{"id":3274,"date":"2022-10-21T16:43:40","date_gmt":"2022-10-21T16:43:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=3274"},"modified":"2022-10-21T16:43:40","modified_gmt":"2022-10-21T16:43:40","slug":"benediktinerkloster-blaubeuren-2","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=3274","title":{"rendered":"Benediktinerkloster Blaubeuren"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"Gesamtansicht im Klostergel&auml;nde\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/a\/a7\/Blaubeuren_Kloster.jpg\/250px-Blaubeuren_Kloster.jpg\" width=\"250\" height=\"188\"><\/p>\n<p>Der Rucken ist eine Erhebung in Blaubeuren. Darauf hatten die Herren von Ruck ihre Burg. Der edelfreie Graf Sigiboto von Ruck, der sich nach der Burg nannte, war nach Memminger (Beschreibung des Oberamts Blaubeuren, T\u00fcbingen und Stuttgart 1830,111)und<\/p>\n<p>Schmid (Geschichte der Pfalzgrafen von T\u00fcbingen, T\u00fcbingen 1832 S.32)&nbsp; ein Bruder des Grafen Anselm II. und Hugo III. von T\u00fcbingen. Die drei Br\u00fcder gr\u00fcndetet zusammen Kloster Blaubeuren. Schreiner in \u201cM\u00f6nchtum im Geiste der Benediktregel\u201d befasst sich mit Blaubeuren im Zeichen der Hirsauer Reform und beschreibt auch zu den drei Klosterstiftern den neuesten Stand der Forschung. In der Anmerkung 9 auf Seite149 f\u00fchrt er aus, dass die Behauptung des letzten katholischen Abtes Tubingius die drei Klostergr\u00fcnder seien Br\u00fcder gewesen, nicht stimmt.<\/p>\n<p>Erst als die Familie von Ruck im Mannesstamm in der Mitte des 12. Jahrhunderts erlosch, habe es eine Eheverbindung der beiden Familien gegeben. Eine Tochter Hartmanns von Ruck hat einen Grafen von T\u00fcbingen geheiratet und so ist das Haus Ruck und die Pfalzgrafen<\/p>\n<p>von T\u00fcbingen zu einer Secundogenitur mit der namensgebende Burg Ruck geworden.<\/p>\n<p>Urspr\u00fcnglich sollte das Kloster gar nicht in Blaubeuren gegr\u00fcndet werden. Die Stifter wollten in Egelsee auf dem Hohenwang bei Feldstetten ein Benediktinerkloster einrichten. Es kam aber kein monastisches Leben auf der Hochfl\u00e4che der Alb zu Stande. Allerdings deuten<\/p>\n<p>Ruinen einiger ungew\u00f6hnlicher Geb\u00e4ude darauf hin, dass bereits mit dem Bau einer Klosteranlage begonnen worden ist. Tubingius beschreibt den geplanten Klosterstandort als eine verlassene, unwirtliche Gegend.<\/p>\n<p>Klosterverlegungen waren sowohl in bendediktinischer als auch zisterziensischen Klostergeschichte nicht un\u00fcblich, weil es oft Unsicherheiten bei der Wahl eines geeigneten Gr\u00fcndungsortes ergaben. <\/p>\n<p>So gab es eine Vorgr\u00fcndung f\u00fcr Kloster Isny in Altshausen. Kloster St. Georgen sollte urspr\u00fcnglich in K\u00f6nigseggwald errichtet werden. Zwiefalten wurde auch nicht in Altenburg in der N\u00e4he von T\u00fcbingen gebaut, weil es wohl nicht gen\u00fcgend Brunnenwasser gab.<\/p>\n<p>Man fand dann mit Zwiefalten einen geeigneteren Ort. Auch die Zisterzienser hatten ihre Gr\u00fcndung Maulbronn erst in Eckenweiler versucht, bis sich Maulbronn mit dem heutigen Standort als g\u00fcnstiger erwies. Auch Kloster Bronnbach sollte erst in der Burganlage von Bronnbach<\/p>\n<p>erbaut werden. Das Kloster entstand dann aber auf dem heutigen Schafhof, das f\u00fcr eine Klosteranlage besser geeignet war.<\/p>\n<p>Nach Tubingius kam man zu dem Schluss, dass ein Kloster \u201cohne flie\u00dfendes Gew\u00e4sser mit M\u00fchle und G\u00e4rten und angrenzenden fruchtbaren L\u00e4ndereien sowie ohne angrenzende fruchtbare L\u00e4ndereien weder richtig und g\u00fcnstig angelegt werden noch bestehen\u201d.<\/p>\n<p>sich auch mit der Auffassung Benedikts, der im 66. Kapitel seiner Regel geschrieben hatte : \u201dDas Kloster soll wom\u00f6glich so angelegt sein, da\u00df sich alles Notwendige innerhalb der Klostermauern befindet, n\u00e4mlich Wasser, M\u00fchle, Garten und die verschiedenen<br \/>Werkst\u00e4tten, in denen gearbeitet wird\u201d. Wenn die M\u00f6nche innerhalb des Klosters alles finden, was sie zum Leben ben\u00f6tigen, m\u00fcssen die M\u00f6nche nicht drau\u00dfen herumlaufen, was ihren Seelen ja durchaus nicht zutr\u00e4glich<br \/>w\u00e4re, so Benedikt.<\/p>\n<p>Das Kloster wurde mit M\u00f6nchen aus Hirsau besiedelt. Damit erschlossen die Gr\u00fcnder das Kloster&nbsp; den lebendigsten Kr\u00e4ften des damaligen Benediktinertums mit Abt Wilhelm von Hirsau (1069-1091). Er hatte 1079 die Gepflogenheiten des burgundischen<\/p>\n<p>Kloster Cluny in Kloster Hirsau eingef\u00fchrt. Sie waren von seinem Jugendfreund Ulrich von Zell in Cluny als \u201c<i>Antiquiores consuetudines Cluniacensis monasterii<\/i>), ein f\u00fcr die Geschichte der Cluniazensischen Reform bedeutendes Werk in drei B\u00e4nden aufgezeichnet worden<\/p>\n<p>und auf Bitten Wilhelms an ihn geschickt worden.<\/p>\n<p>Mit den M\u00f6nchen aus Hirsau kam vor 1091 der erste Abt von Kloster Blaubeuren Azelin (1085 ?-1101). Er erwarb sich wohl bald gro\u00dfes Ansehen. Er geh\u00f6rte 1095 zusammen mit&nbsp; Gebhard von Urach (1091-1105) der in Hirsau Abt und Nachfolger von Abt Wilhelm war<\/p>\n<p>und Abt Walicho (1088-1108) von Kloster Weingarten, die Kloster Zwiefalten 1095 mit Ulrich von Hirzb\u00fchl (1095-1139) einen Abt gaben.<\/p>\n<p>Abt Azelin hatte aus Hirsau die Consuetudines mitgebracht und f\u00fcr den Aufbau der Blaubeurer Bibliothek gesorgt. Die Schriften Papst Gregors des Gro\u00dfen waren in Blaubeuren nahezu vollst\u00e4ndig vorhanden. Augustinus war mit mindestens 6 Schriften vertreten.<\/p>\n<p>Nachfolger von Abt Azelin wurde Otto. Er kam als M\u00f6nch ebenfalls aus Hirsau und wurde dann 1105 Abt in Kloster Rheinau (1105-1124)<\/p>\n<p>Graf Anselm II. von T\u00fcbingen (+ um 1087) war der eigentliche Anreger der Gr\u00fcndung Blaubeurens. Er war der Schrittmacher und Gr\u00fcnder von Kloster Blaubeuren.&nbsp; Tubingius hebt hervor, was Pfalzgraf Anselm und seine Frau Bertha, die m\u00f6glicherweise nur einen Tag <\/p>\n<p>nach ihrem Gatten gestorben ist, f\u00fcr das Kloster getan hat.Er hat das Klosternicht nur&nbsp; von Grund auf erbaut, sondern auch umfangreiche G\u00fcterschenkungen get\u00e4tigt. Au\u00dferdem habe Graf Anselm die Verbindung mit Abt Wilhelm I. von Hirsau hergestellt.<\/p>\n<p>Der Sohn der beiden, Heinrich von T\u00fcbingen (+ 28. Februar 1103)&nbsp; habe sich, so Tubingius \u201cals ein wahrer und vollkommener Verfechter, Fortsetzer und Beschirmer der Gr\u00fcndung seiner Eltern<br \/>und Onkel angenommen\u201d. Ihm komme das Verdienst zu, die rechtliche Ordnung Blaubeurens so gestaltet zu haben, da\u00df das Kloster von Bedr\u00fcckungen, Abgaben und Lasten<br \/>sowie von jeglicher Untert\u00e4nigkeit unter weltliche Herren freiblieb. Das war ganz im Sinne Abt Wilhelms und den Forderungen, die Hirsauer M\u00f6nche hatten. Klosterfreiheit, eine urkundlich verbriefte freie Klosterverfassung, das Recht nach der Regel Benedikts<\/p>\n<p>einen Abt frei w\u00e4hlen zu d\u00fcrfen sowie eine freie Vogtwahl,das waren die Forderung und Zielsetzung in Hirsau. Es wurde angestrebt, dass der Papst den geistlichen Schutz des Klosters garantierte.<\/p>\n<p>Heinrich von T\u00fcbingen war verheiratet mit Gr\u00e4fin Adelheid von Enzberg (+ 11.M\u00e4rz 1120). Was sicher bemerkenswert ist, sie habe eine beschwerliche und gefahrvolle Reise nach Rom unternommen, um sich von Papst Urban II. (1088-1099)<\/p>\n<p>den Schutz Blaubeurens urkundlich verbriefen zu lassen. Am 25. Januar 1099 nimmt der Papst das Kloster in seinen Schutz.<\/p>\n<p>\u201cPapst Urban II. nimmt das von der Gr\u00e4fin Adelheid und den Grafen Heinrich und Hugo errichtete, und dem Hl. Stuhl \u00fcbergebene Kloster Blaubeuren in seinen unmittelbaren Schutz und erlaubt ihm die \u00c4bte nach eigener Wahl einzusetzen.\u201d<\/p>\n<p>(WUB Bd&nbsp; I, Nr.253, S. 313-314). Der Papst best\u00e4tigte in dieser Urkunde also ausdr\u00fccklich das Recht auf freie Abtwahl gem\u00e4\u00df der Regel des Heiligen Benedikt.<\/p>\n<p>Insgesamt bekam Kloster Blaubeuren6 Papsturkunden ausgestellt und zwar am 6. April 1159 von Papst Hadrian IV. (1154-1159)<\/p>\n<p>\u201cPapst Hadrian IV. nimmt das Kloster des heiligen Johannes des T\u00e4ufers (in Blaubeuren) in seinen Schutz, best\u00e4tigt dessen Besitzungen und Rechte, worunter einige besonders genannte, und gew\u00e4hrt demselben verschiedene weitere Beg\u00fcnstigungen.\u201d  <\/p>\n<h5><font size=\"3\">(WUB Band II, Nr. 369, Seite 125-127)<\/font><\/h5>\n<p>Die n\u00e4chste Papsturkunde stellte Papst Martin IV. (1281-1285) am 13. Januar 1284 aus.<\/p>\n<p>Papst Martin IV. best\u00e4tigt dem Kloster Blaubeuren alle ihm bewilligten Rechtsbeg\u00fcnstigungen und Befreiungen von weltlichen Abgaben.&nbsp; (WUB Bd VII, Nr. 3304 S. 431)  <\/p>\n<p>In dieser Urkunde ging es vor allem um die Rechtsbedingungen und Beg\u00fcnstigungen.  <\/p>\n<p>Am selben Tag stellte Papst Martin eine weitere Urkunde aus, in der er das Kloster in seinen Schutz nahm.  <\/p>\n<p>Martin IV. nimmt das Kloster Blaubeuren (Blauburren) mit allen seinen Besitzungen (terras domos possessiones grangias redditus prata silvas pascua) in seinen Schutz<em>. <\/em> <\/p>\n<p>(WUB&nbsp; Band VIII, Nr. 3305, Seite 431)  <\/p>\n<p>Der selbe Papst stellte&nbsp; am 27. April 1284 eine weitere Urkunde aus, die das Kloster und die M\u00f6nche vor Pf\u00e4ndungen sch\u00fctzt. Es ist anzunehmen, dass es dazu einen konkreten Anlass gab  <\/p>\n<p>Papst Martin IV. verbietet, die M\u00f6nche und Laienbr\u00fcder sowie die Tiere und sonstigen G\u00fcter des Klosters Blaubeuren auf Grund angeblichen Gewohnheitsrechts zu pf\u00e4nden.  <\/p>\n<p>(WUB Bd. VIII, Nr. 3338, S. 452)  <\/p>\n<p>Am 9. Juli 1285 erteilte Papst Honorius IV. (1285-1287) zusammen mit dem Abt von Kloster Lorch und dem Domdekan von Freising einen Untersuchungsauftrag wegen einer Klage des Abtes von Kloster Anhausen.  <\/p>\n<p>Erst Papst Sixtus IV. (1471-1484)erteilte Kloster Blaubeuren wieder einen Auftrag.&nbsp; Er hatte am 14. September 1483 Abt Georg von Hirsau (1482-1484) und Abt Heinrich Fabri (1475-1495) beauftragt, das Klarissenkloster in S\u00f6flingen \u201czu visitieren,  <\/p>\n<p>es samt seinen Insassen zu reformieren, zu korrigieren und zu verbessern\u201d ( Staatsarchiv Ludwigsburg B 509 U 660 a vom 8.Januar 1484)  <\/p>\n<p>Papst Honorius IV. beauftragt die \u00c4bte von Lorch und Blaubeuren (Loriche, Blauburrun) und den Domdekan von Freising mit Untersuchung und Entscheidung in der Klage des Abts von Anhausen (Anhuson) als Patrons der Kirche in Langenau (Nowe) wegen Beeintr\u00e4chtigung im Besitz dieses Patronatrechts durch Prior und Konvent seines Klosters.<br \/>(WUB BD IX,Nr. 3456, S. 31)  <\/p>\n<p>Johannes XXII. stellte noch 1334 und Papst Bonifaz IX. (1389-1404) stellte 1398 eine Schutzurkunde aus.  <\/p>\n<p>Kaiserliche Urkunden f\u00fcr Kloster Blaubeuren wurden keine ausgestellt. Es blieb immer ein lands\u00e4ssiges Kloster.  <\/p>\n<p>Die Vogteirechte blieben bei der Familie des Stifters und ihrer Nachkommen, der Pfalzgrafen von T\u00fcbingen. Die Stiftungsg\u00fcter waren dem Kloster nicht mit vollen vogteilichen und obrigkeitlichen Rechten \u00fcberlassen worden.  <\/p>\n<p>Am 24. Dezember 1267 entsagte Pfalzgraf Rudolf von T\u00fcbingen genannt der Scheerer (+1277)der Vogteirechte in Blaubeuren. \u201cPfalzgraf Rudolf von T\u00fcbingen entsagt seinem Rechte der Vogtei innerhalb der Mauern und Verz\u00e4unungen des Klosters Blaubeuren und \u00fcber dessen f\u00fcnf M\u00fchlen daselbst.\u201d  <\/p>\n<p>(WUB BD VI, Nr. 1960, S. 351-352). Er hatte nach dem Tod seines Bruders Hugo IV. die Vormundschaft f\u00fcr dessen S\u00f6hne und die Vogtei \u00fcber Blaubeuren \u00fcbernommen., die er mit dieser Urkunde niederlegte.  <\/p>\n<p>Mit der Urkunde vom 24.12.1267&nbsp; schuf der Pfalzgraf einen inneren Immunit\u00e4tsbezirk innerhalb der Klostermauern. Den Schutz der \u00fcbrigen Klosterg\u00fcter \u00fcbernahm Rudolfs Schwiegersohn  <\/p>\n<p>Graf Ulrich II. von Helfenstein (1241-1294) hatte in 2. Ehe die Tochter von Pfalzgraf Rudolf Agnes die Erbin von Blaubeuren geheiratet. Nach dem Schutz der Klosterg\u00fcter ging die Vogtei \u00fcber Kloster Blaubeuren an die Grafen von Helfenstein. Sie wurde 1282 an Graf Ulrich II. vererbt.  <\/p>\n<p>Sein Enkel Johann I. von Helfenstein verpf\u00e4ndete&nbsp; die Vogtei wegen seiner Schulden die Vogtei aber an das Kloster selbst, l\u00f6ste sie aber 1407 wieder ein.  <\/p>\n<p>Pfalzgraf Rudolf stellte am 24.12. 1267 eine weitere Urkunde aus, in der er&nbsp; \u201cdem Kloster Blaubeuren den Bezug des Fall- und Hauptrechts von dessen Eigen- und Zinsleuten auch in der Stadt Blaubeuren, verleiht ihm verschiedene andere Rechte in Beziehung auf die demselben unterworfenen Personen und entsagt seinen Anspr\u00fcchen an die Fischerei in der Blau\u201d gestattet. (WUB BD VI, Nr. 1961, S. 352-354) Das war das Recht auf das beste St\u00fcck Vieh beim Mann oder das beste Kleid bei der Frau im Todesfall.  <\/p>\n<p>Kloster Blaubeuren wurde anfangs reichlich beschenkt und erlebte eine gewisse Bl\u00fctezeit. Im 12. Jahrhundert erfolgte ein Kirchenneubau in romanischem Stil, der 1124 vollendet wurde. Das Kloster entwickelte sich unter guter Leitung weiter.  <\/p>\n<p>Der Frauenkonvent, der zusammen mit dem M\u00e4nnerkloster gegr\u00fcndet worden war, lag schon im 12. Jahrhundert etwa 500 Meter blauabw\u00e4rts. Im 14. Jahrhundert ging er ab.  <\/p>\n<p>Zu Beginn des 14. Jahrhunderts zeichnete sich ein deutlicher Niedergang ab. Am Ende des 13. Jahrhunderts waren G\u00fcterverk\u00e4ufe n\u00f6tig geworden, die zeigte, dass das Kloster erhebliche finanzielle Problem hatte. Eine schlechte Haushaltsf\u00fchrung f\u00fchrten fast zu seiner Aufl\u00f6sung.  <\/p>\n<p>1386 wurde Abt Johannes II. Hug(1371-1386) wegen Misswirtschaft sogar seines Amtes enthoben. Der Schw\u00e4bische Bund begr\u00fcndet das 1387&nbsp; in seinem Schreiben an Papst Urban VI. (1378-1389) dass der Abt durch seine Misswirtschaft und seine Streitsucht  <\/p>\n<p>den wirtschaftlichen und geistig-moralischen Zusammenbruch des Klosters verursacht habe. (Otto-G\u00fcnter Lonhard, Das Kloster Blaubeuren im Mittelalter. Rechts- und Wirtschaftsgeschichte einer schw\u00e4bischen Benediktinerabtei, Stuttgart 1963, S.17)  <\/p>\n<p>&nbsp; Die asketische Strenge im Kloster zerfiel. M\u00f6nche durften wieder Privatbesitz haben. Die Klosterdisziplin verfiel. An die Stelle br\u00fcderlicher Eintracht trat nackte Aggression.1317 verletzten zwei ihren Abt. Einer der Raufbolde war Rumpold von Greifenstein. Er war von 1343-1356  <\/p>\n<p>sogar Abt in Blaubeuren. 1347 ermordete ein M\u00f6nch den Prior von Kloster Blaubeuren und 1407 \u00fcberfiel der M\u00f6nch Heinrich Fulgmayer den Abt Johannes III. Klotzer (1386-1407) in seiner Krankenstube und verletzte ihn so schwer, dass er 12 Tage sp\u00e4ter an seinen Wunden starb.  <\/p>\n<p>Aber diese Aggressionen waren nicht nur auf Kloster Blaubeuren oder den Benediktinerorden beschr\u00e4nkt. In Kloster Weingarten sind M\u00f6nche und Br\u00fcder gegeneinander t\u00e4tlich geworden.  <\/p>\n<p>Anfang des 15. Jahrhunderts zelebrierte der Abt Boppo von Allezheim (1397-1406) die Messe nur noch im Panzerhemd, um sich gegen die Schl\u00e4ge seiner M\u00f6nche zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<p>Der 1432 gew\u00e4hlte Abt Ulrich Habl\u00fczel (1432-1473) hielt es in seiner Abtei f\u00fcr n\u00f6tig unter dem Ordenskleid einen Panzer zu tragen, der ihn vor Angriffen renitenter M\u00f6nche sch\u00fctzte.<\/p>\n<p>Aber nicht nur in Benediktinerkl\u00f6stern gab es solche Vorf\u00e4lle. Im Zisterzienserkloster Heilsbronn wurde Abt Ulrich (1241-1244) so schwer verletzt, dass er seinen Dienst nicht mehr aus\u00fcben konnte und nach nur vier Regierungsjahren starb.<\/p>\n<p>In Kloster Eberbach wurde Abt Rimund (1228-1247) von einem Konversen verst\u00fcmmelt und Abt Werner (1258-1261), der \u00fcbern\u00e4chste Abt wurde 1261 erschlagen. Im Zisterzienserkloster Sch\u00f6nau kam es unter Abt Gottfried I. kam es 1188 zur sogenannten \u201cStiefelrevolte\u201d.<\/p>\n<p>Der Abt wollte die Stiefel erst ersetzen, wenn sie, wie die Ordensregel vorsah, abgelaufen waren. Die Konversen aber wollten j\u00e4hrlich Stiefel unabh\u00e4ngig vom Sohlenzustand. Der aufstand endete aber, bevor er richtig losging, weil der Anf\u00fchrer pl\u00f6tzlich verstarb.<\/p>\n<p>Die zisterziensische Jurisdiktion hatte es zwischen 1190 und 1295 mit rund 100 Konversenunruhen zu tun, \u201cconspirationes\u201d, wie das in den Generalkapitelbeschl\u00fcssen bezeichnet wurde. (Sie dazu in Mei B\u00fcchle die Kl\u00f6ster Eberbach, Sch\u00f6nau und Heilsbronn)<\/p>\n<p>Dazu kam, dass sich die Ordensdisziplin rapide verschlechterte. Man war nicht mehr, bereit auf der Grundlage reiner G\u00fctergemeinschaft arm und asketisch zu leben. Man habe sich regelrechte Appartments eingerichtet, in denen man nicht bete und<br \/>meditiere, sondern fr\u00f6hliche Schmausereien und Trinkgelage abhalte, so der Dominikaner-Theologe Johannes Nider (+ 1438) in seiner Schrift \u201c\u00dcber die Reform der Ordensleute\u201d<\/p>\n<p>Nider stammte aus Isny und war als Reformer seines Ordens und als Kirchenreformer t\u00e4tig.<\/p>\n<p>Man verf\u00fcgte \u00fcber eigene Eink\u00fcnfte. Die Aufl\u00f6sung des Gesamtverm\u00f6gens in Einzelpf\u00fcnde belegte, dass der Wille zur Gemeinsamkeit abgenutzt und verbraucht war. Die M\u00f6nche gingen nicht mehr<br \/>zum gemeinsamen Gebet in den Chor, sie vernachl\u00e4ssigten die Feier des Gottesdienstes und k\u00fcmmerten sich wenig um eine geordnete Verwaltung des Klosterbesitzes.<\/p>\n<p>Das F\u00fchrte folgerichtig zum wirtschaftlichen Ruin . Felix Fabri (1441-1502), der Ulmer Dominikaner, der im Ulmer Konvent als Lesemeister und Prediger wirkte, hat in seinen Tractatus de civitate Ulmensi sich auch mit Kloster Blaubeuren besch\u00e4ftigt und dessen Niedergang beobachtet.