{"id":3386,"date":"2025-11-12T08:05:48","date_gmt":"2025-11-12T08:05:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=3386"},"modified":"2025-11-12T08:05:48","modified_gmt":"2025-11-12T08:05:48","slug":"josef-brckel-gauleiter-und-reichsstatthalter-2","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=3386","title":{"rendered":"Josef B&uuml;rckel Gauleiter und Reichsstatthalter"},"content":{"rendered":"<p align=\"center\">&nbsp;<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/465px-Langhammer_-_Josef_Brckel.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"465px-Langhammer_-_Josef_B&uuml;rckel\" style=\"border-left-width: 0px; border-right-width: 0px; background-image: none; border-bottom-width: 0px; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-top-width: 0px\" border=\"0\" alt=\"465px-Langhammer_-_Josef_B&uuml;rckel\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/465px-Langhammer_-_Josef_Brckel_thumb.jpg\" width=\"190\" height=\"244\"><\/a><\/p>\n<p>Am 30. M\u00e4rz 1895 wurde Josef B\u00fcrckel in Lingenfeld als Sohn des B\u00e4ckermeisters Michael B\u00fcrckel und dessen Ehefrau Magdalena geboren. Er war das j\u00fcngste von vier Kindern. In Lingenfeld<\/p>\n<p>besuchte er die Volksschule. Danach ging er auf die Realschule in Karlsruhe. Von 1909 bis 1914 war er in Speyer an der Lehrerbildungsanstalt. Am 28. Juni 1914 wurde in Sarajevo der \u00f6sterreichische<\/p>\n<p>Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand und seine Frau seine Frau Sophie Chotek ermordet. Das f\u00fchrte zur Julikrise und m\u00fcndete in den 1. Weltkrieg, der am 28. Juli begann. In Deutschland befahl Kaiser Wilhelm am 1. August<\/p>\n<p>die Mobilmachung. Am 3. August 1914 rief der Direktor der Lehrerbildungsanstalt in Speyer seine Sch\u00fcler auf, freiwillig in die Truppe einzutreten. Die Schule w\u00fcrde dem keine Hindernisse<\/p>\n<p>in den Weg legen, sondern die Anstalt w\u00fcrde sich als Ehre anrechnen, wenn auch ihre Sch\u00fcler nicht hinter den Gymnasien und Hochschulen zur\u00fcckst\u00fcnden. Josef B\u00fcrckel war im wehrf\u00e4higen Alter und meldete<\/p>\n<p>sich bereits am Mobilmachungstag beim 17b Infanterieregiment freiwillig. Am 3. November 1914 r\u00fcckte er als Rekrut beim Feldartillerieregiment 12b&nbsp; ein. Eine erste Not-Abschlusspr\u00fcfung konnte er wegen seines Heeresdienstes<\/p>\n<p>nicht ablegen. Er legte sie gegen Ende des Jahres 1915 ab. Er bestand mit Erfolg. Wegen eines Herzleidens wurde er am 12. August 1915 in das Kriegslazarett in P\u00e9ronne (D\u00e9partement Somme) eingeliefert.<\/p>\n<p>Am 4. Dezember 1915 wurde er zum Unteroffizier bef\u00f6rdert. Am 17. Mai 1916 wurde er f\u00fcr den Schuldienst zur\u00fcckgestellt. Er begann seinen Praxisdienst als Schuldienstanw\u00e4rter an der katholischen Volksschule in Lingenfeld.<\/p>\n<p>Er wurde dann weiter nach Bellheim und dann nach Minfeld versetzt, wo er bis zum Ende des Schulanw\u00e4rterdienst am 28. Juli 1919 blieb. Danach fand die Pr\u00fcfung zur Lehreranstellung auf Lebenszeit statt.<\/p>\n<p>Nach seiner Anstellung als Hilfslehrer unterrichtete er bis zum 31. Januar 1920 in Bobenheim \u2013 Roxheim. Dann wurde er nach Rodalben versetzt und dort am 1. April 1921 zum Lehrer auf Lebenszeit ernannt.<\/p>\n<p>Er hatte schon am 11. Juni 1920 in Lingenfeld Hilde Spies geheiratet. Zum Zeitpunkt der Eheschlie\u00dfung war sie noch nicht 21.&nbsp; Am 21. August 1921 kam Josef Artur zur Welt. Josef Artur war w\u00e4hrend des Krieges Mitglied der Leibstandarde Adolf Hiltler.<\/p>\n<p>Er fiel am 01. August 1944.<\/p>\n<p>Durch B\u00fcrckels Anstellung auf Lebenszeit war die materielle Basis f\u00fcr die Familie des Lehrers gesichert. Am 10. M\u00e4rz 1925 bekam die Familie nochmals Nachwuchs. Der zweite Sohn Hermann Jakob wurde geboren. <\/p>\n<p>\u00dcber B\u00fcrckels Familienleben ist sonst nichts bekannt.<\/p>\n<p>Auch zu seinen au\u00dferschulischen Aktivit\u00e4ten, Kontakte zu Kollegen usw. gibt es kaum Informationen. Aber er war Chorleiter im Gesangverein in Rodalben und das l\u00e4sst darauf schlie\u00dfen, dass er doch einiges Ansehen in Rodalben genoss.<\/p>\n<p>Vermutlich schon 1921 trat er in die NSDAP ein. Es l\u00e4sst sich nicht nachweisen, ob er in Rodalben schon parteipolitisch t\u00e4tig war. Er hatte sich aber einseitig positioniert in seiner antiseparatistischen T\u00e4tigkeit und war sowohl von deutschen als <\/p>\n<p>auch franz\u00f6sischen Beh\u00f6rden verfolgt.<\/p>\n<p>Die separatistische Bewegung setzte in der Pfalz unmittelbar nach Kriegsende ein. Am 11. November 1918 war das&nbsp; Waffenstillstandsabkommen von Compi\u00e8gne abgeschlossen worden und ab dem 1. Dezember 1918 besetzte<\/p>\n<p>die franz\u00f6sische 8. Armee unter General Augustin Gr\u00e9goire Arthur G\u00e9rard (1857-1926) die Pfalz. Bis zum Ende des Ruhrkampfs unter Reichskanzler Gustav Stresemann waren rund 60.000 Mann in der Pfalz stationiert.<\/p>\n<p>In der Pfalz regten sich nun separatistische Bestrebungen. Sie gingen von b\u00fcrgerlichen Kr\u00e4ften bis weit in die Zentrumspartei hinein aus. Man hatte Angst vor einer ungewissen Zukunft in einem wom\u00f6glich bald sozialistischen<\/p>\n<p>Deutschland. auch versprach man sich durch eine Anlehnung an die Sieger bei der Reparationsfrage glimpflicher davon zu kommen. 1919 war in M\u00fcnchen der bayrische und sozialistische Ministerpr\u00e4sident ermordet worden.<\/p>\n<p>Ab 1920 r\u00fcckte Bayern nach rechts und entwickelte sich unter dem Ministerpr\u00e4sidenten Gustav von Kahr zur nationalistischen \u201cOrdnungszelle\u201d Deutschlands. In M\u00fcnchen sammelten sich militante Rechtsradikale.<\/p>\n<p>Der innenpolitische Kampf zwischen Bayern und dem Reich erfuhr in dieser Zeit eine scharfe Zuspitzung. Die Pfalz als Teil Bayerns wurde so in die Auseinandersetzung hineingezogen. Auch das ein Grund f\u00fcr die starke separatistische Bewegung.<\/p>\n<p>Das Ende des Ruhrkampfes und die Einf\u00fchrung der Rentenmark und damit&nbsp; das Stoppen der Inflation entzogen der separatistischen Bewegung schlie\u00dflich den Boden. Es gab noch zwei gewaltt\u00e4tige Aktionen. Am 5. November 1923 hatte Franz-Josef Heinz in&nbsp; Speyer die \u201cAutonome Pfalz\u201d ausgerufen und eine Regierung gebildet. Das war wenige Tage vor dem Hitlerputsch in M\u00fcnchen.Heinz und zwei seiner Mitarbeiter wurden am 9. Januar 1924 in Speyer erschossen. Die Kommandomitglieder stammten aus den rechtsradikalen Kampfb\u00fcnden in M\u00fcnchen (Bund Wiking, Bund Oberland, SA). Das Attentat wurde mit Billigung und Geldern der bayrischen Staatsregierung ausgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Am 17. Oktober fand in Pirmasens der Sturm auf das bayrische Bezirksamt statt. Das Geb\u00e4ude war in Brand gesteckt worden. 12 Separatisten, die sich in dem Geb\u00e4ude befunden hatten, kamen ums Leben. Von den Angreifern starben 6 und es gab<\/p>\n<p>zw\u00f6lf Schwerverletzte. Bei diesem Sturm war B\u00fcrckel beteiligt. In M\u00fcnchweiler und Rodalben war er so etwas wie der geistige F\u00fchrer des Abwehrkampfes. Am 7. Januar 1924 musste er nach Heidelberg fliehen. Er ging dann weiter nach Niederbayern <\/p>\n<p>Die Regierung von Niederbayern \u00fcbertrug ihm am 24. M\u00e4rz 1924 eine erledigte Hilfslehrerstellung. Mittlerweile war die Separatistenbewegung zusammen gebrochen und B\u00fcrckel kehrte am 9. Mai 1924 in die Pfalz zur\u00fcck und nahm am n\u00e4chsten Tag seinen Schuldienst in Rodalben wieder auf.<\/p>\n<p>Im M\u00e4rz und April war die selbst\u00e4ndige Partei NSDAP der Pfalz wiedergegr\u00fcndet worden, nachdem die NSDAP im Juli 1923 von der interalliierten Rheinkommission (IARK) verboten worden war. Man hatte eine eigene Satzung und eigene Mitgliedskarten.<\/p>\n<p>Diese Taktik der Distanzierung von M\u00fcnchen hatte Erfolg. Am 27. M\u00e4rz 1925 erfolgte die Aufhebung des Parteienverbots f\u00fcr die pf\u00e4lzische NSDAP durch die IARK. Am 13. M\u00e4rz 1926 fand der erste Gautag des Jahres in Kaiserslautern statt. Unter der Leitung des Ortsgruppenleiters Richard Mann wurde B\u00fcrckel in \u201cdemokratischer Versammlung\u201d zum Gauleiter gew\u00e4hlt. Er hatte sich durch \u201dbahnbrechende Vorarbeit die Anwartschaft\u201d verdient. (zitiert nach Josef B\u00fcrckel: Gauleiter Reichsstatthalter Krisenmanager Adolf Hitlers , von Lothar Wettstein S. 68) Am 26. M\u00e4rz informierte B\u00fcrckel die Reichsleitung von seiner Wahl. Allerdings war B\u00fcrckel nicht in den amtlichen Parteiunterlagen als Mitglied gef\u00fchrt. Deshalb forderte die Parteileitung umgehend zur Anmeldung auf. B\u00fcrckel meldete sich am 9. April 1926 an und erhielt die Mitgliedsnummer 33979. In einem von der Parteikanzlei verfassten Lebenslauf B\u00fcrckels hei\u00dft es \u201cDer Aktivist Josef B\u00fcrckel entschied sich bereits im Jahre 1921 f\u00fcr den \u201cAktivisten\u201d Adolf Hitler\u201d (Wettstein S. 69)<\/p>\n<p>Ein publikumswirksames Ereignis hatte B\u00fcrckel f\u00fcr den September 1926 geplant.&nbsp; Es sollte der erste Gauparteitag mit Adolf Hitler als Hauptredner werden. Der bayrische Ministerpr\u00e4sident Heinrich Held hatte dies aber wegen der zu erwartenden<\/p>\n<p>Auseinandersetzungen verboten. Die Besorgnis war durchaus berechtigt. Bei einer Kundgebung mit Gregor Strasser am 7. September 1926 in Kaiserslautern verhinderte nur beherztes Einschreiten der Polizei ein Blutvergie\u00dfen. Strasser war in dieser Zeit bis 1928<\/p>\n<p>als Reichspropagandaleiter der NSDAP t\u00e4tig. Die Auseinandersetzungen mit den politischen Gegner veranlassten B\u00fcrckel den Aufbau der pf\u00e4lzischen SA-Formationen voranzutreiben. Er beauftragte Fritz Schwitzgebel damit, vor allem weil dieser absolut<\/p>\n<p>loyal war. Er war 1926 in die NSDAP eingetreten und wie B\u00fcrckel auch Lehrer, allerdings an der Oberrealschule (in Zweibr\u00fccken).Das zahlte sich auch f\u00fcr ihn&nbsp; aus, 1929 war er bereits SA-Standardenf\u00fchrer, das entspricht einem Oberst. Ab 1935 war er F\u00fchrer der SA-Brigade 51 Saar-Pfalz und wurde schlie\u00dflich bis zum General bef\u00f6rdert. B\u00fcrckel hatte in seiner gesamten Laufzeit alle Parteigenossen, die irgendwie Einfluss aus\u00fcben konnten, bewusst nach seinen eigenen Kriterien ausgew\u00e4hlt und so sich in seinem<\/p>\n<p>Umfeld eine \u201cHausmacht\u201d geschaffen. <\/p>\n<p>1926 hatte B\u00fcrckel auch \u201cDer Eisenhammer\u201d gegr\u00fcndet und war dessen Herausgeber. Hauptschriftleiter war zun\u00e4chst Fritz Hess. Es war eine nationalsozialistische Kampfzeitung, die wohl den St\u00fcrmer von Julius Streicher zum Vorbild hatte und diesem Pamphlet in nichts nachstand. Populistische Hetze,&nbsp; Verleumdungen und pauschale Diskriminierungen geh\u00f6rten zum Instrumentarium des Blattes.Vom 5.5. 1926-30.11. 1932 war Heinrich F\u00f6rster Schriftleiter. Sowohl Hess, als auch B\u00fcrckel und F\u00f6rster hatten&nbsp; mehrere Verurteilungen sowohl von deutschen als auch franz\u00f6sischen Milit\u00e4rgerichten, meist wegen Verleumdung oder \u00fcbler Nachrede, Hess auch wegen Angriffen gegen separatistisch eingestellte Beamte und j\u00fcdische Richter. Allerdings bereiteten die Prozesse vor allem die von F\u00f6rster B\u00fcrckel allm\u00e4hlich Probleme. F\u00fchrende Mitglieder aus der pf\u00e4lzischen NSDAP hatten F\u00f6rster vorgeworfen, dass sein allzu r\u00fcder Ton in den Artikeln immer wieder zu Prozessen f\u00fchrten, die sehr wohl zu vermeiden gewesen w\u00e4ren<\/p>\n<p>und meist verloren gingen. Das verursachte immer h\u00f6here Kosten. Der Angriff richtete sich auch direkt gegen B\u00fcrckel, da dieser F\u00f6rster gew\u00e4hren lasse und nicht einschreite, obwohl dieser seiner Aufgabe als Redakteur nicht gewachsen sei. Damit sei<\/p>\n<p>B\u00fcrckel letztlich f\u00fcr das finanzielle Desaster verantwortlich. Nun erkl\u00e4rte F\u00f6rster um den Monatswechsel Februar\/M\u00e4rz herum, dass er mit sofortiger Wirkung aus seinem Amt als verantwortlicher Redakteur ausgeschieden sei. B\u00fcrckel ernannte Hess als<\/p>\n<p>Stellvertreter in seinem Amt als Gauleiter und erkl\u00e4rte, er lege seinen Posten bis zur Kl\u00e4rung der Vorw\u00fcrfe nieder. Das war aber kein R\u00fccktritt sondern lediglich ein \u201cRuhenlassen\u201d. Es blieb so ohne Wirkung. B\u00fcrckel fuhr unvermindert mit seiner populistischen<\/p>\n<p>Parteiarbeit fort. In Pirmasens und Neustadt sollten am 20. April pomp\u00f6se Feiern zu Hitlers Geburtstag stattfinden. F\u00fcr den 30. April berief er den Gauparteitag nach Landau. Eingeladen waren Hans Dietrich, der f\u00fcr die Nationalsozialistische Freiheitspartei<\/p>\n<p>den Wahlkreis 26 Franken vertrat. Die NSDAP war ja nach dem Hitlerputsch verboten worden war. Dietrich hatte 1928 auch am Eisenhammer mitgearbeitet. Dann Gottfried Feder, der sich ab 1927 zum Wortf\u00fchrer&nbsp; der nationalsozialistischen Wirtschaftspolitik gemacht hatte. Der dritte geladene Reichstagsabgeordnete war Georg Strasser. Er hatte den revolution\u00e4ren Sozialismus gepr\u00e4gt, den ja auch B\u00fcrckel vertrat. Strasser vertrat allerdings demokratische Grunds\u00e4tze, die B\u00fcrckel radikal ablehnte.<\/p>\n<p>Auch drei bayrische Landtagsabgeordnete waren eingeladen. Auch Hitler sollte an diesem Gauparteitag teilnehmen. Ob das aber nur ein geschickter Werbetrick war, l\u00e4sst sich nicht feststellen. Denn die ganze Veranstaltung fand gar nicht statt. Der Stadtrat von Landau lehnte es n\u00e4mlich ab, den Gro\u00dfen Festhallensaal zur Verf\u00fcgung zu stellen. Das Reichsbanner, die 1924 gegr\u00fcndete \u201c\u00fcberparteiliche Schutzorganisation der Republik und der Demokratie im Kampf gegen Hakenkreuz und Sowjetstern\u201d wie der SPD-Politiker Otto H\u00f6rsing, der sie ins Leben gerufen hatte, sie 1931 charakterisierte k\u00fcndigte f\u00fcr 1927 ebenfalls eine Maifeier in Landau an. Da waren Zusammenst\u00f6\u00dfe zu erwarten. B\u00fcrckel hatte zwar pers\u00f6nlich beim Stadtrat vorgesprochen, hatte aber keinen Erfolg.<\/p>\n<p>Diese Schlappe war aber wohl einkalkuliert. Er schlachtete das auch sofort aus. Vor allem j\u00fcdische Stadtr\u00e4te hatten sich gegen die \u00dcberlassung der Stadthalle aus. Nat\u00fcrlich setzte B\u00fcrckel seine antij\u00fcdischen Hasstiraden fort und im Eisenhammer orakelte<\/p>\n<p>er \u201cAuch f\u00fcr Landauer Juden wird kommen der Tag\u201d.<\/p>\n<p>Er forcierte nun die Parteiorganisation. Er Bezirksgruppen, zuerst in Zweibr\u00fccken, Neustadt und Kusel und Ludwigshafen, danach in Landau und Frankenthal. Unabh\u00e4ngige propagandistischen Eigeninitiativen wurden von der Gauleitung nicht mehr geduldet.<\/p>\n<p>Jede geplante Aktion und T\u00e4tigkeit musste von ihm gebilligt werden. Nat\u00fcrlich f\u00fchrte er den wachsenden Erfolg auf seine straffe Parteif\u00fchrung zur\u00fcck<\/p>\n<p>Im Jahr 1927 hatte die NSDAP in der Pfalz ein deutliches Wachstum und auch einen Machtzuwachs verzeichnet.<\/p>\n<p>Am 1. Juli 1927 wurde die Gauleitung von Lambrecht nach Neustadt verlegt. Ein ehrenamtlicher Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer wurde eingestellt, der B\u00fcrckel entlasten sollte. Ein Untersuchungs-und Schlichtungsausschuss wurde als Parteigericht eingesetzt.<\/p>\n<p>Er lie\u00df sich zwar beraten. Aber die letzte Entscheidung behielt sich B\u00fcrckel immer vor. In seinem Gau galt das F\u00fchrerprinzip auf Gauebene uneingeschr\u00e4nkt. Gehorsam und Unterordnung waren f\u00fcr B\u00fcrckel wichtiger als Eigeninitiative.<\/p>\n<p>Die Querelen mit F\u00f6rster gingen aber auch 1927 weiter. Er hatte sich mit der franz\u00f6sischen Besatzungsmacht angelegt. Er wurde mehrfach zu Freiheitsstrafen verurteilt , vor allem aber drohte die Interalliierte Rheinkommission ein<\/p>\n<p>Verbot des Eisenhammer an. Nun musste B\u00fcrckel einschreiten. Er schr\u00e4nkte den redaktionellen Verantwortungsbereich F\u00f6rsters stark ein und nahm die propagandistische Leitung des Verlags selbst in die Hand. Als seinen Stellvertreter<\/p>\n<p>setzte er Ernst Ludwig Leyser ein. Dieser hatte NSDAP-Ortsgruppe in Neustadt&nbsp; und der SA-Sturm-Ortsgruppe Neustadt gegr\u00fcndet. Leyser stand B\u00fcrckel, wie alle, die von ihm auf irgendwelche Posten gesetzt wurden, loyal zur Seite.<\/p>\n<p>Das&nbsp; Jahr 1928 war ein wichtiges Jahr f\u00fcr die NSDAP in der Pfalz. Am 28. Mai 1928 fand die Reichstagswahl statt und bei dieser Wahl trat die pf\u00e4lzische NSDAP erstmals mit einer eigenen Liste an.<\/p>\n<p>Mit enormem Aufwand startete die Partei. Zahlreiche \u00f6ffentliche Veranstaltungen, Flugbl\u00e4tter und Tausende von Plakaten brachten aber einen kaum nennenswerten Mitgliederzuwachs. B\u00fcrckel erkannte,dass es taktisch falsch<\/p>\n<p>war, sich mit der Propaganda auf die st\u00e4dtische Mittelschicht zu konzentrieren, die l\u00e4ndliche Bev\u00f6lkerung, auch als W\u00e4hlerschicht, aber zu vernachl\u00e4ssigen. Das l\u00e4ndlichen Gebiete der Nordpfalz wurden nun in verst\u00e4rkte Werbeaktionen einbezogen<\/p>\n<p>und diese waren erfolgreich. B\u00fcrckel sah sich best\u00e4tigt. In den St\u00e4dten hatte die Partei bereits Fuss gefasst. Sie war in allen St\u00e4dten vertreten nur in der Kreishauptstadt Speyer noch nicht. Am 10. M\u00e4rz 1928 veranstalte B\u00fcrckel eine gro\u00dfe Veranstaltung in Speyer mit dem <\/p>\n<p>Reichstagsabgeordneten Friedrich. Nur wenige Tage sp\u00e4ter wurde die Speyrer Ortsgruppe sowie ein SA-Sturm gegr\u00fcndet. Die Ortsgruppe hatte Rudolf Trampler gegr\u00fcndet, der von Joseph Goebbels sp\u00e4ter am 21. August 1933 zum Landeskulturwart<\/p>\n<p>der Reichspropagandastelle Rheinpfalz ernannt wurde. In den letzten beiden Kriegsjahren bekleideter er das Amt des Oberb\u00fcrgermeisters von Speyer.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/8709-Rudolf-Trampler.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"8709-Rudolf Trampler\" style=\"border-left-width: 0px; border-right-width: 0px; background-image: none; border-bottom-width: 0px; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-top-width: 0px\" border=\"0\" alt=\"8709-Rudolf Trampler\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/8709-Rudolf-Trampler_thumb.jpg\" width=\"157\" height=\"244\"><\/a><\/p>\n<p>Am 28. Mai 1928 fand die Reichstagswahl statt. F\u00fcr die NSDAP verlief sie entt\u00e4uschend. Sie hatte 2,6 % der Stimmen erzielt, 0,4&nbsp; weniger als bei den letzten Wahlen. Sie verlor auch 2 Abgeordnete und hatte im Reichstag jetzt 12 Sitze.<\/p>\n<p>Zugewonnen hatte dagegen die SPD mit 3,8 % Zuwachs und 22 Mandaten mehr. Auch die KPD verzeichnete Gewinne und zwar 1,7 % und 9 Mandate mehr. Noch etwas mehr konnte die Reichspartei des deutschen Mittelstandes dazu gewinnen,<\/p>\n<p>n\u00e4mlich 2,2% Stimmenzuwachs und 11 Mandate mehr.&nbsp; Es war eigentlich ein gef\u00e4hrliches Ergebnis, denn die b\u00fcrgerlichen Parteien schlossen daraus, die NSDAP habe ihren Zenit bereits \u00fcberschritten. B\u00fcrckel konnte aber mit \u201cseinem\u201d<\/p>\n<p>Ergebnis mehr als zufrieden sein. Die NSDAP hatte in der Pfalz 5,7 % der Stimmen geholt, mehr als doppelt soviel wie auf Reichsebene und das Ergebnis der Wahlen von 1924 hatte er verdreifacht. 1924 entfielen auf die NSDAP 1,9 % der Stimmen.<\/p>\n<p>Das machte nat\u00fcrlich B\u00fcrckel innerhalb der NSDAP stark. Bei Hitler stand er ohnehin in hohem Ansehen. Die NSDAP erh\u00f6hte ihre Werbeanstrengungen in den Bezirken Landau und Bergzabern. Das zahlte sich bereits ein Jahr sp\u00e4ter bei den Kommunalwahlen aus.<\/p>\n<p>Zwei Monate nach den Wahlen fand auch der erste Gauparteitag in Pirmasens statt. Auch ein publikumswirksamer Marsch von 300 SA-Leuten durch Pirmasens wurde durchgef\u00fchrt. Die b\u00fcrgerliche Presse berichtete dar\u00fcber nichts.<\/p>\n<p>Sie hatte sich ohnehin f\u00fcr \u201cTotschweigen\u201d entschieden. Die weitere Entwicklung zeigt, dass da nicht unbedingt der richtige Weg war.<\/p>\n<p>B\u00fcrckel schliff weiter an seiner Parteiorganisation. In seinem F\u00fchrungskader sorgte er f\u00fcr rhetorisch besonders geschulte Parteiredner. Damit konnte er die Zahl seiner Veranstaltungen steigern. Der Zustrom potentieller W\u00e4hler nahm zu.<\/p>\n<p>Er suchte die Auseinandersetzung mit den anderen Parteien auf seine Art. \u00d6ffentliche Kundgebungen lie\u00df er oft -und zeitgleich mit Veranstaltungen der anderen Parteien abhalten. Er hoffte so, die Zuh\u00f6rer f\u00fcr sich zu gewinnen.<\/p>\n<p>F\u00fcr das Jahr 1929 verlangte er von seinen Parteigenossen bedingungslosen und r\u00fccksichtslosen pers\u00f6nlichen Einsatz. Angst vor Stra\u00dfenk\u00e4mpfen oder Saalschlachten durfte es nicht geben. Nur dabei sein,<\/p>\n<p>war nicht genug. Nur die KPD postulierte eine \u00e4hnliche Hingabe. Logische Folge war, dass die gewaltt\u00e4tigen Auseinandersetzungen haupts\u00e4chlich zwischen dem Roten Frontk\u00e4mpferbund der KPD und der SA stattfanden.<\/p>\n<p>1929&nbsp; lie\u00df er wieder prominente NS-Parteif\u00fchrer auftreten. Goebbels sprach am 6. M\u00e4rz 1929 erst in Zweibr\u00fccken und einige Stunden sp\u00e4ter in Pirmasens. Gottfried Feder trat drei Tage sp\u00e4ter in Speyer auf. Der Erfolg zeigte sich rasch.<\/p>\n<p>In der Nordpfalz entstanden neue Ortsgruppen, in Frankenthal erh\u00f6hte sich die Mitgliederzahl um 40 %.<\/p>\n<p>Nach den Kommunalwahlen war die Partei fast in allen Gemeinden vertreten. In Landau hatte die Partei erstmals kandidiert und hatte bei ihrer ersten Wahl sofort mit der SPD gleichgezogen.<\/p>\n<p>1930 scheiterte die letzte parlamentarische Regierung der Weimarer Republik im M\u00e4rz 1930. Hindenburg ernannte nun den Zentrumspolitiker Heinrich Br\u00fcning, der zun\u00e4chst mit der Notverordnung zur Sicherung von Wirtschaft und Finanzen<\/p>\n<p>regierte. Als auf Antrag der SPD diese gem\u00e4\u00df Artikel 48 in der Weimarer Verfassung das Parlament von seinem Recht Gebrauch machte, die Notverordnung wieder aufzuheben, bat Br\u00fcning Hindenburg den Reichstag aufzul\u00f6sen.<\/p>\n<p>Die Neuwahlen wurden f\u00fcr den 14. September 1930 festgelegt. Bei der NSDAP gab es eine Premiere. Erstmals organisierte Joseph Goebbels den Wahlkampf der Nationalsozialisten zentral. Man verzichtete weitgehend auf antisemitistische Parolen.<\/p>\n<p>Man prangerte den Verfall Deutschlands im \u201cSystem Weimar\u201d an, beschwor die Volksgemeinschaft. Wichtiges Thema war nat\u00fcrlich die Weltwirtschaftskrise, die als Komplott gegen Deutschland dargestellt wurde. Hitler engagierte sich in diesem Wahlkampf enorm. Zwischen dem 3. August und dem 13.September trat er in mehr als 20 Gro\u00dfveranstaltungen als Hauptredner auf. F\u00fcr B\u00fcrckel war diese Wahl in doppelter Hinsicht bedeutsam. Erstens&nbsp; wollte er nat\u00fcrlich ein beeindruckendes Ergebnis erzielen. Vor allem aber kandidierte er erstmals in einer Listenverbindung mit dem Wahlkreis Franken erstmals als Abgeordneter f\u00fcr die pf\u00e4lzische NSDAP, und das mit ausdr\u00fccklicher Billigung Hitlers. Hitler unterst\u00fctzte B\u00fcrckel auch pers\u00f6nlich. Auf einer der Gro\u00dfveranstaltungen<\/p>\n<p>trat er am 26. August 1930 in der Eberthalle in Ludwigshafen auf. Das war das erste offizielle Auftreten Hitlers in der Pfalz. Am 30. Juni 1930 war Frankreich aus Mainz und der Pfalz abgezogen, nachdem Deutschland am 21. August 1929 den Youngplan angenommen<\/p>\n<p>hatte, der die deutschen Reparationsverpflichtungen neuregelte. Darin war auch der Abzug Frankreichs festgelegt worden.<\/p>\n<p>Es war ein blutiger Wahlkampf mit Zusammenst\u00f6\u00dfen, Stra\u00dfenschlachten und auch mit Toten. Am 14. September wurde gew\u00e4hlt, mit einer Wahlbeteiligung von 82,0 %, man vergleiche das mal mit der Wahlbeteiligung von heute!<\/p>\n<p>Die NSDAP erzielte erdrutschartige Erfolge. Sie bekam 18, 3 % der Stimmen, was gegen\u00fcber der letzten Wahl einen Zuwachs von 15,7 % der Stimmen bedeutete. Mandate erhielt sie 107, also 95 mehr als 1928 und war hinter der SPD zweitst\u00e4rkste<\/p>\n<p>Kraft. Die SPD hatte 10 Sitze verloren, war aber mit 143 Sitzen immer noch st\u00e4rkste Kraft. Nur die KPD (+ 2,5 %) und die Christlich-Nationale Bauern-und Landvolkpartei (+ 1,3 %) konnten Zugewinne erzielen.<\/p>\n<p>Die pf\u00e4lzische NSDAP lag auch bei dieser Wahl mit 22, 8 % der Stimmen deutlich \u00fcber dem Reichsschnitt und auch \u00fcber Bayern, wo die Nationalsozialisten 17,9 % errangen. In der Pfalz hatte die NSDAP sogar die SPD mit 0,4 % hinter sich gelassen<\/p>\n<p>und war die st\u00e4rkste Kraft geworden. Sie hatte 2, die SPD dagegen nur 1 Mandat errungen. Das 4. Pf\u00e4lzer Mandat erhielt die Bayrische Volkspartei, die mit 12,8 % knapp vor dem Zentrum&nbsp; (12,1 %)<\/p>\n<p>Eine Sonderstellung nahm das Dorf Darstein ein. Es war die erste Gemeinde deutschlandweit mit 100 % Stimmen f\u00fcr die NSADAP. Das Dorf hatte bei 156 Einwohnern&nbsp; 106 W\u00e4hler. Nat\u00fcrlich bejubelte die nationalsozialistische Presse dieses Ergebnis.<\/p>\n<p>Der Eisenhammer schrieb in seinem Artikel \u201cEin rein nationalsozialistisches Dorf\u201d Darstein sei Vorbild f\u00fcr das ganze Reich. Als die Nazis an der Macht waren, wurde es zum Ehrendorf der NSDAP ernannt,. 1936 wurde in K\u00f6penick sogar eine Stra\u00dfe nach Darstein benannt. Den \u201cDarsteiner Weg\u201d gibt es heute noch, er \u00fcberdauerte sogar den Sozialismus. Darstein war \u00fcbrigens protestantisch, die Konfessionsgrenzen waren damals sehr scharf. In katholischen Gemeinden waren meist halb so hoch wie in protestantischen Gemeinden. Auch die Gemeindegr\u00f6\u00dfe spielte eine Rolle. Je kleiner der Ort, desto gr\u00f6\u00dfer die Chance f\u00fcr die Nationalsozialisten. So hatte sich die Strategie, in l\u00e4ndlichen Gegenden zu agitieren,&nbsp; als richtig erwiesen.<\/p>\n<p>Neben B\u00fcrckel kam Wilhelm Frick f\u00fcr die Pfalz in den Reichstag. Er war 1930 Innenminister in Th\u00fcringen und damit der erste nationalsozialistische Minister \u00fcberhaupt in Deutschland. Er hatte am Hitlerputsch teilgenommen und Hitler<\/p>\n<p>sch\u00e4tzte ihn als \u201cdurchgekochten Nationalsozialisten\u201d.<\/p>\n<p>F\u00fcr B\u00fcrckel war die Wahl voll aufgegangen. Seine parteiinternen Gegner verstummten.&nbsp; Nun war er pl\u00f6tzlich \u00fcber seinen Gau hinaus bekannt geworden. Er wurde \u00f6ffentlich wahrgenommen.<\/p>\n<p>Ab 1930 hatte B\u00fcrckel au\u00dfer dem Eisenhammer auch die NSZ-Rheinfront herausgegeben. Sehr schnell wandelte er diese in eine GmbH um, die finanziellen Schwierigkeiten des Eisenhammers, die er ja erlebt hatte, hatten ihn zu diesem Schritt gebracht.<\/p>\n<p>Mit Billigung Hitlers hatte er diese Mitte der 30-iger Jahre in die \u201cJosef-B\u00fcrckel-Stiftung \u201c eingebracht. Sie umfasste ein gro\u00dfes Verlagssystem. Seine Pf\u00e4lzer Parteigenossen trieb er zur st\u00e4ndigen Abonnentenwerbung an. Au\u00dferdem erhielten alle Parteigenossen<\/p>\n<p>die Anweisung, nur in der NSZ-Rheinfront zu inserieren. Au\u00dferdem wurden alle Parteigenossen mit Parteiausschluss bedroht, wenn sie eine nicht nationalsozialistische oder neben der NSZ-Rheinfront noch eine Nicht-NS-Zeitung abonniert hatten.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem war es ihnen verboten, in anderen Zeitungen zu inserieren. Gegen die anderen Pf\u00e4lzer Presseorgane wurde recht hemds\u00e4rmelig vorgegangen. Amtliche Bekanntmachungen oder Anzeigen wurden ohne R\u00fccksicht auf bestehende<\/p>\n<p>Vertr\u00e4ge entzogen.Dann wurden oft polemisch-verleumderische Vorw\u00fcrfe gegen Redakteure und Verlagsleitungen erhoben. Man machte den Zeitungen also das Leben schwer, wo es nur ging. Bald war die NSZ-Rheinfront das auflagenst\u00e4rkste<\/p>\n<p>Presseorgan der Pfalz. Erstaunlich aber ist, dass sich B\u00fcrckel mit seinem Verlag, dessen Reichweite sich weit \u00fcber die Pfalz hinaus erstreckte, \u00fcber Metz, Nancy,Riga, Kiew, Athen bis nach Tromsoe, der Zentralisierung der regionalen Parteizeitungen<\/p>\n<p>durch die Parteileitung widersetzen konnte. Max Amann war seit 1933 Pr\u00e4sident der Reichspressekammer, einer Unterabteilung der von Goebbels geleiteten Reichskulturkammer. Er kontrollierte praktisch die gesamte deutsche Presse. In diesem Dreigestirn<\/p>\n<p>um die Macht im Pressewesen war noch Dr. Otto Dietrich, der am 30.April 1933 zum Vorsitzenden des Reichsverbandes der Deutschen Presse gew\u00e4hlt wurde. Goebbels setzte sich erst Ende M\u00e4rz 1945, kurz vor seinem Selbstmord endg\u00fcltig durch.<\/p>\n<p>B\u00fcrckel hatte aber die Stellung seines Presseimperiums wahren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>1927 hatte sich in Berliner Gro\u00dfbetrieben so etwas wie eine nationalsozialistische Arbeitnehmervertretung gebildet, die sich an der betriebsbezogenen Organisationstruktur der Revolution\u00e4ren Gewerkschafts-Opposition der KPD orientierte.<\/p>\n<p>1928 wurde daraus die NSBO, die Nationalsozialistische Betriebszellenorganisation. Die sich versch\u00e4rfende Weltwirtschaftskrise hatte auch die NSBO mehr und mehr in ein sozialistisches Fahrwasser gleiten lassen. Die Reichsleitung der NSDAP<\/p>\n<p>konnte sich daher mit der NSBO zun\u00e4chst nicht anfreunden. Die Reichstagswahlen vom September 1930 hatten aber gezeigt, dass die NSDAP auch bei Arbeitern immer mehr Anklang fand. B\u00fcrckel, der ja ohnehin f\u00fcr die sozialistische Ausrichtung<\/p>\n<p>seiner Partei \u00e4hnlich wie Georg Strasser stand, erkannte sofort die Chancen, die sich daraus ergaben. Und wie er einige Jahre zuvor daf\u00fcr gesorgt hatte, dass sich die NSDAP mit ihrer Werbung auf l\u00e4ndliche Bereiche konzentriert hatte, nahm er nun<\/p>\n<p>die Arbeiterschaft ins Visier.