{"id":2506,"date":"2014-08-27T14:30:58","date_gmt":"2014-08-27T14:30:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=2506"},"modified":"2017-04-22T12:38:38","modified_gmt":"2017-04-22T12:38:38","slug":"hambacher-schloss-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=2506","title":{"rendered":"Hambacher Schloss"},"content":{"rendered":"<h1><\/h1>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/Maxburg.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" title=\"Maxburg\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/Maxburg_thumb.jpg\" alt=\"Maxburg\" width=\"244\" height=\"160\" border=\"0\" \/><\/a>Der Vorg\u00e4ngerbau des Hambacher Schlosses ist die Kastanienburg oder K\u00e4stenburg (Kestenburg), seit ihrer Fr\u00fchzeit bis zum Ende der Feudalzeit im Besitz der Bisch\u00f6fe von Speyer. 1842 erwarb ein Komitee von Pf\u00e4lzer Abgeordneten die Ruine und machte sie dem bayrischen Kronprinzen zum Hochzeitsgeschenk. Dieser gab 1845 den Wiederaufbau der nun Maxburg genannten Ruine in Auftrag. Seit 1814 war sie immer wieder Schauplatz politischer Kundgebungen. Die bekannteste ist das Hambacher Fest von 1832 und heute tr\u00e4gt dieser f\u00fcr die Demokratiebewegung wichtiger Ort den Namen Hambacher Schloss. Eines der fr\u00fchesten und umfassendsten Werke \u00fcber diese Burg ist \u201cDie Maxburg bei Hambach\u201d von Franz Xaver Remling, einer der bedeutendsten pf\u00e4lzischen Historiker in der Mitte des 19. Jahrhunderts und von 1833 bis 1852 Pfarrer von Hambach. Aus den Ruinenresten schlie\u00dft Remling auf f\u00fcnf verschiedene Bauperioden. Die \u00e4lteste weist auf die Zeit Bischofs Johannes von Speyer, also um das Jahr 1100. Remling setzt die Entstehung der Burg in der Zeit Heinrichs II. (1014-1024 deutscher Kaiser) an.Sie kam wohl \u00fcber Atzela aus dem Geschlecht der Grafen von Zeisolf-Wolfram in die Hand dieses Grafengeschlechts. Atzela war eine Schwester Heinrichs IV. und Mutter des sp\u00e4teren Bischofs Johannes I. von Speyer (1090-1104).Wolfram und Atzela hatten zwei T\u00f6chter, die zwar beide verheiratet waren, aber keine Kinder hinterlie\u00dfen. So fiel die Burg an Johannes, den Heinrich IV. am 7. M\u00e4rz als Bischof in Speyer eingesetzt wurde. Bischof Johannes starb relativ jung, schon mit 41 und so kam die Burg ins Eigentum des Hochstifts Speyer. Der erste Burgmann Burkhard von Kestenburg. Er ist als staufischer Ministerialer im Reichsdienst von 1154 bis 1186 nachweisbar. Zusammen mit seinem Bruder Trushard ist er schon 1174 in einer Schenkungsurkunde f\u00fcr das Kloster Eusserthal als Zeuge, ausgestellt von Bischof Konrad II. von Speyer nachweisbar. Beide treten auch in einer Urkunde Friedrich Barbarossa als Zeugen auf.(Friedrich I. &#8211; RI IV,2,4 n. 3026.) In dieser Urkunde nimmt Friedrich Barbarossa das Kloster Eusserthal in seinen Schutz. Eine\u00a0 gr\u00f6\u00dfere Karriere hatte sein Bruder Trushard.<\/p>\n<p>In der Urkunde Friedrich I. &#8211; RI IV,2,4 n. 3194 vom 28. September 1187 wird \u201cTrushard (von Kestenburg), kaiserlicher und k\u00f6niglicher Legat in der Lombardei sowie Podest\u00e0 von Chieri und Ivrea\u201d genannt. Sp\u00e4ter war er K\u00e4mmerer des Bischofs von Speyer. Die Nachkommen von Trushard und Burkhard hatten dann keine Verbindung\u00a0 mehr mit der Kestenburg. Unter Bischof Konrad von Eberstein (Bischof in Speyer von 1237-1245)wurden die Ritter Arnold und Ebelin von Deidesheim Burgmannen auf der Kestenburg. Daf\u00fcr hatten sie j\u00e4hrlich 20 Malter von der Unteren M\u00fchle in Speyerbach zugut. Unter Bischof Heinrich II wird ein Ritter Walter von Schnittlauch Burgherr auf der Kestenburg. Die Familie