{"id":783,"date":"2011-01-19T18:36:03","date_gmt":"2011-01-19T18:36:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=783"},"modified":"2018-10-25T14:10:59","modified_gmt":"2018-10-25T14:10:59","slug":"kloster-eberbach","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=783","title":{"rendered":"Kloster Eberbach"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/media1.picsearch.com\/is?dz4N26KHnET0ungHcxMi4jAhjrR4jjZ8k-8-ThUadpM&amp;height=191\" width=\"357\" height=\"200\"><\/p>\n<p>Der Mainzer Erzbischof Adelbert I. siedelte zwischen 1116 und 1131 Augustinerchorherren und Benediktiner an. Allerdings kam es rasch zu einem Zerw\u00fcrfnis und er vertrieb diese \u201cwegen Zuchtlosigkeit\u201d.&nbsp; Auf Adalberts Bitte gr\u00fcndete Bernhard von Clairvaux an dieser Stelle das Zisterzienserkloster. Nach Hermann B\u00e4r (B\u00e4r, Hermann: Diplomatische Geschichte der Abtei Eberbach im Rheingau. Bearb. u. hrsg. v. Karl Rossel,Wiesbaden 1855, S.4) hat Bernhard den Ort besichtigt und f\u00fcr gut gefunden, als er in Mainz war. Eberbach war neben Himmerod (siehe Blog Kloster Himmerod)das einzige Zisterzienserkloster, das von der Primarabtei Clairvaux aus gegr\u00fcndet worden ist. Alle anderen deutschen Zisterzen&nbsp; sind Gr\u00fcndungen der&nbsp; Primarabtei Morimond in Burgund. Die Zisterzienser waren im 12.und 13. Jahrhundert ein sehr dynamisch wachsender Orden. Er hatte auch einen enormen wirtschaftlichen Erfolg. Dieser kam der raschen Ausbreitung des Ordens nat\u00fcrlich entgegen. Im Gegensatz zu den Kluniazensern wurde gro\u00dfes Gewicht auf das \u201clabora\u201d in der Benediktregel gelegt. Die Handarbeit wurde aber gr\u00f6\u00dftenteils von den Konversen oder Laienbr\u00fcdern erledigt. Das f\u00fchrte dann sp\u00e4ter zu Problemen. (s.u.)Die Konversen bewirtschafteten die Grangien des Klosters, die Wirtschaftsh\u00f6fe. Diese wurden zielstrebig zu einer wirtschaftlich arbeitenden Gr\u00f6\u00dfe aufgebaut. Ausgangspunkt waren meist Schenkungen einiger verstreuter Hufen. Nun wurde planm\u00e4\u00dfig erweitert und arrondiert, bis gen\u00fcgend Fl\u00e4che f\u00fcr die Errichtung eines Hofes vorhanden war. Die H\u00f6fe wurden auf verschiedene Produkte spezialisiert. Auch das war neu. So konnte der Einsatz der Mittel straff organisiert werden. Aber nicht nur die Produktion, auch die Verwaltung war durchorganisiert. Die Besitzungen waren in Syndikate eingeteilt. Diese Syndikate waren zugleich Stadth\u00f6fe, wo auch die Erzeugnisse des Klosters bzw. der Grangien verkauft wurden Sie standen unter Leitung eines Syndikus. Die Ertr\u00e4ge der einzelnen Besitzungen wurden an ihn&nbsp; abgef\u00fchrt und er leitete sie an die Abtei weiter. Die Grangien wurden&nbsp; systematisch verwaltet und kontrolliert. Rechnungslegung und Buchf\u00fchrung zeigen bereits Ankl\u00e4nge an die moderne Rechnungslegung und Haushaltsf\u00fchrung. Die Grangienmeister mussten j\u00e4hrliche Berichte abgeben, in denen sie auch Aussagen \u00fcber die wirtschaftliche Lage und den Vergleich zum Vorjahr treffen mussten. Mit diesem Vorgehen wurden die Zisterzienser im Hochmittelalter zum Vorbild f\u00fcr die Haushaltsf\u00fchrung der St\u00e4dte und Territorialf\u00fcrsten. Geistliche und weltliche F\u00fcrsten versuchten oft, sich mit Erlaubnis des Generalkapitels qualifizierte Zisterzienser aus den Kl\u00f6stern \u201eauszuleihen\u201c. F\u00fcr die Versorgung des Klosters mit Nahrung und allem Notwendigen war der Cellerar zust\u00e4ndig. Kloster Eberbach hatte seit 1262 das Amt des Bursars der f\u00fcr die Finanzverwaltung zust\u00e4ndig war. Damit war Eberbach dem Gesamtorden weit voraus, denn dort war dieses Amt erst seit 1335 vorgeschrieben.<\/p>\n<p>Ein weiterer Aspekt war das Stifterwesen.Papst Alexander IV.&nbsp; gestattete 1256 dem Konvent, Verstorbene im Kloster zu beerdigen, auch wenn diese nicht zur \u201cfamilia\u201d geh\u00f6rten, also keine Mitglieder der Ordensgemeinschaft waren. Das hatte f\u00fcr die, die sich das Kloster als Grablege w\u00e4hlten, und den Konvent gegenseitige Vorteile. F\u00fcr das Seelenheil der Verstorbenen beteten die M\u00f6nche t\u00e4glich. Die Familien der Verstorbenen stifteten dem Kloster im Gegenzug gro\u00dfe Geldmengen oder G\u00fcter. So sind in Eberbach drei Mainzer Erzbisch\u00f6fe bestattet.Die Familie von Katzenelnbogen macht Eberbach zu ihrem Hauskloster und ab 1311 zu ihrer Grablege. <\/p>\n<p>Weitere Faktoren f\u00fcr den wirtschaftlichen Erfolg&nbsp; sind einmal wesentliche Unterschiede im Ordenssystem im Vergleich zu Cluny. Gr\u00fcndungen Clunys waren in der Regel Priorate. Der Prior war dem Mutterabt in Cluny unterstellt und das Kloster hatte Abgaben an das Mutterkloster zu entrichten. Im Filiationssystem der Zisterzienser stand immer ein Abt an der Spitze des Klosters. Dieses wurde zwar von der Mutterabtei regelm\u00e4\u00dfig visitiert, konnte aber weitgehend eigenst\u00e4ndig wirtschaften und mu\u00dfte keine Abgaben an das Mutterkloster entrichten. Dazu kam die Gew\u00e4hrung der Zehntfreiheit f\u00fcr den ganzen Orden durch Papst Honorius III. am 11. M\u00e4rz 1222 (WUB Band XII., Nr. 5769) und die entsprechende Best\u00e4tigung durch Papst Alexander IV. im Jahr 1255.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/hires25266.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"hires25266\" style=\"border-left-width: 0px; border-right-width: 0px; border-bottom-width: 0px; float: none; margin-left: auto; display: block; border-top-width: 0px; margin-right: auto\" border=\"0\" alt=\"hires25266\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/hires25266_thumb.jpg\" width=\"244\" height=\"184\"><\/a><\/p>\n<p>Bernhard&nbsp; endsandte Abt&nbsp; Ruthard und 12 M\u00f6nche aus Clairvaux in das schon bestehende Klostergeb\u00e4ude. Diese trafen am 13. Februar 1136 in Eberbach ein.Gem\u00e4\u00df der Regel der Zisterzienser sollten die M\u00f6nche von der eigenen <br \/>Arbeit leben und so begann Ruthart sofort mit&nbsp; der Anlage von selbstbewirtschafteten H\u00f6fen. Der erste war der Draiser Hof, entstanden auf einem von dem Mainzer Erzbischof Markolf 1141 geschenkten Sumpfgel\u00e4nde. Nachdem dieses trocken gelegt war, entstand dort der Wirtschaftshof und ein Weinlagerplatz. Bald folgte der Hof Reichartshausen mit der dazugeh\u00f6renden Weinlage Pfaffenberg. Seit 1152 war dieser Hof Weinhof und gr\u00f6\u00dfter Stapelplatz und Umschlageplatz f\u00fcr das Kloster. Dort befand sich auch der Hafen und von dort wurde der Wein mit klostereigenen Schiffen zum K\u00f6lner Stadthof verschifft. Der Eberbacher Hof in K\u00f6ln wurde schon bald nach der Gr\u00fcndung Eberbachs in K\u00f6ln eingerichtet und ist 1163 erstmals urkundlich erw\u00e4hnt, als ihn Papst Alexander III. unter seinen Schutz stellte. Zwischen 1163 und 1178 erhielt das Kloster Stiftungen im heutigen Hallgarten. Daraus wurde der Neuhof eingerichtet und war die dem Kloster n\u00e4chst gelegene Grangie. Sie diente \u00fcberwiegend der Viehzucht, zum einen f\u00fcr&nbsp; Nahrungsmittelversorgung des Klosters, vor allen aber&nbsp; um dort D\u00fcnger f\u00fcr die Weinberge zu erzeugen, haupts\u00e4chlich&nbsp; f\u00fcr den angrenzenden Weinberg Steinberg, der ab 1170 durch Kauf und Tausch zu einem gro\u00dfen Weinberg verbunden wurde und schlie\u00dflich rund 34 Hektar umfasste und nach Angaben des heutigen Besitzers der Hessischen Staatsweing\u00fcter \u201ceine der wertvollsten Lagen der Welt\u201d ist. Der Weinberg ist seit 1767 von eine Bruchsteinmauer umgeben. Sie war zum Schutz gegen Diebe gedacht, sorgt aber auch f\u00fcr ein g\u00fcnstiges Kleinklima. Der Steinberg ist aber auch der bisher fr\u00fcheste Erzeugernachweis f\u00fcr Verjus oder Agrest wie er im Mittelalter gehei\u00dfen hat. Er wurde als W\u00fcrz-und Heilmittel ben\u00fctzt. \u00dcber einen Zukauf wurde 1255 eine Kaufurkunde ausgefertigt. (<em>Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden 22,U87 <\/em>). Diese Urkunde ist auch&nbsp; deshalb recht interessant, da sie so nebenbei einen Einblick in das Sozialgef\u00fcge des Klosters gew\u00e4hrt. In einem sp\u00e4ter angef\u00fcgten Zusatz best\u00e4tigte Abt Erkenbert&nbsp; (1222 bis 1227) die Selbstverpflichtung des Konvents, j\u00e4hrlich ein Fuder Wein (etwa 900 Liter) f\u00fcr die Armen bereitzustellen Au\u00dferdem sollen in diesem Weinberg noch vor der Weinlese auch die fr\u00fchreifen Trauben f\u00fcr die Kranken des Hospitals gelesen werden. Daraus kann man folgern, dass im Kloster unreife Trauben geerntet werden. Nach dem Vorbild der alten griechischen \u00c4rzte wurde der Saft dieser Trauben zum Beispiel f\u00fcr die Wundbehandlung oder als fiebersenkendes Mittel verwendet. Daneben diente er in der K\u00fcche als W\u00fcrzmittel. Die Urkunde zeigt dass sich die namentlich genannten Br\u00fcder Heinrich und Herweg, wie auch die beiden Konversen&nbsp; Gisselbert und Adolf durchgesetzt hatten, obwohl Laienbr\u00fcder wenig Rechte und kaum Einfluss auf die Entscheidungen des Konvents hatten. In diesem Fall ging es um Wein, der ja schlie\u00dflich die Haupteinnahmequelle des Klosters war. Eine weitere Grangie hatte das Kloster in Heidesheim am Rhein, heute im Landkreis Mainz-Bingen (Rheinland\/Pfalz). Den Grundstock zum \u201cSandhof\u201d legten zahlreiche Schenkungen, die Berta von Imsweiler mit ihrem Gemahl Gottfried nach 1145 dem Kloster f\u00fcr ihr Seelenheil zukommen lie\u00df. Im Laufe der Zeit wurde der Sandhof zu den reichsten H\u00f6fen des Klosters. Er ist auch ein gutes Beispiel f\u00fcr die Spezialisierung&nbsp; der Wirtschaftsh\u00f6fe. Auf dem Sandhof wurden haupts\u00e4chlich Schafe gehalten. Hier und auf dem Birkerhof bei Esserheim wurde Wolle produziert, die in Frankfurt im dortigen Stadthof des Klosters&nbsp; verkauft wurde. Frankfurt war der wichtigste Umschlagplatz f\u00fcr Eberbacher Wolle. Auf dem Sandhof wurde auch Schafsk\u00e4se produziert, der bis nach K\u00f6ln verschifft wurde. 