich zu Beginn ihrer Regierungszeit wurde eine Privatschule in Lichtenthal errichtet. man wollte einfach gewappnet sein f\u00fcr einen eventuellen Entzug der Volksschule. Das Schulgeb\u00e4ude wurde 1913 fertiggestellt. Dann begann man mit der Au\u00dfenrenovierung der Klosterkirche.<\/p>\n<p>Am 28. Juni 1914 erkl\u00e4rt \u00d6sterreich-Ungarns&nbsp; Serbien den Krieg. Am 3. August folgt Deutschland mit der Kriegserkl\u00e4rung an Frankreich.<\/p>\n<p>Das neue Schulhaus konnte nur teilweise mit Sch\u00fclerinnen belegt werden Waisenkinder waren auch in dem Schulgeb\u00e4ude untergebracht. Das Waisenhaus war zum Lazarett bestimmt worden. Trotz der Kriegszeiten wuchs der Konvent. Sie brachte nicht nur einen wachsenden Konvent gut durch den Krieg, sie war auch sehr freigiebig gegen\u00fcber Soldaten. Von der Bev\u00f6lkerung wurde sie deshalb die \u201cSoldatenmutter\u201d genannt. Die monastische Disziplin wurde im Orden sehr anerkannt.<\/p>\n<p>Am 9. November 1918 hatte&nbsp; der Kaiser abgedankt und Philipp Scheidemann in Berlin die Republik ausgerufen. Am 11. August 1919 war die Weimarer Verfassung rechtsg\u00fcltig geworden. Das \u00e4nderte nat\u00fcrlich auch die Rechtsbeziehungen zwischen <br \/>Kirche und Staat. so hob das badische Ministerium des Kultus und Unterrichts am 7. November 1921 das 1811 erlassene Regulativ f\u00fcr die katholischen weiblichen Lehr- und Erziehungsinstitute des Grossherzogtums&#8220; auf. <\/p>\n<p>Die badischen Frauenkl\u00f6ster wurden nun als \u201eKorporationen des \u00f6ffentlichen Rechts&#8220; gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Auch mit den Lichtenthaler Statuten war man vorangekommen. Am 19. Januar 1922 war der von Erzbischof Karl Fritz beauftragte&nbsp; Domkapitular Huber&nbsp; in Mehrerau beim dortigen Erzabt zu Verhandlungen \u00fcber die Lichtenthaler Statuten. Im 1.Kapitel der Statuten wurde auf die besonderen Verh\u00e4ltnisse <br \/>Lichtenthals und die daraus folgende weitgehende finanzielle Abh\u00e4ngigkeit des Klosters vom badischen Staat \u201c hingewiesen. Auch mit dem langj\u00e4hrigen Gewohnheitsrecht des Freiburger Erzbistums wurde best\u00e4tigt, dass das Kloster weiterhin der Jurisdiktion des Erzbischofs unterliegt. Er leitete weiterhin die Wahl der \u00c4btissin, best\u00e4tigte sie und weihte sie. Auch die Bestellung des Beichtvaters blieb ihm vorbehalten. Aber das zweite Kapitel der Statuten sah vor, dass die Visitation des Klosters an den Abt von Mehrerau delegiert wurde, um \u201eeine lebendige Verbindung zwischen dem Kloster und dem Cistercienserorden herzustellen und um das kl\u00f6sterliche Leben im Geiste des Ordens zu regeln&#8220; (Statuten von 1922; LKA 45\/1c) Vom 22. bis 25. Juni 1925 visitierte Generalabt Kassian Haid das Kloster Lichtenthal. Er hob das Streben des Konvents,an der alten Ordensgrundlage festzuhalten hervor und<\/p>\n<p>bef\u00fcrworte beim Generlakapitel des Zisterzienserordens&nbsp; die Angliederung des Klosters Lichtenthal an den Orden.