<\/p>\n<p>Durch das ungez\u00fcgelte Leben der Blaubeurer M\u00f6nche sei das Kloster schlie\u00dflich so verarmt, dass es zeitweise weder einen Abt, noch einen Prior ja nicht einmal einen M\u00f6nch ern\u00e4hren konnte.<\/p>\n<p>Felix Fabri machte die allgemeinen Zeitverh\u00e4ltnisse aber auch pers\u00f6nliche Schw\u00e4chen von \u00c4bten und Konvent f\u00fcr die schlechten Verh\u00e4ltnisse von Blaubeuren verantwortlich. Eine weitere Ursache sei die Pest von 1348 gewesen.<\/p>\n<p>Die \u00e4lteren M\u00f6nche seien damals gestorben. Die wenigen \u00dcberlebenden h\u00e4tten sich nach Ulm gefl\u00fcchtet. Dazu kamen Krieg, W\u00fcstungen, Raub und Brand, die dem Kloster schwere Sch\u00e4den verursachten, wie der Konstanzer Bischof Heinrich III. von Brandis (1357 \u20131383 )<\/p>\n<p>in einer Bittschrift an Papst Urban V. (1362-1370) vermerkt.<\/p>\n<p>Mit seiner desolaten Wirtschaftslage war Blaubeuren nicht allein. G\u00fcterverk\u00e4ufe, Verpf\u00e4ndungen und Verschuldung, kurzfristige Kapitalaufnahmen sind bei allen schw\u00e4bischen Benediktinerkl\u00f6stern im 14. und zu Beginn des 15. Jahrhunderts zu sehen.<\/p>\n<p>Die M\u00f6nche von Komburg verpf\u00e4ndeten liturgische und biblische Handschriften, um zu \u00fcberleben.<\/p>\n<p>Abt Wickard (1381-1401) aus Kloster Hirsau l\u00f6ste wegen der Verschuldung des Klosters den Konvent auf und verteilte die M\u00f6nche in ausw\u00e4rtige Kl\u00f6ster.<\/p>\n<p>Unter Abt Johannes Klotzer (1386-1407) konnte Kloster Blaubeuren unter Mitwirkung des Ulmer Patriziers Johannes Krafft (1397\/98) die Krise<\/p>\n<p>allm\u00e4hlich bew\u00e4ltigen. Es konnte sich aber dem Versuch der Reichsstadt Ulm entziehen, die Schutzvogtei \u00fcber Kloster Blaubeuren an die Stadt Ulm zu bringen.<\/p>\n<p>In den schw\u00e4bischen Benediktinerkl\u00f6stern hatte sich allm\u00e4hlich die Erkenntnis durchgesetzt, dass es ohne Reform, sowohl in wirtschaftlicher, als auch in sittlicher und geistig-religi\u00f6ser Hinsicht nicht mehr ging.<\/p>\n<p>Geschichts-und regelbewusste Ordensm\u00e4nner dr\u00e4ngten zur Reform. Sie begriffen Reform als etwas, das das Kloster als Ganzes betraf, seine wirtschaftlichen Verh\u00e4ltnisse aber auch seine Disziplin, seine Spiritualit\u00e4t,<\/p>\n<p>seine allt\u00e4glichen Lebensgewohnheiten, die Formen des Chorgebets und des Gottesdienstes.<\/p>\n<p>Gepr\u00e4gt wurde die Reformgeschichte des sp\u00e4ten Mittelalters vor allem durch die Reformbulle von Papst Benedikt XII. (1334-1342). Er war als Jacques de Novelles in das Zisterzienserkloster Boulbonne im heutigen Departement <\/p>\n<p>Haute Garonne eingetreten. Er absolvierte ein Theologiestudium in Paris, das er mit dem Doktor abschloss. 1311 wurde er Abt des Kloster Fontfroide bei Narbonne. Als Papst reformierte er das M\u00f6nchtum und<\/p>\n<p>genehmigte f\u00fcr die Orden der Zisterzienser, der Benediktiner (Summi magistri 1336), Franziskaner und Augustiner die gro\u00dfen Reformbullen, die nach ihrem Urheber Benedictina genannt werden.<\/p>\n<p>Den \u00c4bten des Benediktinerordens sch\u00e4rfte er eine geordnete G\u00fcterverwaltung ein. Er verpflichtete sie zu einer soliden Ausbildung der Novizen und ermutigte zum Hochschulstudium der M\u00f6nche.<\/p>\n<p>F\u00fcr den Benediktinerorden schuf er auch die Ordensprovinzen, insgesamt 36. In Deutschland waren es 4. Die Ordensprovinz Mainz-Bamberg, zu der auch Kloster Blaubeuten geh\u00f6rte, umfasste 133 Kl\u00f6ster<\/p>\n<p>Alle zwei Jahre sollten Provinzkapitel stattfinden, die sich mit wirtschaftlichen, disziplin\u00e4ren und religi\u00f6sen fragen der Reform befassen sollten.<\/p>\n<p>Greifbare Erfolge zeigten die Reformbem\u00fchungen des Papstes nicht, aber sie stellten Grunds\u00e4tze auf, die als Ideal, Vorbild und Norm alle weiteren Reformbem\u00fchungen beeinflussten.<\/p>\n<p>Die Konzilsv\u00e4ter von Konstanz beriefen 1417 ein Kapitel der Benediktiner-Provinz Mainz-Bamberg ins Kloster Peterhausen ein. Sie nahmen ausdr\u00fccklich Bezug auf die \u201cconstitutio Benedicti\u201d<\/p>\n<p>auf die Reformbulle Papst Benedicts.<\/p>\n<p>Abt Johannes Umgeheuer (1407-1419) hat zwar am Konzil von Konstanz teilgenommen. In Peterhausen lie\u00df er sich aber durch einen Prokurator vertreten. ( Joseph Zeller, Das Provinzialkapitel im Stifte Petershausen im Jahre 1417, in: Studien und<br \/>Mitteilungen zur Geschichte des Benediktiner-Ordens (1922) S.11) Es wurden eine Reihe von Leits\u00e4tzen beschlossen, um benediktinische Erneuerung zu erreichen. Es war eine Sp\u00e4tfrucht dessen, was Papst Benedict mit seiner Reformbulle erreichen wollte.<\/p>\n<p>Die versammelten \u00c4bte wollten wieder einen w\u00fcrdigen Gottesdienst. Die Teilnahme am Chorgebet sollte regelm\u00e4\u00dfig stattfinden. Die \u00c4bte forderten die Wiederherstellung des gemeinsamen Lebens. Private Eink\u00fcnfte wurden bek\u00e4mpft.<\/p>\n<p>Die Ordenstracht sollte wieder einheitlich werden. Linnenkleider jeglicher Art wurden verboten. Das Verbot des Fleischgenusses wurde versch\u00e4rft. F\u00fcr Novizen sollte eine \u201cinnere Schule\u201d eingerichtet werden. M\u00f6nche sollten zum Studium an Universit\u00e4ten geschickt werden.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem wurde der Brauch vieler Kl\u00f6ster nur Adlige ins Kloster aufzunehmen als verderbliche Gewohnheit bezeichnet.<\/p>\n<p>Regelm\u00e4\u00dfige Visitationen sollten sicherstellen, dass die Beschl\u00fcsse in Peterhausen auch in den kl\u00f6sterlichen Alltag umgesetzt wurden.<\/p>\n<p>Schon 1418 wurde Abt Johannes auf dem Mainzer Provinzkapitel zum Visitator f\u00fcr Neresheim und das Kloster Heiligkreuz in Donauw\u00f6rth bestellt.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Heinrich Hafenberg (1419-1456). Er stammte wie sein Nachfolger aus der Blaubeurer Ehrbarkeit, also der Oberschicht der Stadt, die in der Regel ratsf\u00e4hig sein musste. Er wurde 1420 mit der Visitation von Kloster Fulda betraut.<\/p>\n<p>1422 berief das Kapitel von Seligenstadt Abt Heinrich zum Visitator der Benediktinerkl\u00f6ster in der Di\u00f6zese Bamberg. <\/p>\n<p>Ob die M\u00f6nche in Blaubeuren die Beschl\u00fcsse aus Peterhausen in den Alltag umsetzten, l\u00e4sst sich anhand der vorliegenden Urkunden und Akte nicht mehr ausmachen. Wohl hatten die Dekrete nicht sofort Wirkung gezeigt und sie wurden zun\u00e4chst<\/p>\n<p>eher als l\u00e4stige Eingriffe in eingespielte Lebensgewohnheiten empfunden. Aber sie wurden sicher auch in Blaubeuren zur Kenntnis genommen. Denn der Beschluss in Peterhausen sah vor, dass die Beschl\u00fcsse des dortigen Peterhausener Provinzialkapitels zusam-<br \/>men mit der&nbsp; der Reformbulle Papst Benedikts XII., zweimal im Jahr Abschnitt f\u00fcr Abschnitt im t\u00e4glichen Kapitel vorgelesen werden sollte. Langfristig haben die Beschl\u00fcsse sicher auch in Blaubeuren gewirkt. \u00c4bte von Blaubeuren besuchten regelm\u00e4\u00dfig das Provinzkapitel<\/p>\n<p>der Benediktinerprovinz Mainz-Bamberg. Sie nahmen an den dort gef\u00fchrten Reform-Diskussionen teil.<\/p>\n<p>Auf dem Seligenst\u00e4dter Provinzkapitel wurde Abt Heinrich zusammen mit dem Abt von Heiligkreuz Thomas R\u00f6mer (1527\u20131550)zu den Visitatoren der Benediktinerkl\u00f6ster in den Benediktinerkl\u00f6ster der Di\u00f6zesen Eichst\u00e4tt und Augsburg bestellt.<\/p>\n<p>Unter Abt Heinrich wurde Kloster Blaubeuren 1422 in den Reichsmatrikeln genannt. Es musste zehn gewappnete Ritter zum Hussitenkrieg stellen.<\/p>\n<p>Zwischen 1420 und 1424 wurde in Blaubeuren das Heilig Geist Spital gestiftet. Abt Heinrich f\u00f6rderte die Gr\u00fcndung.<\/p>\n<p>Da die Grafen von Helfenstein in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten waren, verkauften sie Blaubeuren an das Haus W\u00fcrttemberg. Am 21. Januar 1448 erkannte Abt Heinrich und sein Konvent Graf Ludwig I. von W\u00fcrttemberg (1419-1450) als<\/p>\n<p>Schirmherr und Kastvogt von Kloster Blaubeuren an. Das bedeutete auch die Anerkennung der w\u00fcrttembergischen Landesherrschaft durch Kloster Blaubeuren.Am 16. Februar 1448 best\u00e4tigte Graf Ludwig in einem Schirmbrief die Freiheiten der f\u00fcnf Klosterorte Machtolsheim, Sei\u00dfen, Ringingen, Erstetten und Rottenacker. Im Jahr 1456 resignierte Abt Heinrich aus gesundheitlichen Gr\u00fcnden.<\/p>\n<p>In Kloster Melk entstand in dieser Zeit eine bedeutende Reformbewegung.Nikolaus Seyringer wurde 1418 Abt in Melk. Er ist um 1360 in Matzen im Weinviertel geboren. 1389 immatrikulierte er sich an der Universit\u00e4t Wien. 1395 wurde er Magister artium und 1398 Baccalaureus in Theologie.<\/p>\n<p>1401 war er Rektor der Universit\u00e4t Wien. In Wien war Nikolaus von Dinkelsb\u00fchl ein Studienkollege von ihm. Auch er war sp\u00e4ter Ordensreformer und ein wichtiger Reformtheologe.Au\u00dferdem war er Sch\u00fcler des 1397 verstorbenen Reformtheologen&nbsp; Heinrich von Langenstein.