f\u00fchren den Beinamen von Kestenburg noch bis ins 15. Jahrhundert. Gegen Ende der Regierung Heinrichs kam es zu einem heftigen Aufruhr in der Stadt, bei dem er Zuflucht auf der Kestenburg fand. Bischof Nikolaus\u00a0 von Wiesbaden (1381-1395) war 1380 von Papst Urban VI. zum Bischof von Speyer ernannt worden. Allerdings bestellte der Gegenpapst Clemens VII. im gleichen Jahr den Mainzer Bischof Adolf von Nassau zum Administrator des Bistums Speyer. Er musste nat\u00fcrlich um sein Amt k\u00e4mpfen 1386 kam es zu einem Waffenstillstand zwischen den beiden. Am 29. Juni dieses Jahres belehnte ihn K\u00f6nig Wenzel mit den Regalien. Am 12. Juni 1388 empfing er schlie\u00dflich die Bischofsweihe in der Michaelskapelle der Kestenburg durch Bischof Eckhard von Worms. Die Kestenburg war praktisch sein st\u00e4ndiger Wohnsitz. Er lie\u00df die Burg renovieren und vergr\u00f6\u00dfern. Sein Amtmann auf der Kestenburg wurde Simon von Zeiskam. Unter Bischof Raban von Helmstatt (1438-1456) war die Kestenburg kaum Aufenthaltsort des Speyrer Bischofs, aber kostbare Gef\u00e4\u00dfe und Kleinodien wurden dort aufbewahrt. 1464 lie\u00df Bischof Matthias ein Verzeichnis aller beweglichen Sachen und Eink\u00fcnfte des Stifts erstellen. Das geschah auch f\u00fcr die Kestenburg. Unter Matthias wurde auch die Kestenburg wieder ausgebessert. Im Jahr 1525 im Gro\u00dfen Bauernkrieg blieb auch die Kestenburg nicht verschont, sie wurde gepl\u00fcndert und gebrandschatzt.Die Bauten selbst schienen allerdings keinen zu gro\u00dfen Schaden genommen zu haben, denn diese wurden rasch wieder hergestellt. Im Zweiten Markgrafenkrieg (1552-1555) befehdete Markgraf Albrecht Alcibiades von Brandenburg-Kulmbach die rheinischen Bisch\u00f6fe von Mainz Trier und Speyer. Vom Speyrer Bischof Philipp von Flersheim verlangte er eine Brandschatzung von 150.000 Gulden und als diese nicht gezahlt wurde, verw\u00fcstete er die Madenburg und die Kestenburg. Die Madenburg wurde bald wieder instand gesetzt. Unter Bischof Marquard von Hattstein (1560-1581) wurde die Kestenburg zwar wieder notd\u00fcrftig hergestellt. Sie war aber nur noch Sitz eines Waldf\u00f6rsters. Die auf der Burg haftenden Lehen wurden aber weiter vergeben.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/Hambach.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" title=\"Hambach\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/Hambach_thumb.png\" alt=\"Hambach\" width=\"244\" height=\"171\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>Der erste Waldf\u00f6rster war Michael Bender. Im Zuge der Revolutionskriege wurde die Pfalz an Frankreich angegliedert und wurde als D\u00e9partement du Mont-Tonerre als integrierter Bestandteil Frankreichs verwaltet. Nach dem Wiener Kongress von 1815 kam das Gebiet als Rheinkreis an das K\u00f6nigreich Bayern. Schon 1814 feierten deutsche Patrioten den Jahrestag der V\u00f6lkerschlacht bei Leipzig auf dem Schloss. 1831\u00a0 begingen Neust\u00e4dter B\u00fcrger den Jahrestag der Julirevolution. Am 27. Mai 1832 kam es schlie\u00dflich zum Hambacher Fest. 1830 war in Frankreich die Julirevolution ausgebrochen. Sie war Ausl\u00f6ser weiterer Unruhen vor allem in Polen aber auch in den K\u00f6nigreichen Sachsen und Hannover, im Kurf\u00fcrstentum Hessen-Kassel und im Herzogtum Braunschweig. Vor allem der polnische Aufstand gegen die russische Herrschaft wurde deutschlandweit begeistert aufgenommen. Er geno\u00df breite Sympathien vor allem in der Presse. Unterst\u00fctzungsvereine wurden gegr\u00fcndet. K\u00f6nig Ludwig I von Bayern verfolgte einen reaktion\u00e4ren Kurs. Am 28. Januar 1831 erlie\u00df er ein Edikt, dass die Presse versch\u00e4rfter Zensur unterwarf. Das wiederum rief den Widerstand vor allem der pf\u00e4lzischen Abgeordneten im bayrischen Landtag hervor und im Juni 1831 musste der K\u00f6nig sein Edikt zur\u00fccknehmen und den Innenminister, der verantwortlich war , entlassen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/88pxPhilippJakobSiebenpfeiffer.