{"id":2482,"date":"2014-08-12T15:00:31","date_gmt":"2014-08-12T15:00:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=2482"},"modified":"2014-09-09T08:49:19","modified_gmt":"2014-09-09T08:49:19","slug":"villa-ludwigshhe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=2482","title":{"rendered":"Villa Ludwigsh&ouml;he"},"content":{"rendered":"<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/panorama-wittelsbacher-1-l.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-width: 0px;\" title=\"panorama-wittelsbacher-1-l\" alt=\"panorama-wittelsbacher-1-l\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/panorama-wittelsbacher-1-l_thumb.jpg\" width=\"244\" height=\"147\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>Ludwig I. von Bayern hatte nach dem Tod seines Vaters Maximilian I. Joseph\u00a0 am 13. Oktober 1825 den bayrischen K\u00f6nigsthron bestiegen. Ab 1837 nannte er sich K\u00f6nig von Bayern,<\/p>\n<p>Herzog von Franken, Herzog in Schwaben und Pfalzgraf bei Rhein, um alle neu zu Bayern hinzugekommenen Gebiete zu f\u00f6rdern. Er hatte in Kronprinzenzeit viele Reisen nach Italien<\/p>\n<p>unternommen und er hatte sich auch neben Franz\u00f6sisch und Spanisch auch in Italienisch ausgebildet. Ein\u00a0 Zeugnis seiner Liebe zu Italien ist die Villa Ludwigsh\u00f6he oberhalb von Rhodt unter Rietburg.<\/p>\n<p>Ab 1843 trug sich Ludwig mit dem Gedanken, in der Pfalz einen Sommersitz zu erbauen. 1845 wurden die notwendigen Grundst\u00fccke von den Gemeinden Rhodt und Edenkoben erworben.<\/p>\n<p>Dann wurde Friedrich Wilhelm G\u00e4rtner, der neben Klenze bedeutendste Architekt in der Zeit K\u00f6nig Ludwigs beauftragt, eine \u201cVilla italienischer Art\u201d zu planen. Baumeister Joseph Hoffmann aus Ludwigshafen<\/p>\n<p>f\u00fchrte den Bau aus. Es war nicht nur eine Vorliebe, die Ludwig mit dem geplanten Bau zur Schau stellte.\u00a0 Die Pf\u00e4lzer hatten durchaus ihre Schwierigkeiten mit der repressiven Politik der bayrischen Verwaltung<\/p>\n<p>in M\u00fcnchen. So war das Hambacher Fest von 1832 nicht nur Ausdruck vom Wunsch nach Pressefreiheit oder einem einigen Deutschland. Es hatte seinen Ursprung auch in dem Missbehagen, das man mit der Politik<\/p>\n<p>aus M\u00fcnchen empfand. Hambach und die Ludwigsh\u00f6he liegen ja ganz nah beieinander. Ludwig fuhr nun praktisch zweigleisig. Er f\u00fchrte ab den Jahren 1840 ein strenges politisches Regiment. Schon 1832 hatte er 142 \u201cUnruhestiftern\u201d<\/p>\n<p>nach dem Hambacher Fest den Prozess machen lassen. Begleitet wurde die restriktive Politik aber von einem forcierten wirtschaftlichen\u00a0 Ausbau. Der Rheinhafen wurde ausgebaut und nach ihm \u201cLudwigshafen\u201d<\/p>\n<p>benannt. Eine Eisenbahnlinie von Neustadt ins Saarland wurde gebaut. Der Ausbau der Festung Germersheim oder die Restaurierung des Speyrer Doms war eines seiner Projekte. Auch ein Wiederaufbau der Burg Trifels oder des Hambacher Schlosses<\/p>\n<p>war geplant. Mit dem Trifels wollte er seine Verbundenheit mit der Gr\u00f6\u00dfe der Salier und Stauferzeit unter Beweis stellen und mit dem Ausbau von Hambach sollte ein Symbol der Demokratiebewegung demontiert werden.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/Ludwig_I_of_Bavaria.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-width: 0px;\" title=\"Ludwig_I_of_Bavaria\" alt=\"Ludwig_I_of_Bavaria\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/Ludwig_I_of_Bavaria_thumb.jpg\" width=\"172\" height=\"244\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>Der Bau der Ludwigsh\u00f6he hatte allerdings einige Hindernisse zu\u00a0 \u00fcberwinden. Zun\u00e4chst verstarb 1847 der Architekt Friedrich Wilhelm G\u00e4rtner.\u00a0 F\u00fcr ihn \u00fcbernahm Leo von Klenze die Bauleitung. Gravierendstes<\/p>\n<p>Ereignis, was die Ludwigsh\u00f6he betraf, war die Revolution von 1848. Vor allem seine Aff\u00e4re mit Lola Montez hatte zun\u00e4chst ausgehend von der Universit\u00e4t zu Unruhen gef\u00fchrt. Die Geliebte des K\u00f6nigs wurde ausgewiesen.<\/p>\n<p>Das verhinderte weitere Unruhen aber nicht. Am 4. M\u00e4rz erfolgte der Sturm aufs Zeughaus. Am 6. M\u00e4rz unterschrieb Ludwig die sogenannte M\u00e4rzproklamation, in der er erhebliche Zugest\u00e4ndnisse machen musste.