{"id":2333,"date":"2013-12-09T21:10:44","date_gmt":"2013-12-09T21:10:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=2333"},"modified":"2013-12-09T21:13:07","modified_gmt":"2013-12-09T21:13:07","slug":"sophie-von-la-roche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=2333","title":{"rendered":"Sophie von La Roche"},"content":{"rendered":"<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/90px-Portrait_Sophie_von_La_Roche.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-width: 0px;\" title=\"90px-Portrait_Sophie_von_La_Roche\" alt=\"90px-Portrait_Sophie_von_La_Roche\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/90px-Portrait_Sophie_von_La_Roche_thumb.jpg\" width=\"94\" height=\"124\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>Das letzte Werk von Sophie La Roche erschien 1806 in Halle. \u201cMelusines Sommerabende\u201d. Der Herausgeber war Christoph Martin Wieland und damit schlie\u00dft sich der Kreis. Schlie\u00dflich hatte er auch ihr erstes Werk \u201cDie Geschichte des<\/p>\n<p>Fr\u00e4ulein von Sternheim\u201d herausgegeben, dass Sophie praktisch \u00fcber Nacht bekannt gemacht hatte. Auf Wielands Wunsch wurde dem letzten Werk Sophies Autobiographie voran gestellt. Und so will ich Sophies letztes Werk an den<\/p>\n<p>Anfang setzen, weil es das m\u00f6glich macht, die Erz\u00e4hlung von Sophies Leben praktisch von ihr selbst zu kommentieren.Zitiert wird aus der 1806 im Verlag der N.Societ\u00e4ts-Buch-und Kunsthandlung in Halle erschienenen Ausgabe.<\/p>\n<p>Auch Wieland weist darauf hin, dass er der Herausgeber von Sophies erstem und letzten Werk ist: \u201cEine Verkettung von kleinen Umst\u00e4nden, oder wie mir zu glauben angenehmer ist,\u00a0 die unsichtbare, diese Umst\u00e4nde leitende Hand<\/p>\n<p>des Genius einer mehr als sechs und f\u00fcnfzigj\u00e4hrigen Freundschaft zwischen der Verfasserin der Sommer-Abende und dem Herausgeber hat es so gef\u00fcgt, da\u00df eben derselbe der vor f\u00fcnf und drei\u00dfig Jahren den ersten Abdruck des Geistes<\/p>\n<p>und Herzens seiner Freundin in die Welt einf\u00fchrte, nun auch derjenige ist, der das Vergn\u00fcgen hat, dieses letzte Werkchen, womit sie als Schriftstellerin ihren Lauf zu beschlie\u00dfen gedenkt, Ihren gleich mit Ihr gestimmten und in Ihren<\/p>\n<p>Schriften Sie selbst liebenden Freundinnen und Freunden darzubringen.\u201d (S.4,5)<\/p>\n<p>Am 6. Dezember 1730 wurde Marie Sophie Gutermann von Gutershofen in Kaufbeuren geboren. Ihr Vater Georg Friedrich Gutermann war Arzt in Kaufbeuren und stammte aus Biberach an der Riss.<\/p>\n<p>Er hatte in T\u00fcbingen, Leiden und Stra\u00dfburg Medizin studiert.<\/p>\n<p>Ihre Mutter Regina Barbara stammte aus Memmingen. Georg Friedrich war der Stiefbruder von Georg Rauh. Und dieser wieder war der Vater von Regina Catharina K\u00fcck,<\/p>\n<p>der Mutter von Christoph Martin Wieland. Diese Verwandtschaft war ja mit der Grund, dass Sophie in die Familie von Christoph Martin Wieland kam.<\/p>\n<p>Sophie war das \u00e4lteste von 13 Kindern der Familie Gutermann.Ihr einziger Bruder Jacob Immanuel wird erst 14 Jahre nach ihr geboren. Au\u00dfer Sophie \u00fcberleben nur zwei Schwestern und der Bruder die Babyjahre.<\/p>\n<p>Die Familie kommt von Kaufbeuren \u00fcber Lindau nach Augsburg. Der Vater unterrichtet Sophie selbst, m\u00f6chte sogar so etwas wie ein Wunderkind aus ihr machen. Schon mit drei Jahren konnte das M\u00e4dchen lesen.<\/p>\n<p>Mit f\u00fcnf hatte Sophie die Bibel durch.<\/p>\n<p>Dazu Sophie selbst \u201cNachher machte mich mein Vater mich fr\u00fch die B\u00fccher lieben, da er mich oft, ehe ich volle zwei Jahre alt war, in seine Bibliothek trug, wo er mich mit den sch\u00f6nen Verzierungen der Einb\u00e4nde und<\/p>\n<p>Titelbl\u00e4tter zu belustigen suchte, und es damit auch so weit brachte, dass ich mit 3 Jahren vollkommen lesen konnte..\u201d (Seite IX,V) und weiter \u201c Mein Vater, ein ansehnlicher, h\u00fcbscher, aber auch sehr heftiger, dabei frommer Mann,<\/p>\n<p>benutzte meine Lesekunst nur in der Bibel, welche ich ( wie er mir in der Folge sagte) in dem Alter von f\u00fcnf Jahren zum ersten Mal ausgelesen hatte.\u201d (S. V)<\/p>\n<p>Auch Astronomie und Franz\u00f6sisch lernt sie beim Vater. Sie erh\u00e4lt Klavierunterricht. Nat\u00fcrlich wird sie auch in Kochen und allen Hausfrauenpflichten unterrichtet.<\/p>\n<p>oder wie Sophie weiter berichtet \u201cDoch wurde ich daneben auch die beste T\u00e4nzerin, lernte franz\u00f6sisch, zeichnen und Blumen malen, sticken, Clavier spielen und K\u00fcche und Haushaltung besorgen.\u201d (S VII)<\/p>\n<p>Geschichtsunterricht bekam sie von Johann Jakob Brucker. Er war Leiter der Lateinschule in Kaufbeuren und kam 1744 wieder nach Augsburg zur\u00fcck. In seinem\u00a0 \u201eBilder-sal heutiges Tages lebender und durch Gelahrheit ber\u00fchmter Schrifft-steller [&#8230;]\u201c.<\/p>\n<p>stellte Brucker auch die Verdienste von vier Wissenschaftlerinnen vor, was zu einer Zeit, in der immer noch mit gr\u00f6\u00dftem Misstrauen betrachtet wurde, wenn Frauen gelehrte Studien betrieben eine sehr fortschrittliche Einstellung war.<\/p>\n<p>Als Sophie allerdings ihren Vater bat, bei Brucker Latein lernen zu d\u00fcrfen, lehnte der Vater rundweg ab. Das war nichts f\u00fcr M\u00e4dchen. Diese \u201cm\u00e4nnliche\u201d Ausbildung schm\u00e4lerte nur die Chancen auf dem Heiratsmarkt. Und die T\u00f6chter gut an den<\/p>\n<p>Mann zu bringen, das war damals vorrangige Aufgabe der V\u00e4ter aus guter Gesellschaft. Davon konnte ihn auch der P\u00e4dagoge und Freund Brucker nicht abbringen.<\/p>\n<p>Mit 9 Jahren war Sophie zu den Gro\u00dfeltern nach Biberach geschickt worden. Der Gro\u00dfvater Hans Adam Gutermann war dort Ratsherr und Spitalpfleger Er wohnte dort am Marktplatz 8.<\/p>\n<p>als Sophie drei Jahre sp\u00e4ter nach Augsburg zur\u00fcckkehrte, war Georg Friedrich Gutermann inzwischen in den Adelsstand erhoben worden. Er nannte sich nun Gutermann von Gutershofen.<\/p>\n<p>Auch wurde er Dekan des Collegium Medicum. Das ist so etwas wie die erste medizinische St\u00e4ndevertretung in Deutschland und ist erstmals 1567 in Augsburg belegt.<\/p>\n<p>Sein Haus und damit auch die Atmosph\u00e4re, in der Sophie aufwuchs, kann man als gutb\u00fcrgerlich bezeichnen. Mitglieder des Augsburger Bildungsb\u00fcrgertums z\u00e4hlten zum Freundeskreis.<\/p>\n<p>Johann Jakob Brucker wurde schon erw\u00e4hnt, der selbst Mitglied in vielen wissenschaftlichen Gesellschaften war. Georg Friedrich Gutermann geh\u00f6rte der Naturwissenschaftlichen Gesellschaft Augsburgs an.<\/p>\n<p>Dort war auch Jakob Wilhelm Benedikt von Langenmantel Mitglied, der auch Stadtpfleger, also B\u00fcrgermeister von Augsburg war. Auch bei der Leopoldina wird Dr. Gutermann seit 1731 als Mitglied gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Zum Freundeskreis z\u00e4hlte auch Johann Adolf von Amman,der in Augsburg Ungeldherr war, modern ausgedr\u00fcckt ist das sowas wie Stadtk\u00e4mmerer. Aus dem Freundeskreis Bruckers wird f\u00fcr uns dann<\/p>\n<p>Giovanni Lodovico Bianconi\u00a0 interessant. Sophie kam also schon ab ihrer fr\u00fchesten Kindheit mit Angeh\u00f6rigen des Bildungsb\u00fcrgertums in Kontakt. Sie hatte eine umfassende Ausbildung, dank ihres Vaters<\/p>\n<p>nicht zuletzt auch in Naturwissenschaften. Auch das spiegelt sich in der Autobiographie wieder. Sophie erz\u00e4hlt von den Gelehrtentreffs, die dienstags stattfanden.<\/p>\n<p>Mit 15 wurde sie, wie es in der Reichsstadt \u00fcblich war, in die Augsburger Gesellschaft eingef\u00fchrt. Bald fand sie auch an einem Bewerber Gefallen. Es war eben dieser<\/p>\n<p>Giovanni Lodovico Bianconi . Er war 17 Jahre \u00e4lter als Sophie, stammte aus Bologna und war wie Sophies Vater selbst auch Arzt und zwar Leibarzt des F\u00fcrstbischofs von Augsburg Joseph Ignaz Philipp von Hessen-Darmstadt.<\/p>\n<p>Er\u00a0 war neben seiner T\u00e4tigkeit als Arzt auch Antiquar. Er blieb nicht allzu lange in Augsburg. Er ging dann an den s\u00e4chsischen Hof weiter und war da auch beim Aufbau der Gem\u00e4ldegalerie beteiligt. Dabei spielte er auch beim Ankauf der<\/p>\n<p>sixtinischen Madonna eine Rolle. Er kam dann schlie\u00dflich als Gesandter Friedrich August II. nach Italien zur\u00fcck. Sophies Mutter fand durchaus Gefallen an dem Bewerber. Sie unterst\u00fctze auch die Verlobung, die 1747 stattfand.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/imagesCAYRXGZ5.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-width: 0px;\" title=\"imagesCAYRXGZ5\" alt=\"imagesCAYRXGZ5\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/imagesCAYRXGZ5_thumb.jpg\" width=\"196\" height=\"244\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>Im folgenden Jahr stirbt die Mutter noch keine vierzig Jahre alt, damals ein durchaus \u00fcbliches Frauenschicksal, ersch\u00f6pft von vielen Schwangerschaften. Zwar reisen Vater und Schwiegersohn gemeinsam nach Bologna.<\/p>\n<p>Auch scheint die Familie durchaus zu gefallen. Sophie wurde in dieser Zeit wieder nach Biberach geschickt.<\/p>\n<p>Originalton Sophie: \u201cMein Vater reiste mit Bianconi ein ganzes Jahr nach Italien, um die Familie selbst kennen zu lernen, in welche ich gleich nach ihrer Zur\u00fcckkunft treten sollte. Wir Kinder wurden zu seinen Aeltern<\/p>\n<p>nach Biberach geschickt, wo ich diese freundliche Stadt, ihre guthm\u00fctigen Bewohnern und einfache l\u00e4ndliche Sch\u00f6nheit, mehr als das pr\u00e4chtige Augsburg und seine Kunstg\u00e4rten, lieb gewann\u2026\u201d (S. XI) und weiter: \u201cMan arbeitete<\/p>\n<p>an den Artikeln des Ehevertrages. Meine Religionsfreiheit wurde in Dresden, wo Bianconi Leibarzt des K\u00f6nigs geworden war, versichert. Er wollte aber alle Kinder katholisch- mein Vater hingegen die M\u00e4dchen lutherisch haben,<\/p>\n<p>und dies umso eifriger, als er nach seiner physischen Kenntnis glaubte, da ich in vollbl\u00fchender Gesundheit erst 19 Jahre, Bianconi hingegen 35 Jahre Jahre z\u00e4hlte, und viel gelebt habe,- mehr Kinder von meinem Geschlechte<\/p>\n<p>bekommen, als von dem seinen, also die lutherische Kirche mehr Seelen gewinnen. \u201c (S. XII).<\/p>\n<p>Aber auf diese Bedingung\u00a0 ging Bianconi nicht ein. Der Verlobte versuchte Sophie zur Flucht zu \u00fcberreden.