{"id":1979,"date":"2012-03-01T15:10:41","date_gmt":"2012-03-01T15:10:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=1979"},"modified":"2012-03-01T15:12:34","modified_gmt":"2012-03-01T15:12:34","slug":"kloster-andechs-der-heilige-berg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=1979","title":{"rendered":"Kloster Andechs Der Heilige Berg"},"content":{"rendered":"<p>&#160;<\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/800px-Andechs_Merian.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right-width: 0px; display: block; float: none; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; margin-left: auto; border-left-width: 0px; margin-right: auto\" title=\"800px-Andechs_(Merian)\" border=\"0\" alt=\"800px-Andechs_(Merian)\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/800px-Andechs_Merian_thumb.jpg\" width=\"244\" height=\"171\" \/><\/a> <\/p>\n<h1>Die Familie der Andechs-Meranier<\/h1>\n<p>&#160;<\/p>\n<p align=\"justify\">Die Andechs-Meranier sind ein altes bayrisches Adelsgeschlecht, dessen Hauptbesitz zun\u00e4chst im oberen Lech- und Isargebiet&#160; und um Erding und Ebersberg herum lag.<\/p>\n<p align=\"justify\">Ihr Aufstieg begann im fr\u00fchen 11. Jahrhundert. Zu ihrer Bl\u00fctezeit waren sie mit dem h\u00f6chsten deutschen Adel verwandt. Die Urspr\u00fcnge der Familie liegen im Dunkeln und auch die Familienhistorie bewegt sich zun\u00e4chst im legend\u00e4ren Bereich.<\/p>\n<p align=\"justify\">Sie sieht in Rasso ihren Gr\u00fcnder. Graf Rasso soll aus dem Frankenreich stammen , Herzog von Bayern, Franken,Schwaben und Burgund, Meranien und K\u00e4rnten gewesen sein, dazu Markgraf von \u00d6sterreich, Pfalzgraf bei Rhein sowie Graf von G\u00f6rz und Andechs. Angeblich hat er sich gro\u00dfe Verdienste bei der Befreiung des Heiligen Landes aus den H\u00e4nden der Ungl\u00e4ubigen erworben. Zum Dank daf\u00fcr hatte er ein kaiserliches Schreiben erhalten. Mit dessen Hilfe konnte er einen gro\u00dfen Reliquienschatz in Konstantinopel, Rom und Mailand erwerben, die den Grundstock f\u00fcr den Heiligen Schatz in Andechs bildeten. Er kehrte in die Heimat zur\u00fcck und soll 954 in Grafrath an der Amper ein Kloster gegr\u00fcndet haben.<\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/1_Graf_Rasso_B_097_Andechs_Wallfahrtskirche_Seitenaltar_Detail_Foto_Schmid_a558eee36b.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right-width: 0px; display: block; float: none; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; margin-left: auto; border-left-width: 0px; margin-right: auto\" title=\"1_Graf_Rasso_B_097_Andechs_Wallfahrtskirche_Seitenaltar_Detail_Foto_Schmid_a558eee36b\" border=\"0\" alt=\"1_Graf_Rasso_B_097_Andechs_Wallfahrtskirche_Seitenaltar_Detail_Foto_Schmid_a558eee36b\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/1_Graf_Rasso_B_097_Andechs_Wallfahrtskirche_Seitenaltar_Detail_Foto_Schmid_a558eee36b_thumb.jpg\" width=\"212\" height=\"154\" \/><\/a>Er soll dort seine letzten Tage verbracht haben und ist im Kloster bestattet. Nach Diessener und Andechser Quellen wurde das Kloster von Herzog Arnulf dem B\u00f6sen zerst\u00f6rt, der seinen Beinamen von m\u00f6nchischen Chronisten hatte, weil er als bayrischer Herzog in den Jahren von 908-914 viele Kircheng\u00fcter einzog, so dass die Kl\u00f6ster Benediktbeuren, Niederaltaich, Isen, Mosburg, Sch\u00e4ftlarn, Tegernsee und Wessobrunn fast ihren gesamten Besitz verloren.<\/p>\n<p align=\"justify\">Die Gebeine Rassos wurden erhoben und 1468 in einem Hochgrab \u00fcber dem Bodengrab beigesetzt. Es entwickelte sich bald eine lebhafte Wallfahrt, da seinen Gebeinen gro\u00dfe Wunderkraft nachgesagt war. Aus den Aufzeichnungen der Wunder aus den Jahren 1444-1728 sind 12.131 Eintr\u00e4ge erhalten.<\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Rasso_von_Andechs2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right-width: 0px; display: block; float: none; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; margin-left: auto; border-left-width: 0px; margin-right: auto\" title=\"Rasso_von_Andechs2\" border=\"0\" alt=\"Rasso_von_Andechs2\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Rasso_von_Andechs2_thumb.jpg\" width=\"244\" height=\"177\" \/><\/a>Zwei weitere Mitglieder der Familie werden als Heilige verehrt. In Diessen war das Grab des seligen Rathard. Er gr\u00fcndete 815 mit Unterst\u00fctzung seines Bruders,des Augsburger Bischofs Hanto (807-815) bei der St. Georgskirche in Diessen ein Augustiner-Chorherrenstift. Er selbst lebte dort als Priester und starb in dem Stift. Er wird als Seliger verehrt. Auch dieses Kloster soll durch Herzog Arnulf den B\u00f6sen&#160; zerst\u00f6rt worden sein. Vom Besuch seines Grabes versprachen sich ebenfalls viele Kranke Genesung. Nach der Zerst\u00f6rung des Stifts soll Gr\u00e4fin Kunizza in Diessen wieder ein Kloster mit drei Priestern gegr\u00fcndet haben. In dessen Kirche fand sie ihre letzte Ruhest\u00e4tte. Sie war angeblich eine Enkelin Ottos I. und war mit<\/p>\n<p align=\"justify\">Rocho, dem Bruder des heiligen Rassos verheiratet. Auch Rocho war wohl ein sehr frommer Mann, er soll auf einer Pilgerreise nach Jerusalem gestorben und dort begraben sein.<\/p>\n<p align=\"justify\">Sichere Belege f\u00fcr die Familie stammen erst aus dem 11. Jahrhundert. Dass sie von den Agilolfingern oder Luitpoldingern abstammen, l\u00e4sst sich nicht beweisen.In G\u00fcteraufzeichnungen, sogenannten Traditionsb\u00fccher s\u00fcddeutscher Domstifte und Kl\u00f6ster finden sich erste Belege. Einzelne Familienmitglieder werden in K\u00f6nigs-und Kaiserurkunden erw\u00e4hnt. Auch in Nekrologen oder Totenb\u00fccher geistlicher Gemeinschaften, vor allem im Nekrolog des Klosters Diessen finden sich Hinweise auf fr\u00fche Andechser. Das \u00e4lteste zweifelsfrei zur Familie der Grafen von Diessen und Andechs z\u00e4hlende Familie ist Graf Friedrich I. Er starb ca.1030 und ist in einer Urkunde K\u00f6nig Heinrichs II. (1002-1024) als Graf von Haching genannt. In der am 30.06. 1003 ausgestellten Urkunde wird von Friedrich berichtet, dass er in Haching zu Gericht zu sitzen pflegte und dass zu seiner Grafschaft der Forst geh\u00f6rte, der sich von Wolfratshausen zwischen Isar und Loisach zum Gebirge hin erstreckte.<\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/1003_urkunde.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right-width: 0px; display: block; float: none; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; margin-left: auto; border-left-width: 0px; margin-right: auto\" title=\"1003_urkunde\" border=\"0\" alt=\"1003_urkunde\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/1003_urkunde_thumb.jpg\" width=\"244\" height=\"204\" \/><\/a>Graf Friedrich ist auch noch in anderen Quellen nachgewiesen. So beurkundete er eine Schenkung des Adeligen Ratpots an das Kloster Tegernsee. Er war auch zugegen als die Kaiserin Kunigunde kurz nach dem Tod ihres Gemahls Heinrich II. in Regensburg 1025 einen Teil ihres Besitzes an das Domstift Freising ver\u00e4u\u00dferte. <\/p>\n<p align=\"justify\">Bei diesem Rechtsgesch\u00e4ft begleitete ihn sein Sohn Berthold, der in dieser Urkunde als \u201cBerthold, Sohn des Grafen Friedrich\u201d bezeichnet wird. Dieser ist wohl identisch mit dem Grafen Bertold von Diessen, der in sp\u00e4teren Urkunden als Zeuge aufgef\u00fchrt wird, so als Bischof Nitker von Freising (1039-1052) dem Kloster Schliersee seinen Zehnten im Dorf Vagen \u00fcbereignete.<\/p>\n<p align=\"justify\">Berthold I. hatte noch einen Bruder, den Grafen Otto II., den Grafen von Thanning, der die Wolfratshausener Linie begr\u00fcndete. Zur Familie Friedrichs und seiner S\u00f6hne z\u00e4hlte noch ein Graf Rasso von Diessen, ohne dass die verwandtschaftlichen Beziehungen n\u00e4her bekannt sind.<\/p>\n<p align=\"justify\">Bis zur Mitte des 11. Jahrhunderts hatte die Andechser Familie ihren altbayerischen Besitz erfolgreich abgerundet und konsolidiert. Sie betrieb eine geschickte Heiratspolitik und konnte so sich so Besitz und Einfluss im \u00f6stlichen und mittleren Alpenraum und in den&#160; Gegenden des Obermains verschaffen.<\/p>\n<p align=\"justify\">Graf Otto besa\u00df sp\u00e4testens seit den 60-iger Jahren des 11. Jahrhunderts die Grafschaft Wolfratshausen. Den Hauptgerichtsort Haching verlegte er nach Thanning. Au\u00dferdem gelang es ihm, in Tirol Fuss zu fassen. Er verf\u00fcgte bereits \u00fcber Freisinger Lehen, die er von Bischof Meginwart (1078-1098) erhalten hatte. In dem Dorf Amras, das heute nach Innsbruck eingemeindet ist, hatte er Eigenbesitz. Dort errichte er eine Herrschaft, deren Verwaltungsmittelpunkt die Burg Amras bildete.<\/p>\n<p align=\"justify\">Dieser Besitz war vor allem auch dadurch bedeutend, weil von hieraus alle Wege Richtung S\u00fcden \u00fcber den Brenner zum Unterinntal verliefen und \u00fcberwacht werden konnten. Der Brixener Bischof Altwin 1049-1097), mit dem Otto eng zusammenarbeitete stand w\u00e4hrend des Investiturstreit ebenso wie der Andechser auf Seiten des Kaisers. Das war sicher der Grund, dass Otto die Grafschaft erhalten hatte. Den Gegnern des Kaisers, an der Spitze Herzog Welf IV.(um 1040-1101) gelang es, den Brixener Bischof aus seinem Bistum zu vertreiben. Auch Otto verlor Grafschaftsrechte im Gebirge. Trotzdem blieb er Parteig\u00e4nger des Kaisers und erschien noch 1104 in Regensburg beim Reichstag an der Seite des Kaisers. An Rechtsgesch\u00e4ften, die die Welfen und deren Anh\u00e4nger betrafen, scheint er sich aber erst beteiligt zu haben, als die Auseinandersetzungen zwischen dem salischen Herrscher und seinem welfischen Gegner beigelegt waren. Im vorger\u00fcckten Alter verstarb Otto um 1120. Er war wohl der erste aus seiner Familie, der in n\u00e4here Beziehung zum salischen Kaiserhaus getreten war, worauf ihm ja der Schutz der wichtigen Verbindungsstra\u00dfe \u00fcber den Brenner zwischen Deutschland und Italien anvertraut worden war. Wahrscheinlich hatten auch die Verbindungen zum Kaiserhof eine Rolle gespielt, als seine Tochter Adelheid mit Berengar von Sulzbach verheiratet worden war.<\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/0_Andechs-Meranier-im-Schlackenwerter-Codex_9d9ef08ae5.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right-width: 0px; display: block; float: none; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; margin-left: auto; border-left-width: 0px; margin-right: auto\" title=\"0_Andechs-Meranier-im-Schlackenwerter-Codex_9d9ef08ae5\" border=\"0\" alt=\"0_Andechs-Meranier-im-Schlackenwerter-Codex_9d9ef08ae5\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/0_Andechs-Meranier-im-Schlackenwerter-Codex_9d9ef08ae5_thumb.jpg\" width=\"244\" height=\"155\" \/><\/a><\/p>\n<p>&#160;<\/p>\n<p align=\"justify\">Die Grafen von Sulzbach lassen sich mit dem Grafen von Gebhard I. auf das Jahr 1030 zur\u00fcckf\u00fchren. Sie waren im Nordgau beg\u00fctert. Das waren im 7. Jahrhundert das Gebiet n\u00f6rdlich der Donau zwischen&#160; Neuburg an der Donau und Regensburg.<\/p>\n<p align=\"justify\">Um 1060 umfasste es auch die Obermaingegend und reichte bis ins Egerland. Nach der wittelsbachischen Zweiteilung des Jahres 1329 entstand der Name Oberpfalz. Die Sulzfelder hatten ihren Stammsitz auf Burg Rosenfeld im Areal des Altstadtkerns des heutigen Sulzbach-Rosenberg. In 150 Jahren erlebte das Geschlecht dank h\u00f6chst einflussreicher Eheverbindungen einen rasanten Aufstieg, erlosch aber nach nur 150 Jahren wieder. Graf Berengar I. (vor 1080-1125), der Enkel des Grafen Gebhards I. war im engsten Umfeld der Salier zu finden. Er war Stifter von Berchtesgaden und Baumburg sowie Mitstifter des sp\u00e4teren Reformklosters Kastl, das er zusammen mit der Markgr\u00e4fin Luitgard von Z\u00e4hringen und dem Konstanzer Bischof Gebhard III., deren Bruder, gr\u00fcndete. Er war Anh\u00e4nger und Teil einer adligen F\u00fchrungsgruppe eines kirchlichen Reformkreises. Er war massgeblich am Sturz Kaiser Heinrichs IV. und der Einsetzung von dessen Sohn&#160; als Kaiser Heinrich V. beteiligt. Er war dann wichtigster Berater des neuen Kaisers, der den Investiturstreit 1122 mit dem Wormser Konkordat beenden konnte. Die eheliche Verbindung mit dem einflussreichen Grafen Berengar wertete auch das Ansehen der Andechser Familie stark auf. Vier seiner sechs Kinder verheirate der Graf h\u00f6chst vorteilhaft. Sein Sohn Gebhard III. war in 2. Ehe mit Mathilde, der Tochter des bayrischen Herzogs Heinrich IX., verheiratet. Die Tochter die aus der Verbindung mit Adelheid, der Tochter Diessener Grafen Otto mit Berengar hervorging, war Gertrud, die in den 30-iger Jahren Herzog Konrad von Schwaben heiratete, der 1138 als Konrad III. den deutschen K\u00f6nigsthron bestieg.<\/p>\n<p align=\"justify\">Eine weitere Tochter, Bertha wurde 1146 Gemahlin des griechischen Kaisers Manuel I. und war unter dem Namen Irene griechische Kaiserin. Dann war noch Luitgard. sie war mit Gottfried II dem Grafen von L\u00f6wen verheiratet. Sie war Herzogin von Niederlothringen. Berengars einziger Sohn Gebhard III. hatte ebenfalls nur einen Sohn, n\u00e4mlich Berengar II. Dieser nahm am Italien Feldzugs Kaiser Friedrich Barbarossas teil und starb dort an der Pest. Als Graf Gebhard 1188 verstarb, war die Familie im Mannesstamm ausgestorben. Der Aufstieg der Diessener Grafen begann jetzt aber erst so richtig.<\/p>\n<h1>&#160;<\/h1>\n<h2>&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160; Die Gr\u00fcndung des Hausklosters Diessen<\/h2>\n<p>Zwar trennten sich die beiden Familienzweige r\u00e4umlich. Die Zusammengeh\u00f6rigkeit des Geschlechts ging aber nicht verloren.<\/p>\n<p>&#160;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/220px-Ertl_Diessen.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right-width: 0px; display: block; float: none; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; margin-left: auto; border-left-width: 0px; margin-right: auto\" title=\"220px-Ertl_Diessen\" border=\"0\" alt=\"220px-Ertl_Diessen\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/220px-Ertl_Diessen_thumb.png\" width=\"224\" height=\"130\" \/><\/a><\/p>\n<p>&#160;<\/p>\n<p align=\"justify\">Wohl um die gleiche Zeit fassten beide Linien den Entschluss, am Ort ihres bisherigen Stammsitzes eine geistliche Gemeinschaft zu gr\u00fcnden. Das war im sp\u00e4ten 11. Jahrhundert war das in vielen Adelsfamilien g\u00e4ngige Praxis, man denke nur an das Kloster Limburg der Salier, Kloster Lorch der Staufer oder Altdorf und Steingaden der Welfen. In solchen Stiftungen fanden&#160; die Angeh\u00f6rigen der Gr\u00fcnderfamilien zumeist ihre letzte Ruhest\u00e4tte, hier f\u00fcr das Seelenheil der Wohlt\u00e4ter gebetet. Oft war es auch&#160; Ort, an dem man wichtige Urkunden aufbewahrte. Nicht selten geschah es, dass die Gr\u00fcnder noch die Vogtei \u00fcber die Stiftung vorbehielten. So hatten sie auch am wirtschaftlichen Wohlergehen dieser Stiftungen Anteil. Auch in Diessen war das so.<\/p>\n<p align=\"justify\">Bei St. Georg wurde eine Geistliche Gemeinschaft ins Leben gerufen. Bald aber zeigte sich, dass der Platz f\u00fcr das Vorhaben wenig g\u00fcnstig war. Anfang der 20-er Jahre verlegte man die Gr\u00fcndung an einen h\u00f6her gelegenen Platz bei St. Stephan. <\/p>\n<p align=\"justify\">Man stattete die Stiftung gr\u00f6\u00dftenteils mit G\u00fctern aus dem Besitz der gr\u00e4flichen Familie aus. Aber auch Ministeriale beider Linien konnten als Schenker auftreten, die teilweise Lehensgut mit Zustimmung der Herren aber teilweise auch Eigenbesitz \u00fcbergaben. Die Mitglieder der Gemeinschaft sollten nach der Regel des Heiligen Augustinus leben, so wollten es die Stifter. <\/p>\n<p align=\"justify\">Dass die gr\u00e4fliche Familie die Stiftung nicht einem M\u00f6nchsorden \u00fcbertrug sondern den Augustinerchorherren, l\u00e4sst vermuten, dass sie den Reformkreisen nahestand, die sich seit der Jahrhundertwende eine Erneuerung des religi\u00f6sen Lebens zur Aufgabe gemacht hatten. Daf\u00fcr spricht auch die Wahl des jungen Propstes aus dem Stift Rottenbuch. Rottenbuch war das Mutterstift der Augustinerchorherren in Altbayern und f\u00fchrend in der Kanonikerreform. Auch der erste Propst des Stifts Berchtesgaden und Baumburg, Eberwin kam aus Rottenbuch. Und sicher gab es \u00fcber die Diessener Gr\u00e4fin Adelheid auch Querverbindungen zu Rottenbuch. Schlie\u00dflich war sie mir Berengar von Sulzbach verheiratet, der wie oben gesagt die beiden Kl\u00f6ster gestiftet hatte. Einer der bedeutendsten Vertreter dieser Reformrichtung war Erzbischof Konrad I . von Salzburg (um 1075-1147), der seine Di\u00f6zese reformierte und vielen Kl\u00f6stern die Regel der Augustiner-Chorherren durchsetzte. Dar\u00fcberhinaus k\u00f6nnten auch N\u00fctzlichkeitserw\u00e4gungen eine Rolle gespielt haben. Augustinerstifte wurden oft in Form von Doppelkl\u00f6stern gegr\u00fcndet. Neben dem M\u00e4nnerkonvent bestand ein Frauenkloster. Damit hatten die Gr\u00fcnder Diessens die M\u00f6glichkeit, sowohl den m\u00e4nnlichen als auch den weiblichen Familienangeh\u00f6rigen, die unverheiratet blieben, ein standesgem\u00e4\u00dfes Auskommen im Stift zu verschaffen.<\/p>\n<p align=\"justify\">Man findet eine Reihe von Mitgliedern des Hauses Andechs im Diessener Konvent, so z.B. Konrad, ein Onkel Graf Bertholds II. oder seine Tochter Mechthild, die schon als Kind den Chorfrauen zur Erziehung \u00fcbergeben wurde. Sie blieb im Stift, wurde Leiterin der Kanonissen, bis sie auf Gehei\u00df des Papstes als \u00c4btissin nach Edelstetten ging und dort als Reformerin t\u00e4tig wurde.<\/p>\n<p align=\"justify\">Sie stand schon zu Lebzeiten im Ruf der Heiligkeit. einer \u00dcberlieferung zufolge kehrte sie sp\u00e4ter nach Diessen zur\u00fcck und starb dort 1160. Auch ihre Schwester Euphemia geh\u00f6rte dem Diessener Konvent an und wurde als Selige verehrt. Sie starb 1180 laut Stiftsnekrolog als \u00c4btissin des Klosters Altom\u00fcnster.<\/p>\n<p align=\"justify\">Erster Propst des Diessener Stifts war Hartwig. Er starb 1173. Papst Innozenz II. (1130-1142) stellte der Stiftung 1132 ein Schutzprivileg aus. In dieser Urkunde wurden Graf Berthold II. und Graf Otto III. sowie deren Gemahlin Sophie und Lauritta sowie deren Kinder als Stifter genannt. Er best\u00e4tigte die Transferierung sowie alle Besitzungen und Eink\u00fcnfte, darunter die Wallfahrt zum Seligen Rasso in Grafrath,die bis 1803 Filiale des Stifts blieb.<\/p>\n<p align=\"justify\">Auf Initiative Hartwigs wird wohl das Frauenkloster bei St. Stephan vor 1120 gegr\u00fcndet. Allerdings geht dies w\u00e4hrend der Kriegswirren und Pestzeiten im 14. Jahrhundert schon wieder zugrunde. <\/p>\n<p align=\"justify\">&#160;<\/p>\n<h1>&#160;&#160;&#160;&#160; Die Wolfratshausener Linie<\/h1>\n<p>&#160;<\/p>\n<p align=\"justify\">Der Bruder Ottos, eines der Stifter von Diessen war Heinrich I. von Wolfratshausen.<\/p>\n<p align=\"justify\">Er war Domkanoniker in Bamberg und in Regensburg. 1132 wurde er zum Nachfolger Bischof Konrads von Regensburg gew\u00e4hlt. Sicher hat sich der Domvogt von Regensburg Graf Friedrich von Bogen eingesetzt, der auch mit den Andechsern verwandt war.Das Domkapitel hat m\u00f6glicherweise f\u00fcr Heinrich votiert, da seine Familie ja kirchlichen Reformkreisen nahestand. Auch der verstorbene Bischof Konrad hatte Verbindungen zu diesen Kreisen und schon als Siegburger Abt war er \u201cals S\u00e4ule des m\u00f6nchischen Ideals\u201d gew\u00e4hlt worden. W\u00e4hrend seines Episkopats versuchte er, die Bildung des Klerus zu verbessern und f\u00f6rderte und unterst\u00fctze die Reformen in Kl\u00f6stern seines Sprengels wie Mondsee oder Weltenburg.