{"id":2630,"date":"2015-09-06T20:08:35","date_gmt":"2015-09-06T20:08:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=2630"},"modified":"2015-09-06T20:08:35","modified_gmt":"2015-09-06T20:08:35","slug":"bad-urach-residenzschloss-hohenurach-runder-berg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=2630","title":{"rendered":"Bad Urach Residenzschloss, Hohenurach, Runder Berg"},"content":{"rendered":"<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/300px-Burg_Hohenurach_03_Blick_von_unten03.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"300px-Burg_Hohenurach_03_Blick_von_unten03\" style=\"border-left-width: 0px; border-right-width: 0px; background-image: none; border-bottom-width: 0px; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-top-width: 0px\" border=\"0\" alt=\"300px-Burg_Hohenurach_03_Blick_von_unten03\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/300px-Burg_Hohenurach_03_Blick_von_unten03_thumb.jpg\" width=\"244\" height=\"184\" \/><\/a><\/p>\n<p>&#160;<\/p>\n<p>Im Hirsauer Codex wird in Fol 34 erstmals der Gau Swiggerstal im Zusammenhang mit einer Wiese in Ruderchingen (Riederich)erw\u00e4hnt. Swiggerstal, das ist das Ermstal.<\/p>\n<p>Auch ein Graf Egino wird an dieser Stelle erw\u00e4hnt. Graf Egino hatte einen Bruder, Rudolf, der die Achalm errichtete. Die Erben Eginos I. errichteten im oberen Ermstal<\/p>\n<p>bei Urach zwei Burgen, eine Wasserburg im Tal und die H\u00f6henburg. Die H\u00f6henburg wurde wohl zwischen 1030 und 1050 m\u00f6glicherweise von Egino II.&#160; (+ 1105) errichtet und<\/p>\n<p>war der&#160; Stammsitz der Grafen von Urach, die Wasserburg, diente den Grafen als Stadtsitz. Als Burggr\u00fcnder kommt aber auch dessen Sohn Egino III. in Betracht.<\/p>\n<p>Einige Familienmitglieder der Grafenfamilie von Urach machten vor allem in kirchlichen \u00c4mtern Karriere. So wurde Gebhard II. von Urach (+ 1110) Benediktiner. 1091 wurde er Nachfolger<\/p>\n<p>des Hirsauer Abtes Wilhelm. Von 1104-1107 war er Bischof in Speyer und gleichzeitig Abt in Lorsch. Sein Bruder Kuno war ab 1108 Kardinal und von 1114-1121 p\u00e4pstlicher Legat. Gebhard von Urach,<\/p>\n<p>(+1141) der Neffe der beiden war von 1131-1140 Bischof von Stra\u00dfburg. Berthold von Urach (+1242)war Zisterzienser und von 1207-1221 Abt von Tennenbach, danach bis 1230 Abt von L\u00fctzel.<\/p>\n<p>Am h\u00f6chsten auf der kirchlichen Karriereleiter stieg Konrad von Urach. Er ist um 1180 geboren und starb 1227 in Bari. Er war auch Zisterzienserm\u00f6nch. 1209 ist er als Abt von Villers nachweisbar,<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/220px-Kardinal_Konrad_von_Urach.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"220px-Kardinal_Konrad_von_Urach\" style=\"border-left-width: 0px; border-right-width: 0px; background-image: none; border-bottom-width: 0px; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-top-width: 0px\" border=\"0\" alt=\"220px-Kardinal_Konrad_von_Urach\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/220px-Kardinal_Konrad_von_Urach_thumb.jpg\" width=\"143\" height=\"244\" \/><\/a><\/p>\n<p>von dort wechselte er nach Clairvaux, wo er zum Abt gew\u00e4hlt worden war. Ab 1217 war er Abt von Citeaux und Generalabt des Zisterzienserordens. Anfang 1219 ernannte ihn Papst Honorius zum Kardinal. 