{"id":3116,"date":"2019-02-17T16:02:29","date_gmt":"2019-02-17T16:02:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=3116"},"modified":"2019-02-17T16:02:29","modified_gmt":"2019-02-17T16:02:29","slug":"zisterzienserabtei-ltzel-lucelle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=3116","title":{"rendered":"Zisterzienserabtei L&uuml;tzel (Lucelle)"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"Modell der Klosterkirche und einiger anderer Klostergeb&auml;ude\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/d\/d5\/Lucelle_Alsace_Abbaye.jpg\/250px-Lucelle_Alsace_Abbaye.jpg\" width=\"250\" height=\"172\"><\/p>\n<p>Die ehemalige Zisterzienserabtei L\u00fctzel direkt an der&nbsp; Grenze zwischen Frankreich und der Schweiz D\u00e9partement Haut-Rhin und Kanton Jura ist charakterisiert durch eine absolute Grenzlage <\/p>\n<p>in mehrfacher Hinsicht. In geographischer Sicht ist das Juragebirge an der Grenze zum Oberrheingraben. Es liegt nur wenige Meter unterhalb der Wasserscheide Rhone-Rhein. <\/p>\n<p>Durch den kleinen Klosterstaat, ja durch das Klostergel\u00e4nde selbst zogen sich Landesgrenzen. Nacheinander hatten die Grafen von Pfirt, \u00d6sterreich und Frankreich dort landesherrliche Rechte inne.<\/p>\n<p>L\u00fctzel lag am Anfang in unbestimmter Grenzlage zwischen dem Sundgau, dem Sornegau und Ajoie (Elsgau). Dann lag es an einer Bistumsgrenze n\u00e4mlich zwischen den Zust\u00e4ndigkeitsgebieten vom<\/p>\n<p>Bistum Basel und vom Bistum Besancon. Und schlie\u00dflich lag es auch noch an einer Sprachgrenze. 3 der sieben umliegenden Dorfterritorien geh\u00f6rten zum germanischen Sprachraum 4 zum romanischen.<\/p>\n<p>Der Konvent war immer zweisprachig. Aber auch die f\u00fcr das Kloster t\u00e4tigen Bauern, Handwerker und Arbeiter kamen aus beiden Sprachregionen.<\/p>\n<p>So hatte L\u00fctzel durch die geographische Lage und die Zweisprachigkeit eine wichtige Vermittlerrolle zwischen der Mutterabtei Citeaux und den Filialkl\u00f6stern vor allem im oberdeutschen Raum. <\/p>\n<p>L\u00fctzel wurde die \u00e4lteste Zisterzienserabtei auf deutschem Boden. Bernhard von Clairvaux legte am 25. M\u00e4rz 1123 den Grundstein zum Kirchenbau. Das Kloster z\u00e4hlte zu den bedeutenderen und einflu\u00df- <\/p>\n<p>reichsten Abteien des Ordens. Sechzig M\u00f6nchskl\u00f6ster wurden von L\u00fctzel aus zum Teil verwaltet oder doch besetzt, darunter Abteien in D\u00e4nemark, Polen und Litauen<\/p>\n<p>Wichtig wurde L\u00fctzel und Pairis im&nbsp; Elsass, das Anfang des 17. Jahrhunderts von L\u00fctzel \u00fcbernommen wurde, vor allem f\u00fcr die w\u00fcrttembergischen Kl\u00f6ster,  <\/p>\n<p>die 1534 mit der Einf\u00fchrung der Reformation&nbsp; in W\u00fcrttemberg aufgel\u00f6st wurden.<\/p>\n<p>Die Br\u00fcder Hugues, Amad\u00e9e und Richard von Montfaucon erhielten von ihrem Onkel Berthold von Neuenburg, der als Bischof von Basel 1123 erstmals erw\u00e4hnt wird, in diesem Jahr Land f\u00fcr die Gr\u00fcndung eines Klosters abgetreten.<\/p>\n<p>Im Jahr 1123 oder 1124 stifteten sie das Zisterzienserkloster L\u00fctzel. Die Gr\u00fcndungsurkunde ist nicht mehr vorhanden. Im Anniversarienverzeichnis L\u00fctzels aus dem 15. Jahrhundert<\/p>\n<p>finden sich sowohl der 25. M\u00e4rz 1123 als auch der 6. April 1124 als Gr\u00fcndungsdatum. Richard von Montfaucon war auch an der Gr\u00fcndung von Belleveau 1119 beteiligt. Es war das erste Kloster des Zisterzienserordens in der Franche-Comt\u00e9 und das erste Tochterkloster von Morimond. Es muss eine sehr st\u00fcrmische Entwicklung gehabt haben, denn mit L\u00fctzel folgte die erste Tochtergr\u00fcndung nur 4 Jahre sp\u00e4ter. Wie bei den Zisterziensern \u00fcblich kam der erste Abt und der Gr\u00fcndungskonvent aus dem Mutterkloster Belleveau.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Stephan regierte von 1124\u20131131? Das erste Tochterkloster von L\u00fctzel, Neubourg im Elsass wurde noch unter Abt Stephan gegr\u00fcndet. Von dort aus erfolgte die Gr\u00fcndung der T\u00f6chter Maulbronn und Herrenalb.<\/p>\n<p>Bischof Berthold von Neuenburg legte sein Amt als Basler Bischof 1133 nieder und zog sich in das Kloster L\u00fctzel zur\u00fcck. Die Bisch\u00f6fe von Basel und Besancon best\u00e4tigten 1136 die Besitzt\u00fcmer der Abtei.<\/p>\n<p>Am 18. M\u00e4rz 1139 best\u00e4tigte Papst Innozenz II (1130-1143)auf Bitten von Bischof Ortlieb von Basel (1137-1164) die Besitzt\u00fcmer von Kloster L\u00fctzel. Der Basler Bischof setzte sich auch bei K\u00f6nig Konrad f\u00fcr das Kloster L\u00fctzel ein. Er f\u00f6rderte die Klostergr\u00fcndung L\u00fctzel, dessen Besitz er schon 1136 best\u00e4tigt hatte (s.o.). Auch lie\u00df er dem Kloster Schenkungen zukommen. Am 28. Mai 1139 stellte K\u00f6nig Konrad III.(1138-1152)folgende Urkunde aus. \u201d best\u00e4tigt auf Bitten Bischof Ortliebs von Basel nach dem Vorbild Erzbischof Humberts von Besan\u00e7on und Bischof Alberos von Basel Abt Christian und den M\u00f6nchen des Zisterzienserklosters L\u00fctzel (<em>Lucela<\/em>) die von den Edlen Hugo von Charmoille (<em>Calmillis<\/em>), Amideus von Neuch\u00e2tel und Richard von Montfau\u00e7on vorgenommene Gr\u00fcndung des Klosters sowie die durch Bischof Bertolf von Basel in \u00dcbereinkunft mit dessen Kapitel vollzogene \u00dcbergabe des Ortes L\u00fctzel an die M\u00f6nche und den Besitz des Klosters, namentlich L\u00fctzel und andere genannte G\u00fcter\u201d (RI&nbsp; IV, 1,2 N.135) <\/p>\n<p>Am 17. Juli 1147 best\u00e4tigte Papst Eugen III., der erste Zisterzienserpapst, ebenfalls die Besitzt\u00fcmer des Klosters und nahm es unter seinen Schutz. Diese Urkunde wurde nur auf Bitten von Abt Christoph ausgestellt.<\/p>\n<p>Die Tochterkl\u00f6ster von L\u00fctzel wurden bis auf die erste(Kloster Neubourg) und die letzte Gr\u00fcndung 1194, das Kloster St. Urban im Tal der Rot im Kanton Luzern, alle in der Regierungszeit von Abt Christian (1131 ? &#8211; 1175 ?) gegr\u00fcndet.<\/p>\n<p>1131 wurde das Kloster Frienisberg im Kanton Bern gegr\u00fcndet. 1133 folgte Kloster Kaisheim in&nbsp; Bayrisch Schwaben. Der Gr\u00fcndungsabt Udalrich (Ulrich I.) 1133\u20131155 kam mit seinem Konvent nat\u00fcrlich aus L\u00fctzel.<\/p>\n<p>1134 entstand das Tochterkloster Lieu-Croissant in der Franche-Comt\u00e9, etwa 25 Kilometer s\u00fcdwestlich von Montb\u00e9liard. 1137\/38 entstand das Kloster Salem im Linzgau in Baden-W\u00fcrttemberg. Der Gr\u00fcndungsabt war Frowinus (1138\u20131165)<\/p>\n<p>1138 wurde Kloster Pairis im Elsass nahe Kaysersberg gegr\u00fcndet, das letzte in der Regierungszeit&nbsp; von Abt Christian.<\/p>\n<p>Auch Zisterzienserinnenkl\u00f6ster waren dem Kloster unterstellt. Von einigen Autoren werden sie als Filiationen von L\u00fctzel angesehen. Es handelt sich aber nicht um Gr\u00fcndungen, die von L\u00fctzel ausgingen.<\/p>\n<p>Kloster Marienau vor den Stadtmauern Breisachs d\u00fcrfte schon um 1150 gegr\u00fcndet worden sein. Da der Stiftungsbrief nicht mehr erhalten ist, kann das Gr\u00fcndungsdatum nicht mehr genau bestimmt werden. Das erste gesicherte Datum f\u00fcr Marienau ist das Jahr 1265, als Bischof Heinrich von Basel, der Stadtherr Breisachs, die Aufnahme des Konvents in den Zisterzienserorden beantragte. <\/p>\n<p>Das Kloster Michelfelden, heute ein Ortsteil der Stadt Saint-Louis bei Basel wurde 1265 gegr\u00fcndet. Bischof Heinrich von Neuenburg verlegte es 1267 nach Blotzheim und bestand dort bis 1450 und wurde ab 1442 als Priorat gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Das Kloster Olsberg im Kanton Aargau wurde 1236 gegr\u00fcndet. Es wurde in den Zisterzienserorden aufgenommen und der Abtei L\u00fctzel unterstellt. Das Kloster hatte bis 1751 die Paternit\u00e4tsrechte inne. Dann gingen sie auf die Abtei Salem \u00fcber.Es ist eines der \u00e4ltesten Zisterzienserinnenkl\u00f6ster der Schweiz. 1234 verlieh Papst Gregor IX. dem Konvent das grosse Zisterzienserprivileg. Allerdings&nbsp; setzte im 15. Jahrhundert ein wirtschaftlicher und moralischer Zerfall&nbsp; ein. 1427 wurde das Kloster bei einem Brand zerst\u00f6rt. Der Bauernkrieg und die Reformation vollendeten diesen Zerfallsprozess. Die \u00c4btissin Agnes K\u00fcffer und der gr\u00f6sste Teil des Konvents verliessen das Kloster, das 1535-58 verwaist war. Auf Betreiben von Erzherzog Ferdinand&nbsp; II. (seit 1564 Herrscher der Vorlande das waren die habsburgischen Besitzungen&nbsp; westlich des Arlbergs und des Fernpasses unter Einschluss der schweizerischen, schw\u00e4bischen., breisgauischen und els\u00e4ssischen Herrschaften) wurde die \u00c4btissin Katharina von Hersberg (1558-86) berufen. Sie sollte das Kloster wiederbeleben. Aber weder sie, noch ihre Nachfolgerinnen setzten die Bestimmungen des tridentinischen Konzils bez\u00fcglich des Verzichts auf pers\u00f6nlichen Eigentums und der Einhaltung der Klausur durch. Auch wirtschaftlich gelang der Aufschwung nicht.<\/p>\n<p>Dar\u00fcberhinaus wurde das Kloster im drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieg schwer besch\u00e4digt. Dazu kamen sinkende Einnahmen aus Zinsen und Zehnten. die Paternit\u00e4t ging 1751 von L\u00fctzel auf Kloster Salem \u00fcber und 1753 an Kloster Tennenbach.<\/p>\n<p>1790 wandelte Joseph II. das Frauenkloster per Dekret in ein weltliches Damenstift um.<\/p>\n<p>Das Kloster Rathausen bei Ebikon im Kanton Luzern wurde 1245 als Beginengemeinschaft gegr\u00fcndet. 1251 wurde von Bischof Eberhard (1248 \u20131274)von Konstanz die Erlaubnis erteilt, dem Zisterienserorden beizutreten. Er nannte den Ort &#8222;Domus Consilii&#8220;, Haus vom (guten) Rat, oder eben Rathausen. 1260 oder 1261 wurde es dem Orden inkorpiert und Kloster L\u00fctzel unterstellt. Abt Werner (1257 \u2013 1268) trat die Rechte aber schon 1266 an St. Urban ab, das ja viel n\u00e4her bei Rathausen lag<\/p>\n<p>Kurz vor 1450 wurde Kloster Engental in Muttenz gegr\u00fcndet. 1450 befasste sich das Generalkapitel von Citeaux auf Antrag von Abt Nicolas Amberg (1443 \u2013 1466) das neugegr\u00fcndete Kloster Engental, im Kanton Basel ihm zu unterstellen und die Privilegien des Ordens auf dieses auszudehnen.