<\/p>\n<p align=\"justify\">Die Wahl und der Beginn der Regierung des neuen Regensburger Oberhirten war von divergierenden politischen Interessen \u00fcberschattet. Der Bayernherzog Heinrich X. der Stolze stritt mit dem Bogener Grafen um die Regensburger Domvogtei. Au\u00dferdem wollte er als Welfe mit Sicherheit keinen Bischof aus einem Haus, das den Staufern nahestand, ja sogar verwandtschaftlich mit ihnen verbunden war. So wollte er die ohne sein mitwirken zustande gekommene Wahl nicht anerkennen und versuchte die Erhebung des Wolfratshausener zum Bischof zu vereiteln. Heinrich wandte sich nun an seinen Metropoliten, den Salzburger Erzbischof Bischof<\/p>\n<p align=\"justify\">Konrad. Dieser hatte schon vorher gezeigt, dass er auch nach dem Wormser Konkordat an den fr\u00fcheren Anspr\u00fcchen der Kirche in der Investiturfrage festhielt als er&#160; 1125 in Brixen Reinbert&#160; unter klarer Verletzung des Konkordats zum Bischof weihte. Reinbert war um 1116 Abt von Sankt Peter in Salzburg und hatte sich als Verfechter der Hirsauer Reform die Gunst Konrads erworben. Der Salzburger Erzbischof weihte Heinrich zum Bischof, noch bevor dieser das \u201cZepterlehen\u201d, also die weltliche Belehnung durch den K\u00f6nig erhalten hatte, ein&#160; Verstoss gegen das 1122 m\u00fchsam ausgehandelte Konkordat. Daraufhin r\u00fcckte Heinrich X mit seinem Heer gegen Regensburg vor, eroberte die Burg Donaustauf und lie\u00df die Umgebung der Bischofstadt verw\u00fcsten. Der Neffe des neuen Bischofs, Graf Otto V. von Wolfratshausen mischte sich auch ein. Als Herzog Heinrich am Jahresende Wolfratshausener Gebiet, durchzog wurde er von Otto \u00fcberfallen. Dies nahm der Bayernherzog nicht unges\u00fchnt hin. Ende Januar 1133 erschien er mit einem Heer im Inntal und brannte die Burg Amras nieder. Danach wurden die umliegenden Besitzungen des Grafen verw\u00fcstet. Dann zogen die Truppen des Herzog nach Wolfratshausen und begannen mit der Belagerung. Dann aber kam Bischof Heinrich mit einem Entsatzheer begleitet vom Markgrafen von \u00d6sterreich, vom Grafen von Bogen und anderen Adligen. In letzter Minute vermittelte Pfalzgraf Otto von Wittelsbach einen Waffenstillstand zu vermitteln. Der Bogener verst\u00e4ndigte sich mit Heinrich dem Stolzen und Otto von Wolfratshausen, der mit Justicia von Bayern, der Tochter Ottos von Wittelsbach verheiratet war, musste sich dem Herzog ergeben. Wenige Monate sp\u00e4ter belehnte Kaiser Lothar den Regensburger Bischof mit seinem Hochstift. Das \u00f6ffnete auch den Weg zur Auss\u00f6hnung Bischof Heinrichs mit dem Bayernherzog. Umsonst war es nicht. Der Bischof musste die hochstiftische Grafschaft um Kitzb\u00fchl und Rattenberg dem Herzog Heinrich dem Stolzen zum Lehen geben. Auf Lothars 2. Italienzug war auch der Regensburger Bischof dabei. Im Jahr 1137 wurde Heinrich sogar vom Kaiser zum Erzkanzler f\u00fcr Italien ernannt.<\/p>\n<p align=\"justify\">Auf der R\u00fcckkehr von diesem Italienzug starb Kaiser Lothar am 3.12. 1137 in Breittenwang bei Reutte in Tirol. Er hatte seinem Schwiegersohn Heinrich die Markgrafschaft Tuszien und das Herzogtum Sachsen verliehen. Vor allem hatte er ihm die Reichsinsignien \u00fcbertragen, was durchaus als Designation zum K\u00f6nig verstanden werden konnte. Doch der Staufer Konrad wurde von einer Minderheit&#160; welfenfeindlicher F\u00fcrsten am 7. M\u00e4rz 1138 in Koblenz in der Basilika St. Kastor zum K\u00f6nig ausgerufen. Konrad war ein Enkel Heinrichs IV. und betonte die Kontinuit\u00e4t der salischen Herrschaft in&#160; seiner Person. Aber ein gewichtiger Grund war sicher auch, dass Konrad \u00fcber eine wesentlich schw\u00e4chere Machtbasis als der Welfe Heinrich und F\u00fcrstenschaft und Kirche glaubten, Konrad besser unter Kontrolle halten zu k\u00f6nnen. Bischof Heinrich stellte sich auf die Seite des neuen K\u00f6nigs, was bei den verwandschaftlichen Bindungen der Staufer und des Hauses Andechs ja nicht verwunderlich war. Wenn immer Konrad in Regensburg war, war Heinrich in seiner N\u00e4he zu finden. 1147 hatte Adam, der erste Abt von Ebrach in Regensburg zum Kreuzzug aufgerufen. Adam war mit Bernhard von Clairvaux befreundet und von diesem mit der Kreuzzugspredigt in Ostfranken und Bayern beauftragt worden.<\/p>\n<p align=\"justify\">Auch Bischof Heinrich nahm das Kreuz und brach gemeinsam mit K\u00f6nig Konrad zum Kreuzzug auf. Dieser endete allerdings in einer Katastrophe und Bischof Heinrich kehrte nur wenige Monate sp\u00e4ter aus Kleinasien zur\u00fcck. Der Vorwurf der Treulosigkeit, ja auch des Verrats wurden gegen den Bischof erhoben. Er habe Konrad den Rat gegeben, den verh\u00e4ngnisvollen Weg durch die phrygische W\u00fcste zu nehmen. Doch Konrad selbst nahm den Bischof gegen diese Verunglimpfungen in einem Brief an Papst Eugen III. in Schutz. Heinrich ging im Jahre 1150 nochmals als Wallfahrer ins Heilige Land um sein Kreuzzugsgel\u00fcbde zu erf\u00fcllen. Im Juni 1151 kehrte er wieder aus Pal\u00e4stina zur\u00fcck. Als Reichsf\u00fcrst trat er nicht besonders in Erscheinung. Als geistlicher Leiter seines Bistums f\u00fchrte er die Reformen seines Vorg\u00e4ngers fort. Er unterst\u00fctzte die Gr\u00fcndung von Kl\u00f6ster. Unter seiner Regierung entstanden unter anderem die Konvente von Rohr (1133), Reichenbach (1135 Kirchweihe durch Bischof Heinrich), Paring (1141) oder Biburg (1133). Auch mit dem Bau der Steinernen Br\u00fccke in Regensburg wurde w\u00e4hrend seiner Amtszeit begonnen.<\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/RegensburgSteinerne-Bruecke-und-Dom.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right-width: 0px; display: block; float: none; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; margin-left: auto; border-left-width: 0px; margin-right: auto\" title=\"RegensburgSteinerne-Bruecke-und-Dom\" border=\"0\" alt=\"RegensburgSteinerne-Bruecke-und-Dom\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/RegensburgSteinerne-Bruecke-und-Dom_thumb.jpg\" width=\"244\" height=\"195\" \/><\/a>Bischof Heinrich verstarb im Mai 1155 und wurde in St. Emmeran in Regensburg begraben.<\/p>\n<p align=\"justify\">Weniger gut ging es dem Neffen des Bischofs, dem Grafen Otto V. Ottos Burg in Wolfratshausen ging im Fr\u00fchjahr in Flammen auf . Er selbst wurde gefangen genommen und in Ravensburg drei Jahre in Haft gehalten. Seine Frau Richenza ging zu ihrem Vater, dem Pfalzgrafen Otto von Wittelsbach zur\u00fcck. Erst 1136 vor dem 2. Italienzug Lothars kam es zur Vers\u00f6hnung mit Herzog Heinrich dem Stolzen.<\/p>\n<p align=\"justify\">Er begleitet ihn in dessen Gefolge nach Italien. Es ist nicht sicher, ob das ein echter Friedensschluss war. Wahrscheinlich schien es Herzog Heinrich ratsamer den alten Gegner in Gnaden aufzunehmen und so in seiner N\u00e4he zu haben als ihn in der Heimat zur\u00fcck zu lassen, w\u00e4hrend er in Italien weilte. am 10. November 1136 wurde er von einem Speer t\u00f6dlich am Kopf getroffen. Otto hinterlie\u00df keine Kinder. so fiel sein Erbe an seinen Bruder, den Grafen&#160; Heinrich II. Er scheint weitgehend<\/p>\n<p align=\"justify\">der politischen Linie seines Onkels, des Regensburger Heinrichs gefolgt zu sein und wurde dadurch auch in dessen Auseinandersetzungen hineingezogen, so <\/p>\n<p>bei der Belagerung der Burg Valley, bei der die Belagerer eine empfindliche Niederlage kassierten oder bei der Emp\u00f6rung gegen Herzog Heinrich Jasomirgott.<\/p>\n<p>Auch in seinen Tegernseern Vogtsrechten wurde er in die Schranken gewiesen. Heinrich erkrankte schwer. Er machte fromme Stiftungen f\u00fcr sein Seelenheil <\/p>\n<p>Er starb am 2. Mai 1157 kinderlos. Die Wolfratshausener Linie der Grafen von&#160; Diessen war mit Heinrich erloschen. Ihr Besitz fiel an die Andechser Linie.<\/p>\n<p>&#160;<\/p>\n<h1>&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160; Die Grafen von Andechs<\/h1>\n<p align=\"justify\">Die Andechser Grafen hatten sich aus den kriegerischen H\u00e4ndel, die vor allem im Konkurrenzkampf zwischen Staufern und Welfen wurzelten herausgehalten.Ihr Stammbesitz lag nat\u00fcrlich um Diessen und die Burg Andechs. Aber auch in Franken waren sie beg\u00fctert und die Anf\u00e4nge einer zielstrebigen Territorialpolitik in Franken lassen sich ab etwa 1110 verfolgen.&#160; Um Schweinfurt lebten die Grafen von Schweinfurt. Das waren mit die m\u00e4chtigsten Territorialherren in Ostfranken.<\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/220px-Andechs-Wappen.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right-width: 0px; display: block; float: none; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; margin-left: auto; border-left-width: 0px; margin-right: auto\" title=\"220px-Andechs-Wappen\" border=\"0\" alt=\"220px-Andechs-Wappen\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/220px-Andechs-Wappen_thumb.png\" width=\"163\" height=\"244\" \/><\/a> <\/p>\n<p align=\"justify\">Um 955 wird Otto III. von Schweinfurt geboren. Er war von 1024-1031 Graf im Nordgau und loyaler Gefolgsmann des Saliers Heinrich III. Dieser ernannte 1047 zum Herzog von Schwaben. Er war mit Irmingard der Tochter des Markgrafen Ulrich Manfred von Turin aus der Familie der Arduine verheiratet. Er hatte mit Irmingard 5 T\u00f6chter. Die \u00c4lteste war mit dem Grafen Herrmann von Kastl verheiratet und nach dessen Tod um 1074 heiratete sie dessen Bruder Friedrich. Die j\u00fcngste Tochter Gisela war mit Arnold von Diessen verheiratet. Judith war in erster Ehe mit Herzog<\/p>\n<p align=\"justify\">Konrad I. von Bayern verheiratet. Eine Tochter, Eilika, ging ins Kloster und wurde \u00c4btissin von Niederm\u00fcnster in Regensburg und Beatrix war mit Heinrich II. von Hildrizhausen&#160; im Sch\u00f6nbuch verheiratet. Als Otto 1057 starb wurde das Erbe unter die vier verheirateten T\u00f6chter und die Witwe aufgeteilt. An Gisela fielen die G\u00fcter um Kulmbach und die Plassenburg. Gisela und Arnold hatten zwei S\u00f6hne, n\u00e4mlich Gebhard und Berthold II. Die beiden S\u00f6hne teilten sich das v\u00e4terliche Erbe auf. Gebhard erhielt den Besitz am Inn und die Hallgrafschaft, Berthold den altbayrischen und fr\u00e4nkischen Besitz.<\/p>\n<p align=\"justify\">In Oberfranken hatten die Bisch\u00f6fe von Bamberg, vor allem Bischof I. (um 1060-1139)&#160; im 12. Jahrhundert begonnen, ihr Hochstift mit einem Burgenkranz zu sichern. Vielleicht als Antwort auf diese Burgenpolitik hat auch Berthold begonnen, seine Besitzungen im Zweimaingebiet mit Burgen zu sichern. Sp\u00e4testens zu Beginn der 30-er Jahre ist wohl die Plassenburg errichtet worden. Seit 1137 werden Berthold und seine Kinder immer wieder als Grafen von Plassenburg bezeichnet. Um dieselbe Zeit ist wohl Kulmbach zu F\u00fcssen der Plassenburg gegr\u00fcndet worden. Um 1174 taucht der Ort in den Quellen auf. Auch um Bayreuth hatte man um diese Zeit mit dem Landesausbau begonnen. Nicht nur um die fr\u00e4nkischen Besitzungen k\u00fcmmerte sich Berthold. Er war auch h\u00e4ufig als Vogt von Benediktbeuren t\u00e4tig und auch Die\u00dfen behielt er im&#160; Auge. Gewicht scheint auch der Besitz in den \u00f6stlichen Alpenl\u00e4ndern gehabt zu haben. Eine enge Beziehung hatte Berthold zu dem 1074 wieder errichteten Kloster in der Steiermark, was nicht verwunderlich ist. Hatte doch Admont mit Abt Wolfhold (1115-1137) und Abt Gottfried (1138-1165), die beide als M\u00f6nche aus St. Georgen kamen und das Kloster Admont nach dem Vorbild von Hirsau-St. Georgen formte. Die \u201cAdmonter Reform\u201d strahlte unter vielen anderen Kl\u00f6stern auch auf Benediktbeuren aus. Graf Bertold \u00fcbergab seine Tochter Kunigunde der geistlichen Gemeinschaft in Admont und beschenkte das Kloster. Auch Agnes, die Tochter Graf Ottos III. von Wolfratshausen erhielt in Admont ihre Erzziehung vor sie \u00c4btissin in Neuburg an der Donau wurde. Seit Beginn der 40-er Jahre hielt sich Berthold auffallend h\u00e4ufig am k\u00f6niglichen Hof Konrads auf. Er wird praktisch jedes Jahr als Zeuge in K\u00f6nigsurkunden genannt. Das mag damit zusammenh\u00e4ngen, dass seine Interessen nun mit den mit den weltlichen Interessen der Bisch\u00f6fe von Bamberg kollidierten. \u00dcber verschlungene Erbwege waren weitere Teile aus der Hinterlassenschaft Ottos von Schweinfurt an die Grafen von Andechs gelangt. Ottos Witwe Irmingard hatte in 2. Ehe den Grafen Ekbert von Schweinfurt geheiratet. Aus dieser Ehe ging ein Sohn hervor, der Markgraf Ekbert II. von Meissen. Dieser blieb kinderlos. Dessen Witwe&#160; Oda \u00fcbertrug diesen Besitz an ihre Schwester Kunigunde von Beichlingen.Diese stattete ihre Tochter Mechthild mit diesen G\u00fctern aus. Noch zu Lebzeiten der Mutter hatte deren Tochter Adela die Burgen Giech und Lichtenfels. Adela heiratete<\/p>\n<p align=\"justify\">einen&#160; Grafen Reginboto von Giech. Deren gemeinsame Tochter Kunizza wiederum heiratete&#160; Grafen von Andechs-Plassenberg&#160; Poppo I., den Sohn Bertholds II.Aus Bamberger Sicht stellte der erneute Gebietszuwachs der Andechser eine Bedrohung der weltlichen Herrschaft des Hochstifts dar, zumal die Andechser Besitzungen&#160; sich nun die zwischen hochstiftischen G\u00fctergruppen um Banz und Burg- bzw. Altenkunststadt schoben. au\u00dferdem konnte die wichtige Talstra\u00dfe von Bamberg nach Kronach vom nun andechsischen Lichtenfels kontrolliert werden. Unter dem Bamberger Bischof Otto I. stellte dies noch kein Problem dar. Doch sein Nachfolger Bischof Egilbert (1139-1146) sah das anders. Wohl auf Betreiben des Bischofs wurde die Ehe zwischen Kunizza und Poppo wegen zu naher Verwandtschaft f\u00fcr ung\u00fcltig erkl\u00e4rt. Kunizza \u00fcbereignete ihre Erbschaft dem Hochstift und trat ins Kloster ein. Poppo nahm dies nicht so einfach hin, zumal aus der Ehe bereits ein Sohn, Heinrich, hervorgegangen war. Es kam zu einer l\u00e4ngeren Fehde, die erst 1143 mit einem Schiedsvertrag beendet wurde. Zun\u00e4chst schien es, dass der Vertrag ein Erfolg f\u00fcr das Hochstift war, doch bald zeigte sich, dass die Andechser die besseren Karten hatten. Dem Bischof waren die Befestigungen vor Burg Giech zugesprochen, dazu die H\u00e4lfte der Burg Lichtenfels sowie mehrere G\u00fcter im Maintal. Die \u00fcbrigen G\u00fcter aus der Erbschaft sollten bei Poppo und dessen Sohn Heinrich sowie dem Bruder Poppos, Graf Berthold III. auf Lebenszeit verbleiben und nach deren Tod an das Hochstift Bamberg fallen. F\u00fcr den Verzicht auf einen&#160; Teil der Mitgift wurden die Andechser mit der Grafschaft im Radenzgau entsch\u00e4digt. Der Radenzgau deckt sich im wesentlichen mit dem heutigen Regierungsbezirk Oberfranken ohne Bamberg. Aber Graf Poppo nahm ebenfalls das Kreuz. Vor seiner Abreise gab er seinen Sohn Heinrich ins Kloster Admont, damit er dort M\u00f6nch werde. Poppo starb nun 1148 bei Konstantinopel. Nun trat Graf Berthold III. das Erbe an. Von einem Verzicht war nicht mehr die Rede. Berthold verhandelte mit dem Nachfolger Bischof Egilberts, dem Bischof Eberhard II. von Otelingen (1146-1170) neu. In dem Giechburgvertrag von 1149 wurde festgelegt, dass der zuk\u00fcnftige Erstgeborene von Berthold in den Besitz des Giecher Erbes gelangen sollte.<\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/300px-Giechburg.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right-width: 0px; display: block; float: none; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; margin-left: auto; border-left-width: 0px; margin-right: auto\" title=\"300px-Giechburg\" border=\"0\" alt=\"300px-Giechburg\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/300px-Giechburg_thumb.jpg\" width=\"244\" height=\"172\" \/><\/a>Mit dem Giechburgvertrag hatte Berthold noch zu Lebzeiten&#160; seines Vaters bewiesen, dass er auch er durchaus in der Lage war, den Besitz des Hauses zusammen zu halten. Auch dass er die Vogteien \u00fcber die Kl\u00f6ster Langheim (1132 als Tochterkloster von Kloster Ebrach gegr\u00fcndet) und St. Getreu in Bamberg (1124 von Bischof Otto gestiftet) gewinnen konnte, belegt die wachsende St\u00e4rke der Andechser.<\/p>\n<p align=\"justify\">Graf Berthold II. verstarb 1151. als 1157 die Wolfratshausener Linie ausstarb, war das Familiengut im westlichen Alpenvorland wieder in einer Hand vereint. Graf Berthold war in erster Ehe mit Sophie von Istrien, die als Mitgift G\u00fcter s\u00fcd\u00f6stlich der Alpen in das Haus Andechs eingebracht hatte, verheiratet. Nach dem Tod ihres Bruders, des Markgrafen Poppo III. von Istrien, 1141 konnte Berthold auch einen Gro\u00dfteil des Erbes in Krain, K\u00e4rnten und der Untersteiermark sichern.Als Sophie starb heiratete Berthold in 2. Ehe Kunigunde die Tochter des Grafen Ekbert II. von Formbach. Als die Familie von Formbach mit Kunigundes Bruder Ekbert III. ausstarb, erhob Berthold III. Anspr\u00fcche auf diesen Besitz. Die ostbayrischen Besitzungen der Formbacher bestanden zu einem gro\u00dfen Teil aus Reichslehen. Den Ausschlag zum Erwerb dieser Besitzungen d\u00fcrfte die N\u00e4he Bertholds zum Staufer Kaiser Friedrich I. gewesen sein. Er stand schon seit Jahren im Dienste Friedrichs. Nach dem Tod K\u00f6nig Konrads hatte er an den Gespr\u00e4chen teilgenommen, die die Bisch\u00f6fe von Bamberg und W\u00fcrzburg 1152 mit Friedrich von Schwaben, dem sp\u00e4teren Kaiser Friedrich wegen der K\u00f6nigswahl f\u00fchrte. Er scheint sich auch in den Jahren 1154-1158 st\u00e4ndig am Hofe Friedrichs aufgehalten zu haben. Auch sein Bruder Otto IV. d\u00fcrfte zu den Mitarbeitern des Hofes gez\u00e4hlt haben. Otto war Kanoniker am Augsburger Dom und der Propstei St. Stephan in Bamberg. Daneben hatte er auch die W\u00fcrde eines Propstes am Aachener Marienstift inne. Diese W\u00fcrde war zumeist Mitgliedern der Hofgeistlichkeit vorbehalten. Otto wurde schlie\u00dflich 1164 zum Nachfolger Bischofs Hartmann von Brixen (1140-1164) gew\u00e4hlt. Bischof Hartmann war von Konrad zun\u00e4chst nach Salzburg berufen worden und dann auf Betreiben Konrads 1140 Bischof in Brixen. Er war schon in Salzburg als Leitfigur der gregorianischen Kirchen-und Klerusreform gesehen worden und hatte als eifriger Reformbischof in Brixen gro\u00dfes Ansehen genossen. <\/p>\n<p align=\"justify\">Otto verdankte seinen Aufstieg sicher vor allem dem Einfluss des Kaisers, der das an einer der wichtigsten Alpenstra\u00dfen gelegene Bistum in sicheren H\u00e4nden wissen wollte. Zur Zeit der Wahl Ottos herrscht in der Kirche Schisma. Seit der Wahl von 1159 gab es zwei P\u00e4pste und zwar Alexander III. und Viktor IV. Viktor IV. unterst\u00fctzte Friedrich. Nur ein auf Seiten Viktors stehender Oberhirte h\u00e4tte Otto zum Bischof weihen k\u00f6nnen. Er verzichtete deshalb nach der Belehnung durch den Kaiser auf die Weihe. Deshalb ben\u00f6tigte er in Brixen einen Hilfsbischof, der die geistlichen Funktionen f\u00fcr ihn aus\u00fcben konnte. Die weltlichen Funktionen aber nahm er energisch wahr. Wahrscheinlich im Einverst\u00e4ndnis mit dem Kaiser belehnte er seinen Bruder Berthold mit Grafschaftsrechten im Inn- und Pustertal. Au\u00dferdem \u00fcbertrug er ihm die Vogteien \u00fcber das Hochstift sowie \u00fcber das von Hartmann 1140 gegr\u00fcndete Kloster Neustift bei Brixen. Graf Berthold hatte nun die Kontrolle \u00fcber den Weg nach S\u00fcden \u00fcber das Eisacktal und den Brenner. Dieser Machtzuwachs veranlasste viele Angeh\u00f6rige freier Familien als ministeriale in Andechser Dienste zu treten, wie zum Beispiel die Herren von Freundsburg und Rotenburg im Inntal, im Wipptal die Familien von Matrei und Stubai, s\u00fcdlich von Brixen die Herren von S\u00e4ben, Villanders und Gufidaun.<\/p>\n<p align=\"justify\">Otto verzichtete 1170 aus uns unbekannten Gr\u00fcnden auf das Hochstift Brixen. Er wurde dann allerdings 1177 zum Nachfolger des verstorbenen Bischofs Hermann II. zum Bischof von Bamberg gew\u00e4hlt. Trotz des R\u00fccktritts Ottos blieben die Rechte, die Graf Berthold durch seinen Bruder dazugewonnen hatte, bei seinem Haus. Er gr\u00fcndete in der N\u00e4he von Amras, dem urspr\u00fcnglichen Herrschaftszentrum der Andechser im Inntal einen Markt. Von den Pr\u00e4monstratenser in Wilten erwarb er Grund zu seinem auf der gegen\u00fcberliegenden Seite des Flusses gelegen Gebiet und lie\u00df beide Pl\u00e4tze durch eine Br\u00fccke verbinden. Dieser Handelsplatz der nach der Innbr\u00fccke benannt wurde, erlangte bald&#160; gro\u00dfe Bedeutung.<\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/2001.