{"id":1906,"date":"2011-10-05T19:16:12","date_gmt":"2011-10-05T19:16:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=1906"},"modified":"2011-10-05T19:19:15","modified_gmt":"2011-10-05T19:19:15","slug":"frstabtei-sankt-gallen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=1906","title":{"rendered":"F&uuml;rstabtei Sankt Gallen"},"content":{"rendered":"<p align=\"justify\">&#160;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/Gallus5.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right-width: 0px; display: block; float: none; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; margin-left: auto; border-left-width: 0px; margin-right: auto\" title=\"Gallus5\" border=\"0\" alt=\"Gallus5\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/Gallus5_thumb.jpg\" width=\"213\" height=\"244\" \/><\/a> <\/p>\n<p align=\"justify\">Die Geschichte der F\u00fcrstabtei beginnt mit Gallus, der aber nicht der Gr\u00fcnder des Klosters war. Gallus wurde um 550 in Ulster in Irland geboren. M\u00f6glicherweise stammt er aus der k\u00f6niglichen Verwandtschaft der heiligen Brigida von Kildare, der Tochter K\u00f6nig Dubhtach von Leinster. Sie ist eine der drei gro\u00dfen irischen Heiligen, n\u00e4mlich Patrick, Kolumban und eben Brigida. Von seinen Eltern wurde Gallus ins Kloster Bangor zur Erziehung gegeben. Bangor Abbey war vermutlich 558 gegr\u00fcndet worden. Dort lebte auch Kolumban als M\u00f6nch und Lehrer. Er weihte Gallus zum Priester. Von Bangor&#160; zogen die iroschottischen M\u00f6nche aus, um Kontinentaleuropa zu missionieren. Im sp\u00e4ten 6. Jahrhundert nahmen irische M\u00f6nche die peregrinatio pro Christo auf als freiwilliges Bu\u00dfwerk f\u00fcr Christus, was vorher im altirischen Recht als Verbannung f\u00fcr schwere Vergehen vorgesehen war. 591 zog Kolumban mit 12 weiteren M\u00f6nchen, unter ihnen Gallus ins fr\u00e4nkische Burgund. 592 gr\u00fcndete er in den Vogesen mit k\u00f6niglicher Unterst\u00fctzung die Kl\u00f6ster Annegra, Luxeuil und Fontaines. Die Kl\u00f6ster hatten auf den fr\u00e4nkischen Adel eine gro\u00dfe Anziehungskraft und wuchsen rasch. Kolumban eckte allerdings mit seinen irischen Praktiken schnell an. Der Abt ordnete sich keinem Bischof unter, dazu verlangte er regelm\u00e4\u00dfige Beichte und Busse. Auch mit Papst Gregor I. (Papst von 590\u2013604) kam es zu Auseinandersetzungen. Als Kolumban den fr\u00e4nkisch-burgundischen K\u00f6nig Theuderich II. (596-613 in Chalons sur Sa\u00f4ne) wegen seines Lebenswandels r\u00fcgte, wurde er mit seinen M\u00f6nchen 610 aus Burgund verwiesen. Der austrasische K\u00f6nig Theudebert II (596-612), der Bruder Theuderichs, schickte ihn aber mit einem Missionsauftrag nach Alemannien. In Tuggen am oberen Z\u00fcrichsee starteten sie ihren Missionsversuch, der aber nicht erfolgreich war. Nachdem Gallus d\u00e4monische St\u00e4tten zerst\u00f6rte, unter anderem einen Opferaltar durch Brand, wurden sie von dem alemannischen Herzog Gunzo vertrieben.Sie zogen dann weiter \u00fcber Arbon nach Bregenz. Im sp\u00e4tr\u00f6mischen Kastell Bregenz lebte eine romanische Bev\u00f6lkerungsgruppe, bei denen sich Spuren des Christentums vermischt mit heidnischen Kulten erhalten hatte. Auch dort predigte Gallus und zerst\u00f6rte ein heidnisches G\u00f6tzenbild, um zu zeigen, dass er unter dem Schutz eines starken Gottes stehe. Nachdem Theuderich seinen Bruder Theudebert 612 bei Toul und Z\u00fclpich besiegt hatte und anschlie\u00dfend t\u00f6ten lie\u00df, Kolumban seinen Schutzherrn verloren hatte, war er in Alemannien auch nicht mehr sicher. Er floh mit seinen M\u00f6nchen nach Italien und gr\u00fcndete dort das Kloster San Colombano in Bobbio, das vor allem durch sein Skriptorium ber\u00fchmt wurde. <\/p>\n<p align=\"justify\">Gallus blieb fieberkrank zur\u00fcck. Es kam zu einem Zerw\u00fcrfnis zwischen beiden aus nicht ganz klaren Gr\u00fcnden. Es wird berichtet, dass Kolumban Gallus verboten hatte, weiter zu missionieren und die Eucharistie zu feiern. Kolumban starb 615 in seinem Kloster in Bobbio. Der \u00dcberlieferung nach hatte er sich kurz vor seinem Tod mit seinem Sch\u00fcler ausges\u00f6hnt. Gallus hielt eine Totenmesse f\u00fcr Kolumban.<\/p>\n<p align=\"justify\">Nach seiner Erkrankung ging er nach Arbon. Dort pflegte ihn&#160; der Priester Willimarus gesund. Dessen Diakon Hiltibald kannte einen f\u00fcr Einsiedler geeigneten Ort mit einer Quelle mit reichlich gesundem Wasser, die Steinach. Begleitet wurde er von seinem Gef\u00e4hrten Maginold, der uns auch bei der Gr\u00fcndung des Klosters Sankt Mang in F\u00fcssen begegnet, der in der \u00dcberlieferung zum Allg\u00e4uheiligen Sankt Mang wird. Dort begegnete ihm der B\u00e4r, der ihm auf sein Geheiss beim Bau seiner Einsiedlerzelle half. Der B\u00e4r erscheint als Begleiter des heiligen Gallus und ist auch das Wappentier der F\u00fcrstabtei St. Gallen. Gallus soll die Tochter des Alemannen Herzogs geheilt haben, der ihn fr\u00fcher vertrieben hatte. So erwarb er sich das Wohlwollen des F\u00fcrsten. Gallus zeichnete sich durch seine Naturverbundenheit aus, was sich ja auch in seinem Begleiter, dem B\u00e4ren zeigt. Als Kolumban starb, wurde dessen Stab an ihn weitergegeben, zum Zeichen der Aufhebung des Messverbotes. Im Todesjahr Kolumbans wurde ihm das Amt des Bischofs von Konstanz angetragen. Er verzichtete und empfahl seinen Gef\u00e4hrten Johannes. 629 kam eine Abordnung aus dem Kloster Luxeuil und trug ihm das Amt des dortigen Abts an. Auch das lehnte er ab. Er starb hochbetagt im Alter von 95 Jahren am 16. Oktober um 650 in Arbon. Dort wurde er im Oratorium seiner Zelle begraben.<\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/Gallus7.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right-width: 0px; display: block; float: none; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; margin-left: auto; border-left-width: 0px; margin-right: auto\" title=\"Gallus7\" border=\"0\" alt=\"Gallus7\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/Gallus7_thumb.jpg\" width=\"206\" height=\"244\" \/><\/a><\/p>\n<p align=\"justify\">Gallus war wohl sehr sprachbegabt. Er ist der erste Missionar in Westeuropa, von dem erz\u00e4hlt wird, dass er sich mit den Volkssprachen befasste und nicht nur in Latein predigte. <\/p>\n<p align=\"justify\">&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160; Das Kloster Sankt Gallen<\/p>\n<p align=\"justify\">&#160;<\/p>\n<p align=\"justify\">Die Einsiedlerzelle des heiligen Gallus bestand weiter, war aber vom Verfall bedroht. Der Arboner Tribun Waltram setzte Otmar zum Vorsteher der Gallus-Zelle ein. Aus dem Eremitentum wurde unter Otmar ein geregeltes Z\u00f6nobitentum. Otmar f\u00fchrte entsprechende Klosteregeln ein. Otmar ist um 689 in der Umgebung von Sankt Gallen geboren. Er wurde in der Domschule von Chur erzogen und dort zum Priester geweiht. Die ersten M\u00f6nche waren zun\u00e4chst R\u00e4ter, zunehmend dann S\u00f6hne alemannischer Adelsfamilien. Das Kloster war zun\u00e4chst voll im alemannischen Bereich verwurzelt, sehr volksverbunden und f\u00fcr fr\u00e4nkisch-karolingische Interessen wohl zu selbstst\u00e4ndig und zu wenig reichstreu. Auch scheinen die zahlreichen Schenkungen von Adligen aus der n\u00e4heren Umgebung zum Zweck gehabt haben, einheimischen Grundbesitz dem Zugriff der in der<\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/Otmar_von_StGallen3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right-width: 0px; display: block; float: none; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; margin-left: auto; border-left-width: 0px; margin-right: auto\" title=\"Otmar_von_St-Gallen3\" border=\"0\" alt=\"Otmar_von_St-Gallen3\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/Otmar_von_StGallen3_thumb.jpg\" width=\"222\" height=\"244\" \/><\/a>Region immer st\u00e4rker werdenden Karolinger zu entziehen. <\/p>\n<p align=\"justify\">744 wurde Otmar erstmals als Abt erw\u00e4hnt.<\/p>\n<p align=\"justify\">Das \u201cCanstatter Blutgericht\u201d von 746, bei dem der merowingische Hausmeier Karlmann angeblich den alemannischen Adel hinrichten lie\u00df, hat auch auf die junge Abtei Auswirkungen gehabt. Die fr\u00e4nkische Grafschaftsverfassung wurde eingef\u00fchrt. Dadurch wurden die alemannischen Herz\u00f6ge durch&#160; zuverl\u00e4ssige fr\u00e4nkische Grafen ersetzt. Zur Zentralisierung der politischen Macht geh\u00f6rte auch die Vereinheitlichung der Reichskirche. In den Kl\u00f6stern wurde eine einheitliche M\u00f6nchsregel eingef\u00fchrt. Dies geschah in St.Gallen 747 wohl auf starken Druck Pippins. Das f\u00fchrte dann auch zu gro\u00dfen Schenkungen von karolingischer Seite.<\/p>\n<p align=\"justify\">Als Abt Otmar gegen die Einmischung fr\u00e4nkischer Kommissare in Fragen des <\/p>\n<p align=\"justify\">Klostergutes 759 vor dem K\u00f6nig klagen wollte, wurde er verhaftet und wegen Sch\u00e4ndung einer Frau&#160; angeklagt und zum Hungertod in der K\u00f6nigspfalz Bodmann verurteilt. Auf Betreiben des einflussreichen Grafen Gozberts wurde das Urteil abgemildert. Bei Graf Gozbert fand er Asyl auf der Rheininsel Werd bei Stein am Rhein, starb aber kurz danach. Etwa 10 Jahre sp\u00e4ter hatten M\u00f6nche gebeichtet, dass sie an der Verleumdung des Abtes beteiligt waren. Daraufhin wurde sein Leichnam exhumiert, er war noch unversehrt. Die Sankt Gallener M\u00f6nche brachten den Leichnam nach St. Gallen zur\u00fcck. Nach der Legende hatten die M\u00f6nche eine Weinflasche bei sich, die nie leer wurde und auch die Kerzen, die bei dem Leichnam aufgestellt waren, verl\u00f6schten nicht.&#160; Zu den Attributen des Abtes z\u00e4hlt in Darstellungen neben dem Abtsstab auch das Weinf\u00e4\u00dfchen.<\/p>\n<p align=\"justify\">Abt Otmar war wohl ein richtiger Vater der Armen. Er baute zur Pflege der&#160; Auss\u00e4tzigen und unheilbar Kranken ein Siechenhaus. Er pflegte auch Kranke selbst. In seiner Amtszeit haben 33 M\u00f6nche die Profess abgelegt. 864 erfolgte die Heiligsprechung durch den Konstanzer Bischof Gebhard I. (?-875). Das Kloster Sankt Gallen wurde dem Konstanzer Bischof unterstellt und war praktisch ein bisch\u00f6fliches Eigenkloster. Nach der Vertreibung Otmars setzte der Konstanzer Bischof Sidonius (746-760)auch auf nachdr\u00fcckliches Betreiben der fr\u00e4nkischen Grafen Warin und Ruthard den Reichenauer M\u00f6nch Johannes (759-82) auf den St. Gallener Abtsstuhl.&#160; Die Beziehungen zwischen dem Bistum Konstanz und der Abtei verbesserten sich stark. Deutlicher Ausdruck daf\u00fcr ist der zwischen Bischof Sidonius und Abt Johannes 759\/760 geschlossene Vertrag, nach dem das Kloster au\u00dfer einem j\u00e4hrlichen Zins nichts schuldig ist. Karl der Gro\u00dfe best\u00e4tigt diesen Vertrag am 8. M\u00e4rz 780. Die \u00c4bte k\u00f6nnen zum Unterhalt der M\u00f6nche \u00fcber das Klostereigentum selbstst\u00e4ndig verf\u00fcgen. sie m\u00fcssen nur den j\u00e4hrlichen Zins von einer Unze Gold und ein Pferd im Wert von einem Pfund entrichten. Unter Johannes beginnt die Gruppe bedingter Schenkungen, das hei\u00dft, der Schenker beh\u00e4lt das an das Kloster \u00fcbertragene Gut, verpflichtet sich aber zu einem j\u00e4hrlichen Zins. Das schaffte Beziehungen vom Volk zum Kloster, was auch im Interesse der fr\u00e4nkischen Politik lag.&#160; Abt Johannes betrieb eine gezielte Besitz-und Erwerbspolitik. Er konnte die Besitzungen im s\u00fcdlichen Breisgau, im s\u00fcdlichen und \u00f6stlichen Thurgau ausbauen und jenseits des Sees im Linz- und im Argengau. Die Verbindung zu den Besitzungen jenseits des Sees stellte er durch Besitzerwerb in Romanshorn und Steinach bei Arbon her. In die Regierungszeit von Abt Johannes f\u00e4llt die T\u00e4tigkeit des ersten bekannten St. Gallener Schreiber Winithar, Leiter des Skriptoriums und der St. Gallener Schule (bezeugt von 761-775) Der Abtswechsel brachte zwar eine politische Umorientierung, der Konvent Otmars wurde aber nicht vertrieben. Zeugnis f\u00fcr die Kontinuit\u00e4t ist auch, dass die Schenkungen aus demselben Raum wie unter Otmar kamen. Der G\u00fcteranfall stieg sogar auf das Achtfache an. Am 4.7. 760 wurde Johannes zum Bischof von Konstanz und zum Abt der Reichenau ernannt.Damit waren die drei gro\u00dfen geistlichen Stiftungen in einer Hand vereinigt. Ihre weltlichen Machtmittel bildeten den Hauptst\u00fctzpunkt der karolinigischen Herrschaft in Alemannien.<\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/imagetext_4.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right-width: 0px; display: block; float: none; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; margin-left: auto; border-left-width: 0px; margin-right: auto\" title=\"imagetext_4\" border=\"0\" alt=\"imagetext_4\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/imagetext_4_thumb.jpg\" width=\"138\" height=\"93\" \/><\/a> <\/p>\n<p align=\"justify\">Ratpert gab nur ein kurzes Zwischenspiel von wahrscheinlich einem halben Jahr.&#160; Dann folgte Waldo (782-784). Er war aus hohem fr\u00e4nkischen Adel. In seiner kurzen Amtszeit errichtete er die Sankt Gallener Bibliothek. Er war wohl schon seit 770 Diakon und Urkundenschreiber. F\u00fcr den Zeitraum von 770-779 z\u00e4hlt man 17 Urkunden, die Waldo verfasst oder unterschrieben hat. F\u00fcr Schreiber bot St. Gallen gute Arbeitsbedingungen, Fenster, W\u00e4rmestuben, was in den zeitgen\u00f6ssischen Kl\u00f6stern durchaus nicht \u00fcblich war. Waldo hat die gesammelten Urkunden der Abtei mit Dorsalnotizen versehen lassen, also kurze Eintr\u00e4ge auf dem R\u00fccken von Urkunden, die sich auf Etappen der Beurkundung, deren Auftraggeber, ihre Registrierung usw. beziehen. Das erst erm\u00f6glichte es, die Urkunden geordnet zu archivieren. Auch f\u00fchrte er ein effektiveres Ordnungssystem ein, das den Ruhm der Bibliothek begr\u00fcndete und sie \u00fcber mehrere Jahrhunderte zu einem der bedeutendsten kulturellen Zentren Europas machten. Bisher war traditionell der Bischof von Konstanz zugleich auch Abt der Kl\u00f6ster von Sankt Gallen und Reichenau. Nach dem Tod von Bischof Johannes (760-782) hatten die Reichenauer M\u00f6nche&#160; sich aus dem gewohnten Gef\u00fcge gel\u00f6st und einen Abt gew\u00e4hlt. Auch die M\u00f6nche in St. Gallen w\u00e4hlten mit Waldo nun ebenfalls selbstst\u00e4ndig einen Abt. Der Nachfolger auf dem Konstanzer Bischofsstuhl Egino (782-811) wollte die freie Wahl des Sankt Gallener M\u00f6nch nicht akzeptieren. Waldo wird nur einmal in einer Urkunde vom November 782 als Abt erw\u00e4hnt. Es kommt zum Exemtionsstreit. Abt und Bischof standen sich in der Frage der Selbstst\u00e4ndigkeit gegen\u00fcber. Karl der Gro\u00dfe sollte in dieser heiklen Frage als Schiedsrichter entscheiden. Die Entscheidung ging zu Ungunsten Waldos aus. Er legte das Amt des Abtes nieder und ging als einfacher M\u00f6nch auf die Reichenau. Dort wurde er aber 786 auch zum Abt gew\u00e4hlt. Der Kaiser ernannte ihn au\u00dferdem 791 zum Bischof von Basel und Pavia. In Pavia war er als Erzieher von Karls Sohn, Pippin t\u00e4tig. Auf der Reichenau resignierte er 806, da er als Abt nach St. Denis berufen wurde. Dort starb er 814.<\/p>\n<p align=\"justify\">Nach dem R\u00fccktritt Waldos in St. Gallen setzte der Konstanzer Bischof Egino den Weltpriester Werdo ein (784-812). In einer Urkunde vom 3.5.778 tritt er als Presbyter auf. Als Abt erscheint er erstmals in einer Urkunde vom 1.9. 785. Die M\u00f6nche scheinen ihn erst akzeptiert zu haben, als er sich zum M\u00f6nchsleben bekannte. Er scheint in starker Abh\u00e4ngigkeit zu Bischof Egino gestanden sein. Ansonsten wurde aber weitgehend die gleiche Politik wie unter Abt Johannes fortgesetzt. Die gleichen Urkundenschreiber sind nachzuweisen. Die Interessenabgrenzung zum Bistum Konstanz blieb erhalten. Im Donau-Neckarraum aber war eine starke G\u00fcterzunahme zu verzeichnen. Unter Abt Werdo treten in St. Gallen erstmals Advokaten auf, die den Abt oder dessen Beauftragten bei Rechtsgesch\u00e4ften unterst\u00fctzten. Werdo starb wohl am 30.3.812<\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/0bc08d36384a850c.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right-width: 0px; display: block; float: none; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; margin-left: auto; border-left-width: 0px; margin-right: auto\" title=\"0bc08d36384a850c\" border=\"0\" alt=\"0bc08d36384a850c\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/0bc08d36384a850c_thumb.jpg\" width=\"86\" height=\"134\" \/><\/a>In der zweiten H\u00e4lfte des 8. Jahrhunderts entstand wahrscheinlich im altbairischen Bistum Freising unter Bischof Arbeo (764-783) der \u201cAbrogans\u201d, das ist ein lateinisch-althochdeutsches Glossar mit ungef\u00e4hr 3760 althochdeutschen W\u00f6rter. Es ist eine wichtige Quelle f\u00fcr die Kenntnis der \u00e4ltesten oberdeutschen Sprache. Seinen Namen hat der Abrogans vom ersten Eintrag \u201cabrogans-dheomodi (bescheiden,dem\u00fctig). Eine Abschrift wird in der Stiftsbibliothek St. Gallen aufbewahrt und gilt als \u00e4ltestes erhaltenes Buch in deutscher Sprache.<\/p>\n<p align=\"justify\">Wolfleoz ist in&#160; einer Urkunde aus dem Jahr 800 erstmals als Zeuge erstmals fassbar. Er war M\u00f6nch im Kloster.&#160; Nach dem Tode Bischofs Egino 811 wurde er Konstanzer Bischof (811-839). F\u00fcr den 812 verstorbenen Abt Werdo ernannte er keinen Nachfolger sondern \u00fcbernahm das Amt des St. Gallener Abtes selbst. Er vergab Kloster\u00e4mter erstmals an Laien, die ihm ergeben waren als die ihm wohl eher kritisch gegen\u00fcberstehenden M\u00f6nche. Das war sicher eher seinen Interessen n\u00fctzlich. F\u00fcr das Kloster hatte es aber schlimme wirtschaftliche Folgen. Er \u00fcberschritt auch deutlich die Kompetenzen, die sich aus dem Vertrag von 759 ergaben. Die M\u00f6nche klagten bei Kaiser Ludwig dem Frommen (Kaiser 813-840). Dieser best\u00e4tigte am 27.1.816 auf Bitten der M\u00f6nche den Vertrag, den schon 780 sein Vater best\u00e4tigt hatte. Kurz danach r\u00e4umte Bischof Wolfleoz den M\u00f6nchen die freie Abtswahl ein. Bereits im Mai 816 tritt ein von den M\u00f6nchen frei gew\u00e4hlter Abt auf. Gozbert stammt aus einer Adelsfamilie aus dem Thurgau und ist erstmals 798 als Diakon in St. Gallen urkundlich belegt, dann 811 als Priester und zwischen 813 und 816 als Dekan. Seine erste Urkunde als Abt stammt vom Mai 816. Er konnte die Abh\u00e4ngigkeit vom Bistum Konstanz lockern. Am 3. Juni 818 stellt Ludwig der Fromme in Aachen eine Urkunde aus, in der er das Kloster unter seinen Schutz nimmt und ihm Immunit\u00e4t verleiht. Mit dem Immunit\u00e4tsprivileg wurde St. Gallen selbstst\u00e4ndige Reichsabtei. Gozbert bem\u00fchte sich entfremdetes Klostergut zur\u00fcckzugewinnen und unternahm dazu auch Reisen an den Kaiserhof, beispielsweise 821. Er begann, die Verwaltung des Klosters zu zentralisieren. Durch vermehrte Reiset\u00e4tigkeit kontrollierte er sie selbst oder lie\u00df sie durch Offizialen kontrollieren. Er reformierte auch das Urkundenwesen. Ab jetzt waren nur noch wenig Urkundenschreiber t\u00e4tig und man kann feststellen, dass dies oft der Beginn einer Karriere innerhalb der Klosterhierarchie war. In seiner Amtszeit stieg die Zahl der Schenkungen stark an. Ein besonderes Augenmerk richtete er auf die Bibliothek, die um die Mitte des Jahrhunderts nach einem Katalog 426 B\u00e4nde z\u00e4hlte. Zahlreiche Codices entstanden damals. Das Kloster war ein hervorragendes kulturelles Zentrum. Um 819 entstand auf der Reichenau unter dem ber\u00fchmten Bibliothekar Reginbert und Abt Haito der St. Galler Klosterplan. Es ist nicht mal ganz klar, ob Abt Gozbert oder sein gleichnamiger Neffe der Adressat war, der an allen literarischen Unternehmungen des Klosters beteiligt war. Nach neuesten Erkenntnissen der Medi\u00e4vistik ist der Klosterplan wohl mehr ein gelehrtes Spiel und eine Wortschatz\u00fcbung zur Terminologie des Klosterbaus als ein konkret zu verwirklichender Bauplan. Auffallend ist z. B., dass an mehr als 100 Stellen zwei Begriffe f\u00fcr eine Sache verwendet werden. Der Klosterplan, ein 77,5 cm x 112 cm gro\u00dfes Pergament enth\u00e4lt \u00fcbrigens auf der R\u00fcckseite die Vita des Heiligen Martin von Tours, die im 12. Jahrhundert niedergeschrieben wurde.<\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/200pxRahn_Kloster_Sanct_Gallen_nach_Lasius.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right-width: 0px; display: block; float: none; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; margin-left: auto; border-left-width: 0px; margin-right: auto\" title=\"200px-Rahn_Kloster_Sanct_Gallen_nach_Lasius\" border=\"0\" alt=\"200px-Rahn_Kloster_Sanct_Gallen_nach_Lasius\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/200pxRahn_Kloster_Sanct_Gallen_nach_Lasius_thumb.jpg\" width=\"204\" height=\"124\" \/><\/a><\/p>\n<p align=\"justify\">&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160; Rekonstruktionszeichnung des Klosters nach dem Klosterplan <\/p>\n<p align=\"justify\">&#160;<\/p>\n<p align=\"justify\">830 begann Gozbert mit dem Neubau der Gallusbasilika. 835 oder auch erst 839 wurde sie im Beisein der Bisch\u00f6fe Wolfeoz von Konstanz und Ulrich von Basel sowie Abt Erlebald von der Reichenau geweiht.<\/p>\n<p align=\"justify\">Bei den Um-und Neubauten wurden f\u00fcr Schule, Skriptorium und Bibliothek eigene R\u00e4ume geschaffen.<\/p>\n<p>Die letzten Jahre Ludwigs des Frommen waren \u00fcberschattet von den Auseinandersetzungen mit seinen&#160; S\u00f6hnen um die Nachfolge im Reich. Das Kloster als wichtige politische Gr\u00f6\u00dfe in Alemannien wurde mit hineingezogen. Darin liegt m\u00f6glicherweise der Grund f\u00fcr die Resignation im Mai 837. Wie lange er nach der Amtsniederlegung noch gelebt hat, ist nicht bekannt, nur der Todestag, ein 2. April. Aber unter Abt Gozbert begann das Goldene Zeitalter der Abtei.<\/p>\n<p align=\"justify\">Abt Bernwig ist mit Erlaubnis Kaiser Ludwigs und auf Wunsch seines Vorg\u00e4ngers Gozbert 837 zum Abt gew\u00e4hlt worden. Er wird als Urkundenschreiber und Dekan mehrfach erw\u00e4hnt. In den Auseinandersetzungen der S\u00f6hne Ludwigs bezog er klar<\/p>\n<p>Stellung f\u00fcr Lothar. Ludwig behielt aber 840 in Alemannien die Oberhand.&#160;&#160;&#160; Bernwig wurde zwischen August 840 und April 841 abgesetzt.<\/p>\n<p>Auch der Nachfolger Bernwigs, Engilbert (840-841) wurde Opfer der politischen Wirren. Er war von Ludwig als Abt eingesetzt worden. Als Lothar wieder vorr\u00fcckte, scheint er sich auf dessen Seite gestellt zu haben.<\/p>\n<p>Als dieser aber in der Schlacht von Fontenay am 25. Juni 841 geschlagen wurde,&#160; <\/p>\n<\/p>\n<p>wurde er von Ludwig wieder abgesetzt. Nach dem Vertrag von Verdun und der Reichsteilung 843 war Ludwig als Ludwig der Deutsche im ostfr\u00e4nkischen Reich Herrscher. Damit hatten auch die politischen Wirren der Nachfolgestreitigkeiten der S\u00f6hne Ludwig des Frommen ein Ende. Das zeigt sich z. B. auch daran,dass die Amtszeiten der \u00c4bte wieder l\u00e4nger wurden, da eine falsche Parteinahme, die das Amt kosten konnte, nicht mehr n\u00f6tig war.<\/p>\n<p align=\"justify\">841 wurde Grimald von Wei\u00dfenburg von Ludwig dem Deutschen als Abt in St. Gallen eingesetzt. Grimald wurde um 800 geboren. Er entstammte einer austrasischen&#160; Adelsfamilie, die hohe Kirchen\u00e4mter innehatte. So war sein Onkel Hetti von ca. 814-847 Erzbischof von Trier und Legat Kaiser Ludwig des Frommen. Vor er Bischof von Trier wurde, war er Abt von Mettlach. Grimalds Tante Warentrud, Hettis Schwester war \u00c4btissin von Kloster Pfalzel. Grimalds Bruder Theutgaud wurde Nachfolger Erzbischofs Hetti von 847-868.&#160; Vor seiner Stuhlbesteigung in Trier war er ebenfalls Abt von Mettlach. Grimald kam zur Erziehung an den Hof Karls des Gro\u00dfen. Dort soll er noch den Unterricht Alkuins erlebt habe, was allerdings unwahrscheinlich ist, da Alkuin bereits 804 gestorben war. Aber sicher war er an der Klosterschule von Reichenau. Dort lernte er unter den \u00c4bten Haito und Erlebald. Danach lehrte er auch an der Reichenauer Klosterschule. Seine gr\u00fcndliche Ausbildung zeigt sich auch in dem St. Gallener Codex 914 der Regel des Heiligen Benedikts. Von Abt Haito war er zusammen mit dem M\u00f6nch Tatto (+847), dem sp\u00e4teren Leiter der Reichenauer Klosterschule, ins Kloster Inden, dem sp\u00e4teren Kornelim\u00fcnster geschickt worden, um dort das Aachener Normalexemplar zu kopieren. <\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/stibi_53.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right-width: 0px; display: block; float: none; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; margin-left: auto; border-left-width: 0px; margin-right: auto\" title=\"stibi_53\" border=\"0\" alt=\"stibi_53\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/stibi_53_thumb.gif\" width=\"172\" height=\"240\" \/><\/a> <\/p>\n<p align=\"justify\">Schon 824 war er an der Kaiserlichen Kapelle in Aachen t\u00e4tig. In derselben Zeit l\u00e4sst er sich ins Reichenauer Verbr\u00fcderungsbuch (siehe unter Kloster Reichenau) aufnehmen. Aus dieser Zeit am Hofe Ludwigs gibt es Widmungsadressen von Hrabanus Maurus, Walahfried Strabo und Otfried von Wei\u00dfenburg, die zeigen, dass er am Hofe sehr gesch\u00e4tzt war. Am 19.10. 833 erscheint er erstmals als Vorsteher von Ludwigs Kanzlei. 834 wird er von Ludwigs Sohn, dem sp\u00e4teren Ludwig dem Deutschen zusammen mit dem Grafen Gebhard im Lahngau (832-879) bezeugt und ein treuer Gefolgsmann von Ludwig dem Frommen nach Aachen geschickt, wo der Kaiser von Lothar festgehalten wurde, wohl ohne zum Kaiser vordringen zu k\u00f6nnen und die Botschaften Ludwigs \u00fcberbringen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p align=\"justify\">Wohl wegen seiner Verdienste am kaiserlichen Hof erhielt Grimald um 825 die Abtei Wei\u00dfenburg im Speiergau \u00fcbertragen. Er lie\u00df die durch eine Feuersbrunst zerst\u00f6rte Kirche St. Peter gl\u00e4nzender und gr\u00f6\u00dfer wieder aufbauen. Bis 837 blieb er an der Spitze der Kanzlei. Die innerdynastischen K\u00e4mpfe der Karolinger kosteten ihn 839 sein Amt als Wei\u00dfenburger Abt. Er musste den Abtsstuhl an den lotharisch gesinnten Erzbischof von Mainz, Otgar (826-847) abgeben. Der Sieg Ludwigs bei Fontenay 841 brachte aber wieder eine neue \u00c4mterverteilung. Ludwig setzte Grimald 841 als Abt in St. Gallen ein. Dabei verletzte er zwar die Wahlfreiheit der St. Gallener M\u00f6nche, die er kurz zuvor selbst best\u00e4tigt hatte. Aber Grimald scheint in St. Gallen sehr beliebt gewesen zu sein. Au\u00dferdem hatte er mit Einwilligung des K\u00f6nigs einen Stellvertreter w\u00e4hlen lassen, mit dem Recht auf Nachfolge, den Dekan Hartmut. Aufgrund seiner Hof\u00e4mter war er ohnehin oft von&#160; St. Gallen abwesend.<\/p>\n<p align=\"justify\">Als der Wei\u00dfenauer Abt 847 starb, wurde Grimald auch der Wei\u00dfenauer Abtsstuhl wieder \u00fcbertragen. Zu diesen zwei Abteien muss noch eine dritte gekommen sein, wahrscheinlich Ellwangen. 848 wurde Grimald Erzkapellan Ludwigs des Deutschen und ab 854 war er wieder mit zwei kurzen Unterbrechungen Leiter der Kanzlei, die&#160; er f\u00fchrte, bis er sich 870 aus Altersgr\u00fcnden nach St. Gallen zur\u00fcckzog.<\/p>\n<p align=\"justify\">Mit einer am 22. Juli 854 in Ulm ausgestellten Urkunde best\u00e4tigt Ludwig der Deutsche die von seinem Vater Ludwig dem Frommen 818 verliehene Immunit\u00e4t, den k\u00f6niglichen Schutz und das Recht zur freien Abtswahl. Sie legt die an den K\u00f6nig zu liefernden j\u00e4hrlichen Geschenke fest. Das Kloster ist vom Bistum Konstanz unabh\u00e4ngig. Ein lange schwelender Streit ist geschlichtet.<\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/imagetext_3.originalsize.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right-width: 0px; display: block; float: none; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; margin-left: auto; border-left-width: 0px; margin-right: auto\" title=\"imagetext_3.originalsize\" border=\"0\" alt=\"imagetext_3.originalsize\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/imagetext_3.originalsize_thumb.jpg\" width=\"244\" height=\"164\" \/><\/a>Grimald vollendet den von Gozbert begonnen Prozess der zentralen Verwaltung der Klosterg\u00fcter. Die bisher umherreisenden Pr\u00f6pste ersetzt&#160; er durch Au\u00dfenpr\u00f6pste, die einen festen Bezirk zu betreuen hatten.<\/p>\n<p align=\"justify\">Unter Grimald wurden die Otmars und Michaelskirche gebaut, die Klostergeb\u00e4ude vollendet und die Abtswohnung und das Helmhaus errichtet. 867 wurden die Gebeine Otmars nach der Rekognition und Heiligsprechung durch Bischof Gebhard I.&#160; von Konstanz neu bestattet.<\/p>\n<p align=\"justify\">Die Klosterschule erlebt einen m\u00e4chtigen Aufschwung. Die innere Schule wurde von dem Iren Moengal geleitet, der vor allem f\u00fcr die Musik zust\u00e4ndig war. Unter ihm entstanden pr\u00e4chtig illuminierte B\u00fccher mit gregorianischen Chor\u00e4len. Die \u00e4u\u00dfere Schule wurde von Iso geleitet,der sp\u00e4ter im Kloster Grandval lehrte, das im 9. Jahrhundert eine \u00e4hnliche kulturelle Bl\u00fcte erlebte, wie St. Gallen. Die Klosterbibliothek wuchs weiter. Sie hatte einen Zuwachs von 69 B\u00e4nden, davon 54 selbstst\u00e4ndige Werke. Grimald vermachte dem Kloster auch seine Privatbibliothek mit 34 Werken. In seiner Amtszeit wurde wohl auch das Amt des Bibliothekars geschaffen. Die ersten namentlich bekannten Amtsinhaber waren Uto und Liuthart. Im Skriptorium arbeitete zu der Zeit der bedeutende Kalligraph Folchart. Sein wichtigstes Werk ist der Psalter, ein H\u00f6hepunkt St. Gallischer Initialkunst.