{"id":2243,"date":"2013-10-22T16:26:12","date_gmt":"2013-10-22T16:26:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=2243"},"modified":"2013-11-21T19:28:44","modified_gmt":"2013-11-21T19:28:44","slug":"kloster-einsiedeln-2","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=2243","title":{"rendered":"Kloster Einsiedeln"},"content":{"rendered":"<h1><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Meinrad_von_Einsiedeln.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" style=\"background-image: none; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-width: 0px;\" title=\"Meinrad_von_Einsiedeln\" alt=\"Meinrad_von_Einsiedeln\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Meinrad_von_Einsiedeln_thumb.jpg\" width=\"180\" height=\"244\" border=\"0\" \/><\/a><\/h1>\n<p>Viele Kl\u00f6ster in der Schweiz sind aus einer Einsiedelei hervorgegangen. In St. Gallen hatte sich der irische M\u00f6nch 615 St. Gallus an der Steinach niedergelassen und dort eine Einsiedlerklause<\/p>\n<p>errichtet. In Rheinau war das nach der Kloster\u00fcberlieferung der irisch-keltische Wanderm\u00f6nch Findan, in Dissentis war das der Legende nach 614 Sigisbert ein fr\u00e4nkischer M\u00f6nch, und wie Gallus<\/p>\n<p>ein Sch\u00fcler Kolumbans und in Einsiedeln, das ja schon in seinem Namen auf die Einsiedelei hinweist, hatte Meinrad seine Zelle errichtet.Meinhard oder Meginhard wurde in S\u00fclchen geboren.<\/p>\n<p>Das ist eine abgegangene Siedlung\u00a0 bei Rottenburg am Neckar. Die Siedlung gab auch dem S\u00fclchgau seinen Namen. Dieser umfasste\u00a0 in etwa die heutigen Orte Kirchentellsinfurt, Rottenburg und Ergenzingen.<\/p>\n<p>Meinhards Eltern, die namentlich nicht bekannt sind, geh\u00f6rten dem alemannischen Adel an. Ein Verwandter Meinhards, Erlebald, wohl sein Onkel, war Lehrer an der Klosterschule in Reichenau.<\/p>\n<p>Meinhard wurde, wie damals oft \u00fcblich, schon als F\u00fcnfj\u00e4hriger auf die Reichenau gebracht. Erlebald wurde\u00a0 als Nachfolger Haitos Reichenauer Abt und war das von 823-838. Wohl auf Anraten seines Onkels<\/p>\n<p>trat er in den Benediktinerorden ein und wurde mit 25 zum Priester geweiht. In Benken am Z\u00fcrichsee bestand zu der Zeit ein kleines Kloster \u201cbabinchova\u201d mit einer Schule, in das Meinrad 825 geschickt wurde. Er war dort als Lehrer<\/p>\n<p>t\u00e4tig. Meinrad sah seine Berufung aber als Eremit. Mit Erlaubnis seines Abtes baute er sich\u00a0 auf dem Etzelpass seine erste Klause. Der Etzelpass liegt im Kanton Schwyz und f\u00fchrt von<\/p>\n<p>Pf\u00e4ffikon nach Einsiedeln.Auf der Passh\u00f6he steht heute noch die Meinradskapelle, die schon im 13. Jahrhundert urkundlich erw\u00e4hnt wurde und 1698 von Caspar Moosbrugger erbaut wurde.\u00dcber Caspar Moosbrugger sp\u00e4ter mehr.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck zu Meinrad. Sieben Jahre lebte Meinrad am Etzelpass. Meinrad hatte sich im Volk einen guten Ruf geschaffen und viele kamen zu ihm, um seinen Rat zu suchen.<\/p>\n<p>Da der Andrang immer gr\u00f6\u00dfer wurde, zog er sich weiter in den Wald zur\u00fcck. Auf einer kleinen Ebene errichtete er eine neue Klause, bei deren Bau er von einer \u00c4btissin namens Hadwiga unterst\u00fctzt wurde. P. Rudof Henggeler, der Chronist von Kloster Einsiedeln,<\/p>\n<p>vermutet in seiner Geschichte des Klosters Einsiedeln, dass es sich dabei um Kloster Sch\u00e4nis im Kanton St. Gallen handelte, relativ nahe gelegen und zwischen 806 und 823 gegr\u00fcndet. Es unterhielt regelm\u00e4ssige Beziehungen zum Kloster S\u00e4ckingen.<\/p>\n<p>Sp\u00e4tere Lebensbeschreibungen Meinrads machen aus Hadwiga die \u00c4btissin des Damenstifts in S\u00e4ckingen.Auch von\u00a0 seiner neuen Bleibe breitete sich sein Ruf rasch aus. An seine neue Zelle kamen viele Besucher und brachten auch Geschenke mit,<\/p>\n<p>die er immer an die Armen in seiner Gegend weitergab. Nachdem er rund 25 Jahre im Wald gelebt hatte, kamen auch zwei Besucher zu ihm, die angelockt durch die Nachrichten \u00fcber ihn, wertvolle Dinge bei ihm vermuteten. Er bewirtete sie,<\/p>\n<p>gab ihnen aber zu verstehen, dass er sie durchschaut hatte. Daraufhin erschlugen sie ihn. Der \u00dcberlieferung zufolge hatte Meinrad zwei Raben aufgezogen, die bei ihm lebten. Diese verfolgten die M\u00f6rder deren Namen und Herkunft genannt werden,n\u00e4mlich<\/p>\n<p>eine Alamanne namens Richard und ein Rh\u00e4tier namens Peter,und verrieten sie durch ihr lautes Geschrei. Der Todestag ist der 21. Januar 863.<\/p>\n<p>Graf Adalbert der Erlauchte (854-890), der als Graf im Thurgau bezeugt ist, verurteilte die M\u00f6rder zum Feuertod. Die \u201cMeinradsraben\u201d wurden sp\u00e4ter von den F\u00fcrst\u00e4bten ins Wappen des Kloster Einsiedeln aufgenommen. Der Reichenauer Abt Walter (858-864) lie\u00df<\/p>\n<p>Meinrads Leichnam auf die Reichenau \u00fcberf\u00fchren und dort bestatten. Die Verehrung Meinrads b\u00fcrgerte sich auf der Reichenau rasch ein. Abt Berno (1008-1048) hatte 1039 die neue Klosterkirche in Einsiedeln geweiht und zu Ehren<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/berno_3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-width: 0px;\" title=\"berno_3\" alt=\"berno_3\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/berno_3_thumb.jpg\" width=\"244\" height=\"164\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>des heiligen Meinrad eine Offizium gedichtet und komponiert. Auch die erste Vita wird wohl von einem Reichenauer M\u00f6nch zu Anfang des 10. Jahrhunderts, also ziemlich kurz nach dem Tode Meinhards verfasst.<\/p>\n<p>Die \u201cVita sive passio venerabilis heremitae meginrati\u201d findet sich als pr\u00e4chtige Handschrift aus dem 10.Jahrhundert im Kloster St.Gallen. 1019 \u00fcberwies Kaiser Heinrich II. Reliquien ans Basler M\u00fcnster, woraus man schlie\u00dfen kann,<\/p>\n<p>dass er zu der Zeit schon als Heiliger verehrt wurde und er auch nicht 1039 bei der Translation seiner Gebeine nach Einsiedeln heiliggesprochen worden ist. Es ist nicht ganz sicher ob schon zu Meinrads Lebzeiten andere Eremiten in seiner N\u00e4he lebten.<\/p>\n<p>906 erhielt die Klause wieder einen Bewohner und zwar Benno, der bisher in Stra\u00dfburg als Domherr gelebt hatte. Angezogen vom Ruf Meinrads Ruf erneuerte er die Zelle, die\u00a0 mittlerweile ziemlich bauf\u00e4llig geworden war und das Kirchlein wieder.<\/p>\n<p>Er erweiterte das Wohngeb\u00e4ude, so dass es mehrere Klosterbr\u00fcder aufnehmen konnte. Nach dem Zeugnis von Abt Johann von St. Arnulf, ein Zeitgenosse Bennos,stammte dieser aus Schwaben. Der Einsiedler Kapitular Justus Landolt f\u00fchrt<\/p>\n<p>in seinem 1845 herausgegebenen Buch \u201cUrsprung und erste Gestaltung des Stiftes\u00a0 Maria-Einsiedeln nebst einem Anhange \u00fcber die Engelweihe und die Wallfahrt\u201d aus, dass es sich ergeben h\u00e4tte, dass Benno dem burgundischen K\u00f6nigshause entstammte,<\/p>\n<p>ein Sohn Konrads des J\u00fcngern und ein Bruder von K\u00f6nig Rudolf gewesen sei. Er sammelte immer mehr M\u00e4nner um sich.\u00a0 Das hatte bald etwas von einer kl\u00f6sterlichen Gemeinschaft. Benno hatte sein ganzes Verm\u00f6gen f\u00fcr die Meinradszelle aufgewendet.<\/p>\n<p>Er erbat sich vom Stift S\u00e4ckingen auch die Ufnau im Z\u00fcrichsee. Kaiser Otto hat sie dann vom Kloster S\u00e4ckingen eingetauscht und dem Kloster Einsiedeln geschenkt. Bis ins Jahr 927 lebte Benno in der Waldeinsamkeit. Dann berief ihn<\/p>\n<p>K\u00f6nig Heinrich I. als Bischof nach Metz. Nach dem Tod von Bischof Wigerich (917-927) hatte das Kapitel zwar einen Bischof gew\u00e4hlt, der aber von einem Teil des Kapitels nicht unterst\u00fctzt wurde. Daraufhin setzte Heinrich Benno ein. Die Beziehungen der<\/p>\n<p>Metzer B\u00fcrgerschaft zum verstorbenen Bischof scheinen angespannt gewesen zu sein. Und der K\u00f6nig erhoffte sich, dass der gute Ruf des Einsiedlers die B\u00fcrger wieder befrieden w\u00fcrde. Nur ungern und nach vieler \u00dcberredung folgte Benno<\/p>\n<p>dem k\u00f6niglichen Ruf. Das gemeine Volk konnte Benno f\u00fcr sich einnehmen, die Reichen und M\u00e4chtigen verschworen sich gegen ihn, zumal er sie in seinen Predigten hart anging. Sie liessen ihn \u00fcberfallen und blenden. In Duisburg wurden die Urheber der Tat zum<\/p>\n<p>Tode verurteilt. Benno gab sein Amt ab und kehrte nach Einsiedeln zur\u00fcck. In Metz wurde Adalbero von Bar (929-962) zu seinem Nachfolger gew\u00e4hlt.Von den zur\u00fcckgebliebenen Br\u00fcdern wurde Benno wieder als Vater und F\u00fchrer begr\u00fc\u00dft.<\/p>\n<p>Er \u00fcbernahm auch wieder das Vorsteheramt in der Einsiedelei.<\/p>\n<p>Um 923 war an der Bischofskirche von Stra\u00dfburg\u00a0 Eberhard Dekan. Von dem ber\u00fchmten M\u00f6nch der Reichenau, Hermann der Lahme,\u00a0 erfahren wir erstmals \u00fcber ihn. Das \u201cliber Heremi\u201d nennt Eberhard einen Verwandten Bennos und berichtet, dass er Domherr und<\/p>\n<p>Dekan in Strassburg\u00a0 gewesen sei. Eberhard war vornehmer Herkunft, was auch daraus hervorgeht, dass er in den Urkunden Ottos des Gro\u00dfen mit dem Titel \u201cillustris\u201d genannt wird. Es ist anzunehmen, dass er zur Familie der Nellenburger geh\u00f6rt hat. Einiges spricht<\/p>\n<p>daf\u00fcr, so schon der Name Eberhard. Die Nellenburger werden oft wegen des Leitnamens Eberhard auch Eberhardinger genannt. Die Nellenburger sind sp\u00e4ter auch V\u00f6gte des Klosters Einsiedeln. Auch seine Beziehungen zum Hause Schwaben sowie zu Otto lassen<\/p>\n<p>das durchaus als wahrscheinlich annehmen. Die Ankunft Eberhards in Einsiedeln wird in den Annalen\u00a0 \u00fcbereinstimmend mit 934 angegeben. Er kam nicht allein \u201csondern mit einem ansehnlichen Gefolge\u201d. Er brachte auch sein gro\u00dfes Verm\u00f6gen in die Meinradszelle<\/p>\n<p>mit, so dass der\u00a0 Grundstein zum neuen Kloster gelegt werden konnte.<\/p>\n<h1>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Klostergr\u00fcndung<\/h1>\n<p>Die Zeit in der Eberhard seine Gemeinschaft um sich sammelte, ist eine Aufbruchszeit in den Kl\u00f6stern Westeuropas. 909\/910 war in Burgund das Kloster Cluny gegr\u00fcndet worden. Die von dort ausgehende Reformbewegung der Cluniazenser erfasste<\/p>\n<p>viele Kl\u00f6ster. Im schw\u00e4bischen und alemannischen Raum wirkte die von Gorze ausgehende Reformbewegung zun\u00e4chst noch st\u00e4rker.Von Gorze aus war Lorsch reformiert worden und\u00a0 dieses Kloster verbreitete die Reformbewegung weiter. Auch auf<\/p>\n<p>St. Maximin in Trier und St. Emmeran in Regensburg hatte Gorze gro\u00dfen Einfluss. Diese beiden Kl\u00f6ster wirkten wiederum auf das neu gegr\u00fcndete Einsiedeln, das unter Eberhards Nachfolgern zu einem bl\u00fchenden Reformkloster wurde.<\/p>\n<p>Am 3. Oktober 940 verstarb Benno. Er wurde vor der Gnadenkapelle bestattet. Eberhard hatte die Einsiedler, die sich um ihn und Benno gesammelt hatten, zu einer kl\u00f6sterlichen Gemeinschaft auf der Grundlage der Benediktinerregel vereinigt.<\/p>\n<p>Nachhaltige Unterst\u00fctzung erfuhr er durch den Herzog von Schwaben, Hermann I. (926-949), der ja m\u00f6glicherweise mit ihm verwandt war. Der Herzog hatte den Grund, auf dem das Kloster erbaut war, erworben und dem Kloster geschenkt.