{"id":3110,"date":"2018-11-10T16:18:47","date_gmt":"2018-11-10T16:18:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=3110"},"modified":"2018-12-28T20:02:52","modified_gmt":"2018-12-28T20:02:52","slug":"prmonstratenserkloster-weissenau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=3110","title":{"rendered":"Pr&auml;monstratenserabtei Weissenau"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp; <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/clip_image001-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"clip_image001\" style=\"border-left-width: 0px; border-right-width: 0px; background-image: none; border-bottom-width: 0px; padding-top: 0px; padding-left: 0px; margin: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-top-width: 0px\" border=\"0\" alt=\"clip_image001\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/clip_image001_thumb-1.jpg\" width=\"244\" height=\"189\"><\/a>  <\/p>\n<p>Gebizo von Ravensburg, der sich selbst all Ministerial Herzogs Welf bezeichnet und Burgvogt auf Neuravensburg war, stiftet in der kleinen Hube Au in der Schusseniederung Au ein Kloster. Sein Vater war Hermann der Reiche und seine Schwester Luitgard. Das Kloster wurde auch Minderau genannt, zur Unterscheidung des Klosters in der Au bei Bregenz Mehrerau. Da die Pr\u00e4monstratenser ein wei\u00dfes Ordensgewand trugen, b\u00fcrgerte sich bald der Name Weissenau ein. Der Stiftungskonvent kam aus Rot an der Rot. Das von einem Propst geleitet Stift war ein Doppelkloster. Zwar starb der Stifter schon 1153 als noch nicht die gesamte vorgesehene Ausstattung \u00fcbertragen war. Er war bei Streitigkeiten der Marktleute auf dem Markt von Ravensburg von einem Bauern erstochen, als er schlichten wollte. Der 1. Propst war Hermann I.Unter ihm begann man 1156 mit dem Bau der Klosteranlage und am 12. September&nbsp; 1172 konnte die Kirche St. Maria und Peter vom Konstanzer Bischof Otto II. (1165-1174) geweiht werden.Der von Weisenau abh\u00e4ngige Frauenkonvent wurde in Maisental errichtet und blieb dort bis ins 14. Jahrhundert bestehen. Maisental entstand rund 500 m vom urspr\u00fcnglichen Doppelkloster entfernt. Seine Kirche konnte fr\u00fcher fertig gestellt werden und wurde wurde am 7. November 1166 Maria und Nikolaus geweiht. Auch das M\u00e4nnerkloster entwickelte sich rasch. Am 1. November 1164 stellte Friedrich I. eine Urkunde f\u00fcr das Kloster aus. \u201c Kaiser Friedrich (I.) nimmt das Kloster Wei\u00dfenau mit genannten Besitzungen in seinen unmittelbaren und ausschlie\u00dflichen Schutz und verleiht demselben einige weitere ausgedr\u00fcckte Beg\u00fcnstigungen.\u201d (WUB Band II., Nr. 383, Seite 147-148)  <\/p>\n<p>Das Kloster wuchs rasch weiter und konnte schon 1183 den Gr\u00fcndungskonvent f\u00fcr Schussenried abgeben. Um 1200 z\u00e4hlte es 24 Chorherren und 60 Laienbr\u00fcder. Am 31. M\u00e4rz 1219 stellte Papst Honorius III. (1216-1227) eine Urkunde f\u00fcr das Stift aus.  <\/p>\n<p>\u201cPapst Honorius III. nimmt das Kloster Wei\u00dfenau in seinen Schutz, best\u00e4tigt seine Einrichtungen und Besitzungen, darunter eine Reihe namentlich bezeichneter, und verleiht ihm verschiedene ausgedr\u00fcckte Beg\u00fcnstigungen.\u201d&nbsp; (WUB 143 Band III., Nr. 614, Seite 77-80)Unter Besitzungen ist ein Weinberg und ein Haus in \u00dcberlingen angef\u00fchrt. Ob das bereits ein Stadthof ist, l\u00e4sst sich aus der Papsturkunde nicht ersehen. Die Papsturkunde von 1262 listet auch H\u00e4user in Buchhorn und Lindau auf. In diesen drei Reichsst\u00e4dten hatte Weissenau jeweils einen Stadthof \u00fcber die das Kloster seine landwirtschaftlichen \u00dcbersch\u00fcsse absetzte, die auf selbst bewirtschafteten Grangien erzielt wurden (WUB 52 Band VI., Nr. 1650, Seite 50-52).  <\/p>\n<p>Der Pr\u00e4monstratenserorden war immer enger als andere Orden mit seiner jeweiligen Di\u00f6zese verbunden, was auch mit seiner Eigenart als Priesterorden erkl\u00e4rt wird. Auch die Zugest\u00e4ndnisse an Bisch\u00f6fe waren eine Eigenart der Pr\u00e4monstratenser. In den Conseutudines, die 1236 zum wiederholten male revidiert wurden, wurden den Bisch\u00f6fen gro\u00dfe Rechte in den inneren Angelegenheiten des Ordens einger\u00e4umt. Auch in Bezug auf die Filiationen war die Einflussnahme der Bisch\u00f6fe sehr ausgepr\u00e4gt.  <\/p>\n<p>Das zeigte sich zum Beispiel bei der Zuweisung von R\u00fcti. 1230 erhielt es das Pr\u00e4monstratenserstift R\u00fcti am Z\u00fcrcher See als Tochter zugewiesen. R\u00fcti wurde vom Stift Churwalden getrennt und der Konstanze Bischof Konrad von Tegerfelden (1209-1233) wies es dem Kloster Weissenau als Tochter zu. R\u00fcti war von Liutuld von Regensberg gestiftet worden. die Regensberger sind ein bedeutendes Schweizer Adelsgeschlecht und sie bedachten das Kloster mit gro\u00dfz\u00fcgigen Spenden. Schon als es Weissenau zugewiesen wurde, war es ein sehr wohlhabendes Kloster.  <\/p>\n<p>1257 wurde Weissenau vom Generalkapitel zur Abtei erhoben, was auch auf die wirtschaftliche St\u00e4rke der bisherigen Propste schlie\u00dfen l\u00e4sst. Heinrich I. wurde der erste Weissenauer Abt (1257-1266).Mitte des 13. Jahrhunderts war Weissenau eines der reichsten Kl\u00f6ster Schwabens geworden. Das Stift hatte als Mitgift eintretender M\u00e4nner und Frauen zahlreiche Besitzungen erhalten.Der Wohlstand des Klosters l\u00e4sst sich auch am Kreuzzugszehnten von 1275&nbsp; ablesen. Demnach musste in Zehnt auf die Einnahmen nach Selbsteinsch\u00e4tzung gezahlt werden, das waren bei Weissenau 16 Mark Silber. Abgedruckt im Liber decimationis cleri Constanciensispto papa de anno 1275, Freiburger Di\u00f6zesanarchiv, Bd 1-2 Freiburg 1865, S. 131.&nbsp; Nach der Bl\u00fcte in der Stauferzeit setzte mit dem Interregnum ein wirtschaftlicher Niedergang ein, versch\u00e4rft durch Raub und Pl\u00fcnderungen und Zerst\u00f6rungen. Der Mangel an Bargeld zwang ab 1266 das Kloster zum Verkauf zahlreicher Lehensg\u00fcter und der Aufgabe mehrerer Eigenbetriebe. Als mit Rudolf von Habsburg wieder ein K\u00f6nig auftrat, wurde mit dem Eingreifen des K\u00f6nigs gegen den schw\u00e4bischen Adel der Talfahrt ein Ende gesetzt. 1283 schenkte Rudolf dem Stift eine Heilig Blut Reliquie, was die wirtschaftliche Lage weiter verbesserte. \u201cschenkt (anno 1283) dem sehr verarmten Kloster Weissenau bei Ravensburg auf bitten des abtes pretiosissimum suum Argentinae acceptum thesaurum sanctissimum Christi Jesu cruorem in pulcro clinodio cum appensis annulis candidis candidissimis patriarchae Norberti\u201d (RI VI, n.1757 a)Der Abt, der sich das Geschenk von Kaiser Rudolf erbat, war Heinrich von Ankenreute (1279-1284) Das Kloster wurde zum Wallfahrtsort. Es konnte einen Teil der verlorengegangenen Besitzungen zur\u00fcckgewinnen, die alte Wirtschaftskraft aber nicht mehr erreichen, zumal der R\u00fcckgang der Laienbr\u00fcder das Kloster zur Verleihung der Gutsh\u00f6fe an Bauern zwang.  <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/clip_image002-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"clip_image002\" style=\"border-left-width: 0px; border-right-width: 0px; background-image: none; border-bottom-width: 0px; padding-top: 0px; padding-left: 0px; margin: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-top-width: 0px\" border=\"0\" alt=\"clip_image002\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/clip_image002_thumb-1.jpg\" width=\"244\" height=\"221\"><\/a>  <\/p>\n<p>Die Verleihung war 1335 abgeschlossen. Die Eigenwirtschaft wurde bis 1803 nur in unmittelbarer Umgebung des Klosters beibehalten.Nun wurde auch in Weissenau ein neuer Schwerpunkt gesetzt, n\u00e4mlich die Seelsorge. Damit vollzog Weissenau aber nur eine Entwicklung, in der sich der Pr\u00e4monstartenserorden seit seinen Anf\u00e4ngen befand. Chorherren waren prim\u00e4r Geistliche. Sie empfingen geistliche Weihen, waren aber eben auch zum Dienst in der Gemeinde bestimmt. Sie lebten zwar in einer kl\u00f6sterlichen Gemeinschaft zusammen, wirkten aber in Offenheit zur gesamten Gemeinde und damit zur Welt hin.  <\/p>\n<p>1286 beauftragte Kaiser Rudolf \u201cdie br\u00fcder Ulrich und Marquard von Schellenberg, die g\u00fcter welche das von ihm in schutz genommene kloster Weissenau in Isenbach und Manzell besitzt, vor gewaltth\u00e4tigen angriffen zu sch\u00fctzen. \u201c RI VI, 1 N.2033)  <\/p>\n<p>Am 12. M\u00e4rz 1373 kaufte das Kloster Weissenau den Kirchensatz in Ummendorf, Besitzungen in Rottum und Ehrensberg sowie den Burgstall in Ummendorf \u201cmit all seiner Zugeh\u00f6rdt\u201d von Ulrich von Schellenberg f\u00fcr 2500 Pfund Heller. 1376 wurde die Pfarrei Ummendorf durch eine Bulle Papst Gregors XI.dem Kloster Weissenau inkorporiert. Das Kloster stockte nun seinen Besitz in Ummendorf auf und kaufte einen Hof um den anderen. Zuletzt erwarb es 1440 ebenfalls um f\u00fcr 2500 Pfund auch die H\u00f6fe und G\u00fcter der Herren von Essendorf. Jetzt ist praktisch ganz Ummendorf im Besitz von Weissenau.  <\/p>\n<p>1488 kam es im Klostergebiet von Weissenau zu ersten lokalen Unruhen.Ein Vertrag zwischen Abt Johannes (1483-1495)und Bauern wurde geschlossen. Es ging um die Rechtsform der G\u00fcter, um das Erbrecht der Bauern und ihre Verlassenschaft, das sind alle Rechte und Verbindlichkeiten des Verstorbenen,&nbsp; die im Wege der Gesamtrechtsnachfolge auf den Erben \u00fcbergehen und schlie\u00dflich um die pers\u00f6nliche Rechtsstellung, also Leibeigenschaft. Die Vertragspartei der Bauern waren in Weissenau \u201cdes Gottshaus aigenen Leuthen, Mannen, Frawen, Knaben und T\u00f6chtern, allen gemainlich die denne unn\u00df unndt unserem Gottshaus mit aigenschafft zugeh\u00f6ren\u201d (zitiert bei Peter Blickle, Grundherschaft und Agrarverfassungsvertrag, als pdf unter  <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/journals.ub.uni-heidelberg.de\/index.php\/vuf\/article\/viewFile\/16421\/10268\"><i>https:\/\/journals.ub.uni-heidelberg.de\/index.php\/vuf\/article\/viewFile\/16421\/10268<\/i><\/a><i> Seite 245) <\/i> <\/p>\n<p>&nbsp; In Weissenau wurde der einzige von 15 Vertr\u00e4gen zwischen Herrschaft und Bauernschaft ohne Vermittlung Dritter geschlossen. Der Vertrag zeigte, dass das Kloster im Zugzwang war. Die St\u00e4dte waren durch die Bev\u00f6lkerungsverluste durch die Pest f\u00fcr die Landbev\u00f6lkerung attraktiv geworden und der Wegzug der Bauern war mit dem Verlust der wirtschaftlichen Grundlage der Herrschaft verbunden. Wegzugsverbot bzw. das Verbot der Unterstellung unter eine fremde Herrschaft ebenso wie die Bestrafung \u201cungeno\u00dfsamer Ehen\u201d sollten das Problem f\u00fcr die Herrschaften mildern.  <\/p>\n<p>Am Vorabend des Bauernkrieges f\u00fchlten sich die Untertanen unter der Klosterherrschaft durchaus wohl, vor allem wenn sie ihre Situation mit den benachbarten Gebieten verglichen. Ihre G\u00fcter wurden als Fallehen vom Kloster auf Lebenszeit verliehen.  <\/p>\n<p>In der Herrschaft Salem wurden sie als Handlehen jeweils nur f\u00fcr ein Jahr vergeben. Allerdings gab es eine Reihe von Ver\u00e4nderungen, die in der Gesamtheit schlie\u00dflich zum Gro\u00dfen Bauernkrieg f\u00fchrten. Nach der Pestwelle nahm das Bev\u00f6lkerungswachstum wieder stark zu. Die daraus resultierende Landknappheit f\u00fchrte dazu, dass immer mehr Menschen von den Ertr\u00e4gen eines Hofes leben mussten. Grundherren erh\u00f6hten die Abgaben, was die Lasten ebenfalls steigerten. Im Jahre 1489 kam die \u201cGro\u00dfe Teuerung\u201d. Die Getreidepreise explodierten geradezu und stiegen zum Teil um das F\u00fcnffache. Ein anderer Faktor war die Reformation. Die Bibel war zum Ma\u00dfstab f\u00fcr Glaube und Kirche gemacht worden. Am \u201cg\u00f6ttlichen Recht\u201d sollten nun die konkreten Lebensumst\u00e4nde der Menschen gemessen werden. Gegen 1500 gab es in S\u00fcddeutschland immer mehr Konflikte. Im Allg\u00e4u gab es Probleme der Kemptener Bauern mit dem Abt. Am Oberrhein waren es die Bundschuhverschw\u00f6rungen. Schwierigkeiten gab es auch im Herrschaftsbereich von Kloster Salem, wo sich Gemeinden z. B. Bermatingen gegen die Ausweitung und Intensivierung herrschaftlicher Rechte wehrten. 1514 war es der \u201cArme Konrad\u201d&nbsp; im Herzogtum W\u00fcrttemberg um Schorndorf. Im Zuge der Reformation kam es ab 1524 immer mehr zu Zehntverweigerungen. Mitte Februar 1524 befand sich bereits das ganze Allg\u00e4u im Aufstand. Auch in Oberschwaben breiteten sich die Unruhen aus. Beg\u00fcnstigt wurde das durch die milit\u00e4rische Schw\u00e4che der Herrschaften. Das kaiserliche Heer k\u00e4mpfte in Italien gegen den franz\u00f6sischen K\u00f6nig und ein zweites Heer in Oberdeutschland konnte so schnell nicht aufgestellt werden. Die Niederlage der Franzosen bei Pavia am 24. Februar erm\u00f6glichte dann im Fr\u00fchjahr die R\u00fcckkehr der dort gebunden Kr\u00e4fte, die<br \/>sofort gegen die Bauern eingesetzt wurden. Schon im Januar und Februar bereiteten sich die Herrschaften in Oberschwaben auf einen Aufstand vor. Die Reichsstadt Ravensburg \u00fcberpr\u00fcfte ihre Gesch\u00fctze und sammelte Proviant. Die Kl\u00f6ster Weingarten und Weissenau brachten ihre Wertsachen und Urkunden nach&nbsp; Ravensburg, weil sie dort sicherer waren. Binnen kurzer Zeit schlossen sich&nbsp; die Untertanen der Kl\u00f6ster Weissenau und Weingarten, der Reichsstadt Ravensburg und der \u00f6sterreichischen Landvogtei zusammen und bildeten einen eigenen gro\u00dfen Abteilungshaufen im Seehaufen.  <\/p>\n<p>In der Herrschaft des Klosters Weissenau lebte Stefan Rahl, P\u00e4chter auf dem Hof Herbisreute. Er war einer der verm\u00f6gendsten&nbsp; Untertanen Weissenaus und wohl auch ein&nbsp; sehr guter Redner. Er wurde zum Anf\u00fchrer der Bauern aus dem Weissenauer Klostergebiet. Er zog&nbsp; mit seinem Bauernhaufen vor das Kloster und forderte den Abt Jacob Murer (1523-1533) auf, sich der Reformation anzuschlie\u00dfen. Das Kloster wurde gepl\u00fcndert und zerst\u00f6rt, was Murer in seiner illustrierten Chronik des Bauernkriegs eindringlich schilderte. Die M\u00f6nche hatten sich nach ravensburg gefl\u00fcchtet. \u00dcber Rahl schrieb Murer \u201cWas er redete gefiel den Bauern, hielten ihn f\u00fcr einen Herrgott\u201d&nbsp; <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/clip_image003-1.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"clip_image003\" style=\"border-left-width: 0px; border-right-width: 0px; background-image: none; border-bottom-width: 0px; padding-top: 0px; padding-left: 0px; margin: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-top-width: 0px\" border=\"0\" alt=\"clip_image003\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/clip_image003_thumb-1.gif\" width=\"240\" height=\"170\"><\/a>  <\/p>\n<p>Kurz nach der Pl\u00fcnderung Weissenaus wurde in Weingarten zwischen den aufst\u00e4ndischen Bauern \u201cder Weingartener Vertrag\u201d zwischen dem Heerf\u00fchrer des Schw\u00e4bischen Bundes Georg III. Truchse\u00df von Waldburg-Zeil und den Hauptleuten des Seehaufens geschlossen wurde.Dieser Vertrag machte dem \u201cBauernj\u00f6rg\u201d den R\u00fccken frei. Er konnte sein Heer aufstocken und dann gegen die anderen Bauernhaufen ziehen und diese nacheinander besiegen. Stefan Rahl \u00fcberlebte den Bauernkrieg. Allerdings wurde sein Hof an Ostern 1525 niedergebrannt. Dabei kam eines seiner Kinder ums Leben.  <\/p>\n<p>Die oberschw\u00e4bischen Reichsst\u00e4dte waren mittlerweile evangelisch geworden, Ravensburg als eine der letzten erst 1545. Zur politischen Absicherung schloss sich die Stadt 1546 dem schmalkaldischen Bund an. Im Juni 1546 er\u00f6ffnete Kaiser Karl den Krieg gegen den evangelischen St\u00e4dte. In Oberschwaben waren die Truppen des Schmalkaldischen Bundes zun\u00e4chst sehr erfolgreich. Neben Kempten und Ottobeuren besetzten sie die Kl\u00f6ster Gutenzell, Heggbach, Weingarten und Wei\u00dfenau. Diese beiden Kl\u00f6ster wurden Ravensburg unterstellt. die Reichsstadt sollte dort die neue Lehre einf\u00fchren. Weissenau sollte 4000 Gulden Schatzung zahlen. Das Kriegsgl\u00fcck wendete sich allerdings sehr rasch. Die s\u00e4chsischen und hessischen Truppen zogen sich nach Norddeutschland zur\u00fcck, den oberschw\u00e4bischen Reichsst\u00e4dten ging das Geld zum Krieg f\u00fchren aus und so mussten sie alle dem Kaiser huldigen. Ravensburg hatte alle Weingarten und Wei\u00dfenau zustehenden Pfarrkirchen mit allen Rechten und Besitzungen zur\u00fcckzugeben.&nbsp; Nach dem Sieg bei M\u00fchlburg im April 1547&nbsp; entzog der Kaiser den Reichsst\u00e4dten die Schirmvogtei \u00fcber die Reichskl\u00f6ster, so Ravensburg f\u00fcr Weissenau \u00fcbereignete sie \u00d6sterreich.  <\/p>\n<p>1554 verkauft das Kloster unter Abt Andreas Rietmann (1554-1557) seine Ummendorfer Besitzungen an den K\u00f6niglichen Rat und Augsburger Patrizier Matthias Manlich f\u00fcr 42.500 Gulden. Das entspricht einer heutigen Kaufkraft von \u00fcber 2&nbsp; Millionen Euro. Anl\u00e4sslich des Verkaufs wird&nbsp; ein genaues&nbsp; Urbar-Register \u00fcber Ummendorf anno 1554&nbsp; erstellt. Es enth\u00e4lt auch eine Aufz\u00e4hlung der zur Herrschaft Ummendorf geh\u00f6renden Leibeigenen. Die Urkunde wurde am 20. Juni 1554 erstellt. F\u00fcr den Verkauf gab es sicher zwei Gr\u00fcnde. Zum einen waren die Pl\u00fcnderungen unter Ludwig dem Bayern noch nicht allzu weit zur\u00fcck. Die Folgen des Bauernkriegs mit&nbsp; Pl\u00fcnderung und Zerst\u00f6rung waren nach kaum 30 Jahren wohl noch kaum bew\u00e4ltigt.&nbsp; Mit dem im Kupferhandel reich gewordenen Kaufmann Matthias Manlich stand auch ein sehr finanzkr\u00e4ftiger Interessent zur Verf\u00fcgung.  <\/p>\n<p>1596 erhielt&nbsp; Abt Christian Hablitzel(1595\u20131599) von Papst Clemens VIII. das Recht, bei der Liturgie eine Mitra zu tragen  <\/p>\n<p>Die Reichsstandschaft der Abtei ist seit dem 15. Jahrhundert gesichert. In den Reichsmatrikeln von 1521 wurde Weissenau mit 2 Pferden, 20 Fu\u00dfsoldaten und dem Betrag von120 Gulden gef\u00fchrt. Das war der Beitrag zur Romzugshilfe.  <\/p>\n<p>Johann Christoph I. H\u00e4rtlin 1616\u20131654 regierte die Abtei w\u00e4hrend des gesamten 30-J\u00e4hrigen Krieges. Lange vor die Kampfhandlungen nach 1630 Oberschwaben erreichten, machte sich der Krieg bemerkbar. Einquartierungen, aber auch Kontributionen, die&nbsp; die kleineren Herrschaften zahlen mussten, waren sp\u00fcrbar. Schwierig wurde die Lage aber erst, als die Schweden 1630 in den Krieg eingriffen und dann auch nach S\u00fcddeutschland vorr\u00fcckten. 1632 sa\u00dfen die Schweden in Ulm und forderten von dort aus Monatssteuern auch von Kloster Weissenau. Der Abt hatte sich nach M\u00fcnsterlingen gefl\u00fcchtet. Der Konvent fl\u00fcchtete insgesamt 4 mal. Abt Johann Christoph kehrte im Oktober 1633 nach Weissenau zur\u00fcck.H\u00e4rter traf es Klosterd\u00f6rfer. 1634 z\u00fcndeten die Schweden Manzell an und bis auf die Kirche brannte das ganze Dorf ab. Der Abzug der Schweden nach der Schlacht von N\u00f6rdlingen schaffte Oberschwaben nun etwas Ruhe. Allerdings war die Pest ausgebrochen und die beiden folgenden Jahre waren die schlimmsten des Krieges. So starben z.B. in Ravensburg t\u00e4glich mehr als 40 Menschen. 1648 wurde schlie\u00dflich nach drei\u00dfig Jahren Krieg der \u201cWestf\u00e4lische Friede\u201d zu M\u00fcnster und Osnabr\u00fcck geschlossen.  <\/p>\n<p>Schon w\u00e4hrende des Krieges hatte Abt Johann Christoph Herdtlin von 1628-31anstelle des&nbsp; mittelalterlichen Altarhauses einen neuen Langchor erstellenlassen. Als Baumeister war der in Eichst\u00e4tt ans\u00e4ssige Misoxer Baumeister Martin Barbieri (1583\u20131633)  <\/p>\n<p>1654 verstarb Abt Johann Christoph, der die Abtei w\u00e4hrend des gesamten Krieges regiert hatte. 6-7mal war das Kloster gepl\u00fcndert worden.Sein Nachfolger wurde Abt Bartholom\u00e4us Eberlin (1654\u20131681). Vorr\u00e4te gab es im Kloster keine mehr. Bargeld war praktisch keines mehr vorhanden, daf\u00fcr eine Schuldenlast von 70.000 Gulden. Das Schw\u00e4bische Reichspr\u00e4latenkollegium, dessen Direktor der Vorg\u00e4nger von Abt Bartholom\u00e4us 34 Jahre lang war, schuldete der Abtei zwar 1700 Gulden. aber da auch die Kassen des Kollegiums leer waren, erhielt der neue Abt nicht mal 600 Gulden. als erum eine schriftliche Bwest\u00e4tigung der Armut und Zahlungsunf\u00e4higkeit des Konvents erbat, erhielt er diese nicht. Die schw\u00e4bische Landvogtei stellte ihm dies aus. Damit ging er nach Innsbruck. Von der dortigen Hofkanzlei bekam er immerhin die Zinsen auf ein Kapital von 5000 Goldgulden, die das Haus Habsburg dem Stift schuldete. Er reiste dann weiter nach Wien. Dort wurden die R\u00fcckst\u00e4nde auf die Reichsmatrikelsteuer, die sich immerhin auf 7000 Gulden beliefen erlassen. Au\u00dferdem wurde der Beitrag von 80 Gulden auf 20 erm\u00e4\u00dfigt. 1654 best\u00e4tigte Kaiser Ferdinand auch s\u00e4mtliche Privilegien, die seine Vorg\u00e4nger dem Stift erteilt hatten. 1657 konnte Abt Bartholm\u00e4us Streitigkeiten mit dem F\u00fcrstbischof von Konstanz beilegen, die \u00fcber Jahre hinweg vieler dem Stift inkorporierten Pfarreien bestanden hatten. Es gab auch langwierige Streitigkeiten mit einem Konventualen Pater Wilhelm Kayser, der bei der Abtwahl von Bartholom\u00e4us unterlegen war. Erst der damalige p\u00e4pstliche Legat in der Schweiz Kardinal Friedrich Borromeo entschied den Streit zugunsten von Abt Bartholom\u00e4us. Positiver Nebeneffekt dieser unsch\u00f6nen Angelegenheit. der Sekret\u00e4r von Friedrich Borromeo, Dr. Felix Paradiso schenkte 1665 dem Stift die Reliquien des Saturnius, was der Wallfahrt weitere Impulse gab. Die Reunionspoltik Ludwigs XIV. sorgte daf\u00fcr, dass die Zeiten nicht ruhig blieben. Es gab immer wieder Einquartierungen und hohe Kontributionen, die sich f\u00fcr Weissenau auf 22867 Gulden beliefen (Zahlen nach Wilhelm Fox: <i>Zur Geschichte der Reichsabtei Wei\u00dfenau<\/i>, in: <i>Schriften des Vereins f\u00fcr Geschichte des Bodensees und seiner Umgebung<\/i>, 43. Jg. 1914, S. 25\u201337 ) Abt Bartholom\u00e4us verstarb 1681 nach 26 Regierungsjahren in seinem 75. Lebensjahr. Er konnte die Schuldenlast des Stiftes um 47000 Gulden mindern. Sein Nachfolger wurde Norbert Schaller 1681\u20131684, der schon vor seiner Wahl ein enger Mitarbeiter von Abt Bartholom\u00e4us war. Auf einer Reise mit