<\/p>\n<p>Am 16. M\u00e4rz kam Lola Montez aus der Verbannung zur\u00fcck. Am 20. M\u00e4rz trat Ludwig zugunsten seines Sohnes Maximilian II. zur\u00fcck. Die Bauarbeiten an der Ludwigsh\u00f6he waren immer wieder unterbrochen worden. Die Fertigstellung wurde nun nicht mehr aus der<\/p>\n<p>Staatskasse finanziert. Jetzt musste sie Ludwig privat finanzieren. Erst 1852 war der Bau schlie\u00dflich vollendet. Ludwig besuchte seine Villa erstmals 1852 zusammen mit seiner Frau. Er verbrachte jeden zweiten Sommer in der Pfalz,<\/p>\n<p>um am 25. August dort seinen Geburtstag zu feiern. Nachdem Tod seiner Frau 1854 kam er immer alleine in die Pfalz. Bis zu seinem Tod 1866 kam Ludwig regelm\u00e4\u00dfig an seinen Sommersitz.<\/p>\n<p>Der Ludwigsh\u00f6he verdankt die Stadt Edenkoben letztlich auch ihren Bahnhof. Zun\u00e4chst war an der Maximiliansbahn, also der Bahnstrecke \u00fcber Neustadt-Landau und dann verl\u00e4ngert nach Weissenburg im Elsass in Edesheim und Kirrweiler<\/p>\n<p>Bahnh\u00f6fe gebaut werden, nicht aber in Edenkoben, was dort zu heftigen Protesten f\u00fchrte. Man argumentierte mit der Ludwigsh\u00f6he und wollte schlie\u00dflich den abgedankten Monarchen angemessen empfangen. So bekam die Pf\u00e4lzer<\/p>\n<p>Stadt ihren Bahnhof. Das Empfangsgeb\u00e4ude lehnte sich historisch auch an die Villa Ludwigsh\u00f6he an.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/Edenkoben_Hoefle.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border: 0px;\" title=\"Edenkoben_Hoefle\" alt=\"Edenkoben_Hoefle\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/Edenkoben_Hoefle_thumb.jpg\" width=\"244\" height=\"140\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die Villa, obwohl Sommersitz, besitzt keinen Park oder Garten und das auf ausdr\u00fccklichen Wunsch Ludwigs. Er fand, ein besonderer Garten sei \u00fcberfl\u00fcssig, denn alles Land ringsumher sei, soweit das Auge reicht, ein einziger Garten.<\/p>\n<p>In unmittelbarer Nachbarschaft der Villa ist ein Kastanienwald. Die Stadt Edenkoben wollte anstatt der Kastanien profitablere Weinberge anlegen lassen. Das war nicht im Sinne Ludwigs. Er bot an, die Waldgrundst\u00fccke zu kaufen,<\/p>\n<p>der Preis erschien ihm aber viel zu hoch. Nun drohte Ludwig die Bauarbeiten an der Villa einzustellen. Die erschreckte Stadt gab nach und der Wald steht heute noch. Was heute noch bei jeder F\u00fchrung mit Stolz gezeigt wird, ist die K\u00fcche.<\/p>\n<p>Sie ist nahezu unver\u00e4ndert erhalten geblieben, was in deutschen Schl\u00f6ssern nur noch selten zu sehen ist. Auch damals schon war die K\u00fcche h\u00f6chst energieeffizient. Der Hauptherd diente nat\u00fcrlich zum Kochen. Von dort gab es auch \u00fcber einen Boiler flie\u00dfend<\/p>\n<p>hei\u00dfes Wasser. Der Rauch zog durch einen durch den Fu\u00dfboden verlaufenden Rauchabzug, heizte noch einen externen Backofen und stieg dann zur R\u00e4ucherkammer auf.<\/p>\n<p>Nach Ludwigs Tod war Ludwig II. Besitzer, der sich allerdings mehr um seine M\u00e4rchenschl\u00f6sser k\u00fcmmerte. Auf ihn folgte Prinzregent Luitpold und dann schlie\u00dflich Ludwig III. Die Wandgem\u00e4lde schuf Adalbert\u00a0 Hock um 1900.<\/p>\n<p>Im 1. Weltkrieg wurde die Villa als Milit\u00e4rlazarett genutzt. Nach dem 1. Weltkrieg setzte sich Kronprinz Rupprecht daf\u00fcr ein, dass die Villa in den Wittelsbacher Ausgleichsfond kam und bewohnte\u00a0sie mehrfach.<\/p>\n<p>Auch nachdem 2. Weltkrieg lie\u00df er die Villa wieder instand setzen und m\u00f6blierte sie mit M\u00f6beln aus dem M\u00fcnchner Leuchtenberg-Palais.<\/p>\n<p>1975 kaufte das Land Rheinland-Pfalz die Villa. In der Villa wurde dann der Gem\u00e4ldenachlass des Malers Max Slevogt untergebracht, der auch dem Land geh\u00f6rt. Auch Sonderausstellungen werden veranstaltet. Konzerte und Vortr\u00e4ge<\/p>\n<p>werden in der Villa veranstaltet und man kann dort auch heiraten, ein Angebot, das gerne genutzt wird.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/villa-ludwigsh_he.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border: 0px;\" title=\"villa-ludwigsh_he\" alt=\"villa-ludwigsh_he\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/villa-ludwigsh_he_thumb.jpg\" width=\"244\" height=\"168\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ludwig I. von Bayern hatte nach dem Tod seines Vaters Maximilian I. Joseph\u00a0 am 13. Oktober 1825 den bayrischen K\u00f6nigsthron bestiegen. 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