{"id":467,"date":"2011-01-03T15:10:09","date_gmt":"2011-01-03T15:10:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=467"},"modified":"2011-01-04T11:28:21","modified_gmt":"2011-01-04T11:28:21","slug":"personen-die-es-wert-sind-nicht-vergessen-zu-werden","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=467","title":{"rendered":"Personen, die es wert sind, nicht vergessen zu werden"},"content":{"rendered":"<p>Ein kleines St\u00e4dtle wie Biberach, hatte nat\u00fcrlich einige Leute, die nicht in Vergessenheit geraten sollten. Z\u00e4hlen wir einfach einige auf.<\/p>\n<p>Hans Bopp, oder stadtbekannt als \u201cBoppe Hans\u201d war immer mit einer kleinen Aktentasche unterwegs. Er versorgte seinen Vater und holte dazu immer Mittagessen im Gasthaus Taube. Sein Hobby waren Opern und Operetten und sein gr\u00f6\u00dftes Vergn\u00fcgen war, wenn er nach Opern und dem dazugeh\u00f6rigen Komponisten befragt wurde. \u201cVon wem isch dr Schreifritz?\u201d Typisches Witzle von Hans, er meinte nat\u00fcrlich den Freisch\u00fctz. Stolz war er auch auf seine \u201cFranz\u00f6sischkenntnisse\u201d So rief er immer \u201cnix bonne mai\u201d \u2013 was franz\u00f6sisch sein sollte.<\/p>\n<p>\u201cDone\u201d mehr als seinen Vornamen kenne ich nicht mehr und den kannte auch fast niemand in der Stadt. Er arbeitete als Stallknecht in der Viehhandlung Xeller. Leider schaute er gerne und best\u00e4ndig zu tief ins Glas und war auch immer anges\u00e4uselt. Da er st\u00e4ndig im Kuhstall arbeitete und eigentlich nie sicher auf seinen Beinen war, hatte er immer eine feuchte Kleidung und einen ziemlich heftigen Geruch. Aber eigentlich konnte er keiner Fliege etwas zu leide tun.<\/p>\n<p>Emil Braunger. Er arbeitete in der Fellhandlung seine Bruders Hans. Er musste immer die Felle von der Handlung in der Ulmertorstra\u00dfe auf einem Handwagen quer durch die Stadt in die Riedlinger Stra\u00dfe ziehen, wo ein Fellager der Firma Braunger war. Sein Hobby war Mathematik, ich glaube, er hat es sogar studiert. Au\u00dferdem hatte er kleine Federreinigung mit einer Wahnsinns Reinigungsmaschine. Als beruf gab er immer \u201cFedrabutzer\u201d an. Sein Bruder Hans hatte die Fellfirma. B\u00fcro und Fellsammelstelle waren in der Ulmertorstra\u00dfe. Beim Luftangriff auf Biberach hatte er sein Bein verloren. Er wurde morgens immer mit dem Taxi aus seinem Haus am Lindele geholt, in sein B\u00fcro in die Ulmertorstra\u00dfe gefahren. Dort verbrachte er seinen Tag. In seinem B\u00fcro roch es immer ziemlich streng wegen der Felle. Sein Essen bezog er aus dem Gasthaus Taube, dass ich es\u00a0 ihm immer in sein B\u00fcro bringen musste. Der Haushalt wurde von der Schwester Frau Locher, gef\u00fchrt. Diese hatte ein Hutgesch\u00e4ft am oberen Ende der B\u00fcrgerturmstra\u00dfe. Wenn sie nicht gerade im Laden war, lief sie immer ziemlich zerlumpt herum und wer sie nicht kannte, w\u00e4re nie auf die Idee gekommen, dass sie ziemlich betucht war. Sie lebte in dem Haus in der Ulmertorstra\u00dfe, in dem Hans sein B\u00fcro hatte. Ins obere Stockwerk ging es auf einer engen steilen Treppe. Das Haus am Lindele, in dem Hans schlief, wurde alle paar Jahre komplett sehr teuer neu eingerichtet. Meine Eltern mussten dann immer zur Besichtigung hoch.<\/p>\n<p>Anton Kaiser war pensionierter Hauptkassier der Kreissparkasse Biberach. Er lebte mit drei Schwestern, wobei zwei mit ihm im Haus in der Ulmertorstra\u00dfe wohnten, die dritte, die den Haushalt machte kam t\u00e4glich aus Mittelbiberach. Zusammen mit zwei Schwestern betrieb er ein kleines Woll- und Handarbeitsgesch\u00e4ft in der Ulmertorstra\u00dfe. Er war immer mit einem alten Opel unterwegs, fuhr aber so langsam, dass er ein stadtbekanntes Verkehrshindernis war.<\/p>\n<p>Hans Angele war ein Metzger in Bergerhausen, der immer total stolz auf sein Br\u00e4t war. Er war fest davon \u00fcberzeugt, dass niemand das Br\u00e4t so gut machte wie er. Er war Stammgast im Gasthaus Taube und immer etwas laut. Einer seiner Lieblingss\u00e4tze war: Ich zeig Dich an. Das hat mich als Kind immer ziemlich erschreckt.<\/p>\n<p>Der Schneider. Mit Nachnamen hie\u00df er Beroth. Er lebte im B\u00fcrgerheim.\u00a0\u00a0\u00a0 In seinem Berufsleben arbeitete er als einer der letzten St\u00f6rschneider in der Gegend von Biberach. Meine Familie betreute ihn inoffiziell mit und so war er so ein bisschen eine Art Familienmitglied. Am Sonntag kam er immer in die Taube.\u00a0\u00a0 Er bekam dann immer Bier und betete daf\u00fcr ein Vaterunser f\u00fcr die Familie des Taubenwirts.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein kleines St\u00e4dtle wie Biberach, hatte nat\u00fcrlich einige Leute, die nicht in Vergessenheit geraten sollten. Z\u00e4hlen wir einfach einige auf. Hans Bopp, oder stadtbekannt als \u201cBoppe Hans\u201d war immer mit einer kleinen Aktentasche unterwegs. Er versorgte seinen Vater und holte dazu immer Mittagessen im Gasthaus Taube. 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