ihm nach Roggenburg hatte er 1670 einen Schlaganfall erlitten, der zwar nicht lebensbedrohend war, aber ihn doch beeintr\u00e4chtigte. So dauerte seine Regierungszeit auch nur drei Jahre, nach denen er resignierte. Seine kurze Amtszeit war haupts\u00e4chlich durch Streitereien mit der Landvogtei gepr\u00e4gt, die inzwischen auf das Haus Habsburg \u00fcbergegangen war. Mit Verweis auf alte kaiserliche und p\u00e4pstliche Privilegien konnte das Stift schlie\u00dflich seine Stellung wahren. Michael II. Musacker <b>(<\/b>1684\u20131696) wurde am 18. November 1684 zum neuen Abt gew\u00e4hlt und auch hier versuchte die Landvogtei wieder in die Wahl einzugreifen und erkl\u00e4rte diese f\u00fcr ung\u00fcltig, wurde aber abgewiesen. Kurz nach Beginn seiner Regierungszeit brannte in Gr\u00fcnkraut, die Kirche, der Pfarrhof und das Mesnerhaus vollst\u00e4ndig ab. Schon 50 Jahre vorher hatten die Schweden die Kirche in Schutt und Asche gelegt. Die Wiederherstellung kostete das Stift 3378 Gulden, eine gro\u00dfe Summe bei noch immer angespannter Finanzlage. Als Mitglied der Reichsst\u00e4nde reiste Abt Michael 1689 nach Augsburg zur Wahl und Kr\u00f6nungsfeier zum deutschen K\u00f6nig von Josef I. dem Sohn Leopolds I. Er begleite dann Leopold auf dessen Einladung nach Wien und blieb dort sechs Jahre bis zur Erledigung der Streitsache mit der schw\u00e4bischen Landvogtei. Die Amtsgesch\u00e4fte f\u00fchrte in dieser Zeit sein Prior Gottfried Sch\u00fctz. Im Jahr 1696 wurde Abt Michael von einer Krankheit befallen und starb am 15. Juni 1696.  <\/p>\n<p>Johann Christoph II. Korros (1696\u20131708) gew\u00e4hlt. Abt Johann Christoph \u00fcberlie\u00df es seinem Prior Gottfried Sch\u00fctz, den immer noch schwelenden Rechtshandel weiter zu f\u00fchren. Aber brachte ihn auch nicht zu ende zumal er 1704 in Wien verstarb. Der Spanische Erbfolgekrieg (1701-1714) brachte wieder Truppendurchz\u00fcge und Winterquartiere f\u00fcr das Stift. Die Kriegskosten beliefen sich f\u00fcr Weissenau auf 4000 Gulden. Der Weissenauer Abt erwies sich als nicht sonderlich mutig und floh nach \u00dcberlingen, w\u00e4hrend der Schussenrieder Abt Tiberius Mangold (1683\u20131710) sich in Weissenau sicher genug f\u00fchlte. 1704 resignierte Abt Johann Christoph nach einer f\u00fcr sein Stift nicht allzu gl\u00fccklichen Regierungszeit. Er war noch 4 Jahre als Pfarrer und ausgezeichneter Prediger in Eschach t\u00e4tig, wo er nach schmerzhafter Krankheit verstarb.  <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/clip_image005-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"clip_image005\" style=\"border-left-width: 0px; border-right-width: 0px; background-image: none; border-bottom-width: 0px; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-top-width: 0px\" border=\"0\" alt=\"clip_image005\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/clip_image005_thumb-1.jpg\" width=\"171\" height=\"244\"><\/a>  <\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde der 1673 in Wangen geborene Leopold Mauch. Er war der Sohn von Georg Heinrich Mauch und der Anna St\u00fcblin und ist in Wangen geboren. Er trat Pr\u00e4monstratenserabtei&nbsp; Weissenau ein und legte dort 1691 seine Profess ab. Er studierte in Dillingen und wurde 1697 zum Priester geweiht. Am 17. Juli 1704 wurde er zum Abt von Weissenau gew\u00e4hlt. Seine Karriere im Orden ging weiter. Von 1708 bis 1721 war er Generalvikar und Visitator der Zirkarie Schwaben der&nbsp;&nbsp; vom 16. bis zum 18. Jahrhundert folgende Abteien angeh\u00f6rten: Allerheiligen im Schwarzwald, Bellelay (ehemals Zirkarie Burgund), Obermarchtal, Roggenburg, Schussenried, Ursberg, Weissenau. 1707 \u00fcberzeugte er seinen Konvent von einem Neubau der Klosteranlage, mit der Franz Beer II von der Auer Zunft beauftragt wird. In nur drei Jahren von 1708-1711 wurden die mittelalterlichen zweigeschossigen Konventbauten s\u00fcdlich der Kirche durch die barocken, dreigeschossigen Ost und S\u00fcdfl\u00fcgel. In seiner Eigenschaft als Visitator des Klosters Bellelay lernte er auch die Stiftskirche kennen, ein Bau auch&nbsp; von Franz Beer, der 1714 eingeweiht wurde. 