<\/p>\n<p>947 war das Kloster wohl fertiggestellt. Otto I.best\u00e4tigt die Schenkung Hermanns in der am 27.Oktober 947 in Frankfurt ausgestellten Urkunde. Otto \u201dverleiht auf bitte des herzogs Herimann dem auf dessen eigen und mit dessen unterst\u00fctzung vom eremiten, nun<\/p>\n<p>abt, Eberhard zu ehren der h. Maria und Mauricius erbauten kloster Einsiedeln (Mehinratescella) freie abtwahl immunit\u00e4t und k\u00f6nigschutz\u201d,<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Eberhard_von_Einsiedeln.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-width: 0px;\" title=\"Eberhard_von_Einsiedeln\" alt=\"Eberhard_von_Einsiedeln\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Eberhard_von_Einsiedeln_thumb.jpg\" width=\"244\" height=\"164\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>Zwei Dinge sind dabei bemerkenswert. Aus einem anf\u00e4nglichen\u00a0 Eigenkloster des schw\u00e4bischen Herzogs ist nun ein Reichskloster geworden, das nat\u00fcrlich in die Reichspolitik des Herrschers einbezogen war. Die freie Abtswahl lag voll im Bestreben der<\/p>\n<p>Klosterreform und\u00a0 das Immunit\u00e4tsprivileg bedeutete eine weitere St\u00e4rkung der k\u00f6niglichen Macht, da sie die Gewalt der Herz\u00f6ge herabminderte. Ganz auf dieser Linie ist auch die Best\u00e4tigung oder Verleihung der Immunit\u00e4t an andere Kl\u00f6ster,<\/p>\n<p>im schw\u00e4bischen und alemannischen Raum 940 St. Gallen, 950 Pf\u00e4fers, 952 der Fraum\u00fcnsterabtei in Z\u00fcrich, 956 der Reichenau , Ottobeuren 971, 972 Rheinau und Amorbach in Bayern 996. Die Immunit\u00e4t bedeutete Freiheit von fremder richterlicher Gewalt. Diese lag<\/p>\n<p>beim Abt und seinem Konvent. Abt Eberhard baute den Besitz des jungen Klosters zielstrebig aus. So kaufte er 947 die Weiler B\u00e4ch und Freienbach am Z\u00fcrichsee. 947 findet auch die Weihe der Klosterkirche statt und in der Urkunde von Otto sind auch die Patrone<\/p>\n<p>genannt, n\u00e4mlich\u00a0 die heilige Maria und Mauritius. Auch erhielt Eberhard f\u00fcr seine neue Klosterkirche gleich bedeutende Reliquien, f\u00fcr ein Kloster immer wichtig, da sich neben der ideellen St\u00e4rkung immer auch wirtschaftliche\u00a0 Vorteile ergaben, wie bei<\/p>\n<p>praktisch allen Kl\u00f6stern, deren Geschichte in diesem Blog erz\u00e4hlt wird, nachverfolgt werden kann. Erinnert sei hier nur an Kloster Andechs, Steingaden, Weingarten, Weissenau oder Schussenried. All diese Kl\u00f6ster hatten\u00a0 viel besuchte\u00a0 Wallfahrten<\/p>\n<p>und damit auch gute Einnahmequellen. Weissenau konnte zum Beispiel durch die Schenkung einer Heilig Blut Reliquie durch K\u00f6nig Rudolf von Habsburg 1283 und die damit verbundene Wallfahrt seine angeschlagene wirtschaftliche Lage wieder<\/p>\n<p>stabilisieren. Herzog Hermann von Schwaben lie\u00df Einsiedeln \u00fcber seinen Hofkaplan Hartpert, der auch Otto I. sehr nahestand, zwei Rippen der Z\u00fcricher Heiligen Felix und Regula zu kommen, verkn\u00fcpft allerdings mit der Bedingung,<\/p>\n<p>dass diese Reliquien wieder an Z\u00fcrich zur\u00fcck zu geben seien, falls die noch junge Gr\u00fcndung wieder einginge. Der Augsburger Bischof, der heilige Ulrich, \u00a0schenkte dem Kloster Reliquien der Augsburger Stadtheiligen Afra und des Mauritius. Dazu erhielt<\/p>\n<p>Einsiedeln auch noch einen kostbaren Ornat, der in hohen Ehren gehalten wurde, der allerdings beim Brand von 1577 zerst\u00f6rt wurde. Der Schwabenherzog spielte in den Gr\u00fcndungsjahren des Klosters eine gewichtige Rolle. Er hatte ja schon die Best\u00e4tigung durch<\/p>\n<p>Otto in die Wege geleitet. Hermanns einzige Tochter Ida wurde um die Jahreswende\u00a0 947\/948 mit Liudolf, dem Sohn von Otto I. verm\u00e4hlt. Als sein Schwiegervater Hermann 949 starb, \u00fcbertrug Otto seinem Sohn das Herzogtum 950. Das Kloster hatte<\/p>\n<p>also beste Beziehungen \u00fcber das Herzogshaus Schwaben zum K\u00f6nig. Von Hermann erhielt das Kloster 948 nachdem es ja schon\u00a0 den Klostergrund, auf dem es errichtet worden ist, geschenkt bekommen hatte, \u00a0den herzoglichen Besitz in\u00a0 Gams. Auch von Otto erhielt das Kloster reiche Schenkungen. 948 schenkte er dem Kloster seinen Besitz in Grabs das ist im Rheintal im heutigen Kanton St. Gallen, die Kirche mit Zehnten sowie das Salland mit allem, was dem K\u00f6nig in dem Hofe zusteht. 952 folgte der Ort Liel, heute ein Ortsteil von Schliengen<\/p>\n<p>im Landkreis L\u00f6rrach. Diese Schenkungen waren eigentlich nur eine Umverteilung. Der K\u00f6nig hatte diese Gebiete konfisziert, damit den lokalen Adel geschw\u00e4cht und die Kirche gest\u00e4rkt, die ja in seiner Machtpolitik eine gewichtige Rolle spielte.<\/p>\n<p>948 fand die Weihe der Klosterkirche durch den Konstanzer Bischof Konrad I. (935-976) statt. Konrad war der Sohn des Klostergr\u00fcnders von Weingarten, dem Welfen Heinrichs \u201cmit dem goldenen Wagen\u201d. Konrad wurde 1123 heilig gesprochen. Der Kloster-und<\/p>\n<p>Kirchenpatron Mauritius war auch Patron der Mauritiusrotunde neben dem Konstanzer M\u00fcnster und im 10. Jahrhundert auch Reichsheiliger. Und Mauritius war der Heilige, zu dem Otto der Gro\u00dfe eine besondere Beziehung hatte. Zur Kirchweihe war auch<\/p>\n<p>der Augsburger Bischof Ulrich anwesend.Am Tag der Weihe, am 14.September 948 soll sich die\u201dEngelweihe\u201d ereignet haben. Als Konrad die Kirche weihen wollte, soll aus der H\u00f6he eine Stimme erklungen sein und gerufen haben \u201cH\u00f6re auf, h\u00f6re auf Bruder,<\/p>\n<p>die Kapelle ist g\u00f6ttlich eingeweiht\u201d. (nach P.Justus Landolt). Nat\u00fcrlich verbreite sich die Kunde von diesem Geschehen rasch. In einer Urkunde von Papst Leo VIII. vom 10.11.964 erkl\u00e4rt der Papst, nachdem ihm Bischof Konrad von Konstanz in Anwesenheit von<\/p>\n<p>Kaiser Otto I. und dessen Gemahlin Adelheid von dem wunderbaren Ereignis berichtet hatte, die Weihe als g\u00fcltig. Auf Bitten des Kaiserpaars nimmt er das Kloster in seinen Schutz und gew\u00e4hrt dessen Besuchern einen Ablass.<\/p>\n<p>Abt Eberhard wird in den Urkunden nur zweimal namentlich erw\u00e4hnt, n\u00e4mlich in der Best\u00e4tigungsurkunde von 947 von 949 bei der Schenkung von Gabs. In der Best\u00e4tigungsurkunde f\u00fcr Abt Gregor vom 25. Januar 965 wird er als verstorben erw\u00e4hnt. (beatae memoriae vir illustris Eberhardis). Das Todesjahr ist \u00fcbereinstimmend nach den verschiedenen Einsiedlern Annalen 958. Nachfolger Eberhards wird Thietland. Dieser kam 945 nach Einsiedeln. Er gilt einigen als Sohn von Herzog Burkhard. Daf\u00fcr gibt es allerdings keinen Beleg.<\/p>\n<p>Am 3. Februar 961 wird Thietland als Abt erw\u00e4hnt. Otto verleiht dem Kloster wieder Immunit\u00e4t und\u00a0 freie Abtswahl nach Thietlands Tod . Sein Todestag wird mit dem 28. Mai angegeben. Sein Todesjahr ist in den Annalen nicht vermerkt. Da sein Nachfolger Gregor<\/p>\n<p>erstmals am 23. Januar genannt wird, muss das Todesjahr zwischen 961 und 965 legen. Die \u00dcberlieferung gibt 964 an.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Amtszeit Abt Eberhards lebte der M\u00f6nch Adalrich im Kloster. Der \u00dcberlieferung nach war er ein Sohn Burkards I., des Herzogs von Schwaben und seiner Gattin Reginlind von Schwaben. Historisch l\u00e4sst sich die Angeh\u00f6rigkeit Adalrichs zu den<\/p>\n<p>Burkhardingern nicht aufrecht erhalten, aber seine Existenz kann nicht angezweifelt werden. Erstmals berichtet der St. Galler M\u00f6nch 1072 in der Lebensbeschreibung der heiligen Wiborada (sieh Blog St. Gallen) \u00fcber den M\u00f6nch St. Adalrich. Erste schriftliche<\/p>\n<p>\u00c4u\u00dferungen gibt es dann im 14. Jahrhundert wieder. Im Jahrzeitbuch der Kirche auf der Ufnau sind 4 Pergamentbl\u00e4tter enthalten, die aus dem Leben St. Adalrichs erz\u00e4hlen. Nach dem legendenhaften Bericht hatte er seine Mutter<\/p>\n<p>Reginlind auf die Ufnau begleitet. Nach dem Tod ihre Gemahls hatte sie sich dorthin begeben, da se vom Aussatz befallen war. Ihr Erbe, die H\u00f6fe St\u00e4fa, Wollikon und Pf\u00e4ffikon vermachte sie Abt Werner, wie im Text steht, damit ihr Sohn M\u00f6nch in Einsiedeln werden<\/p>\n<p>k\u00f6nne. Da lag beim Schreiber wohl eine Verwechslung Werners mit Eberhard vor. Allerdings hatte Reginlind laut dem Professbuch des Klosters Einsiedeln\u00a0 gar keine S\u00f6hne, weder aus ihrer ersten Ehe mit Burkhard- Burkhard II. gilt nicht als direkter Nachkomme<\/p>\n<p>Burkhard I., noch aus ihrer zweiten mit Herzog Hermann. 1141 weihte Kardinal Dietwein die neue Kirche auf der Ufnau. Ob er dabei auch die Heiligsprechung Adalrichs vornahm, l\u00e4sst sich nicht genau sagen. Adalrich wurde aber in Einsiedeln und auf der Ufnau als<\/p>\n<p>Heiliger verehrt. Die Verehrung auf der Ufnau verliert sich erst seit dem 18. Jahrhundert. Abt Placidus Reimann (1629-1670) lie\u00df 1659 das\u00a0 Grab des Heiligen \u00f6ffnen, die Gebeine erheben und sie 4 Jahre sp\u00e4ter feierlich in einem steinernen Sarkophag beisetzen.<\/p>\n<p>Einzelne Reliquien wurden in Einsiedeln zur\u00fcckbehalten. Auch das sogenannte Adelrichsme\u00dfgewand befindet sich dort.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/20879h480w640.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-width: 0px;\" title=\"20879h480w640\" alt=\"20879h480w640\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/20879h480w640_thumb.jpg\" width=\"244\" height=\"244\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>Der Nachfolger Thietlands kommt nach den Annalen 949 nach Einsiedeln. Auch Hermann der Lahme gibt dieses Datum an.Gregor stammte aus England. Die Legende hatte sp\u00e4ter einen K\u00f6nigssohn aus ihm gemacht, der erst nach Rom pilgerte und dort in einem Traum<\/p>\n<p>aufgefordert wurde, die verlassene Zelle des Meinrad aufzusuchen.\u00a0 Dort habe er Eberhard getroffen und zusammen mit ihm das Kloster gegr\u00fcndet. Urkundlich erw\u00e4hnt wird Gregor erstmals am 23. Januar 965. Otto I. weilt auf der Reichenau und best\u00e4tigt dem<\/p>\n<p>Kloster freie Abtwahl und Immunit\u00e4t. In der Urkunde nennt er den Abt \u201d\u00absanctissimus vir cunctis virtutibus pollens Gregorius\u00bb. Mit gleichem Datum schenkt er \u201cAbt Gregor und den M\u00f6nchen daselbst die Ufnau mit allen Zugeh\u00f6rden im Herzogtum Alemannien, in<\/p>\n<p>der Grafschaft Z\u00fcrichgau, n\u00e4mlich Pf\u00e4ffikon, Uerikon, der Kirche in Meilen und allen andern Zugeh\u00f6rden, was alles er um seinen Hof Schan in Adalberts Grafschaft R\u00e4tien samt Kirche und Zugeh\u00f6rden mit Walenstadt in der gleichen Grafschaft, Schiffahrt und Fahrgeld<\/p>\n<p>von der Abtei S\u00e4ckingen eingtauscht hat.