<\/p>\n<p>Ende Januar wurde in Kaiserslautern die \u201cNSBO-Pfaff\u201d gegr\u00fcndet. Pfaff war damals die zweitgr\u00f6\u00dfte N\u00e4hmaschinenfabrik in Europa.Die Arbeit \u00fcbernahm f\u00fcr ihn vor allem Claus Selzer. Er war seit 1930 in Ludwigshafen und dort Ortsgruppen und Kreisleiter <\/p>\n<p>der NSDAP. Ab 1932 war er Reichstagsabgeordneter und 1934 war er Stellvertretender Leiter der NSBO. Seine Karriere beendete er als Generalkommissar von Dnjepropetrowsk, wo er 1944 angeblich an einer Fischvergiftung starb.<\/p>\n<p>Bis Mitte 1931 hatte Selzer bereits 11 NSBO gegr\u00fcndet und mit gro\u00dfem Tempo ging es weiter. Im September gab es bereits 31 Betriebszellen, unter anderem in Ludwigshafen bei der IG Farben, der heutigen BASF.<\/p>\n<p>Organisatorisch vereinfacht wurde die Arbeit durch die Umsiedlung de Gaubetriebszelle nach Neustadt in die R\u00e4ume der Gauleitung, mit Erfolg wie die Zahlen belegen. Zum Jahresende gab es 48 Zellen mit \u00fcber 1000 organisierten Mitgliedern.<\/p>\n<p>Ein halbes Jahr sp\u00e4ter gab es 320 Zellen mit 6.698 organisierten Mitgliedern. Eine wichtige Etappe dahin waren die Betriebsratswahlen im M\u00e4rz 1931. Diese wurden von der Gauleitung so konzentriert angegangen, als ob es sich um eine Reichstagswahl handelte.<\/p>\n<p>\u00d6ffentliche Gro\u00dfveranstaltungen wurden abgehalten. Die Redner waren eigens f\u00fcr die Auseinandersetzung mit den gewerkschaftlichen Gegnern geschult worden. Die NSBO Kandidaten sollten \u00fcber Kenntnisse verf\u00fcgen, die es ihnen erm\u00f6glichte,<\/p>\n<p>die Aufgabe eines Betriebsrates f\u00fcr alle Arbeitnehmer erf\u00fcllen zu k\u00f6nnen. Er selbst hielt sich bei diesen Veranstaltungen v\u00f6llig zur\u00fcck. Es gelang, der breiten \u00d6ffentlichkeit den Eindruck zu vermitteln, die NSBO sei eine von der NSDAP unabh\u00e4ngige<\/p>\n<p>und nicht von ihr gesteuerte Organisation. Wieder hatte B\u00fcrckel sein politisches Gesp\u00fcr bewiesen, der Partei schon vor 1933 eine neue Zielgruppe zugef\u00fchrt und sich selbst als f\u00e4higen Gauleiter gezeigt und sein pers\u00f6nliches Ansehen beim F\u00fchrer gesteigert.<\/p>\n<p>Die erste Amtszeit des Reichspr\u00e4sidenten Paul von Hindenburg endete am 25. April 1932. Br\u00fcning hatte vorher versucht, die Amtszeit Hindenburgs verl\u00e4ngern zu lassen. Das aber h\u00e4tte eine Verfassungs\u00e4nderung bedurft, zu der eine Zweidrittelmehrheit<\/p>\n<p>notwendig war. Um diese Mehrheit zu bekommen, brauchte Br\u00fcning aber die Stimmen der Rechten. DNVP und NSDAP lehnten Br\u00fcnings Vorschl\u00e4ge ab, obwohl er vor allem Hitler weitreichende Zugest\u00e4ndnisse gemacht hatte. Hitler schlachtete dies sofort aus<\/p>\n<p>und spielte sogar&nbsp; den H\u00fcter der Verfassung. Eine vom Gesetz vorgesehene Volkswahl musste also abgehalten werden. Ein \u201cHindenburgausschuss\u201d wurde ins Leben gerufen, der den bisherigen Pr\u00e4sidenten zur erneuten Kandidatur bewegen sollte.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich erkl\u00e4rte sich Hindenburg bereit, noch einmal zur Wahl anzutreten. Die Harzburger Front war auseinander gebrochen. DNVP und Stahlhelm. Sie wollten Hitler nicht den Sprung ins Pr\u00e4sidentenamt erm\u00f6glichen. Sie stellten mit Theodor Duesterberg einen<\/p>\n<p>eigenen Kandidaten auf. Hitler hatte seinen Hut schon in den Ring geworfen. G\u00f6ring hatte das schon in einer Rede im Sportpalast angek\u00fcndigt. Allerdings war Hitler zu der Zeit staatenlos, konnte also gar nicht kandidieren. Ein Kunstkniff machte es<\/p>\n<p>m\u00f6glich. Im Freistaat Braunschweig regierte eine NSDAP-DNVP-Koalition. Der Freistaat ernannte ihn zum Schein zum Gesandten bei der Landesvertretung in Berlin.Das war ein Staatsbeamter und damit war automatisch die deutsche Staatsb\u00fcrgerschaft<\/p>\n<p>verbunden. F\u00fcr die KPD stand Ernst Th\u00e4lmann zur Wahl. Au\u00dferdem trat noch Gustav A.Winter f\u00fcr die Inflationsgesch\u00e4digten an.<\/p>\n<p>Die Wahlbeteiligung war mit 86,2 % hoch. im ersten Wahlgang erreichte aber keiner der Kandidaten die notwendige absolute Mehrheit, so dass ein zweiter Wahlgang erforderlich war.<\/p>\n<p>Jetzt gen\u00fcgte die einfache Mehrheit. Hindenburg gewann mit 53,1 %. Hitler kam auf 36,7 % der Stimmen. Das war zwar ein deutlicher Zuwachs gegen\u00fcber der Reichstagswahl, 5 Millionen Stimmen mehr. Aber mit der eigenen Propaganda hatte man die Erwartungen so hoch geschraubt, dass das Ergebnis als Niederlage empfunden wurde. In der Pfalz hatte man gegen\u00fcber der Reichstagswahl 90.000 stimmen dazu gewonnen. Man war zwar entt\u00e4uscht aber doch stolz auf den Zugewinn. B\u00fcrckel erkl\u00e4rte seinen Anh\u00e4ngern \u201cDie Schlacht ist aus, der Krieg geht weiter\u201d<\/p>\n<p>Hindenburg hatte seinen Sieg haupts\u00e4chlich den Sozialdemokraten und Katholiken zu verdanken, was er als Schmach empfand. Sein Groll richtete sich aber gegen Br\u00fcning, der sich im Wahlkampf wie kein anderer f\u00fcr ihn eingesetzt hatte.<\/p>\n<p>Das Reparationsproblem stand kurz vor seiner endg\u00fcltigen L\u00f6sung. In der vom 16. Juni bis 9. Juli tagenden Konferenz&nbsp; aller betroffenen Staaten hatte man sich auf v\u00f6llige Streichung der Reparationsschuld Deutschlands geeinigt. Zuvor aber hatte sich Br\u00fcning<\/p>\n<p>die Sympathie der Pr\u00e4sidentenberater verscherzt, vor allem, weil er sich nicht als Marionette benutzen lassen wollte. Das war einmal Otto Meissner, der sowohl Mitarbeiter von Friedrich Ebert als auch von Hindenburg war. Er war engster Mitarbeiter<\/p>\n<p>der Pr\u00e4sidenten Ebert und Hindenburg und arbeitete als Staatssekret\u00e4r im B\u00fcro des Reichspr\u00e4sidenten. Er war aber auch Chef der Pr\u00e4sidialkanzlei des F\u00fchrers und das von 1933-1945. Dann ist Hindenburgs Sohn Oskar der&nbsp; in dieser Zeit als Adjutant seines Vaters gearbeitet hat. Tucholsky sagt \u00fcber ihn. Es sei der \u201cin der Verfassung nicht vorgesehene Sohn des Reichspr\u00e4sidenten\u201d. Der Stuttgarter Historiker Wolfram Pyta schreibt in seiner umfassenden Hindenburgbiographie allerdings, dass Hindenburg sehr wohl gewusst habe, was er tue und nicht von \u201ceiner Kamarilla\u201d gesteuert gewesen sei.<\/p>\n<p>Br\u00fcning hatte auf Wunsch vieler L\u00e4nder, auch Bayerns und Preussens beim Reichspr\u00e4sidenten ein Verbot der SA und SS erwirkt, die er als Hauptursache der politischen Gewalt sah. Das war der Hauptgrund, der Br\u00fcning zu Fall brachte.<\/p>\n<p>Br\u00fcning wollte den ostelbischen G\u00fctern im Mai 1932 eine kr\u00e4ftige Finanzspritze zukommen lassen. Allerdings sollte der Staat nicht mehr sanierungsf\u00e4hige G\u00fcter aufkaufen bzw. ersteigern und diese in Bauernstellen f\u00fcr Arbeitslose aufteilen.<\/p>\n<p>Das wurde beim Pr\u00e4sidenten als \u201cAgrarbolschewismus\u201d denunziert. Der Entlassgrund war gefunden. Hindenburg entzog am 29. Mai dem Kanzler das Recht&nbsp; auf die Anwendung der Notverordnung (Artikel 48 der Weimarer Verfassung).<\/p>\n<p>Br\u00fcning musste zur\u00fccktreten \u201chundert Meter vor dem Ziel\u201d, wie er das selbst empfand. Im Vorfeld hatte es Geheimverhandlungen zwischen Schleicher und Hitler gegeben. Hitler hatte zugesagt, eine neue Regierung parlamentarisch zu tolerieren,<\/p>\n<p>wenn das SA-Verbot aufgehoben w\u00fcrde und Neuwahlen durchgef\u00fchrt wurden. Br\u00fcning wurde also entlassen. Am 31. Juli wurden die Wahlen zum 6. Reichstag festgelegt.<\/p>\n<p>Die Zeit f\u00fcr den Wahlkampf war nun \u00e4u\u00dferst knapp.<\/p>\n<p>Die NSDAP hatte schon gleich nach der Wahl des Reichspr\u00e4sidenten ihre Taktik ge\u00e4ndert. Sie hielt ihre Versammlungen oft in von Linken bevorzugte Kneipen und nahm bewusst gewaltt\u00e4tige Auseinandersetzungen in Kauf. Au\u00dferdem spulte sie ein enormes <\/p>\n<p>Auftrittspensum in der \u00d6ffentlichkeit ab. T\u00e4glich wurden Kundgebungen, Aufm\u00e4rsche und \u00f6ffentliche Versammlungen abgehalten. Das vermittelte den Eindruck gro\u00dfer Tatkraft und man konnte daraus den Schluss ziehen, dass die NSDAP in der Lage sein<\/p>\n<p>werde, die gro\u00dfen Probleme, die anstanden, zum Wohle aller l\u00f6sen zu k\u00f6nnen. Auch Anl\u00e4sse, die nicht mit den Wahlen zusammenhingen, wurden benutzt, Aufmerksamkeit zu erregen.<\/p>\n<p>1932 j\u00e4hrte sich zum Beispiel das Hambacher Fest zum 100. Mal. Reichsinnenminister Dr. Josef Wirth plante zum Jubil\u00e4um eine gro\u00dfe gesamtdeutsche Feier. Die pf\u00e4lzische Presse organisierte das Fest und wollte es frei von parteipolitischen<\/p>\n<p>Aspekten halten. Festredner war Theodor Heuss, Mitglied des Reichstages von 1924 bis 1928 und 1930-1933. B\u00fcrckel sprach von einem demokratischen Rummel. Er erkl\u00e4rte, es sei das Fest eines ersterbenden Systems. Die 1832 beteiligten<\/p>\n<p>Juden, z.B. Ludwig B\u00f6rne \u00fcbersch\u00fcttete er mit antisemitischen Hasstiraden. Verst\u00e4rkt wurde das durch Berichte in der nationalsozialistischen Presse, die sich gegen die Demokratie \u00fcberhaupt wandte. Gleichzeitig wurden die Veranstalter des Festes von 1832 zu<\/p>\n<p>Vork\u00e4mpfern f\u00fcr ein Drittes Deutschen Reichs hochstilisiert.<\/p>\n<p>Zu schaffen machte der NSDAP das SA und SS-Uniformverbot, das ja Br\u00fcning durchgesetzt hatte. Zwar hatte von Papen gem\u00e4\u00df den zwischen Schleicher und Hitler abgemachte Aufhebung des Verbotes am 16. Juni 1932 aufgehoben. Nun setzte der Stra\u00dfenterror wieder ein. Die bayrische Regierung hatte aber gest\u00fctzt auf ihre Polizeihoheit das Verbot bis&nbsp; 30. September 1932 verl\u00e4ngert. F\u00fcr die NSDAP wirkte sich das noch versch\u00e4rfend aus, da die bayrische Regierung alle Aufm\u00e4rsche und Versammlungen&nbsp; unter freiem<\/p>\n<p>Himmel verboten hatte und bei Zuwiderhandlung mit Gef\u00e4ngnisstrafe gedroht hatte. Daraufhin erschienen die bayrischen nationalsozialistischen Abgeordneten in Uniform im Landtag. Trotz mehrfacher Aufforderung verlie\u00dfen sie den Saal nicht.<\/p>\n<p>Daraufhin lie\u00df der Landtagspr\u00e4sident den Saal von der Polizei r\u00e4umen. Von Papen war nun gezwungen, das Verbot aufzuheben. B\u00fcrckel wurde von der Aufhebung des Verbots noch vor der \u00f6ffentlichen Verk\u00fcndigung informiert und organisierte sofort<\/p>\n<p>einen Demonstrationszug von mehr als 300 uniformierten SA und SS M\u00e4nner.Da die Aufhebung noch nicht bekannt war, wurde in der \u00d6ffentlichkeit der Eindruck erweckt, diese M\u00e4nner seien bereit, f\u00fcr ihre politische \u00dcberzeugung auch ins Gef\u00e4ngnis<\/p>\n<p>zu gehen. Punktsieg f\u00fcr B\u00fcrckel.<\/p>\n<p>Am 31. Juli wurde schlie\u00dflich gew\u00e4hlt. Die Wahlbeteiligung war mit 84,1 %&nbsp; wieder sehr hoch. Klarer Sieger war die NSDAP. Sie hatte 37,2 % der Stimmen errungen, gegen\u00fcber 1930 also nochmals ein Zuwachs von 19 % und auch die Zahl ihrer Abgeordneten <\/p>\n<p>hatte sie mehr als verdoppelt. Statt 107 Sitze erhielt sie nun 230, also 123 Mandate mehr als 1930. In der Pfalz aber hatte die NSDAP ein geradezu triumphales Ergebnis erzielt. Sie erzielte 43, 7 % der Stimmen. Sie war st\u00e4rkste Partei in der Pfalz, lag aber auch in ganz S\u00fcddeutschland an der Spitze. Nur Hessen-Nassau kam mit 43,6% ganz knapp an das Pf\u00e4lzer Ergebnis. W\u00fcrttemberg erzielte 30,3 %, Baden 36,9 % Franken 39,9 %. Nur im Osten hatten einige Wahlkreise noch besser abgeschnitten. Reichsweit das beste Ergebnis f\u00fcr die NSDAP holte Schleswig-Holstein mit 51,0 %. B\u00fcrckel hatte mit diesem Resultat die Gunst Hitlers voll erworben und konnte sich nun st\u00e4ndig der R\u00fcckendeckung des F\u00fchrers sicher sein.<\/p>\n<p>Trotz dieses beeindruckenden Wahlergebnisses reichte es nicht zur \u00dcbernahme der Regierungsgewalt. Zur absoluten Mehrheit hatte es f\u00fcr die NSDAP nicht gereicht. Hitler beendete nun die Tolerierung von Papens. Von Schleicher bot Hitler eine Regierungsbeteiligung an. Das lehnte dieser aber ab und forderte eine Neubildung der Regierung unter seiner F\u00fchrung. Aber nur mit BVP und Zentrum&nbsp; zusammen h\u00e4tte Hitler genug Sitze f\u00fcr eine Regierungsbildung gehabt. Einen Reichstagspr\u00e4sidenten<\/p>\n<p>Hermann G\u00f6ring trug das Zentrum mit, mehr aber nicht. Auf eine Regierung Hitler lie\u00df sich Hindenburg nicht ein. Das hielt er f\u00fcr nicht verantwortbar. Also ernannte er&nbsp; nun Franz von Papen zum Reichskanzler. In der einzigen regul\u00e4ren Sitzung des&nbsp; Reichstags erlitt von Papen zwar eine schwere Niederlage, blieb aber zun\u00e4chst im Amt. Der Reichstag wurde aufgel\u00f6st und Neuwahlen f\u00fcr den 6. November 1932 angesetzt.<\/p>\n<p>In den vorausgegangenen&nbsp; Wahlk\u00e4mpfen&nbsp; hatte sich die NSDAP v\u00f6llig verausgabt und auch kr\u00e4ftem\u00e4\u00dfig war man bis an die Grenzen gegangen.<\/p>\n<p>F\u00fcr den nun folgenden Wahlkampf setzte die Pf\u00e4lzer NSDAP&nbsp; eigens hergestellte Tonfilme \u00fcber Auftritte von Hitler, G\u00f6ring und Stra\u00dfer und anderen Parteigr\u00f6\u00dfen ein. Das war ein v\u00f6llig neues Werbemittel.<\/p>\n<p>Am 6. November 1932 wurde gew\u00e4hlt. Die Wahlbeteiligung lag mit 80,6 % deutlich niedriger als noch im Juli. Die Nationalsozialisten mussten Verluste hinnehmen. Sie verlor 4,2 und erhielt 33,1% was auch einen Verlust von 34 Sitzen gegen\u00fcber<\/p>\n<p>den Juliwahlen bedeutete. In der Pfalz hatte es immerhin noch f\u00fcr 42,5 % gereicht. Sie lag also mit nur 1,2 % Verlust deutlich unter dem Reichsschnitt. Nur die KPD und die DNVP konnte Zugewinne erzielen. Bemerkenswert sind die Zugewinne der DNVP . Sie hatte n\u00e4mlich die Regierung von Papen unterst\u00fctzt. Man kann das also durchaus auch f\u00fcr eine Zustimmung der Regierung von Papen werten. Allerdings hatte die Wahl keine rechnerisch mehr m\u00f6gliche Mehrheit von NSDAP, BVP und Zentrum mehr erm\u00f6glicht. Nur die klar antiparlamentarischen Parteien NSDAP, KPD und DNVP verf\u00fcgten zusammen \u00fcber eine Mehrheit.<\/p>\n<p>Von Schleicher hoffte, den gem\u00e4\u00dfigten Fl\u00fcgel der NSDAP um Gregor Strasser f\u00fcr eine Regierungsbeteiligung zu gewinnen, was der NSDAP auch innerparteiliche Schwierigkeiten bereitet h\u00e4tte, zumal da ja der Machtkampf zwischen Strasser und Hitler stattfand.<\/p>\n<p>Auch glaubte er, die freien Gewerkschaften ins Boot holen zu k\u00f6nnen. So h\u00e4tte er eine Regierung quer durch alle Lager mit parlamentarischer Mehrheit zustande gebracht. Das Konzept \u00fcberzeugte von Hindenburg. Er entlie\u00df von Papen und beauftragte von<\/p>\n<p>Schleicher mit der Regierungsbildung. Die Gewerkschaften z\u00f6gerten aber. Von Schleicher hatte Strasser die Vizekanzlerschaft und den Posten des preussischen Ministerpr\u00e4sidenten. Strasser aber f\u00fchlte sich Hitler immer noch verbunden und informierte ihn \u00fcber<\/p>\n<p>die Gespr\u00e4che mit von Schleicher. Gleichzeitig beschwor er ihn, von der \u201cAlles oder Nichts\u201d Politik abzugehen und die Vizekanzlerschaft anzunehmen. Dazu f\u00fchlte sich aber Hitler zu stark und lehnte ab. Entt\u00e4uschte legte Strasser am 8. Dezember alle<\/p>\n<p>Partei\u00e4mter nieder und reiste nach Italien ab. Hitler \u00fcbernahm die meisten \u00c4mter selbst, den Rest teilte er unter Goebbels, Darr\u00e9 und Hess auf. Er rief alle Reichstagsabgeordneten der NSDAP ins Palais des Reichspr\u00e4sidenten und lie\u00df sich dort ein \u201cGel\u00f6bnis<\/p>\n<p>unwandelbarer Treue zum F\u00fchrer und Sch\u00f6pfer der Bewegung\u201d geben. Auch die Gauleiter und Landesinspektoren gaben eine \u00f6ffentliche Treueerkl\u00e4rung ab. Ein m\u00f6glicher Putschversuch war so im Vorfeld abgeblockt. Von Schleichers Plan war der zweite wichtige Baustein weggefallen. Strasser zog sich nach dem 30. Januar 1933 ins Privatleben zur\u00fcck und \u00fcbernahm bei der Firma Schering Kahlbaum mit Hitlers Genehmigung eine Direktionsstelle in Berlin. Im Zuge des R\u00f6hmputsches wurde er aber am 30. Juni 1934<\/p>\n<p>von der Gestapo verschleppt und ermordet.<\/p>\n<p>Im gesamten Reich wurden insgesamt 18 Gautagungen durchgef\u00fchrt, bei denen die Parteigenossen \u00fcber die Ereignisse informiert wurden. Die Pf\u00e4lzer Gautagung fand am 11. Dezember 1932 in Neustadt statt. Hauptredner war Dr. Robert Ley, der am<\/p>\n<p>8. Dezember von Hitler zum Reichsorganisationsleiter der NSDAP ernannt worden war. F\u00fcr die Pf\u00e4lzer NSDAP sprachen Willy Schmelcher, der bis 1934 Fraktionsvorsitzender der NSDAP im Stadtrat von Neustadt war, dann Schwitzgebel, der ja schon mit dem Aufbau der SA-Formationen von B\u00fcrckel betraut worden war. Dann sprach nat\u00fcrlich auch B\u00fcrckel, der sich aber immer wieder auf die Gedanken von Gregor Strasser berief.<\/p>\n<p>Nachdem von Schleicher mit seiner Kabinettsbildung nicht vorw\u00e4rts kam, hatte von Papen sich zwei Mal mit Hitler getroffen und zwar am 4. und 10.Januar, ohne dass das von Schleicher wusste. Am 15. Januar war die NSDAP in Lippe bei der<\/p>\n<p>Landtagswahl st\u00e4rkste Kraft geworden. Am 18. Januar sprach von Papen nun mit einem gr\u00f6\u00dferen Kreis. Auch Himmler und R\u00f6hm waren dabei. Am 28. Januar trat von Schleicher zur\u00fcck, da seine Verhandlungen zur&nbsp; Unterst\u00fctzung seiner Regierung&nbsp; erfolglos geblieben waren.<\/p>\n<p>Von Hindenburg aber lehnte von Schleichers&nbsp; Staatsnotstandplan ab. Am 29. Januar einigten sich von Papen und Hitler. Von Papen legte&nbsp; Hindenburg eine Kabinettsliste vor. Am 30. Januar ernannte der Reichspr\u00e4sident Hitler zum Reichskanzler.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Unbenannt.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"Unbenannt\" style=\"border-left-width: 0px; border-right-width: 0px; background-image: none; border-bottom-width: 0px; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-top-width: 0px\" border=\"0\" alt=\"Unbenannt\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Unbenannt_thumb.png\" width=\"244\" height=\"138\"><\/a><\/p>\n<p>Die NSDAP und Hitler waren am Ziel. Zun\u00e4chst waren nur zwei Nationalsozialisten im Kabinett. Wilhelm Frick war Innenminister und Hermann G\u00f6ring war Minister ohne Gesch\u00e4ftsbereich. Am 10. Februar hielt Hitler seine erste gro\u00dfe \u00f6ffentliche<\/p>\n<p>Rede, nachdem er zum Reichskanzler ernannt worden war.<\/p>\n<p>\u201cDeutsches Volk! Gib uns vier Jahre Zeit, dann richte und urteile \u00fcber uns. Deutsches Volk, gib uns vier Jahre, und ich schw\u00f6re dir: So wie wir, und so wie ich in dieses Amt eintrat, so will ich dann gehen. Ich tat es nicht um Gehalt und nicht um Lohn, ich tat es um deiner selbst wegen.\u201c <\/p>\n<p>Nach&nbsp; der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler war der Reichstag am 1. Februar aufgel\u00f6st worden. Deshalb waren Neuwahlen notwendig geworden, die am 5. M\u00e4rz 1933 abgehalten wurden.<\/p>\n<p>Die ver\u00e4nderte Lage hatte auch die Parteikassen wieder prall gef\u00fcllt, vor allem die Industrie hatte jetzt finanziert. B\u00fcrckel setzte bei seinem jetzigen Wahlkampf auch den Rundfunk als neues wirksames Medium ein. Auch neu in der Gaugeschichte,<\/p>\n<p>er band jetzt die Frauen der Parteigenossen aktiv in den Wahlkampf ein.<\/p>\n<p>Vom 27. auf den 28. Februar brannte der Reichstag. Schon am 4. Februar war Verordnung des Reichspr\u00e4sidenten zum Schutze des Deutschen Volkes des Deutschen Volkes erlassen worden. Sie schr\u00e4nkte die Pressefreiheit und die Versammlungsfreiheit<\/p>\n<p>stark ein und wurde vor allem genutzt, den politischen Gegner der NSDAP zu bek\u00e4mpfen. Am Tag nach dem Reichstagsbrand wurde die Verordnung des Reichspr\u00e4sidenten zum Schutz von Volk und Staat erlassen, fast gleichlautend wie die Verordnung<\/p>\n<p>vom 4. Februar. Sie setzte die B\u00fcrgerrechte der Weimarer Republik weitgehend au\u00dfer Kraft. Sie war auch als Reichstagsbrandverordnung bezeichnet worden. Die Strukturen der KPD wurden praktisch zerschlagen. Trotz des rigorosen Einetzens dieses Instrumentes<\/p>\n<p>schaffte die NSDAP die absolute Mehrheit nicht. Die Wahlbeteiligung war mit 88,74 % enorm hoch. Die NSDAP legte nochmals enorm zu, kam aber \u201cnur\u201d auf 43,9 %. Die KPD hatte&nbsp; 4,6 % verloren und kam auf 12,3 %. Wenn man aber bedenkt, welch enormem Terror die KPD ausgesetzt war, ist das gerade unter diesen irregul\u00e4ren Bedingungen ein ganz starkes Ergebnis. In der Pfalz w\u00e4hlten 46,5 % die NSDAP. Einen Sitz gewann man wieder dazu und hatte damit wie bei der Wahl vom Juli 1932 wieder 4 Mandate.<\/p>\n<p>B\u00fcrckel hatte wieder mehr Stimmen als im Reichsdurchschnitt eingefahren. In 11 pf\u00e4lzischen Amtsbezirken war die absolute Mehrheit geschafft worden.Ein total aus dem Rahmen fallendes Ergebnis sei aber auch noch erw\u00e4hnt. War Darstein bei der Wahl von 1930<\/p>\n<p>\u201cein rein nationalsozialistisches Dorf\u201d geworden, so w\u00e4hlte das nur wenige Kilometer entfernt gelegene Hauenstein im M\u00e4rz 1993 mit 92,6 % aller Stimmen die gemeinsame Liste von BVP und Zentrum. Es war damit reichsweit das h\u00f6chste Ergebnis einer nicht nationalsozialistischen&nbsp; Partei. Die NSDAP kam in Hauenstein nur auf 4,8 %.<\/p>\n<p>In Ludwigshafen, der \u201cmarxistischen Hochburg\u201d wurden 34,3 % erreicht. Das waren zwar gut 10 % unter dem Reichsdurchschnitt. Aber&nbsp; B\u00fcrckel lie\u00df das nat\u00fcrlich von einem Fackelzug durch Ludwigshafen feiern. Dem aus Parteiorganisation bestehende<\/p>\n<p>Demonstrationszug schlossen sich Beamtenorganisationen, Milit\u00e4rvereine und berittene Landespolizei an (Wettstein S. 141). Auch forderte er \u201cdie Aufl\u00f6sung des bayrischen Landtages und s\u00e4mtlicher Selbstverwaltungsk\u00f6rper und unverz\u00fcgliche Ausschreibung von<\/p>\n<p>Neuwahlen\u201d (Wettstein ebda). Schlie\u00dflich entspr\u00e4chen sie nicht mehr der Mehrheit des bayrischen Volkes. In Bayern ging das sehr schnell, wobei Bayern das letzte Land war, in dem die Landesregierung abgesetzt wurde.<\/p>\n<p>Den Anfang machte Hamburg noch am Abend der Reichstagswahl. Am n\u00e4chsten Tag folgten&nbsp; L\u00fcbeck Bremen und Hessen. Am 8. Mai waren W\u00fcrttemberg, Baden, Sachsen und Schaumburg-Lippe dran.Am 9. M\u00e4rz 1933 \u00fcbertrug Innenminister Frick die vollziehende Gewalt in Bayern auf Franz Ritter von Epp. Sein Freikorps war schon 1920 an der blutigen Niederschlagung der M\u00fcnchner R\u00e4terepublik beteiligt. Noch am 9. Mai kamen Adolf Wagner, der Gauleiter von M\u00fcnchen, Ernst R\u00f6hm, Heinrich Himmler und Ritter von Epp den bayrischen Ministerpr\u00e4sidenten Heinrich Held auf und erkl\u00e4rten ihn f\u00fcr abgesetzt. Am 10. M\u00e4rz wurde Ritter von Epp zum Reichskommissar ernannt. Am 15. M\u00e4rz legte Held sein Amt nieder und zog sich nach Regensburg ins Privatleben zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Der legislative Teil der \u201cGleichschaltung der L\u00e4nder\u201d war mit den beiden Gesetzen vom 31. M\u00e4rz und 7. April 1933 abgeschlossen. Nachdem die L\u00e4nder praktisch ausgeschaltet waren begann die Nazifizierung. In St\u00e4dten und D\u00f6rfern wurden Nationalsozialisten eingesetzt.&nbsp; Kaiserslautern setzte B\u00fcrckel pers\u00f6nlich den st\u00e4ndigen Stellvertreter des Vorstandes der Polizeidirektion Kaiserslautern Dr. Johannes Beck (Personalangabe nach Joachim Lilla: Staatsminister, leitende Verwaltungsbeamte und (NS-)Funktionstr\u00e4ger in Bayern 1918 bis 1945) ab. Vermutlich wurde er kurzzeitig in Schutzhaft genommen. Was hatte B\u00fcrckel erz\u00fcrnt? Dr. Beck&nbsp; hatte bei einer Wahlversammlung am 20. Februar den Gastredner und ehemaligen Reichskanzler Br\u00fcning eigenh\u00e4ndig in seinem Dienstwagen<\/p>\n<p>zum Versammlungsort in Kaiserslautern gefahren, was B\u00fcrckel zu Rachedrohungen veranlasst hatte, die er nun nur ein paar Wochen sp\u00e4ter in die Tat umsetzen konnte. Am 10. M\u00e4rz wurde auch schon das ein so genanntes Schutzhaft- und Arbeitslager in Neustadt in der ehemaligen Turennekaserne eingerichtet. Es war eines der ersten Lager dieser Art in Deutschland. In Neustadt wird am 10. M\u00e4rz Dr. Forthuber seines Amtes als Oberb\u00fcrgermeister enthoben und in Schutzhaft genommen. Er wurde durch RA Rudolf Hamann ersetzt. Dieser war seit 1927 niedergelassener Rechtsanwalt in Kaiserslautern. Am 1. 3. 1932 war er in die NSDAP eingetreten. Er war dann als Gauredner und Schulungsredner t\u00e4tig. Von 1932-1935 war er SA-Rechtsberater bei der Brigade 151.<\/p>\n<p>Mit Dr. Forthuber hatte sich B\u00fcrckel eine regelrechte Prozessfehde geliefert, die im Jahr 1926 anfing und die sich \u00fcber Jahre erstreckte (s.o. den Streit um F\u00f6rster, Redakteur des Eisenhammer.)<\/p>\n<p>Am 17. M\u00e4rz ordnete er S\u00e4uberungen an. Gleichzeitig forderte er alle j\u00fcdischen B\u00fcrgermeister und Stadtr\u00e4te auf, ihre \u00c4mter niederzulegen.Und als Drohung schob er nach, dass wer sich weigere, in Schutzhaft und ins Arbeitslager Neustadt gebracht w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich gab es auch in der Pfalz B\u00fccherverbrennungen, schon am 26. M\u00e4rz in Kaiserslautern, dann&nbsp; am 10. Mai 1933 in Landau, am 13. Mai in Oppau, am 14. Mai in Neustadt.Gaukulturwart war Kurt K\u00f6lsch.Er hatte seine Lehrerausbildung an der Lehrerbildungsanstalt in Kaiserslautern gemacht. Er hatte B\u00fcrckel kennengelernt, war von diesem 1930 in die NSDAP \u2013Rheinpfalz und in den Nationalsozialistischen Lehrerbund eingef\u00fchrt worden. Schon im Dezember wurde er von B\u00fcrckel zum Leiter der Abteilung Rasse und Kultur ernannt. Dann war er Gaukulturwart der Westmark.<\/p>\n<p>Am 21. M\u00e4rz wurde das Parlament feierlich er\u00f6ffnet. Der Tag ist als \u201cTag von Potsdam\u201d in die Geschichte eingegangen. Die Abgeordneten mit Ausnahme der SPD und KPD nahmen an einem Festakt teil an dem auch der Reichspr\u00e4sident anwesend war.<\/p>\n<p>Hitler \u2013 in Cut und Zylinder !- verneigte sich vor von Hindenburg und gab ihm die Hand. \u201cDer Gefreite und der Feldmarschall\u201d. Goebbels hatte das alles sehr publikumswirksam inszeniert. Selbst das Datum war mit Bedacht gew\u00e4hlt worden.<\/p>\n<p>Am 21. M\u00e4rz 1871 hatte sich n\u00e4mlich der erste deutsche Reichstag konstituiert. Auch der Ort war mit Potsdam sehr bewusst gew\u00e4hlt worden. Potsdam, die Residenzstadt Friedrichs des Gro\u00dfen. Man versuchte also eine Linie zu ziehen von Friedrich<\/p>\n<p>\u00fcber Bismarck und dann zu Hitler. Am n\u00e4chsten Tag fand die konstituierende Sitzung des Reichstages in der Krolloper statt, die Ausweichquartier war, weil der Reichstag wegen des Brandes nicht ben\u00fctzt werden konnte.<\/p>\n<p>Am 22. M\u00e4rz wurde das erste Konzentrationslager in Dachau in Betrieb genommen. Der n\u00e4chste Tag aber ebnete den Weg in die Diktatur. Am 23. M\u00e4rz wurde n\u00e4mlich \u00fcber das \u201cErm\u00e4chtigungsgesetz\u201d abgestimmt,<\/p>\n<p>das \u201cGesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich<em>\u201d. <\/em>Hitler wurde erm\u00e4chtigt, Gesetze zu erlassen ohne Mitwirkung der Legislative. Das galt auch f\u00fcr Vertr\u00e4ge mit dem Ausland. Die so beschlossenen Gesetze konnten von der Verfassung<\/p>\n<p>abweichen. Weder ein Reichstagsausschuss noch der Reichsrat konnten Kontrolle aus\u00fcben oder nachtr\u00e4glich die Aufhebung beantragen. Das Gesetz sollte 4 Jahre gelten. Die Abgeordneten der KPD waren bereits alle inhaftiert oder wie Innenminister Frick das s\u00fcffisant kommentierte \u201cdurch n\u00fctzliche Arbeiten in den Konzentrationslagern\u201d am Erscheinen gehindert. Alle 81 Abgeordneten waren entweder inhaftiert, geflohen oder untergetaucht. Auch von den 120 SPD Abgeordneten konnten nur noch 94 an der Abstimmung teilnehmen. Von der SPD waren 26 Abgeordnete entweder in Haft oder geflohen. W\u00e4hrend der Abstimmung waren illegal bewaffnete SA und SS Angeh\u00f6rige im Reichstag anwesend. Otto Wels, Reichstagsabgeordneter und SPD-Vorsitzender,<\/p>\n<p>wandte sich in seiner Rede gegen die Annahme des Gesetzes. Es war praktisch die letzte freie Rede im Parlament. Wels stand dann auch im August 1993 prompt auf der ersten Ausb\u00fcrgerungsliste des Deutschen Reiches und erhielt die deutsche Staatsangeh\u00f6rigkeit<\/p>\n<p>aberkannt. Zentrum und BVP hatten f\u00fcr ihre Partei Fraktionszwang f\u00fcr die Abstimmung durchgesetzt und stimmte, wenn auch nach langen innerparteilichen Debatten dem Gesetz zu. Der Reichstag hatte sich damit selbst entmachtet.<\/p>\n<p>Der Terror hatte schon seit dem 10. M\u00e4rz in Bayern und der Pfalz eingesetzt. Bis zum 13. M\u00e4rz waren schon 2000 Menschen in \u201cSchutzhaft\u201d genommen worden. Im April waren es 5000. (Zahlen nach Matthias Becker in Geschichte von unten.de)<\/p>\n<p>Die Gewalt um den 10. M\u00e4rz war auch B\u00fcrckel aus dem Ruder gelaufen, so stark dass sich der M\u00fcnchner Gauleiter Adolf Wagner und bayrische Innenminister gezwungen sieht, einen Funkbefehl absenden zu lassen, der besagt \u201cEigentum und Freiheit der Person<\/p>\n<p>gegen ungesetzliche Eingriffe durch Dritte zu sch\u00fctzen (bei Wettstein S. 145). Mit der Errichtung des KZ Dachau wurde Heinrich Himmler, der Reichsf\u00fchrer SS zum politischen Polizeikommissar in Bayern ernannt.Das beendete die willk\u00fcrlichen Verhaftungen von<\/p>\n<p>Regimegegner und solche, sie man daf\u00fcr ansah nicht, sondern brachte sie lediglich in geordnete Bahnen. B\u00fcrckel ordnete nach Rundfunkansprachen von Hitler an, dass die gesamte SA und SS, soweit sie nicht in die Hilfspolizei eingegliedert sind, ihrer gewohnten T\u00e4tigkeit wieder nachzugehen h\u00e4tten. auch sollten wachen vor Bezirks\u00e4mtern eingezogen werden, Gewerkschaftsh\u00e4usern wieder ihrer urspr\u00fcnglichen Bestimmung zugef\u00fchrt werden und Zeitungsgeb\u00e4ude ger\u00e4umt werden.