<\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/cod23_Q_Initial.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right-width: 0px; display: block; float: none; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; margin-left: auto; border-left-width: 0px; margin-right: auto\" title=\"cod23_Q_Initial\" border=\"0\" alt=\"cod23_Q_Initial\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/cod23_Q_Initial_thumb.jpg\" width=\"173\" height=\"244\" \/><\/a> Er beinhaltet die 150 Psalmen des Alten Testaments sowie einige kleinere Texte <\/p>\n<p align=\"justify\">(Allerheiligenlitanei, Pater noster und Credo) Er ist zwischen 864 und 883 geschrieben worden.<\/p>\n<p align=\"justify\">Grimald war wohl einer der politisch schwergewichtigsten \u00c4bte, den St. Gallen im Laufe seiner Geschichte hatte. Auch z\u00e4hlt er sicher unter die bedeutendsten und verdienstvollen M\u00e4nnern um Ludwig. Man kann ihn sicher auch zu Begr\u00fcndern der gelehrten Bildung im ostfr\u00e4nkischen Reich z\u00e4hlen.<\/p>\n<p align=\"justify\">Abt Grimald starb am 13.6. 872.<\/p>\n<p align=\"justify\">Auf Grimald folgte Hartmut, der schon kurz nach der Amtseinf\u00fchrung von Grimald als dessen Stellvertreter gew\u00e4hlt worden war. Er entstammte aus einer angesehenen Familie, wenngleich die Verwandtschaft mit Bischof Landolo von Treviso nicht sicher nachgewiesen ist, der 875 bei einem Besuch seines Verwandten, eben Abt Hartmut, in Rohrschach verstorben und in St. Gallen begraben sein soll oder K\u00f6nig Rudolfs von Burgund. Er war als M\u00f6nch im Kloster Fulda und erhielt dort seine Ausbildung bei Rhabanus Maurus. Er war Mitsch\u00fcler von Otfried von Wei\u00dfenburg und Werinbert. 849 tritt Hartmut erstmals als Dekan auf und ist in diesem Amt bis 872 belegt. Nach dem Tod Grimalds wird er in einer&#160; zweiten&#160; Wahl best\u00e4tigt. Schon unter seinem Vorg\u00e4nger hatte er Statuten erlassen, die sich auf Klosterverwaltung und die Disziplin beziehen, die noch lange nach seinem Tod in Kraft waren. <\/p>\n<p align=\"justify\">Zu Kaiser Ludwig und zu seinem Nachfolger, dessen Sohn&#160; Karl III. hatte er ein sehr gutes Verh\u00e4ltnis, wie die F\u00fcr St. Gallen ausgestellten Urkunden belegen.<\/p>\n<p align=\"justify\">Am 1. Februar 873 verlieh Kaiser Ludwig dem Kloster St. Gallen Immunit\u00e4t mit K\u00f6nigsschutz und das Inquisitionsrecht, wie es das Kloster Reichenau hat. Damit war es den anderen k\u00f6niglichen Kl\u00f6stern gleichgestellt. In der Urkunde die am 8. April 873 in Frankfurt ausgestellt ist, befiehlt&#160; er auf Klagen Abt Hartmuts seinem Sohn Karl und allen Grafen und Getreuen Alemanniens das gleiche Recht, wie den \u00fcbrigen Kl\u00f6stern zu wahren.<\/p>\n<p align=\"justify\">Am 18. August best\u00e4tigt Karl III. die von Ludwig dem Frommen und Ludwig dem Deutschen verliehene Immunit\u00e4t und freie Abtswahl. Am 13. Februar 883 best\u00e4tigt er dies als Kaiser.<\/p>\n<p align=\"justify\">Schon unter Grimald war Hartmut f\u00fcr die Um-und Neubauten zust\u00e4ndig, die aber erst unter seiner Regierung fertiggestellt wurden. Der Schul-oder Hartmutsturm wurde errichtet. Er sollte dazu dienen, bei Brandgefahr den Klosterschatz zu bergen. In Hartmuts Regierungszeit fallen \u00fcber 50 Urkunden, die eine Schenkung, eine \u00dcbertragung, Tausch oder R\u00fcckerwerbung von G\u00fctern belegen und zeigen, wie Hartmut um das Wohl seiner Br\u00fcder bem\u00fcht war. Auch Hartmut m\u00fchte sich um die Mehrung der Bibliothek. Er gilt als Sch\u00f6pfer des neuen gro\u00dfen Bibelkorpus.<\/p>\n<p align=\"justify\">Als Kaiser Karl aus Italien zur\u00fcckkehrte, bat Hartmut auf die Abtsw\u00fcrde verzichten zu d\u00fcrfen. Das wurde ihm gew\u00e4hrt und Herisau mit Waldkirch und Niederb\u00fcren zur Nutznie\u00dfung \u00fcberlassen. Sp\u00e4ter f\u00fchrte er das Leben eines Inklusen, also eines von der Welt Zur\u00fcckgezogenen. Er starb nach 895. Begraben wurde er auf dem Friedhof unmittelbar neben der Peterskirche. Kurz vor seiner Resignation besuchten etwa 300 Sch\u00fcler aus der weiteren Umgebung die Klosterschule.<\/p>\n<p align=\"justify\">Abt Bernhard wurde am 6.1. 883 in Anwesenheit Karls III. gew\u00e4hlt. Er war von vornehmer Herkunft, was auch Bezeichnungen nobilis oder serenissimus in Urkunden best\u00e4tigen. Am 30. M\u00e4rz 887 best\u00e4tige Karl III. laut den vorgelegten Urkunden seines Vaters und Gro\u00dfvater die Immunit\u00e4t und das Inquisitionsrecht des Klosters. Mit Arnulf hat er zun\u00e4chst auch ein gutes Verh\u00e4ltnis, Aber 890 beteiligte sich Bernhard wohl an einer Verschw\u00f6rung gegen Arnulf, die keinen&#160; Erfolg hatte. Arnulf setzte Bernhard 890 ab. Sein genaues Todesdatum ist unbekannt. Die Urkunden Arnulfs vom 2.7.892 und Ludwig des Kindes vom 24.06. 903 erw\u00e4hnen die Absetzung Bernhards, die von Arnulf wegen \u201chominum neglegentia und incautela, die von Ludwig wegen Hochverrats.<\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/220pxNotker_der_Stammler.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right-width: 0px; display: block; float: none; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; margin-left: auto; border-left-width: 0px; margin-right: auto\" title=\"220px-Notker_der_Stammler\" border=\"0\" alt=\"220px-Notker_der_Stammler\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/220pxNotker_der_Stammler_thumb.jpg\" width=\"191\" height=\"244\" \/><\/a>In dieser Zeit lebte Notker der Stammler im Kloster Sankt Gallen. Er ist um 840 in Heligau oder Jonschwil geboren. Wegen seines Sprachfehlers wurde er schon als Kind geh\u00e4nselt. Noch als Kind kam er ins Kloster St. Gallen. An der Klosterschule erhielt er seine Ausbildung in klassischen Sprachen und klassischer Literatur. Er wurde Leiter der Klosterschule und war literaisch und musikalisch t\u00e4tig. Er schrieb eine Biographie \u00fcber Karl den Gro\u00dfen, die sich allerdings mehr am Ideal als an historisch gesicherten Tatsachen orientierte. Sein Hauptwerk war sein \u201cliber ymnorum\u201d. Es stellt einen H\u00f6hepunkt mittelalterlicher Dichtung dar. Von einem Pfingstlied wird erz\u00e4hlt, er habe die Melodie nach dem Takt eines knarrenden M\u00fchlrads geschrieben. Notker starb am 6. April 912 in St. Gallen.<\/p>\n<p align=\"justify\">Als Arnulf von K\u00e4rnten 890 Abt Bernhard abgesetzt hatte, setzte er Salomo in St. Gallen ein. Das verstie\u00df gegen das Recht der freien Abtswahl, doch konnte Salomo den Konvent rasch f\u00fcr sich einnehmen. Er war mit der alten Herzogsfamilie der Alaholfinger verwandt, war Enkel der Schwester oder eines j\u00fcngeren Bruders von Salomo I., Bischof in Konstanz von 838-871. Um 871 kamen er und sein Bruder Waldo, dem sp\u00e4teren Bischof von Freising von 883 bis 906, in die \u00e4u\u00dfere Klosterschule von St. Gallen. Ihrer Eltern hatten sie schon fr\u00fch verloren. In St. Gallen wurde Notker ihr Lehrer. Um 878 d\u00fcrften die beiden Br\u00fcder Sankt Gallen wieder verlassen haben.Von ihrem Onkel Salomo II. wird Salomo zur weiteren Ausbildung zum Bischof Witiger von Augsburg geschickt, Waldo zu Erzbischof Liutbert von Mainz. Salomo ist f\u00fcr kurze Zeit als Notar und Kanzler am Hof Karls III. belegt. Im gleichen Jahr wird er zum Diakon geweiht.&#160; Um 887 kehrt er nach<\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/220pxCodSang602_S298_Wiborada_im_Gesprch_mit_Salomo_III.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right-width: 0px; display: block; float: none; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; margin-left: auto; border-left-width: 0px; margin-right: auto\" title=\"220px-CodSang602_S298_Wiborada_im_Gespr\u00e4ch_mit_Salomo_III\" border=\"0\" alt=\"220px-CodSang602_S298_Wiborada_im_Gespr\u00e4ch_mit_Salomo_III\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/220pxCodSang602_S298_Wiborada_im_Gesprch_mit_Salomo_III_thumb.jpg\" width=\"224\" height=\"223\" \/><\/a>er nach St. Gallen zur\u00fcck und tritt dort ins Kloster ein. 889 ist er als Kaplan am Hof Arnulfs. Arnulf setzt Salomo nicht nur in St. Gallen als Abt ein, sondern auch in Konstanz als Bischof als Nachfolger f\u00fcr seinen verstorbenen Onkel.<\/p>\n<p align=\"justify\">Am 6. Januar erfolgt die Privilegienbest\u00e4tigung durch Arnulf. In dieser Urkunde wird Salomo als erw\u00e4hlter Abt bezeichnet, also ist er inzwischen auch vom Konvent gew\u00e4hlt worden. Er war als Kanzler bei Ludwig dem Kind und Konrad I.(K\u00f6nig von 911-918) t\u00e4tig. Der Hofdienst wirkte sich auch positiv f\u00fcr die Abtei aus. So erhielt sie 6 Urkunden, die die Immunit\u00e4t, die freie Abtswahl und das Inquisitionsrecht best\u00e4tigten. Dazu kamen noch k\u00f6nigliche Schenkungen und Best\u00e4tigungsurkunden.<\/p>\n<p align=\"justify\">Die freie Abtwahl wurde erstmals f\u00fcr St. Gallen auch durch den Papst best\u00e4tigt und zwar am 8.3. 904 durch Papst Sergius III.(904-911). Diese Privileg erhielt Salomo, als er sich im Rahmen einer Pilgerreise in Rom aufhielt. Von dieser Reise brachte er auch die Reliquien des M\u00e4rtyrers Pelagius, dessen Verehrung als Bistumsheiliger er f\u00f6rderte.<\/p>\n<p align=\"justify\">895 best\u00e4tigte Arnulf dem Kloster St. Gallen den Besitz des kleinen Klosters \u201cmonasteriolum\u201d Faurndau. Dieses war 875 von K\u00f6nig Ludwig dem Deutschen dem am Hofe t\u00e4tigen Diakon Liutbrand verliehen worden, mit der Bestimmung, dass es bei dessen Tod an den K\u00f6nig zur\u00fcckfallen sollte. Au\u00dferdem belehnte er ihn mit der Kapelle in Brenz. Der Urkunde von 875 zufolge stand die Faurndauer Kirche unter dem Patrozinium der heiligen Jungfrau Maria und besa\u00df die Reliquien der fr\u00fchchristlichen M\u00e4rtyrer Alexander, Eventius und Theodul. Liutbrand trat im Alter ins Kloster St. Gallen ein.<\/p>\n<p align=\"justify\">Auf seiner Romreise 904 erneuerte K\u00f6nig Berengar in Pavia den Besitz der Abtei Massino, die Karl II. dem Kloster Sankt Gallen geschenkt hatte.<\/p>\n<p align=\"justify\">905 schenkte K\u00f6nig Ludwig das Kind Salomo das Kloster Pf\u00e4fers, das 731 aus dem Kloster Reichenau gegr\u00fcndet wurde. Zwischen 914 und 949 stritten die Abtei St. Gallen und das Bistum Chur um das Kloster.<\/p>\n<p align=\"justify\">Das Weihnachtsfest verbringt K\u00f6nig Konrad I. in St. Gallen und verbleibt dort bis zum 29.12. Er wird in die Gebetsverbr\u00fcderung aufgenommen.<\/p>\n<p align=\"justify\">Schon zu Beginn seiner Amtszeit war er bestrebt, die Rechte des Klosters St. Gallen gegen die alemannischen Gro\u00dfen zu festigen. So hatte er auf einer Versammlung aller Principes der Grafschaften Thurgau, Linzgau und Curr\u00e4tien mit Erfolg die Rechte der Abtei gegen den Grafen Udalrich verteidigt. Salomo war seit 893 bei allen wichtigen Reichstagen dabei, aber auch bei der Synode von Trebur, an der je nach Quelle zwischen 22 und 27 Bisch\u00f6fen und die Metropoliten von Mainz, K\u00f6ln und Trier und viele \u00c4bte und Angeh\u00f6rige des Klerus teilnahmen. Es ging um germanisches Recht und Kirchenrecht.<\/p>\n<p align=\"justify\">Zusammen mit seinem Freund Hatto, dem ehemaligen Reichenauer Abt und jetzigen Erzbischof von Mainz und dem Augsburger Bischof Adalbero geh\u00f6rte er zu den einflussreichsten Staatsm\u00e4nner seiner Zeit. Er trat f\u00fcr die St\u00e4rkung der Zentralgewalt ein und so war er auch beteiligt an der Ausschaltung des Markgrafen Burkhard und dessen Bruder Adelbert, die ihre Macht \u00fcber ganz Alemannien ausdehnen wollten. Auch sein Streit mit den Grafen Erchanger und Berchthold r\u00fchrt daher. Pfalzgraf Erchanger und sein Bruder Berchthold waren um Marchthal und auf dem Bussen beg\u00fctert. Im Verlauf des Streits wird Salomo 914 gefangen genommen. Danach werden die beiden verbannt. Schon 915 kehren sie zur\u00fcck und nehmen neben dem Baiernherzog Arnulf siegreich an der Schlacht gegen die Ungarn am Inn teil. Sie erhoben sich gegen K\u00f6nig Konrad und besiegten ihn bei Wahlwies im Hegau. Erchanger wurde zum Herzog ausgerufen. Er wurde aber wegen seines Vorgehens gegen K\u00f6nig und Bischof im September 916 von der Synode zu Hohenaltheim zu Klosterhaft verurteilt. Bei dem Versuch, sich mit K\u00f6nig Konrad zu vers\u00f6hnen, wird er 917 verhaftet und der K\u00f6nig l\u00e4sst Erchanger und Burchhardt hinrichten. Sein Besitz wird konfisziert. nur seine Gemahlin Berta darf ihren Besitz behalten. Es ist nicht ganz klar, wie weit Salomo an dem Vorgehen beteiligt ist. Konrad I. stirbt 918 in Weilburg. Nach dessen Tod zieht sich Salomo aus der Politik zur\u00fcck. Konrads Nachfolger Heinrich steht ihm von der Pers\u00f6nlichkeit und der Politik fern. Salomo selbst stirbt nach 5-t\u00e4giger Krankheit am 5. Januar 919 im Alter von etwa 60 Jahren.<\/p>\n<p align=\"justify\">Unter Salomos Regierungszeit hat die Bl\u00fcte und die kulturelle Leistung St. Gallens angehalten.In seiner Zeit arbeitete Tutilo, der bis etwa 915 als M\u00f6nch in St. Gallen lebte. Er wird als Maler, Goldschmied und vor allem Elfenbeinschnitzer hervorgehoben. Er war aber auch als Dichter und Musiker t\u00e4tig.<\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/220pxCsg0053_e001.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right-width: 0px; display: block; float: none; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; margin-left: auto; border-left-width: 0px; margin-right: auto\" title=\"220px-Csg-0053_e001\" border=\"0\" alt=\"220px-Csg-0053_e001\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/220pxCsg0053_e001_thumb.jpg\" width=\"164\" height=\"244\" \/><\/a>&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160; Einband des Evangelium longum<\/p>\n<p align=\"justify\">So stammen die Elfenbeintafeln des Evangelium longums (Cod.sang.53) von ihm.<\/p>\n<p align=\"justify\">Auch das Vocabularium Salomonis, eine Enzyklop\u00e4die des 9. Jahrhunderts&#160; stammt aus dieser Zeit. Mit Salomo endet das \u201cGoldene Zeitalter St. Gallens.<\/p>\n<p align=\"justify\">Nach dem Tod Salomos tritt ein dreij\u00e4hriges Interregnum ein, das im Jahr 922 mit der Wahl Hartmanns endet. Er regierte drei Jahre und hat sich laut dem Chronisten Ekkehard wohl haupts\u00e4chlich der Schule und dem Choralgesang zugewandt. Dagegen hat er die Verwaltung der Klosterg\u00fcter zum Schaden der Abtei vernachl\u00e4ssigt. Er starb am 21.9. 925. Auf ihn folgte Engilbert als Abt. Am 4.11. 926 best\u00e4tigt Heinrich I. auf Bitten des Abtes Engilbert die alten Privilegien der Abtei, also Immunit\u00e4t, freie Abtswahl und das durch die V\u00f6gte auszu\u00fcbende Inquisitionsrecht. Das geschah auch auf F\u00fcrbitte des Mainzer Erzbischofs Heriger (913-927). Am 1. Mai 926 erlebte St. Gallen einen schwarzen Tag. Die Ungarn \u00fcberfielen das Kloster.<\/p>\n<p align=\"justify\">In einer Vision soll&#160; die Inklusin Wiborada&#160; den Ungarneinfall und damit verbunden ihren M\u00e4rtyrertod vorausgesehen haben. Auch habe sie dem Abt geraten, den Klosterschatz und kostbare Manuskripte auf einer Fluchtburg in Sicherheit zu bringen. Abt Engilbert lie\u00df auf jeden Fall die Klosterbibliothek auf die Reichenau in Sicherheit bringen. Zum Schutz der Klosterinsassen lie\u00df er zwei Burgen ausbauen. Greise und Kinder verbrachte er auf die Wasserburg im Bodensee. Er selbst ging mit seinen M\u00f6nchen an einen befestigten Platz an der Sitter. Wiborada, die in einer Zelle eingeschlossen war, blieb trotz des Dr\u00e4ngens des Abtes in der Zelle. Als die Ungarn kamen, setzte sie die Zelle in Brand. Nach der Vita erstickte das Feuer wie durch ein Wunder. Als die Ungarn keinen Zugang in die Zelle fanden, stiegen sie durchs Dach ein und t\u00f6teten die Inklusin mit Axthieben auf den Kopf. Sie wurde 1047 als erste Frau \u00fcberhaupt von Papst Clemens II. heiliggesprochen. Ihre Attribute sind Hellebarde als Verweis auf ihr Martyrium und ein Buch. Sie gilt als Schutzpatronin der Pfarrhaush\u00e4lterinnen, K\u00f6chinnen, Bibliotheken und B\u00fccherfreunde.<\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/220pxMartyrdom_of_Wiborada.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right-width: 0px; display: block; float: none; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; margin-left: auto; border-left-width: 0px; margin-right: auto\" title=\"220px-Martyrdom_of_Wiborada\" border=\"0\" alt=\"220px-Martyrdom_of_Wiborada\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/220pxMartyrdom_of_Wiborada_thumb.jpg\" width=\"224\" height=\"191\" \/><\/a> Dank der klugen F\u00fcrsorge des Abtes kam das Kloster mit relativ geringem Schaden davon. Aus gesundheitlichen Gr\u00fcnden gab Engilbert 933 sein Amt auf und soll kurze Zeit sp\u00e4ter am 13.8.934 gestorben sein.<\/p>\n<p align=\"justify\">Am 28.10 933 tritt Thieto sein Amt an. Unter sein Abbatiat f\u00e4llt der gro\u00dfe Klosterbrand. Klostersch\u00fcler hatten am 26.4.937 ein Feuer verursacht. Die Siedlung wird verheert,&#160; das Kloster v\u00f6llig verw\u00fcstet. Der Brand hatte weit mehr Schaden verursacht als der Ungarneinfall. Der Abt begann sofort mit dem Wiederaufbau.<\/p>\n<p align=\"justify\">In der am 7. April 940in Quedlinburg ausgestellten Urkunde best\u00e4tigt Otto I. die Privilegien. Die Urkunde ist fast w\u00f6rtlich wie die f\u00fcr Engilbert ausgestellte Urkunde.<\/p>\n<p align=\"justify\">Abt Thieto, schon alt und niedergedr\u00fcckt durch die Sorgen wegen der Abtei f\u00fchlte sich der Lage nicht mehr gewachsen und legte sein Amt am 31.5.942 nieder. Er starb an einem 6. April. Thietos Nachfolger war Craloh, dessen leiblicher Bruder. Er wurde am 31.5.942 zum Abt gew\u00e4hlt. Craloh ist 920 erstmals als Schreiber einer Urkunde belegt. Fassbar wird er am 22. Juni 947, als Otto in Magdeburg auf F\u00fcrsprache des Schwabenherzogs Hermanns dem Kloster das Markt-und M\u00fcnzrecht \u201cin dem dem Kloster geh\u00f6renden f\u00fcr die nach Italien Fahrenden g\u00fcnstig gelegenen Ort Rorschach\u201d verleiht. Hauptaufgabe war wohl die Wiederherstellung des zerst\u00f6rten Klosters, was wohl gelang. Auch wirtschaftlich hatte er einigen Erfolg zu verzeichnen. F\u00fcr den Zeitraum 948-957 sind acht G\u00fcter\u00fcbertragungen an das Kloster Sankt Gallen erhalten. Schwierigkeiten hatte er wohl mit seinen M\u00f6nchen. Bei der Wiederherstellung der Klosterdisziplin war er unerbittlich streng.<\/p>\n<p align=\"justify\">Wie schon zu Zeiten Ludwigs des Frommen, als das Kloster in die Streitigkeiten um die Nachfolge des Kaisers hineingezogen wurde, passierte das auch jetzt noch einmal. Liudulf, Herzog von Schwaben und Sohn&#160; Ottos aus der ersten Ehe mit Edithga von England war zun\u00e4chst designierte Nachfolger Ottos. 952 erhob sich aber der Sohn gegen den Vater, was als Lidulfinischer Aufstand in die Geschichte einging. In der Abtei war die Mehrheit der M\u00f6nche f\u00fcr Liudulf, w\u00e4hrend Abt Craloh zu Otto hielt. Er floh schlie\u00dflich an den Hof Ottos und kehrte erst nach Niederwerfung des Aufstandes 954 nach St. Gallen zur\u00fcck. Dort hatte w\u00e4hrend Cralohs Abwesenheit der vom Konvent gew\u00e4hlte Gegenabt Anno regiert. Dort hielt sich immer noch eine Gegnerschaft unter F\u00fchrung des M\u00f6nchs Viktor. Erst Bischof Ulrich von Augsburg, der mit Otto gegen die Ungarn die Schlacht auf dem Lechfeld 955 gewonnen hatte, brachte eine Vers\u00f6hnung zustande. Viktor wollte zu seinen Verwandten fliehen, wurde aber auf der Flucht von Kriegsleuten, die ihm Craloh nachgeschickt hatte, geblendet. Damit war das Vertrauensverh\u00e4ltnis zwischen Abt und Konvent endg\u00fcltig zerst\u00f6rt. Craloh, des Streits m\u00fcde, zog sich nach Herisau zur\u00fcck, wo er am 26.2. 958 starb.<\/p>\n<p align=\"justify\">Abt Craloh hatte Ekkehard I.zu seinem Nachfolger bestimmt. Er wurde von den M\u00f6nchen auch gew\u00e4hlt, verungl\u00fcckte aber kurz vor seinem Amtsantritt bei einem Ausritt. Er trug einen bleibendem Schaden am Bein davon und hinkte fortan.&#160; Deshalb bat er die M\u00f6nche, die Abtsw\u00fcrde auf Purchart, den j\u00fcngsten seiner 4 Neffen zu \u00fcbertragen. Diese taten das auch. Ekkehard I. ist um 910 im Thurgau geboren. Unterricht und Erziehung erhielt er im Kloster Sankt Gallen. Gerald, der letzte Sch\u00fcler des Sequenzdichters Notker war sein Lehrer. Lange galt Ekkehard als Dichter des Waltharilieds das die Flucht Walters und Hildegunds von Etzels Hof und den Kampf am Wasigenstein. Heute nimmt man an, dass<\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/wal_manu.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right-width: 0px; display: block; float: none; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; margin-left: auto; border-left-width: 0px; margin-right: auto\" title=\"wal_manu\" border=\"0\" alt=\"wal_manu\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/wal_manu_thumb.jpg\" width=\"159\" height=\"244\" \/><\/a>in Ekkehards IV&#160; Casus Sancti Galli genannte Vita Waltharii manufortis nicht das Waltharilied, sondern ein anderes nicht auf uns gekommenes Werk gemeint ist. Entstehungszeit und Verfasser sind also nach wie vor umstritten. Ekkehard hat mit Sicherheit Dichtungen angefertigt, die f\u00fcr die Liturgie bestimmt waren. Er wurde fr\u00fch in die St. Galler Liturgie aufgenommen, was die Wertsch\u00e4tzung der Zeitgenossen beweist. Eine geplante Vita der beim Ungarneinfall get\u00f6teten Wiborada kam nicht zustande.<\/p>\n<p align=\"justify\">Purchart stammte aus der Familie der Udalrichinger. Sein Vater war wohl Graf Udalrich V., seine Mutter Wendilgard, eine Nichte K\u00f6nig Heinrichs I. Purchart soll schon als Oblate ins Kloster St. Gallen gekommen sein und unter Craloh Dekan gewesen sein. Im Herbst 967 weilt Ekkehard I. als Vertrauter des Papstes Alexander XIII. in Rom, der ihn wegen seiner Gelehrsamkeit sehr sch\u00e4tzt. Ekkehard wird sechs Wochen krank. Er wird vom Papst oft besucht und wird wieder gesund, als der Papst bei einer Morgenvisite Reliquien des Johannes des T\u00e4ufers mitbringt. Diese&#160; erh\u00e4lt er vom Papst bei seiner Abreise als Geschenk (Regest 430 vom Herbst 967). Mit der n\u00e4chsten ausgestellten Urkunde erneuert der Papst die Privilegien St. Gallens, best\u00e4tigt die kl\u00f6sterliche Immunit\u00e4t und verbietet die Aus\u00fcbung jeder geistlichen und weltlichen Jurisdiktion im Klostergebiet ohne Erlaubnis des Abtes. Auch Purchart erlitt einen Reitunfall, nach dem er gel\u00e4hmt blieb. Deshalb musste er die F\u00fchrung der Gesch\u00e4fte dem hochbetagten Dekan und K\u00e4mmerer \u00fcberlassen. Dadurch gerieten Disziplin und \u00d6konomie in Unordnung. Kaiser Otto lie\u00df deshalb eine Visitation durchf\u00fchren. Abt Gerbod (951-972) aus dem Kloster Lorsch weilte mehrere Monate im St. Gallener Kloster und er lie\u00df Statuten f\u00fcr das Kloster. Lorsch war im Verbund des Ordo Gorziensis, einer Reformbewegung, die von Erzbischof Adalbero von Metz (929-962) durch Einsetzung des Erzdiakons Einolds als Abt des Klosters Gorze eingeleitet wurde. In Deutschland wurde zun\u00e4chst St. Maximin in Trier und Lorsch reformiert. Von Lorsch aus wurde die Reform in den Kl\u00f6stern Fulda, Hersfeld, Amorbach und eben auch St. Gallen eingef\u00fchrt. Gorze wollte ein Reichm\u00f6nchtum unter weltlicher Herrschaft. Es ging dabei auch um eine materielle Sicher- und Besserstellung der Kl\u00f6ster, wobei dies nat\u00fcrlich nicht von dem spirituellen Bereich zu trennen ist. Kaiser Heinrich II. setzte gezielt Reformm\u00f6nche in den ma\u00dfgeblichen Reichsabteien ein. Man konnte aber die \u201cDauer\u00fcberwachung\u201d abwehren, auch wenn mit dem M\u00f6nch Sandrat aus Maximin von Otto 972\/973&#160; nochmals ein f\u00fchrender Vertreter der lothringischen Kirchenreform nach St. Gallen geschickt worden war. Sandrat wurde in St. Gallen aber als Heuchler empfunden. Die M\u00f6nche wollten die Reform einfach nicht. Sandrat scheiterte an seiner gro\u00dfen Aufgabe.<\/p>\n<p align=\"justify\">Abt Purchart trat 971 von seinem Amt als Abt zur\u00fcck. Er wollte seinen Lebensabend als Inclusus bei der von ihm erbauten Galluskapelle verbringen. Das wurde ihm aber vom Konstanzer Bischof Konrad wegen seines schlechten Gesundheitszustand untersagt. Purchart starb am 9.8.975.<\/p>\n<p align=\"justify\">Auf Vorschlag Purcharts war 971 Notker zum Abt gew\u00e4hlt worden. Er war ein Neffe der \u00c4bte Thieto und Craloh und auch des Notker II., der als Arzt, Cellerarius und Hospitarius im St. Gallener Kloster war. Er war ein strenger Verfechter der kl\u00f6sterlichen Disziplin, was ihm den Beinamen \u201cPfefferkorn einbrachte. Abt Notker griff auf die Statuten Hartmuts zur\u00fcck und war auch darauf bedacht, dass die Anordnungen des Visitationsabtes Gerbod eingehalten wurden. Er scheint das aber mit Augenma\u00df getan zu haben. Er wurde als \u201cabba benignus\u201d bezeichnet. Am 14.8. 972 besucht Otto der Gro\u00dfe mit seiner Gemahlin Adelheid, seinem Sohn Otto II. und der Schwiegertochter das Kloster. In St. Gallen stellt Otto II. auch Urkunden f\u00fcr das Kloster Einsiedeln aus. Mit diesem Ereignis l\u00e4sst der Chronist Ekkehard IV. seine St. Gallener Chronik, die Casus Sancti Galli ausklingen. Abt Notker scheint die wirtschaftliche Gesundung des Klosters wieder vorangebracht zu haben. Er vollendet die Ummauerung der Klostersiedlung St. Gallen. Dadurch nimmt die Stadtwerdung St. Gallens ihren Anfang. Aus der Regierungszeit Notkers stammt auch das erste Zeugnis der St. Gallener Ministerialit\u00e4t. Er starb am 15.12. 975<\/p>\n<p align=\"justify\">In der Amtszeit Purcharts und Notkers lebte auch Ekkehard II. am Kloster. Er kam schon als Knabe ins Kloster. Er war ein bekannter Sequenzdichter. Ber\u00fchmt wurde er aber vor allem durch Victor von Scheffels \u201cEkkehard\u201d. Es war ein Kultbuch der wilhelminischen zeit und schildert das Leben des jungen M\u00f6nchs am Hofe von Hadwig, der Witwe des Schwabenherzogs Burchard III. Er wurde als Lateinlehrer Hadwigs auf den Hohentwiel berufen. Seine G\u00f6nnerin ebnete ihm sp\u00e4ter den Weg als Kaplan an den Hof ihres Onkels Otto I. Ekkehard starb als Dompropst zu Mainz am 23.4. 990. Seine T\u00e4tigkeit am Hof der Herzogswitwe hat der Abtei manchen Vorteil verschafft. Seine privilegierte Beziehung stie\u00df bei seinen St. Gallener Mitbr\u00fcder auf reges Interesse.<\/p>\n<p align=\"justify\">Auf Notker folgte Ymmo. Mitte Januar 976 wurde er zum Abt gew\u00e4hlt und von Otto II. investiert. In den Auseinandersetzungen zwischen Otto und Heinrich dem Z\u00e4nker stand Ymmo auf Seiten des Kaisers. Der Abt konnte die Klosterwirtschaft weiter voranbringen. Er erwarb G\u00fcter zur\u00fcck und gewann neue dazu. Auch mehrte er den Klosterschatz. Er starb am 30.10.984.<\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/stiftsbibliothek3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right-width: 0px; display: block; float: none; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; margin-left: auto; border-left-width: 0px; margin-right: auto\" title=\"stiftsbibliothek-3\" border=\"0\" alt=\"stiftsbibliothek-3\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/stiftsbibliothek3_thumb.jpg\" width=\"244\" height=\"163\" \/><\/a>Von Ymmos Nachfolger Ulrich ist nur wenig bekannt. Er regierte von 984-990.<\/p>\n<p align=\"justify\">Mit Abt Gerhard folgte ein in der St. Gallener Klosterchronik schlecht beleumundeter Abt. Nach seiner Wahl begann er seine Amtszeit am 21.1. 990. Es wird von ihm berichtet, dass er vor seiner Wahl Reisebegleiter seines Mitbruders, Kunibert, ehemaliger Abt von Niederaltaich war, der auf dieser Reise starb. In einer am 18. Mai 994 in B\u00fcrstadt best\u00e4tigt er auf Bitten Abt Gerhards und nach Vorlage der Dokumente seines Vorg\u00e4ngers dem Kloster Sankt Gallen die Immunit\u00e4t, sowie das Inquisitionsrecht und das Recht, den Abt zu w\u00e4hlen. Er soll Klosterg\u00fcter verschleudert haben und die Klosterzucht ruiniert haben. Eine Spaltung des Konvents entstand. Die regeltreuen Konventualen verklagten den Abt bei Otto III.<\/p>\n<p align=\"justify\">Mit Hilfe des Grafen Muozo konnte er den Prozess aber verhindern und waltete danach noch schlechter als vorher. Er starb am 22.05. 1001.<\/p>\n<p align=\"justify\">Nach Gerhard wurde Purchart gew\u00e4hlt. Er war ein Neffe Ekkehards I. Aus seiner Jugend wird berichtet, dass er mit Ekkehard II. zu der Herzogin Hadwig von Schwaben auf den Hohentwiel ging und er von ihre in Griechisch unterrichtet wurde, w\u00e4hrend sie sich an seinen selbst geschmiedeten Versen erg\u00f6tzte.<\/p>\n<p align=\"justify\">Am 17.6.1004 best\u00e4tigt Heinrich II. (1002-1024) die Privilegien St. Gallens, wobei er allerdings das freie Wahlrecht durch den Vorbehalt k\u00f6niglicher Mitwirkung einschr\u00e4nkt. Abt Purchart stellte die Klosterzucht wieder her und brachte die unter seinem Vorg\u00e4nger verloren Klosterg\u00fcter&#160; wieder zur\u00fcck. Er hat die Konventsgeb\u00e4ude renoviert und erweitert. Wahrscheinlich hat er den&#160; Kreuzgang mit einer Bilderfolge aus dem Leben des heiligen Gallus ausgestattet.