{"id":1803,"date":"2011-07-31T16:50:16","date_gmt":"2011-07-31T16:50:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=1803"},"modified":"2011-07-31T16:51:12","modified_gmt":"2011-07-31T16:51:12","slug":"klster-der-heiligen-hildegard-von-bingen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=1803","title":{"rendered":"Kl&ouml;ster der Heiligen Hildegard von Bingen"},"content":{"rendered":"<p>&#160;<\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/8687a14610c08564.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right-width: 0px; display: block; float: none; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; margin-left: auto; border-left-width: 0px; margin-right: auto\" title=\"8687a14610c08564\" border=\"0\" alt=\"8687a14610c08564\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/8687a14610c08564_thumb.jpg\" width=\"109\" height=\"144\" \/><\/a> Drei Kl\u00f6ster spielten im Leben der Heiligen Hildegard von Bingen eine Rolle. Das erste ist Kloster Disibodenberg (siehe Kl\u00f6ster in Rheinland-Pfalz), dann Kloster Rupertsberg, das sie gegr\u00fcndet hat und in das sie mit ihren Schwestern gezogen ist und dann Sankt Hildegard in R\u00fcdesheim, das 1904 oberhalb von Eibingen als Wiederbelegung des von Hildegard in Eibingen gegr\u00fcndeten und 1803 im Zuge der S\u00e4kularisation aufgehobenen Klosters bezogen wurde.<\/p>\n<p align=\"justify\">Zum Leben dieser Heiligen, die heute wieder total \u201cin\u201d ist, wie man neudeutsch so sch\u00f6n sagt. 2008 drehte Margarethe von Trotta den Film \u201cVision\u201d mit Barbara Sukowa in der Hauptrolle und 1998 wurde im Mainzer Dommuseum die Jubil\u00e4umsausstellung zu ihrem 900. Geburtstag gezeigt.<\/p>\n<p align=\"justify\">Hildegardmedizin, Hildegardkochb\u00fccher usw. haben Konjunktur.<\/p>\n<p align=\"justify\">Hildegard wird 1098 geboren, der genaue Tag ist nicht bekannt. Sie stammt aus der Familie von Bermersheim. Als Geburtsort wird Bermersheim heute wieder in Frage gestellt. Ihre Eltern Hildeberd und Mechthild von Bermersheim stammten aus einem edelfreien Geschlecht und geh\u00f6rten dem rheinfr\u00e4nkischen Hochadel an. Urkunden und G\u00fcterverzeichnisse belegen umfangreichen Grundbesitz der Familie in der Umgebung von Bermersheim. Man kann als sicher annehmen, dass Hildegard die ersten 8 Lebensjahre auf dem Herrenhof der Eltern verbracht hat. Sie ist das zehnte Kind. Von 9 sind 7 ihrer Geschwister aus Urkunden namentlich bekannt. Drutwin ist der \u00e4lteste. Er \u00fcbernimmt das elterliche Gut. Die Br\u00fcder Hugo und Rorich geh\u00f6ren dem geistlichen Stand an. Hugo hat in Mainz das Amt des Domkantors inne. Er ist einer der drei h\u00f6chsten W\u00fcrdentr\u00e4ger im Bistum. Als solcher fungiert er auch als Erzieher an der Domschule.<\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/067dd98f0f8b7194.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right-width: 0px; display: block; float: none; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; margin-left: auto; border-left-width: 0px; margin-right: auto\" title=\"067dd98f0f8b7194\" border=\"0\" alt=\"067dd98f0f8b7194\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/067dd98f0f8b7194_thumb.jpg\" width=\"154\" height=\"116\" \/><\/a>Viele Sch\u00fcler Hugos steigen zu bedeutenden Positionen im Reich auf. So wird&#160; Radulf von Z\u00e4hringen Erzbischof von L\u00fcttich und hat engste Beziehungen zu Friedrich Barbarossa. Hildegard hat auch im Altar noch engen Kontakt mit ihrem Bruder Hugo. Nach 1175 \u00fcbernimmt er zeitweilig die Seelsorge an ihrem Kloster.<\/p>\n<p align=\"justify\">Ihr Bruder Rorich tritt als Kanonikus in das Kloster Tholey an der Saar ein, dem fr\u00fchesten Kloster auf deutschen Boden. Er ist in das \u00e4lteste Totenbuch des Klosters Rupertsberg eingetragen.Von Hildegards Schwestern Irmengard, Odilia und Jutta, deren Namen in Schenkungsurkunden eingetragen sind, ist nichts weiter \u00fcberliefert. Eine weitere Schwester, Clementia wird zu einem nicht bekannten Zeitpunkt Nonne in dem von Hildegard gegr\u00fcndeten Kloster auf dem Rupertsberg. Vier der zehn Kinder derer von Bechtersheim f\u00fchren ein geistliches Leben, erhalten eine geistige Bildung. Die illustre Herkunft ist Voraussetzung f\u00fcr Hildegards Lebensgeschichte. Hildegard bleibt sich zeitlebens ihres hochadeligen Standes und ihrer Herkunft bewusst. Auffallend ist, dass zahlreiche Verwandte und Bekannte der Familie hohe geistliche und weltliche \u00c4mter bekleiden. Hildegards Neffe Arnold ist von 1169-1184 Erzbischof in Trier, einer der h\u00f6chsten Kirchenf\u00fcrsten des Reiches. Arnolds Bruder Wezelin ist Propst von St. Andreas in K\u00f6ln. Die Erhebung in derartige F\u00fchrungspositionen best\u00e4tigt die Bedeutung der Familie. Auch Hildegard nutzt ihre verwandtschaftlichen Bindungen zu den Einflussreichen in Reich und Kirche.