{"id":1101,"date":"2011-03-03T21:03:22","date_gmt":"2011-03-03T21:03:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=1101"},"modified":"2011-03-27T11:35:35","modified_gmt":"2011-03-27T11:35:35","slug":"kloster-seligenstadt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=1101","title":{"rendered":"Kloster Seligenstadt"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/Einhard.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: block; float: none; margin-left: auto; margin-right: auto; border-width: 0px;\" title=\"Einhard\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/Einhard_thumb.jpg\" border=\"0\" alt=\"Einhard\" width=\"242\" height=\"244\" \/><\/a><\/p>\n<p>Seligenstadt ist\u00a0 schon in r\u00f6mischer Zeit entstanden. In der Regierungszeit Trajans\u00a0 wurde um 100 nach Christus ein Kohortenkastell gebaut, denn am Main verlief ein Limesabschnitt. Um 260 mit dem Alamanneneinfall wurde das Kastell aufgegeben.<\/p>\n<p>Um 770 wurde im Maingau, das ist das Siedlungsgebiet im Mainknie \u00f6stlich von Frankfurt und im n\u00f6rdlichen Odenwald sowie rechts des Mains um Aschaffenburg im Herzogtum Franken, Einhard als Sohn einer adligen ostfr\u00e4nkischen Familie geboren. Er wurde im Kloster Fulda erzogen und ist dort zwischen 788 und 791 als Urkundenschreiber belegt. Vom Fuldaer Abt Baugulf wurde er zur Vervollkommnung seiner Bildung an die Aachener Hofschule entsandt. Dort wurde er Sch\u00fcler von Alkuin und z\u00e4hlte bald zum engsten Kreis Karls des Gro\u00dfen. Er leitete die Errichtung vieler Bauten Karls, so die Pfalzen in Ingelheim und Aachen und die Br\u00fccke in Mainz. In der Hofschule gab man ihm wegen seines technischens Talents den Beinamen Beseleel, der der\u00a0 Erbauer der Stiftsh\u00fctte unter Moses war. Aber auch mit politischen Missionen wurde er von Karl beauftragt. So war er 806 in Rom, um die Zustimmung des Papstes zur vom Kaiser beschlossenen Reichsteilung einzuholen. Er genoss aber auch das vollste Vertrauen von Karls Sohn und Nachfolger Ludwig dem Frommen. Dieser vertraute ihm die Erziehung seines Sohnes Lothar I. an. Einhard war mit Imma, einer Schwester Bischof Bernhard von Worms verheiratet. Ludwig schenkte ihm G\u00fcter in Steinbach bei Michelstadt im Odenwald. Dort gr\u00fcndete er ein kleines Kloster von dem noch die Einhardsbasilika, 827 fertiggestellt, steht. F\u00fcr seine Kirche lie\u00df er durch seinen Geheimschreiber Ratleik in Rom Reliquien \u201cbesorgen\u201d. Da schon Gregor der Gro\u00dfe die Entfernung von Reliquien mit der Todesstrafe belegt hatte, ging das nat\u00fcrlich nur mit juristisch nicht einwandfreien Methoden. Von Diebstahl, Lug und Trug ist die Rede. Aber wenn es um Reliquienerwerb ging, war das v\u00f6llig normal. Einhard belie\u00df die Reliquien allerdings nicht lange in Steinbach. 834 gr\u00fcndete in Seligenstadt, das als Oberm\u00fchlheim 815 erstmals urkundlich erw\u00e4hnt ist, ein Kloster. Dorthin wurden die Reliquien von Petrus und Marcellinus, zweier M\u00e4rtyrer aus der Zeit der der Christenverfolgungen unter Kaiser Diokletian 304 verbracht. Der Name wandelte sich von Oberm\u00fchlheim zu Seligenstadt, weil in christlicher Tradition die Verehrung von Reliquien eine beseligende, Trost und Heil stiftende Wirkung hat. So wurde aus beseligende St\u00e4tte schlie\u00dflich Seligenstadt.