{"id":1639,"date":"2011-06-06T17:36:13","date_gmt":"2011-06-06T17:36:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=1639"},"modified":"2014-03-22T13:51:07","modified_gmt":"2014-03-22T13:51:07","slug":"die-goldschmiedefamilie-dinglinger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=1639","title":{"rendered":"Die Goldschmiedefamilie Dinglinger"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/wappen_farbe.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: block; float: none; margin-left: auto; margin-right: auto; border-width: 0px;\" title=\"wappen_farbe\" alt=\"wappen_farbe\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/wappen_farbe_thumb.jpg\" width=\"180\" height=\"244\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Familie und Ausbildung<\/p>\n<p align=\"justify\">Der Messerschmied Hans Dinglinger ist um 1560 in Tuttlingen geboren. Er erwirbt das B\u00fcrgerrecht in\u00a0 Biberach und heiratet 1595 Barbara Zell. Sie haben einen Sohn, Melchior. Dieser ist 1604 in Biberach geboren. Er wird wie der Vater Messerschmied. 1626 heiratet er in Biberach Maria Wern. Ihr Sohn Conrad Dinglinger wird 1634 geboren. Auch er wird Messerschmied. 1662 heiratet er in Biberach Anna Margarethe, die Tochter des Goldschmieds Georg Friedrich Schopper. Sie bekommen 6 Kinder. Johann Melchior Dinglinger wird am 26. Dezember 1664 in Biberach an der Riss geboren. Dann folgt ein Jahr sp\u00e4ter Anna Barbara.Ein halbes Jahr sp\u00e4ter, am 17. M\u00e4rz 1666 kommt Georg Friedrich auf die Welt. Dann wird Anna Maria geboren und\u00a0 1668 Georg Christoph. Das letzte Kind der Familie ist Anna Catharina, die 1669 geboren wird. Johann Melchior erlernte in Ulm das Goldschmiedehandwerk. Von 1684-1691 war Dinglinger in Augsburg, der damaligen Hochburg des Goldschmiedehandwerks. 1692 kam er als Geselle nach Dresden und 1693 wurde er in die Goldschmiedeinnung aufgenommen. Er scheint nicht unverm\u00f6gend gewesen zu sein. \u00dcber Dinglingers Jugend und k\u00fcnstlerischen Werdegang ist wenig bekannt. Man kann aber annehmen, dass ihm Ulm und vor allem\u00a0 Augsburg einige Anregungen gegeben haben. Auf Reisen, besonders in Frankreich, vervollst\u00e4ndigte er seine Bildung. Auf seinen Reisen machte er wohl auch die Bekanntschaft mit August dem Starken. 1698 wurde er zum Hofjuwelier August des Starken ernannt. In dritter Ehe war er mit Anna Elisabeth Eben, der Schwester des bedeutendsten Goldschmieds in Riga Johann Georg Eben verheiratet. In Riga ist dieser haupts\u00e4chlich f\u00fcr die Schwarzh\u00e4upter Gesellschaft t\u00e4tig, einer Vereinigung von Kaufgesellen, wie es sie vergleichbar auch in anderen Hansest\u00e4dten des Ostseeraums gegeben hat.\u00a0 Eben stammte ebenfalls aus Biberach und war w\u00e4hrend der Augsburger Zeit Dinglingers mit ihm zusammen. Johann Melchiors dritte Ehefrau war \u00fcbrigens die Cousine von Georg Friedrichs erster Ehefrau Catharina Barbara. 1721 heiratete Johann Melchior die zu dem Zeitpunkt 25-j\u00e4hrige\u00a0 Sophie Anna Gutermann, Tochter des Goldschmieds Georg Friedrich Gutermann und Angeh\u00f6rigen des Inneren Rats aus Biberach. Mit ihr hatte er noch 5 Kinder, drei Buben und zwei M\u00e4dchen, die aber alle schon im Kleinkindesalter verstarben. Aus seinen vorhergehenden Ehen hatte Johann Melchior bereits 11 Kinder im Alter von einem bis 26 Jahren. Sie wird als bl\u00fchendes Gesch\u00f6pf mit blonden Haaren beschrieben und zu ihren Talenten soll eine nicht zu verachtende Kochkunst gez\u00e4hlt haben. Susanne starb nach nur 5 \u2013 j\u00e4hriger Ehe im Alter von 31 Jahren am 10.12.1726 in Dresden. Sie starb wie alle Ehefrauen Dinglingers im Kindbett.