<\/p>\n<p>Das wollte sie aber nicht,\u201dweil ich meinen Vater nicht betr\u00fcben, nicht ohne seinen Segen aus seinem Hause wolle\u201d (S. XII,XIII.) Nun zwang der Vater sie, die Verlobung zu l\u00f6sen. \u201c Ich musste meinem Vater alle seine Briefe, Verse, sch\u00f6ne<\/p>\n<p>Alt-Arien,mit meinen sehr p\u00fcnktlich ausgearbeiteten geometrischen und mathematischen \u00dcbungen, in sein Cabinet bringen, musste alles zerrei\u00dfen und in einem kleinen Windofen verbrennen, Bianconis Portr\u00e4t\u2026musste ich mit der Schere<\/p>\n<p>in tausend St\u00fccke zerschneiden..\u201d (S XIII) Auch den Ring muss sie zerbrechen. \u201cDie Ausdr\u00fccke meines Vaters dabei will ich nicht wiederholen\u201d Sie f\u00fcgt sich ohne Auflehnung, verzeiht ihrem Vater das aber zeitlebens nie.<\/p>\n<p>Und sie schw\u00f6rt sich,\u201dSo soll auch Niemand mehr jemals meine Stimme, mein Clavierspiel, die itali\u00e4nische Sprache\u2026 oder irgend etwas, so er mich lehrte, von mir h\u00f6ren, oder nur in mir vermuthen- Ich habe Wort gehalten.\u201d(SXV.)<\/p>\n<p>Dazu merkt Wieland als Herausgeber an, dass er aus eigener Erfahrung bezeugen kann, dass sie es streng und buchst\u00e4blich gehalten hat. Der Vater, nun auf der Suche nach einer neuen Frau, schickt Sophie wieder nach Biberach, diesmal zur Familie seiner Cousine<\/p>\n<p>Regina Katharina und Thomas Adam Wieland, den Eltern von Christoph Martin. Sophie soll ihren Geliebten vergessen aber auch dem Vater aus den Augen kommen, zu dem das Verh\u00e4ltnis ja massiv gest\u00f6rt war.<\/p>\n<p>In Biberach begegnen sich Christoph Martin Wieland und Sophie. Sophie ist 19, Christoph Martin 17. Die beiden empfindsamen Seelen verlieben sich zum Entsetzen der beiden Familien heftigst.<\/p>\n<p>Im August 1750 verloben sie sich sogar. Der \u00dcberlieferung nach soll das an der Wielandlinde geschehen sein. Eine Gedenktafel an der Linde erinnert daran, pikanterweise mit einem falschen Datum. Dort\u00a0 wird Wielands Sterbejahr mit<\/p>\n<p>1818 angegeben. Da war er aber schon f\u00fcnf Jahre tot. Der Vater Wieland hatte wohl gehofft, dass sich Wielands Verliebtheit legt. Wielands Mutter agiert mit Kr\u00e4ften gegen die Verbindung. Sophie muss nach Augsburg<\/p>\n<p>zur\u00fcck. Die Mutter h\u00e4lt Sophies Briefe an den Verlobten zur\u00fcck. Wieland nimmt im Oktober 1750 in T\u00fcbingen sein Jurastudium auf, gibt es aber bald wieder auf.<\/p>\n<p align=\"left\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/imagesCA0L6O9Z.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-width: 0px;\" title=\"imagesCA0L6O9Z\" alt=\"imagesCA0L6O9Z\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/imagesCA0L6O9Z_thumb.jpg\" width=\"164\" height=\"206\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p align=\"left\">Sophie l\u00f6ste die Verlobung.Die Verlobung mit Wieland liest sich bei Sophie viel undramatischer als ihre erste Beziehung: \u201cWielands vorz\u00fcgliche Freundschaft f\u00fcr mich machte f\u00fcr mich das Beste und sch\u00f6nste der Alten<\/p>\n<p align=\"left\">und Neuen bekannt; ich verehrte und liebte ihn dankbar, war auf seine Kenntnisse stolz, weil ich sie mein ganzes Leben zu theilen hoffte, denn ich sollte mit ihm verbunden werden. Mi\u00dfverst\u00e4ndnisse aus den edelsten<\/p>\n<p align=\"left\">Beweggr\u00fcnden trennten uns.\u201d (XVI) Wieland war mit der Charakteristik \u201cFreundschaft\u201d wohl nicht ganz zufrieden, den im\u00a0 Text merkt er an \u201c Was f\u00fcr eine Art von Freundschaft es war, k\u00f6nnen unsere Leser<\/p>\n<p align=\"left\">oder Leserinnen, wenn sie Lust haben, aus einem vor vielen Jahren an Psyche gerichtete Gedichte, die erste Liebe betitelt, ersehen. W.\u201d<\/p>\n<p align=\"left\">Georg Michael La Roche,\u00a0 wohl der illegitime Sohn des Grafen Anton Friedrich von Stadion, h\u00e4lt um Sophies Hand an. Sophies Vater hatte bei seiner Wiederverheiratung<\/p>\n<p align=\"left\">seinen Stiefsohn als Erben ein. Sophie brauchte also jemanden der sie versorgte. Au\u00dferdem war sie inzwischen 23, h\u00f6chste Zeit also unter die Haube zu kommen zumal zwei geplatzte Verlobungen die Chancen auf<\/p>\n<p align=\"left\">dem Heiratsmarkt nicht gerade verbesserten. Zwar war auch La Roche katholisch, aber der Vater leistete nun keinen Widerstand mehr. Sophie stellte gleich zu Anfang die Verh\u00e4ltnisse klar. Sie erkl\u00e4rte ihrem Mann, dass<\/p>\n<p align=\"left\">sie ihn nicht liebe, aber sch\u00e4tze und dass sie Bianconi und Wieland nicht vergessen k\u00f6nne. In der Tat besteht die Verbindung zwischen Wieland und Sophie das ganze Leben.<\/p>\n<p align=\"left\">Wieland war auf die L\u00f6sung der Verlobung zun\u00e4chst tief betroffen. Am 20. M\u00e4rz 1754 schreibt er an Sophie. Darin vermutet er, dass wohl Briefe von ihm zur\u00fcckgehalten worden waren, womit er ja nicht Unrecht<\/p>\n<p align=\"left\">hatte. Er sagt, dass er Verst\u00e4ndnis f\u00fcr Sophies Entscheidung habe. Er dr\u00fcckt aber die Hoffnung aus,\u201d dass Sie meinen Vorschlag von Fortsetzung unser innerlichen und geistigen Verbindung, und wo es seyn kann<\/p>\n<p align=\"left\">auch unseres Briefwechsels annehmen werden\u201d. Beides geschah ja. Er l\u00e4sst sich auch Herrn La Roche empfehlen und ihm versichern, \u201c dass ich gegen denjenigen, den Sie als Gemahl lieben, nicht anders als eine besondere Hochachtung tragen kann\u201d.<\/p>\n<p align=\"left\">Nach der Eheschlie\u00dfung schreibt er am 19. M\u00e4rz 1754 an La Roche selbst. Dabei dr\u00fcckt er die Hoffnung aus, dass La Roche Sophie gl\u00fccklich machen wird.<\/p>\n<p align=\"left\">Sophie erkennt die Vorz\u00fcge, die f\u00fcr sie in der Ehe mit La Roche liegen.\u201dDurch meine Verbindung mit La Roche ward ich in dem gr\u00e4fl. Stadionschen Hause mit dem Werthe der gl\u00e4nzenden Vorz\u00fcge des Adels bekannt,<\/p>\n<p align=\"left\">die ich t\u00e4glich in allem vor mir hatte und da mein Mann neben Churmainzischen Kabinettsgesch\u00e4ften auch die Oberdirektion aller gro\u00dfen Besitzungen der Stadionschen in Schwaben,\u00a0 B\u00f6hmen und Wirtenberg hatte\u2026\u201d (S.XVIII)<\/p>\n<p align=\"left\">Das junge Paar zieht nach Mainz. Dort arbeitet La Roche f\u00fcr den Grafen von Stadion. Er wurde von dem kurmainzischen Oberhofmeister mit der Abfassung von Depeschen betraut, keine schlechte Vorbereitung f\u00fcr seine sp\u00e4tere<\/p>\n<p align=\"left\">T\u00e4tigkeit am kurtrierischen Hof.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Unbenannt.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-width: 0px;\" title=\"Unbenannt\" alt=\"Unbenannt\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Unbenannt_thumb.png\" width=\"82\" height=\"96\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>In Mainz bildet sie sich zun\u00e4chst weiter. Sie liest Voltaire und Diderot. Graf von Stadion hatte ja auf seiner Kavalierstour Voltaire pers\u00f6nlich kennengelernt und Wieland las Voltaire ja auch. Er wird ja immer wieder als deutscher Voltaire<\/p>\n<p>bezeichnet. Sie k\u00fcmmerte sich um die franz\u00f6sische Korrespondenz ihres Mannes. Sie lernte aber auch englisch. So konnte sie dem Grafen die neuesten Nachrichten gleich \u00fcbersetzen. In Mainz werden drei ihrer Kinder<\/p>\n<p>geboren, Maximiliane 1756, Fritz 1757 und Luise 1759. Graf von Stadion zog sich 1761 aus der kurmainzischen Politik zur\u00fcck und \u00fcbersiedelte auf sein Schloss in Warthausen. Die Familie La Roche ging von Mainz mit nach Warthausen.<\/p>\n<p>Frank La Roche verwaltete die gr\u00e4flichen G\u00fcter. Ihre Warthausener Zeit wird Sophie sp\u00e4ter als ihre gl\u00fccklichste Zeit bezeichnen. Wieland war 1760 wieder nach Biberach zur\u00fcckgekehrt und dort erst Senator, dann aber Kanzleiverwalter geworden.<\/p>\n<p>Sophies Schwester Katharina hatte 1753 den Biberacher Kanzleiverwalter und sp\u00e4teren B\u00fcrgermeister Johannes von Hillern geheiratet. Nicht zuletzt ihrem Einfluss hatte es Wieland zu verdanken, dass er nach Biberach gerufen wurde und dort dann<\/p>\n<p>zum Kanzleiverwalter gew\u00e4hlt wurde.\u00a0 Am Warthausener Hof traf sich ein kleiner aufgekl\u00e4rter Zirkel zu geistvollen Gespr\u00e4chen. Die Runde wurde sp\u00e4ter als Warthauser Musenhof bezeichnet. Wieland war oft zu Gast, aber auch Sebastian Sailer,<\/p>\n<p>der wortgewaltige Prediger aus dem nahen\u00a0 Pr\u00e4monstratenser Kloster Obermarchtal, Maria Maximiliana von Stadion, die Tochter des Grafen und sp\u00e4ter die letzte F\u00fcrst\u00e4btissin vom Damenstift Buchau und der Warthauser Pfarrer<\/p>\n<p>Ignaz Valentin Heggelin. Der Warthauser Hof war sicher ein Vorbild f\u00fcr Sophies sp\u00e4teren Kreis in ihrem Haus in Ehrenbreitstein. Und sie nutze die Bibliothek \u201cund vers\u00e4umte auch sonst keine Gelegenheit,in der pr\u00e4chtigen Bibliothek<\/p>\n<p>des Grafen Stadion etwas N\u00fctzliches oder Sch\u00f6nes bemerken konnte\u201d (S. XVIII,XIX)<\/p>\n<p>Als Graf\u00a0 Anton Heinrich Friedrich verstarb am 26. Oktober 1768 in Warthausen verstarb, zog die Familie von La Roche nach B\u00f6nnigheim,wo die Familie von Stadion auch ein Schloss hatte. Frank La Roche war mit Conrad von Stadion,dem Sohn<\/p>\n<p>des verstorbenen Grafen nicht klar gekommen und er war auf eine Oberamtmannstelle in B\u00f6nnigheim abgeschoben worden. Nachdem er vorher praktisch die rechte Hand des Grafen war, empfand er das nat\u00fcrlich als Abstieg. Aber schon in Warthausen<\/p>\n<p>hatte er den\u00a0 Freiherrn Franz Eustach von Hornstein kennengelernt. Seine Besitzungen lagen\u00a0 in der N\u00e4he von Warthausen. Von Hornstein war Mitglied der Domkapitel von August und Freising. In Trier war Clemens Wenzeslaus von Sachsen 1768 Erzbischof<\/p>\n<p>und Kurf\u00fcrst von Trier geworden. Von 1763 bis 1768 war er F\u00fcrstbischof von Freising. 1768 war er auch Bischof von Augsburg geworden. Bei den Bischofswahlen in Freising und Augsburg hatte er von Hornstein kennengelernt.<\/p>\n<p>Hornstein schlug Clemens Wenzeslaus vor, La Roche als Wirklichen Geheimen Rat in die Regierung aufzunehmen. La Roche lernte Clemens Wenzeslaus Anfang 1771 auf einer Reise nach Augsburg pers\u00f6nlich kennen. Er entschied sich endg\u00fcltig f\u00fcr das Trierer<\/p>\n<p>Angebot und zog Ende M\u00e4rz nach Ehrenbreitstein<\/p>\n<p>Auch f\u00fcr Sophie war B\u00f6nnigheim mehr als gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftig. Der geistreiche Zirkel fehlte ihr. Neue Freunde fand sie kaum. Nur Johann Jakob Brechter (1734-1772), Pfarrer im drei Stunden entfernten Schwaigern bei Heilbronn war ihr Vertrauter.