1163 hatte Kloster Eberbach bereits 12 Grangien, die Papst Alexander in diese Jahr best\u00e4tigte. Urkunde <font size=\"2\">HHStAW <\/font>Bestand 22 Nr. U 12. Best\u00e4tigt wurde in dieser Urkunde auch der Eberbacher Hof in K\u00f6ln \u201cKeller und Hof in K\u00f6ln (cellerarium et domum Colonie), alle mit ihrem jeweiligen Zubeh\u00f6r\u201d. Das Kloster hatte insgesamt 11 Stadth\u00f6fe, neben den genannten K\u00f6ln und Frankfurt auch in Mainz, Boppard, Limburg, Geisenheim und Oppenheim.<\/p>\n<p>Die Stadth\u00f6fe waren praktisch die organisatorische Verl\u00e4ngerung der Grangien. Dort wurden die \u00dcbersch\u00fcsse, die die Grangien erwirtschafteten, verkauft. Das verschaffte dem Kloster die finanziellen Mittel zum Erwerb fehlender Produkte aber auch zum Erwerb weiteren landwirtschaftlichen Besitzes. Wie oben gezeigt wurden die Grangien gezielt erweitert und arrondiert, damit sie m\u00f6glichst wirtschaftlich zu betreiben waren. Gegen Ende des 12. Jahrhunderts hatten die Stadth\u00f6fe zu einem betr\u00e4chtlichen Teil die Versorgung der aufbl\u00fchenden St\u00e4dte mit Lebensmittel \u00fcbernommen. Au\u00dferdem waren die Stadth\u00f6fe meist von einer eigenen Mauer umschlossen. Im Schutze der Stadtmauern also doppelt gesch\u00fctzt eigneten sie sich besonders gut zum Stapeln und Lagern der Waren. Von de Stadth\u00f6fen aus wurde auch oft der umfangreiche Grundbesitz des Klosters verwaltet, zum Teil andere H\u00f6fe, zum Teil H\u00e4user, die an B\u00fcrger verpachtet waren. Die Stadth\u00f6fe wurden in der Regel von Konversen geleitet. Erst als deren Zahl gegen Ende des 13. Jahrhunderts zur\u00fcckging, \u00fcbernahmen M\u00f6nche die Leitung der Stadth\u00f6fe.<\/p>\n<p>Wein war die Hauptertragsquelle des Klosters und bis ins&nbsp; 16. Jahrhundert hatte es sich zum gr\u00f6\u00dften Weingut Deutschlands entwickelt. Auf dem Rhein wurde der Wein vom Umschlagplatz Reichartshausen nach K\u00f6ln in den dortigen Stadthof verschifft. 1185 wurde das Kloster vom k\u00f6niglichen Rheinzoll in Koblenz befreit, den Kaiser Heinrich II. 1018 der erzbisch\u00f6flichen Kirche von Trier unter Erzbischof Poppo geschenkt hatte. (<a href=\"http:\/\/opac.regesta-imperii.de\/lang_de\/kurztitelsuche_r.php?kurztitel=RI%20II%2C%204\">RI II,4 n. 1938<\/a>)&nbsp;&nbsp; Am 1. Mai 1213 gestattete Friedrich II. \u201cdem Zisterzienserkloster Eberbach, dem Wohlwollen seines Vaters dem Kloster gegen\u00fcber folgend, mit eigenen Schiffen und eigenen Waren abgabenfrei an allen Reichsst\u00e4dten stromauf- und stromabw\u00e4rts vorbeifahren zu d\u00fcrfen.\u201d (Die Urkunden Friedrichs II- 203 S.72). Die K\u00f6lnfahrt war immer das wichtigste Ereignis im Eberbacher Wirtschaftsjahr und der K\u00f6lner Stadthof war nat\u00fcrlich der bedeutendste aller Eberbacher Stadth\u00f6fe. K\u00f6ln war um 1300 mit rund 40.000 Einwohnern neben Prag die gr\u00f6\u00dfte Stadt im Reich und K\u00f6ln war Hansestadt. K\u00f6lner Gro\u00dfh\u00e4ndler nahmen den Eberbacher Wein ab und exportierten ihn in den gesamten nordeurop\u00e4ischen Raum. Aufgrund seiner hohen Qualit\u00e4t verkaufte er sich gut und erzielte in der Regel \u00fcberdurchschnittliche Preise. Neben Wein wurden Getreide, Holz und Handwerksprodukte der Klosterwerkst\u00e4tten oder wie oben erw\u00e4hnt Schafsk\u00e4se verkauft. Das Kloster wiederum konnte seinen Bedarf an Waren decken, die es selbst nicht herstellte oder hatte. Das waren vor allem Salz, Seefische, Metallwaren und Gew\u00fcrze aber auch ausgefalleneres wie die Hausenblasen, das sind die Schwimmblasen des St\u00f6rs, die zur Weinkl\u00e4rung verwendet wurden.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/d\/d2\/Johannisstra%C3%9Fe-K%C3%B6ln-Mercator-1571.jpg\/220px-Johannisstra%C3%9Fe-K%C3%B6ln-Mercator-1571.jpg\"><\/p>\n<p>Kloster Eberbach ist nur etwa 40 Kilometer vom Rupertsberg entfernt, wo die Heilige Hildegard von Bingen \u00c4btissin war. Hildegard stand nicht nur mit Bernhard von Clairvaux in Kontakt, der ja aktiv an der Gr\u00fcndung von Eberbach beteiligt war. Auch die ersten beiden \u00c4bte Ruthard und Eberhard hatten schriftlichen, vielleicht sogar pers\u00f6nlichen Kontakt mit Hildegard. <\/p>\n<p>Um 1145 wurde&nbsp; mit dem Bau der Klosterkirche begonnen. 1186 weihte sie Erzbischof Konrad von Mainz, im Beisein des m\u00fcnsteraner Bischofs Hermann II von Katzenelnbogen. Das Kloster wuchs rasch und war schnell&nbsp; eines der bedeutendsten und gr\u00f6\u00dften Kl\u00f6ster Deutschlands. Bald gingen auch Neugr\u00fcndungen von Eberbach aus. Nach den Ordensbestimmungen m\u00fcssen mindestens 60 M\u00f6nche im Kloster leben, damit eine Tochtergr\u00fcndung erfolgen kann. 1142 wurde Sch\u00f6nau bei Heidelberg gegr\u00fcndet, 1144 Otterberg in der Pfalz, 1155 Gottesthal bei L\u00fcttich, alle drei noch in der Regierungszeit Rutharts, und 1174 Arnsburg in der Wetterau.<\/p>\n<p>Das genaue Todesjahr von Abt Ruthart liegt nicht fest. P. Hermann B\u00e4r nimmt in \u201c Diplomatische Geschichte der Abtei Eberbach im Rheingau B\u00e4nde 1-2, Wiesbaden 1855\u201d 1156 oder 115 an (S.223) Auf ihn folgte Abt Eberhard, nach B\u00e4r aus Deutschland stammend aber M\u00f6nch in Clairvaux. Laut B\u00e4r war er unter den Reisegef\u00e4hrten, die Bernhard bei seinen Kreuzzugspredigten in Deutschland begleiteten. Gem\u00e4\u00df zisterziensischer Tradition kommen die ersten drei \u00c4bte in Filialkl\u00f6stern immer aus dem Mutterkloster. So wurde auch Eberhard als Nachfolger Rutharts nach Eberbach geschickt.Er und sein Kloster gerieten auch bald in die Auseinandersetzungen zwischen Papst und Staufern. Diese verlangsamten auch den Aufstieg von Kloster Eberbach.Am 07.09. 1159 wurde Alexander III. Papst.<\/p>\n<p>Aber nur einen Monat sp\u00e4ter wurde mit Viktor IV. ein Gegenpapst erhoben. Darauf berief Friedrich I.eine Kirchenversammlung&nbsp; in Pavia ein, auf der Alexander aber nicht erschien, weil so die Devise ein Papst sich von niemandem richten l\u00e4\u00dft. Hadrian aber erschien. Nun wurde \u00fcber Alexander die Reichsacht und der Kirchenbann verh\u00e4ngt. Au\u00dferdem exkommunizierte Viktor den mehrheitlich gew\u00e4hlten Alexander. Im Gegenzug exkommunizierte nun Alexander den Gegenpapst und den deutschen Kaiser. Der Zisterzienserorden und damit auch das Kloster Eberbach unterst\u00fctzten Alexande. Als Friedrich in seinem Italienzug sehr erfolgreich war, mussten die Unterst\u00fctzer Alexanders zun\u00e4chst mal in die Defensive. Erzbischof Konrad von Mainz ging nach Frankreich, wo sich auch Papst Alexander aufhielt, nachdem er sich in Italien nicht mehr halten konnte. Abt Eberhard ging nach Rom ins Exil. Seine Stelle in&nbsp; Eberbach vertrat Prior Mefrid. Nach 1168 kam Abt Eberhard in sein Kloster zur\u00fcck. Er starb 1170 oder 1171. Auf ihn folgte Gerhard, ebenfalls von Clairvaux nach Eberbach delegiert. B\u00e4r h\u00e4lt es f\u00fcr Wahrscheinlich, dass auch er zu den Reisebegleitern Bernhards bei seinen Kreuzzugsreden in Deutschland z\u00e4hlt. Gerhard r\u00e4umte einen Streit mit dem Zisterzienserkloster Bronnbach aus. In Eberbach errichte er eine Wasserleitung. In seine Regierungszeit fiel auch die Gr\u00fcndung der Filiale Arnsburg in der Wetterau. Abt Gerhard starb sp\u00e4testens 1177. Auf ihn folgte Abt Arnold.Er war der erste Abt der aus Kloster Eberbach selbst hervorging und nicht wie die ersten drei \u00c4bte aus Clairvaux abgeordnet wurde. In seiner Regierungszeit fand auch die Weihe der Klosterkirche statt (s.o. 1186) und wirtschaftlich wichtig die Befreiung vom Rheinzoll. Nach B\u00e4r \u00fcbernahm Wichard, kurtrierischer Zolleinnehmer den Zoll Eberbachs auf seine Rechnung.(B\u00e4r S. 354)und entsprechende Urkunde des Simeonsstift in Trier (HHStAW Bestand 22 Nr. in U 138). <\/p>\n<p>Nachfolger von Abt Arnold wurde Mefrid 1191. Ich folge hier B\u00e4r, der f\u00fcr Abt Gerhard als Sterbetag den 5. Januar 1177 annimmt (S. 312) Demnach kann er nach Abt Arnold keine 2. Amtszeit angetreten haben. B\u00e4r weist auch daraufhin, dass Abt Mefrid nicht mit dem Prior Mefrid aus der Regierungszeit Eberhards identisch ist. (s.O). Er konnte einige Rechtsstreitigkeiten erfolgreich beenden. 1197 wechselte er auf den Abtsstuhl des Tochterklosters Arnsburg. B\u00e4r sieht daf\u00fcr zwei Gr\u00fcnde, zum einen um in Eberbach den Platz f\u00fcr Albero, seinen Nachfolger frei zu machen, zum anderen, da die Tochtergr\u00fcndung sich noch in schwieriger Phase befand und dort der \u201cverdienstvolle, aber von Alter gebeugte Abt Mengot(1197)\u201d (S. 398) regierte. Albero war der Bruder des Rheingrafen Embricho II. und laut B\u00e4r hoffte Abt Mefrid, dem Kloster&nbsp; \u201cgegen die Zudringlichkeiten des Adels\u201d (S.396), die ihm in seiner gesamten Regierungszeit sehr zu schaffen gemacht hatte, wegen der starken Verwandtschaft des Abtes Albero einen besseren Schutz verschaffen k\u00f6nnte. Er hatte dem Kloster eine Ruhephase verschafft.