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right-width: 0px; display: block; float: none; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; margin-left: auto; border-left-width: 0px; margin-right: auto\" title=\"2001\" border=\"0\" alt=\"2001\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/2001_thumb.jpg\" width=\"154\" height=\"114\" \/><\/a><\/p>\n<p align=\"justify\">1040 war Istrien von Heinrich III. in eine Markgrafschaft des Heiligen R\u00f6mischen Reiches umgewandelt. Zuletzt hatten sie die Spanheimer inne. Engelbert III. war mit Mathilde von Sulzbach, der Tochter Berengars von Sulzbach und Adelheids von Diessen verheiratet. Engelbert verstarb 1173 ohne Nachkommen. Daraufhin vergab Friedrich Barbarossa die Markgrafenschaft an Berthold III. Das bedeutete keinen Machtzuwachs f\u00fcr die Andechser, da sie in Istrien nicht beg\u00fctert waren und es auch nicht wurden. Auch hatte Berthold markgr\u00e4fliche Rechte dort nicht ausge\u00fcbt. Aber die Andecher waren nun im Kreis der Reichsf\u00fcrsten angekommen. Der Reichf\u00fcrstenstand hatte im 12. Jahrhundert als eine neue, sowohl gesellschaftlich als auch verfassungsrechtlich bedeutsame Gruppe herausgebildet. Friedrich Barbarossa hatte die territorialen Herrschaften neu zugeschnitten. An die Stelle der m\u00e4chtigen Stammesherzogt\u00fcmer traten kleinere territoriale Herrschaften, die durch das Reichslehnsrecht st\u00e4rker vom K\u00f6nig abh\u00e4ngig waren. Die Konsequenz war, dass die m\u00e4chtigsten F\u00fcrsten herabgedr\u00fcckt, die weniger m\u00e4chtigen aufgewertet wurden. Wichtig war vor allem, dass dieser neue Reichsf\u00fcrstenstand nach unten abgeschlossen war. Grafen z\u00e4hlten bis auf individuelle Ausnahmen nicht dazu. Nur wer vom K\u00f6nig formell aufgenommen wurde, geh\u00f6rte k\u00fcnftig zu diesem Kreis. Einen weiteren Beleg daf\u00fcr, dass die Andechser im Hochadel angekommen waren lieferte die Erhebung von Bertholds Sohn, Berthold IV. zum Herzog Meranien von Ende 1180.<\/p>\n<p align=\"justify\">Das Herzogtum Meranien entstand&#160; auch aus der Bildung einer kleineren Territorialherrschaft.&#160; Konrad III. hatte den Welfen Heinrich den Stolzen entmachtete, ihn mit Acht und Bann belegt. Sein Nachfolger Friedrich suchte den Ausgleich mit den mit ihm verschw\u00e4gerten Welfen. Heinrich der L\u00f6we erhielt Teile des vormaligen Herzogtum Baierns als Lehen zur\u00fcck. 1153 wurde dann ein Wittelsbacher, n\u00e4mlich Konrad II. von Scheyern-Dachau zum Herzog von Meranien erhoben. Meranien, also am Meer gelegen, war ein kleiner Landstrich am Quarnero-Golf, den 1063 Ulrich von Weimar-Orlam\u00fcnde Kroatien entrissen hatte. Ulrich war der Gro\u00dfvater von Sophie, die mit dem Grafen Berthold II. von Andechs verheiratet war.Konrad II. nannte sich aber meist Herzog von Dachau. so konnte dieser Titel des Herzogs von Meranien an den Markgrafen von Istrien neu vergeben werden. Anlas f\u00fcr diese Standeserh\u00f6hung war wohl die Vergabe des Herzogtum Bayerns an den Pfalzgrafen Otto von Wittelsbach. Es scheint, dass dies bei einem Teil des bayrischen Adels auf Widerspruch stie\u00df, so stark dass Grafen und andere hohe Herren den Wittelsbacher nicht als ihren neuen Herrn anerkennen wollten. So war mit der Verleihung des Titels eines Herzogs von Meranien&#160; an das Haus Andechs sichergestellt, dass dieses auch in Zukunft den gleichen Rang einnehmen w\u00fcrde wie das Wittelsbacher Geschlecht. Berthold IV. war seit der Standeserh\u00f6hung zwar h\u00f6heren Ranges als sein Vater. doch vertrat dieser weiter die Belange des Hauses.&#160; Berthold IV. scheint bereits zu Lebzeiten seines Vaters die Verwaltung der Andechser Besitzungen an Donau und Inn \u00fcbertragen bekommen zu haben.&#160; 1186 begleitete er K\u00f6nig Heinrich VI., den Sohn Barbarossas nach Italien. Er scheint sich auch oft bei seinem Onkel Otto in Bamberg aufgehalten zu haben. Nach seinem Verzicht auf das Brixener Hochstift 1170 wurde er 1174 Dompropst in Bamberg. Nach dem Tod Bischof Heinrichs II. 1177 wurde er zu dessen Nachfolger in Bamberg gew\u00e4hlt. Wohl Anfang 1178 war er von Friedrich I. mit dem Hochstift belehnt worden. Da Papst Alexander III. mittlerweile mit dem Kaiser Frieden geschlossen hatte, stand einer Weihe zum Bischof w\u00e4hrend des 3. Laterankonzils im M\u00e4rz 1179 nichts mehr im Wege. Als geistlicher F\u00fcrst nahm er mindestens einmal im Jahr, oft auch h\u00e4ufiger an Beratungen am kaiserlichen Hof teil. Au\u00dferdem scheint er auch eine wichtige Rolle in den Beziehungen des Kaisers zu den italienischen Kommunen und insbesondere zur Kurie eine Rolle gespielt zu haben. Vielleicht nahm er auch deshalb an der Kaiserkr\u00f6nung Heinrichs VI. 1191 in Rom teil. 1185 brannte der Georgsdom in Bamberg ab. Er wurde abgerissen und erst 1215 mit der Neuerrichtung durch Bischof Ekbert von Andechs 1215 neu errichtet.<\/p>\n<p align=\"justify\">Bischof Otto, der in den Bamberger Bischofslisten als Otto II. gef\u00fchrt wird trug aber auch Sorge f\u00fcr sein Bistum. Burgen seines Hochstifts wurden nicht als Lehen weitergegeben und seiner Kirche entfremdet. Gro\u00dfe Verdienste erwarb er sich um die Kolonisation und Kultivierung des Frankenwaldes. Er wies den Kl\u00f6stern Langheim (1132 von Bischof Otto I. gegr\u00fcndet), Pr\u00fcfening (1119 von Bischof Otto I. gegr\u00fcndet) und Ensdorf (1121 durch Otto I. gegr\u00fcndet) Waldgebiete mit der Auflage zu, diese zu roden und dort Kirchen zu errichten. Au\u00dferdem erreichte er 1189 die Heiligsprechung seines Vorg\u00e4ngers und 1139 verstorbenen Bischof Otto I.&#160; 1190 wurde auf seinen Entschluss das Spital am Pyhrn gegr\u00fcndet und einer Laienbruderschaft \u00fcbergeben. 1196 war Otto noch auf dem Reichstag in W\u00fcrzburg dabei, als Heinrich VI.&#160; die Reichsf\u00fcrsten f\u00fcr seinen Plan, das r\u00f6mische Reich in eine erbliche Monarchie umzuwandeln zu gewinnen suchte. Otto gab seine Zustimmung.<\/p>\n<p align=\"justify\">Kurze Zeit nach dem Reichstag verstarb er&#160; und wurde im wohl nur notd\u00fcrftig hergestellten Dom begraben.<\/p>\n<p align=\"justify\">Herzog Berthold IV. war wie sein Vater und Onkel der staufischen Sache eng verbunden. Er trat im Heer Friedrich Barbarossas 1189 von Regensburg aus den Kreuzzug an, bei dem der Kaiser 1190 im Saleph ertrank. Die meisten Kreuzfahrer traten nun den Heimweg an. Nur ein kleiner Rest unter ihnen Herzog Berthold setzten den Zug fort. Er scheint bis 1191 im Heiligen Land geblieben zu sein und dann auf dem Seeweg nach Europa zur\u00fcckgekehrt zu sein. \u00dcber die Jahre nach dem Kreuzzug sind wir nicht besonders gut unterrichtet. Er erschien aber h\u00e4ufig auf den Reichstagen. Als nach dem Tod Heinrichs VI. wieder zwei K\u00f6nige Philipp von Schwaben, der Bruder des Verstorbenen und Otto IV. ,der Sohn Heinrich des L\u00f6wen, um die Macht in Deutschland k\u00e4mpften findet man Berthold wieder auf der Seite der Staufer.<\/p>\n<p align=\"justify\">Das Ansehen des Hauses Andechs war nie gr\u00f6\u00dfer als unter Bertold. Das zeigt sich auch in Heiratsperspektiven der T\u00f6chter. Fr\u00fcher wurden die Frauen der Andechser meistens mit deutschen Grafen verheiratet. Jetzt konnten die T\u00f6chter an ausl\u00e4ndische H\u00f6fe verheiratet werden. Alle T\u00f6chter Bertholds IV. entstammten seiner zweiten Ehe mit Agnes von Rochlitz aus dem Hause Wettin. Die Wettiner hatten zu diesem Zeitpunkt schon die Markgrafenw\u00fcrde in Mei\u00dfen inne. Hedwig (1174-1243) wurde im Benediktinerinnenkloster in Kitzingen erzogen. Ihre Schwester Mechthild wurde dort sp\u00e4te \u00c4btissin. Mit 12 wurde sie mit dem schlesischen Piastenf\u00fcrsten Heinrich verheiratet (um 1165- 1238). Heinrich war Herzog von Schlesien und wurde 1233 auch Herzog von Polen.Hedwig wurde Herzogin von Schlesien. Aus der ehe gingen sieben Kinder hervor. Die Geburtenfolge von Agnes und Hedwig ist nicht ganz sicher.&#160; Agnes wurde entweder 1172 geboren, dann w\u00e4re sie die erste Tochter oder 1175, dann w\u00e4re sie nach Hedwig geboren. Agnes wurde 1196 mit K\u00f6nig Philipp II. von Frankreich verheiratet. Dieser hatte sich&#160; allerdings am 14. August 1193 mit Ingeborg, der Schwester K\u00f6nig Knuds IV. von D\u00e4nemark verheiratet, nachdem seine erste Gemahlin,Isabella 1190 gestorben war.<\/p>\n<p align=\"justify\">Schon gleich nach der Kr\u00f6nung am n\u00e4chsten Tag soll Philipp eine offene Abneigung gegen seine neue Gemahlin gezeigt haben. Kurz nach der Hochzeit verstie\u00df er sie und betrieb ein Scheidungsverfahren. Im November hob Erzbischof Wilhelm von Reims den Ehebund mit fadenscheinigen Gr\u00fcnden auf. Ingeborg wurde in ein Kloster abgeschoben. Zwar hatte sich der K\u00f6nig scheiden lassen, aber die Kurie hatte dem von franz\u00f6sischen Pr\u00e4laten ausgesprochenen Scheidungsurteil nicht zugestimmt. Die meisten Zeitgenossen beurteilten die neue Verbindung des K\u00f6nigs ziemlich negativ. Die Andechserin wurde als Ehebrecherin, Beischl\u00e4ferin abqualifiziert. 1198 bestieg Papst Innozenz III.den Stuhl Petri.Er zwang Philipp sogar 1200 sich von Agnes zu trennen, obwohl beide schon eine Tochter hatten. Er musste sich einem p\u00e4pstlichen Tribunal f\u00fcr Eheangelegenheiten unterwerfen. Als das Gericht im Fr\u00fchjahr 1201 zusammentrat. Als sich andeutete dass ein Urteil zugunsten von Ingeborg zu erwarten war, verlie\u00df Philipp kurzerhand die Versammlung , noch ehe die nach Frankreich entsandten Kardinallegaten verk\u00fcndet hatten. Agnes verstarb 1201 nach der Geburt ihres Sohnes Philipps. Damit hatte die Auseinandersetzung Philipps mit der Kurie ein Ende. Aus der Beziehung waren zwei Kinder hervorgegangen, n\u00e4mlich der erw\u00e4hnte Philipp \u201cHurepel\u201d(+ 1234), der nachmalige Graf von Boulogne und Namur sowie zuerst Maria (+ 1223), die zun\u00e4chst Philipp, Markgraf von Namur und nach dessen Tod 1212 zwei Jahre sp\u00e4ter Herzog Heinrich I. von Brabant (+ 1235) heiratete. 1201 r\u00fcckte die Kirche von ihrer harten Haltung ab. Der Papst fertigte eine Bulle aus in der die Kinder \u201cspeciali gratia\u201d legitimierte. In der Bulle wird dem K\u00f6nig zugestanden, dass er davon ausgegangen sei, dass zwischen ihm und Agnes ein rechtm\u00e4ssiges vinculum conjugale bestanden habe.&#160;&#160; Der franz\u00f6sische K\u00f6nig lie\u00df Agnes in Saint-Corentin bei Mantes honorifice, also in allen Ehren bestatten. Den dort bestehenden Damenkonvent baute er zu einer stattlichen Abtei aus. 1213 setzte er Ingeborg wieder pro forma in ihre Rechte als K\u00f6nigin ein.<\/p>\n<p align=\"center\">Um 1185 wurde Gertrud geboren. Sie heiratete vor 1203 den Sohn des ungarischen K\u00f6nigs Bela III. (um 1148 bis 1196) Andreas (um 1177-1235). Sein Bruder Emmerich verd\u00e4chtigte ihn, wohl nicht zu Unrecht die ungarische K\u00f6nigsw\u00fcrde zu usurpieren.<a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/220px-Andreas_Getrude_Ungarn.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; border-right-width: 0px; padding-left: 0px; padding-right: 0px; display: inline; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; border-left-width: 0px; padding-top: 0px\" title=\"220px-Andreas_Getrude_Ungarn\" border=\"0\" alt=\"220px-Andreas_Getrude_Ungarn\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/220px-Andreas_Getrude_Ungarn_thumb.jpg\" width=\"178\" height=\"244\" \/><\/a><\/p>\n<p align=\"center\">&#160;<\/p>\n<p>Schon 1197 hatte er sich&#160; gegen seinen Bruder erhoben und ihm mit Waffengewalt die Abtretung Kroatiens, Dalmatiens und Slawoniens abgetrotzt. Diese Gebiete hatte Bela erst wieder f\u00fcr das Arpadenreich zur\u00fcckgewonnen. 1203 setzte er Andreas in Gran fest.<\/p>\n<p>Seinen Sohn Ladislaus, der sich noch im Kleinkindesalter befand, hatte er zum Mitk\u00f6nig eingesetzt und damit seinem Bruder die Nachfolge versperrt. Die Gemahlin von Andreas, Gertrud entledigte er ihrer G\u00fcter und schickte sie nach Deutschland zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Warum es zu dieser andechsisch-arpadischen Eheverbindung gekommen war, l\u00e4sst sich nur vermuten. Sicher hatte der Vater Gertruds, Herzog Bertold IV., ein strategisches Interesse, famili\u00e4re Beziehungen zu Geschlechter zu gr\u00fcnden, deren Herrschaftsgebiete<\/p>\n<p>im Umkreis des eigenen Reichslehen an der oberen Adria lagen. Aber sicher hatte auch Andreas seine Gr\u00fcnde, R\u00fcckhalt bei den Staufern im Thronstreit mit seinem Bruder zu suchen. Im deutschen Thronstreit, der nach dem \u00fcberraschenden Tod Heinrichs VII. 1197<\/p>\n<p>war Papst Innozenz III. als Schiedsrichter aufgetreten und hatte den Welfen Otto IV. , den Sohn Heinrichs des L\u00f6wen unterst\u00fctzt, nachdem dieser im \u201cNeu\u00dfer Eid\u201d am 8. Juni 1201 die p\u00e4pstlichen Gebietsforderungen in Sizilien und Mittelitalien anerkannt hatte.<\/p>\n<p>Auf Bitten des Papstes hatte Emmerich den Welfen mit einem Truppenkontingent unterst\u00fctzt. Dieser Gegensatz k\u00f6nnte auch die harsche Behandlung Gertruds durch Emmerich erkl\u00e4ren. Die Lage f\u00fcr&#160; Andreas wendete sich allerdings schnell. Emmerich hatte seinen <\/p>\n<p>Bruder aus der Haft entlassen und starb kurz danach 1204. Emmerichs Witwe floh kurz nach Emmerichs Tod mit i9hrem Sohn Ladislaus an den babenbergischen Hof in \u00d6sterreich. Als der Thronfolger 1205 im Exil starb, war der Weg f\u00fcr Andreas endg\u00fcltig frei. Seine<\/p>\n<p>Gattin Gertrud hatte er bereits wieder aus Deutschland zur\u00fcckgeholt. Gertrud hatte einen gro\u00dfen Einfluss im K\u00f6nigreich Ungarn. Sie beg\u00fcnstigte ihre Landsleute in Ungarn stark, was ihr die Feindschaft der ungarischen Adelsopposition einbrachte. Der <\/p>\n<p>herausragende Prot\u00e9g\u00e9 war ihr Bruder Berthold V. (um 1180-1251). Auf ihr Betreiben wurde Berthold zum Erzbischof von Kalocza erw\u00e4hlt. Auch sein Schwager beg\u00fcnstigte ihn weiter. Er wurde 1209 zum Banus von Dalmatien und Kroatien ernannt, was etwa einem <\/p>\n<p>Markgrafen entsprach. 1212 wurde er Vojvode von Siebenb\u00fcrgen, das entspricht etwa einem Herzog. Kurz danach erhielt er noch die B\u00e1cs und Bodrog verliehen. Diese Bevorzugung scheint die Ungarn besonders ver\u00e4rgert zu haben. 1213 befand sich Andreas auf <\/p>\n<p>einem Feldzug in Halitsch in Galizien. Die Adligen nutzten die Abwesenheit des K\u00f6nigs, \u00fcberfielen das Gefolge Gertruds. Die meisten der fremden Adligen wurden erschlagen, die K\u00f6nigin regelrecht zerst\u00fcckelt. Nach seiner R\u00fcckkehr nahm Andreas blutig Rache und <\/p>\n<p>lie\u00df zahlreiche Verschw\u00f6rer ebenfalls zerst\u00fcckeln. Bertold geriet in Gefangenschaft, konnte aber entfliehen. Sein Aufstieg war kurzzeitig unterbrochen. Papst Honorius III. (1216-1227) ernannte ihn 1218 zum Patriarchen von Aquileja. Bis zu seinem Tod 1251 war er<\/p>\n<p>dort als erfolgreicher Kirchenf\u00fcrst t\u00e4tig. Er st\u00e4rkte die landesherrliche Stellung des Patriarchats in Friaul erheblich. Andreas blieb nicht lange Witwer. Er heiratete 1215 Jolanthe von Courtenay. Aus der Ehe mit Gertrud waren 5 Kinder hervorgegangen, n\u00e4mlich Maria <\/p>\n<p>(1204-1237), die mit dem Zaren von Bulgarien Iwan Asen verheiratet war, dann Bela IV. 1206-1270, der 1235 K\u00f6nig von Ungarn wurde, Elisabeth (1207-1237), die schon mit 4 Jahren dem Landgrafen von Th\u00fcringen versprochen wurde und an dessen Hof kam. 1221<\/p>\n<p>heiratete sie den Landgrafen Ludwig, der aber schon 1227 auf dem 5. Kreuzzug an einer Seuche starb. Elisabeth wurde schon 1235 heilig gesprochen. Auf Elisabeth folgten noch zwei S\u00f6hne, n\u00e4mlich Koloman (1208-1241), der F\u00fcrst von Halitsch wurde und Andreas,<\/p>\n<p>der 1234 verstarb, F\u00fcrst von Halitsch-Prezmysl wurde und 1221 Maria von Nowgorod heiratete.&#160; Die beiden Andechserinnen also zu mindestens kein gl\u00fcckliches Ende. Agnes starb in einem&#160; Kloster an gebrochenem herzen und Gertrud wurde ermordet. Die vierte<\/p>\n<p>der Schwestern Mechthild starb 1254 als \u00c4btissin von Kitzingen. Die m\u00e4nnlichen Nachkommen Bertholds wurden zwei Geistliche, n\u00e4mlich Berthold&#160; V., der schlie\u00dflich Patriarch von Aquileja wurde und Ekbert, der von 1203-1237 Bischof von Bamberg war.<\/p>\n<p>Die beiden im weltlichen Stand verbliebenen S\u00f6hne teilten sich das Erbe Bertholds IV. Otto VII. (1204-1234) folgte seinem Vater in der Herzogsw\u00fcrde nach. Er erbte den ausgedehnten fr\u00e4nkischen Besitz sowie die Grafschaft Windberg aus dem Formbacher Erbe.<\/p>\n<p>Heinrich IV.(um 1175-1228) \u00fcbernahm den Markgrafentitel. Er erbte die altbayrische Hinterlassenschaft sowie die Familieng\u00fcter in den Alpen.<\/p>\n<h1>&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160; Der K\u00f6nigsmord von Bamberg<\/h1>\n<p>H\u00f6hepunkt der Andechser Familiengeschichte sollte die Ehe zwischen Otto VII. Beatrix von Burgund werden. Sie war die Tochter des vierten Sohns von Barbarossa Pfalzgraf Otto (1170-1200)und Nichte Philipps von Schwaben. Eine langj\u00e4hrige treue Gefolgschaft <\/p>\n<p>sollte nun mit einer Eheverbindung der Staufer und Andechser abgeschlossen werden. Aber auch die ungeregelten Machtverh\u00e4ltnisse in der Grafschaft Burgund sollten neu geregelt werden. Philipp beabsichtigte, die Grafenrechte und den staufischen Besitz in<\/p>\n<p>Burgund an Otto zu \u00fcbertragen und diesen Besitz durch die Verm\u00e4hlung familienpolitisch und erbrechtlich abzusichern. Am 21. Juli 1208 nun versammelte sich der staufertreue Adel in der Residenz des Bischofs von Bamberg, Ottos Bruder um zusammen mit dem <\/p>\n<p>K\u00f6nig zu feiern. Da ermordete Pfalzgraf Otto von Wittelsbach den K\u00f6nig, wohl eine Privatrache. Philipp soll1203 seine 5 \u2013 j\u00e4hrige Tochter Beatrix mit Otto verlobt haben. 1208 aber dachte Philipp gar nicht daran, dem Wittelsbacher eine seiner T\u00f6chter zur Frau zu <\/p>\n<p>geben. Das Verl\u00f6bnis wurde annulliert. Otto f\u00fchlte sich pers\u00f6nlich gekr\u00e4nkt und ermordete Philipp in Bamberg.&#160; Ekbert und Heinrich gerieten in den Verdacht der Mitwisserschaft und wurden ebenso wie der M\u00f6rder in Acht und Bann getan.<\/p>\n<p>Reichsmarschall Heinrich von Kalden stellte den Vogelfreien bei Kelheim und t\u00f6tete ihn.<\/p>\n<p>Der Vetter des M\u00f6rders Ludwig I. von Baiern (1183-1231) wechselte ohne Bedenken die Seiten und stellte sich auf die Seite des Welfen Gegenk\u00f6nigs Otto IV. So rettete er den wittelsbachischen Familienbesitz und au\u00dferdem brachte er auch die Lehen und&#160; den <\/p>\n<p>Andechser Familienbesitz in Oberbayern an sich. Es ist durchaus denkbar, dass er bei der Verh\u00e4ngung der Acht \u00fcber die Andechser seine H\u00e4nde im Spiel hatte.<\/p>\n<p>Otto geriet nie in den Verdacht der Mitwisserschaft und durfte auf seinen Gebieten verbleiben. Ekbert und Heinrich aber verloren ihren ganzen Besitz, alle Rechte und Eink\u00fcnfte. Sie waren recht und friedlos<\/p>\n<p>Die politische Gro\u00dfwetterlage \u00e4nderte sich wieder.&#160; Die Stauferpartei wollte Friedrich mit Unterst\u00fctzung Papsts Innozenz gegen Otto IV.&#160; zum K\u00f6nig machen. Daf\u00fcr brauchte der Papst Unterst\u00fctzung. So konnte Ekbert 1211 auf den Bischofstuhl in Bamberg <\/p>\n<p>zur\u00fcckkehren. Mit Heinrich gelang schlie\u00dflich auch ein Ausgleich mit dem Baiernherzog. Er kostete zwar Bamberger G\u00fcter, aber der Markgrafentitel sowie Besitz um Wolfratshausen, Diessen und Starnberg, sowie die Vogteien \u00fcber die Kl\u00f6ster Benediktbeuren und<\/p>\n<p>Tegernsee gingen an die Andechser zur\u00fcck.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/170px-Ekbert.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; border-right-width: 0px; padding-left: 0px; padding-right: 0px; display: inline; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; border-left-width: 0px; padding-top: 0px\" title=\"170px-Ekbert\" border=\"0\" alt=\"170px-Ekbert\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/170px-Ekbert_thumb.jpg\" width=\"124\" height=\"244\" \/><\/a><\/p>\n<h1>&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160; <\/h1>\n<p>Heinrich wurde 1228 rehabilitiert. Er verstarb&#160; aber im selben Jahr kinderlos. Seine G\u00fcter fielen an seinen Bruder Otto VII. Herzog Otto VII. hatte aus seiner Ehe mit Beatrix einen Sohn Otto VIII. und 5 T\u00f6chter,<\/p>\n<p>n\u00e4mlich Agnes, Beatrix, Margarethe, Alice und Elisabeth. Der Sohn ist 21226 bezeugt. 1234 erbt er das Herzogtum Meranien und die Pfalzgrafschaft Burgund. Im selben Jahr heiratete er Elisabeth von Tirol, die Tochter des Grafen Adelbert III. von Tirol.