<\/p>\n<p align=\"justify\">Als Hildegard geboren wird ist Urban II. Papst (1088-1099) Er hatte zu den Kreuzz\u00fcgen aufgerufen und 1099 wird Jerusalem eingenommen. Der Salier Heinrich IV. (1050-1106) war Kaiser. Er und der Papst liegen im Investiturstreit. Es geht um die Einsetzung von Bisch\u00f6fen und \u00c4bten und damit zugleich um die politische Macht im Abendland. 1098 gr\u00fcndet Robert von Molesme im burgundischen Citeaux den Orden der Zisterzienser. Eine neue Bl\u00fctezeit der Fr\u00f6mmigkeit bricht an.<\/p>\n<p align=\"justify\">Schon zu Hildegards Lebzeiten wird ihre Lebensbeschreibung begonnen, in drei B\u00fccher gegliedert in Form einer Heiligenlegende. Das erste Buch verfasst der Disibodenberger M\u00f6nch Gottfried. Dieser war von 1174-1176 Probst des Klosters Rupertsberg und Hildegards Sekret\u00e4r. Nach Gottfrieds und Hildegards Tod erh\u00e4lt der M\u00f6nch Dietrich von Echternach den Auftrag, die Vita fertigzustellen. Gottfried schilderte Hildegards Lebensweg von ihrer Geburt bis zu ihrer \u00dcbersiedlung auf den Rupertsberg. Er w\u00fcrdigt ihre vision\u00e4re Begabung. Dietrich schildert unter Verwendung autobiographischer Aufzeichnungen Hildegards und den Materialen ihres Sekret\u00e4rs Wibert von Gembloux die Visionen Hildegards, im dritten Buch die von ihr gewirkten Wunder. Beide Biographen, dass sie von Geburt an schw\u00e4chlich war und st\u00e4ndig von Krankheiten geplagt.<\/p>\n<p align=\"justify\">1106, so die Vita, beschlie\u00dfen Hildebert und Mechthild ihr zehntes Kind \u2013 gleichsam als Zehnten- Gott zu weihen. Ein g\u00fcnstiger Umstand erleichtert ihnen diese Entscheidung. Jutta von Sponheim ist 1092 geboren. Sie ist die Tochter des beg\u00fcterten Grafen Stephan und Sophias von Sponheim, einer hochadligen Familie mit Sitz auf der an der Nahe gelegen Burg Sponheim in der N\u00e4he von Bad Kreuznach. Sie hat sich kurz zuvor entschlossen, ihr Leben in v\u00f6lliger Abgeschiedenheit zu verbringen. Sie will eine Frauenklause beziehen, die dem M\u00f6nchskloster Disibodenberg angebaut ist. Am 1. November 1106 ziehen Jutta, Hildegard und eine dritte Gef\u00e4hrtin in die Klause ein. Im Gegensatz zur Hildegard-Vita nennt die 1137 verfasste und 1192 ver\u00f6ffentlichte Jutta-Vita das Jahr 1112 f\u00fcr den Einzug. Das Datum ist etwas plausibler, da der Disibodenberg erst 1108 wieder besiedelt wird. Wo sich Jutta und Hildegard von 1106-1112 aufhalten ist auch durch neueste Forschungsergebnisse nicht zweifelsfrei zu kl\u00e4ren. Bei der Tagesangabe stimmen die Quellen aber \u00fcberein. An Allerheiligen hat der feierliche Einzug stattgefunden.<\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/220pxKloster_Disibodenberg_03.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right-width: 0px; display: block; float: none; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; margin-left: auto; border-left-width: 0px; margin-right: auto\" title=\"220px-Kloster_Disibodenberg_03\" border=\"0\" alt=\"220px-Kloster_Disibodenberg_03\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/220pxKloster_Disibodenberg_03_thumb.jpg\" width=\"224\" height=\"169\" \/><\/a>Die Eltern entrichten eine angemessene Mitgift an das Benediktinerkloster . Im Jahr ihres Eintritts legen die drei Frauen die monastischen Gel\u00fcbde ab. <\/p>\n<p align=\"justify\">Der Bamberger Bischof Otto (um 1060-1139), aus schw\u00e4bischem Adel stammend auch bekannt als \u201cApostel der Pommern\u201d und 1189 heiliggesprochen, gibt ihnen den Ordensschleier.<\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Otto_der_Heilige.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right-width: 0px; display: block; float: none; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; margin-left: auto; border-left-width: 0px; margin-right: auto\" title=\"Otto_der_Heilige\" border=\"0\" alt=\"Otto_der_Heilige\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Otto_der_Heilige_thumb.jpg\" width=\"213\" height=\"244\" \/><\/a>Das gemeinsame Einschlie\u00dfen in der Klause und die Profess erregen das Aufsehen und gro\u00dfe Anteilnahme von Seiten des Konvents aber auch von der Bev\u00f6lkerung des Umkreises.<\/p>\n<p align=\"justify\">Jutta ist f\u00fcr die geistige und religi\u00f6se Erziehung der jungen Hildegard verantwortlich. Sp\u00e4testens mit dem Eintritt in die Klause wird sie nach der Regel des Heiligen Benedikts f\u00fcr das kl\u00f6sterliche Leben herangebildet. In ihrer Unterweisung in das vielschichtige benediktinische Bildungsgut wird Jutta von dem Disibodenberger M\u00f6nch Volmar unterst\u00fctzt. Hildegard lernt lesen und schreiben.