{"id":798,"date":"2011-01-20T12:53:05","date_gmt":"2011-01-20T12:53:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=798"},"modified":"2018-01-23T14:26:53","modified_gmt":"2018-01-23T14:26:53","slug":"reichsabtei-ochsenhausen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=798","title":{"rendered":"Reichsabtei Ochsenhausen"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/301pxWappen_Ochsenhausen.svg_.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: block; float: none; margin-left: auto; margin-right: auto; border: 0px;\" title=\"301px-Wappen_Ochsenhausen.svg\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/301pxWappen_Ochsenhausen.svg_thumb.png\" alt=\"301px-Wappen_Ochsenhausen.svg\" width=\"216\" height=\"244\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In der Gegend soll schon im 9. Jahrhundert ein Nonnenkloster mit dem Namen Hohenhusen bestanden haben. Erst die Schlacht auf dem Lechfeld 995 beendete ja f\u00fcr S\u00fcddeutschland die Hunnengefahr. So sollen die Nonnen im 10. Jahrhundert vor den Ungarn ins \u00d6sterreichische gefl\u00fcchtet sein. Eine Truhe mit ihren Sch\u00e4tzen und Reliquien sollen sie vergraben haben. Einige Jahre sp\u00e4ter soll nun ein Ochse beim Pfl\u00fcgen auf die Holzkiste gesto\u00dfen sein. An der Fundstelle entstand das Kloster Ochsenhausen. Ohne Blick auf die Legende kann man sagen, dass die fr\u00e4nkisch-welfischen Ministerialen Konrad, Hawin und Adelbert von Wolfertsschwenden als Grundeigent\u00fcmern zusammen mit ihren Schwestern ein Kloster gestiftet haben. Am 31. Dezember 1100 wurde die Stiftung in einer Urkunde ohne Ortsangabe niedergelegt. Eine Kirche, eine M\u00fchle, eine Wirtschaft sowie ein Wald, alles in Ochsenhausen gelegen wurde der Abtei St. Blasien im Schwarzwald in Anwesenheit des Abtes Uto und des Advokaten der Abtei St. Blasien Adelgoz\u00a0\u00fcbergeben. St. Blasien z\u00e4hlte damals zu den f\u00fchrenden Reformkl\u00f6stern Schwabens. Vor Ochsenhausen war von St. Blasien aus schon Muri 1082 gegr\u00fcndet und G\u00f6ttweig 1094\u00a0von einem Chorherrenstift in ein Benediktinerkloster\u00a0umgewandelt worden. Abt Uto I. schickte M\u00f6nche ins Rottumtal. Am 2. Januar best\u00e4tigte K\u00f6nig Lothar1126 in Stra\u00dfburg\u00a0dem Kloster St.Blasien den Besitz von Kloster Ochsenhausen.\u00a0 (WUB I Nr.288). Am 12. Januar 1152 fertigte K\u00f6nig Konrad III. in Freiburg eine der Urkunde von K\u00f6nig Lothar wortgleiche Best\u00e4tigung des Besitzes aus.1157 best\u00e4tigt Papst Hadrian IV. dem Abt Gunther (1141-1172) die Stiftung von Kloster Ochsenhausen und der Kirchen von Reinstetten,<\/p>\n<p>Mittelbuch, Tannheim,Bergheim, Arlach und Goldbach.<\/p>\n<p>Abt Uto hatte als ersten Prior Burkhard nach Ochsenhausen entsandt, der schnell f\u00fcr einen guten Ruf des neuen Klosters sorgte und so gro\u00dfe Anziehung auf junge Leute aus\u00fcbte. Berthold von Laubach trat in das Kloster ein<\/p>\n<p>und Ochsenhausen bei seinem Klostereintritt seinen ganzen Besitz. Er wurde auch mit Genehmigung des Mutterklosters zum ersten Probst bestellt, als sich Burkhard aufgrund seines Alters den Aufgaben seines Amtes nicht mehr. gewachsen f\u00fchlte. Er verwaltete dieses Amt bis zu seinem Tod 1178.<\/p>\n<p>Das Kloster wurde rasch mit vielen Schenkungen bedacht. Im Jahre 1343 hatte es Probleme mit den schellenbergischen V\u00f6gten, die als Herren von Kisslegg mehrfach Landv\u00f6gte von Schwaben (Oberschwaben)waren und wendete sich deshalb an Kaiser Ludwig den Bayern. Dieser gab dem Konvent &#8220;\u00a0als Schirmer Ammann, Rat und Gemeinschaft der B\u00fcrger&#8220; der Reichsstadt Ulm (Ludwig (R I VII) H 1-n. 360). Das Kloster war vor dem barocken Neubau eine bescheidene Anlage. 1391 l\u00f6ste sich Ochsenhausen vom Mutterkloster Sankt Blasien und wurde selbstst\u00e4ndige Abtei.<\/p>\n<p>Tiefere Ursache war das abendl\u00e4ndische Schisma von 1378 und 1417, das erst durch das Konstanzer Konzil beendet wurde.1378 war in einer chaotischen Wahl Bartolomeo Prignano zum Papst gew\u00e4hlt. Er nannte sich Urban VI. Die Wahl wurde bald angefochten und in Fondi mit Robert von Genf ein Gegenpapst gew\u00e4hlt, der sich Clemens VII. nannte. Er konnte sich in Rom nicht durchsetzen und ging bald nach Avignon. Die Kirche hatte zwei P\u00e4pste und spaltet sich in Oboedienzien.\u00a0Blasien hatte sich unter den Gegenpapst gestellt w\u00e4hrend Ochsenhausen beim regul\u00e4ren Papst Urban VI. verblieb. Die vom Mutterkloster St. Blasien eingesetzten Probst Heinrich von S\u00f6dorf und Prior Heinrich Laurin versuchten die Ochsenhausener M\u00f6nche ebenfalls zur Anerkennung des Gegenpapstes zu bringen. Da die Zust\u00e4nde allm\u00e4hlich unhaltbar wurden, wandte sich der Konvent\u00a0\u00fcber den Bischof in Konstanz an Papst Urban. Dieser l\u00f6ste den Konvent von der Gehorsamspflicht gegen den von St. Blasien eingesetzten Prior und erlaubte ihm, einen Prior aus seinen eigenen Reihen zu w\u00e4hlen.1388 hatte der Konvent hatte den aus Biberach stammenden Nikolaus Faber\u00a0 zum Propst und Prior gew\u00e4hlt. Der von St. Blasien eingesetzte Prior und Propst\u00a0wurden nach St. Blasien zur\u00fcckgewiesen. Nat\u00fcrlich wehrte sich der Abt von St. Blasien Heinrich IV. dagegen. Er einigte sich mit dem Konvent in Ochsenhausen die Angelegenheit Ulmer Theologen, die damals sehr angesehen waren, vorzulegen. Diese allerdings entschieden gegen St. Blasien. Die Wahl des Ochsenhausener Konvents wurde als rechtm\u00e4\u00dfig angesehen, da Ochsenhausen dem rechtm\u00e4\u00dfigen Papst anh\u00e4nge, St. Blasien aber &#8222;dem schismatischen Papst Clemens&#8220; anh\u00e4nge. Was die R\u00fccksendung der beiden M\u00f6nche aus St. Blasien anging wurde auch klar gesagt &#8222;der von St. Blasien aufgestellte Prior gehe als Schismatiker zu den Schismatikern nach St. Blasien. au\u00dferdem solle das Kloster so lange die Kirchenspaltung bestehe keinen Prior mehr f\u00fcr Ochsenhausen aufstellen.\u00a0Als Papst Urban starb,\u00a0reiste Prior Nikolaus Faber\u00a0 1391 nach Rom, um eine Entscheidung des neuen Papstes Bonifazius IX. zu erwirken. Dieser erhob Ochsenhausen zur selbstst\u00e4ndigen Abtei. Am 19. April 1392 wurde nun Nikolaus Faber zum ersten Abt gew\u00e4hlt und vom Konstanzer Bischof Burkhard von H\u00f6wen zum Abt geweiht und best\u00e4tigt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/media1.picsearch.com\/is?FfBtrzJA0BvLIVxzGIHQ2UF3coRwriTWeR5UCIFIreU&amp;height=341\" \/><\/p>\n<p>Am 13. Oktober 1397 verlieh K\u00f6nig Wenzel dem Abt und dem Konvent das Recht auf freie Vogtwahl und die Freiheit von fremden Gerichten. <span style=\"color: #111111; text-transform: none; text-indent: 0px; letter-spacing: normal; font-family: 'Noticia Text', Georgia, Times, serif; font-size: 14px; font-style: normal; font-weight: 400; word-spacing: 0px; float: none; display: inline !important; white-space: normal; orphans: 2; widows: 2; background-color: #d2d2d2; font-variant-ligatures: normal; font-variant-caps: normal; -webkit-text-stroke-width: 0px; text-decoration-style: initial; text-decoration-color: initial;\">[RIplus] Regg. Wenzel [n. 3026] <\/span>Die Reichsstadt Ulm wurde als selbstgew\u00e4hlter Schutzherr best\u00e4tigt. Seit 1422 wird das Kloster nun als Reichsstand in den Reichsmatrikeln gef\u00fchrt. Das Kloster hatte nun das Ulmer B\u00fcrgerrecht und unterstand dem Ulmer Stadtgericht.<\/p>\n<p>Abt Nikolaus hatte schon als Probst durch Erwerb von G\u00fctern f\u00fcr eines solide wirtschaftliche Basis des Stiftes gesorgt. Diese Politik behielt er auch als Abt bei. Au\u00dferdem wurde das Kloster weiterhin mit Stiftungen\u00a0 bedacht.<\/p>\n<p>Nach drei\u00dfigj\u00e4hriger Regierungszeit als Abt trat er am 11. Juni 1422 zur\u00fcck. Sein Todesdatum ist nicht bekannt. Zu seinem Nachfolger wurde sein Neffe Heinrich Faber gew\u00e4hlt, der vorher 5 Jahre Pfarrer in Winterrieden war.<\/p>\n<p>In seiner Amtszeit wurden Weing\u00e4rten in Markdorf gekauft. Er starb bi einer Reise nach Konstanz dort am 6. M\u00e4rz 1434. Zu seinem Nachfolger wurde Michael Ryssel gew\u00e4hlt, der aus einer Ulmer Patrizierfamilie stammte.