{"id":950,"date":"2011-02-07T13:30:40","date_gmt":"2011-02-07T13:30:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=950"},"modified":"2011-02-07T13:42:42","modified_gmt":"2011-02-07T13:42:42","slug":"kloster-wiblingen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=950","title":{"rendered":"Kloster Wiblingen"},"content":{"rendered":"<p>\u00a0<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/wi05g.jpg.152577.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: block; float: none; margin-left: auto; margin-right: auto; border: 0px;\" title=\"wi05g.jpg.152577\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/wi05g.jpg.152577_thumb.jpg\" border=\"0\" alt=\"wi05g.jpg.152577\" width=\"154\" height=\"86\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die Br\u00fcder Hartmann und Otto, Grafen von Kirchberg stifteten im Jahre 1093 das Kloster Sankt Martin in Wiblingen. Die Grafen nennen sich nach ihrem Stammsitz, der Burg in Kirchberg und treten im 11. Jahrhundert in die Geschichte ein. Sie waren wie viele Familien des schw\u00e4bischen Hochadels papsttreu und k\u00f6nnen zur Adelsopposition gegen die salischen Herrscher gerechnet werden. Das zeigte sich auch in zahlreichen Klostergr\u00fcndungen wie Ochsenhausen, Elchingen, Blaubeuren, Roggenburg oder eben Wiblingen. Die Kl\u00f6ster wurden immer schnell unter den Schutz des Papstes gestellt. Graf Hartmann nahm wahrscheinlich auch am ersten Kreuzzug teil. Er geriet in eine Fehde mit den Grafen Rudolf von Bregenz, bei der es unter um Vogteirechte\u00a0 im Illertal des Kloster Einsiedeln ging. Bei Jedesheim kam es 1108 zu einer Ritterschlacht, bei der Graf Hartmann als Sieger hervorging.<\/p>\n<p>Das 1093 gestiftete Kloster sollte zu Ehren des Heiligen Martin von Tours errichtete werden und nach den Regeln des Heiligen Benedikt von Nursia gef\u00fchrt werden. Otto, der Abt der Benediktinerabtei Sankt Blasien wurde um Gr\u00fcndung einer Filiation gebeten. So wurde innerhalb kurzer Zeit eine weitere Filiation in Oberschwaben (1090 Ochsenhausen) gegr\u00fcndet. Unter F\u00fchrung von\u00a0 Werner von Ellerbach wurden M\u00f6nche nach Wiblingen entsandt. Noch im selben Jahr weihte<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/wi43.157490.jpg.170311.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: inline; border: 0px;\" title=\"wi43.157490.jpg.170311\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/wi43.157490.jpg.170311_thumb.jpg\" border=\"0\" alt=\"wi43.157490.jpg.170311\" width=\"154\" height=\"213\" \/><\/a> Bischof Gebhard III. von Konstanz die zun\u00e4chst wenigen Geb\u00e4ude. Die Stifter vermachten dem Kloster Partikel des heiligen Kreuzes, nat\u00fcrlich eine sehr kostbare Reliquie, die zusammen mit weiteren Schenkungen und gro\u00dfz\u00fcgig gew\u00e4hrten rechtlichen Freiheiten rasch f\u00fcr den dynamischen Aufstieg der Gr\u00fcndung\u00a0 sorgten. Die Stifter erwirkten schnell eine Schutzbulle von Papst Urban II. (1098). F\u00fcr den Schutz hatte das Kloster j\u00e4hrlich ein Goldst\u00fcck, einen \u201cByzantier\u201d nach Rom zu entrichten. Die Schutzbriefe wurden immer wieder neu ausgestellt, so durch Papst Honorius II. 1126, Eugen III.\u00a0 1148, C\u00f6lestin 1194,<\/p>\n<p>Johannes XXII. 1334, Gregor XI.1371, Bonifaz IX. 1392, Eugen IV. 1431 und schlie\u00dflich 1671 durch Papst Gregor XV., der ausdr\u00fccklich befahl, dass niemand die Heilig Kreuz Reliquie entwenden solle.<\/p>\n<p>Erster Abt war Werner von Ellerbach, der als Seliger verehrt wurde. An ihn erinnert ein Epitaph mit dem Kirchenmodell in der n\u00f6rdlichen Seitenkapelle.