&nbsp; Von Papst Innozenz III. erhielt er am 30. Mai eine Best\u00e4tigung aller Privilegien seines Ordens und seines Klosters. Er nahm das Kloster und alle seine G\u00fcter in seinen Schutz. Alle Grangien und Klosterh\u00f6fe werden namentlich genannt.(HHStAW, 22, U 26 ). In die Regierungszeit Alberos f\u00e4llt wohl ein Konversenaufstand, zun\u00e4chst im Tochterkloster Sch\u00f6nau, dann in Eberbach. In Sch\u00f6nau entz\u00fcndete er sich daran,dass die Konversen die abgetragenen Schuhe der M\u00f6nche bekamen. Diese erhielten in jedem Jahr ein neues Paar. Nach dem Wortlaut der Ordensregel galten Konversen und M\u00f6nche als gleichwertig. Das \u00f6ffnete den Orden auch f\u00fcr die S\u00f6hne von Bauern und B\u00fcrgern. Die Konversen mussten nach einer halbj\u00e4hrigen Probezeit, ihrer Einkleidung und einem anschlie\u00dfenden einj\u00e4hrigen Noviziat wie die M\u00f6nche Armut, Keuschheit und Gehorsam geloben, um im Kloster zu bleiben. Sie konnten nicht lesen und schreiben, sie sollten keine B\u00fccher haben. Die Zahl ihrer Feiertage war geringer als die der M\u00f6nche. In der Praxis machte man aber sehr wohl&nbsp; sehr wohl einen Unterschied zwischen M\u00f6nchen und Laienbr\u00fcdern, hielt sie auf Distanz<\/p>\n<p>und lie\u00df sie den Abstand sp\u00fcren. In Sch\u00f6nau verhinderte der pl\u00f6tzliche Tod eines R\u00e4delsf\u00fchrers ein weiteres Aufschaukeln. Der Funke war aber schon nach Eberbach \u00fcbergesprungen. Ob in Eberbach durch Ma\u00dfnahmen von au\u00dfen oder durch ordensm\u00e4\u00dfigen Zwang wieder Ruhe einkehrte, l\u00e4\u00dft sich nicht sagen. Beide Ereignisse werden sowohl von C\u00e4sar von Haisterbach in seinem Dialogus Miraculorum als auch von Konrad von Eberbach in\u201eExordium Magnum Cisterciense sive Narratio de initio Cisterciensis Ordinis\u201c berichtet. Abt Albero starb im Jahr 1206. Aus dem Tochterkloster Sch\u00f6nau wird Theobald als Abt nach Eberbach berufen. Von 1196-1198 war&nbsp; war er Abt in Sch\u00f6nau und lebte&nbsp; insgesamt 40 Jahre in dem Tochterkloster Eberbachs. Daf\u00fcr wechselte der bisherige Prior in Eberbach Walther als Abt nach Sch\u00f6nau. Unter Theobald war der Konversenaufstand in Sch\u00f6nau. Wichtigstes Werk Theobalds in Eberbach war das \u201cOculus Memoria\u201d. Es war ein G\u00fcterverzeichnis der Abtei beginnend mit der Klostergr\u00fcndung. Alle Stiftungs- und Best\u00e4tigungsbriefe waren gesammelt. Der Inhalt wurde in einem Handbuch festgehalten. Abt Theobald starb nach 15 Jahren Regierungszeit 1221.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><u><font color=\"#669966\"><\/font><\/u><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/220pxDormitoriumeberbach.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"220px-Dormitoriumeberbach\" style=\"border-left-width: 0px; border-right-width: 0px; border-bottom-width: 0px; float: none; margin-left: auto; display: block; border-top-width: 0px; margin-right: auto\" border=\"0\" alt=\"220px-Dormitoriumeberbach\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/220pxDormitoriumeberbach_thumb.jpg\" width=\"224\" height=\"169\"><\/a><\/p>\n<p>Ihm folgte Abt Konrad nach. Er war von etwa 1168 bis 1193 M\u00f6nch in Clairvaux und dort noch ein Sch\u00fcler Bernhards. Nach seinen eigenen Angaben lebte er von ca.1200 bis 1210 in Eberbach.Abt Garnier von Rochefort (1186\u20131193) ermunterte ihn, eine Chronik von Citeaux zu schreiben. Er verfasste darauf das sechsb\u00e4ndiges Exordium magnum Cisterciense. Die ersten 4 B\u00e4nde entstanden in der Regierungszeit von Abt Garnier, die beiden letzten entstanden wohl in Eberbach. Es ist ein gutes Beispiel f\u00fcr die vor allem bei den Zisterziensern gepflegte gepflegten Exempel-, Mirakel- und Visionsliteratur. Eigenes Erleben oder unmittelbare Berichte der Senioren von Clairvaux, die Bernhard noch kannten sind die Quellen und vermitteln so ein getreues Bild von den Anf\u00e4ngen des Zisterzienserordens. Konrad wurde im Mai 1261 zum Eberbacher Abt gew\u00e4hlt, starb aber nach nur f\u00fcnf Monaten Amtszeit. Gebeno war von 1215-1521 Prior in Eberbach. Um 1220 verfasste er&nbsp; die Schrift \u201cPentachronon sive speculum futurorum temporum\u201d, eine Zusammenfassung der Aussagen aus Hildegards B\u00fcchern, die wesentlich zu Hildegards Bekanntheit und Nachwirkung beitrug. Das Pentachron geh\u00f6rt zu den umfang- und folgenreichen Geschichtsdeutungen des deutschen 13. Jahrhunderts, die durch heilgeschichtliche Exegese die Situation ihrer Gegenwart kl\u00e4ren wollten und ver\u00e4ndern halfen.<\/p>\n<p>Nachfolger Abt Konrads wurde Erckenbert. Er stammte aus Worms und trat wahrscheinlich unter Abt Arnold (1178\u20131191) ins Kloster ein. Unter Abt Mefrid war er als Klosterschreiber t\u00e4tig. Unter Albero wurde er als Zeuge in mehreren Urkunden aufgef\u00fchrt. Abt Theobald ernannte ihn bald nach seiner Wahl zum Prior. Dieses Amt bekleidete&nbsp; er bis 1215. In seinem Priorat war er bei allen wichtigen Verhandlungen dabei. Auf eigenen Wunsch nahm er eine Auszeit, wurde aber 1219 als Abt nach Arnsburg berufen. Nach dem Tod Abt Konrads wurde er nach Eberbach zur\u00fcckberufen und wurde dort zum Abt gew\u00e4hlt. 1228 resignierte er. Nachdem der R\u00fccktritt angenommen worden war,&nbsp; lebte er&nbsp; noch bis 1231.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Rimund, der in K\u00f6ln geboren ist. Er kommt nach B\u00e4r bis 1228 nur einmal in Eberbacher Urkunden vor und deshalb vermutet er, dass Rimund bis zu seiner Wahl den Eberbacher Hof in K\u00f6ln verwaltete. Dieser wurde wegen seiner Wichtigkeit von einem M\u00f6nch verwaltet. F\u00fcr diesen Posten sprach auch Rimunds K\u00f6lner Herkunft und seine Lokalkenntnisse. Gleich nach seinem Amtsantritt beteiligte er sich an den Kosten der Oppenheimer Stadtbefestigung, das vor kurzem Reichsstadt geworden war. im Gegenzug erhielt das Kloster f\u00fcr alle seine Besitzungen und den Eberbacher Hof den&nbsp; Schutz der Stadt und des K\u00f6nigs. Au\u00dferdem erlaubte die Stadt dem Kloster freien Handel und sprachen es von Zoll und Abgaben frei.<\/p>\n<p>1231 mussten sich die Zisterzienser\u00e4bte von Maulbronn, Sch\u00f6nau, Bronnbach und Eberbach&nbsp; mit dem Benediktinerkloster Lorsch auseinandersetzen, denn es war in Schieflage geraten. Am 06.08 1231 \u00fcberlie\u00df Papst Gregor IX. (1227-1241)Erzbischof Siegfried II. von Mainz. RI V,2,3 n.6864<strong> <\/strong>das Kloster Lorsch \u201c\u00fcberl\u00e4sst dem erzbischof von Mainz das sehr herabgekommene kloster Lorsch, besonders auch deshalb, damit eine zugeh\u00f6rige sehr feste burg (Starkenburg) nicht in die h\u00e4nde weltlicher grossen falle, zur verwaltung, wie solche schon dem vorg\u00e4nger des erzbischofs aus gleicher ursache \u00fcbertragen war \u201c . K\u00f6nig Heinrich, der Sohn Friedrichs II. best\u00e4tigte am 27. April 1232 dem Erzbischof die \u00dcberlassung von Lorsch. Das Kloster sollte nach dem Willen Siegfrieds nicht aufgehoben werden und als Zisterzienserkloster fortgef\u00fchrt werden. Die bisherigen Benediktinerm\u00f6nche von Lorsch sollten auf andere Kl\u00f6ster verteilt werden. Da es nun nicht mehr den Anschein hatte, dass die Zisterzienser einfach ein Benediktinerkloster \u00fcbernahmen, wurde nun ein Zisterzienserabt und Konvent nach Lorsch geschickt. Doch die Benediktiner gaben nicht klein bei und kamen zwei mal mit Gewalt nach Lorsch zur\u00fcck. Zwar wurden sie jedes Mal von Truppen des Mainzer Erzbischofs vertrieben. Die Zisterzienser M\u00f6nche wurden&nbsp; k\u00f6rperlich misshandelt und mit dem Tode bedroht, falls sie Lorsch nochmals besiedeln sollten. Sie weigerten sich dann auch, nochmals nach Lorsch zu gehen. Das Kloster wurde nun den Pr\u00e4monstratensern \u00fcbergeben. Aus der Zeit der Zisterzienser wurden 35 karolingische Handschriften nach Eberbach verbracht. Zwar hatte die Besiedelung Lorschs mit Zisterziensern nicht geklappt. Doch Abt Rimund war ins Blickfeld des Papstes ger\u00fcckt und er erhielt den n\u00e4chsten p\u00e4pstlichen Auftrag. Die heilige Elisabeth von Th\u00fcringen (* 1207) war am 17. November 1231 im Alter von nur 24 Jahren gestorben und stand im Ruf der Heiligm\u00e4\u00dfigkeit. Ihr Beichtvater und Seelenf\u00fchrer Konrad von Marburg k\u00e4mpfte sofort f\u00fcr ihre Heiligsprechung. Er hatte in der Kirche bereits Karriere gemacht, war nach dem fr\u00fchen Tod ihres Gemahls, dem Landgrafen Ludwig, von Papst Gregor IX. zum Vormund Elisabeths bestimmt worden. Schon vorher war er als Kreuzzugsprediger bekannt geworden. Am 11.10.1231 erm\u00e4chtigte ihn der Papst in Deutschland gegen Ketzer vorzugehen. Konrad wurde nun auch beauftragt, den Wandel Elisabeths und die ihr nachgesagten Wunder zu \u00fcberpr\u00fcfen. Mit beauftragt wurden Erzbischof Siegfried von Mainz und Abt Rimund. Die Untersuchung wurde allerdings unterbrochen, denn Konrad war am 30.7. 1233 erschlagen worden. Nun trat Konrad II., Erzbischof von Hildesheim, an die Stelle von Siegfried. Konrad von Marburg wurde durch Abt Hermann des Zisterzienserklosters Georgenthal ersetzt. Abt Rimund behielt seinen Sitz in der Untersuchungskommission.