<\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/170pxAntoine_Pesne_004.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: inline; border-width: 0px;\" title=\"170px-Antoine_Pesne_004\" alt=\"170px-Antoine_Pesne_004\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/170pxAntoine_Pesne_004_thumb.jpg\" width=\"174\" height=\"236\" border=\"0\" \/><\/a> <a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/antoinepesneportraetdermariasusannedinglingergeb.gutermann07387.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: inline; border-width: 0px;\" title=\"antoine-pesne-portraet-der-maria-susanne-dinglinger-geb.-gutermann-07387\" alt=\"antoine-pesne-portraet-der-maria-susanne-dinglinger-geb.-gutermann-07387\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/antoinepesneportraetdermariasusannedinglingergeb.gutermann07387_thumb.jpg\" width=\"184\" height=\"244\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p align=\"justify\">Die beiden Br\u00fcder Georg Friedrich und Georg Christoph\u00a0 folgten Johann Melchior 1693 nach Dresden. Georg Christoph war ebenfalls Goldschmied und Georg Friedrich war Emaillemaler. \u00dcber seine Ausbildung gibt es verschiedene Hinweise, einmal Ulm, wahrscheinlicher aber ist Augsburg. Im Biberacher Kirchenbuch wird er als Kunstmaler gef\u00fchrt. Die drei Br\u00fcder wohnten zusammen in Dresden in einem Haus am Neumarkt. Georg Friedrich behielt seinen Wohnsitz aber in Biberach. Dort heiratete er am 16.5. 1695\u00a0 Catharina Barbara Gutermann, die Tochter des Ratsherrn und Zuckerb\u00e4ckers Johann Jacob Gutermann. Mit ihr hatte er 15 Kinder, von denen aber 11 fr\u00fch starben. Catharina Barbara starb 38-j\u00e4hrig bei der Geburt ihres 15. Kindes im Jahre 1713. Sie wurde zusammen mit ihrem totgeborenen Kind in Dresden beerdigt. Er heiratete am 6.7. 1716 nochmals und zwar Maria Felicitas Wieland, geboren am 23.9.1693, die Tochter des Geheimen Rats, Spital-Syndikus und Stadtpfleger Martin Wieland. Er war der Gro\u00dfonkel des Dichters Christoph Martin Wielands. Maria Felicitas brachte noch zwei gesunde Kinder zur Welt.<\/p>\n<p align=\"justify\">Von Georg Christoph ist wenig bekannt. Er war Goldschmied und folgte Johann Melchior 1693 nach Dresden. Der J\u00fcngste hatte sich auf Juwelen spezialisiert.<\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/GeorgFriedrich1_03.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: inline; border-width: 0px;\" title=\"Georg Friedrich 1_03\" alt=\"Georg Friedrich 1_03\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/GeorgFriedrich1_03_thumb.jpg\" width=\"137\" height=\"159\" border=\"0\" \/><\/a> <a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/CatharinaBarbaraGutermann_01.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: inline; border-width: 0px;\" title=\"Catharina Barbara Gutermann_01\" alt=\"Catharina Barbara Gutermann_01\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/CatharinaBarbaraGutermann_01_thumb.jpg\" width=\"130\" height=\"159\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p align=\"justify\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Die H\u00e4user Dinglingers<\/p>\n<p align=\"justify\">Zun\u00e4chst wohnten die drei Br\u00fcder ja am Neumarkt. Mit fortschreitendem k\u00fcnstlerischen Erfolg stellte sich nat\u00fcrlich auch der wirtschaftliche Erfolg ein. Um 1700 lie\u00df Johann Melchior in der Frauenstra\u00dfe 9 ein Wohnhaus errichten. Es galt schnell als Sehensw\u00fcrdigkeit in Dresden. Es hatte ein Dachterasse mit Wasserspielen, einem Observatorium und eine Windmessanlage. Als der russische Zar Peter der Gro\u00dfe in Dresden weilte, besuchte er Johann Melchior Dinglinger und wohnte dort.