<\/p>\n<p align=\"justify\">Im November 1021 brach Kaiser Heinrich zu seinem dritten Italienfeldzug auf. Er war mit seinem Engagement in Italien sowie seiner Kaiserkr\u00f6nung mit Byzanz zwangsl\u00e4ufig in Konflikt geraten. Vor allem f\u00fcr Papst Benedikt VII. war die Lage bedrohlich geworden, was dieser ihm bei seinem Besuch in Bamberg wohl vor Augen f\u00fchrte. An diesem Feldzug beteiligte sich auch der St. Gallener Abt. In Apulien konnte der Kaiser die byzantinischen Truppen nicht zu einer Schlacht stellen. Er musste umkehren. Im Heer brach eine Seuche aus. Dieser fiel Abt Purchard am 17.07.1022 zum Opfer. Er wurde in \u201cFranchon-Munstere\u201d begraben. Dabei handelt es sich m\u00f6glicherweise um Castelfranco di sotto (nahe dem Arno im Kreis von San Miniato). In der Amtszeit Purcharts wurde die deutsche Sprache in St.Gallen gepflegt. Vor allem Notker Labeo war hier wichtig.<\/p>\n<p align=\"justify\">Notker Labeo oder Notker der Deutsche wurde um 950 im Thurgau, m\u00f6glicherweise in Wil geboren. Er war ein Neffe Ekkehards I. Er starb am 29. Juni 1022 wahrscheinlich an einer Seuche, die Teilnehmer des Italienfeldzugs von Heinrich II. in St. Gallen eingeschleppt hatten. Andere Quellen geben als Todesursache auch die Pest an. Notker war Leiter der St. Gallener Klosterschule. Er hat als erster im Mittelalter en Aristoteles kommentiert und gilt als der bedeutendste \u00dcbersetzer vor Luther. Er hat Werke der lateinischen Literatur \u00fcbersetzt, die im fr\u00fchen Mittelater zum Pensum der Klosterschulen geh\u00f6rten. Er \u00fcbersetzte Werke von Seneca, Boethius und Martianus Capella. Er bearbeite auch die 150 Psalmen sowie Moralia in Iob von Gregor dem Gro\u00dfen. Er entwickelte dabei eine phonetisch eindeutige Rechtschreibung der deutschen Sprache, die auch als Notkersche Anlautgesetz bezeichnet wird.<\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/419pxSt_Gallen_Stiftskirche_Portal_Relief_Notker_Labeo.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right-width: 0px; display: block; float: none; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; margin-left: auto; border-left-width: 0px; margin-right: auto\" title=\"419px-St_Gallen_Stiftskirche_Portal_Relief_Notker_Labeo\" border=\"0\" alt=\"419px-St_Gallen_Stiftskirche_Portal_Relief_Notker_Labeo\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/419pxSt_Gallen_Stiftskirche_Portal_Relief_Notker_Labeo_thumb.jpg\" width=\"172\" height=\"244\" \/><\/a>1022 wurde Thietbald gew\u00e4hlt vor seiner Amtserhebung erscheint er nur im&#160; Reichenauer Verbr\u00fcderungsbuch. Am 19.04.1025 stellt Konrad II. (1024-1039) in Augsburg eine Urkunde aus und best\u00e4tigt die Privilegien des Klosters. Beim Aufstand Herzog Ernsts von Schwaben, dem Sohn Giselas, der Gemahlin des Konrads wird das Kloster stark in Mitleidenschaft gezogen. Im folgenden Jahr&#160; besuchte Gisela mit ihrem Sohn Heinrich&#160; Kloster St.Gallen und lie\u00df sich dabei B\u00fccher Notkers abschreiben. 1033&#160; beschenkt sie das Kloster reich. Die Regierungszeit Thietbalds galt als Friedenszeit. Er starb am 7.1. 1034.<\/p>\n<p align=\"justify\">Auf ihn folgte Nortpert im Amt, der vorher nicht Mitglied des St. Gallener Konvents war. Er kam aus dem Reformkloster Stablo. Eine wichtige Pers\u00f6nlichkeit f\u00fcr die Reform wurde Abt Richard von Verdun (1004-1046). Er modifizierte den ordo Gorziensis mit meist streng abgegrenzten cluniazensischen Eigenheiten. Dadurch entstand eine Lothringische Mischobservanz, die im Kern immer noch gorzisch gepr\u00e4gt ist. Sein wichtigster Sch\u00fcler war Poppo von Stablo (978- 1048). Heinrich II. verlieh ihm 1020 die erledigten Abteien von Stablo und Malmedy. Konrad II. lie\u00df ihm praktisch freie Hand. Am Schluss standen 17 Abteien unter seiner Supervision<\/p>\n<p align=\"justify\">oder er war selbst Abt. Seinen Einfluss verlor er erst unter Heinrich III. In St. Gallen wurde nun der Sch\u00fcler Poppos Nortpert eingesetzt. Die adelige Exklusivit\u00e4t des St. Gallener Konvents hatte wohl daf\u00fcr gesorgt,dass sich eine freiere Lebensweise eingeb\u00fcrgert hatte. Dem sollte wohl durch die Einsetzung eines Reformabtes Einhalt geboten werden. Am Anfang hatte Nortpert wohl gro\u00dfe Schwierigkeiten mit seinen Reformversuchen. Die M\u00f6nche, die ihn von Stablo aus begleitet hatten, verlie\u00dfen St. Gallen wieder. Nortpert konnte sich aber behaupten und schlie\u00dflich strengere Lebensformen durchsetzen. 1040 empfing er Heinrich III.<\/p>\n<p align=\"justify\">in St. Gallen. 1046 begleitete er Heinrich nach Italien, der sich dort zum Kaiser kr\u00f6nen lassen wollte. In Sutri wurde am 20.12 1046 von Heinrich eine Synode einberufen, die sich vor allem gegen die Simonie wandte. Sie ist als erste Reformsynode Heinrichs anzusehen. Dank der F\u00fcrsprache des Kaisers erreichte er die Heiligsprechung der Inklusin Wiborada, die beim Ungarneinfall gestorben war.<\/p>\n<p align=\"justify\">Nortpert versuchte die Besitzrechte des Klosters gegen\u00fcber dem Bistum Konstanz zu wahren und geriet dar\u00fcber in einen blutigen Konflikt mit Bischof Rumold von Konstanz. Die von Abt Nortpert gestiftete Kirche in Appenzell wurde aber&#160; mit Einverst\u00e4ndnis des Konstanzer Bischofs von Bischof Thietmar von Chur geweiht, da der Konstanzer Bischof 1069 gestorben war. Nortpert legte auch die Grenzen des Pfarrsprengels fest, der den Status einer Eigenkirche hatte. Abt Nortpert stiftete sich als erster Abt eine ewige Jahrzeit, also ein j\u00e4hrliches Totengedenken.&#160;&#160; Nachdem er 38 Jahre regiert hatte, dankte er 1072 ab. Er starb an einem 2. September nach 1076.<\/p>\n<p align=\"justify\">Bei seinem R\u00fccktritt hatte er Abt Ulrich mit kaiserlicher Vollmacht den Propst Ulrich zu seinem Nachfolger designiert. Er wurde auch in einer Wahl best\u00e4tigt. Er starb 1076 mit ihm endete die kulturelle Nachbl\u00fcte des Klosters.<\/p>\n<p align=\"justify\">Der Investiturstreit war nun voll ausgebrochen. Die oberdeutschen Kl\u00f6ster und Bist\u00fcmer konnten sich nicht mehr entziehen und wurden in den Konflikt verwickelt.<\/p>\n<p align=\"justify\">Nachdem Gregor VII. Kaiser Heinrich IV. 1076 gebannt hatte, w\u00e4hlte die deutsche F\u00fcrstenopposition 1077 Rudolf von Schwaben zum Gegenk\u00f6nig. An Ostern 1077 setzte Rudolf von Schwaben Lutold als Abt in St. Gallen ein.&#160; Die M\u00f6nche scheinen aber auf Seiten Heinrichs gestanden zu haben. Lutold konnte sich in St. Gallen nicht halten. Er suchte Zuflucht bei Ekkehard von Nellenburg, einem Gegner Heinrichs und erkl\u00e4rtem Papstanh\u00e4nger. Im September 1077 war Heinrich wieder so stark, dass er Ulrich von Eppenstein in St. Gallen einsetzen konnte. Ulrich und er waren verwandt. Ihr gemeinsamer Gro\u00dfvater war Hermann II. von Schwaben. Seine Familie stammte aus der Steiermark und war Anh\u00e4nger Heinrichs IV. Ulrichs \u00e4lterer Bruder Liutold war mit dem Herzogtum K\u00e4rnten belehnt worden. Obwohl der neue Abt kein Konventuale war und vom K\u00f6nig ernannt worden war, wurde er von den M\u00f6nchen freudig begr\u00fc\u00dft. Er f\u00fchrte das Schwert zu mindestens so gut wie das Kreuz. Abt&#160; Ulrich war in Alemannien der einzige Parteig\u00e4nger w\u00e4hrend des Investiturstreits. Er setzte die milit\u00e4rischen Kr\u00e4fte der Abtei mit Zustimmung des Konvents bedenkenlos f\u00fcr die Sache des K\u00f6nigs ein. Als Ekkehard auf dem Weg nach Rom bei Parma gefangengenommen wurde, verbreite sich in Deutschland das Ger\u00fccht, der Reichenauer Abt sei tot. Daraufhin setzte 1079 Heinrich ihn als Gegenabt auf der Reichenau ein. Nun folgte ein jahrelanger Fehdekrieg, den vor allem Berthold II. von Z\u00e4hringen und nach seiner R\u00fcckkehr der Reichenauer Abt Ekkehard mit wachsendem Erfolg f\u00fchrte. Der Reichenauer Abt unterst\u00fctzte den rudolfinischen Abt in insgesamt 4 Feldz\u00fcgen gegen Ulrich von Eppenstein.<\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/add06f2013e90362.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right-width: 0px; display: inline; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; border-left-width: 0px\" title=\"add06f2013e90362\" border=\"0\" alt=\"add06f2013e90362\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/add06f2013e90362_thumb.jpg\" width=\"73\" height=\"149\" \/><\/a> <a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/Gregor_VII.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right-width: 0px; display: inline; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; border-left-width: 0px\" title=\"Gregor_VII\" border=\"0\" alt=\"Gregor_VII\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/Gregor_VII_thumb.jpg\" width=\"116\" height=\"244\" \/><\/a> <a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/220pxGrabplatte_Rudolf_von_Rheinfelden_Detail.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right-width: 0px; display: inline; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; border-left-width: 0px\" title=\"220px-Grabplatte_Rudolf_von_Rheinfelden_Detail\" border=\"0\" alt=\"220px-Grabplatte_Rudolf_von_Rheinfelden_Detail\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/220pxGrabplatte_Rudolf_von_Rheinfelden_Detail_thumb.jpg\" width=\"154\" height=\"244\" \/><\/a> <\/p>\n<p align=\"justify\">Abt Ulrich lie\u00df mehrere Burgen zur Sicherung des Gebiets der Abtei St. Gallen errichten, so in auf den Grundmauern eines r\u00f6mischen Kastells, die die Heerstra\u00dfe vom Rheingau nach R\u00e4tien beherrschte.<\/p>\n<p align=\"justify\">1079 wird Bregenz von den Truppen Abt Ulrichs zerst\u00f6rt. Auch die Kyburg wird erobert und einge\u00e4schert. Im selben Jahr erobern seine Truppen die Abtei Reichenau. 1080 f\u00e4llt Abt Ekkehard mit seinen Truppen in St. Gallen ein. Er bem\u00e4chtigt sich des Klosters und errichtet hoch \u00fcber der Stadt die Burg Bernegg mit doppeltem Graben. Dieser ist heute noch zu sehen. 1081 erobert Ulrich die Burg zur\u00fcck und zerst\u00f6rt sie bis auf die Grundmauern. Dabei f\u00e4llt Volknand von Toggenburg. Die Toggenburger, die Nellenburger und die Kyburger waren in der n\u00e4heren Umgebung von St. Gallen die Hauptgegner des Abtes. Dazu kam nat\u00fcrlich der Abt von Reichenau, zeitweilig der Konstanzer Bischof sowie Herzog Welf IV. von Bayern (der Gr\u00fcnder der Abtei Weingarten) und Markgraf Berthold von Z\u00e4hringen.<\/p>\n<p align=\"justify\">1080 starb Rudolf von Rheinfelden. 1081 wurde von den oppositionellen Sachsen und Schwaben Hermann von Salm als Nachfolger gew\u00e4hlt. Dieser setzt 1083 Hermann den Reichenauer M\u00f6nch Werinhar als Gegenabt f\u00fcr St. Gallen ein. Er wurde nun von Ekkehard in St. Gallen eingef\u00fchrt. Doch die Dienstmannen des Klosters setzen ihm so so, dass er 1086 freiwillig von seinem Amt zur\u00fccktrat. Nun blieb Ulrich unangefochten im Besitz der Abtei St. Gallen. 1086 kam Ulrich in den Besitz den Besitz des Patriarchats von Aquileja. Von da ab hielt er sich \u00fcberwiegend in Italien auf. In Italien wird er mit der Gr\u00fcndung der Abtei San Gallo in Moggio im Friaul in Verbindung gebracht.<\/p>\n<p align=\"justify\">1086 w\u00fctete die Pest um St. Gallen, was das Elend der ohnehin unter&#160; den Kriegswirren leidenden Bev\u00f6lkerung noch vermehrte. 1092 kam Ulrich nochmals mit Waffengewalt aus Italien, als er den St. Gallener M\u00f6nch Arnold als Bischof von Konstanz einsetzen wollte, was ihm aber nicht gelang. Er musste unverrichteter Dinge abziehen. Ulrich starb am 13.12. 1121.<\/p>\n<p align=\"justify\">Die Wirren des Investiturstreits aber waren noch nicht zu Ende. Die kaiserlich gesinnte Partei des Konvents w\u00e4hlte Heinrich von Twiel zum Abt. Sie erhielt vom K\u00f6nig auch die Best\u00e4tigung f\u00fcr ihren Kandidaten. Die j\u00fcngeren Konventsmitglieder setzten sich mit Konrad II. von Z\u00e4hringen (+ 1152) in Verbindung. Dieser hatte gerade die Herzogsw\u00fcrde von seinem kinderlos verstorbenen Bruder Berthold III. \u00fcbernommen. Die andere Partei hatte Mannegold von Mammern (1121-1131) zu ihrem Abt erw\u00e4hlt. Konrad kam nun im Gefolge von 600 Rittern nach St. Gallen, um Mannegold in sein Amt einzuf\u00fchren. F\u00fcr den Z\u00e4hringer kam dies sicher nicht ungelegen, hatte doch noch Ulrich von Eppenstein den Hohentwiel besetzt und mit Konrad Vater Berthold II. einen erbitterten Streit um diese z\u00e4hringische Veste gef\u00fchrt. So konnte er der Familie von Twiel gleich mal seinen beherrschenden Einfluss sp\u00fcren lassen. Heinrich von Twiel fl\u00fcchtete noch vor Ankunft des Z\u00e4hringers \u00fcber den Bodensee auf die Burg Zeil, die damals noch St. Gallen geh\u00f6rte. Beide Kandidaten hatten ihren Streit vor den Kaiser gebracht. Der Hofrichter sprach dem Kaiser das Recht auf alleinige Entscheidung zu. Dieser entschied sich f\u00fcr den Kandidaten Konrads. Heinrich von Twiel ging garauf ins Kloster Zwiefalten. Die strittige Abtswahl hatte dem Kloster stark geschadet, da beide Rivalen versucht hatten,durch die Ausgabe von Lehen sich ihre Anh\u00e4nger zu sichern oder neue zu gewinnen. Als Mannegold aber nun anerkannter Abt war, m\u00fchte er sich nach Kr\u00e4ften, verloren gegangene G\u00fcter wieder zu gewinnen. Er konnte auch die St. Gallischen G\u00fcter jenseits des Bodensees wieder gewinnen. In der N\u00e4he von Wangen errichtete Abt Mannegold die Burg Prassberg, heute Leupolz, zur Sicherung dieser G\u00fcter jenseits des Sees. Die ministerialen des Abts haben von der Burg Prassberg aus bis 1356 Hoheitsfunktionen \u00fcber Wangen ausge\u00fcbt.<\/p>\n<p align=\"justify\">Abt Mannegold starb nach 11 Jahren Regierungszeit am 1.5.1133. Werinher wurde zum Abt gew\u00e4hlt. Die Wahl verlief friedlich, was der Chronist eigens hervorhebt. Nach den Wirren der vorhergehenden Jahrzehnte war das auch sicherlich bemerkenswert. Wohl hatte auch die Klosterzucht gelitten. Abt Werinher versuchte diese gegen den Widerstand seiner M\u00f6nche wiederherzustellen. Er verklagte die M\u00f6nche sogar bei dem p\u00e4pstlichen Legaten Dietwin, der f\u00fcr Papst Innozenz II. (1130-1143) unter Lothar von Supplinburg (1125-1137) in Deutschland war, als dieser 1134 nach Deutschland kam.<\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/220pxLothar_III.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right-width: 0px; display: block; float: none; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; margin-left: auto; border-left-width: 0px; margin-right: auto\" title=\"220px-Lothar_III.\" border=\"0\" alt=\"220px-Lothar_III.\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/220pxLothar_III._thumb.jpg\" width=\"121\" height=\"244\" \/><\/a>Dietwin war aus stammte aus Schwaben, war Prior in Maursm\u00fcnster (Marmoutier) und ab 1125 Abt von Gorze. Er war sp\u00e4ter ma\u00dfgeblich an der Wahl Konrads III. beteiligt. Ihm gelang ein Ausgleich zwischen Staufern und Welfen und auch bei der Heiligsprechung Heinrichs II. spielte er eine wichtige Rolle.<\/p>\n<p align=\"justify\">Nat\u00fcrlich brachte dieses Vorgehen wieder Unruhe ins Kloster, doch konnten der Propst und einige andere Br\u00fcder den kl\u00f6sterlichen Frieden wieder herstellen.<\/p>\n<p align=\"justify\">Abt Werinher rief auch Heinrich von Twiel aus Zwiefalten zur\u00fcck und setzte ihn als Propst in St. Gallen ein.<\/p>\n<p align=\"justify\">Am 12. April 1139 best\u00e4tigte Papst Innozenz II. dem Kloster Sankt Gallen seine Besitzungen und fr\u00fchere Privilegien.<\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/K.._MOMBilddateien._StiASG2jpgweb._StiASG_11390412_A4B2_r.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right-width: 0px; display: block; float: none; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; margin-left: auto; border-left-width: 0px; margin-right: auto\" title=\"K.._MOM-Bilddateien._~StiASG2jpgweb._~StiASG_11390412_A4-B2_r\" border=\"0\" alt=\"K.._MOM-Bilddateien._~StiASG2jpgweb._~StiASG_11390412_A4-B2_r\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/K.._MOMBilddateien._StiASG2jpgweb._StiASG_11390412_A4B2_r_thumb.jpg\" width=\"244\" height=\"219\" \/><\/a> Abt Werinher erneuerte die Gebetsverbr\u00fcderung mit dem Kloster Reichenau.<\/p>\n<p align=\"justify\">Er errichtete die&#160; Leonhardskirche zu Ehren der Heiligen Leohard und Egidius au\u00dferhalb der Stadt. Sie hatte ein Einzugsgebiet bis Hundwil. Am 13.2. 1153 nahm Papst Eugen III. (1145-1153) in seinen pers\u00f6nlichen Schutz und best\u00e4tigte ihren Besitz. Vor 1167 starb Graf Udalrich von Gammertingen ohne m\u00e4nnliche Erben. Er war Schutzvogt der Abtei St. Gallen. Somit fiel die Vogtei an das Kloster zur\u00fcck. Abt Werinher konnte die Vogtei f\u00fcr 300 Mark Silber an den Grafen Rudolf von Pfullingen verkaufen und damit Schulden tilgen. 1162 \u00fcbertrug&#160;&#160; der Welfenherzog Welf VI. das Stift St. Laurentius Ittingen ( bei Frauenfeld im Thurgau), das 1150 als Augustinerpropstei gegr\u00fcndet worden war.Die \u00dcbertragungsurkunde war von dem Konstanzer Bischof Hermann ausgestellt worden. Abt Werinher stirbt am 6.7.1167.<\/p>\n<p align=\"justify\">Sein Nachfolger Ulrich von Tegerfelden wurde kurz nach Werinhers Tod zum Abt gew\u00e4hlt. Er stammte aus einem aargauischen Freiherrengeschlecht, das sich nach seinem Stammsitz der Burg Tegerfelden im Surbtal nannte.&#160; Sein Neffe Konrad von Tegerfelden war von 1209 bis 1233 Bischof in Konstanz. Vor seiner Wahl zum Abt war er Propst in St. Gallen. Sein Bestreben war entfremdete Klosterg\u00fcter zur\u00fcck zu gewinnen und die Rechte des Klosters zu sichern. Er verbesserte die Eink\u00fcnfte und damit den Unterhalt der Br\u00fcder. Er sorgte f\u00fcr die Armen, Witwen und Waisen und k\u00fcmmerte sich auch um verschieden Siedlungen frommer Frauen. Er konnte einen bedeutenden Klosterschatz anlegen, den er zuverl\u00e4ssigen Br\u00fcdern zur Verwaltung \u00fcbergab.<\/p>\n<p align=\"justify\">Die Politik Friedrich Barbarossa (1152-1190) vor allem gegen\u00fcber dem Papst hatte in Deutschland nicht nur Anh\u00e4nger sondern auch Gegner. Als 1170 in Chur der kaiserliche gesinnte Bischof Egino, der in Chur sei 1163 Bischof war, abgesetzt wurde, wurde&#160; von der p\u00e4pstlich gesinnten Partei der St. Gallener Abt Ulrich zum Bischof von Chur ernannt. Allerdings hielt vor allem der \u00f6stliche Teil des Bistums weiterhin zum vorherigen Bischof. Als sich das&#160; 3. Laterankonzil&#160; 1179 unter Papst Alexander III., an dem auch Ulrich teilnahm, gegen die H\u00e4ufung kirchlicher \u00c4mter ausgesprochen hatte, verzichtete er auf den Churer Bischofstuhl.<\/p>\n<p align=\"justify\">1187 erneuerte der Mainzer Erzbischof Konrad die zwischen dem Kloster St. Gallen und dem Mainzer Domkapitel bestehende Gebetsverbr\u00fcderung.<\/p>\n<p align=\"justify\">Am 42.2 1199 legte Ulrich sein Amt als Abt nieder. Er starb vor dem 27.6. 1204 was sich aus einer Jahrzeitstiftung seines Neffen und sp\u00e4teren Konstanzer Bischof erschlie\u00dfen l\u00e4sst.<\/p>\n<p align=\"justify\">Ihm folgte Ulrich von Veringen, Sohn des Grafen Marquard von Veringen. Zuvor war er Propst In St. Gallen. Er schaffte es in nur 49-w\u00f6chiger Amtszeit das Kloster in gro\u00dfe Schulden zu st\u00fcrzen. Er verpf\u00e4ndete die Klosterh\u00f6fe in Romanshorn, H\u00fcttenwil und Elgg und ver\u00e4u\u00dferte wertvollen Klosterbesitz. Als er 15.1.1200 starb hinterlie\u00df er noch ein ungedeckte Schuld von 70 Pfund.<\/p>\n<p align=\"justify\">Ihm folgte Heinrich von Klingen (1200-1204). Er war vorher ebenfalls St. Gallener Propst. Die Nichte seines Vorvorg\u00e4ngers Ulrich heiratete \u00fcbrigens den Bruder Heinrichs. Er wurde erstmals unter Mitwirkung der Ministerialen und des Volkes gew\u00e4hlt. Daraus l\u00e4sst sich der wachsende Einfluss von Laien auf innerkl\u00f6sterliche Angelegenheiten ersehen. Heinrich war ein Anh\u00e4nger K\u00f6nig Philipps von Schwaben, der 1200 in Ulm&#160; seine Wahl best\u00e4tigte. Er besuchte die Hoftage in Bamberg 1201, Esslingen und Ulm 1202 sowie Ravensburg 1203. Er leistet Kriegsdienste gegen den Bischof von W\u00fcrzburg und gegen den Landgrafen Hermann I. von Th\u00fcringen. Er war hervorragender \u00d6konom. Obwohl f\u00fcr die Hof-und Kriegsdienste 840 Mark an Kosten anfielen, konnte er die verpf\u00e4ndeten H\u00f6fe ausl\u00f6sen, ver\u00e4u\u00dferte G\u00fcter zur\u00fcckkaufen und die Schuld seines Vorg\u00e4ngers tilgen. Bei seinem Tod am 16.12. 1204 hinterlie\u00df er ein schuldenfreies Kloster. Unter Heinrich von Klingen war Heinrich von Sax Prior und Dekan. Er war Bruder des Albrecht von Sax, der 1188 erstmals erw\u00e4hnt wird und als Stammvater der Freiherren von Sax gilt, einem r\u00e4tischen Hochadelsgeschlecht. Heinrich reorganisierte um 1200 die Verwaltung des Klosters und hat sicher auch Anteil an der raschen wirtschaftlichen Gesundung der Abtei unter Heinrich von Klingen.<\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/170pxWappen_Sax.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right-width: 0px; display: block; float: none; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; margin-left: auto; border-left-width: 0px; margin-right: auto\" title=\"170px-Wappen_Sax\" border=\"0\" alt=\"170px-Wappen_Sax\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/170pxWappen_Sax_thumb.jpg\" width=\"174\" height=\"212\" \/><\/a>Er protegierte auch seinen Neffen Ulrich, der M\u00f6nch im St. Gallener Kloster war. Er erm\u00f6glichte ihm das Studium in Paris und Bologna. Bologna gilt als die \u00e4lteste Universit\u00e4t Europas und war vor allem f\u00fcr die Rechtswissenschaften ber\u00fchmt. Paris war der Hort der Scholastik mit ber\u00fchmten Lehrern wie Albertus Magnus, Bonaventura und Thomas von Aquin. Als Ulrich wieder in St. Gallen war, war er Portarius, in mittelalterlichen Kl\u00f6stern ein sehr wichtiges Amt. Er wurde 1204 zum Abt gew\u00e4hlt und lie\u00df sich diese Wahl von Philipp von Schwaben wohl 1207 best\u00e4tigen und erhielt dabei die Regalien als Abt verliehen. Damit sind die St. Gallener \u00c4bte Reichsf\u00fcrsten. Auf die kirchliche Weihe scheint Ulrich verzichtet zu haben. Die kl\u00f6sterlichen Machtmittel setzte er hemmungslos f\u00fcr familienpolitische Zwecke ein. Er griff mit Waffengewalt in eine Fehde ein, die Heinrich von Sax der Bruder des Abts gegen den Grafen Hugo I. von Montfort f\u00fchrte, wo es um die Gebiete der sp\u00e4teren Herrschaft ging. Nach der Ermordung Philipps von Schwaben zog er Schirmvogte \u00fcber das Kloster zur\u00fcck und verlieh sie teilweise an seinen Bruder Heinrich. Der Kontrahent Philipps, der Welfe Otto IV. und bis zu Philipps Tod ranggleich mit dem Staufer, wurde nach der ver\u00e4nderten Lage auch von den Gegnern anerkannt. Heinrich musste die Vogtei \u00fcber St. Gallen an Otto zur\u00fcckgeben, erhielt daf\u00fcr aber die \u00fcber Pf\u00e4fers und 300 Mark Silber. Auch die Auseinandersetzung um die Zugeh\u00f6rigkeit der Burg Rheineck zum Bistum Konstanz oder dem Kloster Sankt Gallen mit dem Reichshof Thal war ein heftiger Streitpunkt. Rheineck war damals ein wichtiger Umschlag- Lage und Handelsplatz an der Nord\/S\u00fcdachse. Auch diesen Konflikt suchte Abt Ulrich milit\u00e4risch zu l\u00f6sen. 1208 verloren seine Truppen auf dem Breitfeld gegen Bischof Werner von&#160; Staufen (1206-1209), der von den Grafen von Kyburg unterst\u00fctzt wurde. Zur Erinnerung an die Schlacht wurde ein Bildstock errichtet. K\u00f6nig Otto zog diesen ehemals staufischen Besitz zur\u00fcck ans Reich.<\/p>\n<p align=\"justify\">Als Papst Innozenz III. Otto 1210 bannte, weil dieser nach Italien gezogen war und weite Teile des Kirchenstaates besetzt hatte, w\u00e4hlten s\u00fcd-und mitteldeutsche F\u00fcrsten, die antiwelfisch eingestellt waren, den Staufer Friedrich in N\u00fcrnberg auf Betreiben des Papstes zum \u201canderen Kaiser\u201d. Friedrich nahm die Wahl an und zog \u00fcber die Alpen. Abt Ulrich und sein Bruder Heinrich zogen dem \u201ckint von P\u00fclle\u201d entgegen. Von dort aus zog der Staufer nun nach Konstanz, wo er erst nach Verlesen der Bannbulle f\u00fcr Otto in die Stadt eingelassen wurde. Otto, der in \u00dcberlingen auf die F\u00e4hre gewartet hatte, kam drei Stunden sp\u00e4ter in Konstanz an. Von dort aus setzte Friedrich zur Eroberung seiner Herrschaft an. Die beiden Herren von Sax standen sofort voll auf Seiten der Staufer. Ulrich ging als Leiter einer k\u00f6niglichen Gesandtschaft zu Papst Innozenz. Dieser verlieh ihm das Recht, die Inful zu tragen. 1217 schickte ihn Friedrich zum neuen Papst Honorius III.,&#160; der nach dem Tode von Innozenz gew\u00e4hlt worden war, um ihm die Gl\u00fcckw\u00fcnsche zu \u00fcberbringen. Von ihm erhielt er das Recht, Ring und Mitra zu tragen. Vom Papst wurde er wiederholt zum Schiedsrichter in innerkirchlichen Streitigkeiten eingesetzt so zum Beispiel bei einem Streit um eine \u00c4btissinnenwahl in Z\u00fcrich. Er konnte die Meiereien T\u00fcbach, Rorschach und H\u00f6chst einziehen und so die Klosterherrschaft st\u00e4rken. Vom K\u00f6nig erhielt er einen Teil der Vogtei zur\u00fcck, die er an seinen Bruder verlieh. Zu Sicherung des Weges von der Herrschaft Sax und St. Gallen und zur St\u00e4rkung der \u00e4btischen Herrschft lie\u00dfen Ulrich und sein Bruder die Burg Clanx auf einem steilen H\u00fcgel hoch \u00fcber Appenzell errichten.<\/p>\n<p align=\"justify\">1212 war Friederich ja nach St. Gallen gekommen. Bei diesem Besuch erhob er St. Gallen zur freien Reichsstadt.<\/p>\n<p align=\"justify\">1213 stiftet Friedrich den Ritterorden vom B\u00e4ren, auch B\u00e4renorden oder St. Gallus-Orden genannt. Er wurde f\u00fcr treue Dienste verliehen und der Abt als Gro\u00dfmeister des Ordens konnte weitere Ordensverleihungen vollziehen.<\/p>\n<p align=\"justify\">1215 kommt es mal wieder zu einem gro\u00dfen Stadtbrand. Mit Ausnahme des Klosters und von 6 H\u00e4usern brennen alle H\u00e4user ab.<\/p>\n<p align=\"justify\">1220 zog Friedrich wieder nach Italien. Ulrich sollte ihn begleiten. er wurde aber von einem Fieber erfasst, an dem er am 23.9.1220 starb.<\/p>\n<p align=\"justify\">Abt Ulrich war sehr kriegslustig, aber auch tatkr\u00e4ftig, hochgebildet und in manchem seiner Zeit weit voraus. So richtete er zum Beispiel eine W\u00f6chnerinnenf\u00fcrsorge ein, durch die arme Frauen 40 Tage lang gepflegt und unterhalten wurden \u2013 und das um 1220!<\/p>\n<p align=\"justify\">Auf Ulrich folgte Rudolf von G\u00fcttingen. Er ist erstmals 1208 als Konventuale des Klosters Sankt Gallen. Er stammte aus dem Freiherrengeschlecht, derer von G\u00fcttingen einem thurgauischen Freiherrengeschlecht in einem kleinen Dorf direkt am Bodensee in der N\u00e4he von Romanshorn sesshaft. Rudolf war von 1211 bis 1219 Propst und bis zu seiner Abtswahl Dekan. Seine Wahl zum Abt wurde von Friedrich II. best\u00e4tigt. Dieser Abt kam dem Kloster mal wieder teuer zu stehen. Gleich zu Beginn seiner Amtszeit kaufte er sich f\u00fcr 350 Mark von der Verpflichtung frei, am Romzug Friedrichs II. teilzunehmen. Er konnte zwar eine freiwillige Besteuerung der Konventualen und Ministerialen erreichen und die Schulden bis auf 200 Mark abtragen. Dann aber war im Bistum Chur der Bischof (1209-1221) Arnold von Matsch gestorben. Rudolf versuchte nun, seinem Bruder Albert von G\u00fcttingen den Churer Bischofsstuhl zu verschaffen. Es kam zu einer Doppelwahl. Albert und Heinrich von Realt wurden gew\u00e4hlt. Papst Honorius sollte nun entscheiden. Bevor die Entscheidung fiel, starben beide Kandidaten. Nun wollte Rudolf den Bischofsstuhl. Er hatte zwar Erfolg, aber auch enorme Kosten. Er wurde sp\u00e4testens 1224 Bischof in Chur. Vom Papst lie\u00df er sich f\u00fcr drei Jahre eine Dispens erteilen, um auch Abt in St. Gallen bleiben zu k\u00f6nnen. Der Papst \u00fcbertrug ihm f\u00fcr sechs Jahre die Pfr\u00fcnde seines verstorbenen Bruders, um seine Schulden abzahlen zu k\u00f6nnen. 1226 war in Italien und nahm am Reichstag von Cremona teil. Wohl hoffte er auch vom Papst die Verl\u00e4ngerung seiner Dispens zu erhalten, um weitere beide \u00c4mter behalten zu k\u00f6nnen. Aber Papst Honorius forderte den St. Gallener Konvent mit der am 25. Mai 1226 im Lateran ausgestellten Urkunde, innerhalb von 20 Tagen einen neuen Abt zu w\u00e4hlen. Rudolf erlag am 18.9.1226 in Rom einem Fieber. Er wurde in der Laterankirche beigesetzt. Dem Konvent aber hinterlie\u00df er 1400 Mark Schulden.<\/p>\n<p align=\"justify\">Konrad von Bussnang (1226-1229) stammte aus dem Geschlecht der Freiherren von Bussnang aus dem mittleren Thurgau. Er wird 1221 als Propst im Kloster Sankt Gallen erw\u00e4hnt. Sobald sie Todesnachricht Abt Rudolfs in St. Gallen eintraf, w\u00e4hlten die M\u00f6nche einen Nachfolger, um die Einflussnahme des Dienstadels zu vermeiden.<\/p>\n<p align=\"justify\">Mit der Wahl des jungen Mannes wurden sie vor vollendete Tatsachen gestellt. Konrad lie\u00df sich die Wahl von Heinrich VII. (1211-1242) Ende Oktober 1226 in \u00dcberlingen best\u00e4tigen und er erhielt die Regalien. Er sollte allerdings dem Grafen&#160; Hartmann IV. von Kyburg Teile der Vogtei \u00fcberlassen. Diesem Ansinnen Heinrichs <\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/410pxWappen_Toggenburger_Stumpf.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right-width: 0px; display: inline; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; border-left-width: 0px\" title=\"410px-Wappen_Toggenburger_Stumpf\" border=\"0\" alt=\"410px-Wappen_Toggenburger_Stumpf\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/410pxWappen_Toggenburger_Stumpf_thumb.jpg\" width=\"168\" height=\"244\" \/><\/a> <a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/220pxWappen_Kyburger_Stumpf.