<\/p>\n<p>Zu Beginn seiner Herrschaft stand er unter der Vormundschaft seines Onkels des Bischofs Ekbert von Bamberg. Der 1237 verstarb. Aber auch Otto verstarb 1248 kinderlos, so dass das Haus Andechs-Meranien ausgestorben war. Das Erbe wurde unter die 5 Schwestern <\/p>\n<p>Ottos VII. aufgeteilt.<\/p>\n<p>&#160;<\/p>\n<h1>&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160; Die Heiligen des Hauses Andechs<\/h1>\n<p>&#160;<\/p>\n<p>Neben den eher sagenhaften Heiligen aus der Fr\u00fchgeschichte der Andechser hat die Familie auch zwei historisch belegte, kanonisierte Heilige, n\u00e4mlich die heilige Hedwig und die heilige Elisabeth.<\/p>\n<p>Wie wir oben gesehen haben, lebte Hedwig in der Glanzzeit der Andechser Familie. Sie wurde wahrscheinlich 1174 geboren. Zun\u00e4chst wurde sie ins Benediktinerinnenkloster in Kitzingen zur Erziehung gegeben, wo ihre Schwester sp\u00e4ter \u00c4btissin wurde.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Hedwig_von_Schlesien.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; border-right-width: 0px; padding-left: 0px; padding-right: 0px; display: inline; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; border-left-width: 0px; padding-top: 0px\" title=\"Hedwig_von_Schlesien\" border=\"0\" alt=\"Hedwig_von_Schlesien\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Hedwig_von_Schlesien_thumb.jpg\" width=\"141\" height=\"244\" \/><\/a><\/p>\n<p>Schon mit zw\u00f6lf wurde sie1186 an den Piastenf\u00fcrsten Heinrich verheiratet. Der Ehe entstammten 7 Kinder, nur drei ihrer Kinder erreichten das Erwachsenalter. Bolko von Schlesien, ist zwischen 1190 und 1194 geboren. Konrad von Schlesien ist 1191 geboren und kam<\/p>\n<p>bei einem Jagdunfall ums Leben. Heinrich II. kam 1196 auf die Welt und fiel 1241 in der Mongolenschlacht bei Liegnitz. Sophia ist zwischen 1188 und 1190 geboren und Agnes um 1190. Gertrud war mit dem Pfalzgrafen Otto von Wittelsbach verlobt, dem wir schon <\/p>\n<p>beim Bamberger K\u00f6nigsmord begegnet sind. Nach Ottos Tod wird Gertrud sp\u00e4ter \u00c4btissin von Trebnitz.<\/p>\n<p>1201 verstarb Boleslaw der Lange (1127-1201) , der Vater Heinrichs. Hedwigs Gatte trat nun die Nachfolge an. Aber auch die Ehefrau trat sofort in Erscheinung. Sie nahm mit Eifer an den Regierungsgesch\u00e4ften teil. Das erste Werk des jungen Herzogpaars war die <\/p>\n<p>Gr\u00fcndung des Frauenklosters Trebnitz. Schon 1202 stellte der Papst die Schutzurkunde aus. Nat\u00fcrlich unterzeichnete Heinrich dem damaligen Recht entsprechend die Urkunden, aber nicht nur die Legende besagt, dass Hedwig die eigentliche Gr\u00fcnderin des Klosters<\/p>\n<p>war. Hedwig soll ihren Brautschatz zur Gr\u00fcndung des Klosters gestiftet haben. Das Kloster wurde den Zisterienserinnen \u00fcbertragen. Als \u00c4btissin berief Hedwig Petrissa, ihre ehemalige Lehrerin aus Kitzingen. Auch bei der Besiedelung des Klosters wurden famili\u00e4re <\/p>\n<p>Bindungen wirksam. Die Zisterzienserinnen kamen vom Karmeliterkloster St. Theodor in Bamberg, wo Hedwigs Bruder Ekbert Bischof, und Hedwigs Onkel Poppo Dompropst waren. Im Kloster wurden sowohl adlige als auch nichtadlige Frauen aufgenommen, in <\/p>\n<p>damaliger Zeit keineswegs selbstverst\u00e4ndlich. Deutsche wurden ebenso wie Slawinnen aufgenommen. Die Nonnen waren als Lehrerinnen zahlloser Klostert\u00f6chter t\u00e4tig und mussten auch die Bev\u00f6lkerung \u00e4rztlich betreuen. Trebnitz war das erste Frauenkloster im <\/p>\n<p>\u00f6stlichen Raum und von hier aus erfolgten zahlreiche weitere erfolgreiche Klostergr\u00fcndungen. Das Herzogspaar stiftete nun viele weiter Kirchen und Kl\u00f6ster. Unter Boleslaw war die Ansiedlung von Deutschen noch eher sporadisch erfolgt. Unter Heinrich und<\/p>\n<p>Hedwig wurde sie durchdacht und in geordnete Bahnen gelenkt. Hedwig war eine f\u00fcrsorgliche Landesmutter f\u00fcr alle, f\u00fcr neuangesiedelte Deutsche, f\u00fcr die ans\u00e4ssigen Slawen und die polnischen Hofleute ihres Mannes. Der schlesische Hof galt bald als beispielhaft<\/p>\n<p>in Sitte und Fr\u00f6mmigkeit. Prunk und \u00dcberfluss am Hof wurden vermieden. Hedwig war bei ihren Untertanen beliebt wie selten eine Herrscherin. Sie galt als Mutter der Armen. 1209 legte sie zusammen mit ihrem Mann das Gel\u00f6bnis der ehelichen Enthaltsamkeit ab.<\/p>\n<p>Ihr gesamtes Leben erschien nun als Wende zur Geistigkeit. Sie verschenkte ihre kostbaren Gew\u00e4nder, verzichtet auf Schmuck. Die Legende berichtet, dass sie sich wie eine Arme kleidete und auch im strengen Winter keine Schuhe trug. Sie fastete und kasteite sich.<\/p>\n<p>Sie verbrachte viele Stunden im Gebet. Sie lebte noch mehr f\u00fcr die Armen und Kranken. Sie hatte schwere Schicksalsschl\u00e4ge zu ertragen. Sie hatte zwei Kinder verloren, ein Neugeborenes dessen Taufe noch mit gro\u00dfem Pomp in Glogau gefeiert worden war. Dann <\/p>\n<p>starb ein erwachsener Sohn bei einem Jagdunfall und wie das Chronicon silesiacum berichtet nach einem Streit mit dem Bruder. Schwer getroffen haben sie sicher die Vorg\u00e4nge in Bamberg. Der Verlobte ihrer Tochter war zum K\u00f6nigsm\u00f6rder geworden und selbst <\/p>\n<p>get\u00f6tet worden und schlimmer war f\u00fcr sie sicher, dass ihre Br\u00fcder der Mitwisserschaft geziehen und ge\u00e4chtet wurden. Kurz danach ist ja wohl auch die Burg ihrer Eltern zerst\u00f6rt worden. Sicher hatte aber auch die Ideen&#160; der Franziskaner, das neue Armutsideal einen<\/p>\n<p>starken Einfluss. Hedwigs Beichtvater Herbord war Franziskaner. 1238 schlie\u00dflich starb Heinrich. 1241 bedrohten die Mongolen Europa. Hedwigs Sohn stellte sich ihnen in Wahlstatt bei Liegnitz und fiel in der Schlacht. Hedwig und ihr Konvent entkamen, weil sie sich <\/p>\n<p>in Krossen an der Oder in Sicherheit bringen konnten. Hedwig starb am 15. Oktober 1243 in Trebnitz. Schon 1267 wurde sie von Papst Klemens IV. heiliggesprochen. sie ist die Patronin Schlesiens und Polens.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Hedwig_von_Schlesien2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; border-right-width: 0px; padding-left: 0px; padding-right: 0px; display: inline; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; border-left-width: 0px; padding-top: 0px\" title=\"Hedwig_von_Schlesien2\" border=\"0\" alt=\"Hedwig_von_Schlesien2\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Hedwig_von_Schlesien2_thumb.jpg\" width=\"244\" height=\"142\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die heilige Elisabeth von Th\u00fcringen war die Tochter Gertruds von Andechs und Andreas von Ungarn.Sie wurde am 7. Juli 1207 wahrscheinlich in S\u00e1raspotak in Ungarn geboren. Als Kleinkind ist Elisabeth wohl bald nach ihrer Geburt&#160; an eine Amme gegeben&#160; worden, <\/p>\n<p>wie das damals an&#160; F\u00fcrstenh\u00f6fen \u00fcblich war. Schon mit 4 Jahren wurde sie verlobt. Eine th\u00fcringisch-ungarische Eheverbindung wurde angestrebt. Nat\u00fcrlich verbanden sich damit politische Interessen. So hofften die staufisch gesinnten Reichsf\u00fcrsten den <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/leben_sarospatak.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; border-right-width: 0px; padding-left: 0px; padding-right: 0px; display: inline; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; border-left-width: 0px; padding-top: 0px\" title=\"leben_sarospatak\" border=\"0\" alt=\"leben_sarospatak\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/leben_sarospatak_thumb.jpg\" width=\"188\" height=\"244\" \/><\/a> ungarischen K\u00f6nig als Bundesgenossen gegen den welfischen Kaiser Otto IV. zu gewinnen. Zu diesen staufischen Parteig\u00e4ngern z\u00e4hlte der Mainzer Erzbischof Siegfried, K\u00f6nig Ottokar I. von B\u00f6hmen, Herzog Leopold VI. von \u00d6sterreich<\/p>\n<p>und Landgraf Hermann I. von Th\u00fcringen. In dieser Zeit hielten&#160; Bischof Ekbert von Bamberg und Herzog Heinrich IV. von Istrien wegen des Bamberger&#160; als K\u00f6nigmords am ungarischen Hof als Fl\u00fcchtlinge auf. Sie k\u00f6nnten am Zustandekommen des Heiratsvertrags <\/p>\n<p>beteiligt gewesen sein. Belege gibt es daf\u00fcr jedoch nicht. Profitiert h\u00e4tten sie aber auf jeden Fall. Als Mitgift erhielt die ungarische K\u00f6nigstochter 1000 Mark Silber. Das ist ein ansehnlicher Betrag, aber durchaus nicht un\u00fcblich. Elisabeth wird von einem Grafen    <\/p>\n<p>Berthold und seiner Frau an den th\u00fcringischen Hof gebracht. Die beiden blieben \u00fcber ein Jahr in Th\u00fcringen, bis sich das Kind in seine Umgebung eingew\u00f6hnt hatte. Elisabeth wurde in Th\u00fcringen zusammen mit den kindern des Landgrafen erzogen. Die Erziehung war <\/p>\n<p>der Landgr\u00e4fin Sophie, einer Tochter des Herzog Otto I. von Baiern, anvertraut. Sie galt als fromm. Der Hof des Landgrafen stand damals in hoher kultureller Bl\u00fcte. Dichter und S\u00e4nger fanden dort gastliche Aufnahme. Die Wartburg wurde unter Hermann der Hauptsitz<\/p>\n<p>der Ludowinger. Dort soll 1206 auch der S\u00e4ngerkrieg stattgefunden haben, an dem Walter von der Vogelweide und Wolfram von Eschenbach teilnahmen. Hermann war am franz\u00f6sischen Hof erzogen worden und mit zeitgen\u00f6ssischer franz\u00f6sischer Literatur vertraut.<\/p>\n<p>Er f\u00f6rderte deren deutsche Neubearbeitung. so sollen am, Landgrafenhof der Eneasroman von Heinrich von Veldeke, Wolframs Willehalm vielleicht auch Teile von Parzival, sowie Herborts von Fritzlars Liet von Troye.<\/p>\n<p>Nach fr\u00e4nkischem Recht war Elisabeth mit 14 heiratsf\u00e4hig. Sie wurde mit dem Landgrafen Ludwig verm\u00e4hlt. Ludwigs Bruder Hermann, mit dem die Heirat geplant war verstarb aber schon 1216 noch vor seinem Vater dem Landgrafen Herrmann I. Dieser starb 1217 und <\/p>\n<p>nun trat Ludwig seine Nachfolge an. Eigentlich sollte Elisabeth nach Ungarn zur\u00fcckgeschickt werden. Ludwig aber verliebte sich in Elisabeth und heiratete sie 1221, nachdem sie vollj\u00e4hrig geworden war.Kurz nach der Eheschlie\u00dfung \u00fcbernahm der junge Landgraf auch<\/p>\n<p>die Vormundschaft \u00fcber seinen Wettiner Neffen Heinrich den Erlauchten ( um 1215-1288), dem Sohn seiner Schwester Jutta. Ludwig und Elisabeth bekamen in rascher Folge 3 Kinder. Hermann benannt nach seinem Gro\u00dfvater v\u00e4terlicherseits kam 1222<\/p>\n<p>wie schon sein Vater Ludwig auf der Creuzburg an der Werra auf die Welt. Er heiratete 1239 Helene von Braunschweig. Er starb noch j\u00fcnger als sein Vater, n\u00e4mlich schon mit 19 kinderlos. Bei einem so fr\u00fchen Tod gab es auch Vergiftungsger\u00fcchte, die aber<\/p>\n<p>nie bewiesen wurden. 1224 kam Sophie zur Welt. Sie heiratete sp\u00e4ter im Jahre 1239 Heinrich den II. von Brabant, nachdem dessen erste Frau Maria von Schwaben verstorben war. Heinrichs Tochter aus 1. Ehe Beatrix war \u00fcbrigens die Gemahlin von Heinrich Raspe,<\/p>\n<p>dem Onkel seiner 2. Frau Sophie. Mit ihr bekam Heinrich noch zwei Kinder,1243 Elisabeth&#160; (+ 1261), die 1243 Herzog Albrecht I. von Braunschweig-L\u00fcneburg heiratete und1244 den sp\u00e4teren Landgrafen Heinrich I. von Essen genannt das Kind. So wurde sie zur <\/p>\n<p>Stammutter der sp\u00e4teren Landgrafen von Hessen. Ludwig war schon tot, als die dritte Tochter Gertrud geboren wurde. Sie kam in das Pr\u00e4monstratenserstift Altenberg bei Wetzlar. Dort wurde sie 1248 \u00c4btissin, was sie bis zu ihrem Tod 1297 blieb.<\/p>\n<p>Landgraf Ludwig begann seine Regentschaft gleich mit einem Feldzug gegen die Verb\u00fcndeten des Erzbischof Siegfried von Mainz. Mainz und Th\u00fcringen waren die beiden konkurrierenden Territorialm\u00e4chte in Th\u00fcringen und Hessen. Im Verlauf des Kriegszugs wurde <\/p>\n<p>er von Siegfried mit dem Kirchenbann belegt. Zwar vermittelten die \u00c4bte Kuno von Fulda und Ludwig&#160; Hersfeld 1219 einen Frieden, doch der Konflikt brach im folgenden Jahr schon wieder aus. Der Markgraf kam dann wohl zu der Einsicht, dass der Mainzer Erzbischof<\/p>\n<p>mit seinen territorialpolitischen Vorstellungen&#160; einer Ausdehnung der th\u00fcringischen Herrschaft im Westen&#160; im Wege stehen w\u00fcrde. Also vermied Ludwig k\u00fcnftig Auseinandersetzungen mit dem Erzbistum. Dieser Entschluss d\u00fcrfte ihm auch durch die \u00dcbertragung<\/p>\n<p>der Vormundschaft f\u00fcr seinen Neffen Heinrich erleichtert worden sein. Nun suchte Heinrich seine politischen&#160; Ziele vorwiegend im mitteldeutschen Raum zu verwirklichen. Als treuer Anh\u00e4nger Friedrichs II. scheint er sogar ausersehen gewesen zu sein, zusammen<\/p>\n<p>mit dem Deutschen Orden das heidnische Preu\u00dfen zu erobern. <\/p>\n<p>Wie damals \u00fcblich wurde bei der Heirat die Witwenversorgung der Frau geregelt. Zu ihrer Mitgift in H\u00f6he von 1000 Mark Silber erhielt sie vom Landgrafen einen Betrag in gleicher H\u00f6he. Diese Summe durfte nicht ver\u00e4u\u00dfert werden, sozusagen \u201cm\u00fcndelsicher\u201d <\/p>\n<p>angelegt werden mussten, wurden ihr&#160; anl\u00e4sslich der Hochzeit Liegenschaften \u00fcberschrieben, die ihr im Falle einer Witwenschaft ein standesgem\u00e4\u00dfes Leben erm\u00f6glicht h\u00e4tte. Die Ehe scheint gl\u00fccklich gewesen zu sein. Elisabeths Leben unterschied sich von dem <\/p>\n<p>anderer Landesherrinnen durch ihre Fr\u00f6mmigkeit. Sie betete viel, erlegte sich k\u00f6rperliche Bussen auf, fastete und gei\u00dfelte sich. Das lag durchaus im Zeitgeist. Au\u00dfergew\u00f6hnlich aber war ihre karitative T\u00e4tigkeit. Sie zeigte eine beispiellose F\u00fcrsorge f\u00fcr Arme und<\/p>\n<p>Kranke. pflegte Kranke und Elende und scheute sich auch nicht vor ekelerregenden Krankheiten. Als im Jahr 1226 eine gro\u00dfe Hungersnot ausbrach, wurde sie zur Erretterin der Verhungernden, wie ihr Beichtvater Konrad von Marburg sp\u00e4ter an Papst Gregor IX. <\/p>\n<p>schrieb. Sie lie\u00df die gr\u00e4flichen Kornspeicher \u00f6ffnen und die Vorr\u00e4te an die Hungernden verteilen. Auch Schmuck und Kleidung gab sie zum Ankauf von Lebensmitteln weg. Am Fu\u00df der Wartburg lie\u00df sie in Eisenach ein Hospital errichten, das sie zweimal t\u00e4glich <\/p>\n<p>besuchte. Nicht nur Erwachsene fanden dort Aufnahme, elternlose Kinder kamen dort unter. Dies scheint durchaus im Einvernehmen mit ihrem Gatten geschehen zu sein. Ganz wichtig in ihrem Leben war Konrad von Marburg.<\/p>\n<p>Konrad ist zwischen 1180 und 1190 geboren. Er hatte an einer Universit\u00e4t kirchliches und weltliches Recht studiert, wie sein Titel Magister zeigt. 1214 erweckte er erstmals \u00f6ffentliches Aufsehen durch seine Predigten. 1215 war er von Papst Innozenz III. beauftragt <\/p>\n<p>worden, Kreuzzugspredigten zu halten. 1227 berief Papst Gregor IX. (1227-1241) erstmals p\u00e4pstliche Sonderbeauftragte, sogenannte Inquisitoren, die in Deutschland nach Ketzern fahnden sollten. Eigentlich war das Aufgabe der Bisch\u00f6fe. Sie kamen aber ihrer&#160; nach <\/p>\n<p>Meinung des Papstes ihrer Aufgabe nur mangelhaft nach. Die Kirche konnte zwar die Inquisitionsverfahren durchf\u00fchren, war aber bei der Urteilsvollstreckung auf den \u201cweltlichen\u201d Arm der Gerichtsbarkeit angewiesen. Konrad wurde von Gregor f\u00fcr Deutschland <\/p>\n<p>beauftragt. Konrad nahm seine Auftrag mit gro\u00dfem Eifer nach. Die Ketzerverfolgung nahm in Deutschland an Umfang und Sch\u00e4rfe zu. Da er auch vor hohen Adelskreisen und Bisch\u00f6fen nicht zur\u00fcckschreckte, machte er sich rasch viele Feinde.&#160;&#160; Als er schlie\u00dflich 1233 <\/p>\n<p>den Grafen Heinrich III. von Sayn, einen der m\u00e4chtigeren Herren im Rheinland und selbst Kreuzzugsteilnehmer als Ketzerhelfer anklagen wollte, erreichte dieser dass der Fall der Inquisitionsgerichtsbarkeit entzogen und einem Reichsgericht im Dom zu Mainz <\/p>\n<p>\u00fcberstellt wurde, an dem auch Kaiser Heinrich VII. teilnahm. Nach dieser unerwarteten Niederlage machte sich Konrad in Begleitung zweier M\u00f6nche auf den Heimweg nach Marburg. Kurz vor erreichen seines Ziels lauerten ihm 6 Berittene auf, vermutlich <\/p>\n<p>Gefolgsleute des Grafen zu Sayn unter ihnen als Hauptbeteiligte Mitglieder der Ritterfamilie von Dernbach, die ihren Hauptsitz in der N\u00e4he von Herborn hatten und erschlugen Konrad und seine Begleiter.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck zu Ludwig und Elisabeth. 1224 nahm Ludwig das Kreuz. Von Kaiser Friedrich erhielt er f\u00fcr sich und seine Begleiter einen Kostenzuschuss von 5000 Mark. \u00dcberhaupt unterhielt er freundschaftliche Beziehungen zum Kaiser. 1225 war Ludwig auf einem Feldzug<\/p>\n<p>im Osten. 1226 wurde er zum Marschall von Friedrich ernannt, also einem der h\u00f6chsten milit\u00e4rischen Dienstgrad. Au\u00dferdem erhielt er die Eventualbelehnung der Markgrafschaft&#160; von Mei\u00dfen. Im Fr\u00fchjahr war er mit dem Kaiser auf einem Feldzug in Italien unterwegs<\/p>\n<p>und im im Juni&#160; 1227 brach er zum&#160; Kreuzzug auf. Er \u00fcberquerte die Alpen und wollte sich in S\u00fcditalien einschiffen. Vorher hatte er seien Bruder Heinrich Raspe zu seinem Stellvertreter f\u00fcr die Zeit des Kreuzzugs eingesetzt.<\/p>\n<p align=\"center\">&#160;<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Ludwig_IV_von_Thueringen.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; border-right-width: 0px; padding-left: 0px; padding-right: 0px; display: inline; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; border-left-width: 0px; padding-top: 0px\" title=\"Ludwig_IV_von_Thueringen\" border=\"0\" alt=\"Ludwig_IV_von_Thueringen\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Ludwig_IV_von_Thueringen_thumb.jpg\" width=\"189\" height=\"244\" \/><\/a><\/p>\n<p>Noch vor das Heer sich einschiffte, brach eine Seuche aus. Tausende erkrankten,auch Ludwig. Trotz seiner Erkrankung, ging Ludwig in Brindisi an Bord, starb aber in Otranto mit nur 27 Jahren. Die junge Witwe war trieftraurig. \u201cMit ihm ist mir die Welt gestorben\u201d.<\/p>\n<p>Zum Schmerz \u00fcber den fr\u00fchen Tod ihres Mannes kam auch bald die Auseinandersetzung mit den Geschwistern des verstorbenen Landgrafen. Wahrscheinlich hatten sie sich mit dem Gedanken getragen, ihre Schw\u00e4gerin nach Ablauf der Trauerzeit wieder zu&#160; <\/p>\n<p>verheiraten. Die&#160; w\u00e4ren in der gr\u00e4flichen Familie verblieben , da ja Heinrich Raspe die Vormundschaft innehatte. Wenn sie im Witwenstand blieb, h\u00e4tten die beiden Br\u00fcder die G\u00fcter, die ihr bei der Hochzeit von Ludwig als Witwengut \u00fcberschrieben worden <\/p>\n<p>waren, \u00fcbergeben m\u00fcssen. Au\u00dferdem h\u00e4tte&#160; man ihr ihre Mitgift von 1000 Mark Silber aush\u00e4ndigen m\u00fcssen. Doch weder Heinrich Raspe noch sein Bruder Konrad waren bereit, die G\u00fcter, auf die sie Anspruch hatte, auszuh\u00e4ndigen. Sie waren nur willens,<\/p>\n<p>f\u00fcr Elisabeths Unterhalt in einem gemeinsamen Haushalt zu sorgen. Schnell kam es zum Streit mit ihr und dem neuen Landgrafen, in dessen Verlauf sie die Wartburg verlassen musste. Elisabeth ging nach Eisenach, wo sie bei einem Schankwirt \u00fcbernachten musste, <\/p>\n<p>in einem Abstellraum, wo auch die Schweine untergebracht waren. Ihre Andechser Verwandten, zu denen sie wohl in den vergangenen Jahren in freundschaftlicher Beziehung stand, k\u00fcmmerten sich um sie. Elisabeths Tante Mechthild, die Kitzinger \u00c4btissin holte<\/p>\n<p>sie nach Bamberg an den Hof ihres Onkels, des Bischoffs Ekbert. Auch er versuchte sie, mit dem Gedanken sie mit dem Gedanken an eine Wiederverheiratung vertraut zu machen, sah aber bald ein, dass seine Nichte fest entschlossen war, ihr Leben der <\/p>\n<p>Fr\u00f6mmigkeit, der Askese und dem Dienst am N\u00e4chsten zu widmen. So wies er ihr die Burg Pottenstein als vorl\u00e4ufigen Wohnsitz zu. Im Fr\u00fchjahr 1228 kehrte Konrad aus Rom zur\u00fcck. Er konnte sie davon abhalten, auf ihre Witweng\u00fcter zu verzichten. Konrad schrieb<\/p>\n<p>sp\u00e4ter, er habe dies getan um die ihr zustehenden Eink\u00fcnfte den Armen und Kranken&#160; zukommen zu lassen sowie zum Seelenheil ihres verstorbenen&#160; Mannes durch Messen und andere frommen Werke beizutragen. \u00c4hnlich n\u00fcchtern dachte auch ihr Onkel Ekbert <\/p>\n<p>und setzte sich bei den landgr\u00e4flichen Verwandten f\u00fcr Elisabeth ein. Schlie\u00dflich wurde wahrscheinlich unter Beteiligung Konrads folgende&#160; Vereinbarung getroffen. Der landgr\u00e4fliche Hof zahlte 2000 Mark Silber an Elisabeth und stellt ihr in Marburg ein Grundst\u00fcck <\/p>\n<p>zur Erbauung eines Hospitals Verf\u00fcgung. Elisabeth konnte nun ihr Hospital in Marburg&#160; gr\u00fcnden sowie es wohl schon zu Lebzeiten ihres Mannes geplant war. Konrad war Anfang 1229 wieder in Rom wohl um vom Papst \u00e4hnliche Verg\u00fcnstigungen zu erlangen, wie sie <\/p>\n<p>schon das von Ludwig 1221 gestiftete Hospital in Gotha. Ludwig hatte dann vom Papst die Erlaubnis erhalten, eine Kirche und einen Friedhof beim Spital zu errichten und einen Kaplan anzustellen. Mit ihrem Witwengut h\u00e4tte Elisabeth das Hospital reichlich mit <\/p>\n<p>Eink\u00fcnften ausstatten k\u00f6nnen&#160; und so f\u00fcr eine solide wirtschaftliche Basis sorgen k\u00f6nnen.