<\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/Dinglingerhaus_02.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: inline; border-width: 0px;\" title=\"Dinglingerhaus_02\" alt=\"Dinglingerhaus_02\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/Dinglingerhaus_02_thumb.jpg\" width=\"176\" height=\"244\" border=\"0\" \/><\/a> <a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/brunnengewandhaus.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: inline; border-width: 0px;\" title=\"brunnen-gewandhaus\" alt=\"brunnen-gewandhaus\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/brunnengewandhaus_thumb.jpg\" width=\"166\" height=\"244\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p align=\"justify\">Im Sieben-J\u00e4hrigen Krieg wurde Johann Melchiors Haus beschossen aber wieder hergestellt. Endg\u00fcltig zerst\u00f6rt wurde es bei der Dresdner Bombennacht am 12. Februar 1945. Erhalten geblieben ist nur der Dinglinger Brunnen, der nach 1718<\/p>\n<p align=\"justify\">an der an der Schmalseite des Hofes errichtet war. Er wurde wieder zusammengesetzt und steht heute am Gewandhaus. Erhalten hat sich das Gartenhaus von Johann Melchior in Loschwitz in der Schevenenstra\u00dfe.<\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/loschwdinglingers.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: block; float: none; margin-left: auto; margin-right: auto; border-width: 0px;\" title=\"loschwdinglingers\" alt=\"loschwdinglingers\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/loschwdinglingers_thumb.jpg\" width=\"167\" height=\"115\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p align=\"justify\">Urspr\u00fcnglich war das ein ehemaliges Winzerhaus, das schon seit 1692 im Besitz Johann Melchiors war.\u00a0\u00a0 Er hatte dort auch seinen eigenen Weinberg. Den Sommer verbrachte er in seinem\u00a0 Winzerhaus. Um 1710 baute er es um. Dem \u00e4lteren Wohntrakt hatte er einen\u00a0 barocken Fl\u00fcgel angeh\u00e4ngt. Im Obergeschoss befand sich ein Festsaal, dem einzigen seiner Art, der in Sachsen noch erhalten ist. Neben dem Wohnhaus legte er einen barocken Garten an mit Wegen, Treppen und Ruhepl\u00e4tzen. Erhalten geblieben ist ein kleiner Brunnen in der Mitte des Platzes und ein kleiner Pavillon, der sich zu der wohl \u00e4ltesten Kegelbahn Sachsens \u00f6ffnet.<\/p>\n<p align=\"justify\">An der Decke des Festsaals war eine Windrose, auf der die Himmelsrichtungen exakt verzeichnet sind. Auf dem Dach befindet sich eine Wetterfahne, die mit einer\u00a0 Wetteruhr im Saal verbunden ist. Dort konnte man genau ablesen, woher der Wind wehte, ein weiterer Beleg f\u00fcr Dinglingers Hobby, Astronomie und Wetterkunde.<\/p>\n<p align=\"justify\">Die Apparatur wurde von Dinglinger selbst entworfen und von Zar Peter dem Gro\u00dfen geb\u00fchrend bewundert, der auch in Dinglingers Landhaus zu Gast war.<\/p>\n<p align=\"justify\">Wenn man in Dresden vom Dinglingerhaus sprach, war damit eigentlich das Haus<\/p>\n<p align=\"justify\">Georg Christophs gemeint. 1712 wurde es von Matth\u00e4us P\u00f6ppelmann, dem Architekten des Zwingers und des Taschenbergpalais errichtet. Es war am J\u00fcdenhof und 1716 erwarb es Georg Christoph. Es war eines der wertvollsten<\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/Dinglingerhaus_01.