<\/p>\n<p>Er hatte p\u00e4dagogische Schriften verfasst, zum Beispiel \u201cBriefe \u00fcber den Aemil des Herrn Rousseau\u201d. Schon in Warthausen war ihre Kinder auf Empfehlung des Grafen Stadion zur Erziehung weggeben. Und da er ja eigentlich der Gro\u00dfvater war, hatte er sicher ein<\/p>\n<p>gewichtiges Wort mit zu reden. Maximiliane und Luise wurden in Stra\u00dfburg in einem Kloster erzogen, Fritz in Erfurt wo Wieland dank der Protektion durch Graf von Stadion mittlerweile Professor war. In Warthausen hatte Sophie zum Zeitvertreib zu<\/p>\n<p>schreiben begonnen. Pfarrer Brechter ermunterte sie nun weiter zu schreiben, um ihres Kummers Herr zu werden. Nicht nur f\u00fcr Sophie war Brechter wichtig. Er hat auch zusammen mit ihrem Mann die \u201cBriefe \u00fcber das M\u00f6nchswesen\u201d geschrieben,<\/p>\n<p>die 1771 anonym erschienen.<\/p>\n<p>Wieland macht sich ebenfalls stark f\u00fcr Sophies Roman. 1770 schreibt er ihr ohne Datum\u201dAllerdings beste Freundin, verdient Ihre Sternheim gedruckt zu werden; und sie verdient es nicht nur; nach meiner vollen \u00dcberzeugung erweisen sie Ihrem Geschlecht<\/p>\n<p>einen wirklichen Dienst dadurch. Sie soll und mu\u00df gedruckt werden, und ich werde Ihr Pflegevater seyn\u201d (zitiert nach MDZ Reader Bayrische Staatsbibliothek digital, Briefe an Sophie von La Roche, S.125) Er gibt dann noch einige Details, wie die Ausgabe aussehen<\/p>\n<p>soll.<\/p>\n<p>\u201cDie <em>Geschichte des Fr\u00e4uleins von Sternheim \u2013 von einer Freundin derselben aus Original-Papieren und anderen zuverl\u00e4ssigen Quellen gezogen\u201d<\/em> , so lautete der\u00a0 Originaltitel des Werkes, das in zwei Teilen erscheint, der erste Teil im Juni 1771, der zweite im<\/p>\n<p>September\/Oktober. Herausgeber ist Christoph Martin Wieland. Zwar war es anonym erschienen, enthielt aber doch so viele Hinweise auf die Autorin, dass deren Name bald bekannt war. Sophie wurde schlagartig ber\u00fchmt und \u201czur ersten deutschen Dichterin\u201d.<\/p>\n<p>Es war eine gl\u00fcckhafte Wendung f\u00fcr die Familie La Roche. Frank La Roche machte rasch Karriere. Er hatte ein gutes pers\u00f6nliches Verh\u00e4ltnis zum Trierer Erzbischof. 1773 erhielt er den Rang eines Wirklichen Geheimen Staatsrat. 1774 wurde er Regierungskanzler<\/p>\n<p>und zusammen mit Hornstein und Christoph Philipp Freiherr von Hohenfeld geh\u00f6rte er zu den entscheidenden Ratgebern des Kurf\u00fcrsten. Sophie nun ber\u00fchmte Schriftstellerin konnte in Ehrenbreitstein einen literarischen Salon<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/06_12_0_3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-width: 0px;\" title=\"06_12_0_3\" alt=\"06_12_0_3\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/06_12_0_3_thumb.jpg\" width=\"244\" height=\"120\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>unterhalten. Goethe beschreibt ein solches Treffen im 13. Buch von Dichtung und Wahrheit\u00a0 \u201cSie war die wunderbarste Frau, und ich w\u00fc\u00dfte ihr keine andre zu vergleichen. Schlank und zart gebaut, eher gro\u00df als klein, hatte sie bis in ihre h\u00f6heren Jahre eine gewisse<\/p>\n<p>Eleganz der Gestalt sowohl als des Betragens zu erhalten gewu\u00dft, die zwischen dem Benehmen einer Edeldame und einer w\u00fcrdigen b\u00fcrgerlichen Frau gar anmutig schwebte. Im Anzuge war sie sich mehrere Jahre gleich geblieben. Ein nettes Fl\u00fcgelh\u00e4ubchen stand<\/p>\n<p>dem kleinen Kopfe und dem feinen Gesichte gar wohl, und die braune oder graue Kleidung gab ihrer Gegenwart Ruhe und W\u00fcrde. Sie sprach gut und wu\u00dfte dem, was sie sagte, durch Empfindung immer Bedeutung zu geben.\u201d<\/p>\n<p>Sie empf\u00e4ngt bedeutende K\u00fcnstler und Literaten. Johann Bernhard Basedow (1724-1790) war da. Er war 1771 nach Dessau berufen worden und wollte dort das Philanthropinum gr\u00fcnden eine \u201ePflanzschule der Menschheit\u201c, in der Kinder verschiedener Herkunft im<\/p>\n<p>Sinne des aufkl\u00e4rungsp\u00e4dagogischen Gedankenguts (standesgem\u00e4\u00df) erzogen werden sollten. Er hatte 1774\u00a0 er mit Goethe und Lavater eine Lahnreise unternommen und war m\u00f6glicherweise bei dieser Gelegenheit bei Sophie in Ehrenbreitstein gewesen zumal<\/p>\n<p>auch Lavater zu Sophies G\u00e4sten z\u00e4hlte. Lavater war Pfarrer Philosoph und Schriftsteller aus der Schweiz.Lavater besuchte Collegium Carolinum in Z\u00fcrich, wo u.a. Johann Jakob Bodmer sein Lehrer war. Wieland weilte ja ab 1752 auf Einladung Bodmers<\/p>\n<p>in der Schweiz.Also auch hier gab es Querverbindungen. Auch die Gebr\u00fcder Jacobi verkehrten in Sophies Salon. Johann Georg gab 1731 mit Wieland den Teutschen Merkur heraus. Sein Bruder Friedrich Heinrich war haupts\u00e4chlich als Philosoph t\u00e4tig.<\/p>\n<p>Er arbeitete ab 1804 zusammen mit Schelling an der Bayrischen Akademie der Wissenschaften. Auch Johann Jakob Wilhelm Heinse war bei Treffen dabei. Er kam auf F\u00fcrsprache von Wieland in den Dichterkreis um Gleim.<\/p>\n<p>Modern gesprochen k\u00f6nnte man sagen, dass der Salon von Sophie La Roche wie ein Netzwerk wirkte. In diesen Ehrenbreitsteiner Tagen \u2013 Goethe war gerade 22 Jahre alt, wurde er durchaus als Hochzeitskandidat f\u00fcr Maximiliane, Sophies<\/p>\n<p>\u00e4lteste Tochter gehandelt. Er wurde zwar nicht Maximilianes Gemahl, aber die schwarzen Augen Lottes im Werther gehen auf Maximiliane zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Wieland kam 1771 nach Ehrenbreitstein und besuchte Sophie. Friedrich Heinrich Jacobi war bei der Begegnung dabei und hatte sie geschildert:\u201dWieland \u2013 Wieland \u2013 O ja, Sie sind es, Sie sind noch immer mein lieber Wieland!\u2039 \u2013 Wieland, von dieser r\u00fchrenden<\/p>\n<p>Stimme geweckt, richtete sich etwas in die H\u00f6he; blickte in die weinenden Augen seiner Freundin, und lie\u00df dann sein Gesicht auf ihren Arm zur\u00fccksinken. Keiner von den Umstehenden konnte sich der Tr\u00e4nen enthalten\u201d<\/p>\n<p>Bevor wir in Sophies Leben weiterfahren, werfen wir einen Blick auf den Roman, der so viel Furore machte:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Das Fr\u00e4ulein Sternheim<\/strong><\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Buch-Frl.-Sternheim.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-width: 0px;\" title=\"Buch Frl. Sternheim\" alt=\"Buch Frl. Sternheim\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Buch-Frl.-Sternheim_thumb.png\" width=\"65\" height=\"117\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>Wieland war ja der Herausgeber von Sophie von La Roches \u201cDas Fr\u00e4ulein Sternheim\u201d oder \u201cgeistiger Ziehvater\u201d wie er in seinem Brief an Sophie geschrieben hatte. Das war nur folgerichtig, denn im 18. Jahrhundert hatten Frauen weder das Recht,<\/p>\n<p>noch die M\u00f6glichkeit ohne einen\u00a0 m\u00e4nnlichen Mentor irgendetwas zu ver\u00f6ffentlichen. Und auch die Form des Briefromans bot sich, denn der Brief stellte eine gebilligte Form sprachlicher Aktivit\u00e4t der Frau dar. Hier bewegte sich eine Frau auf<\/p>\n<p>vertrautem Terrain. Sophie hatte mit ihrem Roman ja durchaus eine p\u00e4dagogische Absicht, n\u00e4mlich die Erziehung des weiblichen Geschlechts.<\/p>\n<p>Der Roman ist in zwei Teile gegliedert. Ihm wird der Herausgeberbericht Wielands vorangestellt. Er gibt darin vor, die Herausgabe sei ohne Wissen der Autorin geschehen.Er erw\u00e4hnt mit Richardson und Fielding Vorg\u00e4nger. Das Fr\u00e4ulein Sternheim<\/p>\n<p>lehnte sich ja durchaus an Richardsons Pamela an, die auch f\u00fcr Goethes Werther Vorbild war. Er preist die Vorz\u00fcge aber auch Schw\u00e4chen des Romans und nimmt so m\u00f6glicherweise aufkommende Kritik schon vorweg.<\/p>\n<p>Die Geschichte beginnt mit Sophies Vorgeschichte, Sophies Eltern. Ihr Vater war ein englische Offizier, ihre Mutter eine englische Baronesse, die nicht standesgem\u00e4\u00df geheiratet hatte, denn Sternheim war erst sp\u00e4ter aufgrund<\/p>\n<p>seiner pers\u00f6nlichen Verdienste geadelt worden. Sophie wird nach christlichen Werten erzogen. Als das M\u00e4dchen neun ist, stirbt ihre Mutter. Nun ist haupts\u00e4chlich der Vater f\u00fcr ihre Erziehung verantwortlich. Sie durchl\u00e4uft den f\u00fcr M\u00e4dchen typischen<\/p>\n<p>Bildungsgang, wird aber auch anhand von Rechnungsb\u00fcchern ihrer Mutter zum Beispiel mit der Leitung eines Guts vertraut gemacht. Als Sophie 19 ist, stirbt auch ihr Vater und sie muss zu ihrem Onkel und ihrer Tante. Die Gr\u00e4fin L\u00f6bau<\/p>\n<p>war die Schwester ihrer Mutter. Die Gr\u00e4fin hatte damals die Heirat ihrer Schwester mit einem B\u00fcrgerlichen schwer missbilligt. Nun aber bringen die beiden Sophie am Hofe unter. Sie versuchen sie zur M\u00e4tresse des F\u00fcrsten zu machen,<\/p>\n<p>weil sie sich daraus pers\u00f6nliche Vorteile versprechen.Den weiteren Verlauf erfahren wir aus Briefen der Akteure. Da ist einmal Sophie selbst, dann zwei englische Adlige, Lord Seymour und Lord Derby. Die tugendhafte Sophie verabscheut die Umgangsformen des<\/p>\n<p>Hofs. Lord Seymour erscheint in Sophies Briefen als tugendhaft. Bei einem Hoffest best\u00e4tigt sich scheinbar das Liebesverh\u00e4ltnis zum F\u00fcrsten. Sie wird \u00f6ffentlich verleumdet. Lord Derby bietet Sophie als Ausweg eine heimliche Ehe an.<\/p>\n<p>In einem Brief an seinen Freund in Paris legt er diesem seine niedertr\u00e4chtigen Pl\u00e4ne dar. Er inszeniert eine Trauung, bei der sein Diener als Pfarrer verkleidet, die Trauung vornimmt. Damit endet der erste Teil.<\/p>\n<p>Lord Derby hatte Sophie verlassen, aber ihr vorher noch seine gemeine Tat enth\u00fcllt.<\/p>\n<p>Sophie lebt nun in ihrer neuen selbstgew\u00e4hlten Identit\u00e4t als Madame Leiden. Sie war zu ihrer Freundin Emilia, an die alle Briefe Sophies gerichtet sind gezogen. Mittlerweile war sie v\u00f6llig verarmt, da sie in ihrer Gutm\u00fctigkeit<\/p>\n<p>f\u00fcr drei Jahre alle Eink\u00fcnfte ihres Gutes an die Gr\u00e4fin L\u00f6bau abgetreten hat. Sie verkauft ihre Brillanten mit Bildnissen ihrer Eltern. Sie lebte von den Zinsen. Sie tut aber weiter Gutes und unterrichtet arme M\u00e4dchen an einer Gesindeschule von<\/p>\n<p>Madam Hill. Auf einer Badereise in Spaa lernt sie Lady Summers kennen. Sie folgt dieser als Gesellschafterin nach England. Als Gutsnachbar lebt dort Lord Rich, der sich in Sophie verliebt. Sophie ist zur\u00fcckhaltend aber nicht abweisend.