<\/p>\n<p align=\"justify\">Sie \u00fcbt die Psalmen und den Gesang des t\u00e4glichen Stundengebets in lateinischer Sprache ein. Wie in der Frauenbildung der damaligen zeit \u00fcblich erh\u00e4lt Hildegard aber keine formale Unterweisung in den \u201cSieben Freien K\u00fcnsten\u201d, also Grammatik, Dialektik und Rhetorik, dazu Arithmetik, Geometrie, Astronomie und Musik. Sie bezeichnet sich selbst als \u201cindocta\u201d also ungelehrt, ihr eigenes literarisches Werk zeigt jedoch, dass sie umfassende Kenntnisse der Heiligen Schrift, der Texte der Kirchenv\u00e4ter und der weltlichen Wissenschaften hat. Aus den ersten beiden Jahrzehnten nach ihrer Profess gibt es keine nennenswerte Aufzeichnungen \u00fcber ihr Leben. Die Vita berichtet nur \u00fcber den tugendhaften Lebenswandel der jungen Nonne und auch, dass sie h\u00e4ufig schwer erkrankte.<\/p>\n<p align=\"justify\">Ora et labora! Ihr Tag verlief wie im benediktinischen Alltag \u00fcblich. Der Lebensrhythmus war gepr\u00e4gt durch den Wechsel von Gebet, Arbeit, Studium und geistliche Lesungen. Acht Stunden Schlaf, drei bis vier Stunden Gebet, acht Sunden manuelle Arbeit. Sieben Mal am Tag versammelten sich die Schwestern zum gemeinsamen Stundengebet. Der beengte Raum und die konzentrierte Lebensweise sorgen daf\u00fcr, dass ihre au\u00dfergew\u00f6hnlichen Wahrnehmungen ihren Mitschwestern nicht verborgen bleiben.<\/p>\n<p align=\"justify\">Am 22. Dezember 1136 stirbt Jutta von Sponheim. F\u00fcr Hildegard ist das der Beginn eines neuen Lebensabschnittes. Ihre Mitschwestern w\u00e4hlen sie zur neuen Meisterin. Das mag einmal mit ihrer hohen sozialen Herkunft zusammenh\u00e4ngen, ist aber sicher auch ihrer spirituellen Reife und ihre wachsender F\u00e4higkeit, zu f\u00fchren zu verdanken. Der Ruf der neuen Meisterin dringt nach drau\u00dfen. Immer mehr adlige Frauen ersuchen um Einlass in der Klause. Die Frauengemeinschaft am Disibodenberg w\u00e4chst.<\/p>\n<p align=\"justify\">Das pr\u00e4gende und auch zukunftsbestimmende Ereignis im Leben der Heiligen Hildegard geschieht 1141. Nach ihren eigenen Aussagen erh\u00e4lt sie von Gott den Auftrag, ihre Visionen schriftlich festzuhalten. Sie z\u00f6gert den Auftrag auszuf\u00fchren. Angst vor der eigenen Unf\u00e4higkeit, aber auch Angst vor dem Gerede der Menschen l\u00e4sst sie zaudern. Sie wird krank und bettl\u00e4gerig. Nach wiederholten Aufforderungen beginnt sie die Herausforderung anzunehmen. Sie beginnt zu schreiben \u2013 und wird gesund.<\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/82pxHildegard.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right-width: 0px; display: block; float: none; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; margin-left: auto; border-left-width: 0px; margin-right: auto\" title=\"82px-Hildegard\" border=\"0\" alt=\"82px-Hildegard\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/82pxHildegard_thumb.jpg\" width=\"86\" height=\"124\" \/><\/a> Der M\u00f6nch Volmar ist von 1141 bis 1173, ihrem Tod, ihr Berater, Sekret\u00e4r und \u201csymmysta\u201d, Mitwisser ihrer Geheimnisse. Er unterst\u00fctzt sie beim Formulieren der lateinischen Texte und beim \u00dcbertragen der Schriften auf Pergament. Eine weitere Gehilfin und Sekret\u00e4rin ist die gebildete Nonne Richardis von Stade, zu der sie ein besonders inniges Verh\u00e4ltnis hat. Diese ist 1125 als Tochter der Markgr\u00e4fin Richardis geboren, die Hildegard bei ihrer Klostergr\u00fcndung auf dem Rupertsberg nach Kr\u00e4ften unterst\u00fctzt. Allerdings wird sie 1151 das Kloster Rupertsberg verlassen, da der Bruder von Richardis Hartwig Erzbischof von Bremen geworden war und seine Schwester auf dem \u00c4btissinenstuhl von Bassum sehen. Gegen den Willen Hildegards nimmt Richardis das Angebot an. Hildegard wollte Richardis nicht ziehen lassen, selbst an den Papst wandte sie sich. Richardis stirbt aber pl\u00f6tzlich 1152. Zur\u00fcck ins Jahr 1141. Von 1141-1151 verfasst Hildegard ihre erste theologisch-kosmologische Visionsschrift \u201cScivias\u201d eine Abk\u00fcrzung die f\u00fcr scivias domini steht, Wisse die Wege des Herrn. Es ist eine Glaubenslehre, die sich an der Dogmatik der Zeit orientiert. Sie befasst sich mit den drei Hauptpunkten der Heilsgeschichte \u2013 Sch\u00f6pfung, Erl\u00f6sung, Ende der Zeiten. Es ist ein Werk in drei Teile gegliedert, das in 26 Visionen das ganze Sch\u00f6pfungs-und Erl\u00f6sungswerk darstellt. Die M\u00f6nche m\u00fcssen von der Abfassung gewusst haben, denn Volmars Unterst\u00fctzung bei der Niederschrift setzt das Einverst\u00e4ndnis des Klosterabts voraus. Hildegard ist bei der Abfassung immer noch von Zweifeln geplagt. In einem Brief wendet sie sich an Bernhard von Clairvaux (1091-1153) den einflussreichen Zisterzienserabt. Sie erhofft sich die Best\u00e4tigung ihrer Sehergabe und ihres <\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/richardisvonstade_w220q95.