\u201d Bei Otto II., dem Sohn Ottos des Gro\u00dfen stand das Kloster ebenfalls in hoher Gunst. Noch zu Lebzeiten des Vaters best\u00e4tigte Otto II. am 14.8.972 in St. Gallen Einsiedeln\u00a0 die Immunit\u00e4t und alle Besitzungen. Erstmals werden<\/p>\n<p>hier ausf\u00fchrlich die Besitzungen des Klosters aufgef\u00fchrt. Deshalb ist diese Urkunde besonders wichtig. Nur drei Tage sp\u00e4ter, n\u00e4mlich am 17.8.972 gew\u00e4hrt Otto die Befreiung von Zoll und M\u00fcnzabgabe in Z\u00fcrich.W\u00e4hrend der Amtszeit Abt Gregors trat Wolfgang ins<\/p>\n<p>Kloster Einsiedeln ein. Wolfgang war um 924 als Sohn einer schw\u00e4bischen nicht adeligen Familie wahrscheinlich in Pfullendorf geboren. Schon mit 7 kam er auf die Klosterinsel Reichenau. Mit ihm war Heinrich von Babenberg in der Reichenauer Klosterschule,<\/p>\n<p>Sohn Heinrichs aus der m\u00e4chtigen Grafenfamilie der Babenberger im \u00f6stlichen Franken. Wolfgang war sehr begabt, was den Neid seiner Reichenauer Mitsch\u00fcler erweckte. Als Heinrichs Bruder Poppo 940 Bischof von W\u00fcrzburg wurde, berief er Stefan von Novarra an<\/p>\n<p>951 die um 790 gegr\u00fcndete Domschule. Stephan war ein ber\u00fchmter Grammatiklehrer aus der Lombardei. Poppo hatte bei der Berufung des Lehrers wohl auch den Hintergedanken, seinem Bruder Heinrich einen ausgezeichneten Lehrer zu verschaffen. Heinrich ging<\/p>\n<p>an die Domschule nach W\u00fcrzburg und brachte auch Wolfgang dazu, die Reichenau zu verlassen. In W\u00fcrzburg eckte er allerdings mit seinem Lehrer \u00fcber die Auslegung einer Stelle aus dem Werk des sp\u00e4tantiken Dichters Martianus Capella \u00fcber die freien K\u00fcnste so<\/p>\n<p>an, dass Stephan ihn aus dem Unterricht ausschloss. Schon 956 wurde Wolfgangs Freund Heinrich auf den erzbisch\u00f6flichen Stuhl von Trier erhoben. Dies verdankte er wohl seinen ausgezeichneten verwandtschaftlichen Beziehung. Er war ein<\/p>\n<p>Enkel einer Schwester von Kaiser Heinrich I. und ein Cousin Otto I., dessen treuer Gefolgsmann er zeitlebens war. Wolfgang folgte Heinrich nach Trier und wurde dort Leiter der Domschule und war wohl von ihm auch als Nachfolger im Bischofsamt vorgesehen.<\/p>\n<p>Heinrich starb auf einem Italienzug Ottos 964 an der Pest. Obwohl ihm der K\u00f6lner Erzbischof Brun, der Bruder Otto I., einen Bischofstuhl in Aussicht stellte, wollte sich Wolfgang ganz von der Welt zur\u00fcck ziehen. Wolfgang trat ins Kloster Einsiedeln ein, das wegen<\/p>\n<p>seiner Strenge bekannt war. Nachdem er in Einsiedeln sein Noviziat abgelegt hatte, wurde er von Abt Gregor als Lehrer eingesetzt. Bald nach seinem Noviziat wurde er von Bischof Ulrich aus Augsburg 968 zum Priester geweiht.<\/p>\n<p>970 unternahm er eine Missionsreise nach Pannonien. 971 wurde er allerdings von Bischof Pilgrim nach Passau zitiert, weil er sich ohne Erlaubnis des Bischofs in dem von Pilgrim beanspruchten Missionsgebiet aufhielt. 972 war er wieder auf Missionsreise<\/p>\n<p>in Ungarn unterwegs, diesmal mit Erlaubnis des Bischofs. Aber er wurde bald wieder zur\u00fcckgerufen. Denn er sollte Bischof in Regensburg werden. Weihnachten 972 erfolgte die Investitur durch den Kaiser. 973 wurde er im Beisein von Bischof Pilgrim von<\/p>\n<p>Erzbischof Friedrich von Salzburg zum Bischof von Regensburg geweiht. In Regensburg gr\u00fcndete er 975 die Domschule aus der die Regensburger Domspatzen hervorgingen. Der Abtretung b\u00f6hmischer Gebiete, die die Gr\u00fcndung des Bistums Prag erm\u00f6glichte,stimmte<\/p>\n<p>er zu. An das Stift St. Emmeran in Regensburg berief er Ramword aus St. Maximin in Trier, das er ja aus seiner Trierer Zeit kannte. Trier war 934 von Gorze aus reformiert worden. Von Regensburg aus wurde dann St. Peter in Salzburg, Tegernsee, Feuchtwangen,<\/p>\n<p>Benediktbeuren und St. Afra in Augsburg\u00a0 reformiert. Da Wolfgang aber M\u00f6nche aus Trier und nicht Einsiedeln berief, bewirkte das, dass der Einfluss von Trier-Gorze \u00fcberwog. Er war der erste, der das Amt des Bischofs von Regensburg und des im 8. Jahrhundert in<\/p>\n<p>Regensburg\u00a0 entstandenen Benediktinerkloster trennte. Das sorgte zwar f\u00fcr Spannungen zwischen den sp\u00e4teren Regensburger Bisch\u00f6fe, gab dem Kloster aber einen gro\u00dfen Entwicklungsschub in geistlicher und kultureller Aktivit\u00e4t.<\/p>\n<p>Wolfgang begleitet Otto II.. Als nach Ottos Tod Streitigkeiten um die Nachfolge entstanden waren, Theophanu, die Gattin Ottos f\u00fcr ihren dreij\u00e4hrigen Sohn Otto die Herrschaft \u00fcbernahm, stellte sich Wolfgang auf die Seite des Bayernherzogs Heinrich II, der Z\u00e4nker.<\/p>\n<p>Er wurde auch Erzieher seiner Kinder Heinrich, des sp\u00e4teren Kaiser Heinrichs II. 994 reiste er nach P\u00f6chlarn, das zur Di\u00f6zese Regensburg geh\u00f6rte. Auf dem Weg dahin starb er am 31.Oktober in Pupping in Ober\u00f6sterreich. Am 7.Oktober 1052 wurde er von Papst Leo IX.<\/p>\n<p>heilig gesprochen.<\/p>\n<p>Abt Gregor hatte, wie wir oben gesehen haben, beste Beziehungen zu den s\u00e4chsischen Kaisern.Es ist nicht sicher, ob er dies seiner vornehmen Herkunft zu verdanken hat, von der mehrere Quellen berichten.<\/p>\n<p>Gregor war mehrmals pers\u00f6nlich am K\u00f6nigshof, so 984 in Ingelheim, 992 in Frankfurt und 996 in Bruchsal. Dabei wurde ihm von Otto III. auf Intervention von Kaiserin Theophanu und Herzog Konrad von Schwaben, die von ihm vorgelegten Urkunden Kaiser Otto I.<\/p>\n<p>\u00fcber den Besitzstand der Abtei sowie die Befreiung von Zoll und M\u00fcnzabgaben in der Stadt Z\u00fcrich best\u00e4tigt.\u00a0 Am 24. Januar 992\u00a0 best\u00e4tigt Otto auf Bitte seiner Gro\u00dfmutter Adelheid und auf Intervention seiner getreuen Herz\u00f6ge Konrad und Heinrich, sowie auf<\/p>\n<p>Intervention und Bitte des Abtes Gregor, der ihm die Urkunden der beiden ersten Ottonen vorweist, dem Kloster Einsiedeln die von diesen Herrschern geschenkten G\u00fcter und Rechte in R\u00e4tien, in Grabs und bei Sargans mit der Kirche in Wangs bei Mels, im Kanton St.<\/p>\n<p>Gallen. \u2012 (RI II,3 n.1049). 994 war Otto III. vollj\u00e4hrig geworden.Am 9. Dezember 995 erteilte Otto III. einem\u00a0 G\u00fctertausch zwischen Abt Gregor und dem Wormser Bischof Hildibald (978-998) die Genehmigung. Es ging dabei um ein bisch\u00f6fliches Gut zwischen Freiburg<\/p>\n<p>und Breisach, das Gut Schelbingen in der Grafschaft Birthilos und das Gut Gronau an der Nidda, das Kloster Einsiedeln geh\u00f6rte. Hildibald war seit 979 deutscher Kanzler und Vertrauter der beiden Kaiserinnen Adelheid und Theophanu.<\/p>\n<p>Am 31.10 996 erneuerte Otto die Privilegien nun als Vollj\u00e4hriger, die er schon 984 in Ingelheim best\u00e4tigt hatte (RI II,3 n. 1211). Auch zu den schw\u00e4bischen Herz\u00f6gen stand Gregor in gutem Einvernehmen. Herzog Hermann II. von Schwaben hatte 992 seinen Sohn<\/p>\n<p>Bertold zur Taufe nach Einsiedeln gebracht und Gregor war Taufpate. Bertold starb allerdings schon 993 und ist in Marchtal begraben. In der Amtszeit Gregors vermehrte sich der Besitzstand Einsiedelns erheblich. Aber auch um die Klosterzucht war er sehr bem\u00fcht.<\/p>\n<p>Die neuere Forschung nimmt an, dass Gregor die Gebr\u00e4uche der englischen Kl\u00f6ster, die zu der Zeit schon enge Beziehungen zu Cluny hatten, in Einsiedeln einf\u00fchrte. Die Zahl der M\u00f6nche war mittlerweile so gro\u00df geworden, dass 987 eine Vergr\u00f6\u00dferung der Kirche notwendig war.<\/p>\n<p>Auf eine gr\u00f6\u00dfere M\u00f6nchszahl l\u00e4sst auch schlie\u00dfen, das eine Neugr\u00fcndung m\u00f6glich war. 979 war Gebhard in Konstanz Bischof geworden. 983 stiftete er das Kloster Petershausen in Konstanz und stattete es mit seinen Erbg\u00fctern aus (siehe dazu Beitrag Kloster<\/p>\n<p>Petershausen). Zur Besiedelung wurden M\u00f6nche aus Einsiedeln gerufen.Gebhard hatte einen gewissen Rupert nach Einsiedeln gesandt, damit dieser dort ins Ordensleben eingef\u00fchrt w\u00fcrde. Dass das Kloster im Ruf h\u00f6chster Fr\u00f6mmigkeit stand, haben wir schon in<\/p>\n<p>der vita des Heiligen Wolfgangs geh\u00f6rt und der Vermerk \u201cquoniam monachi illius coenobii tunc temporis fuerunt religiosissimi\u201d wie die Chronik des Klosters Petershausen auf Seite 631 vermerkt, geht in diesselbe Richtung. In der gleichen Quelle wird Pezilin als erster Abt von<\/p>\n<p>Petershausen genannt. In der Vita Gebhardi wird er Periger genannt.<\/p>\n<p>Gregor starb am 8.November 996. Bei seinen Zeitgenossen stand er in hohem Ansehen. Gregor wurde von Anfang an als Heiliger verehrt. Zu Gregors Nachfolger wurde\u00a0 Wirunt (996-1026 )am 27. Dezember 996 gew\u00e4hlt. Die Chronisten des 15. Jahrhundert sehen in<\/p>\n<p>ihm einen Grafen von Wandelburg. Allerdings gibt es daf\u00fcr keinen schl\u00fcssigen Beweis. Nur auf seinem Epitaph ist eine allgemeine Bemerkung, die auf eine vornehme Herkunft schlie\u00dfen l\u00e4sst. Auch Wirunt unterh\u00e4lt gute Beziehungen zum Herrscherhaus.<\/p>\n<p>Am 28. April 998 schenkt Otto dem Kloster zu seinem Seelenheil und dem seiner Eltern 4 Hufen\u00a0 in Billizhausen, ein Weiler\u00a0 beim heutigen Betzgenried nahe G\u00f6ppingen, ohne dass Abt Wirunt namentlich genannt wird (RI II,3 n. 1273<strong>).<\/strong> Graf Eberhard von Nellenburg<\/p>\n<p>tauschte diese im selben Jahr gegen G\u00fcter in Volketswil im Kanton Z\u00fcrich und Stetten an der Reuss im Kanton Aargau<\/p>\n<p>Als Heinrich II. 1004 in Z\u00fcrich weilte, suchte ihn Abt pers\u00f6nlich auf. Heinrich best\u00e4tigt dem Kloster Einsiedeln auf Bitten des Abtes Wirund den einem Guntram wegen Treubruch entzogenen Hof Riegel (nordwestl. v. Freiburg i. Br.) im Herzogtum Schwaben in der<\/p>\n<p>Grafschaft Breisgau mit allem Zubeh\u00f6r und mit den Orten Endingen, Wendlingen, Kenzingen, Theningen, Burkheim und Bahlingen (alle Kr. Freiburg i. Br.) zu freiem Verf\u00fcgungsrecht zum Nutzen des Klosters RI II,4 n. 1572<strong>.<\/strong> Am 5. Januar 1018<\/p>\n<p>best\u00e4tigte Heinrich dem Kloster die Besitzungen und die Immunit\u00e4t.RI II,4 n. 1917<strong>.<\/strong> Am 2. September des Jahres 1018 war Kaiser Heinrich wieder in Z\u00fcrich. auch dieses Mal suchte ihn Abt Wirunt dort auf.\u00a0 Heinrich schenkt dem Kloster Einsiedeln auf Bitten des Abtes<\/p>\n<p>Wirunt den um die Abtei gelegenen unwegsamen und unkultivierten Wald mit allen Nutzungsrechten innerhalb angef\u00fchrter Grenzen RI II,4 n. 1936<strong>.<\/strong> Dieses Gebiet umfasste das Sihl-und Alpthal. Allerdings hatten die Schwyzer in diesem Gebiet<\/p>\n<p>n\u00f6rdlich der Wasserscheide der Mythen schon vor 1100 den Landesausbau voran getrieben. Daraus entwickelte sich der Marchenstreit 100 Jahre sp\u00e4ter, auf den noch einzugehen ist.<\/p>\n<p>Heinrich II. starb am 13. Juli 1024 in Grone. Ihm folgte mit Konrad II. der erste Salier nach, der 1027 zum Kaiser gekr\u00f6nt wurde. Das gute Verh\u00e4ltnis zum Herrscherhaus blieb auch unter dem Nachfolger erhalten. Konrad schenkt dem Kloster Einsiedeln unter Abt Wirunt<\/p>\n<p>auf Intervention der K\u00f6nigin Gisela und des Erzbischofs Aribo von Mainz zw\u00f6lf Hufen zu Steinbrunn im Sundgau in der Grafschaft Ottos samt allem Zubeh\u00f6r zu freiem Eigen. Die Schenkungsurkunde wurde am 25. Juli 1025 in Speyer ausgestellt. RI III,1 n. 43<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Amtszeit von Abt Wirunt stellte Kloster Einsiedeln immer wieder \u00c4bte anderer Kl\u00f6ster aber auch Bisch\u00f6fe. 995 wurde Otker Abt in Disentis. Er soll ein Bruder Wirunts gewesen sein. Um 1000 gibt es auch eine Schenkungsurkunde dieses Abtes von<\/p>\n<p>zwei Pr\u00e4dien in Lenzikon an das Kloster Einsiedeln. Er regierte von 995-1012. Auch der Nachfolger Otkers kam aus Einsiedeln, n\u00e4mlich Adalgott I., der als Seliger verehrt wird. Dieser regierte von 1012-1031. 