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right-width: 0px; display: block; float: none; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; margin-left: auto; border-left-width: 0px; margin-right: auto\" title=\"220px-Wappen_Kyburger_Stumpf\" border=\"0\" alt=\"220px-Wappen_Kyburger_Stumpf\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/220pxWappen_Kyburger_Stumpf_thumb.jpg\" width=\"175\" height=\"244\" \/><\/a><\/p>\n<p align=\"justify\">das dieser zusammen mit dem ebenfalls anwesenden Reichsverweser Ludwig I. von Baiern konnte sich der neue Abt aber widersetzen. Er erhielt f\u00fcr 600 Mark sogar das Pfandrecht f\u00fcr die Vogtei \u00fcber das Klosters. Die n\u00e4chste Bew\u00e4hrungsprobe war die \u201cToggenburger Frage\u201d Friedrich von Toggenburg war 1226 von seinem \u00e4lteren Bruder Diethelm ermordet worden. Abt Konrad lie\u00df den Ermordeten ehrenvoll im Kloster Sankt Gallen bestatten. Die Eltern Guota von Rapperswil und Diethelm I. vermachten daf\u00fcr dem Kloster Sankt Gallen Alt Toggenburg und das St\u00e4dtchen Wil. Der Urheber der Mordtat Diethelm II. ging dagegen nat\u00fcrlich an. Aber ge\u00e4chtet und gebannt, war das nicht so einfach. Es gab eine langj\u00e4hrige Fehde, aber letztlich behielt Sankt Gallen die Oberhand.<\/p>\n<p align=\"justify\">Auch das Problem der von Abt Rudolf hinterlassenen Schulden ging Abt Konrad z\u00fcgig an. Eine Versammlung aller Klosterangeh\u00f6rigen bewilligte eine Sondersteuer, die so viel einbrachte, dass am 12.5.1230 in Bologna mit den Gl\u00e4ubigern, einem Konsortium italienischer Kaufleute, ein Vergleich&#160; ausgehandelt werden konnte.Konrad ist ein treuer Parteig\u00e4nger und einer der wichtigsten&#160; Ratgeber Heinrich VII. Zum Dank daf\u00fcr erh\u00e4lt er 1229 den Hof von Kriessern, einen Reichshof im St. Galler Rheintal.<\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/K.._MOMBilddateien._StiASG1jpgweb._StiASG_12290818_FF3Z6_r.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right-width: 0px; display: block; float: none; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; margin-left: auto; border-left-width: 0px; margin-right: auto\" title=\"K.._MOM-Bilddateien._~StiASG1jpgweb._~StiASG_12290818_FF3-Z6_r\" border=\"0\" alt=\"K.._MOM-Bilddateien._~StiASG1jpgweb._~StiASG_12290818_FF3-Z6_r\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/K.._MOMBilddateien._StiASG1jpgweb._StiASG_12290818_FF3Z6_r_thumb.jpg\" width=\"244\" height=\"223\" \/><\/a>1228 schenkten Berthold Kuchimeister und Ulrich Blarer, dessen Familie in der St. Gallener Spitalverwaltung eine gro\u00dfe Rolle spielte, einer Frauengemeinschaft von Beginen die Hofstatt bei St. Mangen, was Abt Konrad best\u00e4tigte. Damit war der Grundstein zum Katharinenkloster gelegt.<\/p>\n<p align=\"justify\">Als sich 1235 Heinrich VII. gegen seinen Vater erhob, stellte sich Konrad voll auf die Seite Friedrichs II. F\u00fcr die Abtei zahlte sich das aus. Denn das Hofgericht&#160; beendete in Hagenau mit Billigung Friedrichs die Auseinandersetzung, die 1227, 1232 und 1235 ja auch mit Waffengewalt gef\u00fchrt worden war, zugunsten der Abtei St. Gallen und Abt Konrads. Bei seinen Untergebenen war Konrad nicht unbedingt beliebt, denn er setzte die Anspr\u00fcche des Klosters mit harter Hand durch. Nur die Versicherung, dass er schwer krank sei, und an eine Genesung nicht mehr zu denken sei, verhinderte, dass der Abt ermordet wurde.<\/p>\n<p align=\"justify\">Am 5. Mai 1234 best\u00e4tigte Gregor IX. in der im Lateran ausgestellten Urkunde dem Kloster den Besitz und die Freiheiten.<\/p>\n<p align=\"justify\">Sein Hofdienst, der Unterhalt eines stehenden Heeres f\u00fcr seine vielen milit\u00e4rischen Unternehmungen brauchten viel Geld. Trotzdem hinterlie\u00df er bei seinem Tod keine Schulden. Er hatte den Klosterbesitz sogar erweitert. De geistlichen Bereich seines Amtes war nicht der Schwerpunkt seiner T\u00e4tigkeit. Visitationen seines Klosters konnte er mit einem Geschenk von 200 Mark an die Kurie abwenden. Er starb am 20.12. 1239. Seinem Wunsch entsprechend wurde er im Kloster Salem bestattet.<\/p>\n<p align=\"justify\">1239 wurde in einer zwiesp\u00e4ltigen Wahl Walther von Trauchburg zum Abt gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p align=\"justify\">Er stammte aus einem edlen Adelsgeschlecht aus dem heutigen Weitnau im Landkreis Oberallg\u00e4u. Sein Vater Berthold war kaiserlicher Projurator f\u00fcr Schwaben. Seine Mutter stammte aus dem thurgauischen Adelsgeschlecht von G\u00fcttingen. Es gab eine Doppelwahl. Gew\u00e4hlt wurde der Klosterprobst Heinrich von Eichen. Dieser musste ziemlich betagt sein, denn er wurde schon unter Abt Heinrich von Klingen (1200-1204) als Propst genannt. Aber auch Walther wurde gew\u00e4hlt. Papst Gregor IX. beauftragte nun den Bischof von Como, Uberto die Sala (1228-1259) am 2. Juni 1240, die Rechtm\u00e4\u00dfigkeit der beiden gew\u00e4hlten \u00c4bte zu \u00fcberpr\u00fcfen, den rechtm\u00e4\u00dfigen zu best\u00e4tigen oder eventuell eine Neuwahl durchf\u00fchren zu lassen. Der Konstanzer Bischof Heinrich von Tanne (1233-1248) hatte in dem Streit vermittelt. Im Gegenzug \u00fcbergab Walther dem Bischof wichtige p\u00e4pstliche und bisch\u00f6fliche Urkunden, die das Verh\u00e4ltnis zwischen Abtei und Bistum regelten. Er war dem Bischof ergeben, so dass die Abtei nun voll auf&#160; Konstanzer Seite stand. Das freundschaftliche Verh\u00e4ltnis hielt auch bei Walthers Nachfolger an. Walthers Bruder war Berthold von Trauchburg, der es zu kaiserlichen Hofrichter (1228-1244) brachte. Der Abt stand auf Seiten der Staufer. Im Kampf gegen den Papst leistete er K\u00f6nig Konrad IV. Waffenhilfe gegen den Erzbischof von Mainz, wof\u00fcr er gebannt wurde. Er wirtschaftete das Kloster aber herunter, so dass er und der Propst 1244 \u00fcbereinkamen aus ihren Eink\u00fcnften j\u00e4hrlich 50 Mark zur Verf\u00fcgung zu stellen, um verpf\u00e4ndete G\u00fcter einzul\u00f6sen oder neue zu kaufen. 1244 erneuerten die Toggenburger Grafen ihre Fehde gegen den Abt. Sie besetzten Wil. Walther begann mit Kriegsvorbereitungen, f\u00fchlte sich der Lage aber nicht gewachsen und trat am 25.11. 1244 zur\u00fcck. Er trat als Predigerm\u00f6nch in das Dominikanerkloster in Konstanz ein. Danach verliert sich seine Spur.<\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/300pxOberfalkenstein.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right-width: 0px; display: block; float: none; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; margin-left: auto; border-left-width: 0px; margin-right: auto\" title=\"300px-Oberfalkenstein\" border=\"0\" alt=\"300px-Oberfalkenstein\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/300pxOberfalkenstein_thumb.jpg\" width=\"244\" height=\"184\" \/><\/a>Am Tag als Abt Walther sein Amt niederlegte, wurde Berchtold von Falkenstein zum St. Gallener Abt gew\u00e4hlt. Er stammte aus der Familie von Falkenstein, die ihren Sitz im oberen Tal der Schiltach nahe Schramberg hatte. Die Freiherren von Falkenstein stellten \u00c4bte in den Kl\u00f6stern Sankt Gallen, Reichenau, St. Georgen und Einsiedeln. Auch Chor-und Domherren in Stra\u00dfburg stammen aus der Familie. Berchtold war bis zu seiner Wahl Pf\u00f6rtner in St. Gallen. Kaum gew\u00e4hlt setzte er sich gegen die Grafen von Toggenburg zur Wehr. Mit Hilfe von Graf Hartmann dem \u00c4lteren von Kyburg und Bischof Heinrich von Tanne eroberte er Wil nach f\u00fcnfw\u00f6chiger Belagerung zur\u00fcck. Er versuchte den Frieden abzusichern mit der Heirat Elisabeth von Bussnangs, einer Verwandten von ihm und Graf Kraft I. von Toggenburg, Sohn des Diethelms. Trotzdem eroberte der Graf die Burg Iberg, die um 1230 von Heinrich von Iberg erbaut wurde und wohl als Verwaltungszentrum f\u00fcr die Rechte und G\u00fcter des Klosters um Wattwill diente. 1255 musste er sie allerdings endg\u00fcltig an das Kloster zur\u00fcckerstatten.<\/p>\n<p align=\"justify\">Noch vor 1246 wechselte Abt Berchtold das politische Lager. Bisher stand die Abtei traditionsgem\u00e4\u00df auf Seiten des Kaisers. Der Abt wurde nun einer der wichtigsten politischen F\u00fchrer auf p\u00e4pstlicher Seite. Das trug ihm das Wohlwollen des Papstes ein.<\/p>\n<p align=\"justify\">Am 15.5. 1247 gew\u00e4hrt Papst Innozenz IV. dem Abt den Gebrauch der Mitra und weiterer Insignien.<\/p>\n<p align=\"justify\">1248 beg\u00fcnstigte der Papst allerdings ohne Erfolg den Abt bei den Vakanzen der Bist\u00fcmer Basel, Chur und Konstanz. In Konstanz wurde als Nachfolger Heinrichs von Tanne dessen Neffe Eberhard von Waldburg (1248-1274) zum Bischof gew\u00e4hlt. Das anf\u00e4nglich noch gute Verh\u00e4ltnis zum Sankt Gallener Abt tr\u00fcbte sich rasch ein und wurde schnell zu einer erbitterten Fehde. Der Papst hatte am 30. Mai 1250 den Abt von Kloster Einsiedeln beauftragt, das Kloster Rheinau mit dem Kloster Sankt Gallen zu vereinigen. Am gleichen Tag best\u00e4tigte er die Besitzeinweisung des St. Gallener Abtes. Das wurde vom Konstanzer Bischof aufs heftigste bek\u00e4mpft. Kaum war dies ausgestanden, kam es zu neuen blutigen Auseinandersetzungen. Diesmal ging es um das Recht Bannalien einzuziehen und Pfr\u00fcnde zu verleihen, das der Bischof auch f\u00fcr \u00e4btisches Gebiet forderte. Bischof Eberhard fiel mit gro\u00dfer Heermacht in stiftischem Gebiet ein. Abt Berchtold kam mit innerschweizer S\u00f6ldner bis vor die Tore von Konstanz.&#160; Au\u00dferdem belegten&#160; sich die beiden Kontrahenten gegenseitig mit Kirchenbann. 1254 brachten die beiden die Sache pers\u00f6nlich vor Papst Innozenz. Der Metzer Bischof Jakob von Lothringen (1239-1260) vermittelte in dem Streit. Neue Spannungen brachte die Einsetzung Berchtolds als Koadjutor des Klosters Reichenau durch ein von Papst Alexander IV. eingesetztes Gremium der \u00c4bte von Ottobeuren, Einsiedeln und Neuweiler. Diese l\u00f6sten sich erst, als der St. Gallener Konventuale Alber von Ramstein Abt auf der Reichenau wurde. Neuen Z\u00fcndstoff lieferte die Auseinandersetzung um das Erbe der Rappeswiler und Kyburger Grafen, das sowohl der St. Gallener Abt als auch der Konstanzer Bischof f\u00fcr sich erhofften. Doch da gingen beide leer aus.<\/p>\n<p align=\"justify\">Als Konradin am 29. 10.1268 in Neapel hingerichtet worden war, bem\u00e4chtigte sich Abt Berchthold auch der Burg Rheinegg, die gegen\u00fcber der Reichstadt Lindau gelegen war. Die Lindauer erkannten 1268 den Abt als ihren Schutzherren an. 1270 gab Abt Berchthold ein gl\u00e4nzendes Ritterfest in St. Gallen, bei dem etwa 900 Ritter anwesend waren. Aufwendige Hofhaltung, ein deutlich gr\u00f6\u00dferer Beamtenapparat und die vielen Fehden beanspruchten die Wirtschaft des Klosters stark. Trotzdem konnte der Abt den Finanzhaushalt in Ordnung halten, was ihm aber nur durch r\u00fccksichtslose Ausn\u00fctzung der Gotteshausleute gelang. 1271 zog der herrische Abt in Lindau ein, um Gericht zu halten. Die Lindauer nahmen ihn kurzerhand gefangen. Auch taten sich die Leute von Gr\u00fcningen, Wil, Appenzell, St. Gallen und Wangen zu einem geheimen Bund zusammen. Als Abt Berchtold am 10.6. 1272 in St. Gallen verstarb, sollen die Leute von Appenzell vor Freude auf der Stra\u00dfe getanzt haben.<\/p>\n<p align=\"justify\">Am 14.6. 1272, also kurz nach dem Tod Berchtholds wurde ein neuer Abt gew\u00e4hlt. Es kam zu einer Doppelwahl. Die B\u00fcrger der Stadt und Dienstmannen w\u00e4hlten Ulrich von G\u00fcttingen, der aus dem gleichen Freiherrengeschlecht wie Abt Rudolf (1220-1226) stammte. Der Gegenkandidat Heinrich von Wartenberg war abgelehnt worden, weil dieser mit dem verstorbenen Vorg\u00e4nger Berchthold verwandt war und somit keine guten Karten bei den B\u00fcrgern hatte. Ulrich hatte die st\u00e4rkere Partei hinter sich und konnte so seinen Kontrahenten mit Waffengewalt aus St. Gallen vertreiben. Eine blutige Fehde brach aus und ruinierte das Kloster finanziell. Um die B\u00fcrger&#160; g\u00fcnstig zu stimmen, hatte ihnen Ulrich 1272\/1273 eine Handfeste ausgestellt, das ist eine Urkunde, die dem Berechtigten ausgeh\u00e4ndigt wird und ein Recht absichert. Der gr\u00f6\u00dfte Teil, der G\u00fcter, die Berchthold erworben hatte, ging verloren, selbst die 1500 Mark mit denen eigentlich Gr\u00fcningen erworben werden sollte. Auch der Kirchenschatz wurde ver\u00e4u\u00dfert.<\/p>\n<p align=\"justify\">1273 anerkannten die Gotteshausleute und die Stadt den Grafen Rudolf von Habsburg als Schirmherrn. Als Sohn der Hedwig von Kyburg \u00fcbernahm er nach dem Tod Hartmanns von Kyburg dessen G\u00fcter, nachdem dessen Sohn ohne m\u00e4nnliche Erben verstorben war. Diese lagen im Z\u00fcrichgau, Thurgau und im Bereich des Klosters Sankt Gallen. Als Rudolf 1273 \u00fcberraschend zum deutschen K\u00f6nig gew\u00e4hlt worden war, betrachtete er die Schirmherrschaft als neue Reichsvogtei. Abt Ulrich reiste noch im selben Jahr nach K\u00f6ln, wohl um einen dem Kloster g\u00fcnstigen Vogt<\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/520pxRudolf_Speyerer_Dom.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right-width: 0px; display: block; float: none; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; margin-left: auto; border-left-width: 0px; margin-right: auto\" title=\"520px-Rudolf_Speyerer_Dom\" border=\"0\" alt=\"520px-Rudolf_Speyerer_Dom\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/520pxRudolf_Speyerer_Dom_thumb.jpg\" width=\"212\" height=\"244\" \/><\/a> zu erwirken. Doch Rudolf setzte Ulrich von Ramschwag ein und das Kloster musste ihn belehnen. Sicher kam Rudolf die ganze Angelegenheit zupass. Das Kloster war ein bedeutendes politisches und wirtschaftliches Zentrum geworden und das mitten im Einflussbereich der Habsburger. Bedingt durch den langen Aufenthalt am Hof, geriet Abt Ulrich weiter in finanzielle Schwierigkeiten. Er musste dem K\u00f6nig mehrere G\u00fcter, darunter Gr\u00fcningen abtreten. Ulrichs Gegenspieler Heinrich von Wartenstein verstarb am 26.4. 1274. Die Anh\u00e4nger Heinrichs waren erbittert \u00fcber die Verschleuderung von Klosterg\u00fctern und w\u00e4hlten den Dekan Rumo von Ramstein zum Abt. Die Abtei hatte weiterhin zwei \u00c4bte. Die K\u00e4mpfe dauerten an. Am 14.2. 1277 starb Ulrich von G\u00fcttlingen. Nach dessen Tod wurde Rumo auch von den Gegnern als Abt anerkannt. Rumo hatte sich auch gegen die Eingriffe des Vogts zu erwehren. 1277 konnte er die Burg Clanx, den Mittelpunkt der \u00e4btischen Herrschaft Herrschaft in&#160; Appenzell&#160; zur\u00fcckgewinnen. Allerdings musste er daf\u00fcr die Burg Blatten im Rheintal und den Hof Waldkirch abgeben. Er geriet auch noch in Konflikt zu den Appenzellern, weil der deren Amman Hermann von Sch\u00f6nenb\u00fchl gefangen hielt. Abt Rumo musste auch Klosterbesitz verleihen oder ver\u00e4u\u00dfern. Er verkaufte den Kirchenschatz, selbst B\u00fccher um an Geld zu kommen. Auch ein Verbot der willk\u00fcrlichen Besitzergreifung von Klosterbesitz durch Papst Johannes XXI. am 7. M\u00e4rz 1277 und das Privileg vom 15.3. 1277 ebenfalls in Viterbo, Schulden des Vorg\u00e4ngers nicht bezahlen zu m\u00fcssen, wenn diese nicht nachweislich zum Nutzen des Klosters gemacht worden waren, halfen nicht viel weiter. Da er der Lage nicht mehr gewachsen war, resignierte er 4.12. 1281. Ihm Vertrag vom 15.1.1282 sicherte ihm sein Nachfolger Wilhelm eine j\u00e4hrliche Rente von 100 Mark zu.<\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/K.._MOMBilddateien._StiASG1jpgweb._StiASG_12820115_B4B1_r.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right-width: 0px; display: block; float: none; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; margin-left: auto; border-left-width: 0px; margin-right: auto\" title=\"K.._MOM-Bilddateien._~StiASG1jpgweb._~StiASG_12820115_B4-B1_r\" border=\"0\" alt=\"K.._MOM-Bilddateien._~StiASG1jpgweb._~StiASG_12820115_B4-B1_r\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/K.._MOMBilddateien._StiASG1jpgweb._StiASG_12820115_B4B1_r_thumb.jpg\" width=\"244\" height=\"183\" \/><\/a>Rumo starb an einem 20.08. zwischen 1297 und 1303. <\/p>\n<p align=\"justify\">Die Grafen von Montfort sind eine Seitenlinie der Pfalzgrafen von T\u00fcbingen. Der Sohn des Pfalzgrafen Hugo nannte sich etwa ab 1200 Hugo von Montfort nach dem Stammschloss Montfort bei G\u00f6tzis. Wilhelm von Montfort war der Sohn des Grafen Hugo II. von Montfort-Feldkirch. Seine Mutter war eine Schwester des Markgrafen Heinrichs von Burgau. Seine Br\u00fcder waren Friedrich, der sp\u00e4ter Bischof von Chur (1282-1290), Heinrich, Dompropst von Chur, Rudolf I. von Montfort-Feldkirch, Ulrich I. Herr von Sigmaringen und Bregenz und schlie\u00dflich Hugo III., der die Tettnanger Linie der Montforter begr\u00fcndete. Wilhelm ist am 1.7. 1272 urkundlich als Subdiakon nachzuweisen. Seine Wahl erfolgte unter starkem Einfluss seines Bruders Friedrich.<\/p>\n<p align=\"justify\">Wilhelm reiste zum Hoftag nach Augsburg und bekam im Dezember 1282 die Regalien verliehen. Trotzdem kam es sofort zum Konflikt. Die Abtei war weiterhin den Habsburgern ein Dorn im Auge. K\u00f6nig Rudolf belehnte den Klostervogt Ulrich von Ramschwag weiterhin mit G\u00fctern auf Kosten der Abtei. Nat\u00fcrlich setzte sich Abt Wilhelm zur Wehr. Es kam zur offenen Fehde. Ganz in der N\u00e4he Wils gr\u00fcndet der K\u00f6nig Schwarzenbach auch als Gegenstadt Trutzwil bekannt. Abt Wilhelm lebte aus Kostengr\u00fcnden meist auf der Burg Rappenstein, in Dijon oder Verona. Er hatte drastische Pfr\u00fcndenk\u00fcrzungen vorgenommen, was bei denen, die es trifft nat\u00fcrlich keine Freunde schafft. Au\u00dferdem hatte er verlangt, dass alle M\u00f6nche die Priesterweihe empfangen sollten. Dagegen klagten drei M\u00f6nche. Rudolf nutzte seinen Einfluss auf den p\u00e4pstlichen Legaten, Johannes von Tusculum, und lie\u00df einen Prozess gegen Wilhelm anstrengen. 1287 oder 1288 spricht ein geistliches Gericht Abt Wilhelm schuldig. Im Oktober setzt Rudolf den&#160; Konrad von Gundelfingen zum Abt in Sankt Gallen ein, der in Kempten Nachfolger des Adminstrators Rudolf von Hohenegg war. Konrad f\u00fchrte nun einen erbitterten Krieg gegen Wilhelm. Wilhelm verlor nun einen Platz nach dem anderen. Er zog sich schlie\u00dflich auf die Burg Alt-Aspermont bei Trimmis zur\u00fcck, die seinem Bruder Heinrich geh\u00f6rte. Auch sein anderer Bruder Friedrich, der Bischof von Chur, war in die K\u00e4mpfe einbezogen. Er<\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/220pxMontfort_Scheibler32ps.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right-width: 0px; display: block; float: none; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; margin-left: auto; border-left-width: 0px; margin-right: auto\" title=\"220px-Montfort_Scheibler32ps\" border=\"0\" alt=\"220px-Montfort_Scheibler32ps\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/220pxMontfort_Scheibler32ps_thumb.jpg\" width=\"172\" height=\"244\" \/><\/a> <\/p>\n<\/p>\n<\/p>\n<p align=\"justify\">wurde nach einem verlustreichen Gefecht gefangen genommen und starb 1290 nach einem Fluchtversuch aus seinem Haftort, der Burg Werdenberg des k\u00f6niglich gesinnten Hugo von Montfort. Die vielen Kriege brachten die Abtei an den Rand des Ruins und Gegenabt Konrad konnte kaum mehr den Sold seines Heeres bezahlen. Die Lage \u00e4nderte sich schlagartig als K\u00f6nig Rudolf am 15. Juli 1291 in Speyer starb.<\/p>\n<p align=\"justify\">Wilhelm konnte am 25. Juli als rechtm\u00e4\u00dfiger Abt nach St. Gallen zur\u00fcckkehren. Die B\u00fcrger verjagten Konrad und den Vogt Ulrich von Ramschwag. Zwar versuchten Konrad von Schwarzenberg aus nochmals den Kampf. Er blieb aber erfolglos. Er erhielt 100 Mark und ging nach Kempten zur\u00fcck. Am 31. Juli 1291 stellte er den B\u00fcrgern von St. Gallen eine Handfeste aus, in der er erkannte, dass alle B\u00fcrger v\u00f6llig gleichgestellt sind, freies Erbrecht und freie Verf\u00fcgung \u00fcber ihren Besitz haben. Er stellte sich auf die antihabsburgische Seite. K\u00f6nig Rudolf hatte es nicht geschafft, einen seiner S\u00f6hne zu seinen Lebzeiten als Nachfolger w\u00e4hlen zu lassen. Das war am widerstand der Kurf\u00fcrsten gescheitert. Sie wollten keinen K\u00f6nig, der sich auf Hausmacht st\u00fctzte. Auch sollte der Schein von Erbfolge vermieden werden. Nicht Rudolfs Sohn Herzog Albrecht wurde am 5.5.1292 zum deutschen K\u00f6nig gew\u00e4hlt sondern Adolf von Nassau. In den Habsburger Landen gab es Aufst\u00e4nde, so dass sich Albrecht mit dem neuen K\u00f6nig abfinden musste. In seinem Machtbereich schritt er aber mit dem Ausbau seines landesherrlichen Regiments z\u00fcgig fort. Seit 1295 war Wilhelm unbehelligt im Besitz seines Klosters. er hatte allerdings Wil an Albrecht verloren. Das war schon 1292 von den Habsburgern im Handstreich genommen worden und in Flammen aufgegangen.<\/p>\n<p align=\"justify\">Am 1.September stellt Adolf von Nassau f\u00fcr Abt Wilhelm eine Urkunde aus \u201c gibt seinem lieben f\u00fcrsten dem Abt Wilhelm von St. Gallen f\u00fcr dessen (ihm gegen frankreich in aussicht gestellte) dienste und zur wiedergutmachung des gro\u00dfen schadens, den das in der di\u00f6zese Konstanz gelegenen gotteshaus St. Gallen durch seinen vorg\u00e4nger k\u00f6nig Rudolf erlitten hat, f\u00fcnfhundert mark l\u00f6tigen silbers konstanzer gewichts und \u00fcberl\u00e4\u00dft ihm (statt deren) alle steuern und sonstige eink\u00fcnfte (des reiches) in stadt und land St. Gallen, mit alleiniger ausnahme des k\u00f6niglichen vogtrechtes und vogtgerichtes, auf so lange zeit (zum pfande), bis die genannten f\u00fcnfhundert mark durch ihn, den k\u00f6nig selber oder durch seine nachfolger g\u00e4nzlich entrichtet sein w\u00fcrden, wobei jedoch das (pfand-)ertr\u00e4gnis vom kapitale nicht abgerechnet werden d\u00fcrfe.\u201d Es handelt sich wohl um die Stellung von 20 Reitern. Am 1.12. 1297 schlug K\u00f6nig Albrecht weitere 100 Mark auf die 500 und am 9.6. 1298 vereinigte K\u00f6nig Adolf in Rouffach&#160; fr\u00fchere Schenkungen an Abt Wilhelm zu einer Summe von 1000 Mark. Am 25.6. 1298 gab es einen Nachtrag zur Pfandurkunde vom 9.6., dass darin auch die Einnahmen der Vogtei inbegriffen seien. Abt Wilhelm sah sich auf einem guten Weg zur vollst\u00e4ndigen Herrschaft \u00fcber St. Gallen. Doch die Schlacht bei G\u00f6llheim am 2. Juli 1298 machte <\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/220pxTod_Adolf_von_Nassau.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right-width: 0px; display: block; float: none; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; margin-left: auto; border-left-width: 0px; margin-right: auto\" title=\"220px-Tod_Adolf_von_Nassau\" border=\"0\" alt=\"220px-Tod_Adolf_von_Nassau\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/220pxTod_Adolf_von_Nassau_thumb.jpg\" width=\"224\" height=\"180\" \/><\/a>Wilhelms Hoffnungen zunichte. Die Kurf\u00fcrsten hatten Adolf von Nausau im Juni 1298 fallen gelassen, weil die erhofften und zum Teil auch zugesagten Verg\u00fcnstigungen nicht gew\u00e4hrt wurden. Nun wurde Albrecht zum K\u00f6nig ausgerufen. Daraufhin kam es zur Schlacht beim G\u00f6llheim, bei der Adolf von Nassau fiel. Der neue K\u00f6nig anerkannte die Schenkungen des verstorbenen K\u00f6nigs nicht an. Es kam zu langwierigen Verhandlungen zwischen der Abtei und den S\u00f6hnen Albrechts. Erst am 16.10.1301 kam es zu einem endg\u00fcltigen Frieden. Diesen erlebte Wilhelm aber nicht mehr. Er starb am 11.10 1301, also kurz vorher.<\/p>\n<p align=\"justify\">Wilhelm hatte noch die 1292 zerst\u00f6rte Burg Clanx wieder errichten lassen Im Zuge des g\u00fctlichen Vergleichs, der den Frieden vom 16.10. erm\u00f6glichte wurde Wil an das Kloster Sankt Gallen zur\u00fcckgegeben.<\/p>\n<p align=\"justify\">Der Nachfolger Wilhelms wurde wieder in einer zwiesp\u00e4ltigen Wahl gew\u00e4hlt. Heinrich von Ramstein (1301-1318) ist vor 1230 geboren. Ob er mit seinem Amtsvorg\u00e4nger Rumo verwandt war, l\u00e4sst sich nicht feststellen. Er war aber einer der drei M\u00f6nche die 1287 bei Rudolf gegen Abt Wilhelm klagten. 1278 ist er Pf\u00f6rtner. Nach der Wahl gab es einen l\u00e4ngeren Zwist. Doch konnte er seinen Gegner, den K\u00e4mmerer Ulrich von Trauchburg, mit Eink\u00fcnften abfinden. Am 7.12. 1301 erhielt er von K\u00f6nig Albrecht in Heilbronn die Regalien. Die neuerliche Verpf\u00e4ndung der Reichsvogtei wurde ihm aber verweigert. Mit dem Konstanzer Bischof Heinrich II. von Klingenberg (1293-1306) stand er gut. Dieser weihte ihn im Oktober 1301 im Kloster St. Georg in Stein am Rhein zum St. Gallener Abt. Daf\u00fcr&#160; musste er aber die Herrschaft Conzenberg in Wurmlingen bei Tuttlingen abtreten. Heinrich bem\u00fchte sich, die ererbten Schulden abzutragen. Dazu ver\u00e4u\u00dferte er Klostergut. Aber er erh\u00f6hte auch die Steuern rigoros. Das machte ihn bei den Gotteshausleuten so verhasst, dass er auf Dr\u00e4ngen der Konventualen f\u00fcr drei Jahre seinen Bruder zum Pfleger der Abtei ernannte. Die im Vergleich zum Aufbau von Wil ausgehandelten Vereinbarungen wurden so schleppend umgesetzt, dass sich der Aufbau \u00fcber Jahre hinzog. Auch beanspruchte Albrecht die Vogtei \u00fcber Wil. Auch beim neuen K\u00f6nig Heinrich VII. (1308-132) fand Abt Heinrich wenig Entgegenkommen. Am 17.4. 1309 wurden zun\u00e4chst nur die alten Freiheiten best\u00e4tigt. Am 1.5.1310 wurde schlie\u00dflich die R\u00fcckgabe der Vogtei \u00fcber Wil erreicht und am 22.3.1311 wurde die R\u00fcckgabe der Pfandsumme von 1300 Mark, die mit K\u00f6nig Adolf von Nassau vereinbart worden war, geregelt.<\/p>\n<p align=\"justify\">Am 23.10.1314 kommt es zum gro\u00dfen Klosterbrand. Auch die Stadt wird stark in Mitleidenschaft gezogen und fast alle H\u00e4user brennen ab. K\u00f6nig Friedrich der Sch\u00f6ne, der in der Doppelwahl von 1314 wie auch Ludwig der Bayer zum Nachfolger Heinrich VII. gew\u00e4hlt worden war,der 1313 pl\u00f6tzlich verstorben war, befreite am 8. April 1315 die Stadt Sankt Gallen bis Martini 1320 wegen des Brandes von allen Abgaben an das Reich.<\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/K.._MOMBilddateien._StASGjpgweb._StadtASG_13150408_StadtASGV1_r.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right-width: 0px; display: inline; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; border-left-width: 0px\" title=\"K.._MOM-Bilddateien._~StASGjpgweb._~StadtASG_13150408_StadtASG-V-1_r\" border=\"0\" alt=\"K.._MOM-Bilddateien._~StASGjpgweb._~StadtASG_13150408_StadtASG-V-1_r\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/K.._MOMBilddateien._StASGjpgweb._StadtASG_13150408_StadtASGV1_r_thumb.jpg\" width=\"244\" height=\"173\" \/><\/a> <\/p>\n<\/p>\n<p align=\"justify\">Heinrich hatte den Propst Heinrich von Lupfen und den Sankt Gallener Stadtb\u00fcrger Konrad Kuchimeister mit dem Wiederaufbau des Kloster beauftragt. Der Abt erkrankte 1316 schwer und starb am 22.7.1318 hochbetagt im Alter von 90 Jahren.<\/p>\n<p align=\"justify\">Nachfolger Abt Heinrichs wurde Hiltbold von Werstein. Die Stammburg der Edelfreien von Werstein lag oberhalb von Fischingen im oberen Neckartal. Das Geschlecht wird wegen einer Schenkung an das Kloster Hirsau um 1100 erstmals urkundlich erw\u00e4hnt. Hiltpolt ist erstmals 1279 im Kloster Sankt Gallen nachzuweisen. 1284 war er Thesaurar und 1287 geh\u00f6rte er als einer der drei M\u00f6nche zu den Kl\u00e4gern gegen Abt Wilhelm von Montfort. Damit hatte der zweite Kl\u00e4ger Karriere gemacht. Au\u00dfer ihm war wieder Wilhelm von Trauchburg als Kandidat aufgestellt. Da die Ministerialen aber Hiltbold st\u00fctzen unterlag Ulrich wieder. Die deutsche K\u00f6nigskrone war ja noch strittig, so dass Hiltbold die Regalien nicht erhielt. Hiltbold hatte sich in dem Streit zun\u00e4chst neutral verhalten. Er n\u00e4herte sich dann aber der Habsburgischen Partei an und am 30. Juni 1319 gelobte&#160; Herzog Leopold von \u00d6sterreich f\u00fcr sich und seine Br\u00fcder dem Abt von St. Gallen Schutz und Hilfe. Am 17.11. 1318 hatte er den B\u00fcrgern von Sankt Gallen schon eine Handfeste ausgestellt mit genau demselben Text wie Abt Wilhelm 1291.<\/p>\n<p align=\"justify\">Geweiht wurde er von dem Konstanzer Weihbischof Johannes.<\/p>\n<p align=\"justify\">Er trat nochmals in Erscheinung, als er am 15.11. 1323 in einem Grenzstreit zwischen Appenzell und Hundwil vermittelte. Gegen seinen Willen wird er in Streitigkeiten mit den Grafen Diethelm und Friedrich von&#160; Toggenburg verwickelt, die Herzog Leopold am 27.11. 1325 schlichtet. Wirtschaftlich ging es der Abtei nicht gut, wie man aus den vielen Verpf\u00e4ndungen und Ver\u00e4u\u00dferungen ablesen kann. Abt Hiltbold wurde aus Alterschw\u00e4che regierungsunf\u00e4hig und man vertraute das Siegel um den Jahreswechsel 1325\/1326 einem Konventualen, einem Ministerialen und einem Stadtb\u00fcrger an. Der kranke Abt verbrachte seine letzten Tage zun\u00e4chst auf Burg Falkenstein, sp\u00e4ter auf Burg Appenzell, wo er am 13.12. 1329 \u00fcber 80 Jahre alt verstarb.<\/p>\n<p align=\"justify\">1330 kam nochmals ein Mitglied der Familie von Montfort auf den Abtsstuhl von St. Gallen. Rudolf von Montfort ist um 1260 als Sohn des Grafen Rudolf II. von Montfort-Feldkirch und der Agnes von Gr\u00fcningen geboren. Sein Onkel war Wilhelm, der St. Gallener Abt. Seit 1283 ist er als Domherr in Chur nachgewiesen. 