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/800pxSeligenstadt_De_Merian_Hassiae.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: block; float: none; margin-left: auto; margin-right: auto; border-width: 0px;\" title=\"800px-Seligenstadt_De_Merian_Hassiae\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/800pxSeligenstadt_De_Merian_Hassiae_thumb.jpg\" border=\"0\" alt=\"800px-Seligenstadt_De_Merian_Hassiae\" width=\"244\" height=\"84\" \/><\/a>Einhards Gemahlin Imma verstarb\u00a0 836. Von Ludwig dem Frommen wurde Einhard als Laienabt und erster Abt von Seligenstadt eingesetzt. Das war damals ebenfalls nicht au\u00dfergew\u00f6hnlich. Au\u00dferdem verwaltete er auch die Kl\u00f6ster St. Peter und St. Bavo in Gent, St. Servatius in Maastricht und St. Cloud\u00a0 bei\u00a0 Paris. auch das war damals durchaus \u00fcblich. Bekannt wurde Einhard vor allem auch durch seine Karlbiographie, die Vita Caroli Magni. Einhard starb am 14. M\u00e4rz 840 in Seligenstadt. Dort ist er auch beerdigt. Die Grabinschrift verfasste der Fuldaer Abt Hrabanus Maurus. Nachfolger. Einhards wurde Ratleik. Um 1000 amtierte Abt Beringer. Er f\u00fchrte den Weinbau in Seligenstadt ein. Diese Tradition wird heute noch durch den Staatlichen Hofkeller in W\u00fcrzburg gepflegt.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/Abtswind_1_2_1_1_1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: block; float: none; margin-left: auto; margin-right: auto; border: 0px;\" title=\"Abtswind_1_2_1_1_1\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/Abtswind_1_2_1_1_1_thumb.jpg\" border=\"0\" alt=\"Abtswind_1_2_1_1_1\" width=\"204\" height=\"204\" \/><\/a>Die Abtei war bevorzugter Ort f\u00fcr Herrscherbesuche und Hoftage.<\/p>\n<p>1045 Kaiser Heinrich III. die Eigenberichtsbarkeit des Klosters und verlieh das Markt-und Zollrecht. 1063 wurde das Kloster dem Erzbistum Mainz unterstellt. Kaiser Heinrich IV. best\u00e4tigte dem Erzbischof von Mainz die Rechtm\u00e4\u00dfigkeit des Besitzes der Abtei.<\/p>\n<p>1188 hielt Kaiser Friedrich I. einen Hoftag in Seligenstadt ab. W\u00e4hrend der Regierungszeit Barbarossas erhielt Seligenstadt die Stadtrechte. Ein K\u00f6nigshof (Palatium) am Main wurde erbaut. Es gab immer wieder Rivalit\u00e4ten zwischen Stadt und Abtei, die sich anfangs des 13. Jahrhunderts gewaltt\u00e4tig entluden. So rissen Unzufriedene die Klostermauern ein. 1346 gr\u00fcndete Seligenstadt als eine von neun St\u00e4dten des Oberstifts Mainz den Neunst\u00e4dtebund. Man emanzipierte sich vom Erzbischof und dem Mainzer Domkapitel. Seligenstadt hatte unter anderem das Recht, eigenst\u00e4ndig Steuern zu erheben und zu bewilligen. Im Bauernkrieg 1525 wurden die Weinkeller und Fruchtspeicher der Abtei gepl\u00fcndert. Der Mainzer Erzbischof Albrecht von Brandenburg (1490-1545) bestrafte die Stadt, indem er ihr die bisher geduldete Selbstst\u00e4ndigkeit nahm.<\/p>\n<p>1625 w\u00fctete die Pest in Seligenstadt. Ihr fielen auch Abt Martin Kays und kurz vor ihm Johann Jakob Walz, sein Koadjutor, d.i. der Stellvertreter des Abts mit dem Recht auf die Nachfolge zum Opfer.\u00a0 Nun wurde Leonhard Colchon, der aus L\u00fcttich stammte, zum Abt gew\u00e4hlt. In der Bursfelder Kongregation war er bereits eine wichtige Pers\u00f6nlichkeit. 