&nbsp; Der Orden gab dem Antrag zwar statt, entsprach der Bitte aber erst 10 Jahre sp\u00e4ter. Es bestand allerdings nicht allzu lange. Im Bauernkrieg wurde das Kloster \u00fcberfallen und gepl\u00fcndert. Die Nonnen flohen ins Kl\u00f6sterli nach Dittlingen. Im Zuge der Reformation wurde das Kloster 1534 aufgehoben.<\/p>\n<p>Den Einfluss von Kloster L\u00fctzel zeigte sich unter anderem 1180. Abt Archenfried (1179 \u2013 1181 ) unterstellte 1180 das&nbsp; 1161 von dem Tochterkloster Frienisberg&nbsp; gegr\u00fcndete Kloster Tennenbach dem L\u00fctzeler Tochterkloster Salem.<\/p>\n<p>Sein \u00fcbern\u00e4chster Nachfolger war Konrad von Ratolsdorf dem heutigen Radolfsdorf. In seiner Regierungszeit wurde 1194 das Kloster St. Urban gegr\u00fcndet. Der von Abt Konrad in St. Urban eingesetzte Abt Konrad von Biederthan (1196-1212) wird als Verwandter Konrads von Ratolsdorf bezeichnet. Die Verwandschaft wird zudem durch das gemeinsame Wappen &#8211; in Gold ein schwarzer Balken \u2013 belegt. <\/p>\n<p>Am 21. Juli&nbsp; 1180 nahm&nbsp; Papst Alexander III das Kloster in seinen Schutz und best\u00e4tigte seine G\u00fcter und Rechte.Um 1180 \u00fcbernahmen die Habsburger die Schutzvogtei vom K\u00f6nig f\u00fcr Kloster L\u00fctzel. <\/p>\n<p>Zu der Zeit war Albrecht III. Graf von Habsburg. Er war Parteig\u00e4nger der Staufer, Vogt von Murbach, Muri und S\u00e4ckingen. Er war Landgraf im Oberelsass. Seine Gemahlin Ita war die Cousine von Friedrich Barbarossa.<\/p>\n<p>Am 31. Oktober 1187 stellte Papst Gregor VIII. auf Bitten von Abt Wetzel (1185 &#8211; 1191 ?) eine sehr ausf\u00fchrliche Urkunde aus, mit der er das Kloster in seinen Schutz nahm und es vom Zehnten f\u00fcr Neubr\u00fcche bei Eigenbau und f\u00fcr Tierfutter befreite und auch f\u00fcr die M\u00f6nche Verf\u00fcgungen traf. \u201cGregor VIII. nimmt Abt Wizelus und die Br\u00fcder des Klosters von <strong>Lucelle\/L\u00fctzel<\/strong> (<em>Wizelo abbati monasterii de Lucela eiusque fratribus<\/em>) (D. Basel) auf deren Bitten in den p\u00e4pstlichen Schutz, best\u00e4tigt die Benediktinerregel und die Institution der Zisterzienser sowie genannte Besitzungen, befreit sie vom Zehnten f\u00fcr Neubr\u00fcche bei Eigenbau und f\u00fcr Tierfutter, gew\u00e4hrt das Aufnahmerecht, verbietet, nach abgelegter Profe\u00df das Kloster unerlaubt zu verlassen, und gestattet, gegen ihre M\u00f6nche und Konversen vorzugehen, wenn sie andernorts aufgenommen werden, verbietet die Vergabe und Entfremdung von Kirchenbesitz ohne Zustimmung des Kapitels und erkl\u00e4rt derartige Ma\u00dfnahmen f\u00fcr ung\u00fcltig, verbietet, da\u00df ein M\u00f6nch oder Konverse ohne Erlaubnis des Abts und des Kapitels B\u00fcrgschaft leistet oder Kredit aufnimmt au\u00dfer bei offensichtlichem Nutzen und entbindet den Konvent von der Haftung, wenn solche Gesch\u00e4fte ohne ihn get\u00e4tigt wurden, gestattet das Zeugnisrecht der Br\u00fcder in Zivil- und Kriminalf\u00e4llen, untersagt wie seine Vorg\u00e4nger, da\u00df ein Bischof oder sonst jemand sie zu Synoden und vor Gericht zwingt oder da\u00df sie vor ein weltliches Gericht gezogen werden, verbietet gem\u00e4\u00df den Statuten des Zisterzienserordens und ihren Privilegien, da\u00df sich jemand in die regul\u00e4re Wahl oder Absetzung des Abts einmischt, berechtigt den Abt, falls der Bischof sich nach dreimaligem angemessenem Ersuchen weigert, ihn zu benedizieren, die Weihe der eigenen Novizen vorzunehmen und sein Amt zu f\u00fchren, bis der Bischof einlenkt, setzt fest, da\u00df der Bischof sich bei der Entgegennahme des Gel\u00fcbdes mit den Formen und Gebr\u00e4uchen zufriedengibt, die innerhalb ihres Ordens \u00fcblich sind, gestattet, \u00fcber den geschuldeten Gehorsam und die Freiheit des Ordens hinausgehende Forderungen des Bischofs und weltlicher Gro\u00dfer mit apostolischer Autorit\u00e4t zur\u00fcckzuweisen, setzt fest, da\u00df diesbez\u00fcgliche gegen sie gerichtete bisch\u00f6fliche Sentenzen ung\u00fcltig sein sollen, gebietet Frieden und untersagt Verbrechen in ihren Klausuren und Grangien.\u201d (RI IV,4,4,3 n. 1314) Eine fast gleichlautende Urkunde stellte Papst C\u00f6lestin III. am 8. Juni 1194 in Rom aus. (RI IV, 4,4,5 n. 1129). Bei der Abtswahl oder Einmischung in eine Wahl ist sie aber detaillierter. Die Urkunde wurde f\u00fcr den Nachfolger von Abt Wetzel Abt Konrad&nbsp; (1190 ? \u2013 1221) ausgestellt in dessen Regierungszeit St. Urban gegr\u00fcndet wurde.<\/p>\n<p>1194 wurde die Abtei von der bisch\u00f6flichen Gewalt befreit.<\/p>\n<p>Von 1221-1240 war Berthold von Urach Abt in L\u00fctzel. Vorher war&nbsp; er Abt in Tennenbach (1207-1221) Von L\u00fctzel wechselte er 1240 auf den Abtsstuhl von Salem, der Tochter von Kloster L\u00fctzel. Bernhard war der Bruder von Konrad von Urach,der erst Abt in dem Zisterzienserkloster Villers (1208 oder 1209)war. Von dort wechselte er nach Clairvaux 1214-1216 und wurde schlie\u00dflich 1217 Generalabt von Citeaux, also oberster Repr\u00e4sentant des Zisterzienserordens. Seine kirchliche Karriere ging weiter. 1219 wurde er zum Kardinalbischof von Porto und Santa Rufina geweiht. Er war dann als p\u00e4pstlicher Legat in Frankreich (1220\u20131223), Spanien und Deutschland (1224\u20131226)t\u00e4tig.<\/p>\n<p>Die Regierungszeit von Abt Berthold war auch durch innerfamili\u00e4re Auseinandersetzungen gekennzeichnet. : \u201cBerthold, der achte Abt von L\u00fctzel, [186] Berthold, Sohn des \u00e4lteren Egon, des Grafen von Urach, genannt<\/p>\n<p>mit dem Bart, von der Tochter Bertholds, des letzten Z\u00e4hringergrafen geboren, deutscher Bruder des Abtes Konrad, zun\u00e4chst von Weiler (Villers\/Brabant), dann Zisterzienser, darauf Bischof von Porto und S.R.E. (Sanctae Romanae Ecclesiae)  <\/p>\n<p>(Sancta Rufina Ecclesie) Kardinal, Blutsverwandter des Kaisers Friedrichs II. und Friedrichs, des Grafen von Pfirt, Schwager und daher Graf von Pfirt genannt war in der Jugend M\u00f6nch (Professe) im Kloster  <\/p>\n<p>L\u00fctzel des heiligen Zisterzienserordens, so sehr hat er sich unter ihm lobenswert verhalten, da\u00df er nach dem Tod Konrads dort als achter Abt eingesetzt wurde. Im Jahr 1222, als Heinrich, der Sohn Friedrichs II., beim N\u00fcrnberger Reichstag ? auf Wunsch seines Vaters, des Kaisers, zum R\u00f6mischen K\u00f6nig gemacht wurde und in Aachen gekr\u00f6nt wurde, wurden gro\u00dfe Sch\u00e4den angerichtet in Teilen des Elsa\u00df und im Sundgau vom Stra\u00dfburger  <\/p>\n<p>Bischof, der gegen den K\u00f6nig rebellierte. Der F\u00fchrer seines Heeres war Albert, Graf von Habsburg, sp\u00e4ter Landgraf im Elsa\u00df, der h\u00e4ufig mit Gewalt in die Besitzungen L\u00fctzels einfiel und viel Beute machte. Auf Seiten  <\/p>\n<p>Heinrichs war Ludwig, Graf von Pfirt, ein kriegerischer und mutiger Mann, der, weil er Berthold, seinem Onkel, nicht wohlgesonnen war wegen des Streites, der zwischen seinem Vater und dem Abt wegen des Erbes, das  <\/p>\n<p>Berthold nach dem Testament geh\u00f6rte, einschritt, die L\u00fctzeler L\u00e4nder entv\u00f6lkerte, alle m\u00f6glichen Sachen wegf\u00fchrte, so da\u00df er dem Berthold durch seine Bewaffneten soviel Schaden antat, da\u00df dieser im ersten Jahr seiner  <\/p>\n<p>Regierung als Abt gezwungen war, mit seinem Konvent nach Altkirch zu fliehen und dort einige Jahre zu bleiben. Daher begann die Zahl (der M\u00f6nche) wegen der Sch\u00e4den mehr und mehr zu schwinden, da mehrere  <\/p>\n<p>anderswohin Gewanderte nicht mehr zur\u00fcckkehrten. Die Sache brachte er inzwischen vor Papst Honorius, der(dies) sehr ver\u00e4rgert und ernst dem Erzbischof von Besan\u00e7on und seinen Suffranganen (untergeordneten  <\/p>\n<p>Bisch\u00f6fen) schrieb und verlangte, da\u00df sie jene, die Besitzungen, Sachen oder H\u00e4user der vorgenannten Br\u00fcder ungeb\u00fchrlicher Weise weggenommen hatten oder unrechterweise das zur\u00fcckhielten, was ihnen testamentarisch  <\/p>\n<p>hinterlassen worden war, entweder in ihren kirchlichen Sittenentscheidungen ver\u00f6ffentlichen oder, wenn sie versuchen w\u00fcrden, Zehntzahlungen zu erzwingen, nach vorangehender Ermahnung \u00f6ffentlich, mit  <\/p>\n<p>angez\u00fcndeten Kerzen, mit dem Urteil der Exkommunikation belegen sollten, die D\u00f6rfer aber, in welchen G\u00fcter der genannten Br\u00fcder zur\u00fcckgehalten w\u00fcrden, solange sie dort seien, dem Interdikt unterliegen sollten.  <\/p>\n<p>Gegeben Lateran, an den 8. Kalenden des Mai, im 8. Jahr seines Pontifikats\u201d  <\/p>\n<p>Nachdem er das p\u00e4pstliche Mandat gesehen, hatte lie\u00df Ludwig eine Weile davon ab, und nach \u00f6fteren R\u00fcckf\u00e4llen wurde er von Heinrich, dem Bischof von Basel, aus Sorge angeklagt, da\u00df er sie ab jetzt nicht mehr  <\/p>\n<p>bel\u00e4stigen solle. Im Jahre 1223 \u00fcbergab Richard, der Graf von Montbeliard, \u2013 v\u00f6llig anders als Ludwig \u2013mit seinen S\u00f6hnen Theoderich (Dietrich), Amadeus, und Richard den Ort Delle und Tayllecourt mit H\u00f6rigen,  <\/p>\n<p>L\u00e4ndereien, Wiesen, Weiden, W\u00e4ldern und aller Zugeh\u00f6rde in die H\u00e4nde des Abtes Berthold, der \u00fcber seine Schwester sein Neffe war, der Kirche von L\u00fctzel und den Br\u00fcdern, die dort Gott und der Seligen (Jungfrau)  <\/p>\n<p>Maria dienen, zu freiem Eigen mit Lob und Zustimmung Gerards, des Erzbischofs von Besan\u00e7on. Die Urkunde dieser Schenkung, mit dem Siegel des vorgenannten Grafen bekr\u00e4ftigt, wird bis heute im Original im Archiv von L\u00fctzel aufbewahrt. In diesem Ort stehen uns die vollen Rechte zu. (sinngem\u00e4\u00df) Es ist glaubhaft, da\u00df, als die Irrlehre (Reformation ?) in die Grafschaft Montbeliard eindrang, die Kraft dieses Rechts entfernt wurde. Der Graf Richard starb am 17. Juni und wurde im Kloster L\u00fctzel beerdigt. Berthold geno\u00df diese L\u00e4nder und die anderen, welche er gekauft hatte in Larg, Friderstorf und das Haus in M\u00fclhausen, welche er mit dem Haus in Altkirch, das sein Vorg\u00e4nger Konrad erbaut hatte, und mit den G\u00fctern in Lumschwiler, die dem gleichen Kloster  <\/p>\n<p>gegeben worden waren, ruhig mit den \u00fcbrigen Besitzungen des Klosters (und) stellte sie unter den Schutz des&nbsp; Heiligen Stuhls. Er best\u00e4tigte ihn in allen Rechten und Freiheiten seiner Vorg\u00e4nger von K\u00f6nigen, F\u00fcrsten und  <\/p>\n<p>sonstigen Christgl\u00e4ubigen und gestattete dar\u00fcber hinaus, wenn das ganze Land unter dem Interdikt stehe, da\u00df nichtsdestoweniger f\u00fcr uns in unserem Kloster mit Ausnahme der Exkommunizierten und Gebannten Gottesdienst gefeiert werden d\u00fcrfe.  <\/p>\n<p>Text aus dem Lateran durch die Hand des Magisters Guido, des Notars des H. Papstes, datiert an den 7. Iden des M\u00e4rz, unterschrieben von dem Papst selbst mit 11 Kardin\u00e4len, unter ihnen der Hl. Konrad (Graf von Urach),  <\/p>\n<p>der Bischof von Porto, der deutsche Bruder des Berthold, auf dessen Bitten dieses Privileg erlangt wurde im 8. Jahr seines Pontifikats, im Jahre des Herrn 1224. \u201c (Tennenbacher Urkundenbuch S.54) <\/p>\n<p>\u00dcbersetzung: Michael Saave, OStR., Historiker, Binzen; ) (Beide Texte im Tennebacher Urkundenbuch online unter Cistopedia dort Bibliographie Kloster Tennenbach)  <\/p>\n<p>Am&nbsp; 20.12. 1224 stellt K\u00f6nig Heinrich VII.&nbsp; bei Basel Abt Berthold und dem Kloster eine Urkunde aus, die in diesem Zusammenhang steht: \u201cbest\u00e4tigt dem abt Bertold von L\u00fctzel die stiftung seines klosters durch Bertolf bischof von Basel und die von Montfaucon, und will dass demselben seine genannten besitzungen unverk\u00fcmmert verbleiben.\u201d (RI,V,1,2, n. 3949) Die Vorgeschichte zu dieser Urkunde ebenfalls im Tennenbacher Urkundenbuch mit der \u00dcbersetzung von Herrn Saave:  <\/p>\n<p>\u201cIm gleichen Jahr (1224) wandte sich Berthold an Heinrich, den r\u00f6m. K\u00f6nig, seinen Blutsverwandten, bei den Herren Basels anwesend, damit er das, was die Kaiser Konrad und Friedrich der Kirche L\u00fctzels an  <\/p>\n<p>Privilegien einger\u00e4umt h\u00e4tten, best\u00e4tige und forderte ihn dringend auf, sie mit ihren Besitzungen in seinen Schutz aufzunehmen. Der K\u00f6nig stimmte seinem Ansuchen gerne zu, best\u00e4tigte die Gr\u00fcndung (Ausstattung ?) des  <\/p>\n<p>Ortes, nahm sie unter seinen k\u00f6niglichen Schirm, und st\u00e4rkte sie mit weiteren Privilegien, so da\u00df niemand von uns Zehnten, Zoll oder Wegegeld oder andere Zahlungen von uns erheben konnte. Er belegte es mit dem  <\/p>\n<p>k\u00f6niglichen Bann, unseren Besitz wegzubringen, zur\u00fcckzuhalten oder zu vermindern und entschied, ihn mit 5o Pfund Gold zu vermehren. Urkunde, mit dem Zeichen des K\u00f6nigs signiert, 13. Kal. des Juni und in Gegenwart  <\/p>\n<p>(der Erzbisch\u00f6fe und Bisch\u00f6fe, und Adligen \ud83d\ude42 Engelbert von K\u00f6ln, Dietrich von Trier, Sigfrid von Augsburg,Gerhard, Graf von Tische, Landgraf Rudolf und Albert, seinem Sohn, Friedrich, des Grafen von Pfirt, dem  <\/p>\n<p>Schwager des Abtes Berthold und dessen S\u00f6hnen Ulrich und Ludwig, den Grafen Ludwig und Hermann von Froburg, dem Vorsteher der Basler Kirche, Bischofs Heinrich usw. \u201c  <\/p>\n<p>Um 1200 stand L\u00fctzel auf dem H\u00f6hepunkt seines monastischen Lebens. Es z\u00e4hlte rund 200 M\u00f6nche. Das spiegelte sich ja auch in der raschen Folge seiner Tochtergr\u00fcndungen wider.<\/p>\n<p>Im 12. Jahrhundert war das Kloster noch Teil der els\u00e4ssischen Grafschaft Pfirt. Die Grafen von Pfirt scheinen kaum in den Herrschaftsbereich des Klosters eingegriffen zu haben. Graf Ulrich II. von&nbsp; Pfirt, der 1216 Landvogt im Elsass war, befreite das Kloster im Jahr 1259<\/p>\n<p>von allen gr\u00e4flichen Steuern. Auch die Befreiung war noch Teil des Erbschaftsvergleichs von Abt Berthold und seinen Geschwister. Dazu ebenfalls das Tennenbacher Urkundenbuch (S.57): <\/p>\n<p>\u201cIm gleichen Jahr 1225 kamen der Abt Berthold und der Graf Friedrich, der Mann seiner Schwester, wegen der Erbschaft seiner Schwester \u00fcberein, die von der Herz\u00f6gen von Z\u00e4hringen herkam, und \u00fcber die schon eine<\/p>\n<p>Zeitlang Streit zwischen ihnen geherrscht hatte. Heinrich, der r\u00f6m K\u00f6nig, schlug folgende Verteilung zum unsterblichen Ruhm des Klosters L\u00fctzel und dem ewigen Lob Bertholds vor, da\u00df Ludwig und seine Erben das  <\/p>\n<p>gesamte Gebiet von Pfirt behielten, au\u00dfer jenem, welche sie dem Haus L\u00fctzel schon gegeben h\u00e4tten oder in Zukunft abtreten w\u00fcrden. Berthold aber und die ihm nachfolgenden \u00c4bte von L\u00fctzel, die seit alters her aller  <\/p>\n<p>Rechte und Gnaden des hochber\u00fchmten Geschlechts von Pfirt teilhaftig seien, w\u00fcrden im gesamten Gebiet von Pfirt von folgenden Verpflichtungen (bzw. Rechten) ausgenommen: n\u00e4mlich, den Zehnten zu leisten, den Neu-  <\/p>\n<p>bruchzehnten von erworbenem und zu erwerbendem Land im Gebiet von Pfirt, das Weiden jedwelcher Tiere, die Jagd auf Wildtiere, V\u00f6gel, Fische, das Land umgraben, Bauten darauf zu errichten, M\u00fcnzen zu schlagen, die  <\/p>\n<p>Adelszeichen zu erh\u00f6hen mit offenen und geschlossenen Helmen als Helmzier nach der Sitte des Reiches, das Recht, Zoll, Wegegelt und Ungelt zu erhalten, sie selbst aber seien von allen diesen Beschwerden im gesamten  <\/p>\n<p>Gebiet von Pfirt ausgenommen. Sie h\u00e4tten das Recht, \u00f6ffentliche Notare zu bestellen und die von unehelicher Geburt zu legitimieren und andere Vorrechte. Vom Grafen selbst und seinem Sohn Ulrich versprachen das  <\/p>\n<p>Vorgenannte und die Urkunde wurde ausgefertigt und mit dem Siegel des Abtes Berthold best\u00e4tigt in Anwesenheit vieler M\u00f6nche, Adeliger und w\u00fcrdigen M\u00e4nnern des Glaubens. Geschehen zu Altkirch. Aus dieser  <\/p>\n<p>schriftlichen Festlegung der Eintracht leuchten die Regalien und die k\u00f6niglichen Freiheiten, die Berthold im Haus L\u00fctzel vom hochber\u00fchmten Geschlecht der Grafen von Pfirt \u00fcbergeben worden  <\/p>\n<p>sind, vor denen hervor, die schon fr\u00fcher von den F\u00fcrsten \u00fcbergeben wurden. Ihr Territorium war \u00e4u\u00dferst gro\u00df, fast alles, was heute in  <\/p>\n<p>Vorder\u00f6sterreich als Bezirk verwaltet wird, z.B. Thann, Sennheim, Altkirch, Delle, Belfort, Pfirt usw. und weil sie immer eine vielk\u00f6pfige Familie hatten, hatten sie verschiedenen Wohnsitze, v.a. in der Burg Pfirt, wo der Hl.  <\/p>\n<p>Papst Leo IV., als er allein das Elsa\u00df durchwanderte, die Kapelle der Hl. M\u00e4rtyrerin Katharina und eine andere in Sundersdorf f\u00fcr den Hl. Martin v. Tour habe weihen lassen, andere (aus der Familie) wohnten in Altkirch und Thann.\u201d  <\/p>\n<p>Der 10. Abt von L\u00fctzel Theobald (oder Thyemo) (1238 \u2013 1257) stammte aus der Familie der Freiherren von Ramstein. Er nahm am 1. Konzil von Lyon (28.06.-17.7.1245) teil.Er wurde auch vom Generalkapitel beauftragt, in den oberdeutschen Zisterzienserkl\u00f6stern Verbesserungen einzuf\u00fchren.  <\/p>\n<p>K\u00f6nig Rudolf stellte dem Kloster im M\u00e4rz 1283 eine Schutzurkunde aus. \u201cin castris) befiehlt allen getreuen und rittern (cunctis fidelibus, militibus nostris), das kloster der hl. Maria zu L\u00fctzel (ord. Cist. s\u00fcdwestl. Basel) welches er in seinen besondern schutz genommen hat, zu schirmen und in keiner weise zu sch\u00e4digen. (RI VI, 1 n. 1771)  <\/p>\n<p>Johannes (Demetrius) war der 17.Abt (1303 \u2013 1319) von L\u00fctzel. Er stammte aus Basel. Er Doktor des kanonischen Rechts. Er verfasste eine Abhandlung \u00fcber das Klosterleben und verschiedene Predigten. In Ensisheim lie\u00df er eine Marienkapelle bauen.  <\/p>\n<p>Im 13. Jahrhundert machte sich ein neuer Herrschaftsfaktor bemerkbar: Geld. Ein Gro\u00dfteil des nur von Abgaben lebenden Adel kam in Geldnot.Die durch ihre Besitzt\u00fcmer am Oberrhein reich gewordenen Bisch\u00f6fe von Basel hatten Geld genug und kauften nun Herrschaften und Rechtstitel auf und bauten so ihre Macht aus. 1270 kam die Ajoie und 1271 der Sornegau an das F\u00fcrstbistum Basel. 1271 verkaufte Graf Ulrich II. von Pfirt seine Allodien,darunter die Burg Pfirt, an den Basler Bischof Heinrich v. Neuch\u00e2tel (1262\u201374), und erhielt sie von diesem als Lehen zur\u00fcck.Geldbedarf d\u00fcrfte bei dieser Aktion wohl auch das wichtigste Motiv gewesen sein. Bischof Heinrich organisierte das neu erworbene Gebiet mit dem neuen Hauptort D\u00e9l\u00e9mont als Herrschaft D\u00e9l\u00e9mont . Dabei soll das Fl\u00fcsschen L\u00fctzel als Grenze festgelegt worden sein. Das hatte zur Folge, dass das Klosterterritorium und sogar der befestigte Klosterbezirk hoheitsrechtlich in zwei Teile geschieden wurde. Beim Bau von Konventsgeb\u00e4uden wurde ein neues Bett f\u00fcr die L\u00fctzel angelegt. Auch wurde die L\u00fctzel aufgestaut und als Fischteich genutzt. Der See existiert noch heute und ist mit seiner Umgebung Naturschutzgebiet.  <\/p>\n<p>Der Urenkel von Graf Ulrich II. von Pfirt Ulrich III. von Pfirt erreichte 1318 beim Bischof von Basel Gerhard von Wippingen (1309- 1325) f\u00fcr seine T\u00f6chter die Lehnserbfolge. Seine Tochter Johanna (<abbr>\u2020<\/abbr> 1351) heiratete 1324 Hzg. Albrecht II. (d. Weisen) von Habsburg. Die Schwester Ursula entsagte zugunsten der beiden ihren Rechten auf die Gfsch. Pfirt (1336) und auf die Herrschaft Rougemont (1350) durch die Heirat fiel Pfirt an \u00d6sterreich.Habsburg hat anders als die Grafen von Pfirt seine landesherrlichen Rechte wahrgenommen.<\/p>\n<p>L\u00fctzel kann jetzt als lands\u00e4ssiges Kloster \u00d6sterreichs angesehen werden, also direkt den Habsburgern unterstehend.<\/p>\n<p>Herzog Albrecht stellte am 21. Februar 1326 eine Urkunde aus und berief sich dabei auf das Vorbild seiner Vorg\u00e4nger der Grafen von Pfirt. \u201cHzg. Albrecht befreit das Kloster L\u00fctzel, das er, dem Beispiel seiner Vorg\u00e4nger der Grafen von Pfirt folgend, f\u00f6rdern will, von Zoll und Ungeld in allen D\u00f6rfern, St\u00e4dten und Burgen in seiner Herrschaft Pfirt, so da\u00df die M\u00f6nche des Klosters f\u00fcrderhin bei Kauf und Verkauf aller fahrenden und liegenden G\u00fcter sich dieser Freiheit erfreuen sollen und nimmt das Kloster in seinen Schutz.\u201d (Regesta Habsburgica 3 n.1648 in Regesta Imperii online)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die erste Grangie des Klosters war Scholis. Diese und das Grundst\u00fcck auf dem sich das Kloster befand, war eine Schenkung der Grafen von Montfaucon. L\u00fctzel hatte 17 Grangien, die von Konversen bewirtschaftet wurden. L\u00fctzel hatte Streubesitz in \u00fcber 150 Orten.