1220-1223 war er p\u00e4pstlicher Legat in Frankreich<\/p>\n<p>und 1224-1226 in Deutschland.<\/p>\n<p>Die Grafen von Urach waren Parteig\u00e4nger der Staufer. Um 1250, als die Macht der Staufer verfiel, gingen auch die Grafen von Urach unter.Graf Egino IV, genannt der B\u00e4rtige, geboren um1160 in Urach, heiratete 1180 Agnes, die Tochter<\/p>\n<p>des Z\u00e4hringerherzogs Berthold IV. Als dieser 1218 starb, fiel das rechtsrheinische Hausgut der Z\u00e4hringer an die Grafen von Urach. Allerdings geriet er in Konflikt mit dem Stauferkaiser Friedrich II. Dieser wollte mit dem Z\u00e4hringer Erbe, Reichsgut wieder herstellen und seine Hausmacht vergr\u00f6\u00dfern. Es kam zum Kampf zwischen Kaiser und Herzog. Allerdings musste Friedrich einlenken, da er auf das Wohlwollen Kardinal Konrads, des Bruders Eginos angewiesen war, da er auch in Querelen mit dem Papst verstrickt war.<\/p>\n<p>Also einigte man sich auf einen Vergleich. Der Herzogtitel von Z\u00e4hringen fiel aber nicht an den Uracher Grafen. Der Sohn Egino V. nannte sich nach dem Tod seines Vaters im Jahr 1230 Egino I., Graf in Freiburg.<\/p>\n<p>Ein Sohn Eginos, n\u00e4mlich Heinrich von Urach, geboren um 1215, war zun\u00e4chst Graf von Urach. Bei der Erbteilung von 1245 erhielt er mit seinem Bruder Konrad z\u00e4hringische Besitzungen im Schwarzwald und in der Baar.Ab 1250 nannte er sich Graf von Urach und F\u00fcrstenberg, sp\u00e4ter nur noch F\u00fcrstenberg, das ist das heute noch bestehende F\u00fcrstengeschlecht in Donaueschingen. 1254 tauschte er die H\u00e4lfte von Urach gegen die H\u00e4lfte von Wittlingen und 1254 verkaufte er wohl aus Geldmangel Burg und die meisten Besitzungen um Urach an Graf Ulrich von W\u00fcrttemberg. Berthold IV. von Urach , ein Bruder Eginos V., des Grafen in Freiburg, starb 1261. Damit erlosch die Linie der Uracher Grafen. Urach war ab jetzt ein Teil der Grafschaft W\u00fcrttemberg.<\/p>\n<h4>&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160; Hohenurach<\/h4>\n<p>&#160;<\/p>\n<p>Das genaue Datum, wann die Burg erbaut wurde und auch ob sie Egino II. oder Egino III. erbaut hat ist nicht bekannt. Die erste urkundliche Erw\u00e4hnung von Hohenurach ist 1235. In einem Schreiben an Kaiser Friedrich II., berichtet Konrad von Hohenlohe,dass<\/p>\n<p>Graf Egino von Freiburg sich mit betr\u00e4chtlicher Streitmacht in Urach festgesetzt habe. Es ist die Urkunde Nr. 387 datiert von Juli 1235 und im F\u00fcrstenbergischen Urkundenbuch. 1140 wird Comes Egeno de Hura in einer Schenkungsurkunde genannt. (F\u00fcrstenbergisches <\/p>\n<p>Urkundenbuch Nr. 87. Es ist Graf Egino III. Das deutet auch auf eine Adelsburg hin, denn ab dem 11. Jahrhundert begann der Adel sich nach Burgen zu nennen. Also muss die Nennung von Urach wohl eher auf die Burg als auf die Stadt Urach bezogen werden.<\/p>\n<p>Die zerst\u00f6rte Burg besteht aus drei Teilen, die untere Festung mit der Burgkapelle. Von der unteren Festung stehen noch die Mauerreste. Die Burgkapelle war dem heiligen Clemens geweiht. Die genaue Lage der Kapelle ist wegen der sp\u00e4teren <\/p>\n<p>Umbauma\u00dfnahmen nicht bekannt.Das Patrozinium der Burgkapelle verwundert nicht, denn Gebhard II. von Urach, der Bruder Eginos II. und m\u00f6glicher Erbauer von Hohenurach, war wie oben gezeigt ja Hirsauer Abt. 1091 kamen die Reliquien<\/p>\n<p>des heiligen Clemens nach Hirsau und damit auch die Verehrung dieses Heiligen nach S\u00fcddeutschland. 