1020 schenkte Heinrich II. dem Bischof<\/p>\n<p>Heriward von Brixen und dessen bisch\u00f6flicher Kirche die Abtei Disentis mit allem Zubeh\u00f6r zu freiem\u00a0 Verf\u00fcgungsrecht der Kirche. Die Abtei verlor damit unter dem zweiten aus Einsiedeln stammenden Abt ihre Selbstst\u00e4ndigkeit. Das h\u00e4ngt wohl mit der Lage der<\/p>\n<p>Abtei am Lukmanierpass zusammen die wegen der kaiserlichen Interessen in Italien bedeutsam wurde. Auch f\u00fcr das Kloster Pf\u00e4fers, das 731 aus der Reichenau heraus gegr\u00fcndet worden ist, werden \u00c4bte aus Einsiedeln angef\u00fchrt und zwar Gebene , Eberhard und<\/p>\n<p>Hartmann. Allerdings kollidiert die Einsiedler \u00dcberlieferung mit der Pf\u00e4ferser Kloster\u00fcberlieferung.<\/p>\n<p>Hartmann war erst M\u00f6nch in Einsiedeln, dann als Abt nach Pf\u00e4fers postuliert und war schlie\u00dflich ab 1026 Bischof von Chur und als solcher mehrmals f\u00fcr Kaiser Konrad II. t\u00e4tig. Er schenkte dem Kloster Einsiedeln um 1026 seine Pr\u00e4dien in Wagen und Eschenbach.<\/p>\n<p>In Sankt Blasien wurde Bernhard als Probst eingesetzt. Das wird gest\u00fctzt durch die Tatsache, dass bis St. Blasien die Gewohnheiten der Abtei Fruttuaria \u00fcbernahm, die von Einsiedeln Geltung hatten. Auf dem Hohentwiel bestand ein kleines Kloster, das<\/p>\n<p>Heinrich II. um 1005 nach Stein am Rhein \u00fcbertrug. Da ein aus Einsiedeln stammender Abt Florat noch\u00a0 Abt \u201cvon Twyel\u201d genannt wird, m\u00fcsste er in der 2. H\u00e4lfte des 10. Jahrhunderts gelebt haben.<\/p>\n<p>1026 \u20131034 war Wartmann Bischof von Konstanz. Er stammte aus der Familie\u00a0 Grafen von Kyburg- Dillingen. Hermann der Lahme erw\u00e4hnt in seinem Chronicon, dass dieser M\u00f6nch in Einsiedeln gewesen ist.<\/p>\n<p>Auch das Bistum Como hatte einen Einsiedler M\u00f6nch auf dem Bischofsstuhl, n\u00e4mlich Eberhard, der 1004 von Heinrich II. zum Bischof berufen wurde. (1004-1006)<\/p>\n<p>Abt Wirunt verstarb nach 30-j\u00e4hriger Amtszeit am 11. Februar 1026. Zu seinem Nachfolger wird Embrich am 26. Februar 1026 gew\u00e4hlt. Bonstetten,\u00a0 von dem die erste gedruckte Geschichte des Klosters Einsiedeln (1494) stammt, macht aus ihm einen Freiherren von<\/p>\n<p>Abensberg. Das ist allerdings nicht belegt, genauso wenig wie die Tatsache, dass er Kanoniker in Freising war, ehe er ins Kloster Einsiedeln eintrat. Ganz\u00a0 so abwegig ist dies aber gar nicht. Als Ahnherr der Abensberger gilt Graf Babo, der 32 S\u00f6hne gehabt haben soll.<\/p>\n<p>Als Burggraf von Regensburg hatte dieser auch Beziehungen zu Wolfgang, der damals Bischof von Regenburg war und ja seine kirchliche Karriere als M\u00f6nch in Einsiedeln begonnen hat. Und Babo war auch Vogt in Freising.<\/p>\n<p>Es gibt also durchaus Ber\u00fchrungspunkte. In Embrichs Amtszeit fallen zwei wichtige Ereignisse. Das eine ist die Klostergr\u00fcndung von Muri, das andere der Klosterbrand von Einsiedeln im Jahre 1029.<\/p>\n<p>Am 19. August 1027 best\u00e4tigte Konrad in Z\u00fcrich dem Kloster Einsiedeln seine Besitzungen, die namentlich aufgef\u00fchrt waren samt allem Zubeh\u00f6r und die Immunit\u00e4t.RI III,1 n. 112<strong>.<\/strong> Auch sein Nachfolger Heinrich III. tat dies und zwar am 04.02.1040 auf der<\/p>\n<p>Reichenau. K\u00f6nig Heinrich III. best\u00e4tigt dem Kloster Einsiedeln seine Besitzungen, unter andern im Z\u00fcrichgau: Uerikon, Meilen, Oetwil, St\u00e4fa, Lindau, R\u00fcti, M\u00e4nnedorf, Esslingen, Adlikon, Turbenthal, Rickenbach, Hittnau.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/KAE_A_AI_20-r.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-width: 0px;\" title=\"KAE_A_AI_20-r\" alt=\"KAE_A_AI_20-r\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/KAE_A_AI_20-r_thumb.jpg\" width=\"124\" height=\"116\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>Auch unter Abt Emrich wurden weiterhin M\u00f6nche aus Einsiedeln zu \u00c4bten anderer Kl\u00f6ster berufen oder besetzten Bischofst\u00fchle.Warmann von Dillingen,der aus der Familie der Grafen von Kyburg-Dillingen stammte, wurde 1026 Bischof von Konstanz und<\/p>\n<p>war das bis 1034. Dass Hartmann von Einsiedeln nach Pf\u00e4fers als Abt postuliert wurde und auch 1026 Bischof von Chur, ist oben schon gesagt worden.\u00a0 Zu Embrichs Zeit lebte auch ein M\u00f6nch im Kloster, Ethicho. Er war wie Embrich\u00a0 zun\u00e4chst Weltkleriker und ein Verwandter des Ebersberger<\/p>\n<p>Grafen Adalbero, der das von Eberhard gegr\u00fcndete Chorherrenstift in ein Benediktinerstift umwandelte. 1045 wurde Ethicho gegen den Willen der M\u00f6nche, die bereits Gerwich gew\u00e4hlt hatten, \u00a0als Abt\u00a0 in Ebersberg eingesetzt. Er regierte dort anderthalb Jahre.<\/p>\n<p>Wichtigstes Ereignis in der Amtszeit aber war die Gr\u00fcndung von Muri.<\/p>\n<p>1027 gr\u00fcndete Graf Radbot von der Habsburg (um 985 bis etwa 1045) und seine Gemahlin Ita von Lothringen das Kloster Muri im Kanton Aargau.<\/p>\n<p>5 Jahre sp\u00e4ter wurden\u00a0 M\u00f6nche aus Einsiedeln gesandt, die die Abtei aufbauen sollten. Abt Embrich hatte den aus Solothurn stammenden M\u00f6nch Reginbold damit betraut. Noch andere Mitbr\u00fcder folgten. Sie erhielten<\/p>\n<p>B\u00fccher und Kirchenger\u00e4te, sowie Kleider und Hausger\u00e4te aus Einsiedeln. Bischof Warmann aus Konstanz \u00fcbertrug der jungen Abtei die bereits bestehende Kirche und deren Eink\u00fcnfte. Reginbold lie\u00df die Kirche abtragen und erbaute<\/p>\n<p>f\u00fcr das Volk eine neue, die er St. Goar weihte. Dann lie\u00df er das eigentliche Kloster und eine Kapelle, die Michael geweiht war, erbauen. Auch eine Schule und ein Scriptorium\u00a0 wurde errichtet. Vor Vollendung des Klosters aber verstarb Reginbold.<\/p>\n<p>Er wurde in der Klosterkirche bestattet.\u00a0 Werner (1025-1096), Radbots Sohn, bat den Einsiedler Abt, auch hier gab es mittlerweile einen Nachfolger, n\u00e4mlich Hermann, um einen Nachfolger f\u00fcr die Hausstiftung. Abt Hermann entsandte<\/p>\n<p>Burkhard der aus Gossau stammte und schon von klein auf im Kloster war. Er vollendet den Kirchen-und Klosterbau. Damit Einsiedeln keine Anspr\u00fcche auf die junge Abtei erheben konnte, lie\u00df Werner Burkhard zum Abt w\u00e4hlen. Dieses Amt hatte er noch<\/p>\n<p>sieben Jahre inne. Er starb im Jahre 1073. Werner verzichtete 1082 auf die Herrschaft \u00fcber das Kloster Muri. Er lie\u00df M\u00f6nche aus St. Blasien kommen\u00a0 und die Einsiedler Br\u00e4uche abschaffen. Muri wurde in eine Schutzvogtei umgewandelt.<\/p>\n<p>Nicht nur vom Wachsen des Klosters ist aus Embrichs Amtszeit zu berichten. In seiner Regierungszeit brannte das Kloster zum ersten Mal. Nach dem Liber Heremi hatte ein\u00a0 gewisser Eppo das Kloster in Brand gesteckt. Er stammte aus der Familie<\/p>\n<p>der Nellenburger, war ein Sohn Mangolds und hatte wohl aus Rache den Brand gelegt, weil ihm die Vogtei \u00fcber das Gotteshaus entzogen worden war, die sein Vater innegehabt hatte. Zur S\u00fchne stiftet er sp\u00e4ter Stetten bei Bremgarten.<\/p>\n<p>Abt Embrich baute wohl zuerst die Wohnr\u00e4ume wieder\u00a0auf.1031 legte er den Grundstein zur neuen Kirche, die 1039 geweiht wurde. Acht Tage vor der Weihe waren Reliquien von der Reichenau nach Einsiedeln gebracht worden.<\/p>\n<p>Embrich verstarb am 8. Februar 1051. Ihm folgte am 15. Februar 1051 Hermann I. als Abt. Er stammte aus der Familie der Udalrichinger, einem fr\u00e4nkisch-alemannisches Adelsgeschlecht, das in Bregenz und Winterthur ans\u00e4ssig war. Hermanns Vater<\/p>\n<p>war Werner von Winterthur. Er starb zusammen mit seinem Sohn Liutfried 1040 als Bannertr\u00e4ger Heinrichs III. auf einem Feldzug gegen Bretislav von B\u00f6hmen bei Neumark. Auch Hermanns andere Br\u00fcder n\u00e4mlich Adalbert II. von Winterthur<\/p>\n<p>und Werner der II. fielen in einer Schlacht und zwar in der Normannenschlacht von Civitate am 18. Juni 1053, bei der das Herr von Papst Leo IX. vernichtend geschlagen wurde. Und damit w\u00e4ren wir bei der Mutter des Abtes. Werner war mit<\/p>\n<p>Irmgard von Nellenburg verheiratet, einer Schwester\u00a0 des Grafen Eppo von Nellenburg. Dieser war mit Hedwig von Egisheim verheiratet und Hedwig war eine Nichte von Papst Leo. Die Verwandtschaft des Abtes mit dem Papst wird auch im Liber heremi<\/p>\n<p>erw\u00e4hnt und die gleiche Quelle sagt, dass der Papst deshalb dem Abt 1055 das Recht der Pontifikalien verlieh. Graf Eppo und Hedwig stifteten 1049 das Kloster Allerheiligen in Schaffhausen. Es ist nicht sicher aber ziemlich wahrscheinlich, dass M\u00f6nche aus<\/p>\n<p>Einsiedeln die Gr\u00fcndung besiedelten. Sicher ist aber, dass Hermann bei der Klosterkirche am 3. November 1064 in Schaffhausen dabei war. Die Weihe nahm Bischof Rumold von Konstanz (1051-1069), der nach Bonstetten auch M\u00f6nch in Einsiedeln war, was<\/p>\n<p>allerdings ziemlich unsicher ist.<\/p>\n<p>Am 23. 2. 1064 verlieh K\u00f6nig Heinrich IV. den Dienstleuten der Abtei das Recht der Dienstleute der Abtei St. Gallen. Dienstleute oder Ministeriale waren K\u00f6nigsfreie, die sich der Reichskirche zur Verf\u00fcgung stellten um so dem vom K\u00f6nig<\/p>\n<p>geforderten Kriegsdienst zu entkommen. Da sie aber nun der Kirche zu Dienst verpflichtet waren, mussten sie dennoch in den Krieg ziehen, wenn\u00a0 wie z. B. bei Italienzug Ottos II. die Abteien Reichenau und St. Gallen dem Kaiser<\/p>\n<p>Panzerreiter zur Verf\u00fcgung stellten. Da die \u00c4bte diese Ministerialen f\u00fcr ihr Reiterei ausbilden lie\u00dfen, l\u00e4sst die Verleihung des Rechts von St. Gallen an die Dienstleute von Einsiedeln dass es zu mindestens von diesem Zeitpunkt an<\/p>\n<p>auch Pferdezucht und einen Marstall im Kloster Einsiedeln gab. Am 8. April 1065 starb Abt Hermann. Ihm folgte Heinrich I. Dieser Abt ist allerdings in den Urkunden nicht belegt. \u00dcberliefert ist in den Annales\u00a0 Einsidlens und im Liber Heremi<\/p>\n<p>lediglich das Jahr seiner Wahl sowie sein Todesjahr 1070. Nach dem badischen Geschlechterbuch geh\u00f6rte er zur Familie Lupfen-St\u00fchlingen. An diesen Abt wandte sich 1065 Graf Adalbert von Calw. Dieser war ein Neffe von Papst Leo.<\/p>\n<p>Adalberts Vorfahren hatten um 830 das Kloster Hirsau gestiftet. Das Kloster war allerdings stark heruntergekommen, weswegen ihn Leo bat, sich um das Kloster zu k\u00fcmmern. Da, wie wir gesehen haben, der Papst ja verwandtschaftliche Beziehungen zum\u00a0 Kloster<\/p>\n<p>Einsiedeln hatte,\u00a0 ist es durchaus denkbar, dass Leo Graf Adalbert an Einsiedeln verwies.<\/p>\n<p>Abt Heinrich schickte den M\u00f6nch Friedrich zusammen mit 12 Br\u00fcdern nach Hirsau. Friedrich stammte aus schw\u00e4bischem Adel. Friedrich f\u00fchrte ein vorbildliches Leben und zeichnete sich durch seine Fr\u00f6mmigkeit aus. Gerade das aber<\/p>\n<p>machte ihn zur Zielscheibe von Neid und Missgunst. Ihm wurde ein sittliches Vergehen angedichtet, worauf ihn die Grafen von Calw seines Amtes enthoben. Sie beriefen daf\u00fcr den M\u00f6nch Wilhelm aus dem Kloster St.