<\/p>\n<p>Seinen Besitz verdankte L\u00fctzel zun\u00e4chst zahlreichen Schenkungen. Sp\u00e4ter kamen auch K\u00e4ufe und Tauschgesch\u00e4fte dazu. Stadth\u00f6fe unterhielt das Kloster in Altkirch, Basel, Cernay und Moulhouse, Ferrete und Rouffach und in Pruntrut (Porrentruy) Sie erf\u00fcllten die Anforderungen der Zisterzienser an ihre st\u00e4dtischen Pflegh\u00f6fe. Diese sollten nicht mehr als drei bis vier Tagesreisen vom Kloster entfernt sein. In der Regel wurden sie von Konversen geleitet. Zum Stadthof in Altkirch siehe Abt Berthold. Der Stadthof von Pruntrut hatte m\u00f6glicherweise ein besonderes Gewicht. Denn das Bistum Basel hatte w\u00e4hrend der Reformation die Stadt Basel verlassen und seine \u00c4mter um L\u00fctzel herum angesiedelt. Der Bischof und die Hauptverwaltung hat ihren Sitz nun st\u00e4ndig in Pruntrut.<\/p>\n<p>1340 hatte ein Erdbeben die romanische Kirche stark besch\u00e4digt.&nbsp; Abt Rudolf von Wiggenheim (1340 \u2013 1349 )&nbsp; lie\u00df eine hochgotischer Basilika mit Querschiff bauen, die&nbsp; 1348 eingeweiht wurde . Sie kann aufgrund von Ausgrabungen und einer Planaufnahme von 1750 rekonstruiert werden. Nachfolger von Abt Rudolf wurde Abt Johannes III.(1349-1362) Er war bis 1325 Dompropst in Basel vor er1325 in das Kloster L\u00fctzel eintrat. Er stammte aus der Familie der Grafen von Hasenburg, deren Burg nicht weit von Kloster L\u00fctzel entfernt war.<\/p>\n<p>Am 13. Februar 1370 stellte Karl IV. eine Urkunde aus: \u201cnimmt abt und convent von L\u00fctzel (Lucella) sammt ihrem kloster, dessen gebiet, land und herrlichkeit in einer umfassenden urk. in seinen schutz.\u201d ( RI VIII n.4820)<\/p>\n<p>1375 kamen die&nbsp; Gugler, das waren S\u00f6ldnertruppen des Enguerrand VII. de Coucy, der den Erbanspruch seiner Mutter Katharina von Habsburg (\u2020 1349), Tochter Herzog Leopolds I. von \u00d6sterreich, gewaltsam durchsetzen wollte. Auf ihrem Zug durch den Aargau kamen sie auch in das els\u00e4ssische Grenzkloster und verw\u00fcsteten es. Der Name Gugler leitet sich wohl von der Form ihrer Kopfbedeckungen ab.Nicht nur durch die Zerst\u00f6rung der Gugler erlebte die Abtei eine tiefe Krise. Das war die Regierungszeit von <\/p>\n<p>Abt Heinrich Stockhelm (1397 \u2013 1408) Das beschreibt Bernhardin Walch&nbsp; O. Cist. in seiner L\u00fctzler Chronik so:<\/p>\n<p>\u201cAls der Frieden zwischen dem Herzog und dem Bischof, zwar ohne Waffen, nicht aber ohne Zerst\u00f6rung der Felder, die dem Kloster L\u00fctzel mit einem erlittenen Schaden von zweitausend Pfund angetan wurden, geschlossen war, kamen einige der M\u00f6nche nach der Ernte, andere um den Herbst herum nach L\u00fctzel zur\u00fcck. Einige, die geringes Vertrauen in die von Heinrich zu bewahrende Klosterdisziplin hatten, suchten den Aufenthalt in Zisterzienser \u2013 und Bellavalle-Kl\u00f6stern, in burgundischen Kl\u00f6stern, nicht wenige in &#8222;Pomerium&#8220; (Abtei Baumgarten,besiedelt durch Beaupre\/Lothringen) in der Di\u00f6zese Stra\u00dfburg. Heinrich war selten mit den Br\u00fcdern im Kloster, daher trat eine Abgew\u00f6hnung der Regelobservanz und ein Nachlassen der alten Zisterziensergesetze (allm\u00e4hlich) ein. Die Abstinenz von Fleisch, die bisher strengstens befolgt worden war, und die Verwaltung wurden nachl\u00e4ssiger, anstelle der Konversen in den Grangien und anderen Wirtschaftsgeb\u00e4uden wurden weltliche (Personen) gesetzt, in den entfernten Pfarreien wurden die M\u00f6nche durch Weltgeistliche ersetzt. Inzwischen wuchs die Substanz des Klosters nicht; als das Kloster in geistlicher und weltlicher Hinsicht Mangel litt, begann es stark Not zu leiden. Heinrich verkleinert seine Substanz in seinen ? Tagen, verkaufte  <\/p>\n<p>Besitzungen, verpf\u00e4ndete sowohl schlie\u00dflich auch Geweihtes der Kirche und Altargef\u00e4\u00dfe (Kelche), und, wie unten gesagt werden wird, verschonte er sie nicht.\u201d  <\/p>\n<p>(\u00dcbersetzung: Michael Saave Historiker, seine Mutter Lydia Saave u. d. Lateinlehrerin s. Tochter Fr. Schrader, Binzen 15.3.2006) (abgedruckt im Tennenbacher Urkundenbuch s.o.)  <\/p>\n<p>Abt Conrad Holzacker (1409 \u2013 1443)stammte aus einer Basler Patrizierfamilie.Er war 1416 vom Generalkapitel zum offiziellen Konzilsabgeordneten f\u00fcr das Konstanzer Konzil bestimmt worden. Er war dann auch bei der Papstwahl vom 8. \u201311. November 1417 dabei, als Kardinal Otto Colonna zum neuen Papst gew\u00e4hlt, der sich dann Martin V. nannte. \u00dcber das Konstanzer Konzil berichtete Pater Bernhardin Walch. Abt Conrad nahm auch am Basler Konzil als Delegierter teil. Er verfasste die Akten des Konstanzer Konzils.Au\u00dferdem schrieb er eine Abhandlung \u00fcber kl\u00f6sterliche Missbr\u00e4uche. In seiner Regierungszeit restaurierte er das Kloster L\u00fctzel.Er war der erste Abt aus L\u00fctzel der im Zisterzienserorden&nbsp; Generalvikar f\u00fcr Deutschland wurde. Dieses Amt blieb dann rund 200 Jahre bei den \u00c4bten von L\u00fctzel. Papst Martin V. erteilte ihm das Recht Inful und Stab zu tragen. Sein Amtsnachfolger wurde Nicolas Amberg&nbsp; (1443 &#8211; 1466 ) Auch er stammte aus Basel. Er war Vizekanzler von Kaiser Friedrich III. (1452-1493). Er nahm ebenfalls am Konzil von Basel(1431\u20131449) teil. Er verfasste die Akten des Basler Konzils.Au\u00dferdem schrieb er mehrere geschichtliche B\u00fccher, einmal&nbsp; eine Geschichte der Abtei L\u00fctzel von den Anf\u00e4ngen bis zum Jahr 1448 mit dem Titel Fasciculus Antiqitatum Lucellensis. diese widmete er Papst Nokolaus V. und Kaiser Friedrich III, dann eine Chronik des Bistums Basel und des Oberelsass.<\/p>\n<p>Von 1466 \u2013 1471 war Johannes Stantenat Abt in L\u00fctzel. 1471 wurde er zum Abt von Salem gew\u00e4hlt. Dort regierte er bis 1494. Wichtigstes k\u00fcnstlerisches Zeugnis seiner Salemer Regierungszeit ist das zwei b\u00e4ndige Salemer Abtbrevier, das er in Auftrag gegeben hatte.<\/p>\n<p>Auf ihn folgte Ludwig J\u00e4ger, der aus Bregenz stammte und zun\u00e4chst M\u00f6nch in Herrenalb war. Danach war er Professor der Theologie in Bologna. In L\u00fctzel war er von 1471 bis 1495 Abt. Er schrieb eine Abhandlung \u00fcber das Amt und die Eigenschaften der Visitatoren im Zisterzienserorden sowie \u00fcber die Art und Weise, die Visitation auf eine n\u00fctzliche weise zu gestalten. Auch schrieb er alle Ereignisse seiner Regierungszeit auf.<\/p>\n<p>1499 fand zwischen den Eidgenossen und \u00d6sterreich der \u201cSchwabenkrieg\u201d statt, so die Bezeichnung bei den Eidgenossen. Bei ihren rechtsrheinischen Gegnern wird er \u201cSchweizerkrieg\u201d genannt. Der Krieg wurde \u00e4usserst grausam gef\u00fchrt. <\/p>\n<p>Die Eidgenossen unternahmen zahlreiche r\u00e4uberische Streifz\u00fcge, die ihre Verheerungen im Solothurner Schwarzbubenland,im \u00f6sterreichischen Sundgau und Fricktal anrichteten. <\/p>\n<p>Basel erkl\u00e4rte&nbsp; gegen\u00fcber beiden Parteien f\u00fcr neutral und hielt diese Haltung w\u00e4hrend des ganzen Krieges&nbsp; durch und liess sich weder durch Versprechungen noch durch Drohungen davon abbringen. Am Ende profitierten alle davon.<\/p>\n<p>Der ganze Lebensmittelhandel zwischen dem \u00f6sterreichischen Eisass und den eidgen\u00f6ssischen Landen lief \u00fcber Basel und liess sich &#8211; zum Vorteil von allen &#8211; w\u00e4hrend des Krieges nur aufrecht erhalten, wenn die Stadt neutral blieb.<\/p>\n<p>Und es kam dann auch&nbsp; zu Friedensverhandlungen in der neutral gebliebenen Stadt Basel. Ein auf den 22. September datierter Friedensvertrag kam zustande<\/p>\n<p>Kloster L\u00fctzel aber war bei einem dieser Raubz\u00fcge nach der Schlacht bei Dornach&nbsp; verw\u00fcstet worden. Abt war in dieser Zeit Theobald (Thi\u00e9baut) Hillweg (1495 \u2013 1532)aus Thann.&nbsp; Er lie\u00df die Kirche wieder aufbauen, aber es sollte nicht das einzige derartige Erlebnis f\u00fcr Abt Theobald bleiben. 1524 wurde die Kirche durch Blitzschlag und anschlie\u00dfenden Brand besch\u00e4digt. Im Folgejahr \u00fcberfielen aufr\u00fchrerische Bauern beim Bauernkrieg Kloster L\u00fctzel und pl\u00fcnderten es und steckten es in Brand. Geb\u00e4ude, aber auch wertvolle Manuskripte gingen verloren.<\/p>\n<p>Im L\u00fctzeltal auf dem Gebiet der Gemeinde Pleigne im Schweizer Kanton&nbsp; Jura lag die L\u00f6wenburg mit zugeh\u00f6rigem Territorium. Sie war im Besitz der Basler Adelsfamilie M\u00fcnch. Aus Geldnot verhandelte die Familie M\u00fcnch 1523 mit dem Kloster L\u00fctzel \u00fcber einen Verkauf. 1526 kaufte Abt Theobald von den Familienmitgliedern Hans Th\u00fcring II., Jakob I. und Matthias II.&nbsp; die Herrschaft L\u00f6wenburg. Die Rechtslage in L\u00f6wenburg war allerdings schwierig, denn die Familie M\u00fcnch hatte die Herrschaft L\u00f6wenburg als Lehen von \u00d6sterreich. Oberster Lehensherr war aber der F\u00fcrstbischof von Basel. Beim Verkauf hatte \u00d6sterreich auf seine Rechte verzichtet und anerkannte dabei die alleinige Lehensherrlichkeit des F\u00fcrstbistums. Das Kloster versuchte das zu umgehen, indem es L\u00f6wenburg in in seinen kl\u00f6sterlichen Immunit\u00e4tsbezirk einzuverleiben. Das f\u00fchrte dann zu Schwierigkeiten, als das F\u00fcrstbistum ab 1580 seine Landesherrschaft aus\u00fcbte und Steuern erhob und die Gerichtsbarkeit wahrnahm. Das Kloster erhob dagegen Protest. Mit dem Kauf war ein etwa zehn Quadratkilometer gro\u00dfes geschlossenes Gebiet an das Kloster gekommen.<\/p>\n<p>Nach den Zerst\u00f6rungen im Bauernkrieg lie\u00df Abt Theobald ein drittes Mal aufbauen. Auch wurde ein neuer Glockenturm errichtet und die Abtei bekam neue Glocken. <\/p>\n<p>Der Rat der Stadt Basel erlaubte zwar den Anh\u00e4ngern der neuen Lehre die freie Religionsaus\u00fcbung. Aber erst ein Bildersturm an Fasnacht 1529, der sich zu gro\u00dfen Unruhen auswuchs, f\u00fchrte dazu, dass der Rat die <br \/>Reformation einf\u00fchrte. Abt Theobald zeigte sich auch hier sehr unerschrocken. Zur Zeit des Bildersturms war er gerade in Basel. Mitten unter einem aufgew\u00fchlten Volkshaufen riss er Leuten, die ein Marienbild verbrennen wollten, dieses aus den H\u00e4nden und trug es eigenh\u00e4ndig aus dem Gew\u00fchl und lie\u00df es nach L\u00fctzel bringen. Er war ebenfalls Generalvikar der Zisterzienser f\u00fcr Deutschland. Wie sein Vorg\u00e4nger schrieb auch er die Geschichte seiner Amtsf\u00fchrung bis ins Jahr 1532. In diesem Jahr resignierte er.