<\/p>\n<p>Er stand seinem Kloster 34 Jahre vor. In seiner Amtszeit wurde ein gro\u00dfer Kirchturm erbaut, der den kleinen schon bauf\u00e4lligen ersetzte. Au\u00dferdem wurde er mit gr\u00f6\u00dferen Glocken versehen. Auch unter Abt Michael wurde der Grundbesitz des Klosters und durch eigene Zuk\u00e4ufe vergr\u00f6\u00dfert. Auch um die Klosterbibliothek k\u00fcmmerte er sich. Die ersten Druckschiften f\u00fcr das Kloster wurden angeschafft. Nach seiner Resignation am 8. Juni 1468 wurde Johannes Knu\u00df zum Abt gew\u00e4hlt Er stammte aus einer Biberacher B\u00fcrgerfamilie. Er kam mit etwa 12 nach Ochsenhausen und geno\u00df dort Unterricht. Er war sehr talentiert und wurde schon mit 16 in den Orden aufgenommen.<\/p>\n<p>Er bekleidete mehrere Kloster\u00e4mter, wie z. B. Kellermeister. Am Schlu\u00df war Kloster\u00f6konom. Dieses Amt versah er mit soviel Erfolg, dass er nach Resignation von Abt Michael als dessen geeigneter Nachfolger gesehen wurde und 1468 gew\u00e4hlt wurde er mit der gro\u00dfen Herausforderung seiner Regierungszeit konfrontiert. 1470 kam die Pest nach Oberschwaben. Ganze Weiler und D\u00f6rfer verloren s\u00e4mtliche\u00a0Einwohner. Abt Johannes lie\u00df kostenlose Heilmittel aus der Klosterapotheke verteilen. Kranke und arbeitsunf\u00e4hige wurden \u00fcber die Klosterk\u00fcche mitverpflegt.F\u00fcr die \u00dcberlebenden sorgte er nach Kr\u00e4ften.Zwar wurde der Klosterbesitz weder durch Zukauf noch durch\u00a0Spenden vergr\u00f6\u00dfert. Aber er hatte seine Untertanen vor den Untergang gerettet, wie der Chronist des Klosters Georg Geisenhof schreibt. 1376 starb Abt\u00a0Johannes. Auf ihn folgte Jodokus Bruder. Jodokus ist 1422 in Biberach geboren.Seine Ausbildung erhielt er in Kempten unter Ausicht seines Onkels.!457 kam er als Novize ins Kloster Ochsenhausen. Er war so begabt, dass ihn Abt Michael Ryssel schon 1468 zum Prior ernannte.Da war er gerade 26. 1476 w\u00e4hlte ihn der Konvent als Nachfolger des verstorbenen Abtes Johannes. Er selbst scheint an seiner Eignung zum Abt gezweifelt zu haben. Der \u00dcberlieferung nach begab er sich zu Nikolaus von der Fl\u00fce in der Schweiz, der schon zu Lebzeiten im Rufe der Heiligkeit stand. Er soll den Einsiedler gefragt haben, ob er als Abt auch selig werden k\u00f6nne. Die Antwort &#8222;wohl schwerlich&#8220; habe ihn bewegt, nach seiner R\u00fcckkehr aus der Schweiz sein Amt niederzulegen.In seiner Regierungszeit wurden einige Grenzstreitigkeiten mit dem Kloster Buxkeim \u00a0und Tannheim beigelegt. Nach seiner Resignation lebte er noch 47 Jahre.<\/p>\n<p>Auf ihn folgte Abt Simon Lengenberger. Auch er ist in Biberach geboren. Mit 15 wurde er Novize im Kloster Ochsenhausen und erhielt hier wohl auch seine wissenschaftliche Ausbildung. Mit 16 legte er seine Profess ab.1482 w\u00e4hlte ihn der Konvent zum Abt. Er scheint zu Kaiser und Papst gute Beziehungen gehabt zu haben.1488 wurde dem Kloster von\u00a0 Kaiser Friedrich III. die Blutgerichtsbarkeit verliehen. Es durfte nun Stock und Galgen aufrichten. Die Urkunde wurde am 23. Dezember 1488\u00a0in Innsbruck ausgestellt.(\u00a0Chmel n. 8361, in: Regesta Imperii Online) Am 19.4.1494 best\u00e4tigte K\u00f6nig Maximilian Abt Simon und dem Konvent des Klosters zu Ochsenhausen ihre alten Privilegien.(<strong>Maximilian I. &#8211; <\/strong><a href=\"http:\/\/opac.regesta-imperii.de\/lang_de\/kurztitelsuche_r.php?kurztitel=RI%20XIV%2C%201\"><strong>RI XIV,1 n. 573<\/strong><\/a>) Am 14. Juli 1495 best\u00e4tigte K\u00f6nig Maximilian die Privilegienurkunden\u00a0 K\u00f6nig Wenzels, vor allem das Recht, sich einen Vogt nach Belieben zu w\u00e4hlen. (s.o.)Nach Geisenhof, dem Klosterchronisten (Kurze Geschichte des vormaligen Reichsstifts Ochsenhausen in Schwaben) erhielt das Kloster 1494 von K\u00f6nig Maximilian\u00a0die Regalien und 1495\u00a0den Titel einer freien Reichsabtei verliehen. Papst Alexander VI.\u00a0verlieh auch 1495 Abt Simon die Pontifikalien- unaufgefordert wie Geisenhof betont &#8222;eine Auszeichnung, die selten &#8222;einem deutschen Abte ungesucht zu Theil wurde&#8220;. Zu dieser Steigerung weltlicher Macht und geistlichen Anerkennung passt, dass Abt Simon mit dem Neubau der Klosterkirche wurde\u00a0 in gotischem Stil\u00a01488 begann. Sie war -auch nach Geisenhof zwar nicht an Umfang aber durchaus an Majest\u00e4t den M\u00fcnstern in Freiburg und Stra\u00dfburg zu vergleichen.\u00a0Sie hatte 15 Alt\u00e4re.Den Hochaltar\u00a0\u00a0errichtete der Ulmer Bildhauer J\u00f6rg Syrlin d.J., der unter anderem auch in Blaubeuren t\u00e4tig war. Die Kirche wurde 1495 geweiht.<\/p>\n<p>Syrlin begann mit seinem Altar 1496 und beendete sein Werk 1499. Abt Simon erlebte die Vollendung nicht mehr, denn er starb 1498. Neben dem Kirchenneubau wurde auch sonst im Kloster gebaut. Ein gro\u00dfes Gastgeb\u00e4ude wurde errichtet, das die Schweden dann im 30-j\u00e4hrigen Krieg zerst\u00f6rten. Auch der Klosterbesitz wurde erweitert vor allem in Richtung Illertal. Abt Simon kaufte teils von Kloster Rot, teils von Mererau das ganze Dorf Oberopfingen und den Weiler Bonlanden.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"thumbimage\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/9\/90\/Biechelberger_Hieronymus.JPG\/170px-Biechelberger_Hieronymus.JPG\" srcset=\"\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/9\/90\/Biechelberger_Hieronymus.JPG\/255px-Biechelberger_Hieronymus.JPG 1.5x, \/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/9\/90\/Biechelberger_Hieronymus.JPG\/340px-Biechelberger_Hieronymus.JPG 2x\" alt=\"\" width=\"170\" height=\"242\" data-file-height=\"2521\" data-file-width=\"1770\" \/><\/p>\n<p>Nachfolger von Abt Simon wurde Hieronymus I. Biechelberger\u00a0Er stammte aus Dinkelsb\u00fchl und trat schon unter Abt Jodokus ins Kloster ein. Er bekleidete mehrere Kloster\u00e4mter, zuletzt das des Gro\u00dfkellers.<\/p>\n<p>Er war vor allem mit dem Neubau des Klosters befasst. Nach Geisenhof war es vor allem dem Geschick des Gro\u00dfkellers zu verdanken, dass das Bauvorhaben in nur 7 Jahren bew\u00e4ltigt werden konnte<\/p>\n<p>und was absolut bemerkenswert ist, bei Vollendung auch schon bezahlt war. Das leisteten vor allem die Leibeigenen des Klosters, die &#8222;gegen eine m\u00e4\u00dfige Rekognition an Brod und baarem Gelde&#8220;<\/p>\n<p>(Geisenhof) zum Gelingen beigetragen hatten. Das hatte zu einer erheblichen Unruhe unter den Untertanen gef\u00fchrt. vom Abt wurde das zun\u00e4chst nicht wahrgenommen, da es im Stillen geg\u00e4rt<\/p>\n<p>hatte. Aber 1501 kam es in s\u00e4mtlichen 38 Ortschaften des Klosters zu Unruhen. Die Lehensbauern, angef\u00fchrt von ihren Ortsvorstehern versammelten sich im Klosterhof und k\u00fcndigten Dienst und Gehorsam auf.<\/p>\n<p>Abt Hieronymus h\u00f6rte sich die Beschwerden an, lie\u00df die Beschwerden von Georg Sattler,\u00a0einem Advokaten beider Rechte, aufnehmen und pr\u00fcfen. Sein Kanzler Friedrich von Dankersweil und sein Gro\u00dfkeller Raymund Kantengiesser handelten eine Vereinbarung mit den Gemeindevorstehern eine Vereinbarung aus, die allerdings nur kurz f\u00fcr Ruhe sorgten. Als sich die Bauern wieder vor dem Kloster zusammenrotteten und n\u00e4chtliche Einf\u00e4lle ins Kloster vornahmen, wandte er sich an den Schw\u00e4bischen Bund. Der drohte mit Waffenanwendung. F\u00fcrstabt Johannes von Kempten, Vertreter der St\u00e4dte Ulm und Memmingen und Freiherr Georg von Freiberg handelten nun einen\u00a0Kompromiss aus, der sich weit auf die Vereinbarung, die die\u00a0Kommission von Abt Hieronoymus erzielt hatte, st\u00fctzte. Die Vereinbarung hatte Vertragscharakter, was auch daran zu sehen ist, dass\u00a0die Urkunde\u00a0in zweifacher Ausfertigung erfolgte, jede Urkunde gesiegelt wurde und jede Partei eine Ausfertigung erhielt. Kurz zusammengefasst regelte sie die dinglichen und personalen Rechte des Bauern gegen\u00fcber dem Kloster.<\/p>\n<p>Er wurde allerdings 1525 nach der Niederlage der Bauern im Bauernkrieg wieder zur\u00fcckgenommen, d\u00fcrfte aber der Grund daf\u00fcr sein, dass Ochsenhausen unbeschadet durch den Bauernkrieg gekommen ist. Geisenhof sagt in seiner &#8222;Kurzen Geschichte..&#8220; &#8222;denn durch die Vorg\u00e4nge des Jahres 1502 gewitzigt, hielten es die Unterthanen des Klosters\u00a0nicht mit den Rebellen.&#8220; (S. 76). Abt Hieronymus starb im Jahre 1508.\u00a0Bei der erforderlichen Wahl\u00a0waren auch die \u00c4bte von Kloster Elchingen und Zwiefalten anwesend. Nachdem sich im ersten Wahlgang keine Mehrheit abzeichnete, schlugen die beiden \u00c4bte den bisherigen Prior Andreas Kindscher vor.Er fand die einhellige Zustimmung und wurde gew\u00e4hlt.