<\/p>\n<p>Damit die geplanten S\u00e4uberungsmassnahmen im Sinne de Nazis laufen konnten, hatte Reichskommissar Ritter von Epp angeordnet, dass jedem der bayrischen Regierungspr\u00e4sidenten ein Sonderkommissar der SA beigeordnet wurde. Die ernannte<\/p>\n<p>SA-Chef Ernst R\u00f6hm. F\u00fcr die Pfalz war das Fritz Schwitzgebel, ein wie oben schon gezeigt ein B\u00fcrckel loyal ergebener SA-F\u00fchrer, der nat\u00fcrlich sein volles Vertrauen besass. B\u00fcrckel hatte es immer verstanden, alle wichtigen Schaltstellen mit seinen Gefolgsleuten zu<\/p>\n<p>besetzen, was ihm half, seine Macht innerhalb des Apparates zu sichern. An ihm ging nichts vorbei und er behielt sich immer die letzte Entscheidung vor, obwohl laut R\u00f6hm der Sonderkommissar der \u201cHerr in seinem Bezirk sein soll, dem sich alles unterordnen soll\u201d<\/p>\n<p>(nach Wettstein S. 150)<\/p>\n<p>Ein weiterer Schritt auf dem Weg in die Gleichschaltung war das &#8222;Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums&#8220;, das Wilhelm Frick gedeckt durch das Erm\u00e4chtigungsgesetz am 7. April 1933 erlie\u00df. Das Gesetz legte fest, dass \u201cBeamte nach Ma\u00dfgabe<\/p>\n<p>der folgenden Bestimmungen aus dem Amt entlassen werden (k\u00f6nnen), auch wenn die nach dem geltenden Recht hierf\u00fcr erforderlichen Voraussetzungen nicht vorliegen.\u201d \u00a71. \u00a7 3 sagte, \u201cBeamte, die nicht arischer Abstammung sind, sind in den Ruhestand zu versetzen. Nur Frontk\u00e4mpfer aus den Jahren 1914-1918 waren davon ausgenommen. Dieses \u201cFrontk\u00e4mpferprivileg\u201d hatte der Reichspr\u00e4sident von Hindenburg von Hitler eingefordert. Zum Erstaunen er Nazis erf\u00fcllten diese Bedingung eine erstaunliche hohe Zahl<\/p>\n<p>von Beamten so dass noch gut die H\u00e4lfte der rund 5000 j\u00fcdischen Beamten im Amt bleiben konnten. Erst die Verordnung zum Reichsb\u00fcrgergesetz vom 14. November 1935 schuf die Voraussetzung alle j\u00fcdischen Beamten zu entlassen, da sie den Beamtenstatus von<\/p>\n<p>einer neugeschaffenen Reichsb\u00fcrgerschaft kn\u00fcpfte. Es gab nun eine gesetzliche Grundlage und b\u00fcrgerliche Kreise begr\u00fc\u00dften, dass die Judenfrage geregelt war, zumal es eine durchaus herrschende Meinung war, dass&nbsp; ein \u201c\u00fcberm\u00e4chtiger Einfluss der j\u00fcdischen Fremdkultur\u201d herrsche, und dass es durchaus in Ordnung war, wenn dieser beschnitten wird. Auf Druck der NSDAP wurde der \u201cArierparagraph\u201d schnell&nbsp; auf nahezu alle Organisationen, berufsst\u00e4ndische Vereinigungen und Verb\u00e4nde ausgedehnt.<\/p>\n<p>Ebenfalls am 7. April wurde das Gesetz \u00fcber die Zulassung zur Rechtsanwaltschaft erlassen, allerdings auch mit der Einschr\u00e4nkung des Frontk\u00e4mpferprivilegs.<\/p>\n<p>Das Gesetz gegen die \u00dcberf\u00fcllung deutscher Schulen und Hochschulen&#8220; vom 25. April 1933 begrenzte die Neuzulassung j\u00fcdischer Sch\u00fcler entsprechend dem j\u00fcdischen Bev\u00f6lkerungsanteil auf 1 1\/2 % Im September wurde <\/p>\n<p>die Reichskulturkammer gegr\u00fcndet, das bedeutete dass Juden aus der Presse sowie aus k\u00fcnstlerischen und freien Berufen ausgeschlossen wurden. <\/p>\n<p>Am 29. September 1933 folgte das Erbhofgesetz. Der Besitz eines vererbbaren Hofes war nun an arische Abstammung gebunden. In&nbsp; einem Dreivierteljahr nach der Machtergreifung waren die Juden aus allen beruflichen und gesellschaftlichen Bereichen <\/p>\n<p>per Gesetz verdr\u00e4ngt worden.<\/p>\n<p>Beim Kampf gegen Warenh\u00e4user in \u201cj\u00fcdischem Besitz\u201d war man in der Pfalz schneller als bei der Ausgrenzung der Juden per Gesetz aus dem \u00f6ffentlichen Leben. Der reichsweite \u201cJudenboykott\u201d ab 1. April 1933 begann in Ludwigshafen schon am 13. M\u00e4rz.<\/p>\n<p>die 4 (j\u00fcdischen) Kaufh\u00e4user Wronker, Rothschild, Brandt und Tietz mussten ihre Erfrischungsr\u00e4ume, also heute die Restaurants&nbsp; schlie\u00dfen. Der Ludwigshafener Oberb\u00fcrgermeister Fritz Ecarius schildert das in einem Brief so<\/p>\n<p>\u201eDie Schlie\u00dfung der Erfrischungsr\u00e4ume der hiesigen Warenh\u00e4user erfolgte nicht auf amtliche Anordnung. Es bestand die Gefahr, dass die Gesch\u00e4fte dazu durch die erregten Volksmassen gezwungen worden w\u00e4ren. Die Gesch\u00e4ftsinhaber haben dann auf eigenen Antrieb die Erfrischungsr\u00e4ume geschlossen.\u201c (zitiert bei Matthias Becker in Geschichte von unten.de) Der Ludwigshafener OB war zwar kein Parteigenosse. Er galt als unpolitischer Technokrat und zeigte sich in der \u00d6ffentlichkeit immer als loyal gegen\u00fcber dem nationalsozialistischen Staat. er wurde erst 1937 in den Ruhestand versetzt, nachdem er sich mit Gauleiter B\u00fcrckel \u00fcber die Einf\u00fchrung der Gasfernversorgung von Ludwigshafen \u00fcberworfen hatte. Der Boykott wurde in Ludwigshafen nicht nur begonnen, er dauerte auch am l\u00e4ngsten. Die Warenh\u00e4user wurden schon 1934 \u201carisiert\u201d und schon Ende M\u00e4rz 1933 durften Hermann und Max Wronker die Gesch\u00e4ftsr\u00e4ume ihres Unternehmens nicht mehr betreten. Der Gr\u00fcnder der Kette wurde Ende 1942 zusammen mit seiner Frau in<\/p>\n<p>Auschwitz ermordet, nachdem sie vom franz\u00f6sischen Internierungslager in Gurs nach Auschwitz deportiert worden waren.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich gab es auch Reibereien mit der katholischen Kirche. Anders als sein W\u00fcrttemberger Kollege Gauleiter Murr (siehe diesen Blog) ging B\u00fcrckel den pf\u00e4lzischen Klerus nicht so direkt an. Murr lie\u00df den Rottenburger Bischof Johannes Baptista Sproll<\/p>\n<p>und mehrere Pfarrer des Landes verweisen. B\u00fcrckel bestritt im Jahr 1933 das katholische Priester verhaftet worden seien. Auch Misshandlungen h\u00e4tten nicht stattgefunden. \u201cWir greifen keine Religion und keine Priester an , sondern nur Parteimenschen in Uniform\u201d<\/p>\n<p>(zitiert bei Wettstein S. 167) In der Nacht vom 26 auf 27. Juli 1933 war in Rheing\u00f6nnheim der katholische Priester Wilhelm Caroli \u00fcberfallen und schwer verletzt worden.&nbsp; Caroli war von 1928-1933 Schriftleiter des \u201eKatholischen Kirchenblattes\u201c in Ludwigshafen<\/p>\n<p>und hatte schon seit 1930 sehr kritisch zum Nationalsozialismus Stellung bezogen. Er verstarb \u00fcbrigens 1942 nach einer halbj\u00e4hrigen Lagerhaft im KZ Dachau. Geradezu zynisch h\u00f6rt es sich an, wenn nach dem \u00dcberfall die Gauleitung zur Ergreifung der<\/p>\n<p>T\u00e4ter eine Belohnung von 500 Reichsmark aussetzte. Als T\u00e4ter wurden \u00fcbrigens 3 SA-M\u00e4nner ermittelt. Diese wurden dann parteiintern gema\u00dfregelt. Die staatsanwaltlichen Ermittlungen wurden aber nach der Verordnung vom 7. August 1933 eingestellt,<\/p>\n<p>weil es sich um ein Vergehen zur Durchsetzung des NS-Staates aus politischer \u00dcberzeugung gehandelt habe. (zitiert bei Wettstein S. 167).<\/p>\n<p>Die gespannten Beziehungen der katholischen Kirche hatten sich nach dem Erm\u00e4chtigungsgesetz etwas entspannt. Zentrum und katholische Kirche waren eng verflochten. Nach dem Erm\u00e4chtigungsgesetz gab Kardinal Adolf Bertram, der seit 1919 Vorsitzender<\/p>\n<p>der Fuldaer Bischofskonferenz war, seelsorgerliche Anweisungen an die Mitglieder der Bischofskonferenz. Die ablehnende Haltung der kath. Kirche gegen\u00fcber der nationalsozialistischen Bewegung sollte nach der Erkl\u00e4rung Hitlers&nbsp; korrigiert werden. So hob die Kirche das Verbot von Katholiken in die NSDAP einzutreten stillschweigend auf. Auch der Ausschluss von den Sakramenten und das Uniformverbot bei Gottesdiensten wurde revidiert.<\/p>\n<p>Im Gemeinsamen Hirtenbrief vom 8. Juni 1933 hei\u00dft es unter anderem :\u201dda\u00df kein Gemeinwesen ohne Obrigkeit gedeiht,und nur die willige Einf\u00fcgung in das Volk und die gehorsame Unterordnung unter die rechtm\u00e4\u00dfige Volksleitung die Wiedererstarkung der<\/p>\n<p>Volkskraft und Volksgr\u00f6\u00dfe gew\u00e4hrleisten.\u201d (zitiert bei Hans M\u00fcller: Katholische Kirche und Nationalsozialismus. Dokumente, S. 163)<\/p>\n<p>Schon vorher hatte Adolf Hitler erkl\u00e4rt, wie seine \u201c nationale Regierung\u201d die Rolle der Konfessionen sah. In seiner Regierungserkl\u00e4rung vom 23.03 1933 sagte er: \u201cDie nationale Regierung sieht in den beiden christlichen Konfessionen wichtigste Faktoren der Erhaltung unseres Volkstums. Sie wird die zwischen ihnen und den L\u00e4ndern abgeschlossenen Vertr\u00e4ge respektieren; ihre Rechte sollen nicht angetastet werden. Sie erwartet aber und hofft, da\u00df die Arbeit an der nationalen und sittlichen Erhebung unseres Volkes, die sich die Regierung zur Aufgabe gestellt hat, umgekehrt die gleiche W\u00fcrdigung erf\u00e4hrt. Sie wird allen anderen Konfessionen in objektiver Gerechtigkeit gegen\u00fcbertreten. \u201c Etwas \u00fcberraschend&nbsp; schloss der Vatikan dann am 22.Juli 1933 das Konkordat<\/p>\n<p>mit der neuen Reichsregierung ab. Die katholische Kirche hoffte damit, die deutschen Bisch\u00f6fe, ihre Bist\u00fcmer und die Strukturen und die katholischen Verb\u00e4nde vor dem Zugriff des Regimes bewahren zu k\u00f6nnen. Der Schutz der Verb\u00e4nde schien dringend erforderlich, zumal der Stra\u00dfenterror gegen die Verb\u00e4nde zunahm. So musste zum Beispiel der Gesellentag des Kolpingswerkes am 11. Juni 1933 in M\u00fcnchen nach t\u00e4tlichen \u00dcbergriffen der SA abgebrochen werden.<\/p>\n<p>Die Verhandlungen kamen auf Wunsch der Reichsregierung wieder in Gang. Franz von Papen betont, der in dieser Regierung Vizekanzler war, dass das vor allem seiner Initiative zu verdanken war. Hitler wollte vor allem den Klerus von parteipolitischer <\/p>\n<p>T\u00e4tigkeit fernhalten. Am 22.6.1933 hatte Innenminister Frick die SPD mit der Begr\u00fcndung, sie sei \u201cvolks-und-staatsfeindlich\u201d, aufgel\u00f6st. Am 4. Juli gaben die BVP und am 7. Juli das Zentrum auf Druck ihre Selbstaufl\u00f6sung bekannt. Nun musste der Heilige Stuhl<\/p>\n<p>keine R\u00fccksicht mehr auf den politischen Katholizismus nehmen.Am 8. Juli erfolgte die Paraphierung durch Regierungsvertreter und Vertreter der katholischen Kirche.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Bundesarchiv_Bild_183-R24391_Konkordatsunterzeichnung_in_Rom.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"Bundesarchiv_Bild_183-R24391,_Konkordatsunterzeichnung_in_Rom\" style=\"border-left-width: 0px; border-right-width: 0px; background-image: none; border-bottom-width: 0px; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-top-width: 0px\" border=\"0\" alt=\"Bundesarchiv_Bild_183-R24391,_Konkordatsunterzeichnung_in_Rom\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Bundesarchiv_Bild_183-R24391_Konkordatsunterzeichnung_in_Rom_thumb.jpg\" width=\"244\" height=\"136\"><\/a><\/p>\n<p>Das Konkordat umfasste 34 Artikel. Es regelte die wechselseitigen Rechte und Pflichten des Deutschen Reiches und der katholischen Kirche im Reichsgebiet und wird noch heute f\u00fcr die Bundesrepublik Deutschland als g\u00fcltig betrachtet.<\/p>\n<p>\u201cArt. 1 Das Deutsche Reich gew\u00e4hrleistet die Freiheit des Bekenntnisses und der \u00f6ffentlichen Aus\u00fcbung der katholischen Religion. Es anerkennt das Recht der katholischen Kirche, innerhalb der Grenzen des f\u00fcr alle geltenden Gesetzes, ihre Angelegenheiten selbst\u00e4ndig zu ordnen und zu verwalten und im Rahmen ihrer Zust\u00e4ndigkeit f\u00fcr ihre Mitglieder bindende Gesetze und Anordnungen zu erlassen. <\/p>\n<p>Art. 5 Geistliche erhalten den gleichen Schutz des Staates wie Staatsbeamte <\/p>\n<p>Art. 21 Der katholische Religionsunterricht in den Volksschulen, Berufsschulen, Mittelschulen und h\u00f6heren Lehranstalten ist ordentliches Lehrfach und wird in \u00dcbereinstimmung mit den Grunds\u00e4tzen der katholischen Kirche erteilt. &#8230; \u201c<\/p>\n<p>(zit. nach: Das Zeitalter der Weltkriege und Revolutionen, herausgegeben von Martin Greschat und Hans-Walter Krumwiede (Kirchen- und Theologiegeschichte in Quellen; V), Neukirchen-Vluyn 1999, 75])<\/p>\n<p>Damit waren f\u00fcr die Kirche wichtige Punkte festgeschrieben. Noch am selben Tag hob Adolf Hitler mit einer Verordnung Zwangsma\u00dfnahmen gegen Geistliche und katholische Organisationen auf und best\u00e4tigte so die Hoffnungen, die die katholische<\/p>\n<p>Kirche in den Vertrag gelegt hatte.<\/p>\n<p>Nach der Reichstagswahl vom M\u00e4rz hatte auf allen Feldern die \u201cNazifizierung\u201d begonnen. Schnell richtete sich der Terror gegen Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter. Am 13. M\u00e4rz waren dem Vorstand des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes<\/p>\n<p>aus \u00fcber 20 Orten gewaltsame \u00dcbergriffe und Besetzungen von Gewerkschaftsh\u00e4usern gemeldet worden. Im M\u00e4rz waren noch Betriebswahlen angesetzt worden. Es zeichnete sich eine Niederlage der Nationalsozialistischen Betriebszellenorganisation ab.<\/p>\n<p>sie kam nur auf 11,7 % der Stimmen, die freigewerkschaftlichen Listen erzielten 73,4 %. so wurden die Wahlen einfach ausgesetzt. <\/p>\n<p>Der 1. Mai war erstmals zum gesetzlichen Feiertag mit Lohnfortzahlung worden erkl\u00e4rt worden. Am 2. Mai begann die Zerschlagung der Gewerkschaften. Um zehn Uhr wurden reichsweit alle H\u00e4user des ADGB und des&nbsp; Allgemeinen freien Angestelltenbundes AfA<\/p>\n<p>und ihrer Mitgliedgewerkschaften besetzt. F\u00fchrende Funktion\u00e4re wurden in Schutzhaft genommen. Das Verm\u00f6gen der Gewerkschaften wurde eingezogen. Die Gewerkschaften waren zerschlagen.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck zu B\u00fcrckel. Ludwig Siebert war am 12. April 1933 von Ritter von Epp zum bayrischen Ministerpr\u00e4sidenten ernannt worden.Beide wollten die bayrischen Gauleiter, vor allem aber B\u00fcrckel in die Verwaltungshierarchie einbinden und so eine Einheit zwischen Regierung und Partei herstellen. Ludwig Osthelder hatte erst im September 1932 das Amt des Regierungspr\u00e4sidenten \u00fcbernommen. Nach Angriffen aus der NSDAP Bezirkstagsfraktion im Juli 1933 verzichtete er auf eine weitere Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung und lie\u00df<\/p>\n<p>am 1. Oktober 1933 in den Einstweiligen Ruhestand versetzen. Siebert bot&nbsp; nach dem Verzicht Ostfelders B\u00fcrckel das Amt des Regierungspr\u00e4sidenten an. B\u00fcrckel lehnte dies umgehend ab, h\u00e4tte es doch f\u00fcr ihn bedeutet sich den beiden Gauleitern<\/p>\n<p>Adolf Wagner, M\u00fcnchen zugleich bayrischer Innenminister und Hans Schemm, Oberfranken und zugleich bayrischer Kultusminister unterzuordnen und Weisungen entgegen zu nehmen. Das deckte sich nicht mit seinem Machtbewusstsein, gest\u00e4rkt durch das<\/p>\n<p>Ansehen, das er bei Hitler genoss. Obwohl ihn auch Ritter von Epp inst\u00e4ndig bat, ein Regierungsamt in Bayern anzunehmen. Er konnte sich nur eine eigenverantwortliche Staatsf\u00fchrung im Regierungsbezirk Pfalz vorstellen und war nur bereit, sich dem<\/p>\n<p>F\u00fchrer unterzuordnen. Am 8. Februar 1934 fand in M\u00fcnchen eine Gauleitertagung statt, bei der alle Gauleiter aufgefordert wurden, ein Ministeramt zu \u00fcbernehmen.Nach langen Verhandlungen kam am 10. April das Ergebnis zustande, dass alle Gauleiter<\/p>\n<p>als Sonderbeauftragte der Staatsregierung ernannt wurden, ohne Beamtenstatus und ohne jegliche Verwaltungst\u00e4tigkeit aber mit Sitz und Stimme. Dem stimmte auch B\u00fcrckel zu. Am 24. April 1934 wurden die Gauleiter vereidigt, was B\u00fcrckel zun\u00e4chst nicht<\/p>\n<p>wollte-er habe bereits dem F\u00fchrer den Treueid geleistet- musste aber dann doch nachgeben. Am 1. Mai \u00fcbernahm B\u00fcrckel dann sein Amt als Sonderbeauftragter in Speyer. Auch hier testete er die Grenzen seiner Macht voll aus. Er schlug dem bayrischen Ministerpr\u00e4sidenten Siebert Richard Imbt, den Kreisleiter und B\u00fcrgermeister von Kaiserlautern als kommissarischen Regierungspr\u00e4sidenten f\u00fcr die Pfalz vor und ernannte ihn kraft seiner Amtsvollmacht auch gleich. Als er Imbt dann auch zu seinem<\/p>\n<p>Stellvertreter als Sonderbeauftragten ernannte, wurde es dem Innenminister Frick zu viel. Er wies Siebert an, B\u00fcrckel sofort Imbt von diesem Posten abzuberufen zu lassen. Und Frick forderte B\u00fcrckel ultimativ auf, entweder das Amt des Regierungspr\u00e4sidenten anzunehmen<\/p>\n<p>oder das des Sonderbeauftragten niederzulegen. B\u00fcrckel verzichtete. Er hatte aber doch gewonnen. Das Amt des Regierungspr\u00e4sidenten wurde nicht mehr besetzt. Stellvertretender Leiter der Kreisregierung wurde Oberregierungsrat Wemmer im Innenministerium. Die Zeit der Interimsverwaltung nutzte er, die Kreisbeh\u00f6rde in eine Parteibeh\u00f6rde umzuwandeln und mit ihm ergebenen Mitarbeitern zu besetzen. Er war dort der unangefochtene Chef. Seinen Weisungen wurde bedingungslos Folge geleistet.<\/p>\n<p>Am 14. Oktober folgte ein Paukenschlag Hitlers. Der Deutsche Reichsrundfunk meldete, dass die deutschen Vertreter die in Genf tagende Abr\u00fcstungskonferenz verlassen hatten. Delegationsleiter war Rudolf Nadolny.Deutschland war auch aus dem V\u00f6lkerbund <\/p>\n<p>ausgetreten. Am Tag zuvor hatte Hitler in einer Kabinettssitzung erkl\u00e4rt, das Kabinett aufzul\u00f6sen und Neuwahlen auszuschreiben und diese mit einem Volksentscheid zu seiner Friedenspolitik zu verbinden.Wahlen ist eigentlich nicht richtig ausgedr\u00fcckt, denn seit<\/p>\n<p>dem 14. Juli 1933 gab es in Deutschland keine Parteien mehr au\u00dfer der NSDAP. An diesem Tag wurde n\u00e4mlich das \u201cGesetz gegen die Neubildung von Parteien\u201d erlassen.<\/p>\n<p>\u201c\u00a7 1. In Deutschland besteht als einzige politische Partei die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei.\u201d war der erste Paragraph. (Quelle: Reichsgesetzblatt 1933 I S. 479)<\/p>\n<p>Ein enormer Wahlfeldzug wurde trotzdem gestartet mit dem \u00fcblichen Szenario, Massenaufm\u00e4rsche, Apelle, Plakatkrieg. Auch Intellektuelle warben f\u00fcr das \u201cJa\u201d, so der Philosoph Martin Heidegger, der ohnehin nicht durch Distanz zum Nationalsozialismus aufgefallen ist, aber auch Gerhart Hauptmann, Ferdinand Sauerbruch. Auch die deutschen Bisch\u00f6fe forderten zum Ja auf.Kardinal hatte in einer Wahlstellungnahme gesagt:\u201dReichskanzler Adolf Hitler hat das deutsche <br \/>Volk zu einer Abstimmung am 12. November aufgerufen,um vor der ganzen Welt den Friedenswillen des deutschen Volkes und seine Zustimmung zu den Friedensreden des Reichskanzlers <br \/>zu bekunden. Die deutschen Bisch\u00f6fe, die von jeher in ihren Predigten und Hirtenbriefen f\u00fcr den V\u00f6lkerfriedeneingetreten sind, begr\u00fc\u00dfen dieses \u00f6ffentliche Bekenntnis zum <br \/>Frieden. Darum werden die Katholiken aus vaterl\u00e4ndischem und christlichem Geist ihre Stimme f\u00fcr den V\u00f6lkerfrieden, f\u00fcr die Ehre und Gleichberechtigung des deutschen Volkes erheben. <br \/>[&#8230;] Die Katholiken bekennen damit aufs neue ihre Treue zu Volk und Vaterland und ihren Dank f\u00fcr die weitschauenden und kraftvollen Bem\u00fchungen des F\u00fchrers, dem deutschen <br \/>Volk die Schrecken eines Krieges und die Greuel des Bolschewismus <br \/>zu ersparen, die \u00f6ffentliche Ordnung zu sichern und den Arbeitslosen Arbeit zu beschaffen.\u201c (in Entwurf III Faulhabers, 6.11.1933, in: Volk, Akten Faulhabers 1, S. 800.)<\/p>\n<p>B\u00fcrckel forderte auf zur Abstimmung zu gehen und drohte, wer nicht zur Wahl ginge, w\u00fcrde als Separatist betrachtet. Auf den Einsatz einer gro\u00dfen Zahl von Rednern verzichtete er. Er setzte auf \u201cprivate Gespr\u00e4che\u201d. Vor Ort<\/p>\n<p>und in den Betrieben sollten die notwendigen Stimmen gesammelt werden. Auch setzte er auf die \u201cVolksgemeinschaft\u201d, diese beschwor er immer wieder. Am 8. November gab er eine Bekanntmachung heraus, die so nur im Gau Pfalz, nicht<\/p>\n<p>aber in anderen Gauen zu finden war. \u201cs\u00e4mtlichen B\u00fcrgermeistern wird nach der Wahl eine Urkunde, unterzeichnet vom Kreiswahlleiter, ausgeh\u00e4ndigt, aus welcher ersichtlich ist, wie die B\u00fcrger Gemeinde oder Stadt sich am 12. November zu<\/p>\n<p>Deutschland und seinem F\u00fchrer bekannten und wieviele sich dem Vaterland versagten\u201d Au\u00dferdem hatte er ein Belohnungsangebot als Ansporn ausgearbeitet. \u201cDie prozentuale Leistung am 12. November wird zur Grundlage genommen f\u00fcr die k\u00fcnftige<\/p>\n<p>Nummerierung der Kreise, sodass der beste Kreis die Nummer 1 erh\u00e4lt, der zweitbeste die Nummer 2 usw. Die gleiche Nummerierung wird durchgef\u00fchrt f\u00fcr die Ortsgruppen und Zellen innerhalb der Kreise.\u201d (zitiert bei Wettstein S. 181)<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich spornte das die Parteigenossen zu h\u00f6chster Leistung an, den keiner wollte nach der Wahl als Versager gebrandmarkt werden. Damit hatte B\u00fcrckel auch \u00fcber die Grenzen der Pfalz Aufsehen erregt.<\/p>\n<p>Das Nationalsozialistische Kraftfahrkorps unterhielt den ganzen Tag eine Fahrbereitschaft, um Alte, Gebrechliche und Kranke zur Wahl zu bringen. Au\u00dferdem wurde auf perfide Art ein Grund gegeben, auf jeden Fall zur Wahl zu gehen.<\/p>\n<p>Es wurde die Anordnung erlassen, dass die W\u00e4hler gleich nach der Stimmabgabe ein Wahlabzeichen offen zu tragen hatte. Das wurde ihnen aber erst im Wahllokal zum sofortigen Anstecken ausgeh\u00e4ndigt.<\/p>\n<p>Das Ergebnis war dann auch sehr eindeutig. 95,1 % billigten die Au\u00dfenpolitik mit ihrer Zustimmung und in der gleichzeitigen Reichstagswahl erreichte die allein zur Wahl stehende NSDAP 92,2 %. B\u00fcrckel konnte mit dem Ergebnis zufrieden sein.<\/p>\n<p>Der Gau Pfalz hatte wieder die Spitzenposition eingenommen. In der Pfalz hatten 97,0 % bei der Volksabstimmung mit Ja gestimmt und 96,87 % bei der gleichzeitigen Reichstagswahl f\u00fcr die NSDAP. Neinstimmen wurden keine verzeichnet.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich war das Ergebnis auch f\u00fcr Adolf Hitler wichtig. Zeigte es doch dem In-und dem Ausland, dass Hitler die gro\u00dfe Mehrheit des deutschen Volkes hinter sich wusste.<\/p>\n<p>Ein gravierendes Problem stand aber an. Es war die Rolle, die die SA im Reich spielen sollte. 1921 hatte Adolf Hitler die Gr\u00fcndung eines Wehrverbandes der NSDAP angeordnet. Die Sturmabteilung war eine auf Hitler eingeschworene<\/p>\n<p>Kampforganisation der Partei. 1922 hatte er Hermann G\u00f6ring, der auch 1922 in die NSDAP eingetreten war, mit der F\u00fchrung&nbsp; der im Aufbau befindlichen SA beauftragt. Sie beteiligte sich am gescheiterten Hitlerputsch.<\/p>\n<p>Nach dem Putsch verbot der Chef der Reichswehr Hans von Seeckt die NSDAP aber auch rechtsextreme Wehrverb\u00e4nde. Als Auffangorganisation gr\u00fcndete Ernst R\u00f6hm den Frontbann im Mai 1924. schon im September soll er 30.000 Mitglieder<\/p>\n<p>gehabt haben. Hitler wurde Ende 1924 aus der Haft entlassen. Im Februar 1925 wurde die NSDAP neugegr\u00fcndet. Auch die SA wurde wieder aufgestellt, diesmal in die Partei eingegliedert. Nach der Wiedergr\u00fcndung der Partei<\/p>\n<p>war Hitler mit R\u00f6hm \u00fcber die Rolle der SA in Streit geraten. Hitler vertrat jetzt die \u201cLegalit\u00e4tstaktik\u201d. Da passte die Zusammenarbeit mit paramilit\u00e4rischen Verb\u00e4nden nicht mehr ins Konzept. Hitler brauchte keinen Wehrverband mehr,<\/p>\n<p>sondern lediglich einen Saalschutz. Franz Pfeffer von Salomon \u00fcbernahm auf Wunsch von Hitler den Posten des Obersten SA-F\u00fchrers (OSAF). Er war Jurist und war am Ende des 1.Weltkrieg&nbsp; Hauptmann und Bataillonskommandeur. Er entwickelte die bis zum Ende des \u201eDritten Reichs\u201c g\u00fcltige organisatorische und regionale Gliederung der <abbr>SA<\/abbr> und schuf mit vormilit\u00e4rischer Ausbildung, einheitlichen Uniformen und milit\u00e4rischer Disziplin eine schlagkr\u00e4ftige Parteimiliz. Au\u00dferdem unterstanden ihm auch die HJ und der NS-Studentenbund. Provozierende Aufm\u00e4rsche, zur Schau gestellte St\u00e4rke sollte die nationalsozialistische Geschlossenheit zeigen und waren auch ein Instrument der NS-Propaganda. Gewaltt\u00e4tige \u00dcbergriffe auf den politischen Gegner, also vor allem Mitglieder<\/p>\n<p>der KPD und SPD z\u00e4hlten zu ihrem Repertoire, aber auch Juden und christliche Gruppen wurden Ziel von Angriffen. Eine weitere Krise zeichnete sich im Vorfeld der Reichstagswahlen von 1930 ab. Aus der SA war die Forderung laut geworden, f\u00fchrenden Mitgliedern einen sicheren Listenplatz bei der Wahl zu&nbsp; garantieren. Hitler lehnte das ab. Auch Pfeffer von Salomon bejahte die Trennung von SA-F\u00fchrerschaft und Mandat. Die Berliner SA trat daraufhin in Streik. SA M\u00e4nner besetzen am von 30. auf 31. August 1930 sogar die Gaugesch\u00e4ftsstelle und die Redaktionsr\u00e4ume der Gauzeitung der Berliner NSDAP \u201cDer Angriff\u201d unter dem stellvertretenden OSAF Ost Walter Stennes. Es kam zu einer wilden Pr\u00fcgelei zwischen SA und SS-M\u00e4nnern, erst die herbeigerufenen Polizei konnte die Ordnung wieder herstellen. Pfeffer von Salomon trat zur\u00fcck. Hitler eilte nach Berlin und \u00fcbernahm selbst den Posten des OSAF .Zum Ausgleich wurde <abbr>Pfeffer von Salomon<\/abbr> bei der Septemberwahl 1932 als Reichstagskandidat aufgestellt. F\u00fcr die t\u00e4gliche Arbeit wurde der Posten des Stabschef neu eingerichtet. Hitler besetzt ihn mit seinem alten Kampfgef\u00e4hrten Ernst R\u00f6hm, der schon beim Putsch am 9. November 1923 dabei war. R\u00f6hm war nach S\u00fcdamerika gegangen, hatte 1928 als Milit\u00e4rinstruktor&nbsp; in Bolivien gearbeitet.<\/p>\n<p>Er war 1930 aus S\u00fcdamerika zur\u00fcckgekehrt und trat wieder in die NSDAP ein.&nbsp; Im Januar 1931 trat er den Posten des Staatschef der SA an. Der Konflikt zwischen Stennes und der SA-F\u00fchrung war aber nicht ausgestanden. Zum einen lehnte er die unter R\u00f6hm gerade begonnene Umorganisation der SA ab. Hauptgrund der Ablehnung durch die NSDAP-Spitze war aber die aktionistische Ausrichtung von Stennes und seiner Leute. Mit der Notverordnung vom 28. M\u00e4rz 1931 zur Bek\u00e4mpfung politischer Ausschreitungen ,<\/p>\n<p>deutete die Regierung an, dass sie in Zukunft energischer gegen politische Gewalt vorgehen wolle. Das gef\u00e4hrdete die Erfolge, die die NSDAP mit der Reichstagswahl von 1930 errungen hatte. Der Umkreis um Stennes warf der \u201cHitler-Fraktion\u201d vor, sich von den <\/p>\n<p>alten Idealen des Nationalsozialismus abgewandt zu haben. Die SA weigere sich, sich \u201cauf dem Altar der Legalit\u00e4t opfern\u201d zu lassen. (Flugblatt \u00bbPg., S.A.-Kameraden! Nationalsozialisten!\u00ab, 8.4.1931, BArch Bln, NS26) Hitler setzt Stennes schlie\u00dflich ab, worauf es zum<\/p>\n<p>zweiten \u201cStennes-Putsch\u201d kam. Mehrere hundert SA-Leute besetzten das NSDAP Parteigeb\u00e4ude in der Berliner Hedemannstra\u00dfe. Stennes wurde dann aus der Partei ausgeschlossen. <\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/615_2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"615_2\" style=\"border-left-width: 0px; border-right-width: 0px; background-image: none; border-bottom-width: 0px; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-top-width: 0px\" border=\"0\" alt=\"615_2\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/615_2_thumb.jpg\" width=\"153\" height=\"244\"><\/a><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/220px-Bundesarchiv_Bild_119-2608_Walther_Hinkler-Stennes.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"220px-Bundesarchiv_Bild_119-2608,_Walther_Hinkler-Stennes\" style=\"border-left-width: 0px; border-right-width: 0px; background-image: none; border-bottom-width: 0px; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-top-width: 0px\" border=\"0\" alt=\"220px-Bundesarchiv_Bild_119-2608,_Walther_Hinkler-Stennes\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/220px-Bundesarchiv_Bild_119-2608_Walther_Hinkler-Stennes_thumb.jpg\" width=\"179\" height=\"244\"><\/a><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/220px-Bundesarchiv_Bild_119-1587A_Franz_von_Pfeffer.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"220px-Bundesarchiv_Bild_119-1587A,_Franz_von_Pfeffer\" style=\"border-left-width: 0px; border-right-width: 0px; background-image: none; border-bottom-width: 0px; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-top-width: 0px\" border=\"0\" alt=\"220px-Bundesarchiv_Bild_119-1587A,_Franz_von_Pfeffer\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/220px-Bundesarchiv_Bild_119-1587A_Franz_von_Pfeffer_thumb.jpg\" width=\"147\" height=\"244\"><\/a><\/p>\n<p>Er und seine Gefolgsleute bem\u00fchten sich die Nationalsozialistische Kampfbewegung Deutschlands (NSKD)auf zubauen. Aber schon im Dezember hatten Geldnot und schwindende Mitgliederzahlen f\u00fcr das aus der NSKD gesorgt.Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten kam Stennes im Mai 1933 zun\u00e4chst in Haft. Aber G\u00f6ring, der ihn noch aus gemeinsamen Kadettenzeiten in Berlin&nbsp; kannte,unterst\u00fctzte ihn. Auf Rat G\u00f6rings wurde Stennes in China als Mitglied einer deutschen Milit\u00e4rmission Berater Tschiang Kai-scheks . Er befehligte dort die Leibgarde des Nationalistenf\u00fchrers und schulte Polizeioffiziere. (zur weiteren Geschichte von Stennes siehe siehe Spiegel online Eines Tages SA-F\u00fchrer Stennes Von Hitlers Haudrauf zu Stalins Spion).