<\/p>\n<p>(zu Abt Theobald siehe unten Fr.X Schwartz&nbsp; S. 11, 20 u. 21)<\/p>\n<p>Sein Amtsnachfolger war Heinrich Sapper (1532 \u2013 1542) aus Ensisheim. Zun\u00e4chst war er Gro\u00dfkeller, dann Prior. 1532 wurde er zum Abt gew\u00e4hlt. Er setzte sich vor allem gegen das Fortschreiten der Reformation ein. Kaiser Ferdinand I. (1558 bis 1564 ), den er pers\u00f6nlich kannte, best\u00e4tigte Kloster L\u00fctzel alle Privilegien, die es bisher erhalten hatte. Abt Heinrich starb 1542 an einem Schlaganfall.<\/p>\n<p>Auf ihn folgte Abt Nicolas Rosenberg (1542 \u2013 1566 ), der wie Abt Theobald aus Thann stammte. In M\u00fcllheim bestand seit 1255 ein Frauenkloster, das nach den Regeln der Zisterzienser leben sollte. 1486 wurde das Frauenkloster in ein M\u00f6nchspriorat des Zisterzienserordens umgewandelt. Als letzte \u00c4btissin vor der Umwandlung ist Elisabeth von Bruck belegt. Das Priorat wurde Kloster L\u00fctzel unterstellt. Abt Nicolas verkaufte das Priorat 1544 an den protestantischen Amtmann Ludwig Wolf von Habsperg zu Badenweiler.<\/p>\n<p>Der n\u00e4chste Abt war Rudolf III. Kuchenmann von 1566 bis 1573. Er lie\u00df die Abtswohnung im Kloster wieder herstellen. Au\u00dferdem erwarb er in Moulhouse, wo das Kloster ja schon einen Stadthof hatte, ein Haus.<\/p>\n<p>1573 f\u00fchrte&nbsp; Nikolaus Boucherat, der Generalabt von Citeaux im Rahmen seiner gro\u00dfen Vistiationsreise im deutschsprachigen Raum (Schweiz, Schwaben und angrenzende Gebiete) eine Visitation in L\u00fctzel durch. Er fand den Abt eingeschlossen 27 M\u00f6nche vor, 6 Novizen und zwei Knaben, die Novizen werden wollten. Er fand einiges zu tadeln, hoffte aber, dass der Abt seine Pflicht tun werde. Allerdings wendete sich die vorder\u00f6sterreichische Regierung in Ensisheim nach Innsbruck wegen einer zusammen mit dem Zisterzienser-Orden durchzuf\u00fchrender Visitation \u201cdenn der Abt habe unehrbare Weibspersonen in Kloster und hielte ganz \u00e4rgerlich, \u00fcppig, sch\u00e4ndlich und verschwenderisch Haus.\u201d (Gfr\u00f6rer in Zeitschrift f\u00fcr die Geschichte des Oberrheins, Neue Folge Bans X, Karlsruhe 1895, S. 482 ff.) 1580 wollte dann der p\u00e4pstliche Nuntius der Bischof von Vercelli, Franz Bonomi, p\u00e4pstlicher Nuntius&nbsp; in der Schweiz und Graub\u00fcnden, im Auftrage des bei Ferdinand beglaubigten Nuntius Felicianus Ninguarda, des Bischofs von Scala, eine Pr\u00fcfung vornehmen. Da zeigte sich Abt Johannes Kleiber&nbsp; so ungehorsam, dass sich Nuntius Ningnardi an Erzherzog Ferdinand selbst wenden musste \u201edass er ihn zum Gehorsam anhalte&#8220;(ebda)<\/p>\n<p>Auf Johannes Kleiber (1574\u20131583) folgte Beat Bapst (1583 \u2013 1597). Als Generalvikar wanderte er nach Fr.X Schwartz \u201cDie Geschichte der ber\u00fchmten Cictercienser Abtei L\u00fctzel\u201d , Rixheim 1871, \u201cdurchwanderte ganz Deutschland\u201d ,um die Zisterzienserkl\u00f6ster zu besuchen. Auf dieser Reise sammelte er eine Menge Dokumente \u00fcber die Geschichte und Gr\u00fcndung der jeweiligen H\u00e4user. (Seite 22) 1579 verb\u00fcndete sich F\u00fcrstbischof Jakob Christoph Blarer von Wartensee (1575- 1608 ) mit den sieben katholischen Orten der Alten Eidgenossenschaft als Gegengewicht zum Einfluss des reformierten Bern im S\u00fcdjura. Abt Beat sah darin allerdings die Gefahr in m\u00f6gliche kriegerische Verwicklungen in dem neu erworbenen Territorium L\u00f6wenburg hineingezogen zu werden. Deshalb lie\u00df er das Gut L\u00f6wenburg befestigen. Es entstand nun ein neuer Bering mit vorgelagertem Graben. Der Eingang wurde mit einem m\u00e4chtigen Torturm bewehrt. F\u00fcr diese Baut\u00e4tigkeit nutzte man die Ruine der nahen L\u00f6wenburg als Steinbruch. Das betrachtete der F\u00fcrstbischof allerdings als Eingriff in seine landesherrlichen Rechte. Er protestierte scharf gegen die Befestigung des Guts. Abt Beat lie\u00df 1586 die Abteikirche mit sehr sch\u00f6nen Gem\u00e4lden ausstatten. Au\u00dferdem wurde das grobe Steinpflaster in Chor und Schiff mit neuem Bodenbelag versehen. 1597 war er wieder in L\u00f6wenburg und wollte dort die Bauarbeiten besichtigen. Dazu stieg er auf ein Ger\u00fcst, von dem er abst\u00fcrzte und dabei zu Tode kam. Die Bauarbeiten, gegen die der F\u00fcrstbischof so heftig protestiert hatte, wurden unmittelbar nach dem Tod des Abtes eingestellt.<\/p>\n<p>Auf Abt Beat folgte Christoph Birr (1597\u20131605) Abt Christoph schien die Oberhoheit des Basler Bischofs anzuerkennen. Er setzte die Bauarbeiten in L\u00f6wenburg auch nicht mehr fort. Der Konflikt zwischen Bischof und Kloster endete.&nbsp; Abt Christoph lie\u00df einen Hochaltar errichten, der wegen seiner H\u00f6he und Sch\u00f6nheit ger\u00fchmt wurde. Er wurde nach Schwartz (S.12) seines Amtes enthoben, weil \u201csagen die Chroniker von L\u00fctzel\u201d seine Wahl nicht auf rechtlichem Weg zu Stande gekommen sei. In dem oben erw\u00e4hnten Aufsatz&nbsp; von Gf\u00f6rer wird Christoph Birr&nbsp;&nbsp; als der schlechteste Abt von Kloster&nbsp; L\u00fctzel bezeichnet. Die Amtsenthebung aus welchem Grund auch immer passt zu der Einsch\u00e4tzung Gfr\u00f6rers. Zu Abt Christophs Nachfolger wurde Johannes Hanser (1605 \u2013 1625) im Beisein von Generalabt Nikolaus Boucherat gew\u00e4hlt. Von ihm wurde er auch in sein Amt eingef\u00fchrt. Er sorgte daf\u00fcr, dass die Disziplin im Kloster wieder eingehalten wurde. Er lie\u00df einen kleinen Glockenturm auf die Kirche setzen. Die Kirche wurde mit einer neuen Orgel ausgestattet. Er stand sowohl bei Erzherzog Leopold von \u00d6sterreich als auch bei Kaiser Ferdinand II. in hohem Ansehen. In seiner Regierungszeit gab es zwei wichtige und weitwirkende Ereignisse. Das eine war der Ausbruch des Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieges 1618, der L\u00fctzel zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht tangierte. Das zweite war die Gr\u00fcndung der Oberdeutschen Zisterzienserkongregation. Das Konzil von Trient (zwischen 1545 und 1563) hatte sich in seiner dritten Tagungsperiode 1562-63 auch mit der Reform der Orden befasst. Es wurden Normen f\u00fcr die Aufnahme neuer Mitglieder festgelegt, Bestimmungen zum Noviziat. Privateigentum wurde verboten. Die Orden sollten Kongregationen in einer Provinz gr\u00fcnden und falls nicht gen\u00fcgend Kl\u00f6ster in einer Provinz waren, in zwei oder drei Provinzen. Eine regelm\u00e4\u00dfige Visitation sollte stattfinden. F\u00fcr die Zisterzienser bedeutete dies, dass die \u00c4bte der Primarabteien in ihren Kontrollrechten beschnitten wurden. Der Generalabtes Edmond de la Croix (1584\u20131604) wollte f\u00fcr den oberdeutschen Raum ein die einzelnen Territorien \u00fcbergreifendes Generalvikariat schaffen. Auf seine Einladung versammelten sich im Kloster F\u00fcrstenfeld und gr\u00fcndeten ein oberdeutsches Generalvikariat. Schlie\u00dflich wurde es zu einer Kongregation weiter entwickelt. Die in F\u00fcrstenfeld beschlossenen Statuten wurden revidiert und im Januar 1619 vom Generalabt von Citeaux Nicolas II. Boucherat (1604-1625) best\u00e4tigt. Zun\u00e4chst 6 Kl\u00f6ster des oberdeutschen Generalvikariats gr\u00fcndeten die Oberdeutsche Zisterzienserkongregation. Am 10. Juli 1624 wurde die Kongregation vom Papst best\u00e4tigt. Das Generalkapitel hatte die Statuten schon 15. Mai 1623&nbsp; anerkannt. Am 2. und 3. September 1624 fand in Salem eine \u00c4bteversammlung des oberdeutschen Generalvikariat statt. Dabei wurde die Oberdeutsche Zisterzienserkongregation gegr\u00fcndet. Das Haupt der Kongregation war \u00fcblicherweise der Abt von Salem. Am 2. Oktober 1624 wurde die Kongregation vom Abt von C\u00eeteaux und am 17. Oktober 1624 vom Papst anerkannt.&nbsp; Zur Schweizer\u2011, Els\u00e4ssisch\u2011, Breisgauische Provinz z\u00e4hlte L\u00fctzel mit den Frauenkl\u00f6stern K\u00f6nigsbr\u00fcck und Olsberg; Neuburg; Hauterive mit den Frauenkl\u00f6stern Maigrauge und Fille\u2011Dieu; P\u00e4ris; Tennenbach mit den Frauenkl\u00f6stern G\u00fcntersthal, Wonnenthal, Lichtenthal und Friedenweiler;&nbsp; St. Urban mit den Frauenkl\u00f6stern Rathausen und Eschenbach; Wettingen mit den Frauenkl\u00f6stern Frauenthal, Magdenau, Kalchrain, Feldbach, T\u00e4nikon, Wurmsbach und Gnadenthal. Der Abt von L\u00fctzel war in der Regel Generalvikar der Schweizer-Ells\u00e4ssich-Breisgauischen Provinz.<\/p>\n<p>Die milit\u00e4rischen&nbsp; Erfolge Tillys und Wallenstein f\u00fchrten dazu, dass sich vor allem die s\u00fcddeutschen Zisterzen bem\u00fchten, eine Restitution besonders der w\u00fcrttembergischen Kl\u00f6ster zu erreichen. Besonders&nbsp; Kaisheim unter Abt Johann VII. Beck 1608\u20131626 und seinem Nachfolger Jakob Mosbach 1626\u20131637 betrieb die Restitutionsbem\u00fchungen. Abt Jakob wurde im April\/Mai 1628 deshalb beim Kaiser vorstellig. Am 6.\/16. Dezember 1628 erteilte Abt Petrus von Cheaux&nbsp; den \u00c4bten Thomas&nbsp; von&nbsp; Salem&nbsp; und Laurent von L\u00fctzel die Generalvollmacht f\u00fcr die weiteren Restitutionsverhandlungen.&nbsp; Am 6. M\u00e4rz 1629 erlie\u00df Kaiser Ferdinand II. das Restitutionsedikt. Das war eine Verordnung, mit der ohne Einverst\u00e4ndnis der evangelischen Reichsst\u00e4nde der Status quo des geistlichen Besitzstands im Reich wieder auf den Stand des Jahres 1552 gebracht werden sollte. Vor allem der Salemer Abt Thomas Wunn&nbsp; (1615\u20131647), der auch der Motor bei der Gr\u00fcndung der Oberdeutschen Zisterzienserkongregation war, setzte sich f\u00fcr die Restitution der w\u00fcrttembergischen Kl\u00f6ster ein, auch mit erheblichen Geldmitteln. So soll Salem nach der eigenen \u00dcberlieferung 250.000 Gulden f\u00fcr Bebenhausen, Herrenalb und K\u00f6nigsbronn w\u00e4hrend des gesamten Zeitraums bis zum Westf\u00e4lischen Frieden aufgewendet haben. Die Restitution ging allerdings nicht reibungslos vor sich, da W\u00fcrttemberg immer wieder Einspr\u00fcche gegen das Restitutionsedikt vorbrachte. Erst im August 1630 r\u00fcckten kaiserliche Truppen&nbsp; unter Oberst Ossa gegen W\u00fcrttemberg zur Exekution vor. Nun beschloss, das Kapitel von Salem, die Kl\u00f6ster Bebenhausen, Herrenalb und K\u00f6nigsbronn zu \u00fcbernehmen. Der Sieg Gustav Adolfs bei Breitenfeld&nbsp; am 17.