<\/p>\n<p>Die Untersuchung endete mit der Heiligsprechung Elisabeths am 27. Mai 1235. Zusammen mit Abt Hermann erreichte er,dass im Zisterzienserorden ein j\u00e4hrlicher Gedenktag f\u00fcr Elisabeth abgehalten wurde.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"OLYMPUS DIGITAL CAMERA         \" style=\"border-left-width: 0px; border-right-width: 0px; border-bottom-width: 0px; float: none; margin-left: auto; display: block; border-top-width: 0px; margin-right: auto\" border=\"0\" alt=\"OLYMPUS DIGITAL CAMERA         \" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/eltville_klostereberbach0_thumb.jpg\" width=\"244\" height=\"184\"><\/p>\n<p>1242 unterstellte sich das Pr\u00e4monstratenserinnenkloster Tiefenthal bei Eltville-Martinsthal der Paternit\u00e4t von Kloster Eberbach, nachdem der Konvent 1237 geschlossen die Regeln der Zisterzienser angenommen hatten. Ein Jahr sp\u00e4ter inkorporierte Erzbischof Siegfried das bisherige Benediktinerinnenkloster Altm\u00fcnster in Mainz gegen den Widerstand der Klosterfrauen in den Zisterzienserorden und unterstellte es der Paternit\u00e4t von Kloster Eberbach. Am Ende unterstanden 16 Zisterzienserinnenkl\u00f6ster der Eberbacher Paternit\u00e4t. Das waren die Kl\u00f6ster Marienhausen bei Aulhausen seit 1189 Eberbach unterstellt,Kloster Rosenthal 1241 gegr\u00fcndet, Kloster Tiefenthal,1242 unterstellt, Kloster Altm\u00fcnster 1243 inkorporiert, Kloster Maria M\u00fcnster in Worms 1244 inkorporiert,&nbsp; Kloster Dalheim in Mainz, 1251 entschieden sich die Nonnen f\u00fcr den Zisterzienserorden,Kloster St. Agnes in Mainz, 1259 zisteriensische Regel angenommen, Kloster Mariacron Oppenheim, 1265 zisterziensische Reform, Kloster St. Joannes in Alzey um 1290 als Tochterkloster des Kloster zum Heiligen Geist (erstmals erw\u00e4hnt 1262) in Alzey entstanden, beide Kl\u00f6ster ineinander aufgegangen, Kloster Sion bei Mauchenheim in der N\u00e4he von Alzey, seit 1265 von Eberbach visitiert, Kloster Weidas bei Dautenheim, Alzey 1251 erstmals erw\u00e4hnt, in der Reformation aufgehoben, Kloster Daimbach bei M\u00f6rsfeld, 1298 erstmals erw\u00e4hnt, in der Reformation aufgehoben, Kloster Kumbd 118 gegr\u00fcndet, von Marienhausener Nonnen aufgef\u00fcllt, in der Reformation aufgel\u00f6st, Kloster Sankt Katharinen bei Bad Kreuznach, Anfang des 13. Jahrhunderts von Nonnen des Klosters Kumbd besiedelt, in der Reformation aufgehoben, Kloster Engelthal, Ingelheim 1290 erstmals erw\u00e4hnt. Kloster&nbsp; Gnadenthal, H\u00fcnfeld seit dem 14. Jahrhundert durch Eberbach visitiert, Kloster Himmelgarten Alzey,1281 erstmals erw\u00e4hnt, in der Reformation aufgehoben.<\/p>\n<p>Bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts war das Verh\u00e4ltnis der Zisterziensernonnen zu ihrem Orden noch nicht genau geregelt. Sie waren noch an kein bestimmtes Kloster gebunden. Sie w\u00e4hlten selbst einen Abt, der f\u00fcr die Ordensdisziplin und Einhaltung der Ordensvorschriften zust\u00e4ndig war. Nach B\u00e4r hatten sie einen Zisterienserm\u00f6nch im Kloster und auch Laienbr\u00fcder, die f\u00fcr sie die \u00f6konomischen Angelegenheiten erledigten (B\u00e4r II, S.153, dort Anmerkung 5)<\/p>\n<p>1241 gab es wieder einen Vorfall mit Konversen. Dabei wurde Abt Rimund verst\u00fcmmelt \u201cenormiter multilavit\u201d wie es&nbsp; bei Cannivez in Statuta Capitulorom generalium ordinis Cisterciensis ab anno 1116 ad annum 1786 hei\u00dft. (Cannivez 2. S.233 Nr. 19.) Vermerkt wird, dass der T\u00e4ter dauerhaft in Haft blieb.<\/p>\n<p>Die Konversenunruhen wurden Anfang&nbsp; des 13. Jahrhunderts ein Problem f\u00fcr viele Zisterzienserabteien. So hatte es die zisterziensische Jurisdiktion zwischen 1190 bis 1295 mit rund 100 F\u00e4llen von \u201cconspirationes\u201d zu tun, wie das in den Generalkapitelbeschl\u00fcssen genannt wurde. Sie dazu Thomas F\u00fcser, M\u00f6nche im Konflikt:zum Spannungsfeld von Norm, Devianz und Sanktion bei den Cisterciensern und Cluniazensern, M\u00fcnster 2000, vor allem das 4. Kapitel. Es handelte sich dabei nicht um Einzelt\u00e4ter. Es waren immer Gruppen oder Teile von Konventen, die sich ungehorsam und oft gewaltsam gegen ihren Abt oder den Vaterabt stellten. Abt Rimund war kein Einzelschicksal. Mehrere \u00c4bte wurden zum Teil schwer verletzt, der Abt von Heilsbronn so schwer, dass er von der Ordensf\u00fchrung als \u201cinutile\u201d f\u00fcr das Amt des Abtes bezeichnet wurde. Au\u00dferdem kam ein M\u00f6nch ums Leben, der sich sch\u00fctzend vor den Abt geworfen hatte. (Canivez 2, S. 307 Nr. 31) Die Konversen haben im 12. Jahrhundert wesentlich zum \u00f6konomischen Erfolg des Ordens beigetragen. Am Anfang des 13. Jahrhunderts standen in Eberbach 200 Konversen 100 M\u00f6nchen gegen\u00fcber. Das brachte auch schwere Aufsichts-und F\u00fchrungsprobleme mit sich, denen die Eberbacher Klosterleitung unter schwachen \u00c4bten wohl nicht gewachsen war, wie Werner R\u00f6sener in seinem Aufsatz die Agrarwirtschaft der Zisterzienser in dem Sammelband \u201cNorm und Realit\u00e4t: Kontinuit\u00e4t und Wandel der Zisterzienser im Mittelalter\u201d herausgegeben von Franz J. Felten, Werner R\u00f6sener auf Seite 87 ausf\u00fchrt. Sehr viel vorsichtiger aber letztlich mit derselben Aussage dr\u00fcckt sich B\u00e4r in seiner Wertung \u00fcber Abt Albero aus, in dessen Regierung nach B\u00e4r die erste Konversenunruhe in Eberbach f\u00e4llt, wobei er nur von einer einzigen berichtet. Der wachsende Reichtum Kloster Eberbachs wurde praktisch von den Konversen erarbeitet. Das verst\u00e4rkte die sozialem Spannungen, die latent vorhanden waren. Die Laienbr\u00fcder&nbsp; hatten aber kaum Mitspracherecht. Das herrische Auftreten mancher \u00c4bte und M\u00f6nche gegen\u00fcber den ungebildeten aber lebenserfahrenen Laienbr\u00fcder (siehe das Schuhproblem in Sch\u00f6nau) versch\u00e4rfte die Gegens\u00e4tze und Spannungen. In Eberbach f\u00fchrte es sogar soweit,dass Abt Werner bei einem Angriff eines Laienbruders 1261 erschlagen wurde. Interessanterweise erw\u00e4hnt B\u00e4r die Todesursache Werners nicht sondern gibt nur das Todesdatum \u00fcber das Totenbuch an.Die Konversenprobleme scheinen erst mit der neueren Forschung ins Blickfeld zu geraten. So gibt es auch in Geschichtsdarstellungen zu Heilsbronn keinen Hinweis auf die Verst\u00fcmmelung eines Abtes. Oder die Gro\u00dfe Zisterzienserausstallung in Bonn 2018 sparte dieses Thema auch v\u00f6llig aus.Das Generalkapitel aber reagierte mit sofortiger Einkerkerung des T\u00e4ters und mit Aufnahmestopp f\u00fcr Konversen. Auch Abt Werner war kein Einzelfall. Thomas F\u00fcser&nbsp; f\u00fchrt insgesamt 9 \u00c4bte an, die in ihrem Amt ermordet wurden.<\/p>\n<p>1242&nbsp; verpachtete Abt Rimund einen Weinberg bei W\u00f6rrstadt. In der dazu geh\u00f6renden Urkunde hei\u00dft es: \u201cAbt Rimund und der Konvent von Kloster Eberbach machen bekannt, da\u00df sie dem Heinrich von W\u00f6rrstadt (de Werstad) auf Lebenszeit siebeneinhalb Joch n\u00e4her beschriebene Weinberge bei W\u00f6rrstadt auf Lebenszeit verliehen haben. Davon sollen an Allerheiligen (01. November) ein Talent Mainzer M\u00fcnze j\u00e4hrlich dem Kloster gezahlt werden. Bei Vernachl\u00e4ssigung der Weinberge kann das Kloster diese wieder einziehen. Die Bestimmungen gelten auch f\u00fcr die \u00fcberlebende Frau. Nach deren Tod kann das Kloster \u00fcber die Weinberge beliebig verf\u00fcgen.\u201d (HHStAW Bestand 22 Nr. in 436). Das ist der erste urkundliche Beleg f\u00fcr eine Verpachtung. Bisher verfuhr das Kloster ja nach der Zisterzienserregel, nach der die M\u00f6nche von ihrer eigenen H\u00e4nde Arbeit leben sollten und keine Fr\u00fcchte von fremden Schwei\u00dfe genie\u00dfen sollten. (Vet.Institut.Cisterc. Kap V) Das war die erstmalige Abkehr&nbsp; von einem bisherigen Kurs. Viele Schenkungen waren zu weit entfernt und die G\u00fcter zu klein, um wirtschaftlich mit eigenen Kr\u00e4ften betrieben zu werden. Man war auch nicht mehr gewillt, die Zahl der Konversen ohne Not zu vervielf\u00e4ltigen. Abt Rimund verstarb 1247. Auf ihn folgte Abt Walter (1248-1258) Er resignierte nach zehn Regierungsjahren. Auf ihn folgte Werner, der schon vorher als sein Nachfolger bezeichnet wurde. Er war von 1248 bis 1258 Abt in Arnsburg und wurde von dort zum Abt in Eberbach berufen. 1259 besiedelte Erzbischof Gerhard von Mainz&nbsp; das Benediktinerkloster Disibodenberg, das infolge einer Fehde hochverschuldet war und schon von den meisten seiner M\u00f6nche verlassen war mit Zisterzienserm\u00f6nchen aus dem Eberbacher Tochterkloster Otterberg. Sie brachten das Kloster wieder zur Bl\u00fcte, die bis 1500 anhielt. Abt Werner starb1261. Wie oben erw\u00e4hnt wurde er von einem Laienbruder ermordet. Sein Nachfolger Heinrich I. regierte nur ein Jahr n\u00e4mlich von 1262-1263. Vorher war er Grangiarius, das ist der allgemeine Aufseher \u00fcber die Klosterh\u00f6fe. In seiner kurzen Regierungszeit rundete er vor allem den Besitz von Klosterh\u00f6fen ab. So wurde auch der Gr\u00e4fenberg bei Kiedrich volles Eigentum. Mit dem Steinberg und dem Gr\u00e4fenberg hatte das Kloster Weinberge, auf denen noch heute Pr\u00e4dikatsweine geerntet werden. Der Gr\u00e4fenberg ist heute im Besitz des Weinguts Weil in Kiedrich. Abt Heinrich resignierte bereits im Jahr 1263. Ob der Amtsverzicht von zwei \u00c4bten in so kurzer Zeit auch mit dem Konversenproblem zu tun hatte?