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right-width: 0px; display: block; float: none; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; margin-left: auto; border-left-width: 0px; margin-right: auto\" title=\"richardisvonstade_w220q95\" border=\"0\" alt=\"richardisvonstade_w220q95\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/richardisvonstade_w220q95_thumb.jpg\" width=\"224\" height=\"185\" \/><\/a>&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160; Volmar, Hildegard und Richardis <\/p>\n<p align=\"justify\">prophetischen Auftrages. Das Antwortschreiben Bernhards ist respektvoll aber auch mahnend gehalten. Es l\u00f6st noch nicht ihre Zweifel. Ein Jahr sp\u00e4ter findet in Trier eine Synode statt. Unter dem Vorsitz des Zisterzienserpapstes Eugen III. (1145-1153) versammeln sich Geistliche aus allen Teilen Europas. Auch Bernhard von Clairvaux nimmt teil. Der Mainzer Erzbischof Heinrich I. informiert auf Bitten des Disibodener Abtes Kuno die Anwesenden \u00fcber die Visionen Hildegards. Eine Untersuchungskommission wird auf den Disibodenberg geschickt, um Hildegards Sehergabe zu pr\u00fcfen. Sie kehrt mit positiven Ergebnissen Zur\u00fcck. Hildegard ist p\u00e4pstlich legitimiert. Sie ist von ihren Selbstzweifeln befreit, sieht sich best\u00e4rkt in der Fortsetzung ihres Werkes. Sie ist vor dem Vorwurf der H\u00e4resie gesch\u00fctzt.<\/p>\n<p align=\"justify\">Das Kloster, der Ort an dem Hildegard zur Seherin heranreifte, erh\u00e4lt 1148 eine p\u00e4pstliche Schutzurkunde ausgestellt. Ein stetig wachsender Strom von Ratsuchenden pilgert zum Disibodenberg und sichert dem Kloster eine kontinuierliche Einnahmequelle. Und die Frauenklause erh\u00e4lt Zuwachs von beg\u00fcterten Aspirantinnen aus dem Adel.<\/p>\n<p align=\"justify\">Hildegard aber will den Disibodenberg verlassen. Die stetig anwachsende Frauengemeinschaft braucht mehr Raum. Aber sicher war auch das Streben nach Unabh\u00e4ngigkeit ein wichtiger Beweggrund f\u00fcr Hildegard.&#160; Nur, Abt Kuno, der Abt vom Disibodenberg, dessen Befehlsgewalt die Benediktinerinnen in der Klause unterstellt sind, will die Frau nat\u00fcrlich nicht ziehen lassen. Sie ist gerade vom Papst als Prophetin anerkannt worden. Kuno will weder auf den neugewonnen Ruhm Hildegards, noch auf die damit verbundenen&#160; Spenden und Schenkungen der Pilger und Ratsuchenden verzichten, genauso wenig auf die Eink\u00fcnfte aus der Mitgift der Nonnen. Aber auch viele Schwestern sind nicht begeistert und z\u00f6gern. Der von Hildegard ins Auge gefasste Ort ist ein unbesiedelter H\u00fcgel an der M\u00fcndung der Nahe in den Rhein bei Bingen. Ein Wegzug von fruchtbaren Feldern und Weinbergen und einer lieblichen Gegend in ein wasserloses Gebiet, so Hildegards eigene Worte, wirkte nicht gerade ermutigend. Wie zeitlebens bei gro\u00dfen Entscheidungen und widrigen Umst\u00e4nden erkrankt Hildegard. W\u00e4hrend Hildegard paralysiert im Bett liegt, verwendet sich die Markgr\u00e4fin von Stade, die Mutter von Hildegards Mitschwester Richardis beim Mainzer Erzbischof Heinrich. Sie hat Erfolg. Der Erzbischof bef\u00fcrwortet die Neugr\u00fcndung und f\u00f6rdert sie durch Schenkungen.<\/p>\n<p align=\"justify\">Nun muss auch Abt Kuno Hildegard ziehen lassen. Sie wird von weltlichen G\u00f6nnern finanziell unterst\u00fctzt und so kann sie das Gel\u00e4nde auf dem Rupertsberg kaufen.<\/p>\n<p align=\"justify\">Erste Rodungs-und Bauarbeiten beginnen. <\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/wendepunktdeslebens_w220q95.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right-width: 0px; display: block; float: none; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; margin-left: auto; border-left-width: 0px; margin-right: auto\" title=\"wendepunktdeslebens_w220q95\" border=\"0\" alt=\"wendepunktdeslebens_w220q95\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/wendepunktdeslebens_w220q95_thumb.jpg\" width=\"164\" height=\"244\" \/><\/a> <\/p>\n<p align=\"justify\">Die Umsiedlung erfolgt zwischen 1147 und 1151. In Hildegards Vita wird berichtet, dass dieser Platz Hildegard in einer Schau gezeigt worden sei. Hier treffen die wichtigsten Wasser-und Landwege aufeinander, die die drei Bischofsst\u00e4dte K\u00f6ln, Mainz und Trier verbindet. Der Rupertsberg liegt auch ganz in der N\u00e4he der Zentren der damaligen weltlichen macht, aus geographischen Gesichtspunkten also eine gute Wahl. Im fr\u00fchen Mittelalter hatte an dieser Stelle der Heilige Rupertus gewohnt. Dort sind auch die Reliquien des Heiligen und seiner Mutter Berta aufbewahrt. Die Gr\u00fcndungszeit verl\u00e4uft turbulent. Die ersten Jahre sind von Armut und Entbehrung gepr\u00e4gt. Konflikte und Auseinandersetzungen bleiben nicht aus.