<\/p>\n<p>1403 verlie\u00df Nikolaus Seyringer Wien und ging er in das Benediktinerkloster Subiaco ein, um dort die Profess abzulegen. Einer seiner Reisegef\u00e4hrten war Petrus Wiechs von Rosenheim, der Prior in Mel wurde nach der Wahl von Nikolaus zum Melker Abt.<\/p>\n<p>1410 wurde er Prior des zu Subiaco geh\u00f6renden Kloster Sacro Speco. In manchen Darstellungen wurde Nokolaus 1412 zum Abt von Subiaco gew\u00e4hlt. Das ist allerdings in der Forschung umstritten. Denn w412 kam es wegen des Schismas zu innerkl\u00f6sterlichen Differenzen.<\/p>\n<p>Seyringer folgte der r\u00f6mischen Ob\u00f6dienz und ob er sich gegen den Wunschkandidaten des Pisaner Papstes Johannes XXIII. durchsetzen konnte, ist unsicher. Sicher ist, dass er Subiaco verlie\u00df und sich mit anderen Konventualen im&nbsp; Priorat S. Anna in Mondragone (bei Capua) niederlie\u00df<\/p>\n<p>Nikolaus genoss zu dieser Zeit bereits den Ruf eines f\u00e4higen Reformers. Der Posener Erzbischof Andrzej III. Lascarz Gos\u0142awicki (1414\u20131426) ersuchte Nikolaus um die Entsendung einiger seiner Mitbr\u00fcder zur Erneuerung der Kl\u00f6ster seiner Di\u00f6zese. Seyringer begleitete diese Gruppe<\/p>\n<p>nach Konstanz zum dortigen Konzil. Dort traf er auch seinen Studienkollegen aus Wien Nikolaus von Dinkelsb\u00fchl. Dieser war inzwischen Beichtvater und Berater des \u00f6sterreichischen Landesherren Herzog Albrechts V. (1404-1439). Sein Studienfreund schlug<\/p>\n<p>Nikolaus dem \u00f6sterreichischen Herrscher als Reformer f\u00fcr die \u00f6sterreichischen Kl\u00f6ster vor. 1418 ernannte ihn Herzog Albrecht V. zusammen mit dem Abt Abt Angelus von Rein(1399-1425) und Prior Leonhard Paetraer von Gaming (dieser war auch Beichtvater des Herzogs) zu Visitatoren f\u00fcr das Kloster Melk. Sie sollten nach dem Vorschlag Dinkelsb\u00fchls die Regeln von Subiaco in Melk installieren. Nach der Visitation trat der bisherige Abt von Melk Johann III. Fl\u00e4mming zur\u00fcck. Zum neuen Abt wurde Nikolaus Seyringer gew\u00e4hlt (1418-1425).<\/p>\n<p>Er f\u00fchrte dort sie consuetudines von Subiaco ein und wirkte dort als Visitator f\u00fcr andere Kl\u00f6ster, um dort ebenfalls Reformen einzuf\u00fchren. Noch im Jahr seiner Abtswahl in Melk schrieb er das \u201cBreviarium caeremnniarum monasterii Mellicensis\u201d.<\/p>\n<p>Es baute auf den strengen Gewohnheiten der italienischen Abtei Subiaco auf, war aber von den M\u00f6nchen in Melk nach ihren eigenen Bed\u00fcrfnissen erg\u00e4nzt und abgewandelt worden.<\/p>\n<p>Die Melker Reform hatte einen offenen Observanzbegriff. Uniformit\u00e4t um jeden Preis wurde in Melk nicht angestrebt. Jedes Kloster behielt ein gro\u00dfes Ma\u00df an Eigenst\u00e4ndigkeit. Es konnte seine eigene Lebensform pflegen und eigene liturgische Traditionen ausbilden.<\/p>\n<p>Es gab keine \u00fcbergeordnete Kontrollorgane. Auf regelm\u00e4\u00dfige Visitationen um einheitliche Befolgung ihrer Gewohnheiten zu \u00fcberwachen wurde bewusst verzichtet.<\/p>\n<p>Der Melker Reformkreis verstand sich als eine Gemeinschaft von Gleichgesinnten, die sich durch gemeinsame geistig-religi\u00f6se Ideale miteinander verbunden wu\u00dften.  <\/p>\n<p>Welche Reformkr\u00e4fte Kloster Melk entfaltete, zeigte sich auf dem Konzil von Basel. Dort wurden 1437 die \u201cStatuta ad fratres ordinis sancti Benedicti\u201d verabschiedet, die unverkennbar die Handschrift Melker Reformer trugen.  <\/p>\n<p>Dort war Melk durch Petrus von Rosenheim, Martin von Senging, Johannes von Speyer und Johannes von Ochsenhausen vertreten. Aus dem Kloster Tegernsee,<br \/>das sich den Melkern angeschlossen hatte, waren Ulrich St\u00f6ckl und der gelehrte Johannes Keck anwesend.  <\/p>\n<p>Petrus von Rosenheim war mit Abt Nikolaus in Subiaco und unter ihm Prior in Melk. Er war vor allem in bayrischen Kl\u00f6stern reformerisch t\u00e4tig. Vom Basler Konzil wurde er nach B\u00f6hmen geschickt, um dort gegen die Hussiten zu wirken.  <\/p>\n<p>Johannes von Speyer (Johannes Wischler) wurde 1383 in Freinsheim in der Pfalz geboren, studierte ab 1401 Artes, Theologie und kanonisches Recht in Heidelberg. 1418 trat er in Kloster Melk ein. Nach seiner Profess 1419 wurde er in Melk Novizenmeister und  <\/p>\n<p>1433 wurde er dort Prior. Als Visitator beteiligte er sich an der Reform mehrerer Kl\u00f6ster in den Di\u00f6zesen Augsburg und Konstanz. Er hinterlie\u00df ein umfangreiches Werk, das fast ausschlie\u00dflich der Melker Reform gewidmet ist und zwar in lateinischen und deutschen Schriften.  <\/p>\n<p>Martin von Senging trat in das Kloster Melk ein, wo er 1427 seine Profess ablegte. Bis 1433 war er Prior in Melk, bis er von Speyer als Prior abgel\u00f6st wurde. Martin wurde 1433 als Prokurator seines Konvents aufs Konzil nach Basel geschickt  <\/p>\n<p>Johannes von Ochsenhausen studierte 1417 an der Universit\u00e4t Wien. 1426 wurde er Priester und legte im selben Jahr die Profess im Kloster Melk ab. 1418 hatte Herzog Albrecht dem Schottenkloster in Wien den dortigen iro-schottischen M\u00f6nchen das Kloster entzogen  <\/p>\n<p>und gab es an die Benediktiner in Melk ab. Als das Kloster die Melker Reform \u00fcbernommen hatte, wurde Johannes von Ochsenhausen 1428 zum Abt vom Schottenkloster gew\u00e4hlt. Johannes Keck wurde 1400 in Giengen an der Brenz geboren, war 1426 an der Wiener Artistenfakult\u00e4t immatrikuliert, studierte dort und schloss schlie\u00dflich 1434 mit dem Grad des Baccalaureus theologiae formatus ab. Er studierte dann noch in Rom weiter. 1442 trat er in das Kloster Tegernsee ein, das sich schon vorher der Melker Reform angeschlossen hatte. Rund 60 Schriften sind von ihm erhalten.  <\/p>\n<p>Theologisch am Bedeutendsten ist sein Kommentar zur Benediktregel, der zwischen 1446 und 1448 entstand, in er Zeit wo er Prior in Tegernsee war.  <\/p>\n<p>Die in Basel gefassten Reformbeschl\u00fcsse verpflichteten alle&nbsp; Benediktinerkl\u00f6ster, die r\u00f6mische Liturgie anzunehmen. F\u00fcr die Salzburger Kirchenprovinz schrieben die Konzilsv\u00e4ter au\u00dferdem vor, dass das Reformzentrum in Melk und das von Melk aus reformierte Schottenkloster  <\/p>\n<p>in Wien den Salzburger Benediktiner als Vorbild dienen sollten.  <\/p>\n<p>In den schw\u00e4bischen Benediktinerkl\u00f6stern stie\u00df die Melker Reform zun\u00e4chst meist auf Distanz, manchmal sogar auf klare Ablehnung. Der Melker Prior Martin Senging berichtete sogar, die schw\u00e4bischen \u00c4bte seien sich darin einig, die Melker Reform abzulehnen.  <\/p>\n<p>(Schreiner Anmerkung 94 S. 155) Abt Johannes Blarer (1418-1437) aus Weingarten lehnte es ab, den aus Melk kommenden Martin Senging als Visitator anzuerkennen. Einer von dem Kardinallegaten Cesarini nach Weingarten geschickten Visitationskommission verwehrte  <\/p>\n<p>er den Zutritt ins Kloster. Er dachte auch nicht daran, das Sondereigentum einiger M\u00f6nche abzuschaffen. Viele \u00c4bte zogen sich hinter der Erkl\u00e4rung zur\u00fcck, eine allgemeine vom ganzen Konzil angenommene Reform abzuwarten. Die Vorbehalte hingen sicher auch damit zusammen,  <\/p>\n<p>dass einige \u00c4bte um die Selbstst\u00e4ndigkeit ihres Klosters f\u00fcrchteten oder dass sie die von Melk angestrebten Reformen als zu streng empfanden.  <\/p>\n<p>Unter den s\u00fcddeutschen Benediktinerabteien schloss sich Wiblingen unter ihrem Abt Ulrich Habl\u00fczel der Melker Reform an. Wiblingen&nbsp; erlangte so \u00fcberregionalen Ruf eines musterg\u00fcltigen Kloster. Allerdings gibt es keine Belege, dass von Wiblingen aus 1451 die Melker Reform in  <\/p>\n<p>Kloster Blaubeuren eingef\u00fchrt wurde, wie man es bei Wikipedia oder auch Benenediktinerabtei Kloster Blaubeuren in der Datenbank Kl\u00f6ster in Baden-W\u00fcrttemberg lesen kann.  <\/p>\n<p>Es kann auch nicht genau festgelegt werden, wann genau die Reform in Wiblingen eingef\u00fchrt wurde. Aber Wiblingen war schon ein Schwerpunkt der Melker Reform in S\u00fcddeutschland. 8 M\u00f6nche aus Wiblingen wurden in Ulrichs Regierungszeit als \u00c4bte in andere Kl\u00f6ster berufen, um dort im Sinne der Melker Reform zu wirken.  <\/p>\n<p>Ein weiterer Schwerpunkt der Melker Reform in S\u00fcddeutschland wurde das Kloster St. Afra in Augsburg. Kaiser Friedrich III.(1440-1493) hatte Johannes Schlitpacher von Melk nach Augsburg berufen, um Kloster St. Afra zu visitieren und mit der Klosterreform betraut.  <\/p>\n<p>Johannes hatte in Ulm 1421-23 die Lateinschule besucht. 1424 war er an der Universit\u00e4t Wien immatrikuliert. 1434 trat er in Kloster Melk ein und legte dort 1435 seine Profess ab. Drei mal war er Prior in Melk. Nach St. Afra reformierte er von 1443-1444 Kloster Ettal und danach Kloster  <\/p>\n<p>Kleinmariazell.  <\/p>\n<p>Die Einf\u00fchrung der Melker Reform hatte sowohl in Wiblingen als auch in Augsburg gro\u00dfe Auswirkungen auf die F\u00f6rderung von Wissenschaft und der Bibliothek. In Augsburg erfuhr vor allem der Buchdruck eine Bl\u00fctezeit. Der aus Reutlingen stammende G\u00fcnther Zainer  <\/p>\n<p>ist ab 1468 in Augsburg ans\u00e4ssig und wurde Leiter der von Kloster St. Afra eingerichteten Druckerei. Aus seiner Werkstatt stammten mindestens 80 Drucke.  <\/p>\n<p>Einen Hinweis darauf, wann die Reform gewirkt hat, kann eine G\u00e4steliste des Kloster Melks geben, die von 1419-1531&nbsp; 121 Namen von G\u00e4stem\u00f6nchen verzeichnet. (Schreiner S. 114)  <\/p>\n<p>Nachgewiesen sind Besuche von Neresheimer M\u00f6nchen 1423 und 1428, M\u00f6nchen aus Hirsau 1424. Sie waren Melk, um das religi\u00f6se, k\u00fcnstlerische und wissenschaftliche Leben einer Reformabtei kennen zu lernen.  <\/p>\n<p>Die Melker G\u00e4steliste verzeichnet M\u00f6nche aus Hirsau, Neresheim, Ochsenhausen, Odenheim und Petershansen, nicht aber solche aus Blaubeuren.  <\/p>\n<p>Ein weiteres wichtiges Datum f\u00fcr die Reformbestrebungen ist das Jahr 1451.  <\/p>\n<p>1450 schickte Papst Nikolaus V. (1447-1455) Nikolaus von Kues als p\u00e4pstlichen Legaten nach Deutschland und stattete ihn mit au\u00dferordentlichen Vollmachten zur Kirchen- und Klosterreform in Deutschland, \u00d6sterreich und den Niederlanden aus.  <\/p>\n<p>Nikolaus sollte f\u00fcr die Erneuerung der Kirchen, Kl\u00f6ster und anderer kirchlicher Einrichtungen und der in diesen lebenden Personen Sorge zu tragen.&nbsp; Sein erster Auftrag war die Verk\u00fcndung eines allgemeinen Ablasses, der den Gl\u00e4ubigen anl\u00e4sslich des Jubeljahres gew\u00e4hrt  <\/p>\n<p>von 1450 gew\u00e4hrt wurde. Mit den Ablassgeldern wurde \u00fcbrigens auch die Legationsreise von Nikolaus bezahlt.  <\/p>\n<p>Im Mai 1451 trat im Kloster St. Stephan in W\u00fcrzburg das Kapitel der Benediktinerprovinz Mainz-Bamberg zusammen. Den Vorsitz f\u00fchrte Nikolaus Cusanus. Auf diesem Kapitel wollte Nikolaus Die Reformbestrebungen der s\u00fcddeutschen Benediktiner voranbringen und wirksamer gestalten.  <\/p>\n<p>53 \u00c4bte waren anwesend. Von diesen lie\u00df sich sich Nikolaus eidlich versprechen, binnen Jahresfrist \u201cdie Beobachtung eines regeltreuen Lebens nach der Regel und nach den Statuten der Ordens\u201d zu beginnen. (Schreiner S. 115)&nbsp; <\/p>\n<p>Der Blaubeurer Abt Heinrich II.&nbsp; Hafenberg (1419-1456)war aber in W\u00fcrzburg nicht anwesend und er hat sich wohl auch nicht von einem Prokurator vertreten lassen. Aus Blaubeuren hatte sich also niemand zur Erneuerung des Klosters eidlich verpflichtet.  <\/p>\n<p>Nikolaus hatte auch eher allgemeine Reformziele verk\u00fcndet ohne sich auf die Einf\u00fchrung bestimmter Gewohnheiten festzulegen,die sich in Kastl, Melk und Bursfelde als eigenst\u00e4ndige Reformzentren herausgebildet hatten.  <\/p>\n<p>Johannes Trithemius von 1458-1505 war Abt der Benediktinerabtei Sponheim und von 1506 bis zu seinem Tod 1516 Abt des Schottenklosters in W\u00fcrzburg. Er reformierte das Kloster in Sponheim. Er war auch Mitpr\u00e4sident der Bursfelder Kongregation.  <\/p>\n<p>Er urteilte r\u00fcckblickend \u00fcber Nikolaus, dieser sei \u201cin Deutschland wie ein Engel des Lichtes und des Friedens inmitten der Dunkelheit und Verwirrung erschienen (zitiert bei Schreiner S. 115) Allerdings beurteilte die Reformbereitschaft der s\u00fcddeutschen Benediktiner-\u00c4bte  <\/p>\n<p>eher zur\u00fcckhaltend. Er schrieb: \u201cSie schwuren zwar alle, aber wenige nahmen die Observanz binnen Jahresfrist an und mehrere wurden eidbr\u00fcchig\u201d (Schreiner ebda.)  <\/p>\n<p>Die \u00c4bte der Ordensprovinz Mainz-Bamberg beriefen sich alle mehr auf Nikolaus Cusanaus als auf den tats\u00e4chlichen Beginn der Ordensreform mit dem Provinzialkapitel 1417 in Peterhausen.  <\/p>\n<p>In den 60-Jahren des 15. Jahrhunderts zeigen sich nun enge Beziehungen zwischen Blaubeuren und den dem Melker Reformkreis angeh\u00f6renden \u00c4bten von Wiblingen Johannes II. Balmer (1473-1484) und Elchingen Paul I. Kast (1461\u20131498).  <\/p>\n<p>Nach der Resignation von Abt&nbsp; Heinrich II regierte In Blaubeuren&nbsp;&nbsp; Ulrich Kundig (1456-1475).&nbsp; Er stammte ebenfalls aus der Blaubeurer Ehrbarkeit. Er hatte auch in Wien studiert. Er war einer der 5 Studenten, die in den 50-iger Jahren des 15. Jahrhunderts in Wien studierten. (Matrikel Wien 1967, Schwabenspiegel Aufs\u00e4tze, Aufs\u00e4tze) Allerdings geht da nicht daraus hervor, ob Ulrich vom Kloster zum Studium nach Wien geschickt wurde. Aber das w\u00fcrde ebenfalls daf\u00fcr sprechen, dass Ulrich die ma\u00dfgebliche Rolle bei der Einf\u00fchrung der Melker Reform in Blaubeuren gespielt hat. Auf die engen Verbindungen von Kloster Melk und der Universit\u00e4t Wien, wird oben verwiesen. 1444 war er einfacher Weltpriester in G\u00f6ttingen, heute Teilort von Langenau im Alb-Donau Kreis.  <\/p>\n<p>Bald nach seiner Wahl amtierte er als einer der vier Pr\u00e4sidenten des 1456 nach Erfurt einberufenen Generalkapitel der Ordensprovinz Mainz-Bamberg. Dieses Kapitel beauftragt die \u00c4bte von Blaubeuren und Ettenheimm\u00fcnster die Visitation der Benediktinerkl\u00f6ster in den Di\u00f6zesen Stra\u00dfburg und Speyer vorzunehmen.  <\/p>\n<p>Schon 1457 das Lagerbuch des Klosters neu verzeichnen. Hier wurden die G\u00fcter und Anspr\u00fcche des Klosters neu verzeichnet. Mit Nachtr\u00e4gen wurde es auf dem neuesten Stand gehalten. F\u00fcr die Siedlungsgeschichte auf der Schw\u00e4bischen Alb stellt es heute eine wichtige Quelle dar.  <\/p>\n<p>Es gibt Einblicke in die Besitzstrukturen der Blaubeurer Grundherrschaft, informiert \u00fcber die Ausstattung einzelner H\u00f6fe und gibt zudem&nbsp; zahlreiche Hinweise auf abgegangene Siedlungen. Es liegt heute im Hauptstaatsarchiv Stuttgart (H102\/12, Bd. 1) und wurde 2005 gedruckt herausgegeben (Lagerbuch 1457). Das Lagerbuch war auch im Sinne der Melker Reform, denn auch die Wirtschaftsf\u00fchrung des Klosters sollte reformiert werden.  <\/p>\n<p>1459 tagte das Kapitel im Aegidienkloster in N\u00fcrnberg und beauftragte die M\u00f6nche von Blaubeuren und St. Afra in Augsburg Melchior Stammheim (1458\u20131474) die Visitation der Benediktinerkl\u00f6ster in den Di\u00f6zesen von Konstanz und Chur zu \u00fcbernehmen.  <\/p>\n<p>1464 erhielten die \u00c4bte von Blaubeuren und Kloster Plankstetten in Berching in der Oberpfalz die Benediktinerkl\u00f6ster in der Di\u00f6zese Speyer und Stra\u00dfburg zu visitieren.  <\/p>\n<p>Solche Auftr\u00e4ge zeigten, welches Ansehen das Kloster Blaubeuren&nbsp; im Orden geno\u00df und dass es einen guten Ruf hatte.  <\/p>\n<p>1466 visitierte Abt Ulrich gemeinsam mit dem Elchinger Abt Paul I.Kloster Allerheiligen in Schaffhausen. Der bisherige&nbsp; Abt in Allerheiligen&nbsp; Berthold III.&nbsp; von Wiechser (1442-1466) wurde durch einen M\u00f6nch namens Viktor aus Kloster Wiblingen als zeitweiliger Administrator ersetzt.  <\/p>\n<p>Gerade Kloster Allerheiligen zeigte, dass es nicht immer einfach war, einen Reformauftrag durchzuf\u00fchren. Der Konstanzer Bischof Burkhard II. von Randegg (1462 \u20131466 ) hatte den beiden \u00c4bten den Auftrag erteilt. Abt und Konvent waren heillos zerstritten. Aber auch das Schaffhausener Stadtb\u00fcrgerturm  <\/p>\n<p>str\u00e4ubte sich gegen von au\u00dfen aufgezwungenen Visititation und Reform f\u00fcr ein innerhalb der Stadtmauern gelegenen Klosters. Der resignierte Altabt lie\u00df nichts unversucht, das in Angriff genommene Reformwerk nach Kr\u00e4ften zu verhindern,. Dann starb auch noch  <\/p>\n<p>Bischof Burkhard. die Reform endete, bevor sie richtig&nbsp; begonnen hatte.  <\/p>\n<p>Gut zu Ende brachte Abt Ulrich einen Reformauftrag von Bischof Hermann III. von Breitenlandenberg (1466 \u20131474), dem Nachfolger von Bischof Burkhard, f\u00fcr das reformbed\u00fcrftige Frauenkloster von St. Felix und Regula.  <\/p>\n<p>Der Konstanzer Bischof billigte die von Abt Ulrich getroffenen getroffenen Ma\u00dfnahmen und Vereinbarungen.&nbsp; Zwar waren einige Prioren und M\u00f6nche aus Blaubeuren, Elchingen und Wiblingen der Meinung, Abt Ulrich habe die Reformgrunds\u00e4tze des Ordens aufgeweicht und verraten Der Bischof war aber nicht bereit, den Reformeiferern, die sich ohne seine Zustimmung eingemischt hatte, nachzugeben. Er setzte die Verf\u00fcgungen in Kraft.  <\/p>\n<p>Zwei Jahre sp\u00e4ter erhielt er von Bischof Hermann einen weiteren Reformauftrag, dieses Mal f\u00fcr das Frauenkloster St. Agnes in Schaffhausen. Diesem gab er eine neue Hausordnung an Stelle der bisherige, die jeweils von den \u00c4bten von Kloster Allerheiligen  <\/p>\n<p>Walther von Seglingen (1360\u20131396) und Berchtold II. von Sissach (1396\u20131425) erstellt worden waren. Au\u00dferdem setzte er die Bestimmung au\u00dfer Kraft, dass M\u00e4dchen, die in Schaffhausen ins Kloster eintreten wollten, ein \u201cEinstandsgeld\u201d entrichten mussten,Brot und Wein stiften, G\u00e4ste<br \/>bewirten, ein gutes Bett samt Pf\u00fchl und Laken mitbringen sowie jeder Konventsschwester einen Schilling und einen Denar schenken.