<\/p>\n<p>Nach dem R\u00fccktritt von Abt Heinrich wurde Ebelin aus dem Tochterkloster Sch\u00f6nau nach Eberbach berufen. Er hatte in Sch\u00f6nau seine Profess abgelegt und war dort von 1259\u20131263 Abt. In Eberbach bekleidete er dieses Amt von 1263-1271.1266 zeigte sich, dass das Kloster Finanzprobleme hatte. In Oppenheim konnte das Kloster f\u00fcr ein Haus, das eigentlich genau in das Anforderungsprofil gepasst h\u00e4tte, nicht bar bezahlen und ein Kredit schien es auch nicht zu bekommen. Man entschloss sich dann zum Verkauf von Weinbergen und einen Hof in Lonsheim. Es fanden sich dann aber G\u00f6nner, die die Weinberge kauften und dem Kloster umgehend wieder \u00fcberlie\u00dfen. Nach 1271 trat Ebelin nicht mehr in Urkunden auf. Ob er ebenfalls zur\u00fccktrat oder verstarb l\u00e4sst sich nicht sagen.<\/p>\n<p align=\"justify\">Im Laufe des 14. Jahrhunderts konnte Eberbach seinen Besitz an Weinbergen deutlich ausweiten und verf\u00fcgte schlie\u00dflich mit \u00fcber&nbsp; 300 Hektar Anbaufl\u00e4che \u00fcber die gr\u00f6\u00dfte Weinbergfl\u00e4che in Deutschland. Haupts\u00e4chlich war daf\u00fcr der zunehmende Fernhandel verantwortlich. Weinbezug wurde nun \u00fcber den Markt m\u00f6glich. F\u00fcr entferntere Kl\u00f6ster und Grundherren verloren die Weinberge ihre Bedeutung.und sie alle hatten als weiteren Konkurrenzvorteil nicht die umfassenden Rheinzollprivilegien wie Kloster Eberbach. So verkauften sie ihre Weinberge an das Kloster Eberbach. Ein weiterer Wandel hatte schon ab dem Ende des 13. Jahrhunderts eingesetzt. Die Weinberge wurden immer weniger in Eigenregie also weitgehend mit Konversen oder Frondienstlern bewirtschaftet. Man ging verst\u00e4rkt auf Verpachtung \u00fcber. Auf den ersten Pachtvertrag des Klosters wurde hingewiesen. Abt Siegfried (1290\u20131298)war der erste Abt, der Temporalverpachtungen einf\u00fchrte. Er verpachtete Klosterg\u00fcter in Wiesbaden zeitlich befristet auf zw\u00f6lf Jahre. Danach fiel das Gut wieder an das Kloster zur\u00fcck. Damit sollte vermieden werden, dass die verpachteten G\u00fcter allm\u00e4hlich in das volle Eigentum des P\u00e4chters \u00fcbergingen.<\/p>\n<p align=\"justify\">Anfang des 13. Jahrhunderts entstanden die Bettelorden \u2013 1209\/1210 die Franziskaner, 1216 wurden die Dominikaner best\u00e4tigt, die Augustiner Eremiten entstanden zwischen 1244 und 1256. Die Karmeliten breiteten sich im 14. Jahrhundert in ganz Europa aus.<\/p>\n<p align=\"justify\">Die Attraktivit\u00e4t der neuen Orden minderte die Attraktivit\u00e4t der Zisterzienser vor allem f\u00fcr Laienbr\u00fcder, die ohnehin ihre Probleme mit den&nbsp; M\u00f6nchen im Orden hatten. Au\u00dferdem sorgten die Problem mit den Konversen daf\u00fcr, dass die \u00c4bte bem\u00fcht waren, mit weniger Konversen auszukommen. F\u00fcr die Verpachtung wurde in der Regel ein Pachtzins in H\u00f6he von einem Drittel bis zur H\u00e4lfte des Ertrages ausgehandelt. Dazu kam noch der Zehnte, f\u00fcr den der P\u00e4chter aufkommen musste.<\/p>\n<p align=\"justify\">Im 14. Jahrhundert baute Kloster Eberbach ein Netz von Finanzdienstleistungen auf. Wie bei den Stadth\u00f6fen gezeigt , waren dort ja auch finanzielle \u00dcbersch\u00fcsse erzielt worden, die in Grundbesitz angelegt wurden. Die Kl\u00f6ster gingen auch dazu \u00fcber, gegen die \u00dcbertragung von L\u00e4ndereien oder Geld eine Rente auf Lebenszeit zu versprechen. Die Kl\u00f6ster waren reich und ihre Reputation so gut, und so konnten Wohlt\u00e4ter, die dem Kloster Grundbesitz um ihres Seelenheiles willen aber zus\u00e4tzlich abgesichert durch Rentenbezug \u00fcberlie\u00dfen, auch darauf verlassen, die Auszahlung zu erhalten. Da Einnahmen aus den Verk\u00e4ufen oft nicht sofort ausgegeben werden konnten, bot es sich an, dieses Geld gewinnbringend anzulegen. Sie vergaben also Kredite zum Beispiel f\u00fcr Saatgut oder landwirtschaftlichen Ger\u00e4ten. P\u00e4chter und zinspflichtige Bauern mussten diese Kredite abbauen. Kredite wurden oft gegen L\u00e4ndereien als Sicherheit vergeben, nat\u00fcrlich \u00fcberwiegend an Adlige, da diese ja die Mehrzahl der Grundbesitzer stellten. So wurde aus dem Kredit oft ein Landkauf, da viele Kredite nicht zur\u00fcckgezahlt werden konnten.<\/p>\n<p align=\"justify\">Auch das Depositengesch\u00e4ft entwickelte sich allm\u00e4hlich. In den Stadth\u00f6fen, aber auch in den Kl\u00f6stern hatten diese Lagerr\u00e4ume, in den sie Wein&nbsp; und Getreide oder Geld und Wertsachen gegen Geb\u00fchr aufbewahren konnten. Wenn die Haftung ausgeschlossen oder eingeschr\u00e4nkt werden konnte, war das ein gutes Gesch\u00e4ft f\u00fcr das Kloster.Der Einstieg in die Geldgesch\u00e4fte wurde zun\u00e4chst erschwert durch das mittelalterliche Zinsverbot. Das kanonische Recht verurteilte Zinsen als Wucher. Man umging das, indem man Geld gegen Sicherheiten in Form von Pf\u00e4ndern vergab und diese dann nutzte als Nutzungsrechte an L\u00e4ndereien oder Zugtieren.<\/p>\n<p align=\"justify\">Abt Jacobus von Eltville wurde um 1325 in Eltville geboren. Er wurde im Kloster ausgebildet. Eberbach hatte im Gegensatz zu vielen Zisterzienserkl\u00f6stern eine Klosterschule. Dann kam er an das St. Bernhards-Kolleg in Paris, wo er die Freien K\u00fcnste und Theologie&nbsp; studierte. Dort las er w\u00e4hrend des akademischen Jahres 1369\/1370 die Sentenzen. 1372 wurde er in Eberbach zum Abt gew\u00e4hlt und bereits als Abt promovierte er in Theologie. Auch \u00c4bte studierten am St. Bernhards-Kolleg . F\u00fcr die entsendende Abtei war das \u00fcbrigens ziemlich teuer, denn f\u00fcr studierende M\u00f6nche und \u00c4bte war ein hoher Beitrag zu entrichten. Jacobus verfasste Kommentare zum Buch der Sentenzen des Petrus Lombardus. Jacobus starb 1392.<\/p>\n<p>1312 inkorporierte Erzbischof Peter von Mainz die mit dem Zehnten begabte Pfarrkirche von Wallertheim (heute Waldertheim) und deren Patronatsrechte dem Kloster (Urkunde HHStAW Bestand 22 Nr. in 436), was B\u00e4r so kommentierte:\u201d Die mit dem Zehnten begabte Pfarrei zu Waldertheim hatte bei Eberbach einen Geschmack an solchen minder beschwerlichen Eink\u00fcnften&nbsp; und dadurch den Appetit an dergleichen Besitzungen erzeuget\u201d. (B\u00e4r II S 337 f.) Nach der Inkorporation konnten Abt und Konvent \u00fcber das Verm\u00f6gen und die Eink\u00fcnfte der Pfarrei verf\u00fcgen. Es folgten dann auch relativ schnell weitere Inkorporationen, so 1324 Langendiebach, 1476 Mosbach. <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/Stadtpfarrkirche.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"Stadtpfarrkirche\" style=\"border-left-width: 0px; border-right-width: 0px; background-image: none; border-bottom-width: 0px; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-top-width: 0px\" border=\"0\" alt=\"Stadtpfarrkirche\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/Stadtpfarrkirche_thumb.jpg\" width=\"184\" height=\"244\"><\/a><\/p>\n<p>1339 \u00fcbertrug Kaiser Ludwig dem Abt und Konvent des Zisterzienserkloster Eberbach das Patronatsrecht der Kirche in der Stadt Biberach. <strong><a href=\"http:\/\/opac.regesta-imperii.de\/lang_de\/kurztitelsuche_r.php?kurztitel=Regg.%20Ludwig%20d.%20B.%20H.%201\">[RI VII] H. 1 n. 300<\/a>&nbsp;<\/strong>1339 M\u00e4rz 20, Frankfurt \u201cKs. Ludwig \u00fcbertr\u00e4gt Abt und Konvent des Zisterzienserklosters Eberbach in der Di\u00f6zese Mainz auf Bitte des Erzbischofs Heinrich von Mainz, seines F\u00fcrsten, das Patronatsrecht der Kirche in der Stadt Biberach in der Di\u00f6zese Konstanz, das bisher ihm und dem Reich zustand, mit allen Ehrungen, Eink\u00fcnften, Rechten und Zubeh\u00f6r.\u201d Bereits 10 Jahre sp\u00e4ter inkorporierte Papst Clemens VI. die Kirche dem Kloster Eberbach. \u201cPapst Clemens VI. inkorporiert dem Kloster Eberbach wegen seiner Schulden die Pfarrkirche der Stadt Biberach, deren Eink\u00fcnfte auf 30 Mark gesch\u00e4tzt werden und deren Patronatsrecht das Kloster schon besitzt. Der einzusetzende Vikar soll vom Bischof von Konstanz investiert und mit gen\u00fcgendem Einkommen versehen werden.\u201d (HHStAW Bestand 22 Nr. in 437) Anrechte Dritter mussten vor dem Zugriff auf das Verm\u00f6gen mussten vor dem Zugriff auf das Verm\u00f6gen abgel\u00f6st werden.Dies geschah, wie eine Reihe von Urkunden belegt.&nbsp; Hauptstaatsarchiv Stuttgart B 163 U 70 bis U 73.Das Kloster mu\u00dfte auch einen Weltgeistlichen als st\u00e4ndigen Vikar unterhalten. Runde 100 Jahre sp\u00e4ter, n\u00e4mlich 1447 erteilte Papst Eugen IV. dem Kloster einen weiteren Rechtstitel,&nbsp; wonach das Kloster die ihm zustehende Pfarrkirche zu Biberach nach eigenem Ermessen mit Welt- oder Klostergeistlichen besetzen kann. Dies wurde auch von den Nachfolgern Eugens immer wieder best\u00e4tigt. Zwar konnte der Bischof den Vikar weiterhin einsetzen. Das Kloster konnte aber den Priester ohne bisch\u00f6fliche Mitwirkung abziehen 1378 l\u00f6ste das Kloster mit einer Einmalzahlung die st\u00e4dtische Steuer ab. \u201cB\u00fcrgermeister, Rat und die gesamte B\u00fcrgerschaft der Stadt Biberach bekunden, von Abt Jacob, &#8218;Lehrer in g\u00f6ttlicher Kunst&#8216;, und dem Konvent von Kloster Eberbach 150 Pfund Heller als Wiederkaufsgeld f\u00fcr die j\u00e4hrlich zu zahlenden 15 Pfund Heller an Stadtsteuern empfangen zu haben.