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: inline; border-width: 0px;\" title=\"Dinglingerhaus_01\" alt=\"Dinglingerhaus_01\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/Dinglingerhaus_01_thumb.jpg\" width=\"164\" height=\"244\" border=\"0\" \/><\/a> <a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/Dinglinger_03.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: inline; border-width: 0px;\" title=\"Dinglinger_03\" alt=\"Dinglinger_03\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/Dinglinger_03_thumb.jpg\" width=\"163\" height=\"244\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p align=\"justify\">barocken Dresdner B\u00fcrgerh\u00e4user. Es war ein f\u00fcnfachsiges Eckhaus mit drei Vollgeschossen. Die Fassade war reich geschm\u00fcckt.<\/p>\n<p align=\"justify\">1711 konnte Catharina Barbara Dinglinger ein Haus in der Pirnaischen Gasse erwerben. 1718 kaufte Johann Melchior in der Frauengasse das neben seinem Haus stehende Geb\u00e4ude. Er stellte es Johann Friedrich und dessen Familie zur Verf\u00fcgung. In diesem Haus machte der Emaillemaler technische Versuche an immer gro\u00dfformatigen Emaillebildern.<\/p>\n<p align=\"justify\">Verbleibt noch an das Dinglingerhaus in Biberach zu erinnern. Wie man aus den Lebensl\u00e4ufen ersieht, hatten zu mindestens Johann Melchior und Georg Friedrich den Kontakt nach Biberach nie abreissen lassen. Beide Ehefrauen Georg Friedrichs, aber auch die dritte und vierte Ehefrau Johann Melchiors stammten aus Biberach. Es ist nicht klar, auf welchen der drei Br\u00fcder das Haus am Holzmarkt in Biberach zur\u00fcckgeht, aber es ist durchaus wahrscheinlich, dass sich Johann Melchior in Biberach ein Absteigequartier bauen lassen hat. Heute befindet dich die Allmann\u2019sche Apotheke in dem Haus.<\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/dinglingerhausbiberach.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: block; float: none; margin-left: auto; margin-right: auto; border-width: 0px;\" title=\"dinglingerhausbiberach\" alt=\"dinglingerhausbiberach\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/dinglingerhausbiberach_thumb.gif\" width=\"146\" height=\"214\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p align=\"justify\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Die Werke der Br\u00fcder Dinglinger<\/p>\n<p align=\"justify\">1701 entsteht eines der wenigen nachweisbaren fr\u00fchen Gro\u00dfwerke Dinglingers<\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/Dinglingerblumenkorb.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: inline; border-width: 0px;\" title=\"Dinglinger-blumenkorb\" alt=\"Dinglinger-blumenkorb\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/Dinglingerblumenkorb_thumb.jpg\" width=\"244\" height=\"161\" border=\"0\" \/><\/a>\u00a0 Der Blumenkorb, ein \u201cvon Gold mit sch\u00f6nen geschmelzten Blumen, Fliegen und mit vielen Diamanten gemachter k\u00fcnstlicher Korb\u201d, wie ihn Johann Melchior beschreibt. Er war als Geschenk f\u00fcr August den Starken gedacht, um ihn f\u00fcr den Ankauf eines goldenen Kaffeezeugs gn\u00e4dig zu stimmen. Johann Melchior schuf Werke \u00f6fters auf eigene Rechnung, die dem s\u00e4chsischen Kurf\u00fcrsten gezeigt wurden und die er dann kaufte. Prinz Ernst Heinrich von Sachsen hatte mit seinen beiden S\u00f6hne Gold und Silberschmiedearbeiten aus seinem Privatverm\u00f6gen 1945 im Wald bei Moritzburg vor der heranr\u00fcckenden Roten Armee vergraben. 