<\/p>\n<p>Doch Sophies Leiden sind noch nicht zu Ende. Denn der Schurke Derby tritt wieder auf den Plan. Zuf\u00e4llig hatte er eine Nichte von Lady Summers geheiratet. Er f\u00fcrchtet entlarvt zu werden und l\u00e4sst Sophie deshalb entf\u00fchren. Er bringt sie bei einer armen Familie in<\/p>\n<p>Schottland unter. Sie ist von der Au\u00dfenwelt abgeschnitten und kann deshalb keine Briefe mehr schreiben. Aber ihre Gedanken h\u00e4lt sie in einem Tagebuch fest.Nun kommt eine neue Gattungsvariante zum Tragen. Nicht mehr Briefe sondern<\/p>\n<p>Tagebucheintr\u00e4ge werden nun wiedergegeben. Daraus erfahren wir, dass sie eine erneute Werbung von Lord Derby zur\u00fcckgewiesen hat. Der Diener misshandelt Sophie schwer. Sie ist dem Tode nahe. Der mitleidige W\u00e4rter bringt die Schwerverletzte auf<\/p>\n<p>ein nahegelegenes Schloss einer Gr\u00e4fin. Derby aber meldet er den Tod Sophies. Lord Seymour, der inzwischen von der Intrige und Verleumdung erfahren hatte und Lord Rich, der wie sich herausstellt der \u00e4ltere Bruder von Lord Seymour ist,<\/p>\n<p>machen sich auf den Weg nach Schottland, um das Grab der toten Sophie aufzusuchen. Sie ist aber nicht tot, sondern lebt im Haus der Gr\u00e4fin. Lord Rich verzichtet edel und gro\u00dfm\u00fctig zugunsten seines Bruders auf die Hand Sophies. Ihre<\/p>\n<p>Tugend wird mit ihrer zuk\u00fcnftigen Rolle als Gattin und Mutter belohnt.<\/p>\n<p>Auf Richardsons Pamela wurde schon hingewiesen. Auch Das Leben der Schwedische Gr\u00e4fin von G&#8230; (1747-48) von Christian F\u00fcrchtegott Gellert oder La Nouvelle H\u00e9lo\u00efse (1761) von Jean-Jacques Rousseau waren Vorg\u00e4nger.<\/p>\n<p>Bei allen drei war die verf\u00fchrte Unschuld\u00a0 Leitmotiv des Briefromans. Aber Sophie von Sternheim findet sich nicht passiv mit ihrem Schicksal ab. \u201cIm Gegensatz zu ihren Zeitgenossinen \u00fcberwindet Sophie von Sternheim ihr<\/p>\n<p>Ungl\u00fcck durch soziale Aktivit\u00e4t und Wohlt\u00e4tigkeit. Ihr aktives und selbstbewu\u00dftes Handeln unterscheidet sie haupts\u00e4chlich von anderen empfindsamen Heldinnen und pr\u00e4gt sie als individualisierter Charakter innerhalb der<\/p>\n<p>festgelegten Weiblichkeitsschablonen.\u201d (Dolors Sabat\u00e9 Sch\u00f6ne Seele, denkender K\u00f6rper: Das Weiblichkeitsbild in Sophie Geschichte des Fr\u00e4uleins von Sternheim Revista\u00a0 de Filolog\u00eda Alemana 2000 8,S.138)<\/p>\n<p>Gleich im Erscheinungsjahr mussten drei Auflagen gedruckt werden. F\u00fcnf weitere folgten in den n\u00e4chsten 15 Jahren. Und es gab \u00dcbersetzungen ins Franz\u00f6sische, Englische, Holl\u00e4ndische und Russische.<\/p>\n<p>Sophie von La Roche hatte begeisterte Leser. Aber auch die Literaturkritik \u00e4u\u00dferte sich sofort positiv. Goethe verfasste in den \u201cFrankfurter Gelehrten Anzeigen\u201d eine Rezension. Darin schrieb er, dass sich viele \u201cungebetene Beurtheiler\u201d<\/p>\n<p>eingefunden h\u00e4tten, der \u201cMann von der gro\u00dfen Welt, dessen ganze Seele aus Verstand gebaut ist\u201d, dann \u201c der Sch\u00f6nk\u00fcnstler\u201d \u201cder Kritiker\u201d und schlie\u00dflich \u201cder fromme Eiferer\u201d und dann f\u00e4hrt er fort: \u201callein alle die Herren irren sich,<\/p>\n<p>wenn sie glauben, sie beurteilen ein Buch- es ist eine Menschenseele; und wir wissen nicht, ob diese vor das Forum der gro\u00dfen Welt, des Aesthetikers, des Zeloten und des Kritikers geh\u00f6rt.\u201d (Goethes Werke, Vollst\u00e4ndige Ausgabe letzter Hand, Bd.33 S. 51).<\/p>\n<p>Auch Herder \u00e4u\u00dfert sich in einem Brief an Johann Heinrich Merck, dem Herausgeber der \u201cFrankfurter Gelehrten Anzeigen\u201dbegeistert. Allerdings kommt Wieland hier ziemlich schlecht weg. Herder hebt sie ab gegen\u00fcber Richardsons Clarissa und sagt:<\/p>\n<p>\u201c sie ist f\u00fcr mich einzig und weit mehr als Clarisse mit all ihren herausgewundenen Thr\u00e4nen. Dies ist auch etwas, was ihr ewigen Werth geben wird- nur Wielands Noten sind abscheulich.- Ich wei\u00df nicht, ob der elendste Commentator je\u00a0 so<\/p>\n<p>zuwider dem Sinne seines Autors glossirt als dieser: Sternheim, ein Engel vom Himmel, der uns Glauben an die Tugend durch sich selbst predigt, und Er, ich mags nicht sagen!\u201d Herder in Briefe an Johann Heinrich Merck von Goethe, Herder, Wieland und andern<\/p>\n<p>S.29. Gegen Ende des Jahrhunderts lie\u00df die Begeisterung f\u00fcr das Fr\u00e4ulein Sternheim nach, bis er allm\u00e4hlich in Vergessenheit geriet. Heute sieht die moderne feministisch gepr\u00e4gte Literaturwissenschaft in Sophie von La Roche mehr als die Verlobte Wielands und die<\/p>\n<p>Freundin des jungen Goethes oder die Gro\u00dfmutter der Romantiker Bettina und Clemens von Brentano.<\/p>\n<p>Sophie sagt selbst dazu: \u201cMein erster Versuch, die Geschichte des Fr\u00e4ulein von Sternheim, ist die Frucht des gr\u00f6\u00dften Unmuts, welchen ich damals empfinden konnte. Ich trennte mich ungern von meinen beiden T\u00f6chtern, welche durch Zwang der Umst\u00e4nde<\/p>\n<p>in Stra\u00dfburg bei St. Barbara erzogen wurden, und ich sprach \u00f6fters davon in einem Tone voll Trauer mit meinem zu fr\u00fch verstorbenen Freund Brechter, Prediger in Schwaigern bei Heilbronn, einem an Verstand und Herzen so vortrefflichen Manne,<\/p>\n<p>welcher das Urbild aller Pfarrherren war, die so oft in meinen Erz\u00e4hlungen vorkommen, so wie seine Frau das Modell von meiner Emilie in meiner Sternheim ist.\u201d (S. XXIV,XXV). er sagt ihr,dass es nicht gut sei, dass dieser Kummer an ihr nagt<\/p>\n<p>und er empfiehlt ihr: \u201cWissen Sie was: Bringen Sie alles, was Sie mir von Zeit zu Zeit zu Ihrer Erleichterung m\u00fcndlich sagen, so wie Ihre Ideen sich folgen, genau zu Papier\u2026. \u00fcben zugleich Ihren Geist und erf\u00fcllen Ihre durch Abwesenheit Ihrer T\u00f6chter<\/p>\n<p>einsame Stunden\u201d.(S. XXVI) und weiter \u201d-Doch ich wollte nun einmal ein papiernes M\u00e4dchen erziehen, weil ich meine eigenen nicht mehr hatte und da half mir meine Einbildungskraft aus der Verlegenheit und schuf den Plan zu Sophiens<\/p>\n<p>Geschichte. \u2013 Ihre Aeltern erhielten den Charakter der meinigen;\u201d (S. XXVII)<\/p>\n<p>Zur\u00fcck nach Ehrenbreitstein. Die Familie von La Roche war ganz oben angekommen.\u00a0 Frank von La Roche war kurtrierischer Kanzler, Sophie geachtete und gesuchte Schriftstellerin. 1776 wurde Frank von La Roche in den Reichsadel<\/p>\n<p>erhoben- aufgrund seiner eigenen T\u00fcchtigkeit und nicht aufgrund der Geburt, obwohl sein Vater ja dem Adel angeh\u00f6rt hatte, aber La Roche eben nicht als legitimen Sohn anerkannt hatte. Allerdings folgte kurz danach ein<\/p>\n<p>tiefer Sturz. 1780 wurden die beiden Minister Hornstein und Hohenfeld gest\u00fcrzt. Kurz darauf folgte ihnen La Roche nach. Inzwischen war heraus gekommen, der Verfasser\u00a0 der \u201cBriefe \u00fcber das M\u00f6nchswesen\u201d war. Das war willkommener Anlass, ihn<\/p>\n<p>vollends zu diskreditieren. Baron von Hohenfeld war nach Speyer in sein Haus gezogen und hatte auch die Familie La Roche nach Speyer geholt. Dort verbrachte die Familie sechs Jahre.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/HohenfeldscheHaus20klein.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-width: 0px;\" title=\"HohenfeldscheHaus%20klein\" alt=\"HohenfeldscheHaus%20klein\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/HohenfeldscheHaus20klein_thumb.jpg\" width=\"244\" height=\"150\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die Familie st\u00fcrzte nicht ins finanzielle Elend, wie das manches Mal so durchklingt. Frank La hatte immer noch die eintr\u00e4gliche Stelle eines Zollschreibers inne, die er bis an sein Lebensende behielt. Auch bezog er zeitlebens eine Pension.<\/p>\n<p>Was f\u00fcr ihn sicherlich wesentlich problematischer war, die Verdammung zur Unt\u00e4tigkeit. Das hatte ihm in seiner Zeit in B\u00f6nnigheim am meisten zu schaffen gemacht, und er war ja gewohnt, zu arbeiten und zu gestalten.<\/p>\n<p>Das hatte er schon in den Diensten des Grafen von Stadion in Mainz und Warthausen bewiesen und erst recht nat\u00fcrlich als kurtrierischer Konferenzminister. Was sicherlich auch ein Problem war, Sophie war ja schon erfolgreiche<\/p>\n<p>Schriftstellerin aber Frank von La Roche wollte nicht, dass seine Frau einer Verdienstarbeit nachging. Aber Sophie schrieb eifrig und erfolgreich weiter.<\/p>\n<p>Wenden wir uns noch kurz den Kindern der Familie von La Roche zu.\u00a0 In Renate Feyls Roman die \u201cProfanen Stunden des Gl\u00fccks\u201d wird sehr sch\u00f6n geschildert, wie Sophie bem\u00fcht war, ihre T\u00f6chter vor allem wirtschaftlich<\/p>\n<p>abgesichert unter die Haube zu bringen. Und obwohl sie ja selbst auf ihrem Lebensweg mit ihren Verlobungen durchaus einschl\u00e4gige Erfahrungen gemacht hatte, war es wohl so, dass ihre Vorstellungen, was gut f\u00fcr die T\u00f6chter ist,<\/p>\n<p>den Ausschlag gaben. Maximiliane heiratete 1774 den reichen Witwer und Kaufmann Peter Anton Brentano. Aus seiner Ehe mit Paula Maria Josefa Walpurga Brentano-Gnosso hatte er 6 Kinder als die Frau 1770 verstarb.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/220px-Maximiliane_von_La_Roche.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-width: 0px;\" title=\"220px-Maximiliane_von_La_Roche\" alt=\"220px-Maximiliane_von_La_Roche\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/220px-Maximiliane_von_La_Roche_thumb.jpg\" width=\"196\" height=\"244\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>Der Ehe mit Maximiliane entsprossen 12 Kinder, von denen 4 erw\u00e4hnt sein sollen. Der \u00e4lteste Georg wurde 1775 geboren. Er f\u00fchrte zusammen mit seinem Halbbruder Franz das Handelshaus Brentano, das sich ab 1830 auf das Bankgesch\u00e4ft konzentrierte. Er schuf in<\/p>\n<p>Frankfurt-R\u00f6delheim einen gro\u00dfen Landschaftspark. 1776 wurde Sophie geboren. Sie starb sehr jung 1880 als sie zu Wieland in Ossmannstedt zu Besuch war und ist dort bestattet. Clemens folgte 1778. Sein Taufpate war noch der Trierer<\/p>\n<p>Kurf\u00fcrst. Clemens wurde zum Schriftsteller der Romantik. Bekanntestes Werk ist die Liedersammlung Des Knaben Wunderhorn zusammen mit Achim von Arnim. Bettina, das 7. Kind Maximilianes lernte in Frankfurt den literarischen Arbeitskollegen<\/p>\n<p>von Clemens kennen. Sie heirateten 1811 und waren bis zum Tode Achims 1831 verheiratet.