\u201d (HHStAW Bestand 22 Nr. U 1155)und war damit abgabenfrei. Das Kloster stellte nun ein Mitglied des Konvents als Pfleger f\u00fcr die Verwaltung der Eberbacher G\u00fcter und nutzbaren Rechte nach Biberach ab. Er residierte im Eberbacher Pfleghaus. Bis zum Ausgang des 15. Jahrhunderts war das Verh\u00e4ltnis Biberacher Magistrat und Kloster noch weitgehend konfliktfrei. Das Kloster hatte auch nicht versucht, seine erweiterten Befugnisse auszureizen. Aber allm\u00e4hlich zeichnete sich ein Interessenkonflikt ab. Dem Biberacher Magistrat war es gelungen, weite Bereiche des st\u00e4dtischen Kirchenwesens unter seine Kontrolle zu bringen. Nur die Pfarrei,also die Institution, die das kirchliche Leben in der Stadt ma\u00dfgeblich&nbsp; bestimmte, blieb kommunalen Einflu\u00df weitgehend entzogen. Das Kloster aber wollte seine Rechte st\u00e4rker zur Geltung bringen und so auch den Ertrag, den die die Pfarrei abwarf, steigern. Man stritt sich nun \u00fcber Art und Umfang der beiderseitigen Kompetenzen bei der Besetzung des Vikarpostens. Das Kloster bestand auf seinem alleinigen Recht zur Nomination.Der Rat wollte ein informelles Mitbestimmungsrecht, also ein Vetorecht, ein Konsensrecht und ein Designationsrecht. Weitere Reibungsfl\u00e4che war die unzureichende Personalausstattung der Pfarrei. Man sah ein Mi\u00dfverh\u00e4ltnis zwischen Ertrag und Leistung. Nach dem Tod des Pfarrvikars Johannes Ri\u00df im Herbst 1480 forderte der Biberacher Rat das Kloster mehrfach auf, den st\u00e4dtischen Prediger Heinrich J\u00e4ck als Vikar einzusetzen und machte gleichzeig klar, dass man einen Ortsfremden nicht wolle. Aber Abt und Konvent nominierten den Koblenzer Priester Christmann Lusser. Dagegen legte der Biberacher Rat an der bisch\u00f6flichen Kurie Einspruch ein. Die Stadt argumentierte mit der mangelnden Eignung des Eberbacher Kandidaten und begr\u00fcndete das mit dem rheinischen Dialekt Lussers. Das Konstanzer Gericht entschied gegen Lusser. Bischof Otto IV. setzte Br. iur. Konrad Winterberg in Biberach ein, womit der Rat offensichtlich einverstanden war. Allerdings klagte Eberbach vor den p\u00e4pstlichen Gerichten und setzte sich letztlich durch. Aber Biberach hatte auch gewonnen, wenn auch nicht auf Dauer. Im Juli 1484 gew\u00e4hrte Papst Sixtus IV. der Stadt Biberach die Verg\u00fcnstigung, in Zukunft den Pfarrvikar pr\u00e4sentieren zu d\u00fcrfen. Allerdings best\u00e4tigte Papst Innozenz VIII. am 4. Mai 1489 den von Papst Eugen gew\u00e4hrten Rechtstitel (HHStAW, 22 in Nachweis). Das Kloster versuchte seine nun wieder gest\u00e4rkte Position auszunutzen und wollte einen M\u00f6nch auf die Pfarrstelle setzen. Nach der scharfen Reaktion des Biberacher Rats lenkten Abt und Konvent aber wieder ein. Aber die Beziehungen blieben gespannt. Eine weitere Auseinandersetzung folgte 1519\/20. Die Pfarrerstelle war durch den Tod des Stelleninhabers wieder frei geworden und der Rat hatte sich mit einem Forderungskatalog an das Kloster gewandt. Ein Weltgeistlicher \u201cunnser artt unnd lannds\u201d(R\u00fcth Bernhard in <a href=\"http:\/\/www.gfh-biberach.de\/Hefte\/BC-Heimatkundliche-Bl%C3%A4tter-f%C3%BCr-den-Kreis-Biberach\/J6H1S03.pdf\">http:\/\/www.gfh-biberach.de\/Hefte\/BC-Heimatkundliche-Bl%C3%A4tter-f%C3%BCr-den-Kreis-Biberach\/J6H1S03.pdf<\/a>, S. 7) sollte eingesetzt werden, der Vikar k\u00fcnftig angemessen besoldet und ein dritter Helfer sollte eingestellt werden. Aber das Kloster bestellte den Konventualen Johannes K\u00f6tt zum Pfarrvikar. Der Konflikt eskalierte. Eberbach handelte mit R\u00fcckendeckung seines Landesherrn, des Mainzer Kurf\u00fcrsten Albrecht von Brandenburg. Eine mainzisch-eberbacher Delegation erschien auf dem Biberacher Rathaus. Der Rat argumentierte, er habe einen geeigneten Kandidaten vorgeschlagen und kritisierte die gewinnorientierte Haltung des Klosters mit den Worten, dass die Abtei \u201egern v ienig t\u00e4tt und doch gern vii inn\u00e4me&#8220; (Heimatkundliche Bl\u00e4tter S. 7) Der Mainzer Abgeordnete verwies auf die Privilegien Eberbachs. Der biberacher Rat befand sich in einer sehr schwachen Position und musste nachgeben. Auch eine Appellation an den Konstanzer Bischof Hugo von Hohenlandenberg blieb erfolglos. Das Kloster hatte sich nun&nbsp; voll durchgesetzt, aber Biberach hatte sich der Reformation angeschlossen. \u00dcber die gesamte Reformationszeit hinweg war die Pfarrei mit Eberbacher M\u00f6nchen besetzt.Allerdings musste K\u00f6tt auf bisch\u00f6fliche Weisung nach Rissegg umsiedeln, weil sie die nach Biberach pf\u00e4rrigen Untertanen des dem alten Glauben trau gebliebenen Dr. Hans Schad von Mittelbiberach zu Warthausen in dessen Gebiet kirchlich zu betreuen hatten. 1548 wurde das Augsburger Interim per Reichsgesetz erlassen und in den s\u00fcddeutschen protestantischen Gebieten mit staatlichem Zwang durchgesetzt. Der Biberacher Magistrat ersuchte nun, den derzeitigen Vikar Martin Bauer, die Pfarrei fortan wieder zu versehen, dem Interim gem\u00e4\u00df.&nbsp; Er nahm seinen Sitz wieder in der Stadt im Pfarrhof und ab 1548 wurde in Biberach wieder die Messe gelesen. 1555 wurde die Bikonfessionalit\u00e4t reichsrechtlich garantiert. Eberbach hatte in der ersten H\u00e4lfte des 16. Jahrhunderts einen wirtschaftlichen Niedergang erlebt. Man dachte deshalb daran, den weitab gelegenen Au\u00dfenposten abzugeben und machte der Stadt ein Angebot. F\u00fcr 70.000 Gulden sollte die Stadt die kl\u00f6sterlichen rechte und Besitzungen \u00fcbernehmen. Die Offerte wurde grunds\u00e4tzlich positiv aufgenommen und nachdem man sich auf den realistischen Kaufpreis von 31.000 Gulden geeinigt hatte, wurde am 1. September 1568 der Kaufvertrag geschlossen. Die \u00dcbergabe erfolgte nach einer Anzahlung von 11.000 Gulden aber schon 1564. \u201cDaniel Abt und der ganze Konvent von Kloster Eberbach verkaufen der Reichstadt Biberach wegen der gro\u00dfen Entfernung und der gro\u00dfen Schuldenlast des Klosters das Patronat der Pfarrkirche mit allem Zubeh\u00f6r f\u00fcr 31.000 Gulden unter Zustimmung des Mainzer Erzbischofs Daniel.\u201d hei\u00dft es in der entsprechenden Urkunde vom 1. September 1566.(HHStAWBestand 22 Nr. U 2068 a). Es dauerte dann allerdings 121 Jahre bis im September 1685 die letzte Rate bezahlt wurde.<\/p>\n<p>Nach diesem Exkurs zu dem Patronatsrecht in Biberach wieder zur\u00fcck zur Klostergeschichte.<\/p>\n<p>Am 14.01. 1401 stellte Papst Bonifatius Abt Nikolaus II.(1392\u20131407) folgende Urkunde aus: \u201cPapst Bonifatius IX. gestattet dem Abt des Klosters Eberbach, Mitra, Ring und sonstige pontifikalische Insignien zu tragen, Weihehandlungen in den ihm unterstellten Kirchen und Kl\u00f6stern vorzunehmen und in bestimmten F\u00e4llen Abl\u00e4sse zu erteilen.\u201d HHStAW Bestand 22 Nr. U 1318). Die Eberbacher \u00c4bte hatten damit einen bischofsgleichen Rang.<\/p>\n<p>Im 15. Jahrhundert begann der langsame wirtschaftliche Niedergang, nicht nur von Kloster Eberbach sondern vom gesamten Orden der Zisterzienser. Da spielte einiges mit. Es stand immer weniger unbebautes Land zur Verf\u00fcgung. Das hatte zur Folge, das weniger Grundbesitz verschenkt wurde. Feste Renten in Form von Naturalien wurden immer mehr verschenkt.Die Bedeutung der St\u00e4dte nahm zu. Dort entstanden neue Arbeitspl\u00e4tze, die auch f\u00fcr die Bauern interessant waren. Das bedeutete einen R\u00fcckgang der Konversen<\/p>\n<p>verst\u00e4rkt durch die wachsende Bedeutung der Bettelorden, die ebenfalls&nbsp; einen R\u00fcckgang der Konversen bewirkte. Das anhaltende Bev\u00f6lkerungswachstum&nbsp; sorgte auch daf\u00fcr, dass zunehmend kleiner Pachtg\u00fcter vergeben wurden. Die Pachtraten sanken. In Eberbach lagen sie zu Beginn des Jahrhunderts noch bei 48 % des Ernteertrags. Um 1500 konnten nur noch 32 % durchgesetzt werden. Auch der Zustand der Wingerte verschlechterte sich. Meist war die Ursache unzureichende D\u00fcngung mit Pferdemist. Das wiederum war die Folge der exzessiven Ausdehnung der Anbaufl\u00e4chen im Rheingau und im Mittelrheintal. Die lokale Viehhaltung k\u00f6nnte nicht in dem Ma\u00dfe gesteigert werden, das f\u00fcr den Bedarf an Pferdemist n\u00f6tig gewesen w\u00e4re. Das bedeutete, dass die Form der Pachtzahlung sich zunehmend zur Geldzahlung verschob. Hinzu kam, dass durch die grassierenden Pestepidemien auch die Konvente kleiner wurden und dann auch weniger M\u00e4nner f\u00fcr den Eintritt als Konversen zur Verf\u00fcgung standen.<\/p>\n<p>Der Eberbacher Konvent hatte 1498 102 Mitglieder Konversen und M\u00f6nche zusammengerechnet. Bei einer Epidemie von 1500-1502 starben 15 M\u00f6nche.<\/p>\n<p>Kloster Eberbach hatte auch damit zu k\u00e4mpfen, dass die F\u00fcrsten verst\u00e4rkt versuchten, die gew\u00e4hrten Zollprivilegien zur\u00fcckzuziehen. Die Bedeutung der K\u00f6lnfahrt ging zur\u00fcck. Das Kloster ging verst\u00e4rkt dazu \u00fcber, die Weine direkt am Erzeugungsort an meist K\u00f6lner Gro\u00dfh\u00e4ndler zu verkaufen. Produktion und Vertrieb in einer Hand aber war einer der Gr\u00fcnde f\u00fcr den wirtschaftlichen Erfolg der Zisterzienser.