&#160; Elisabeth ging aber nicht sachgem\u00e4\u00df mit dem Geld um. Sie holte alle Bettler aus der Stadt und Umgebung und verteilte an einem Tag 500 Mark Silber unter sie. Elisabeth h\u00e4tte<\/p>\n<p>diese Summe gar nicht weggeben d\u00fcrfen. Sie durfte das Geld nicht nach eigenem Gutd\u00fcnken verschenken sondern es war ihr nur treuh\u00e4nderisch \u00fcbergeben worden zum Nutzen des Spitals und w\u00fcrde nach ihrem Tod wieder an ihre Kinder und Verwandte <\/p>\n<p>zur\u00fcckfallen. Konrad hielt Elisabeth in eiserner Zucht. Wenn sie ihrem Mitleid wieder einmal freien Lauf gelassen hatte und Almosen \u00fcber das ihr zugestandene Ma\u00df ausgeteilt hatte, wurden ihr Buss\u00fcbungen auferlegt und es setzte wohl auch Hiebe.&#160; Das harte<\/p>\n<p>und entbehrungsreiche Leben ertrug sie nicht lange. Sie starb nach kurzer Krankheit im November 1231 im Alter von nur 24 Jahren. Schon bald nach ihrem Tod \u00fcberlegten sich ihre fr\u00fcheren Vertrauten, einen Heiligsprechungsprozess anzustreben. Zun\u00e4chst aber <\/p>\n<p>musste der weltliche Streit um das Hospital ausgetragen werden. Elisabeth hatte das Hospital f\u00fcr den Fall ihres Todes dem Johanniter-Orden vermacht. Zu einer solchen \u00dcbertragung war sie aber nicht berechtigt, da sie nur ein Nutzungsrecht , nicht aber das<\/p>\n<p>Eigentum&#160; besass, wie die Landgrafen betonten. Der Papst an den sich die Johanniter gewandt hatten,&#160; bestimmte drei Speyrer Geistliche als Richter. Der Prozess wurde 1232 entschieden. Um eine Weiterf\u00fchrung an eine h\u00f6her Instanz zu vermeiden, wurde Konrad<\/p>\n<p>von beiden Parteien als Schiedsrichter.&#160; Der erkannte im August 1232 dem Johanniterorden jegliches Recht an dem Spital ab. Das Heilgsprechungsverfahren kam rasch in Gang, geriet jedoch durch den Tod Konrads ins Stocken. Elisabeths Schwager Konrad hatte <\/p>\n<p>mittlerweile den weltlichen Stand verlassen und war dem Deutschen&#160; Orden beigetreten. Er sollte den Orden nach dem Tod von Hermann von Salza leiten. Der Orden erhielt das von Elisabeth gegr\u00fcndete Spital. Papst Gregor und Kaiser Friedrich II. best\u00e4tigten die <\/p>\n<p>Schenkung. Konrad war nun die treibende Kraft im Heilgsprechungsprozess. Schon 1235, also gut 30 Jahre vor ihrer Tante Hedwig wurde Elisabeth in Perugia heiliggesprochen.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Elisabeth_von_Thueringen-Sarg.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; border-right-width: 0px; padding-left: 0px; padding-right: 0px; display: inline; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; border-left-width: 0px; padding-top: 0px\" title=\"Elisabeth_von_Thueringen-Sarg\" border=\"0\" alt=\"Elisabeth_von_Thueringen-Sarg\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Elisabeth_von_Thueringen-Sarg_thumb.jpg\" width=\"244\" height=\"185\" \/><\/a><\/p>\n<p align=\"center\">&#160;<\/p>\n<h1 align=\"center\">Der Andechser Heiltumschatz<\/h1>\n<p align=\"center\">&#160;<\/p>\n<h1><\/h1>\n<h1><\/h1>\n<p>Das Kloster Andechs verf\u00fcgt \u00fcber einen reichen Reliquienschatz dessen Anf\u00e4nge auf den legend\u00e4ren Gr\u00fcnder der Familie Andechs, Graf Rasso zur\u00fcckgehen. Er soll von einer Pilgerfahrt ins heilige Land die \u201cHerrenreliquien\u201d mitgebracht haben. Sie bilden den <\/p>\n<p>Grundstock des Heiltums. Es waren ein Zweig aus der Dornenkrone Christi, ein Teil des Spottzepters, ein St\u00fcck vom Kreuz und auch ein Teil des Schwei\u00dftuches. Dazu kamen immer wieder weitere kostbare St\u00fccke, auch Textilreliquien, so die Stola des Heiligen<\/p>\n<p>Johannes Evangelist und der \u201cG\u00fcrtel\u201d der Magdalena. Auch St\u00fccke, die wie Reliquie verehrt wurden z\u00e4hlen dazu, so die Goldene Rose, die von den P\u00e4psten als Auszeichnung an hochrangige Adlige verliehen wurde. Die Andechser Rose wurde von einem Florentiner<\/p>\n<p>Goldschmied geschaffen und wohl von Papst Nikolaus V. dem bayrischen Herzog Albrecht III. zum Dank f\u00fcr die Gr\u00fcndung des Kloster Andechs geschenkt. Auch das Siegeskreuz wird verehrt. Es ist ein Bronzekreuz, das im 12. Jahrhundert wohl von einem <\/p>\n<p>schw\u00e4bischen K\u00fcnstler geschaffen worden ist. Das Andechser Missale erz\u00e4hlt, dass ein Engel Kaiser Karl das Kreuz \u00fcberreicht habe. Nat\u00fcrlich sind auch die Heiligen der Familie Andechs-Meranien bei den Reliquien den Andechser Reliquien vertreten. So werden&#160; in<\/p>\n<p>Andechs das sogenannte Elisabethkreuz, das Kreuz, das Papst Gregor IX.Elisabeth \u00fcberreicht haben soll, als sie th\u00fcringische Landgr\u00e4fin war und Teile des Brautkleids der Heiligen Elisabeth verwahrt. Noch 1929 kamen Reliquien dazu. So schenkte Kardinal Bertram <\/p>\n<p>von Breslau (1859-1949) dem Kloster einen Splitter aus dem Haupt der Heiligen Hedwig. Kernst\u00fcck des Heiltums bilden die Drei Heiligen Hostien Zwei der Hostien sollen von Papst Gregor dem Gro\u00dfen herstammen,&#160; die dritte mit dem Monogramm Jesu auf Papst<\/p>\n<p>Leo IX. 1392 wurden die Hostien vom Papst Bonifatius IX.&#160; beglaubigt, was aber vielleicht auch im Zusammenhang mit dem Schisma gesehen werden. Bonifatius wurde in Deutschland als rechtm\u00e4ssig angesehen, als in Avignon sein Gegespieler Clemens VII. amtierte.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Bild02_Dreihostienmonstranz_1_002f31f9e0.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; border-right-width: 0px; padding-left: 0px; padding-right: 0px; display: inline; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; border-left-width: 0px; padding-top: 0px\" title=\"Bild02_Dreihostienmonstranz_1_002f31f9e0\" border=\"0\" alt=\"Bild02_Dreihostienmonstranz_1_002f31f9e0\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Bild02_Dreihostienmonstranz_1_002f31f9e0_thumb.jpg\" width=\"204\" height=\"244\" \/><\/a>     <\/p>\n<p>In Erling, dem Dorf unterhalb der im 13. Jahrhundert geschleiften Burg Andechs gab es zwei Pfarrkirchen. Die Wittelsbacher hatten nach dem Erl\u00f6schen der Familie Andechs die Rechte \u00fcbernommen. Ohne Bedenken \u00fcbertrugen sie dies Rechte, fast so, als wolle man<\/p>\n<p>die Erinnerung an ein Haus, dem man doch \u00fcbel mitgespielt hatte, vergessen machen. Die Rechte auf die&#160; St. Martinskirche gingen zu einem nicht genau bekannten Zeitpunkt an die Chorherren in Polling. Ludwig der Bayer schenkte die St. Vituskirche 1317 an das<\/p>\n<p>Kloster Ebersberg.&#160; Zur Vituskirche geh\u00f6rte auch eine kleine Kapelle auf dem Gebiet der geschleiften Burg. Es ist nicht ganz sicher, ob diese als geweihter Ort der Zerst\u00f6rung entging oder nachtr\u00e4glich als S\u00fchnekapelle errichtet wurde. Der Patron war der von den<\/p>\n<p>Andechsern verehrte Nikolaus von Myra. Nun waren die Ebersberger Benediktiner Patronatsherren einer der beiden Erlinger Pfarreien und gleichzeitig Besitzer des Kirchleins auf dem Andechser Berg. An einem Sonntag im&#160; Mai 1388 soll&#160; w\u00e4hrend des <\/p>\n<p>Gottesdienstes, den der Wallfahrtskaplan Jakobus Dachauer zelebrierte eine Maus in der Nikolauskirche \u00fcber den Boden gehuscht sein und&#160; einen Zettel im Maul getragen und auf einer Altarstufe liegen lassen. Der Zettel war ein Teil des Heiltumsverzeichnisses. <\/p>\n<p>Der Kaplan meldete den Fund sofort an den herzoglichen Hof nach M\u00fcnchen. Dort erfasste man die Bedeutung des Zettels sofort. Am 26. Mai 1388 kamen die beiden Herz\u00f6ge Stephan von Bayern-Ingolstadt und Friedrich von Bayern-Landshut in die kleine Kapelle.<\/p>\n<p>In ihrem Beisein begannen die Grabungen. Zutage gef\u00f6rdert wurde eine eisenbeschlagene Kiste, die die Andechser Reliquien enthielten. Es war ein ungeheurer Schatz, der zu sehen war. Nur Rom oder Konstantinopel hatten zu derzeit so kostbare Reliquien in noch <\/p>\n<p>gr\u00f6\u00dferer Zahl. Nat\u00fcrlich weckte dieser Fund Begehrlichkeiten und warf auch Fragen auf. Wie konnte es sein, das so bedeutende Reliquien \u00fcberhaupt in Vergessenheit geraten waren? Oder dass sie so lange Zeit in einer kleinen Kapelle verborgen blieben. So <\/p>\n<p>wurden bald Zweifel an der Echtheit der Reliquien laut. So brauchte man ein en unverd\u00e4chtigen Zeugen, der das Alter und die Echtheit des Fundes beweisen konnte. Diese Rolle sollte dem \u201cAndechser Missale\u201d zufallen. Das Messbuch war zu Beginn des 10. <\/p>\n<p>Jahrhunderts an einem unbekannten Ort geschrieben worden. Teile waren verloren gegangen. Bl\u00e4tter warn herausgetrennt worden, um den Pergamentbedarf zu decken, wohl auch, weil man die altert\u00fcmliche Notenschrift nicht mehr&#160; lesen konnte.<\/p>\n<p>Im Mittelalter enthielten Messb\u00fccher nicht&#160; nur f\u00fcr den Gottesdienst. Oft wurden auch Inventarlisten von kirchlichen Gegenst\u00e4nden, Verzeichnisse von Reliquien, manchmal&#160; historische Notizen, ja sogar Abschriften wichtiger Urkunden in so ein Messbuch <\/p>\n<p>eingetragen. Das Andechser Missale, lange eine wertlose Handschrift schien schon wegen seines hohen Alters bestens geeignet, nun Texte aufzunehmen, die \u00fcber das Schicksal der Reliquien in fr\u00fcherer Zeit Auskunft geben konnten. Um 1388 fertigten drei<\/p>\n<p>Schreiber eindrucksvolle, manchmal auch phantastische Geschichten. Der erste Schreiber verfasste einen Brief, der angeblich 1102 von Bischof Otto dem Heiligen von Bamberg an seien Vater den Grafen Berthold von Andechs und seinen Bruder den Markgrafen <\/p>\n<p>Berthold von Istrien geschrieben hatte. Darin wird von einem von Papst Leo berichtet, der einst ein von Papst Gregor geweihtes Altarsakrament geschickt habe, das \u00fcberall dort, wo es hingebracht wurde, Not und Elend vertrieben habe. Es werde nun den Andechser<\/p>\n<p>Verwandten \u00fcbergeben zum Nutzen ihres Landes und ihrer Leute. Auch wird von einem Bischof Hermann von Augsburg berichtet, der angeblich im Jahr 1128 die Gl\u00e4ubigen der umliegenden Dekanate verpflichtet habe, jeweils am Dienstag nach dem Pfingstfest auf <\/p>\n<p>den Andechser Berg zu den Reliquien zu wallfahren und eine Abgabe zu entrichten. Ein zweiter Schreiber berichtet nur wenig sp\u00e4ter \u00fcber die Herkunft der Andechser Reliquien, erz\u00e4hlt von der Gr\u00fcndung des Klosters Grafrath und dem Grafen Rasso und dass die<\/p>\n<p>M\u00f6nche mit den Reliquien&#160; auf den Andechser Berg gefl\u00fcchtet seien, als Herzog Arnulf der B\u00f6se die geistliche Stiftung zerst\u00f6rt habe. Das Missale selbst sei am Ende des 13. Jahrhunderts durch Bruder Konrad von Hornstein, einen M\u00f6nch des Klosters auf dem <\/p>\n<p>Petersberg bei Rosenheim nach Andechs gebracht worden. Das Missale enth\u00e4lt auch eine Gr\u00fcndungsgeschichte des Diessener Stifts. Ein dritter Schreiber&#160; tr\u00e4gt schlie\u00dflich einen Schutzbrief Herzog Ludwig des Strengen sowie eine Best\u00e4tigungsurkunde Kaiser Ludwig <\/p>\n<p>des Bayern ein. Die Eintr\u00e4ge ins Missale seien auf kaiserliche Anordnung&#160; gemacht worden. Die Eintr\u00e4ge waren \u00fcber das ganze Missale verstreut und erweckten so den Eindruck, als seien sie \u00fcber einen langen Zeitraum von verschiedenen Personen gemacht worden.<\/p>\n<p>Wenn auch \u00fcber das ganze Buch verstreut, gaben die Berichte zusammen genommen&#160; eine geschlossene Geschichte der Reliquien. Wenn man den Aufzeichnungen Glauben schenkte, musste man annehmen, dass es sich bei dem \u2013heute w\u00fcrde man sagen &#8211; <\/p>\n<p>spektakul\u00e4ren Fund&#160; nicht um einen verd\u00e4chtigen Zufallsfund handelte, sondern dass man einen Schatz gehoben habe, der zwar seit langem verschollen&#160; und in Vergessenheit geraten war.&#160; Die wichtigste Folgerung aber war, dass der vergrabene Schatz Kaiser <\/p>\n<p>Ludwig noch bekannt war, als er die Kapelle an das Kloster Ebersberg schenkte. Und wenn das zutraf, konnten die wittelsbachischen Herz\u00f6ge nat\u00fcrlich keine Anspr\u00fcche auf den Schatz erheben. Auch konnten sie nicht behaupten, ihr Vorfahre h\u00e4tte die Kapelle auf <\/p>\n<p>dem Andechser Berg nicht weggegeben, wenn er von dem Schatz unter dem Altar gewusst h\u00e4tte. Ein Teil der Quellen, die den Schreibern im Missale dienten, ist bekannt. Die Schreiber scheinen Urkunden aus der Kaiserzeit Ludwigs gekannt zu haben. Auch <\/p>\n<p>eine Lebensbeschreibung der Heiligen Elisabeth k\u00f6nnte ihnen zug\u00e4nglich gewesen sein. Zur fr\u00fchen Geschichte der Andechser halfen ihnen die Diessener Chorherren. Die Schreiber erhielten wohl Einblick in das Diessener Totenverzeichnis vom Beginn des 13. <\/p>\n<p>Jahrhunderts an. auch \u00fcber die Kunstsch\u00e4tze erhielten sie Ausk\u00fcnfte. Andere Quellen, zum Beispiel die Chronik des M\u00f6nches&#160; Ekkehard von Aura geh\u00f6rte nachweislich zum Bestand der Ebersberger Bibliothek. Man kann als sicher annehmen, dass die Ebersberger<\/p>\n<p>M\u00f6nche Verfasser und Auftraggeber der Eintr\u00e4ge im Andechser Missale waren. Die F\u00e4lsche hatte gute Arbeit geleistet, nur mit der Begehrlichkeit der Obrigkeit hatte er nicht gerechnet. Der Ebersberger Abt Philipp lie\u00df die Sch\u00e4tze in sein Kloster bringen.<\/p>\n<p>Der Wittelsbacher Hof gaben dies aber nicht zu. Er zwang den Abt, diese wieder an seinen Fundort zur\u00fcck zu bringen. Da die kleine Kapelle auf dem Andechser Berg aber angeblich nicht sicher und w\u00fcrdig war, lie\u00dfen die Herz\u00f6ge den Schatz&#160; nach M\u00fcnchen bringen. <\/p>\n<p>Dort wurde er zun\u00e4chst in&#160; de Sankt Lorenzkirche aufbewahrt. Wahrscheinlich am 31. Juli 1390 wurden die Reliquien erstmals \u00f6ffentlich gezeigt und zogen eine gro\u00dfe Menschenmenge an. Verbunden mit einem Ablassbrief k\u00f6nnte sich die Anziehung noch erheblich<\/p>\n<p>steigern lassen. So reiste Herzog Stephan III. nach Rom um an den Feierlichkeiten des Jubeljahres teil zu nehmen, das Papst Urban VI. ausgeschrieben hatte&#160; und sein Nachfolger Bonifaz IX. jetzt abhielt. Dem Stand nichts im Wege, zumal der Papst den franz\u00f6sischen <\/p>\n<p>K\u00f6nig als Freund und Verb\u00fcndeten gewinnen wollte. Und Stephan war Schwiegervater des Umworbenen. Zus\u00e4tzlich war Stephan mit einem Gutachten des Theologieprofessor&#160; Johannes Dominici aus Gubbio, falls sich die Kurie \u00fcber Herkunft des Fundes und die <\/p>\n<p>Umst\u00e4nde seiner Entdeckung unterrichten wollte. Auf Ebersberger Anspr\u00fcche wurde hier freilich nicht hingewiesen. Im erteilten Ablassbrief war ein ungew\u00f6hnlicher Zusatz, n\u00e4mlich dass der Gnadenerweis so lange g\u00fcltig sein soll, als nicht von dritter Seite ein <\/p>\n<p>Ablassbrief in gleicher Angelegenheit vorgewiesen sei, der fr\u00fcheren Datums sein oder das Datum der vorliegenden Urkunde trage. Das zeigt, dass nach Meinung der Kurie das Recht der Herz\u00f6ge nicht unbestritten war. Das aber konnten nur die M\u00f6nche in Ebersberg <\/p>\n<p>sein. Es scheint, dass diese der Wegnahme des Schatzes durch die Wittelsbacher nicht tatenlos zugesehen hatten. Es scheint, das sie sich an den Papst um Hilfe gewandt hatten und m\u00f6glicherweise auf Herausgabe der Reliquien geklagt hatten. Die Kurie hatte eine<\/p>\n<p>L\u00f6sung gefunden,die einander ausschlie\u00dfenden Interessen der beiden Bittsteller in Einklang zu bringen. Die Wittelsbacher erhielten ihren Ablassbrief. Dieser wurde aber vom Stillhaltend der Ebersberger abh\u00e4ngig gemacht. 1391 gew\u00e4hrte nun der herzogliche <\/p>\n<p>Viztum f\u00fcr Oberbayern Otto von Pienzenau ein Darlehen von 800 Gulden. Daf\u00fcr waren ihm und seien erben ein \u201cEwiggeld\u201d, das sind j\u00e4hrliche Eink\u00fcnfte in H\u00f6he von 50 Gulden zugesagt worden. Das Kloster musste diesen Betrag aber nicht ausbezahlen. Es sollten <\/p>\n<p>davon 12 Gulden an&#160; den Abt und 18 Gulden an die M\u00f6nchsgemeinschaft flie\u00dfen. Die M\u00f6nche lie\u00dfen nun die Wittelsbacher f\u00fcr zwei Jahre gew\u00e4hren.&#160; Das Spektakel aber wurde ein immer gr\u00f6\u00dferer Erfolg biss zu 60000 Pilger waren in manchen Wochen in der Stadt.<\/p>\n<p>Nachdem Jahr 1393 zeigten die Wittelsbacher den Schatz f\u00fcr lange Zeit nicht mehr. Die Eberberger hatten wohl ihre Anspr\u00fcche in Rom wieder geltend gemacht. Das Urteil stand nur dem Papst zu und der best\u00e4tigte dem Kloster Ebersberg das Recht an dem Fund.<\/p>\n<p>Nun h\u00e4tten die Wittelsbacher den Fund eigentlich herausgeben m\u00fcssen, taten sie aber nicht. F\u00fcr die Kurie war der Streit wohl zu unbedeutend und auch der Einfluss der Herz\u00f6ge zu gro\u00df, als dass dem p\u00e4pstlichen Urteil mit geistlichen Strafen Geltung geschafft <\/p>\n<p>wurde. Das Nachsehen hatten die Ebersberger M\u00f6nche. Das Kloster gab nach, zumal man am k\u00fcrzeren Hebel sa\u00df. Um 1400 traten Abt und Konvent in Verhandlungen mit dem M\u00fcnchner Hof. Man einigte sich und bat die Kurie, die Verf\u00fcgungen zugunsten der <\/p>\n<p>Ebersberger M\u00f6nche&#160; aus den 90-Jahren zur\u00fcckzunehmen., was Papst Bonifaz 1402 tat. Nach der Entscheidung des Papstes wurde ein Teil der Reliquien auf den Andechser Berg zur\u00fcckgebracht. Im Rahmen des Ausgleichs zwischen Kloster Ebersberg und dem <\/p>\n<p>wittelsbachischen Hof waren Teile aus dem Andechser Reliquienschatz ans Kloster Ebersberg gelangt. Nach dem Ausgleich der Herz\u00f6ge mit dem Kloster Ebersberg&#160; lie\u00df Herzog Ernst, der das Wort vom Heiligen Berg pr\u00e4gte, zwischen&#160; 1416 und 1423 die heute noch <\/p>\n<p>bestehende dreischiffige gotische Hallenkirche errichten. Die Betreuung der Andechser Wallfahrt in die H\u00e4nde eines Kollegiatsstifts&#160; mit sechs Kanonikern und einem Propst. Bepfr\u00fcndete Chorherren brachten f\u00fcr die Wallfahrtsseelsorge nicht den gew\u00fcnschten<\/p>\n<p>Erfolg. Der Sohn und Nachfolger Herzog Ernsts, Albrecht III. (1401-1460) beriet sich mit dem p\u00e4pstlichen Kardinallegaten Nikolaus von Kues. Mit Nikolaus hatte der Wittelsbacher einen kompetenten Gespr\u00e4chspartner. Er war im&#160; Dezember 1450 von Papst Nikolaus V. <\/p>\n<p>zum p\u00e4pstlichen Legaten f\u00fcr Deutschland Legaten ernannt worden und mit au\u00dferordentlichen Vollmachten zur Kirchen-und Klosterreform in Deutschland, \u00d6sterreich und den Niederlanden ausgestattet worden. Nachdem er in anderen F\u00e4llen von Hostienwundern<\/p>\n<p>sehr scharf vorgegangen war, hatte er 1453 die Andechser Reliquien diplomatisch approbiert. Als er 1452 als Legat auf dem Weg nach B\u00f6hmen war, kam er auch f\u00fcr drei Tage ins Kloster Tegernsee. Er war von der Spiritualit\u00e4t und der Fr\u00f6mmigkeit der M\u00f6nche <\/p>\n<p>beindruckt und vom monastischen und geistigen Leben im Kloster so angetan, dass er sich sogar eine Zelle f\u00fcr seine alten Tage reservieren lie\u00df. Das Kloster war erst im Jahre 1426 \u201cauf Kurs\u201d gekommen. Der erst 24 \u2013j\u00e4hrige Kaspar Ayndorffer war zum Abt bestimmt <\/p>\n<p>worden, was er bis 1461 blieb. Er f\u00fchrte sofort die Melker Reform ein und Tegernsee wurde zu dem wichtigsten bayrischen Reformkloster. 1455 wurde Andechs mit M\u00f6nchen aus dem Reformkloster Tegernsee besiedelt<\/p>\n<p>&#160;<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/0_lteste-bekannte-Darstellung-des-Heiligen-Berges-von-1598_c2adebc401.