&#160; Einige Nonnen verlassen den Konvent. Aber Hildegard kann ihren Scivias beenden. In diese Gr\u00fcnderjahre f\u00e4llt auch die Trennung von Richardis.<\/p>\n<p align=\"justify\">Am 1. Mai 1152 weiht der Mainzer Erzbischof die neue Klosterkirche auf dem Rupertsberg.<\/p>\n<p align=\"justify\">Die Konflikte sind aber noch nicht zu Ende. Die Disibodenberger M\u00f6nche weigern sich auch nach der \u00dcbersiedlung auf den Rupertsberg die beim Eintritt der Nonnen in die Klause gemachten Schenkungen und die Ertr\u00e4ge daraus an die Schwesterngemeinschaft auszuh\u00e4ndigen. Zudem soll auch noch Volmar, der Sekret\u00e4r Hildegards und Propst der Nonnengemeinschaft dieser entzogen werden soll, reitet Hildegard auf den Disibodenberg. Dort kommt es zu einer harten Auseinandersetzung mit dem Abt und den M\u00f6nchen. Kurz danach, 1155, stirbt Abt Kuno. Mit Abt Kunos Nachfolger Helenger gibt es weitere Verhandlungen zur Kl\u00e4rung der g\u00fcterrechtlichen und geistlichen Beziehungen. Aber Hildegard erk\u00e4mpft die Herausgabe aller G\u00fcter und am Ende auch die vollkommene Unabh\u00e4ngigkeit ihres Klosters. Den Nonnen wird freie \u00c4btissinenwahl zugesichert und sie sind auch in der Wahl des Propstes frei, den der Disibodenberg stellen muss.. Hildegard vermeidet auch die Einsetzung eines weltlichen Vogtes erfolgreich.<\/p>\n<p align=\"justify\">Auf dem Rupertsberg zeigt sich auch Hildegards musikalische Produktivit\u00e4t. Der erste Beleg stammt aus dem Jahr 1148.<\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/00e7fd4728fe3be8.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right-width: 0px; display: block; float: none; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; margin-left: auto; border-left-width: 0px; margin-right: auto\" title=\"00e7fd4728fe3be8\" border=\"0\" alt=\"00e7fd4728fe3be8\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/00e7fd4728fe3be8_thumb.jpg\" width=\"107\" height=\"149\" \/><\/a><\/p>\n<p align=\"justify\">Ab diesem Zeitpunkt bis zu ihrem Tod besch\u00e4ftigt sie sich mit Ges\u00e4ngen auf der Basis hochmittelalterlicher Gregorianik. Sie schreibt auch ein Singspiel \u201cOrdo virtutum\u201d (Spiel der Kr\u00e4fte), das den ewigen Kampf zwischen Gut und B\u00f6se thematisiert. In der neuen Abtei auf dem Rupertsberg kommt das Werk zur Urauff\u00fchrung. In den f\u00fcnfziger Jahren arbeitet sie auch an der Abfassung ihrer natur- und heilkundlichen Schriften. Die \u201cPhysika\u201d, das ist Hildegards Naturkunde gliedert sich in neun B\u00fccher. Sie beschreibt darin die Schutz-und Heilkr\u00e4fte von Pflanzen, Tieren, Metallen, Edelsteinen und Elementen. Dies wurzelt auf eigenen Beobachtungen der einheimischen Tier und Pflanzenwelt. Man kann keine bestimmten Quellen nachweisen aber Vergleichbares findet sich auch bei Plinius, Isidor von Sevilla, Galen und Soranus. Ihre Natur-und Heilkunde wurzelt in einem ganzheitlichen Weltbild. Sie stehen innerhalb ihrer vision\u00e4ren Kosmologie. Hildegard hat auch eine \u201cunbekannte Sprache\u201d, die lingua ignota\u201d erfunden. Diese gibt heute noch R\u00e4tsel auf.<\/p>\n<p align=\"justify\">Nach den harten Anfangsjahren stabilisiert sich der Konvent. Schenkungen und Verm\u00e4chtnisse gew\u00e4hrleisten einen stetig wachsenden Wohlstand. Es gibt positive, geradezu euphorische Schilderungen des Klosterlebens auf dem Rupertsberg wie der Bericht von Wibert von Gembloux aber auch durchaus kritische Stimmen wie die der Tengswich von Andernach, Meisterin eines Kanonissenstifts in Andernach, die in einem Schreiben an Hildegardkritisiert, dass am Rupertsberg nur Adlige aufgenommen werden oder auch \u201c dass eure Nonnen an Festtagen beim Psalmengesang mit herabwallendem Haar im Chor stehen und als Schmuck leuchtendwei\u00dfe Kleider tragen\u2026\u201d Hildegard antwortet schroff, verteidigt das Adelsprivileg und begr\u00fcndet den Rupertsberger Brauch sich an Festtagen mit Seide und Gold zu schm\u00fccken mit der besonderen Stellung der geweihten Jungfrau.<\/p>\n<p align=\"justify\">Hildegard f\u00fchrt auch ausgedehnte Korrespondenz mit Klerikern und Laien, Adligen und Nichtadligen. \u00dcber 300 Briefe sind aus dem Zeitraum zwischen 1146 und 1179 \u00fcberliefert. Ihre Korrespondenzpartner sind der Konstanzer Bischof Hermann von Arbon (1138-1165). Der Brief an Bernhard von Clairvaux ist oben erw\u00e4hnt. Dann gab es einen Briefwechsel mit Friedrich Barbarossa mit 5 erhaltenen Briefen, 4 von Hildegard einen von Kaiser Friedrich. Die drei rheinischen Erzbisch\u00f6fe von K\u00f6ln, Mainz und Trier sch\u00e4tzten ihren Rat. Es gab auch Austausch mit \u00c4bten, Pr\u00f6psten, \u00c4btissinnen. Zwischen dem Benediktinerkloster in Zwiefalten und Hildegard ist ein reger Briefwechsel dokumentiert und auf ihrer letzten Reise 1170\/1171 besucht sie das oberschw\u00e4bische Kloster selbst.