<\/p>\n<p>Unabh\u00e4ngig von diesen inneren Auseinandersetzungen wuchs die SA best\u00e4ndig und rasch an. Weltwirtschaftskrise und Wahlerfolge der NSDAP trugen ihren Teil dazu bei. Der Stra\u00dfenterror nahm zu&nbsp; und f\u00fchrte 1932 zu und f\u00fchrte 1932 zum SA und Uniformverbot.<\/p>\n<p>(s.o.) Im Vorfeld der Reichstagswahl von 1932 kam es zu 300 Toten und \u00fcber 1000 Verletzten. Bis Ende 1932 waren&nbsp; 92 SA-Leute bei Saal- und Stra\u00dfenschlachten ums Leben gekommen.&nbsp; Am 14. Januar 1930 wurde Horst Wessel, ein SA-F\u00fchrer, angeschossen.<\/p>\n<p>Am 23. Februar starb er im Krankenhaus. Eigentlich war es um eine private Auseinandersetzung gegangen. Es ging um Streit mit Mietzahlungen in einer Wohnung wo Wessel zur Untermiete wohnte. Goebbels, damals Berliner Gauleiter, griff das unter anderen Vorzeichen auf und nutzte den Tod Wessels zur hemmungslosen Agitation. Er stilisierte ihn zum \u201cM\u00e4rtyrer\u201d der Bewegung. Er nannte ihn einen \u201cChristussozialisten\u201d, einen, der durch Taten rufe: \u00bbKommt her zu mir, ich will Euch erl\u00f6sen \u201c <br \/>Zitiert nach R. G. Reuth, Goebbels&nbsp; S. 162. Goebbels gestaltete ein pomp\u00f6se Trauerfeier, bei der auch G\u00f6ring, der SA-F\u00fchrer von Pfeffer sowie Prinz August Wilhelm von Preu\u00dfen anwesend waren. Nach der Macht\u00fcbernahme gab es Horst Wessel Pl\u00e4tze.<\/p>\n<p>Das Krankenhaus, in dem er gestorben war, wurde in \u201cHorst Wessel Krankenhaus\u201d umgetauft. Horst Wessel hatte irgendwann zwischen 1927 und 1929 einen Liedtext gedichtet, der zur offiziellen Parteihymne der NSDAP wurde. Nach der Macht\u00fcbernahme<\/p>\n<p>wurde es auf Anordnung von Innenminister Frick immer im Anschluss an die erste Strophe der Nationalhymne gesungen.<\/p>\n<p>Nach der Macht\u00fcbernahme war G\u00f6ring Minister ohne Gesch\u00e4ftsbereich. Au\u00dferdem trat er am 30. Januar in die Kommissariatsregierung von Preussen als Innenminister ein. De jure regierte in Preussen zwar immer noch die Regierung Braun.<\/p>\n<p>Von Papen hatte im Juli 1932 nach dem \u201cPreussenschlag\u201d die Regierung Braun abgesetzt. Doch das war vom Staatsgerichtshof f\u00fcr ung\u00fcltig erkl\u00e4rt worden. Die Notverordnung &#8222;Zur Herstellung geordneter Regierungsverh\u00e4ltnisse in Preu\u00dfen&#8220; vom 6. Februar 1933 <\/p>\n<p>\u00fcbertrug kurzerhand alle der Regierung Braun noch verbliebenen Befugnisse auf die Kommissariatsregierung von Papens. Es gab keine Neuwahlen. Das war ein zweiter Staatsstreich in Preussen. Per Erlass vom 23. Februar 1933 gr\u00fcndete <\/p>\n<p>G\u00f6ring die \u201cHilfspolizei\u201d. Sie war 50.000 Mann stark und setzte sich \u00fcberwiegend aus SA und SS- Einheiten zusammen. In Preussen galt ein Verteilerschl\u00fcssel, nach dem jeder 5. Hilfspolizist noch aus den Reihen des Stahlhelms kommen musste.<\/p>\n<p>Die Gr\u00fcndung einer Hilfspolizei empfahl G\u00f6ring auch f\u00fcr andere L\u00e4nder. Das preussische Beispiel machte schnell Schule. Braunschweig richtete ihre HiPo schon am 1. M\u00e4rz ein, Bayern stellte am 9.\/10. M\u00e4rz eine HiPo auf, W\u00fcrttemberg am 10. M\u00e4rz und Hamburg am 15. M\u00e4rz. So wurde der Stra\u00dfenterror gegen politisch Andersdenkende mit staatlichen Vollmachten durchgef\u00fchrt. Hitler zog zweifachen nutzen aus der SA&nbsp; in der Zeit unmittelbar nach der Macht\u00fcbernahme. Seine Gegner konnte er einsch\u00fcchtern und terrorisieren.<\/p>\n<p>Bei den Konservativen konnte er sich als die Person geben, die als einzige in der Lage war, die SA zu b\u00e4ndigen.Hitlers Macht war im Lauf des Jahres 1933 vor allem dank der SA gesichert. Der Konflikt zwischen SA und Parteif\u00fchrung, der ja schon von 1930 bis 1932<\/p>\n<p>ausgetragen wurde (s.o.), war ja durch die Macht\u00fcbernahme nur aufgeschoben, nicht aber gel\u00f6st worden. R\u00f6hm hatte-wie schon 1925 einmal- eine andere Vorstellung von der Rolle der SA. Ihm schwebte ein \u201cNS-Volksheer\u201d vor. Die Einheiten der Reichswehr sollten<\/p>\n<p>in denen der SA aufgehen und so das NS-Volksheer bilden. Hitler aber brauchte die Reichswehr f\u00fcr seine zuk\u00fcnftigen Kriegspl\u00e4ne. R\u00f6hm hatte aber auch innerparteiliche Rivalen, n\u00e4mlich G\u00f6ring und Himmler. Es wurde nun der Eindruck erweckt, R\u00f6hm wolle zu einem Aufstand anstiften. Ger\u00fcchte wurden gesch\u00fcrt, Zitate bewusst gef\u00e4lscht.<\/p>\n<p>Am 30. Juni 1934 war R\u00f6hm zur Kur in Bad Wiessee, begleitet von mehreren SA-F\u00fchrern. Der SS-Sturmbann Dachau, am 29. November 1934 in SS-Sturmbann Oberbayern umbenannt und Heinrich Himmler zur ausschlie\u00dflichen Verf\u00fcgung unterstellt-<\/p>\n<p>verhaftete die SA-F\u00fchrung am&nbsp; 30. Juni 1934 in Bad Wiessee. Zwischen 150 und 200 Menschen kommen in der \u201cNacht der langen Messer\u201d ums Leben. Die in Bad Wiessee verhaftete SA-F\u00fchrung wurde nach M\u00fcnchen-Stadelheim gebracht und dort erschossen.<\/p>\n<p>Man hatte aber SA-F\u00fchrer aus allen Teilen nach M\u00fcnchen zu einer Konferenz beordert. Die meisten kamen mit Nachtschnellz\u00fcgen in M\u00fcnchen an, wurden sofort auf dem Bahnhof verhaftet, auch nach Stadelheim gebracht und erschossen. Nur bei Ernst R\u00f6hm, immerhin Hitlers Weggef\u00e4hrte zeigte der F\u00fchrer noch Skrupel. Er sollte einen \u201cehrenvollen\u201d Abgang erhalten. Er&nbsp; wurde aufgefordert, Selbstmord zu begehen. Als er das nicht tat, wurde er auch erschossen. Goebbels war w\u00e4hrend dieser Aktionen auch in M\u00fcnchen und gab auf ein Zeichen Hitlers aus dem Braunen Haus das Stichwort \u201cKolibri\u201d telefonisch nach Berlin durch. Daraufhin setzte auch dort die Mordaktion ein. Aber nicht nur die SA-F\u00fchrung wurde liquidiert. Alte Gegner, Kritiker und Mitwisser wurden ebenfalls aus dem Weg ger\u00e4umt. auch alte Rechnungen wurden beglichen. So starb Ritter von Kahr, der als bayerischer Generalstaatskommissar Hitler bei seinem Putsch 1923 die Unterst\u00fctzung versagt hatte. Der ehemalige NSDAP-Organisationsleiter&nbsp; Georg Strasser wurde am 30. Juni 1934 in Berlin von der Gestapo verhaftet, in das Gestapo-Hauptquartier in Berlin&nbsp; in der Prinz-Albrecht-Stra\u00dfe&nbsp; gebracht und dort liquidiert.Sein Tod wurde zun\u00e4chst als Suizid deklariert. Gut m\u00f6glich, dass sich Himmler und G\u00f6ring eines potentiellen Konkurrenten entledigte, bevor diesem ein Come-Back gelang. Get\u00f6tet wurden auch Regimegegner aus der katholischen Kirche wie Erich Klausener, der den Vorsitz der Katholischen Aktion in Berlin innehatte. Er war Beamter im preussischen Innenministerium.<\/p>\n<p>Schon vor der Machtergreifung war er \u00fcberzeugter Gegner linker wie rechter Kampforganisationen und hatte eben auch die SA mit den Mitteln der preussischen Polizei entschieden bek\u00e4mpft. Auch der M\u00fcnchner Journalist und Archivar Fritz Gerlich z\u00e4hlte zu den Opfern. Gerlich war von 1920-1928 Chefredakteur der M\u00fcnchner Neuesten Nachrichten, einer Vorg\u00e4ngerzeitung der S\u00fcddeutschen Zeitung. Ab 1930 gab er die Zeitschrift \u201cIllustierter Sonntag\u2019\u201d heraus, die ab 1932 als \u201cDer Gerade Weg\u201d erschien. Verleger war<\/p>\n<p>Erich August F\u00fcrst von Waldburg zu Zeil und Trauchburg, der am Rande erw\u00e4hnt mit dieser Zeitung eine Menge Geld verlor. Gerlich schrieb in der Ausgabe vom 31.Juli 1932 \u201cNationalsozialismus hei\u00dft: L\u00fcge, Hass, Brudermord und grenzenlose Not\u201d<\/p>\n<p>(Digitalisat der Bayerischen Landesbibliothek)In derselben Ausgabe wird eine Zuschrift ver\u00f6ffentlicht, die sich wie eine Vorwegnahme des weiteren Schicksals von Gerlich liest \u201cSie erb\u00e4rmlicher Schmutzfink.Seien sie \u00fcberzeugt, da\u00df die Stunde bald schl\u00e4gt,<\/p>\n<p>wo Deutschland von Ihnen und Ihresgleichen befreit wird. Wir werden an Ihnen und Ihrer schwarzen Sippe ein besonderes Exempel statuieren\u2026\u201d Gerlich wurde&nbsp; am 9. M\u00e4rz 1933 von einem SA-Trupp misshandelt, in Schutzhaft genommen und verblieb dort<\/p>\n<p>bis zur Nacht vom 30. Juli, wo er in Dachau erschossen wurde. Von Papen konnte seine Mitarbeiter auch nicht mehr sch\u00fctzen, was seine Machtlosigkeit im Kabinett Hitler illustriert. Edgar Julius Jung wurde wohl in Oranienburg ermordet. Er war<\/p>\n<p>politischer Berater und Redenschreiber von Papens und entwarf die Marburger Rede, die von Papen am 17.Juni 1934 vor Marburger Studenten hielt. Carl Fedor Eduard Herbert von Bose war Oberregierungsrat und Referent von von Papen. Er wurde erschossen, weil ja auch die \u201cPapencique\u201d zerschlagen werden sollte. Auch die Reichswehr hatte tote zu beklagen. So wurde Kurt von Schleicher, der ehemalige Reichskanzler und Ferdinand von Bredow, enger Mitarbeiter und Vertrauter Kurt von Schleichers ermordet.<\/p>\n<p>Hitler hatte allerdings behauptet, von Schleicher und von Bredow h\u00e4tten Landesverrat betrieben. Das emp\u00f6rte zwar die gesamte Generalit\u00e4t und sie beschwerte sich beim Reichwehrminister von Blomberg. Dieser versprach eine Dokumentation zu den Vorf\u00e4llen zu liefern. es blieb aber bei dem Versprechen. Der einzige, der Konsequenzen daraus zog, war Generalleutnant Wolfgang Fleck, der seinen Abschied einreichte. Die angespannte Stimmung im Offizierskorps blieb aber und sie veranlasste Hitler zu der<\/p>\n<p>Aussage in einer geschlossenen Versammlung, Untersuchungen h\u00e4tten ergeben, dass die Gener\u00e4le von Schleicher und von Bredow irrt\u00fcmlich erschossen worden seien. Hitler hatte der Reichswehr auch zugesichert, dass sie das milit\u00e4rische Monopol behalten solle.<\/p>\n<p>Trotzdem erhielt die SS schon wenige Monate sp\u00e4ter die Erlaubnis, eigene bewaffnete Verb\u00e4nde aufzustellen. Am 20. Juli 1934 l\u00f6ste Hitler die SS aus der SA und erhob sie zu einer selbstst\u00e4ndigen Organisation im Rahmen der NSDAP. 1934 wurden solche Mordaktionen noch juristisch bem\u00e4ntelt. Am 3. Juli 1934 erlie\u00df die Regierung das Gesetz \u00fcber Ma\u00dfnahmen der Staatsnotwehr. Im einzigen Artikel darin hei\u00dft es: \u201c Die zur Niederschlagung hoch- und landesverr\u00e4terischer Angriffe am 30. Juni, 1. und 2. Juli 1934 vollzogenen Ma\u00dfnahmen sind als Staatsnotwehr rechtens.\u201d<\/p>\n<p>Und was war mit B\u00fcrckel w\u00e4hrend des R\u00f6hmputsches?&nbsp; Am Tag der Verhaftung R\u00f6hms hatte B\u00fcrckel die pf\u00e4lzischen Bauern&nbsp; zu einer Versammlung auf dem&nbsp; \u201cThingplatz\u201d am K\u00f6nigstuhl auf dem Donnersberg eingeladen.Bei dieser Veranstaltung griff er den landwirtschaftlichen Gaufachberater der NSDAP Ludwig Schickert scharf an. Die beiden hatten wohl schon seit 1932 Probleme miteinander.<\/p>\n<p>Auch Walther Darr\u00e9 war anwesend. Er war am 28. Mai 1934 zum Reichsbauernf\u00fchrer und am 29. Juni, also am Vortag zum Reichsminister f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft ernannt worden. Dessen agrarpolitische Vorstellungen empfand er als unsozial. Die Politik<\/p>\n<p>Darr\u00e9s missachtete nach B\u00fcrckels Einsch\u00e4tzung die dringenden Belange der Bauern. B\u00fcrckel nahm kein Blatt vor den Mund. In einer im Protokoll nicht vorgesehenen Schlussrede wandte er sich direkt an den neuernannten Minister und bat ihn jede unsoziale, die dringenden Bed\u00fcrfnisse der pf\u00e4lzischen Bauern missachtende Politik zu unterlassen. Darr\u00e9 war \u00fcber dieses unprogramm\u00e4\u00dfige Schlusswort erz\u00fcrnt und lie\u00df ihm, nachdem er nach Berlin zur\u00fcckgekehrt war, ausrichten, sein Schlusswort auf dem Donnersberg<\/p>\n<p>habe ihm so gut gefallen, dass er nicht umhin k\u00f6nnte \u201cGauleiter B\u00fcrckel mitzuteilen, dass gerade Georg Strasser erschossen worden ist.\u201d (Wettstein S. 211). B\u00fcrckel hatte aus der S\u00e4uberung f\u00fcr sich den Schluss gezogen, dass sie sich gegen den Machtanspruch einer<\/p>\n<p>der Sittenlosigkeit und Korruption verfallenen SA-F\u00fchrung gerichtet hat. In diesem Sinn fiel auch sein Telegramm aus, das er am n\u00e4chsten Tag an Hitler schickte. \u201cDie Haltung des Gaus Pfalz ist ganz selbstverst\u00e4ndlich. F\u00fcr die durchgef\u00fchrte S\u00e4uberung dankt das ganze pf\u00e4lzische Volk, aber auch aufrichtig die SA des Gaues Pfalz.Ihr getreuer B\u00fcrckel\u201d. Flankiert wurde das in einem Aufruf, der in allen pf\u00e4lzischen Tageszeitungen ver\u00f6ffentlicht wurde. \u201cDer F\u00fchrer hat aufger\u00e4umt und uns damit erl\u00f6st\u2026\u201d (Wettstein S. 212).<\/p>\n<p>Hindenburg hatte das Vorgehen gegen die SA durchaus forciert. Als Hitler den kranken Pr\u00e4sidenten auf seinem Gut Neudeck besuchte, forderte Hindenburg Hitler auf, endlich \u201cendlich etwas gegen die revolution\u00e4ren Unruhestifter zu unternehmen\u201d&nbsp; und er \u00fcberlegte wohl, das Kriegsrecht zu verh\u00e4ngen. Am 2. August 1934 starb der Reichspr\u00e4sident Paul von Hindenburg. Der verstorbene Pr\u00e4sident sollte eigentlich auf seinen&nbsp; ausdr\u00fccklichen Wunsch auf Gut Neudeck bestattet werden. Doch die Nazis lie\u00dfen sich nicht nehmen, daraus eine perfekte Inszenierung nationalsozialistischer Machtaus\u00fcbung zu machen. Der Leichnam war am 7. August zum Tannenberg \u00fcberf\u00fchrt worden. Am Tag darauf wurde er in einem pomp\u00f6sen Staatsakt beigesetzt von Hitler mit <\/p>\n<p>\u201cToter Feldherr, geh&#8216; nun ein in Walhall!&#8220;&nbsp; Schon am am 1. August Gesetz \u00fcber das Staatsoberhaupt des Deutschen Reichs erlassen.<\/p>\n<p>Die Reichsregierung hat das folgende Gesetz beschlossen, das hiermit verk\u00fcndet wird:<\/p>\n<p>\u00a7 <a name=\"1\">1<\/a><\/p>\n<p>&nbsp; Das Amt des Reichspr\u00e4sidenten wird mit dem des Reichskanzlers vereinigt. Infolgedessen gehen die bisherigen Befugnisse des Re<a name=\"cdade\">i<\/a>chspr\u00e4sidenten auf den F\u00fchrer und Reichskanzler Adolf Hitler \u00fcber. Er bestimmt seinen Stellvertreter.<\/p>\n<p>\u00a7 <a name=\"2\">2<\/a><\/p>\n<p>&nbsp; Dieses Gesetz tritt mit Wirkung von dem Zeitpunkt des Ablebens des Reichspr\u00e4sidenten von Hindenburg in Kraft.<\/p>\n<p>Noch am Todestag von Hindenburg l\u00e4sst Reichswehrminister General von Blomberg alle Soldaten einen Eid auf Hitler ableisten. Der Eid lautete nun \u201cIch schw\u00f6re bei Gott diesen heiligen Eid, da\u00df ich dem F\u00fchrer des Deutschen Reiches und Volkes, Adolf Hitler, dem Oberbefehlshaber der Wehrmacht unbedingten Gehorsam leisten und als tapferer Soldat bereit sein will, jederzeit f\u00fcr diesen Eid mein Leben einzusetzen.\u201c Dabei hatte der Reichswehrminister gar keine rechtliche Befugnis den Text des Eides zu \u00e4ndern.<\/p>\n<p>Er lautete bis dahin so: \u201cIch schw\u00f6re der Reichsverfassung und gelobe, da\u00df ich als tapferer Soldat das Deutsche Reich und seine gesetzm\u00e4\u00dfigen Einrichtungen jederzeit sch\u00fctzen, dem Reichspr\u00e4sidenten und meinen Vorgesetzten Gehorsam leisten will.\u201c<\/p>\n<p>Von Blomberg erhoffte sich von dieser \u00c4nderung der Reichswehr eine starke Position zu sichern. De facto st\u00e4rkte er aber die Position Hitlers. Auch hatte dies Sp\u00e4tfolgen, die damals nat\u00fcrlich nicht abzusehen waren. Als es um den Widerstand gegen Hitler,<\/p>\n<p>f\u00fchlten sich viele Offiziere auch durch den Eid auf Hitler gebunden und das machte den Widerstand f\u00fcr einzelne durchaus auch zu einer Gewissensentscheidung. Die deutsche Bev\u00f6lkerung sollte die Zusammenlegung der \u00c4mter des Reichspr\u00e4sidenten und Reichskanzlers in einer Volksabstimmung absegnen, die f\u00fcr den 19. August 1934 angesetzt war. B\u00fcrckel war seit 7. August 1934 offizieller Sonderbevollm\u00e4chtigter der Reichsregierung f\u00fcr die Saarabstimmung im Januar 1935. Schon am 18. Juli hatte Joseph Goebbels<\/p>\n<p>den Pf\u00e4lzer Gauleiter mit der Durchf\u00fchrung der Saarpropaganda beauftragt. Zwar ging es bei der Volksbefragung am 19. August eigentlich um nichts. Sie diente lediglich der Akklamation. B\u00fcrckel aber musste sich beweisen. In allen Wahlen hatte er ja immer<\/p>\n<p>Spitzenergebnisse eingefahren. Und auch jetzt brachte er sein erprobtes Erfolgsrezept. Aufm\u00e4rsche, Fahnen, Marschmusik und aus den Lautsprechern t\u00f6nten reden Hitlers oder sonstiger Parteigr\u00f6\u00dfen. Am 14. August fand in Speyer eine Massenkundgebung mit<\/p>\n<p>mehr als 10.000 Teilnehmern statt. Seine Rede lie\u00df er gleichzeitig \u00fcber Lautsprecher in s\u00e4mtliche Gemeinden des Kreises \u00fcbertragen. Er schloss pathetisch \u201cIch sage, dass ich am Abend des 19. Augusts vor den F\u00fchrer treten werde mit der Meldung: Mein F\u00fchrer,<\/p>\n<p>die Kompanie Pfalz steht geschlossen hinter dir! \u201c (Wettstein S. 214) Seine Prophezeiung&nbsp; traf ein. Die Pfalz meldete 99,9 %. (Zahl nach Landesgeschichtliches Informationssystem&nbsp; Hessen).<\/p>\n<p>Das Saargebiet kam nach der Niederlage von 1918 unter die Regierung des V\u00f6lkerbundes. 1920 wurde es f\u00fcr 15 Jahre unter franz\u00f6sische Verwaltung gestellt. F\u00fcr 1935 war vertragsgem\u00e4\u00df eine Volksabstimmung vorgesehen, die den k\u00fcnftigen Status des Gebiets festlegen sollte Im Jahr 1931 hatte B\u00fcrckel eine Art Patenschaft f\u00fcr die saarl\u00e4ndische NSDAP \u00fcbernommen. Er ordnete Parteiredner f\u00fcr die Partei, aber auch Saalschutz durch SA und SS-Leute aus der Pfalz ab. Er versorgte sie mit Uniformen. Er gab saarl\u00e4ndischen Parteigenossen die M\u00f6glichkeit, in der Pfalz zu hospitieren. Er kannte die saarl\u00e4ndische NSDAP also genau. So war es nur folgerichtig, dass Hitler B\u00fcrckel nach der Machtergreifung zum Gauleiter des Gaus Saar ernannte,<\/p>\n<p>ohne aber den amtierenden Gauleiter Karl Br\u00fcck seines Amtes zu entheben. Er l\u00f6ste den Gau Saar auf und unterstellte die NSDAP seiner Gauleitung mit der Zentrale in Neustadt. Die Regierungskommission, das war die Beh\u00f6rde, die das Saargebiet im<\/p>\n<p>Auftrag des V\u00f6lkerbundes verwaltete, verabschiedete kurz darauf ein Gesetz, das die Parteien an der Saar zur rechtlichen Eigenst\u00e4ndigkeit gegen\u00fcber dem Deutschen Reich verpflichtete. Somit konnte B\u00fcrckel nicht Gauleiter f\u00fcr die Saar bleiben. Als Strohmann<\/p>\n<p>f\u00fcr B\u00fcrckel wurde Alois Spaniol, 1904 im saarl\u00e4ndischen Lisdorf geboren, eingesetzt. Die b\u00fcrgerlich-liberalen Parteien und das katholische Zentrum schlossen sich unter&nbsp; auf eine Initiative des V\u00f6lkIinger Industriellen Herrmann R\u00f6chling zur ,,Deutschen Front (DF)\u201c zusammen. Sie trat f\u00fcr den Anschluss des Saargebiets an das Reich ein. B\u00fcrgerliche Politiker und Pfarrer dienten als Aush\u00e4ngeschilder. Nach au\u00dfen wirkte sie wie eine \u00fcberparteiliche Bewegung. Tats\u00e4chlich aber stand sie vollst\u00e4ndig unter der Kontrolle<\/p>\n<p>der NSDAP und die F\u00e4den hielt B\u00fcrckel in der Hand. Der DF geh\u00f6rte als Nationalsozialist Jakob Pirro&nbsp; an. Die Saar-NSDAP wurde am 26. Februar 1934 aufgel\u00f6st Neuer Leiter wurde Pirro. Er gilt als Vertrauter B\u00fcrckels, der also seine Strategie bei der Personalauswahl, alle Posten mit seinen Vertrauten zu besetzen fortf\u00fchrte.<\/p>\n<p>B\u00fcrckel hatte mit der Saarpropaganda zwei Aspekte abzudecken. Zum einen musste er nat\u00fcrlich die Saarl\u00e4nder f\u00fcr die R\u00fcckgliederung begeistern. Er musste aber auch die Reichsbev\u00f6lkerung f\u00fcr die innen-und au\u00dfenpolitische Bedeutung sensibilisieren.<\/p>\n<p>F\u00fcr den Kampf um saarl\u00e4ndische Stimmen griff er auf seine bew\u00e4hrten Propagandainstrumente zur\u00fcck. Presse und Film und nat\u00fcrlich wie immer \u00f6ffentliche Kundgebungen und Versammlungen wurden genutzt. Wichtigstes Propagandamittel wurde aber mehr und mehr der Reichsrundfunk. F\u00fcr die Reichsdeutschen kreierte er Saarveranstaltungen und Saarausstellungen. In Zweibr\u00fccken fand am ersten Aprilwochenende die wohl erste offizielle Saarlandkundgebung statt. \u00dcber 70.000 Menschen waren gekommen.<\/p>\n<p>Auch in Mannheim, Mainz und Ludwigshafen fanden gro\u00dfe Kundgebungen statt. Sternfahrten zur saarl\u00e4ndischen Grenze von Parteiorganisationen wurden organisiert. Aber auch der S\u00e4ngerbund Westmark oder die NS-Frauenschaft waren eingebunden.<\/p>\n<p>Der S\u00e4ngerbund hielt in Zweibr\u00fccken eine Kundgebung ab und das Gautreffen der NS-Frauenschaft, auch in der Grenzstadt Zweibr\u00fccken hatte 10.000 Teilnehmer\/Innen.<\/p>\n<p>B\u00fcrckel sah aber auch, dass es au\u00dfer diesem propagandistischen Trommelfeuer wichtig war, auch die katholische Kirche zu gewinnen. Immerhin waren 73 % der saarl\u00e4ndischen Bev\u00f6lkerung Katholiken. Wichtig war ihm eine offizielle Zustimmung der beiden f\u00fcr das Saarland zust\u00e4ndigen Oberhirten Franz Rudolf Bornewasser in Trier und Ludwig Sebastian in Speyer. <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/bornewasser.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"bornewasser\" style=\"border-left-width: 0px; border-right-width: 0px; background-image: none; border-bottom-width: 0px; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-top-width: 0px\" border=\"0\" alt=\"bornewasser\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/bornewasser_thumb.jpg\" width=\"104\" height=\"144\"><\/a><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/blob.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"blob\" style=\"border-left-width: 0px; border-right-width: 0px; background-image: none; border-bottom-width: 0px; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-top-width: 0px\" border=\"0\" alt=\"blob\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/blob_thumb.jpg\" width=\"149\" height=\"219\"><\/a><\/p>\n<p>Zwar waren beide Bisch\u00f6fe national eingestellt und waren deshalb f\u00fcr die R\u00fcckgliederung des Saargebiets ins Reich, doch ganz so glatt lief es nicht, wie B\u00fcrckel sich das erhofft hatte. Sebastian hatte sich schon 1933 geweigert, einen von B\u00fcrckel vorbereiteten Wahlaufruf zu unterschreiben. Er hatte im M\u00e4rz 1933 demonstrativ katholische Schutzh\u00e4ftlinge in Neustadt besucht. Angesichts der st\u00e4ndig zunehmenden Repressalien gegen den Klerus und Ordensleute hatte er sich auch geweigert nach dem Abschluss des Reichskonkordats einen Dankgottesdienst zu feiern. Auch waren die Ausschreitungen in der Pfalz w\u00e4hrend der Gleichschaltung, die Schutzhaft f\u00fcr pf\u00e4lzische Geistliche<\/p>\n<p>und die Verfolgung von Mitgliedern des Zentrums und der BVP im Saarland durchaus registriert worden. B\u00fcrckel fuhr nun einen geschmeidigeren Kurs. So wies er die pf\u00e4lzische Kreisregierung im Juni 1934 an, kein Uniformverbot f\u00fcr die katholischen Jugendverb\u00e4nde zu erlassen. Er verbot die Verbreitung des \u201cMythus des 20. Jahrhunderts\u201d von Rosenberg, der bei der katholischen Kirche seit Anfang 1934 auf dem Index stand. Am 21. Juni 1934 ordnete er f\u00fcr Fronleichnam&nbsp; f\u00fcr die Pfalz eine allgemeine Arbeitsruhe an.<\/p>\n<p>Fronleichnam war seit dem Feiertagsgesetz vom 27. Februar 1934 kein Feiertag mehr. Au\u00dferdem ordnete im \u201cInteresse des Religionsfriedens\u201d beh\u00f6rdlichen Schutz f\u00fcr Fronleichnamsprozessionen an. Auch untersagte er , dass in der Pf\u00e4lzer und saarl\u00e4ndischen<\/p>\n<p>Presse antireligi\u00f6se und die Kirche verunglimpfenden Artikel ver\u00f6ffentlicht wurden. Gleichzeitig machte er Druck. Er intervenierte sogar beim Vatikan, um die beiden Kirchenf\u00fcrsten zu veranlassen, ihre bisherige Neutralit\u00e4t aufzugeben.<\/p>\n<p>Am 6. Januar 1935 wurde im Reich und auf Anordnung der f\u00fcrs Saargebiet zust\u00e4ndigen Bisch\u00f6fe von Trier und Speyer ein Hirtenbrief verlesen \u201cAm Sonntag, den 13. Januar 1935, wird im Saargebiet die Volksabstimmung stattfinden \u00fcber die Frage,<\/p>\n<p>ob dieses deutsche Land seine Bewohner in der durch den Versailler Gewaltfrieden aufgezwungenen Trennung vom deutschen Reich verbleiben sollen (zitiert bei Wettstein S. 264)Bei Bischof Sebastian unterblieb die Formulierung vom \u201cVersailler Gewaltfrieden\u201d.<\/p>\n<p>Aber nat\u00fcrlich hat dieser Hirtenbrief das Abstimmungsergebnis beeinflusst. Das Ergebnis war \u00fcberzeugend. 90,8 % der W\u00e4hler entschied sich f\u00fcr das R\u00fcckkehr ins Reich. F\u00fcr den Status quo stimmten 8,8 % und nur 0,4 % votierten f\u00fcr Frankreich.<\/p>\n<p>B\u00fcrckel hatte seine F\u00e4higkeit wieder voll unter Beweis gestellt. Hitler gratulierte zu dem Erfolg pers\u00f6nlich am Telefon und einem pers\u00f6nlich an ihn gerichteten Telegramm \u201cAufrichtigen Dank f\u00fcr Ihre vorbildliche Arbeit\u201d (Wettstein S. 267)<\/p>\n<p>Auch Goebbels, der sich oft \u00fcber B\u00fcrckels \u201csozialistische Alleing\u00e4nge\u201d \u00e4rgerte oder Dr. Frey, den er mit seiner Personal-und Verwaltungspolitik in der Pfalz oft br\u00fcskierte, gratulierten.<\/p>\n<p>Am 30. Januar wurde \u201cGesetz \u00fcber die vorl\u00e4ufige Verwaltung des Saarlandes\u201d erlassen<strong>. <\/strong>\u00a7 1 lautete: \u201cAn der Spitze der Verwaltung des Saarlandes steht bis zur Eingliederung in einen Reichsgau der Reichskommissar f\u00fcr die R\u00fcckgliederung des Saarlandes mit dem Amtssitz in Saarbr\u00fccken. Der Reichskommissar wird vom F\u00fchrer und Reichskanzler ernannt\u201d. B\u00fcrckel wurde am 11. Februar&nbsp; zum Reichskommissar f\u00fcr die R\u00fcckgliederung des Saarlandes&nbsp; ernannt und am 1. M\u00e4rz 1935 in Saarbr\u00fccken von Dr. Frick in einem Festakt<\/p>\n<p>in das Amt eingesetzt. Fast alle Parteigr\u00f6\u00dfen waren dabei: Hitler, He\u00df, Goebbels, Himmler, Rosenberg, Darr\u00e9, Ley. Auch die beiden Bisch\u00f6fe Bornewasser und Sebastian waren anwesend. In seiner Antrittsrede versprach B\u00fcrckel den Bau von 2000 H\u00e4usern und<\/p>\n<p>Siedlungen. Zur R\u00fcckgliederung des Saarlandes sagte er klar \u201cdiese sei keine bayrische,preu\u00dfische Angelegenheit, sondern allein (eine)deutsche Angelegenheit (Wettstein S.270)Tats\u00e4chlich war das Saargebiet&nbsp; das erste von den Nationalsozialisten geschaffene \u201ef\u00fchrerunmittelbare Territorium\u201c, in dem der Reichskommissar neben seiner Position als oberster Pr\u00e4sentant der Reichsaufsicht zugleich die Funktion eines Regierungschefs aus\u00fcbte.F\u00fcr seine Kirchenpolitik anerkannte er die Aufgabe der Kirche. Doch sagte er auch, dass der Nationalsozialismus als Tr\u00e4ger des Staates ungehindert seine Aufgaben erf\u00fcllen werde. Jeder sollte auf seine Arbeit beschr\u00e4nkt werden.<\/p>\n<p>Wie er das auch in der Pfalz gemacht hatte, besetzte er die f\u00fchrenden Posten mit ihm loyal ergebenen Parteigenossen. Durch F\u00fchrererlass vom 17. Juni 1936 wurde B\u00fcrckel zum Reichskommissar f\u00fcr das Saarland ernannt. Im selben Jahr wurde er<\/p>\n<p>auch Obergruppenf\u00fchrer der SA, das entspricht dem Rang eines Generals.<\/p>\n<p>Noch ein Blick auf das gesamte Reichsgebiet und die weitere Entwicklung des nationalsozialistischen Herrschaftssystem. <\/p>\n<p>873.668<\/p>\n<p>Auf dem Gebiet der Innenpolitik geschah auch Wichtiges<\/p>\n<p>Mit dem \u201cGesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums\u201d vom 7. April 1933 hatte die Ausgrenzung der Juden begonnen.<\/p>\n<p>Die \u201cN\u00fcrnberger Gesetze\u201d, die am Abend des 15. September 1935 anl\u00e4sslich des 7. Reichsparteitag der NSDAP, des \u201cReichsparteitags der Freiheit\u201d, einstimmig angenommen wurden, schlossen die Juden praktisch aus dem deutschen Volk aus.<\/p>\n<p>Die beiden Gesetze, das<em> <\/em>Gesetz zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre (RGBl. I S. 1146) und das \u201cdas Reichsb\u00fcrgergesetz\u201d (RGBl.I S. 1146) gaben der nationalsozialistischen Rassenideologie ihre juristische Grundlage.<\/p>\n<p>An der Erarbeitung von Vorlagen und Gesetzesentw\u00fcrfen ma\u00dfgeblich beteiligt- auch f\u00fcr die \u201cN\u00fcrnberger Gesetze\u201d war als Referent im Innenministerium Hans Globke. Er gab auch zusammen mit seinem Vorgesetzten dem Staatssekret\u00e4r<\/p>\n<p>Wilhelm Stuckart den ersten Kommentar zu den N\u00fcrnberger Gesetzen und deren Ausf\u00fchrungsverordnungen heraus. Er verfasste auch das Gesetzes \u00fcber die \u00c4nderung von Familiennamen und Vornamen vom 17. August 1938 , das Juden zur F\u00fchrung<\/p>\n<p>des zus\u00e4tzlichen Vornamens Israel f\u00fcr M\u00e4nner und Sara f\u00fcr Frauen verpflichtete. Er konzipierte auch das J, das Juden in ihre P\u00e4sse eingepr\u00e4gt bekamen, mit.<\/p>\n<p>Hans Globke brachte es trotz dieser Vorgeschichte zum Zeugen der Anklage im N\u00fcrnberger Prozess. Unter Adenauer wurde er Ministerialdirigent. Am Schluss brachte er es sogar zum Staatssekret\u00e4r im Bundeskanzleramt. Er war die Schaltstelle im Kanzleramt<\/p>\n<p>und Adenauers engster Vertrauter. Auch \u00fcber Ordensverleihungen konnte er sich nicht beklagen. Er erhielt das Gro\u00dfkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Auch eine Karriere!<\/p>\n<p>Mit dem Blutschutzgesetz wurde die Eheschlie\u00dfung sowie der au\u00dfereheliche Geschlechtsverkehr zwischen Juden und Nichtjuden verboten. Das Reichsb\u00fcrgergesetz legte fest, dass nur \u201cStaatsangeh\u00f6rige deutschen oder artverwandten Blutes\u201c Reichsb\u00fcrger <\/p>\n<p>sein konnten. Das hatte zur Folge,dass kein Jude mehr ein \u00f6ffentliches Amt innehaben durften. J\u00fcdische Beamte, die 1933 wegen des \u201cFrontk\u00e4mpferprivilegs\u201d noch einmal davon gekommen waren, mussten nun bis zum 31. Dezember 1935 ihren Dienst quittieren.