{"id":1002,"date":"2011-02-13T11:59:22","date_gmt":"2011-02-13T11:59:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=1002"},"modified":"2011-02-13T12:20:25","modified_gmt":"2011-02-13T12:20:25","slug":"kloster-sankt-mang-in-fssen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=1002","title":{"rendered":"Kloster Sankt Mang in F&uuml;ssen"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/MagnusGallus.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: block; float: none; margin-left: auto; margin-right: auto; border-width: 0px;\" title=\"Magnus-Gallus\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/MagnusGallus_thumb.jpg\" border=\"0\" alt=\"Magnus-Gallus\" width=\"176\" height=\"244\" \/><\/a><\/p>\n<p>F\u00fcssen liegt an der bedeutenden Handelsstra\u00dfe der \u201cVia Claudia Augusta\u201d von Norditalien nach Augsburg.Die Lage am Austritt des Lechs aus den Alpen machte den Ort auch f\u00fcr die Ausbreitung des Glaubens interessant.<\/p>\n<p>Maginold, ein seinem Namen nach alemannischer M\u00f6nch, und\u00a0 sein Gef\u00e4hrte Theodo hatten den irischen M\u00f6nch Gallus 613 in die von ihm gew\u00e4hlte Einsamkeit begleitet. Sie hatten sich noch lange nach dem Tode von Gallus an der Steinach aufgehalten. In im inzwischen wohl kl\u00f6sterlich geordneten Sankt Gallen gab es aber noch einen M\u00f6nch romanischer Geburt mit Namen Magnus. Da vermischen sich nun die beiden Personen zu einer, dem Allg\u00e4uheiligen St. Mang. In der Mitte des 8. Jahrhunderts erhielt das Kloster St. Gallen in der Zeit des Abtes Otmar eine Einladung des ersten geschichtlich feststehenden Augsburger Bischofs Wichbert (738-772), die Lechgegend zu christianisieren. Dieser Bitte folgte unser Magnus zusammen mit seinem Gef\u00e4hrten Theodor. Theodor blieb in Kempten, Magnus wirkte am oberen Lech. Der Legende nach vertrieb er hier die gef\u00fcrchteten Lechgeister. Zun\u00e4chst baute er in Waltenhofen ein Bethaus. Zwischen 725 und 748 baute er eine Zelle\u00a0 und hoch auf einem Felsen \u00fcber dem Lech eine Kapelle, die dem g\u00f6ttlichen Erl\u00f6ser (Salvator Mundi) geweiht war. K\u00f6nig Pippin\u00a0 beschenkte die Zelle St. Mangs mit G\u00fctern aus dem Kaltensteiner Gau(altschw\u00e4bisches Herzogsgut). Auf Initiative des Augsburger Bischofs Simpert (um 778 bis 807) entwickelte sich aus der Einsiedlerzelle des St. Mang das Benediktinerkloster in F\u00fcssen als Eigenkloster der Augsburger Bisch\u00f6fe. Noch unter Bischof Nitker (816-830) begann man mit dem Bau einer Marienkirche. Der Bau kam unter Bischof Lanto (833-860) zum Abschluss.\u00a0 Zusammen\u00a0 mit dem Kirchenbau wurde nach dem Sankt Gallener Klosterplan (zwischen 819 und 826 entstanden) eine quadratische Klosteranlage errichtet. Etwa gleichzeitig mit dem Benediktinerstift entstand ein karolingischer K\u00f6nigshof. Aus K\u00f6nigshof und Kloster entstand die mittelalterliche Stadt F\u00fcssen als Stapel-und Umschlagplatz f\u00fcr den Italienhandel. Kurz nach Fertigstellung des Kirche lie\u00df Bischof Lanto (833-860) mit Zustimmung des Mainzer Erzbischofs Otgars den Leib des heiligen Magnus, der angeblich unversehrt war, was seine Heiligkeit bewies, erheben und in einer neuen Grabst\u00e4tte beisetzen. Bisher war er in der Mitte der alten Kirche bestattet. Magnus hatte nun den Rang eines Heiligen und wurde in der Folgezeit als Apostel des Allg\u00e4us verehrt. In der Mitte des 9. Jahrhunderts erlangte die Abtei ihre Unabh\u00e4ngigkeit von St. Gallen. Die Reliquien wurden zwischen 896 und 898 nach Lorch und St. Gallen \u00fcbertragen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/280pxFuessenklostermang.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: block; float: none; margin-left: auto; margin-right: auto; border-width: 0px;\" title=\"280px-Fuessen-kloster-mang\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/280pxFuessenklostermang_thumb.jpg\" border=\"0\" alt=\"280px-Fuessen-kloster-mang\" width=\"244\" height=\"156\" \/><\/a><\/p>\n<p>Das Kloster stand bis zum 12. Jahrhundert unter dem Schutz der Augsburger Bisch\u00f6fe. Die Vogteirechte lagen zun\u00e4chst bei den Welfen und ab 1191 bei den Staufern. Nach dem Tod Konradins, des letzten Staufers 1268 fiel das Herzogtum Schwaben an das Reich zur\u00fcck. Die Vogteirechte gingen\u00a0\u00a0 an den Bayernherzog Ludwig den Strengen \u00fcber. Zwischen 1274 und 1286 wurden F\u00fcssen die Stadtrechte verliehen. Der erste urkundliche Nachweis des F\u00fcssener Stadtrechts ist 1295 bezeugt. Ab 1313 unterstanden Kloster und Stadt den Augsburger Bisch\u00f6fen. Die karolingischen Bauten St. Mangs wurden mit Ausnahme der Marienkapelle\u00a0 Mitte des 13. Jahrhunderts beseitigt. Unter Abt Ulrich Denkinger wurde 1339 der zun\u00e4chst flachgedeckte Kirchenchor eingew\u00f6lbt. Unter Abt Johannes Hess (1458- 1480) erhielt die Kirche eine umfangreiche Neuausstattung,<\/p>\n<p>kostbare Reliquiare und ein Chorgest\u00fchl. Erhalten haben sich davon die Mutter Gottes Statue vom damals neu errichteten Hochaltar. Der Bauernkrieg und die Reformation scheint F\u00fcssen nicht strak betroffen zu haben.