<\/p>\n<p>Emmeran in Regensburg. Bei allen verfingen die Verleumdungen nicht. Abt Ulrich von Lorsch (1056-1075) wies ihm das Michaelskloster auf dem Heidelberger Heiligenberg zu. Dort lebte Friedrich bis zu seinem Tode 1071. Wilhelm lie\u00df sich in Hirsau erst nach<\/p>\n<p>Friedrichs Tod zum Abt weihen. Friedrich wir als Seliger verehrt und sein Gedenktag wird auch heute noch im Stift Einsiedeln am 8. Mai begangen.<\/p>\n<p>Unter den nach Hirsau entsandten M\u00f6nchen war auch Noker.Vor seinem Eintritt in Einsiedeln war er Weltpriester. In Hirsau schrieb er um 1070 ein \u201cMemento Mori\u201d die wohl erste fr\u00fchhochdeutsche Bu\u00dfpredigt im Paarreim. 1090 schickte ihn Abt Wilhelm nach<\/p>\n<p>Zwiefalten das 1089 von den Grafen Kuno und Liutold von Achalm gestiftete Kloster (siehe Blog Zwiefalten). In Zwiefalten betrieb er den Aufbau seines jungen Klosters und erreichte, dass der apostolische Stuhl das Kloster in seinen Schutz nahm.<\/p>\n<p>Vor 1070 war Seliger von Wolhusen ins Kloster eingetreten. Die Freiherren von Wolhusen besa\u00dfen zu dieser Zeit fast ein Drittel des Kanton Luzerns, auch die Hoch-und Blutgerichtsbarkeit hatten sie inne. Sie waren wohl burgundischer Abstammung<\/p>\n<p>auch der ungew\u00f6hnliche Namen Seliger deutet darauf hin. 1070 t\u00e4tigte er eine gro\u00dfe Stiftung f\u00fcr das Kloster. Nach Bonstetten war er ins Kloster eingetreten, weil drei seiner Kinder ertrunken waren. Auch seine Frau Hedwig tat es ihm gleich.<\/p>\n<p>1080 ist eine Hedwig von Wolhusen \u00c4btissin der Fraum\u00fcnsterabtei.\u00a0 1070 wurde Seliger Abt. 1073 schickte er M\u00f6nche zu Kaiser Heinrich, der gerade in Augsburg weilte. Am 24. Mai 1073 best\u00e4tigte Heinrich IV. die Freiheiten Einsiedelns von jeglicher<\/p>\n<p>k\u00f6niglicher Einmischung und die freie Abtswahl.RI III,2,3 n. 633. Wichtig ist diese Urkunde auch, weil sich hier zum ersten Mal der deutsche Name Einsiedeln findet. (Quod (scil. Monasterium) solitarium vocatur, teu-tonice Einsiedelen).<\/p>\n<p>1090 ging Kloster Einsiedeln mit St. Blasien eine Gebetsverbr\u00fcderung ein, \u00e4hnlich der, die schon vorher mit St. Gallen eingegangen wurde.\u00a0 Im St. Gallener Liber confraternitalum wird Einsiedeln erw\u00e4hnt. Die Verbr\u00fcderung mit St. Blasien wurde sp\u00e4ter<\/p>\n<p>erneuert und als die M\u00f6nche aus St. Blasien im Zuge der S\u00e4kularisation nach St. Paul im Lavanttal gingen, wurde die Verbr\u00fcderung wohl beibehalten, denn mit St. Paul besteht sie heute noch. Abt Seliger war schwer krank, was dazu f\u00fchrte, dass er 1090 resignierte.<\/p>\n<p>Er bestimmte Rudolf zu seinem Nachfolger. Dieser war bis dahin Novizenmeister und K\u00e4mmerer des Klosters. Rudolf war von 1090 bis 1101 Abt. In seiner Amtszeit war Noker in Zwiefalten Abt geworden und nach Bonstetten gab es auch in Kempten<\/p>\n<p>einen Abt, der aus Einsiedeln stammte, n\u00e4mlich Eberhard.<\/p>\n<p>Mit dem Tode von Papst Gregor VII. 1073-1085) hatte der Investiturstreit an Sch\u00e4rfe verloren. Dem Kloster Einsiedeln war es gelungen, sich weitgehend aus dem Streit heraus zu halten, anders als z. B. St. Gallen und Reichenau (siehe jeweils dort)<\/p>\n<p>wo es sogar zu Feldz\u00fcgen der Kl\u00f6ster untereinander gekommen war. St. Gallen, Fulda oder die Reichenau hatten ber\u00fchmte Klosterschulen, Scriptorien, die f\u00fcr ihre Buchmalereien bekannt waren. Das war in Einsiedeln nicht in dem Ma\u00dfe der Fall,<\/p>\n<p>aber wie gezeigt wurde, hatte Einsiedeln enormen Einfluss \u00fcber M\u00f6nche, die an vielen Kl\u00f6stern Abtsst\u00fchle einnahmen oder Bisch\u00f6fe wurden.<\/p>\n<p>Auf Rudolf folgte Gero(1101-1022). Nach Bonstetten stammte er aus dem Geschlecht derer von Altb\u00fcron, das schon Mitte des 12. Jahrhunderts ausgestorben war nach dem Liber Heremi war er ein Bruder des Grafen Ludwig von Froburg.<\/p>\n<p>Am 2.10.1111 best\u00e4tigt der letzte Salier, Kaiser Heinrich V.,\u00a0 dem Kloster Einsiedeln das Privileg seines Vaters vom 24. Mai 1073, das aus Freiheit von jeder k\u00f6niglichen Einmischung f\u00fcr seinen Besitz, es sei denn gegen r\u00e4uberische Minderung, und aus dem Recht der<\/p>\n<p>freien Abtwahl besteht.<\/p>\n<p>Wie oben ausgef\u00fchrt hatte das Kloster 1018 von Kaiser Heinrich II.gr\u00f6\u00dfere Gebiete geschenkt bekommen. Dieses Geschenk entwickelte sich allerdings allm\u00e4hlich zum Danaergeschenk f\u00fcr das Kloster. Das Kloster hatte bereits eine intensive Rodungst\u00e4tigkeit<\/p>\n<p>entwickelt. Aber auch die Schwyzer hatten ihren Landesausbau vorangetrieben. Im Quellgebiet von Sihl, Alp und Biber wurde im 11. Jahrhundert vermehrt Gro\u00dfviehhaltung betrieben. Dazu war aber mehr Weideland und Alpen erforderlich und dies war auf<\/p>\n<p>Klostergebiet reichlich vorhanden. Der Konflikt war somit vorprogrammiert. B\u00e4uerliche Rodungen aber auch M\u00f6nchsentf\u00fchrungen sorgten f\u00fcr Z\u00fcndstoff. Abt Gero und sein Vogt Ulrich von Rapperswil klagte in Basel vor Kaiser Henrich V. Am 10.3.1114 erhielt das<\/p>\n<p>Kloster Recht. Die Grafen Ulrich und Arnolf von Lenzburg sowie die Dorfleute von Schwyz wurden durch Spruch der F\u00fcrsten nach alemannischen Recht verurteilt. Sie mussten das Weggenommene zur\u00fcckgeben und dem Kaiser 100 Pfund Busse erlegen.<\/p>\n<p>Der Kaiser best\u00e4tigte die Immunit\u00e4t des Klosters, verlieh ihm den Boden der Zelle mit dem gesamten umliegenden Wald und die gesamte umliegende Mark.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/170px-AmSihlsprung1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-width: 0px;\" title=\"170px-AmSihlsprung1\" alt=\"170px-AmSihlsprung1\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/170px-AmSihlsprung1_thumb.jpg\" width=\"174\" height=\"231\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>Das war aber erst der Anfang einer fast 250 Jahre dauernden Auseinandersetzung, die erst nach dem Friedensschluss nach der Schlacht am Morgarten ihr Ende fand.<\/p>\n<p>Abt Gero war auch als Bauherr t\u00e4tig. Er lie\u00df die Br\u00fccke \u00fcber die Sihl bauen, die auch Teufelsbr\u00fccke gehei\u00dfen wird. Gleich bei der Br\u00fccke in Egg wurde Paracelsus wohl 1493 geboren. Au\u00dferdem\u00a0 lie\u00df er die Kapelle der beiden<\/p>\n<p>heiligen Johannes erbauen. Bischof Ulrich I. (1111-1127) weihte sie.<\/p>\n<p>Mit dem Kloster Gengenbach im Kinzigtal ging Abt Gero eine geistliche Verbr\u00fcderung ein. Weniger harmonisch verliefen die Beziehungen zu Alpirsbach. Aus nicht mehr bekannten Gr\u00fcnden sollen sich M\u00f6nche aus Alpirsbach<\/p>\n<p>in Einsiedeln aufgehalten haben. Bei ihrem Weggang sollen sie das Haupt des Heiligen Justus mitgenommen haben. Erst 1143 kam es nach Einsiedeln zur\u00fcck. Gero starb im Jahr 1122.<\/p>\n<p>Auf ihn folgte Werner von Lenzburg. \u00dcber seine Herkunft gibt es verschiedene Meinungen. Das Liber Heremi bezeichnet ihn als Sohn des Arnulf von Altb\u00fcron und der Chuonza, bemerkt aber, dass andere ihn als Sohn<\/p>\n<p>des Grafen Arnold von Lenzburg und der Chuonza von Altb\u00fcron sehen. 1130 schenkte L\u00fctold von Regensberg, der zur Familie der Freiherren von Regensberg geh\u00f6rte, einem Schweizer Adelsgeschlecht im Z\u00fcrichgau, das wahrscheinlich von den burgundischen Grafen<\/p>\n<p>von M\u00f6mpelgard-M\u00e2con abstammte, zusammen mit seiner Gattin Judenta und seinem Sohn L\u00fctold ihren Besitz in Fahr an das Kloster Einsiedeln, verbunden mit der Auflage, dass das Kloster dort ein Frauenkloster errichten und unterhalten<\/p>\n<p>m\u00fcsse. Am 15. Juli 1133 best\u00e4tigte Kaiser Lothar\u00a0 dem Kloster der hl. Maria und Mauritius zu Einsiedeln den von Ludolf von Regensberg, dessen Gemahlin Judenta und Sohn Ludolf zur Gr\u00fcndung eines Frauenklosters nach dem Ordo von Muri und Berau (<em>in modum <\/em><\/p>\n<p><em>sanctimonialium in Murensi vel Peraugiensi<\/em> [<em>coenobio<\/em> ]) nebst Kapelle \u00fcbertragenen Ort Fahr, die Regelung der Vogteiverh\u00e4ltnisse, wonach der jeweils \u00c4lteste aus der Stifterfamilie, der zugleich Besitzer (<em>possessor<\/em>) der Burg Regensberg ist, Vogt sein soll, und<\/p>\n<p>bekr\u00e4ftigt die von Ludolf dessen <em>familia<\/em> erteilte Erlaubnis, da\u00df sie der Kirche in Fahr Schenkungen aus Eigenbesitz zuwenden darf. &#8211; <em>RI IV,1,1 n. 490 <strong>.<\/strong> <\/em>Am selben Tag l\u00e4sst sich der Abt in K\u00f6nigslutter die Verleihungen Ottos I. und seines Sohnes an die Kirche von<\/p>\n<p>Einsiedeln best\u00e4tigen. Auch l\u00e4sst sich der Abt die Kompetenzen des Vogtes genau umschreiben. War das weise Voraussicht oder gaben bereits bestehende Spannungen Anlass zu solchen Vorkehrungen? Der Kaiser setzte fest, dass der Vogt \u00fcber das Gesinde<\/p>\n<p>des Abtes in dessen Hoheitsgebiet nur soviel Gewalt hatte, wie der Abt zu lie\u00df. Unterv\u00f6gte und Verwalter durfte der Vogt nicht anstellen. Bei Zuwiderhandlung hatte er 100 Pfund Gold zu zahlen, wovon die H\u00e4lfte an die kaiserliche Kammer, die andere H\u00e4lfte an das<\/p>\n<p>Kloster gehen sollte. Au\u00dferhalb des Hoheitsgebietes hatte der Vogt den Klerus nicht zu behelligen.Am Anfang lag die Vogtei bei den Herz\u00f6gen von Schwaben. Im 10. Jahrhundert ging sie an die Nellenburger \u00fcber. Abt Embrich entzog Ebbo von Nellenburg die<\/p>\n<p>Vogtei, worauf wie oben berichtet dieser das Kloster anz\u00fcndete. 1114 lag die Vogtei bei den Herren von Rapperswil.<\/p>\n<p>Auf Lothar III., der 1137 bei Breitenwang starb, folgte Konrad III. (1138-1152). \u201cKonrad erneuert und best\u00e4tigt (<em>[renovamus et inn]ovando confirmamus<\/em>) Abt Werner und den M\u00f6nchen des Klosters Einsiedeln (<em>monasterio sanct\u0119 dei genitricis et virginis Mariae et sancti <\/em><\/p>\n<p><em>Meginradi, Mavricii quoque sociorumque eius, quod Solitarium vocatur theutonice Einsidellon<\/em>) auf deren Bitten und mit Zustimmung der anwesenden Reichsf\u00fcrsten (<em>astipulatione \u2026 regni principum<\/em>), n\u00e4mlich des p\u00e4pstlichen Legaten und Erzbischofs Albero von Trier,<\/p>\n<p>Erzbischofs (Humbert) von Besan\u00e7on, der Bisch\u00f6fe Stefan von Metz, Albero von L\u00fcttich, Ortlieb von Basel, Bucco von Worms, Embricho von W\u00fcrzburg und Werner von M\u00fcnster, der Herz\u00f6ge Friedrich (II. von Schwaben), Konrad (von Z\u00e4hringen) und Matth\u00e4us (von<\/p>\n<p>Oberlothringen), Markgraf Hermanns (von Baden), Graf Bertolfs (von Nimburg) und Graf Friedrichs (von Pfirt) die bereits fr\u00fcher gew\u00e4hrte Freiheit, da\u00df von keinem seiner Nachfolger in den Besitz des Klosters eingegriffen werden darf. Des weiteren verbietet er<\/p>\n<p>widerrechtliche Eingriffe jedweder weltlichen Person in das Kloster, bestimmt, da\u00df nur der Abt \u00fcber die <em>familia<\/em> und die Ministerialen Herrschaft aus\u00fcbt (<em>interdicimus, ut nulla secularis potestas, dux vel marchio, comes aut vicecomes, advocatus vel sub advocatus <\/em><\/p>\n<p><em>aliquam in eadem abbatia iniustam vel violentam exerceat potestatem, sed tota eiusdem \u0119cclesi\u0119 familia intus et exterius specialiter autem illi ministeriales \u0119cclesi\u0119, qui abbati fratribusque cotidiano servitio assistunt, quadam familiaritatis libertate de omni forisfacto <\/em><\/p>\n<p><em>abbati tantum respondeant<\/em>) und gew\u00e4hrt den M\u00f6nchen das Recht der freien Wahl eines Abtes aus ihrem Konvent.