<\/p>\n<p align=\"justify\">Ihre dritte und letzte Visionsschrift, das \u201cLiber divinorum Operum\u201d entstand zwischen 1165 und 1174. Kurz vor Fertigstellung stirbt Volmar. Sein Tod ersch\u00fcttert die \u00c4btissin sehr, wie sie schreibt \u201c da durchbohrte Traurigkeit mir Seele und Leib, weil ich dieses Mannes beraubt, eine Waise war auf dieser Welt\u201d<\/p>\n<p align=\"justify\">Im letzten Lebensjahr hatte Hildegard einen erbitterten Konflikt mit der Mainzer Kirchenverwaltung. Die \u00c4btissin l\u00e4sst einen&#160; exkommunizierter, jedoch kurz vor dem Tod vom Kirchenbann befreiten Edelmann auf dem Klosterfriedhof beerdigen. Trotz Androhung des Interdikts, also das Verbot des Gottesdienstes und des Empfangs der Heiligen Sakramente verweigert Hildegard die Exhumierung. Sie wendet sich direkt an den Mainzer Erzbischof Christian von Buch . Nach eingehender Untersuchung des Sachverhalts wird das Interdikt aufgehoben, Hildegard aber zurechtgewiesen. Kurz nach dieser Auseinandersetzung stirbt Hildegard im Alter von 81 Jahren am 17. September 1179 in ihrem Kloster auf dem Rupertsberg. Ihr Leichnam wird im 13. Jahrhundert unterhalb des Altarraums der Abteikirche umgebettet. 1489 wird der Sarg ge\u00f6ffnet. \u00dcber den Zustand der sterblichen \u00dcberreste ist nichts bekannt. Im Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieg gelangt ein Teil der Gebeine nach K\u00f6ln. Die restlichen Reliquien verbleiben auf de Rupertsberg und \u00fcberstehen die Zerst\u00f6rung der klosteranlage 1632. Aufzeichnungen aus dem Jahre 1660 bezeugen die \u00dcberf\u00fchrung ins Eibinger Kloster. Das Kloster wird 1802 aufgehoben.Hildegards Reliquien werden zum Teil verschenkt gelangen aber meist nach der Neukonsekrierung der Eibinger Klosterkirche 1831 nach Eibingen zur\u00fcck.<\/p>\n<p align=\"justify\">&#160;<\/p>\n<p align=\"justify\">&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160; Das Kloster Rupertsberg<\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/220pxKloster_Rupertsberg.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right-width: 0px; display: block; float: none; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; margin-left: auto; border-left-width: 0px; margin-right: auto\" title=\"220px-Kloster_Rupertsberg\" border=\"0\" alt=\"220px-Kloster_Rupertsberg\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/220pxKloster_Rupertsberg_thumb.gif\" width=\"224\" height=\"141\" \/><\/a>Am 1. Mai 1152 weiht der Mainzer Erzbischof Heinrich die Rupertsberger Klosterkirche. Eine dreischiffige Kirche, 30 m lang mit zwei breiten T\u00fcrmen. In der Kirche war eine gew\u00f6lbeartige Gruft in der die Reliquien des Klosterheiligen Rupertus und seiner Mutter Berta aufbewahrt wurden. Eine Urkunde des Mainzer Erzbischofs bezeugt die Weihe. In einer am 22. Mai 1158 ausgestellten Urkunde best\u00e4tigt der Mainzer Erzbischof Arnold von Seelenhofen (1153-1160) dem Konvent all seine Besitzungen.&#160; Den Nonnen wird die freie \u00c4btissinnenwahl und die freie Wahl des Propstes zugesichert, den das Kloster Disibodenberg stellen muss.<\/p>\n<p align=\"justify\">Auf Bitten Hildegards nimmt Kaiser Friedrich am 18. Mai 1163 das Kloster in seinen Schutz und er best\u00e4tigt die Urkunde von Erzbischof Arnold. Er verbietet doe Einsetzung eines Vogtes und befreit es von allen Abgaben. Als zeugen fungieren die Erzbisch\u00f6fe Konrad von Mainz, Wichmann von Magdeburg und Eberhard von Salzburg, weiter 5 Bisch\u00f6fe und verschiedene weltliche Gro\u00dfe.<\/p>\n<p align=\"justify\">Schon mit dem Tod der Gr\u00fcnderin verliert das Kloster einen Teil seine Bedeutung.<\/p>\n<p align=\"justify\">Die Nachbarschadt zwischen Bingen und dem Kloster war konfliktreich. Eine spirituelle Rolle hat das Kloster aber nicht mehr spielen k\u00f6nnen. Es war eine \u201cVersorgungsanstalt f\u00fcr die T\u00f6chter des Adels mit benediktinischen Elementen. Anna Lerch von Dirmstein war die letzte \u00c4btissin Rupertsbergs.Sie musste 1642 ihr Amt niederlegen.<\/p>\n<p align=\"justify\">1632 wurde das Kloster Rupertsberg&#160; von den Schweden in Brand gesetzt und zerst\u00f6rt. Es wurde nie mehr aufgebaut. 5 Arkadenb\u00f6gen der Klosterkirche sind noch erhalten und heute Teil des Ausstellungshauses der Firma W\u00fcrth.<\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/HIL_Rupertsberg_01_5647_150.