1303 hielt er sich zum Studium der Rechte in Bologna auf. 1307 war er Domprobst in Chur wie sein Onkel Heinrich, der ebenfalls Domprobst in Chur war. Als sein Bruder Hugo IV. 1310 starb, wurden er und sein j\u00fcngerer Bruder Ulrich Vormund f\u00fcr ihren unm\u00fcndigen Neffen. Ulrich war wie Rudolf ebenfalls Geistlicher und hatte auch in Bologna Recht studiert. In ihrer Regierungszeit f\u00fcr Feldkirch siedelten sie Walser an, die sie mit besonderen Privilegien versahen. Sie f\u00f6rderten die Freiheitsrechte der Feldkircher B\u00fcrger. Die erste Niederschrift des Feldkircher Stadtrechts 1310 geht wohl auf sie zur\u00fcck. In Chur war Bischof Siegfried 1321 gestorben. Rudolf wurde zum Bischof gew\u00e4hlt und trat sein Amt am 19. Juli 1322 an. Schon im Oktober wurde er aber von Papst Johannes XXII. zum Bischof von Konstanz ernannt. In Konstanz war der Bischofsstuhl seit einer Doppelwahl im Jahre 1318 vakant. Bis 1325 verwaltete er nun beide Bist\u00fcmer.Die Finanzen in Konstanz waren total zerr\u00fcttet. Er ging zun\u00e4chst mal diese vordringliche Aufgabe an und sanierte die Finanzen des Bistums. Er versuchte auch die kirchlich-religi\u00f6se Situation zu verbessern. Er gab Satzungen zur Amts-und Lebensf\u00fchrung des Klerus heraus, er ordnete Visitationen an und f\u00fchrte eine Di\u00f6zesansynode durch. Aber er geriet nun allerdings auch voll in die Auseinandersetzungen der Zeit. Zun\u00e4chst war da die Doppelwahl des deutschen K\u00f6nigs.<\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/66a7e61618ed2ec8.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right-width: 0px; display: block; float: none; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; margin-left: auto; border-left-width: 0px; margin-right: auto\" title=\"66a7e61618ed2ec8\" border=\"0\" alt=\"66a7e61618ed2ec8\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/66a7e61618ed2ec8_thumb.jpg\" width=\"149\" height=\"95\" \/><\/a>&#160;<\/p>\n<p align=\"justify\">Die Montforter stellten sich in Abkehr von ihrer Familienpolitik auf die Seite der Habsburger. Da war aber auch noch die Auseinandersetzung zwischen Ludwig und dem Papst. Dabei ging es haupts\u00e4chlich um Reichsitalien. Der Papst residierte seit 1309 in Avignon und stand unter starkem Einfluss der franz\u00f6sischen Krone, die die Anjou Herrschaft in Unteritalien nicht gef\u00e4hrdet wissen wollte. Johannes XXII. zitierte nun Ludwig nach Avignon und er\u00f6ffnete einen kanonischen&#160; Prozess gegen ihn wegen F\u00fchren eines K\u00f6nigstitels ohne p\u00e4pstliche Approbation und drohte ihm bei Nichterscheinen innerhalb von drei Monaten mit dem Bann. Ludwig wiederum rief ein allgemeines Konzil an und verklagte den Papst wegen Ketzerei. Am 11. Juli 1324 sprach Papst Johannes den Bann gegen Ludwig und seine Anh\u00e4nger aus. Rudolf stand auf Seiten des Papstes und Habsburgs. Schwierig wurde die Lage f\u00fcr Rudolf, als Konstanz 1327 zu&#160; Ludwig \u00fcberging und damit ebenfalls dem Interdikt verfiel. Ludwig s\u00f6hnte sich 1327 mit den Habsburgern aus. Er zog nach Italien und lie\u00df sich in Rom von Sciara Colonna, einem Ghibellinen und Anf\u00fchrer der antip\u00e4pstlichen und kaisertreuen politischen \u201cPartei\u201d Italiens. kr\u00f6nen. Die Fronten verh\u00e4rteten sich weiter, als Ludwig mit Nikolaus V. einen Gegenpapst einsetzte. Im Gegenzug schickte wieder Johannes eine Bannbulle nach Rom, worauf Ludwig die Todesstrafe f\u00fcr Johannes wegen Ketzerei verk\u00fcndete. Am 27. Mai 1328 erfolgte die gegenseitige Kr\u00f6nung von Kaiser und Gegenpapst. Ludwig plante dann nach Deutschland zur\u00fcckzukehren. Um die Position Rudolfs zu st\u00e4rken, \u00fcbertrug ihm Papst Johannes die Verwaltung der Abtei St. Gallen. Am 17.4.1330 ist die Urkunde erstellt. Als Friedrich der Sch\u00f6ne am 13.1.1330 stirbt, schlossen Otto von Habsburg und Ludwig im Vertrag von Hagenau am 6. August 1330 Frieden. Nun musste Rudolf, wenn er sein Bistum nicht verlieren wollte, handeln, zumal nun der m\u00e4chtigste Landesherr, seine Residenz und seine Verwandten standen auf Seiten des Kaisers standen, musste er sich auch auf die Seite des Kaisers stellen. Er zog das zwar so lange hinaus wie m\u00f6glich. Die Regalien hat er wohl erst 1332 empfangen auch politisch hielt er sich im Hintergrund. Trotzdem sprach der Papst den Bann aus. am 25.10. 1933 wurde er der Abtei enthoben und die Pflegschaft wurde auf den Einsiedler M\u00f6nch Hermann von Bonstetten \u00fcbertragen. Rudolf scheint dem neuen Abt klaglos Platz gemacht zu haben. Er starb ein halbes Jahr sp\u00e4ter am 27.\/28. 3. 1334 noch im Bann. Er wurde in Arbon in ungeweihter Erde begraben und erst unter seinem Nachfolger auf dem Bischofsstuhl Hermann von Brandis erhielt er ein kirchliches Begr\u00e4bnis.<\/p>\n<p align=\"justify\">Hermann von Bonstetten stammte aus der edelfreien Familie von Bonstetten. Die Familie geh\u00f6rte zum alemannischen Hochadel und war in dem Dorf Bonstetten bei Z\u00fcrich ans\u00e4ssig. Erstmals erw\u00e4hnt wird ein Hermann von Bonstetten im Jahre 1122.Im 13. Jahrhundert stellte die Familie die Reichsv\u00f6gte von Z\u00fcrich. Sie stellten auch Landrichter im Thurgau<\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/200pxBonstettenWappen.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right-width: 0px; display: block; float: none; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; margin-left: auto; border-left-width: 0px; margin-right: auto\" title=\"200px-Bonstetten-Wappen\" border=\"0\" alt=\"200px-Bonstetten-Wappen\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/200pxBonstettenWappen_thumb.png\" width=\"186\" height=\"244\" \/><\/a>und waren verschw\u00e4gert mit den Habsburgern. Hermann ist seit 1314 als Novize und Konventuale im Kloster Einsiedeln belegt. Schon am 14.12.1333 wird Hermann zum Abt bestellt. Mit der am 17.12. 1333 in Avignon ausgestellten Urkunde gestattete Johannes ihm, sich von einem beliebigen Bischof weihen zu lassen. Am 4. Dezember 1334 starb Papst Johannes in Avignon. Nach dem Tod des Papstes wechselte Abt Hermann, der bisher auf Seiten des Papstes stand, die Partei. Schon am 10.3. 1335 verlieh ihm Kaiser Ludwig die Regalien und best\u00e4tigte alle sonstigen Lehen und Privilegien. Er \u00fcbertr\u00e4gt seinem F\u00fcrsten Abt Hermann von St. Gallen auf seine in seiner Gegenwart vorgebrachten Bitten hin alle Lehen, welche er von Rechts wegen von ihm und dem heiligen Reich besitzen soll, und erteilt ihm nach Gewohnheit des Reiches mit dem kaiserlichen Zepter sowie mit Kuss und Ring die Investitur, (2) befiehlt allen Vasallen, Ministerialen, Amtleuten und Leuten des Klosters St. Gallen, dem E. als ihrem Herrn in allem gehorsam zu sein, und (3) best\u00e4tigt alle Privilegien, Rechte, Freiheiten, Immunit\u00e4ten, Schenkungen (<i>concessiones<\/i>) und Gnaden, die dem Kloster und seinen \u00c4bten von seinen Vorg\u00e4ngern [im Reich], den r\u00f6mischen K\u00f6nigen und Kaisern, verliehen wurden. Am 9.4. 1334 konnte er von den Grafen von Werdenberg die Vogtei \u00fcber Appenzell, Teufen, Urn\u00e4sch, Hundwil, Wittenbach, Engetswil und Rotmonten einl\u00f6sen, die ihnen vom Reich verpf\u00e4ndet war. 1348 bricht die Pest in St. Gallen aus, die bis zu 30 % der Bev\u00f6lkerung hinrafft. 1349 werden Juden der Brunnenvergiftung beschuldigt. Die j\u00fcdische Gemeinde der Stadt wird verbrannt, was in der Stadtgeschichte auch \u201cJudenbrand\u201d genannt wird. Die Stadtgewaltigen rechtfertigen dies mit einer gef\u00e4lschten Urkunde Karls IV., worin die schlimme Tat abgesegnet worden sei. 1353 weilt Karl IV. zu Besuch in St. Gallen und nimmt Reliquien mit. Das Haupt des heiligen Gallus schenkt er am 30.9. 1353 der St Galluskirche in Prag. Im Gegenzug verleiht er am 23. September 1353&#160; Abt Hermann das Zollrecht f\u00fcr Appenzell und das Recht zwei Jahrm\u00e4rkte abzuhalten. Damit ist der Ausbau der \u00e4btischen Herrschaft im Appenzeller Land abgeschlossen. P\u00e4pstliche Best\u00e4tigungen f\u00fcr die Freiheiten und Privilegien werden am 7.10.1352 durch Papst Clemens VI. und am 5.2. 1353 durch Papst Innozenz VI. in Avignon erstellt. Abt Hermann geht als religi\u00f6ser und mildt\u00e4tiger Abt in die Geschichte ein. Er stirbt am 23.8.1360.<\/p>\n<p align=\"justify\">Zwar hatte sich die Kurie in Avignon vorbehalten, den Sankt Gallener Abtsstuhl zu besetzen, aber die Konventualen w\u00e4hlten unmittelbar nach dem Tod Abt Hermanns Georg von Wildenstein zum Abt. Er stammte aus dem F\u00fcrstenbergischen, also der Gegend um Donaueschingen, und ist in St. Gallen erstmals 1347 erw\u00e4hnt und zwar als Probst von Ebringen. Ebringen ist knapp vier Kilometer von Freiburg entfernt. In Ebringen hatte das Kloster eine Propstei, von der aus der gesamt Besitz Sankt Gallens im Breisgau verwaltet wurde. Einer Schenkungsurkunde an das Kloster Sankt Gallen, die auf 717\/718 datiert wird verdankt das Markgr\u00e4flerland die erste Erw\u00e4hnung des Weinbaus. Da wird n\u00e4mlich ein Joch Rebland an das Kloster geschenkt. Georg war dann 1351 K\u00e4mmerer und ab 1357 Werkdekan.<\/p>\n<p align=\"justify\">Papst Innozenz VI. (1352-1362 in Avignon) lie\u00df sich Zeit mit der Anerkennung. Erst nachdem Kaiser Karl IV. am 2.September 1360 einen hohen Geistlichen gebeten hatte, sich beim Papst f\u00fcr die Anerkennung des vom Konvent gew\u00e4hlten Abt einzusetzen, erfolgte am 16.10. 1360 die Anerkennung durch den Papst. Der Kaiser verlieh dem Abt am 6.2.1631 nach Ablegung des Treueids die Regalien und 1370 best\u00e4tigte er ihm die Privilegien des Klosters:\u201dthut dem abt Georg von St. Gallen und seinem gotteshaus die gnade, dass sie ewiglich bei ihren g\u00fctern, freiheiten und rechten bleiben sollen, besonders sollen er und seine nachkommen stadtamman, r\u00e4th zu St. Gallen, m\u00fcnzmeister, zoller, brotschauer, weinsch\u00e4tzer, fleischsch\u00e4tzer, den reif und alle gewichte, das kornmass, salzmass, weinmass und den ellenstab haben, messen, besitzen und entsetzen und auch rechtfertigen, als von alter recht und gewohnheit gewesen ist\u201d. Die Stadt aber verweigert dem neuen Abt die Huldigung. Daraufhin gebietet Karl der Stadt Sankt Gallen, Abt Georg gehorsam zu sein und das Kloster in seinen Rechten und Freiheiten nicht zu beeintr\u00e4chtigen. Da zeigt sich aber bereits ein Problem, das den Abt in&#160; seiner gesamten Amtszeit begleiten wird. Zu Beginn seiner Amtszeit hatte Georg den B\u00fcrgern die Handfeste best\u00e4tigt. Die B\u00fcrger aber wollten mehr. Sie wollten weitere Rechte verbrieft erhalten, die B\u00fcrgermeisterwahl betreffend, die freie Ratswahl und B\u00fcrgeraufnahme betreffend. Die Freiheits-und Unabh\u00e4ngigkeitsbestrebungen seiner St\u00e4dte St. Gallen Wil und Wangen aber auch der Genossenschaften&#160; Appenzell und Hundwil wurden immer st\u00e4rker. Am 23.2.1362 schlossen die St\u00e4dte Konstanz, Z\u00fcrich, St. Gallen, Lindau, Ravensburg, \u00dcberlingen, Wangen und Buchhorn&#160; ein B\u00fcndnis bis zwei Jahre nach des Kaisers Tod. Am 31.3. 1362 best\u00e4tigte Karl IV. das St\u00e4dteb\u00fcndnis.1373 schloss die Stadt ein B\u00fcndnis mit den Grafen von Werdenberg-Heiligenberg. Abt Georg schloss ebenfalls ein B\u00fcndnis mit dem Grafen Rudolf von Montfort-Feldkirch. Probleme hatte es auch gegeben wegen der Eidesleistung von Wangen.Diese wurden aber durch die Bem\u00fchungen der St\u00e4dte Konstanz, Lindau, \u00dcberlingen und St. Gallen am 10.5.1362 beigelegt. Einigen konnte sich der Abt auch mit Wil. Streitigkeiten mit Appenzell und Hundswil wurden in einem Vergleich vom 10.10.1367 beigelegt. Die Landleute der beiden \u00c4mter verpflichteten sich , zu&#160; Lebzeiten Abt Georgs mit niemanden ein B\u00fcndnis einzugehen. Am 26. 9. 1377 traten sie dem Schw\u00e4bischen St\u00e4dtebund bei. Abt Georg wurde am 30.12.1378 von der Stadt Lindau als B\u00fcrger aufgenommen. Er hatte den Haushalt des Klosters einigerma\u00dfen in Ordnung gebracht und die Vogtei \u00fcber Romanshorn und die Reichsvogtei \u00fcber Gossau erworben. 1375 bestellte Abt Georg alters-und krankheitshalber mit Einverst\u00e4ndnis des Konvents Kuno von Stoffeln als Pfleger des Gotteshauses. Er verstarb am 31.3.1379.<\/p>\n<p align=\"justify\">Kuno stammt aus der Familie der Edlen von Stoffeln. Auf dem Hohenstoffeln im Hegau sind zwischen 1236 und 1400 die Herren von Stoffeln nachgewiesen. Wann Kuno geboren ist, \u00fcber seine Jugend und seinen Eintritt ins Kloster ist nichts bekannt. Andere Quellen seine Herkunft auf der St\u00f6ffelburg bei G\u00f6nningen, heute einem Stadtteil von Reutlingen.<\/p>\n<p align=\"justify\">1365 ist er als Kustos des Klosters belegt. Seit 1375 ist er Propst und als Pfleger bestellt. Am 6.4. 1379 wurde er von den wenigen Konventualen, die das Kloster damals noch z\u00e4hlte zum Abt gew\u00e4hlt. Die f\u00e4llige Abgabe von 300 Gulden an die p\u00e4pstliche Kammer konnte er aber erst 1383 entrichten. Am 16.10. 1379 verlieh ihm K\u00f6nig Wenzel die Regalien und best\u00e4tigte alle Freiheiten und Rechte der Abtei. Am gleichen Tag befreite er ihn und seine Gotteshausleute in Wil, Wangen, Hundwil, Appenzell und Trogen von fremden Gerichten. Er l\u00f6ste verpf\u00e4ndete G\u00fcter und Vogteien ein und wurde am 26.7. 1379 als&#160; B\u00fcrger der Stadt&#160; Lindau aufgenommen. Aber auch er wurde gleich zu Beginn seiner Amtszeit mit den Autonomiebestrebungen seiner Untertanen konfrontier. Die Stadt Sankt Gallen und Appenzell verweigerten die Huldigung, Appenzell sogar die Steuerzahlung. Erst am 16.11.1379 vermittelten die St\u00e4dte wieder einen Vergleich. Neue Probleme gab es, als Wenzel am 3.5. 1780 alle Privilegien der Stadt Sankt Gallen zum Nachteil des Klosters widerrief. Erst nach langwierigen Verhandlungen kam es am 17.7.1382 zu einer Einigung durch einen&#160; Schiedsspruch der Reichsst\u00e4dte des Bundes um den See. Alles kam in ruhigeres Fahrwasser. Allerdings versuchte er immer, die grundherrlichen Rechte und Leibeseigenschaften mit unerbittlicher Strenge geltend zu machen. Das rief eine steigende Erbitterung der Bev\u00f6lkerung hervor. Es kam zu offener Emp\u00f6rung. Am 17 Januar 1401 kam es zum Volksbund ob dem See einer Kampf-und Bundesgemeinschaft zwischen St. Gallen, Appenzell, Urn\u00e4sch, Hundwil, Trogen, Teufen, Gais, Herisau, Gossau, Waldkirch, Bernhardszell und Wittenbach. Die Appenzeller zerst\u00f6rten nun die 1300 wiederaufgebaute Burg Clanx endg\u00fcltig. Das bedeutete den Beginn der Appenzeller Kriege. Am 15. Mai 1403 kam es zur Schlacht bei V\u00f6gelinsegg, in der st\u00e4dtische und \u00e4btische Truppen von den Appenzellern vernichtend geschlagen wurden. Der Abt verlor nun Schlacht um Schlacht, Burg um Burg. Erstmals verlieren die Appenzeller bei Bregenz 1408 durch die Rittergesellschaft vom J\u00f6rgenschild. Am 4.4. 1408 l\u00f6st K\u00f6nig Ruprecht durch einen Schiedsspruch den Bund ob dem See auf. Er untersagt den Betroffenen sich k\u00fcnftig ohne sine Erlaubnis mit anderen&#160; Reichsst\u00e4dten zu verb\u00fcnden. Allerdings widerruft er sein Verdikt am 14. Mai 1408 und erlaubt St. Gallen, sich mit sechs Reichsst\u00e4dten rund um den See zu verb\u00fcnden. Die Klosterfinanzen sind nun v\u00f6llig zerr\u00fcttet, zwei noch \u00fcbrig gebliebene Laienbr\u00fcder musste Abt Kuno mit Entla\u00dfscheinen versehen, damit sie sich anderswo einen Lebensunterhalt suchen konnten. Abt Kuno starb am 19. Oktober 1411.<\/p>\n<p align=\"justify\">Heinrich von Gundelfingen stammte aus demselben Geschlecht wie sein Vorg\u00e4nger Konrad. Heinrich bekleidete seit 1392 das Amt des Werkdekans und seit 1401 das des Pf\u00f6rtners. Er besa\u00df weder Bildung noch Priesterweihe. Zum Amt des Abtes musste er gedr\u00e4ngt werden, aber im ganzen Kloster gab es nur noch zwei Konventualen, er und Georg von Enne. Die Stadt Sankt Gallen suchte am 6.1. 1412 bei Papst Johannes XXII. um die Best\u00e4tigung des neuen Abtes nach. Dabei schilderte sie den miserablen Zustand des Klosters. Der Papst beauftragte darauf am 28.3.1412 den Bischof von Augsburg Eberhard von Kirchberg, den Offizial von Basel und den Cantor von St. Felix und St. Regula das Kloster in seinen Rechten zu sch\u00fctzen. Am 5.12. 1412 nahm er es selbst in seinen Schutz und best\u00e4tigte seine Privilegien. Kaiser Siegmund verlieh am 24.10.1413 die Regalien und best\u00e4tigte die Privilegien. 1417 erfolgten mehrere Visitationen und stellten \u00fcbereinstimmend die Reformbed\u00fcrftigkeit fest. Der vom Konzil ernannte neue Papst Martin V. (1417-1431)lie\u00df die&#160; von dem Abt Konrad aus dem s\u00e4chsischen Reformkloster Pegau sowie dem Ellwanger Abt Siegfried Gerlacher durchf\u00fchren. Daraufhin wurde Heinrich abgesetzt und mit Konrad von Pegau ein neuer Abt eingesetzt. Er hatte sich auf dem Konstanzer Konzil durch seine Gelehrsamkeit und Reformeifer ausgezeichnet. Am 20. April 1418 wurde St. Gallen wieder von einem verheerenden Brand heimgesucht. Die Zust\u00e4nde im Kloster verst\u00e4rkt durch die Brandkatastrophe waren so entmutigend, dass Abt Konrad den Papst bat, ihn wieder von seinem Amt zu entbinden, was dieser am 15.3.1419 tat. Er bestellte Heinrich von Mansdorf zum neuen Abt. Er gab seinem Vor-vorg\u00e4nger ein Leibgeding von 200 Gulden. Als der neue Abt 1426 starb, erscheint Heinrich von Gundelfingen nochmals als Pfleger. Dieser starb 1429. Nachdem R\u00fccktritt Heinrichs von&#160; Pegau bestimmte Papst Martin V.<\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/StiASG_14190315_A1C1_r.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right-width: 0px; display: block; float: none; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; margin-left: auto; border-left-width: 0px; margin-right: auto\" title=\"StiASG_14190315_A1-C1_r\" border=\"0\" alt=\"StiASG_14190315_A1-C1_r\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/StiASG_14190315_A1C1_r_thumb.jpg\" width=\"244\" height=\"193\" \/><\/a>Heinrich von Mansdorf, der laut Papsturkunde vom 15.03. 1419 Propst von \u201cSkolen\u201d in der Di\u00f6zese Naumburg war. Schon am 31.0.3 1419 best\u00e4tigte er die Rechte und Privilegien des Klosters. Die Urkunde dazu wurde in Florenz ausgestellt. Abt Heinrich m\u00fchte sich die \u00f6konomischen Grundlagen des Klosters wieder zu stabilisieren. Dazu sollten die Appenzeller wieder Steuern zahlen, was sie seit elf Jahren nicht mehr taten. Zwar erging am&#160; 6.5. 1421 ein eidgen\u00f6ssischer Schiedsspruch. Nur, die Appenzeller k\u00fcmmerten sich nicht darum. Abt Heinrich wandte sich nun an Kaiser Sigmund. dieser belehnte ihn am 10.08. 1422 mit den Regalien. Am 14. 8. 1422 ermahnt K\u00f6nig Sigmund den Landvogt, den Adel und das Landvolk in Schwaben, dem Kloster St.Gallen gegen die Appenzeller beholfen zu sein.<\/p>\n<p align=\"justify\">Auch die Verh\u00e4ngung der Reichsacht \u00e4nderte nichts. Nun ging Abt Heinrich vor die kirchlichen Beh\u00f6rden. Berchtold von Wildungen, Domherr zu Speyer sollte die Regelung des Appenzeller Handels vornehmen. Am 10.04. 1426 belegte er auf Klage des Sankt Gallener Abts und des Konvents die Appenzeller mit dem Kirchenbann. Auf der R\u00fcckreise von Speyer, wo Abt Heinrich den Kirchenbann versch\u00e4rfen lassen wollte, starb er am 13.9.1426 in Freiburg. Er wurde in St. Blasien begraben.<\/p>\n<p align=\"justify\">Zu seinem Nachfolger ernannte Papst Martin V. Ende 1426 oder Anfang 1427 Eglolf Blarer. Die Blarers waren eine Kaufmannsfamilie, die bis 1330 in St. Gallen lebte, dann aber nach Konstanz zog. Sie wurde dort im Leinwandhandel reich und stellte mehrere Ratsherren und B\u00fcrgermeister. Die Zweige nannten sich nach den Stammsitzen ihrer Familie. Die Blarer von Wartenberg spalteten sich zwischen 1330 und 1363 vom Hauptstamm ab. Eglolf war M\u00f6nch in St. Blasien und bekleidete dort das Amt des Gro\u00dfkellers und Priors bevor er von Papst Martin zum Abt von St. Gallen berufen wurde. Am 30.11. 1430 erh\u00e4lt Abt Eglolf von Kaiser Sigmund die Regalien. Am 10.12 1433 fertigt der Kaiser in Basel eine Urkunde aus. Er best\u00e4tigt dem Kloster St.Gallen alle Rechte und Freiheiten, sowie den Wildbann und die Fischenz zu Appenzell, Wil und anderswo in den Gotteshausgerichten.&#160; Sie p\u00e4pstliche Kammer hatte er 1427 noch um Stundung der Geb\u00fchren f\u00fcr die Ernennung bitten m\u00fcssen.<\/p>\n<p align=\"justify\">Seit 1426 hatten sich benachbarte Feudale wie die Grafen von Toggenburg auf die Seite des St. Gallener Abt gestellt, da die Instabilit\u00e4t im ostschweizer Raum allen Beteiligten zu schaffen machte. Am 2. Dezember 1428 wurde eine milit\u00e4rische Auseinandersetzung zwischen Friedrich VII. von Toggenburg im Verein mit der Ritterschaft vom St. J\u00f6rgenschild ausgetragen und Appenzell ausgetragen. An diesem Tag fanden drei Gefechte statt, das letzte und entscheidende bei Hueb zwischen Gossau und Herisau. Hier erlitten die Appenzeller eine Niederlage. Darauf erging ein neuer Schiedsspruch der Acht Alten Orte einschlie\u00dflich Solothurn. Er fusste im wesentlichen auf dem Schiedsspruch von 1421. Die Appenzeller mussten 1000 Pfund Pfennige an das Kloster bezahlen, kamen daf\u00fcr aber von Bann und Interdikt frei. Abt Eglolf musste weitgehende Selbstbestimmung in der Zusammensetzung der Gerichte gew\u00e4hren. Das war das Ende der Appenzeller Kriege bedeutete aber auch einen entscheidenden Schritt f\u00fcr die Losl\u00f6sung der Appenzeller von der F\u00fcrstabtei und eine Hinwendung an die Eidgenossenschaft. 1437 ging Abt Eglolf ein Landrecht mit Schwyz ein. Man kann daraus auch die Umorientierung der Abtei hin zur Eidgenossenschaft sehen.<\/p>\n<p align=\"justify\">Im inneren Aufbau des Klosters schaffte er den Eigenbesitz der M\u00f6nche ab, er f\u00fchrt das gemeinsame Leben wieder ein und hebt die Pfr\u00fcndenorganisation der Kloster\u00e4mter wieder auf. In einigen Quellen wird gesagt er habe Reform\u00e4bte aus dem Kloster Hersfeld&#160; gerufen, das der Bursfelder Kongregation angeh\u00f6rte. Das ist f\u00fcr mich nicht ganz nachvollziehbar. In Bursfelde regierte Abt Johannes Dederoth von 1433-1439. Ab 1430 war er Abt des Klosters Klus bei Gandersheim am Harz. Ab 1433 regierte er beide Abteien in Personalunion und setzte nach einer Phase des Niedergangs in Bursfelde seine Reformideen um. Nach seinem Pesttod 1439 folgte ihm Johannes Hagen als Abt. Er war der eigentliche Gr\u00fcnder der Bursfelder Kongregation. Erst zwischen 1440-1446 schlossen sich die Kl\u00f6ster von Bursfelde, Klus, Reinhausen und Huysburg zur Kongregation zusammen. Das Konzil von Basel 1446 und Papst Pius II. best\u00e4tigte die Kongregation. Erst danach fing die gro\u00dfe Bl\u00fcte dieses Klosterverbands an. Abt Eglolf aber war 1442 schon verstorben. Unbestreitbar aber ist der Einfluss von Kastl. Das Kloster war um 1100 gegr\u00fcndet worden. Der Gr\u00fcndungskonvent kam aus Kloster Petershausen in Konstanz. Am ende des 14. und zu Beginn des 15. Jahrhunderts war Kastl ein wichtiges Zentrum der monastischen Erneuerung. Die Kastler Reform strahlte \u00fcber Bayern auch nach St. Gallen aus. Die consuetudines, die den Alltag und&#160; die Lebensform regelten sowie der liber ordinarius, der die liturgischen Br\u00e4uche bestimmte, waren wichtige Texte, die der Reform zugrunde lagen. Beide waren im Konzil von Basel gr\u00fcndlich \u00fcberarbeitet worden. Vernunft und Eigenverantwortung als Lebensprinzip im Kloster werden speziell an gesprochen. Die positive Einstellung der Reform zu Buch und Wissenschaft war in der Geschichte der benediktinischen Consuetudines eine absolute Neuheit.<\/p>\n<p align=\"justify\">Unter Abt Eglolf wurden die Konventsgeb\u00e4ude, die unter dem Brand von 1418 gelitten hatten, wieder instand gesetzt 1439 wurde mit dem Bau des Chors begonnen und die Klosterschule wieder eingerichtet. Der Abt verstarb am 20.5.1142 in Konstanz.<\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/220pxLandenbergScheibler129ps.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right-width: 0px; display: block; float: none; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; margin-left: auto; border-left-width: 0px; margin-right: auto\" title=\"220px-Landenberg-Scheibler129ps\" border=\"0\" alt=\"220px-Landenberg-Scheibler129ps\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/220pxLandenbergScheibler129ps_thumb.jpg\" width=\"163\" height=\"244\" \/><\/a>&#160;<\/p>\n<p align=\"justify\">Papst Eugen IV. (1431-1437) ernannte am 18.6.1442 Kaspar von Breitenlandenberg zum Abt von St. Gallen. Die Breitenlandenbergs sind eine alte thurgauische Adelsfamilie. Sein Vater war Rudolf von Breitenlandenberg. Sein Bruder Hermann war Bischof von Konstanz von 1466-1474. Ber\u00fchmt geworden ist auch sein Bruder Wildhans. Dieser verteidigte im Alten Z\u00fcrichkrieg die Festung Greifensee in Z\u00fcrich. Nachdem diese nach 4-w\u00f6chiger Belagerung von den Innerschweizern eingenommen worden war, wurde die ganze Besatzung erbarmungslos mit dem Schwert hingerichtet. Seine Schwester Anna war mit dem Z\u00fcricher B\u00fcrgermeister Konrad (m\u00f6glich w\u00e4re auch Johannes oder Heinrich) Schwend verheiratet gewesen sein. Kaspar trat 1439 ins Kloster Reichenau ein. Er legte dort die Profess ab und studierte Rechte in Bologna. 1442 promovierte er zum Doktor des kanonischen Rechts. Kaiser Friedrich III. (1452-1493) verlieh ihm am 24.9.1442 die Regalien. Auf seiner Kr\u00f6nungsreise kommt Friedrich am 29. Dezember 1442 nach St. Gallen, wo er von B\u00fcrgern und Priestern ehrenvoll empfangen wird. Abt Kaspar genoss gro\u00dfes Ansehen. So wurde er einer der Pr\u00e4sidenten des Provinzkapitels des Benediktinerordens f\u00fcr die Kirchenprovinz Mainz und die Di\u00f6zese Bamberg. 1447 wurde er zusammen mit den \u00c4bten von St. \u00c4gidius in N\u00fcrnberg und Petershausen zum Schatzmeister des Kapitels ernannt. Er pochte auf alte Anspr\u00fcche. Daraufhin verweigerte ihm die Stadt St. Gallen die Huldigung. Das l\u00f6ste einen langwierigen Streit aus, in dem Kaiser Friedrich III., der Pfalzgraf bei Rhein und die Eidgenossen von beiden Parteien immer wieder als Schiedsrichter angerufen wurde.Der Streit wurde erst 1457 durch die Vermittlung der Stadt Bern beigelegt. Der Schiedsspruch bekr\u00e4ftigte die freie Wahl des Rates und Ammans, sowie die Aus\u00fcbung der niederen Gerichtsbarkeit. F\u00fcr 7000 Gulden konnte sich die Stadt politisch vom Kloster freikaufen. Das erm\u00f6glichte den Aufstieg zur Reichsstadt.<\/p>\n<p align=\"justify\">Am&#160; 17.8. 1451 schloss der Abt mit Z\u00fcrich, Glarus, Luzern und Schwyz ein ewiges Burg-und Landrecht ab. Damit war St. Gallen ein zugewandter Ort der Eidgenossenschaft, d.h. er stand mit eidgen\u00f6ssischen Orten in einer vertraglichen unbefristeten (\u201cewigen\u201d) Verbindung und galt als zur Eidgenossenschaft geh\u00f6rend, ohne aber voll berechtigter Ort zu sein.<\/p>\n<p align=\"justify\">Es werden bald Vorw\u00fcrfe wegen der Misswirtschaft des Abtes laut. Schon 1443 verlassen 6 M\u00f6nche aus Protest den Konvent. Es kam schlie\u00dflich zu offenem Streit. Der Visitator der Benediktinerkl\u00f6ster der Di\u00f6zese Konstanz, Abt Ulrich Habl\u00fctzel aus Wiblingen konnte am 14.9.1451eine erste Neuordnung vermitteln. Der Abt erhielt die Burg Rorschach und j\u00e4hrlich 700 Pfund Heller. Die Finanzverwaltung wurde dem Gro\u00dfkeller Ulrich R\u00f6sch \u00fcbertragen. Doch die Auseinandersetzungen gingen weiter, da Abt Konrad mit dieser Regelung nicht einverstanden war. Papst Calixt III. beauftragte seinen Legaten Aeneas Silvius Piccolomini, den sp\u00e4teren Papst Pius II., eine Regelung f\u00fcr die Angelegenheit zu finden. Am 9.11. 1457 f\u00e4llt er den endg\u00fcltigen Kompromisspruch. Gegen eine j\u00e4hrliche Pension von 300 Gulden wurde dem Abt die Verwaltung des Klosters entzogen.&#160; W\u00e4hrend des Streits mit dem Konvent n\u00e4herte sich der Abt der Stadt an. Er wollte der Stadt f\u00fcr 1000 Gulden s\u00e4mtliche Hoheitsrechte des Stifts verkaufen. Doch auf Einspruch des Konvents, der Landleute von Appenzell und der Stadt Wil kam der Handel nicht zustande.<\/p>\n<p align=\"justify\">Im geistlichen Bereich hatte sich Abt Kaspar sehr um die Reform angenommen. M\u00f6nche der Abtei Wiblingen, die in der Zeit einen hervorragenden Ruf hatten- nicht umsonst war ja auch ein Wiblinger Abt Visitator f\u00fcr die Benediktinerkl\u00f6ster der Di\u00f6zese Konstanz- unterst\u00fctzten ihn dabei. St. Gallener M\u00f6nche wurden in Wiblingen geschult.<\/p>\n<p align=\"justify\">Abt Kaspar f\u00fchrte die von Abt Eglolf begonnen Bauten weiter. Unter seiner Herrschaft wurde das Dormitorium und das Refektorium beendet.<\/p>\n<p align=\"justify\">Nach dem Schiedsspruch von 1457 hielt sich Kaspar zumeist in Konstanz bei seinem Bruder Hermann oder auf der Reichenau auf. 1463 erkrankte er. Gegen die Zusicherung eines Leibgedings von 400 Gulden verzichtete er auf die Abtei. Er verstarb am 24.4. 1463 in Konstanz und wurde in St. Gallen begraben.<\/p>\n<p align=\"justify\">Ulrich R\u00f6sch wurde am 14.2. 1426 als Sohn eines B\u00e4ckermeisters in Wangen im Allg\u00e4u geboren. Er kam fr\u00fch als K\u00fcchenjunge ins Kloster Sankt Gallen. Dort fiel der aufgeweckte Bursche Abt Eglolf auf. Er liess ihn zur Schule gehen. Nach seiner Ausbildung trat er als M\u00f6nch ins Kloster ein. Er erwarb sich rasch gro\u00dfes Ansehen. 