1091 wurde in Hirsau die neue Kirche geweiht und dabei die Reliquien von Clemens an zwei Alt\u00e4ren niedergelegt. Gebhard ging 1105 als Bischof nach Speyer. Das legt nahe, das dass Patrozinium der Burgkapelle in dem Zeitraum zwischen 1091 und 1105 \u00fcbernommen worden ist, die Kapelle also nicht vor 1191 geweiht worden ist. Da de Burg&#160; ja im Zusammenhang mit der Kapelle steht, kann die Burg wohl nicht vor 1080 erbaut <\/p>\n<p>worden sein, eher sp\u00e4ter. Die Kapelle wird 1236 erstmals genannt, das Patrozinium 1491.<\/p>\n<p>1427 fand ein grundlegender Umbau und eine Erweiterung der Burg durch Graf Ludwig I. von W\u00fcrttemberg (1412-1450)statt. Die Grafen von W\u00fcrttemberg hatten aber wohl auf Hohenurach nie einen dauerhaften Aufenthalt genommen. <\/p>\n<p>Als Herzog Ulrich in Konflikt zum Reich und zum Schw\u00e4bischen Bund geraten war, wurde er 1519 nach dem er die Reichsstadt Reutlingen \u00fcberfallen hatte, wurde er vom Schw\u00e4bischen Bund unter F\u00fchrung von Georg Truchsess von Waldburg aus dem Land vertrieben.<\/p>\n<p>Die Festung Hohenurach wurde vom Schw\u00e4bischen Bund \u00fcbernommen. Als Ulrich dann 1534 ins Land zur\u00fcckkehrte, nahm er mir Unterst\u00fctzung des Landgrafen Philipp von Hessen Hohenurach wieder ein.<\/p>\n<p>Nach dem Sieg Kaiser Karl V. bei M\u00fchldorf am Inn 1547 musste sich Stadt und Festung den Truppen des Kaisers und seinem Feldherrn Herzog Alba ergeben.<\/p>\n<p>Im Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieg wurde die Festung neun Monate belagert und wurde erst eingenommen als der Hunger die Belagerten bezwang. Am 24. Juli 1635 wurde die Festung \u00fcbergeben. Nun blieb Hohenurach in \u00f6sterreichischem Besitz und wurde<\/p>\n<p>erst 1649 nach dem Westf\u00e4lischen Frieden wieder zur\u00fcckgegeben. 1694 flog der Pulverturm in die Luft. Aber noch bis 1767 hatte die Festung eine kleine Besatzung mit eigenem Kommandanten. Erst in diesem Jahr gab Herzog Carl den Befehl zum Abbruch,<\/p>\n<p>weil er Ziegel und Steine f\u00fcr den Bau des Jagdschlosses Grafeneck brauchte. Seither ist Hohenurach eine Ruine. Wie auch andere Landesfestungen diente Hohenurach auch als Gef\u00e4ngnis.<\/p>\n<p>Graf Eberhard im Barte lie\u00df dort 1490 seinen Vetter Heinrich, den Vater des Herzog Ulrich wegen Geisteszerr\u00fcttung unterbringen. 1519 starb er auf der Festung. Nicodemus Frischlin, sp\u00e4thumanistischer Philologe und von Kaiser Rudolf II zum Poeta laureatus<\/p>\n<p>gekr\u00f6nt, machte er sich als Professor an der Universit\u00e4t auch wegen seiner Streitlust wenig Freunde. Eine ordentliche Professur wurde ihm verwehrt und er musste schlie\u00dflich au\u00dfer Landes gehen. Eine1590 gegen den w\u00fcrttembergischen Hof verfasste Streitschrift<\/p>\n<p>brachte auch diesen gegen den streitbaren Dichter aus. In Mainz wurde er von Fahndern des w\u00fcrttembergischen Kanzler dingfest gemacht. Der Erzbischof bewilligte seine