&#8220; Das geschah am 28. Mai 1139 in Stra\u00dfburg. RI IV,1,2 n. 134 Konrad best\u00e4tigte vor Weinsberg eine Schenkung von G\u00fctern in R\u00fcmlang und Riet.<\/p>\n<p>1141 war der p\u00e4pstliche Legat Dietwein in Deutschland. Er stammte aus Schwaben, war Prior in Maursm\u00fcnster, sp\u00e4ter Kardinal von Santa Rufina und Porto. Er weihte 1141 die neuerbaute oder restaurierte Kirche auf der Ufnau. Bei dieser Gelegenheit wurden<\/p>\n<p>die Gebeine des Heiligen Adelrich erhoben und seine Heiligsprechung vollzogen. Das erste erhaltene Abtssiegel von Einsiedeln stammt von Abt Werner. Er verstarb am 5.oder 6. M\u00e4rz 1142. Sein Nachfolger wurde Rudolf II. Das Liber Heremi und auch das<\/p>\n<p>Badische Geschlechterbuch sehen in ihm ein Familienmitglied der Grafen\u00a0 von Lupfen. Bei seiner Wahl zeigte sich, dass die Vorkehrungen Abt Werners durchaus sinnvoll waren, als er sich von Konrad die freie Abtwahl best\u00e4tigen lie\u00df. Die M\u00f6nche w\u00e4hlten<\/p>\n<p>den neuen Abt. Doch der Klostervogt Rudolf von Rapperswil (Vogt von 1142-1144) sowie Ministeriale erkannten die Wahl nicht an, da sie nicht geh\u00f6rt worden waren. Sie \u00fcberfielen das Stift, verwundeten einige M\u00f6nche und auch den neugew\u00e4hlten Abt.<\/p>\n<p>Diese flohen nach Konstanz zu Konrad, der gerade in Konstanz (oder auf der Reichenau) weilte und dort einen Hoftag abhielt.Er setzt Rudolf, der von den M\u00f6nchen rechtm\u00e4\u00dfig erw\u00e4hlt wurde, als Abt der Abtei Einsiedeln ein und ordnet dessen Weihe durch den<\/p>\n<p>p\u00e4pstlichen Legaten und Kardinalbischof Dietwin (von S. Rufina) an. RI IV,1,2 n. 233 4 Der p\u00e4pstliche Legat und vier Bisch\u00f6fe, n\u00e4mlich Embricho von W\u00fcrzburg, Otto von Freising, Hermann von Konstanz und Konrad von Chur, sowie die \u00c4bte Fridelo von Reichenau<\/p>\n<p>und Werner von St. Gallen waren zugegen. An weltlichen Gr\u00f6\u00dfen waren die Herz\u00f6gen Friedrich (II.) von Schwaben und sein Sohn Friedrich, Konrad (von Z\u00e4hringen) (<em>Burgundionum dux<\/em>), Matth\u00e4us von (Ober-)Lothringen und Welf (VI.), die Grafen Rudolf von<\/p>\n<p>Bregenz, Rudolf von Ramsberg, der Markgrafen Hermann von Baden, die Grafen Friedrich und Burchard von Zollern, Markward von Veringen, Eberhard von (Ober-)Kirchberg und Werner von Habsburg vertreten. Am 12.4.1142, das war der Palmsonntag,<\/p>\n<p>weihte der p\u00e4pstliche Legat Dietwein Rudolf auf der Reichenau zum Abt von Einsiedeln. Auf Gehei\u00df des Legaten wurde auch der Streit um das geraubte Haupt des heiligen Justus beendet. Er wies die M\u00f6nche von Alpirsbach 1143 an, das Haupt zur\u00fcck zu geben.<\/p>\n<p>Zu Beginn der Amtszeit des\u00a0 neuen Abtes flammte auch der Streit mit den Schwyzern und den Grafen von Lenzburg wegen der Alpen und Weiden wieder auf. In Stra\u00dfburg wurde am 8. Juli 1143 \u201cauf Intervention und Bitten K\u00f6nigin Gertruds der Streit zwischen Graf<\/p>\n<p>Ulrich von Lenzburg (<em>\u01d1thelricum de Lenzenb\u016frg<\/em>), dessen Miterben und den Einwohnern von Schwyz (<em>cives de Suites<\/em>) einerseits und Abt Rudolf von Einsiedeln (<em>monasterii Megenradescella dicti, quod consecratum est in honorem sanct\u0119 dei genitricis Mari\u0119 sanctique <\/em><\/p>\n<p><em>Mauricii martyris<\/em>) andererseits zur Entscheidung durch das Gericht seines Hofes (<em>finali iudicio curi\u0119 nostr\u0119<\/em>) vorgelegt.\u00a0Er l\u00e4\u00dft zu diesem Zweck auf dem Hoftag in Gegenwart des Einsiedler Vogtes Rudolf von Rapperswil eine Urkunde Kaiser Heinrichs V. verlesen, mit<\/p>\n<p>der aufgrund eines Urteils der \u00f6rtlich zust\u00e4ndigen Schwaben dieselbe Angelegenheit zugunsten des damaligen Abtes Ger und dessen Vogtes Ulrich (von Rapperswil) entschieden wurde: Die Grafen Rudolf und Arnulf (von Lenzburg) und die Einwohner von Schwyz,<\/p>\n<p>welche ein an ihre eigenen Felder angrenzendes Waldgebiet, das dem Kloster von den Kaisern Otto II., Otto III., Heinrich III. und Heinrich IV. als Reichsgut \u00fcberlassen worden war, gewaltsam an sich gebracht hatten, wurden zu einer Bu\u00dfe verurteilt. Konrad verh\u00e4ngt<\/p>\n<p>\u00fcber den Grafen Ulrich und seine Streitgenossen, die dieses Urteil nicht akzeptiert hatten, eine weitere Geldstrafe und best\u00e4tigt den Besitzstand Einsiedelns innerhalb genannter Grenzen nach dem Vorbild von in seiner Gegenwart und mit Zustimmung des Hofes<\/p>\n<p>anerkannten, von fr\u00fcheren K\u00f6nigen und Kaisern ausgestellten Privilegien des Klosters\u201d . Die Liste der Zeugen war wieder beindruckend n\u00e4mlich die Bisch\u00f6fe Embricho von W\u00fcrzburg, Burchard von Stra\u00dfburg und Ortlieb von Basel, die \u00c4bte Berthold von Murbach,<\/p>\n<p>Wibald von Stablo, Fridelo von Reichenau und Walter von Selz, Herzog Friedrich (II.) von Schwaben, Herzog Konrad (von Z\u00e4hringen), Markgraf Hermann (von Baden), Rudolf von Hohenberg, Volkmar von Froburg, Graf Ulrich von Gammertingen, Graf Eberhard von<\/p>\n<p>Kirchberg, Berthold von Kalden, Ludwig von \u00d6ttingen, Graf Dietrich von M\u00f6mpelgard, Graf Ulrich von Egisheim, Graf Siegfried von Boyneburg in Sachsen, Graf Adolf von Berg in Westfalen, Graf Simon von Saarbr\u00fccken, Graf Sigibert (von Frankenburg), Heinrich von<\/p>\n<p>Rheinau, Marquard von Grumbach, Konrad von Schwarzenberg, Graf Berthold von Nimburg, Sigebodo von Hohweiler, Marquard von Rothenburg, Berthold von Tannegg, Heinrich von Rheinfelden, Konrad von Krenkingen, Heinrich von K\u00fcssaberg, Burchard von<\/p>\n<p>Herznach, Hugo von Teufen. \u2013 RI IV,1,2 n. 277<\/p>\n<p>1155 verkaufte Rudolf das am Bodensee gelegen Landgut Maurach an das Kloster Salem (heute direkt unter der Birnau) und kaufte daf\u00fcr ein g\u00fcnstiger gelegenes Gut. Am 18.3. 1161 best\u00e4tigte Papst Viktor IV. dem Kloster die Schenkung des Kloster<\/p>\n<p>Fahr und erkl\u00e4rte dieses als unver\u00e4u\u00dferliches Eigentum von Kloster Einsiedeln.Viktor IV. war der von Barbarossa gest\u00fctzte Gegenpapst zu dem am 18. September 1159 gew\u00e4hlten Papst Alexander III. Aus der von Viktor ausgestellten Urkunde l\u00e4sst sich schlie\u00dfen,<\/p>\n<p>dass Einsiedeln auf Seite der Staufer stand. Rudolf starb am 15. November 1171. Und es wiederholten sich die Vorg\u00e4nge der Wahl von Rudolf. Die M\u00f6nche w\u00e4hlten einen Abt aus ihrer Mitte<\/p>\n<p>aber auch diesmal erkannte ihn der Vogt Rudolf von Rapperswil nicht an. Sein Name ist nicht n\u00e4her bekannt. Der Vogt verlangte, dass sein Bruder, der M\u00f6nch in St. Gallen war Abt in Einsiedeln werden sollte. Nach dem Liber Heremi und Bonstetten war es Warin.<\/p>\n<p>Der Vogt hatte den M\u00f6nchen so zugesetzt, dass sie sich f\u00fcgten. Einige gelangten allerdings nach S\u00e4ckingen, wo sich Friedrich gerade aufhielt. Er setzte am 28. Februar oder 1. M\u00e4rz beide \u00c4bte ab\u00a0 RI IV,2,3 n. 2011 und ernannte Werner II. zum Abt von Einsiedeln.Er war<\/p>\n<p>erst Diakon, als er zum Abt bestimmt wurde. Deswegen wurde er im Fraum\u00fcnster in Z\u00fcrich zu Priester geweiht. Am 5. M\u00e4rz kehrte er nach Einsiedeln zur\u00fcck. Er suchte die Misswirtschaft der vergangenen Jahre wieder gut zu machen. Ob sich das nur auf die beiden<\/p>\n<p>Jahre mit zwei \u00c4bten oder einen l\u00e4ngeren Zeitraum bezieht, kann ich nicht ersehen. Auf jeden Fall erwarb er versetzt Kircheng\u00fcter f\u00fcr 200 Mark zur\u00fcck. In Einsiedeln und auf Stiftsg\u00fctern lie\u00df er neue Bauten erstellen. Er vermehrte den Grundbesitz. In einigen Orten,<\/p>\n<p>so in Riegel,\u00a0 Pf\u00e4ffikon, Br\u00fctten und Erlenbach zog er die Meier\u00e4mter wieder an sich. Die Meier waren oft zu m\u00e4chtig geworden und n\u00fctzten ihr Amt zum Schaden des Klosters aus. Werner ersetzte sie durch Amtm\u00e4nner, die man beliebig ihrer Stelle entheben<\/p>\n<p>konnte.<\/p>\n<p>Wahrscheinlich stammen von ihm auch die Konstitutionen, \u201cordo ad faciendum monachum\u201d. Diese geben einen guten Einblick, was Br\u00fcder und Sch\u00fcler das Jahr \u00fcber W\u00e4sche, Kleidern, Pelzen und Schuhwerk zu bekommen hatten. Zu Lebzeiten<\/p>\n<p>Friedrich Barbarassos hatte der Abt keine Schwierigkeiten mehr mit seinem Vogt. Ab 1190 \u00e4nderte sich dieses, so sehr dass er 1192 gegen den Willen seiner Mitbr\u00fcder resignierte. Dem Kloster blieb er aber noch als Dekan erhalten. Er mehrte noch den Klosterschatz<\/p>\n<p>Werner war zugleich Bibliothekar und k\u00fcmmerte sich um B\u00fccher. Das Werk \u201cabedecarius\u201d lie\u00df er in zwei B\u00e4nden binden.<\/p>\n<p>Werner verstarb 1210. Der genaue Todestag ist nicht bekannt.<\/p>\n<p>Nach der Resignation Werners scheint Rudolf von Rapperswil im 3. Anlauf an seinem Ziel angekommen. Die M\u00f6nche w\u00e4hlten wahrscheinlich auf erheblichen Druck seinen Bruder oder Sohn zum Nachfolger.Seine schlechte Regierung wird hervorgehoben, ja<\/p>\n<p>er wird als \u201cFlagellum quoddam iracundiae Dei\u201d also als wahre Gottesgeissel bezeichnet. Doch nachdem, was wir wissen, scheint es doch, dass er den Nutzen des Stiftes zu wahren suchte. Er verteidigte das Pr\u00e4sentationsrecht gegen\u00fcber Bischof<\/p>\n<p>L\u00fctold von Basel (1192-1213) auf die Kirche von Hohenkirch im Oberelsass. Auch das Patronat \u00fcber die Kirche von Stetten, auch im Oberelsass und die Leonhardskirche in Basel wurde anerkannt. Das Patronat \u00fcber die Kirche in Weiningen, dass Judenta an Fahr<\/p>\n<p>geschenkt hatte, musste er gegen\u00fcber Bischof Diethelm von Konstanz aber aufgeben. 1206 musste er aber die Abtei abgeben, warum ist nicht mehr bekannt, wie die Einsiedler Annalen vermerken. Die selbe Quelle gibt auch an, das Ulrich im selben Jahr verstorben<\/p>\n<p>ist. Der Einfluss der Rapperswiler Schutzv\u00f6gte scheint nun gebrochen zu sein.Sp\u00e4ter wird das Verh\u00e4ltnis sogar freundschaftlich.<\/p>\n<p>Nachdem Ulrich abgetreten war, nahm Berthold den Einsiedler Abtsstuhl ein, nach Bonstetten und dem Liber heremi ein Freiherr von Waldsee und aus der Familie der Grafen von Heiligenberg. Von Bonstetten wird er hochger\u00fchmt, was sich ebenso wenig<\/p>\n<p>belegen\u00a0 l\u00e4sst, wie die Vorw\u00fcrfe der Mi\u00dfwirtschaft seines Vorg\u00e4ngers. Dass er aber von Papst Innozenz III. zusammen mit dem Bischof Reinherr von Chur (1194-1209), der f\u00fcr den Papst \u00f6fters in Streitsachen als Schiedsrichter t\u00e4tig war, in der Streitsache des Grafen<\/p>\n<p>Rudolf von Montfort und dem Abt Konrad von\u00a0 Alt-St. Johann, das ist ein Mitte des 12. Jahrhunderts im oberen Thurtal gegr\u00fcndetes Benediktinerkloster, als Schiedsrichter eingesetzt wurde, spricht durchaus f\u00fcr seinen Ruf. Auch f\u00fcr den Erzbischof von<\/p>\n<p>Mainz, Siegfried von Eppstein, schlichtete er 1210 zusammen mit Abt Heinrich II. von Rheinau (1206-1233) in einer Streitsache der \u00c4btissin von Fraum\u00fcnster in Z\u00fcrich und ihrem Meier\u00a0 in Horgen. Der Spruch erging am 20. Juli 1210. Um diese Zeit brach auch der<\/p>\n<p>Marchenstreit aufs Neue aus. Abt Bertold weilte am 31. M\u00e4rz 1213 am Hoflager des jungen Stauferherrschers Friedrich II, der von dort aus den Kampf um sein Reich aufnahm. M\u00f6glicherweise wollte er sich Hilfe bei Friedrich in der Streitigkeit<\/p>\n<p>mit den Schwyzern holen. Aber sicher hatte Friedrich zu derzeit andere Sorgen. Es ist auch m\u00f6glich, dass diese alte Streitigkeit den Abt zur Resignation veranlasste. Der genaue Grund ist nicht bekannt, auch nicht sein Todesdatum. 