<\/p>\n<p>Juden verloren das politische Wahlrecht und durch weitere Verordnungen zum Reichsb\u00fcrgergesetz wurde j\u00fcdischen \u00c4rzten und Rechtsanw\u00e4lten auch ihre Zulassung entzogen.<\/p>\n<p>Zu Gauleiter B\u00fcrckel. Gleich nach 1933 waren Juden aus ihren Gesch\u00e4ften gedr\u00e4ngt worden. Der Weinhandel war traditionell \u00fcberwiegend von j\u00fcdischen H\u00e4ndlern betrieben und die waren planm\u00e4ssig aus dem Gesch\u00e4ft gedr\u00e4ngt worden, oft mit fadenscheinigen Vorw\u00fcrfen von Weinbetrug und Weinpanscherei. Im Mainzer Karnevalszug von 1936 fuhr sogar ein Motivwagen mit, der den Vorwurf, dass Juden minderwertige Weine als Spitzenweine verkaufe. Dazu kam ein Weinjahrgang, dessen Mengen<\/p>\n<p>das 2 1\/2 fache eines normalen Jahrgangs ausmachte. Die Winzer f\u00fcrchteten einen Preisverfall. Also proklamierte B\u00fcrckel \u201cDie Deutsche Weinstrasse\u201d. Sie verlief von Schweigen nach Bockenheim und sollte die sch\u00f6nsten Winzerd\u00f6rfer der Pfalz verbinden.<\/p>\n<p>Man musste lediglich neu ausschildern. Orte die an der Route lagen durften den Zusatz \u201can der Weinstra\u00dfe\u201d sowie Neustadt- bisher an der Haardt nun an der Weinstra\u00dfe. Am 19.&nbsp; Oktober 1935 wurde in Bad D\u00fcrkheim die Deutsche Weinstra\u00dfe feierlich er\u00f6ffnet.<\/p>\n<p>Die B\u00fcrgermeister der betroffenen Gemeinden wurden nur zehn Tage vorher in Kenntnis gesetzt. Urspr\u00fcnglich war geplant mit einer Pf\u00e4lzerwald Hochstrasse vom Donnersberg bis zum Hohen Derst, der ist oberhalb von D\u00f6rrenbach f\u00fcr den Fremdenverkehr<\/p>\n<p>und damit auch f\u00fcr den Wein zu werben. B\u00fcrckel war im Juli 1935mit seinem Gefolge in der Schweigener Gastst\u00e4tte \u201cZum Bayerischen J\u00e4ger\u201deingekehrt. Dabei kam man auf die \u00c4nderung der Pl\u00e4ne. Am Anfang der Weinstra\u00dfe steht das Deutsche Weintor,<\/p>\n<p>das die provisorische Holzattrappe, die bei der Er\u00f6ffnung stand, ersetzt hatte. Es gab einen Architektenwettbewerb, den die Architekten August Josef Peter und Karl Mittel aus Landau gewonnen hatten. Die Grundsteinlegung fand am 27. August 1936 statt, der Abschluss der Bauarbeiten wurde nicht einmal zwei Monate sp\u00e4ter, am 18. Oktober, gefeiert. <\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/8b67f5bc96.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"8b67f5bc96\" style=\"border-left-width: 0px; border-right-width: 0px; background-image: none; border-bottom-width: 0px; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-top-width: 0px\" border=\"0\" alt=\"8b67f5bc96\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/8b67f5bc96_thumb.jpg\" width=\"244\" height=\"170\"><\/a><\/p>\n<p>Entlang der Weinstra\u00dfe sollten 6 Bauwerke entstehen, die zum einen als Kelterstation, zum anderen als Gastst\u00e4tte mit Ausflugszielcharakter dienen sollten. Gebaut wurde<\/p>\n<p>aber noch 1936 nur der \u201cSaarhof\u201d. Er sollte so hei\u00dfen, weil die Stadt Saarbr\u00fccken die Tr\u00e4gerschaft \u00fcbernommen hatte. Der Rohbau wurde bei Kriegsbeginn vollendet. dann nahm ihn die Wehrmacht in Beschlag. 1944\/45 kaufte die Gemeinde Leinsweiler das Anwesen von der Stadt Saarbr\u00fccken. 1951 \u00fcbernahm es der Landkreis Landau.Heute ist der \u201cLeinsweiler Hof\u201d in Privatbesitz. Parallel zur Errichtung der Weinstra\u00dfe begr\u00fcndete B\u00fcrckel Partnerschaften Pf\u00e4lzer Winzergemeinschaften mit deutschen St\u00e4dten. Nat\u00fcrlich \u00fcberschritt B\u00fcrckel damit seinen Kompetenzrahmen, denn Weinbau und Weinwerbung lagen eigentlich im Zust\u00e4ndigkeitsbereich von Reichsminister f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft Darr\u00e9. Aber um Kompetenzen hat B\u00fcrckel sich nie gek\u00fcmmert, zumal wenn er vom Zust\u00e4ndigen keine hohe Meinung hatte. F\u00fcr die Weinstra\u00dfe regelte er vieles mit einer Reihe von Erlassen. Aus Vorg\u00e4rten mussten Reklameschilder, Leuchtstofftransparente, nicht f\u00fcr die Pfalz typische Pflanzen, selbst Gartenzwerge entfernt werden.<\/p>\n<p>Modische Bauweisen, Edelputz und Mosaiken an den Hausw\u00e4nden waren verboten. Alte Fachwerkh\u00e4user, alte Wirtshausschilder und alte Z\u00e4une waren zu erhalten. B\u00fcrckel liess die postalische Bezeichnung \u201can der Weinstrasse\u201d an die Ortsnamen anh\u00e4ngen-<\/p>\n<p>werbewirksam bis heute.<\/p>\n<p>Das Verh\u00e4ltnis des Nationalsozialismus zur Kirche, vor allem zur katholischen, war von Anfang an ziemlich gespannt. Und wie oben gezeigt gab es gleich zu Beginn massive \u00dcbergriffe auf Geistliche und vor allem heftige Verfolgung von Zentrumsmitgliedern.<\/p>\n<p>Das Verh\u00e4ltnis entspannte sich nach dem Konkordat ein wenig und unter Gauleiter B\u00fcrckel in der Pfalz als es um die Saarabstimmung ging und B\u00fcrckel einfach auch die massive Unterst\u00fctzung der Bisch\u00f6fe brauchte, um ein m\u00f6glichst gutes Stimmergebnis im Saarland zu erreichen. Der Speyrer Bischof Sebastian war von Anfang an nicht auf Konfrontation aus.Wie oben gezeigt wurde, verlief die Zeit kurz vor dem Erm\u00e4chtigungsgesetz sehr turbulent. Auch in der Pfalz waren sehr viele katholische Geistliche in Schutzhaft genommen worden oder wie der Pfarrer von Rheing\u00f6nnheim Caroli misshandelt worden. Bischof Sebastian willigte in ein Abkommen mit der Gauleitung ein, das katholischen Priestern strengste Zur\u00fcckhaltung in politischen Fragen auferlegte. Getragen war dies von der<\/p>\n<p>Hoffnung, die Haftentlassung der Pfarrer zu erreichen. Das Hauptziel des Bischofs lag darin, eine geregelte Seelsorge aufrecht zu erhalten. Nach dem f\u00fcr das Regime g\u00fcnstigen Ausgang der Saarabstimmung war man nicht mehr auf R\u00fccksichtnahme auf die Kirche angewiesen. Eine Atempause verschafften nochmals die Olympischen spiel 1936 in Deutschland. Man wollte sich im Blickpunkt der Welt\u00f6ffentlichkeit nat\u00fcrlich gut zeigen. Es kam dann Ende 1936\/Anfang 1937 zum Frankenholzer Schulstreik. Es ging hier um den Rang von Schulkreuzen und Hitlerbildern. Als der nationalsozialistische Schulleiter Philipp Klein Kreuze durch Hitlerbilder ersetzen lie\u00df, behielten Eltern ihre Kinder daheim. Als die Gestapo gegen die R\u00e4delsf\u00fchrer ermittelte, schlossen sich Bergleute dem Protest mit<\/p>\n<p>einem Bummelstreik an. Darauf wurden 15 Grubenarbeiter fristlos entlassen, 5 Eltern in U-Haft genommen. Gauleiter B\u00fcrckel gab nach, lie\u00df die Geldstrafen f\u00fcr die Schulverweigerung aufheben,<\/p>\n<p>veranlasste, dass die Verhafteten entlassen wurden und machte den Platztausch von Hitlerbild und Kreuz r\u00fcckg\u00e4ngig.&nbsp; Bischof Sebastian hatte den Vorfall in seiner ganzen Di\u00f6zese publik gemacht und mit klaren Worten darauf hingewiesen,dass Frankenholz kein Einzelfall sei sondern symptomatisch f\u00fcr die Gesamtentwicklung im Deutschen Reich war. Die Stellungnahme des Bischofs belegte, dass B\u00fcrckels Fiktion vom Religionsfrieden in seinem Gau nicht stimmte.Fast gleichzeitig lie\u00df B\u00fcrckel eine Abstimmung \u00fcber die Einf\u00fchrung einer Gemeinschaftsschule im Gau Saarpfalz durchf\u00fchren und erhielt ein klares Votum f\u00fcr die Gemeinschaftsschulen. Das wieder zeigte, dass die Bereitschaft vieler Katholiken, sich den Forderungen des Nationalsozialismus zu widersetzen, sehr rasch an ihre Grenzern stie\u00df, wenn konkrete Nachteile drohten. Die Abstimmung war am 19. M\u00e4rz angesetzt worden und schon am 20. M\u00e4rz abgehalten worden. So wurde den Pfarrern die M\u00f6glichkeit genommen, dagegen Stellung zu beziehen, z. b. in Predigten.<\/p>\n<p>Der 20. M\u00e4rz war der Samstag vor Palmsonntag. Am 21. M\u00e4rz aber wurde in allen katholischen Kirchen die p\u00e4pstliche Enzyklika \u201cMit brennender Sorge\u201d verlesen. Schon im Januar 1937 hatte Papst Pius XI. die Kardin\u00e4le Faulhaber (M\u00fcnchen und Freising), Bertram (Breslau zugleich Vorsitzender der Fuldaer Bischofskonferenz),und Schulte(K\u00f6ln) sowie die Bisch\u00f6fe Galen (M\u00fcnster) und Preysing (Berlin) nach Rom gerufen, um mit ihnen zu beraten, wie man der immer feindseliger werdenden Kirchenpolitik in Deutschland begegnen sollte. Ein Brief des Papstes an Adolf Hitler oder eine \u00f6ffentliche Kundgebung des Papstes gegen den Nationalsozialismus in Form einer Enzyklika wurde besprochen. Der Brief wurde verworfen, die Enzyklika beschlossen. <\/p>\n<p>Kardinalstaatssekret\u00e4r Pacelli bat Kardinal Faulhaber einen ersten Entwurf zu verfassen. Er arbeitete nur nachts und ohne fremde Hilfe, um die geringste Gefahr oder Indiskretion auszuschlie\u00dfen. Gleichzeitig bereite der Vatikan eine gleichzeitig geplante<\/p>\n<p>Enzyklika gegen den Kommunismus (&#8222;Divini Redemptoris&#8220;) so auff\u00e4llig vor, da\u00df die NS-Diplomaten nur auf dieses Dokument warteten. Beim Korrekturerlesen kam Faulhaber zu der Meinung, dass sich sein Entwurf vielleicht f\u00fcr einen deutschen Hirtenbrief,keinesfalls aber f\u00fcr ein p\u00e4pstliches Rundschreiben eigne. Papst Pius XI. und sein Staatssekret\u00e4r entschieden anders. Pacelli brachte noch geringf\u00fcgige \u00c4nderungen an. Das \u00fcberarbeitete Manuskript wurde in der Druckerei des Vatikans gedruckt und ging<\/p>\n<p>mit einem diplomatischen Sonderboten an die Nuntiatur nach Berlin. \u00dcber Kuriere wurde es direkt an die deutschen Bisch\u00f6fe \u00fcbergeben. Der Postweg wurde gemieden.Vertrauensw\u00fcrdiger Kirchenmitarbeiter transportierten das Papier per Fahrrad und Motorrad in die Pfarrh\u00e4user. Man nutzte Wald- und Feldwege, um kein Aufsehen zu erregen. Die Kopien des geheimen Textes wurden in Beichtst\u00fchlen \u00fcbergeben. Zwar gelangte ein Tag vor der geplanten Verlesung ein Exemplar in die H\u00e4nde der Gestapo. Aber da war die Zeit zu Beschlagnahme nat\u00fcrlich zu knapp. Der Coup war gegl\u00fcckt. In den 11.500 Gemeinden Deutschlands wurde das Rundschreiben verlesen und 300.000 Kopien verteilt. Es ist diese die einzige p\u00e4pstliche Enzyklika in deutscher Sprache.<\/p>\n<p>Hitler soll getobt haben, als er am Vorabend der Verlesung von der Enzyklika erfuhr. In der Enzyklika steht zwar weder \u201cAdolf Hitler\u201d noch Nationalsozialismus aber es ist eine klare Lagebeschreibung der katholischen Kirche in Deutschland, wie es in der \u00dcberschrift hei\u00dft. Nach Abschluss des Konkordats hatten sich die Verst\u00f6\u00dfe gegen die Vereinbarung geh\u00e4uft. Kardinalsstaatssekret\u00e4r Eugenio Pacelli hatte dem Botschafter des Deutschen Reiches am Heiligen Stuhl \u00fcber 50 diplomatische Protestnoten \u00fcbergeben-<\/p>\n<p>nun erkl\u00e4rte der Papst \u201cda\u00df in diesen schweren und ereignisvollen Jahren der Nachkonkordatszeit jedes Unserer Worte und jede Unserer Handlungen unter dem Gesetz der Vereinbarungstreue standen.\u201d Und f\u00e4hrt dann fort \u201dwie von der anderen Seite die Vertragsumdeutung, die Vertragsumgehung, die Vertragsaush\u00f6hlung, schlie\u00dflich die mehr oder minder \u00f6ffentliche Vertragsverletzung zum ungeschriebenen Gesetz des Handelns gemacht wurden.\u201d Auch zum&nbsp; zur Rasselehre wird klar Stellung bezogen:<\/p>\n<p>\u201cWer die Rasse, oder das Volk, oder den Staat, oder die Staatsform, die Tr\u00e4ger der Staatsgewalt oder andere Grundwerte menschlicher Gemeinschaftsgestaltung \u2013 die innerhalb der irdischen Ordnung einen wesentlichen und ehrengebietenden Platz behaupten \u2013 aus dieser ihrer irdischen Wertskala herausl\u00f6st, sie zur h\u00f6chsten Norm aller, auch der religi\u00f6sen Werte macht und sie mit G\u00f6tzenkult verg\u00f6ttert, der verkehrt und f\u00e4lscht die gottgeschaffene und gottbefohlene Ordnung der Dinge. Ein solcher ist weit von wahrem Gottesglauben \u201c Auch zum F\u00fchrerkult gibt es deutliche Worte: \u201cWer in sakrilegischer Verkennung der zwischen Gott und Gesch\u00f6pf, zwischen dem Gottmenschen und den Menschenkindern klaffenden Wesensunterschiede irgend einen Sterblichen, und w\u00e4re er der Gr\u00f6\u00dfte aller Zeiten, neben Christus zu stellen wagt, oder gar \u00fcber Ihn und gegen Ihn, der mu\u00df sich sagen lassen, da\u00df er ein Wahnprophet ist, auf den das Schriftwort ersch\u00fctternde Anwendung findet: \u201eDer im Himmel wohnt, lachet ihrer\u201c (Originaltext auf der Internetseite des Vatikans) Nat\u00fcrlich schlug der NS-Staat sofort zur\u00fcck. Man antwortete mit Hausdurchsuchungen und Verhaftungen.Bistumszeitungen, die den Text gedruckt hatten, wurden beschlagnahmt und f\u00fcr drei Monate verboten. Zw\u00f6lf der an der Vervielf\u00e4ltigung beteiligte Druckereien wurden entsch\u00e4digungslos enteignet. Katholische Schulen und Kl\u00f6ster wurden geschlossen. Gegen Priester und Ordensleute wurden Prozesse wegen Unterschlagung und Sittlichkeitsprozesse gef\u00fchrt und publizistisch ausgeschlachtet.<\/p>\n<p>B\u00fcrckel griff Bischof Sebastian scharf an. Er bezeichnete ihn als Landesverr\u00e4ter und Staatsfeind. Die Gestapo hatte einen Brief des Bischofs an Pacelli abgefangen, ge\u00f6ffnet und fotografiert in dem er \u00fcber die Bedr\u00fcckungen der Kirche berichtet hatte..<\/p>\n<p>Am 15. August 1937 sollte in Speyer das goldene Priesterjubil\u00e4um des Bischofs gefeiert werden. 25.000 Frauen wollten zu einer \u201cJubelmesse\u201d nach Speyer kommen. Sonderz\u00fcge waren bei der Reichsbahn angefordert und bereits zugesagt worden.<\/p>\n<p>Nun legte B\u00fcrckel eine Gro\u00dfkundgebung von Parteiformationen in Speyer auf den 15. August. Die Reichsbahn zog ihre Zusage f\u00fcr die Sonderz\u00fcge zur\u00fcck. Autobusse, die eigentlich den Frauen zur Verf\u00fcgung stehen sollten, wurden von der Gauleitung<\/p>\n<p>beansprucht. Bischof Sebastian entschied sich deshalb, seinen Ehrentag im Stift Neuburg gemeinsam mit dem Erzbischof von Bamberg und den Bisch\u00f6fen von W\u00fcrzburg und Eichst\u00e4tt in einer stillen Feier zu begehen. B\u00fcrckels<\/p>\n<p>Aktion hatte die die Feier des Bischofs zwar verhindert, war aber doch ins Leere gelaufen. <\/p>\n<p>Auf internationaler Ebene war in der Zeit bedeutsam. Im Februar 1936 hatte die Volksfront in Spanien die Wahlen gewonnen. Daraufhin planten Offiziere nahezu \u00f6ffentlich einen Putsch. Ihre Aktivit\u00e4ten wurden von der Regierung praktisch ignoriert.<\/p>\n<p>Als am 13. Juli 1936 der monarchistische Oppositionsf\u00fchrer Jos\u00e9 Calvo Sotelo ermordet wurde, mischten sich immer mehr Gruppen ein. aus dem Putsch war ein B\u00fcrgerkrieg geworden. Zwar gab es unter der \u00c4gide des V\u00f6lkerbundes ein Nichteinmischungskomitee.<\/p>\n<p>Aber die faschistischen M\u00e4chte Italien und Deutschland unterst\u00fctzten die Putschisten offen.Die Sowjetunion unterst\u00fctze die Regierung mit Waffen und Beratern. So wurde Spanien zum \u00dcbungsfeld f\u00fcr den Systemkonflikt in Europa. Ab November 1936 k\u00e4mpfte<\/p>\n<p>die Legion Condor mit 12000 Mann, offiziell nur Freiwillige, in Spanien. Ab Fr\u00fchjahr 1937 waren auch deutsche Seestreitkr\u00e4fte beteiligt. Am 26. April 1937 wurde die religi\u00f6se Hauptstadt des Baskenlandes Gernika unter massgeblicher Beteiligung der <\/p>\n<p>Legion Condor fast vollst\u00e4ndig zerst\u00f6rt.<\/p>\n<p>Im November 1937 hatte Hitler die milit\u00e4rische F\u00fchrungsspitze und Au\u00dfenminister von Neurath zu einer Konferenz nach Berlin eingeladen. Dabei ging es zun\u00e4chst um Versorgungsprobleme der R\u00fcstungswirtschaft insbesondere mit Stahl. Doch Hitler wich von der <\/p>\n<p>Tagesordnung ab und gab in einem mehrst\u00fcndigen Monolog Einblick in seine au\u00dfenpolitischen Ziele. Hitlers Wehrmachtsadjutant Oberst Friedrich Ho\u00dfbach fasste diese Gedankeng\u00e4nge Hitlers stichwortartig in einer Niederschrift zusammen. Diese wurde sp\u00e4ter als <\/p>\n<p>\u201cHo\u00dfbachprotokoll\u201d bezeichnet und diente sp\u00e4ter der Anlagevertretung beim N\u00fcrnberger Prozess als Beweismittel, dass die Beschuldigten einen Angriffskrieg gef\u00fchrt h\u00e4tten. Man kannte schon Hitlers Idee vom \u201cLebensraum\u201d. Nun gab es aber einen konkreten zeitlichen Rahmen. Da wurde auch klar, dass die Tschechoslowakei und \u00d6sterreich auf der Agenda standen.<\/p>\n<p>Im Juli 1934 putschten in \u00d6sterreich Nationalsozialisten. Am 25. Juli ermordete der \u00f6sterreichische Nationalsozialist Otto Planetta den \u00f6sterreichischen Bundeskanzler Engelbert Dollfu\u00df. Im Anschluss an den missgl\u00fcckten Putsch wurden viele Todesurteile verh\u00e4ngt, von denen 13 auch vollstreckt wurden, unter anderem wurde Otto Planetta durch den Strang hingerichtet. Nachfolger von Dollfu\u00df wurde Kurt Schuschnigg, der bisher Justizminister im Kabinett Dollfu\u00df war.<\/p>\n<p>F\u00fcr Adolf Hitler bedeutete der Putsch eine enorme au\u00dfenpolitische Belastung, zumal angenommen wurde, dass Deutschland zu mindestens die Finger im Spiel hatte. Am Grenz\u00fcbergang Zollerschlag wurde ein Kurier festgenommen, der Dokumente bei sich hatte, das\u201dKollerschlager Dokument\u201d legt den Verdacht nahe. f\u00fcr die \u00f6sterreichische Regierung war es der Beleg, dass der Juliputsch auf reichsdeutschem Boden geplant und von dort aus geleitet wurde. Hitler ging auf v\u00f6llige Distanz zu den \u00f6sterreichischen Nationalsozialisten. Die \u00f6sterreichische Landesleitung der NSDAP wurde aufgel\u00f6st, der Landesinspekteur Theodor Habicht seiner \u00c4mter enthoben. In Berlin hatte zu der Zeit die Saarabstimmung, dann die Wiedereinf\u00fchrung der allgemeinen Wehrpflicht und<\/p>\n<p>die Besetzung des entmilitarisierten Rheinlandes Priorit\u00e4t am 7. M\u00e4rz 1936. Weitere personelle Konsequenz war, dass Kurt Heinrich Rieth, der deutsche Botschafter in Wien, in den einstweiligen Ruhestand versetzt wurde.F\u00fcr ihn wurde von Papen als<\/p>\n<p>Au\u00dferordentliche Gesandter nach Wien berufen. Die deutsch-\u00f6sterreichische Vereinigung sollte aus den Schlagzeilen verdr\u00e4ngt werden. Die Beziehungen sollten scheinnormalisiert werden.<\/p>\n<p>Das faschistische Italien hatte sich als Schutzmacht \u00d6sterreichs gesehen und&nbsp; die wichtigste au\u00dfenpolitische St\u00fctze \u00d6sterreichs. Das faschistische Italien war aber bisher die wichtigste au\u00dfenpolitische St\u00fctze \u00d6sterreichs. \u00d6sterreich war f\u00fcr<\/p>\n<p>Italien ein Puffer, der dem Land die gemeinsame Grenze mit Deutschland ersparte.<\/p>\n<p>Das Eingreifen Deutschlands im spanischen B\u00fcrgerkrieg hatte auch zu einer Ann\u00e4herung an Italien gef\u00fchrt, das General Franco ja ebenfalls unterst\u00fctzte. Am 2. Oktober 1935 begann Italien den Abesinnienkrieg. Der V\u00f6lkerverbund verh\u00e4ngte Wirtschaftssanktionen.<\/p>\n<p>Berlin unterst\u00fctze nun Italien.<\/p>\n<p>Eine Reaktion auf diese Ann\u00e4herung der beiden faschistischen M\u00e4chte war das Abkommen vom 11.Juli 1936 zwischen \u00d6sterreich und dem Deutschen Reich. Es bestand aus zwei Teilen, dem offiziellen Kommuniqu\u00e9. Darin anerkannte die deutsche Regierung \u201cdie volle Souver\u00e4nit\u00e4t des Bundesstaates \u00d6sterreich\u201d.Jede der beiden Regierungen \u201cbetrachtet die in dem anderen Land bestehende innenpolitische Gestaltung\u2026 als eine innere Angelegenheit des anderen Landes, auf die sie weder mittelbar noch unmittelbar Einfluss nehmen wird.\u201d. Dann wurde noch vereinbart, dass \u00d6sterreich ihre Politik auf einer Linie halten wird, die der Tatsache entspricht, dass \u00d6sterreich sich als deutscher Staat bekennt. (Quellensammlung zur \u00f6sterreichischen und deutschen Rechtsgeschichte ,2683)In dem nichtoffiziellen Teil, als Gentlemen Agreement bezeichnet, verpflichtete sich \u00d6sterreich die seit dem Juliputsch inhaftierten Angeh\u00f6rigen der NSDAP zu amnestieren, einzelne deutsche Zeitungen, den V\u00f6lkischen Beobachter aber allerdings nicht, wieder zu zu lassen und au\u00dferdem \u201cVertreter der bisherigen sogenannten \u201cnationalen Opposition in \u00d6sterreich\u201dzur Mitwirkung an der politischen Verantwortung heranzuziehen\u201d (Quellensammlung 2864). Daf\u00fcr hob Deutschland die \u201cTausend-Mark-Sperre\u201d auf. Diese wurde am 1.6. 1933 durch die deutsche Reichsregierung als Reaktion auf die Ausweisung des bayrischen Justizministers Hanns Frank erlassen worden. Demnach musste jeder deutsche Staatsb\u00fcrger, der nach \u00d6sterreich reisen wollte, vor eine Reise nach \u00d6sterreich 1000 Reichsmark bezahlen. Der Anteil deutscher Touristen nach \u00d6sterreich betrug 1932 40 % und dieses Gesetz belastete den \u00f6sterreichischen Fremdenverkehr sp\u00fcrbar. <\/p>\n<p>Edmund Glais\u00e9-Horstenau wurde zum Minister ohne Portefeuille ernannt. Guido Schmidt wurde Staatssekret\u00e4r des Au\u00dfenministeriums.<\/p>\n<p>Bei der Tagung im November 1937 war Hitler bei der Skizzierung seiner Au\u00dfenpolitik auf massive Kritik von Blomberg, Fritsch und Neurath gesto\u00dfen. Anfang 1938 tauchten Polizeiakten auf, in denen die Gattin Blombergs als Prostituierte gef\u00fchrt wurde und Fritsch wurde als Homosexueller denunziert. Beide Offiziere wurden daraufhin zum R\u00fccktritt gezwungen. Au\u00dfenminister von Neurath wurde zum Pr\u00e4sidenten eines nie zusammengetreten Kabinettsrates ernannt und in seinem Amt durch Ribbentrop ersetzt. Das war ein Zeichen, dass Hitler nun gewillt war, die Entwicklung in \u00d6sterreich nach seinen Vorstellungen voranzutreiben. Auf \u201cEinladung\u201d Hitlers kamen der \u00f6sterreichische Bundeskanzler Kurt Schuschnigg am 12. Februar 1938 in Begleitung des Staatssekret\u00e4rs f\u00fcr \u00c4u\u00dferes, Guido Schmidt auf den Obersalzberg bei Berchtesgaden. Nach einem zweist\u00fcndigen Gespr\u00e4ch ohne Zeugen legte ihnen Hitler den Entwurf eines Abkommens vor. Die NSDAP sollte in \u00d6sterreich wieder zugelassen werden.Arthur Seyss-Inquart sollte Innenminister mit absoluter Polizeigewalt werden. Verhandelt wurde nicht. Es war ein Diktat.Hitler: \u201cich \u00e4ndere keinen Beistrich. Sie haben zu unterschreiben, oder alles andere ist zwecklos,\u2026\u201d (AdR, BKA\/AA, Staatsurkunden, Deutsches Reich 1938 Februar 12)<\/p>\n<p>Schuschnigg erreichte lediglich eine Gnadenfrist von 3 Tagen, da Ministerernennungen verfassungsrechtlich erst vom Bundespr\u00e4sidenten gebilligt werden m\u00fcssten. Er unterschrieb. Aber er setzte eine Volksabstimmung f\u00fcr den 13. M\u00e4rz an.<\/p>\n<p>Genau in diesen Tagen war Glais\u00e9-Horstenau auf einer Vortragsreise in Stuttgart. Am 9. M\u00e4rz fuhr er zu einem Verwandtenbesuch nach Landau. Dort erfuhr er aus Wien telefonisch von der geplanten Volksbefragung. B\u00fcrckel hatte von einem Korrespondenten von<\/p>\n<p>der Anwesenheit von Glais\u00e9-Horstenau erfahren. B\u00fcrckel lud ihn zu einem Umtrunk nach schweigen und dann zu einem geselligen Abendessen nach Neustadt ein. Dabei h\u00f6rten beide eine Rundfunk\u00fcbertragung von Schuschniggs Rede zu der beabsichtigten Volksbefragung. B\u00fcrckel rief umgehend in Berlin an. Dort erreichte er den pers\u00f6nlichen Adjutanten Hitlers in der Reichskanzlei und teilte ihm mit, dass sich Glais\u00e9-Horstenau&nbsp; gerade bei ihm befand. Beide wurden sofort nach Berlin beordert.<\/p>\n<p>Auf Druck Berlins wurde die Volksabstimmung abgesagt. Schuschnigg trat am 11. M\u00e4rz zur\u00fcck. Seyss-Inquart&nbsp; wurde vom Bundespr\u00e4sidenten Miklas zum Bundeskanzler ernannt. Am 12. M\u00e4rz marschierte die Wehrmacht ohne Widerstand des Bundesheeres in \u00d6sterreich ein. \u201cDer Anschluss\u201d war vollzogen. Seyss-Inquart legte dem Pr\u00e4sidenten das Anschlussgesetz zur Unterzeichnung vor. Miklas legte aber seine Amtsgesch\u00e4fte nieder. Seine Funktionen gingen der Verfassung gem\u00e4\u00df auf den Kanzler \u00fcber und dieser unterzeichnete.Hitler legte eine Volksbefragung f\u00fcr den 10. April fest, um den Anschluss im nachhinein legitimieren zu lassen. B\u00fcrckel war ja in diesen Tagen in unmittelbarer N\u00e4he Hitlers. Er stand beim F\u00fchrer ja in hohem Ansehen. Zuverl\u00e4ssig hatte er immer hervorragende Wahlergebnisse geliefert und auch die Saarabstimmung problemlos und mit einem Wunschergebnis abgeschlossen. Er wurde von Hitler zum Beauftragten f\u00fcr die Volksabstimmung und f\u00fcr die Reorganisation der NSDAP ernannt.<\/p>\n<p>In der Wiener Zeitung vom 14. M\u00e4rz wurde ver\u00f6ffentlicht, dass Hitler Gauleiter B\u00fcrckel damit beauftragt hat und \u201cIch habe Gauleiter B\u00fcrckel mit der Vollmacht ausgestattet, alle Ma\u00dfnahmen zu ergreifen oder anzuordnen, die zur verantwortungsvollen Erf\u00fcllung des erteilten Auftrags erforderlich (online in anno.onbc.ac.at) sind.\u201dSchon gleich nach dem Amtsantritt von Ribbentrop hatte dieser den aus Heidelberg stammenden Wilhelm Keppler als Staatssekret\u00e4r f\u00fcr besondere Aufgaben ins Ausw\u00e4rtige Amt \u00fcbernommen. Ab 1936 war er Berater Hermann G\u00f6rings f\u00fcr die Durchf\u00fchrung des Vierjahresplan. Am 16. M\u00e4rz wurde im Reichsinnenministerium die \u201cZentralstelle f\u00fcr die Durchf\u00fchrung der Wiedervereinigung \u00d6sterreichs mit dem Deutschen Reich\u201d eingerichtet. Innenminister Frick und G\u00f6ring wollten, dass Keppler dieser Stelle vorstand.<\/p>\n<p>Sie ernannten deshalb Keppler zum \u201cReichsbeauftragten f\u00fcr \u00d6sterreich\u201d. Hitler hatte B\u00fcrckel ja schon am 13. M\u00e4rz mit seiner Aufgabe pers\u00f6nlich beauftragt. Zwar \u00fcberschnitten sich die Aufgabengebiete der beiden grunds\u00e4tzlich nicht. Keppler war<\/p>\n<p>f\u00fcr die wirtschaftlichen und politischen Belange zust\u00e4ndig, B\u00fcrckel sollte sich mit der Partei und der Vorbereitung der Volksabstimmung befassen.Da sich beide nicht um Zust\u00e4ndigkeitsbereiche k\u00fcmmerten und beide ehrgeizig waren, waren Interessenkonflikte vorprogrammiert. B\u00fcrckel hatte aber schnell die besseren Karten. Er wurde am 23. April von Hitler zum \u201cReichskommissar f\u00fcr die Wiedervereinigung \u00d6sterreichs mit dem Deutschen Reich\u201d ernannt. Die Dienststelle des <\/p>\n<p>Reichsbeauftragten f\u00fcr \u00d6sterreich wurde dem Reichskommissar untergeordnet. Von G\u00f6ring und Frick erhielt Keppler nun wenig R\u00fcckhalt, da sie beide Hitler mit offener Unterst\u00fctzung Kepplers nicht br\u00fcskieren wollten.<\/p>\n<p>B\u00fcrckel war schon am 13. M\u00e4rz nach Wien gereist, um dort den Einzug Hitlers vorzubereiten und gleichzeitig erste organisatorische und personelle Ma\u00dfnahmen f\u00fcr die Volksabstimmung zu treffen. Rund 200.000 Menschen waren am 15. M\u00e4rz auf den Heldenplatz gekommen, um Hitler begeistert zu feiern als dieser \u201cden Eintritt meiner Heimat in das Deutsche Reich\u201d meldete.<\/p>\n<p>B\u00fcrckel ging seine Aufgabe mit Elan und von keinerlei Selbstzweifel geplagt an. Es galt zwar 90,8 % aus der Saarabstimmung zu \u00fcbertreffen, denn in der Heimat des F\u00fchrers sollte nat\u00fcrlich noch ein weitaus deutlicheres Ergebnis erzielt werden.<\/p>\n<p>B\u00fcrckel sah seine Aufgabe als Vertrauensbeweis des F\u00fchrers, vor allem aber als Chance, sich Gunst und Dankbarkeit Hitlers zu erhalten. Anders als an der Saar hatte er diesmal keine diplomatischen R\u00fccksichten zu nehmen, da dieses Mal kein misstrauischer<\/p>\n<p>V\u00f6lkerbundsrat zuschaute. Als Dienstsitz w\u00e4hlt er das Parlamentsgeb\u00e4ude aus und lie\u00df es beschlagnahmen, da mit \u201cDer Beschlagnahme des Hauses kein lebenswichtiger Betrieb gest\u00f6rt wird\u201d (zitiert nach Wettstein, S. 379)Politisch gewieft setzte er gleich zu Anfang durch, dass er zwischen Innenminister Frick und ihm ein Abkommen zustande kam,in dem er ausdr\u00fccklich als Hitlers politischer Beauftragter anerkannt wurde. In der Praxis bedeutete dies,dass er in \u00d6sterreich zum obersten Dienstherr geworden war und bis auf<\/p>\n<p>auf Wehrmacht und Polizei \u00fcber alle staatlichen Stellen und Parteiorganisationen die Kompetenzhoheit besa\u00df und somit die Geschicke \u00d6sterreichs und vor allem der Stadt Wien beeinflussen konnte.<\/p>\n<p>Am 10. April nun wurde die Volksabstimmung abgehalten. Im \u201cAltreich\u201d stimmten 99,01 Prozent der Deutschen und in \u00d6sterreich 99,73 Prozent der \u00d6sterreicher&nbsp; f\u00fcr den \u201cAnschluss\u201d.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/220px-Stimmzettel-Anschluss.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"220px-Stimmzettel-Anschluss\" style=\"border-left-width: 0px; border-right-width: 0px; background-image: none; border-bottom-width: 0px; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-top-width: 0px\" border=\"0\" alt=\"220px-Stimmzettel-Anschluss\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/220px-Stimmzettel-Anschluss_thumb.jpg\" width=\"224\" height=\"165\"><\/a><\/p>\n<p>Vor der Abstimmung lief die nationalsozialistische Propaganda auf Hochtouren. Auch waren rund 8 % der eigentlich Wahl-und Stimmberechtigten schon ausgeschlossen worden. Juden (200.000) und \u201cMischlinge\u201d (170.000) durften nicht abstimmen. Es herrschte<\/p>\n<p>ein Klima der Angst und viele wagten es gar nicht mehr, anonym in der Wahlkabine abzustimmen sondern machten ihr Kreuz \u00f6ffentlich vor dem Wahlhelfer, um ja nicht in den Verdacht geraten, mit Nein gestimmt zu haben.