<\/p>\n<p>Im Rheingau begann der Bauernkrieg am 23. April 1525. In Eltville hatten sich gut 200 Personen versammelt. Dem Rat wurden Beschwerdeartikel \u00fcbergeben. Der Vertreter des Erzbischofs, Heinrich Br\u00f6mser verhandelte mit ihnen. Am 29.04. wurden ihm in Winkel 29 Artikel \u00fcbergeben. Eine der ersten Forderungen war die Wahl eines Predigers. Dann ging es um eine gerechtere Lastenverteilung.Die G\u00fcter des Adels und der Geistlichkeit sollten die b\u00fcrgerlichen Lasten wie Steuern und Dienste mittragen. Die Kl\u00f6ster sollten aussterben. Sie Einwohner des Rheingaus sollten nur an ihrem Wohnort gerichtlich belangt werden k\u00f6nnen. Wasser, Weide und Wildfang sollten frei sein. Am 2.5. versammelte sich die Landschaft auf dem \u201cWacholder\u201d, das war die traditionelle Gerichtsst\u00e4tte der Rheingauer. Dort wurde Friedrich Greifenclau von Volrads zum Hauptmann der Rheingauer Landschaft gew\u00e4hlt.Er nahm eine \u00e4hnliche Rolle ein, wie G\u00f6tz von Berlichingen. Das Kloster Eberbach, das ganz in der Nachbarschaft lag, hatte die versammelte Landschaft<\/p>\n<p>ohne Entsch\u00e4digung zu verpflegen. Bei dieser Gelegenheit wurde auch das ber\u00fchmte Fass von Eberbach zu 2\/3 geleert. Das Fass war zum heiligen Jahr 1500 erstmals gef\u00fcllt worden und fasste ungef\u00e4hr 72000 Liter. Zwischen dem 28. und 31. Mai mussten die Kl\u00f6ster Eberbach, Gottesthal, Johannisberg, Marienthal, Aulhausen und Eibingen urkundliche Ver&shy;pflichtungen eingehen, die sie zum Untergang verdammten. Das Kloster Tiefenthal sollte gleich aufgehoben werden. Die Lage hatte sich aber f\u00fcr die Bauern grundlegend ge\u00e4ndert. Schon vor der Aufstand im Rheingau ausbrach, hatten die Bauern am 4. April 1525 bei Leipheim eine Schlacht verloren. Es folgten Niederlagen bei Freiburg. Am 15. Mai fand bei Frankenhausen eine der bedeutendsten Schlachten des Bauernkriegs statt. Am 4. Juni verloren die Bauern bei W\u00fcrzburg. Am 24.und 25.6. 1525 wurden die Rheingauer bei Pfeddersheim besiegt. Am 27.Juni wurde der Unterwerfungsvertrag geschlossen. Sie mussten 15000 Gulden Kriegskosten zahlen und wurden v\u00f6llig entwaffnet. Mit den Verpflegungskosten bei der Versammlung vom 02.05. und dem fast geleerten Weinfass kam Eberbach aber relativ glimpflich davon. Allerdings musste es an den Erzbischof von Mainz 3282 Gulden f\u00fcr die Niederschlagung des Bauernaufstandes bezahlen. Der F\u00fcrst von Hessen-Kassel verlangte 1216 Gulden und sp\u00e4ter nochmals 673. Au\u00dferdem nahm er ein Drittel der gesamten Fr\u00fcchte des Klosters mit.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/3\/35\/Erbach_%28Merian%29.jpg\/220px-Erbach_%28Merian%29.jpg\" width=\"220\" height=\"86\"><\/p>\n<p>Die Reformation hatte ebenfalls relativ geringe unmittelbare Auswirkungen auf Kloster Eberbach. Nur wenige M\u00f6nche verlie\u00dfen das Kloster. Allerdings ging die Zahl der Novizen deutlich zur\u00fcck. H\u00e4rter traf es bis auf Arnsburg die Eberbacher Tochterkl\u00f6ster.<\/p>\n<p>Sch\u00f6nau wurde 1558 von Ottheinrich aufgehoben. Die Sch\u00f6nauer Tochter Bebenhausen wurde 1534 reformiert und nach einer kurzen Unterbrechung durch das Augsburger Interim hatte es 1560 mit Eberhard Bidembach den ersten evangelischen Abt. In Kloster Otterberg sollten die M\u00f6nche 1559 zum neuen Glauben \u00fcbertreten und nachdem sich dies weigerten, wurde das Kloster 1564 aufgel\u00f6st.Dessen Tochterkloster Disibodenberg wurde 1559 s\u00e4kularisiert. Schwieriger waren die indirekten Folgen der Reformation f\u00fcr die Rheingauer Abtei. Die wichtigsten&nbsp; F\u00fcrsten in der n\u00e4heren Umgebung Eberbachs, also Hessen, Nassau und Kurpfalz wurden reformiert. Neue Stiftungen blieben so aus. Au\u00dferdem waren die reformierten Landesherren bestrebt, das Kirchenwesen in ihren L\u00e4ndern vollst\u00e4ndig unter ihre Kontrolle zu bringen. Dadurch verlor Eberbach Patronatsrechte in seinen Pfarreien und damit Eink\u00fcnfte. Auch die Kriege im Gefolge der Reformation wie der Schmalkaldische Krieg 1546\/47 und der F\u00fcrstenkrieg 1552 belasteten die Abtei.<\/p>\n<p>Als Albrecht Alcibiades von Brandenburg-Kulmbach im Sommer 1552 in den Rheingau einfiel lie\u00df er die Eberbacher H\u00f6fe und das Kloster pl\u00fcndern. Der Schaden schlug im Kloster und auf dem Steinheimer und Draiser Hof mit 1400 Gulden zu Buche.<\/p>\n<p>Auch die T\u00fcrkenkriege schlugen auf das Kloster durch. Diese wurden durch die T\u00fcrkensteuer finanziert. Der Erzbischof von Mainz forderte vom Kloster im Jahre 1556 1500 Gulden f\u00fcr diese Steuer ein. (Alle Zahlen bei Dr.J.S\u00f6hm Geschichte des wirtschaftlichen Leben der Abtei Eberbach im Rheingau, Wiesbaden 1914, S 25 f.) Mainz war von dem Zug des Albrecht Alcibiades von Brandenburg-Kulmbach&nbsp; wesentlich h\u00e4rter betroffen als Eberbach und musste die v\u00f6llig zerr\u00fctteten Finanzen des Hochstifts sanieren. Ein Weg dazu war die Umwandlung von Kl\u00f6stern in Dom\u00e4nen und diese dann dem Mainzer Hochstift zu inkorporieren. Aber Kloster Eberbach konnte seine Unabh\u00e4ngigkeit wahren. Aber der Niedergang war nicht zu \u00fcbersehen. 1553 lebten noch 26 M\u00f6nche und 14 Konversen in der Abtei.Auch an den Urkunden im Hessischen Hauptstaatsarchiv l\u00e4sst sich das gut nachvollziehen. Ab 1529 werden immer \u00f6fter Verk\u00e4ufe beurkundet, zun\u00e4chst von Zinsen, dann von Liegenschaften, zum Beispiel W\u00e4lder und schlie\u00dflich ganze Hofg\u00fcter wie 1555 das Hofgut von Braubach (HHStAW, 22, U 2033 a), 1556 das Hofgut in Dexheim (HHStAW, 22, U 2034), 1561 das Hofgut auf de Gau zu Selzen (HHStAW, 22, U 2047 a), 1564 Haus und Hof zu Braubach (HHStAW, 22, U 2058) und 1566 einen Hof in Dexheim (HHStAW, 22, U 2065 a)<\/p>\n<p>In diese Liste passt auch der oben genauer beschriebene Verkauf des Patronats der Pfarrkirche von Biberach \u201cDaniel Abt und der ganze Konvent von Kloster Eberbach verkaufen der Reichstadt Biberach wegen der gro\u00dfen Entfernung und der gro\u00dfen Schuldenlast des Klosters das Patronat der Pfarrkirche mit allem Zubeh\u00f6r f\u00fcr 31.000 Gulden unter Zustimmung des Mainzer Erzbischofs Daniel.\u201d (HHStAW, 22, U 2068 a)Die Bewilligung zu diesem Verkauf erteilte Kaiser Maximilian II. (HHStAW, 22, U 2067 a)<\/p>\n<p>Eine noch&nbsp; schwerere Zeit f\u00fcr das Kloster wurde&nbsp; dann der 30-j\u00e4hrige Krieg. Abt Leonhard II. regierte von 1618-1632. Schon 1620 besetzten Truppen der katholischen Liga und spanische Truppen unter dem Feldherrn Don Ambrosio Spinola die Kurpfalz. Das Kloster hatte Kontributionen zu entrichten. Schwierig war die Lage vor allem in der Pfalz. Die dortigen Klosterh\u00f6fe hatten schwer zu leiden. So l\u00f6sten zum Beispiel 1621 pl\u00fcndernde spanische Soldaten in Oppenheim eine Brandkatastrophe aus. Erst ein Schreiben Spinolas verschaffte den Besitzungen Eberbachs in der Pfalz Ruhe und eine gewisse Sicherheit.Sogar einige nach dem Augsburger Religionsfrieden (1555) verloren gegangene G\u00fcter konnten zur\u00fcckerstattet werden, so zum Beispiel der Wormser Hof von Kloster Otterberg<\/p>\n<p>und die Pfarrei von Sch\u00f6nau in der Pfalz. Weiteren Auftrieb erhielten die Hoffnungen durch das Restitutionsedikt von 1629, das Kaiser Ferdinand II. am&nbsp; 6. M\u00e4rz 1629 erlassen hatte. Damit sollte der Status quo des geistlichen Besitzstands im Reich wieder auf den Stand des Jahres 1552 gebracht werden sollte. Der Kaiser befand sich auf dem H\u00f6hepunkt seiner Macht im drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieg. H\u00e4tte es durchgesetzt werden k\u00f6nnen, h\u00e4tte das enorme Enteignungen und R\u00fcck\u00fcbertragungen ehemals katholischen Besitzes zur Folge gehabt. Das Edikt stie\u00df auf erbitterten Widerstand auf protestantischer Seite und vor allem rief es einen weiteren Kriegsteilnehmer auf den Plan. Gustav Adolf von Schweden landete am 6. Juli 1630 auf Usedom und zwang Pommern, Mecklenburg, Brandenburg und Sachsen zu einem B\u00fcndnisvertrag.Nachdem er er bei Breitenfeld n\u00f6rdlich von Leipzig Tilly, den obersten Heerf\u00fchrer der katholischen Liga und auch der kaiserlichen Armee vernichtend geschlagen hatte, war der weg f\u00fcr die Schweden nach S\u00fcddeutschland frei. Am 27. November 1631 marschierte Gustav Adolf in Frankfurt ein. Seinen Heerf\u00fchrer Bernhard von Sachsen-Weimar sandte er in den Rheingau. Am 30. November stand dieser vor Walluf. Die Rheingauer verlie\u00dfen sich auf das \u201cGeb\u00fcck\u201d, die Grenzbefestigung, die sie als un\u00fcberwindlich ansahen. Sie wurden aber \u00fcberrumpelt und der Rheingau eingenommen. Die Schweden forderten 10000 Reichstaler Brandschatzung. Zwar nahm Kurf\u00fcrst Anselm Kasimir von Mainz&nbsp; das Kloster entgegen der Forderung der Schultheissen davon aus. Aber Abt Leonhard war mit seinem gesamten Konvent am 29. November per Schiff nach K\u00f6ln gefl\u00fcchtet. Nur einer war zur\u00fcckgeblieben, der wegen Krankheit nicht mitkonnte.Allerdings geschah die Flucht Hals \u00fcber Kopf ohne die geringste Kleinigkeit in Sicherheit zu bringen. So fiel der Kirchenschatz, die Reliquien,die Kleinodien und Messgew\u00e4nder&nbsp; in die H\u00e4nde der Schweden. Dazu kamen die gesamten Vorr\u00e4te, wenigsten 400 Fuder Wein (ein Fuder entsprach in Frankfurt knapp 860 Liter) 5000 Malter Getreide (ein Malter in Frankfurt etwa 3 hl). Auf die Schweden unter Bernhard von Sachsen-Weimar folgten hessische Truppen unter General Hohendorf. Was die Schweden \u00fcbrig gelassen hatten, nahmen die Hessen mit. Der hessische Verwalter Murus (de Mur) suchte vor allem die kostbare Bibliothek Eberbachs aus und schickte 14 F\u00e4sser voller B\u00fccher nach Kassel. Im Katalog von 1502 waren 754&nbsp; B\u00e4nde aufgef\u00fchrt. Davon befindet sich heute noch ein knappes F\u00fcnftel in Oxford, London und Wiesbaden. Erhalten geblieben ist das Exordium magnum Cisterciense Verloren sind dagegen die&nbsp; \u201eYconomica\u201c von Konrad von Megenberg und ein unbekanntes Werk von Meister Eckhart. Nur das Archiv des Klosters nahm keinen Schaden.1632 bekam der schwedische Kanzler Axel Oxenstierna&nbsp;&nbsp; das Kloster Eberbach zu seinem pers\u00f6nlichen Gebrauch \u00fcberschrieben. Im Februar 1635 eroberten kaiserliche Truppen den Rheingau zur\u00fcck. Die schwedischen Truppen mussten sich zur\u00fcckziehen. Der Rheingau blieb nun bis 1644 von kriegerischen Handlungen weitgehend verschont. Erst 1644 besetzten franz\u00f6sische Truppen Mainz und den Rheingau was f\u00fcr die Rheingauer die Folge hatte, dass sie nicht nur an kaiserliche Truppen Kontributionen leisten mussten sondern auch an die Franzosen.