<br \/>Am 26. Oktober 1925 stellte Generalabt Kassian Haid in Mehrerau die Urkunde zur Angliederung aus, die Erzbischof Karl Fritz in Freiburg am 6. November 1925 best\u00e4tigte.<\/p>\n<p>Am 11. November 1928 verstarb \u00c4btissin Gertrudis Molz. Ihre Nachfolgerin wurde die bisherige Priorin Bernarda Geiler. Sie ist 1879 in Karlsruhe geboren und war K\u00fcnstlerin. Sie wurde am 3. Dezember 1928 von Erzbischof Karl Fritz benediziert. Mit Abt Kassian Haid (1917 \u2013 1949) von Kloster Mehrerau und Abt Bernhard Widmann vom Kloster Bronnbach nahmen erstmals wieder Vertreter des Ordens an einer Amtseinsetzung in Lichtenthal teil. Schon vor ihrer Wahl zur \u00c4btissin hatte Bernarda viel Vorarbeit geleistet zum Wiederanschluss von Kloster Lichtenthal an den Orden und Korrespondenz<\/p>\n<p>geleistet. Die Jahresexerzitien wurden jegtzt wieder durch einen Cistercienser gehalten.<\/p>\n<p>Als K\u00fcnstlerin lag ihr nat\u00fcrlich auch die Erhaltung der Kunstwerke im Kloster am Herzen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"\" alt=\"\" src=\"https:\/\/www.abtei-lichtenthal.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/Schl&uuml;sselmutter-freig-400x900.jpg\" width=\"400\" height=\"900\"><\/p>\n<p>Der Schl\u00fcsselmuttergottes in der F\u00fcrstenkapelle f\u00fcgte \u00c4btissin Bernarda zu den beiden Schl\u00fcsseln den Schl\u00fcssel des Klostertors hinzu, in einer Zeit als das Kloster von der Aufhebung des Klosters durch das Naziregime bedroht war.<\/p>\n<p>Am 19. M\u00e4rz 1940 schlossen die Nazis die Privatschule. Ab Juli 1940 musste der Konvent Kriegsgefangene verk\u00f6stigen. Ab 1941 wurden Vertriebene aus der Bukowina im Schulgeb\u00e4ude einquartiert.<\/p>\n<p>Auch der gesamte Orden war betroffen. 1941 wurden die M\u00f6nche aus Kloster Mehrerau und Vorarlberg vertrieben.Der&nbsp; Prior, P.Laurentius G\u00f6ppel, kam am 13. Oktober 1941 nach Lichtenthal und blieb dort bis zur Freigabe seines Klosters im Mai 1945. <\/p>\n<p>Abt Kassian Haid hatte im schweizerischen Cistercienserinnenkloster Magdenau sein Asyl gefunden. <\/p>\n<p>Am 29. September 1947 starb \u00c4btissin Bernarda. Zu ihrer Nachfolgerin wurde Adelgundis Lohrmann gew\u00e4hlt. Sie ist 1893 in Krefeld geboren. Sie machte eine Ausbildung zur Lehrerin und trat direkt nach ihrer Ausbildung 1913 ins Kloster Lichtenthal ein.<\/p>\n<p>1928 wurde sie zur Priorin ernannt. Nach dem Tod von \u00c4btissin Bernarda wurde sie unter Vorsitz von Vaterabt Kassian Heid von Mehrerau zur \u00c4btissin gew\u00e4hlt. Unter ihrer Regierung wurde die Landwirtschaft in Kloster Lichtenthal schrittweise eingestellt.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr wurden die Kunstwerkst\u00e4tten f\u00fcr Graphik, Paramentik und Weberei weiter ausgebaut. Eine Goldschmiedewerkstatt f\u00fcr sakrale Kunst kam dazu. Am 27. Juli 1974 starb sie an den Folgen eines Schlaganfalles.<\/p>\n<p>Auf sie folgte Lucia Reiss, 5. Juni 1913 Furtwangen geboren. 