1996 wurden bei einem Schatzfund Teile der Sammlung entdeckt. Das Prunkst\u00fcck, eben der Blumenkorb, wurde 1999 bei Sothebys f\u00fcr 199.000 Pfund versteigert. Der Biberacher M\u00e4zen Bruno Frey erwarb das St\u00fcck und stellte es dem Museum Biberach als Dauerleihgabe zur\u00a0 Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p align=\"justify\">Die anderen Werke Dinglingers sind alle im Neuen Gr\u00fcnen Gew\u00f6lbe im Dinglingersaal zu sehen<\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/120pxPretiosen_Coffe_Zeug01b.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: inline; border-width: 0px;\" title=\"120px-Pretiosen_Coffe_Zeug01b\" alt=\"120px-Pretiosen_Coffe_Zeug01b\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/120pxPretiosen_Coffe_Zeug01b_thumb.jpg\" width=\"124\" height=\"78\" border=\"0\" \/><\/a> <a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/ks_gruenesgew_kaffeekanne.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: inline; border-width: 0px;\" title=\"ks_gruenesgew_kaffeekanne\" alt=\"ks_gruenesgew_kaffeekanne\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/ks_gruenesgew_kaffeekanne_thumb.jpg\" width=\"184\" height=\"244\" border=\"0\" \/><\/a> <a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/112pxPretiosen_Coffe_Zeug_Detail.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: inline; border-width: 0px;\" title=\"112px-Pretiosen_Coffe_Zeug_Detail\" alt=\"112px-Pretiosen_Coffe_Zeug_Detail\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/112pxPretiosen_Coffe_Zeug_Detail_thumb.jpg\" width=\"116\" height=\"124\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p align=\"justify\">Das Goldene Kaffezeug wurde 1701 vollendet. Die verwendeten Materialien sind Gold, Silber, Email und Elfenbein. Rund 5600 Diamanten sind verwendet worden.<\/p>\n<p align=\"justify\">Es ist der Inbegriff eines prunkvollen Kaffegeschirrs, so wertvoll, dass daraus wohl nie Kaffe getrunken worden ist. Es kostete 50.000 Taler, der Gegenwert eines Schlosses! Johann Melchior vermerkte dazu \u201dNachdem Sr. K\u00f6nigl. Majt. obige spezifierte St\u00fccke alle besehen und allergn\u00e4digst beliebten zu behalten, haben h\u00f6chst gedacht Sr. K\u00f6nigl. Majt. selbige insgesamt auf das genaueste und bedungen und behandelt vor: 50.000 Thlr. corrent.\u201d<\/p>\n<p align=\"justify\">Es sah aus wie feinstes chinesisches Porzellan, war \u00fcber und \u00fcber mit asiatischen Malereien bedeckt und huldigte au\u00dferdem dem \u201cT\u00fcrkentrank\u201d. Johann Melchior hatte auf die richtige Karte gesetzt.<\/p>\n<p align=\"justify\">F\u00fcr dieselbe Summe h\u00e4tte man damals aber auch 17 Wohnh\u00e4user in bester Innenstadtlage bekommen.<\/p>\n<p align=\"justify\">Um 1705 entsteht \u201cDas Bad der Diana\u201d, eine Zierschale aus Chalzedon in goldener Fassung, 38 cm hoch und reich mit Perlen, Diamanten und Emailbildern,silbernen und st\u00e4hlernen Ornamenten mit Ger\u00e4ten und Tieren besetzt. Der Schaft besteht aus einem emaillierten Hirschkopf, dessen goldenes Geweih unterst\u00fctzt durch einen Baumstamm die Schale tr\u00e4gt, sowie zwei emaillierten Hunden, die Fleischst\u00fccke verschlingen. Das bezieht sich auf die Sage der Diana, die einen J\u00e4ger in einen Hirsch verwandelt und der von seinen eigenen Hunden zerrissen wird.<\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/ks_gruenesgew_diana.