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; border-right-width: 0px; padding-left: 0px; padding-right: 0px; display: inline; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; border-left-width: 0px; padding-top: 0px\" title=\"0_lteste-bekannte-Darstellung-des-Heiligen-Berges-von-1598_c2adebc401\" border=\"0\" alt=\"0_lteste-bekannte-Darstellung-des-Heiligen-Berges-von-1598_c2adebc401\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/0_lteste-bekannte-Darstellung-des-Heiligen-Berges-von-1598_c2adebc401_thumb.jpg\" width=\"204\" height=\"244\" \/><\/a><\/p>\n<h1><\/h1>\n<p>&#160;<\/p>\n<h1>&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160; Das Kloster Heiligenberg<\/h1>\n<p>Am 23. 1455 bezogen sieben M\u00f6nche aus Tegernsee das von Albrecht gestiftete Kloster. Es waren dies Johannes Hausmann aus Landsberg, Johann Senior aus Landshut, Eberhard St\u00f6cklin aus Wolfratshausen, Matthias Praitenwieser aus Dorfen, Leonhard Egerer<\/p>\n<p>aus M\u00fcnchen, Fridrich Diakonus aus Landshut und Oswald Rott aus Tittmonning. Als Prior oder Administrator in Spiritualibus w\u00e4hlten sie Johann Senior. Es war sicher kein Zufall, dass der Tegernseer Abt seine profiliertesten Schreiber nach Andechs geschickt hatte. <\/p>\n<p>Entsprechend der Melker Reform, der wichtigster Vertreter Tegernsee ja war,sah man in der Schaffung einer guten Bibliothek als wichtige Voraussetzung f\u00fcr ein observantes Klosterleben. Nach einer dreij\u00e4hrigen Konsolidierungszeit w\u00e4hlten die M\u00f6nche Eberhard<\/p>\n<p>St\u00f6cklin als ihren ersten Abt. Bei seiner Weihe 1458 erhielt er das Recht der Pontifikalien. In diesem Jahr schrieb Herzog Albrecht auch die Grundausstattung des Klosters fest. Die geistlichen Aufgaben der M\u00f6nche waren Gottesdienst, Pflege und Verwahrung des<\/p>\n<p>Heiltums, Gebetsged\u00e4chtnis und ewiger Jahrtag f\u00fcr die Stifter und die kirchliche Verwendung der Wallfahrtsgaben. Au\u00dferdem bestimmte er Andechs zu seiner Grablege. Er starb am 29. Februar 1460 und wurde&#160; in Andechs bestattet.&#160; Heute ist dort ein kleiner <\/p>\n<p>abgeschlossener Friedhof, der nur gelegentlich f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit zug\u00e4nglich ist, wie zum Beispiel am Tag des Offenen Denkmals. 10 Familienmitglieder der Wittelsbacher, fast alle aus der 2. H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts haben dort ihre letzte Ruhest\u00e4tte <\/p>\n<p>gefunden.<\/p>\n<p>Abt Eberhard St\u00f6cklin starb am 17. April 1462. Auf ihn folgte&#160; Johannes Hausmann, der schon 1455 mit aus Tegernsee kam. Er hatte in Benediktbeuren seine Profess abgelegt und war dann nach Tegernsee gegangen . In seiner Andechser&#160; Amtszeit erhielt das Kloster <\/p>\n<p>erhebliche Stiftungen und konnte seine wirtschaftliche Grundlage beachtlich erweitern. Zwar nicht ganz so wichtig, aber f\u00fcr Andechs sicher erw\u00e4hnenswert, Abt Johannes lie\u00df 1463 ein neues Wirtshaus in Andechs erbauen und bemalen.<\/p>\n<p>Abt Johannes starb am 18. Oktober 1475. Auf ihn folgte Andreas \u00d6rtl aus T\u00f6lz(1475-1492), der 1455 in Tegernsee seine Profess abgelegt hatte. Unter Abt Andreas hatten einige M\u00f6nche ihre Profess abgelegt, so zum Beispiel der aus Isny stammende Johannes <\/p>\n<p>Kiesinger, der 1846 Abt in Wessobrunn wurde und wohl auch Johann II. von Schrattenbach, der in Kaufbeuren geboren ist und 1492 der erste aus dem Kloster stammende Andechser Abt. geworden ist. 1488 vidimierte er eine Urkunde aus dem Jahr 1411, in der es<\/p>\n<p>um eine Messtiftung ging. In Widdersberg, das heute zur Gemeinde Herrsching geh\u00f6rt war Andechs durch Herzog Ernst zu Besitz gekommen. Den dortigen Besitz rundete Abt Andreas durch den Erwerb kleinerer G\u00fcter um 1475 ab.<\/p>\n<p>Im Oktober 1492 wurde Johann II. von Schrattenbach zum Nachfolger von Abt Andreas gew\u00e4hlt. Bei dieser Wahl war auch der Wessobrunner Abt anwesend. 1494 liess er den Heiltumsaltar schaffen, von dem heute nur noch zwei Fl\u00fcgel erhalten sind, die aber <\/p>\n<p>vermuten lassen, dass dieser Andechser Altar einer der gr\u00f6\u00dften sp\u00e4tgotischen Alt\u00e4re in Bayern gewesen sein muss.Die beiden Fl\u00fcgel werden heute in der oberen Kapelle aufbewahrt. Das Aussehen des Altar ist auch auf einem zweiteiligen Holzschnitt \u00fcberliefert, <\/p>\n<p>den Abt Johann 1496 herstellen lie\u00df und der dazu bestimmt war, Bedeutung und Ruhm der Gnadenst\u00e4tte Andechs weithin bekannt zu machen zumal es ja gerade in dieser Zeit eine richtige Wettbewerbssituation von Wallfahrtsorten gab. Flankiert wurde diese <\/p>\n<p>Werbema\u00dfnahme durch die von Herzog Sigismund von Bayern 1497 in Auftrag gegebene Blutenburger Heiltumstafel, die in der Hofkapelle der Blutenburg in M\u00fcnchen aufgeh\u00e4ngt war und so ein namhafter Werbetr\u00e4ger f\u00fcr die Andechser Wallfahrt war.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/01_Johann_von_Schrattenbach__1492_1521_279f299fe5.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; border-right-width: 0px; padding-left: 0px; padding-right: 0px; display: inline; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; border-left-width: 0px; padding-top: 0px\" title=\"01_Johann_von_Schrattenbach__1492_1521_279f299fe5\" border=\"0\" alt=\"01_Johann_von_Schrattenbach__1492_1521_279f299fe5\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/01_Johann_von_Schrattenbach__1492_1521_279f299fe5_thumb.jpg\" width=\"217\" height=\"154\" \/><\/a><\/p>\n<p align=\"center\">&#160;<\/p>\n<p>Unter Abt Johann kam Andechs auch 1494 in den Besitz eines Stadthauses in M\u00fcnchen. Es handelte sich dabei um die ehemalige Synagoge in der Judengasse. Als Herzog Ernst 1442 die Juden aus M\u00fcnchen vertreiben lie\u00df,&#160; wurde an das ehemalige Grufthaus eine <\/p>\n<p>Kirche angebaut. Das Haus war mittlerweile durch Herzog Albrecht und seine Gemahlin Anna von Braunschweig, die Nachfolgerin der Agnes Bernauer an Dr. Hans Hartlieb geschenkt worden, der ein ber\u00fchmter Lehrer der Arzneikunde und Leibarzt des herzoglichen <\/p>\n<p>Paares war. 1750 wurde das Geb\u00e4ude gr\u00fcndlich renoviert, wobei Pfeiler, die noch aus der Zei der Synagoge stammten, entfernt wurden. Die Kirche wurde on Andechser M\u00f6nchen bis zur S\u00e4kularisation versorgt.<\/p>\n<p>Am 14. Februar 1518 geht Andechs mit dem Stift Sankt Peter in Salzburg eine Konf\u00f6deration ein. Abt in Salzburg war zu der Zeit Ulrich Plankenfelser (1415-1420). Die Konf\u00f6deration ist Ausdruck gemeinsamer Reformgesinnung. Man versichert sich gegenseitige <\/p>\n<p>Gastfreundschaft und gemeinsames Totengedenken. Abt Johann starb 1521.<\/p>\n<p>Als Martin Luther am 31.10.1517 seine 95 Thesen an die Wittenberger Schlosskirche angeschlagen hat, konnte er sich nicht tr\u00e4umen lassen, was dies ausl\u00f6ste. Die Einheit der Kirche ging verloren. Was eigentlich nur als Ank\u00fcndigung eines wissenschaftlichen Dialogs<\/p>\n<p>gedacht war, l\u00f6ste schlie\u00dflich sogar blutige Religionskriege aus. Die Reformation l\u00f6ste bei vielen Andechs vergleichbaren Kl\u00f6stern einen disziplin\u00e4ren wie wirtschaftlichen Niedergang aus. Besonders hart traf es nat\u00fcrlich Kl\u00f6ster wie Andechs, deren Kraft \u2013<\/p>\n<p>wirtschaftlich wie geistig- stark auf der Betreuung von Reliquien beruhten. Reliquien waren suspekt geworden, das M\u00f6nchtum hatte rapide an Ansehen verloren. Nur noch wenige gingen ins Kloster, Spenden versiegten. Der Personalstand im Kloster war f\u00fcr die <\/p>\n<p>Pr\u00e4latenw\u00fcrdigkeit zu gering. Die Vorsteher waren keine \u00c4bte mehr, nur noch Administratoren. Christoph Riedter, Edler von von Bocksberg (1521-1529) musste erleben wie M\u00f6nche aus seinem Konvent aus seinem Kloster austraten und sich der Reformation <\/p>\n<p>zuwandten wie z.B. Ambrosius Rank aus Weilheim 1525. Zwar predigten reformatorisch gesinnte Pfarrer gegen die Wallfahrt sowie zum Beispiel der Pfarrer Wolfgang Hackenschmit aus Sielenbach. Aber er wurde seines Amtes enthoben .<\/p>\n<p>Den Niedergang des Klosters in den n\u00e4chsten 50 Jahren konnten auch 5 \u00c4bte und 4 Administratoren nicht aufhalten. Das \u00e4nderte sich erst mit David Aichler. Dieser wurde 1545 in Mindelheim geboren und trat in das Benediktinerkloster in Ottobeuren ein, wo er am <\/p>\n<p>14.Mai 1564 die Profess ablegte. In Ottobeuren legte er einen Bibliothekskatalog an. Von 1571-1576 war er Administrator des Klosters St. Mang in F\u00fcssen. 1588 wurde er zum Abt von Andechs postuliert. Er war administrativ erfahren und gelehrt. Auf der Grundlage<\/p>\n<p>des Visitationsprotokolls von 1588 f\u00fchrte er wieder ein gewissenhaftes kl\u00f6sterliches Leben&#160; ein. Der Verbesserung der kl\u00f6sterlichen Disziplin folgte der wirtschaftliche Aufschwung, der durch zahllose herzogliche Dotationen verst\u00e4rkt wurde. Er vergr\u00f6\u00dferte den<\/p>\n<p>Bestand der Andechser Bibliothek. 1598 \u00fcbertrug Wilhelm V. die Liegenschaften und Geb\u00e4ude der ehemaligen Augustinerpropstei Paring dem Kloster Andechs. Dieses f\u00fchrte es als kleinen Gutsbetrieb mit seelsorgerlicher Betreuung.<\/p>\n<p>Abt David verfasste auch mehrere geschichtliche Werke, darunter eine Geschichte F\u00fcssens und das Chronicon Andecense (M\u00fcnchen 1595). F\u00fcr die Kirche waren neue Ausstattungsgegenst\u00e4nde erworben worden. Die neue V\u00f6hlinkapelle entstand von 1591-1594. <\/p>\n<p>1593 wurde der s\u00fcdliche Kirchvorplatz als Versammlungsort f\u00fcr Pilger angelegt.Wenn vom Erker der V\u00f6hlinkapelle die Herrenreliquien gezeigt wurden.Von daher hat der Platz auch seinen Namen Frohnhof, also Herrenhof.<\/p>\n<p>Abt David war eine wichtige Person der bayrischen Gegenreformation und sein Wirken in Andechs war so erfolgreich, dass er auch mit der Visitation anderer Kl\u00f6ster betraut wurde. Er verstarb am 25. Februar 1596 in Andechs.<\/p>\n<p>Auf ihn folgte Alexander Sauter. Er verkaufte kl\u00f6sterlichen Streubesitz und erwarb daf\u00fcr die Hofmarksg\u00fcter Kerschlach und Vorderfischen. Aber schon 1600 wurde er zum Reichsabt von Ottobeuren berufen, was er bis 1612 war. Nachfolger Abt Alexanders wurde <\/p>\n<p>Johann V. Chrysostomus Huttler, der aus Mindelheim stammt. Mit ihm begann ein weiterer Aufschwung.Von 1601 bis 1602 erbaute er eine neue Bibliothek. Er kaufte kontinuierlich neue B\u00fccher und f\u00f6rderte das Hochschulstudium seiner Novizen als Grundlage einer<\/p>\n<p>kirchlichen und kl\u00f6sterlichen Erneuerung. 1607 wurde die Wallfahrtskirche im Renaisssancestil umgebaut.Herzog Maximilian I. stiftet eine Orgel, die 1608 aufgestellt wird und 1610 wird von Hans Degler aus Weilheim der neue Gnadenaltar mit der heutigen<\/p>\n<p>Madonna errichtet.&#160; Abt Johann stirbt schon im Alter von 35 Jahren an der Pest.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Unbenannt.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; border-right-width: 0px; padding-left: 0px; padding-right: 0px; display: inline; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; border-left-width: 0px; padding-top: 0px\" title=\"Unbenannt\" border=\"0\" alt=\"Unbenannt\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Unbenannt_thumb.png\" width=\"174\" height=\"244\" \/><\/a><\/p>\n<p>1580 wird Michael Einslin in Kempten geboren. 1596 tritt er ins Kloster Andechs ein.1599 bis 1603 studierte er in Ingolstadt und wurde 1604 Priester. 1610 wird er der 15. Abt von Andechs. Pater Willibald Math\u00e4ser, der von 1954 Cellerar von Andechs&#160; und von 1968<\/p>\n<p>als Archivar von St. Bonifaz t\u00e4tig war, bezeichnete Michael Einslin als bedeutendsten Abt von Andechs. Er setzte sich sehr f\u00fcr die Klosterdisziplin und die Wallfahrt ein. Er gr\u00fcndete die \u201cBruderschaft von den hl. drei Hostien\u201d. Er setzte sich auch fr\u00fch f\u00fcr die F\u00f6rderung<\/p>\n<p>der Studien ein.&#160; 1623 gr\u00fcndete er zusammen mit dem Erzbischof Paris Graf von Lodron, der auch in Ingolstadt studiert hatte, den \u00c4bten Gregor von Ottobeuren, Heinrich von Niederaltaich, Joachim von St. Peter in Salzburg und Stephan von Scheyern.&#160; Am 1. <\/p>\n<p>September wurde der Vertrag geschlossen. Darin wird unter anderem der Lehrplanumfang, die Entsendung und der Unterhalt der Professoren, die Organisation der Universit\u00e4t und der Neubau der Universit\u00e4t an der Salzach geregelt. 1623 und 1637 war Abt <\/p>\n<p>Michael Mitglied des Salzburger Universit\u00e4tspr\u00e4sidiums. Viele gelehrte Patres aus Andechs wurden in der Folgezeit an die Augsburger Universit\u00e4t geschickt, was den Stellenwert der gelehrten Bildung in Andechs&#160; zeigte. So stand die Andechser Bibliothek auch <\/p>\n<p>immer in der F\u00fcrsorge des Abtes. 1630 kaufte er f\u00fcr 800 Gulden eine ganze Bibliothek von dem F\u00fcssener Edelmann Ilsung. Nachdem&#160; nach der Schlacht am Wei\u00dfen Berg (8.11.1620) bayrische truppen teile der Oberpfalz besetzt hattenund 1628 das F\u00fcrstentum der <\/p>\n<p>Oberen Pfalz wieder an den wittelsbachisch-bayrischen Staatsverband gekommen war, war Abt Michael einer der eifrigsten, wenn auch erfolglosen Bef\u00fcrworter der R\u00fcckgabe bzw. Neubesiedlung der dortigen Benediktinerkl\u00f6ster. Er trug auch einen Gro\u00dfteil des<\/p>\n<p>Missionswerks der Benediktiner zur Rekatholisierung der Oberpf\u00e4lzer Gebiete. Er trieb auch das Zustandekommen einer bayrischen Benediktinerkongregation voran.Dies sowie die Unterordnung unter das Staatskirchenregimes de bayrischen Kurf\u00fcrsten brachte <\/p>\n<p>ihn allerdings in Konflikt mit seinem Di\u00f6zesanbischof Heinrich von Kn\u00f6ringen (1599-1646), einen machtbewussten Kirchenbischof von unnachgiebiger Strenge. Ein von seinem Nachfolger in der Dillinger Universit\u00e4tskirche r\u00fchmt in als \u201cmurus immobilis pro religione<\/p>\n<p>et domo dei\u201d. Er wurde sogar inhaftiert und von seinem Amt suspendiert. Nur durch kurf\u00fcrstliche&#160; Unterst\u00fctzung entkam er der Haft und zur\u00fcck auf sein Amt.&#160; Die Pl\u00e4ne vom Zusammenschluss des Ordens unter F\u00fchrung von Bursfelde hatten sich allerdings <\/p>\n<p>zerschlagen und erst 1682 gelang der Zusammenschluss der bayrischen Benediktiner. Trotz oder vielleicht auch wegen des Dre\u00dfigj\u00e4hrigen Krieges&#160; nahm die Wallfahrt einen erheblichen Aufschwung. Zwischen 1622 und 1626 wurden eine halbe Million Pilger gez\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Die Kriegswirren und die Leiden, die das Kl\u00f6ster und die umliegenden D\u00f6rfer zu ertragen hatten, wurden immer schlimmer, wie der Pfarrer von Erling und Nachfolger von Abt Michael Maurus Friesenegger in seiner Chronik eindringlich erz\u00e4hlt. 1628 brach in Erling <\/p>\n<p>die Pest aus. Man hatte den Wallfahrern verboten, in den D\u00f6rfern zu \u00fcbernachten. Dorfwachen waren ausgestellt und die Wallfahrer mussten unter Eid aussagen, dass sie nicht aus angesteckten D\u00f6rfern k\u00e4men. Trotz Verbot hatte man Wallfahrer \u00fcbernachten lassen<\/p>\n<p>und wie Maurus schreibt, die Pest gleich mit. Innerhalb kurzer Zeit fielen der Seuche 21 Dorfbewohner zum Opfer. Niemand wollte solche Verstorbene begraben und so mussten die Angeh\u00f6rigen \u201cn\u00e4chtlicherweise ohne alle Ceremonie zu Grabe bringen\u201d.<\/p>\n<p>Im Juli 1630 brach in Bayern und Schwaben eine \u201cf\u00fcrchterliche Viehseuche\u201d aus, die viele K\u00fche und noch mehr Pferde t\u00f6tete. Aber auch das Wild in den W\u00e4ldern war betroffen. Da der Krieg immer schrecklicher wurde und vor allem immer n\u00e4her r\u00fcckte, wurde f\u00fcr<\/p>\n<p>die Di\u00f6zese ein 40-st\u00fcndiges Gebet verordnet, das auf die Sonn-und Feiertage verteilt wurde. 1631 schlugen die Schweden die kaiserliche und bayrische Armee in Sachsen und zerstreuten sie. Am 15. Oktober wurde der Abt nach M\u00fcnchen bestellt. Da der Abt nicht <\/p>\n<p>anwesend war, ging der Prior und fand ganz M\u00fcnchen \u201cin gr\u00f6\u00dfter Best\u00fcrzung und Verwirrung\u201d. Der Kurf\u00fcrst teilte dem Prior mit, dass \u201cder ketzerische Teil von Augsburg den Schwedenk\u00f6nig um Hilfstruppen angerufen und der K\u00f6nig dieseleben auch zugesagt habe\u201d<\/p>\n<p>und also ein Einfall in Bayern zu bef\u00fcrchten sei. Der Schatz und alle anderen Kostbarkeiten sollten deshalb nach Ingolstadt, Wasserburg, Braunau, Burghauen oder an einen anderen befestigten Ort in Sicherheit gebracht werden und au\u00dferdem sofort 6000 Gulden<\/p>\n<p>\u201cAnlehen zur Unterhaltung des Milit\u00e4rs ohne Weigerung einzuschicken\u201d. Im Februar sollten die Reliquien wieder ausgepackt werden und an ihren Ort gestellt werden \u201cum dem Volk die \u00fcberfl\u00fcssige Furcht zu benehmen\u201d Doch am 5. April r\u00fcckten die Schweden auf <\/p>\n<p>Donauw\u00f6rth zu. Der Kurf\u00fcrst befahl dem Abt schriftlich, den Schatz in Sicherheit zu bringen. Der Prior brachte den Schatz nach Burghausen, w\u00e4hrend der Abt die Heiligen Hostien auf der Brust nach M\u00fcnchen brachte. \u00dcberall vergrub man sein Hab und Gut, packte <\/p>\n<p>ein und fl\u00fcchtete. Am 15. Mai ergab sich M\u00fcnchen gegen 300 000 Taler und andre Bedingungen, war aber dann unter dem Schwedenk\u00f6nig \u201csicherer als in der kurf\u00fcrstlichen Garnison\u201d. Anders ging es aber auf dem Land zu,das wie man sagte, der K\u00f6nig seinen<\/p>\n<p>Soldaten zur Beute \u00fcberlassen hatte. \u201cDa wurde kein Gutes, keiner Ehre auch des Leben nicht verschont\u201d. Am 18. Mai r\u00fcckten schwedische Reiter auf Kloster Heiligenberg vor. Am Abend vor Himmelfahrt wurde das von Abt Johannes Hausmann errichtete&#160; Wirtshaus<\/p>\n<p>niedergebrannt. Die Schweden zogen nach drei Wochen wieder aus dem Kloster ab, da der bayrische Kurf\u00fcrst auf N\u00fcrnberg zugezogen war und so den Schwedenk\u00f6nig gezwungen hatte, ihm nachzuziehen. Der Chronist berichtetet Schlimmes von den drei Wochen.<\/p>\n<p>\u201cDas Gotteshaus war voll Gestank und Pferdemist, auf den Alt\u00e4ren \u00dcberbleibsel von Futter, die Opferst\u00f6cke alle zerbrochen, und die Grabst\u00e4tte des Stifters ge\u00f6ffnet.\u201d Wunderbares erz\u00e4hlte der Chronist von dem Muttergottes Bild, das auf dem unteren <\/p>\n<p>Hochaltar stand. Es war von keiner Gewalt herabzuwerfen und zu bewegen gewesen. Auch sei es nicht gelungen, das Kloster anzuz\u00fcnden, obwohl an mehreren Stellen Feuer gelegt worden sei. Die \u201cKetzer von&#160; Augsburg, Ulm und N\u00fcrnberg verlangten der Wallfahrt<\/p>\n<p>zum Trotz das Kloster zu verheeren.\u201d Aber es sei nicht gelungen. Das Kloster wurde allerdings verw\u00fcstet und restlos ausgeraubt. Vieh und Gefl\u00fcgel wurden geraubt, die Schwaig Rottfeld niedergebrannt. Das Dorf Elling wurde einge\u00e4schert. 43 H\u00e4user brannten ab.<\/p>\n<p>Die Bewohner durften nichts retten.Im Dorf waren bis auf 4 Pferde und 3 St\u00fcck Hornvieh alle Tiere verloren. Der Chronist zeigt sich verwundert \u00fcber die Grausamkeit gegen \u201cdie Alten, einf\u00e4ltigen und Presthaften\u201d. Ins Kloster wurde zwar eine Schutztruppe gelegt.<\/p>\n<p>Das Kloster musste die Truppe unterhalten und zus\u00e4tzlich noch 220 Gulden Bargeld abgeben. Zwar gab es eine gute Ernte. Wegen des Mangels an Zugtieren war sie aber schwer einzubringen. Im Fr\u00fchjahr sollten die Felder bestellt werden, aber die meisten Pferde <\/p>\n<p>waren ja verloren. Man tat sich zusammen, wer nicht auf dem Feld arbeitete, bewachte die Arbeitenden. St\u00e4ndig zog Kriegsvolk durch. Aber das war nicht das einzig Schlimme. Zuerst gab es einen kalten Mai mit Schnee und Eis. Dann folgte<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Michael-Einslin.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; border-right-width: 0px; padding-left: 0px; padding-right: 0px; display: inline; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; border-left-width: 0px; padding-top: 0px\" title=\"Michael Einslin\" border=\"0\" alt=\"Michael Einslin\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Michael-Einslin_thumb.jpg\" width=\"147\" height=\"244\" \/><\/a><\/p>\n<p>gro\u00dfe Trockenheit.Lebensmittel wurden rar und sehr teuer. \u201cViele Leute lebten schon von Kr\u00e4utern und bei noch mehrern war Nachmehl und Kleiebrod die beste Speise\u201d. Waren konnten nur noch sehr unsicher weitertransportiert werden, weil R\u00e4uber<\/p>\n<p>und Gesindel unterwegs war.Dann brach auch noch eine Viehseuche aus, die im Kloster und Umland gro\u00dfen Schaden verursachte. Die Ernte war in diesem Jahr noch schwerer einzubringen. Auf die wenigen Pferde, die man noch hatte, musste unheimlich aufgepasst<\/p>\n<p>werden. Sobald man einen Schuss h\u00f6rte, floh man mit ihnen ins Kiental,um sie in&#160; Sicherheit zu bringen. Immer wieder verlangten umherziehende Truppen horrende Kontributionen und drohten bei Nichtzahlung mit den schlimmsten Konsequenzen.