1717 gab er die neue Stiftskirche in Weissenau in Auftrag und opferte daf\u00fcr auch den erst 1623 erneuerten Turm und die mittelalterliche Basilika f\u00fcr die gr\u00f6\u00dfere neue Kirche. Sein schlechter Gesundheitszustand zwang ihn anfangs 1722 zur Resignation. Im Mai 1722 starb er mit nur 49 Jahren.Kirche und Westfl\u00fcgel sind bis dahin stuckiert und freskiert. Ein Chorneubau war noch von Abt Leopold geplant worden. Neben seiner T\u00e4tigkeit als Bauabt belebte er die Heilig-Blut-Verehrung in Weissenau neu. Er gr\u00fcndete eine F\u00fcnf-Wunden-Bruderschaft, eine Gebetsverbr\u00fcderung, die im Sp\u00e4tmittelalter in Mitteleuropa aufkam. Die Heilig Blut Reliquie lie\u00df er neu fassen und einen Herz-Jesu-Rubin anbringen.  <\/p>\n<p>Abt Michael III. Helmling wurde am 2. Januar 1722 gew\u00e4hlt, war aber nur knapp zwei Jahre im Amt. Nach 21 Monaten erlag er einem Schlaganfall.Er schloss mit Wessobrunner Franz Schmuzer (1676\u20131741) Stukkateur einen neuen Vertrag ab, der schon ab 1719 die Stukkaturen in Weissenau erstellte und dies dann bis 1723 fertigstellte. Auf Abt Michael folgte Anton I. Unold (1724\u20131765). Er wurde am 8. August 1697 Anton Unold als Sohn des Conrad Unold, Papierm\u00fcller in der H\u00f6ll bei Wolfegg, geboren. Er legte 1713 in Weissenau seine Profess ab. 1721 wurde er zum Priester geweiht und nur drei Jahre sp\u00e4ter wurde&nbsp; er mit erst 27 Jahren zum Abt gew\u00e4hlt. Man erwartete nun, dass er den Neubau der Kirche mit dem Chorneubau weiterf\u00fchrte. Er setzte zwar die Ausstattung des Langhauses mit Alt\u00e4ren fort, aber dann k\u00fcmmert er sich erst um die um die Neubauten der Wirtschaftsgeb\u00e4ude im Norden und Westen. Er fand zwar, dass der alte Chor der Stiftskirche disproportioniert sei, aber da er sonst keine Fehler aufweise, sah er keinen Grund f\u00fcr den noch von Franz Beer geplanten Neubau, obwohl der Konvent f\u00fcr einen Neubau war. Damit wurde Abt Anton zum Ausnahmefall in der Barockzeit, denn sonst stellte sich der Konvent immer gegen das Bauvorhaben der \u00c4bte. Dieser Pragmatismus scheint der Leitfaden der Regierung von Abt Anton gewesen zu sein. Dabei war er sicher barocker Lebensfreude nicht abgeneigt, wie sein Portr\u00e4t, das 1757 gemalt wurde, nahelegt. Als Bauabt war er trotzdem nicht unt\u00e4tig. Er erbaute Gornhofen (1728\/46), Taldorf (1746\/53), Oberzell (1749|50) und Obereschach (1751\/54) neue Pfarrkirchen. Au\u00dferdem lies er das Lustschl\u00f6sschen Rahlen erbauen und terrassierte barocke Gartenanlagen errichten. Der St. Gallener Bibliothekar Nepomuk Hauntinger, der weit herumgekommen war, bezeichnete sie als \u201cNymphenburg im Kleinen\u201c.&nbsp; Der f\u00fcrstlich f\u00fcrstenbergischer Hofpalier in Me\u00dfkirch Franz Singer fertigte die Pl\u00e4ne f\u00fcr das Schl\u00f6sschen, den Sommersitz der Weissenauer \u00c4bte, ebenso wie f\u00fcr das barocke Torhaus. Er arrondierte das Herrschaftsgebiet von Weissenau. 1761 erhielt der die hohe Gerichtsbarkeit f\u00fcr 40 Jahre als Lehen von \u00d6sterreich. Abt Anton verstarb am 21. April 1765 im Alter von 68 Jahren.  <\/p>\n<p>Der 38. Abt Kloster Weissenaus war Ambrosius John (1765\u20131773). Er wurde 1714 in Waldsee geboren. Seine Profess legte er 1733 in Weissenau ab. 1765 wurde er zum Abt gew\u00e4hlt. Gleich zu Beginn seiner Regierungszeit fand das f\u00fcr ihn wohl bedeutendste Ereignis statt, n\u00e4mlich die 100-Jahrfeier der Translation der Reliquien des Saturnius, die unter gro\u00dfer Beteiligung der oberschw\u00e4bischen Bev\u00f6lkerung gefeiert wurde. Auch die \u00c4bte von Rot, Schussenried, Marchtal und Bellelay waren anwesend. Abt Ambrosius verstarb am 26. November 1773 nach achtj\u00e4hriger Regierungszeit.  <\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Anton II. Unold. Er stammte aus Wolfegg und wurde1736 geboren. Er war ein Neffe von Abt Anton I. Unold. Er regierte nur zwei Jahre. Auf ihn folgte Karl Ummenhofer (1784\u20131794) . Er ist 1740 in Hayingen geboren.Vor seiner Wahl zum Abt war er Pfarrer in Bodnegg. Er wurde dann auch Generalvikar und Visitator der Schw\u00e4bischen Zirkarie des Pr\u00e4monstratenserordens. Die franz\u00f6sische Revolution war ein enormer Schlag f\u00fcr die Struktur und Identit\u00e4t der Pr\u00e4monstratenser und hatte Auswirkungen auf den gesamten Orden. \u00dcbrigens, ein \u00e4hnliches Schicksal erlitten die Zisterzienser. Die franz\u00f6sische Nationalversammlung l\u00f6ste per Dekret am 13. Februar 1790 alle Ordensgemeinschaften in Frankreich auf, sofern sie sich nicht prim\u00e4r Pflege- oder Schuldiensten widmeten. Das bedeutet das Ende des Gr\u00fcndungsklosters Pr\u00e9montre,dessen Abt gleichzeitig Generalabt des ganzen Ordens war. Aufgrund dieser neuen Situation sah sich Abt Karl