<\/p>\n<p>Wie schon in der Pfalz und dem Saarland hatte B\u00fcrckel auch in \u00d6sterreich wichtige Schl\u00fcsselstellungen mit ihm loyal ergebenen Mitarbeiter aus der Pfalz besetzt. Parteibeauftragter der Stadt Wien wurde Karl Kleemann, Lehrer wie B\u00fcrckel und schon 1926<\/p>\n<p>in die NSDAP eingetreten. Ab 1936 war er Kreisleiter der Stadt Ludwigshafen. Claus Selzner, der in Ludwigshafen bei der IG Farben (heute BASF) die NS-Betriebszelle gegr\u00fcndet hatte und dann Leiter der NSBO der Pfalz war, \u00fcbernahm die Organisation der DAF in \u00d6sterreich.Rudolf R\u00f6hrig, Stellvertreter&nbsp; des OSAF f\u00fcr die Pfalz, Fritz Schwitzgebel und ab 1936 Gauschulungsleiter f\u00fcr den Gau Saarpfalz wurde. Carl Caspary wurde \u00fcber B\u00fcrckel hauptamtlich f\u00fcr die SA t\u00e4tig. Nach der Vereinigung des Saargebiets war er f\u00fcr die<\/p>\n<p>Neuorganisation der SA im Saarland zust\u00e4ndig. dann war er Brigadef\u00fchrer der SA-Brigade 151 in Saarbr\u00fccken. Nach dem Anschluss holte B\u00fcrckel ihn nach Wien. Dort leitete er die neugeschaffene SA-Reichsschule. Nat\u00fcrlich kam das bei den Einheimischen Nazis schlecht an, die sich um die Fr\u00fcchte ihrer Mitgliedschaft in der \u201cKampfzeit\u201d gebracht sahen. An den Kritiken und Unmuts\u00e4u\u00dferungen st\u00f6rte er sich nicht. Wie schon im Saarland hatte er auch in \u00d6sterreich nach dem Anschluss eine Aufnahmesperre. Denn wie in der Pfalz nach der Machtergreifung und an der Saar nach der Vereinigung mit dem Reich hatte auch in \u00d6sterreich ein Zustrom opportunistischer Mitl\u00e4ufer eingesetzt. B\u00fcrckels enger Vertrauter und Berater Karl Barth war von 1938 bis 1940 zu ihm abgeordnet worden.<\/p>\n<p>Er hatte ein Memorandum erarbeitet zu einer Neugliederung \u00d6sterreichs. Nach den Vorstellungen B\u00fcrckels sollte eine reichseinheitliche L\u00f6sung angestrebt werden. Partikularistische Interessenwahrung der \u00f6sterreichischen L\u00e4nder sollte vermeiden werden.<\/p>\n<p>Oberstes Zentrum aller staatlichen und kommunalen Amtsgewalt sollte die Partei sein. Die L\u00e4nder sollten aufgel\u00f6st und in Gaue umgewandelt werden. An der Spitze sollte der Gauleiter stehen, der gleichzeitig Reichsstatthalter war und somit als Reichsorgan<\/p>\n<p>die Befehlsgewalt \u00fcber jede Landesregierung innehatte. Einheimische Parteifunktion\u00e4re sollten ins Reich versetzt werden und somit die immer wieder aufflammenden inneren Streitigkeiten in den NS-Kl\u00fcngeln ausgeschaltet werden. B\u00fcrckel hatte die \u00f6sterreichischen Parteigr\u00f6\u00dfen Kaltenbrunner, Globocnic und Klausner in seine Planungen mit einbezogen um ihre Unterst\u00fctzung zu bekommen.B\u00fcrckel gliederte die \u201cOstmark\u201d, wie \u00d6sterreich jetzt genannt wurde, in sieben Gaue.<\/p>\n<p>Salzburg, Oberdonau mit der Hauptstadt Linz, Niederdonau mit der Hauptstadt Krems, Wien, Steiermark mit der Hauptstadt Graz, K\u00e4rnten mit der Hauptstadt Klagenfurt und Tirol mit der Hauptstadt Innsbruck. Dabei ging Osttirol im Gau K\u00e4rnten auf, Vorarlberg<\/p>\n<p>im Gau Tirol. Das Burgenland wurde zwischen Steiermark und Unterdonau aufgeteilt. Bad Aussee wurde Oberdonau zugeteilt. Gro\u00dfwien wurde in einen eigenen Stadtgau umgewandelt. 97 Gemeinden waren eingemeindet worden und Wien war nun fast f\u00fcnf mal so gro\u00df wie vor dem Anschluss. Am 22. Mai 1938 wurden per F\u00fchrererlass die Gauleiter ernannt. Wenig Begeisterung fand bei B\u00fcrckel die Ernennung Globocnics zum Gauleiter von Wien. Die wichtigsten stellen hatte er ohnehin schon mit ihm ergebenen Leuten aus der Pfalz besetzt. Er wurde nur ein halbes Jahr sp\u00e4ter aus dem Amt entfernt, wo er ein finanzielles und organisatorisches Chaos hinterlassen hatte. In Wien war er ma\u00dfgeblich f\u00fcr die Enteignung und Vertreibung der j\u00fcdischen Bev\u00f6lkerung verantwortlich.<\/p>\n<p>In K\u00e4rnten wurde Hubert Klausner Gauleiter. Er starb am 12. Februar 1939 ganz pl\u00f6tzlich in Wien. Sein Tod gab Anlass zu Ger\u00fcchten und Spekulationen, bis hin zu&nbsp; von einem von B\u00fcrckel veranlassten Giftmord durch die SS, wie sein ehemaliger Adjutant <\/p>\n<p>Erwin Aichinger schrieb (siehe dazu Alfred Elste: K\u00e4rntens braune Elite, S. 71f ) In Salzburg wurde Friedrich Rainer Gauleiter, der eng mit Globocnic befreundet war. In Oberdonau wurde August Eigruber Gauleiter und in Niederdonau wurde Hugo Jury Gauleiter, was er bis zu Kriegsende blieb. In der Steiermark wurde der junge promovierte Jurist Siegfried Uiberreither Gauleiter. Den Gau Tirol schlie\u00dflich leitete Franz Hofer. Er schlug 1944 Hitler vor, ein Kerngebiet in den Alpen als letzte Bastion des Reiches zur<\/p>\n<p>Alpenfestung auszubauen. S\u00e4mtliche Gauleiter waren \u00d6sterreicher und unter ihren Stellvertretern nur ein Reichsdeutscher. B\u00fcrckels Vorschlag jedem Gauleiter einen reichsdeutschen Stellvertreter beizuordnen, war Hitler nicht gefolgt. Allerdings gab er dem<\/p>\n<p>telegrafischen Ersuchen B\u00fcrckels statt, 26 der besten reichsdeutschen Kreisleiter zu Aufsichtszwecken in den Kreis-und Bezirksverb\u00e4nden auszuleihen. Die Neugliederung \u00d6sterreichs war weitgehend nach B\u00fcrckels Vorstellungen gelaufen, zumal er sich immer<\/p>\n<p>auf den \u201cF\u00fchrerwillen\u201d berief und somit jeglicher Kritik den Boden entzog.<\/p>\n<p>Am 28. August 1938 richtete B\u00fcrckel in Wien die Zentralstelle f\u00fcr j\u00fcdische Auswanderung ein. Formell unterstand sie Franz Walter Stahlecker. Aufgebaut und organisiert wurde sie aber von Adolf Eichmann. In Berlin hatte er seit 1935 beim SD in der Abteilung II (Juden) gearbeitet. Nach dem Anschluss wurde er nach \u00d6sterreich versetzt.Die Zentralstelle war geschaffen worden, um&nbsp; Auswanderungswilligen die n\u00f6tigen Papiere auszustellen. Die Dokumente wurden praktisch im Flie\u00dfbandverfahren erstellt, nicht ohne die Ausreisenden praktisch bis zum v\u00f6lligen Verm\u00f6gensverlust auszupl\u00fcndern. Die Beh\u00f6rde arbeitete so effizient, dass sie schnell zum Vorbild f\u00fcr weitere Auswanderungsstellen wurde, so die Reichszentrale in Berlin oder sp\u00e4ter die Auswanderungsstellen in Prag oder Amsterdam. Heydrich br\u00fcstete sich bei einer Konferenz im Reichsluftfahrtministerium kurz nach der Reichskristallnacht, die Zentralstelle in Wien habe in kurzer Zeit immerhin 50 000 Juden aus \u00d6sterreich herausgebracht, w\u00e4hrend es im Altreich nur 19 000 Juden waren.<\/p>\n<p>Am 7. November 1938 hatte Herschel Grynszpan in Paris den deutschen Diplomaten Ernst vom Rath bei einem Attentat get\u00f6tet. Zu der Zeit war die F\u00fchrungsspitze der NSDAP in M\u00fcnchen versammelt, um den 15. Jahrestag des Hitlerputsches zu begehen.<\/p>\n<p>Von M\u00fcnchen aus erging nun die Weisung zu den seit der Macht\u00fcbernahme heftigsten antisemitischen Ausschreitungen, die als Reichskristallnacht in die Geschichte eingegangen sind. 91 Tote, 267 zerst\u00f6rte Gottes- und Gemeindeh\u00e4user und 7.500 verw\u00fcstete Gesch\u00e4fte \u2013 das war die \u201coffizielle\u201d Bilanz der \u201cberechtigten und verst\u00e4ndlichen Emp\u00f6rung des deutschen Volkes&#8220;, wie das NS-Regime dazu erkl\u00e4rte. Tats\u00e4chlich starben mehr als 1300 Menschen. \u00dcber 1400 Synagogen oder Gebetsh\u00e4user, das war mehr als die<\/p>\n<p>H\u00e4lfte in Deutschland und \u00d6sterreich wurde stark besch\u00e4digt oder ganz zerst\u00f6rt. Am n\u00e4chsten Tag wurden mehr als 30 000 m\u00e4nnliche Juden in Konzentrationslager verschleppt. Das einzige was G\u00f6ring daran zu kritisieren hatte war, die \u201cvolkswirtschaftlich unsinnige Zerst\u00f6rung von Sachwerten\u201d.<\/p>\n<p>Wie Hitler schon bei der Tagung ausgef\u00fchrt hatte, die im Hossbachprotokoll beschrieben wurde, stand jetzt die Tschechoslowakei auf seiner Tagesordnung. Schon vor dem Einmarsch in \u00d6sterreich hatte er in der Reichstagsrede vom 20. Februar 1938 erkl\u00e4rt \u201c<\/p>\n<p>so wird auch das heutige Deutschland seine wenn auch um soviel begrenzteren Interessen zu vertreten und zu wahren wissen. Und zu diesen Interessen des Deutschen Reiches geh\u00f6rt auch der Schutz jener deutschen Volksgenossen, die aus eigenem nicht in der Lage sind, sich an unseren Grenzen das Recht einer allgemeinen menschlichen, politischen und weltanschaulichen Freiheit zu sichern.\u201d Als Hebel in der Tschechoslowakei sollte Konrad Henlein mit seiner Sudetendeutschen Partei SdP (seit 1935, vorher Sudetendeutsche Heimatfront) Am 24. April 1938 stellte Henlein in Karlsbad ein acht-Punkte-Programm vor, ganz im Sinne Hitlers \u201cimmer so viel (zu)fordern, dass wir nicht zufrieden gestellt werden k\u00f6nnen.&#8220; <\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/220px-HenleinKonrad1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"220px-HenleinKonrad1\" style=\"border-left-width: 0px; border-right-width: 0px; background-image: none; border-bottom-width: 0px; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-top-width: 0px\" border=\"0\" alt=\"220px-HenleinKonrad1\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/220px-HenleinKonrad1_thumb.jpg\" width=\"184\" height=\"244\"><\/a><\/p>\n<p>Henlein forderte die volle Gleichberechtigung der deutschen Minderheit als Volksgruppe, die Feststellung und Anerkennung des deutschen Siedlungsgebiets innerhalb der Tschechoslowakei,den Aufbau einer deutschen Selbstverwaltung mit ausschlie\u00dflich deutschen Beamten, die Wiedergutmachung der ab 1918 erlittenen wirtschaftlichen Sch\u00e4den der deutschsprachigen Bewohner und endlich die \u201evolle Freiheit des Bekenntnisses zum deutschen Volkstums und zur deutschen Weltanschauung\u201d.  <\/p>\n<p>Der tschechische Premierminister Milan Hodza war bereit dieser Forderung mit dem Entwurf einer neuen Verfassung entgegenzukommen. Der tschechische Pr\u00e4sident Edvard Benes lehnte dies aber ab. Am 21. Mai nahm die Tschechoslowakei<\/p>\n<p>eine Teilmobilmachung vor, die von Gro\u00dfbritannien und Frankreich gebilligt wurde.<\/p>\n<p>Hinter den Kulissen gab es wegen der Sudetenkrise, die ja die Gefahr eines zun\u00e4chst nur europ\u00e4ischen Krieges bef\u00fcrchten lie\u00df, hektische diplomatische Aktivit\u00e4ten. Auch B\u00fcrckel hatte sich da eingeschaltet. Er hatte geheime Kontakte zur b\u00f6hmischen Hocharistokratie gekn\u00fcpft, vor allem zu Max Egon von Hohenlohe-Langenburg. Dieser hatte sich schon vor der Sudetenkrise f\u00fcr eine Gleichstellung der deutschen Bev\u00f6lkerung in der Tschechoslowakei eingesetzt. Er hatte hervorragende kontakte<\/p>\n<p>nach allen Seiten. Er bewegte sich ganz ohne offizielle Funktion in den unterschiedlichsten Kreisen, beim britischen Foreign office, beim tschechischen Pr\u00e4sidenten und Ministerpr\u00e4sidenten aber auch beim Staatsekret\u00e4r in Berlin. Auch der Wiener B\u00fcrgermeister<\/p>\n<p>Neubacher hatte Kontakte nach England und zwar zu dem b\u00f6hmischen Grafen Alfred Dubsky, der \u00fcber enge Verbindungen zu Londoner Regierungskreisen verf\u00fcgte. \u00dcber ihn erfuhr Neubacher von deren diplomatischen Schritten zur L\u00f6sung der Sudetenkrise.<\/p>\n<p>Neubacher gab seine Informationen dann an B\u00fcrckel weiter. Diese deutsch-b\u00f6hmische Adelsgruppe stand aber auch mit der konservativen, vor allem milit\u00e4rischen Opposition in Kontakt. So blieben dieser die Kontakte B\u00fcrckels nat\u00fcrlich nicht verborgen.<\/p>\n<p>Sie hofften, B\u00fcrckel f\u00fcr ihre Pl\u00e4ne zur Vermeidung des Krieges zu gewinnen. Es ist alles nichts N\u00e4heres bekannt, ob es Kontaktversuche der Milit\u00e4ropposition zu B\u00fcrckel gegeben hat. B\u00fcrckel hatte in seinen Reden zur Volksabstimmung immer wieder den ehrlichen Friedenswillen des deutschen Reiches betont. Auch als die Sudetenkrise ihrem H\u00f6hepunkt zustrebte, betonte B\u00fcrckel die feste Entschlossenheit gegen jeden, der den Frieden st\u00f6ren wolle.<\/p>\n<p>In England war Neville Chamberlain seit 1937 Premierminister. Schon sein Vorg\u00e4nger Ramsay MacDonald begegnete Hitler mit der \u201cAppeasement\u201d-Politik, also einer Beschwichtigungspolitik. Dieses Konzept ein Nachgeben innerhalb bestimmter, als &#8222;vern\u00fcnftig&#8220; geltender Regeln vor und tat gleichzeitig Hitlers Attacken als blo\u00df rhetorisch ab. Auch Edouard Daladier mehrfacher franz\u00f6sischer Ministerpr\u00e4sident, zuletzt wieder von 1938-1940 folgte den Briten mit dieser Politik. Die Tschechoslowakei musste einsehen,<\/p>\n<p>dass sie keinen B\u00fcndnispartner mehr hatte, der bereit war, f\u00fcr sie zu k\u00e4mpfen. Daf\u00fcr hatte sie einen Nachbarn, der t\u00e4glich zielstrebig das Feuer weiter sch\u00fcrte. Au\u00dferdem schlug Hermann G\u00f6ring am 1. August dem ungarischen Botschafter vor, Ungarn solle ebenfalls Gebietsforderungen an die Tschechoslowakei stellen und auch Polen wurde ermuntert, dies zu tun.<\/p>\n<p>Am 12. September sagte Hitler in seiner Abschlussrede zum Reichsparteitag. \u201cwenn diese gequ\u00e4lten Kreaturen kein Recht und keine Hilfe selbst finden k\u00f6nnen, sie beides von uns bekommen k\u00f6nnen. Die Rechtlosmachung dieser Menschen muss ein Ende nehmen.\u201d<\/p>\n<p>(bezogen auf die Sudetendeutschen)(Aus Max Domarus (Hg)Hitler.Reden und Proklamationen 1932-1942 2 Bde. Neustadt an der Aisch, Bd I, S. 897-906, bes. S. 901). Diese Rede stie\u00df im Sudetenland auf begeisterte Zustimmung, l\u00f6ste aber auch Unruhen aus,<\/p>\n<p>bei denen es Tote gab. Daraufhin erkl\u00e4rte sich Chamberlain bereit, unverz\u00fcglich mit Hitler zusammenzutreffen. Obwohl Hitler Chamberlain mehrfach br\u00fcskiert. Schon die Tatsache, den Gast nicht an einem Ort in der Mitte zwischen Berchtesgaden und London zu treffen, sondern ihn zwingt, auf den Berghof zu reisen, war eine Zumutung. Dort empf\u00e4ngt er ihn&nbsp; so, dass er bei der Begr\u00fc\u00dfung auf der Freitreppe zwei Stufen\u00fcber ihm steht, war ein diplomatischer Affront. Als Hitler vorbringt, Benes&nbsp; wende Gewalt gegen <\/p>\n<p>seine Landsleute im Sudetenland an, er lasse sich das nicht l\u00e4nger bieten und werde diese Frage in k\u00fcrzester Zeit aus eigener Initiative l\u00f6sen \u201cso oder so\u201d. Auf diese unverhohlene Drohung von Gewaltanwendung, droht der Gast seinerseits mit der Abreise.<\/p>\n<p>Hitler muss nachgeben und wenigstens grunds\u00e4tzlich in offenen Verhandlungen einwilligen. Damit war Hitlers Eskalationsstrategie zun\u00e4chst mal gescheitert. Der geplante Angriff auf die Tschechoslowakei sollte als Reaktion auf vermeintliche antideutsche<\/p>\n<p>Ma\u00dfnahmen der Prager Regierung kaschiert werden. Lord Walter Runciman&nbsp; war schon am 8. August als Sonderbotschafter nach Prag geschickt worden um dort den Stand der sudetisch-tschechischen Differenzen zu ermitteln und gegebenenfalls auch zu vermitteln.<\/p>\n<p>Sein Bericht, den er am 21. September abgab, war f\u00fcr die Tschechen nicht sehr gut&nbsp; \u201cMein Eindruck ist, dass die tschechische Verwaltung im Sudetengebiet, wenn sie auch in den letzten 20 Jahren nicht aktiv unterdr\u00fcckend und gewi\u00df nicht \u201cterroristisch\u201d war, dennoch einen solchen Mangel an Takt und Verst\u00e4ndnis und so viel kleinliche Intoleranz und Diskriminierung an den Tag legte, dass sich die Unzufriedenheit der deutschen Bev\u00f6lkerung unvermeidlich zu einem Aufstand fortentwickeln mu\u00dfte\u201d<\/p>\n<p>Er gibt die Empfehlung ab,die Grenzbezirke mit \u00fcberwiegend deutscher Bev\u00f6lkerung unverz\u00fcglich von der Tschechoslowakei zu trennen und Deutschland anzugliedern. <\/p>\n<p>Chamberlain hatte Hitler nach dem treffen auf dem Berghof zugesagt, die Frage des Selbstbestimmungsrechts f\u00fcr die Sudetendeutschen sofort mit seinem Kabinett in London zu beraten und dann zu einem zweiten Gespr\u00e4ch nach Deutschland zur\u00fcckzukommen.<\/p>\n<p>Chamberlain hatte ja kein Mandat der Tschechoslowakei. Er hatte auch noch keine Zustimmung der Tschechen f\u00fcr die Anschlussforderungen Henleins und Hitlers. Hitler sicherte aber zu, die Wehrmacht nicht marschieren zu lassen, so lange die deutsch-britischen Gespr\u00e4che laufen. Am 19. September forderte die englische und franz\u00f6sische Regierung nun auf, Gebiete mit mehr als 50% sudetendeutscher Bev\u00f6lkerung an das Deutsche Reich zu \u00fcbergeben. Das lehnte die Tschechoslowakei aber ab. Zwei Stunden sp\u00e4ter<\/p>\n<p>erkl\u00e4rt Hodza aber, dass die Tschechoslowakei im Falle eines Krieges ohne britische Unterst\u00fctzung zum nachgeben bereit w\u00e4re. Da England und Frankreich klarstellen, den Tschechen beizustehen, falls Deutschland angreift, hat die Tschechoslowakei keine Wahl<\/p>\n<p>und muss nachgeben. Der englisch-franz\u00f6sische Plan zur Abtretung der mehrheitlich von Sudetendeutschen bewohnten Gebiete wird akzeptiert, wenn auch \u201cunter Schmerzen\u201d. Der tschechische Staatspr\u00e4sident Bene\u0161 hatte Frankreich noch einen<\/p>\n<p>anderen Vorschlag gemacht, n\u00e4mlich b\u00f6hmische Landesteile mit 800-900.000 Sudetendeutschen an Deutschland abzutreten. Im Gegenzug sollten 1,5 bis 2 Millionen Sudetendeutsche aus der Tschechoslowakei nach Deutschland ausgesiedelt werden. Das findet<\/p>\n<p>aber keine Zustimmung. Bene\u0161&nbsp; sucht nun Hilfe von der Sowjetunion. Da aber Polen und Rum\u00e4nien keine Durchmarscherlaubnis f\u00fcr die Rote Armee in die Tschechoslowakei geben, ist auch von da keine Hilfe zu erwarten.Dass die Tschechoslowakei am 21. September die Abtretung des Sudetenlands akzeptiert hatte, machte den Weg frei f\u00fcr das zweite Treffen von Chamberlain und Hitler, diesmal in Bad Godesberg vom 22.-24.September. Chamberlain erkl\u00e4rt dass der franz\u00f6sisch-britische Plan nur unter gro\u00dfen<\/p>\n<p>M\u00fchen und Druck zustande gekommen ist. Aber statt von Hitler Dank zu ernten sieht sich der englische Premierminister neue Forderungen Hitlers gegen\u00fcber. Er verlangt die gleichen Regelungen f\u00fcr die ungarische und die polnische Minderheit sowie die sofortige Besetzung der mehrheitlich von Sudetendeutschen bewohnten Zonen durch die Wehrmacht innerhalb von nur vier Tagen. In die Gespr\u00e4che hinein wurde, die Nachricht bekannt, die Tschechoslowakei habe mobil gemacht. Chamberlain erkl\u00e4rte dies als tschechische Defensivmassnahme. Hitler interpretierte dies als aggressiven Akt der tschechoslowakischen Staatsf\u00fchrung. Auf deutscher Seite stehen nun sieben Divisionen. Hitler beharrt darauf, dass seine Forderungen bis zum1. Oktober erf\u00fcllt werden. Andernfalls so droht er, werde er die Sudetengebiete mit Gewalt besetzen. Dann gibt es pl\u00f6tzlich ein Vermittlungsangebot des italienischen Diktators Mussolini, das Hitler \u00fcberhaupt nicht zu Pass kommt.Hitler l\u00e4dt die Staats- und Regierungschefs aus Rom, Paris und London nach M\u00fcnchen ein.&nbsp; Hitler sorgt daf\u00fcr, dass die Tschechoslowakei, um die es ja geht, von den Verhandlungen ausgeschlossen bleibt. Es kommt zum \u201cM\u00fcnchner Abkommen \u201cvon 1938. Es ist keine Vereinbarung zwischen Deutschland und der Tschechoslowakei sondern der drei Siegerm\u00e4chte des Ersten Weltkriegs. Diese&nbsp; vereinbaren die R\u00e4umung der Sudetenlande mit der Tschechoslowakei. Sie haben ja auch in Saint-Germain-en-Laye die Aufl\u00f6sung der \u00f6sterreichischen Reichsh\u00e4lfte mi dem dort geschlossenen Staatsvertrag nach dem Ende des 1. Weltkriegs die Tschechoslowakei gegr\u00fcndet. Mit dem Abkommen gaben die damaligen Siegerm\u00e4chte ihre Zustimmung zum Anschluss des gesamten Sudetenlandes an das Deutsche Reich.<\/p>\n<p>Teile der Wehrmacht standen zu Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft Hitler und seinen Kriegspl\u00e4nen durch aus kritisch gegen\u00fcber. Im Laufe der Sudetenkrise bildete sich ein Widerstandskreis an dem Milit\u00e4rs aus dem Heer aber auch Beamte aus dem ausw\u00e4rtigen Amt beteiligt waren. Einer der wichtigsten Planer war der Abwehroffizier Hans Oster. Er hatte schon 1935 begonnen ein Netzwerk von Opponenten des NS-Regimes in Staat, Verwaltung und Sicherheitsorganen zu kn\u00fcpfen. Auch sein Chef Wilhelm Canaris war an den Pl\u00e4nen f\u00fcr den Umsturz beteiligt. Rangh\u00f6chster Milit\u00e4r war Ludwig Beck, Generalstabschef des Heeres. Er hatte nach dem Hossbachprotokoll die Absicht des F\u00fchrers kritisiert, die Tschechoslowakei so schnell wie m\u00f6glich anzugreifen. Im August 1938 bat er um Enthebung von seiner Stellung und \u00fcbergab am 27. August die Dienstgesch\u00e4fte an Franz Halder. Alle drei wurden sp\u00e4ter im Zuge des Attentates vom 20.Juli 1944 get\u00f6tet, Beck direkt nach dem Attentat, als die ihm zugestandene Selbstt\u00f6tung nicht gl\u00fcckte, Oster und Canaris kurz vor Kriegsende in Flossenb\u00fcrg. Bei der \u201cSeptemberverschw\u00f6rung\u201d wurde geplant, dass Hitler am 28. September 1938 gefangen genommen und vor Gericht gestellt werden. Der Plan wurde dann noch so abge\u00e4ndert, dass Hitler get\u00f6tet werden sollte. Am 28. September kam aber die \u00fcberraschende Nachricht von der M\u00fcnchner Konferenz. Hitler hatte teilgenommen und der friedlichen L\u00f6sung der Sudetenfrage zugestimmt. Nicht nur, dass er alle seine Ziele erreicht hatte. Er stand nun auch noch als Wahrer des Friedens da. Die Verschw\u00f6rer hatten ihre Waffe&nbsp; Hitlers milit\u00e4risches Abenteurertum verloren. Die Popularit\u00e4t des F\u00fchrers hatte einen neuen H\u00f6hepunkt erreicht. Die Verschw\u00f6rer erholten sich von dieser Wende lange nicht. Nur ein kleiner Kern blieb zusammen. Erst mit Claus Schenk Graf von Stauffenberg gelang es wieder Staatsstreichpl\u00e4ne zu schmieden, die \u00fcber ein blosses Attentat hinausgingen. Der Gestapo wurden die Umsturzpl\u00e4ne vom September 1938 erst bekannt, als nach dem 20. Juli<\/p>\n<p>Akten in einer Au\u00dfenstelle des Amtes Abwehr in Zossen gefunden wurden.<\/p>\n<p>Was hatte Hitler erreicht? Er hatte einen gro\u00dfen Gebietsgewinn erzielt. Er hatte&nbsp; der Tschechoslowakei das Befestigungssystem abgenommen, neue Industrien gewonnen und Benes ins Exil gezwungen. aber er hatte mehr gewollt. Das Ziel war Prag.<\/p>\n<p>Zwar hatte er in seiner Rede im Sportpalast am 26. September 1938 zwei Tage vor der M\u00fcnchner Konferenz vollmundig erkl\u00e4rt, was er Chamberlain gesagt habe: \u201cIch habe ihm weiter versichert und wiederhole es hier, da\u00df es &#8211; wenn dieses Problem gel\u00f6st ist ist \u2014 (gemeint ist das Problem \u201cSudetenland\u201d)f\u00fcr Deutschland in Europa kein territoriales Problem mehr gibt! \u201c(online in <a href=\"http:\/\/www.ns-archiv.de\/krieg\/1938\">www.ns-archiv.de\/krieg\/1938<\/a> ) <\/p>\n<p>Aber&nbsp; nur drei Wochen sp\u00e4ter gibt er den Geheimbefehl zur Erledigung der \u201cResttschechei\u201d Am 1. Oktober besetzen deutsche Truppen das Sudetenland. Vom 2.bis 10. Oktober besetzten polnische Truppen das Olsagebiet. Das ist in etwa das Gebiet des Herzogtums<\/p>\n<p>Teschen im Habsburger Reich. Die Polen leiteten ihren Anspruch aus dem Zusatzabkommen zum M\u00fcnchner Abkommen ab. \u201cSobald die Frage der polnischen und ungarischen Minderheiten in der Tschechoslowakei geregelt ist, werden Deutschland und Italien ihrerseits der Tschechoslowakei eine Garantie geben. \u201c Auch Ungarn machte daraus seine Anspr\u00fcche geltend und erhielt durch den Ersten Wiener Schiedsspruch vom 2. November 1938 den die Au\u00dfenminister des Deutschen Reichs Ribbentrop und Italiens Ciano beschlossen hatten, in der S\u00fcdslowakei und in der Karpatoukraine, wo eine ungarische Bev\u00f6lkerungsmehrheit lebte, Gebiete zugesprochen.Berlin arbeitete weiter gezielt an der Destabilisierung der Tschechoslowakei. In der folge der Abtretungen musste die <\/p>\n<p>Regierung den Provinzen Slowakei und Ruthenien eine umfassende Autonomie mit eigenem Parlament und eigener Regierung zugestehen. In der Slowakei war man damit aber nicht zufrieden. Slowakische Extremisten strebten eine Losl\u00f6sung von der Tschechoslowakei mit totaler Selbstst\u00e4ndigkeit an, voll unterst\u00fctzt von Berlin. In einem Gespr\u00e4ch mit \u010eur\u010dansk\u00fd, 1939-1940 Innen-und Au\u00dfenminister des Slowakischen Staates sagte Hermann G\u00f6ring: \u201cEine Tschechei ohne Slowakei ist uns, noch mehr, restlos<\/p>\n<p>ausgeliefert.\u201d(IMG Internationaler Milit\u00e4rgerichtshof Bd. III S. 171)<\/p>\n<p>Seyss-Inquart schaltete sich ein. Er genoss bei den slowakischen Politikern Sidor, Tiso und Hlinka ein gewisses vertrauen, da er sich bei den Verhandlungen zum Wiener Schiedsspruch erfolgreich f\u00fcr die slowakischen Interessen eingesetzt hatte. F\u00fcr ihn sprach auch, dass er wie&nbsp; die slowakischen Politiker&nbsp; eine katholische, konservative Herkunft hatte. F\u00fcr Seyss-Inquart war es die Gelegenheit, verlorenen Boden gutzumachen.Aber auch B\u00fcrckel&nbsp; mischte mit.<\/p>\n<p>Am 9. M\u00e4rz lie\u00df Hacha, der seit dem R\u00fccktritt von Benes Pr\u00e4sident der Tschechoslowakei war, die Slowakei besetzen. Die Zentralregierung setzte Tiso ab. Neuer slowakischer Regierungschef wurde Sidor. Berlin betrachtete auch nach seiner Absetzung Tiso noch als<\/p>\n<p>legitimen Vertreter. Au\u00dferdem lehnte Sidor die Ausrufung der Selbstst\u00e4ndigkeit der Slowakei ab.&nbsp; Nun sollte Tiso den Slowakischen Staat ausrufen. Agenten des SD luden Tiso offiziell ein nach Berlin zu kommen. Auch ein Gespr\u00e4ch mit Hitler wurde in Aussicht gestellt. In Begleitung von \u010eur\u010dansk\u00fd und Keppler traf er am 13. M\u00e4rz in Berlin ein. Er hatte sich vorher von der neuen slowakischen Regierung die Zustimmung zur Reise nach Berlin geben lassen. Ribbentrop und Hitler verlangen von Tiso eine unverz\u00fcgliche Entscheidung ob die Slowakei selbstst\u00e4ndig werden wolle. Gleichzeitig informieren sie ihn \u00fcber den ungarischen Truppenaufmarsch an der Slowakei. Doch auch Tiso will die Selbstst\u00e4ndigkeit der Slowokei auf legalem Weg erreichen.<\/p>\n<p>Er hatte schon vor seinem Abflug nach Berlin den slowakischen Landtag f\u00fcr den n\u00e4chsten Tag einberufen. Tiso ist am n\u00e4chsten Tag in Pressburg zur\u00fcck. In einer kurzen Rede informiert er den Landtag \u00fcber sein Gespr\u00e4ch in Berlin. Die Regierung Sidor tritt zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Tiso erkl\u00e4rt \u201cKraft des Selbstbestimmungsrecht der V\u00f6lker erkl\u00e4re ich hiermit die Unabh\u00e4ngigkeit der Slowokei (nach Benoist-M\u00e9chin, Histoire de l\u2019arm\u00e9e allemande Bd. 6, S. 65) Alle Abgeordneten erheben sich zum Zeichen der Zustimmung. <\/p>\n<p>Am 18. M\u00e4rz wurde zwischen der Slowakei und dem Deutschen Reich ein \u201cSchutzvertrag\u201d abgeschlossen.<\/p>\n<p>Die Erledigung der&nbsp; Resttschechei war nun auch rasch \u00fcber die B\u00fchne gegangen. Schon am 14. M\u00e4rz \u00fcberschreiten deutsche Soldaten die tschechische Grenze und besetzen M\u00e4hrisch-Ostrau. H\u00e1cha war nach Berlin gebeten worden, wobei es so arrangiert worden war,<\/p>\n<p>als ob der Gespr\u00e4chswunsch von den Tschechen ausgegangen w\u00e4re. Es war nun keine Verhandlung die folgte, sondern ein Diktat. Hitler erkl\u00e4rt dem tschechischen Pr\u00e4sidenten, dass er den Befehl gegeben habe, in die Rest-Tschechoslowakei einzur\u00fccken und das es nur zwei M\u00f6glichkeiten gebe, entweder die tschechische Armee leiste keinen Widerstand, dann w\u00fcrde er der Tschechoslowakei die gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Autonomie gew\u00e4hren, mehr als sie im Habsburger Reich gehabt h\u00e4tte. Falls die Armee widerstand leiste, werde sie mit allen zur Verf\u00fcgung stehenden Mittel vernichtet werden.Der aus dem Urlaub herbeigerufene Generalfeldmarschall setzt mit der Drohung nach, Prag bombardieren zu lassen. H\u00e1cha gibt nach und unterschreibt am fr\u00fchen morgen eine Erkl\u00e4rung, dass er\u201d das Schicksal des tschechischen Volkes vertrauensvoll in die H\u00e4nde des F\u00fchrers des Deutschen Reiches legt\u201d (ADAP, Serie D, Bd.IV, Dokument 229)<\/p>\n<p>Bis zum Abend hat die Wehrmacht die Landesteile B\u00f6hmen und M\u00e4hren besetzt. Am Abend traf Hitler in Prag ein. aus der Tschechoslowakei war das Protektorat B\u00f6hmen und M\u00e4hren geworden. Zum Reichsprotektor wird Konstantin Freiherr von Neurath bestellt.<\/p>\n<p>B\u00fcrckel wurde Chef der Zivilverwaltung in M\u00e4hren mit Sitz in Br\u00fcnn.<\/p>\n<p>Die Zerschlagung der Tschechoslowakei wird international als Bruch des M\u00fcnchner Abkommens angesehen. England, Frankreich, Polen, die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion erkennen die faktische Annexion nicht an. Die USA verh\u00e4ngten ab dem 17. M\u00e4rz<\/p>\n<p>1939 einen Strafzoll in H\u00f6he von 25 % auf alle deutschen Importe. Folgenreichste Entscheidung wie sich bald zeigen sollte, war eine Garantieerkl\u00e4rung, die England und Frankreich dem polnischen Staat am 31. M\u00e4rz gaben.<\/p>\n<p>Die Angliederung B\u00f6hmens und M\u00e4hrens ohne Krieg, die Unt\u00e4tigkeit der Regierungen in London, Paris und Moskau sieht Hitler als Schw\u00e4chezeichen und zieht den falschen Schluss, dass sie nicht in der Lage seien, sich zu einer Abwehr durchzuringen. Best\u00e4rkt wird er<\/p>\n<p>in seiner Annahme dass die Botschafter Francois-Poncet und Henderson wiederholt milit\u00e4risches Eingreifen angedroht hatte. Passiert war aber nichts.<\/p>\n<p>Noch einmal f\u00e4llt ein weiteres Gebiet ans Reich zur\u00fcck. 1920 war das Memelland abgetrennt worden. Es wurde als V\u00f6lkerbundsmandat unter franz\u00f6sische Verwaltung gestellt. 