\u00a0Er war der 6.Abt der aus Biberach stammte. Zu seinem Amtsantritt erlie\u00df er den Untertanen die vom Schw\u00e4bischen Bund auferlegte Geldbu\u00dfe und die \u00dcbernahme s\u00e4mtlicher Kosten f\u00fcr die Kommission wegen der Vorg\u00e4nge von 1502.Das belief sich auf insgesamt 4.000 Gulden. Auch das hat das Klima zwischen Kloster und Untertanen stark verbessert und wirkte sich sicher 1525 aus.<\/p>\n<p>Seine kluge Amtsf\u00fchrung wurde auch im gesamten Orden wahrgenommen. Er wurde 1515 in Mainz vom Provinzialkapitel des Ordens zum Schiedsrichter und Kommiss\u00e4r f\u00fcr alle in den Di\u00f6zesen Konstanz und Chur befindlichen Benediktinerkl\u00f6ster gew\u00e4hlt. Die Reformation, die inzwischen auch in Oberschwaben angekommen war, zeigte noch wenig Auswirkungen auf die Regierung von Abt Andreas. Aber in seinem Konvent waren<\/p>\n<p>einige M\u00f6nche, die\u00a0sich in\u00a0Predigten und mit Schriften kritisch mit der Reformation auseinandersetzten. Abt Andreas starb 1541 nach 33 Regierungsjahren. Zu seinem Nachfolger wurde der aus Tettnang stammende Georg M\u00fcller gew\u00e4hlt. Bis zu seiner Wahl war er bereits 26 Jahre Prior. Gleichzeitig\u00a0bekleidete er das Amt des Syndikus und Prokurator des Benediktiner-Ordens. Beide \u00c4mter \u00fcbte er zur vollen Zufriedenheit aus und schien so der geeignete Kandidat f\u00fcr die neue Aufgabe. Er geriet aber voll in die unruhigen ersten Reformationsjahre oder wie Geisenhof das ausdr\u00fcckt: &#8222;die Vorsehung schien ihn aber gerade auf die ung\u00fcnstigste Aufgabe aufgespart zu haben, welche ein &#8211; mehr, als blos mittelm\u00e4ssiges- Regententalent heischte&#8220; (S.79). Um der mangelhaften Ausbildung des Klerus entgegen zu wirken, das war einer der Kritikpunkte der Reformation, plante er zusammen mit den \u00c4bten von Kempten, Weingarten, Ottobeuren, Elchingen, Zweifalten, Irsee, Wiblingen und Donauw\u00f6rth in dem kemptischen Legau ein Studienhaus f\u00fcr den Ordensnachwuchs zu errichten. Das Projekt kam aber nie zustande. 1491 war Baltringen von ihren bisherigen Mutterkirchen Laupheim und Sulmingen getrennt worden und zur selbstst\u00e4ndigen Kirche erhoben worden. In Laupheim hatte das Kloster Ochsenhausen seit 1413 das Patronatsrecht. 1542\u00a0entzog\u00a0 der Magistrat der Reichsstadt Biberach inzwischen mehrheitlich evangelisch, dem Pfarrer Knecht in Baltringen die priesterlichen Funktionen. Das war ein klarer Eingriff in die Rechte des Kloster Ochsenhausen und nat\u00fcrlich wehrte sich Abt Georg dagegen\u00a0und bat die Stadt Ulm in ihrer Eigenschaft als Schirmvogt um Hilfe. Diese war aber mittlerweile ebenfalls evangelisch und versuchte nun ihrerseits das Kloster zu reformieren. Angeblich zum Schutz des Klosters verlegte die Stadt zwei Kompanien Soldaten in das Kloster. Daraufhin dankte der\u00a0kl\u00f6sterliche Kanzlist Johann von Thierberg 1546 ab. Sein Nachfolger wurde Georg Greck. Dieser berief f\u00fcr das <i>Seelenheil<\/i> der ulmischen Soldaten einen protestantischen Prediger und verf\u00fcgte, dass der katholische Gottesdienst in der Stiftskirche aufh\u00f6ren sollte. Aber die schon erw\u00e4hnten\u00a0M\u00f6nche unter Abt<\/p>\n<p>Andreas wirkten dem entgegen. Die Reformation konnte in Ochsenhausen nicht Fu\u00df fassen. Abt Georg fl\u00fcchtete 1457 nach Augsburg, wo sich Kaiser Karl V. aufhielt. Allerdings erhielt er von Karl keine Hilfe sondern die Empfehlung, zu resignieren und sein Amt Gerwig Blarer, der seit 1520 Abt von Weingarten war und zugleich die W\u00fcrde eines kaiserlichen Rates, Hofkaplan und\u00a0p\u00e4pstlichen Legaten f\u00fcr Papst Julius II. bekleidete, abzugeben. Au\u00dferdem war er auch Vorsitzender des Kollegiums der schw\u00e4bischen Pr\u00e4laten. Dem Reichspr\u00e4latenkollegium geh\u00f6rte er\u00a0als Weingartener Abt seit 1520 an. Dieses Kollegium vereinte alle Kl\u00f6ster und Stifte des Alten Reiches,\u00a0die im Reichstag vertreten waren.\u00a0Seit 1523 f\u00fchrte er den Vorsitz dieses Gremiums, ohne jemals formal gew\u00e4hlt worden zu sein. Als Direktor des Reichspr\u00e4latenkollegiums oblag ihm die Repr\u00e4sentation und Verhandlungsf\u00fchrung nach au\u00dfen. Er hatte die Pr\u00e4latentage auszuschreiben. Er war verantwortlich f\u00fcr die Kasse, die Verwaltung des Archivs und die Kanzlei. Schon 1537 erhielt er von Papst Paul III.das Recht des Gebrauchs der Pontifikalien.\u00a0Er wurde bald zum f\u00fchrenden Repr\u00e4sentanten der Katholiken in Oberschwaben.\u00a0Dieser Mann schien Kaiser Karl der richtige Mann in dieser Situation zu sein. Gerwig Blarer stellte sich in Ochsenhausen zur Wahl und wurde als 10. Abt. gew\u00e4hlt. Schon auf die Nachricht von der Resignation Abt Georgs hin waren die Ulmer Truppen aus Ochsenhausen abgezogen. (Zu Abt Gerwig siehe auch Kloster Weingarten). Er beendigte die Schutzherrschaft Ulms \u00fcber das Kloster und unterstellte dieses direkt dem Schutz K\u00f6nig Ferdinands und dem Hause Habsburg. Im 2. Band der Briefe und Akten von Gerwig Blarer wird dies in einem Brief vom 22.08. 1548 an Gerwig, Prior und den Konvent zu Ochsenhausen mitgeteilt: &#8222;Der K\u00f6nig hat den Revers \u00fcber den Schutz und Schirm \u00fcbersandt und der Regierung befohlen, das Gotteshaus mit allen zugeh\u00f6rigen nunmehr im Namen des Hausen \u00d6sterreich zu schirmen (Brief 1019, Gerwig Blarer Briefe und Akten herausgegeben von Heinrich G\u00fcnter Stuttgart 1921) 1556 <strong><span style=\"color: #ff9933; font-family: Verdana; font-size: small;\">Karl<\/span><\/strong>\u00a0<b><span style=\"color: #ff9933;\">V.<\/span><\/b>\u00a0gew\u00e4hrt auf Bitten seines Rats\u00a0<b><span style=\"color: #ff9933;\">Gerwig<\/span><\/b>\u00a0[<b><span style=\"color: #ff9933;\">Blarer<\/span><\/b>], Abt von Weingarten und Ochsenhausen, den genannten Kl\u00f6stern ein Privileg gegen Juden. Diese d\u00fcrfen keine Klosterg\u00fcter erwerben. Auch wird ihnen verboten, gegen Untertanen der Kl\u00f6ster vor dem Hofgericht Rottweil, dem Landgericht Schwaben sowie anderen fremden Gerichten zu klagen.(Urkunde B 515 U37 vom 11.2.1556 im\u00a0Hauptstaatsarchiv Stuttgart)\u00a01565 erwarb er von den Erben der Familie Mannlich Schloss und Dorf Ummendorf und die hohe Gerichtsbarkeit f\u00fcr 70.000.&#8211; Gulden. Dieser finanzielle Kraftakt sorgte dann allerdings daf\u00fcr dass Gerwigs Nachfolger das Dorf Wain verkaufte. Nach 16 Jahren Regierungszeit nahm er sich mit Andreas Sonntag 1563 einen Koadjutor, zog sich aber noch nicht zur\u00fcck. Abt Gerwig war Renaissancemensch durch und durch. Auf den Reichstagen erschien er mit seiner Konkubine und 1545 erlie\u00df die \u00f6sterreichische Regierung ein Mandat an ihn wegen des unsittlichen Lebenswandels seiner M\u00f6nche.&#8220;Aber zu solcher verachtung hat er nit wenig ursach mit seiner leuchtfertigkait geben, dann erzu Zeiten gewon war, sein concubin [oder balmesel mit uf die reichst\u00e4g en maniere deguisee,in form ains raisigen, mit sich zu nemen. Die rit mit, war ufwarten; undwar nur gar einh\u00fcpsche sach, die von den evangelisch als ain guts vorbilde eins gaistlichenvatters wol wardherf\u00fcr gezogen und u\u00dfgericht. (in http:\/\/www.kirchengemeinde-molpertshaus.de\/Elmar Kuhn &#8211; Reformation in Oberschwaben. pdf S. 9) 1567 verstarb er In Weingarten<\/p>\n<p><!-- x-tinymce\/html --><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.kloster-ochsenhausen.de\/fileadmin\/_processed_\/b\/e\/csm_Gerwig_Blarer_foto-wikipedia_gemeinfrei_5a68b937fd.jpg\" alt=\"Gerwig Blarer, \u00d6lgem\u00e4lde; Foto: Wikipedia, gemeinfrei\" \/><\/p>\n<p>Nach dem Tod Gerwigs wurde Andreas Sonntag zum 11. Abt von Ochsenhausen gew\u00e4hlt, das er ja schon 4 Jahre mitverwaltet hatte. Abt Andreas war im ersten Regierungsjahr Gerwigs in Ochsenhausen ins Kloster eingetreten.Nach dem Konzil von Trient hatten deutsche Benediktinerkl\u00f6ster begonnen Kongregationen zu gr\u00fcnden, um die kl\u00f6sterliche Disziplin zu festigen und das religi\u00f6se und geistliche Leben in den Kl\u00f6stern nach den Reformbestimmungen des\u00a0Konzils von Trient zu festigen. In Schwaben waren dies Zwiefalten, Weingarten\u00a0, Ochsenhausen, Isny, Mehrerau, Wiblingen und Petershausen. Abt Andreas wurde 1580 zum Visitator der Schw\u00e4bischen Benediktinerkongregationen gew\u00e4hlt.Somit trat er auch in die Fu\u00dfstapfen von Abt Gerwig und wirkte \u00fcber sein Kloster hinaus.