<\/p>\n<p>Der Eberbacher Konvent kehrte 1635 in sein Kloster zur\u00fcck. Allerdings war Abt Leonhard II. schon 1632 in K\u00f6ln gestorben. Im April 1633 wurde dann der bisherige Bursar Nikolaus V. Weinbach (1633\u20131642) zum Abt gew\u00e4hlt. Er lie\u00df die zerst\u00f6rten Geb\u00e4ude einigerma\u00dfen wieder herstellen, und die Felder wieder bestellen. Er nahm Gelder auf und verkaufte G\u00fcter und H\u00f6fe. Trotz der schweren Zeiten gab es Wohlt\u00e4ter, die weiter Stiftungen f\u00fcr das Kloster t\u00e4tigten. Die wirtschaftliche Konsolidierung des Klosters hatte begonnen und konnte auch nach dem Krieg weiter fortgesetzt werden. Aber der vorherige wirtschaftliche Erfolg der Abtei wurde nie wieder erreicht. Abt Nikolaus dankte 1642 ab. Er war bei einem Teil seines Konvents auf Widerstand gesto\u00dfen und wurde von seinen Gegnern sogar beim Kurf\u00fcrsten von Mainz verklagt, weil er zu viel Aufwand gemacht habe und sogar inhaftiert. Erst auf F\u00fcrsprache der \u00c4bte von Arnsburg und Himmerode wurde er wieder&nbsp; frei gelassen. Sein Nachfolger wurde Johann(es) VII. Rumpel (1642\u20131648). Neben den Verlusten in Eberbach selbst, wobei am schwersten wohl die Bibliothek wog, weil viele ihrer einzigartigen Handschriften unwiederbringlich verloren waren, waren die Klosterh\u00f6fe in katastrophalem Zustand. <\/p>\n<p>Nach dem Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieg z\u00e4hlte Kloster Eberbach wieder zwischen 30 und 40 M\u00f6nchen und 10 Konversen und etwa 80 Klosterbediensteten. Die Klosterwirtschaft erzielte immer wieder \u00dcbersch\u00fcsse, die am Frankfurter Kapitalmarkt angelegt werden konnten. W\u00e4hrend des Pf\u00e4lzischen Erbfolgekriegs (1688-1697) erschienen im Oktober 1688&nbsp; franz\u00f6sische Truppen vor Mainz auf. Vor der \u00dcbermacht von 20.000 Mann unter F\u00fchrung von Louis-Fran\u00e7ois de Boufflers kapitulierte der Mainzer Kurf\u00fcrst Anselm. Zum zweiten Mal wurde Mainz franz\u00f6sisch besetzt. Nat\u00fcrlich konnte sich das in unmittelbarer Nachbarschaft liegende Kloster Eberbach den Folgen nicht entziehen. Kontributionen waren wieder f\u00e4llig und nat\u00fcrlich bem\u00fchte sich das Erzstift wieder, das Kloster zu s\u00e4kularisieren und die Klosterg\u00fcter zu inkorporieren. Da Eberbach nur ein Drittel seiner G\u00fcter auf kurmainzischem Gebiet hatte, die anderen Drittel lagen linksrheinisch in der Kurpfalz und in der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, war das nicht so einfach und Eberbach konnte die Bem\u00fchungen abwehren. Das Zisterzienerinnenkloster Altm\u00fcnster in Mainz, \u00fcber das Eberbach das Patronat hatte, aber 1781 durch Erzbischof Friedrich Karl Joseph von Erthal aufgehoben.<\/p>\n<p>Michael Schnock (1702\u20131727) wurde 17202 zum 54. Abt von Kloster Eberbach gew\u00e4hlt. Er entfaltete in seiner Regierungszeit eine rege Baut\u00e4tigkeit. In der Abteikirche wurde eine barocke Orgel gebaut.Ab 1707 lie\u00df Abt Michael das Kloster barock umgestalten.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Kloster Eberbach Abthaus Abtwappen Michael Schnock.JPG\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/9\/9f\/Kloster_Eberbach_Abthaus_Abtwappen_Michael_Schnock.JPG\/120px-Kloster_Eberbach_Abthaus_Abtwappen_Michael_Schnock.JPG\"><\/p>\n<p>In der Kirche lie\u00df er die Westempore mit einem Verbindungsgang zum Konversenhaus erbauen. Dieses wurde um einen Stock erh\u00f6ht und zu einer repr\u00e4sentativen Abtswohnung ausgebaut. Die Bibliothek wurde barockisiert und ihre Best\u00e4nde wieder vergr\u00f6\u00dfert.<\/p>\n<p>Das M\u00f6nchsdormitorium wurde renoviert. 1722 wurde ein Fachwerkgartenhaus errichtet. In Geisenheim wurde der Eberbacher Hof durch einen Neubau ersetzt. In seinem Heimatort Kiedrich stiftete er f\u00fcr die Pfarrkirche einen Marienaltar<\/p>\n<p>Abt Adolph II. Werner (1750\u20131795) aus Salm\u00fcnster war der vorletzte Abt Eberbachs.1767 lie\u00df er&nbsp; den Steinberg mit einer 3 Kilometer langen Mauer als Schutz gegen Traubendiebe und Wildfra\u00df&nbsp; errichten.&nbsp; Er verkaufte 1787 den Eberbacher Hof in K\u00f6ln, der in der Neuzeit keine Bedeutung mehr f\u00fcr das Kloster hatte. Nur von 1630 bis 1635 war er Zufluchtsort f\u00fcr Abt und Konvent (s.o.)<\/p>\n<p>Die Franz\u00f6sische Revolution von 1789 hatte rasch Auswirkungen auf den Rheingau und Mainz. Im September 1792&nbsp; nahm eine franz\u00f6sische Revolutionsarmee Speyer und schon vier Tage sp\u00e4ter Worms ein. Am 18. Oktober 1792 schloss sie Mainz ein und belagerte es.Als die Franzosen Worms erreicht hatten war Panik unter den Mainzer Einwohner ausgebrochen und fast ein Drittel hatte die Stadt verlassen. Graf Gymnich beschloss am 20. Oktober die Stadt zu \u00fcbergeben. Am 21. Oktober wurde eine der gr\u00f6\u00dften Festungen des Reiches kampflos eingenommen. Am 23. Oktober 1792 wurde mit der \u201eGesellschaft der Freunde der Freiheit und Gleichheit\u201c der erste Jakobinerclub Deutschlands gegr\u00fcndet. In der Umgebung von Mainz hatten die Franzosen mehrere Klosterh\u00f6fe Eberbachs beschlagnahmt und darin Lazarette eingerichtet. Der franz\u00f6sische General Adam-Philippe de Custine forderte vom Kloster hohe Abgaben und drohte mit der Besetzung des Kloster. Nur mit der Aufnahme erheblicher Kredite konnte es die Zahlungen aufbringen.Nach einer erneuten Schatzung der franz\u00f6sischen Armee veranlasste die M\u00f6nche am 19. Juli 1796 das Kloster zu verlassen. Anschlie\u00dfend pl\u00fcnderten die Franzosen das Kloster. Innerhalb eines Jahres kehrten die M\u00f6nche zur\u00fcck. Eine weitere Schatzung erfolgte im Jahre 1797. Als Druckmittel wurden angesehene B\u00fcrger und Beamte nach Frankreich verschleppt und dort zum Teil mehrere Jahre gefangen gehalten. Dreizehn Werke der Klosterbibliothek wurden beschlagnahmt und nach Paris gebracht. Eine Marienstatue von 1420 wurde ebenfalls geraubt. Sie steht heute im Louvre. Seit 1799 bezog das Kloster keine Einnahmen mehr aus dem linksrheinischen Besitz.&nbsp; Am 9. Februar 1801 wurde der Friede von Lun\u00e9ville geschlossen. Die seit 1794 besetzten Gebiete<\/p>\n<p>wurden ins franz\u00f6sische Staatsgebiet eingegliedert. Deutschen F\u00fcrsten, die so ihre G\u00fcter verloren hatten, wurde Entsch\u00e4digung \u00fcber S\u00e4kularisation geistlicher Territorien und zum Teil auch durch Mediatisierung kleinerer weltlicher Territorien zugesagt.<\/p>\n<p>Durch den Reichsdeputationshauptschluss von 1803 wird das Kloster an F\u00fcrst Friedrich-August von Nassau-Usingen \u00fcbereignet. Dieser l\u00f6st die Abtei am 18. September 1803 auf. Der letzte Abt, Leonhard II. und seine Mitbr\u00fcder werden zum Verlassen des Klosters gezwungen.<\/p>\n<p>Nach der S\u00e4kularisation ist das Kloster bis 1866 als Weinbaudom\u00e4ne in Besitz von Nassau-Usingen. Aus einzelnen Klosterteilen ging das \u201cIrrenhaus Eberbach\u201d hervor, die sp\u00e4tere Klinik f\u00fcr Psychiatrie und Psychotherapie Eichberg.<\/p>\n<p>1866 fiel Eberbach an Preussen bis 1945. Dann folgte das Land Hessen als Eigent\u00fcmer. 1998 wurde die Anlage in die Stiftung Gemeinn\u00fctzigen Rechts Kloster Eberbach \u00fcberf\u00fchrt. Der Weinbau wird als Landesbetrieb weitergef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Kloster Eberbach wurde auch als Kulisse f\u00fcr den Film \u201cDer Namen der Rose genutzt.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/300pxKloster_Eberbach_fg01.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"300px-Kloster_Eberbach_fg01\" style=\"border-left-width: 0px; border-right-width: 0px; border-bottom-width: 0px; float: none; margin-left: auto; display: block; border-top-width: 0px; margin-right: auto\" border=\"0\" alt=\"300px-Kloster_Eberbach_fg01\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/300pxKloster_Eberbach_fg01_thumb.jpg\" width=\"244\" height=\"164\"><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Mainzer Erzbischof Adelbert I. siedelte zwischen 1116 und 1131 Augustinerchorherren und Benediktiner an. Allerdings kam es rasch zu einem Zerw\u00fcrfnis und er vertrieb diese \u201cwegen Zuchtlosigkeit\u201d.&nbsp; Auf Adalberts Bitte gr\u00fcndete Bernhard von Clairvaux an dieser Stelle das Zisterzienserkloster. Nach Hermann B\u00e4r (B\u00e4r, Hermann: Diplomatische Geschichte der Abtei Eberbach im Rheingau. Bearb. u. hrsg. v. 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