<\/p>\n<p>Am 23. Oktober war der Abt wieder im Kloster. aus M\u00fcnchen hatte er den s\u00e4chsischen Kurf\u00fcrsten mitgebracht, der dort gefangen war. Immer wieder marschierten Heere durch. Besatzer oder Besch\u00fctzer, das machte bald keinen unterschied mehr. Alle hausten<\/p>\n<p>gleich schrecklich. Ende Dezember warn 1500 Spanier in Erling. Im Kloster nahmen zwei Grafen Quartier. Im Dorf lagen die Mannschaften und das ganze Dorf schien in Feuer zu stehen. Die Soldaten hatten aus den H\u00e4usern das Mobiliar geholt und \u201cf\u00fcllten alle Gassen <\/p>\n<p>mit f\u00fcrchterlichen Wachfeuern\u201d. Die Besatzung blieb \u00fcber den Jahreswechsel, weil es kein Winterquartier gab. 1500 Mann mussten verpflegt werden. Die Lebensmittellieferungen klappten nicht mehr. Alles hungerte, selbst die Offiziere, die zwar genug<\/p>\n<p>Geld hatten, aber&#160; auch f\u00fcr teures Geld gab es nicht mehr zu kaufen. D\u00fcstere Aussichten auch f\u00fcr das kommende Jahr. Man hatte das Saatgetreide in der Dorfkirche untergebracht, aber es wurde von dort geraubt. Als die Truppen schlie\u00dflich abzogen, nicht ohne das<\/p>\n<p>Vieh das noch da war,mit zu nehmen, hinterlie\u00dfen sie ein unbeschreibliches Bild der Verw\u00fcstung. Die H\u00e4user waren alle besch\u00e4digt, hatten keine D\u00e4cher mehr, Mittelw\u00e4nde und Balken waren herausgerissen. Z\u00e4une, Obstb\u00e4ume, Hausrat, Fuhrwerke \u201cund was <\/p>\n<p>immer von Holz war, ging in den Flammen auf.\u201d In den beiden Kirchen sah es nicht besser aus. Alles war voller Unrat, alles was aus Holz war, war den Flammen zum Opfer gefallen. Zwar waren die Soldaten jetzt weg. Zur\u00fcckgeblieben waren Kranke und Entkr\u00e4ftete,<\/p>\n<p>die in gro\u00dfer Zahl starben und niemand beerdigte sie mehr. Die Ernte fiel in diesem Jahr besser aus, wenngleich es nach wie vor unheimlich beschwerlich war, sie einzubringen. Die Menschen waren \u201cvom Hunger abgemergelt\u201d. Dazu fehlte es an Pferden, <\/p>\n<p>Fuhrwerken und anderen zur Ernte notwendigen Instrumente. Es kam weiteres Elend auf die \u00dcberlebenden zu. \u201cDie Menschen haben noch nicht recht angefangen, neu zu leben, stellte sich wieder ein anderes \u00dcbel ein\u201d. Im Juli brach die Pest aus. Oft konnten die<\/p>\n<p>Toten nicht mehr beerdigt werden. Die Lebenden waren zu geschw\u00e4cht, diese traurige Pflicht zu leisten. Die Toten blieben so oft in den H\u00e4usern liegen. So musste man manchmal einfach das Haus samt den Toten verbrennen. \u201cVorhin, in den besseren Zeiten z\u00e4hlte<\/p>\n<p>dieses Dorf (Erling) noch 500 Seelen, zu Ende dieses Jahres waren noch 190 \u00fcbrig.\u201d Weil es an allem mangelte, Pferden, Samen und auch kaum mehr einer in der Lage war, zu dreschen, konnte man sich leicht ausmalen, dass auch die n\u00e4chsten Jahre Hungerjahre sein <\/p>\n<p>w\u00fcrden. Im November flaute die Pest wieder ab und da an den D\u00f6rfern Strohkreuze aufgerichtet waren zu Zeichen, dass Dorf von der Pest befallen war, kamen wenigstens weniger Pl\u00fcnderer. Da man im Vorjahr einige Siege erreicht hatte und dar\u00fcber hinaus das<\/p>\n<p>\u201cdie Ersch\u00f6pfung an allen Lebensmitteln\u201d lie\u00dfen f\u00fcr das Jahr 1635 etwas mehr Ruhe erhoffen. Im Januar aber herrschte bitter K\u00e4lte und die ohnehin schon Entkr\u00e4fteten drohten in ihren H\u00e4usern zu erfrieren. In der Di\u00f6zese Augsburg waren 400 Pfarreien ohne Hirten,<\/p>\n<p>weil die Seelsorger teils gestorben, teils wegen des Hungers weggezogen waren. Die gro\u00dfen Dorfschaften, in denen vor dem Krieg bis zu 1000 Seelen wohnten, hatten oft nur noch 20-30 Bewohner. Von Augsburg erz\u00e4hlte man sich Schreckliches. In M\u00fcnchen waren<\/p>\n<p>die Lebensmittel rationiert und es gab nur noch k\u00fcmmerliche Rationen. Im Juli reiste Kurf\u00fcrst Maximilian von Bayern nach Wien um Prinzessin Maria Anna, die Tochter Ferdinands II. zu heiraten. Auch der 1635 zwischen dem Kaiser und der katholischen Liga <\/p>\n<p>einerseits und Kursachsen andrerseits beendete den Krieg zwischen den Reichsst\u00e4nden und machte en Menschen wieder ein bisschen Hoffnung.&#160; Kurf\u00fcrst Maximilian den Andechser Schatz von&#160; Salzburg auf den Heiligen Berg zur\u00fcckbringen, nachdem die <\/p>\n<p>Kriegsgefahr geringer geworden war. Im Fr\u00fchjahr war nur wenig ausges\u00e4t worden. Dazu kam noch eine schlechte Ernte. Das wenige, was dann noch wuchs fra\u00dfen die M\u00e4use. Im Kloster reichten die Erntevorr\u00e4te nur bis Martini. Danach musste alles f\u00fcr teures Geld in <\/p>\n<p>M\u00fcnchen zugekauft werden. Im August aber kam der Schatz nach Andechs zur\u00fcck und die M\u00f6nche fanden \u201calles ohne die geringste Verletzung\u201d. Im Herbst grassierte wieder die Pest, in Schwaben noch st\u00e4rker als in Bayern. Diesmal betraf es vor allem die <\/p>\n<p>Reichst\u00e4dte. Maurus Friesenegger gibt f\u00fcr Augsburg die Zahl von 80.000 Einwohnern an. Das ist sicher viel zu hoch gegriffen. Augsburg hatte vor dem Krieg etwa 48 000 Einwohner. Aber die Verluste waren auf jeden Fall enorm. Eine Z\u00e4hlung von 1635 ergab<\/p>\n<p>16432 Einwohner, davon 731 Fremde. Krieg, Hunger und Seuchen hatten die Stadt aber schon etwa zwei Drittel ihrer Bev\u00f6lkerung gekostet. \u00c4hnlich sah es in den anderen Reichsst\u00e4dten wie z. B. Ulm aus. Das Himmelfahrtsfest wurde 1636 sehr festlich begangen.<\/p>\n<p>Der Kurf\u00fcrst hatte seine Trompeter geschickt um das Fest \u201cmehr zu solennisieren\u201d. Auch wurden Zelte f\u00fcr die Wallfahrer bereit gestellt, da die Unterk\u00fcnfte in Erling immer noch in \u00e4u\u00dferst desolatem Zustand waren. 1637 starb Kaiser Friedrich am 15. Februar. Aber <\/p>\n<p>das Jahr 1637 verschonte Erling und Heiligenberg in vor schlimmen Erlebnissen. Nur aus Schwaben drangen schlimme Nachrichten. Aber nach 18 Jahren war man einfach nur dankbar, dass es diesmal nicht so schlimm gekommen ist. \u201c Gott sey in Allem gepriesen!<\/p>\n<p>und ihm sei tausend Dank, dass uns dieses Jahr nur die bittere Geisel des Krieges nicht getroffen!\u201d Das Jahr 1638 begann in Erling und Heiligenberg st\u00fcrmisch. Kaum ein Dach, das nicht ab gedeckt wurde. Im Kloster wurde die Kirche so stark besch\u00e4digt, dass der <\/p>\n<p>Einsturz drohte. Der Kurf\u00fcrst schickte seinen Baumeister nach Heiligenberg \u201cum die Gefahr zu untersuchen und dem Ruin des Klosters zuvorzukommen. Der Sturm hatte einen Schaden von 1000 Gulden am Kloster verursacht. Im Juli reparierte der kurf\u00fcrstliche<\/p>\n<p>Baumeister Michael Haigel den Kirchturm. Au\u00dferdem stellte er zusammen mit dem Wessobrunner Maurermeister Georg Schmutzer&#160; das von den Schweden abgebrannte Wirtshaus wieder her.<\/p>\n<p>Am 23. August besuchte Herzog Albert der Leuchtenberger, der Bruder des Kurf\u00fcrsten Maximilian zusammen mit seinem Sohn&#160; Sigmund Albert das Kloster Heiligenberg. Da erlitt Abt Michael auf den Tag genau drei\u00dfig Jahre nachdem er Abt geworden war einen <\/p>\n<p>Schlaganfall, an dem er noch am selben Tag verstarb. Am 28. September wurde der neue Abt Maurus Frieseneger gew\u00e4hlt und einen Tag sp\u00e4ter geweiht. Er war 1590 als Sohn eines B\u00e4ckermeisters geboren worden, besuchte bis 1612 das Jesuitengymnasium in <\/p>\n<p>M\u00fcnchen. 1614 legte er im Kloster Heiligenberg&#160; die Profess ab. Dann war er Novizenmeister. Von 1627-1638 war er Pfarrvikar von St. Vitus in Erling und zugleich Subprior der Abtei. In seiner Erlinger Zeit begann er mit der Chronik von Erling und Heiligenberg. Sie <\/p>\n<p>schildert die Begebenheiten In Erling und dem Kloster w\u00e4hrend des Krieges von 1627-1648. Es ist eines der bedeutendsten autobiographischen Zeugnisse seiner Zeit. In seiner Amtszeit als Abt setzte er sich wie sein Vorg\u00e4nger f\u00fcr die Gegenreformation in&#160;&#160; der<\/p>\n<p>Oberpfalz ein und f\u00f6rderte die Benediktineruniversit\u00e4t in Salzburg, mit der das Kloster Heiligenberg in enger Verbindung stand.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/4_Maurus_Friesenegger_1640_1655_0fa9071854.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; border-right-width: 0px; padding-left: 0px; padding-right: 0px; display: inline; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; border-left-width: 0px; padding-top: 0px\" title=\"4_Maurus_Friesenegger_1640_1655_0fa9071854\" border=\"0\" alt=\"4_Maurus_Friesenegger_1640_1655_0fa9071854\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/4_Maurus_Friesenegger_1640_1655_0fa9071854_thumb.jpg\" width=\"146\" height=\"244\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die n\u00e4chsten beiden Jahre verliefen einigerma\u00dfen ruhig.1544 hatte Abst Maurus schon einige H\u00e4user im Dorf wieder aufgebaut und verkaufte sie weiter \u201caber alle sehr wohlfeil und unter der H\u00e4lfte verkauft, als was sie gekostet, weil noch niemand gerne H\u00e4user <\/p>\n<p>und G\u00fcter\u00fcbernehmen wollte, die wegen dem ungewissen Ausgang des Kriegs noch nicht sicher zu behaupten waren.\u201d Im August 1642 schlug der Blitz in den Turm der Klosterkirche, allerdings ohne weiteren Schaden zu verursachen, was aber in wenigen Jahren <\/p>\n<p>schon siebenmal passiert war. Der Chronist vermerkt das nicht ohne Sorge, dass der Turm doch einmal Feuer fangen wird. Nicht unberechtigt, wie die Zukunft zeigt. Die letzten Kriegsjahre verbrachte der Abt \u00f6fters in Tegernsee. Und im letzten Jahr des <\/p>\n<p>m\u00f6rderischen Krieges war der Abt in Salzburg an der Universit\u00e4t. Am 6. November machte sich der Abt auf nach Heiligenberg und er fand es besser an, als er bef\u00fcrchtet hatte, wenngleich der Getreidekasten ganz leer war. Wie er&#160; in seiner Chronik geschildert hatte,<\/p>\n<p>Abst Maurus schon in den letzten Kriegsjahren mit dem Wiederaufbau begonnen. Das Kloster erholte sich vergleichsweise schnell. Mit einem gewissen Stolz vermerkt Abt Maurus, dass Pater Mathias aus dem Kloster 1652 Prior in Nieder-Altaich und 1653 Abt von <\/p>\n<p>Asbach wird.Er ist damit das zweite Andechser Konventsmitglied, das in einem anderen Kloster Abt wird. Abt Maurus stirbt am 11. Mai 1655 wo er vor dem Liebfrauenaltar bestattet wird. Auf ihn folgt der aus Landsberg stammende C\u00f6lestin Probst. Er lehrte auch an <\/p>\n<p>der Universit\u00e4t Salzburg. Er dankt 1665 ab und wird noch bis 1666 an der Universit\u00e4t Salzburg gef\u00fchrt. Sein Nachfolger ist der aus Weilheim stammende Abt Maurus von Rambeck. Seine Profess hatte am 12.6.1650 abgelegt.Am14 1. 1666 wurde er zum Abt gew\u00e4hlt. <\/p>\n<p>Studiert hatte er in Andechs,&#160; Salzburg und Wien. Er bekam schnell Gelegenheit, seine Tatkraft unter Beweis zu stellen. Am 3. Mai 1669 schlug, man ist versucht zu sagen, wieder Mal der Blitz ins Kloster ein. Nur wurde diesmal das gesamte Kloster mit Ausnahme der<\/p>\n<p>heiligen Kapelle und des Reliquienschatzes ein Raub der Flammen. Grade mal zwanzig Jahre nach dem verheerenden gro\u00dfen Krieg eine erneute Katastrophe. Doch Abt Maurus begann unverz\u00fcglich mit dem Neubau. Das Kloster erhielt im Wesentlichen seine <\/p>\n<p>Gestalt, die es heute noch hat. Er setzte sofort alle Hebel in Bewegung, um Bauhilfen f\u00fcr Kloster und Kirche zu erhalten. Die Ober\u00f6sterreichische Hofkammer bewilligte aus dem Ehrenbergischen Geh\u00f6lz 30-40 L\u00e4rchenst\u00e4mme, bei der bayrischen Landesherrschaft <\/p>\n<p>bem\u00fchte er sich ebenfalls um Bauholz und Futtergetreide f\u00fcr die Zugpferde, die f\u00fcr den Holztransport ben\u00f6tigt wurden. Der Kurf\u00fcrst genehmigte 600 St\u00e4mme Bauholz und 30 Scheffel (ein Scheffel entspricht ungef\u00e4hr 50 Liter) Hafer. Au\u00dferdem schickte er seinen<\/p>\n<p>Prior zu anderen Kl\u00f6stern und Stiften, um Gelbeihilfen zu bekommen. Viel war&#160; freilich nicht zu bekommen. Der Krieg lag noch viel zu kurz zur\u00fcck. Ottobeuren und Tegernsee schenkten jeweils 150 Gulden nicht ohne umst\u00e4ndliche Entschuldigungen, nicht mehr <\/p>\n<p>geben zu k\u00f6nnen. Auch um Darlehen ging der Abt Kl\u00f6ster an. Rott bewilligte 500 Gulden zinslos, Ettal 300 und Benediktbeuren schenkte 150 Gulden. Kapital, das das Kloster beim Bundeszahlamt und die bei der gemeinen Landschaften stehenden Kapitalien von <\/p>\n<p>5000 Gulden k\u00fcndigte er. Den Kurf\u00fcrsten bat er um eine Anleihe aus der Konvertitenkasse. Dazu wurden Risse \u00fcber das Aussehen des alten und die Planung des neuen Klosters verlangt, dazu einen Kostenvoranschlag f\u00fcr die Baukosten. Das besorgte der M\u00fcnchner <\/p>\n<p>Hofbaumeister Marx Schinnagl (von 1654-1681 Hofbaumeister) Sein Kostenvoranschlag vom Februar 1670 belief sich auf 27230 Gulden. Die Bisch\u00f6fe von Freising, Salzburg, Augsburg, Regensburg und Passau bat er um den Konsens f\u00fcr eine Kirchenumlage.S\u00e4mtliche <\/p>\n<p>Kirchen in Bayern sollten mit einer Abgabe belegt werden und zwar je Gulden Verm\u00f6gen zwei Kreuzer, weniger verm\u00f6gende ein Kreuzer. So sollten die gesch\u00e4tzten Kosten in vier Jahren zusammen kommen. Als&#160; der Abt geh\u00f6rt hatte, dass die Pfarrkirche St. <\/p>\n<p>Peter ein neues Uhrwerk bekommen sollte, bat er B\u00fcrgermeister und Rat, ihm das alte f\u00fcr seine Kirche zu \u00fcberlassen, was dann tats\u00e4chlich geschah. Noch 1669 konnte die Kirche neue eingedeckt werden. 1671 wurde das Kloster wieder bezogen. 5 neue Glocken <\/p>\n<p>wurden aufgezogen. Ein neues Chorgest\u00fchl folgte. 1679 entstand&#160; der obere Hochaltar.&#160; Doch trotz dieser finanziellen Lasten blieb das Kloster wirtschaftlich handlungsf\u00e4hig. Es kam sogar weiterer Grundbesitz hinzu. War Wein als Tischgetr\u00e4nk im Kloster erst<\/p>\n<p>1524 erlaubt, so wurden 1674 zwei Weing\u00fcter in Moritzing bei Bozen gekauft. 1687 wurde eine erste&#160; Wasserleitung gebaut, was die Wasserversorgung auf dem Heiligenberg wesentlich verbesserte.<\/p>\n<p>Ein weiteres wichtiges Ereignis f\u00fcr die Benediktinerkl\u00f6ster in Bayern war des Breve \u201cCircumspecta\u201d&#160; von Papst Innozenz XI. (1676-1689). Damit wurde die bayrische Benediktiner Kongregation 1684 gegr\u00fcndet. An dem vom Tridentinum schon 1563 geforderten <\/p>\n<p>Zusammenschluss von Kl\u00f6stern in einer Kongregation arbeiteten die bayrischen Benediktinerkl\u00f6ster ja schon 1627, als die \u00c4bte von&#160; Andechs, Tegernsee und Scheyern beim bayrischen Kurf\u00fcrsten einen Vorsto\u00df zu einem Zusammenschlu\u00df der Kl\u00f6ster machte. Dies<\/p>\n<p>scheiterte ja am Widerstand der Bisch\u00f6fe, allen voran der Augsburger Bischof Heinrich von Kn\u00f6ringen, da sie einen Verlust an Einflu\u00dfnahme&#160; bef\u00fcrchteten. Der Augsburger Bischof verbot weitere Initiativen in dieser Frage. Als 1681 der bayrische Kurf\u00fcrst die<\/p>\n<p>Benediktiner unterst\u00fctzte, kam wieder Bewegung in die Angelegenheit. Die bayrischen Pr\u00e4laten trafen sich am 16. Juni 1684 in M\u00fcnchen&#160; mit dem bayrischen Gesandten Abbate Scarlatti in Rom. Mit dem Breve wurde die bayrische Kongregation am 26. August 1684 <\/p>\n<p>als Institution zur St\u00e4rkung der monastischen Disziplin, der Wissenschaft und des Glaubens gegr\u00fcndet. Im November 1684 fand unter dem Abt C\u00f6lestin Vogel von St. Emmeran als Pr\u00e4ses das erste Generalkapitel statt. Die Bisch\u00f6fe von Regensburg und Passau hatten <\/p>\n<p>den Kl\u00f6stern ihrer Di\u00f6zese die Teilnahme verboten. Und auch der Augsburger Bischof hatte sich wegen der in seinen Augen rechtswidrigen Exemtion der Mitgliedskl\u00f6ster an den Kurf\u00fcrsten gewandt. Der Kurf\u00fcrst wies dies aber zur\u00fcck und erreichte eine \u201camicabilis <\/p>\n<p>compositio \u201c mit den Bisch\u00f6fen. Darin wurde festgehalten, dass&#160; die bayrischen Benediktinerkl\u00f6ster zum Gehorsam ihrem Di\u00f6zesanbischof verpflichtet waren. 19 der 26 bayrischen Kl\u00f6ster traten der Kongregation bei. Die bayrische Kongregation war nach dem <\/p>\n<p>Vorbild der Helvetischen gegr\u00fcndet worden. Deshalb wurde die Jurisdiktion dem p\u00e4pstlichen Nuntius in Luzern \u00fcbertragen. Im Auftrag des Pr\u00e4ses reisten nun die \u00c4bte Plazidus von Benediktbeuren und Bernhard Wenzl von Tegernsee nach Luzern zu Federico <\/p>\n<p>Baldeschi. Mit ihm er\u00f6rterten sie die Kongregationsprobleme und erstatten nach ihrer R\u00fcckkehr am 9. Juni in M\u00fcnchen dem Kurf\u00fcrsten Bericht. Das Generalkapitel versammelte sich ab dem 2. Generalkapitel, das am 1686 in Scheyern abgehalten wurde im <\/p>\n<p>Dreijahresrhythmus. Ein wichtiges Instrument der Kongregationst\u00e4tigkeit waren Visitationen, die zun\u00e4chst j\u00e4hrlich und seit 1687 alle drei Jahre stattfinden sollten. 1788 wurde in Wessobrunn die Gr\u00fcndung einer wissenschaftlichen Gesellschaft beschlossen, die in <\/p>\n<p>Verbindung mit der Kurf\u00fcrstlichen Akademie in M\u00fcnchen stand. Die Kongregation bestand bis zur S\u00e4kularisation 1803 und wurde 1858 durch Papst Pius IX. in den wiederhergestellten Kl\u00f6stern in Bayern wieder gegr\u00fcndet.<\/p>\n<p>Abt Maurus II. stirbt 1686.&#160; Ihm folgt Quirin Wessenauer aus Salzburg nach. Er \u00fcbernahm 1690 den Besitz des Hochschlosses Pf\u00e4hl. Das Kloster war allerdings nicht am Schloss sondern nur am Grundbesitz interessiert. Schon im 30.-j\u00e4hrigen Krieg stark besch\u00e4digt <\/p>\n<p>verfiel es weiter.Abt Quirins letzte Lebensjahre waren von neuen Kriegswirren \u00fcberschattet. Er starb 1704 in M\u00fcnchen.<\/p>\n<p>Der letzte spanische Habsburger Karl II. hatte keinen Erben und so wurde ab 1697 an allen europ\u00e4ischen H\u00f6fen \u00fcber die spanische Thronfolge nachgedacht. Sowohl der franz\u00f6sische K\u00f6nig Ludwig XIV. als auch der deutsche Kaiser, der Habsburger Leopold I. waren<\/p>\n<p>mit T\u00f6chtern von Philipp IV. von Spanien verheiratet. Beide machten Erbanspr\u00fcche auf den Bourbonenthron geltend. Die Machtkonstellation w\u00fcrde erheblich ersch\u00fcttert, sollte sich Frankreich oder Kaiser Leopold Spanien ganz einverleiben.&#160; Nun handelte Ludwig<\/p>\n<p>XIV. mit Wilhelm III. von England, der daran interessiert war, Frankreich nicht zu stark werden zu lassen, einen Teilungsvertrag aus. Der bayrische Prinz Joseph-Ferdinand (1692-1699), der Sohn des bayrischen Kurf\u00fcrsten Max Emanuel&#160; sollte Spanien bekommen. Die <\/p>\n<p>restlichen europ\u00e4ischen Besitzungen Spaniens sollten zwischen Ludwig und Leopold geteilt werden. Der Plan aber wurde hinf\u00e4llig. Denn der bayrische Prinz starb im Alter von 6 Jahren. Kurz vor seinem Tod \u00e4nderte Karl II. sein Testament den Enkel Ludwigs XIV. <\/p>\n<p>Philipp von Anjou zum Erben ein. Am 1. November 1700 starb Karl. Der franz\u00f6sische K\u00f6nig nahm das Testament nur z\u00f6gerlich an. Er erlaubte Philipp als Philipp V. den spanischen Thron zu besteigen. Am 1. Februar 1700 zog Philipp in Madrid ein . Leopold legte <\/p>\n<p>zun\u00e4chst nur Protest ein. Gleichzeitig hatte sich aber auf Betreiben Englands die Gro\u00dfe Haager Allianz gebildet.Der bayrische Kurf\u00fcrst hatte sich gegen Zahlung von Subsidien zum Unterhalt einer 15000 Mann starken Armee daf\u00fcr zu sorgen, dass das vom <\/p>\n<p>schw\u00e4bischen und fr\u00e4nkischen Reichskreis gebildete B\u00fcndnis auch im Kriegsfall neutral blieb. Das reichte allerdings noch nicht um Max Emanuels Tr\u00e4ume von einer Gebietserweiterung oder einer souver\u00e4nen Krone zu erf\u00fcllen. 