<\/p>\n<p>Papst Gregor VIII. erteilte ihm die Vollmacht, die dem Kloster einverleibten Pfarreien zu visitieren und mit apostolischer Vollmacht nach Befund das N\u00f6tige zu veranlassen.<\/p>\n<p>Das Kloster hatte wie oben angef\u00fchrt mit dem Kauf von Schloss Ummendorf eine finanzielle Last zu stemmen und der Konvent beschloss, 1569 das Dorf Wain zu verkaufen. Die Stadt Ulm war interessiert, aber sie war evangelisch. Das Kloster machte zur Auflage, dass der neue Besitzer an den religi\u00f6sen Verh\u00e4ltnissen keine Ver\u00e4nderungen vornehmen d\u00fcrfe und dass das Kloster seine Patronatsrechte behalte. Abt Andreas und Magistrat der Stadt Ulm waren sich schon handelseinig, da\u00a0 verweigerte der Bischof von Konstanz Kardinal Markus Sittikus von Hohenems seine Zustimmung. 1570 meldete sich aber ein neuer Interessent, Eustach von Landfried, Katholik und Sohn des Wittelsbacher Ernst von Bayern und Schwager des Ulmer B\u00fcrgermeisters Besserer. Der Kauf kam zustande. Es stellte sich aber heraus, dass der K\u00e4ufer nur ein Strohmann f\u00fcr die Stadt Ulm war. Die eingesetzten Beamten der Stadt Ulm verboten sofort die Messe nach dem r\u00f6mischen Ritus. Der katholische Pfarrer wurde abgeschoben. Das Kloster verursuchte nun zwar das Dorf zur\u00fcck zu kaufen, war aber nicht erfolgreich. Abt Andres resignierte 1595 und starb zwei Jahre sp\u00e4ter.<\/p>\n<p>Zu seinem Nachfolger wurde Christophorus Spie\u00df einstimmig gew\u00e4hlt. Er wurde 1558 in Altdorf geboren. W\u00e4hren Gerwigs Regierungszeiten \u00fcbergaben ihn seine Eltern zur Erziehung gegeben. Er trat ins Kloster ein und legte 1575 die Ordensgel\u00fcbde ab. Danach durchlief er nahezu alle Kloster\u00e4mter. Er f\u00fchrte diese mit &#8222;so seltener Gewandheit&#8220; (Geisenhof S. 94). Das hatte den Konvent so \u00fcberzeugt, dass er Christopherus ohne Gegenstimme zum<\/p>\n<p>Abt w\u00e4hlte. Ein Hauptaugenmerk seiner Regierung lag auf dem Kampf gegen pers\u00f6nlichen Besitz. Er konnte die Zahl der Konventualen betr\u00e4chtlich steigern.Nicht\u00a0 nur um die Ausbildung des Ordensnachwuchses k\u00fcmmerte er sich sehr stark. F\u00fcr die Jugend des Klosterpfarrsprengel lie\u00df er in der Schule und an den Sonntagen gr\u00fcndlichen Religionsunterricht erteilen. Diese Einrichtung wurde bis zur Aufhebung des Kloster beibehalten.<\/p>\n<p>1603 lie\u00df er von Adam Aichelin die Klosterkirche neu ausmalen und im hinteren Chor errichtete Daniel Schiene eine Orgel. Das wohl wichtigste Ergebnis, das er f\u00fcr Ochsenhausen erzielt hatte, war \u201eIm Flecken Ochsenhausen einen Wochenmarkt aufzurichten und nun hinf\u00fcro ewiglich zu halten.\u201c was Rudolf II. so 1605 genehmigt hatte. Deshalb musste auch ein Lagerhaus errichtet werden, das allerdings erst der n\u00e4chste Abt in Angriff nahm.<\/p>\n<p>Abt Christoph resignierte 1605 und bezog dann eine gro\u00dfe Wohnung, die er schon 1602 errichten lassen hatte. Er hatte auch ein sehr ausk\u00f6mmliches Leibgeding. Beides stand eigentlich seinen Prinzipien, die er in seiner Regierungszeit verfolgt hatte entgegen. Er starb 1610.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Urban Mayer, der wie Christophorus auch sehr jung, n\u00e4mlich mit 13\u00a0ins Stift aufgenommen wurde. 1591 legte er die Ordensgel\u00fcbde ab, 1599 feierte er seine erste\u00a0Messe. Er war Kellerer, Subprior und zweimal\u00a0 war er Prior. Auch er wurde einstimmig zum Abt gew\u00e4hlt. Am Marktplatz wurde unter seiner Bauleitung in nur einem halben Jahr ein Lagerhaus und Fruchtschranne gebaut, das heutige Rathaus. Das war n\u00f6tig geworden, weil Ochsenhausen ja kurz vor Beginn seiner Regierungszeit das Marktrecht erhalten hatte. Auch im Klosterbereich selbst wurde ein Fruchtkasten errichtet, den 100 Jahre sp\u00e4ter Abt Hieronymus vergr\u00f6\u00dfert an derselben Stelle neu errichten lie\u00df. F\u00fcr die musische Ausbildung der Konventualen lie\u00df er ein Musikzimmer errichten. Er selbst war ein ausgezeichneter Musiker und auch Komponist. Auf die wissenschaftliche Ausbildung<\/p>\n<p>seiner Klosterz\u00f6glinge legte er gro\u00dfen Wert. So sorgte er f\u00fcr gr\u00fcndlichen Unterricht im Kloster und wo es ging, wurden die M\u00f6nche auf die besten damaligen Hochschulen geschickt. Aber so aufgeschlossen er war, so unterzeichnete er doch auch Todesurteile alter Frauen, die f\u00fcr Hexen gehalten wurden. (Geisenhof S.100).<\/p>\n<p>In Tannheim lie\u00df er eine M\u00fchle errichten.<\/p>\n<p>1612 trat er in der Umgebung wieder die Pest auf, dieses Mal aber nicht so verheerend wie unter Abt Michael im Jahre 1470.<\/p>\n<p>Im Orden hatte das Kloster Ochsenhausen einen so guten Ruf, dass M\u00f6nche in Benediktinerkl\u00f6ster nach K\u00e4rnten und in die Steiermark geschickt wurden, um die in den dortigen Kl\u00f6stern erloschene Disziplin wieder einzuf\u00fchren. Abt Urban starb nach nur siebenj\u00e4hriger Regierungszeit im Alter von 38 Jahren an einem b\u00f6sartigen Fieber.<\/p>\n<p>Auf ihn folgte Johannes Lang, der 1583 in Stuben, einem Teilort von Altshausen geboren wurde. Im Alter von elf Jahren kam er ins Kloster Ochsenhausen. Er studierte von 1604-1607 an der Universit\u00e4t Dillingen. Nach seiner Priesterweihe 1607 bildete er in Ochsenhausen den Nachwuchs aus. Er unterrichtete zun\u00e4chst Dicht-und Redekunst und erkl\u00e4rte ne jungen Konventualen die griechischen und r\u00f6mischen Klassiker. Im M\u00e4rz 1613 schickte ihn die Schweizer und Schw\u00e4bische Benediktinerkongregation nach Venedig um dort den Druck des neuen Benediktinerbreviers zu leiten.Dort lernte er auch die italienische Palastarchitektur kennen. \u00a0Als er den Auftrag zur allseitigen Zufriedenheit erledigt hatte, kehrte er nach Ochsenhausen zur\u00fcck, wo gerade Abt Urban verstorben war. Die Wahl seines Nachfolgers fiel auf Johannes. Er war der erste Abt, dem die Untertanen feierlich huldigten.<\/p>\n<p>Gleich nach seinem Regierungsantritt nahm er junge, begabte Sch\u00fcler in Kost und Unterricht auf, nicht wie bisher als besondere Beg\u00fcnstigung oder gleich als Novizen. Daraus entwickelte sich das Gymnasium, das bis zur Aufhebung des Klosters bestand. Schon im ersten Jahr seiner Regierungszeit erkrankte er schwer. Die besten \u00c4rzte wurden gerufen, waren aber machtlos. Er genas dann aber ganz von selbst. Er hatte zwar st\u00e4ndig Schmerzen, konnte aber seine Berufung als Abt ohne Einschr\u00e4nkung wahrnehmen. Das Klostergeb\u00e4ude stand seit dem Stiftungsjahr unver\u00e4ndert und war f\u00fcr die gewachsenen Zahl der Konventualen mit mittlerweile 32 Patres\u00a0zu klein und auch bauf\u00e4llig geworden. Auch das vom Abt gef\u00f6rderte Gymnasium mit Internat mu\u00dfte untergebracht werden.\u00a0Abt und Kapitel beschlossen nun einen Neubau. Planer der neuen Klosternanlage war der Jesuitenbruder Stephan Huber aus Ingolstadt. Er kam wie die meisten Jesuitenarchitekten aus dem Handwerk, hat sich aber auch in Rom weitergebildet. Bauherr und Planer kannten also die italienische Palastarchitektur.<\/p>\n<p>Es entsteht eine\u00a0 Vierfl\u00fcgelanlage mit einem Sockelgeschoss und drei Obergeschossen mit deutlich schlossartigem Charakter. Das neue Kloster orientiert sich auch am s\u00fcddeutschen Schlossbau dieser Zeit. Der Grundstein wurde am 8. M\u00e4rz 1615 gelegt. Bei eine weitere Grundsteinlegung\u00a0nahm Abt Johannes vor und zwar im benachbarten Biberach. Dort\u00a0bestand auf Grund der Wahlordnung Karls V. 1551 ein katholisch dominierter Rat bei \u00fcberwiegend evangelischer Bev\u00f6lkerung. Der Biberacher Adel und der Pfarrer von Biberach hatten die Errichtung eines M\u00e4nnerklosters gef\u00f6rdert. Zum Kapuzinerkloster in der Reichsstadt legte nun Abt Johannes am 17.September 1615 den Grundstein. Einer beiden Patres, die die Bauaufsicht f\u00fchrten war Pater Fidelis aus Sigmaringen. Die Kapuziner spielten in Biberach eine wichtige Rolle f\u00fcr die Rekatholisierung der Bev\u00f6lkerung.<\/p>\n<p>Abt Johannes initiierte auch die Errichtung einer Armenkasse, in die j\u00e4hrlich 500 Gulden eingezahlt wurden. Das Ochsenhausen in dieser Zeit einen hervorragenden Ruf genoss, zeigt sich auch daran, dass Ochsenhausener<\/p>\n<p>M\u00f6nche im recht weit entfernten St.Paul und in Ossiach\u00a0in K\u00e4rnten \u00c4bte wurden.