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: block; float: none; margin-left: auto; margin-right: auto; border-width: 0px;\" title=\"ks_gruenesgew_diana\" alt=\"ks_gruenesgew_diana\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/ks_gruenesgew_diana_thumb.jpg\" width=\"169\" height=\"244\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p align=\"justify\">Zwischen 1701 und 1708 entsteht das ber\u00fchmteste Werk der Br\u00fcder Dinglinger Der Hofstaat zu Delhi am Geburtstag des Gro\u00dfmoguls Aureng \u2013Zeb. Es besteht aus 132 vergoldeten und emaillierten Figuren. Es ist verziert mit 5223 Diamanten, 189 Rubinen, 175 Smaragden, 53 Perlen und einem Saphir. Die drei Br\u00fcder arbeiteten mit 12 Gehilfen sieben Jahre an dem Werk. Auch das war keine Auftragsarbeit sondern die Dinglingers schufen das Werk erst mal auf eigenes Risiko und Rechnung. Der Hofstaat war ein Kabinettst\u00fcck gro\u00dfer enzyklop\u00e4discher Gelehrsamkeit aus der Sp\u00e4tzeit des Kunstkammergedankens.<a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/800pxHofstaat_zu_Delhi_am_Geburtstag_des_Gromoguls03.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: block; float: none; margin-left: auto; margin-right: auto; border-width: 0px;\" title=\"800px-Hofstaat_zu_Delhi_am_Geburtstag_des_Gro\u00dfmoguls03\" alt=\"800px-Hofstaat_zu_Delhi_am_Geburtstag_des_Gro\u00dfmoguls03\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/800pxHofstaat_zu_Delhi_am_Geburtstag_des_Gromoguls03_thumb.jpg\" width=\"244\" height=\"161\" border=\"0\" \/><\/a> Es misst 142 x 114 cm und ist 58 cm hoch. Aureng \u2013Zeb war ein Zeitgenosse August des Starken und lebte von 1658-1707. Er regierte das Reich der Gro\u00dfmoguln und beherrschte den ganzen indischen Subkontinent. Die Dinglingers schafften den Hofstaat aus Illustrationen von Reiseb\u00fcchern aber auch mit chinesischen, \u00e4gyptischen und antiken Motiven. Im Februar 1709 liess Dinglinger in der Frauengasse anspannen. Ein Fuhrwerk mit extrem weicher Polsterung und bester Federung sollte die wenigen 100 Meter zur Residenz zur\u00fccklegen um das Geburtstagsgeschenk, das sich Kurf\u00fcrst August selbst zu machen gedachte, heil an den Hof zu bringen. Die szenische Miniatur zeigt den luxuri\u00f6sen Geburtstagsempfang des indischen Gro\u00dfmoguls in einem barocken Traum von<\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/120pxHofstaat_zu_Delhi_am_Geburtstag_des_Gromoguls06.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: inline; border: 0px;\" title=\"120px-Hofstaat_zu_Delhi_am_Geburtstag_des_Gro\u00dfmoguls06\" alt=\"120px-Hofstaat_zu_Delhi_am_Geburtstag_des_Gro\u00dfmoguls06\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/120pxHofstaat_zu_Delhi_am_Geburtstag_des_Gromoguls06_thumb.jpg\" width=\"124\" height=\"78\" border=\"0\" \/><\/a> <a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/hofstaat.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: inline; border: 0px;\" title=\"hofstaat\" alt=\"hofstaat\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/hofstaat_thumb.jpg\" width=\"244\" height=\"213\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p align=\"justify\">Orient. Majest\u00e4tisch unter einem Baldachin thronend beobachtet Aureng-Zeb wie im Vordergrund sein stattliches K\u00f6rpergewicht mit Sch\u00e4tzen aufgewogen wird.<\/p>\n<p align=\"justify\">Das Kunstwerk kostete 58.485 Reichstaler. Das entspricht einem Jahressold von 1000 Beamten. Die Exponate des Gr\u00fcnen Gew\u00f6lbes wurden 1942 auf die Festung K\u00f6nigstein ausgelagert und entgingen so der Zerst\u00f6rung im Feuersturm 1945.<\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/120pxHofstaat_zu_Delhi_am_Geburtstag_des_Gromoguls02.