<\/p>\n<p>Maximiliane starb kurz nach der Geburt ihres 12. Kindes 1793. Maximilian hatte zwar dank der Heirat mit einem sehr reichen Mann einen gewissen Lebensstandard erreicht, aber ihren k\u00fcnstlerischen Ambitionen hatte sie entsagen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Goethe wunderte sich etwas \u00fcber Sophie, die ihre \u00e4lteste Tochter nach Frankfurt verheiratet hatte,\u201d \u2026 und konnte sich nicht recht in den Zustand finden, den sie doch selbst ausgew\u00e4hlt hatte. Anstatt sich darin behaglich zu f\u00fchlen, oder zu irgend einer Ver\u00e4nderung<\/p>\n<p>Anla\u00df zu geben, erging sie sich in Klagen, so da\u00df man wirklich denken mu\u00dfte, ihre Tochter sei ungl\u00fccklich, ob man gleich, da ihr nichts abging und ihr Gemahl ihr nichts verwehrte, nicht wohl einsah, worin das Ungl\u00fcck eigentlich best\u00fcnde \u201c (Dichtung und Wahrheit<\/p>\n<p>13. Buch). aber er konnte es auch nachempfinden \u201cweil sie sich auch in ihre neue Umgebung nicht zu finden wu\u00dfte und, obwohl mit Gl\u00fccksg\u00fctern gesegnet, aus dem heiteren Thal-Ehrenbreitstein und einer fr\u00f6hlichen Jugend in ein d\u00fcster gelegenes Handelshaus<\/p>\n<p>versetzt, sich schon als Mutter von einigen Stiefkindern benehmen sollte.\u201d (Goethe imselben Absatz).<\/p>\n<p>Luise Sophies zweite Tochter, war 1779 an den kurtrierischen Hofrat Joseph Christian von M\u00f6hn verheiratet worden. Im Bekanntenkreis der Familie La Roche stie\u00df das auf blankes Unverst\u00e4ndnis vor allem Goethes Mutter lie\u00df sich dar\u00fcber recht scharfz\u00fcngig aus.<\/p>\n<p>So schrieb sie an an Herzogin Anna Amalia in Weimar: \u201cTheureste F\u00fcrstin ! K\u00f6nte Docter Wolf den Tochtermann sehen, den die Verfasserin der Sternheim Ihrer zweyten Tochter Louise aufhengen will; so w\u00fcrde Er nach seiner sonst l\u00f6blichen Gewohnheit mit den<\/p>\n<p>Z\u00e4hnen knirschen, und gantz Gottlo\u00df fluchen. Gestern stellte Sie mir das Ungeheuer vor \u2013 Gro\u00dfer Gott ! ! ! Wenn mich der zur K\u00f6nigin der Erden \/ : Americka mit eingeschlo\u00dfen : \/ machen wolte; so \u2013 ja so \u2013 gebe ich Ihm einen Korb \u2013 Er sieht aus \u2013 wie der Teufel in<\/p>\n<p>der 7 ten Bitte in Luthers kleinem Catesichmus [!]\u2013 ist so dumm wie ein Heu Pferd \u2013 und zu allem seinem seinem[!] Ungl\u00fcck ist Er Hoffrath \u2013 Wann ich von all dem Zeug was begreife; so will ich zur Auster werden. Eine Frau wie die la Roche von einem gewi\u00df nicht<\/p>\n<p>gemeinem Verstand, von zimlichen Gl\u00fccksg\u00fctern, von Ansehn, Rang u.s.w. die es recht drauf anf\u00e4ngt Ihre T\u00f6chter ungl\u00fccklich zu machen \u2013 und doch Sternheime und Frauenzimmer Briefe schreibt \u2013 mit einem Wort, mein Kopf ist wie in einer M\u00fchle. Verzeihen Ihro<\/p>\n<p>Durchlaucht, da\u00df ich Ihnen so was vor erz\u00e4hle, ich habe aber eben das Awentheuer vor Augen \u2013 und die Thr\u00e4nen der guten Louise kan ich nicht ausstehn.\u201d (Catharina Elisabeth Goethe, Brief an Anna Amalia Herzogin von Sachsen-Weimar und Eisenach, Frankfurt am<\/p>\n<p>Main, 11. April 1779, zit. nach: Leis u. a. 1996, S. 95 f.) Allerdings war der Hofrat Alkoholiker was sich erst sp\u00e4ter herausstellte. Er musste aus seiner Stellung am Revisionsgericht in Koblenz ausscheiden. Louise trennte sich von ihrem Mann und zog 1789 zu ihrer<\/p>\n<p>Mutter nach Offenbach. Auch ihre Ehe war nicht gl\u00fccklich.<\/p>\n<p>Der \u00e4lteste Sohn Fritz, er war wohl das Ebenbild seines Vaters, wurde zu Wieland nach Erfurt zur Erziehung gegeben. Wieland war inzwischen dort Professor. Fritz wurde dann Kavallerieoffizier in franz\u00f6sischen Diensten. Er nahm 1780 am amerikanischen<\/p>\n<p>Unabh\u00e4ngigkeitskrieg teil. Dort zeichnete sich aus nahm aber seinen Abschied. Er diente dann in den Gardes francaises. Bei einem Urlaub, den er mit einem Kameraden, einem holl\u00e4ndischen Edelmann in Holland machte, lernte er eine junge Witwe kennen. Sie<\/p>\n<p>heirateten bald. Sophie und ihre Schwiegertochter Elsy\u00a0 de l\u2019Espinasse verstanden sich bestens. Die Frau von Fritz war sehr verm\u00f6gend. So k\u00f6nnte er einen Teil der dritten Schweizreise von Sophie finanzieren. Fritz und Elsy wanderten nach Amerika aus. Allerdings<\/p>\n<p>verschleuderte Fritz in Amerika fast das ganze Verm\u00f6gen seiner Frau. Die Ehe zerbrach. Sophie litt stark darunter, dass er seine Frau in eine solche Lage gebracht hatte. Sie schrieb an Elsy: \u201dSie und Ihre Kinder in einer so grausamen Lage, durch meinen Sohn ! O<\/p>\n<p>meine Elsy ! Nichts kann ausdr\u00fccken, was ich durch Ihre Situation und meine Machtlosigkeit leide\u201d Sophie von La Roche, Brief an Elsy von La Roche, Offenbach am Main, 17. Oktober 1797, zit. nach Maurer , S. 365. Fritz kehrte sp\u00e4te nach Europa zur\u00fcck gilt aber als seit<\/p>\n<p>1814 in Russland verschollen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/116_franz2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-width: 0px;\" title=\"116_franz2\" alt=\"116_franz2\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/116_franz2_thumb.jpg\" width=\"120\" height=\"170\" border=\"0\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/116_georg-karl2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-width: 0px;\" title=\"116_georg-karl2\" alt=\"116_georg-karl2\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/116_georg-karl2_thumb.jpg\" width=\"120\" height=\"170\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>Sophies zweiter Sohn Carl Georg war in preussische Staatsdienste getreten . 1786 arbeitete er als Bergrat im Salzbergbau in Sch\u00f6nenbeck bei Magdeburg. Sp\u00e4ter zog er mit seiner Familie dort verstarb er 1839 als Oberbergrat.<\/p>\n<p>Sophies j\u00fcngster Sohn Franz wurde 1768 geboren. Er war ihr Lieblingssohn und er war das einzige Kind, das sie selbst gestillt hatte. Er kam 1784 nach Colmar. Dort hatte Gottlieb Konrad Pfeffel seine \u201e\u00c9cole militaire\u201c\u00a0 gegr\u00fcndet,<\/p>\n<p>eine Erziehungsanstalt f\u00fcr protestantische Knaben. Die Z\u00f6glinge waren meist aus dem Adel und kamen aus Frankreich, der Schweiz und Deutschland. Aus ihr gingen hohe Milit\u00e4rs, Verwaltungsbeamte und Diplomaten der Revolutions- und Direktorialzeit<\/p>\n<p>hervor. Im Gegenzug nahm Sophie die f\u00fcnfzehnj\u00e4hrige Tochter Pfeffels, Peggi, zu sich nachhause, um sie bei sich auszubilden. Die Erziehungsziele orientierten sich an Rousseau. Nach seiner Zeit in Colmar studierte Franz Forstwirtschaft<\/p>\n<p>in Marburg. 1791 hatte er eine Stelle als Forstbeamter am Hof zu Hessen-Darmstadt erhalten, aber kurz nachdem er seinen Dienst angetreten hatte, verstarb er an einer Darmentz\u00fcndung im alter von nur 23 Jahren. Sophie war tief betr\u00fcbt und hat diesen Schicksals-<\/p>\n<p>schlag nie verwunden. Das war der zweite schwere Schicksalsschlag, den sie zu ertragen hatte. Die Familie war 1786 von Speyer nach Offenbach \u00fcbergesiedelt. Kurz vor der \u00dcbersiedlung hatte Frank von La Roche einen Schlaganfall erlitten. Von den Folgen erholte<\/p>\n<p>er sich langsam. doch dann erlitt er kurz hintereinander mehrere Schlaganf\u00e4lle. Sophie pflegte ihren Mann nun fast zwei Jahre. Er verstarb am 23.11.1788 und wurde auf dem katholischen Friedhof in B\u00fcrgel bestattet und nur drei Jahre sp\u00e4ter wurde<\/p>\n<p>Franz neben seinem Vater beerdigt.<\/p>\n<p>Gehen wir zur\u00fcck nach Speyer, nachdem wir uns mit Sophies Familie besch\u00e4ftigt haben. In Speyer begann\u00a0 Sophie mit der Herausgabe der Zeitschrift: &#8222;Pomona f\u00fcr Teutschlands T\u00f6chter&#8220; \u201cAn meine Leserinnen. Das Jahrbuch der<\/p>\n<p>Denkw\u00fcrdigkeiten f\u00fcr das sch\u00f6ne Geschlecht-zeigen meinen Leserinnen, was teutsche M\u00e4nner uns n\u00fctzlich und gef\u00e4llig achten. Pomona &#8212; wird Ihnen sagen,was ich als Frau daf\u00fcr halte-\u201c so schrieb Sophie im Vorwort des ersten Heftes ihrer<\/p>\n<p>Zeitschrift. Sie schreibt dann weiter \u201cGelehrsamkeit,meine Liebe! Sollten sie nicht darinn finden, einmal, weil ich selbst keine besitze,\u2026\u201d (1.Heft Seite 13) Wir wissen ja, dass Sophie eine umfassende Ausbildung erfahren hatte. Aber es war ja nicht schicklich<\/p>\n<p>f\u00fcr eine Frau, mit ihrer Bildung zu prahlen. Auch der Name wurde genannt und erkl\u00e4rt: \u201cMein B\u00fcchelgen soll Pomona hei\u00dfen\u2014diese ist die G\u00f6ttin des Herbsts. Ich bin in dem Herbst meines Lebens, und der Entwurf dazu entstand in dem Herbst\u2014\u201c<\/p>\n<p>(S.14\/15) Sie erschien von Januar 1783 bis Dezember 1784 als Monatsschrift. Die Hefte hatten einen Umfang von ca. 100 Seiten und hatten sofort eine enorme Resonanz, was sicher damit zusammenh\u00e4ngt, dass Sophie von La Roche eine der<\/p>\n<p>bekanntesten Autorinnen ihrer Zeit war.Pomona hatte sofort eine gro\u00dfe Anzahl von Abonnenten. Die Liste der\u00a0 ist lang: Rund siebenhundert Namen sind verzeichnet, nicht nur Frauen, auch M\u00e4nner. Leser aus dem B\u00fcrgertum wie aus den aufgekl\u00e4rten Kreisen des<\/p>\n<p>Adels bestellen ihre Monatszeitschrift, die bekannteste Abonnentin ist sicherlich die russische Zarin Katharina die Gro\u00dfe, sie abonnierte gleich 500 Exemplare. Billig ist sie nicht.4 Gulden und 30 Kreuzer Reichsgeld soll sie kosten. Das ist der Lohn eines<\/p>\n<p>Kochs f\u00fcr drei Monate oder es deckte die Miete f\u00fcr ein bescheidenes Zimmer f\u00fcr zwei Monate.Einige Artikel erscheinen durchg\u00e4ngig, zum Beispiel \u201cDie Briefe an Lina\u201d und die \u201cMoralischen Erz\u00e4hlungen\u201d. Das zweite,vierte, sechste und achte Heft des Jahrgangs 1783<\/p>\n<p>ist jeweils einem bestimmten Land gewidmet, n\u00e4mlich Frankreich, England, Italien und Deutschland. Das hatte Sophie aber schon im ersten Heft angek\u00fcndigt. Das Konzept von Pomona ist durchaus modern, Betrachtungen \u00fcber weibliche Erziehung,<\/p>\n<p>Haushaltsf\u00fchrung aber auch Reiseberichte. Auch \u00fcber Literatur, Kunst und Musik wurde berichtet. Einen breiten Raum nahmen die Leserzuschriften ein, die ausf\u00fchrlich beantwortet wurden. Auch die direkte Ansprache des Lesers, bzw. der Leserin<\/p>\n<p>ist ja durchaus in heutigen Zeitschriften noch \u00fcblich. Nach nur zwei Jahren stellte Sophie La Roche die Zeitung wieder ein. Warum ist nicht ganz klar. Es war aber sicherlich sehr arbeitsaufwendig, zumal die Herausgeberin die meisten<\/p>\n<p>Beitr\u00e4ge selbst verfasste. Was ihr m\u00f6glicherweise zu schaffen machte, waren die vielen Raubkopien, die den wirtschaftlichen Erfolg doch schm\u00e4lerte. Aber sie konnte die Ausbildung ihrer beiden S\u00f6hne finanzieren, was ihren Mann alles andere als begeisterte.