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-right-width: 0px; display: block; float: none; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; margin-left: auto; border-left-width: 0px; margin-right: auto\" title=\"HIL_Rupertsberg_01_5647_150\" border=\"0\" alt=\"HIL_Rupertsberg_01_5647_150\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/HIL_Rupertsberg_01_5647_150_thumb.jpg\" width=\"154\" height=\"113\" \/><\/a> <\/p>\n<p align=\"justify\">&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160; Kloster Sankt Hildegard in Eibingen<\/p>\n<p align=\"justify\">&#160;<\/p>\n<p align=\"justify\">1148 gr\u00fcndete die Adlige Marka von R\u00fcdesheim ein Augustinerkloster. Aber schon 17 Jahre sp\u00e4te wurde es von den Truppen Friedrichs verw\u00fcstet. Hildegard l\u00e4sst die Anlage wieder aufbauen. Geplant ist Raum f\u00fcr 30 Nonnen. Sie pendelt zwischen Rupertsberg und Eibingen und betreut beide Kl\u00f6ster bis zu ihrem Tod. In Eibingen werden auch Nichtadelige oder weniger beg\u00fcterte Frauen aufgenommen. Am 22. April 1219 nimmt Papst Honorius III. (Papst von 1216-1227)das Kloster Eibingen in seinen Schutz.<\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/eibing.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-bottom: 0px; border-left: 0px; display: block; float: none; margin-left: auto; border-top: 0px; margin-right: auto; border-right: 0px\" title=\"eibing\" border=\"0\" alt=\"eibing\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/eibing_thumb.gif\" width=\"244\" height=\"82\" \/><\/a>&#160; <\/p>\n<p align=\"justify\">Das Aufsichtsrecht \u00fcber Eibingen hatten die Rupertsberger \u00c4btissinnen, was in einer Urkunde vom28. November 1268 geregelt war. Im 14. und 15. Jahrhundert erlebte das Kloster eine Bl\u00fctezeit. Die Eibinger \u00c4btissinnen nannten sich zun\u00e4chst Meisterin. Am l\u00e4ngsten in Amt und W\u00fcrden war Benigma von Algesheim. Sie stand 44 Jahre dem Kloster vor, von 1373-1417 und damit l\u00e4nger als Hildegard. Politische Spannungen im Umfeld wie z.B. zwischen Kurmainz und Pfalz wirkten sich auch auf das Kloster aus. Unter Erzbischof Jakob von Liebenstein (1504-1508) erfolgte eine Klosterreform. Der Mainzer Erzbischof war in seinem Bistum nachdr\u00fccklich um eine Klosterreform bem\u00fcht. 1506 wurde er in die Bursfelder Kongregation aufgenommen. In Eibingen aber war die Entwicklung trotz Reform r\u00fcckl\u00e4ufig.1575 lebten in Eibingen nur noch drei Schwestern. Auf Anweisung des Mainzer Erzbischofs Daniel Brendel von Homburg (1555-1582) siedelten diese in das nahegelegene Zisterzienserinnenkloster Marienhausen \u00fcber. Sie machten so Platz f\u00fcr die Augustinerinnen von St. Peter bei Kreuznach, die vor der Reformation fl\u00fcchteten. Die Rupertsberger Nonnen erreichten aber dir urkundlich verb\u00fcrgte R\u00fcckgabe des Kloster Eibingen und seiner Besitzungen. Dies hatte \u00c4btissin Cunigundis&#160; Freiin von Dehrn nach langwierigen unterreden erreicht. Seit 1603&#160; war der Titel \u00c4btissin von Rupertsberg und Eibingen \u00fcblich. Nach der Zerst\u00f6rung von Kloster Rupertsberg durch die Schweden 1632 kamen die Rupertberger Nonnen 1636 \u00fcber K\u00f6ln nach Eibingen. Aber auch dort herrschten nat\u00fcrlich bedingt durch die Kriegswirren Not und Entbehrung. Die junge \u00c4btissin Magdalena Ursula von Sickingen schaffte wieder einen Neubeginn. Das monastisch Leben erbl\u00fchte wieder und auch die wirtschaftliche Lage besserte sich so, dass auch gr\u00f6\u00dfere Bauvorhaben wieder m\u00f6glich wurden. \u00c4btissin Magdalen starb allerdings im Sommer 1666 im Alter von 52 an der Pest.<\/p>\n<p align=\"justify\">Von 1681-1683 wurden&#160; Kirche und Westfl\u00fcgel der Abtei betreut von dem Architekten Giovanni Angelo Barello von Grund auf restauriert. 1737 wurde der Ostfl\u00fcgel abgebroch und nach Pl\u00e4nen des Mainzer Architekten Johann Valentin Thoman neu errichtet.. Zwischen 746 und 1752 entstanden der S\u00fcdfl\u00fcgel und die Scheune. Von 1780 bis 1788 war Maria Hildegard von Rodenhausen \u00c4btissin. Der Einfluss der neuen Geistestr\u00f6mung,&#160; der Aufkl\u00e4rung verst\u00e4rkte sich. Der Mainzer Erzbischof Kurf\u00fcrst Friedrich Karl Joseph von Erthal (1774-1802) wollte aus Kloster Eibingen ein weltliches Damenstift machen. Das l\u00f6ste bei den Nonnen heftigen Widerspruch aus. 1789 wurde das Klosterarchiv vorsorglich nach Alzey gebracht. Dort verblieb es bis 1798. Der Verlust der linksrheinischen G\u00fcter beeintr\u00e4chtigte die Wirtschaftliche Lage des Klosters erheblich.<\/p>\n<p align=\"justify\">1802 wurde das Kloster mit der S\u00e4kularisation aufgehoben. Auf Beschluss der nassauischen Regierung wurde es 1814 ger\u00e4umt. Der Ostfl\u00fcgel wurde zum Zeughaus, die Kirche zum Waffenlager. West-und S\u00fcdfl\u00fcgel wurden abgerissen. 