1702 schlug er deshalb dem <\/p>\n<p>franz\u00f6sischen K\u00f6nig vor, das bereits bestehende Defensivb\u00fcndnis in ein Offensivb\u00fcndnis umzuwandeln. Der Kaiser erkl\u00e4rte am 1702 Frankreich den Krieg. Offen zeigte sich der Konflikt, als Max Emanuel die schw\u00e4bische Reichsstadt Ulm \u00fcberfiel. Er hatte damit<\/p>\n<p>Landfriedensbruch begangen. Bald hatte Max Emanuel auch Memmingen und Dillingen in seiner Hand und bedrohte Augsburg und Neuburg an der Donau, schlie\u00dflich sogar Regensburg, die Stadt des Immerw\u00e4hrenden Reichstages. Ein Vorsto\u00df nach Tirol gl\u00fcckte <\/p>\n<p>wegen eines Aufstandes der dortigen Bev\u00f6lkerung nicht. In der 2. Schlacht von H\u00f6chstst\u00e4dt wurde das bayrisch-franz\u00f6sische Heer von&#160; dem englisch-\u00f6sterreichischen Heer unter dem Duke of Marlborogh, einem Vorfahren von Winston Churchill und Prinz Eugen von <\/p>\n<p>Savoyen geschlagen. Max Emanuel ging mit seinem Bruder Joseph Clemens von Bayern, dem Kurf\u00fcrsten von K\u00f6ln ins Exil. Er wurde in die Reichsacht getan. Bayern war von \u00f6sterreichischen Truppen besetzt und kam unter kaiserliche Verwaltung.Im Frieden von <\/p>\n<p>Rastatt 1714 wurden Max Emanuel sowie sein Bruder Joseph Clemens wieder restituiert und der Vorkriegszustand weitgehend wieder hergestellt.<\/p>\n<p>Der in M\u00fcnchen als Sohn des B\u00e4ckermeisters Georg und seiner Frau Barbara geborene Maurus hatte mehrere Br\u00fcder. Zwei Heinrich und Marin waren Patres in Andechs und Sch\u00e4ftlarn. Gregor war Prior in Weihenstephan und Benno hatte in Wessobrunn 1698 seine <\/p>\n<p>Profess abgelegt und war bis zu seinem Tod Pfarrer in Wessobrunn. Maurus schlie\u00dflich wurde 1705 zum Nachfolger von Abt Qurin gew\u00e4hlt. Trotz der schwierigen Zeitl\u00e4ufte f\u00fchrte er das Kloster sowohl durch den spanischen als durch den \u00f6sterreichischen<\/p>\n<p>Erbfolgekrieg (1740-1748), was seiner Gewandtheit zu zuschreiben war. Das Kloster ging einer Zeit hoher Bl\u00fcte entgegen. 1721 war im Gut Kerschlach ein Neubau errichtet worden. Obwohl das Kloster \u00fcber eine gro\u00dfe Anzahl eigener Pferde verf\u00fcgte, sei der Abt<\/p>\n<p>eigens nach Keferloh gereist, um f\u00fcr das Gest\u00fct einen Zuchthengst und zwei Stuten zu kaufen. Er hatte w\u00e4hrend seiner Amtszeit die Kirche mit einer neuen gro\u00dfen Orgel versehen, da die alte wohl beim gro\u00dfen Kirchenbrand verloren <\/p>\n<p>gegangen war. Er starb 1746.<\/p>\n<p align=\"center\">&#160;<a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/k_bsb00043076_00439.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; border-right-width: 0px; padding-left: 0px; padding-right: 0px; display: inline; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; border-left-width: 0px; padding-top: 0px\" title=\"k_bsb00043076_00439\" border=\"0\" alt=\"k_bsb00043076_00439\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/k_bsb00043076_00439_thumb.jpg\" width=\"143\" height=\"244\" \/><\/a><\/p>\n<p>&#160;<\/p>\n<p>Als sein Nachfolger wurde Bernhard Sch\u00fctz aus Wessobrunn gew\u00e4hlt. Das gro\u00dfe Ereignis in der Amtszeit von Abt Bernhard war das anstehende 300-j\u00e4hrige&#160; Jubil\u00e4um der Abtei 1751 hatte sich das Kapitel f\u00fcr die leichte bauliche Ver\u00e4nderung und Ausgestaltung im Stil <\/p>\n<p>des Rokoko entschieden. Schon 1721 waren die Fenster der gotischen Wallfahrtskirche ver\u00e4ndert worden. Die wandfeste Ausstattung \u00fcbernahm Johann Baptist Zimmermann (1680-1758), \u00e4lterer Bruder des Dominikus, des Erbauers von Steinhausen und der Wies.<\/p>\n<p>An beiden&#160; hatte auch Johann Baptist mitgearbeitet. Er war seit 1729 Hofstuckateur mit Hofschutz (Das umfasst Steuerbefreiung, Befreiung vom Zunftzwang und weiteren Vorrechten). Nachdem er mit der Stuckierung des Treppenhauses von Schlei\u00dfheim seinen <\/p>\n<p>ersten Auftrag&#160; erhalten hatte, avancierte er allm\u00e4hlich zum bevorzugten Stuckateur des bayrischen Adels. Das Bildprogramm von Zimmermann stellt Andechs nicht nur als Ort des Heiles sondern auch Ort der Heilung dar. 26 Bilder auf der Emporenbr\u00fcstung erz\u00e4hlen<\/p>\n<p>die Geschichte des heiligen Schatz, aber auch den vergeblichen Versuch der Schweden, die Marienstatue zu st\u00fcrzen, aber auch die Feuersbrunst von 1669. Im Andechser Heiligenhimmel werden sind Menschen um die Dreihostienmonstranz versammelt. Es sind <\/p>\n<p>Heilige, die angeblich mit diesen drei Hostien in Zusammenhang standen. Dann sind auch Heilige und Selige des Andechser Grafengeschlechts abgebildet sowie Heilige von den Reliquien in Andechs aufbewahrt sind. In Gew\u00f6lben wird auf Stifter und Wohlt\u00e4ter der<\/p>\n<p>Kirche hingewiesen. Der Weilheimer Maler Franz Xaver Schm\u00e4dl arbeitete f\u00fcr die bewegliche Ausstattung. Auch der M\u00fcnchner Bildhauer Johann Baptist Straub arbeitete an den Alt\u00e4ren. Im Refektorium arbeitete der Wessobrunner Stuckateur Franz-Xaver Schmuzer<\/p>\n<p>(1713-1775). Dort&#160; ist auch ein blauer von f\u00fcnf L\u00f6wen getragener Kachelofen mit dem Abtswappen von Bernhard Sch\u00fctz. Aber auch das Jubil\u00e4um selbst wurde zum gro\u00dfen Fest. Es wurde in der Woche vor dem Michaelstag begangen. Der Andechser Pater, Gregor <\/p>\n<p>Schreyer,der 1740 sein Ordensgel\u00f6bnis in Andechs abgelegt hatte, hatte f\u00fcr jeden Tag der 8 Festtage eine Messe komponiert, die mit eigens aus M\u00fcnchen gekommen Musikern aufgef\u00fchrt wurde. Er wurde von seinen Zeitgenossen als versierter Geiger und Organist <\/p>\n<p>gesch\u00e4tzt. Er hatte Einfluss auf die Musikentwicklung im Orden der Benediktiner in Bayern. Nat\u00fcrlich wurden auch Festpredigten gehallten. Es gab aber auch gro\u00dfe theologische Disputation. Auch die Wallfahrt hatte Konjunktur. \u00dcber 80 000 Menschen seien in dieser<\/p>\n<p>Woche nach Andechs gepilgert und \u2013so wird \u00fcberliefert- \u00fcber 30 Priester zugleich&#160; h\u00e4tten Kommunion austeilen m\u00fcssen. Viele Andechser Patres&#160; lehrten an der Universtit\u00e4t Salzburg. Wie das Beispiel Gregor Schreyer zeigt, hatte auch die Pflege der Musik ihren <\/p>\n<p>Stellenwert.<\/p>\n<p>1759 verstarb Abt Bernhard Sch\u00fctz. Sein Nachfolger wurde Meinrad Mosm\u00fcller aus Issing, heute Gemeinde Vilgershofen. Er war wie sein Vorg\u00e4nger Novizenmeister im gemeinschaftlichen Noviziat der bayrischen Benediktinerkongregation. Er l\u00e4sst zwischen 1763 <\/p>\n<p>und 1767 die zweigeschossige Klosterapotheke errichten. Er starb 1767. Ihm folgten mit Josef H\u00f6rl aus Hamfeld (1767-1775). Zur Zeit seines Amtsantritts herrschte eine gro\u00dfe Hungersnot. Trotzdem konnte er den wirtschaftlichen Zustand der Abtei erfolgreich <\/p>\n<p>verbessern. Johann Baptist Bergmann aus Regensburg&#160; wurde am 8. September 1776 gew\u00e4hlt. Ihm lag die F\u00f6rderung wissenschaftlichen Strebens am Herzen. So k\u00fcmmerte sich um Vermehrung des Archivs und der Bibliothek. Aus seiner zeit stammt das physikalische<\/p>\n<p>und Naturalienkabinett. Er starb am 30. November 1790. Mit Gregor Rauch&#160; wurde am 3. Januar 1791&#160; der letzte Abt in Heiligenberg bis zur S\u00e4kularisation 1803 gew\u00e4hlt&#160; . Gregor war Sohn des Lehrers Johann Michael und der Maria Elisabeth Rauch. Er hatte noch 5 <\/p>\n<p>Geschwister, die alle ebenfalls Benediktiner waren. Er starb am 12. M\u00e4rz 1812 bei seinem Bruder P. Placidus, der Pfarrer in Epfach war.<\/p>\n<p>1803 wurden alle Kl\u00f6ster nach dem Reichsdeputationshauptschluss aufgel\u00f6st. In Andechs wurde alles verkauft. nur die alte Apotheke und die Wallfahrtskirche blieb in Staatsbesitz. 1812 wurde die Apotheke aufgel\u00f6st. Ihr Inventar ging an das Allgemeine <\/p>\n<p>Krankenhaus nach M\u00fcnchen. Die Konventualen durften zwar noch im Kloster wohnen bleiben. Aber jedes monastische Leben war ihr untersagt, so dass die ehemalige kl\u00f6sterliche Gemeinschaft rasch auseinanderfiel. Vor allem die j\u00fcngeren M\u00f6nche suchten neue <\/p>\n<p>Aufgaben in der Seelsorge oder Lehre.<\/p>\n<p>Die Versuche mit der Einrichtung einer regionalen Industrie gingen schief. Nach mehrmaligem Besitzerwechsel ging das ehemalige Klostergut an den Freiherren von Jordan, der es erfolgreich bewirtschaftete. Er verkaufte es 1846 f\u00fcr 65000 Gulden an K\u00f6nig Ludwig I. <\/p>\n<p>von Bayern, der es aus seiner Privatschatulle erwarb. K\u00f6nig Ludwig hatte schon die Kl\u00f6ster Metten (1830), Scheyern ( 1837)Weltenburg (1842) und in M\u00fcnchen sollte die Abtei St. Bonifaz neu gegr\u00fcndet werden. Zur wirtschaftlichen Versorgung wurde das Kloster <\/p>\n<p>Andechs als Priorat der Stadtniederlassung gegr\u00fcndet.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/abt-paulus-birker-von-heinrich-von-hess.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; border-right-width: 0px; padding-left: 0px; padding-right: 0px; display: inline; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; border-left-width: 0px; padding-top: 0px\" title=\"abt-paulus-birker-von-heinrich-von-hess\" border=\"0\" alt=\"abt-paulus-birker-von-heinrich-von-hess\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/abt-paulus-birker-von-heinrich-von-hess_thumb.jpg\" width=\"140\" height=\"244\" \/><\/a><\/p>\n<p>Paul Birker wurde am 19. Oktober 1814 als Sohn des Zimmermanns Josef Birker und der Agnes Abt in Sonthofen geboren. Nach dem Besuch des St. Anna Gymnasiums in Augsburg studierte er Theologie in M\u00fcnchen. Danach trat er in die neugegr\u00fcndete<\/p>\n<p>Benediktinerabtei St. Stephan in Augsburg ein. Dort legte er 1838 die Profess ab und empfing ein Jahr sp\u00e4ter die Priesterweihe. Er wurde Novizenmeister und Prior des 1835 als Priorat von St. Stephan wiedergegr\u00fcndeten Kloster Ottobeuren. 1847 bestellte ihn <\/p>\n<p>K\u00f6nig Ludwig zum 1. Abt von St. Bonifaz in M\u00fcnchen. die Weihe erfolgte am 5. Mai 1851. Mit seinen strengen Vorstellungen von m\u00f6nchischer Askese und Klosterleben konnte er sich im Konvent allerdings nicht durchsetzen. 1854 trat er deshalb zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Er ging schlie\u00dflich in die Schweiz, war hoch angesehen als Gelehrter, Schulmann und Prediger und bekam das Kloster Disentis \u00fcbertragen.Allerdings resignierte er 1877 auch dort und zog sich nach St. Bonifaz zur\u00fcck, wo er 1888 starb.<\/p>\n<p>Auf ihn folgte Daniel Bonifaz von Haneberg. Er wurde am 16. Juni 1816 als dritter von vier S\u00f6hnen des Bauern Thomas Haneberg&#160; auf einem Ein\u00f6dhof bei Kempten geboren. Da seine Sprachbegabung fr\u00fch erkannt wurde, wurde er nach Kempten aufs Gymnasium <\/p>\n<p>geschickt. Nach der dritten Gymnasialklasse wechselte er nach M\u00fcnchen. An der Universit\u00e4t M\u00fcnchen&#160; studierte er Philosophie, Theologie und orientalische Sprachen. Neben Hebr\u00e4isch, seinem Studienfach sprach er Arabisch, Koptisch, Armenisch, Farsi, Sanskrit und<\/p>\n<p>Chinesisch. Nat\u00fcrlich beherrschte er Englisch, Franz\u00f6sisch und Portugiesisch. Neugriechisch sprach er wie seine Muttersprache. Verst\u00e4ndigen konnte er sich aber auch in Russisch und T\u00fcrkisch. Zu seinen Universit\u00e4tslehrern z\u00e4hlten Ignaz Dollinger und Johann Adam<\/p>\n<p>M\u00f6hler, der r\u00f6misch-katholischen Theologen, der die j\u00fcngere T\u00fcbinger Schule pr\u00e4gte. Ab 1840 war Haneberg au\u00dferordentlicher Professor, ab 1844 ordentliche Professor an der Uni M\u00fcnchen. Ab 1846 war ordentliches Mitglied der&#160; Deutschen Morgenl\u00e4ndischen <\/p>\n<p>Gesellschaft. 1850 trat er als Novize in St. Bonifaz ein. W\u00e4hrend seines Noviziats unterbrach er seine Vorleset\u00e4tigkeit f\u00fcr ein Jahr. 1854 wurde er zum Nachfolger f\u00fcr den zur\u00fcckgetretenen Abt Paul Birker gew\u00e4hlt und am 16. M\u00e4rz 1855 geweiht. Neben seiner <\/p>\n<p>Bestimmung als \u00d6konomie erhielt Andechs die Aufgabe, ein Rettungs- und Erziehungshaus f\u00fcr&#160; verwahrloste und gef\u00e4hrdete Jugendliche einzurichten. Dies geschah 1856 unter Abt Daniel Bonifaz. Das Haus arbeitete mit unterschiedlichem Erfolg und teilweise<\/p>\n<p>auch gegen den Widerstand staatlicher Kulturpolitiker.<\/p>\n<p>Papst Pius IX. wollte Daniel Bonifaz an die vatikanische Bibliothek berufen. Doch dagegen intervenierte Maximilian II. Dreimal war Daniel Bonifaz schon f\u00fcr einen Bischofsstuhl vorgeschlagen worden. Den 4. konnte er auch auf ausdr\u00fccklichen Wunsch von Papst Pius <\/p>\n<p>IX. nicht mehr ausschlagen. So wurde er 1872 auf den Bischofstuhl von Speyer erhoben. Dort wirkte noch bis zu seinem Tod als richtiger Seelsorgebischof. Er ist im Speyrer Dom begraben.<\/p>\n<p>Das 400-j\u00e4hrige Jubil\u00e4um der Klostergr\u00fcndung wurde 1858 begangen. Die Zeitl\u00e4ufte waren andere geworden. Die Wallfahrt war zum Erliegen gekommen. Bitt-und Wallfahrtsz\u00fcge waren verp\u00f6nt.Gro\u00dfartige Kirchenfestlichkeiten fanden nicht mehr statt. \u201c nur mehr <\/p>\n<p>die lebenslustige Welt bestieg den heiligen Berg um Natursch\u00f6nheiten zu genie\u00dfen oder irdische Interessen zu verfolgen\u201d wie Pater Magnus Sattler in seinem \u201cB\u00fcchlein vom Heiligen Berg\u201d fast wehm\u00fctig vermerkt. Das Jubil\u00e4um wurde aber von einer gro\u00dfen <\/p>\n<p>Menschenmenge begangen. Man war dankbar, dass Andechs \u201cin den religi\u00f6sen zu Anfang des neunzehnten Jahrhunderts bewahrt worden und wieder eine Trost-und Zufluchstst\u00e4tte f\u00fcr Hilfsbed\u00fcrftige jeder Art\u201d&#160; ge\u00f6ffnet war.<\/p>\n<p>In St. Bonifaz folgte Benedikt Zenetti auf Abt Daniel Bonifaz. Benedikt Zenetti wurde am 13. Mai als Sohn des bayrischen Regierungsbeamten Johann Baptist von Zenetti und seiner Ehefrau Josepha von Mieg geboren. Er war auf den Namen Wilhelm getauft worden. <\/p>\n<p>Sein Vater wurde sp\u00e4ter Regierungspr\u00e4sident der Pfalz. Wilhelm Zenetti begann 1839 an der Universit\u00e4t M\u00fcnchen mit dem Studium der Philosophie und Rechtswissenschaften. 1844 wechselte er zur Theologie und wurde am 1. August 1847 zum Priester geweiht. Er <\/p>\n<p>trat zur gleichen Zeit wie sein Vorg\u00e4nger in das neugegr\u00fcndete Kloster Sankt Bonifaz ein und nahm den Ordensnamen Benedikt an. K\u00f6nig Ludwig berief ihn 1866 als ersten Prior in das wiedergegr\u00fcndete Kloster Sch\u00e4ftlarn. 1872 folgte er Abt Daniel Bonifaz nach.<\/p>\n<p>Er war bis zu seinem Tod 1904 Abt in St. Bonifaz<\/p>\n<p>Eine wichtige Person war f\u00fcr das Kloster Andechs der Prior Magnus Sattler (1827-1901) Er war ab 1858 Oberer und von 1873 an bis kurz vor seinem Tod Prior in Andechs. Mit Wagemut und Tatkraft legte er die Grundlage f\u00fcr das nachhaltige Wirtschaftswachstum <\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/11_Pater-Prior-Magnus-Sattler_de60d1809b.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; border-right-width: 0px; padding-left: 0px; padding-right: 0px; display: inline; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; border-left-width: 0px; padding-top: 0px\" title=\"11_Pater-Prior-Magnus-Sattler_de60d1809b\" border=\"0\" alt=\"11_Pater-Prior-Magnus-Sattler_de60d1809b\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/11_Pater-Prior-Magnus-Sattler_de60d1809b_thumb.jpg\" width=\"204\" height=\"244\" \/><\/a><\/p>\n<p>der kl\u00f6sterlichen Wirtschaftsbetriebe im 20. Jahrhundert. Die klostereigene Landwirtschaft stellte die Hauptlebensgrundlage dar. Die Brauerei war nur ein Nebenbetrieb, der Rohstoffe verarbeitete. Dessen Abf\u00e4lle wiederum standen der Landwirtschaft als <\/p>\n<p>Futtermittel zur Verf\u00fcgung. 1871 lie\u00df Pater Magnus die Brauerei auf Dampfbetrieb umstellen. 1893 wurden Fasstadel und Lagerhalle und 1894 das Sudhaus erneuert.1890 war der Klosterladen errichtet worden. Viele&#160; andere Wirtschaftsgeb\u00e4ude wurden saniert, <\/p>\n<p>neue St\u00e4lle gebaut. Der Viehbestand wurde verdoppelt, der Grundbesitz erweitert. Unter seinem Nachfolger als Prior Augustin Engel wird 1907 die siebenst\u00f6ckige M\u00e4lzerei im neubarocken Stil erbaut. sie soll auch den abrutschenden Osthang sichern. Schlie\u00dflich <\/p>\n<p>entstehen 1925 und 1958 neue F\u00fcllereianlagen.<\/p>\n<p>Auch als Buchautor hatte sich Magnus Sattler einen Namen gemacht mit seiner Chronik von Andechs \u201cDas B\u00fcchlein vom Heiligen Berg.<\/p>\n<p>Abt Georg Danner hatte 1905 die Schwaige Rothenfeld erworben. Hier wurde nun eine F\u00fcrsorgeanstalt gebaut. Seit 1879 waren auch straff\u00e4llig geworden Jugendliche in Andechs aufgenommen worden. Da immer weniger Bruderm\u00f6nche in Andechs t\u00e4tig waren,<\/p>\n<p>die Kosten aber davonliefen und die wirtschaftliche Lage in den 20-iger Jahren immer schwieriger wurde, musste Abt Bonifaz W\u00f6hrm\u00fcller (1919-1951) 1925 die Sankt Nikolausanstalt und 1933 die Gregoriusanstalt aufgeben. Die Geb\u00e4ude wurden an die <\/p>\n<p>Redemptoristen verkauft.<\/p>\n<p>Im 2. Weltkrieg werden 25000 der wertvollsten B\u00e4nde der Stiftsbibliothek von St. Bonifaz, die 130000 B\u00e4nde umfasst, nach Andechs ausgelagert. Der in M\u00fcnchen verbleibende Bestand geht in der Nacht vom 9. M\u00e4rz (auf Aschermittwoch) 1943 in flammen auf.<\/p>\n<p>Durch eine gl\u00fcckliche F\u00fcgung wird das Kloster in den letzten Kriegstagen nicht bombardiert. Die Stadtabtei war aber v\u00f6llig zerst\u00f6rt worden. Hinsichtlich der Ern\u00e4hrung wurde sie aber vom Landpriorat \u00fcber Wasser gehalten. Abt Hugo Lang wurde 1951 als Nachfolger <\/p>\n<p>von Abt Bonifaz W\u00f6hrm\u00fcller gew\u00e4hlt. Er ist in Rottenburg an der Laaber am 3. Dezember 1892 geboren. In M\u00fcnchen hatte er Philosophie und katholische Theologie studiert. 1911 trat er in St. Bonifaz ein, 1918 wurde er zum Priester geweiht und 1925 promovierte er <\/p>\n<p>in T\u00fcbingen. Seit 1946 war er Honorarprofessor an der Universit\u00e4t M\u00fcnchen. Einen Namen machte er sich als Rundfunkprediger mit seinen Sonntagspredigten, die der Bayrische Rundfunk von 1946-1952 ausstrahlte. 1951 wurde erschlie\u00dflich Abt von St Bonifaz.<\/p>\n<p>Seine wirtschaftlichen Kompetenzen wurden allerdings nicht so hoch eingesch\u00e4tzt.<\/p>\n<p>1968 trat mit Bruder Oswald Eser der letzte Andechser Brauer aus dem Konvent in den Ruhestand.<\/p>\n<p>Nachfolger von Abt Hugo Lang wurde Odilo Lechner, der 1931 in M\u00fcnchen geboren wurde. Er studierte in M\u00fcnchen, Innsbruck und W\u00fcrzburg Philosophie und Theologie. 1952 trat er in die <\/p>\n<p>Benediktinerabtei St. Bonifaz ein. 1956 wurde er zum Priester geweiht. 1961 studierte er weiter und promovierte 1963 bei Professor Rudolf Berlinger&#160; zum Doktor der Philosophie. 1964 wurde er Abt von St. Bonifaz und zweimal (1972-1978 und 1984-1993) und <\/p>\n<p>1972-1982 1. Vorsitzender der Salzburger Abtskonferenz. 2003 l\u00f6ste ihn der jetzige Abt Johannes Eckert ab. Die letzte Wahl ging nicht ohne gro\u00dfes \u00f6ffentliches Aufsehen ein. Von vielen war der bisherige Andechser Prior und Cellerar Anselm Bilgri<\/p>\n<p>als neuer Abt erwartet worden. Nach Differenzen mit dem neuen Abt nahm Anselm Bilgri ein Sabbatjahr und erkl\u00e4rte dem Abt ein Jahr sp\u00e4ter, dass er nicht in die kl\u00f6sterliche Gemeinschaft zur\u00fcckkehren werde.<\/p>\n<p>Seit 1992 dem 10. Todestag von Carl Orff finden in Andechs die Carl Orff Festspiele in Andechs statt, seit 2011 in Tr\u00e4gerschaft des Klosters selbst. Carl Orff ist in der Schmerzhaften Kapelle\u201d des Klosters&#160; Andechs begraben<\/p>\n<p>Zu 550 Jahrfeier, das wieder gr\u00f6\u00dfer und festlich begangen wurden, pilgerten wieder Tausende auf den Heiligen Berg.<\/p>\n<p>20 M\u00f6nche leben derzeit in den beiden H\u00e4usern der Abtei St. Bonifaz und Andechs, davon drei mit zeitlicher Profess und ein Novize.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/220px-Kloster_Andechs_2005_2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; border-right-width: 0px; padding-left: 0px; padding-right: 0px; display: inline; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; border-left-width: 0px; padding-top: 0px\" title=\"220px-Kloster_Andechs_2005_2\" border=\"0\" alt=\"220px-Kloster_Andechs_2005_2\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/220px-Kloster_Andechs_2005_2_thumb.jpg\" width=\"224\" height=\"169\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#160; Die Familie der Andechs-Meranier &#160; Die Andechs-Meranier sind ein altes bayrisches Adelsgeschlecht, dessen Hauptbesitz zun\u00e4chst im oberen Lech- und Isargebiet&#160; und um Erding und Ebersberg herum lag. Ihr Aufstieg begann im fr\u00fchen 11. Jahrhundert. Zu ihrer Bl\u00fctezeit waren sie mit dem h\u00f6chsten deutschen Adel verwandt. 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