zum Handeln gezwungen. Sie Zisterzienser standen vor denselben Problemen. Da Citeaux aufgehoben worden war, h\u00e4tte f\u00fcr den Todesfall des Generalabtes des Ordens aufgrund der Aufhebung des Mutterklosters kein Nachfolger auf herk\u00f6mmlichen Weg bereit gestanden. Damit w\u00e4ren die Abteien unter bisch\u00f6fliche Jurisdiktion gefallen. Um das zu vermeiden, hatte der Abt des Zisterzienserklosters Salem, Robert Schlecht (*1778, \u20201802), vom seinem Generalabt in C\u00eeteaux am 14. Januar 1791 umfangreiche Vollmachten f\u00fcr die Oberdeutsche Kongregation erhalten. Diese \u00dcbertragung wurde durch ein p\u00e4pstliches Breve vom 15. Juli 1791 best\u00e4tigt. Damit konnte wohl der \u00dcbergang unter die bisch\u00f6fliche Jurisdiktion f\u00fcr die oberdeutschen Zisterzienserabteien&nbsp; vermieden werden. Ein solches Modell schwebte nun auch Abt Karl vor. Der Salemer Abt Robert Schlecht  <\/p>\n<p>stellte sich als Vermittler f\u00fcr eine solche Operation zur Verf\u00fcgung. Eine Bittschrift mit diesem Anliegen ging nach Rom und wurde am 10. Mai 1793 auf drei Jahre bewilligt, allerdings nichts als p\u00e4pstliches Breve, also nicht mit einem solchen rechtlichen Gewicht.  <\/p>\n<p>Als sich die Situation in Frankreich zunehmend versch\u00e4rfte, wollte Abt Karl in Rom eine Verl\u00e4ngerung der Bewilligung erreichen, die H\u00e4lfte der Laufzeit war schon verflossen. Au\u00dferdem sollte die rechtlich st\u00e4rkere Form eines p\u00e4pstlichen Breves erreicht werden. Aber Abt Karl starb am 29. Oktober 1794. Es konnte also nichts mehr in die Wege geleitet werden. Als neuer Abt wurde Bonaventura Brem (1794\u20131803) gew\u00e4hlt. Er ist am 10. Mai 1755 in Kaufbeuren geboren. Er war ab 1780 Bibliotheksgehilfe in Weissenau und von 1783-1789 hauptverantwortlicher Bibliothekar. Au\u00dferdem war er Lehrer und Subprior. Nun war das Problem, wer sollte die Abtswahl best\u00e4tigen. Der Generalabt war nicht mehr im Amt und der Generalvikar und Visitator, der diese Aufgabe gem\u00e4ss Vollmacht anstelle des Generalabtes h\u00e4tte \u00fcbernehmen sollen, war ausgerechnet sein verstorbener Amtsvorg\u00e4nger als Abt Weissenaus. Der neue Abt musste daher erst die Wahl eines neuen Generalvikars und Visitators aus den Reihen aller amtierenden \u00c4bte in der Zirkarie abwarten. Abt Robert Schlecht aus Salem informierte die r\u00f6mische Kurie \u00fcber die Weissenauer Situation und er schaltete sich auch ein und erreichte, dass die Konstanzer Di\u00f6zesanleitung die Abtwahl Bonaventuras ausnahmsweise best\u00e4tigte. Der neue Abt wurde in sein Amt eingef\u00fchrt, die Abtsweihe und die \u00dcbergabe der Insignien durch den Konstanzer Weihbischof vorgenommen. Au\u00dferdem erreichte der Salemer Abt, dass von der Konstanzer Di\u00f6zesanleitung der Status quo nicht in Frage gestellt wurde, also aus diesem Fall kein Recht&nbsp; bei anderen Abtswahlen f\u00fcr die Zukunft ableiten konnte und das wom\u00f6glich nicht nur bei den Kl\u00f6stern der Pr\u00e4monstratenser. Das war ja der Hauptbeweggrund des Salemer Abtes f\u00fcr seinen Einsatz.  <\/p>\n<p>Im Reichsdeputationshauptschluss 1803 wurde Weissenau zusammen&nbsp; mit Schussenried der Gr\u00e4fin Augusta von Sternberg-Manderscheid zugesprochen. Diese trat es 1805 an \u00d6sterreich ab. Nach dem Zusammenbruch der habsburgischen Position in Schwaben 1806 konnte sich Sternberg als Inhaber der Herrschaft Wei\u00dfenau behaupten. Nach der Mediatisierung war die Herrschaft 1809-1811 beschlagnahmt, danach als Standesherrschaft anerkannt. 1835 verkaufte das Haus Sternberg die Herrschaften Schussenried und Wei\u00dfenau an W\u00fcrttemberg. 1840 wurde auf dem Klostergel\u00e4nde eine Bleicherei eingerichtet. 1888 kam eine &#8222;Irrenanstalt&#8220; hinzu. Auch heute besteht die Doppelnutzung des ehemaligen Klosters durch Industrie und Psychiatrisches Krankenhaus weiter.  <\/p>\n<p>Der ehemalige Abt Bonaventura Brem und weitere Chorherren konnten jedoch bis ans Lebensende in einigen R\u00e4umen des Konventsgeb\u00e4udes wohnen bleiben. Bonaventura Brem starb am 4. August 1818 in Weissenau.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Gebizo von Ravensburg, der sich selbst all Ministerial Herzogs Welf bezeichnet und Burgvogt auf Neuravensburg war, stiftet in der kleinen Hube Au in der Schusseniederung Au ein Kloster. Sein Vater war Hermann der Reiche und seine Schwester Luitgard. 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