<\/p>\n<p>In Speyer starte Sophie auch ihre 3. Karriere. Sie war mittlerweile \u00fcber 50 Jahre alt und startete von Speyer aus auf ihre Reisen in die Schweiz, die Niederlande, Frankreich und England und sie berichtete dar\u00fcber. So wurde sie zur ersten Reiseschriftstellerin<\/p>\n<p>Deutschlands. Ihre Art zu schreiben unterschied sich durchaus von den g\u00e4ngigen spr\u00f6den Reisebeschreibungen ihrer Zeitgenossen. Sie war ja versierte Autorin, die die literarischen Techniken beherrschte. Schon bei der Pomona hatte sie ihr journalistisches<\/p>\n<p>Talent bewiesen und auch bei ihre Reiseberichten zeigte sie, dass sie offensichtlich wusste, was ihr Publikum gern liest.Sie schreibt oft regelrecht mitreissende Reportagen.<\/p>\n<p>Zu ihren Reisen bemerkt Sophie: \u201cMeine Reisen sind reine treue Erz\u00e4hlung dessen, was ich bei dem entz\u00fcckenden Genusse des Anblicks von tausend Sch\u00f6nheiten der Natur und Beobachtung guter Menschen, Arbeiten und Handlungen,<\/p>\n<p>dacht und empfand;\u201d (S. XXXVIII)<\/p>\n<p>1787 und\u00a0 erschienen \u201cTagebuch einer Reise durch die Schweitz\u201d und Journal einer Reise durch Frankreich und 1788 Tagebuch einer Reise durch Holland und England und schlie\u00dflich 1793 Erinnerungen aus meiner dritten Schweizerreise.<\/p>\n<p>Als Sophie aus England zur\u00fcckkehrte war ihr Mann nach Offenbach umgesiedelt. Mit Hilfe seines Schwiegersohns Peter Anton Brentano hatte die Familie ein Haus in Offenbach erworben, das Sophie sp\u00e4ter liebevoll \u201cGrillenh\u00fctte\u201d nannte.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/183_grillenhuette1-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-width: 0px;\" title=\"183_grillenhuette1-2\" alt=\"183_grillenhuette1-2\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/183_grillenhuette1-2_thumb.jpg\" width=\"187\" height=\"133\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>Frank La Roche war der Aufenthalt in Offenbach wohl empfohlen worden und wahrscheinlich wollte er auch der Familie seiner Tochter n\u00e4her sein. \u00dcber die Schicksalsschl\u00e4ge, die Sophie zu Beginn ihrer Offenbacher Zeit trafen wurde oben schon<\/p>\n<p>berichtet.<\/p>\n<p>1784 bricht Sophie auf die immer wieder verschobene Reise in die Schweiz auf. Auch ihr Sohn Franz ist dabei. Als Verfasserin der Sternheim und dann Herausgeberin der Pomona hatte Sophie ja auch eine Ber\u00fchmtheit erlangt und wen sie auf ihren Reisen traf,<\/p>\n<p>das liest sich fast wie ein \u201cwho\u2019s who\u201d der damaligen Zeit.<\/p>\n<p>Die Reise f\u00fchrte \u00fcber Schaffhausen nach\u00a0 Z\u00fcrich und dann nach Bern.In Z\u00fcrich traf sie Horace B\u00e9n\u00e9dict de Saussure, der 1787 die erste wissenschaftliche Besteigung des Mont Blanc unternahm. Sie lernte Johann Heinrich F\u00fcssli kennen, den<\/p>\n<p>schweizerisch-englischen Maler und Publizisten; Johann Georg Schulthess, den Schweizer Theologen, der schon mit Wieland befreundet war dann Leonhard Usteri , der Professor f\u00fcr hebr\u00e4ische Sprachen war. N\u00e4chste Stationen waren dann Luzern, Lausanne und<\/p>\n<p>Genf.In Lausanne war Guillaume-Thomas Fran\u00e7ois Raynal zugegen. Er war einer der meistgelesenen franz\u00f6sischen Autoren der Sp\u00e4taufkl\u00e4rung.Seine \u201cGeschichtezweier Indien\u201d war in Frankreich vom Parlament verboten worden und sogar vom Henker auf dem<\/p>\n<p>Scheiterhaufen verbrannt. Da er in Frankreich bedroht worden war und er sich dort nicht mehr sicher f\u00fchlte, hielt er sich zu derzeit in\u00a0 der Schweiz auf. Sein Landsmann Louis-S\u00e9bastien Mercier war mit dabei. Er hatte einen utopischen Roman geschrieben \u201c2440\u201d,<\/p>\n<p>aber auch Theaterst\u00fccke oder das \u201cTableau de Paris\u201d, eine Stadtbeschreibung von Paris.<\/p>\n<p>In Lausanne traf sie auch auf den Schweizer\u00a0 Arzt Simon\u00a0 Auguste Andr\u00e9 David Tissot und Edward Gibbon, den englischen Historiker der Aufkl\u00e4rung. Sein wichtigstes Werk war eine Geschichte Roms. Bei einem Spaziergang in Lausanne traf\u00a0 Sophie Mademoiselle<\/p>\n<p>Necker, die sp\u00e4tere Madame de Stael.<\/p>\n<p>In Genf besuchte Sophie verschiedene Malerinnen, die damals Ber\u00fchmtheiten waren. Von Genf aus besuchte Sophie Fernay\u00a0 \u201cum die \u00dcberreste des Wohnsitzes von Voltaire zu sehen\u201d ( Tagebuch einer Reise durch die Schweitz S. 233) Sophie hatte Voltaire in Mainz<\/p>\n<p>gelesen und oben wurde ja schon ausgef\u00fchrt, dass Graf von Stadion Voltaire auf seiner Kavalierstour kennengelernt hat und auch Wieland Voltaire gelesen hatte. Sophie scheint dagegen kritische Distanz gehalten zu haben. Das zeigt auch sch\u00f6n in der Schilderung<\/p>\n<p>von Voltaires Garten. Da schreibt sie \u201cIn dem Garten, in welchen man von dem artigen Saal komt, ist eben so viel Unkraut wie in seinen Schriften, und die sch\u00f6nsten Anlagen in dem fruchtbarsten Boden.\u201d (ebd. S. 239)<\/p>\n<p>Ganz anders dagegen die Schilderung von Vevey, das sie kurz sp\u00e4ter besuchte besucht.Denn das ist die Stadt, die Rousseau nun w\u00f6rtlich \u201cwelche dieser au\u00dferordentliche Mann zum Schauplaz alle der hinrei\u00dfenden Auftritte w\u00e4hlte, welche in dieser Geschichte<\/p>\n<p>(Nouvelle Heloise) vorkommen.\u201d (ebd. S.313). Touristischer H\u00f6hepunkt ihrer ersten Schweizreise war ein Abstecher nach Chamonix und von dort unternahm sie einen Ausflug ins Mont Blanc Massiv. Wie ihr\u00a0 von ihren savojardischen Reisef\u00fchrer die<\/p>\n<p>\u00e4ltesten \u201csagten, dass ich die erste teutsche Frau sey, welche sie zu Chamoni und bey dem Eis gesehen\u201d. (ebd. S 262)Sie war auf dem Montanvert und hatte von dort beste Sicht auf den Mont Blanc, kam zum Arveron, durchlebte ein heftiges Gewitter<\/p>\n<p>und beschreibt dies sehr anschaulich. Zur\u00fcck gings dann von Lausanne aus wieder \u00fcber Murten nach Bern, wo sie den gesamten Bekanntenkreis von Wieland nochmals sah. Den Abschluss ihrer Reise bildete Basel. Dort besuchte sie Jakob Sarasin, der \u00e4hnlich wie sie<\/p>\n<p>selbst ein dichtes Netz von Bekanntschaften und Freundschaften mit vielen Vertretern der Aufkl\u00e4rung und des Sturm und Drang pflegte. Auch Sophie geh\u00f6rte zu diesem Netz.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/166_franz-zeichnung2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-width: 0px;\" title=\"166_franz-zeichnung2\" alt=\"166_franz-zeichnung2\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/166_franz-zeichnung2_thumb.jpg\" width=\"170\" height=\"120\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>Ihre erste Schweizer Reise hatte nicht mehr den gro\u00dfen publizistischen Erfolg wie Pomona, ganz zu schweigen von dem Fr\u00e4ulein Sternheim. Sie schreibt noch wie vor zwanzig Jahren. An den Ver\u00e4nderungen der aufkommenden Klassik nimmt sie nicht teil oder lehnt<\/p>\n<p>sie ab. Man sch\u00e4tzt nun eine neue Nat\u00fcrlichkeit. Manche empfinden ihre Prosa aber auch ihre Lebensform als maniriert oder gek\u00fcnstelt so wie Goethe zum Beispiel in einem Brief an Schiller \u201cEs ist schrecklich was eine blo\u00dfe Manier durch Zeit und Jahre immer<\/p>\n<p>leerer und unertr\u00e4glicher wird\u201d\u00a0 (Frankfurt am 12.und 14.8 1797). Auch die Weimarer Herzogin Amalia empfand das so und sprach von \u201cF\u00fchlen \u00e0 la Roche\u201d (Briefe an und von\u00a0 Johann Heinrich Merck, Aus den Handschriften hsg. von Karl Wagner, Darmstadt 1838,<\/p>\n<p>S.164) Aber sie kann sich ihre Auslandsaufenthalte \u00fcber den Verkauf der verkauften Journale zum Teil selbst finanzieren. Ihre Erlebnisse vermarktet sie geschickt. Sie reiste allein als Begleitung wohlhabender Freunde,die Reisen mitfinanzierten und ihr<\/p>\n<p>dar\u00fcber hinaus Schutz boten. Nach ihrer ersten Schweizer reiste sie mit Elise von Bethmann nach Frankreich. \u00dcber Stra\u00dfburg, wo sie wieder ihren Sohn zusammen mit Pfeffel trifft, geht es nach Paris. Dort erlebte sie einen Auftritt Ludwigs XV. anl\u00e4sslich<\/p>\n<p>der Geburt eines Prinzen. Etwas sp\u00e4ter erlebte sie auch den Einzug Marie Antoinettes in Paris und dabei sah sie auch den Kontrast zum K\u00f6nig. Bei Ludwig jubelte das Volk. Bei Marie Antoinette schwieg es.<\/p>\n<p>Rousseaus Grab besuchte Sophie auch und wie schon in ihrer Schweizer Reise zeigt sie ihre gro\u00dfe Verehrung f\u00fcr Rousseau. \u201cIch nahm Gras und Bl\u00fcmgen mit, welche zu seinem Haupt aufgewachsen waren; m\u00f6ge es eben so leicht werden, das Gute aus seinen<\/p>\n<p>Schriften zu sammeln.\u201d(Journal einer Reise durch Frankreich, S.223) Sie besuchten Nordfrankreich, kamen nach Bordeaux, wo der Vater ihrer Reisebegleiterin Elise Konsul war. Sie besuchte das Schloss Brede und war dort in der Bibliothek von<\/p>\n<p>Montesquieu. (ebd. S. 289) Sie war in Orl\u00e9ans und in Blois. Die Reise dauerte von M\u00e4rz bis Juli. Dass Sophie se sich leisten konnte \u00fcber Monate von der Familie abwesend zu sein, zeugt ebenso wie ihre Schriftstellerei von ihrer Selbstst\u00e4ndigkeit und Unabh\u00e4ngigkeit.<\/p>\n<p>Schon im n\u00e4chsten Jahr reiste sie mit der Freiin von Erthal nach Holland und von dort weiter nach England. Diesmal startete sie in Bingen. Dort traf sie ihren Sohn Karl. Als sie dann an Lahnstein vorbeikam, weckte das nat\u00fcrlich zwiesp\u00e4ltige Gef\u00fchle.<\/p>\n<p>\u201c-Obschon Lahnstein, und die die Th\u00fcrme von der Vestung zu Coblenz tausend schlummernde, unangenehme Ideen weckten, welche durch den Anblick des neuen churf\u00fcrstlichen Pallastes an dem Ufer des Rheins doppelt lebhhaft wurden\u2026\u201d<\/p>\n<p>(Tagebuch einer Reise durch Holland und England, Offenbach 2. Auflage 1791, S.30)Die Reise ging \u00fcber Nimwegen, Amsterdam. In Leiden besuchte sie das Grab von Voerhave, der an der dortigen Universit\u00e4t der Lehrer von Sophies Vater war.<\/p>\n<p>\u201cIch gieng, als Tochter eines verdienstvollen Vaters und Verehrers von Voerhave, wirklich mit Andacht dahin,..\u201d (ebd. S.148) Weiter ging es nach Harwich. Als sie nach einer st\u00fcrmischen \u00dcberfahrt, bei der so mancher seekrank geworden war,bei<\/p>\n<p>Harwich die englische K\u00fcste sah empfand sie tiefe Freude oder wie sie selbst schreibt \u201cSchon der Gedanke: Du siehst England (im Text gesperrt gedruckt) machte mich mit Freud beben.. denn ich bekenne B\u00fccher und Reisen (gesperrt) waren immer<\/p>\n<p>f\u00fcr mich die einzige Gl\u00fcckseligkeit dieses Lebens. Besonders England\u2026-war immer ein Punkt, nach welchem meine ganze Seele begierig war; (ebd. S. 183). In London hatte ihr Herr Hurter, der Agent des Markgrafen von Baden und alter Freund von Frank von Laroche<\/p>\n<p>das Quartier besorgt. Er \u201c nahm sie dann auch in die Kost\u201d (S.203) und begleitete sie an \u201cmerkw\u00fcrdige Orte\u201dso in eine Fabrik f\u00fcr mathematische und physikalische Instrumente. Die Abende wurden meist mit Theaterst\u00fccken verbracht. In London traf sie bald<\/p>\n<p>versehen mit einem Empfehlungsschreiben von Sarasin den Grafen Cagliostro, einen Alchimisten, Wunderheiler und Hochstapler, der durch Europa reist und viele Bewunderer hatte. Aufgrund der Empfehlungsbriefe \u201ckonnte (sie sich) also seine Bekanntschaft<\/p>\n<p>versprechen, nach welcher, ich bekenne es, ich sehr neugierig war, indem das Leben, die Handlungen, die Freunde und das Schicksal diesen Mann merkw\u00fcrdig gemacht haben.