1216 hat er wohl noch gelebt,<\/p>\n<p>denn er wird in einer Urkunde\u00a0 \u00fcber einen G\u00fcteraustausch im Jahre 1216 aufgef\u00fchrt: \u201cdominus Covnradus abbas, Bertholdusa prior abbas,\u201d1213 .<\/p>\n<p>Konrad stammte, wie das Liber Heremi und Bonstetten berichten aus der Familie der Grafen von Kiburg \u2013Thun. Aus seiner Familie kennen wir neben Konrad noch Heinrich von 1216 bis 1238 Bischof von Basel sowie Burkhard von Unspunnen. Mit ihm, der zwischen<\/p>\n<p>1232 und 1237 starb, erlosch die Familie im\u00a0 Mannesstamm. Als Konrad an die Regierung kam, war die Auseinandersetzung zwischen dem Staufer Friedrich und dem Welfen Otto noch in vollem Gange. Erst die Niederlage des Welfen in der Schlacht bei<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/220px-bergabe_des_Thronfolgers_des_spteren_Friedrich_II_an_die_Herzogin_von_Spoleto.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-width: 0px;\" title=\"220px-\u00dcbergabe_des_Thronfolgers,_des_sp\u00e4teren_Friedrich_II,_an_die_Herzogin_von_Spoleto\" alt=\"220px-\u00dcbergabe_des_Thronfolgers,_des_sp\u00e4teren_Friedrich_II,_an_die_Herzogin_von_Spoleto\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/220px-bergabe_des_Thronfolgers_des_spteren_Friedrich_II_an_die_Herzogin_von_Spoleto_thumb.jpg\" width=\"157\" height=\"244\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>Bouvines 1214 entschied den Machtkampf zugunsten Friedrichs, weil sein Gegenspieler Otto jetzt die Unterst\u00fctzung vieler Reichsf\u00fcrsten verlor. Den Kampf um das K\u00f6nigtum nutzten die Schwyzer um ihre Vorst\u00f6\u00dfe auf das Stiftsgebiet wieder<\/p>\n<p>aufzunehmen. Diesmal ging es vor allem um die Gegend des oberen Sihltals. Sowohl das Stift als auch die Schwyzer rodeten in diesem Gebiet. Das f\u00fchrte zwangsl\u00e4ufig wieder zu Konflikten. Der Abt wandte sich an seine Schutzv\u00f6gte Rudolf und Heinrich von<\/p>\n<p>Rapperswil. Diese griffen wohl brachial durch. Sie brannten die H\u00fctten und St\u00e4lle nieder, die die Schwyzer auf Klostergebiet errichtet hatten, nahmen Vieh und Werkzeug weg und wer sich zur Wehr setzte, wurde get\u00f6tet. Die Sache wurde vor den<\/p>\n<p>Landvogt im Z\u00fcrichgau,\u00a0 Rudolf II. von Habsburg,\u00a0 gebracht,der im Amt auf die Grafen von Lenzburg gefolgt war. Am 11.6.1217 entscheidet Graf Rudolf II. von Habsburg den dreij\u00e4hrigen Streit zwischen Abt Konrad I. von Einsiedeln und den V\u00f6gten des Klosters Rudolf<\/p>\n<p>und Heinrich von Rapperswil einerseits und den Landleuten von Schwyz anderseits um den Wald, in dem das Gotteshaus gelegen ist, als von beiden Teilen angerufener Richter unter Zuziehung von adeligen Herren und Dienstleuten, indem er die Urkunden und<\/p>\n<p>Ansprachen beider Teile als abgetan erkl\u00e4rt und eine neue Grenzlinie festsetzt. Die Schwyzer bekamen\u00a0 das hintere Sihltal, sowie die T\u00e4ler der Waag und Minster und das obere Alptal zugesprochen. Beide Parteien hatten vorher zugesagt, sich der Entscheidung des<\/p>\n<p>Landgrafen des Z\u00fcrichgaus zu f\u00fcgen. Der Kompromiss, den Rudolf\u00a0 erreichte, fiel zwar zu Lasten des Stiftes aus, aber er beendete auch einen langen Streit. Er flammte zwar sp\u00e4ter nochmals aus, aber waren es bisher vor allem wirtschaftliche Gr\u00fcnde,\u00a0 so waren bei<\/p>\n<p>seinem sp\u00e4teren Wiederaufleben vor allem politische Fragen im Spiel.<\/p>\n<p>Weiteres Ungemach folgte. Nur 10 Jahre nach diesem f\u00fcr das Kloster ungl\u00fccklichen Entscheid fiel, brannte es am 5. Mai 1226 wieder im Kloster. Die Kirche fiel dem Feuer zum Opfer, wurde aber noch im gleichen Jahr wieder aufgebaut. Bischof Konrad weihte die<\/p>\n<p>Kirche und Abtskapelle wieder ein.<\/p>\n<p>Am 8.5.1219\u00a0 erneuert Bischof Konrad II. von Konstanz\u00a0 eine Urkunde seines Vorg\u00e4ngers Diethelm, wonach die Kirche Weiningen gem\u00e4ss Stiftung der Judenta von Regensberg dem Kloster Fahr zustehen soll und der fr\u00fchere Abt Ulrich I. von Einsiedeln dieses Recht<\/p>\n<p>anerkannt hat.\u00a0 Dies geschah auf Bitten des Erzbischofs Eberhard von Salzburg. Damit war der Streit, der zwischen Abt Ulrich und dem Konstanzer Bischof Diethelm \u00fcber das Patronat der Kirche von Weinigen bestanden hatte, endg\u00fcltig beigelegt. Der p\u00e4pstliche<\/p>\n<p>Legat Konrad, Bischof von Porto best\u00e4tigte dies den Frauen von Fahr am 11. Januar 1224. 1230 gestattet Abt Konrad Rudolf von Rapperswil zum Dank f\u00fcr die Hilfe im Marchenstreit, sich auf der Landzunge Endingen anzusiedeln, die dem Stift geh\u00f6rte. Dort enstanden<\/p>\n<p>Stadt und Schloss Rapperswil.<\/p>\n<p>Auch Konrad war im Auftrag des Papstes t\u00e4tig. So hatte er im M\u00e4rz 1217 einen Streit zwischen Diakon Heinrich und dem Konstanzer Propst Heinrich von Tanne um eine Kirche zu schlichten, zusammen mit Abt Cuno\u00a0 vom Kloster Marienberg und dem Propst des<\/p>\n<p>Augustinerchorherrenstifts \u00d6hningen auf der H\u00f6ri.<\/p>\n<p>Wahrscheinlich in der Amtszeit dieses Abts stammt das \u00e4lteste Urbar von Kloster Einsiedeln. Es ist zwar nicht vollst\u00e4ndig, gibt aber wertvolle Aufschl\u00fcsse \u00fcber die Besitzungen des Klosters und dessen Eink\u00fcnfte, aber auch \u00fcber wirtschaftliche und kulturelle<\/p>\n<p>Zust\u00e4nde.<\/p>\n<p>Wie seine Vorg\u00e4nger verzichtete auch Konrad auf die Abtei. Nach den Annalen geschah dies im Jahr 1234. Im gleichen Jahr ist auch sein Todesjahr.Nach der Resignation Konrads wurde\u00a0 Anselm von Schwanden zum Abt gew\u00e4hlt. Er entstammte dem<\/p>\n<p>Geschlecht der Freiherren von Schwanden, die ihren Sitz in der Pfarrei Schupfen im Bezirk Aarberg hatten.Urkundlich fassbar wird Anselm erstmals am 25.1.1239. Da wird ein G\u00fctertausch zwischen dem Zisterzienserkloster Kappel und dem Stift Einsiedeln<\/p>\n<p>beurkundet. Kloster Kappel hatte 1228 von den Habsburgern den Hof in Baar im Kanton Zug erworben. Die Urkunde wird heute noch im Pfarrarchiv der Gemeinde Baar aufbewahrt und ist das \u00e4lteste Schriftdokument der Gemeinde.<\/p>\n<p>In Baar hatte das Kloster Einsiedeln am M\u00fchlbach, einem Seitenarm der Lorze seine Klosterm\u00fchle erbaut. Es ist dies die \u00e4lteste M\u00fchle im Kanton Zug. Das Kloster Kappel wollte wohl seinen Besitz in Baar ausweiten. Ein G\u00fctertausch mit Kloster Einsiedeln bot sich an.<\/p>\n<p>F\u00fcr seine\u00a0 Besitzungen in Finstersee tauschte es die M\u00fchle und einen Hof in Baar ein. Abt Heinrich von Kappel und Anselm vom Kloster Einsiedeln nahmen den Tausch vor. In der Folge taucht Anselm noch mehrere Male in Urkunden auf. Er nimmt Schenkungen<\/p>\n<p>entgegen, die er oft gleich wieder als Lehen an den Schenkenden vergibt. So 1244 an den B\u00fcrger Anton von Rapperswil, der wohl derselbe ist, der\u00a0 am 25.1.1252 von Anselm den Zehnten der Pfarrei Meilen verliehen bekommt. Mit den Grafen von Rapperswil stand<\/p>\n<p>er wohl auf gutem Fu\u00dfe, den er tritt \u00f6fters als Zeuge in Urkunden des Grafen auf. Daneben gibt es kleinere Gesch\u00e4fte, die Leibeigene betrafen.<\/p>\n<p>Wie oben ausgef\u00fchrt hatte Otto I. ja den Hof in Pf\u00e4ffikon geschenkt. Das Kloster errichtete dort einen\u00a0 Speicher zur Lagerung des Zehnten. Abt\u00a0 Anselm lie\u00df dort einen Turm errichten zur Abwehr feindlicher Angriffe und zum Schutz der Klosterl\u00e4ndereien.<\/p>\n<p>Wohl unter Abt Johannes I. von Schwanden wurde die Anlage mit Mauern, W\u00e4llen und Wassergr\u00e4ben weiter verst\u00e4rkt. Auch in der Folgezeit war die Anlage wichtig. Sie diente \u00f6fters als Abtsresidenz. 1480 fand hier die Abtswahl statt und nach dem gro\u00dfen<\/p>\n<p>Klosterbrand von 1577 kamen die M\u00f6nche hier f\u00fcr 7 Monate unter.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/300px-Schlossanlage_Pfffikon3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-width: 0px;\" title=\"300px-Schlossanlage_Pf\u00e4ffikon3\" alt=\"300px-Schlossanlage_Pf\u00e4ffikon3\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/300px-Schlossanlage_Pfffikon3_thumb.jpg\" width=\"244\" height=\"184\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>Auch in Diensten des Papstes finden wir den Abt \u00f6fters. In Rom war seit 1243 Innozenz IV. Papst.In St. Gallen war Burchard von Falkenstein 1244\u00a0 Abt geworden (siehe Blog St.Gallen) Das Kloster stand bisher fest auf Seiten des Kaisers.<\/p>\n<p>Der neue Abt aber schwenkte ins p\u00e4pstliche Lage \u00fcber. Der St. Gallener Abt wurde f\u00fcr seinen Positionswechsel schnell belohnt.Das Kloster Rheinau war durch seine V\u00f6gte, die Herren von Krenkingen in missliche Lage gebracht worden. Papst Innozenz hatte<\/p>\n<p>die Verwaltung des Stifts dem Konstanzer Bischof Heinrich von Tanne \u00fcbertragen. Doch dieser verstarb 1248. Der Papst \u00fcbertrug\u00a0 am 7. September 1248 Abt Burchard die Verwaltung des vakanten Klosters. Allerdings stie\u00df auf heftigen Widerstands des Nachfolgers<\/p>\n<p>des verstorbenen Bischofs von Konstanz, Eberhard II. ein Neffe von Bischof Heinrich. Er erhob ebenfalls seinen Anspruch auf das Kloster. Der Papst befahl\u00a0 am Tag der \u00dcbertragung auf den St. Gallener Abt dem Rheinauer Konvent dem als Verwalter eingesetzten<\/p>\n<p>Abt zu gehorchen und Abt Anselm aus Einsiedeln den Konvent n\u00f6tigenfalls mit Gewalt zum Gehorsam\u00a0 zwingen. Am 30.5. 1250 beauftragte er Abt Anselm, das Kloster St. Gallen mit der Abtei Rheinau zu vereinigen und erst am 1.7.1250 gelangte der St. Gallener Abt in<\/p>\n<p>den Besitz des ihm vom Papst zugesprochenen Klosters.<\/p>\n<p>Auch Einsiedeln hatte sich nicht aus den Streitigkeiten zwischen\u00a0 Papst und Kaiser heraushalten k\u00f6nnen. Innozenz hatte nach seiner Wahl das Konzil 1245 abgehalten. Dort hatte er Kaiser Friedrich des Eidbruchs, der H\u00e4resie, des Sakrilegs und<\/p>\n<p>der Unterdr\u00fcckung der kirchlichen Freiheiten angeklagt. Der Kaiser wurde in allen Punkten schuldig gesprochen und erneut gebannt und der Gehorsam gegen ihn wurde verboten.\u00a0 \u00dcber alle Gebiete, die dem Staufer anhingen, wurde das Interdikt ausgesprochen.