<\/p>\n<p>Im Sp\u00e4therbst 1618 bezogen die M\u00f6nche das neue Konventsgeb\u00e4ude. Kurz danach erkrankte der Abt nach Geisenhof an einem &#8222;Kopf\u00fcbel&#8220; und verstarb am 10. Dezember 1618 mit nur 35 Jahren.<\/p>\n<p>Zum Nachfolger wurde Bartholom\u00e4us Ehinger als 16. Abt gew\u00e4hlt. Er ist 1569 in Lautrach geboren. Unter Abt Ernst legte er 1586 die Ordensgel\u00fcbde ab. Als Abt bem\u00fchte er sich, die vom Konzil von Trient geforderten Erneuerung der benediktinischen Ordensdisziplin herbeizuf\u00fchren. Sein Rat war auch gefragt, als um die Reformierung des F\u00fcrststifts Kempten ging. Er sandte zwei M\u00f6nche nach Kempten, die dort aber nur bis zum Tod von F\u00fcrstabt Eustach von Wolffurt blieben. 1627 wurde er gebeten, die Reformierung des Klosters M\u00fcnster im Elsass zu unterst\u00fctzen. Dorthin schickte er f\u00fcnf M\u00f6nche. Nachdem der Ochsenhausener M\u00f6nch Gregor von Blarer, ein Verwandter des Abtes Gerwig in M\u00fcnster zum Abt gew\u00e4hlt wurde, steigerte dieser wieder &#8222;zu einer Pflanzschule solider Wissenschaft und Tugend&#8220; (Geisenhof S.112) 1623 konnte Ochsenhausen die Reliquien der M\u00e4rtyrer Innozenz, Maximian und Emmerentiana erwerben, 1691 folgte die vierte M\u00e4rtyrerin Justina.\u00a0Sie galten als die neuen Kirchenpatrone. Abt Bartholom\u00e4us\u00a0 setzte den Neubau des Ostfl\u00fcgels bis Ende 1630 fort.<\/p>\n<p>1623 er\u00f6ffnete Abt Bartholom\u00e4us in Schloss Ummendorf eine Hohe Schule.Dort wurde Philologie und Philosophie unterrichtet. Kandidaten der Theologie gingen dann an die Universit\u00e4t Freiburg weiter.<\/p>\n<p>Abt Bartholom\u00e4us war auch Pr\u00e4ses der Oberschw\u00e4bischen Benediktinerkongregation und in dieser Eigenschaft richtete er sein Augenmerk vor allem auf die Wiederherstellung der Benediktinerkl\u00f6ster, die im Zuge der Reformation geschlossen worden waren. Er schickte den Prior von Ochsenhausen Placidus Spies und Pater Maurus Baldung aus Weingarten mit schriftlichen Vorschl\u00e4gen zu Papst Urban VIII. nach Rom und bat um Unterst\u00fctzung. Er konnte in Alpirsbach wieder einen Pr\u00e4laten einsetzen und im Kloster Reichenbach (heute Klosterreichenbach, Ortsteil Baiersbronn) einen Pr\u00e4laten.<\/p>\n<p>Zwar dauerte der 30-j\u00e4hrige Krieg schon seit 1618, aber Oberschwaben hatte er bisher verschont. 1628 brach in Fischbach die Pest aus, der 50 Menschen erlagen Auch in der Pfarrei Ochsenhausen trat sie auf. Zwar erkrankten viele, aber dank der Umsicht und Sorgfalt des Abtes starben nur wenige.<\/p>\n<p>1632 erreichte der Krieg Oberschwaben.Nach der Schlacht bei Rain am Lech 1632 wurde Ulm St\u00fctzpunkt der schwedischen Truppen. Dem Kloster wurde eine Kontribution von 6000 Gulden auferlegt. Als die Schweden die Gegend bereits unsicher machten, ging Abt Bartholm\u00e4us auf die dringende Bitte seines Konvents, sich in Sicherheit zu bringen, nach Schloss Hersberg am Bodensee, das das Kloster schon 1621 als Zufluchtsort gekauft hatte. Zw\u00f6lf Kleriker wurden in Kl\u00f6ster in der Schweiz und in die Steiermark geschickt. Die Studenten des Klosters in Dillingen sollten nach Salzburg gehen.\u00a0Nur zwei M\u00f6nche blieben zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Feldherr der kaiserlich-habsburgischen Armee Johann von Aldringen kam den bedr\u00e4ngten oberschw\u00e4bischen geistlichen Territorien zu Hilfe, zog sich aber bald wieder zur\u00fcck. Am 22., 26. und 28. Juni 1632 pl\u00fcnderten die Schweden das Kloster. Selbst die Toten blieben nicht verschont. Gr\u00e4ber wurden ge\u00f6ffnet in der Hoffnung kupferne oder bleierne S\u00e4rge zu findenAuch die Schl\u00f6sser von Tannheim und Ummendorf wurden gepl\u00fcndert.Und jedes Mal, wenn eine neue Division nach S\u00fcddeutschland verlegt wurde, wiederholte sich das traurige Schauspiel.<\/p>\n<p>Abt Bartholm\u00e4us war von Schloss weiter nach St. Gallen gefl\u00fcchtet. Da dieses auch total von Fl\u00fcchtenden \u00fcberschwemmt war, nahm er eine Einladung eines Studienfreundes nach Konstanz an. Dort musste er st\u00e4ndig sehr \u00fcble Nachrichten aus seinem Kloster h\u00f6ren. Er hatte ohnehin eine labile Gesundheit. Er wurde krank und starb nach nur wenigen Tagen Krankenlager in Konstanz im alter von 63 Jahren am 2. Dezember 1632. Er wurde im Kloster Peterhausen bestattet. Die Wahl des neuen Abtes fand auch in Konstanz statt, in der Wohnung des Studienfreundes des verstorbenen Abtes. Gew\u00e4hlt wurde Wunibald Weibel, 1600 in Markdorf geboren. 1616 legte er seine Gel\u00fcbde in Ochsenhausen ab. Schon vor seiner Priesterweihe im Juni 1624 war er Novizenmeister, ein Amt, das normalerweise nur M\u00e4nnern im reifen Alter und mit viel Erfahrung anvertraut wurde.<\/p>\n<p>Die M\u00f6nche, die sich in der Schweiz und in Schwaben aufhielten, erschienen zur Wahl. Nach der Wahl wurde der neue Abt in Konstanz zum Abt geweiht. Dann gingen alle wieder an ihre derzeitigen Aufenthaltsorte.<\/p>\n<p>Abt Wunibald, der zun\u00e4chst zwischen Hersberg, Konstanz und Rheinau pendelte, kehrte inkognito im Januar 1633 nach Ochsenhausen zur\u00fcck, das sich in &#8222;weit elenderem Zustand befand, als die eingegangen Berichte vermuthen lie\u00dfen&#8220; (Geisenhof S. 131). Bei seinem 2. Besuch in der Abtei hatte gerade General Horn Ochsenhausen mit 20.000 Mann \u00fcberschwemmt und die Lage war noch schlimmer als er sie das erste Mal angetroffen hatte. In diesem Jahr verschenkte der schwedische Generalismus Oxenstirn die Abtei an einen Grafen von Hohenlohe. Erst die f\u00fcr die Schweden verlorene Schlacht bei N\u00f6rdlingen 1634 entspannte die Lage f\u00fcr S\u00fcddeutschland. Aber Hunger und auch die Pest machte den Menschen nach wie vor zu schaffen. 1636 zog der schwedische General Horn ab und Abt Wunibald konnte in das verw\u00fcstete Kloster zur\u00fcckkehren.<\/p>\n<p>Auch der Abt rief seine Konventualen zur\u00fcck, zun\u00e4chst erst 15 und sie f\u00fchrten ein &#8222;armes aber sehr erbauliches Leben.&#8220;(Geisenhof S. 133). 1642 musste Abt Wunibald den &#8222;Gr\u00fcnen Hof&#8220; in Ulm, der 1490 erbaut worden war<\/p>\n<p>f\u00fcr 7200 Gulden an die Stadt Ulm verkaufen. Der Konvent war inzwischen wieder vollz\u00e4hlig in Ochsenhausen. Aber 1646 mussten sie das Kloster wieder verlassen.. Die Zerst\u00f6rungen waren noch schlimmer als vor 14 Jahren. Erst der Westf\u00e4lische Friede 1648 machte &#8222;dem unseligen Krieg&#8220; ein Ende. (Geisenhof S. 136). Mit einem Darlehen des Klosters Alpirsbach besserte er die Sch\u00e4den an Kirche und Kloster aus. Abt Wunibald war wie sein Vorg\u00e4nger Pr\u00e4ses der Schw\u00e4bischen Benediktinerkongregation und au\u00dferdem Direktor des Reichspr\u00e4latenkollegiums. Er starb am 11. Februar 1658 in Ochsenhausen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1 class=\"gb-volume-title\" dir=\"ltr\"><\/h1>\n<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/800pxOchsenhausen_Abbey.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: block; float: none; margin-left: auto; margin-right: auto; border: 0px;\" title=\"800px-Ochsenhausen_Abbey\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/800pxOchsenhausen_Abbey_thumb.jpg\" alt=\"800px-Ochsenhausen_Abbey\" width=\"244\" height=\"184\" border=\"0\" \/><\/a>. Das Kapitel w\u00e4hlte Alphons Kleinhans zum Nachfolger von Abt Wunibald. Er ist am 10. Dezember 1606 in Reute bei Feldkirch geboren. Er legte am 8. September 1622 die Ordensgel\u00fcbde ab. Da war er noch gar nicht<\/p>\n<p>16, das von der Kirche festgelegte Mindestalter. Als der Irrtum zwei Jahre sp\u00e4ter bemerkt wurde, musste er die Gel\u00fcbde nochmals ablegen. Er lehrte damals schon Philosophie an der Schule in Ummendorf. Dann wurde er an die Universit\u00e4t nach Dillingen geschickt und musste als die Schweden in S\u00fcddeutschland einfielen mit den anderen Studenten aus Ochsenhausen ins sichere Salzburg ausweichen. In Salzburg wurde er 1632 zum Priester geweiht. Dann beorderte der Abt ihn\u00a0 nach Ochsenhausen zur\u00fcck, wo er in der Seelsorge aushelfen musste.1638 wurde er in Petershausen mit knapp 32 Jahren\u00a0zum Abt von Alpirsbach gew\u00e4hlt. Er trat dort sein Amt an. Das<\/p>\n<p>Kloster befand sich auch in sehr misslicher Lage. Abt Alphons war zehn Jahre Abt in Alpirsbach, konnte dort die Schulden reduzieren und konnte wie oben erw\u00e4hnt seinem Mutterkloster sogar mit einem Darlehen aushelfen.