\u201d (ebd. S. 283). Sie staunt \u00fcber die breiten Stra\u00dfen Londons und die vielen Menschen, die<\/p>\n<p>abends noch unterwegs sind. \u201cMan trift bis 11 Uhr Nachts immer so viele Menschen auf dieser Stra\u00dfe an, wie in Frankfurt w\u00e4hrend der Messe; \u201c(ebd. S. 293). Sie trifft auch Madame La Fitte. Sie hatte das Fr\u00e4ulein von Sternheim ins Englische \u00fcbersetzt, aber auch<\/p>\n<p>Lavaters Physionomik. au\u00dferdem hatte sie eigene Schriften verfasst. \u00dcber Madame La Fitte lernt sie auch andere Pers\u00f6nlichkeiten der englischen Gesellschaft kennen, so Madame Fielding, die Oberhofmeisterin der k\u00f6niglichen Prinzessinnen war.Stark beeindruckt<\/p>\n<p>hatte sie Warren Hastings, der von 1773 bis 1785 Generalgouverneur von Ostindien war. H\u00f6hepunkt ihrer Englandreise war sicher der Empfang durch die englische K\u00f6nigin Charlotte von England, die aus dem Haus Mecklenburg-Strelitz stammte. Ihr Mann<\/p>\n<p>Georg wurde als Georg III. englischer K\u00f6nig und war der dritte englische K\u00f6nig, der aus dem Haus Hannover stammte, aber der erste, der in England geboren wurde. Die ganze K\u00f6nigsfamilie sprach deutsch mit Sophie. Die K\u00f6nigin machte ihre Komplimente:<\/p>\n<p>\u201cSie sagte mir g\u00fctevoll ihre Zufriedenheit, mich pers\u00f6nlich zu kennen, und dass sie Gutes von mir und meiner Feder denke.-\u201c (ebd. S. 394) Auch an Sophies Gatten wurde erinnert. \u201c Es wurde sehr gn\u00e4dig nach eurem Vater gefragt; ich sagte unter anderem, Er<\/p>\n<p>w\u00fcrde sich \u00fcber das Gl\u00fcck freuen, so ich h\u00e4tte, Ihro Majest\u00e4t die K\u00f6nigin zu sehen..\u201d (ebd. S. 394) Nach einem Aufenthalt von \u00fcber einem Monat in London kehrte sie nach Deutschland zur\u00fcck. In Calais trennte sie sich von ihrem Sohn.<\/p>\n<p>\u00dcber Br\u00fcssel und K\u00f6ln reiste sie nach Hause\u00a0 Carl fuhr nach Paris weiter. Nach dem England \u201cabgehakt\u201d war, war noch ein Herzenswunsch offen: Italien und warum das nicht verkn\u00fcpfen und Wieland wieder sehen? Sie schrieb am 30. Mai 1788 an ihn<\/p>\n<p>\u201cWarum geht alle Welt nach Italien und warum Sie nicht\u2026 machen Sie die Reise dahin mit mir-auf einen Winter\u201d (zitiert nach Ludmilla Assing, Sophie von La Roche,die Freundin Wielands,Berlin 1859 S.290 f). Darauf ging Wieland nicht ein.<\/p>\n<p>Dann starb Frank La Roche. Einerseits aufrichtig von Sophie betrauert. In Ihrem Nachlass fand man einen Schattenriss von ihr, auf den ihr Mann\u00a0 eigenh\u00e4ndig geschrieben hatte: \u201dSophia von La Roche, geborene von Gutermann zu Gutershofen<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/sophie.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-width: 0px;\" title=\"sophie\" alt=\"sophie\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/sophie_thumb.gif\" width=\"47\" height=\"54\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>geboren den 6. Dezember 1731, verm\u00e4hlt mit mir den 27. Dezember 1753. sch\u00f6n von Gestalt, edlen Anstandes, gl\u00e4nzend an Tugend und Wissenschaften, die beste Gattin und Mutter, die w\u00e4rmste Freundin, die gutth\u00e4tigste Menschenseele, mit<\/p>\n<p>ausgebildetem m\u00e4nnliche Verstand, dabei anspruchslos und bescheiden. Geschrieben und gezeichnet 1775 den 28. Juli.\u201d (zitiert nach Assing, S. 294)<\/p>\n<p>Sie analysiert ihre neue Situation und erkennt auch die Chancen , die in diesem Schicksalsschlag lagen. \u201cDoch das beste, was auch den Ver\u00e4ndrungen,welche unter Lebenden vorgehen, und der, welche der Tod hervorbringen wird, entstehen kann,<\/p>\n<p>ist meine Freiheit, nach meinem Charakter zu leben, in der Tat nach ihm zu leben, wie bisher nur mit meiner Feder geschehen konnte\u201d in einem Brief an Gr\u00e4fin Elise zu Solms-Laubach, ihre wichtigste Briefpartnerin ihrer Offenbach Zeit vom 9.9. 1788<\/p>\n<p>(Maurer, Lebensbild in Briefen S. 311) Und zwei Monate sp\u00e4ter schreibt sie ebenfalls an diesselbe Empf\u00e4ngerin, dass sie entschlossen ist, \u201c die teuer erkaufte Freiheit zu edlem Genu\u00df meiner \u00fcbrigen Tage (ebd. s. 312).<\/p>\n<p>Die geplante Italienreise wird in Angriff genommen. In Begleitung ihres Sohnes Fritz und dessen Gemahlin Elsy reisen sie. Die Reise geht aber nur bis nach Genf. Dort l\u00e4sst sie Sohn und Schwiegertochter allein reisen. Sie sorgt sich um ihren Lieblingssohn,<\/p>\n<p>zwar unbegr\u00fcndet, aber sie bricht die Reise ab und kehrt nach Offenbach zur\u00fcck. 1790 unternimmt sie wegen ihrer Gesundheit eine Kur in Driburg und Pyrmont. Aber 1791 stirbt ihr Lieblingssohn ganz pl\u00f6tzlich mit nur 23 Jahren.<\/p>\n<p>Da war die Katastrophe ihres Lebens, die sie trotz ihrer Tatkraft und optimistischen Weltsicht nie verwand. Wolfgang Adam bemerkt dazu: \u201cEs ist nicht \u00fcbertrieben,wenn man die letzten beiden Lebensdezennien als Trauerjahre um den geliebten Sohn<\/p>\n<p>bezeichnet\u201d (in Die Schweizer Reisen der Sophie von La Roche im Sammelband Helvetien und Deutschland: kulturelle Beziehungen zwischen der Schweiz und Deutschland 1770-1830, S.51)<\/p>\n<p>Frau von Steinberg, eine ihr \u201cinnig ergebene\u201d Frau (Assing S. 302) forderte sie auf, sie auf einer Reise nach Lausanne zu begleiten, um sie etwas zu zerstreuen. Auch ihre T\u00f6chter redeten ihr zu, auf diesen Vorschlag einzugehen. Das war sicher sehr<\/p>\n<p>gut gemeint, aber wahrscheinlich nicht sehr hilfreich. Schon die erste Seite dr\u00fcckt nur Schmerz aus \u201cErinnerungen aus meiner dritten Schweizer Reise. Meinem verwundeten Herzen zur Linderung. Vielleicht auch mancher trauernden Seele zum Trost geschrieben.<\/p>\n<p>Von Sophie Wittwe von La Roche. und im Vorwort schreibt sie: \u201cMeine geliebten T\u00f6chter, Brentano und M\u00f6hn, w\u00fcnschten, dass ich diese Reise mit der Frau von Steinberg machen m\u00f6chte. Es d\u00e4uchte meine \u00fcbrigen Kinder, eine Art heilenden Balsams, f\u00fcr<\/p>\n<p>mein durch den fr\u00fchen Tod meines sch\u00e4tzbaren Sohnes Franz Wilhelm zu seyn.\u00a0 Sch\u00f6nheit und Gr\u00f6\u00dfe der Natur solten mich tr\u00f6sten und st\u00e4rken, Freunde mich zerstreuen: aber liebe Kinder! so war es nicht..\u201d (S.1) Alles erinnerte sie an ihren geliebten Sohn.<\/p>\n<p>Aber sie wollte ihre Mitreisenden nicht mit ihrer Trauer bel\u00e4stigen, zumal Frau von Steinberg ihren Sohn zu einem Arzt bringen\u00a0 wollte. Und diese Pflicht\u00fcbung half ihr auch selbst weiter. In Paris hatte Ludwig XVI. gerade den Eid auf die neue Verfassung<\/p>\n<p>abgelegt. Das wurde auch in Stra\u00dfburg mit einem gro\u00dfen Fest gefeiert gerade als Sophie mit ihrer Reisegruppe in Stra\u00dfburg ankam. Obwohl ihr nicht der Sinn nach Feiern stand ging sie mit Freunden mit. Auf dem Weg nach Basel begegnete sie vielen<\/p>\n<p>Kutschen mit vornehmen Emigranten aus Frankreich, die es angesichts der unsicheren Lage vorzogen Frankreich zu verlassen. In Basel traf sie Jakob Sarasin wieder, dessen Frau mittlerweile auch gestorben war. Wo sie auch war, war nat\u00fcrlich Frankreich das<\/p>\n<p>Thema. 1792 verlie\u00dfen sie ihr Reiseziel Lausanne wieder, um nach Deutschland zur\u00fcck zu kehren.<\/p>\n<p>Im November 1793 starb dann auch noch ihre Tochter Maximiliane. Sophie nahm ihre Enkelinnen Bettina, Loulon und Meline zu sich. Auch den Sohn ihrer Freundin Elise von Bethmann nahm sie bei sich auf. Luises Mann war inzwischen auch verstorben.<\/p>\n<p>Sie wohnte inzwischen auch wieder bei der Mutter in Offenbach.<\/p>\n<p>Im \u00f6ffentlichen Bereich aber war, wir haben es schon bei der dritten Schweizreise gesehen, Frankreich das beherrschende Thema. Die Revolution in Frankreich erschreckte Sophie. Sie war im Verlauf dann auch ganz pers\u00f6nlich betroffen.<\/p>\n<p>Ab 1793 bis Oktober 1794 eroberte das revolution\u00e4re Frankreich die linksrheinischen Gebiete, die\u00a0 Napoleon 1801 annektierte. Infolge der Besetzung entfiel Sophies Anspruch auf Witwenversorgung. Jetzt war das Einkommen aus der Schriftstellerei<\/p>\n<p>wirklich die einzige Verdienstm\u00f6glichkeit f\u00fcr die Familie. Und Sophie schrieb unerm\u00fcdlich weiter.Auch unmittelbare Kriegsfolgen waren zu ertragen. Im Zuge des 1. Koalitionskrieg, in dem \u00d6sterreich, Preussen und einige kleinere deutsche Staaten<\/p>\n<p>gegen das revolution\u00e4re Frankreich vorgingen, hatte \u00d6sterreich die Rheinflotille aufgebaut. Deren Kanonenboote sollten\u00a0 Rhein, Mosel und Main\u00a0 zwischen Mannheim, Frankfurt und Koblenz beherrschen. Im Mai 1796 legte die Flotte bei Offenbach an<\/p>\n<p>und es gab zahlreiche Einquariertungen. Im Juli belagerten die Franzosen Frankfurt. Kaufleute schickten ihre Waren fort. Wertgegenst\u00e4nde wollte man verbergen. Goethe rief seine Mutter zu sich nach Weimar. Sie blieb aber in Frankfurt.<\/p>\n<p>Als die Franzosen dann Frankfurt beschossen, fl\u00fcchtete Goethes Mutter zu Sophie nach Offenbach. Nach ein paar Tagen war die Gefahr vor\u00fcber und sie konnte nach Frankfurt zur\u00fcckkehren.