{"id":230,"date":"2010-12-17T11:35:10","date_gmt":"2010-12-17T11:35:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=230"},"modified":"2010-12-31T22:41:16","modified_gmt":"2010-12-31T22:41:16","slug":"der-schwarze-veri","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=230","title":{"rendered":"Der Schwarze Veri"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/schwarzveri1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: block; float: none; margin-left: auto; margin-right: auto; border-width: 0px;\" title=\"schwarzveri1\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/schwarzveri1_thumb.jpg\" border=\"0\" alt=\"schwarzveri1\" width=\"229\" height=\"244\" \/><\/a> Xaver Hohenleiter, im Volksmund der Schwarze Veri genannt, wurde<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">als Sohn armer\u00a0 Hirten 1788 in Rommelsried bei Augsburg, heute Ortsteil von Kutzenhausen geboren. Er selbst wurde mit 8 Jahren Hirt,\u00a0 konnte nur einen Winter eine Schule besuchen. Gedrucktes konnte nur mit M\u00fche lesen und seinen Namen schreiben. Bis zu seinem 13. Lebensjahr arbeitet er bei Bauern.1813 lie\u00df er sich in das bayerische Chevaulegers-Regiment \u201cK\u00f6nig\u201d anwerben, desertierte aber nach 8 Tagen schon wieder und zwar nach \u00d6sterreich, weil von dort Deserteure nicht ausgeliefert wurden. Dann trieb er sich in \u00d6sterreich, Bayern, der Schweiz, Baden, Sigmaringen und W\u00fcrttemberg teils allein, teils mit anderen \u201cfechtend\u201d also bettelnd herum. Schlie\u00dflich sammelte er eine Bande um sich und trieb sich in den W\u00e4ldern von Ostrach, im Pfrungener Ried und der Gegend von Altshausen und im Altdorfer Forst herum. Bevorzugtes Ziel waren einsam gelegene Bauernh\u00f6fe. 8 M\u00e4nner und sieben Frauen geh\u00f6rten zu seiner Bande. Das Vorgehen war fast immer gleich. Die Frauen lenkten die Bauern ab, die M\u00e4nner brachen meist durch die Hintert\u00fcr ein. Die gro\u00dfe R\u00e4uberbande machte eher die Umwelt aus ihnen. Eigentlich war es eher Kleinkriminelle, meist getrieben durch die blanke Not. Das ganze Land litt. Missernten, Schlechtwetterperioden sorgten f\u00fcr Hungersnot im ganzen Land.<a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/220pxPflug__Schwarzer_Veri.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: inline; margin-left: 0px; margin-right: 0px; border-width: 0px;\" title=\"220px-Pflug_-_Schwarzer_Veri\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/220pxPflug__Schwarzer_Veri_thumb.jpg\" border=\"0\" alt=\"220px-Pflug_-_Schwarzer_Veri\" width=\"224\" height=\"144\" align=\"left\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Bandes Schwarzen Veri gemalt von Johann Baptist Pflug<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Cannst\u00e4tter Volksfest ist nicht zuletzt ein Erntedankfest und ein landwirtschaftliches Fest. Man denke auch an die Bilder der ersten<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">geschm\u00fcckten Erntewagen im Jahre 1817.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Einerseits galten die R\u00e4uber als sowas wie moderne Robin Hoods, doch war dieses Bild nie stimmend und der Veri zeigte durchaus, dass er auch vor brachialer Gewalt nicht zur\u00fcckschreckte. Andrerseits sagte der Volksmund aber auch, das die Bande ein liederliches, arbeitsscheues Gesindel sei.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Irgendwie fasziniert von der Bande scheint auch Johann Baptist Pflug gewesen zu sein. Immerhin hat er die Bande auf zehn Gem\u00e4lden verewigt. Au\u00dferdem schrieb er \u00fcber ihn auch in seinen Memoiren \u201c Aus der R\u00e4uber-und Franzosenzeit Schwabens\u201d<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und als Veri gefangen war, versuchte er, ihn unbedingt auch im Kerker zu sehen, was ihm mit Hilfe des Gef\u00e4ngnisarztes auch gelang. Obwohl Veri nur ein knappes Jahr sein Unwesen trieb, ist er doch nachhaltig im kollektiven Ged\u00e4chtnis Oberschwabens lebendig geblieben, was vielleicht auch mit seinem Ende, n\u00e4mlich vom Blitz im Ehingertor erschlagen zu werden, zusammenh\u00e4ngt.<a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/ehingertt_bild1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: block; float: none; margin-left: auto; margin-right: auto; border: 0px;\" title=\"ehingertt_bild1\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/ehingertt_bild1_thumb.jpg\" border=\"0\" alt=\"ehingertt_bild1\" width=\"163\" height=\"244\" \/><\/a>Die M\u00fchle von Laubbach war im Fr\u00fchjahr schon 6 mal vom Schwarzen Veri und seiner Bande \u00fcberfallen worden. Deswegen richteten die Beh\u00f6rden ein besonderes Augenmerk auf die M\u00fchle zwischen Sp\u00f6ck und Ostrach. Am 16. April 1819 waren die R\u00e4uber mal wieder in der M\u00fchle. Der Forstpraktikant Langen aus K\u00f6nigseggwald,<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">ritt, nachdem er von einem als Wache aufgestellten M\u00fcllerburschen benachrichtigt<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">worden war, schnell zur M\u00fchle, die Wachmannschaft folgte nach. Als die Gauner bemerkten, dass diese zur\u00fcckkehrten, fl\u00fcchteten sie in den nahegelegenen Wald, verfolgt von dem Forstamtspraktikanten. Nach einem heftigen Handgemenge kam schlie\u00dflich die Wachmannschaft nach und Xaver Hohenleiter wurde 31-j\u00e4hrig festgenommen. zun\u00e4chst wurde er nach Saulgau gebracht, dort verh\u00f6rt und dann schlie\u00dflich in Biberach in den Siechenturm,\u00a0 das sp\u00e4tere Ehingertor,\u00a0 gesperrt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 20. Juli zog ein Gewitter \u00fcber Biberach auf. Der Blitz schlug ins Ehingertor ein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Xaver Hohenleiter, angekettet, wurde vom Blitz erschlagen\u00a0 und schon einen Tag sp\u00e4ter auf dem Friedhof des Armenhauses, der als Friedhof f\u00fcr Fremde diente,<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">beerdigt. Das Kirchenbuch vermerkt dazu \u201c Die Leiche wurde nachmittags 2 Uhr ohne Klang und Gesang im Beyseyn des Geistlichen und Mesners den 21. July im Garten Ecke beygesetzt.\u201d So endete sang-undklanglos, das Leben des R\u00e4uberhauptmanns, um den sich schnell die Legenden bildeten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Xaver Hohenleiter, im Volksmund der Schwarze Veri genannt, wurde als Sohn armer\u00a0 Hirten 1788 in Rommelsried bei Augsburg, heute Ortsteil von Kutzenhausen geboren. Er selbst wurde mit 8 Jahren Hirt,\u00a0 konnte nur einen Winter eine Schule besuchen. Gedrucktes konnte nur mit M\u00fche lesen und seinen Namen schreiben. Bis zu seinem 13. 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