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" title=\"88px-Philipp-Jakob-Siebenpfeiffer\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/88pxPhilippJakobSiebenpfeiffer_thumb.jpg\" alt=\"88px-Philipp-Jakob-Siebenpfeiffer\" width=\"92\" height=\"124\" border=\"0\" \/><\/a> <a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/88pxJohannGeorgAugustWirth2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" title=\"88px-Johann-Georg-August-Wirth-2\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/88pxJohannGeorgAugustWirth2_thumb.jpg\" alt=\"88px-Johann-Georg-August-Wirth-2\" width=\"92\" height=\"123\" border=\"0\" \/><\/a> <a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/99pxFSchueler.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" title=\"99px-FSchueler\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/99pxFSchueler_thumb.jpg\" alt=\"99px-FSchueler\" width=\"103\" height=\"124\" border=\"0\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/imagesRJHSI7PE.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" title=\"imagesRJHSI7PE\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/imagesRJHSI7PE_thumb.jpg\" alt=\"imagesRJHSI7PE\" width=\"392\" height=\"271\" border=\"0\" \/><\/a>Die Publizisten Philipp Jakob Siebenpfeiffer und Georg August Wirth gr\u00fcndeten 1832 als Reaktion auf die Druckverbote den Deutschen Pre\u00df-und Vaterlandsverein. Vorsitzender wurde der pf\u00e4lzische Rechtsanwalt und Abgeordnete Friedrich Sch\u00fcler. Dieser Kreis veranstaltete am 27. Mai 1832 ein \u201cVolksfest\u201d, da politische Kundgebungen von der bayrischen Obrigkeit verboten worden waren. 30.000 Menschen\u00a0 aus allen St\u00e4nden und vielen Nationen, vor allem Polen zogen vom Neust\u00e4dter Marktplatz auf die Hambacher Schlossruine. Dies ging als \u201cHambacher Fest\u201d in die Geschichte ein. Die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen ein und es kam zum Prozess vor dem Landauer Assisengericht ( 29. Juli 1833-16. August 1833). Die Hauptangeklagten wurden in diesem Prozess zwar freigesprochen. Diese wurden jedoch wegen angeblicher Beleidigungsdelikte vor Zuchtpolizeigerichte in Zweibr\u00fccken gestellt und verurteilt. 1842 vermachten k\u00f6nigstreue Eigent\u00fcmer der Burgruine diese\u00a0 dem bayrischen Kronprinzen und sp\u00e4teren K\u00f6nig Maximilian II. Im Volksmund wurde das Hambacher Schloss dann auch Maxburg genannt. Es sollte im Stile Hohenschwangaus aufgebaut werden. Aus Geldmangel kamen die Bauarbeiten schnell ins Stocken und wurden nicht beendet. In den Revolutionsjahren 1848\/49 kamen sie endg\u00fcltig zum Erliegen. Zwischen 1980 und 82 wurde das Schloss zum 150 \u2013 j\u00e4hrigen Jubil\u00e4um des Hambacher Fests restauriert. Von 2006 bis 2010 erfolgten weitere Restaurierungen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Vorg\u00e4ngerbau des Hambacher Schlosses ist die Kastanienburg oder K\u00e4stenburg (Kestenburg), seit ihrer Fr\u00fchzeit bis zum Ende der Feudalzeit im Besitz der Bisch\u00f6fe von Speyer. 1842 erwarb ein Komitee von Pf\u00e4lzer Abgeordneten die Ruine und machte sie dem bayrischen Kronprinzen zum Hochzeitsgeschenk. Dieser gab 1845 den Wiederaufbau der nun Maxburg genannten Ruine in Auftrag. 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