\/27. September 1631 f\u00fchrte allerdings zumR\u00fcckzug der kaiserlichen Truppen. Die Lage f\u00fcr die kleinen katholischen Konvente war sehr schwierig geworden.Die Pr\u00e4laten der w\u00fcrttembergischen Abteien und die M\u00f6nche wurden im Januar 1632 wieder in den Konvent von Salem eingeordnet. Zwar ver\u00e4nderte die Niederlage der Schweden bei N\u00f6rdlingen die Lage wieder. Die wiedereingesetzten \u00c4bte konnten sich auf Dauer nicht halten. Der westf\u00e4lische Frieden sah die R\u00fcckgabe aller Kl\u00f6ster vor, die am 1. Januar 1624 evangelisch waren. Damit waren die Restitutionsbem\u00fchungen endg\u00fcltig gescheitert. <\/p>\n<p>Zur\u00fcck zu Abt Johannes. Er hatte die Klosterbibliothek gut ausgestattet. Er starb 1625. Sein Nachfolger wurde Laurent Lorillard (1625 \u2013 1648 ) Er stammte aus Porrentruy (Pruntrut) Er war gelehrter Theologe. Er richtete in L\u00fctzel und auch anderen Kl\u00f6stern Lehrkurse f\u00fcr Theologie und Philosophie ein. Die Bibliothek bereicherte er mit neuen Ausgaben der Kirchenv\u00e4ter. Die Restitutionsbem\u00fchungen unterst\u00fctze er tatkr\u00e4ftig. Nicht nur dass ihn der Generalabt von Citeaux zusammen mit dem Salemer Abt mit der Generalvollmacht f\u00fcr die Restitutionsverhandlungen betraut hatte, er schickte auch M\u00f6nche in Kl\u00f6ster, die restituiert werden sollten, so nach Maulbronn aber auch nach Sachsen ins Kloster Michaelstein&nbsp; 1629 und Riddagshausenbei Braunschweig&nbsp; und in die Kl\u00f6ster Eusserthal und Ottersberg in der Pfalz. Ende 1632 war der Krieg auch in L\u00fctzel angelangt.Schwedische Truppen fielen in den Breisgau und ins Elsass ein. Am 24. November 1632 mussten der Abt und Konvent, der damals aus 53 M\u00f6nchen bestand, fliehen. Die M\u00f6nche suchten Schutz in L\u00f6wenburg das unter dem Schutz der Eidgenossenschaft lag oder in eidgen\u00f6ssischen Abteien. Abt Laurent kam schlie\u00dflich in dem Priorat Kleinl\u00fctzel unter, wo er mit einem M\u00f6nch die letzten 12 Kriegsjahre verbrachte. Er verfasste Buchausz\u00fcge aus den Heiligen V\u00e4tern mit dem Titel&nbsp; Insignia florigera ex patribus collecta mit 6 B\u00e4nden und eines mit 12 B\u00e4nden Loci communes aus den Schriften Bernhards. 1638 besetzten Truppen von Bernhard von Weimar das Kloster L\u00fctzel. Verantwortlich f\u00fcr das Schicksal von Kloster L\u00fctzel war der bernische General Johann Ludwig von Erlach, der ins Lager des schwedischen Heerf\u00fchrers Bernhard von Weimar gewechselt war und der seinen S\u00f6ldnertruppen den Befehl zur Zerst\u00f6rung erteilte. Das Kloster wurde gepl\u00fcndert. Alt\u00e4re und S\u00e4ulen zerschlagen, Bilder vernichtet.<\/p>\n<p>Selbst die vergoldete Spitze des Kirchturms wurde heruntergerissen, weil die Pl\u00fcnderer glaubten, sie sei aus purem Gold oder enthielte Wertgegenst\u00e4nde. Abt Laurent verstarb 1648.<\/p>\n<p>Wichtigstes Ereignis aber war, dass nach drei\u00dfig Jahren Krieg endlich Frieden geschlossen wurde, der \u201cWestf\u00e4lische Friede\u201d in den St\u00e4dten M\u00fcnster und Osnabr\u00fcck, wo seit 1645 verhandelt worden war. In der kirchlichen Frage best\u00e4tigte er den Passauer Vertrag vom 2.August 1552 und den Augsburger Religionsfrieden vom 25. September 1555. F\u00fcr das Restitutionsedikt von 1629 wurde 1624 als Normaljahr genommen . Der evangelische und katholische Besitzstand sollte bleiben oder wiederhergestellt werden sollte, wie er am 1. Januar 1624 gewesen war. Damit hatten sich die Bem\u00fchungen der oberdeutschen Zisterzienserkongregation erledigt, die Kl\u00f6ster in W\u00fcrttemberg zur\u00fcck zu erlangen, denn sie waren ja alle im Zuge der Reformation aufgehoben worden. Territorial hatte Frankreich<\/p>\n<p>die Bist\u00fcmer und St\u00e4dte Metz, Toul und Verdun zugesprochen bekommen. Der Kaiser und das Haus \u00d6sterreich traten alle Rechte, die sie im Ober-und Unterelsass, im Sundgau und in der Landvogtei der zehn vereinigten Reichsst\u00e4dte im Elsass inne gehabt haben, \u201cauf ewig\u201d an die Krone Frankreichs ab.Damit galt L\u00fctzel jetzt als Abtei des franz\u00f6sischen K\u00f6nigreichs.<\/p>\n<p>Am 4. Juni 1648 wurde Norbert Ganbach (1648 \u2013 1654 ) zum Abt von L\u00fctzel gew\u00e4hlt. Nur sieben wahlberechtigte M\u00f6nche waren beim Wahlakt anwesend.&nbsp; Aber viele hatten Vollmachten der abwesenden Konventsmitglieder. Der Konvent war ja immer noch weit verstreut. Von Abt Edmund Schnider aus dem Tochterkloster St. Urban wurde er geweiht. Er zog 1650 von Kleinl\u00fctzel nach L\u00f6wenburg. Dort stellte er den Chorgottesdienst wieder her. Die M\u00f6nche kehrten allm\u00e4hlich zur\u00fcck und sogar Novizen konnten wieder aufgenommen werden. Er starb&nbsp; am 2. November 1654.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.zisterzienserlexikon.de\/wiki\/Datei:Bernardin-buchinger.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" border=\"0\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.zisterzienserlexikon.de\/w\/images\/f\/fd\/Bernardin-buchinger.jpg\" width=\"170\" height=\"248\"><\/a><\/p>\n<p>Bernhardin Buchinger wurde am 22. Januar 1606 in Kientzheim im Elsass&nbsp; als Christian Buchinger geboren. Sein Vater war dort B\u00fcrgermeister.Von 1613 bis 1616 besuchte er die \u201eSchola trivialis\u201c (Volksschule). 1616&nbsp; kam er als Neunj\u00e4hriger in die Klosterschule von Pairis, ein Priorat der&nbsp; zu der Zeit aufgehobenen Abtei Maulbronn. Von dort gaben ihn die Zisterzienser weiter an das Jesuitenkolleg nach Ensisheim, weil er f\u00fcr Pairis zu eifrig und wissensdurstig war. Dort blieb er von 1618 bis 1623. Am 25. M\u00e4rz 1623&nbsp; wurde er Novize in Kloster L\u00fctzel und nahm den Ordensnamen Bernardinus an. Unter Abt Johannes legte er am Ostersonntag 1624 seine Profess ab. Er studierte an der Hauslehranstalt und versah gleichzeitig das Amt des Bibliothekars. 1630 wurde er zum Priester geweiht. Er wurde Sekret\u00e4r von Abt Laurent.<\/p>\n<p>Er war dann auch Archivar, K\u00fcchenmeister und Gro\u00dfkeller und au\u00dferdem war er leitender Minister. Gro\u00dfkeller war er 12 Jahre lang und das in der schweren Zeit des 30-j\u00e4hrigen Kriegs. Sein Amt als K\u00fcchenmeister schlug sich auch in einem Kochbuch nieder, das er verfasste. \u201e Buchinger, Bernhard: Koch-Buch, So wol F\u00fcr Geistliche als auch Weltliche grosse und geringe Hau\u00dfhaltungen, wie bey denen t\u00e4glich vielLeut am f\u00fcglichsten abgespeiset werden : Darinn Vber dieAchthunderterley Fleisch, Wildprett, Gefl\u00fcgel, Fisch, Eyer, und Garten-Speisen, auch die manier und wei\u00df selbige zubereiten, Neben andern nutzlichen Hau\u00dfhaltung-St\u00fccklein, zu finden und begrieffen seynd \/Durch Einen Geistlichen Kuchen-Meister de\u00df Gottshauses L\u00fctzel beschrieben und practicirt.\u201d Ein Druck erschien 1671 in Molsheimb . Es enth\u00e4lt Gefl\u00fcgel, Fleisch-und Eierspeisen und vor allem viele Fischrezepte, die als \u201cFlussgem\u00fcse\u201d nicht unter die strengen Fastengebote der Zisterzienser fielen. Das Kochbuch beinhaltet au\u00dferdem Tipps, wie Fisch durch Rauch oder mit Salz haltbar gemacht werden kann. Buchingers Kochbuch mit teuren Gew\u00fcrzen und Zutaten erinnert oft eher an eine wohlhabende weltliche K\u00fcche und ist ein Ausdruck barocker Tafel-und Gaumenfreuden.1634 wurde ihm der Abtsstuhl von Riddagshausen angeboten. Den schlug er allerdings aus. Auch mit R\u00fccksicht auf sein Gehorsamsgel\u00fcbde konnte er die Wahl zum Abt von Maulbronn, der 1570 s\u00e4kularisierten, infolge des Restitutionsedikts Kaiser Ferdinands II. von 1629 aber wiederhergestellten Abtei,&nbsp; nicht mehr ablehnen. Er trat sein Amt am 30. September 1642 an. Zum Abt geweiht wurde er durch den Abt von Kaisheim Georg M\u00fcller (1637\u20131667) beim Provinzkapitel in Sch\u00f6ntal. Da Abt Laurent krank war, hatte er viele Funktionen an Bernhardin abgegeben. Als Vaterabt war er auch f\u00fcr mehrere Frauenkl\u00f6ster wie z. B. Olsberg, K\u00f6nigsbr\u00fcck und Lichtental zust\u00e4ndig. In Olsberg weihte er er die \u00c4btissin Katharina Kohler, in Lichtental leitete am 6. Dezember 1642 die Wahl der \u00c4btisssin<\/p>\n<p>Eva Regina Springauf. Auch in M\u00e4nnerkl\u00f6stern hatte er Einfluss. So&nbsp; installierte er in Eu\u00dferthal Gaspar Jongelincx. Er war auch f\u00fcr Disibodenberg und Hauterive zust\u00e4ndig.<\/p>\n<p>1643 wurde Pairis wieder dem Orden zur\u00fcckgegeben, das ja ein Priorat von Maulbronn war. Er setzte seine Verbindungen ein, um die restituierte Abtei dem Orden zu erhalten. 1646 reiste er an den franz\u00f6sischen Hof. Das sicherte das Kloster allerdings nicht unbedingt. Es gab nur st\u00e4ndige \u00dcbergriffe der franz\u00f6sischen Besatzung aus der nahen Festung Philippsburg, die sei 1644 franz\u00f6sisch war, \u00fcber die sich Eberhard III. sowohl am franz\u00f6sischen Hof als auch bei den St\u00e4nden beschwerte, allerdings ohne Erfolg. <\/p>\n<p>Nach dem Friedensschluss von 1648 fiel Maulbronn an W\u00fcrttemberg zur\u00fcck und wurde evangelisch. Abt Bernhardin verlie\u00df Maulbronn am 14.Oktober 1648, kam dann nochmals kurz zur\u00fcck und nahm dann alle Dokumente und Kostbarkeiten mit, derer er habhaft werden konnte. Am 25. November 1648 verlie\u00df er Maulbronn endg\u00fcltig und f\u00fcr immer. \u00dcber Colmar ging er nach Baden in die Schweiz. Die Urkunden gab er nicht mehr zur\u00fcck, da er auf dem Reichstag in Regensburg den Versuch machen wollte, doch noch die Abtei zur\u00fcck zu erhalten. In Pairis&nbsp; schreckte er auch nicht vor F\u00e4lschungen zur\u00fcck, um den Fortbestand der Abtei zu sichern. Als gelernter Bibliothekar hatte er ja das Know How. Auch in L\u00fctzel machte er das, um durch die kaiserliche Best\u00e4tigung von Privilegien Rechtssicherheit zu erreichen. Unter Papst innozenz X. (1644 bis 1655) wurde Pairis 1654 wieder zur Abtei erhoben. Es zeugt f\u00fcr das Selbtbewusstsein Abt Bernardins, dass er sich mit Dominus Motmann einen eigenen Vertreter beim heiligen Stuhl hielt, obwohl er eigentlich durch den Generalprokurator des Gesamtordens vertreten werden sollte.Seine drei wichtigen Aufgaben erf\u00fcllte dieser&nbsp; zur vollsten Zufriedenheit des Abtes: erstens die p\u00e4pstliche Best\u00e4tigung Buchingers als Abt von Maulbronn und Pairis, zweitens die Best\u00e4tigung der weitreichenden Commissio recuperandi Monasteria ab Haereticis detenta (Auftrag, Abteien wieder zu erlangen, die von Ketzern vorenthalten werden)und drittens die Best\u00e4tigung der Vollmacht zur Benediktion von \u00c4bten und \u00c4btissinnen.