1451 wurde er Gro\u00dfkeller. Aber Abt Konrad setzte ihn&#160; am 6.10.1453&#160; ab. Er wurde nach Wiblingen in die Verbannung geschickt, durfte jedoch am 25.5.1454 nach St. Gallen zur\u00fcckkehren. Ulrich R\u00f6sch stand nun an der Spitze einer Oppositionsbewegung gegen Abt Konrad. Er konnte erfolgreich den Verkauf der f\u00fcrstlichen Landeshoheit an die Stadt Sankt Gallen sowie die von Abt Kaspar geplante Umwandlung der Abtei in ein Chorherrenstift hintertreiben. Am 24.2.1456 wurde das Kloster wieder visitiert. Abt Berthold, Abt von St. Stephan in W\u00fcrzburg erteilte dem Hirsauer Abt Wolfram Maiser von Berg die Genehmigung,&#160; zusammen mit Ulrich R\u00f6sch die Visitation in St. Gallen durchzuf\u00fchren. Bei dieser Visitation wurde Abt Kaspar suspendiert. Gegen diese Entscheidung legte er Widerspruch bei dem Provinzkapitel in Erfurt ein. Der Streit landete schlie\u00dflich vor den r\u00f6mischen Gerichten. In diesem Prozess wurde Ulrich vom Konvent zum seinem Bevollm\u00e4chtigten ernannt. Der p\u00e4pstliche Legat best\u00e4tigte die Suspendierung. Ulrich R\u00f6sch wurde zum \u201cadministrator in spiritualibus und temporalibus\u201d auf Lebenszeit ernannt. Papst Calixt III. best\u00e4tigte dies am 22.12.1457.&#160; Einen ersten Konflikt hatte Ulrich als Administrator mit der Stadt St. Gallen, als er einen Stadtb\u00fcrger festnehmen lie\u00df, der nach Meinung der Stadt unschuldig war. Im Gegenzug verhaftete die Stadt zwei Klosteruntertanen. Der Streit wurde erst ein Jahr sp\u00e4ter durch Vermittler aus Z\u00fcrich und Luzern beigelegt.<\/p>\n<p align=\"justify\">Als Abt Kaspar wegen seiner Krankheit 1463 resignierte, reiste Ulrich R\u00f6sch nach Rom, wo er am 29.4. zum Abt ernannt wurde. Nikolaus von Kues, der nun p\u00e4pstlicher Legat war, weihte ihn am Tag darauf zum Abt. Als der neue Abt sein Amt antrat, lebten noch acht M\u00f6nche im Kloster. Ulrich R\u00f6sch ist der erste nichtadlige Abt des Kloster Sankt Gallen. Auch sein Kloster wurde mehrere Male visitiert. 1475 erhielt der Abt von Papst Sixtus IV. die Erlaubnis, Alt\u00e4re zu konsekrieren, Kapellen, Kirchen und Friedh\u00f6fe zu rekonzilieren also erneut zu weihen, niedere Weihen vorzunehmen und drei\u00dfigt\u00e4gige Abl\u00e4sse zu spenden.    <br \/>Er erbat sich vom Papst die Erlaubnis, dass der Konvent an drei Tagen Fleisch zu sich nehmen d\u00fcrfe. In seinem Kloster hatte er genaue Klausurvorschriften erstellt und die kl\u00f6sterliche Disziplin gehoben, so dass er sich 1485 bei einer Visitation durch den Wiblinger Abt Konrad und dem Abt Georg von St. Stephan in W\u00fcrzburg dem Begehren sich einem der drei deutschen Reformzentren anzuschlie\u00dfen, widersetzen konnte.<\/p>\n<p align=\"justify\">Auch als weltlicher F\u00fcrst leistete er einiges. Bei Abt Ulrichs Amtsantritt stand das Kloster vor dem Ruin. Die hochmittelalterliche Wirtschaftsentwicklung, innerkl\u00f6sterliche Missst\u00e4nde, das Streben nach Selbstst\u00e4ndigkeit der kl\u00f6sterlichen Territorien, die Verselbst\u00e4ndigung der Stadt Sankt Gallen infolge ihres Leinwandhandels, das alles wirkte zusammen. Er baute wieder eine musterg\u00fcltige, leistungsf\u00e4hige Zentralverwaltung auf, kaufte verpf\u00e4ndete Rechte und G\u00fcter zur\u00fcck und arrondierte den kl\u00f6sterlichen Besitz systematisch. Er erwarb Teile von Waldkirch, dazu Obergoldach, Niederhelfenschwil, Bronschhofen, Rossr\u00fcti, M\u00f6rschwil und Untereggen,Eggersried, Thurstuden, Gebhardschwil und Enkh\u00e4usern. Der wichtigste Erwerb war der Erwerb der Landeshoheit \u00fcber die Grafschaft Toggenburg. Er kaufte sie 1468 von dem Wallliser Freiherrn Petermann von Raron, dem Erben des 32 Jahre Jahre vorher ausgestorbenen Dynastengeschlechts f\u00fcr 14500 Gulden. Bei seinem Amtsantritt hatte die Abtei ein j\u00e4hrliches Einkommen von 3000 Gulden, wovon aber 1300 Gulden f\u00fcr Zinsen abgingen. Unter Abt Ulrich stiegen die Einnahmen Jahr f\u00fcr Jahr. Er konnte schlie\u00dflich, wie man errechnet hat, 28000 Gulden f\u00fcr n\u00fctzliche Bauten verwenden. Auch die Klosterfamilie wuchs wieder und stieg auf 20 M\u00f6nche an. Er reorganisierte das Gerichtswesen und nahm eine umfassende Gesetzgebung vor, Offnungen und die Landsatzung von 1468. Aus einem eher lockeren Gef\u00fcge von Besitz- und Rechtstiteln hatte er einen Territorialstaat fr\u00fchzeitlicher Pr\u00e4gung geformt. Er wird nicht umsonst auch immer wieder als zweiter Gr\u00fcnder Sankt Gallens bezeichnet. Dieser neue Staat \u00fcberstand die Wirren der Reformation und hatte bis zum Ende des Ancien Regime 1798 Bestand.<\/p>\n<p align=\"justify\">Wichtig waren auch die Vereinbarungen mit den 4 Schirmorten. So schloss er 1479 den Hauptmannschaftsvertrag ab. Danach sollte dem Abt ein in Wil residierender Hauptmann, der im zweij\u00e4hrigen Turnus wechselte, als Vertreter der Schirmorte bei seinen politischen Aufgaben zur Seite stehen. Diese Leistungen wurden auch von Kaiser und Papst beachtet und er wurde verschiedene Male mit p\u00e4pstlichen und kaiserlichen Missionen beauftragt. Er war Kommissar Kaiser Friedrichs im Streit zwischen der Stadt Lindau und dem Grafen Ulrich von Montfort. W\u00e4hrend der K\u00e4mpfe zwischen Sixtus IV. und der Republik Venedig leitete er die Verhandlungen zwischen der Kurie und den Eidgenossen. Sixtus wollte ihn zum Kardinal ernennen, aber er lehnte ab.<\/p>\n<p align=\"justify\">Die B\u00fcndnisverpflichtungen gegen\u00fcber Schirmorten und Kaiser hielt er ein.<\/p>\n<p align=\"justify\">So lie\u00df er 1478 auf den Ruf der Eidgenossen auch seine Soldaten gegen Bellenz (Bellinzona) ziehen und seine und st\u00e4dtische Truppen waren auch im Reichsheer dabei, das 1475 bei Neuss gegen Karl den K\u00fchnen zog, worauf Kaiser Friedrich den St. Gallener erlaubte, dass der B\u00e4r auf ihrem Stadtwappen ein goldenes Halsband tragen durfte.<\/p>\n<p align=\"justify\">Am 29. November 1484 wird Joachim Watt in St. Gallen als Sohn einer einflussreichen Leinenh\u00e4ndlerfamilie geboren. Er studierte in Wien, nannte sich der Sitte der Zeit gem\u00e4\u00df sp\u00e4ter Vadianus, war Gelehrter, Mediziner und Humanist. Er war mit Ulrich Zwingli, dem Wegbereiter der Reformation in der Schweiz. Er kehrte 1518 nach St. Gallen zur\u00fcck, war ab 1521 im Stadtrat von St. Gallen und wurde 1526 B\u00fcrgermeister von St. Gallen und f\u00fchrte dann die Reformation in der Stadt St. Gallen durch. Nat\u00fcrlich wurde auch das Kloster betroffen.<\/p>\n<p align=\"justify\">Zur\u00fcck zu Abt Ulrich. Um&#160; gegen\u00fcber der Stadt Sankt Gallen unabh\u00e4ngiger zu werden, plante er ein neues Kloster in Rorschach. Er hatte sich 1483 vom Papst und 1485 vom Kaiser die Einwilligung zum Bau einer neuen, ausgedehnten Klosteranlage geben lassen. 1487 lie\u00df er in Rorschach den Grundstein legen. Die Stadt unter ihrem B\u00fcrgermeister Ulrich Varnb\u00fchler hegte Bef\u00fcrchtungen f\u00fcr ihren Markt und ihren Handel. Die Appenzeller sahen ihre Herrschaft durch die N\u00e4he des Klosters bedroht. B\u00fcrgermeister Varnb\u00fchler und der Appenzeller Landamann Hermann Schwendiner verlangten in Wil von Abt Ulrich die sofortige Einstellung der Klosterbauten.<\/p>\n<p align=\"justify\">Als dies nicht geschah, kam es zum offenen Aufruhr B\u00fcrger aus Appenzell<\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/300pxUeberfall_Kloster_Mariaberg.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right-width: 0px; display: block; float: none; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; margin-left: auto; border-left-width: 0px; margin-right: auto\" title=\"300px-Ueberfall_Kloster_Mariaberg\" border=\"0\" alt=\"300px-Ueberfall_Kloster_Mariaberg\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/300pxUeberfall_Kloster_Mariaberg_thumb.jpg\" width=\"200\" height=\"244\" \/><\/a>und St. Gallen zogen nach Rorschach und zerst\u00f6rten die noch unfertigen Klosterbauten. Der Abt rief seine Schirmorte an. Die Aufr\u00fchrer hatten die Untertanen in der Landschaft zwischen dem Bodensee und Wil zum Abfall vom Kloster Sankt Gallen aufgerufen und am 21. 10.1489 den Waldkircher Bund gegr\u00fcndet. Die Schirmorte lie\u00dfen Truppen aufmarschieren und sprachen ein Machtwort. Die Stadt musste ziemlich b\u00fcssen. Sie mussten verschiedene territoriale Rechte preisgeben und hohe Summen an die Gesch\u00e4digten zahlen. Abt Ulrich musste allerdings seine Klosterpl\u00e4ne in Rorschach aufgeben.&#160; Der Friede von St. Fiden beendete den St. Gallerkrieg. Ulrich Varnb\u00fchler und Hermann Schwendiner wurden verbannt, ihr Verm\u00f6gen eingezogen.<\/p>\n<p align=\"justify\">Abt Ulrich verstarb am 13.3. 1491 in Wil. Er wurde im Kreuzgang von St. Gallen bestattet. Er hatte sein Kloster vor dem Untergang bewahrt. Er war auch F\u00f6rderer von Kunst und Wissenschaft. Verschiedene seiner Konventualen lie\u00df er studieren.<\/p>\n<p align=\"justify\">Am 18.3.1491 wurde erstmals nach langer Zeit wieder ein Abt f\u00fcr St. Gallen gew\u00e4hlt. Gotthard Giel von Glattburg wird als Konventuale erstmals erw\u00e4hnt. Er stammte aus einem Ministerialengeschlecht im Dienste des St. Gallener Abt. Sie sind wohl verwandt mit der 1168 erstmals belegten Familie Giel. Die namensgebende Burg Glattburg ist ab 1268 belegt.&#160; Innozenz VIII. (1484- 1492) best\u00e4tigte ihn am 9.5.1491. Geweiht wurde er in Rom am 15.5.1491 von Bischof Titus Veltri von Castro. Am 9. Februar 1492 schloss er unter Vermittlung der Schirmorte einen Vertrag mit der Stadt Wil, der die Rechte des Landesherren gegen\u00fcber der Stadt festlegte.<\/p>\n<p align=\"justify\">Die Gossauer zahlten ab dem gleichen Jahr den Gro\u00dfen Zehnt wieder. Mariaberg sollte Schulungs- und Verwaltungszwecken dienen. Zu diesem Zweck nahm er den Wiederaufbau wieder auf. Am 13.2. 1497 lie\u00df der den Korn-und Wochenmarkt in Rorschach erstmals durchf\u00fchren. Das war eine weitere F\u00f6rderung Rorschachs gegen\u00fcber Steinach.<\/p>\n<p align=\"justify\">An den Schwabenkriegen, das ist die Auseinandersetzung zwischen dem Haus Habsburg \u2013\u00d6sterreich unterst\u00fctzt von dem Schw\u00e4bischen Bund einerseits und den Eidgenossen andrerseits, die von Januar bis September 1499 dauert. Die Eidgenossen blieben in drei wesentlich Schlachten siegreich und verteidigten ihre Selbstst\u00e4ndigkeit innerhalb des reiches erfolgreich. Rechtlich l\u00f6sten sie sich aber erst 1648 im Westf\u00e4lischen Frieden vom Reich.<\/p>\n<p align=\"justify\">1501 kommt es zu einer Grenzbereinigung zwischen der Landvogtei Thurgaus und den Stiftslanden, die noch heute Kantonsgrenze zwischen Thurgau und St. Gallen ist.<\/p>\n<p align=\"justify\">Abt Gotthard erkrankte gegen Ende seines Lebens und starb am 15.3.1504 in Wil mit nicht ganz 60 Jahren. Seine Verwaltung war gepr\u00e4gt von starker Bevorzugung seiner Familie, seine Br\u00fcder stattete er schon zu Beginn seiner Herrschaft mit Lehen aus, seinen Vater mit der Herrschaft W\u00e4ngi im Thurgau. Die Bevorzugung war so stark, dass der Konvent bei der Wahl des Nachfolgers Von Abt Gotthard Bestimmungen gegen den Nepotismus der \u00c4bte erstellte.<\/p>\n<p align=\"justify\">Am 19.04. 1504 wurde Franz von Gaisberg zum Abt gew\u00e4hlt. Er war damals etwas 40. Sein Vater Anton&#160; war nacheinander in \u00f6sterreichischen und franz\u00f6sischen diplomatischen Diensten t\u00e4tig. Seine Mutter Verena Hux war die Tochter eines reichen St. Gallener Webers. Der neue Abt musste vor seiner Wahl eine Wahlkapitulation anerkennen, die Ausw\u00fcchse in der Vetternwirtschaft, wie sie bei seinem Vorg\u00e4nger auf die Spitze getrieben worden waren, verhindern sollten. Abt. Franz wurde am 12.06.1504 in seinem Amt von Papst Julius II.(1443-1513) best\u00e4tigt. Er wird 13 Jahre sp\u00e4ter vom selben Bischof wie sein Amtsvorg\u00e4nger Gotthard Giel am 16.06.1504 zum St. Gallener Abt geweiht. 1504 kommt es unter Vermittlung von Kaiser Maximilian zum Ausgleich zwischen den S\u00f6hnen des B\u00fcrgermeisters Varnb\u00fchler, dessen G\u00fcter 1489 beim Streit mit Abt Ulrich eingezogen worden waren. Diese G\u00fcter mussten den S\u00f6hnen unverz\u00fcglich zur\u00fcckgegeben werden. Einen Streit zwischen Stadt und Kloster schlichtete Papst Julius II. am 13.06. 1505. Die Rechte beider Parteien werden in St. Laurenzen festgelegt. 1511 wird eine neue Orgel geweiht, die Abt Franz f\u00fcr 1500 Gulden restaurieren lie\u00df.<\/p>\n<p align=\"justify\">Der um 1470 geborene Schulmeister Christoph Schappeler (Sertorius) wird an eine von der Patrizierfamilie V\u00f6hlin&#160; gestiftete Predigerstelle von St. Martin in Memmingen berufen. Er war mit Zwingli und Vadian befreundet. Schon fr\u00fch bekannte er sich zur Reformation. In Memmingen f\u00fchrte er am 7.12. 1524 das Abendmahl unter beider Gestalt ein. In der Memminger Disputation stellte er die 7 Artikel als Bekenntnis seiner Lehre auf. Der Memminger Rat f\u00fchrte danach die Reformation in Memmingen ein. Da er auch mit Sebastian Lotzer, dem Schriftf\u00fchrer der Christlichen Vereinigung, also der aufst\u00e4ndischen Bauern in Schwaben hatte, musste er 1525 nach dem Scheitern des Bauernaufstands fliehen. Er ging zur\u00fcck nach St. Gallen.<\/p>\n<p align=\"justify\">1514 wurde Vadian von Maximilian zum Poeta Laureatus gekr\u00f6nt.<\/p>\n<p align=\"justify\">1519 w\u00fctete wieder die Pest in St. Gallen und raffte t\u00e4glich fast 30 Menschen hin. 1700 waren bis zum Jahresende gestorben. Vadian, seit 1518 St. Gallener Stadtarzt musste die Stadt auf der Flucht vor der Pest verlassen.<\/p>\n<p align=\"justify\">Abt Franz konnte den Klosterbesitz ausweiten und st\u00e4rken. 1505 kaufte er die Burg Berneck mit zugeh\u00f6rigem Besitz und 1510 von der \u00c4btissin Amalia von Lindau die Gerichtsrechte in Balgach.<\/p>\n<p align=\"justify\">1523 werden in St. Gallen erste reformatorische Predigten abgehalten. Die St. Galler B\u00fcrger luden Balthasar Hubmaier ein, der erst in Regensburg als Wallfahrtsprediger und seit 1522 in Waldshut als Prediger t\u00e4tig war. Dort kam er mit T\u00e4ufern in Z\u00fcrich in Kontakt.<\/p>\n<p align=\"justify\">Um 1523 g\u00e4rte es auch unter den Bauern. Die Forderung nach Abschaffung der Leibeigenschaft wurden immer st\u00e4rker. Am 1.5. 1525 formulierten Bauern des Oberen Amtes in L\u00f6mmerschwil ihre Forderungen in Artikeln. Unter Vermittlung der Schirmorte konnte die Abtei ihren Standpunkt weitgehend durchsetzen.<\/p>\n<p align=\"justify\">1524 verlangte der Gro\u00dfe Rat von den Geistlichen hell und klar gem\u00e4\u00df der richtigen Auslegung zu predigen. Das ist praktisch der Beginn der Reformation in St. Gallen.<\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/220pxJoachimvonWatt.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right-width: 0px; display: block; float: none; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; margin-left: auto; border-left-width: 0px; margin-right: auto\" title=\"220px-Joachim-von-Watt\" border=\"0\" alt=\"220px-Joachim-von-Watt\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/220pxJoachimvonWatt_thumb.jpg\" width=\"184\" height=\"244\" \/><\/a>Ab 1524 f\u00fchren Vadian und Johannes Kessler (Ahenarius) in der Stadt Lesinen durch, das sind reformatorische Bibelauslegungen.<\/p>\n<p align=\"justify\">In diesem Jahr folgt auch die reformationsbedingte konfessionelle Trennung vom Kloster.<\/p>\n<p align=\"justify\">Im M\u00e4rz 1525 wird die Wiedert\u00e4ufer-Bewegung in St. Gallen gegr\u00fcndet. St. Gallen wird bald zu einer europ\u00e4ischen T\u00e4uferhochburg. Am Palmsonntag tauft&#160; Konrad Grebel, das ist der Bruder von Martha von Watt, der Ehefrau Vadians 500 Taufwillige in der Sitter.<\/p>\n<p align=\"justify\">1526 wird Vadian B\u00fcrgermeister (bis 1551)<\/p>\n<p align=\"justify\">Am Ostersonntag 1527&#160; wird in&#160; St. Laurenzen das erste Abendmahl gefeiert. Damit ist die Reformation in St. Gallen angenommen.<\/p>\n<p align=\"justify\">Im 1. Kappeler Krieg standen sich die im Christlichen Burgrecht organisierten Reformierten, also Basel, Bern, Schaffhausen den f\u00fcnf altgl\u00e4ubigen Orten Luzern, Uri, Schwyz, Zug und Unterwalden gegen\u00fcber.<\/p>\n<p align=\"justify\">Z\u00fcrich unter seinem Reformator Zwingli sah nun die M\u00f6glichkeit gekommen, sein Reformwerk in der ganzen Eidgenossenschaft durchzusetzen. <\/p>\n<p align=\"justify\">In St. Gallen kam es 1529 zu einem Bildersturm. Mehrere Konventuale fl\u00fcchteten nach Einsiedeln, wo der ehemalige St. Galler M\u00f6nch Ludwig Blarer von Wartensee Abt war. Abt Franz, der leberkrank war und am Ende auch noch von der Wassersucht befallen, zog auf das Schloss Rorschach zur\u00fcck. Dort starb er 23.3.1529. Sein Tod wurde mehrere Tage geheimgehalten, um die Wahl eines Nachfolgers nicht zu gef\u00e4hrden.<\/p>\n<\/p>\n<p>Auf Initiative Vadians wird das Kloster Sankt Gallen 1529 s\u00e4kularisiert. Trotzdem wird mit Kilian Germann im M\u00e4rz in Rapperswil ein neuer Abt gew\u00e4hlt. Er ist um 1485 geboren. Sein Vater Johannes war f\u00fcrst\u00e4btlicher Obervogt auf&#160; L\u00fctisburg (1487). Der von ihm gegr\u00fcndete Familienzweig trug den Beinamen K\u00f6(u)ffi. Sein Bruder Hans war ab 1514 Offizier in franz\u00f6sischen Diensten. Er war Gesandter des F\u00fcrstabts von St. Gallen und vertrat von 1529-1532 die Interessen seines Bruders Kilian und nach dessen Tod die des Nachfolgers Diethelm Blarer. Er war von 1532 \u20131540 Landvogt von Toggenburg. Als Pers\u00f6nlichkeit \u00fcberregionalen von \u00fcberregionalem Einfluss stand er wegen seines Einsatzes f\u00fcr den alten Glauben<\/p>\n<p>bei Landesherren und katholischen Orten in hohem Ansehen. Kilian war vor seiner Wahl zum Abt Grosskeller in&#160; St. Gallen,&#160; 1523 wurde er Statthalter in Rorschach, ab 1528 Statthalter in Wil. Seine Wahl zum Abt erfolgte in der Nebendstube des Roten L\u00f6wen in Rapperswil. Am 18.6.1529 erfolgte die Konfirmation durch Papst Clemens VII. Er hielt sich in Wil auf, musste aber zu Beginn des 1. Kappeler Kriegs, begleitet von Dekan Otmar Glus und seinem K\u00e4mmerer nach Meersburg fliehen. Die Weihe erfolgte dennoch mit gro\u00dfem Pomp mit p\u00e4pstlicher Erlaubnis in \u00dcberlingen.<\/p>\n<p align=\"justify\">Auf dem Gebiet des Klosters breitete sich die Reformation gef\u00f6rdert von dem Vierortehauptmann Jakob Frei immer st\u00e4rker aus. Von Z\u00fcrich aus wurde versucht, den Abt gefangen zu setzen und das Kloster aufzul\u00f6sen. Abt Kilian war mit Hafbefehl gesucht. Er kaufte f\u00fcr 500 Gulden Schlo\u00df Wolfurth bei Bregenz, um im Ausland eine sichere Bleibe zu haben. Am 20.06.1530 sagte sich das Toggenburg von St. Gallen los. Die Stadt erwarb den Stiftsbezirk mit den meisten Rechten f\u00fcr 14000 Gulden. Im Juli 1530 besuchte er den Reichstag in Augsburg um die kl\u00f6sterlichen Rechte gegen St. Gallen und Z\u00fcrich zu verteidigen, allerdings ohne Erfolg. Er besuchte den Grafen Hugo von Montfort. Auf der R\u00fcckreise st\u00fcrzte er in die Bregenzer Ach und ertrank. Die verbliebenen Konventherren mussten 1531 das Kloster r\u00e4umen und wurden mit einer Rente abgefunden. Das schien das Ende des Klosters zu sein, dann aber kam der 2. Kappelerkrieg. Am 15.10.1531 fand die Schlacht bei Kappel statt. Die f\u00fcnf Hauporte marschierten gegen Kappel, das Z\u00fcricher Heer kam zu sp\u00e4t. Nach kurzem Widerstand floh das Z\u00fcricher Heer. Unter den Gefallenen war auch Zwingli.<\/p>\n<p align=\"justify\">Am 20.11. 1531 wurde im Weiler Deinikon der 2. Kappeler Landfriede geschlossen. Er nahm das cuius regio-eius religio Prinzip des Augsburger Religionsfrieden vorweg und erlaubte jedem Ort die Konfession seiner B\u00fcrger und Untertanen selbst zu bestimmen. Und f\u00fcr unsere Betrachtung wichtig, den Z\u00fcricher Expansionsbestrebungen in der Ostschweiz wurde ein Ende bereitet. Die F\u00fcrstabtei St. Gallen wurde wiederhergestellt.<\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/300pxSchlacht_bei_Kappel.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right-width: 0px; display: block; float: none; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; margin-left: auto; border-left-width: 0px; margin-right: auto\" title=\"300px-Schlacht_bei_Kappel\" border=\"0\" alt=\"300px-Schlacht_bei_Kappel\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/300pxSchlacht_bei_Kappel_thumb.jpg\" width=\"244\" height=\"119\" \/><\/a><\/p>\n<p align=\"justify\">Diethelm Blarer war der Sohn des Jakob, Junker und Obervogt von Rorschach. Seine Mutter war Apollonia von Syrgenstein. Diethelm besuchte die Lateinschule in Lindau im Bodensee. 1523 ist er als Sankt Gallener Konventuale belegt. 1528 war er Statthalter in Rorschach. Nach dem Tod von Abt Kilian wurde Diethelm im Kloster Mehrerau am 19.9. 1530 zum F\u00fcrstabt von St. Gallen gew\u00e4hlt. Die Best\u00e4tigung erteilte ihm Papst Clemens VII. bereits am 22.5.1531. Von Kaiser Karl V. hatte&#160; er die Regalien bereits am 10.10.1530 erhalten, also nicht mal ganz einen Monat nach seiner Wahl. Daraus l\u00e4sst sich wohl auch ersehen, dass der Habsburger daran interessiert war, die Altgl\u00e4ubigen zu st\u00e4rken. Am 12. Dezember 1531 zog Abt Diethelm in Wil ein. Nach&#160; St. Gallen konnte erst wieder 1532. In der Zeit vom 19.-28 Februar1532 wurde in der \u00e4btischen Residenz von Wil der Vertrag zwischen Abt und Stadt ausgehandelt. Das Kloster war ja 1530 von der Stadt gekauft worden. Beim Bildersturm am 23. Februar 1529 waren die Bilder und Statuen gewaltsam aus der Kirche entfernt und verbrannt worden. In z\u00e4hen Verhandlungen konnten die st\u00e4dtischen Abgeordneten die Forderungen des Abtes von 60.000 auf 10.000 Gulden reduzieren. Die Einwohner St. Gallens konnten in ihrem evangelischen Glauben frei Leben und die Leinenweberei, Grundlage des wirtschaftlichen Wohlstands St. Gallens wurde nicht behindert. So war eine leidliche Nachbarschaft erreicht worden. Abt Diethelm zog am 1. M\u00e4rz 1532 erstmals als Abt in den Klosterbezirk ein. Abt Diethelm wurde am 28.4. 1532 vom Konstanzer Weihbischof Dr. Melchior Fattlin im Beisein vieler Adliger geweiht.<\/p>\n<p align=\"justify\">Das Toggenburg hatte sich ja 1530 von St. Gallen losgesagt. Im 2. Kappeler Landfrieden wurde das den Toggenburgern zun\u00e4chst best\u00e4tigt, musste aber im toggenburger Landfrieden 1538 wieder unter St. Gallener Herrschaft zur\u00fcckkehren. Auf Druck der eidgen\u00f6ssischen Schirmorte Z\u00fcrich, Glarus, Schwyz und Luzern musste der Abt den reformierten Glauben in Toggenburg dulden. Damit war dies eine der wenigen Landschaften in der alten Eidgenossenschaft, in der beide Konfessionen nebeneinader zugelassen wurden. Abt Diethelm m\u00fchte sich nach Kr\u00e4ften, den alten Glauben unter seinen Untertanen zu festigen und zu st\u00e4rken. Er bek\u00e4mpfte die T\u00e4ufer.<\/p>\n<p align=\"justify\">Die Zahl der Konventualen wuchs nun wieder st\u00e4ndig.<\/p>\n<p align=\"justify\">1538 wurden die Gebeine Otmars, die wegen des Bildersturms nach Einsiedeln in Sicherheit gebracht worden waren, wieder zur\u00fcckgeholt und am 15.11. 1539 wieder an ihrer alten Ruhest\u00e4tte bestattet.<\/p>\n<p align=\"justify\">!541 w\u00fctete wieder einmal die Pest in St. Gallen und raffte ein F\u00fcnftel der Stadtbev\u00f6lkerung hin.<\/p>\n<p align=\"justify\">Diethelm legte gro\u00dfen Wert auf die Ausbildung seiner Konventualen. Viele schickte er nach Dillingen zum Studium, dem neuen Zentrum der Gegenreformation in Deutschland. Ab 1564 hatte die Abtei auch einen Freiplatz in Paris.<\/p>\n<p align=\"justify\">Ende Januar hatte Vadian seine Bibliothek mit 400 B\u00e4nden der Stadt Gallen vermacht. sie ist Grundlage der \u201cVadiana\u201d, der St. Gallener Kantonsbibliothek. Er starb am 6. April 1551 in St. Gallen. Am 18. Mai 1551 verstarb auch Christoph Schappeler. Damit waren innerhalb kurzer Zeit zwei wichtige St. Gallener Reformatoren gestorben.<\/p>\n<p align=\"justify\">Am 6.6.1551 wurde der Grundstein zu einem neuen Bibliotheksgeb\u00e4ude gelegt, auch das sichtbares Zeichen auf die wieder erwachte Wertsch\u00e4tzung der Bildung, ganz im sinne des Tridentinischen Konzils.<\/p>\n<p align=\"justify\">Zweimal erhielt Abt Diethelm die Aufforderung am Konzil von Trient teilzunehmen, der er wohl nicht pers\u00f6nlich nachkam. Aber der Gossauer Pfarrer Florin Ferch begleitete den Einsiedler Abt Joachim Eichhorn nach Trient. Es war als Reaktion auf Luther beschlossen worden, betonte den autoritativen Charakter der kirchlichen Tradition, wandte sich also gegen Luthers \u201csola scriptura\u201d. Es leitete die Gegenreformation ein. 1564 verk\u00fcndete Papst Pius IV. das \u201cTridentinische Glaubensbekenntnis, das die Konzilsdekrete zusammenfasste.<\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/Konzil_von_Trient2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right-width: 0px; display: block; float: none; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; margin-left: auto; border-left-width: 0px; margin-right: auto\" title=\"Konzil_von_Trient2\" border=\"0\" alt=\"Konzil_von_Trient2\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/Konzil_von_Trient2_thumb.jpg\" width=\"226\" height=\"244\" \/><\/a> <\/p>\n<p align=\"justify\">Einfluss hatte St. Gallen nun auch wieder auf Schweizer Kl\u00f6ster.&#160; In Wettingen wurde Peter Eichhorn, in Fischlingen Markus Schenkli Abt, beide ehemalige St. Gallener Konventuale. In ihren neuen Kl\u00f6ster wirkten sie als reformfreudige \u00c4bte.<\/p>\n<p align=\"justify\">Die Toggenburger Abtei St. Johann im Thurtal war in einem sehr beklagenswerten Zustand. 1546 hatte der dortige Abt Johannes Zoller resigniert. Mit einem p\u00e4pstlichen Entscheid wurde das Kloster 1555 dem Kloster St. Gallen inkorporiert.<\/p>\n<p align=\"justify\">1555 wurde in Augsburg der Religionsfriede ausgehandelt. Da St. Gallen formal ja noch zum Deutschen Reich geh\u00f6rte, betraf das nat\u00fcrlich auch St. Gallen. Nach dem nun geltenden Grundsatz mussten St. Gallener Stadtb\u00fcrger nun den evangelischen Glauben annehmen oder auswandern.<\/p>\n<p align=\"justify\">Probleme gab es immer noch mit der Herrschaft des Klosters \u00fcber die Untertanen. am 26.1. 1559 erging das Rapperswiler Urteil dieses l\u00f6ste den sogenannten Rorschacher Putsch aus.<\/p>\n<p align=\"justify\">Abt Diethelm erkrankte gegen Ende seines Lebens an Wassersucht. Er starb am<\/p>\n<p align=\"justify\">18.12. 1564 in Rorschach. Begraben wurde er in&#160; St. Gallen. er ging als \u201cDritter Gr\u00fcnder\u201d in die Geschichte der Abtei ein.<\/p>\n<p align=\"justify\">Mit Otmar Kunz kam der zweite b\u00fcrgerliche auf den Sankt Gallener Abtstuhl. Er ist um 1530 in Wil als Sohn eines B\u00e4ckers geboren. Die Profess legte er am 18.5.1547 ab. Dann wurde er Statthalter in Rorschach. Mit 34 wurde er am 20.12. 1564 zum Abt gew\u00e4hlt. Seine Konfirmation durch Papst Pius IV. verz\u00f6gerte sich, weil das Trienter Konzil nun einen Informativprozess gefordert hatte, der beim neuen Abt noch gefehlt hatte. Melchior Lussi, der Landamman von Nidwalden und&#160; 1562\/1563 Gesandter der katholischen Orte am Konzil von Trient, erhielt die Vollmacht, die Konfirmation einzuholen. Am 13.7. 1565 wurde sie schlie\u00dflich erteilt. Die Weihe erfolgte am 16.10.1565 in St. Gallen durch Weihbischof Jakob Eliner aus Konstanz in Anwesenheit der \u00c4bte Kaspar Kindelmann von Ottobeuren und Joachim Eichhorn von Einsiedeln.<\/p>\n<p>1521 hatten praktisch alle eidgen\u00f6ssischen Ort mit Ausnahme Z\u00fcrichs Soldb\u00fcndnisse mit Frankreich geschlossen. Am 21.7. 1565 erneuerte Abt Otmar in Mont -de-Marsan das B\u00fcndnis mit Frankreich.<\/p>\n<p>Die von Kardinal Mark Sittich von Hohenems einberufene Konstanzer Di\u00f6zesansynode sollte die Konzilsbeschl\u00fcsse von Trient zur Durchsetzung der Konzilsbeschl\u00fcsse und der katholischen Reform verhelfen. Es ging um die Erneuerung des geistlichen Lebens und eine bessere Ausbildung des Klerus. Die eidgen\u00f6ssischen Geistlichen nahmen das mit einigem Vorbehalt auf, weil sie ihre eigenen Rechte , Privilegien und Freiheiten eingeschr\u00e4nkt sah. Ein bleibendes Resultat war, dass die Kirchengemeinden verpflichtet wurden, Kirchenb\u00fccher zu f\u00fchren. F\u00fcr sein Kloster stellte Abt Otmar nach der Konstanzer Synode die &quot;Reformatio Sancti Galli&quot; auf. Der&#160; Rorschacher Vertag vom 13.9. und der Wiler Spruch vom 20.9. 1566 wurden Stadt und Kloster territorial v\u00f6llig getrennt. Eine 31 Fu\u00df hohe Mauer mit Tor trennte beide Gebiete. Schlie\u00dflich wurde noch das s\u00fcdliche Tor gegen die Steinach gebaut, durch das man die Abtei verlassen konnte, ohne die Stadt zu betreten. Diese Tor wurde sp\u00e4ter Karlstor genannt, weil der Mail\u00e4nder Kardinal Carl Borromeo bei seinem Besuch des Klosters Sankt Gallen am 26.\/27. August 1570 angeblich als erster durch dieses Tor geschritten ist. Au\u00dferdem einigte man sich \u00fcber die gegenseitigen Schulden.<\/p>\n<p>1568 war das Kloster Sankt Johann wegen Brandstiftung in Flammen aufgegangen. dieses lie\u00df Abt Otmar wieder aufbauen. Er bem\u00fchte sich stark um die Rekatholisierung, die er in Toggenburg im Gegensatz zur alten Landschaft nicht so stark durchsetzen konnte. Seine Vorschriften f\u00fcr das t\u00e4gliche Leben brachte ihm manche H\u00e4ndel ein. So mussten alle Bewohner \u00fcber 14 in&#160; der Alten Landschaft zum Beispiel einmal j\u00e4hrlich w\u00e4hrend der Fastenzeit zur Beichte gehen.