<\/p>\n<p>Im Jahre 1271 wurde das Kloster durch Brand zerst\u00f6rt, was einen Neubau erforderlich machte. Der Brand leitete eine Phase des wirtschaftlichen Niedergangs ein, von dem sich das Kloster sehr langsam erholte. Auch die vormals vorbildliche Klosterzucht\u00a0 erlitt unter schwachen \u00c4bten einen Tiefpunkt. Um die Jahrhundertwende 13.\/14. Jahrhudert wurde Wiblingen in Personalunion mit dem Kloster Ochsenhausen verwaltet. Das Kloster konnte sich aber neu orientieren. Man \u00fcbernahm die Melker Reform und das Kloster erlebte einen neuen Aufschwung. Man konnte den Besitz zwischen Rot und Iller wieder ausdehnen. In der Reichsstadt Ulm wurde 1386 ein Pfleghof erworben. Klosterschule und Schreibwerkstatt, das Skriptorium wurden mit der \u00dcbernahme der Melker Reform besonders gef\u00f6rdert. Aus diesen Anf\u00e4ngen, steten Ank\u00e4ufen und eigener Herstellung entsteht die ber\u00fchmte Klosterbibliothek, die 1757\u00a0 15.000 B\u00e4nde umfasst. Die Vogteirechte blieben bis ins 15. Jahrhundert bei der Stifterfamilie, sowie es auch Grablege der Familie von Kirchberg war.<\/p>\n<p>Einer der bedeutendsten \u00c4bte der neuen Bl\u00fctezeit ist Ulrich Habl\u00fczel (1432-1472)<\/p>\n<p>Wiblingen ist nun eines der bedeutendsten s\u00fcddeutschen Reformzentren, was sich auch in der Berufung von Wiblinger M\u00f6nchen zu \u00c4bten zeigt, so in Elchingen, Lorch, Blaubeuren, St. Ulrich und St. Afra in Augsburg und Alpirsbach. Ausdruck des gestiegenen Ansehens ist auch die Verleihung der Pontifikalien 1488. Die Abtei hatte Beziehungen zu den humanistischen Kreisen in der benachbarten Stadt Ulm.<\/p>\n<p>1471 \u00fcbertrug Kaiser Friedrich III. der Stadt Ulm den Schutz des Klosters. Ein knappes halbes Jahrhundert sp\u00e4ter setzten dann die gesellschaftlichen Umbr\u00fcche ein, die \u00fcber Reformation, Bauernkrieg bis zu dem gro\u00dfen Krieg des n\u00e4chsten Jahrhunderts, dem 30-j\u00e4hrigen Krieg fortdauern sollte. Es scheint, dass Wiblingen, anders wie die benachbarten Kl\u00f6ster Elchingen oder Roggenburg, nicht unmittelbar vom Bauernkrieg betroffen war. Hinweise auf Pl\u00fcnderungen oder Brandschatzungen konnte ich nicht finden. Die Bauernunruhen richteten sich aber den Adel und die Kl\u00f6ster. Diese wurden als Zehntherren ja als sehr bedr\u00fcckend empfunden. So hatten diese sozialen Unruhen sicher auch ihre Auswirkungen auf das Kloster in Wiblingen. Da die Ulmer aber\u00a0 die Reformation annahmen, versuchten sie diese auch im Kloster einzuf\u00fchren. Das schlug allerdings fehl. Eine Besetzung im Schmalkaldischen Krieg 1546 konnten die M\u00f6nche durch hohe Kontributionszahlungen abwenden.<\/p>\n<p>Die Stifterfamilie war um 1500 ausgestorben. Das Kloster kam 1504 mit allen zugeh\u00f6rigen Ortschaften an das Haus \u00d6sterreich, bei dem es bis zum Ende des Reiches 1806 bleiben sollte. Maximilian I. \u00fcbertrug 1507 die Schutzherrschaft an die Familie der Fugger. Nach einem langwierigen und teuren Prozess konnte es sich erst 1701 davon loskaufen.<\/p>\n<p>Nach einer Visitation von 1572 wurde der Abt abgesetzt. Eine neue Bl\u00fctezeit brach an. Unter tatkr\u00e4ftiger finanzieller Mithilfe des neuen Klostervogts der Fugger, wurde mit Ausnahme der Kirche der gesamte Baukomplex neu gebaut. Der 30-j\u00e4hrige Krieg unterbrach diese Entwicklung. Zwangseinquartierungen,Raub und Pl\u00fcnderungen machten dem Kloster schwer zu schaffen. Dazu kam noch der Ausbruch der Pest in Wiblingen, die viele M\u00f6nche und auch den Abt hinwegraffte. Das Kloster fiel 1633 an den schwedischen General\u00a0 Joachim Wiclaff, der es aufhob. Zwar wurde die Abtei schon nach der Schlacht von N\u00f6rdlingen 1634 restitutiert, aber der Konvent war zerstreut. Die Abtwahl musste in Petershausen bei Konstanz abgehalten werden. Der 1635 neugew\u00e4hlte Abt Benedikt Rauh (1635-1663) musste auch noch im bayrischen Heer als Feldprobst dienen. Dennoch brachte er die Abtei noch durch die Wirren des Kriegs durch. Das Kloster \u00fcberstand den Krieg einigermassen glimpflich und der Aufschwung setzte rasch ein. Die folgenden \u00c4bte Ernest Fabri, Maurus Falkner und Modest I. brachten die Abtei weiter. 