<\/p>\n<p>Die Zeiten waren sehr unsicher geworden und erst 1799 konnte sich Sophie wieder auf Reisen begeben: Wieland hatte 1797 sein Gut in O\u00dfmannstedt erworben und Sophie eingeladen, ihn zu besuchen. Ihr Sohn Karl, der bei Magdeburg lebte hatte sie schon<\/p>\n<p>vorher zu sich eingeladen. Und so lie\u00df sich das gut verbinden. Sie wurde von ihrer \u00e4ltesten Enkelin Sophie Brentano begleitet. Ihre Erlebnisse hielt sie fest in \u201cSchattenrisse abgeschiedener Stunden in Offenbach,Weimar und Sch\u00f6nebeck im Jahre<\/p>\n<p>1799\u201d (Leipzig 1800)Im Mai schreibt sie \u201cund jede Minute n\u00e4hert mich dem Tage, an welchem ich die sch\u00f6nste Reise antreten werde, um einen sch\u00e4tzbaren Sohn und seine Familie zu besuchen, und Wieland (im Text gesperrt), den edelsten<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Wielandgut1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-width: 0px;\" title=\"Wielandgut1\" alt=\"Wielandgut1\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Wielandgut1_thumb.jpg\" width=\"244\" height=\"184\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>Freund meiner Jugend, in dem Cirkel einer Kinder, an der Seite seiner w\u00fcrdigen Frau\u2026 (S.6\/7) Die Abfahrt hatte sich wegen einer schweren Erkrankung Luises verz\u00f6gert, aber am 11. Juli konnte die Reise begonnen werden. Am 15. Juli<\/p>\n<p>traf sie gl\u00fccklich in O\u00dfmannstedt ein. Wie jeden Abend beschloss Wieland seinen Tagesablauf mit einem Klavierspiel und Sophie erinnerte sich, dass sie ihn schon vor 49 Jahren in Biberach belauscht hatte. Sophie beschreibt dann<\/p>\n<p>das Landgut- durchaus so, wie man es noch heute vorfindet. Vor allem imponiert ihr die Lindenallee, die auch heute noch ein Schmuckst\u00fcck des Gutes ist.Sie beschreibt Wielands Bibliothek \u201c in Wielands B\u00fcchersammlung findet man von jedem Gelehrten alter und<\/p>\n<p>neuer Zeit auch das vollkommenste Werk sch\u00f6ner Kenntnisihres Geistes\u201d (S.49). Ein paar Tage sp\u00e4ter war sie mit Wieland zu Gast bei Herzogin Anna Amalia in Tieffurth. Auch Goethe war zugegen. Sie war im englischen Garten von Tieffurth unterwegs. Goethe<\/p>\n<p>besuchte Wieland auch in O\u00dfmannstedt. Das Gespr\u00e4ch zwischen Goethe und Wieland beeindruckte sie sehr, auch weil es ganz einfach, ohne Starall\u00fcren vonstatten ging. \u201cmir war \u00e4u\u00dferst sch\u00e4tzbar, ihn (Goethe) und Wieland wie zwey Verb\u00fcndete Genies, ohne<\/p>\n<p>Prunk und Erwartung,mit dem vertraulichen D u der gro\u00dfen Alten sprechen zu h\u00f6ren..\u201d (S. 58). Der Gegenbesuch fand bald im Hause Goethes in Weimar statt (Am Frauenplan).<\/p>\n<p>Sophie f\u00fchlt sich in \u201ceine r\u00f6mische Villa\u201d (S.61) versetzt, bewundert das an der T\u00fcr angebrachte<\/p>\n<p>Salve! noch heute auf Fussabstreifer gedrucktes und viel verkauftes Souvenir im Goethehaus. Abends waren sie zu einer Feier im Park von Weimar geladen. Dort traf sie auch Herder. Der besuchte sie auch mit seiner Frau in O\u00dfmannstedt. Dort lernt sie auch<\/p>\n<p>Jean Paul Richter kennen. Danach folgten einige Tage der Ruhe. Zuf\u00e4llig war Sophie auch zugegen, als Wieland \u201cals Landmann dieser Gemeine aufgenommen wurde\u201d (S. 87). Dann ging dieser, wenn man den \u201cSchattenriesen\u201d glauben darf, so wohltuende<\/p>\n<p>Aufenthalt f\u00fcr Sophie zu Sende. Ihr Sohn kam, um sie abzuholen, weil sie ihn ja in Sch\u00f6nebeck besuchen sollte. Die R\u00fcckreise f\u00fchrte nochmals \u00fcber Weimar. Dort verbrachte sie nochmals einige Tage bei Wieland. \u00dcber Jena ging es dann nach Offenbach<\/p>\n<p>zur\u00fcck. In Jena stie\u00df Clemens von Brentano zur kleinen Reisegruppe. Er studierte in Jena. Von\u00a0 da ab unternahm Sophie keine Reisen mehr.<\/p>\n<p>Die Weimarer Gesellschaft reagierte anders als Sophie begeisterte Schilderung vermuten lie\u00dfe. Dass Sophie als nicht mehr in galt, wurde schon oben angef\u00fchrt. Kurz vor ihrem Aufenthalt in Weimar sagt Goethe in einem Brief an Schiller\u00a0 (24.7.1799)<\/p>\n<p>\u201csie geh\u00f6rt zu den nivellierenden Naturen sie hebt das Gemeine herauf und zieht das Vorz\u00fcgliche herunter und richtet das Ganze alsdenn mit ihrer Sauce, zu beliebigem Genuss an. \u00dcbrigens m\u00f6chte man sagen dass ihre Unterhaltung interessante Stellen hat.\u201d<\/p>\n<p>(Schillers Werke. Nationalausgabe 38.I.Briefwechsel. Briefe an Schiller 1.11. 1798-31.12.1800 Hrsg. von Liselotte Blumenthal. Weimar 1975. S. 126).<\/p>\n<p>Sophie von Brentano kam mit der Jugendliebe ihrer Gro\u00dfmutter bestens klar. Dagegen hatte Wieland mit seiner ehemaligen Verlobten doch Probleme. Ihre langatmige Sentimentalit\u00e4t fand er einfach nur erm\u00fcdend. Das erinnert an das oben von Goethe an<\/p>\n<p>Schiller zitierte Urteil. Ganz anders die Enkelin. Sie strahlte einen Liebreiz aus, der bald Wielands Herz eroberte. und sie empfand Wieland als v\u00e4terlichen Freund, dem sie sich anvertrauen konnte. Beide\u00a0 verband eine z\u00e4rtliche Neigung. Daraus erwuchs tiefes<\/p>\n<p>Vertrauen, was zu langen Unterhaltungen f\u00fchrte. Wieland arbeitete damals an seinem Aristipp, was oft Gespr\u00e4chsgegenstand war. Wieland bewunderte Sophie von Brentanos klaren Verstand, der ihr nach seiner Meinung einen so gro\u00dfen Vorzug<\/p>\n<p>vor den meisten ihres Geschlechts gegeben habe. Der erste Aufenthalt dauerte ja nur 4 Wochen. Sophie und der Dichter blieben aber in Briefkontakt. Und im Juli 1800 kehrte Sophie von Brentano allein nach O\u00dfmannstedt zur\u00fcck. Es folgten wenige<\/p>\n<p>idyllische Tage. Wielands Sekret\u00e4r Samuel Christoph Abraham L\u00fctkem\u00fcller schreibt dazu in seinen Erinnerungen \u201cWieland liebte Sophie Brentano zugleich als seine Tochter und Freundin, und sie wirkte auf seinen Aristipp als eine Muse und Grazie\u201d<\/p>\n<p>(zitiert nach Thomas C. Starnes in Wissen, Erz\u00e4hlen, Tradition, Wielands Sp\u00e4twerk, Berlin 2010, S. 369) Und Wieland schrieb an seinen Freund Karl August B\u00f6ttiger: \u201cWenn die liebensw\u00fcrdige Sofie Brentano nicht w\u00e4re, so wei\u00df ich nicht,<\/p>\n<p>was aus meinem allm\u00e4hlich vergl\u00fchenden L\u00e4mpchen werden k\u00f6nnte.\u201d (ebd.S.369). Schon einen Monat sp\u00e4ter wurde Sophie von einem heftigen Nervenleiden ergriffen, an dem sie in 16 Tagen am 19. September 1800 auf Gut O\u00dfmannstedt verstarb.<\/p>\n<p>Sie wurde im Park direkt an der Ilm bestattet. Nur ein Jahr sp\u00e4ter starb Wielands Frau. Sie wurde neben Sophie begraben und auch Wieland fand dort seine letzte Ruhest\u00e4tte. Auf dem Grab steht ein Obelisk, der die Inschrift tr\u00e4gt:<\/p>\n<p><i>\u201cLiebe und Freundschaft umschlang die verwandten Seelen im Leben, und ihr Sterbliches deckt dieser gemeinsame Stein\u201d<\/i><\/p>\n<p>Auf ein Werk soll noch eingegangen werden. Das eine ist \u201cMein Schreibetisch\u201d, das in zwei B\u00e4nden 1799 erschien. Darin beschreibt sie in einer Art \u201cListenpoesie\u201d alle ihre Gegenst\u00e4nde an ihrem Arbeitsplatz, alle B\u00fccher ihrer Bibliothek.<\/p>\n<p>Das wird verbunden mit Stationen ihres Lebens und Personen, die ihr wichtig waren. Und sie erkl\u00e4rt eingangs warum ihr dieser Schreibtisch so wertvoll ist. \u201cDenken Sie dabey, dass neben diesen sch\u00e4tzbaren Eigenschaften auf dem wirklich etwas plumpen Tisch,<\/p>\n<p>der f\u00fcr mein Herz sehr hohe Wert liegt, aus Holz von der gr\u00e4flich stadionschen Waldung, der in meinem Vaterland liegenden Herrschaft Warthausen, verfertigt zu seyn, welches ich allen Cedern des Libanon, den Indischen Rosen-Atlas-Sandel-<\/p>\n<p>Eben-und Mahagonnyholz vorziehe,\u201d \u2026 und kurz danach weiter \u201d Der gro\u00dfe weise Graf von Stadion und mein guter Mann hatten auch so viel Achtung f\u00fcr meine, zu diesem Tische, gefa\u00dfte Liebe, da\u00df er 1754 mit nach Maynz kam, so wie 1760 mich wieder<\/p>\n<p>nach Warthausen, 1770 nach Coblenz, 1786 nach Heimbach und 1796 nach B\u00f6nnigheim, begleitete (Mein Schreibetisch,erstes B\u00e4ndchen, Leipzig 1799, S. 9\/10)Sie schreibt dann weiter, dass sie an diesem Tisch seit 45 Jahre Briefe ihrer Freunde gelesen<\/p>\n<p>hat, diese beantwortet hat, dass sie an diesem Tisch Englisch gelernt hat. Sie erz\u00e4hlt, dass sich Wieland an diesen Tisch gelehnt hat, wenn er nach Warthausen gekommen ist und dort Fragmente seiner Werke vorlas. (S.12) Sie beschreibt die Aussicht von<\/p>\n<p>Schloss Warthausen. Sie erz\u00e4hlt dass sie sich oft in der Bibliothek aufhielt, wo sie \u201cso oft einen der gr\u00f6\u00dften Staatsm\u00e4nner Deutschlands, mit einem unserer gr\u00f6\u00dften Dichter (Wieland) \u00fcber alle Gegenst\u00e4nde der alten und neuen Welt sprechen h\u00f6rte\u2026\u201d<\/p>\n<p>(S. 16). Dazu sei angemerkt, dass die W\u00e4nde der Stadionschen Bibliothek (siehe dazu auch Blog Die Familie Stadion) mit verschieden H\u00f6lzern aus den Stadionschen W\u00e4ldern get\u00e4felt ist, ohne N\u00e4gel, ein Zeugnis hoher handwerklicher Tischlerkunst.<\/p>\n<p>Sophie bemerkt dann, dass dies in einer Zeit war, \u201cin welcher Wielands Genius seine Fittiche ganz entfaltete\u201d (S. 16)Und sie f\u00fchrt den \u201cAgathon\u201d an, der damals entstand und dass die Erstausgabe des Musarion in Warthausen datiert war.<\/p>\n<p>Dann erw\u00e4hnt sie selbst ein kleines schmales Brettchen anbrachte und z\u00e4hlt auf, welche B\u00fccher darauf stehen. Sie beschreibt Bilder, die zu sehen sind, Tischbeins Eigenportr\u00e4t, dass dieser selbst ihrem Mann zum Andenken gegeben hatte, weil dieser<\/p>\n<p>den Maler mit dem Grafen von Stadion bekannt gemacht hatte, der ihm dann als M\u00e4zen seine Ausbildung erm\u00f6glichte und so erst seinen beruflichen Aufstieg erm\u00f6glichte.Auch Skizzen ihres Sohnes Franz sind darunter. Erinnerungen an ihre<\/p>\n<p>Reisen werden wachgerufen.<\/p>\n<p>Sophies letztes Werk\u00a0 \u201cMelusines Sommerabende\u201d begleitete uns den ganzen Blog \u00fcber.<\/p>\n<p>Etwas anstrengend fand ich die Lekt\u00fcre von Das Fr\u00e4ulein Sternheim. Es ist so wohl vom Stil als vom Thema her im Jahre 2013 schwer verdaulich und eher zeithistorisch interessant. Nach wie vor lesenswert obwohl oder gerade<\/p>\n<p>weil mehr als 200 Jahre dazwischen liegen durchaus fesselnd, sind die Reisebeschreibungen von Sophie von La Roche. sie sind kulturhistorisch noch gar nicht ausgewertet, aber sicherlich eine sehr gute Quelle zu den damals besuchten<\/p>\n<p>Reisezielen. Ich habe das auch so f\u00fcr Weimar und O\u00dfmennstedt empfunden. Im Oktober dieses Jahres war ich dort und habe die Lekt\u00fcre der \u201cSchattenrisse\u201d als durchaus aktuell erlebt. Das Wielandgut ist<\/p>\n<p>in Sophies Beschreibung\u00a0 fast unver\u00e4ndert zu erkennen und fast schmunzelnd habe ich den Besuch bei Goethe gelesen.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/sophie-von-la-roche-173120131807-img.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border: 0px;\" title=\"sophie-von-la-roche-173120131807-img\" alt=\"sophie-von-la-roche-173120131807-img\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/sophie-von-la-roche-173120131807-img_thumb.jpg\" width=\"244\" height=\"244\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das letzte Werk von Sophie La Roche erschien 1806 in Halle. \u201cMelusines Sommerabende\u201d. Der Herausgeber war Christoph Martin Wieland und damit schlie\u00dft sich der Kreis. 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