<\/p>\n<p>Schon 1464 hatten sich Abt Ulrich Habl\u00fczel aus Wiblingen, Abt Paul aus Elchingen und Abt Ulrich aus Blaubeuren an den Abt von St. Afra in Augsburg Melchior Stammheim (1458\u20131474). Er war zu derzeit Pr\u00e4sident des Provinzialkapitels von Mainz-Bamberg.  <\/p>\n<p>Sie erkl\u00e4rten alles zu tun, um die \u201cheilige Union\u201d der Observanzen von Kastl, Melk und Bursfelde voranzubringen. Sie w\u00fcrden dies auch mit tatkr\u00e4ftiger Hilfe und finanzieller Unterst\u00fctzung mit zum endg\u00fcltigen Erfolg bringen wollen.  <\/p>\n<p>Blaubeuren scheint in der Zeit, als es um einen Zusammenschluss ging immer an der Seite von Elchingen und Wiblingen zu stehen, die eindeutig dem Melker Reformkreis zu zu ordnen sind. Auch die zwischenkl\u00f6sterlichen Kontakte von Blaubeuren verweisen  <\/p>\n<p>nun auf gro\u00dfe N\u00e4he, wenn nicht gar Zugeh\u00f6rigkeit zur Melker Reform. Eine Einheit kam schlie\u00dflich nicht zustande, nicht zuletzt weil Bursfelde nicht gewillt war, sich der Einheit wegen auf Kompromisse einzulassen.  <\/p>\n<p>Die Einf\u00fchrung Melker Gewohnheiten kann man sp\u00e4testens auf den Zeitpunkt der Resignation von Abt Ulrich festlegen. Abt Ulrich hatte schon vorher die Melker Gebr\u00e4uche in Blaubeuren eingef\u00fchrt und heimisch gemacht.  <\/p>\n<p>Er war selbst im Skriptorium t\u00e4tig. Au\u00dferdem hatte er im Kloster eine Druckerei&nbsp; und eine Werkstatt f\u00fcr Bucheinb\u00e4nde eingerichtet, auch das eine praktische Auswirkung der Reformbestrebungen im Kloster.  <\/p>\n<p>Abt Heinrich hatte 1475 den Ulmer Drucker Konrad Mancz (1455-1505) nach Blaubeuren eingeladen um dort in der Druckerei zu arbeiten. Unter anderem druckte er dort auch Auftr\u00e4ge des Landesherren Graf Eberhard.  <\/p>\n<p>Die Buchbinderei florierte.&nbsp; 29 Handschriften und 143 Drucke konnten bisher ermittelt werden, die in Kloster Blaubeuren ihren Einband erhielten. Nach einem handschriftlichen Eintrag auf einer Inkunabel&nbsp; der W\u00fcrttembergischen Landesbibliothek Stuttgart wurden in Blaubeuren  <\/p>\n<p>nicht weniger als 980 B\u00fccher gebunden (Schreiner S. 137)  <\/p>\n<p>Die Regierungszeit von Abt Ulrich bedeutete auch einen markanten Einschnitt in der Blaubeurer Bibliotheksgeschichte. In dieser Zeit wurden die meisten B\u00fccher in Blaubeuren abgeschrieben. Abt Ulrich hat nicht nur eine Reihe B\u00fccher selbst abgeschrieben. Er hat auch  <\/p>\n<p>zahlreiche Handschriften k\u00e4uflich erworben. Mit Johannes Ackermann (+1507), Martinus Rott und \u201c Johannes Tefrus de Wilheim\u201d lebten sehr produktive Schreiber in Blaubeuren.  <\/p>\n<p>Im 15. Jahrhundert zeigte sich in allen Kl\u00f6stern, die der Melker Reform angeh\u00f6rten, ein reger B\u00fccheraustausch. Auch Aufnahme von G\u00e4sten aus ordensverwandten Kl\u00f6stern sind ein Indiz f\u00fcr die Reform. Reformierte Konvente \u00fcbten auf benachbarte Konvente eine einladende Anziehungskraft aus.  <\/p>\n<p>1471 war Abt Ulrich erstmals an der Reform eines w\u00fcrttembergischen Klosters beteiligt. In Alpirsbach wurde auch gegen den Widerstand alteingesessener M\u00f6nche die Melker Reform eingef\u00fchrt.  <\/p>\n<p>Da Kirche und Kloster allm\u00e4hlich bauf\u00e4llig geworden waren, begann Abt Ulrich 1466 mit dem Neubau des Kreuzgangs und 1467 mit dem Neubau der Kirche, den sein Nachfolger dann fortsetzte und vollendete.  <\/p>\n<p>Da es Streitigkeiten im Konvent gab, resignierte Abt Ulrich am 1.4.1475 und verstarb am 18.5.1476.  <\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Abt Heinrich III. Fabri (1475-1495). Er ist um 1440 in Sei\u00dfen, heute Ortsteil von Blaubeuren,&nbsp; geboren. Er hatte eine sehr enge Beziehung zum w\u00fcrttembergischen Herrscher Graf Eberhard im Bart (1457-1496).  <\/p>\n<p>Er war sein Berater und enger Vertrauter. Er unterst\u00fctzte ihn ma\u00dfgeblich bei einem seiner wichtigsten Projekte, der Gr\u00fcndung der Universit\u00e4t T\u00fcbingen. Die Gr\u00fcndung der Universit\u00e4t wurde vor allem von Eberhards Mutter Mechthild von der Pfalz (1419-1482) betrieben. Sie hatte schon bei der Gr\u00fcndung  <\/p>\n<p>der Universit\u00e4t Freiburg ma\u00dfgeblich mitgewirkt. Mechthild veranlasste die Verlegung des Chorherrenstiftes Sindelfingen nach T\u00fcbingen. Die Pfr\u00fcnde des Stiftes uns dessen Verm\u00f6gen boten die finanzielle Grundlage f\u00fcr den Aufbau der neuen Universit\u00e4t.  <\/p>\n<p>Bei den Personalkosten konnte Graf Eberhard so auf die vorhandenen Pfr\u00fcnden zur\u00fcckgreifen und sie auf Professuren umwidmen.  <\/p>\n<p>Am 15. November erhielt Abt Heinrich Fabri die p\u00e4pstliche Best\u00e4tigungsbulle f\u00fcr diese Verlegung. Er war in dieser Angelegenheit p\u00e4pstlicher Kommissar. Abt Heinrich ver\u00f6ffentlichte die Bulle am 11. M\u00e4rz 1477 in Urach.  <\/p>\n<p>Er gab der Universit\u00e4t als p\u00e4pstlicher Kommissar Statuten  <\/p>\n<p>F\u00fcr Eberhard war die Sache politisch etwas heikel. Der amtierende Konstanzer Bischof Hermann III. von Breitlandenlandenberg hatte wegen seines schlechten Gesundheitszustandes von Papst Sixtus IV. Ludwig von Freiburg zum Koadjutor  <\/p>\n<p>von Bischof Hermann beigestellt. bekommen. Als Hermann am 18. September 1474 verstarb, w\u00e4hlte das Konstanzer Domkapitel Otto von Sonnenberg zum neuen Konstanzer Bischof in Unkenntnis Bestellung des Papstes. Andrerseits war Eberhard bei der Verlegung des Chorherrenstiftes auf die Genehmigung durch Papst Sixtus angewiesen.  <\/p>\n<p>Noch mehr brauchte er die p\u00e4pstliche Zustimmung f\u00fcr die Universit\u00e4tsgr\u00fcndung, denn ohne p\u00e4pstliches Placet. ging damals nichts. Hilfreich war ihm seine Eheverbindung zu Barbara Gonzaga (1455-1503), der Tochter des Markgrafen Lodovico von Mantua (1444-1478).  <\/p>\n<p>Barbaras Bruder war Francesco Gonzaga, Kardinal von 1461-1483. Er stand bei Papst Sixtus in hohem Ansehen, denn seine Wahl hatte er nicht zuletzt Kardinal Francesco Gonzaga zu verdanken.  <\/p>\n<p>Abt Heinrich hatte sowohl bei weltlichen Herrschern als auch in der Kirche ein hohes Ansehen, wie auch die Universlt\u00e4tsgr\u00fcndung belegt.&nbsp; Er war von Papst&nbsp; Sixtus als einer der drei Kommissare mit der Gr\u00fcndung der Universit\u00e4t T\u00fcbingen betraut worden.  <\/p>\n<p>Der Grund lag im Bistumsstreit, dass Abt Heinrich diese Aufgabe zufiel und nicht dem zust\u00e4ndigen Bischof. Zum Dank f\u00fcr die Mitwirkung erhielt Abt Heinrich vom Papst 1492 die Pontifikalien verliehen.  <\/p>\n<p>Der p\u00e4pstliche Nuntius Johannes de Duchis, Dompropst von Brixen, hatte 1477 den Wiblinginger Abt Johannes II. Balmer (1473-1484) und Abt Heinrich von Blaubeuren mit der Visitation des Klosters Ottobeuren beauftragt. Dort hatte es Beschwerden in Rom sowohl vom Augsburger Bischof  <\/p>\n<p>Johannes (II.) Graf v. Werdenberg (1469 \u2013 1486) als auch vom Konvent. Der p\u00e4pstliche Legat sollte die Angelegenheit untersuchen und beauftragte deshalb die beiden \u00c4bte.  <\/p>\n<p>Einer der H\u00f6hepunkte f\u00fcr die von M\u00f6nchen und \u00c4bten auch in Blaubeuren getragene Ordensreform war das 1482 in Blaubeuren abgehaltene Provinzkapitel. Gastgeber war Abt Heinrich III. Fabri (1475-1495). 130 \u00c4bte sollen anwesend gewesen sein.  <\/p>\n<p>Mit einem feierlichen Hochamt, das der Abt von Kloster Lorch Georg Kerler (1481\u20131510) zelebrierte begann das Provinzkapitel. Abt Georg war bis 1463 M\u00f6nch in Blaubeuren und ging 1463 ins Kloster Lorch, das 1462 auf Veranlassung von Graf Ulrich V. \u201cder Vielgeliebte\u201d (1441-1480)<\/p>\n<p>von M\u00f6nchen aus Blaubeuren und Elchingen reformiert wurde.<\/p>\n<p>Dann wurde festgestellt, welche \u00c4bte anwesend waren, welche sich von Prokuratoren vertreten lie\u00dfen und welche der Einladung nicht folgten, weil sie gegen die Reform waren. Ein wichtiges Thema war die Frage der Visitation. Man beschloss das Visitationsformular, das <\/p>\n<p>Nikolaus&nbsp; Cusanaus 1451 den \u00c4bten der Benediktinerprovinz Mainz-Bamberg \u00fcbergeben hatte, in ihren offiziellen Kapitelsreze\u00df w\u00f6rtlich zu \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>Abt Heinrich pr\u00e4sidierte auch dem 1490 abgehaltenen Provinzkapitel in St. \u00c4gidien in N\u00fcrnberg.<\/p>\n<p>1488 hatte Papst innozen VIII. (1484-1492) das Benediktinerkloster Komburg in ein Chorherrenstift umgewandelt, was Johannes Trithemius so kommentierte. Der Papst habe aus schlechten M\u00f6nchen&nbsp; schlechte Chorherren gemacht. (zitiert bei Schreiner S. 120)  <\/p>\n<p>Das Provinzialkapitel beauftragte 1490 Abt Heinrich gemeinsam mit Abt Blasius Scheltrup (1484\u20131503) aus Kloster Hirsau wegen Komburg bei Graf Eberhard zu intervenierenund um Rat zu fragen, was man man tun k\u00f6nne, um die Entfremdung des alten Benediktinerklosters<\/p>\n<p>wieder r\u00fcckg\u00e4ngig zu machen. Die \u00c4bte von St. Jakob in Mainz und Seligenstadt wurden beauftragt, in dieser Angelegenheit beim Erzbischof von Mainz Berthold von Henneberg (1484-1504). Vermutlich auf Betreiben des Provinzialkapitels wurde das Stift Komburg nach Rom vorgeladen.