1837 kaufte die Gemeinde Eibingen das Anwesen. Die ehemalige Klosterkirche wurde nun zur Pfarrkirche, das Patrozinium der Dorfkirche Johannes der T\u00e4ufer \u00fcbernommen.<\/p>\n<p align=\"justify\">1857 konnte Pfarrer Ludwig Schneider die Echtheit der Hildegard-Reliquien&#160; nachweisen.<\/p>\n<p align=\"justify\">Der Limburger Bischof&#160; Peter Josef Blum (1842-1883) und w\u00e4hrend des Kulturkampfes von 1876-1833 seines Bischofsitzes enthoben, regte an, ein neue Kloster zu gr\u00fcnden, welches das alte in&#160; Eibingen wiederbeleben&#160; und zugleich auf das von den Schweden im Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieg zerst\u00f6rte Kloster Rupertsberg zur\u00fcckgreifen sollte. F\u00fcrst Karl zu L\u00f6wenstein-Wertheim-Rosenberg, bei dem der vertriebene Bischof Zuflucht gefunden hatte, nahm den Gedanken begeistert auf.<\/p>\n<p align=\"justify\">Auf diese Weise konnte er das s\u00e4kularisierte Kirchengut, das seiner Familie 1803 zugefallen war, zur\u00fcckerstatten. Seine \u00e4lteste Tochter Benedicta, die Nonne in der Abtei St. C\u00e9cile in Solesmes in Frankreich war, sollte die erste \u00c4btissin des wiederzugr\u00fcndenden Kloster werden. Sie starb allerdings unerwartet am 2. Juli 1896 im Alter von nur 36 Jahren. Trotz des Todes wurde der Plan weiterverfolgt. Am 2. Juli 1900 legte Erzabt Placidus Wolter aus Beuron den Grundstein. In vier Jahren war der Bau fertiggestellt. 12 Benediktinerinnen aus der Abtei St. Gabriel in Prag zogen ein. Das ist das erste Frauenkloster der Beuroner Kongregation. Am Einzugstag, 17. September 1904, wurde es zur vollg\u00fcltigen Abtei erhoben und mit allen Rechten und Privilegien des ehemaligen Klosters der Heiligen Hildegard ausgestattet. Das Kloster ist exemt und wurde direkt dem Heiligen Stuhl in Rom unterstellt. Der Limburger Bischof Dominikus Willi weihte die Kirche, die von P.Paulus Krebs und seinen Sch\u00fclern ausgestaltet wurde am 7. September 1908. Die bisherige Priorin Regintrudis Sauter (1908-1955) wurde zur \u00c4btissin und 36. Nachfolgerin der Heiligen Hildegard geweiht. Das Kloster wurde unter den besonderen Schutz der Heiligen Hildegard gestellt. Den ersten Weltkrieg und die Inflation \u00fcberstand das Kloster relativ glimpflich. Unter den Nationalsozialisten vertrieb die Gestapo am 41. Jahrestag der Grundsteinlegung 115 Nonnen. Der Klosterbesitz wurde enteignet. Nachdem amerikanische Truppen im M\u00e4rz 1945 einmarschiert waren, wurde der Klosterbesitz r\u00fcckerstattet. In einem Teil des Klosters fanden durch die Bombardierung von R\u00fcdesheim obdachlos geworden B\u00fcrger sowie Fl\u00fcchtlinge aus den Ostgebieten f\u00fcr 10 Jahre Unterkunft.<\/p>\n<p align=\"justify\">Am 2. Juli 1945 wurde das kl\u00f6sterliche Leben unter der mittlerweile 80-j\u00e4hrigen \u00c4btissin Regintrudis Sauter wieder aufgenommen. Mit 90 legte sie 1947, nach 47 Amtsjahren ihr Amt nieder. Ihr folgte Fortunata Fischer nach.<\/p>\n<p align=\"justify\">Das Kloster betreibt einen Klosterladen, ein Weingut und Kunstwerkst\u00e4tten.<\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/8571b96f496b610c.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border-bottom: 0px; border-left: 0px; display: block; float: none; margin-left: auto; border-top: 0px; margin-right: auto; border-right: 0px\" title=\"8571b96f496b610c\" border=\"0\" alt=\"8571b96f496b610c\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/8571b96f496b610c_thumb.jpg\" width=\"154\" height=\"116\" \/><\/a><\/p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#160; Drei Kl\u00f6ster spielten im Leben der Heiligen Hildegard von Bingen eine Rolle. Das erste ist Kloster Disibodenberg (siehe Kl\u00f6ster in Rheinland-Pfalz), dann Kloster Rupertsberg, das sie gegr\u00fcndet hat und in das sie mit ihren Schwestern gezogen ist und dann Sankt Hildegard in R\u00fcdesheim, das 1904 oberhalb von Eibingen als Wiederbelegung des von Hildegard in [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[20],"tags":[],"class_list":["post-1803","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kloster-in-hessen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1803","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1803"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1803\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1804,"href":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1803\/revisions\/1804"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1803"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1803"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1803"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}