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: block; float: none; margin-left: auto; margin-right: auto; border: 0px;\" title=\"120px-Hofstaat_zu_Delhi_am_Geburtstag_des_Gro\u00dfmoguls02\" alt=\"120px-Hofstaat_zu_Delhi_am_Geburtstag_des_Gro\u00dfmoguls02\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/120pxHofstaat_zu_Delhi_am_Geburtstag_des_Gromoguls02_thumb.jpg\" width=\"124\" height=\"82\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p align=\"justify\">Auf Schloss Friedenstein in Th\u00fcringen gibt es noch einen Elefanten von Dinglinger.<\/p>\n<p align=\"justify\">aus dem Jahre 1710. Er ist seit 1728 in der Gothaer Kunstkammer nachweisbar.<\/p>\n<p align=\"justify\">Er ist mit Smaragden besetzt aus gegossenem Silber, teilweise vergoldet. Er wurde in derselben Form gegossen wie die Elefanten aus dem Hofstaat zu Delhi. Im Gegensatz zu den Elefanten im Gr\u00fcnen Gew\u00f6lbe ist der Gothaer Elefant nicht emailliert. So kommt aber die detailgetreue Modellierung des Tieres sowie die feine Ziselierung der Satteldecken bestens zur Geltung.<\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/200w_18.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: block; float: none; margin-left: auto; margin-right: auto; border: 0px;\" title=\"200w_18\" alt=\"200w_18\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/200w_18_thumb.jpg\" width=\"204\" height=\"149\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p align=\"justify\">Laut einer Anmerkung im Inventar schenkte Magadalena Augusta das kostbare St\u00fcck Herzog Friedrich II. von Sachsen-Gotha-Altenburg (1676-1732) zum Geburtstag.<\/p>\n<p align=\"justify\">Aus der Sp\u00e4tzeit Johann Melchiors stammt der Mohr mit Smaragdstufe, n\u00e4mlich 1724. Dinglinger schuf ihn zusammen mit dem in Salzburg ausgebildeten Bildhauer Balthasar Permoser (1651-1732). Er ist ca. 64 cm hoch, besteht aus lackiertem Birnbaumholz, das reich mit Smaragden, Rubinen, Saphiren, Topasen, Granaten, Almandinen und Schildpatt besetzt ist. Der Mohr stellt wohl einen Indianer da, was am indianischen K\u00f6rperschmuck zu erkennen ist. Smaragdstufe bezeichnet die Erdplatte, in der die Smaragde noch fest stecken.<\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/170pxMohr_mit_Smaragdstufe_Grnes_Gewlbe_Dresden.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: block; float: none; margin-left: auto; margin-right: auto; border: 0px;\" title=\"170px-Mohr_mit_Smaragdstufe_Gr\u00fcnes_Gew\u00f6lbe_Dresden\" alt=\"170px-Mohr_mit_Smaragdstufe_Gr\u00fcnes_Gew\u00f6lbe_Dresden\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/170pxMohr_mit_Smaragdstufe_Grnes_Gewlbe_Dresden_thumb.jpg\" width=\"114\" height=\"244\" border=\"0\" \/><\/a> Zwei S\u00f6hne Johann Melchiors arbeiteten in seiner Werkstatt. Sie erreichten aber beide nicht die Bedeutung des Vaters.<\/p>\n<p align=\"justify\">Georg Friedrich starb schon mit 24.12. 1720 in Dresden. Aus seiner ersten Ehe ging Georg Friedrich hervor, der in Hannover Architekt und Festungsbaumeister war, sowie eine Enkelin Sophie Friederike, die 1791 in Dresden starb und Miniaturmalerin war. Aus der 2. Ehe stammte der 1720 geborene Sebastian Heinrich, der sp\u00e4ter Juwelier in London wurde.<\/p>\n<p align=\"justify\">Johann Melchior starb am 6.3. 1731 in Dresden und Georg Christoph schlie\u00dflich starb 1748.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Familie und Ausbildung Der Messerschmied Hans Dinglinger ist um 1560 in Tuttlingen geboren. Er erwirbt das B\u00fcrgerrecht in\u00a0 Biberach und heiratet 1595 Barbara Zell. Sie haben einen Sohn, Melchior. Dieser ist 1604 in Biberach geboren. Er wird wie der Vater Messerschmied. 1626 heiratet er in Biberach Maria Wern. 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