<\/p>\n<p>Er legte gro\u00dfes Gewicht auf die Ausbildung seiner Konventualen. Er lie\u00df einige von ihnen am renommierten Jesuitenkolleg Clermont in Paris studieren, so zum Beispiel seinen Nachfolger Joachim Opser, Mauritius Enk, der w\u00e4hrend seiner Pariser Studienzeit B\u00fccher f\u00fcr die St. Gallener Bibliothek erwarb, Ulrich Oesch oder Adam Giel von Glattburg. Er achtete auf den Gottesdienst und f\u00f6rderte die Kunst. Er f\u00f6rderte vor allem die Bibliothek und lie\u00df mehrere Hundert B\u00e4nde zu allen Themenbereichen anschaffen. Am 27.1. 1577 verstarb er in Wil.<\/p>\n<p align=\"justify\">Nachfolger Abt Otmars wurde der ca. 1548 in Wil geborene Joachim Opser. sein Vater Michael war f\u00fcrst\u00e4btlicher Kanzler. Er war aus Glaubensgr\u00fcnden von St. Gallen nach Wil ausgewandert. Joachim studierte ab dem Fr\u00fchjahr 1564 an der Universit\u00e4t Dillingen, die als Folge des Konzils von Trient von dem Augsburger Bischofs Kardinal Otto Truchsess von Waldburg gegr\u00fcndet worden war und deren vorrangige Aufgabe die Ausbildung des Pfarrernachwuchses und des katholischen Adels in S\u00fcddeutschland war.Von 1570 bis 1574 studierte er am Jesuitenkolleg Clermont in Paris. Er erlebte die Bartolom\u00e4usnacht, in der in der Nacht vom 24. August 1572 auf Befehl Katharina von Medici der Hugenottenf\u00fchrer Admiral Gaspard de Coligny und andere Hugenottenf\u00fchrer sowie Tausende von Hugenotten ermordet wurden. In zwei Briefen an Abt Otmar berichtet Joachim davon. Nach sein er R\u00fcckkehr nach St. Gallen bet\u00e4tigte er sich als Prediger und Seelsorger. Am 8.4.1576 ist er Dekan. Nach dem Tod Abt Otmars wird er am 29.1.1577 zum Abt gew\u00e4hlt.Die Konfirmation durch Papst Gregor XIII. erfolgt am 16.4. 1578. Die Weihe erfolgt in Rorschach am 24.6.1578 durch Weihbischof Balthasar Wurer aus Konstanz. Der Churer Bischof Beatus a Porta (1565-1581) und das Domkapitel schlugen ihn zum Weihbischof von Chur vor mit dem Recht auf Nachfolge. doch als Ausw\u00e4rtiger stie\u00df er in B\u00fcnden auf Widerstand. Nachdem er sich mit den Schirmorten Luzern und Schwyz beraten hatte, lehnte er die Berufung aber ab und verblieb als Abt in St. Gallen. 1579 ernannte Papst Gregor XIII. den Bischof von Vercelli als Nuntius mit besonderen Rechten f\u00fcr die Schweiz ernannt. Er visitierte unerm\u00fcdlich Pfarreien und Kl\u00f6ster in den Bist\u00fcmern Konstanz, Chur, Sitten, Lausanne und Basel. Er versuchte sehr energisch die Beschl\u00fcsse des Konzils durchzusetzen, so energisch, dass ihn selbst Rom manchmal zur Milde mahnte. Bei einzelnen Kl\u00f6stern vor allem im Aargau und Thurgau stie\u00df er sogar auf Widerstand. Auch die Visitation im Kloster Sankt Gallen, die am 10.9. 1579 f\u00fcr mehrere Tage begann, scheint nicht ohne Reibungsverluste und Missverst\u00e4ndnisse abgelaufen zu sein.<\/p>\n<p align=\"justify\">1588 verbot der Abt fremden Kriegsdienst, um zu verhindern, dass Landsleute gegeneinander k\u00e4mpften.<\/p>\n<p align=\"justify\">Um 1590 gab es im Konvent Spannungen. Ein Teil des Konvents warf ihm ungeb\u00fchrlichen Lebenswandel vor, forderte aber zugleich Erleichterungen im Ordensleben. Der vom Nuntius mit der Untersuchung der Auseinandersetzung beauftragte Sekret\u00e4r, kam zu dem Schluss, dass die Verd\u00e4chtigungen gegen den Abt unbegr\u00fcndet waren. In der Frage der Disziplin musst er aber dem Konvent Zugest\u00e4ndnisse machen. \u00d6konomisch lief es auch nicht so gut f\u00fcr den Abt.&#160; F\u00fcr die Verwaltung wurden ihm vier Administratoren beigegeben. Neuravensburg musste er 1586 an die Stadt Wangen verkaufen. und auch Klostergut in Wangen ver\u00e4u\u00dfern.<\/p>\n<p align=\"justify\">1594 w\u00fctete wieder einmal die Pest in St. Gallen deshalb schickte er die meisten M\u00f6nche nach Schwarzenbach oder St. Johann. Er selbst harrte in St. Gallen aus. Er wurde aber auf der Kanzel vom Schlag getroffen und verstarb am 24.8.1594.<\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/Abt.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right-width: 0px; display: block; float: none; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; margin-left: auto; border-left-width: 0px; margin-right: auto\" title=\"Abt\" border=\"0\" alt=\"Abt\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/Abt_thumb.jpg\" width=\"201\" height=\"244\" \/><\/a>Bernhard M\u00fcller wurde 1557 in Ochsenhausen als Sohn von Brosi M\u00fcller und Magdalena Lutz in Ochsenhausen geboren. Er besuchte am Kloster Ochsenhausen die Lateinschule vom 9. bis zu seinem 16. Lebensjahr. 1574 kam er ins Kloster Sankt Gallen. Er legte dort die Profess am 17.12.1576 ab. Unter Abt Otmar wurde er zum Studium an die Jesuitenuniversit\u00e4t nach Dillingen geschickt. Er studierte dort Syntax, Humaniora, Rhetorik und Philosophie. 1582 schloss er den Baccalaureus philosophiae ab, 1583 den Licentiatus und beendete sein Studium am 21.6. 1583 mit summa cum laude als Magister artium liberalium. Er wurde 1583 Subdiakon, dann Diakon und 1584 schlie\u00dflich Priester. In Dillingen wurde er am 5.5. 1588 zum Baccalaureus theologiae promoviert und beendete seine akademische Ausbildung am 26. 10. 1593 wie damals an den Universit\u00e4ten \u00fcblich nach \u00f6ffentlicher Disputation&#160; mit dem Doktor der Theologie.Auch im Kloster machte er Karriere. Am 27.8.1594 wurde er zum Abt gew\u00e4hlt. Die Konfirmation verlief nicht problemlos. Erst nach einigen Schwierigkeiten mit der Kurie erteilte Papst Clemens VIII. diese am 12.12.1594. Geweiht wurde er am&#160; 16.10.1595. Rudolf II. best\u00e4tigte ihm am die Regalien.<\/p>\n<p align=\"justify\">Das Konzil von Trient hatte in seinem Ordensdekret vorgeschrieben, dass selbstst\u00e4ndige Kl\u00f6ster, die keinem Verband oder Generalkapitel angeh\u00f6rten, sich innerhalb eines Jahres nach Abschluss des Konzils zu Kongregationen zusammen schlie\u00dfen sollten. In der Eidgenossenschaft geschah das erst 39 Jahre sp\u00e4ter vor allem auf Druck des p\u00e4pstlichen Nuntius Giovannni della Torre, Bischof von Krk. Mit den Reformans\u00e4tzen des Tridentinums hatte man in St. Gallen schon begonnen. Nun trafen sich die \u00c4bte von St. Gallen, Einsiedeln, Muri und Fischingen, alle in der Di\u00f6zese Konstanz gelegen, am 29. Mai 1602 mit dem Nuntius. Die Pr\u00e4laten beschlossen die Gr\u00fcndung der Kongregation und trafen sich am 12.Juli 1602 in Wil wieder. Dort stellten sie eine Liste von Reformmassnahmen zusammen. Am 4.11. 1602 bat der Abt von Pf\u00e4fers um Aufnahme, am 9. April 1603 der Abt von Rheinau. Es folgte Engelberg am 12. Mai 1604 und Disentis wurde 1617 in die Kongregation aufgenommen. Die beschlossenen Reformen waren nicht immer durchschlagend. Auch bei materiellen zum Beispiel nach Brandf\u00e4llen oder bei finanzieller Misswirtschaft oder personellen Notlagen griffen die Kongregations\u00e4bte ein. Die P\u00e4pste hatte der Kongregation Exemtion verliehen. Trotzdem gab es immer wieder Jurisdiktionstreitigkeitigkeiten mit den Bisch\u00f6fen wegen des Visitationsrechts, des Vorsitzes bei der Abtswahl, des Rechts auf Wahlbest\u00e4tigung und der Abtsweihe. Da aber alle \u00c4bte in der Kongregation um Reformen bem\u00fcht waren, wurde das 17.Jahrhundert eine Bl\u00fctezeit f\u00fcr die Schweizer Kl\u00f6ster. Diese hatten auch durchaus Strahlkraft nach au\u00dfen. So waren Kempten (1664-1679), Murbach (1666-1686) und Fulda (1672-1679)Mitglied der Kongregation. Ein dauerndes Verbleiben bei den Schweizern&#160; war wegen des Adelsprivileg nicht m\u00f6glich.<\/p>\n<p align=\"justify\">Auch das Kloster Sankt Gallen hatte einen langen Rechtsstreit mit dem Bistum Konstanz um die geistliche Jurisdiktion des Sankt Gallener Untertanengebiets und seiner Pfarreien zu f\u00fchren. Die R\u00f6mische Rota, also der ordentliche Appellationsgerichtshof entschied im M\u00e4rz 1613 f\u00fcr St. Gallen. Im Konkordat mit Konstanz wurde das Offizialat St. Gallen geschaffen. die stift-sankt gallischen Pfarreien waren von der bisch\u00f6flichen Jurisdiktion befreit. St. Gallen war exemt. Das Offizialat St. Gallen nahm von 1614 bis 1800 die Funktion eines Generalvikariats war. Der erste Offizial wurde P. Jodok Mezler, der 1574 in Andelbuch geboren war, in Dillingen und Rom studierte hatte, mit dem Doktor des geistlichen Rechts abschloss und ma\u00dfgeblichen Anteil&#160; an dem Ausgleich zwischen Bistum und Abtei hatte. Abt Bernhard visitierte die Pfarreien regelm\u00e4\u00dfig so erstmals 1603. Aber auch andere geistliche Belange hatte Abt Bernhard im Auge. So l\u00f6ste er eine Klostergemeinschaft von Waldschwestern 1616 auf und lie\u00df sie in das neuerbaute Kloster Sankt Scholastika in Rorschach umziehen<\/p>\n<p align=\"justify\">Auch im weltlichen Bereich war er umsichtig t\u00e4tig.<\/p>\n<p align=\"justify\">1604 lie\u00df Abt Bernhard in&#160; St. Gallen am Kr\u00e4zerenbach eine Papierm\u00fchle errichten. Ihr Wasserzeichen war ein B\u00e4r mit Dogge in Rosette.<\/p>\n<p align=\"justify\">Dann hatte er wohl gegen den Verkauf von Neuravensburg beim Reichskammergericht in Speyer geklagt. Als dieses den Verkauf f\u00fcr ung\u00fcltig erkl\u00e4rte, kaufte er es zur\u00fcck und lie\u00df das abgebrannte Schloss wieder auf bauen. In sp\u00e4teren unruhigen Zeiten diente es den \u00c4bten als Zufluchtsort. 1613 erwarb er von den Edlen von Bodmann die Herrschaft Homburg und Stahringen am Unteren Bodensee. 1621 kaufte er die Herrschaft Ebringen im Breisgau, das im 13. Jahrhundert schon ein verwaltungssitz des Klosters Sankt Gallen war. In Rorschach f\u00fchrt er 1610 die Leinenweberei ein, wie auch in der Stadt Sankt Gallen eine Quelle des Wohlstandes. Er holte dazu Balthasar Hofmann aus Konstanz.<\/p>\n<p align=\"justify\">1595 wurde der St. Gallener Globus von Abt Bernhard erworben. Mit ihm beginnen die Tage-und Rechnungsb\u00fccher, die bis zum letzten Abt Sankt Gallens reichen. Aus Gesundheitsgr\u00fcnden resignierte er am 16.4.1630. schon am 18.12. 1630 verstarb er in Rorschach.<\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/globus10.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right-width: 0px; display: block; float: none; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; margin-left: auto; border-left-width: 0px; margin-right: auto\" title=\"globus10\" border=\"0\" alt=\"globus10\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/globus10_thumb.jpg\" width=\"244\" height=\"163\" \/><\/a> Sein Nachfolger Pius Reher wurde 1597 als Sohn des Martin Reher und der Anna Lang in Bl\u00f6nried in&#160; W\u00fcrttemberg geboren, heute ein Ortsteil von Aulendorf. Er trat ins Kloster Sankt Gallen ein, wo er am 10.8. 1614 die Profess ablegte. er studierte in Ingolstadt und 1621 in Dillingen. Nachdem er am 10.4.1621 Diakon geworden war, erhielt er am 24.9. 1622 die Priesterweihe. Im Kloster war er zun\u00e4chst als Subprior, dann Fraterinstruktor und schlie\u00dflich als Novizenmeister t\u00e4tig. Am 15.4.1630 wurde er im Beisein des Nuntius Ranuccio Scotti (1630-1639) zum Abt gew\u00e4hlt- Dieser weihte ihn nach der Konfirmation durch Papst Urban VIII. am 16.12.1630 am 4.5. 1631 in Einsiedeln zum Abt. Zwar wurde St. Gallen nicht unmittelbar vom in Deutschland tobenden 30-j\u00e4hrigen Krieg betroffen. Aber die Zeiten waren unruhig. Schon 1625 hatte die Stadt den aus Basel stammenden Hans Jakob Z\u00f6rnli mit der Befestigung der Stadttore und T\u00fcrme betraut und ihm dann das B\u00fcrgerrecht verliehen. Infolge des Krieges blieben einige Tore zeitweilig geschlossen. Als die Schweden 1633 Konstanz belagern, wenn auch letztlich erfolglos, versichern diese, dass den Eidgenossen keine Gefahr drohe, so lange sie sich ruhig verhalten. Aber sie erneuern ihre Hochwacht auf der Bernegg und halten die Stadt immer geschlossen. Auch Truppendurchz\u00fcge beunruhigen das stiftische Gebiet. 1635 erlaubt Abt Pius Herzog Henri de Rohan, dem Hugenottenf\u00fchrer und zusammen mit J\u00f6rg Jenatsch dem Befreier des Veltlins, den Durchmarsch seiner Truppen. Im selben Jahr ziehen kaiserliche Truppen durch. Auch die Pest w\u00fctet 1635 wieder. 1240 B\u00fcrger fallen der Seuche zum Opfer. Im Vorjahr wurden schon alle Juden aus der Stadt vertrieben.<\/p>\n<p align=\"justify\">Mit Philipp IV. von Spanien schloss er 1635 ein Milit\u00e4rb\u00fcndnis. Zwischen 1650 und 1654 regelte er mit der Stadt in mehreren Vertr\u00e4gen Zehntfragen und andere Probleme. auch mit den Appenzellern und der Stadt Sankt Gallen schloss er Vertr\u00e4ge und st\u00e4rkte dir Rechte der Abtei. Ein ausgesprochen gutes Verh\u00e4ltnis hatte er mit dem St. Gallener Arzt und B\u00fcrgermeister Sebastian Schobinger.<\/p>\n<p align=\"justify\">Er erweiterte das von Abt Bernhard in Rorschach errichtete Gymnasium durch Einf\u00fchrung von Kursen in Philosophie und Theologie. Er verlegte die Klosterdruckerei von St. Johann nach St. Gallen. Er bestimmte die Einnahmen der Pfarreien Goldach und Grub f\u00fcr die Bibliothek. Eine gute Ausbildung seiner M\u00f6nche lag ihm am Herzen. Er sagte einmal, lieber wolle \u201cden inkardinierten Teufel im Kloster sehen, als einen ungebildeten M\u00f6nch.\u201d Papst Urban VIII. ernannte ihm zum Protektor der Kl\u00f6ster Kempten und Salem. Er war einer der gro\u00dfen barocken Reform\u00e4bte des Klosters. Seinem Kloster aber hinterlie\u00df er einen Schuldenberg. Er starb am 9.12.1654.<\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/400pxStadtplan_St_Gallen_1642.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right-width: 0px; display: block; float: none; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; margin-left: auto; border-left-width: 0px; margin-right: auto\" title=\"400px-Stadtplan_St_Gallen_1642\" border=\"0\" alt=\"400px-Stadtplan_St_Gallen_1642\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/400pxStadtplan_St_Gallen_1642_thumb.png\" width=\"244\" height=\"165\" \/><\/a><\/p>\n<p>&#160;<\/p>\n<p align=\"justify\">Abt Gallus Alt wurde am 10.9. 1610 als Sohn des Bauern Johann Alt in Oberriet im St. Galler Rheintal geboren. Er besuchte die Lateinschule in Appenzell. dann trat er ins Kloster St. Gallen ein. dort legte er am 8.9.1628 ab. Er wurde am 6.3.1632 Subdiakon, am 3.3. 1635 Diakon und am 16.2.1636 wurde er Priester. Seine Primiz feierte er 2.3.1636. Dann studierte er wohl in Rom, wo er am 29.1.1642 zum Dur. jur.can. promoviert wurde. In seiner kl\u00f6sterlichen Karriere wurde er am 16.11.1645<\/p>\n<p align=\"justify\">Statthalter in Ebringen. Bald danach wurde er Subprior. 1650 war er Prior und Statthalter von St. Johann. Seit 1652 war er Dekan und am 17.12.1654 wurde er schlie\u00dflich zum Ab t gew\u00e4hlt. seine Konfirmation erhielt er durch Papst Alexander VII. (1655-1667) am 5.7.1665 und zum Abt geweiht wurde er am 7.5.1656.<\/p>\n<p align=\"justify\">Zu beginn seiner Amtszeit hatte er sich mit den Wirren, die dem 1. Villmerger Krieg, einem eidgen\u00f6ssischen Glaubenskrieg, der zwischen reformierten und katholischen Orten der Eidgenossenschaft ausgetragen wurde. Die Katholiken forderten den Abt auf, zum Krieg zu r\u00fcsten. Er bot daraufhin Truppen auf und traf auch Verteidigungsanstalten, erkl\u00e4rte aber gleichzeitig, neutral zu bleiben. Die Toggenburger, aber auch die Bewohner von Romanshorn und Kesswil weigerten sich Truppen f\u00fcr das Aufgebot zu stellen. Der Abt wollte sie daf\u00fcr bestrafen. Aber Z\u00fcrich, das die Reformierten in Toggenburg st\u00fctzte trat zu ihren Gunsten ein. Die Zeiten blieben unruhig und manchmal reichten oft Kleinigkeiten um die ganze Gegend in Aufregung zu versetzen oder fast in einen B\u00fcrgerkrieg zu m\u00fcnden wie z. B. \u201cder Wigoltinger Handel\u201d 1663, als betrunken Rekruten Kirchg\u00e4nger provozierten. Der Abt hatte 1658 Fidel von Thurn zum Landeshofmeister bestimmt. Fidels Vater war Apotheker und wurde von Abt Bernhard M\u00fcller geadelt. Er wurde <\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/Fidel.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right-width: 0px; display: block; float: none; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; margin-left: auto; border-left-width: 0px; margin-right: auto\" title=\"Fidel\" border=\"0\" alt=\"Fidel\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/Fidel_thumb.jpg\" width=\"198\" height=\"244\" \/><\/a>besuchte die Klosterschule in Rorschach und studierte&#160; in Rom. 1647 wurde er von Abt Pius Reher zum f\u00fcrstlichen Rat ernannt. 1650 wurde er Hofamman und Kanzler. Ab seiner Ernennung war er praktisch an der Spitze der \u00e4btischen Verwaltung und bestimmte unter mehreren \u00c4bten die Politik des Stifts. Zun\u00e4chst beg\u00fcnstigte er Frankreich. als aber 1677 das St. Gallische Ebringen pl\u00fcnderten, schwenkte er auf die kaiserliche Seite um. Auf seinen Rat zog der Abt die St. Gallischen Soldtruppen, die in franz\u00f6sischen Diensten standen ab und lehnte sich an den Kaiser an.<\/p>\n<p align=\"justify\">Auch das Herzogtum Savoyen warb um die Gunst St. Gallens. Abt Gallus ging mit Savoyen 1668 ein Schutzb\u00fcndnis ein, wof\u00fcr er den Annuntiatenorden, bis 1951 derh\u00f6chste Orden Italiens, erhielt. Fortan trugen die St. Gallener \u00c4bte die Ordenskette, die erst nach dem Tod des letzten Abts ver\u00e4u\u00dfert wurde.<\/p>\n<p align=\"justify\">Abt Gallus hatte eine rege Baut\u00e4tigkeit entwickelt. Die alte Galluskirche wurde abgerissen. Konventfl\u00fcgel und Pfalz wurden neu erbaut.<\/p>\n<p align=\"justify\">Die Ortschaft Hagenwil kaufte Abt Gallus 1684 zur\u00fcck. Er schloss das Gymnasium in Rorschach wegen der gro\u00dfen Konkurrenz der Jesuitenkollegien in Konstanz und Feldkrich. Auch bef\u00fcrchtete er Gefahren f\u00fcr die kl\u00f6sterliche Disziplin wegen der dauernden Abwesenheit der Konventualen. Er achtete auf sehr strenge Disziplin, so dass sein Kloster als eines der regeltreuesten galt. Wie schon sein Vorg\u00e4nger f\u00fchrte er viele Kirchenvisitationen durch. Mitglieder seines Konvents wirkten auch in Kempten, Fulda, Murbach&#160; und Ettenheimm\u00fcnster. In der Amtszeit von Abt Gallus umfasste der Konvent st\u00e4ndig etwa 70 Mitglieder. Er hatte 105 neue M\u00f6nche aufgenommen. Am 5.Mai 1686 feierte er im Beisein s\u00e4mtlicher \u00c4bte der Schweizer Benediktinerkongregation sein Goldenes Priesterjubil\u00e4um. Seit 1663 plagte ihn ein Steinleiden. In seinem letzten Jahr verschlimmerte sich diese so, dass sich ab November 1686 ins Krankenhaus zur\u00fcckzog. Am 4. M\u00e4rz 1687 verstarb er.<\/p>\n<p align=\"justify\">C\u00f6lestin Sfondrati wurde am 10.1.1644 in Sohn des Marchese Valeriano Sfondradi und der Paula Marliana Sfondrati geboren. Er war mit h\u00f6chsten kirchlichen und weltlichen W\u00fcrdentr\u00e4gern verwandt. Sein Vater war Generalkommis\u00e4r in der spanischen Armee, sein Gro\u00dfonkel war Papst Gregor XIV.,sein Onkel der Kurienkardinal Paolo Emilio. Sein Gro\u00dfvater Herkules, der Bruder des Papstes war General der r\u00f6mischen Kirche. Seine Bruder Herkules war Herzog von Monte Marziano und General der r\u00f6mischen Miliz. Einer seiner Vorfahren Paul Geheimrat K\u00f6nig Philipps II. von Spanien. C\u00f6lestin kam am 15.8. 1656 nach St. Gallen. Von dort aus besuchte er die zur F\u00fcrstabtei geh\u00f6rende Schule in Rorschach. Am 6.5.1660 legte er die Profess in St. Gallen ab. Danach erhielt er die niederen Weihen am 14.5.1665. Subdiakon wurde er am 16.9.1665 und Diakon am 24.9. 1667. Am 26.5.1668 wurde er zum Priester geweiht und am 3.6. 1668 feierte er seine Primiz. Er absolvierte sein Studium in seinem Heimatkloster. Er war ein hochbegabter Theologe und wurde schon als Diakon als Professor in die F\u00fcrstabtei Kempten geschickt. Im Dezember 1669 war wieder in St. Gallen zur\u00fcck und begann dort am 31.12.1669 seine Lehrt\u00e4tigkeit im Fach Philosophie. Seit 1671 unterrichte er Theologie in St. Gallen. Am 20.7. 1675 wurde er Novizenmeister und 1678 Offizial. Seit dem 18.10. 1678 lehrt er Kirchenrecht. um sich in dieser Disziplin weiterzubilden schickte ihn Abt Gallus an die Benediktineruniversit\u00e4t nach Salzburg.Schon am Jahresende 1679 promovierte er in Theologie und beiden Rechten. Bis 1683 wirkte er als Professor f\u00fcr Kirchenrecht an der Salzburger Universit\u00e4t. 1680 hatte ihn der Salzburger Erzbischof Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg zum Geistlichen Rat ernannt. 1683 wurde er an sein Heimatkloster zur\u00fcckberufen. Dort war er zun\u00e4chst seelsorgerisch in Rorschach und Untereggen t\u00e4tig. Ab 1684 war er wieder Offizial. Auch rechtsberatend war er f\u00fcr die Abtei t\u00e4tigt. Als es um einen engeren Anschluss der Schw\u00e4bischen Benediktinerkongregation an die Schweizerische ging, war er 1684 in Weingarten. Er war auch an der Vorbereitung des 1. Benediktinerkapitels der Bayrischen Benediktinerkongregation und war dazu 1684 in St. Emmeran in Regensburg. Seine antigallikanische Haltung hatte er in mehreren Schriften zum Ausdruck gebracht und sein unter dem Pseudonym Eugenius Lombardus 1684 ver\u00f6ffentlichten \u201c\u00abRegale sacerdotium Romano Pontifici assertum\u00bb hatte vor allem in Frankreich starken Widerspruch hervorgerufen. Wegen seiner Einstellung war er 1686 von Papst Innozenz XI. nach Rom gerufen werden um von der Ernennung zum Bischof von Novara in Kenntnis gesetzt zu werden. Diese z\u00f6gerte hinaus. Am 16. M\u00e4rz 1687 w\u00e4hlte ihn der Konvent unter Vorsitz des Nuntius Giacomo Cantelmi und im Beisein der \u00c4bte Augustin von Einsiedeln und Basil von Rheinau&#160; zum Abt. Der Papst stellte ihn nun vor die Wahl Bischof oder Abt. Er entschied sich f\u00fcr den Abt. Die Konfirmation durch Papst Innozenz XI. erfolgte am 24.11. 1687. Die Weihe erfolgte wegen der Vakanz der Nuntiatur erst sp\u00e4ter. Am 4.5.1692 nahm Nuntius Marcello d&#8217;Asti diese vor. Schon vorher hatte er bewiesen, dass er ein geschickter und hilfsbereiter Landesherr war, so bei der der Hungersnot 1689, durch Ankauf und Verteilung von Lebensmitteln an Bed\u00fcrftige. Baron Fidel von Thurn blieb sein Landeshofmeister, doch \u00fcberliess er sich anders als ein Vorg\u00e4nger nicht so sehr dessen F\u00fchrung. 1693 nahm dieser dann seinen R\u00fccktritt vom Hof. Die Betiehungen zu Frankreich waren sehr schwierig. Nachdem sich schon Baron von Thurn von Frankreich abgewendet hatte, erleichterte die Wahl des in Frankreich angefeindeten antigallikanischen Abt die Beziehungen zu Frankreich nicht gerade.<\/p>\n<p align=\"justify\">In innerschweizerischen Angelegenheiten glaubte er an eine baldige kriegerische Auseinandersetzung. Den katholischen Orten empfahl er zu r\u00fcsten. Er selbst legte einen Kriegsfond an. In einer Zusammenkunft in Wil wurde ein Kriegsplan beraten.<\/p>\n<p>Er wollte eine Stra\u00dfe \u00fcber den Hummelwald und den Ricken bauen um eine bessere Verbindung mit den Schwyzern und den katholischen Orten zu schaffen. Der Plan wurde aber den Z\u00fcrchern zur Kenntnis gebracht und scheiterte.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich war man auch h\u00f6heren Orts auf ihn aufmerksam geworden. Bei der Papstwahl von 1691 hatte er gezeigt, dass er durchaus papabile war. Immerhin entfielen auch drei Stimmen auf ihn, obwohl er nur ein &quot;kleiner&quot; Abt war.Papst Innozenz XII. erhob&#160; ihn am 12. Dezember 1696 zu, Kardinal. Alle M\u00e4chte- au\u00dfer Frankreich gratulierten. Zwar wollte Konvent den Abt behalten, aber dieser sah ein, dass das auch f\u00fcr das Kloster von Nachteil gewesen w\u00e4re. So resignierte er am&#160; 10.1. 1696 auf die Abtei. Zwei Patres, Hermann Schenk und Dominik Ritter begleiteten ihn nach Rom. Er brachte aber bald die finanzielle Hilfe St. Gallens, denn obwohl pers\u00f6nlich sehr bed\u00fcrfnislos, war das Leben eines Kardinals doch recht teuer. Er musste 34.558 Gulden aufnehmen, von denen nur 10.000 zur\u00fcckkamen. Er geh\u00f6rte der Riten-, Index-, Propaganda-,Konzils- und Konsistorialkongregation sowie dem Heiligen Offizium an. Au\u00dferdem war er Protektor der Cassinenschischen&#160; Benediktinerkongregration. Aber die \u00c4mterbelastung, wohl auch das Klima waren zuviel f\u00fcr seine Gesundheit. Er erkrankte schwer. Am 4.9. 1696 starb er an Krebs. Seinem Wunsch gem\u00e4\u00df wurde sein Herz in St. Gallen bestattet. Sein Leichnam fand in seiner Titelkirche St. C\u00e4cilia seine letzte Ruhest\u00e4tte.<\/p>\n<p align=\"justify\">Leodegar Pfister wurde am 1.4. 1640 als Sohn des Heinrich B\u00fcrgisser und der Anna Maria Wey in Luzern geboren. Sein Vater war Pfister, also B\u00e4cker.Beziehungen zu Kl\u00f6ster lagen aber schon in der Familie. Ein Gro\u00dfonkel Leodegars, Bernhard Keller war von 1649-1659 Abt der Zisterzienserabtei Wettingen.<\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/Abt1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right-width: 0px; display: block; float: none; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; margin-left: auto; border-left-width: 0px; margin-right: auto\" title=\"Abt\" border=\"0\" alt=\"Abt\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/Abt_thumb1.jpg\" width=\"199\" height=\"244\" \/><\/a> Leodegar kam&#160; am 15. Oktober 1653 1653 nach St Gallen. Am 27. Mai 1657 legte er unter Abt Gallus Alt seine Profess ab. Er durchlief dann die kl\u00f6sterliche Laufbahn. 1661 wurde er Subdiakon, 1663 Diakon und am 20. September 1664 Priester. Seine Primiz feierte er am 12. Oktober 1664. Sein Erbteil von 130 Gulden wurde dem Kloster 1671 hinterlegt. 1665 war Leodegar Br\u00fcderinstruktor. Im gleichen Jahr war er an der St. Gallener Schule als Lehrer t\u00e4tig. Von 1667-1669 war er dann Pfarrer in Wildhaus. Danach war er K\u00fcchenmeister in St. Gallen. \u00dcber eine Pfarrstelle in Peterzell kam er 1674 als Unterstatthalter nach Ebringen. Vom 26. September 1675 bis zum 15. September 1681 war er Statthalter in Ebringen. An diesem Tag wurde er nach St. Gallen zur\u00fcckberufen, wo er Subprior wurde und ab dem 14. Juni 1683 war er Dekan in St. Gallen. Am 16. Januar 1696 wurde er zum Abt als Nachfolger seines zum Kardinal ernannten Vorg\u00e4ngers <\/p>\n<p>C\u00f6lestin gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p align=\"justify\">Er hatte drei Br\u00fcder, die auch im geistlichen Stand waren. Johann Walter war Domkustos zu St. Stephan in Wien.. Pater Benedikt war Guardian des Kapuzinerklosters Victorsberg in Vorarlberg und ein dritter Bruder schlie\u00dflich war Weltgeistlicher im Entlebuch.<\/p>\n<p align=\"justify\">\n<p align=\"justify\">Leodegar B\u00fcrgisser wurde im Beisein der \u00c4bte Raphael von Einsiedeln und Placido von Muri unter Vorsitz des Kardinals C\u00f6lestin Sfondrati zum Abt gew\u00e4hlt. Die Konfirmation verz\u00f6gerte sich, da noch finanzielle Angelegenheiten mit dem neuen Kardinal zu kl\u00e4ren waren. Die feierliche Weihe nahm Weihbischof Franz Christoph Rinck von Baldenstein aus Eichst\u00e4tt, den Bruder des St. Gallischen Landeshofmeister Wilhelm Rinck vor. Das schlug zwei Fliegen mit einer Klappe. Zum einen sparte man damit Geld. Zum andern umging man den Konstanzer Bischof. Die Regalien best\u00e4tigte Kaiser Leopold I. (1658-1705) und Kaiser Joseph I. (1705-1711) am 22.1. 