Auslieferung. Auf der Burg Wirtenberg wurde er zun\u00e4chst unter Hausarrest gestellt und dann unter versch\u00e4rften Bedingungen auf Hohenurach eingekerkert. Beim Fluchtversuch st\u00fcrzte er ab und brach sich das Genick. Auf Gehei\u00df des Herzogs wurde er aber nicht wie in solchen F\u00e4llen \u00fcblich annonym verscharrt sondern auf dem Uracher<\/p>\n<p>Friedhof bestattet. Matth\u00e4us Enzlin (1556-1613),w\u00fcrttembergischer Kanzler unter Herzog Friedrich von W\u00fcrttemberg und dessen juristischer Berater, wurde nach dem Tod des Herzogs auf Hohenurach eingekerkert und nach einem sehr fragw\u00fcrdigen Prozess<\/p>\n<p>16.13 in Urach hingerichtet.<\/p>\n<h5><\/h5>\n<p>&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160; Residenzschloss&#160;&#160; <\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/220px-Schlo-Urach-2010.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"220px-Schlo\u00df-Urach-2010\" style=\"border-top: 0px; border-right: 0px; background-image: none; border-bottom: 0px; padding-top: 0px; padding-left: 0px; border-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px\" border=\"0\" alt=\"220px-Schlo\u00df-Urach-2010\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/220px-Schlo-Urach-2010_thumb.jpg\" width=\"224\" height=\"169\" \/><\/a>&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160; <\/p>\n<p>Herzog Ludwig I. von W\u00fcrttemberg (1412-1450) wurde zusammen mit seinem Bruder Ulrich nach dem Tode ihres Vaters Eberhard IV. 1419 unter Vormundschaft gestellt. Die Vormundschaft wurde von Beamten, sogenannten Regentschaftsr\u00e4ten \u00fcbernommen.<\/p>\n<p>1426 wurde er&#160; im Alter von 14 Jahren f\u00fcr vollj\u00e4hrig erkl\u00e4rt und regierte W\u00fcrttemberg zun\u00e4chst allein. 7 Jahre sp\u00e4ter also 1433 wurde auch Ulrich vollj\u00e4hrig und regierte nun mit. 1441 einigten sich die Br\u00fcder auf Landesteilung, die im N\u00fcrtinger Vertrag 1442<\/p>\n<p>besiegelt wurde. Ludwig erhielt den Uracher Teil und nach dem Tod seiner Mutter Henriette von M\u00f6mpelgard (heute Montb\u00e9liard) auch die Grafschaft M\u00f6mpelgard. <\/p>\n<p>Ludwig baute Urach zur Residenzstadt aus und hatte ja schon 1427 Hohenurach umgebaut. <\/p>\n<p>Das \u00e4ltere Schloss,das vorher auf dem Grund des heutigen Residenzschloss liegt, lie\u00df er abrei\u00dfen. Sein Sohn Graf Eberhard im Bart (1445-1496) wurde am 11. Dezember in Urach geboren. Nachdem sein Vater 1450 an der Pest gestorben war,<\/p>\n<p>trat er 1459 ebenfalls minderj\u00e4hrig die Herrschaft \u00fcber die Grafschaft W\u00fcrttemberg-Urach an. 1474 heiratete er Barbara Gonzaga von Mantua. Eberhard nahm aus diesem Grund Versch\u00f6nerungen im Schloss vor.Das ist vor allem der \u201cPalmensaal\u201d.