<\/p>\n<p>Der Westf\u00e4lische Friede bedeutete aber das endg\u00fcltige Ende f\u00fcr Alpirsbach. Der kleine Konvent wurde zusammen mit seinem Abt nach Ummendorf\u00a0\u00a0vertrieben. 1653 wurde er zum Abt von M\u00fcnster gew\u00e4hlt, nachdem dort der<\/p>\n<p>auch aus Ochsenhausen stammende Abt verstorben war. Er konnte dort aber dieses Amt nicht antreten, da der franz\u00f6sische K\u00f6nig das Patronatsrecht \u00fcber die Abtei hatte und den Abtstuhl bereist vergeben hatte. Er kehrte nach Ummendorf zur\u00fcck. 1658 fasste er den Entschluss,ins Kloster Buxheim zu gehen. Am Wahltag kehrte er nochmals nach Ochsenhausen zur\u00fcck, um dem Neugew\u00e4hlten Gl\u00fcck zu w\u00fcnschen. Aber die Wahl war auf ihn gefallen. Den dringenden Bitten seiner Mitbr\u00fcder gab er schlie\u00dflich nach und nahm das Amt an. Das Kloster war aufgrund des Krieges mit 115896 Gulden verschuldet. Diese Verbindlichkeiten f\u00fchrte er in seiner Regierungszeit auf Null zur\u00fcck. Auch an den Geb\u00e4uden waren die Kriegsfolgen zu sehen. Mehrere Geb\u00e4ude waren vom Einsturz bedroht. Er lie\u00df die Ringmauer des Klosters erneuern. Die heutige Sakristei wurde errichtet. Am Nordfl\u00fcgel wurde mit dem Kapitelsaal weitergebaut.<span style=\"text-align: justify; color: #000000; text-transform: none; text-indent: 0px; letter-spacing: normal; font-family: Verdana, 'Verdana Bold', Arial, Helvetica, sans-serif; font-size: 12px; font-style: normal; font-weight: 400; word-spacing: 0px; float: none; display: inline !important; white-space: normal; orphans: 2; widows: 2; background-color: #eeeeee; font-variant-ligatures: normal; font-variant-caps: normal; -webkit-text-stroke-width: 0px; text-decoration-style: initial; text-decoration-color: initial;\">Die R\u00e4ume werden 1660-1663 von dem Wessobrunner Matth\u00e4us II Schmuzer stuckiert. <\/span>Der Barock hielt Einzug im Kloster. Ab 1660 begann die Barockisierung der sp\u00e4tgotischen Kirche. Der neue Hochaltar entsteht 1667 unter Mitwirkung des aus Biberach stammenden Malers Johann Heinrich Sch\u00f6nfeld, kleine Anmerkung Sch\u00f6nfeld war evangelisch. Unter Abt Alphons erholte sich das Kloster auch personell vom Krieg.In seiner Regierungszeit waren 16 Neueintritte zu verzeichnen und der Konvent umfasste wieder 30 Patres. Abt\u00a0 Alphons starb am 14. Mai 1671 mit 65 in Ochsenhausen.<\/p>\n<p>Zum Nachfolger wurde\u00a0 Balthasar Puolamer\u00a0 gew\u00e4hlt. Er ist am 23. April 1615 in Bachhaupten geboren. Seine Ordensgel\u00fcbde legte er am 6. Januar 1632 ab. Seine Primiz feierte er 1639 in St. Paul in K\u00e4rnten. In der Zeit des Exils hatte er sich so Geisenhof (S. 147) &#8222;als einen sehr brauchbaren Mann&#8220; erwiesen. zur\u00fcck in Ochsenhausen war er Novizenmeister, Prior und Gro\u00dfkeller. Als Abt vollendete er das Schloss Hersberg.<\/p>\n<p>1672 lie\u00df er die Kirche Mari\u00e4 Himmelfahrt in Steinhausen an der Rottum neu bauen In diesem Jahr hatten die Jesuiten\u00a0 Rottweil verlassen, wo sie ab 1652 gelehrt hatten wegen mangelnder Unterst\u00fctzung gaben sie aber den Standort auf. Der Rat der Stadt wandte sich an den Benediktiner Abt Christoph in Zwiefalten, der in dieser Zeit Pr\u00e4ses der Schw\u00e4bischen Benediktinerkongregation war. Dieser bat nun die Kl\u00f6ster der Kongregation um personelle und finanzielle Unterst\u00fctzung. Das sagten die \u00c4bte unter der Bedingung zu, dass die Stadt Rottweil zusicherte, die Betr\u00e4ge zu erstatten, falls die Anstalt\u00a0 eingehen oder an einen anderen Orden \u00fcbergeben w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Ochsenhausen beteiligte sich mit 2000 Gulden und schickte einen seiner gelehrtesten M\u00f6nche Franziskus Clesin als Philosophie-Lehrer nach Rottweil. 1675 musste Ochsenhausen Einquartierungen von kaiserlichem Milit\u00e4r erdulden und dieses sich mit dem was man ihm schuldig war, nicht begn\u00fcgen wollte sondern mit Gewalt mehr abpresste (nach Geisenhof S.149) Graf Piccolomini ertrotze unter irgenseinem Vorwand 1000 Taler und \u00fcberlie\u00df daf\u00fcr dem Stift Bilder von Kaiser Leopold und seiner Gemahlin, die noch fast bis zur Aufl\u00f6sung des Stifts im Kloster aufgestellt waren und &#8222;an den hohen Preis erinnerten, um welchen sie das Stift an sich brachte&#8220; (Geisenhof ebd.) Kaiser Leopold hatte Abt Balthasar \u00fcber den F\u00fcrstabt von Kempten pers\u00f6nlich kennengelernt und sich eine so hohe Meinung \u00fcber den Ochsenhausener Abt gebildet, dass er ihn als kaiserlichen Kommiss\u00e4r bestimmte<\/p>\n<p>und ihn in einer Schuldsache der Barone von Reichenberg mit unbegrenzter Vollmacht t\u00e4tig zu werden.<\/p>\n<p>1676 beschloss das Kapitel in Ochsenhausen eine Bibliothek mit 24 Abteilungen einzurichten. Pater Wunibald Magg wurde zum &#8222;Bibliopaegus&#8220; bestellt.168 begann man mit der Herstellung eines B\u00fccherkatalogs, die 1701 noch nicht abgeschlossen war.<\/p>\n<p>1678 lie\u00df er an der Stelle, wo jetzt die Mariens\u00e4ule steht, ein holzgeschnitztes Marienbild auf einer Holzs\u00e4ule errichten.<\/p>\n<p>1681 lie\u00df er von einem Memminger Handwerker eine Feuerspritze fertigen. Am 6. Mai wurde das benachbarte Kloster Roth ein Raub der Flammen. Der ohnehin angegriffene Gesundheitszustand des Abtes- er wollte deswegen eigentlich resignieren- verschlechterte sich durch dies Schreckensnachricht so, dass er bettl\u00e4gerig wurde und sich nicht mehr erholte. Er starb am 14. Mai 1681.<\/p>\n<p>Die Wahl des Nachfolgers wurde auf den 22. Mai 1681 festgesetzt. Zum 20. Abt wurde Plazidus Kobolt gew\u00e4hlt. Er ist am\u00a04. Oktober 1642 in Lindau geboren. Die Ordensgel\u00fcbde legte er am 23. Januar 1660 ab. Zum Priester wurde er am 24. September 1667 geweiht. Er war zwei Jahre Prior und 8 Jahre Pfleger in Ummendorf. In seinen ersten 6 Regierungsjahren &#8222;lie\u00df er kaum etwas zu w\u00fcnschen \u00fcbrig&#8220;. (Geisenhofen S. 156) 1684 kaufte er vom Benediktinerstift St. Afra in Augsburg eine vollst\u00e4ndige Theaterdekoration. In Ochsenhausen lie\u00df er das Bauhaus, die Pfisterei und die M\u00fchle erstellen.In der Kirche wurde das morsche Chorgest\u00fchl durch ein Neues ersetzt. Dann aber zeigte sich eine zunehmende Geisteszerr\u00fcttung, glaubte Giftmischer seien t\u00e4tig, die ihn wenn nicht gar t\u00f6ten, so doch zu mindestens regierungsunf\u00e4hig machen wollten. Er reiste sehr viel und kam dabei oft vom Wege ab. Da gab er Hexen die Schuld. Schlie\u00dflich wurde er t\u00e4tlich. Er traf auch recht unsinnige Entscheidungen. So berief er einen Laienbruder zum Prior, machte einen 18-j\u00e4hrigen zum Kloster\u00f6konomen. Er verschwendet enorme Geldsummen.Zwei zugezogene \u00c4rzte diagnostizerten eine schwer zu heilende Manie. Schlie\u00dflich sah der Konvent keinen anderen Weg mehr, als beim bisch\u00f6flichen Ordinariat Klage zu f\u00fchren. Mehrere \u00c4bte, darunter der derzeitige Pr\u00e4ses der Kongregation, Abt Maurus aus Wiblingen, kamen nach Ochsenhausen, um sich vom Geisteszustand von Plazidus ein Bild zu machen. Es war nicht zu erwarten, dass er freiwillig resignierte. Deshalb wurde er abgesetzt. 30 Jahre \u00fcberlebte er seine Absetzung und kostete das Kloster in der Zeit 60.000 Gulden. Am 30. M\u00e4rz 1719 fiel er in Tannheim, seinem letzten Aufenthaltsort vom Stuhl und starb.<\/p>\n<p>An seine Stelle trat nun Franziskus Klesin. Er wurde am 23. November 1643 in Feldkirch geboren.1660 legte er die Ordensgel\u00fcbde ab. Am 14. Mai 1689 wurde Franziskus zum 21. Abt von Ochsenhausen gew\u00e4hlt. Er konnte aber erst am 23. April 1690 in sein Amt eingef\u00fchrt werden, da sein abgesetzter Vorg\u00e4nger und dessen Bruder Willibald Kobolt, der Abt in Weingarten war, gegen die Wahl Widerspruch eingelegt hatten. Der Prior in Ochsenhausen Aman Demmelmayer konnte den Streit beilegen und Abt Franziskus konnte sein Amt antreten. 1691 erwarb das Kloster mit\u00a0 der heiligen Justina von Padua die vierte Reliquie f\u00fcr die Stiftskirche. Er lie\u00df drei neue Alt\u00e4re in der Stiftskirche setzen. In Tannheim lie\u00df er 1696 den Ochsenhausener Pfleghof von Baumeister Franz Beer von Au errichten. Er diente als Sommerresidenz von Ochsenhausen und da Tannheim doch recht weit von Ochsenhausen entfernt war, als eigene Hoch-und Malefizgericht. In Tannheim verbrachte der abgesetzte Abt Plazidus sein letztes Lebensjahr. 