1626 war er zum Visitator der Bursfelder Kongregation der Kl\u00f6ster St. Jakob in K\u00f6ln und St. Pantaleon in Erfurt ernannt worden. In dieser Zeit wurde Seligenstadt der Bursfelder Kongregation eingegliedert. Es wurden nur noch Bauern- und B\u00fcrgers\u00f6hne in den Konvent aufgenommen. Mit dieser<\/p>\n<p>Beschr\u00e4nkung konnte weiteren Misst\u00e4nden in der Sp\u00e4tfeudalzeit erfolgreich entgegengewirkt werden. Der Drei\u00dfigj\u00e4hrige Krieg war in vollem Gange und brachte auch f\u00fcr Seligenstadt weiter schwere Zeiten. Um 1631 verwaltete ein Kommissar im Auftrag Gustav Adolfs die Abtei. Die Seligst\u00e4dter B\u00fcrger leisteten Kontributionszahlungen, um das Niederbrennen der H\u00e4user zu verhindern.Als der K\u00f6nig mit seinem Heer weiterzog, pl\u00fcnderten die zur\u00fcckgebliebenen Soldaten trotzdem Stadt und die Abtei und verw\u00fcsteten das Innere der Basilika. 1637 bis 1641 waren die Schweden nochmals in der Stadt, das Kloster wurde aufgehoben, die M\u00f6nche interniert. 1641 verstarb der Pr\u00e4sident der Bursfelder Kongregation Heinrich Spichernagel. 1642 wurde der Seligenst\u00e4dter Abt von 17 \u00c4bten einstimmig zum Pr\u00e4sidenten der Kongregation gew\u00e4hlt. Diese T\u00e4tigkeit \u00fcbte er bis zu seinem Tode 1653 aus. Unter seinen Nachfolgern Franciscus I. und Franciscus II. wurde die Abtei barockisiert. 1699 wurde die Pr\u00e4latur errichtet, in der die Abtswohnung, G\u00e4steunterk\u00fcnfte und eine Bibliothek Platz fanden. Der gichtkranke Abt Peter IV. richtete um 1720 eine Apotheke ein. 1725 wurde das Sommerrefektorium errichtet, ein besonders sch\u00f6nes Beispiel der barocken Erneuerung.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/kreuzgang.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: block; float: none; margin-left: auto; margin-right: auto; border: 0px;\" title=\"kreuzgang\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/kreuzgang_thumb.jpg\" border=\"0\" alt=\"kreuzgang\" width=\"244\" height=\"184\" \/><\/a>Schon 1743 war die Maingegend wieder Kriegsschauplatz. W\u00e4hrend der Schlacht bei Dettingen im \u00f6sterreichischen Erbfolgekriegs war die Abtei Hauptquartier der franz\u00f6sischen Truppen und nach deren Niederlage ein Lazarett. Nach der S\u00e4kularisation 1803 kam Seligenstadt an den Gro\u00dfherzog Ludwig I. von Hessen. Er lie\u00df die Abtei schlie\u00dfen. Der letzte Abt Marcellinus II. Molitor durfte im kloster verbleiben und t\u00e4glich in der Abteikirche zelebrieren.<\/p>\n<p>Seit 1948 untersteht die Abteianlage der Verwaltung der Staatlichen Schl\u00f6sser und G\u00e4rten des Bundeslandes Hessen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/basilika_konvent.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: block; float: none; margin-left: auto; margin-right: auto; border: 0px;\" title=\"basilika_konvent\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/basilika_konvent_thumb.jpg\" border=\"0\" alt=\"basilika_konvent\" width=\"244\" height=\"186\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seligenstadt ist\u00a0 schon in r\u00f6mischer Zeit entstanden. In der Regierungszeit Trajans\u00a0 wurde um 100 nach Christus ein Kohortenkastell gebaut, denn am Main verlief ein Limesabschnitt. 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