&nbsp; 1654 bot ihm der Mainzer Kurf\u00fcrst Johann Philipp von Sch\u00f6nborn (1647- 1673) an, die Rheingauer Zisterzienser-Abtei Eberbach zu \u00fcbernehmen. Mit dem Tod von Abt Norbert war in L\u00fctzel wieder eine Abtswahl notwendig. Diese fand in L\u00f6wenburg am 16. November 1654 unter dem Vorsitz des Abtes Edmund Schnyder von St. Urban<sup>&nbsp;<\/sup> statt. Zum Abt des zerst\u00f6rten und verlassenen Klosters L\u00fctzel wurde Bernardin Buchinger gew\u00e4hlt. Dieser war nun Abt dreier Abteien. Das Konzil von Trient hatte den Besitz mehrerer Abteien nicht mehr erlaubt. Eine der drei, Maulbronn, bestand nur noch auf dem Papier. Der Generalabt von Citeaux Claude Vaussin (1645-1670) hatte Bernhardin eine \u00dcbergangsfrist von zwei Jahren einger\u00e4umt.Pairis gab er ab, als der franz\u00f6sische K\u00f6nig Ludwig XIV. Anfang Januar den Sekret\u00e4r des Generalabtes,Olivier de Foulogne, zum Abt von Pairis ernannte und dieser mit einem Erlaubnisschreiben des Generalabtes versehen wurde. Er hatte schon nach seiner Wahl zum Abt von L\u00fctzel entschieden, die zerst\u00f6rte Abtei wieder aufzubauen. Am 23. M\u00e4rz 1657&nbsp; \u00fcbersiedelte der Konvent vom Hofgut L\u00f6wenburg wieder nach L\u00fctzel, wo schon ein Konventsgeb\u00e4ude errichtet worden war. 12 M\u00f6nche waren wieder nach L\u00fctzel zur\u00fcckgekehrt. Die Zahl stieg schnell auf 34 an. Die Residenz in L\u00f6wenburg behielt er selbst und leitete von dort den personellen und materiellen Wiederaufbau. Das hatte den Vorteil,dass Bernhardin zwar seine Politik nach Paris ausrichtete aber seine Residenz L\u00f6wenburg lag ja auf dem Gebiet des F\u00fcrstbistums Basel. Er untersuchte alle in der Bibliothek befindlichen Rechtstitel und Dokumente und wie oben angef\u00fchrt bediente er sich durchaus auch F\u00e4lschungen, um die Interessen der Abtei zu wahren bzw. Verlorenes wieder zu gewinnen. Er k\u00fcmmerte sich um die Landwirtschaft im Kloster und die Grangien, da die Verm\u00f6genslage und Wirtschaftskraft nach den Kriegsjahren und den Zerst\u00f6rungen ja stark gelitten hatte. Er versuchte, eine Glasmacherindustrie zu etablieren. Auch versuchte er das menschliche Zusammenleben wieder zu st\u00e4rken. Die Grundregeln des Zusammenlebens hatten im Krieg doch sehr gelitten. Als Patronatsherr der Klosterpfarreien erlie\u00df er eine \u201eChristliche Ordnung\u201c . Mit Basel erneuerte er&nbsp; am 24. November 1655 den B\u00fcrgerrechtsvertrag. Ebenfalls 1655 schloss er mit Solothurn einen Vertrag. Dieser musste allerdings wegen des Widerstands des franz\u00f6sischen K\u00f6nigs widerrufen werden. Die Stadt M\u00fchlhausen verlieh 1655 den M\u00f6nchen das B\u00fcrgerrecht.Auch in der franz\u00f6sischen Politik war er aktiv. 1657 wurde er zum zum Mitglied des els\u00e4ssischen Staatsrates (Conseil souverain d&#8217;Alsace) in Neubreisach ernannt. Er nahm ein Jahr sp\u00e4ter an der Er\u00f6ffnung des Parlaments teil. Er war Mitglied und Vorsitzender der Assembl\u00e9 des Pr\u00e9lats im Elsass und spielte so eine wichtige Rolle im politischen Leben seiner Zeit. 1671 zollte er dem Alter Tribut und lie\u00df sich auf eigenen Wunsch mit Edmond Quiquerez einen Koadjutor zur Seite stellen. Er hatte den Wiederaufbau von L\u00fctzel geleistet, zahllose Visitationsreisen unternommen. Daneben hatte er eine reichhaltige schriftstellerische T\u00e4tigkeit vorzuweisen. Er hatte eine gro\u00dfe Chronik seiner Abtei verfasst, die sich aber auch mit der Landesgeschichte und auch der Geschichte des Bistums Basel befasste. Eine Zusammenstellung seiner Werke ist auch in der Biographia Cisterciensis, dort Bernardin Buchinger abgedruckt. Er starb am 5. Januar 1673 auf seiner Residenz in L\u00f6wenburg. In der Abteikirche von L\u00fctzel wurde er am n\u00e4chsten Tag vor dem Hauptaltar bestattet. Auf seinem Grabmal stand sein Wahlspruch \u201cImmer der gleiche, im Gl\u00fcck und im Ungl\u00fccke\u201d<\/p>\n<p>Mit Edmond Quiquerez wurde sein Koadjutor zum Abt(1673\u20131677) gew\u00e4hlt. Er ist in Delle, das in der N\u00e4he von Montbeliard an der Grenze zur Schweiz liegt, geboren. Er trat in das Zisterzienserstift zur Heiligsten Dreifaltigkeit in Wiener Neustadt,&nbsp; das kurz Neukloster genannt wird, ein.<\/p>\n<p>Zu der Zeit war dort Robert Notz (1649\u20131663) Abt. Dieser stammte aus Kloster L\u00fctzel. Quiquerez wurde in Neukloster Novizenmeister und Prior. 1660 ging er nach L\u00fctzel. In Lutterbach im Elsass hatte das Kloster 1304 eine Pfarrkirche von der Abtei Murbach \u00fcbernommen, die es bis zur franz\u00f6sischen Revolution innehatte.Von 1664 bis 1665 war Quiquerez&nbsp; Gemeindepfarrer. Im Tochterkloster von L\u00fctzel, Lieu-Croissant in der Franche-Comt\u00e9, war er Prior, bis er a1. September 1671 zum Koadjutor des Abtes Bernardin&nbsp; bestimmt wurde. Zwar wurde seine Wahl von einigen Konventualen angefochten, aber Generalvikar Edmund Schnyder von St. Urban<sup>&nbsp;<\/sup> best\u00e4tigte die Wahl. Auch er war Mitglied des Conseil souverain d&#8217;Alsace. Im Mai 1673 traf Ludwig XIV. in Breisach mit Maria Theresia zusammen. Abt Edmond war dort ebenfalls anwesend, nahm am Gottesdienst teil, sang dabei das Salve Regina und erteilte den k\u00f6niglichen Herrschaften den Segen. Einen ebenso gro\u00dfen Auftritt hatte er in Basel, als er dort am Sonntag nach Himmelfahrt<\/p>\n<p>vor katholischen Soldaten der Eidgenossenschaft, die in Basel zur Verteidigung gegen Turenne lagen, eine Messe las. Dies war seit der Reformation in Basel 1529 nicht mehr geschehen. 1675 wurde Kloster L\u00fctzel von Truppen des franz\u00f6sischen Kavalleriegenerals Joseph de Pons-Guimera Baron de Montclair \u00fcberfallen, wobei diese weder die an der Abtei angebrachten Wappen des K\u00f6nigs noch die von Turenne beachteten.<\/p>\n<p>Schon die Wahl von Abt Edmond war ja von Differenzen gepr\u00e4gt. Diese konnte er in seiner Regierungszeit nicht ausr\u00e4umen. Der Generalvikar, das war jetzt seit 5. Juli 1677&nbsp; Abt Nikolaus G\u00f6ldlin vom Kloster&nbsp; Wettingen, dr\u00e4ngte ihn zum R\u00fccktritt. Am 31. Januar 1677 resignierte er. Er starb noch im selben Jahr. Sein Nachfolger wurde Pierre Tanner. Er ist am 2. Aug. 1634 Colmar geboren. 1655 trat er in das Kloster L\u00fctzel ein. Am 2. Februar 1656 legte er unter Abt Bernardin seine Profess ab.In Dole und Dijon studierte er Theologie und Philsophie. 1660 wurde er zum Priester geweiht. In L\u00fctzel war er zun\u00e4chst Cellerar, sp\u00e4ter Prior. Von 1673 bis 1677 war er Prior in Blotzheim, dann in Saint-Apollinaire. Er schloss sich der Oppositionspartei, die sich gegen Abt Edmond gebildet hatte,an. Nach einigen Intrigen gegen Abt Edmond wurde er am 1. Februar 1677&nbsp; zum Abt gew\u00e4hlt und am n\u00e4chsten Tag&nbsp; geweiht. Abt Pierre plante und unternahm in seiner Regierungszeit gravierende Ver\u00e4nderungen f\u00fcr sein Kloster, die sp\u00e4ter im Konvent auch zu Zwistigkeiten f\u00fchrten. Im 17. Jahrhundert wurde im Kloster mit der Industrialisierung begonnen. Schon unter Abt Bernardin lie\u00dfen sich auf dessen Betreiben Glasmacher in St. Peter nieder. 1681 hatte die Abtei ein k\u00f6nigliches Patent f\u00fcr eine Eisenh\u00fctte erhalten. Davon wurde eine auf els\u00e4ssischer auf dem Weg nach L\u00f6wenburg betrieben, eine zweite in Winckel. Das zum Betrieb notwendige Erz sollte auf der f\u00fcrstbisch\u00f6flicher Seite gewonnen werden. Damit geriet die Abtei in Konflikt mit dem F\u00fcrstbischof, denn dieser betrachtete den Bergbau als Teil seiner Landeshoheit. Er lie\u00df die Bergleute, die f\u00fcr das Kloster arbeiteten, vertreiben und die Arbeiten einstellen. Der Konflikt weitete sich noch st\u00e4rker aus, denn das F\u00fcrstbistum hatte die Hilfe der mit ihm verb\u00fcndeten katholischen Orte der Eidgenossenschaft angefordert. Frankreich akzeptierte nun die Rechte des F\u00fcrstbischofs und die Eisenh\u00fctten konnten den Betrieb aufnehmen. Weitere Probleme tauchten auf, denn f\u00fcr die Eisenverarbeitungen waren Waldrodungen zur Gewinnung von Brennholz n\u00f6tig. Dagegen wurden Prozesse gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Schon 1682 hatte Abt Pierre einen Klosterneubau&nbsp; geplant. Er sollte die nach dem Krieg nur notd\u00fcrftig wiederhergestellten Konventsbauten ersetzen. 1685 verdingte er dazu Etienne Avogadio aus Breisach. Dieser stammte wahrscheinlich aus Savoyen \u00dcber ihn ist nichts weiter bekannt. M\u00f6glicherweise war er&nbsp; unter Vauban am Festungsbau von Neuf-Brisach beteiligt. Aber es kam schnell zu einem Zerw\u00fcrfnis zwischen Abt und Baumeister, das nicht mehr g\u00fctlich zu regeln war. Es folgte ein langer Prozess, dessen Ende beide Kontrahenten nicht mehr erlebten. Der Bau kam \u00fcber die Fundamente nicht mehr hinaus und wurde erst von Abt Pierres Nachfolger beendet werden, nachdem die Erben von Etienne Avogadio&nbsp; 1704 abgefunden wurden. Die Abtei musste 11 200 Livres bezahlen, das entspricht 5.500 Gulden. Diese hohe Summe erkl\u00e4rt sich wohl nur mit bereits weitgehend begonnenen Bauarbeiten. 1687 kaufte er einen Wald in Nonnenbruch im Bann Wittelheim. Auf den erh\u00f6hten Brennholzbedarf der Abtei wurde ja bereits hingewiesen.<br \/>1690 lie\u00df er die St.-Peters-M\u00fchle (Neum\u00fchle) an der Einm\u00fcndung des B\u00f6senbach in den Fluss L\u00fctzel erbauen. Eine weitere M\u00fchle&nbsp; wurde in St. Appolinaire errichtet, die der Propstei auch als Speicher diente. Au\u00dferdem gr\u00fcndete er mehrere H\u00f6fe. <\/p>\n<p>In der Abtei waren nun verschiedene Handwerksbetriebe wie Glaserei, Ziegelei, Schmiede-Giesserei sowie eine Gerberei,ans\u00e4ssig, deren Produkte weitherum bekannt waren. <\/p>\n<p>1699 wurde die Abtei wieder von einem Ungl\u00fcck betroffen. Die Abtei samt Bibliothek und auch kostbare Ornate wurden ein Raub der Flammen. Bei dem Brand kam auch ein Laienbruder zu Tode. Da die Abtei nun unbewohnbar war, mussten Abt und Konvent ins Priorat Blotzheim ausweichen. Dort verstarb Abt Pierre&nbsp; am 14. M\u00e4rz 1702. In der Kapelle des Priorats wurde er begraben. Nach dem Tod des Abtes zeigte sich, dass Frankreich sich vermehrt in die Belange der ehemals deutschen Abteien auf nun franz\u00f6sischem Hoheitsgebiet einmischte. Nicht genehme \u00c4bte wurden einfach ab gelehnt. So blieb die Abtei L\u00fctzel 10 Monate ohne Abt.