<\/p>\n<p>Aber alle Bem\u00fchungen scheiterten bis 1802 blieb Komburg ein weltliches Chorherrenstift.<\/p>\n<p>Ein weiteres gro\u00dfes Verdienst von Abt Heinrich besteht in der Fertigstellung des von Abt Ulrich begonnen Kloster und Kirchenneubaues. Der Ulmer Dominikaner Felix Fabri (s.o.) urteilte \u00fcber den Kirchenbau. Er sei nicht auf prunkvolle Repr\u00e4sentation angelegt sondern\u201dmache einen geordneten,<br \/>\u00e4sthetisch ansprechenden und \u00fcberaus sch\u00f6nen Eindruck &#8211; z um Staunen und zur Verwunderung&nbsp; aller (in omnium stuporem er admirationem). (Schreiner S. 140) Den Kreuzgang des Klosters lie\u00df Abt Ulrich mit einem Rippengew\u00f6lbe errichten. Er verbindet die Klosteranlage mit allen wichtigen Kapellen.<\/p>\n<p>Im Innenhof des Klosters hat man dort 1985&nbsp; einen Apotheker- und Kr\u00e4utergarten angelegt. Man wollte so die kl\u00f6sterlichen Traditionen pflegen, auch wenn der Kr\u00e4utergarten fr\u00fcher hinter der Anlage zu finden war.<\/p>\n<p>Graf Eberhard empfahl wohl seinen f\u00fcrstlichen Baumeister Peter von Koblenz. 1501 wurde Peter von Koblenz urkundlich genannt als Erbauer der St. Amandikirche in Urach. Vorher hatte er seinen Baumeister nach Hirsau abgeordnet. Er stand bei Eberhard und seiner Mutter Mechthild in hohem Ansehen.<\/p>\n<p>(Klemm in W\u00fcrttembergische Jahrb\u00fccher f\u00fcr Statistik und Landeskunde, Stuttgart 1880 S. 280 f) Die Kirche ist aus 5 Bauteilen zusammengesetzt, dem Langhaus, dann der Zentralturm, zwei querschiffigen Kapellen und dem langgestreckten Chor. Das Langhaus ist durch den Zentralturm und einem Lettner<\/p>\n<p>vom Chor abgetrennt.Das ist in der Tradition der Bettelorden. Es herrschte eine strenge Trennung zwischen M\u00f6nchen, also den \u201cSpiritual\u201d und der Laienkirche f\u00fcr die \u201cSaeculares\u201d, das ganz im Sinne der cluniazentischen Reform. Blaubeuren stand ja in seiner Gr\u00fcndungszeit stark unter dem <\/p>\n<p>Einflu\u00df der Hirsauer Reform. Die Ausstattung der Klosterkirche ist stark von der N\u00e4he zu Ulm gepr\u00e4gt. In Blaubeuren arbeiteten Meister der \u201cUlmer Schule\u201d. Das Chorgest\u00fchl stammt von J\u00f6rg Syrlin dem J\u00fcngeren (um 1455-1521) und wurde 1493 geschaffen. Der Dreisitz in Blaubeuren stammt ebenfalls von<\/p>\n<p>Syrlin. Er war wohl auch f\u00fcr den Aufbau und die Architektur des Retabels verantwortlich, wof\u00fcr spricht, dass Fialt\u00fcrmchen und Ornamentik sowohl des Dreisitzes als auch des Chorgest\u00fchls dem Gesprenge des Hochaltares sehr \u00e4hneln.<\/p>\n<p>Am Chorgest\u00fchl ist auch eine Inschrift angebracht, die besagt dass Meister Georg Syrlin aus Ulm diese St\u00fchle angefertigt habe und zwar im \u201czweiundvierzigsten Jahr der Reform\u201d. Das ist nicht unbedingt als ein historischer Beleg zu nehmen, sondern es beweist einfach, dass die Blaubeurener M\u00f6nche sehr geschichtsbewusst waren. Das Bewusstsein in der Mitte des 15. Jahrhunderts reformiert worden zu sein, war im Kloster lebendig. Ein weiterer Beweis daf\u00fcr ist auch eine Notiz eines M\u00f6nches in einer Handschrift um 1500 \u201c lm Jahr&nbsp; des Herrn 1452 am Tag der Heiligen Anna ( 26. Juni) ist dieses Kloster, n\u00e4mlich Blaubeuren reformiert worden (Schreiner S. 115)<\/p>\n<p>Der Hochaltar wurde 1493 geschaffen und 1494 geweiht. Er stammt von Michael Erhart (um 1440\/45 \u2013 nach 1522). Wahrscheinlich hat auch Michaels Sohn Gregor Erhart ( um 1465-1540) an dem Altar mitgearbeitet. Der Altar gilt als eine Perle mittelalterlicher Kunst (Karl Braun, Ein F\u00fchrer, Kunstfreunden und Fremden gewidmet, Blaubeuren 1877, S. 26). Der Fl\u00fcgelaltar mit beweglichen Doppelfl\u00fcgeln bietet drei unterschiedliche Ansichten passend zum Kirchenjahr. Die Schreinfiguren stammen aus der Erhart Werkstatt, die Tafelmalereien der Altarfl\u00fcgel und die Fassung der Skulpturen wurden von Bartholom\u00e4us Zeitblom (um 1455-1518), dem Schwiegersohn des Ulmer Malers Hans Sch\u00fcchlin (um 1430\/40- 1505), beide bedeutende Meister der Ulmer Schule, sowie dem Memminger Maler Bernhard Strigel (um 1460- 1528) der zu der Zeit ebenfalls in der Werkstatt von Hans Sch\u00fcchlin arbeitete, ausgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Im Chorraum \u00fcber dem Eingang zur Sakristei befindet sich ein kleines aus der Wand ragendes T\u00fcrmchen, der Abtserker.Das war der Aufenthaltsort des Abtes w\u00e4ren des Gottesdienstes und der Stundengebete. Ein kleineres abgetrenntes Teil war die Ehrenloge f\u00fcr die Grafen von Ruck und von T\u00fcbingen.<\/p>\n<p>Vom Kreuzgang aus kommt man in die Margarethenkapelle, in der die Geschichte der Heiligen Margarethe von Antiochien dargestellt ist. Sie z\u00e4hlt zu den bekanntesten der 14 Nothelfer. \u00dcber der Margarethenkapelle befindet sich das Dorment, ein Flur von dem aus fr\u00fcher die Schlafkammern der<\/p>\n<p>M\u00f6nche abgingen.<\/p>\n<p>Die Brunnenkapelle in Blaubeuren hat zwar keinen so beeindruckenden Brunnen wie in Kloster Maulbronn, aber ein wunderbares Netzgew\u00f6lbe mit drei Schlussteinen, auf denen im mittleren Gott selbst dargestellt ist, auf den anderen beiden Jesus Christus und Johannes der T\u00e4ufer.<\/p>\n<p>Die Kapelle ist aber durch einen Kanal direkt mit der Blau verbunden, die ja im Blautopf ganz in Klostern\u00e4he entspringt.<\/p>\n<p>Das Ephorat ist heute das B\u00fcro des Schulleiters, der ja in Blaubeuren noch mit Ephorus bezeichnet wird. Fr\u00fcher war es das G\u00e4stezimmer von Graf Eberhard, der ja nicht nur wegen seiner Freundschaft zu Abt Heinrich oft in Blaubeuren aufhielt. Er hat sich ja intensiv um Kloster Blaubeuren gek\u00fcmmert.<\/p>\n<p>So schaltete er sich zum Beispiel auch 1469 und 1574 ein, als zwischen Abt Ulrich und seinem Konvent \u201cSp\u00e4nne und Irrungen\u201d (bei Schreiner S. 145) entstanden waren. Es ging haupts\u00e4chlich um die Fragen der kl\u00f6sterlichen G\u00fcterverwaltung. 1469 musste der Abt sich verpflichten,<\/p>\n<p>Jahr f\u00fcr Jahr vor dem Konvent und den Raten des w\u00fcrttembergischen Grafen einen Rechenschaftsbericht zu erstatten. Ohne Wissen und Einwilligung des Konvents durfte er keine G\u00fcter und G\u00fclten des Klosters verkaufen. Die Spannungen trugen dazu bei, dass Abt Ulrich 1475 resignierte.  <\/p>\n<p>Abt Heinrich Fabri verstarb 1495.  <\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Gregor R\u00f6sch (1495- 1522). Er stammte aus Markdorf und wurde 1495 in Konstanz zum neuen Blaubeurer Abt geweiht.&nbsp; Er beendete 1510 den Kirchenneubau.Ihm verdankte Blaubeuren 1497 die Wiederherstellung eines geordneten Haushaltes.  <\/p>\n<p>Als Abt Philipp von Stain vom Kloster St.Georg in Isny 1501 Abt wurde, wollte er in Isny die Melker Reform einf\u00fchren und erbat sich dazu M\u00f6nche aus Wiblingen und Blaubeuren. Blaubeuren sah sich noch 1501 in der Lage, dieser Bitte nachzukommen.  <\/p>\n<p>Noch unter Abt Gregor wuchs die Blaubeurer Bibliothek und waren M\u00f6nche am Schreiben t\u00e4tig.  <\/p>\n<p>1515 fand in St. Jakob in Mainz das Provinzialkapitel der Benediktinerprovinz statt. Abt Gregor war der Pr\u00e4sident des Kapitels. Die fortschreitende lutherische Reformation f\u00fchrte aber dazu, dass die Einrichtung des Provinzialkapitels zum erliegen kam.  <\/p>\n<p>Abt Gregor resignierte 1523.  <\/p>\n<p>Gregors Nachfolger Ambrosius Scheerer wurde 1523 gew\u00e4hlt. Er stammte aus Landau.Er berief 1524 das letzte Provinzialkapitel nach Lauingen und leitete es.  <\/p>\n<p>W\u00e4hrend seiner Amtszeit brach in T\u00fcbingen die Pest aus. Deswegen wurde die halbe Universit\u00e4t, vor allem die sogenannte Realistenburse ins Kloster Blaubeuren verlegt.  <\/p>\n<p>Herzog Ulrich von W\u00fcrttemberg (1498-1519 und 1534-1550) wurde 1519 von Georg Truchsess von Waldburg-Zeil (1488-1531) im Auftrag des Schw\u00e4bischen Bundes, dessen Heerf\u00fchrer er war, aus W\u00fcrttemberg vertrieben.  <\/p>\n<p>Nach mehreren erfolglosen Versuchen gelang es ihm 1534 mit Hilfe des hessischen Landgrafen Philipp I., der eine wichtige Rolle in der Reformation spielte,nah W\u00fcrttemberg zur\u00fcckzukehren. Philipp war Parteig\u00e4nger Martin Luthers.  <\/p>\n<p>Im Vertrag von Kaaden vom 29. Juni 1534 wurde ihm die Herrschaft \u00fcber W\u00fcrttemberg wieder zugestanden, allerdings nur als \u00f6sterreichisches Afterlehen.  <\/p>\n<p>Herzog Ulrich f\u00fchrte umgehend im ganzen Land W\u00fcrttemberg die Reformation ein. Die Kl\u00f6ster wurden in die Reformationsbewegung eingeordnet und aufgehoben. F\u00fcr Blaubeuren war das ziemlich problemlos, denn bei der Erhebung W\u00fcrttembergs zum Herzogtum am  <\/p>\n<p>21. Juli 1495 hatte Kaiser Maximilian \u201cmit allen herrschafften, stetten, schlossen, lewten und guetern, so von dem heiligen reich zu lehen herr\u00fcren, es seyen hertzogthumb,grafschafften oder herrschafften, ganntz nichts au\u00dfgenomen \u201c  <\/p>\n<p>(in Hauptstaatsarchiv Stuttgart 1495 W\u00fcrttemberg wird Herzogtum , Nr. 11 Herzogsbrief) Damit war Blaubeuren den w\u00fcrttembergischen Landst\u00e4nden zugeh\u00f6rig. Das erm\u00f6glichte Herzog Ulrich die Einf\u00fchrung der Reformation in Blaubeuren.  <\/p>\n<p>Die M\u00f6nche lehnten es in bemerkenswerter Einm\u00fctigkeit ab, sich von Herzog Ulrich \u201cpensionieren\u201d zu lassen. Sie gingen geschlossen nach Markdorf. Nur Abt Ambrosius, der ein Leibgeding erhalten hatte, blieb in Blaubeuren.  <\/p>\n<p>Bei der Aufl\u00f6sung des Klosters 1535 lag der Klosterbesitz in 50 Orten um Blaubeuren herum. Dazu kam Besitz in zwanzig Orten um den Pfleghof in T\u00fcbingen und in elf Orten um den Pfleghof in Esslingen.  <\/p>\n<p>Ehe Herzog Ulrich die Blaubeurer Bibliothek konfiszieren konnte, hatte der Blaubeurer Abt Ambrosius&nbsp; \u201cvier fass, in welchen gellt, silbergeschirr,kleinotter unnd anders des besten so der prelath zu der seibigenn zeith by hannden gehapt \u201c (Schreiner S.139), ins Klarissenkloster S\u00f6flingen schaffen lassen. Dort \u00fcbergab er sie der \u00c4btissin, die sie, bis sich die Zeiten gebessert hatten und eine R\u00fcckkehr nach Blaubeuren wieder m\u00f6glich erschien, treuh\u00e4nderisch<br \/>verwahren sollte. Als der Blaubeurer Abt Ambrosius 1548 starb, forderte der w\u00fcrttembergische Herzog die nach S\u00f6flingen gebrachten Sch\u00e4tze zur\u00fcck <\/p>\n<p>Er resignierte 1535 und verstarb 1548. Die M\u00f6nche w\u00e4hlten im Exil den Konventualen Christian Tubingius als ihren Abt.&nbsp; <\/p>\n<p>Christian hatte 1521 schon als Konventuale unter Abt Gregor&nbsp; eine Geschichte des Klosters Baubeuren verfasst, die \u201c Burrensis oenobii annales\u201d. In seinem Vorwort schrieb er, er wolle das Geschehene wahrheitsgem\u00e4\u00df wiedergeben.  <\/p>\n<p>Er nutzte dazu das Klosterarchiv, in der Klosterbibliothek \u00fcberlieferte Urkunden, Aufzeichnungen, Verbr\u00fcderungsvert\u00e4ge und Totenlisten. Er versicherte auch, dass er Sachverhalte, die sich nicht urkundlich beweisen lie\u00dfen, nicht als Tatsachen ausg\u00e4be. Die Annales wurden von  <\/p>\n<p>wurden von Br\u00f6s\u00e4mle Gertrud und Maier Bruno herausgegeben und erschienen 1966 in Stuttgart. Tubingus folgte der Latinisierung seines Namens der Zeit. Auch sein bedeutender Vorg\u00e4nger Abt Heinrich III. hatte das gemacht. Er hie\u00df eigentlich Heinrich Schmid, nannte sich aber Fabri.  <\/p>\n<p>Nach seinem Sieg \u00fcber den Schmalkaldischen Bund 1546 hatte Kaiser Karl V.(1519-1556) 1548 das Augsburger Interim erlassen. Es sollte f\u00fcr eine \u00dcbergangszeit die kirchlichen Verh\u00e4ltnisse&nbsp; in Deutschland regeln, bis ein&nbsp; allgemeines Konzil die Wiedereingliederung der Protestanten in  <\/p>\n<p>die katholische Kirche endg\u00fcltig entschieden h\u00e4tte. In W\u00fcrttemberg wurden Kl\u00f6ster wieder restituiert. Kaiser Karl hatte Christian nach seiner Wahl in Markdorf als Abt best\u00e4tigt und der Konvent zog wieder in Blaubeuren ein.  <\/p>\n<p>Nach dem F\u00fcrstenaufstand wurde 1552 der Friede von Passau geschlossen. In der Glaubensfrage gab es einen Kompromiss. Das Interdikt wurde aufgehoben und der Abschluss eines unbefristeten Religionsfriedens f\u00fcr den n\u00e4chsten Reichstag in Aussicht gestellt.  <\/p>\n<p>Kaiser Karl dankte am 23. August 1556 ab. Sein Bruder Ferdinand erhielt die Kaiserkrone.  <\/p>\n<p>Nachdem Blaubeuren schon 1535 protestantisch geworden war, wurde nun auch Die Reformation f\u00fcr das Kloster beschlossen. Herzog Christoph (1515-1558) folgte seinem Vater Ulrich nach dessen Tode 1550 in der Regierung.  <\/p>\n<p>Er begann zielstrebig mit der Umsetzung der Reformation. Am 18. Mai 1556 schlossen die R\u00e4te Herzog Christophs mit Abt Christian einen Vertrag. Der Abt nahm die Klosterordnung des Landesf\u00fcrsten und erlaubte dies auch seien Konventualen.  <\/p>\n<p>Er behielt die Jurisdiktion \u00fcber 499 Klosteruntertane.Seinen Titel konnte er bis 1560 behalten. Da lie\u00df er Gold Silber und Kleinodien des Kloster zusammenpacken und wollte diese wegschaffen. Das wurde aber bekannt. Der Abt wurde sogar kurz auf Hohenhurach inhaftiert.  <\/p>\n<p>Nach seiner Freilassung zog er sich nach Bebenhausen zur\u00fcck, wo er sp\u00e4ter starb und auch beerdigt ist. (K. Lorent in Denkmale des Mittelalters in dem K\u00f6nigreiche W\u00fcrttemberg, Mannheim 1869, S. 51 ff.)  <\/p>\n<p>1562 wurde Abt Christian abgesetzt und die M\u00f6nche vertrieben.&nbsp; <\/p>\n<p>&nbsp; Matth\u00e4us Alber&nbsp; wurde 1563 als erster protestantischer Abt nach Kloster Blaubeuren berufen. Er zeichnete sich durch sorgsamen Umgang mit dem Bestehenden aus. Das zeigte sich sowohl im Umgang mit den Klostergeb\u00e4uden, vor allem aber mit dem Hochaltar. Er  <\/p>\n<p>verhinderte dessen Zerst\u00f6rung im Bildersturm und gilt als Retter des Blaubeurener Hochaltars.<\/p>\n<p>Er war Pr\u00e4lat mit Sitz im Landtag.<\/p>\n<p>1565 gr\u00fcndete Herzog Christoph die evangelischen Klosterschule, die mit kurzen Unterbrechungen bis heute besteht.<\/p>\n<p>Auf dem H\u00f6hepunkt seines milit\u00e4rischen Erfolges erlie\u00df Kaiser Ferdinand&nbsp; II. (1619-1637) am 6. M\u00e4rz 1629 das Restitutionsedikt. \u201eDarin sollten alle wichtigen Streitfragen, die sich aus der unterschiedlichen Auslegung des Augsburger Religionsfriedens ergeben hatten, geregelt werden<\/p>\n<p>Ehemals katholisches Kirchengut, welches bis 1552 von protestantischen Herrschern s\u00e4kularisiert worden war, musste wieder zur\u00fcckgegeben, d. h. restituiert werden.&nbsp; Im Herzogtum W\u00fcrttemberg wurden zahlreiche Kl\u00f6ster restituiert. Zwischen 1630 und 1632 kamen M\u00f6nche aus<\/p>\n<p>Weingarten. Das sich die milit\u00e4rische Lage rasch wieder ge\u00e4ndert hatte, war der Resfitution nur ein sehr kurzer Erfolg beschieden.<a href=\"https:\/\/books.google.de\/books?id=otBLAAAAYAAJ&amp;pg=RA1-PA282&amp;dq=Abt+Heinrich+Fabri+Kloster+Blaubeuren&amp;hl=de&amp;newbks=1&amp;newbks_redir=1&amp;sa=X&amp;ved=2ahUKEwihuKWks936AhUHhv0HHakMB6kQ6AF6BAgEEAI\"><\/p>\n<p><\/a> <\/p>\n<p>\u00c4bte von Blaubeuren (Benediktiner) Nach Michael Buhlmann, Mittelalterliche Geschichte im deutschen S\u00fcdwesten S. 107 f<\/p>\n<p>1085?-1101 Azelin (Abt)<br \/>1101-1108\/13 Otto I. (Abt von Rheinau)<br \/>1116 R\u00fcdiger<br \/>1122 Wolpoto I.<br \/>Otto II.<br \/>1159 o. 1161 Werner<br \/>1163, -1178 Eberhard I.<br \/>-1203 Friedrich<br \/>1203-1212 Heinrich I.<br \/>1212-1219 Wolpoto II.<br \/>-1231 Rudolf<br \/>1239, -(1245) Albert I.<br \/>-1247 Manfred<br \/>1247, 1249 Konrad I.<br \/>1260, -(1263) Hermann<br \/>1265, -1269 Eberhard II.<br \/>1271 Albert II.<br \/>1276, -(1286) Marquard<br \/>1286-1293 Konrad II. Mirificus<br \/>1293-1308 Albert III.<br \/>1322? Johannes I. (?)<br \/>1323, -1332 Gottfried<br \/>1332-(1343) Albert IV.<br \/>1343, -(1356) Rumpold von Greifenstein<br \/>1356, -1370 Johannes I. (II.,?)<br \/>1371-1386 Johannes II. Hug (III.,?)<br \/>1386-1407 Johannes III. Klotzer (IV.,?)<br \/>1407-1419 Johannes IV. Ungeheuer (V.,?)<br \/>1419-1456 Heinrich II. Hafenberg<\/p>\n<p>1456-1475 Ulrich Kundig<\/p>\n<p>1475-1495 Heinrich III. Fabri<br \/>1495-1522 Gregor R\u00f6sch<br \/>1522-1535 Ambrosius Scheerer<br \/>1548-1562 Christian Tubingius<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/b\/bb\/Blaubeuren_Kloster_Kirche_Fl%C3%BCgelaltar_02.jpg\/220px-Blaubeuren_Kloster_Kirche_Fl%C3%BCgelaltar_02.jpg\" width=\"220\" height=\"154\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/e\/e4\/BlautopfKloster.jpg\/220px-BlautopfKloster.jpg\" width=\"220\" height=\"168\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Der Rucken ist eine Erhebung in Blaubeuren. Darauf hatten die Herren von Ruck ihre Burg. Der edelfreie Graf Sigiboto von Ruck, der sich nach der Burg nannte, war nach Memminger (Beschreibung des Oberamts Blaubeuren, T\u00fcbingen und Stuttgart 1830,111)und Schmid (Geschichte der Pfalzgrafen von T\u00fcbingen, T\u00fcbingen 1832 S.32)&nbsp; ein Bruder des Grafen Anselm II. und [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[22],"tags":[],"class_list":["post-3274","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kloster-in-baden-wurttemberg"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3274","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3274"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3274\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3275,"href":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3274\/revisions\/3275"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3274"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3274"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3274"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}