1923 drangen litauische Soldaten und Freisch\u00e4rler in das Memelgebiet ein und vertrieben 200 franz\u00f6sische Soldaten. Die St\u00e4ndige Botschafterkonferenz der Siegerm\u00e4chte legt Protest ein. Litauen weigerte sich jedoch, das Memelland herauszugeben. Die Siegerstaaten gaben nach und \u00fcbertrugen am 16. Februar 1923 die Souver\u00e4nit\u00e4t \u00fcber das Memelgebiet an Litauen. Der V\u00f6lkerbund schloss aber nun mit dem Land Litauen die Memelkonvention .Als Anhang geh\u00f6rte dazu das Memelstatut. Die litauische Regierung ist durch einem Gouverneur im Memelland vertreten. Ohne dass sie befragt wurden, werden die Memell\u00e4nder Litauer. St\u00e4ndige Reibereien sind an der Tagesordnung. Nach dem \u00d6sterreich und das Sudetenland an das Deutsche Reich angeschlossen worden waren, wollen auch die Memell\u00e4nder \u201cheim ins Reich\u201d.<\/p>\n<p>Litauen will sich&nbsp; nun seinen Anspruch auf das Memelland von Frankreich und England garantieren lassen, erh\u00e4lt die Garantie aber nicht.&nbsp; Am 31. Oktober 1938 will Litauen die deutsch-litauischen Beziehungen neu zu gestalten und bittet um eine<\/p>\n<p>Erkl\u00e4rung&nbsp; Deutschlands&nbsp; zur Unverletzbarkeit des litauischen Staatsgebiets. Da dies praktisch einen Verzicht auf das Memelland bedeutet, kommt diese Erkl\u00e4rung nat\u00fcrlich nicht. Vor weiteren Gespr\u00e4chen verlangt Deutschland aber erst einmal die<\/p>\n<p>v\u00f6llige Einhaltung der Autonomie f\u00fcr das Memelland. Am 1. Dezember erkl\u00e4rt Litauen die Bereitschaft, dem Memelgebiet die volle Autonomie zu geben. Im Au\u00dfenministerium werden zwei Vertragsentw\u00fcrfe entworfen. Im Entwurf I steht<\/p>\n<p>die R\u00fcckkehr des Memellands zu Deutschland&nbsp; als Gegenleistung einen litauischen Freihafen und Wirtschaftsprivilegien in Memel. Entwurf II sieht nur die volle Autonomie f\u00fcr das Memelland vor. Am 11. Dezember 1938 finden wieder Wahlen statt.<\/p>\n<p>die deutsche Liste erh\u00e4lt 87 % der Stimmen, was man auch als Votum der Bev\u00f6lkerung f\u00fcr den Anschluss an das reich werten k\u00f6nnte. Am 20. M\u00e4rz 19139 reist der litauische Au\u00dfenminister Urb\u0161ys&nbsp; nach Berlin. Dort wird er von Ribbentrop vor die Wahl<\/p>\n<p>gestellt die Streitfrage g\u00fctlich zu l\u00f6sen. Litauen gibt das Memelland zur\u00fcck, daf\u00fcr erh\u00e4lt es einen Freihafen. Falls nicht, haben die Milit\u00e4rs das Wort. Am Tag darauf ber\u00e4t das litauische Kabinett dar\u00fcber. Am 22. M\u00e4rz 1939 schlie\u00dfen Litauen und das Deutsche<\/p>\n<p>Reich dar\u00fcber einen Vertrag ab.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Heimkehr-Memel.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"Heimkehr Memel\" style=\"border-left-width: 0px; border-right-width: 0px; background-image: none; border-bottom-width: 0px; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-top-width: 0px\" border=\"0\" alt=\"Heimkehr Memel\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Heimkehr-Memel_thumb.png\" width=\"244\" height=\"165\"><\/a><\/p>\n<p align=\"center\">&nbsp;<\/p>\n<p>Danach ging es zielstrebig der n\u00e4chsten milit\u00e4rischen Auseinandersetzung entgegen. Am 11. April gibt Hitler die \u201cWeisung f\u00fcr die einheitliche Kriegsvorbereitung der Wehrmacht f\u00fcr 1939\/40\u201d. Darin ist der Fall Weiss, der die Planung f\u00fcr einen Angriff auf Polen enthielt. <\/p>\n<p>Die englisch-franz\u00f6sische Garantieerkl\u00e4rung f\u00fcr Polen, sowie die Weigerung Polens Zugest\u00e4ndnisse in der Korridor- Frage zu machen, nahm Hitler zum Anlass, am 28. April sowohl das englisch-deutsche Flottenabkommen als auch den Nichtangriffspakt mit Polen zu k\u00fcndigen.<\/p>\n<p>Am 23. Mai 1939 berief er die Oberbefehlshaber der Wehrmacht auf dem Oberberghof ein. Dort erkl\u00e4rte er den versammelten Kommandeuren, dass eine Auseinandersetzung mit Polen unvermeidlich sei und auch worum es vor allem gehe.<\/p>\n<p>\u201cDanzig ist nicht das Objekt, um das es geht. Es handelt sich f\u00fcr uns um die Erweiterung des Lebensraumes im Osten und Sicherstellung der Ern\u00e4hrung, sowie der L\u00f6sung des Baltikum- Problems. Lebensmittelversorgung ist nur von dort m\u00f6glich, wo geringe Besiedelung herrscht. Neben der Fruchtbarkeit wird die deutsche, gr\u00fcndliche Bewirtschaftung die \u00dcbersch\u00fcsse gewaltig steigern. \u201c (NS-Archiv, 23.05.1939).<\/p>\n<p>Am 23. August 1939 unterzeichneten Ribbentrop und Molotow in Moskau in Anwesenheit Stalins den Deutsch-Sowjetischen Nichtangriffspakt. Er stand zwar im Widerspruch zu Hitlers bisherigen antibolschewistischen Haltung. Aber er vereitelte<\/p>\n<p>die britisch-franz\u00f6sischen Bestrebungen die Sowjetunion in eine Allianz gegen das nationalsozialistische Deutschland einzubinden. Vor allem hielt er ihm den R\u00fccken frei zu einem \u00dcberfall auf Polen.<\/p>\n<p>Im Geheimen Zusatzprotokoll wird auch die Aufteilung, Ausbeutung und Unterdr\u00fcckung Europas durch das nationalsozialistische Deutschland und die stalinistische Sowjetunion aktenkundig gemacht.<\/p>\n<p>\u201cAus Anlass der Unterzeichnung des Nichtangriffsvertrages zwischen dem Deutschen Reich und der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken haben die unterzeichneten Bevollm\u00e4chtigten der beiden Teile in streng vertraulicher Aussprache die Frage der Abgrenzung der beiderseitigen Interessenssph\u00e4ren in Osteuropa er\u00f6rtert. Diese Aussprache hat zu folgendem Ergebnis gef\u00fchrt: <\/p>\n<ol>\n<li>F\u00fcr den Fall einer territorial-politischen Umgestaltung in den zu den baltischen Staaten (Finnland, Estland, Lettland, Litauen) geh\u00f6renden Gebieten bildet die n\u00f6rdliche Grenze Litauens zugleich die Grenze der Interessenssph\u00e4ren Deutschlands und der UdSSR. Hierbei wird das Interesse Litauens am Wilnaer Gebiet beiderseits anerkannt.\n<li>F\u00fcr den Fall einer territorial-politischen Umgestaltung der zum polnischen Staate geh\u00f6renden Gebiete werden die Interessenssph\u00e4ren Deutschlands und der UdSSR ungef\u00e4hr durch die Linie der Fl\u00fcsse Narew, Weichsel und San abgegrenzt. <br \/>Die Frage, ob die beiderseitigen Interessen die Erhaltung eines unabh\u00e4ngigen polnischen Staates erw\u00fcnscht erscheinen lassen und wie dieser Staat abzugrenzen w\u00e4re, kann endg\u00fcltig erst im Laufe der weiteren politischen Entwicklung gekl\u00e4rt werden. <br \/>In jedem Falle werden beide Regierungen diese Frage im Wege einer freundschaftlichen Verst\u00e4ndigung l\u00f6sen.\n<li>Hinsichtlich des S\u00fcdostens Europas wird von sowjetischer Seite das Interesse an Bessarabien betont. Von deutscher Seite wird das v\u00f6llige politische Desinteressement an diesen Gebieten erkl\u00e4rt.\n<li>Dieses Protokoll wird von beiden Seiten streng geheim behandelt werden. <\/li>\n<\/ol>\n<p>Moskau, den 23. August 1939.\u201d (NS-Archiv, 23.8.1939)<\/p>\n<p>Ab Ende August inszenieren SS-angeh\u00f6rige als polnische Freisch\u00e4rler getarnt immer wieder Grenzzwischenf\u00e4lle. Die bekannteste war der angebliche \u00dcberfall auf den Sender Gleiwitz. Am 1. September erfolgt der Angriff auf Polen.<\/p>\n<p>Im Reichstag h\u00e4lt Hitler die ber\u00fchmte Rede:\u201dSeit 5.45 Uhr wird jetzt zur\u00fcckgeschossen! Und von jetzt ab wird Bombe mit Bombe vergolten! Wer mit Gift k\u00e4mpft, wird mit Giftgas bek\u00e4mpft. Wer selbst sich von den Regeln einer humanen Kriegsf\u00fchrung entfernt, kann von uns nichts anderes erwarten, als dass wir den gleichen Schritt tun. Ich werde diesen Kampf, ganz gleich, gegen wen, so lange f\u00fchren, bis die Sicherheit des Reiches und bis seine Rechte gew\u00e4hrleistet sind\u201d Er hatte eigentlich fest damit gerechnet, dass<\/p>\n<p>England und Frankreich \u201cnur mit dem S\u00e4bel rasseln\u201d w\u00fcrden. Umso mehr war er ersch\u00fcttert, als ihm die beiden Westm\u00e4chte noch am Abend des 1. September eindeutige Ultimaten \u00fcberreichen lie\u00dfen und am 3. September den Krieg erkl\u00e4rten.<\/p>\n<p>Allerdings griffen sie noch nicht aktiv in den Krieg ein. An Kopfst\u00e4rke gemessen Angreifer waren der polnischen Armee gleich. R\u00fcstungstechnisch und an Beweglichkeit war die Wehrmacht aber weit \u00fcberlegen. Das taktische Konzept war von dem Zusammenspiel von Luftwaffe und Heer bestimmt. Vom ersten Tag an f\u00fchrte die Wehrmacht den Krieg mit grausamer H\u00e4rte. Schon am 6. Oktober kapitulierten die letzten Truppenteile. Die Sowjetunion und Deutschland teilten Polen unter sich auf, wie sie es in ihrer Zusatzvereinbarung zum Nichtangriffspakt abgemacht hatten. Die deutsch besetzten Gebiete wurden als Danzig-Westpreussen und Wartheland als Reichsgaue in das Deutsche Reich inkorporiert. Was nicht in der sowjetischen Interessensph\u00e4re lag, wurde<\/p>\n<p>\u201cRestpolen\u201d in einem Generalgouvernement okkupiert und ausgebeutet.<\/p>\n<p>Im Westen kam es zun\u00e4chst zum Sitzkrieg oder franz\u00f6sisch dr\u00f4le de guerre. Frankreich startete am 9. September die Saaroffensive und \u00fcberschritt im Saarland die Grenze. Die Wehrmacht zog sich hinter den Westwall zur\u00fcck. Frankreich war nicht auf einen <\/p>\n<p>Offensivkrieg vorbereitet und auf deutscher Seite gab es einen F\u00fchrerbefehl, der untersagte, die Grenze ohne ausdr\u00fcckliche Genehmigung Hitlers zu \u00fcberschreiten. Man wollte auf jeden fall einen Zweifrontenkrieg vermeiden.<\/p>\n<p>Am 9. April 1940 begann das Unternehmen \u201cWeser\u00fcbung\u201d. Das war die Besetzung Norwegens und D\u00e4nemarks zum einen um sich die H\u00e4fen Norwegens zu sichern, zum andern um eine Seeblockade zu verhindern. Au\u00dferdem sollte die Kontrolle der Ostseezug\u00e4nge<\/p>\n<p>und vor allem die Eisenerzversorgung aus Schweden gesichert werden. Am 10. April 1940 begann der insgesamt 29 mal verschobene Westfeldzug. Am 10. Januar gelangten die Belgier und damit auch die Engl\u00e4nder und Franzosen in Besitz des Plans f\u00fcr einen wichtigen Teil des deutschen Einfalls in Frankreich und der Niederlande. Ein Kurier sollte die Unterlagen zu einer Stabsbesprechung nach K\u00f6ln bringen. Dort wurde er aufgehalten. Er erhielt ein Angebot in einer Kuriermaschine der Luftwaffe mitzufliegen.<\/p>\n<p>Er nahm es an trotz strengen Verbotes, Geheimsachen auf dem Luftweg zu bef\u00f6rdern. Der Pilot verflog sich bei dichtem Nebel und landete in Belgien. Bevor die Akten vernichtet werden konnten, trafen belgische Gendarmen ein. Daraufhin wurde ein v\u00f6llig <\/p>\n<p>neuer Angriffsplan ausgearbeitet. Erich von Manstein erarbeitete den \u201cSichelschnittplan\u201d . Statt wie leicht vorauszuberechnen \u00e4hnlich wie im Schlieffenplan im 1. Weltkrieg in einer Umfassungsbewegung durch Belgien nach Frankreich vorzusto\u00dfen,<\/p>\n<p>\u00e4nderte er die Angriffsrichtung. Der Angriffsschwerpunkt sollte nun in den Ardennen liegen. Diese bewaldete Bergland schien Frankreich nicht f\u00fcr einen Panzerangriff geeignet zu sein. Entsprechend schwach waren die dort postierten Einheiten.<\/p>\n<p>Das \u00dcberraschungsmoment war voll auf deutscher Seite. Zwar gelang es den Belgiern fast alle Br\u00fccken zu sprengen. Obwohl das Marschtempo so erheblich eingeschr\u00e4nkt wurde, erreichten die Spitzen der Panzertruppe General Guderians bereits am 12. Mai die Maas. Am 18. Mai war bereits die Kanalk\u00fcste erreicht. Am 24. Mai wurde D\u00fcnkirchen erreicht. Dort war das britische Expeditionskorps. Es konnte aber entkommen, nicht zuletzt wegen des Haltebefehls, den Rundstedt gegeben hatte. 338.000 Mann konnten \u00fcbergesetzt werden. In Frankreich hinterlie\u00df die Evakuierung aber auch ein Gef\u00fchl des Im Stich gelassen seins. Der Krieg in Frankreich war rasch zu Ende. Am 14. Juni marschierte die Wehrmacht in Paris ein. Am 22. Juni wurde in Compiegne der Waffenstillstand geschlossen. Hitler machte daraus seinen pers\u00f6nlichen Triumph. Schon der Ort war mit Bedacht ausgew\u00e4hlt. Dort hatte 22 Jahre zuvor Matthias Erzberger die deutsche Kapitulation unterschreiben m\u00fcssen. Sogar den Waggon in dem das stattgefunden hatte,<\/p>\n<p>hatte Hitler aus dem Museum holen lassen und auf die Gleise stellen lassen. Die \u201cVorrede\u201d zum Waffenstillstandsabkommen dr\u00fcckt genau dieses aus. <\/p>\n<p>\u201cWenn zur Entgegennahme dieser Bedingungen der historisch Wald von Compi\u00e8gne bestimmt wurde,&nbsp; dann geschah es, um durch diesen Akt einer <br \/>wiedergutmachenden Gerechtigkeit &#8212; einmal f\u00fcr- immer &#8211; eine Erinnerung zu l\u00f6schen, die f\u00fcr Frankreich kein Ruhmesblatt seiner Geschichte war, vom <br \/>deutschen Volke aber als tiefste Schande aller Zeiten, empfunden wurde. (online unter <a href=\"http:\/\/www.zaoerv.de\">www.zaoerv.de<\/a>)<\/p>\n<p>Der Sieg \u00fcber Frankreich wurde vom Nationalsozialismus als dreifacher Triumph empfunden. Einmal war es das Ende eines Ringens \u00fcber drei Jahrhunderte hinweg. Und Deutschland war schlie\u00dflich siegreich geblieben. Ludwig XIV. hatte den Kampf<\/p>\n<p>um die Rheinlinie begonnen. St\u00fcck um St\u00fcck ging in dessen Verlauf f\u00fcr das Deutsche Reich verloren. Dann war es der Sieg \u201c\u00fcber die abgelegten Ideale\u201d von 1789, \u00fcber die \u201cUntermenschenrevolution\u201d (Zitat aus Das Schwarze Korps, vom 22.08. 1940)<\/p>\n<p>mit Postulaten der Menschenrechte, der parlamentarischen Regierungsform, der Demokratie, \u201cden sanften Idealen und der brutalen Wirklichkeit\u201d (Eugen M\u00fcndler im \u201cReich\u201d vom 21.7. 1940). Auch \u00fcber die Urheber und H\u00fcter der Versailler Ordnung wurde triumphiert. Frankreich und England hatten ja den V\u00f6lkerbund dominiert und dabei die kleinstaatliche Klientel bedient. Im kleinen Kreis wurden nun die Pl\u00e4ne f\u00fcr die Aufteilung Frankreichs er\u00f6rtert. Burgund stand im Blickpunkt der publizistischen Vordenker.<\/p>\n<p>Geh\u00f6rte es ihrer Meinung nach zum&nbsp; \u201cgermanischen Kreis\u201d wie die Champagne und Elsass-Lothringen. Himmler hatte in Burgund die deutschen S\u00fcdtiroler ansiedeln wollen. In Elsass-Lothringen wurde eine Politik der R\u00fcckgliederung schon in den ersten<\/p>\n<p>Anordnungen der Milit\u00e4rverwaltung im Jahre 1940 erkennbar. Das Vorgehen wurde gleicherma\u00dfen bestimmt durch das Verlangen nach Wiedergutmachung der Inbesitznahme von 1681 und 1918 wie auch dem germanischen Blut-und Rassemythos.<\/p>\n<p>Man f\u00fchrte den Begriff des volksdeutschen Elsass-Lothringer ein, um die alteingesessene Bev\u00f6lkerung von der 1918 zugewanderten franz\u00f6sischen Bev\u00f6lkerung zu unterscheiden. (zu diesem kurzen Abschnitt der Aufsatz \u201cNationalsozialistische Europaideologie\u201d<\/p>\n<p>von Paul Kluke in Vierteljahreshefte f\u00fcr Zeitgeschichte online <cite><a href=\"http:\/\/www.ifz-muenchen.de\/heftarchiv\/1955_3_2_kluke.pdf\">www.ifz-muenchen.de\/heftarchiv\/1955_3_2_kluke.pdf<\/a>)<\/cite><\/p>\n<p>Zur\u00fcck zu B\u00fcrckel.<\/p>\n<p>Am 2. 8. 1940 unterzeichnete Hitler einen Geheimerlass. Damit ernannte er die Gauleiter B\u00fcrckel Westmark und Wagner Baden als Chefs der Zivilverwaltung CdZ in Lothringen bzw. im Elsass.(Institut f\u00fcr Zeitgeschichte Fb 91 Fotokopie) Wie das schon bei B\u00fcrckel in \u00d6sterreich geschehen war, wurden sie einerseits Hitler unmittelbar unterstellt andererseits waren sie an die fachlichen Weisungen der obersten Reichsbeh\u00f6rden gebunden. Dies zeigte, dass Hitler gewillt war, Elsass-Lothringen dem Deutschen Reich einzuverleiben. In einer Besprechung mit den beiden Gauleitern erl\u00e4uterte Hitler seine Zielvorstellung, dass Elsass-Lothringen in 10 Jahren v\u00f6llig deutsche Gebiete w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Am 2. August 1940 wurde B\u00fcrckel in seinen Funktionen als Gauleiter und Reichsstatthalter durch Baldur von Schirach abgel\u00f6st. Dieser war vorher Reichsjugendf\u00fchrer. Nach seiner Ernennung zum Gauleiter von Wien wird er Beauftragter der f\u00fcr die Inspektion der<\/p>\n<p>gesamten HJ. Au\u00dferdem wird er ab September mit der Kinderlandverschickung beauftragt. W\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs waren rund 5 Millionen Kinder und Jugendliche aus den durch Luftangriffen bedrohten St\u00e4dten evakuiert worden.<\/p>\n<p>In Wien wurde B\u00fcrckel keine Tr\u00e4ne nach geweint, weder von den Wienern noch von vielen Parteifunktion\u00e4ren. Wie schon \u00f6fters gezeigt stie\u00df er \u00f6fters auch mit Ministern zusammen, da er von niemanden einen Kompetenzrahmen respektierte,<\/p>\n<p>wenn es um die Durchsetzung seiner Vorstellungen ging. Er konnte sich das leisten, da er bei Hitler in h\u00f6chstem Ansehen stand und von dort praktisch immer R\u00fcckendeckung erhielt. In Wien kam seine joviale Pf\u00e4lzer Art nicht an. Hinter vorgehaltener<\/p>\n<p>Hand sprach man vom \u201cBierleiter Gauckel\u201d, womit auch auf seine Affinit\u00e4t zum Alkohol angespielt wurde. Am 10. August wurde er offiziell verabschiedet. Von He\u00df bekam er ein pers\u00f6nliches Schreiben von Hitler \u00fcberreicht. Er erhielt zahllose Geschenke.<\/p>\n<p>Der Dr.Ignaz-Seipel-Ring wurde in Josef-B\u00fcrckel-Ring umbenannt. Allerdings erhielt er am 27. April 1945 seinen alten Namen zur\u00fcck.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/images-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"images\" style=\"border-left-width: 0px; border-right-width: 0px; background-image: none; border-bottom-width: 0px; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-top-width: 0px\" border=\"0\" alt=\"images\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/images_thumb-1.jpg\" width=\"168\" height=\"83\"><\/a><\/p>\n<p>Ein weiteres Kapitel bleibt mit dem Namen der beiden Gauleiter verbunden, n\u00e4mlich die Deportation von rund 6500 badischer und pf\u00e4lzer Juden nach Gurs.&nbsp; In der Nacht vom 20. auf 21. Oktober 1940 zum Abschluss des Laubh\u00fcttenfestes musste sich die<\/p>\n<p>j\u00fcdische Bev\u00f6lkerung reisefertig machen. Sie hatte dazu nur rund 2 Stunden Zeit. Nur 50 Kilo Gep\u00e4ck und eine Barschaft von 100 Reichsmark durfte mitgenommen werden. In sieben Eisenbahnz\u00fcgen aus Baden und zwei aus der Pfalz wurden die Deportierten nach <\/p>\n<p>Gurs am Fu\u00df der Pyren\u00e4en deportiert. Organisiert hatte die Z\u00fcge Adolf Eichmann. Gurs war urspr\u00fcnglich als Internierungslager f\u00fcr politische Fl\u00fcchtlinge und K\u00e4mpfer im Spanischen B\u00fcrgerkrieg eingerichtet worden. F\u00fcr so viele Menschen war<\/p>\n<p>das Lager urspr\u00fcnglich nat\u00fcrlich nicht vorgesehen. Entsprechend katastrophal waren die hygienischen Bedingungen. Im Schnitt starben t\u00e4glich sieben Menschen. Die beiden Gauleiter aber konnten am Abend der Deportation stolz nach Berlin<\/p>\n<p>melden \u201cMein Gau ist judenfrei\u201d. Ab September 1941 wurde mit den ersten Vergasungen in Auschwitz begonnen. Ab August 1942 wurden die Insassen, die bisher in Gurs \u00fcberlebt hatten, in die Vernichtunsglager im Osten weiter transportiert und<\/p>\n<p>dort umgebracht.<\/p>\n<p>Vor den letzten Lebensjahren von B\u00fcrckel nochmal ein Blick auf das Gesamtgeschehen.<\/p>\n<p>Nachdem Frankreich kapituliert hatte, ging der Krieg trotzdem weiter, weil&nbsp; Gro\u00dfbritannien das sogenannte Friedensangebot vom 19. Juli 1940 nicht annahm. Mit der Weisung 16 vom 16.Juli 1940 hatte Hitler die Vorbereitung zu einer Landungsoperation<\/p>\n<p>gegen England vorzubereiten, die dann unter dem Namen Unternehmen Seel\u00f6we lief. Die Vorbereitung sollte Mitte August abgeschlossen sein. \u201cDie englische Luftwaffe muss moralisch und tatsaechlich so weit niedergekaempft sein, dass sie keine nennenswerte Angriffskraft dem deutschen Uebergang gegenueber mehr zeigt. \u201c hie\u00df es in der Weisung. Am 2. Juli begann nun G\u00f6ring die \u201cLuftschlacht um England\u201d. Zun\u00e4chst erfolgte eine begrenzte Offensive gegen die Schifffahrt im \u00c4rmelkanal. Ziel war auch, die<\/p>\n<p>RAF durch die Vernichtung ihrer Flugzeuge in der Luft zu schlagen.Aber die deutsche Luftwaffe erlitt&nbsp; sehr schnell gro\u00dfe Verluste. Zwar konnte die Luftwaffe die Luftwaffe die Infrastruktur der britischen Armee sch\u00e4digen, aber sie schaffte es weder die Lufthoheit zu erringen, noch dauerhaft das britische Potential an Flugzeugen und Piloten dauerhaft auszuschalten.G\u00f6ring und Hitler hatten sich entschieden, London anzugreifen. Auch die Industriest\u00e4dte Coventry und Birmingham waren Ziel der Angriffe.<\/p>\n<p>Aber man schaffte es nicht, die Industrie entscheidend zu treffen oder die Bev\u00f6lkerung zu demoralisieren. Die RAF und ihre St\u00fctzpunkte blieben durch die Zielverlagerung aber verschont. Die ohnehin bescheidenen Ressourcen an Menschen und Material wurden weiter zersplittert. Die Luftwaffe war so an keiner Front schlagkr\u00e4ftig genug, um den englischen Widerstand zu brechen. Eine weitere Folge war, dass die ins Auge gefasste Landungsoperation auf unbestimmte Zeit verschoben werden musste.<\/p>\n<p>Erstmals war es Hitler nicht gelungen, einem Land seinen willen aufzuzwingen.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr dachte er an einen Angriff auf die Sowjetunion. \u201cLebensraum im Osten\u201d. Schon in \u201cMein Kampf\u201d hatte er geschrieben: \u201cDamit ziehen wir Nationalsozialisten bewu\u00dft einen Strich unter die au\u00dfenpolitische Richtung unserer Vorkriegszeit. Wir setzen dort an, wo man vor sechs Jahrhunderten endete. Wir stoppen den ewigen Germanenzug nach dem S\u00fcden und Westen Europas und weisen den Blick nach dem Land im Osten. Wir schlie\u00dfen endlich ab die Kolonial- und Handelspolitik der Vorkriegszeit und gehen \u00fcber zur Bodenpolitik der Zukunft. Wenn wir aber heute in Europa von neuem Grund und Boden reden, k\u00f6nnen wir in erster Linie nur an Ru\u00dfland und die ihm untertanen Randstaaten denken\u201d (Adolf Hitler: <i>Mein Kampf.<\/i> Zwei B\u00e4nde in einem Band. S. 742.)<\/p>\n<p>So gab er am 18. November 1940 die Weisung Nr. 21 \u201cFall Barbarossa\u201d heraus <\/p>\n<p>\u201cDie deutsche Wehrmacht muss darauf vorbereitet sein, auch vor Beendigung des Krieges gegen England <u>Sowjetrussland in einem schnellen Feldzug niederzuwerfen<\/u> (Fall Barbarossa).<\/p>\n<p>Das Heer wird hierzu alle verf\u00fcgbaren Verb\u00e4nde einzusetzen haben mit der Einschr\u00e4nkung, dass die besetzten Gebiete gegen \u00dcberraschungen gesichert sein m\u00fcssen.\u201d (online <a href=\"http:\/\/www.1000dokumente.de\">www.1000dokumente.de<\/a>). Das war er konkrete Angriffsplan.<\/p>\n<p>Italien seit dem Dreim\u00e4chtepakt, der am 27. September 1940 in Berlin zwischen Italien, Japan und Deutschland geschlossen worden war, Deutschlands Kriegsverb\u00fcndeter f\u00fchrte seit September 1940 einen Parallelkrieg in Nordafrika und im Mittelmeerraum.<\/p>\n<p>Mit Versp\u00e4tung startete am 9. September eine italienische Offensive gegen das von Gro\u00dfbritannien besetzte \u00c4gypten. Ziel war es, den Suezkanal unter Kontrolle zu bringen. Nach Anfangserfolgen kam die Offensive ins Stocken und blieb weit hinter den<\/p>\n<p>Erwartungen zur\u00fcck. Am 28. Oktober begann Italien mit der Invasion in Griechenland. Das verbesserte die Lage in \u00c4gypten nat\u00fcrlich nicht, sondern lenkte lediglich die Aufmerksamkeit ab. Mussolini glaubte an einen raschen Sieg. der Einmarsch entwickelte<\/p>\n<p>sich aber zu einem Fiasko f\u00fcr den Duce. Die griechischen Truppen waren gut organisiert und kannten sich in dem schwierigen Gel\u00e4nde nat\u00fcrlich bestens aus. Die Italiener wurden in nur 14 Tagen \u00fcber die Grenzen Albaniens zur\u00fcckgedr\u00e4ngt.<\/p>\n<p>In Nordafrika hatte Gro\u00dfbritannien einen erfolgreichen Gegenangriff zur R\u00fcckeroberung gestartet. Dieser verlief so erfolgreich, dass die italienische 10. Armee in Nordafrika fast vollst\u00e4ndig aufgerieben wurde. Hitler z\u00f6gerte lange, weil es nat\u00fcrlich den <\/p>\n<p>geplanten Feldzug gegen Russland beeintr\u00e4chtigte. Am 11. Januar gab er&nbsp; mit der Weisung Nr. 22 schlie\u00dflich den Einsatzbefehl f\u00fcr das Afrikakorps unter General Erwin Rommel. Rommels Meinung stand in krassem Gegensatz zu der des italienischen<\/p>\n<p>Generals Gariboldi, der auf Defensive setzte. Rommel begann am 31. M\u00e4rz eigenm\u00e4chtig den Vormarsch und warf mit seiner Taktik des mobilen W\u00fcstenkriegs die englischen Truppen rasch 800 Kilometer zur\u00fcck und kam erst bei Tobruk zum Stehen.<\/p>\n<p>Rommels Truppen waren allerdings zu schwach, um Tobruk einzunehmen. Nach schweren Verlusten befahl Rommel, die Eroberung dieser Hafenstadt zun\u00e4chst zur\u00fcckzustellen. Da das Afrikakorps mit schweren Versorgungsengp\u00e4ssen zu k\u00e4mpfen hatte,<\/p>\n<p>konnte man keine weiteren Vorst\u00f6\u00dfe in Richtung Osten machen. Es kam zum Stellungskrieg bei Tobruk\/Sollum. Im November begann Gro\u00dfbritannien mit der Operation Crusader. Die Besatzung von Tobruk konnte ausbrechen und es gelang den Engl\u00e4nder,<\/p>\n<p>die deutschen Truppen fast auf ihre Ausgangsstellungen in der Cyrenaika zur\u00fcckzuwerfen. Von Malta aus hatten britische U-Boote und Flieger die italienischen und deutschen Nachschubwege nach Nordafrika massiv gest\u00f6rt.<\/p>\n<p>Anfang Januar flog nun die Luftflotte 2 Angriffe auf wichtige Knotenpunkte in Malta. Nun lief der Nachschub f\u00fcr eine Zeit wieder st\u00f6rungsfrei und Rommel konnte wieder die Initiative zur\u00fcckgewinnen. Frisch herangef\u00fchrte Verst\u00e4rkungen und die Luftunterst\u00fctzung erm\u00f6glichten ihm den Gegenangriff. Am 26. Mai startete eine neue Offensive mit dem Ziel Tobruk zu erobern. Das gelang am 20. Juni 1942. Die NS-Propaganda feierte diesen Handstreich und Rommel wurde zum Generalfeldmarschall bef\u00f6rdert.<\/p>\n<p>Die Panzertruppen kamen bis El Alamein. das ist 100 Kilometer vor Alexandria.Die Stadt sollte genommen werden und der Suezkanal besetzt werden. Hitler plante bereits, nach der Einnahme des Suezkanals weiter nach Vorderasien und bis nach Indien<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Bundesarchiv_Bild_101I-786-0327-19_Nordafrika_Erwin_Rommel_mit_Offizieren-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"Bundesarchiv_Bild_101I-786-0327-19,_Nordafrika,_Erwin_Rommel_mit_Offizieren\" style=\"border-left-width: 0px; border-right-width: 0px; background-image: none; border-bottom-width: 0px; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-top-width: 0px\" border=\"0\" alt=\"Bundesarchiv_Bild_101I-786-0327-19,_Nordafrika,_Erwin_Rommel_mit_Offizieren\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Bundesarchiv_Bild_101I-786-0327-19_Nordafrika_Erwin_Rommel_mit_Offizieren_thumb-1.jpg\" width=\"244\" height=\"162\"><\/a><\/p>\n<p>vorzusto\u00dfen und von dort die englischen Kolonien zu bedrohen. Soweit kam es aber nicht. die Engl\u00e4nder hatten vor El Alamein einen Verteidigungsg\u00fcrtel aufgebaut. S\u00fcdlich davor war sumpfiges Gel\u00e4nde, so dass der G\u00fcrtel nicht umgangen werden konnte.<\/p>\n<p>Versorgungsengp\u00e4sse waren aufgetreten. Die Offensive blieb stecken. Rommel wollte nun im August die Entscheidung erzwingen. Aber entgegen der Erwartungen war die Nachschubversorgung wesentlich schlechter geworden, da britische U-Boote immer mehr Schiffe versenken konnten. Au\u00dferdem war es dem britischen Nachrichtendienst gelungen, wichtige Erkenntnisse aus der Entschl\u00fcsselung des verschl\u00fcsselten geheimen deutschen Nachrichtenverkehrs zu gewinnen. So kannte die britische Armee bereits<\/p>\n<p>vor dem Angriff der Deutschen die Angriffsschwerpunkte. So war der Widerstand wesentlich st\u00e4rker. die angestrebten Ziele wurden nicht erreicht und der gewonnene Boden musste wieder aufgegeben werden.<\/p>\n<p>Am 13. August 1942 \u00fcbernahm Bernhard Montgomery den Oberbefehl \u00fcber die 8. Armee, die in Nordafrika k\u00e4mpfte. Am 23. Oktober startete er bei El Alamein den Gegenangriff gegen die Achsenm\u00e4chte. Die kr\u00e4ftem\u00e4\u00dfig unterlegenen deutschen und Italiener wurden zum R\u00fcckzug nach Libyen gezwungen. Am 8. November 1942 landeten in Marokko und Algerien 100.000 Mann frische Kr\u00e4fte aus Amerika und Gro\u00dfbritannien. Nun wurde ein Zweifrontenkrieg gegen das Afrikakorps er\u00f6ffnet. Tobruk fiel am<\/p>\n<p>13. November wieder an die Briten zur\u00fcck. An der Ostfront (dazu sp\u00e4ter) war die Lage ebenfalls kritisch geworden das Desaster von Stalingrad bahnte sich an. Das Oberkommando der Wehrmacht konnte deshalb dem Afrikakorps kaum Verst\u00e4rkung anbieten.<\/p>\n<p>Das Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnis hatte sich inzwischen total ver\u00e4ndert. Den Truppen der Achsenm\u00e4chte standen 500.000 alliierte Soldaten gegen\u00fcber. Das waren doppelt soviel. Dazu verf\u00fcgten die Alliierten \u00fcber die vierfache Zahl an Panzern und die totale Luft\u00fcberlegenheit.<\/p>\n<p>Ende Januar musste Libyen aufgegeben worden. Im M\u00e4rz und April wurden die Soldaten der Achsenm\u00e4chte eingeschlossen. Rommel flog nach Deutschland und schlug Hitler vor, das Afrikakorps nach Europa zur\u00fcckzuziehen. Hitler blieb stur und verweigerte das w\u00fctend.Die Folge 230.000 Mann gerieten in Kriegsgefangenschaft. Die alliierten hatten nun die Kontrolle \u00fcber den Mittelmeerraum und damit gute Voraussetzungen f\u00fcr die Landung auf Sizilien.