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/images.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: block; float: none; margin-left: auto; margin-right: auto; border: 0px;\" title=\"images\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/images_thumb.jpg\" border=\"0\" alt=\"images\" width=\"110\" height=\"84\" \/><\/a>Um 1600 beauftragt das Kloster St. Mang den Maler Jacob Hiebeler, den\u00a0 F\u00fcssener Totentanz zu malen. Im letzten Bild fordert der Tod, den Maler auf: \u201cJacob Hiebeler la\u00df das mahlen stohn, Wirff bensel hin, du muest darvon!\u201d Der Totentanz wurde 1602 beendet. Der maler folgte dem Tod wohl nicht sogleich, denn er ist noch bis 1618 archivalisch belegt. Der F\u00fcssener Totentanz hatte eine gro\u00dfe Ausstrahlung ins Lechtal, ins Tannheimer Tal und bis nach Sonthofen.\u00a0 Auch im Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieg scheint F\u00fcssen und damit auch das Kloster glimpflich davon gekommen zu sein. Zwar war es 1632 zweimal von schwedischen Truppen besetzt und musste auch Brandschatzung bezahlen. Aber es ist unzerst\u00f6rt davon gekommen. Gew\u00fctet hat in den Jahren 1632-1635 allerdings die Pest. Die Kommunikantenzahl lag 1658 um rund 45 % unter dem Stand von 1626. \u00c4hnlich war auch der R\u00fcckgang der Haushalte. Nach der Katastrophe des Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieges erholte sich das ganze Land allm\u00e4hlich. Im Kloster St. Mang sollten auch gegenreformatorische Zeichen gesetzt werden. Unter Abt Gerhard Oberleitner (1696-1714) wurde 1701 nach Pl\u00e4nen des Architekten Johann Jakob Herkomer (1652-1717) der barocke Baukomplex errichtet. Mit seinem Werk in St. Mang begr\u00fcndete er seinen Einfluss auf die ostschw\u00e4bische und tirolische Architektur der ersten H\u00e4lfte des 18. Jahrhunderts insbesondere auf die Kirchenbauten des Dominikus Zimmermann.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/index0.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: block; float: none; margin-left: auto; margin-right: auto; border: 0px;\" title=\"index0\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/index0_thumb.jpg\" border=\"0\" alt=\"index0\" width=\"111\" height=\"119\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die Bibliothek wurde als Beleg von Gelehrsamkeit und Weisheit repr\u00e4sentativ ausgelegt.Der Bibliotheksbau von St. Mang gilt als der originellste von Bayrisch Schwaben.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich machte die S\u00e4kularisation auch nicht vor St. Mang halt. Die Stadt F\u00fcssen kam 1802 an das Kurf\u00fcrstentum Bayern, das Kloster an die F\u00fcrsten zu Oettingen-Wallerstein. Am 15. Januar 1803 wies F\u00fcrstin Wilhelmine den letzten Abt Aemilian Hafner (1778-1803,+ 19. Mai 1823) an, den Konvent aufzul\u00f6sen und den das Kloster zu r\u00e4umen. F\u00fcrst Friedrich von Oettingen-Wallerstein schenkte die Kirche 1837 der Stadt F\u00fcssen. 1839 verkaufte er die Klostergeb\u00e4ude an den Reichsrat Christoph Friedrich von Ponickau. Das Kloster ist seit 1909 im Besitz der Stadt F\u00fcssen. Die Biblithek des F\u00fcrstenhauses Oettingen-Wallerstein ging zusammen mit dem Bestand der Klosterbibliothek von St. Mang f\u00fcr 40 Millionen DM an den Freistatt Bayern \u00fcber. In den Nordfl\u00fcgel der Abtei zog das Rathaus ein. Der S\u00fcdfl\u00fcgel mit den Prunkr\u00e4umen der Abtei wurde \u00fcber Jahre restauriert und steht nun zur Besichtigung offen, aber auch f\u00fcr repr\u00e4sentative Zwecke zum Beispiel der Bayrischen Landesausstellung 2010 \u201cBayern-Italien\u201d.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/index21.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: block; float: none; margin-left: auto; margin-right: auto; border: 0px;\" title=\"index2\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/index2_thumb1.jpg\" border=\"0\" alt=\"index2\" width=\"136\" height=\"103\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcssen liegt an der bedeutenden Handelsstra\u00dfe der \u201cVia Claudia Augusta\u201d von Norditalien nach Augsburg.Die Lage am Austritt des Lechs aus den Alpen machte den Ort auch f\u00fcr die Ausbreitung des Glaubens interessant. 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