1702 errichte ebenfalls Franz Beer die Pfarrkirche St. Martin. Daf\u00fcr erhielt der Baumeister 2.500 Gulden. 1698 lie\u00df Abt Franziskus den Trum der Stiftskirche erh\u00f6hen und sie erhielt ihr heutiges Aussehen. Auf dem Klostergel\u00e4nde lie\u00df er parallel zum Br\u00e4uhaus einen weiteren Bau errichten, in dem Werkst\u00e4tten und das Gef\u00e4ngnis waren. In Immenstaad am Bodensee kaufte er 1693 ein Weingut. 1701 herrschte wieder Krieg, in dem auch Oberschwaben stark betroffen war. Der Spanische Erbfolgekrieg dauerte von 1701 bis 1713. Das Kloster wurde mit Einquartierungen und Kriegskontributionen belegt. Abt Franziskus floh nach Schloss Horn.\u00a0 Ein Gro\u00dfteil der M\u00f6nche brachte sich in Kl\u00f6stern in der Steiermark, Tirol oder auch im Bodenseeraum in der Schweiz in Sicherheit. Mehrere Klosterangeh\u00f6rige wurden als Geiseln verschleppt und gegen hohe Geldsummen freigepresst.<\/p>\n<p>Abt Franziskus erlitt im Mai 1708 einen Schlaganfall, an dem er einen Monat sp\u00e4ter verstarb. Trotz der Kriegslasten verzeichnete die Hauptkasse beim Tod des Abtes einen Positivsaldo von\u00a0 23.000 Gulden.<\/p>\n<p>Auf ihn folgte Abt Hieronymus II. Lindau. Er ist am 11. November 1657 in Rottweil geboren. Die Ordensgel\u00fcbde legte er 1680 ab. Er absolvierte philosophische Vorstudien in Ummendorf und studierte dann Theologie in Salzburg. Dort wurde er zum Priester geweiht und kehrte nach Ochsenhausen zur\u00fcck. Dort oblag ihm die Aufgabe, die jungen M\u00f6nche in Philosophie und Theologie auf das Studium an der Universit\u00e4t vorzubereiten. Am 21. Juni 1708 wurde zum 22. Abt gew\u00e4hlt. Die Herzen seiner Untertanen gewann er, als er ihnen zu seinem Amtsantritt Zahlungsr\u00fcckst\u00e4nde aus der zeit des Sukzessionskrieg in H\u00f6he von 18.349 Gulden erlies.<\/p>\n<p>Die wissenschaftliche Bildung seines Ordensnachwuchses lag ihm sehr am Herzen, was sich auch darin zeigte, dass er &#8222;die Bibliothek ansehnlich vermehrte&#8220; (Geisenhof S. 171) F\u00fcr seine eigene Person &#8222;kein Freund der Pracht&#8220; (Geisenhof ebd.)zeigte er sich geradezu verschwenderisch, wenn es um &#8222;Glanz und W\u00fcrde&#8220; f\u00fcr den \u00f6ffentlichen Gottesdienst ging. So lie\u00df er zwei Ornate anschaffen, den Roten f\u00fcr die Hochfeste, Kostenpunkt 2.500 Gulden und den Wei\u00dfen f\u00fcr Marienfeste zu 1.239 Gulden. Ein Prachtst\u00fcck war eine goldene Monstranz, mit Smaragden und Rubinen besetzt, die 15 Pfund wog und mit 17.115 Gulden bezahlt wurde. In den Kriegszeiten 1800 musste sie f\u00fcr 8.000 Gulden ver\u00e4u\u00dfert werden.<\/p>\n<p>In Sch\u00f6neburg und Ummendorf errichte er die Kirchen neu. Die Ummendorfer Kirche brannte allerdings 1804 wieder ab. Im Klosterbereich lie\u00df er die h\u00f6lzerne Mariens\u00e4ule, die Abt Balthasar 1678 errichten lassen hatte, aus Stein errichten, mit einer vergoldeten Marienfigur aus Kupfer. Die Gesamtkosten daf\u00fcr betrugen 3.291 Gulden. Den G\u00e4stebau lie\u00df er aufstocken und den Fruchtkasten, den Abt Urban erbaut hatte, lie\u00df er in seiner heutigen Gestalt neu bauen.<\/p>\n<p>Im Alter von 62 verstarb er am 8. Dezember 1719.<\/p>\n<p>Am 18. Dezember wurde Beda Werner zum Abt gew\u00e4hlt. Er ist am 24. Januar 1673 in Hechingen geboren. die Ordensgel\u00fcbde legte er am 23. Oktober 1695 ab. 1699 wurde er zum Priester geweiht. Danach studierte er in Salzburg Jura und Theologie. zur\u00fcck im Kloster war er als Lehrer und Novizenmeister t\u00e4tig. Er war ein guter Prediger und &#8222;trefflicher S\u00e4nger&#8220; (Geisenhof). Vor seiner Abtswahl war nie zur Verwaltung der \u00d6komie verwendet worden, so dass die Wahl zum Abt auch f\u00fcr ihn sehr \u00fcberraschend kam. die notwendigen Kenntnisse eignete er sich aber rasch an. Er war so Geisenhof (S. 176) ein ausgezeichneter Freund der Wissenschaften, der Musik, insbesondere des Gesangs.&#8220; Er f\u00f6rderte dies in seiner Regierungszeit auch nach Kr\u00e4ften. Er lie\u00df die Pfarrkirchen in Ringschnait, Bellamont und Oberopfingen von Grund auf neu bauen Schloss Obersulmetingen lie\u00df er eine bequemere Einrichtung und ein gef\u00e4lliges \u00c4u\u00dferes geben. Er regierte nur kurz, erkrankte an Epilepsie und verstarb am 9. M\u00e4rz 1725 in Ochsenhausen.<\/p>\n<p>Am 17. Mai 1725 wurde C\u00f6lestin Frener zum neuen Abt gew\u00e4hlt. Er erhob Einw\u00e4nde gegen seine Wahl, da er schon 62 war und gab dem Konvent zu bedenken, welche hohe Kosten eine Abtswahl verursache und dass es vern\u00fcnftiger sei, einen jungen Nachfolger zu w\u00e4hlen, dessen k\u00f6rperliche Konstitution und Alter keine rasche Ver\u00e4nderung bef\u00fcrchten lie\u00df. Aber der Konvent blieb bei seinem Votum. C\u00f6lestin hatte bis zu seiner Wahl praktisch alle Kloster\u00e4mter ausge\u00fcbt. Er ist am 27. M\u00e4rz 1664 in Konstanz geboren und in Konstanz aufgewachsen. Am 14. Juni 1682 legte er seine Ordensgel\u00fcbde ab. 1689 wurde er zum Priester geweiht.<\/p>\n<p>Er lie\u00df Schloss Obersulmetingen von Grund auf neu bauen. Dann lie\u00df er die Stiftskirche barockisieren. die Deckenfreskos besorgte Johann Georg Berckm\u00fcller. Den 1700 in Ochsenhausen geborenen Josef Gabler beauftragte er mit dem Bau der gro\u00dfen Orgel auf der Westempore. Gabler hatte seine Laufbahn als Schreiner im Kloster Ochsenhausen begonnen. Nach seinen Wanderjahren kam er nach Mainz und fand dort eine Anstellung bei einem Mainzer Orgelbauer. Bei welchem Baumeister er genau gelernt hat, ist nicht belegbar. Nach 1768 kam er wieder nach Ochsenhausen zur\u00fcck und baute die Orgeln nach dem Vorbild seiner in Weingarten geschaffenen Orgel um.<\/p>\n<p>Unter Abt\u00a0C\u00f6lestin erhielt die Bibliothek &#8220; einen ansehnlichen Zuwachs an trefflichen Werken&#8220; (Geisenhof S.180)<\/p>\n<p>Er kaufte Schloss und Dorf Untersulmetingen f\u00fcr 170.000 Gulden von den Grafen Fugger zu Kirchberg und \u00a0Wei\u00dfenhorn. Im Kloster lie\u00df er eine Apotheke einrichten, die dem Stift und der Umgebung zugute kam. er bestellte auch einen Arzt f\u00fcr das Stiftsgebiet, so dass \u00e4rztliche Hilfe jetzt vor Ort zur Verf\u00fcgung stand.<\/p>\n<p>Abt C\u00f6lestin litt seit Jahren an offenen Wunden. 1737 ging er zur Kur ins Jordanbad. Die Wunde heilte. Aber kurz danach erlitt er einen Schlaganfall. an dem er am 10. September 1737 verstarb.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"thumbimage\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/d\/df\/Benedikt_Denzel.JPG\/170px-Benedikt_Denzel.JPG\" srcset=\"\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/d\/df\/Benedikt_Denzel.JPG\/255px-Benedikt_Denzel.JPG 1.5x, \/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/d\/df\/Benedikt_Denzel.JPG\/340px-Benedikt_Denzel.JPG 2x\" alt=\"\" width=\"170\" height=\"227\" data-file-height=\"3072\" data-file-width=\"2304\" \/><\/p>\n<p>Am 25. September 1737 w\u00e4hlte der Konvent seinen neuen Abt. Benedikt Denzel ist am 26. September 1692 in Westerstetten geboren. Die Ordensgel\u00fcbde legte er am 15. Januar 1712 ab. Am 9. Oktober 1718 wurde er zum Priester geweiht. Im Kloster war er zun\u00e4chst als Novizenmeister t\u00e4tig. In Obersulmetingen und Tannheim war er Pfarrer und Pfleger der dortigen Amtssitze des Klosters.<\/p>\n<p>Als Abt legte er gr\u00f6\u00dften Wert auf die Erhaltung der kl\u00f6sterlichen Disziplin. Gleich nach seinem Regierungsantritt lie\u00df er im Refektorium mehrere Holzs\u00e4ulen entferne und gab dem Saal eine freundlichere Gestalt.<\/p>\n<p>Auch die Fassade des Klosters erhielt unter Abt Benedikt ihr heutiges Aussehen. Die vier Heiligen Leiber in der Stiftskirche lie\u00df er durch die Klosterfrauen in Ennetach &#8222;unheimlich sch\u00f6n und reich fassen&#8220; (Geisenhof S. 185)<\/p>\n<p>Die Kirchen in Reinstetten, Winterrieden und Rottum lie\u00df er in barockem Stil neu bauen. Das Pfarrhaus in Reinstetten erneuerte er.<\/p>\n<p>1748 erwarb er das Schloss Horn bei Fischbach (siehe Blog Schloss Horn) vom F\u00fcrstbischof von Konstanz Johann Franz von Staufenberg.Das Schloss lie\u00df er instandsetzen. Daneben lie\u00df er ein Wirtschaftsgeb\u00e4ude bauen.