<\/p>\n<p>Auch auf dem Balkan hatte das milit\u00e4rische Vorgehen Italiens Hitler zum Eingreifen gezwungen, obwohl seit November 1940 Russland das Ziel war. Im Herbst hatten Italien und Deutschland die Balkanl\u00e4nder umworben. Schon vor dem Krieg waren sie wichtige<\/p>\n<p>Rohstoff-und Nahrungsmittellieferanten. Am 27. Mai 1940 wurde der \u00d6l-Waffen Pakt abgeschlossen. Er sah rum\u00e4nisches \u00d6l gegen deutsche Waffen vor. Es war vor allem f\u00fcr die deutsche Seite ein profitables Gesch\u00e4ft. Der Pakt legte eine feste Preisrelation f\u00fcr die von&nbsp; Rum\u00e4nien zu liefernden Mineral\u00f6lerzeugnissen und den Waffen, die es daf\u00fcr bekam fest und zwar unabh\u00e4ngig von den jeweiligen Tagespreisen am Markt. Am 23. November schlie\u00dflich trat Rum\u00e4nien dem Dreim\u00e4chtepakt bei, um sich vor einer sowjetischen <\/p>\n<p>aber auch vor einer deutschen Aggression zu sch\u00fctzen. Bulgarien hatte unter Zar Boris der Deutschen Wehrmacht zun\u00e4chst ein Durchmarschrecht nach Griechenland einger\u00e4umt. Am 1. M\u00e4rz 1941 trat es dem Pakt bei. Am 25. M\u00e4rz 1941 trat schlie\u00dflich<\/p>\n<p>noch das K\u00f6nigreich Jugoslawien bei unter Prinz Paul ein. Allerdings kam es zwei Tage sp\u00e4ter zu einem probritischen Milit\u00e4rputsch. Hitler akzeptierte den Versuch der neuen Regierung unter General Simovic nicht, zu einer neutralen Politik zur\u00fcckzukehren und<\/p>\n<p>begann am 6. April 1941 mit dem Angriff auf Jugoslawien. In der Weisung 25 vom 27.3.1941 h\u00f6rt sich das so an \u201cDer Milit\u00e4rputsch in Jugoslawien hat die politische Lage auf dem Balkan ge\u00e4ndert. Jugoslawien muss auch dann, wenn es zun\u00e4chst Loyalit\u00e4tserkl\u00e4rungen abgibt, als Feind betrachtet und daher so rasch als m\u00f6glich zerschlagen werden.\u201d Der Angriff auf Griechenland begann zur selben Zeit. Beide Staaten waren ohne Kriegserkl\u00e4rung oder vorheriges Ultimatum angegriffen worden. Insgesamt k\u00e4mpften 33 Divisionen mit <\/p>\n<p>680.000 Mann auf deutscher Seite. Belgrad wurde schon am 12. April eingenommen. Am 17. April kapitulierten die jugoslawischen Streitkr\u00e4fte. Jugoslawien wurde in 10 Teile mit unterschiedlichem staatsrechtlichen Status aufgeteilt. Kroatien erkl\u00e4rte sich am 15. April zum unabh\u00e4ngigen Staat Kroatien.Dort etablierte sich ein Vasallenstaat unter F\u00fchrung der Ustascha, auf Deutsch \u201cDer Aufst\u00e4ndische-Kroatische revolution\u00e4re Organisation\u201d. Serbien wurde stark verkleinert und umfasste nur noch ein&nbsp; viertel der<\/p>\n<p>Gesamtfl\u00e4che des ehemaligen Jugoslawiens. Etwa 180.000 Serben wurden zum Arbeitseinsatz nach Deutschland verschleppt.<\/p>\n<p>In Griechenland marschierten die deutschen Truppen unter Generalfeldmarschall List \u00fcber Bulgarien ein.Auch hier kamen die Truppen rasch vorw\u00e4rts. Am 20. April ordneten die Briten die Evakuierung ihrer Truppen zun\u00e4chst nach Kreta und dann nach \u00c4gypten an. \u00dcber 50.000 Mann konnten entkommen. Die griechische Armee kapitulierte am 20. April vor dem SS Obergruppenf\u00fchrer Sepp Dietrich und dann nochmals zwei Tage sp\u00e4te, weil die italienische Armee ihre k\u00e4mpferische Leistung nicht gen\u00fcgend gew\u00fcrdigt sah,<\/p>\n<p>offiziell gegen\u00fcber Deutschland und Italien. Am 27. April wurde Athen eingenommen. Der Feldzug endete am 29. April mit der Einnahme von Kalamata im S\u00fcden der Peloponnes. Kreta wurde in der Zeit vom 21. Mai bis 1. Juni in einer \u00e4u\u00dferst verlustreichen<\/p>\n<p>Luftlandeoperation eingenommen.<\/p>\n<p>Beide L\u00e4nder waren besiegt. Doch es folgte ein Partisanenkrieg, der von deutscher Seite aus mit unerbittlicher H\u00e4rte gef\u00fchrt wurde. In Jugoslawien, in Griechenland und auf Kreta beging die Wehrmacht schwere Kriegsverbrechen.<\/p>\n<p>So wurden in Kalvrita im Aroania-Bergmassiv im Dezember \u00fcber 800 Jungen und M\u00e4nner in einer 5 Stunden dauernden Massenhinrichtung erschossen. In dieser gesamten Bergregion wurden in den Dezembertagen \u00fcber 1300 Griechen umgebracht, <\/p>\n<p>28 D\u00f6rfer und Kl\u00f6ster wurden niedergebrannt. In Kommeno in Epirus wurden \u00fcber 300 Dorfbewohner brutal ermordet. In Distomo am Fu\u00dfe des Parnass-Gebirges kamen \u00fcber 200 Menschen ums Leben. Obwohl die Einheitsf\u00fchrer, die die Aktionen <\/p>\n<p>angeordnet hatten, bekannt sind, kam es zu keiner Verurteilung. Zwar wurde bei dem Distomo Massakers ein Ermittlungsverfahren wegen Mordes eingeleitet, dieses aber nach drei Jahren wegen Verj\u00e4hrung wieder eingestellt.<\/p>\n<p>Der Balkanfeldzug verschob den Angriff auf die Sowjetunion um 4 Wochen. Am 22. Juni 1941 \u00fcbergibt der deutsche Botschafter Friedrich Werner Graf von der Schulenburg dem sowjetischen Au\u00dfenminister Molotow ein \u201cMemorandum\u201d.<\/p>\n<p>Darin steht, die Sowjetunion habe den deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt durch den Aufmarsch der roten Armee an der Grenze&nbsp; sowie durch die Annexion Ostpolens und der baltischen Staaten gebrochen. Dieser Bedrohung m\u00fcsse die Wehrmacht mit allen Machtmitteln entgegentreten. Das Wort \u201cKriegserkl\u00e4rung\u201d durfte auf Hitlers Befehl nicht verwendet werden. Zu dem Zeitpunkt der \u00dcbergabe des Memorandum bombardierte die Luftwaffe sowjetische St\u00e4dte schon seit drei Stunden.<\/p>\n<p>Juristisch war das Feld schon ab M\u00e4rz vorbereitet worden. Am 13. Mai kam der \u201cErlass \u00fcber die Aus\u00fcbung der Kriegsgerichtsbarkeit im Gebiet &#8222;Barbarossa&#8220;und \u00fcber besondere Massnahmen der Truppe\u201d heraus. Darin wird festgelegt, dass Straftaten <\/p>\n<p>feindlicher Zivilpersonen der Zust\u00e4ndigkeit von Kriegsgerichten und Standgerichten bis auf weiteres entzogen und dass Freisch\u00e4rler \u201cdurch die Truppe im Kampf oder auf der Flucht schonungslos zu erledigen\u201d sind. Gegen Ortschaften<\/p>\n<p>\u201caus denen die Wehrmacht hinterlistig oder heimt\u00fcckisch angegriffen wurde\u201d werden unverz\u00fcglich kollektive Gewaltmassnahmen durchgef\u00fchrt, falls ein T\u00e4ter nicht rasch festgestellt werden kann oder&nbsp; die Umst\u00e4nde dies nicht zulassen.<\/p>\n<p>Zum Freibrief f\u00fcr Verbrechen wird die durch die Bestimmung \u201cF\u00fcr Handlungen, die Angeh\u00f6rige der Wehrmacht und des Gefolges gegen feindliche Zivilpersonen begehen, besteht kein Verfolgungszwang, auch dann nicht, wenn die Tat zugleich ein milit\u00e4risches Verbrechen oder Vergehen ist.\u201d<\/p>\n<p>Die \u201cAktennotiz \u00fcber Ergebnis der heutigen Besprechung mit den Staatssekret\u00e4ren \u00fcber Barbarossa, 2. Mai 1941\u201d l\u00e4sst an Deutlichkeit nichts zu w\u00fcnschen \u00fcbrig und wurde&nbsp; am 26. November 1945 im N\u00fcrnberger Prozess von dem amerikanischen Anklagevertreter Sidney S. Alderman verlesen.Er sagte dazu: &#8222;Noch niemals ist wohl ein unheilvollerer Satz niedergeschrieben worden, als der Satz in dieser Urkunde\u201d Es geht um die ersten beiden Punkte in diesem Dokument.<\/p>\n<p>\u201c1.) Der Krieg ist nur weiter zu f\u00fchren, wenn die gesamte Wehrmacht im 3. Kriegsjahr aus Ru\u00dfland ern\u00e4hrt wir.<\/p>\n<p>2.) Hierbei werden zweifellos zig Millionen Menschen verhungern, wenn von uns das f\u00fcr uns Notwendige aus dem Lande herausgeholt wird.\u201d<\/p>\n<p>Komplettiert wurden diese Bestimmungen mit dem sogenannten Kommissarbefehl vom 6. Juni 1941: \u201cRichtlinien f\u00fcr die Behandlung politischer Kommissare. Im Kampf gegen den Bolschewismus ist mit einem Verhalten des Feindes nach den Grunds\u00e4tzen der Menschlichkeit oder des V\u00f6lkerrechts nicht zu rechnen. Insbesondere ist von den politischen Kommissaren aller Art als den eigentlichen Tr\u00e4gern des Widerstandes eine hasserf\u00fcllte, grausame und unmenschliche Behandlung unserer Gefangenen zu erwarten. Die Truppe mu\u00df sich bewu\u00dft sein: 1. In diesem Kampf ist Schonung und v\u00f6lkerrechtliche R\u00fccksichtnahme diesen Elementen gegen\u00fcber falsch. Sie sind eine Gefahr f\u00fcr die eigene Sicherheit und die schnelle Befriedung der eroberten Gebiete. 2. Die Urheber barbarisch asiatischer Kampfmethoden sind die politischen Kommissare. Gegen diese mu\u00df daher sofort und ohne weiteres mit aller Sch\u00e4rfe vorgegangen werden. Sie sind daher, wenn im Kampf oder Widerstand ergriffen, grunds\u00e4tzlich sofort mit der Waffe zu erledigen. \u201c<\/p>\n<p>(NS-Archiv Dokumente zum Nationalsozialismus \u2013online)<\/p>\n<p>121 Divisionen mit 3 Millionen deutscher Soldaten und weiterer 600.000 aus Italien, Ungarn, Finnland, Rum\u00e4nien und der Slowakei waren beteiligt. (Zahlen unter anderem bei David Glantz Stumbling Colossus. The Red Army on the Eve of World War. University of Kansas Press, Lawrence 1998, S. 295.) Die Front war 2130 Kilometer lang. Die Heeresgruppe Mitte unter&nbsp; Generalfeldmarschall von Bock war die st\u00e4rkste der drei Heeresgruppen. Sie kam auch sehr rasch voran. Am 30. Juni wurde die Grenzstadt Brest-Litowsk eingenommen. Die Kesselschlacht bei Bialystok- Minsk war die erste gro\u00dfe Kesselschlacht des Ru\u00dflandfeldzugs. An der sowjetischen Westfront standen 46 Divisionen. Elf konnten&nbsp; ausbrechen.28 Divisionen und 7 Panzerdivisionen mit 325.000 Mann, 1.809 Gesch\u00fctzen und 3.332 Panzern&nbsp; wurden geschlagen, die Soldaten gr\u00f6\u00dftenteils gefangen genommen. Den Kommandanten der Westfront Pawlow machte Stalin f\u00fcr die Niederlage verantwortlich und lie\u00df ihn nach Moskau kommen. dort wurde er vor ein Kriegsgericht gestellt und erschossen. In der Gegend um Smolensk hatte die Rote Armee eine neue Verteidigungslinie aufgebaut. Smolensk ist etwa 330 Kilometer von Minsk entfernt. Auch hier gelang es der Wehrmacht starke Kr\u00e4fte einzukesseln.<\/p>\n<p>\u00dcber 300.000 Rotarmisten und etwa 3000 Panzer waren eingeschlossen. Zeitweise konnte die Rote Armee den Kessel aufbrechen und zahlreiche Truppen verlegen. Auch in der Schlacht bei Smolensk hatte die Rote Armee enorme Verluste<\/p>\n<p>zu verzeichnen. Vom 10. Juli bis 10. September waren das 760.000 Mann, davon 468.000 gefallen, vermisst oder in Gefangenschaft geraten, 274.000 verwundet. Aber auch die Wehrmacht hatte enorme Verluste. Und sie hatte auf dem Weg nach<\/p>\n<p>Moskau viel Zeit verloren, denn die rote Armee hatte rund zwei Monate standgehalten. Das bot Zeit und Gelegenheit die Verteidigung von Moskau auszubauen. Die Wehrmacht war jetzt nur noch 400 Kilometer von Moskau entfernt.<\/p>\n<p>Die Heeresgruppe S\u00fcd unter Generalfeldmarschall von Rundstedt konnte am 29. Juni bei der Panzerschlacht von Dubno-Luzk-Riwne fast das gesamte Mechanisierte Korps der Roten Armee vernichten. Darauf folgte die Kesselschlacht bei Uman.<\/p>\n<p>Dabei eroberte sie \u00fcber 300 Panzer und 850 Gesch\u00fctze unzerst\u00f6rt. 103.000 Mann kapitulierten. Die Einschlie\u00dfungskr\u00e4fte f\u00fcr den Kessel waren aber relativ schwach, so dass zehntausende Rotarmisten entkommen konnten. Ihre schweren Waffen und <\/p>\n<p>Ausr\u00fcstung mussten sie allerdings zur\u00fccklassen. Die Heeresgruppe S\u00fcd beherrschte nun den Dnepr-Bogen. Das Hinterland der Ukraine war nun offen. Die verlorene Schlacht war der erste Schritt zur Eroberung der Ukraine.<\/p>\n<p>Die deutsche Generalit\u00e4t sah das vorrangige Ziel nun in einer sofortigen Einnahme Moskaus. Es hatte eine wichtige geographische Bedeutung, war Verkehrs und Nachrichtenzentrale und ein wichtiges Industriegebiet und nat\u00fcrlich<\/p>\n<p>politischer Mittelpunkt. Hitler dagegen wollte die f\u00fcr den Ostseeraum, die Ukraine und den S\u00fcden lebenswichtigen Resourcen zerst\u00f6ren oder unter deutsche Kontrolle bringen. Hitler lehnte die Vorschl\u00e4ge des Generalstabs rundheraus ab<\/p>\n<p>Er bestand darauf, nach Leningrad im Norden und Kiew im S\u00fcden vorzusto\u00dfen, setzte sich durch. &#8211; und hatte Erfolg. Am 26. September endete die Kesselschlacht von Kiew. Nochmals waren 600.000 Rotarmisten in Gefangenschaft geraten. \u00dcber 800<\/p>\n<p>Panzer waren erbeutet worden,\u00fcber 400 Pak und \u00fcber 3000 Gesch\u00fctze. Die Einnahme bereitete allerdings nachtr\u00e4glich noch gro\u00dfe Probleme. Es waren viele durch Funk auszul\u00f6sende Sprengungen vorbereitet worden. Ein solcher Sprengsatz l\u00f6ste am 25. September<\/p>\n<p>einen Gro\u00dfbrand aus, der erst am 29. September unter Kontrolle gebracht werden konnte und f\u00fcr gro\u00dfe Verluste der deutschen Verb\u00e4nde in der Stadt sorgte.<\/p>\n<p>Die frappierend schnellen siege, die enorme zahl an Kriegsgefangenen blendete die deutsche F\u00fchrung. Schon im Juli hielt General Halder den Feldzug f\u00fcr gewonnen.<\/p>\n<p>Die Zeit war aber knapp geworden. Der russische Winter war nicht mehr allzu fern und erfahrungsgem\u00e4\u00df kam vor dem ersten Frost eine mehrw\u00f6chige Schlammperiode. Am 30. September startete die Offensive unter dem Decknamen Taifun.<\/p>\n<p>Hitler wollte mit diesem Unternehmen vor Einbruch des Winters die russischen Truppen vor Moskau \u201centscheidend\u201d schlagen.Seine Soldaten sollten \u201czu dem letzten gewaltigen Hieb, der noch vor dem Einbruch des Winters diesen Gegner zerschmettern soll\u201c<\/p>\n<p>ansetzen und auch die historische Dimension lieferte Hitler in seinem Tagesbefehl am 2. Oktober 1941 verlesen lie\u00df. Sie sollten nicht nur das deutsche Reich sondern ganz Europa vor einer Gefahr sch\u00fctzen\u201ewie sie seit den Zeiten der Hunnen und sp\u00e4ter der Mongolenst\u00e4mme entsetzlicher nicht mehr \u00fcber dem Kontinent schwebte\u201c und weiter \u201eDieser Feind besteht nicht aus Soldaten, sondern zum gro\u00dfen Teil nur aus Bestien.\u201c&nbsp; (zitiert in Die Zeit vom 13. Dezember 1991)<\/p>\n<p>Zwar warnten auch diesmal die Generale eindringlich, dass weder die Ausr\u00fcstung ausreichend noch der Nachschub gew\u00e4hrleistet sei. Aber sie beugten sich auch dieses Mal. Und wieder schien der F\u00fchrer recht zu behalten in den Kesselschlachten von Wjasma und Brjansk wurden nochmals 673.000 sowjetische Soldaten gefangen genommen und \u00fcber 1300 Panzer erbeutet.<\/p>\n<p>Die Wehrmacht war nun bis an den \u00e4u\u00dferen Verteidigungsring Moskaus gelangt. Aber nun setzte die Schlammperiode ein. Der Angriff blieb buchst\u00e4blich im Schlamm&nbsp; stecken.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Unbenannt-2.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"Unbenannt\" style=\"border-left-width: 0px; border-right-width: 0px; background-image: none; border-bottom-width: 0px; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-top-width: 0px\" border=\"0\" alt=\"Unbenannt\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Unbenannt_thumb-2.png\" width=\"244\" height=\"174\"><\/a><\/p>\n<p>Der Nachschub war wegen der aufgeweichten Wege und Stra\u00dfen kaum mehr zu bew\u00e4ltigen und sank von 900 Tonnen t\u00e4glich auf 20 Tonnen. Erst als im November leichter Frost einsetzte, waren die Stra\u00dfen wieder befahrbarer. Aber es dauerte dann fast noch<\/p>\n<p>zwei Wochen, bis genug Treibstoff und Munition angeliefert war, um die Offensive fortzusetzen. Nun setzte strenger Frost ein. Die Temperaturen sanken auf \u2013 35 \u00b0, aber die deutschen Soldaten hatten immer noch keine Winterkleidung, was hohe Ausf\u00e4lle<\/p>\n<p>durch Erfrierungen zur Folge hatte. Die sch\u00fctzende Winterkleidung lagerte irgendwo auf polnischen Bahnh\u00f6fen. Die Loks, sofern sie \u00fcberhaupt noch fahren k\u00f6nnen, m\u00fcssen Munition, Treibstoff und Proviant an die Front bringen.<\/p>\n<p>Was erstaunlicherweise aber immer noch funktioniert: jeden zweiten Tag ein G\u00fcterzug der Deutschen Reichsbahn j\u00fcdische Deportierte ins Ghetto nach Minsk!<\/p>\n<p>Die Rote Armee dagegen war seit November vollst\u00e4ndig mit warmer Kleidung ausger\u00fcstet. Die Deutschen waren Ende November noch 18 Kilometer von der Stadtgrenze Moskaus entfernt.<\/p>\n<p>Gleichzeitig hatte die Rote Armee aber auch mit den Planungen f\u00fcr eine Gegenoffensive begonnen.Die Planungen wurden durch einen Funkspruch Richard Sorges erleichtert. Sorge hatte am 1. Juni 1941 Stalin vor einem Angriff Deutschlands<\/p>\n<p>gewarnt&nbsp; \u201cDer \u00dcberfall wird am 22. Juni in aller Fr\u00fche auf breiter Front erfolgen\u201d (in&nbsp; Julius Mader Dr. Sorge Report). Stalin glaubte dies aber nicht. Im September informierte Sorge Moskau, dass Japan nicht Russland angreifen w\u00fcrde, sondern <\/p>\n<p>Indochina. Diesmal wurde ihm geglaubt. Daraufhin lie\u00df Stalin 32 ausgeruhte Divisionen aus dem Fernen Osten in den Westen verlegen. Zwar hatte die deutsche Luftabwehr im November Truppenausladungen erkannt.&nbsp; Die deutsche F\u00fchrung hatte dies<\/p>\n<p>aber als Gespenstereien betrachtet. Am 16. November startete der erneute Angriff. Aber er traf auf erbitterten russischen Widerstand. Gr\u00f6\u00dfere Teile der Luftflotte 2 unter Kesselring waren in den Mittelmeerraum verlegt worden, da dort Libyen verloren zu gehen <\/p>\n<p>drohte. Das erm\u00f6glichte aber den sowjetischen Luftstreitkr\u00e4ften in wichtigen Abschnitten die Lufthoheit zu erringen.&nbsp; Die Generale von Bock und Guderian meldeten dem Oberkommando die bedrohliche Lage und auch, dass die Trupp ersch\u00f6pft war.<\/p>\n<p>Sie wurden aufgefordert, die Offensive mit einem letzten Kraftaufgebot fortzusetzen, zumal man annahm, dass auch auf russischer Seite mit den \u201cletzten Bataillonen\u201d gek\u00e4mpft wurde. Halder sah die Entscheidung \u00fcber Sieg oder Niederlage<\/p>\n<p>immer noch als eine Willensfrage. Er war&#8220;durchdrungen von dem Gedanken, da\u00df es bei beiden Gegnern um die letzte Kraftanstrengung geht und der h\u00e4rtere Wille recht beh\u00e4lt&#8220;. (zitiert nach Der Spiegel ).<\/p>\n<p>Im Divisionsbericht der 7. Infanteriedivision hei\u00dft es \u201cDie v\u00f6llige Verausgabung der Truppe und die Notwendigkeit von Abl\u00f6sungen \u201c (Zitat in Die Welt vom 22.06.11)Fedor von Bock konstatierte, dass der Zeitpunkt sehr nahe sei,<\/p>\n<p>&#8222;in dem die Kraft der Truppe v\u00f6llig ersch\u00f6pft ist&#8220; (Zitat ebd.) Eigentlich h\u00e4tte die Offensive abgebrochen werden m\u00fcssen, die Truppe in Winterquartiere \u00fcberf\u00fchrt werden. Stattdessen befahlen Hitler und die Wehrmachtsf\u00fchrung die weitere Offensive.<\/p>\n<p>Diese kam Anfang Dezember zum v\u00f6lligen Erliegen.<\/p>\n<p>Mit der Verteidigung Moskaus war Marschall Schukow betraut worden.Er und Stalin hatten die Nervenst\u00e4rke, abzuwarten, bis die deutsche Offensive versiegte. Am 5. Dezember begann der Gegenangriff. Eine Million Mann und 700 Panzer<\/p>\n<p>waren angetreten. Die deutsche F\u00fchrung war v\u00f6llig \u00fcberrascht. Die deutschen Linien werden fast \u00fcberall durchsto\u00dfen. Manche Divisionen entkommen nur mit M\u00fche der Umzingelung. Die deutsche F\u00fchrung hatte dies zun\u00e4chst nicht als Gro\u00dfangriff<\/p>\n<p>der Roten Armee erkannt und befahl erst abends, den Angriff auf Moskau abzubrechen und in den Ausgangsstellungen auf Verteidigung \u00fcberzugehen. <\/p>\n<p>Am 7. Dezember 1941 \u00fcberfielen aber auch die Japaner den amerikanischen Flottenst\u00fctzpunkt Pearl Harbor auf Hawaii. Am 11. Dezember erkl\u00e4ren Italien und Deutschland den USA den Krieg. In seiner Rede vor dem Reichstag am 11. Dezember 1941<\/p>\n<p>spricht er zun\u00e4chst ausschweifend von den milit\u00e4rischen erfolgen Deutschlands. Dann z\u00e4hlt er eine Reihe \u201cV\u00f6lkerrechtsverletzungen der USA auf, um \u201cDeutschland endlich zum Kriege zu zwingen\u201d. Und dann bringt er es schlie\u00dflich<\/p>\n<p>auf den Punkt, was tats\u00e4chlich zum Krieg f\u00fchrt. \u201cWir wissen, welche Kraft hinter Roosevelt steht. Es ist jener ewige Jude, der seine Zeit als gekommen erachtet, um das auch an uns zu vollstrecken, was wir in Sowjetru\u00dfland alle schaudernd sehen und erleben mu\u00dften. Wir haben das j\u00fcdische Paradies auf Erden nunmehr kennengelernt. Millionen deutscher Soldaten haben den pers\u00f6nlichen Einblick gewinnen k\u00f6nnen in ein Land, in dem dieser internationale Jude Mensch und Gut zerst\u00f6rte und vernichtete. Der Pr\u00e4sident der Vereinigten Staaten mag das vielleicht selbst nicht begreifen. Dann spricht das nur f\u00fcr seine geistige Beschr\u00e4nktheit.\u201d (in Internet Archive Full text of &#8222;Adolf Hitler Krieg gegen die USA und Kriegsbericht 1941)<\/p>\n<p>Am 19. Dezember entlie\u00df Hitler von Brauchitsch. Er \u00fcbernahm selbst das Oberbefehl \u00fcber das Heer. Am Tag zuvor hatte er Haltebefehle erteilt und die Truppen gezwungen \u201cfanatisch\u201d in ihren Stellungen auszuharren. Als Guderian Ende<\/p>\n<p>Dezember entgegen der Haltebefehle seine Truppen eigenm\u00e4chtig zur\u00fccknahm, wurde er seines Kommandos enthoben und zur F\u00fchrerreserve versetzt, was praktisch einer vor\u00fcbergehenden Versetzung in den Ruhestand gleichkam.<\/p>\n<p>Am 8. Januar 1942 musste Generaloberst Hoepner seine Truppen zur\u00fccknehmen. Sie w\u00e4ren sonst eingekesselt worden. Hitler enthob ihn nicht nur seines Kommandos. Er wurde wegen \u201eFeigheit und Ungehorsam\u201c unehrenhaft aus der&nbsp; Wehrmacht ausgesto\u00dfen.<\/p>\n<p>Hoepner meinte dazu \u201cich habe Pflichten, die h\u00f6her stehen als die Pflichten Ihnen gegen\u00fcber und die Pflichten gegen\u00fcber dem F\u00fchrer. Das sind die Pflichten gegen\u00fcber der mir anvertrauten Truppe.\u201d (zitiert bei Janusz Piekalkiewicz: <i>Der Zweite Weltkrieg.<\/i> Teilband II, Seite 570). Hitler h\u00e4tte den General eigentlich nicht so einfach entlassen k\u00f6nnen. Er h\u00e4tte formaljuristische und beamtenrechtliche Vorschriften einhalten m\u00fcssen. Am 26. April 1942 erlie\u00df der Gro\u00dfdeutsche Reichstag einen Beschluss der den F\u00fchrer praktisch<\/p>\n<p>von solchen Vorschriften befreit. \u201cEs kann keinem Zweifel unterliegen, da\u00df der F\u00fchrer in der gegenw\u00e4rtigen Zeit des Krieges, in der das deutsche Volk in einem Kampf um Sein oder Nichtsein steht, das von ihm in Anspruch genommene Recht besitzen mu\u00df, alles zu tun, was zur Erringung des Sieges dient oder dazu beitr\u00e4gt. Der F\u00fchrer mu\u00df daher &#8211; ohne an bestehende Rechtsvorschriften gebunden zu sein &#8211; in seiner Eigenschaft als F\u00fchrer der Nation, als Oberster Befehlshaber der Wehrmacht, als Regierungschef und oberster Inhaber der vollziehenden Gewalt, als oberster Gerichtsherr und als F\u00fchrer der Partei jederzeit in der Lage sein, n\u00f6tigenfalls jeden Deutschen &#8211; sei er einfacher Soldat oder Offizier, niedriger oder hoher Beamter oder Richter, leitender oder dienender Funktion\u00e4r der Partei, Arbeiter oder Angestellter &#8211; mit allen ihm geeignet erscheinenden Mitteln zur Erf\u00fcllung seiner Pflichten anzuhalten und bei Verletzung dieser Pflichten nach gewissenhafter Pr\u00fcfung ohne R\u00fccksicht auf sogenannte wohlerworbene Rechte mit der ihm geb\u00fchrenden S\u00fchne zu belegen, ihn im besonderen ohne Einleitung vorgeschriebener Verfahren aus seinem Amte, aus seinem Rang und seiner Stellung zu entfernen.&#8220; (Reichsgesetzblatt 1942 I S.247, )<\/p>\n<p>Hoepner wurde im Zusammenhang mit dem 20. Juli 1944 am 21. Juli verhaftet und am 8. August unter Roland Freisler zum Tode verurteilt und am selben Tag hingerichtet.<\/p>\n<p>Im Russlandfeldzug hatte die Wehrmacht bis dahin 500.000 Mann an Toten und Verwundeten verloren. Dazu kamen weitere 100.000 Mann die durch Erfrierungen ausfielen.1300 Panzer, 2500 Gesch\u00fctze und \u00fcber 15.000 Kfz gingen an Material verloren.<\/p>\n<p>Die Wehrmacht konnte aber bis Ende Januar 1942 eine neue Verteidigungslinie aufbauen. Aber die Blitzkriegsstrategie war gescheitert, der Gegner nicht entscheidend geschw\u00e4cht.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck zu B\u00fcrkels letzten Jahren<\/p>\n<p>B\u00fcrckel war so etwas wie Hitlers Fachmann f\u00fcr Anschl\u00fcsse geworden. Lothringen war die dritte R\u00fcckgliederung, die er durchzuf\u00fchren hatte und auch hier hatte er wieder weitreichende Vollmachten. Aber in Lothringen wurde nicht gleichgeschaltet.<\/p>\n<p>Es ging um die Liquidierung staatsrechtlicher und administrativer Strukturen eines eroberten Landes. Dazu kam die ideologische Umerziehung unter rassistischen Gesichtspunkten.<\/p>\n<p>Die CdZ sollten die gesamte Verwaltung im zivilen Bereich f\u00fchren. Die unklare Kompetenzdefinition f\u00fchrte wie auch in \u00d6sterreich rasch zu heftigen Auseinandersetzungen. In einer Besprechung in der Reichskanzlei am 29. September 1940 bekamen die beiden CdZ weitgehend gr\u00fcnes Licht von Hitler. Er legte fest, dass f\u00fcr die gesamte Neuordnung in Elsass und Lothringen allein die beiden Reichsstatthalter Wagner und B\u00fcrkel zust\u00e4ndig und verantwortlich seien und dass die Reichsressorts den CdZ keinerlei Weisungen erteilen k\u00f6nnten. B\u00fcrckel begann nun in Lothringen eine r\u00fccksichtslose Germanisierungspolitik. \u201cDeutschfeindliche Elemente\u201d lie\u00df er ausweisen.So wurden bis November 1940 aus dem Elsass 105.000 Menschen deportiert, aus Lothringen etwa 50.000, darunter alle lothringischen Juden. (Zahlen nach bpb Krieg und Besatzung in Ost- und Westeuropa)Die Transporte erfolgten unter chaotischen Verh\u00e4ltnissen. Die Ausgewiesenen hatten nur ihr Handgep\u00e4ck dabei. Das unbewegliche Gut, H\u00f6fe, Gesch\u00e4fte und handwerkerbetriebe mussten zur\u00fcckgelassen werden und worden sofort entsch\u00e4digungslos eingezogen. Am 21. November 1940 erkl\u00e4rte B\u00fcrckel die Ausweisungsaktion offiziell f\u00fcr beendet. Am 9.10 1941 wurde die G\u00fcltigkeit des RAD-Gesetzes f\u00fcr Elsass und Lothringen erkl\u00e4rt.<\/p>\n<p>Allerdings entzogen sich viele Lothringer durch Flucht ihrer \u201cAufbaupflicht\u201d. Daraufhin arbeitete B\u00fcrckel mit dem Mittel der Sippenhaft. Noch h\u00e4rter reagierte B\u00fcrckel, als Lothringer nach der Einf\u00fchrung der Wehrpflicht desertierten. Deren Angeh\u00f6rige nahm B\u00fcrckel<\/p>\n<p>sofort in Sippenhaft, lie\u00df sie umgehend ins Altreich aussiedeln und ihr Verm\u00f6gen beschlagnahmen. Eine letzte gro\u00dfe Aussiedlungsaktion betraf 8000 Menschen. Sie \u00fcbertraf an H\u00e4rte und Brutalit\u00e4t alle bisherigen Massnahmen.<\/p>\n<p>Im August 1942 verlieh B\u00fcrckel den Lothringern die deutsche Staatsangeh\u00f6rigkeit.<\/p>\n<p>Die Ausweisungspolitik B\u00fcrckels war in Regierungs-und Milit\u00e4rkreisen ihrer innen-und auch au\u00dfenpolitischen Auswirkungen stark umstritten. So meldete sich der Chef der Pr\u00e4sidialkanzlei Otto Meissner, selbst geb\u00fcrtiger Els\u00e4sser kritisch zu Wort.<\/p>\n<p>Heftigster Kritiker war Dr. Best, der vor er Chef der Abteilung Verwaltung im Verwaltungsstab des Milit\u00e4rbefehlshabers Frankreich wurde, Karriere bei der Gestapo gemacht hatte. Er sah in den Ausweisungen eine Belastung des deutsch-franz\u00f6sischen Verh\u00e4ltnisses,<\/p>\n<p>die die notwendige Zusammenarbeit nur unn\u00f6tig erschwerten. B\u00fcrckel war von dieser Kritik allerdings total unbeeindruckt. Allerdings mussten sowohl B\u00fcrckel als auch Wagner entscheidende Kompetenzen an den Reichsf\u00fchrer SS, der zugleich<\/p>\n<p>Reichskommissar f\u00fcr die Festigung deutschen&nbsp; Volkstums (RKF) war. Der durchb\u00fcrokratisierte Apparat Himmlers beschr\u00e4nkte auf dem Gebiet der Volkstumspolitik die autonome Regionalherrschaft der Gauleiter.<\/p>\n<p>Der Gau Westmark war 1940 gebildet worden. Er sollte den Gau Saarpfalz, also das Saarland und die bayrische Pfalz,<\/p>\n<p>sowie das im Frankreichfeldzug eroberte lothringische Departement Moselle umfassen, das als Lothringen ins Reich eingegliedert werden sollte. Der Plan wurde w\u00e4hrend des 2. Weltkrieges aber nicht umgesetzt.<\/p>\n<p>Es blieb nach au\u00dfen hin beim alten Namen und bei der zugeh\u00f6rigen Bezeichnung \u201eCdZ\u201c (Chef der Zivilverwaltung). <\/p>\n<p>Im M\u00e4rz 1941 wurde B\u00fcrckel von Hitler offiziell zum Reichsstatthalter ernannt.<\/p>\n<p>Ihm un&shy;ter&shy;stand&nbsp; nun ein 14.000 Qua&shy;drat&shy;ki&shy;lo&shy;me&shy;ter gro&shy;\u00dfes Ter&shy;ri&shy;to&shy;ri&shy;um mit 2,6 Mil&shy;lio&shy;nen Ein&shy;woh&shy;nern. Das war der H\u00f6hepunkt seiner politischen Karriere<\/p>\n<p>Im November 1942 wurde B\u00fcrckel zum Reichsverteidigungskommissar der \u201eWestmark\u201c ernannt.<\/p>\n<p>An dieser Aufgabe scheiterte er sp\u00e4testens mit der Invasion und dem Vordringen der amerikanischen Truppen.<\/p>\n<p>Dazu kamen Kompetenzschwierigkeiten mit Heinrich Himmler, die sich nach dessen&nbsp;&nbsp; Er&shy;nen&shy;nung zum In&shy;nen&shy;mi&shy;nis&shy;ter erheblich versch\u00e4rften.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Schlacht um Lothringen Anfang September 1944 kam es in der Debatte um das milit\u00e4rische Vorgehen zum entscheidenden Zer&shy;w\u00fcrf&shy;nis mit Hit&shy;ler.<\/p>\n<p>Auf Veranlassung von Mar&shy;tin Bor&shy;mann (1900-1945) wur&shy;den B\u00fcrck&shy;el dar&shy;auf&shy;hin am 8.9.1944 weit rei&shy;chen&shy;de Kom&shy;pe&shy;ten&shy;zen ent&shy;zo&shy;gen<\/p>\n<p>Die Entsendung des Dienstleiters der Berliner Parteikanzlei Willi St\u00f6hr (1903\u20131994) als \u201eBevollm\u00e4chtigten des Reichsverteidigungskommissars f\u00fcr den Stellungsbau im Gau Westmark\u201c Anfang September 1944 bedeutete den Beginn der Entmachtung B\u00fcrckels. <\/p>\n<p>Josef B\u00fcrckel verstarb wenig sp\u00e4ter am am 28.9.1944&nbsp; in seinem Haus in Neustadt.<\/p>\n<p>Die offizielle Todesursache war ein \u201eVer&shy;sa&shy;gen des Kreis&shy;lau&shy;fes&#8220; als Fol&shy;ge ei&shy;ner Darm&shy;er&shy;kran&shy;kung und ei&shy;ner Lun&shy;gen&shy;ent&shy;z\u00fcn&shy;dung dia&shy;gnos&shy;ti&shy;ziert. <\/p>\n<p>Der pl\u00f6tzliche Tod gab Anlass zu Spekulationen.<\/p>\n<p>Ein Nach&shy;weis f\u00fcr den Ver&shy;dacht, B\u00fcrck&shy;el sei von der SS er&shy;mor&shy;det oder zum Selbst&shy;mord ge&shy;zwun&shy;gen wor&shy;den, konn&shy;te je&shy;doch nicht er&shy;bracht wer&shy;den.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Am 30. 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