&nbsp; Antoine Reynold war nun ein Kandidat, der dem franz\u00f6sischen K\u00f6nig genehm war. Er war in das Zisterzienserkloster Hauterive eingetreten. <\/p>\n<p>In Hauterive hatten die Stadt und der Rat Fribourg einen starken Einfluss. Am 4. November 1700 wurde Antoine Reynold dort gegen den Widerstand des Rats der Stadt Fribourg zum Abt gew\u00e4hlt. Er war Sohn Sohn des Grossrats und franz\u00f6sischen Brigadekommandanten Jean-Antoine de Reynold (1611\u20131684). Sein Bruder Franz war Generalleutnant im franz\u00f6sischen Heer, Ritter der k\u00f6niglichen Orden und Generaloberst der Schweizer und B\u00fcndner Truppen. Der Vorbehalt der Stadt Fribourg gegen Abt<\/p>\n<p>Antoine lag wohl haupts\u00e4chlich in der N\u00e4he der Familie zum franz\u00f6sischen K\u00f6nigshof. Er war zwar am 28. Juni 1701 von Papst Clemens XI. best\u00e4tigt und am 2. Oktober 1701 von Nuntius Piazza in der Kirche des Zisterzienserinnenklosters Rathausen zum Abt geweiht worden. Die Stadt Freiburg erkannte&nbsp; aber seine Wahl nicht an. Am 8. Februar 1703 suspendierte sie ihn erneut von der Amtsaus\u00fcbung. Kurz nach seiner Wahl war er vom Generalabt von Citeaux Nicolas III. Larcher ( 1692\u20131712) zum Generalvikar der Ordensprovinz Schweiz-Elsass-Breisgau bestellt worden. In dieser Eigenschaft leitete er am 28. M\u00e4rz 1703 die Neuwahl des Abtes f\u00fcr den immer noch offenen Stuhl in L\u00fctzel. Mit Unterst\u00fctzung seines Bruders Franz und des F\u00fcrstbischofs von Basel Wilhelm Jakob Rinck von Baldenstein (1693- 1705) wurde Antoine gegen den vom Konvent favorisierten Kandidaten den Prokurator L\u00e9on de la Br\u00e8che zum Abt gew\u00e4hlt. Dieser&nbsp; war dem K\u00f6nig nicht genehm. Was ihm in Fribourg zum Nachteil gereicht hatte,&nbsp; half ihm nun in L\u00fctzel.<\/p>\n<p>Ludwig XIV. best\u00e4tigte ihn 7. April 1703.&nbsp; Gleichzeitig belastete er die Abtei mit j\u00e4hrlichen 3.000 Gulden zur Versorgung des K\u00f6lner und Stra\u00dfburger Kanonikers Ernst von Manderscheid. Da dieser erst 1721 starb, hatte sie die Pensionskosten immerhin 18 Jahre zu tragen.<\/p>\n<p>Abt Antoine nahm aber gleich seine Aufgaben in Angriff. Die Kirche hatte den Brand 1699 zwar \u00fcberstanden, war aber stark verrusst. Nach deren Wiederherstellung folgte der Neubau des Konventsgeb\u00e4udes, den Abt Pierre begonnen hatte nach den Pl\u00e4nen des damaligen Baumeisters Etienne Avogadio. Verantwortlich waren jetzt Mathis Reitemann und Bernard Reinel aus Colmar. Es entstand eine dreigeschossige Fl\u00fcgelanlage. Der S\u00fcdfl\u00fcgel ist \u00fcber 100 Meter lang. Die Fertigstellung erlebte Abt Antoine nicht mehr, denn er starb schon&nbsp; am 17. M\u00e4rz 1708 nach f\u00fcnfj\u00e4hriger Regierungszeit etwa 64 Jahre alt. Abt Antoine reorganisierte die Kloster\u00f6konomie, war ein guter Haush\u00e4lter und konnte alle Schulden wieder abtragen, die sein Vorg\u00e4nger gemacht hatte. Auch konnte er alle Prozesse beenden, die sein Vorg\u00e4nger gef\u00fchrt hatte, die meisten auf Vergleichsbasis. Er verbesserte die Ordensdisziplin und die innere Ordnung des Konvents.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"Lucelle1776-2\" src=\"https:\/\/www.sueddeutscher-barock.ch\/Bilder_jpg\/grafik\/l\/Lucelle_1776-2.jpg\" width=\"258\" height=\"193\"><\/p>\n<p>Auch die Nachfolge von Abt Antoine verlief nicht ohne Machdemonstration Ludwigs XIV. Er wollte L\u00fctzel aus dem Einflussbereich des F\u00fcrstbistums Basels und der schweizerisch-els\u00e4ssisch-breisgauischen Zisterzienserprovinz l\u00f6sen. Wie schon vor&nbsp; 5 Jahren w\u00e4hlte der Konvent wieder den Prokurator L\u00e9on de la Br\u00e8che . Und wieder versagte der K\u00f6nig die Anerkennung der Wahl sofort. Nach 8 Monaten wurde eine neue Wahl angesetzt. Allerdings durften&nbsp; M\u00f6nche aus dem F\u00fcrstbistum Basel und aus der Eidgenossenschaft nicht mehr teilnehmen. Am 20. November 1708 wurde Nicolas Delfils zum 44sten Abt von L\u00fctzel gew\u00e4hlt. Bei seiner Wahl war er erst 25 Jahre alt. Geboren wurde er am 11. Februar 1683 als Jean Nicolas in Vaufrey in der Franche Comt\u00e9. Er studierte am Jesuitenkolleg von Pruntrut . 1703 trat er ins Kloster L\u00fctzel ein und legte dort 1704 seine Profess ab. Er f\u00fchrte jetzt nur noch den Namen Nicolas. Er baute auf dem begonnenen Reformkurs seines Vorg\u00e4ngers zur St\u00e4rkung der Abtei auf. Er f\u00f6rderte die internen Studien im Kloster. Zum Unterricht holte er Professoren aus Tochterabteien, die dann in L\u00fctzel lehrten. Bis 1721 lehrte in L\u00fctzel Robert Balthasar als Professor f\u00fcr Theologie, der 1726 Abt von St.Urban wurde. Bis 1728 ist dies Raphael K\u00f6ndig aus Salem. Er war Professor der Theologie und des kanonischen Rechts. Im Totenbuch der Abtei Salem steht \u00fcber ihn, dass \u201cer in allem,was man wissen muss, ein sehr ber\u00fchmt\u201d&nbsp; (in omni scibili clarissimus) war (in Zeitschrift f\u00fcr den Oberrhein Neue Folge Bd. 14 S. 374)<\/p>\n<p>Seine Reformbem\u00fchungen werden von den Konventsmitgliedern unterst\u00fctzt, auch von dem unterlegenen Kandidaten. Der Konvent wuchs und stieg von 40 auf 55 Mitglieder. Zwar war die Abtei nun unter franz\u00f6sischer Herrschaft, blieb aber auf den s\u00fcddeutschen Raum orientiert, was sich auch an den Neuzug\u00e4ngen zeigte. Viele&nbsp; stammten aus dem Gebiet des F\u00fcrstbistums Basel. Auch der franz\u00f6sische K\u00f6nig konnte die Bindungen noch nicht kappen. Abt Nicolas wurde 1728 Generalvikar der schweizerisch-els\u00e4ssisch-breisgauischen Zisterzienserprovinz . Als Generalvikar reiste er 1738 ans Generalkapitel in C\u00eeteaux. Nicht nur f\u00fcr den Konvent war seine Regierungszeit fruchtbar. Er zeichnete sich auch als Bauabt aus. Zwar hatte sein Vorg\u00e4nger den Klosterneubau begonnen und auch die Kirche wieder hergestellt. Aber ihre Neuaustattung ist das Verdienst von Abt Nicolas. Dazu wurden K\u00fcnstler des s\u00fcddeutschen Barock herangezogen. Mit Judas Thadd\u00e4us Sichelbein (1684\u20131758) der Fassmaler und Altarbauer war, arbeitete ein K\u00fcnstler aus Wangen. Sechs Alt\u00e4re, das Chorgest\u00fchl, das Chorgitter und die grosse Orgel mit 40 Registern werden zwischen 1712 und 1728 erstellt. Au\u00dferdem legte er \u00f6stlich der Abtei einen Barockgarten an.<\/p>\n<p>Seine Regierungszeit kann als die gl\u00fccklichste Zeit f\u00fcr die Abtei angesehen werden. Er starb am 6. November 1751 starb mit 68 Jahren, nachdem er 43 Jahre regiert hatte.<\/p>\n<p>1746 wurde Gr\u00e9goire Girardin zum Koadjutor f\u00fcr Abt Nicolas gew\u00e4hlt. Abt Nicolas hatte Pater Gr\u00e9goire daf\u00fcr bestimmt, damit er ihn von den Amtsgesch\u00e4ften entlaste.<\/p>\n<p>Gr\u00e9goire Girardin&nbsp; ist 24. Feb. 1709 in Delle geboren. 1726 wurde er Novize in L\u00fctzel. Im Kloster Salem hatte er Theologie studiert.1733 wurde er zum Priester geweiht. In L\u00fctzel war er zun\u00e4chst Archivar und von 1735 bis 1740 gleichzeitig Seelsorger in Winkel im Sundgau. 1740 wurde er Novizenmeister, 1741 Cellerar und 1741 Rektor in Blotzheim, wo L\u00fctzel ein Priorat hatte. Wie vorher angemerkt wurde er 1746 Koadjutor von Abt Nicolas. 175 wurde er dessen Nachfolger. Auch er wurde wie die meisten seiner Vorg\u00e4nger Generalvikar der schweizerisch-els\u00e4ssisch-breisgauischen Zisterzienserprovinz . Mit franz\u00f6sischer Vermittlung konnte Abt Gregoire 1778 einen Vertrag mit dem F\u00fcrstbistum Basel abschlie\u00dfen, in dem die Abtei die f\u00fcrstbisch\u00f6fliche Landesherrschaft in L\u00f6wenburg anerkannte. Im Gegenzug wurden Kloster L\u00fctzel wirtschaftliche Privilegien einger\u00e4umt. Damit wurden Jahrhunderte alte Unstimmigkeiten beigelegt. Eine letzte aussenpolitische Aktion des Klosters war die letzte Erneuerung des St\u00e4dtebundes zwischen Basel und L\u00fcttich. 781 erhielt Abt Gr\u00e9goire mit Benoit Noblat einen Koadjutor zur Seite gestellt.<\/p>\n<p>Mit dem Sturm auf die Bastille brach am 14. Juli 1789 in Frankreich die Revolution aus. Ende Oktober 1789 hob die Assembl\u00e9e Constituante in Paris die Ablegung der kl\u00f6sterlichen Gel\u00fcbde auf. Mit dem Dekret vom 2. November 1789 wurden auch die Besitzt\u00fcmer der Abtei L\u00fctzel beschlagnahmt und zu nationalem Eigentum erkl\u00e4rt. Am 7. April 1790 wurde die Abtei durch den franz\u00f6sischen Staat s\u00e4kularisiert. Dieses Ereignis \u00fcberlebte Abt Gr\u00e9goire um 2 Tage. Er starb am 9. April 1790 in L\u00fctzel. Zwei Tage nach dem Tod seines Vorg\u00e4ngers wurde&nbsp; Beno\u00eet Noblat als Abt eingesetzt. Er wurde am 28. April von Abt Ambros Glutz vom Kloster St. Urban geweiht.Am 15. Mai 1790 wurde ein Verzeichnis der beschlagnahmten G\u00fcter erstellt. Abt Beno\u00eet&nbsp; konnte das Kloster eigentlich nur noch abwickeln. 1791 wurden die fr\u00fcheren Besitzt\u00fcmer des Klosters vom Staat verkauft. Das Kloster wurde im Herbst 1792 geschlossen und am 2. Oktober 1792 mussten der Abt und die letzte M\u00f6nche Kloster L\u00fctzel verlassen.<\/p>\n<p>Damit endeten fast 670 Jahre&nbsp; Geschichte einer der bedeutendsten Zisterzienserabteien im oberdeutschen Sprachraum.<\/p>\n<p>Abt Beno\u00eet ging zun\u00e4chst nach St. Urban, dann noch Koster Salem und zuletzt Courtavon zu seiner Familie. Dort starb er am 7. Dezember 1802. Auf dem dortigen Gemeindefriedhof ist er beigesetzt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Die ehemalige Zisterzienserabtei L\u00fctzel direkt an der&nbsp; Grenze zwischen Frankreich und der Schweiz D\u00e9partement Haut-Rhin und Kanton Jura ist charakterisiert durch eine absolute Grenzlage in mehrfacher Hinsicht. In geographischer Sicht ist das Juragebirge an der Grenze zum Oberrheingraben. Es liegt nur wenige Meter unterhalb der Wasserscheide Rhone-Rhein. 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