<\/p>\n<p>Als der Bischof in Meersburg ein Kleriker-Seminar einrichtete, beteiligte sich Kloster Ochsenhausen mit 8.000 Gulden. Bei Ungl\u00fccksf\u00e4llen, Hagelschlag oder Seuchen, aber auch Brandf\u00e4llen unterst\u00fctzte er die Gesch\u00e4digten gro\u00dfz\u00fcgig, selbst wenn sie nicht in seinem Herrschaftsbereich lebten. So\u00a0stiftete er den B\u00fcrgern von Ehingen, bei dem &#8222;Gro\u00dfen Stadtbrand 1749&#8220; 300 Gulden, dieselbe Summe, die auch die Reichsst\u00e4dte Biberach und Ulm nach Ehingen gaben.<\/p>\n<p>Die Kontributionen f\u00fcr den Siebenj\u00e4hrigen Krieg (1756-1763) kosteten das Kloster 100.000 Gulden.<\/p>\n<p>Gro\u00dfen Wert legte er auf die wissenschaftliche Bildung der Ochsenhausener M\u00f6nche. Es gab damals zwei Benediktinerkl\u00f6ster, die in der 2. H\u00e4lfte des 18. Jahrhunderts einen besonderen Ruf genossen. Das war St.Blasien mit seiner &#8222;Gelehrten-Akademie&#8220;, die sich stark mit historischen Studien befasste. Ein weiterer Zweig waren alte Sprachen. So hatte der dort t\u00e4tige Pater Linder eine hebr\u00e4ische Grammatik bearbeitet, die 1755 in Ulm erschien. Kloster Irsee hatte sich auf Mathematik konzentriert. Vorbild f\u00fcr die naturwissenschaftlichen Ambitionen Ochsenhausens unter den letzten beiden \u00c4bten war dann auch Irsee. Also lie\u00df Abt Benedikt Ochsenhausener Konventualen nach St. Blasien um sie in orientalischen Sprachen noch besser auszubilden, andere nach Irsee zur noch gr\u00fcndlicheren Ausbildung in Mathematik. In Irsee studierte Pater Dominikus Beck und Pater Nikolaus Avancia. Pater Beck war der einzige Ochsenhausener, der es sp\u00e4ter in Salzburg zum Professor brachte. Die Bibliothek wurde kontinuierlich mit Zuk\u00e4ufen ausgebaut. So wurde zum Beispiel die Pariser Ausgabe der Schriften der Heiligen V\u00e4ter gekauft. (Geisenhof S.185) Abt Benedikt begann\u00a0 Ende der f\u00fcnfziger Jahre mit dem Aufbacu einer physikalischen Instrumentensammlung, dem Armarium In den Jahren von 1757 bi 1795 wurden j\u00e4hrliche Ausgaben verbucht, die zusammengerechnet oft die allgemeinen Bibliotheksausgaben \u00fcbertrafen.<\/p>\n<p>Im Alter von 75 Jahren, als er volle 30 Jahre regiert hatte, erlitt er einen Schlaganfall und war rechtsseitig gel\u00e4hmt. Er verstarb am 11. Oktober 1767.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"thumbimage\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/0\/03\/Romuald_Weltin.JPG\/170px-Romuald_Weltin.JPG\" srcset=\"\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/0\/03\/Romuald_Weltin.JPG\/255px-Romuald_Weltin.JPG 1.5x, \/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/0\/03\/Romuald_Weltin.JPG\/340px-Romuald_Weltin.JPG 2x\" alt=\"\" width=\"170\" height=\"204\" data-file-height=\"2234\" data-file-width=\"1863\" \/><\/p>\n<p>Am 22. Oktober 1767 wurde Romuald Weltin im 2. Wahlgang zum Nachfolger des verstorbenen Abtes gew\u00e4hlt. Er ist am 26. Januar 1723 in Oberzell auf der Reichenau geboren. Der Sohn eines Fischers legte am 14. Mai 1743 seine Ordensgel\u00fcbde im Kloster Ochsenhausen ab. Am 20. Oktober 1747 feierte er seine Primiz. Er war f\u00fcnf Jahre als Lehrer f\u00fcr Philosophie t\u00e4tig, dann vier Jahre f\u00fcr Theologie. Dann wurde er Subrior und gleichzeitig Pfarrer in Ochsenhausen. Neun Jahre hatte er die Kloster\u00f6konomie verwaltet. in den letzten beiden Jahren wurde ihm die Aufsicht \u00fcbertragen. Vier Jahre nach seiner Wahl zum Abt wurde er am 11. Juni 1771 zum Pr\u00e4ses der Schw\u00e4bischen Benediktinerkongregation gew\u00e4hlt.1772 wurde er Assistent der Universit\u00e4t Salzburg. Am 20. April 1784 erfolgte die Wahl zum\u00a0Direktor des Reichspr\u00e4laten-Kollegiums.<\/p>\n<p>In den Jahren 1766 bis 1769 herrschte in Italien gro\u00dfer Getreidemangel. Das Kloster konnte seine \u00dcbersch\u00fcsse gewinnbringend ausf\u00fchren. Der ungemein strenge und schneereiche Winter 1769\/1770 hatte zwei Drittel der Winterfrucht vernichtet. Das f\u00fchrte zu einer enormen Teuerung. Doch Abt Romuald hatte vorgesorgt und gen\u00fcgend Vorrat, so dass seine untergebenen die Not kaum sp\u00fcrten.<\/p>\n<p>Andere Kl\u00f6ster unterst\u00fctze er tatkr\u00e4ftig nach dem Klosterbrand in St. Blasien am 23. Juli 1768 steuerte er 3.000 Gulden zum Wiederaufbau bei. Das Kloster Elchingen, dessen Kirche 1773 vom Blitz getroffen wurde, wurde mit 1.000 Gulden bedacht. Das verarmte und fast bauf\u00e4llig gewordene Kloster Mehrerau erhielt 1779\u00a01.200 Gulden. Auch Einzelpersonen konnten auf ihn rechnen. Im Zuge der Revolution in Frankreich emigrierten viele Geistliche aus Frankreich. Die meisten blieben nur ein paar Tage in Ochsenhausen, wurden neu eingekleidet oder mit Reisegeld versehen. Einige blieben l\u00e4nger, so der Prior der Abtei Kluniak, Johann Baptist Collet, zwei Benediktiner vom Kloster S.Vedasti in Attrebat, am l\u00e4ngsten Carolus Hivert, Generalvikar des Bistums Langres in der Champagne. dieser war von 1794 bis 1801 in Ochsenhausen. Als der Konvent 17987 aus St. Gallen vertrieben wurde (siehe Blog St. Gallen) fanden zwei Kapitularen von dort Zuflucht in Ochsenhausen.P. Bonaventura verstarb hier und ist im Kloster begraben.<\/p>\n<p>Im Erdgeschoss des Nordfl\u00fcgels lie\u00df Abt Romuald 1783 den Kapitalsaal und das Armarium\u00a0 von dem Bergm\u00fcller-Sch\u00fcler Joseph Anton Huber aus Augsburg\u00a0f\u00fcr die Deckengem\u00e4lde und dem Stukkateur Thomas Schaidhauf (1735\u20131807)einrichten. Beide nahmen auch den Neubau der dar\u00fcber liegenden Bibliothek von 1785-1789 vor. Im s\u00fcdlichen Turm des Osttraktes wurde eine Sternwarte eingerichtet, die der auf dem Sehberg in Gotha in keiner Weise nachstand, wie Geisenhof sagt (S. 194 f).Pater Basilius Berger betrieb die Sternwarte. 1778 weilte er zum wissenschaftlichen Austausch in Kremsm\u00fcnster um sich dort in Mathematik und orientalischen Sprachen, deren ausgezeichneter Kenner er war, fort zu bilden. Die Bibliothek wurde von Abt Romuald f\u00fcrsorglich gepflegt. Pro Jahr gab das Kloster 200 Gulden f\u00fcr den Neuankauf von B\u00fcchern aus. Aber auch bei Gelegenheiten wurde zu gegriffen. Als der F\u00fcrstbischofs\u00a0 <a class=\"mw-redirect\" title=\"Sigmund Christoph von Zeil und Trauchburg\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sigmund_Christoph_von_Zeil_und_Trauchburg\">Sigmund Christoph von Zeil und\u00a0 Trauchbur<\/a>g verstarb erwarb das Kloster die 9.000 B\u00e4nde umfassende Sammlung f\u00fcr 5.000 Gulden<\/p>\n<p>Ochsenhausen war wirtschaftlich wieder stark und\u00a0 erzielte gute Ertr\u00e4ge. Mit einem Jahres\u00fcberschuss von 120.000 Gulden nahm es hinter Weingarten die zweite Stelle ein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>. 1796 kamen franz\u00f6sische Revolutionstruppen auf das Territorium und beschlagnahmten alle Geld- Frucht-\u00a0 und Weinvorr\u00e4te.<\/p>\n<p>Die napoleonische Herrschaft beendete schlie\u00dflich das kl\u00f6sterliche Leben in Ochsenhausen. Im Zuge der S\u00e4kularisation wurde Ochsenhausen 1803\u00a0als Aussterbekloster bestimmt und aufgel\u00f6st. Die G\u00fcter wurden dem Reichsgrafen Franz Georg Karl von Metternich als Entsch\u00e4digung f\u00fcr seine linksrheinischen Besitzungen gegeben. 1806 fiel Ochsenhausen an das K\u00f6nigreich W\u00fcrttemberg. 1825 verkaufte F\u00fcrst von Metternich seine Besitzungen an W\u00fcrttemberg. Das Kloster stand leer und wurde dem Verfall preisgegeben.<\/p>\n<p>Von 1964 bis 1992 erfolgte die Sanierung des Klosters durch das Land Baden-W\u00fcrttemberg f\u00fcr 28.000.000 DM. Heute ist es die Landesakademie f\u00fcr die musizierende Jugend in Baden-W\u00fcrttemberg.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/oechsle_ochsenhausen.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: block; float: none; margin-left: auto; margin-right: auto; border: 0px;\" title=\"oechsle_ochsenhausen\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/oechsle_ochsenhausen_thumb.jpg\" alt=\"oechsle_ochsenhausen\" width=\"244\" height=\"165\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; In der Gegend soll schon im 9. Jahrhundert ein Nonnenkloster mit dem Namen Hohenhusen bestanden haben. Erst die Schlacht auf dem Lechfeld 995 beendete ja f\u00fcr S\u00fcddeutschland die Hunnengefahr. So sollen die Nonnen im 10. Jahrhundert vor den Ungarn ins \u00d6sterreichische gefl\u00fcchtet sein. 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