<\/p>\n<p>\u00dcber eine Au\u00dfentreppe konnte man auch zu Ross in den Saal gelangen, der im ersten Obergeschoss liegt. Der Palmensaal ist der zentrale Empfangs-und Festsaal.Der Saal ist mit einem anspruchsvollen Bildprogramm dekoriert. Wandhohe Palmen<\/p>\n<p>zusammen mit Eberhards Motto \u201cattempto\u201d- ich wags zieren die W\u00e4nde. Sie erinnern an Eberhards Pilgerreise 1468 nach Jerusalem. Dort wurde er in der Grabeskirche zusammen mit seinen Begleitern zum Ritter vom heiligen Grab<\/p>\n<p>geschlagen. angeblich hat er auf seiner Pilgerfahrt das Gel\u00fcbde abgelegt, sich in Zukunft nie mehr den Bart schneiden werde und erhielt so den Beinamen \u201cim Bart\u201d. Im Palmensaal ist auch sein Ahnennachweis ausgemalt. Er pr\u00e4sentierte damit die<\/p>\n<p>Verwandtschaft des Hauses W\u00fcrttemberg mit den F\u00fcrstenh\u00e4usern Europas. Sie ist die \u00e4lteste noch erhaltene heraldische Ahnenprobe n\u00f6rdlich der Alpen. Im 16. Jahrhundert wurde der Palmensaal zum Jagdsaal umgestaltet. Die Wappen<\/p>\n<p>Herzog Ulrichs kamen dazu und in einer Fensternische Malereien aus dem Jahre 1611. Zu Zeiten Carl Eugens wurde der Saal in ein f\u00fcrstliches Appartement mit Gardesaal umgewandelt.<\/p>\n<p>Den Goldenen Saal lie\u00df ebenfalls Eberhard im Bart erbauen. Ebenfalls einer Hochzeit verdankt der Saal seine heutige Ausgestaltung. Anl\u00e4\u00dflich seiner Hochzeit mit Barbara Sophie von Brandenburg lie\u00df&#160;&#160; Herzog Johann Friedrich den Saal im Stil<\/p>\n<p>der Sp\u00e4trenaissance ausmalen. An verschiedenen Stellen im Saal kann man Initialen des Paares sehen. Die reich vergoldeten Decken und Wanddekorationen illustrieren den Namen des Saales. Vom urspr\u00fcnglichen Inventar ist noch ein<\/p>\n<p>reich verzierter goldener Ofen aus dem Jahre 1665 zu sehen.<\/p>\n<p>Das Schloss beherbergt auch noch eine Sammlung von 22 Prunkschlitten.<\/p>\n<p>Graf Eberhard brachte 1482 den M\u00fcnsinger Vertrag zustande. Damit wurden auch die beiden Landesteile W\u00fcrttemberg-Urach und W\u00fcrttemberg-Stuttgart wiedervereinigt. Sein Vetter Eberhard der J\u00fcngere \u00fcberlie\u00df damit die Regierung seines Landesteils<\/p>\n<p>dem Uracher Grafen. Die Residenz wurde nun nach Stuttgart verlegt. Kaiser Maximilian erhob<\/p>\n<p>1495 die Grafschaft zum Herzogtum und Eberhard wurde herzog von W\u00fcrttemberg und Teck. Urach verlor seine Bedeutung als Regierungssitz, das Residenzschloss blieb aber beliebtes Jagdschloss der Herz\u00f6ge von W\u00fcrttemberg.<\/p>\n<h5><\/h5>\n<p>&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160; Graf Eberhard im Bart<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Unbenannt.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"Unbenannt\" style=\"border-top: 0px; border-right: 0px; background-image: none; border-bottom: 0px; padding-top: 0px; padding-left: 0px; border-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px\" border=\"0\" alt=\"Unbenannt\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Unbenannt_thumb.png\" width=\"180\" height=\"136\" \/><\/a><\/p>\n<p>Am Anfang seiner Regierungszeit musste sich Eberhard vor allem gegen die Anspr\u00fcche seines Onkels, des Pfalzgrafen Friedrichs des Siegreichen wehren.Erst nach dessen Tod konnte er sich verst\u00e4rkt der Innenpolitik zuwenden.<\/p>\n<p>1477 gr\u00fcndete er die Universit\u00e4t T\u00fcbingen. Sie sollte die bessere Ausbildung der weltlichen diener und des Klerus sicherstellen.&#160; Erster Rektor und langj\u00e4hriger Kanzler der Universit\u00e4t wurde Johannes Nauclerus. <\/p>\n<p>Eberhard, selbst des Lateins unkundig lie\u00df er viele Texte ins Deutsche \u00fcbersetzen.