1706. Ab 1695 nahm er die Huldigungen in der&#160; Alten Landschaft, im Toggenburg und im Rheintal entgegen. Gleich am Anfang seiner Amtszeit gab es aber die ersten Querelen. Seit der Reformation durften die Katholiken bei Prozessionen keine Fahnen und aufrecht getragene Kreuze mit sich f\u00fchren. Die \u00e4btische Regierung wies nun einige Pfarrer an, die Prozessionskreuze nicht wie erlaubt auf den Arm niedergelegt sondern aufrecht vor sich her durch die Stadt zu tragen. Erboste B\u00fcrger der reformierten Stadt griffen zu den Waffen und jagten die Prozessionsteilnehmer ohne Kreuze aus der Stadt. Nur mit M\u00fche konnte ein Blutvergie\u00dfen verhindert werden. Die vier Schirmorte griffen schlie\u00dflich ein. Man handelte den Kompromiss aus, dass die Kreuze an einer um den Hals gelegten, seidenen Schnur aufrecht vor sich hergetragen werden mussten. Die Forderung nach finanzieller Kompensation der Abtei wurde zun\u00e4chst abgelehnt. Mit Hilfe des franz\u00f6sichen Gesandten erreichte man auf der Tagsatzung allerdings, dass die Stadt dem Stift 3.800 Gulden Schadenersatz zahlen musste, was nat\u00fcrlich wieder f\u00fcr Verbitterung bei der Stadt sorgte. Frankreich suchte, Abt Leodegar auf seine Seite zu bringen, aber Baron von Thurn, der immer noch die Hand im Spiel hatte, brachte den Abt dazu, mit Leopold I. einen Defensionalvertrag abzuschlie\u00dfen. Nicht \u00fcberall in der Schweiz stie\u00df dieser Vertrag auf Verst\u00e4ndnis, vor allem die katholischen Orte waren befremdet. Diese Hinwendung zu \u00d6sterreich stellte einen Einbruch ins innere Gef\u00fcge und die Hoheit der Eidgenossenschaft. Nat\u00fcrlich konnte dies weder von den beiden Appenzell noch von Z\u00fcrich hingenommen werden. Die Schwierigkeiten hatten schon vorher angefangen,als Abt Leodegar sich daran machte, eine schon von Abt C\u00f6lestin ins Auge gefasste Stra\u00dfenverbindung mit den Schwyzern und den katholischen Orten zu bauen.Als Abt Leodegar der Gemeinde Watwil befahl, mit Frondiensten mit dem Bau der Stra\u00dfe zu beginnen, weigerten sich die Watwiler, am Bau der Stra\u00dfe mitzuwirken. Sie nahmen das als finanzielle Unterdr\u00fcckung war und sahen das auch als Bedrohung ihrer Glaubensfreiheit. Daraufhin lie\u00df der Abt den h\u00f6chsten Toggenburger Magistraten, den Landweibel Germann&#160; kurzerhand einkerkern, um den Widerstand zu brechen. Das gelang nur bedingt. Die Toggenburger Autonomiebestrebungen gingen weiter. In Wattwil verabschiedeten die Toggenburger mit Billigung Berns und Z\u00fcrichs am 23. M\u00e4rz 1707 einen Verfassungsentwurf, der die Hoheitsrechte der F\u00fcrstabtei zwar warte, aber eine autonome Landesverwaltung einsetzte. Das war die Konstitution einer Landsgemeindedemokratie nach appenzeller Vorbild. Die \u00e4btischen Beamten und der Landvogt wurde ausgewiesen. Der Erlass der Religionsfreiheit richtete sich klar gegen die interessen der katholischen Kantone. Damit hatte der Konflikt auch noch eine konfessionelle Note. Kurz vorher, am 4. M\u00e4rz hatten Bern und Z\u00fcrich noch 6 Vergleichsartikel vorgelegt, ohne vom Abt aufgefordert zu sein. Der Konflikt eskalierte nun zusehends. Die Zeichen standen auf Krieg. Die Toggenburger r\u00fcsteten mit Unterst\u00fctzung Berns und Z\u00fcrichs auf. 1710 besetzten sie die f\u00fcrst\u00e4btlichen Schl\u00f6sser L\u00fctisberg, Iberg und Schwarzenbach. Auf der einen Seite standen nun die reformierten Kr\u00e4fte in Toggenburg, unterst\u00fctzt von Bern und Z\u00fcrich, auf der anderen Seite standen die f\u00fcnf inneren Orte Luzern, Zug, Schwyz Uri und Unterwalden. Bern und Z\u00fcrich suchte und fand Unterst\u00fctzung in Basel, Biel, Moutier und La Neuveville. Die f\u00fcnf Orte hatten ihre Verb\u00fcndeten im Wallis und im Freiamt, also dem Gebiet des heutigen Kantons Aargau. Freiburg und Solothurn verhielten sich neutral ebenso wie das innerlich gespaltene Glarus. Am 26. April 1712 brach schlie\u00dflich der Krieg offen aus. Wil, wohin der Abt seine Hauptstreitmacht gelegt hatte, musste sich schon am 22. Mai den Z\u00fcrchern und Bernern ergeben. Als der Abt die Kunde von der Niederlage erhielt floh er noch am selben Tag von&#160; Rorschach, wo er sich aufgehalten hatte nach Mehrerau und von dort auf die Stiftsbesitzung Neuravensburg. Am 26. Mai zogen Berner und Z\u00fcrcher ins Kloster ein und pl\u00fcnderten es. Fr\u00fcchte, Vieh, und Wein, aber auch B\u00fccher, das Archiv, die Apotheke und unter anderem der ber\u00fchmte Globus, den Abt Bernhard erworben hatte. Erst im Jahr 2006 kam es im \u201cKulturg\u00fcterstreit\u201d, bei dem um die aus St. Gallen stammenden und eben 1712 geraubten Kulturg\u00fcter ging und die seither in der Zentralbibliothek von Z\u00fcrich verwahrt wurden zu einem von der Eidgenossenschaft vermittelten Ausgleich. Der Globus verbleibt im Schweizerischen Landesmuseum in Z\u00fcrich. Daf\u00fcr erstellt aber Z\u00fcrich eine originalgetreue Replik und schenkt dies Sankt Gallen. Gar kein so einfaches Unterfangen, musste doch ein immerhin \u00fcber 400 Jahre alter Globus nachgebaut werden, eine anspruchsvolle Aufgabe f\u00fcr Wagner,Kupferschmied, Kalligraph und Maler, die \u00fcber 7000 Arbeitsstunden erforderte.<\/p>\n<p align=\"justify\">70 Konventuale verteilten sich in verschiedenen s\u00fcddeutschen Kl\u00f6stern und hielten m\u00fchsam Kontakt zum Abt in Neuravensburg Abt Leodegar setzte den Rorschacher Pfarrer als Offizial \u201cad interim\u201d ein.<\/p>\n<p align=\"justify\">Ab 1713 wurden Friedensverhandlungen eingeleitet. Am 24. M\u00e4rz 1714 wurde ein Vertrag abgeschlossen, den Abt Leodegar allerdings ablehnte, da er weder an die Stadt Land abtreten wollte noch den Toggenburgern Anteil an der Regierung zugestehen wollte. 1714 fand zu Baden ein gro\u00dfer Friedenskongress statt, auf den <\/p>\n<p align=\"justify\">Abt Leodegar gro\u00dfe Hoffnungen gesetzt hatte. Der Kaiser konnte aber keinen gro\u00dfen Druck aus\u00fcben, so dass Leodegar in seinen Hoffnungen entt\u00e4uscht wurde.<\/p>\n<p align=\"justify\">1716 wurden neue Friedensregelungen angeregt, aber Abt Leodegar starb am 18. November 1717 im Alter von 78 Jahren in Neuravensburg an Herzversagen. Er wurde in Mehrerau neben Abt Kilian Germann, der ebenfalls im Exil gestorben war, bestattet. Einerseits war Abt Leodegar stark um die kl\u00f6sterliche Disziplin besorgt und k\u00fcmmerte sich strak um die Ausbildung des Klerus. Andrerseits hielt er stur an seinen&#160; Rechten fest und so brachte er sich und seine Abtei um Kompromissl\u00f6sungen.<\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/Abt2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right-width: 0px; display: block; float: none; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; margin-left: auto; border-left-width: 0px; margin-right: auto\" title=\"Abt\" border=\"0\" alt=\"Abt\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/Abt_thumb2.jpg\" width=\"218\" height=\"244\" \/><\/a> <\/p>\n<p align=\"justify\">Einen knappen Monat sp\u00e4ter versammelte sich das Kapitel am 16.12. 1717 in Neuravensburg zur Wahl des Nachfolgers von Abt Leodegar. Unter Vorsitz von Abt Thomas Schenkli aus Einsiedeln wurde Joseph Wolfgang Ernst von Rudolphi aus Laibach in Krain einstimmig zum Abt gew\u00e4hlt. Abt Joseph wurde am 16. Mai 1666 als Sohn des Johann Christoph von Rudolphi, einem Oberstlieutenant eines kaiserlichen Regiments, der Kommandant in Konstanz war und der Maria Salome von Bernegg aus B\u00fcndten. Joseph kam am 14. Oktober 1683 nach St. Gallen. Dort legte er am 6. Mai 1685 die Profess ab. Seine kl\u00f6sterliche Laufbahn begann er am 12. Juni 1686 mit dem Subdiakon. Am 18. September 1688 wurde er Diakon und am 23. September 1690 wurde er Priester. Seine Primiz feierte er am 1. Oktober 1690. An Kloster\u00e4mtern hatte er ab 5. Dezember 1691 das des Subkustos inne. Am 4. Januar 1693 folgte der Subcellerar. Ein Jahr sp\u00e4ter war er Lehrer der Grammatik, gleichzeitig Unterk\u00fcchenmeister, Gastpater und Subgranuarius. Am 22. November 1694 stieg er zum K\u00fcchenmeister in St. Gallen auf. Am 2. August 1696 wurde er K\u00fcchenmeister in&#160; St. Johann und 16. November 1699 in Rorschach. Am 29. September 1707 kam er wieder nach St. Gallen und war dort als Br\u00fcderinstruktor t\u00e4tig. Am 13. August 1708 wurde er zum Kustos ernannt au\u00dferdem war er ab 12. Oktober Beichtiger in Notkersegg. Am 5. Mai 1712 schlie\u00dflich wurde er Subprior und dann wurde er zum Abt gew\u00e4hlt. Die Konfirmation durch Papst Clemens XI. (1700-1721) erfolgte am 27.4. 1718. Die Weihe hatte sich bis zum 24.6.1721 vorgez\u00f6gert. Sie wurde durch den Konstanzer Bischof Johann Franz Schenk von Staufenburg&#160; unter Assistenz der \u00c4bte Thomas von Einsiedeln und Abt Magnus von Mehrerau. In seinem Breve vom vom 18.3.1595 hatte Papst Clemens VIII. Wahlkapitulationen, wie sie noch bei der Wahl Bernhards geschlossen worden waren, untersagt. Die Kapitelmitglieder wollten aber Vorkommnissen wie unter Abt Leodegar vorbeugen. Sie begn\u00fcgten sich damit dem Abt eine Bittschrift mit 18 Punkten vorzulegen. <\/p>\n<p align=\"justify\">Abt Joseph war schon 1714 f\u00fcr den Abschluss eines Friedens gewesen. Sein Vorg\u00e4nger hatte noch mit Bern zu verhandeln angefangen. Der neue Abt nahm die Verhandlungen umgehend wieder auf. Z\u00fcrich war \u00fcber das selbstst\u00e4ndige Vorgehens ziemlich ungehalten und machte gro\u00dfe Schwierigkeiten. Die politische Gro\u00dfwetterlage hatte aber wieder mal gedreht. Kaiser Karl VI. hatte mit seinem Feldherrn Prinz Eugen gerade im venzianisch-\u00f6sterreichischen T\u00fcrkenkrieg (1714-1718)gewonnen und konnte es sich leisten, gegen\u00fcber Z\u00fcrich eine drohende Haltung einzunehmen. Auch machte der Berner Schultheiss Johann Friedrich Willading Miene, eigenm\u00e4chtig vor zu gehen. Willading hatte schon 1707 als Abgeordneter der evangelischen Kantone verhandelt und war St. Gallen durchaus wohlgesonnen. Z\u00fcrich musste einlenken. Am 1. Mai 1718 wurde die Konferenz aufgenommen und am 15. Juni 1718 kam der 84 Punkte umfassende Friedensvertrag zustande. Das Stift erhielt alle G\u00fcter zur\u00fcck, musste aber den Toggenburgern weit entgegenkommen. F\u00fcr die reformierten Untertanen sollten die Bestimmungen des im Jahre 1712 geschlossenen Landfriedens gelten. Appenzell und die Stadt Sankt Gallen bekamen einige rechtliche Zugest\u00e4ndnisse aber nicht den von ihnen erhofften Gebietszuwachs. 1719 erhielt Abt Joseph einen Gro\u00dfteil der zu Beginn des Krieges&#160; und nach Z\u00fcrich gebrachten und geraubten Bibliothek. 1721 kamen aus der Berner Beute 8 Glocken zur\u00fcck. Abt Joseph dankte den Z\u00fcrichern mit einem Schreiben. diese interpretierten dies allerdings als Verzicht auf den Rest der G\u00fcterzur\u00fcckf\u00fchrung. Noch am 19. August 2008 musste sich St. Gallener Verwaltungsgericht mit dieser Sache befassen.<\/p>\n<p align=\"justify\">Als Reichsstand unterbreitete der Abt den Friedensvertrag vor dessen Ratifikation dem Kaiserhof. Der Reichshofrat war dagegen, der Staatsrat \u00fcberlie\u00df es jedoch dem Abt, ob der den Vertrag annehmen wolle oder nicht. Abt und Kapitel unterzeichneten den Vertrag am 5. August 1718. Der Bischof von Konstanz und die katholischen Orte, vor allem die Glarner und Schwyzer waren dagegen, weil deren Rechte zugunsten der Berner und Z\u00fcricher stark gek\u00fcrzt wurden. Auch der p\u00e4pstliche Nuntius Vincenius Bichi lehnte den Vertrag ab. Der Papst verwarf ihn sogar, weil er der katholischen Religion zu nachteilig schien. Aber das \u00e4nderte am Tatbestand nichts mehr.<\/p>\n<p align=\"justify\">Der Abt kam aus dem Exil zur\u00fcck und wurde in Wil und Rorschach freudig begr\u00fc\u00dft. Nun standen Wiederaufbau von Kloster und Staat auf der Tagesordnung. Das entwickelte sich jedoch schwierig, weil immer wieder politische Unruhen aufkamen, vor allem wegen der Auslegung des Friedensvertrages von 1718.<\/p>\n<p align=\"justify\">Er tat alles um die wirtschaftliche Bilanz wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Kaufleute und Gewerbetreibende aus dem Gebiet der F\u00fcrstabtei rief er 1739 nach Rorschach zusammen, um Handelsfragen zu besprechen und die Einf\u00fchrung einer Handels-und Gewerbeordnung zu er\u00f6rtern. Er versuchte das zerfahrene M\u00fcnzwesen zu ordnen. Er reorganisierte das Milit\u00e4rwesen. Er schaffte eine neue Milizordnung und erneuerte Ausr\u00fcstung und Bewaffnung.<\/p>\n<p align=\"justify\">Naturgem\u00e4\u00df lag ihm das religi\u00f6se Leben stark am Herzen. Er nahm mehrfach Visitationen von Pfarreien vor oder lie\u00df sie vornehmen. Besondere Aufmerksamkeit wandte er der Ausbildung des Klerus zu. Durch Jesuiten lie\u00df er gro\u00dfe Volksmissionen durchf\u00fchren. Am ende seiner Amtszeit hatte er noch einen heftigen Konflikt mit der Konstanzer Kurie auszufechten, in dessen Verlauf der Konstanzer Offizial Dr. Franz Andreas Rettich, der in bisch\u00f6flichem Auftrag St. Gallener Pfarreien aus dem Territorium der F\u00fcrstabtei gewiesen wurde. Auf au\u00dfenpolitischem Gebiet hatte er eine Wende vollzogen, als er 1731 das 1663 von Abt Gallus mit Frankreich geschlossene B\u00fcndnis erneuerte.<\/p>\n<p align=\"justify\">Es gab immer wieder Schwierigkeiten so zum Beispiel 1735 die Ermordung zweier Beamter des Abts, die weit \u00fcber die Schweizer Grenzen aufsehen erregten. Wie im Friedensvertrag von 1718 vorgesehen sollte ein Schiedsgericht \u00fcber derartige Vorf\u00e4lle entscheiden und diese regeln. Dies ging nur langsam vorw\u00e4rts zumal Frankreichs Vertreter in der Schweiz dem Abt geraten hatte, die Sache in die L\u00e4nge zu ziehen, weil sich mit der zeit eine f\u00fcr das Stift g\u00fcnstigere L\u00f6sung ergeben w\u00fcrde.<\/p>\n<p align=\"justify\">Abt Joseph hatte sich wohl auch mit dem Gedanken getragen, einenn neuen Stiftsbau auszuf\u00fchren. Der Einsiedler M\u00f6nch Kaspar Moosbrugger entwarf im Auftrag des Abtes Pl\u00e4ne f\u00fcr einen Kloster-und Kirchenbau.<\/p>\n<p align=\"justify\">Der Abt war seit Beginn seiner Amtszeit von schw\u00e4chlicher Gesundheit. Im Jahre 1739 befiel ihn ein heftiger Lungenkatarrh, dem er am 7. M\u00e4rz 1740 erlag. Er wurde als letzter Abt in der alten M\u00fcnsterkirche bestattet.<\/p>\n<p align=\"justify\">Am 23. M\u00e4rz 1740 w\u00e4hlte das St. Gallener Kapitel C\u00f6lestin Gugger von Staudach zum neuen St. Gallener Abt. Favorit war zwar zun\u00e4chst Bernhard Frank von Frankenberg. Gew\u00e4hlt wurde aber der bisherige Subprior C\u00f6lestin. Sein Konkurrent Bernhard Frank wurde dann aber 1742 Abt in Disentis. C\u00f6lestin stammte aus Tiroler Adel. Die Patrizierfamilie lebte in Wangen. C\u00f6lestins Urgro\u00dfvater Conrad war B\u00fcrgermeister in Wangen, sein Gro\u00dfvater Syndikus der Stadt Wangen und sein Vater Michael Anton schlie\u00dflich Stadtrat in Feldkirch. Seine Mutter war Anna Maria Oexlin aus Feldkirch. Ein Bruder von C\u00f6lestin war als Pater Prudentius Mitglied des Kapuzinerordens, sp\u00e4ter Guardian in Langenargen. C\u00f6lestin ist am 28. Juni 1701 in Feldkirch geboren. Dort besuchte er sieben Jahre lang das Jesuitenkolleg. Am 31. Oktober 1719 kam er nach St. Gallen. Am 16. Oktober 1721 legte er dort die Profess ab. Er wurde Subdiakon (21.7. 1723), Diakon ( 23.9. 1724) und schlie\u00dflich Priester (22.9.1725). Seine Primiz feierte er am 14.10.1725. In rascher Folge durchschritt er die Universit\u00e4tslaufbahn. 1726 wurde er zum Professor der spekulativen Theologie ernannt. Zusammen mit Bernhard Frank ging er 1729 nach Rom, wo er den Doktor beider Rechte erwarb. Am 16. November 1730 kehrte er nach St. Gallen zur\u00fcck. Ab Januar 1731 lehrte er dort wieder als Professor der Theologie. Ab Juli 1731 ist er Suboffizial und ab 7.12. 1731 Apostolischer Notar.<\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/72d8b2022c68f4ec.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-bottom: 0px; border-left: 0px; display: block; float: none; margin-left: auto; border-top: 0px; margin-right: auto; border-right: 0px\" title=\"72d8b2022c68f4ec\" border=\"0\" alt=\"72d8b2022c68f4ec\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/72d8b2022c68f4ec_thumb.jpg\" width=\"149\" height=\"106\" \/><\/a>Ab 2.9.1733 ist er Professor des kanonischen Rechts. In seiner kl\u00f6sterlichen Laufbahn ist er ab 1732 Beichtiger in Notkersegg. Ab 17.10.1733 ist er K\u00fcchenmeister, einen Monat sp\u00e4ter Bibliothekar und am 20.3.1734 schlie\u00dflich Subprior. Seine Wahl zum Abt erfolgt unter Vorsitz des p\u00e4pstlichen Nuntius Carlo Franceso Durini. Die Konfirmation durch Papst Benedikt XIV. (1740-1758) erfolgt am 30.9.1740. Die Weihe wird am 10.9.1741 vom Nuntius im Beisein der \u00c4bte Nikolaus von Einsiedeln und Gerold F\u00fcrstabt von Muri vorgenommen.<\/p>\n<p align=\"justify\">Das Tagesgesch\u00e4ft holte ihn gleich bei der Entgegennahme der Huldigung ein. In Toggenburg wurde sie ihm zun\u00e4chst verweigert. Zwar wollten Bern und Z\u00fcrich vermitteln. Doch der Abt erkl\u00e4rte, dass es allein ihm zust\u00e4nde, diese Angelegenheit zu ordnen. Erst am 30. Oktober 1743 konnte der Abt die Huldigung entgegennehmen, die nun ordnungsgem\u00e4\u00df verlief. Aber mit Klugheit, Geduld und zielsicherem Willen brachte er schlie\u00dflich alle jahrzehntealten Unruhen und Streitigkeiten zu einem friedlichen Ende. Den lange schwelenden Jurisdiktionsstreit mit dem Bistum Konstanz konnte er 1741 beilegen. Sankt Gallen erhielt nun das volle Visitationsrecht in seinem Herrschaftsgebiet zuerkannt.<\/p>\n<p align=\"justify\">Auf einer Konferenz der eidgen\u00f6ssischen Orte am 29. Januar 1759 wurde mit einem Friedensvertrag ein Zwist beendet, der die Schweiz \u00fcber Jahrzehnte beunruhigt hatte. Schon vorher hatte er kleinere Zwistigkeiten und Streitereien geschickt klein gehalten, die Ruhe gesichert und die Interessen des _Stifts gewahrt, so im \u201cGruber Kreuzfahrerstreit\u201d, der stark an den Kreuzkrieg unter Abt Leodegar erinnerte oder bei Unruhen im Rorschacher Amt.<\/p>\n<p align=\"justify\">Er wachte genauestens \u00fcber die kl\u00f6sterliche Disziplin. Die erste Visitation hatte er pers\u00f6nlich 1742 vorgenommen und lie\u00df diese regelm\u00e4ssig wiederholen.<\/p>\n<p align=\"justify\">Bei religi\u00f6sen Anl\u00e4ssen nahm er pers\u00f6nlich Anteil, wie an der Reliquientranslation des Heiligen Justinus in Gossau am 22. September 1743 und der Heiligsprechung des Heiligen Fidelis aus Sigmaringen am 30. April bis 4. Mai 1747 in Wil.<\/p>\n<p align=\"justify\">Zwei Dinge sind bei Abt C\u00f6lestin hervorzuheben. Das eine ist seine kluge Wirtschaftsf\u00fchrung. Obwohl f\u00fcr den Kirchen-und Bibliotheksbau 457.929 Gulden ausgegeben worden waren, hinterlie\u00df er seinem Nachfolger \u00fcber 180.000 Gulden an Barverm\u00f6gen und 57 695 Kapitalien. Auch konnte er anderen Kl\u00f6stern unter die<\/p>\n<p align=\"justify\">Arme greifen. So sprang er in Disentis immer wieder mit Geld und Leuten ein. Aber auch dem Kloster Weingarten und Ochsenhausen konnte er je 20.000 Gulden leihen, der Zisterzienserabtei Salem 21.000.<\/p>\n<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/6395c89e0a777ec0.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-bottom: 0px; border-left: 0px; display: block; float: none; margin-left: auto; border-top: 0px; margin-right: auto; border-right: 0px\" title=\"6395c89e0a777ec0\" border=\"0\" alt=\"6395c89e0a777ec0\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/6395c89e0a777ec0_thumb.jpg\" width=\"112\" height=\"149\" \/><\/a> <\/p>\n<p align=\"justify\">Zum andern muss nat\u00fcrlich seine Baut\u00e4tigkeit erw\u00e4hnt werden. 1746 begann er mit dem Bau des Kornhauses in Rorschach, zu dem der italienische Baumeister Johann Caspar Bagnato die Pl\u00e4ne lieferte. Bagnato war an vielen Bauten in Oberschwaben und der Schweiz beteiligt, so in Altshausen, auf der Mainau, in Messkirch usw. Auch f\u00fcr die Klosterkirche in St. Gallen hatte er Pl\u00e4ne gezeichnet, die jedoch nicht zur Ausf\u00fchrung kamen. Der Grundstein zur neuen Klosterkirche wurde 1757 gelegt. die Weihe erfolgte 1760. Die Bauleitung lag im Schiff bei Peter Thumb aus Konstanz (Birnau, Kirche und Bibliothek im Kloster St. Peter im Schwarzwald, Abteikirche Ebersm\u00fcnster im Elsass und viele andere)und im Chor bei Johann Michael B\u00e4r aus Vorarlberg (Kloster Sankt Blasien, Altes Rathaus Konstanz, Schlosskapelle Mammern). Die Malereien im Schiff stammen von Christian Wenzinger aus Freiburg (Schloss ebnet, Taufstein in St. Peter, ehrenbogen f\u00fcr Marie Antoinette) Im Chor arbeitete Josef Wannemacher als Maler (Ave Maria in Deggingen, Kardinalszimmer in Marchtal, Kirche in Zollikon) und die Gebr\u00fcder Gigl aus Wessobrunn als Stukkateure (bevorzugte Stukkateure Peter Thumbs). Die Reliefs an der Ostfassade stammen von Josef Feuchtmayer, der auch die Chor- und Beichtst\u00fchle im Innern der Kirche erstellte. (St. Martin Weingarten, Reichsabtei Salem, Meersburg Neues Schloss, Kloster Einsiedeln Stuckarbeiten in der Bibliothek und im Speisesaal., die Putten in Birnau, darunter \u201cHonigschlecker\u201d)<\/p>\n<p align=\"justify\">Die Einweihung der Kirche erlebte Abt C\u00f6lestin allerdings nicht mehr.<\/p>\n<p align=\"justify\">Er war einer der t\u00fcchtigsten und erfolgreichsten \u00c4bte der nachreformatorischen zeit in St. Gallen. er verstarb am 24. Februar 1767 und wurde in der Mitte des Chores der neuen Kirche.<\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/200pxKloster_St_Gallen_1769.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-bottom: 0px; border-left: 0px; display: block; float: none; margin-left: auto; border-top: 0px; margin-right: auto; border-right: 0px\" title=\"200px-Kloster_St_Gallen_1769\" border=\"0\" alt=\"200px-Kloster_St_Gallen_1769\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/200pxKloster_St_Gallen_1769_thumb.png\" width=\"204\" height=\"124\" \/><\/a> Nach einem so gro\u00dfen Vorg\u00e4nger tritt man immer ein schweres Erbe an. Beda Johann Konrad Angehrn wurde am 7.12. 1725 als Sohn des Chirurgen und Ammans <\/p>\n<p align=\"justify\">Johann Konrad Angehrn und der Maria Katharina Willi geboren in Hagenwil im Thurgau. Er besuchte das Jesuitenkolleg in Konstanz und kam 1743 nach St. Gallen. dort legte er am 16. Oktober 1744 die Profess ab. Am 21.September 1748 war er Subdiakon, am 24. Mai 1749 Diakon und am&#160; 20. Dezember 1749 Priester. seine Primiz feierte er am 27. Dezember 1749. Er war 12 Jahre Professor an der St. Gallener Schule. Sein Vetter Benedikt Maria Angehrn, der auch in St. Gallen studiert hatte war Abt in Neresheim (1755-1787). Beda wurde am 11.3. 1767 unter Vorsitz des Nuntius Luigi Valenti-Gonzaga im Beisein der \u00c4bte Gerold von Muri und Januarius von Rheinau im 2. Wahlgang zum Abt gew\u00e4hlt. Die Konfirmation erfolgte durch Papst Clemens XIII. (1758-1769). Am 8.9.1767 wurde er vom Nuntius zum Abt geweiht. Die Regalien verlieh ihm Kaiser Joseph II. am 19.12 1767.<\/p>\n<p align=\"justify\">Die Hauptaufgabe war zun\u00e4chst die Vollendung der Chorbauten und Ausschm\u00fcckung der Kirche, die er sofort in Angriff nahm. Schon in seinem ersten Generalkapitel schlug er den Bau eines neuen Pfalzgeb\u00e4udes vor. Dieser wurde in zwei Jahren bewerkstelligt, verschlang aber \u00fcber 170.000 Gulden. So konnte ein neuer fl\u00fcgel und die Erh\u00f6hung des Hoftraktes nicht mehr durchgef\u00fchrt werden, da die von seinem Vorg\u00e4nger hinterlassenen Gelder rasch dahin schwanden.<\/p>\n<p align=\"justify\">1770\/1771 traf eine schwere Hungersnot das Stift. Abt Beda linderte die Not so gut er konnte. Aber es musste teures Getreide beschafft werden, was die Reserven des Stifts weiter schrumpfen lie\u00df. Als die Heimsuchung vor\u00fcber war, verlegte sich Abt Beda auf den Stra\u00dfenbau, wo er sich bleibende Verdienste erwarb. Eine Stra\u00dfe f\u00fchrte von Rorschach nach Wil und St. Gallen r\u00fchmte sich, nicht nur die besten Stra\u00dfen in der Schweiz, sondern in ganz Europa zu haben. Den Stiftsfinanzen bekamen diese neuen ausgaben nicht. Dem wachsenden Schuldenstand versuchte der Abt mit der Pr\u00e4gung eigenen Geldes zu begegnen. Doch waren die m\u00fcnzen so schlecht dass sie \u00fcberall im Reich verboten wurden. Die immer gr\u00f6\u00dfer werdende Verschuldung aber auch die ungen\u00fcgende Beachtung des Mitspracherechts f\u00fchrten zu einer starken Opposition innerhalb des Konvents. Der Abt bot seine Resignation an, doch Rom lehnte diese ab. Daraufhin versetzte der Abt die Oppositionellen auf ausw\u00e4rtige Posten, nach Ebringen, St. Johann und Hemberg. auch ein Mittel, der Oppisiton aus dem Wege zu gehen. Zu den ohnehin massiven inneren Schwierigkeiten kamen die \u00e4u\u00dferen politischen Verh\u00e4ltnisse. Die Revolution in Frankreich und die revolution\u00e4ren Ideen, machten auch nicht vor der Schweiz halt. In der alten Landschaft brachen Unruhen aus und sehr schnell ging der Abt auf die Forderungen der Aufst\u00e4ndischen ein. Im G\u00fctlichen Vertrag vom 23. Oktober 1795 wurde die Leibeigenschaft abgeschafft und weitere feudale Rechte preisgegeben oder geschm\u00e4lert. Nur zwei Tage sp\u00e4ter verstarb Abt Beda. Seine Gegner Pater Gerold Brandeberg, zusammen mit Pankraz Vorster, Bedas Nachfolger, schrieben:<\/p>\n<p align=\"justify\">\u00abBeda war in nichts seinem Vorg\u00e4nger vergleichbar, als durch die L\u00e4nge seiner Regierung. Liebensw\u00fcrdig, wohlwollend, war er darum beim Volke auch zu jener Zeit popul\u00e4r, als es gegen ihn rebellierte. F\u00fcr sich selbst ein strenger Beobachter der Ordensdisziplin, war er bei andern ob seiner zu grossen G\u00fcte ein milder W\u00e4chter. In Gesch\u00e4ften zu rasch, im Austeilen freigebig bis zur Verschwendung, scheint er die Kunst der Haushaltung entweder vernachl\u00e4ssigt oder gar nicht gekannt zu haben. Daher wird die ungeheure Schuldenlast der fortw\u00e4hrende Makel seiner Verwaltung sein und unserm Kloster das unwiderrufliche Verderben\u00bb.[v] Neben der v\u00f6llig ungeordneten Finanzverwaltung bildet jedenfalls die allzu grosse Schw\u00e4che in seiner Regierung ein Hauptgrund der trostlosen Lage des Klosters bei seinem Tode\u201d<\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/200pxPankraz_Vorster.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-bottom: 0px; border-left: 0px; display: block; float: none; margin-left: auto; border-top: 0px; margin-right: auto; border-right: 0px\" title=\"200px-Pankraz_Vorster\" border=\"0\" alt=\"200px-Pankraz_Vorster\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/200pxPankraz_Vorster_thumb.jpg\" width=\"189\" height=\"244\" \/><\/a>Pankraz Vorster wurde am 31.7. 1735 als Sohn&#160; des Joseph Zacharius Forster, der Hauptmann im Regiment Jauch war, (die Jauchs waren ein alteingesessenes Geschlecht in Uri und bet\u00e4tigten sich als Milit\u00e4runternehmer in k\u00f6niglich-spanischen und neapolitanisch-sizilianischen Diensten) und der Gr\u00e4fin Anna Maria Rosa Berni in Neapel geboren. Zur Erziehung kam er zu seinem Onkel Johann Thomas Vorster, der Pfarrer in Grub und in Wittenbach war. Die Profess in St. Gallen legte er am 19. Mai 1771 ab. Priester wurde er am 13. Juli 1777. Seine Primiz feierte er am 20. Mai 1777. Ab 1783 war er Professor der praktischen Theologie. Bald war er f\u00fchrend in der Opposition gegen Abt Beda. Nachdem der Papst dessen Resignationsgesuch abgelehnt hatte, wurde er zusammen mit Pater Gerold Brandenburg nach Ebringen versetzt. Er kehrte 1796 aus Ebringen zur\u00fcck und wurde am 1.6.1796 unter Vorsitz des Nuntius Pietro Gravina und im&#160; Beisein des Abtes Beat K\u00fcttel von Einsiedeln und des Exabts von Diesentis Kolumban Sozzi mit 55 Stimmen zum Abt gew\u00e4hlt. Seine Weihe, und das ist bezeichnend erfolgte erst 1804 in aller Stille in Offenburg von dem ebenfalls im Exil lebenden Basler F\u00fcrstbischof Franz Xaver von Neveu. Sofort unternahm er energische Schritte zur Sanierung der Wirtschaft und Reorganisation der Verwaltung. Im August 1797 wurde als Volksvertretung der Landrat geschaffen, dem der Abt wichtige Rechte abtreten musste. Im Toggenburg und in der alten Landschaft gingen Landeshoheit und Regierung von der Abtei an das Volk \u00fcber, nachdem das Kapitel diese Rechte am 3. Februar 1797 eigenm\u00e4chtig abgetreten hatte. Der Abt \u00fcbertrug die Administration der Abtei an Pater Beda Gallus. Er selbst reiste \u00fcber Einsiedeln, Schwyz nach Ebringen. doch fand er nirgends Hilfe. Er reiste weiter \u00fcber Neuravensburg nach Wien. Am kaiserlichen Hof brachte er seine Sache vor. Von Wien aus erlie\u00df er eine Proklamation zur Wahrung seiner Rechte und G\u00fcter gegen\u00fcber der Helvetik. Da gleichzeitig \u00d6sterreich in der Schweiz milit\u00e4risch Erfolge erzwang, kehrte Abt Pankraz 1799 nach St. Gallen zur\u00fcck. Er versuchte von dort aus die politischen Rechte der Abtei wieder herzustellen. Da aber die franz\u00f6sischen Revolutionstruppen rasch vordrangen, musste er am 29. September 1799 St. Gallen schon wieder verlassen. Er fl\u00fcchtete auf die Mehrerau.In der Folge hielt er sich auf der Flucht vor kriegerischen Ereignissen in \u00d6sterreich, Slowenien der Tschechoslowakei und in Schlesien auf. Er intervenierte bei Spanien, Napoleon, England und den eidgen\u00f6ssischen Kantonen. Es fruchtete nichts. Am 8.5. 1805 wurde durch den Gro\u00dfen Rat die Aufhebung der Abtei St. Gallen beschlossen. Vorher hatte schon versucht, nach dem Reichsdeputationshauptschluss wenigsten die St. Gallischen Besitzungen im Reich zu retten. Der Wiener Kongress 1815 setzte f\u00fcr den Abt eine Pension von 6000 Gulden fest. 1815-17 unternahm der Papst nochmals den Versuch die Abtei wieder herzustellen. Mit der Bulle \u201cEcclesias quae antiquitate\u201d vom 2.7.1823 schuf Papst Pius VII.&#160; die Voraussetzungen zur Schaffung des Doppelbistums Chur-St. Gallen.<\/p>\n<p align=\"justify\">Abt Pankraz Vorster starb am 8.7. 1829 in Muri, wo er zuletzt lebte und bestattet wurde, bis er schlie\u00dflich 30.11.1923 in die St. Galler Kathedrale \u00fcberf\u00fchrt wurde.<\/p>\n<p align=\"justify\">1983 wurde die Stiftsbibliothek und das der Stiftsbezirk Sankt Gallen in das Weltkulturerbe der Unesco aufgenommen.<\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/200pxConvent_of_St_Gall.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-bottom: 0px; border-left: 0px; display: block; float: none; margin-left: auto; border-top: 0px; margin-right: auto; border-right: 0px\" title=\"200px-Convent_of_St_Gall\" border=\"0\" alt=\"200px-Convent_of_St_Gall\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/200pxConvent_of_St_Gall_thumb.jpg\" width=\"163\" height=\"244\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#160; Die Geschichte der F\u00fcrstabtei beginnt mit Gallus, der aber nicht der Gr\u00fcnder des Klosters war. Gallus wurde um 550 in Ulster in Irland geboren. M\u00f6glicherweise stammt er aus der k\u00f6niglichen Verwandtschaft der heiligen Brigida von Kildare, der Tochter K\u00f6nig Dubhtach von Leinster. Sie ist eine der drei gro\u00dfen irischen Heiligen, n\u00e4mlich Patrick, Kolumban und [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[26],"tags":[],"class_list":["post-1906","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kloster-in-der-schweiz"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1906","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1906"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1906\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1907,"href":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1906\/revisions\/1907"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1906"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1906"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1906"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}