1933 trat sie als Postulantin in das Kloster Lihtenthal ein. 1934 wurde sie als Novizin eingekleidet und legte am 6. Januar 1938 ihre Profess ab.<\/p>\n<p>Sie studierte Germanistik, Geschichte und Englisch in Freiburg, M\u00fcnster und Stra\u00dfburg . Bei dem Medi\u00e4visten Professor Hermann Heimpel wurde sie 1944 mit der\u201eStudie zur Wirtschafts- und Verfassungsgeschichte des Zisterzienserinnen-Klosters Lichtenthal (1245\u20131803)\u201c zum Doktor der Philosophie promoviert.&nbsp;&nbsp; Die neugew\u00e4hlte \u00c4btissin&nbsp; Adelgundis Lohrmann ernannte sie 1947 zur Priorin. Sie war technisch interessiert und offen f\u00fcr Neuerungen. Sie lie\u00df die Klosterbuchhaltung auf EDV umstellen. Ende 1970 lie\u00df sie die leerstehenden \u00d6konomiegeb\u00e4ude umbauen.<\/p>\n<p>Dort entstanden nun neue Werkst\u00e4tten f\u00fcr die Paramentenstickerei, die Weberei, die Goldschmiede und die Grafikabteilung. Eine umfangreiche Buch- und Kunsthandlung&nbsp; wurde er\u00f6ffnet.&nbsp; Tagungs- und Seminarr\u00e4ume sowie mehrere G\u00e4stezimmer wurden eingerichtet.<\/p>\n<p>1979\/80 wurde das Oratorium und eine Hauskapelle f\u00fcr die G\u00e4ste gebaut.. 1980 wurde die M\u00e4dchen-Grund- und Hauptschule zur koedukativen Grundschule umgewandelt .<\/p>\n<p>\u00c4btissin Lucia starb am 14. August 1989 an akutem Herzversagen.<\/p>\n<p>Ihre Nachfolgerin wurde die aus D\u00fcsseldorf stammende Adelgundis Selle. sie trat 1948 in das Kloster Lichtenthal ein. An der Lehrerinnenakademie in Gengenbach hatte sie ihre Ausbildung zur Volksschullehrerin gemacht. Ab 1952 unterrichtete sie<\/p>\n<p>an der Klosterschule. Von 1959 bis 1978 war sie Konrektorin und von 1978 bis 1984 Rektorin der koedukativen Grundschule Lichtenthal. 1974 wurde sie Priorin.Von 1985 bis 2000 war sie Novizenmeisterin. 1989 folgte sie <\/p>\n<p>Lucia als \u00c4btissin nach. In ihrer Amtszeit wurde der Umbau der alten \u00d6konomiegeb\u00e4ude zum G\u00e4stehaus beendet. die Klosterkirche wurde 1991 renoviert und eine neue Orgel eingebaut.<\/p>\n<p>1993 wurde Kloster Lichtenthal wieder mit allen Rechten in den Orden aufgenommen. 1995 konnte das 750-j\u00e4hrige Bestehen gefeiert werden.<\/p>\n<p>\u00c4btissin Adelgundis st\u00fcrzte 1997 schwer. Da ihre Kr\u00e4fte nachlie\u00dfen, legte sie ihr Amt zum 1. Mai 2001 nieder.<\/p>\n<p>Auf sie folgte die in Koblenz geborene Bernardette Hein. Sie war am 11. Februar 1979 ins Kloster eingetreten und legte ihr Profess am25. M\u00e4rz 1980 ab. Am 1. Mai 2001 wurde sie zur 46. \u00c4btissin von Lichtenthal gew\u00e4hlt. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Markgr\u00e4fin Irmengard von Baden (um 1200\u20131260) gr\u00fcndete 1245 das Kloster Lichtenthal im Tal der Oos bei Baden-Baden. Es ist eines der ganz wenigen Kl\u00f6ster in Deutschland, das nie aufgehoben wurde und eine ununterbrochene Geschichte vorweisen kann. Irmengard von Baden wurde um 1200&nbsp; als Tochter von Heinrich I. 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