<\/p>\n<p>Das Stift Sindelfingen, ein Chorherrenstift, das seit dem 11. Jahrhundert bestand, wurde von Eberhard nach T\u00fcbingen verlegt. Von den zehn fr\u00fcheren Sindelfinger Chorherren wurden acht Professoren in T\u00fcbingen, darunter auch der erste Rektor.<\/p>\n<p>Eberhards Politik war immer auf Ausgleich bedacht.&#160; Im 1488 gegr\u00fcndeten Schw\u00e4bischen Bund war Eberhard von Anfang an beteiligt und nahm neben Hugo von Werdenberg und Berthold von Mainz eine zentrale Stellung ein.<\/p>\n<p>Wichtig war ihm die Reformierung von Kl\u00f6stern. Er holte die von ihm gesch\u00e4tzten Br\u00fcder vom gemeinsamen Leben ins Land,eine Gemeinschaft der devotia moderna. Er lie\u00df in Urach, Dettingen an der Erms, T\u00fcbingen und Herrenberg Stifte errichten.<\/p>\n<p>Von Zeitgenossen gesch\u00e4tzt und geehrt, Maximilian verlieh ihm den Orden vom Goldenen Vlies, Papst Sixtus IV. die goldene Rose verstarb er 1496 in T\u00fcbingen. Auch die Nachwelt verehrte ihn. die patriotisch gesinnte w\u00fcrttembergisch<\/p>\n<p>gesinnte Geschichtsschreibung verkl\u00e4rte ihn als ersten w\u00fcrttembergische Herzog. Seine B\u00fcste wurde in der Walhalla aufgestellt und Justinus Kerners \u201cPreisend mit viel sch\u00f6nen Reden\u201d besingt ihn als reichsten deutschen F\u00fcrsten, wobei sein Reichtum nicht im<\/p>\n<h4>Materiellen <\/h4>\n<p>&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160; Der Runde Berg <\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/220px-Runder_Berg.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"220px-Runder_Berg\" style=\"border-top: 0px; border-right: 0px; background-image: none; border-bottom: 0px; padding-top: 0px; padding-left: 0px; border-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px\" border=\"0\" alt=\"220px-Runder_Berg\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/220px-Runder_Berg_thumb.jpg\" width=\"224\" height=\"148\" \/><\/a><\/p>\n<p>Der Runde Berg bei Urach ist ein Herrensitz mit zugeh\u00f6riger Handwerkersiedlung. Er vom Dritten Jahrhundert p.C. bis in das erste Viertel des Sechsten. Jahrhunderts p.C. besiedelt, dann nochmals in bescheidenerem Ma\u00dfe vom letzten Viertel<\/p>\n<p>des Siebten bis zur Mitte des Achten Jahrhunderts bewohnt. W\u00e4hrend der zeit der Ungarneinf\u00e4lle im Zehnten Jahrhundert war nicht kontinuierlich besiedelt sondern wohl eher als Refugium genutzt. Im Siebten Jahrhundert war bis zum umkreis von 15 Kilometern<\/p>\n<p>mit einem Kranz von Siedlungen umgeben, deren Ortsnamen alle den Bestandteil-\u201chausen\u201daufweisen und die wohl der Versorgung der Burgsiedlung dienten. Im Elften Jahrhundert war der Sitz auf dem runden Berg sicher verlassen.<\/p>\n<p>Man hat sehr viel Keramik auf dem Runden Berg gefunden. Die zweitgr\u00f6\u00dfte Materialgrube ist das Glas. Es wurden aber auch Fibel, G\u00fcrtel und Waffengefunden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#160; Im Hirsauer Codex wird in Fol 34 erstmals der Gau Swiggerstal im Zusammenhang mit einer Wiese in Ruderchingen (Riederich)erw\u00e4hnt. Swiggerstal, das ist das Ermstal. Auch ein Graf Egino wird an dieser Stelle erw\u00e4hnt. Graf Egino hatte einen Bruder, Rudolf, der die Achalm errichtete. 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