1701 hatte sich das Kloster endg\u00fcltig vom Vogt l\u00f6sen k\u00f6nnen und wurde \u00f6sterreichisches Mediatkloster. Es hatte seit dem 22.06 1701 Sitz und Stimme auf der vorder\u00f6sterreichischen landst\u00e4ndischen Versammlung in Ehingen. 1714 wurde mit dem Bau der barocken Klosteranlage begonnen. Die Baumassnahmen dauerten <a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/index6.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: block; float: none; margin-left: auto; margin-right: auto; border: 0px;\" title=\"index6\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/index6_thumb.jpg\" border=\"0\" alt=\"index6\" width=\"154\" height=\"105\" \/><\/a> fast 70 Jahre. Trotz der kriegerischen Ereignisse im Umfeld des Klosters bl\u00fchte das geistige Leben. 28 Sch\u00fcler besuchten am Schluss die Klosterschule. Das Kloster hatte nach der Aufhebung des Klosters Zwiefalten auch das von diesem getragene Gymnsaium in Ehingen \u00fcbernommen.<\/p>\n<p>Ein badischer Komiss\u00e4r wollte am 20.11.1805 das Kloster \u00fcbernehmen, wurde aber zwei Tage sp\u00e4ter von bayrischen Abgesandten vertrieben. Dann r\u00fcckte am 31.12. w\u00fcrttembergisches Milit\u00e4r an, das aber am 03.01. 1806 der bayrischen \u00dcbermacht weichen musste. Infolge des Pressburger Friedens von 1805 hob Bayern dann das Kloster am 27. M\u00e4rz 1806 auf. W\u00fcrttemberg \u00fcbernahm es dann am 10. September 1806. In die Klosteranlage zog dann Herzog Heinrich von W\u00fcrttemberg ein.<\/p>\n<p>Nach 1945 wurden die R\u00e4ume als Altenheim, Krankenhaus, Universit\u00e4tsbibliothek und Schule f\u00fcr medizinische Berufe genutzt.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/170pxWiblingenbibliothekbooks.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: inline; border: 0px;\" title=\"170px-Wiblingen-bibliothek-books\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/170pxWiblingenbibliothekbooks_thumb.jpg\" border=\"0\" alt=\"170px-Wiblingen-bibliothek-books\" width=\"174\" height=\"231\" \/><\/a> <a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/index11.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: inline; margin-left: 0px; margin-right: 0px; border: 0px;\" title=\"index1\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/index1_thumb1.jpg\" border=\"0\" alt=\"index1\" width=\"154\" height=\"75\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0 Die Br\u00fcder Hartmann und Otto, Grafen von Kirchberg stifteten im Jahre 1093 das Kloster Sankt Martin in Wiblingen. Die Grafen nennen sich nach ihrem Stammsitz, der Burg in Kirchberg und treten im 11. Jahrhundert in die Geschichte ein. Sie waren wie viele Familien des schw\u00e4bischen Hochadels papsttreu und k\u00f6nnen zur Adelsopposition gegen die salischen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[22],"tags":[],"class_list":["post-950","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kloster-in-baden-wurttemberg"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/950","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=950"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/950\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":951,"href":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/950\/revisions\/951"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=950"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=950"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=950"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}