<\/p>\n<p>Der Bischof von Konstanz wurde am 10. Juni 1247 bevollm\u00e4chtig, die Durchf\u00fchrung mit schwersten Strafen zu erzwingen. Das Kloster Einsiedeln erwirkte sich, wie auch andere Kl\u00f6ster, die Erlaubnis, das Interdikt milder beobachten zu d\u00fcrfen, also ohne<\/p>\n<p>Glockenl\u00e4uten Gottesdienst hinter verschlossenen T\u00fcren feiern zu d\u00fcrfen, vorausgesetzt man habe nicht selbst zum Interdikt Anlass gegeben (16.12.1247).Auch Kremsm\u00fcnster (21.1.1247), Pf\u00e4fers (23.5.1248), und Mehrerau (27.5.1248) erreichten diese<\/p>\n<p>Verg\u00fcnstigung. Weitere Gnadenerweise waren der 40 t\u00e4gige Ablass f\u00fcr alle Gl\u00e4ubigen, die Einsiedeln an an Weihnachten, Ostern, Pfingsten, an den Festen der Jungfrau Maria und am Fest der Kirchweihe besuchen.<\/p>\n<p>Der Papst war also durchaus freigiebig mit Gnadenerweisen auch wenn es darum ging, Parteig\u00e4ngern mit Pfr\u00fcnden zu versorgen. Nachdem sich solche Ansinnen h\u00e4uften, wandte sich Anselm an den Bischof von Sitten, Heinrich von Raron und den St. Gallener Abt um<\/p>\n<p>Vermittlung. Darauf bestimmte Innozenz am 31.8.1250, dass das Kloster von solchen Bel\u00e4stigungen verschont blieb. Der Propst von Interlaken wurde beauftragt, daf\u00fcr zu sorgen.\u00a0 Am 16.2.1251 erlaubte der Papst dem Abt den Gebrauch des Siegelrings und Mitra auf<\/p>\n<p>Lebenszeit.<\/p>\n<p>Auch der Nachfolger von Innozenz, Papst Alexander IV. (Papst von 1254-1261) setzte Abt Anselm ein. Auf der Reichenau war Burkhard von Hewen von 1253-1259 (siehe Reichenau)Abt. Das Kloster war ziemlich heruntergekommen. Die Mehrheit der M\u00f6nche<\/p>\n<p>wandte sich an Papst Alexander. Dem Abt wurde Verschleuderung der Klosterg\u00fcter, Simonie und Zerst\u00f6rung des Ordensleben vorgeworfen. Darauf hin setzte der Papst den Abt von Ottobeuren Heinrich, Anselm von Einsiedeln und den Abt von Neuwiller im Elsass<\/p>\n<p>zur Untersuchung der Vorw\u00fcrfe ein. Au\u00dferdem sollten sie auch eine Reform des Klosters voranbringen. Am 6. Februar 1258 \u00fcbertrug Papst Alexander den St. Gallener Abt Berchtold die geistliche und weltliche Verwaltung Kloster Reichenaus. Das wieder rief den<\/p>\n<p>Konstanzer Bischof auf den Plan, der an die p\u00e4pstliche Kurie berichtete, der Bericht Burchards sei reine Erfindung. Daraufhin wurde Anselm wieder mit der Untersuchung der Vorf\u00e4lle betraut. Am 7. M\u00e4rz 1258\u00a0 befahl der Papst,\u00a0 Abt Anselm bei er Untersuchung<\/p>\n<p>zu unterst\u00fctzen. Au\u00dferdem nahm er die \u201derschlichene Bestellung des Abts von St. Gallen zum Koadjutor des Reichenauer Abts\u201d zur\u00fcck. Burkhard verzichtete auf die Reichenau und schlug Albrecht von Ramstein als Abt f\u00fcr die Reichenau vor.<\/p>\n<p>Dieser war Pf\u00f6rtner und Konventuale in St. Gallen, au\u00dferdem ein Vetter und Vertrauten Burchards. Der Papst berief nun die beiden streitenden Parteien nach Viterbo. Dort gelang es dem Papst, Abt und Bischof zu vers\u00f6hnen. Albrecht wurde1259 zum<\/p>\n<p>Reichenauer Abt gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Die im Z\u00fcricher Urkundenbuch abgedruckte Urkunde Nr. 1325 ist die letzte, die uns von Anselm \u00fcberliefert ist. Es handelt sich um eine Schenkung Anselms eines Guts in Killwangen an das Kloster Wettingen.<\/p>\n<p>Am 30. Dezember 1266 verstarb Abt Anselm.<\/p>\n<p>Als sein Nachfolger wurde Ulrich II. von Winneden gew\u00e4hlt. Das Liber Heremi sagt, dass er vorher Kustos gewesen sei und in einer Urkunde (Z\u00fcricher Urkundenbuch III Nr. 1214) erscheint auch ein Kustos Ulrich als Zeuge.<\/p>\n<p>Er stammte aus der Familien der Edlen von Winneden, das heutige Wennedach, Gemeinde Reinstetten im Kreis Biberach\/Riss. Er hatte wohl drei Br\u00fcder, einen namens Heinrich, der die Herrschaft Wennedach innehatte,<\/p>\n<p>einen, dessen Namen wir nicht mehr kennen und Konrad, der M\u00f6nch in Augsburg war. Heinrich hatte drei Kinder, Mechthild, die Klosterfrau in Fahr wurde, Diethoh, der uns noch begegnen wird und ein drittes, dessen Name uns nicht bekannt ist.<\/p>\n<p>In Urkunden tritt der Abt erstmals am 25. Oktober\u00a0 1268 auf (Z\u00fcricher Urkundenbuch Nr.1397) Es geht hierbei um einen Streit \u00fcber Eigentumsrechte um eine Mauer zwischen einem Hof des Klosters Einsiedeln und dem Fraum\u00fcnsterkirchhof in<\/p>\n<p>Z\u00fcrich. Am 13. Januar 1275 gibt der Abt und der Konvent G\u00fcter in Laupheim, Wennedach und Simmisweiler an den Edlen Diethoh von Winnenden zur\u00fcck, die dieser dem Kloster geschenkt und zu Lehen zur\u00fcckerhalten habe, zur\u00fcck,<\/p>\n<p>da sie, so die Begr\u00fcndung, mehr Kosten verursache, als das Kloster daraus je erwirtschaften k\u00f6nne. Der Bauhistoriker Stefan Uhl aus Warthausen meint, dass es sich dabei auch um eine Verschleierung der tats\u00e4chlichen Besitzverh\u00e4ltnisse<\/p>\n<p>gehandelt haben kann. M\u00f6glicherweise hat es sich urspr\u00fcnglich um Reichsgut gehandelt. Und wenn es nun aus Einsiedeln unter der Vorspieglung wirtschaftlicher Erw\u00e4gungen zur\u00fcckgegeben wurde, konnte es faktisch in den Eigenbesitz Diethohs \u00fcbergehen.<\/p>\n<p>1270 erwarb Ulrich die Vogtei \u00fcber die Kircheng\u00fcter in Erendingen im Kanton Aargau zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Am 29. September 1273 wurde Rudolf von Habsburg zum deutschen K\u00f6nig gew\u00e4hlt. Damit endete das Interregnum und es kehrte allm\u00e4hlich wieder Rechtssicherheit im deutschen Reich ein. Im Januar kam der neugew\u00e4hlte K\u00f6nig nach Z\u00fcrich.<\/p>\n<p>Auch Abt Ulrich kam nach Z\u00fcrich. Dort wurde am 26.1.1274 folgende Urkunde ausgestellt: \u201cK\u00f6nig Rudolf I. erkl\u00e4rt, dass er Abt Ulrich II. von Winneden zu Einsiedeln in der Konstanzer Di\u00f6zese durch das k\u00f6nigliche Zepter mit der f\u00fcrstlichen W\u00fcrde bekleidet und ihn<\/p>\n<p>unter die Zahl seiner F\u00fcrsten aufgenommen habe, allen Dienstmannen, Rittern und Untertanen der gedachten Abtei gebietend, demselben als solchem in der Verwaltung der Temporalien Gehorsam zu leisten.\u201d Damit wurde erstmals diese W\u00fcrde an<\/p>\n<p>den Einsiedler Abt verliehen, wobei Rudolf ausdr\u00fccklich bezeugt, dass schon fr\u00fchere \u00c4bte diese W\u00fcrde besessen h\u00e4tten.<\/p>\n<p>1275\u00a0 wurde das Zehntbuch f\u00fcr die Einziehung des Kreuzzugszehnt, der 1274 auf dem beschlossen worden war, angelegt. Dieser wurde dann von 1274-1280 von allen Beziehern geistiger Pfr\u00fcnden erhoben. Dazu mussten sie eine eidliche Selbstangabe abgeben.<\/p>\n<p>Der Einsiedler Abt gab 761 Pfund an Damit hat man ein sch\u00f6nen Einblick in die Verm\u00f6genslage des\u00a0 Stiftes.Oft hatten Eigenleute verschiedener Herren Stifte geheiratet. Das hatte immer wieder zu Schwierigkeiten gef\u00fchrt. Nun einigten sich Stifte, dass Eigenleute<\/p>\n<p>untereinander heiraten\u00a0 konnten, als ob sie demselben Herrn geh\u00f6rten. 1276 gab es eine solche Genossame zwischen den Stiften Pf\u00e4fers, Disentis, Chur, Sch\u00e4nis, St. Gallen, Reichenau,Luzern, S\u00e4ckingen Z\u00fcrich und Einsiedeln.<\/p>\n<p>1277 begab sich Abt wohl auf eine Romfahrt. Am\u00a0 11.8. 1277 verstarb er in Como und ist dort wahrscheinlich \u00a0auch begraben.<\/p>\n<p>In seiner Amtszeit besetzte der Konvent auch einen Abtsstuhl. Dietrich von Rodt aus der Familie der Edelfreien von Rodt in der N\u00e4he von Illertissen wurde 1266 nach Augsburg ins Kloster St. Ulrich und St. Afra berufen.Er folgte dem verstorbenen Abt<\/p>\n<p>Gebwin von Thierheim und war dort Abt bis 1288. Seine Regierung galt als gut. Er war ein Bruder von Wolfhard, der von 1288-1302 Bischof von Augsburg war.<\/p>\n<p>Zu seinem Nachfolger w\u00e4hlen die M\u00f6nchen Peter I. von Schwanden. Er stammte wie sein Vor-Vorg\u00e4nger aus der Familie von Schwanden. Dass er dieser Familie angeh\u00f6rte, belegt dasselbe Epitaph, das auch Auskunft \u00fcber Anselm gibt.<\/p>\n<p>Das einzige Mal, an dem er urkundlich fest zu machen ist, ist der 27. Oktober 1275. Dort erscheint er als Zeuge und wird Kustos genannt. Es ist nicht verwunderlich, dass er sonst nicht in Urkunden auftaucht, denn seine Regierungszeit endete schon am<\/p>\n<p>19. Juni 1280. Wie uns die Annalen berichten, wurde Peter an diesem Tag in der Liebfrauenkapelle in Zug vom Blitz erschlagen. Von Abt Johannes I. wissen wir, dass Peter die Vogteien an den nachgeborenen Sohn Rudolfs IV. von Rapperswil, Rudolf V. \u00fcbertragen<\/p>\n<p>hatte.<\/p>\n<p>Auf ihn folgte Heinrich II. von G\u00fcttingen. Es ist dies der erste Abt in Einsiedeln, dessen Geschlechtsnamen in gleichzeitigen Urkunden genannt wird. Seine Familie, die Freiherren von G\u00fcttingen hatten ihren Stammsitz in dem kleinen Dorf am Bodenseeufer.<\/p>\n<p>Diese Familie stellte mit Rudolf, der von 1220 bis 1223 die Abtsw\u00fcrde bekleidete, bevor er 1223 Bischof von Chur (bis 1226) wurde und Ulrich (1272-1277) zwei \u00c4bte in St. Gallen. Der Bruder Ulrichs, Albrecht ist im St. Gallener Professbuch als Diakon<\/p>\n<p>aufgef\u00fchrt. Sp\u00e4ter wurde Albrecht Barf\u00fcsser. Am 15. Januar 1283 verstarb der letzte Rapperswiler Graf Rudolf V. noch minderj\u00e4hrig. Wie wir oben gesehen haben, hatte Abt Peter diesem die Vogtei \u00fcbertragen. Diese ging nun an seine Tante Elisabeth und deren<\/p>\n<p>Gemahl von Homberg \u00fcber. Die beiden kamen aber nicht um das Lehen ein. Deshalb \u00fcbertrug Abt Heinrich\u00a0 die Vogtei an seinen eigenen Bruder Rudolf von G\u00fcttingen. Damit war allerdings K\u00f6nig Rudolf nicht einverstanden. Gegen eine Entsch\u00e4digung von 200<\/p>\n<p>musste\u00a0 der G\u00fcttinger verzichten. K\u00f6nig Rudolf lie\u00df die Lehen, die eigentlich nur in m\u00e4nnlicher Linie vererbbar waren, durch den Schulthei\u00dfen Dietrich von Winterthur einziehen. Im Laufe dieser Auseinandersetzung \u00fcberfiel der Schultheiss sogar<\/p>\n<p>das Kloster. Daraufhin erwirkte er bei Bischof Rudolf (1274-1293) die Exkommunikation des Schultheissen. Der Bischof entstammte auch dem Hause Habsburg und war ein Vetter Rudolfs.Allerdings geriet er wegen dessen Landerwerbungen<\/p>\n<p>in Gegensatz zu seinem k\u00f6niglichen Verwandten. Im Einverst\u00e4ndnis mit dem K\u00f6nig wurde der Leutpriester der Ufnau mit der Durchf\u00fchrung der Exkommunikation beauftragt. Der Graf von Homberg verstarb 1289. Elisabeth suchte nun nach nach einem<\/p>\n<p>Vergleich. Dieser kam am 21. 1289 in Basel zustande. Die Witwe bekam die H\u00f6fe St\u00e4fa, Pf\u00e4ffikon, Erlenbach und Wollerau, dazu noch die H\u00f6fe von M\u00e4nnedorf und Tuggen die Pf\u00e4fers geh\u00f6rten. Die Vogtei aber blieb bei den Herz\u00f6gen von \u00d6sterreich.Nun aber<\/p>\n<p>flammte der Marchenstreit wieder auf, diesmal wohl politisch motiviert. Nachdem Rudolf K\u00f6nig geworden war, baute er r\u00fccksichtslos seinen Territorialstaat aus und versuchte die Vogteien, wie die von Einsiedeln an sich zu bringen. Von den Waldst\u00e4tten und den<\/p>\n<p>Schwyzern wurde dies mit gro\u00dfem Misstrauen beobachtet. Zwar gibt es eine Bulle aus dem Jahre 1282 In dieser erteilt Papst Martin IV.dem Abt von Pf\u00e4fers infolge Klage des Abtes und Konventes von Einsiedeln \u00fcber Bedr\u00fcckung und Sch\u00e4digung den Auftrag, Abt und<\/p>\n<p>Konvent gegen R\u00e4uber und Angreifer zu sch\u00fctzen und die Fehlbaren mit Kirchenstrafen ohne Appellation in Schranken zu halten. Wahrscheinlich sind die Auseinandersetzungen aber in den letzten Regierungsjahren Rudolfs an zusetzen, wo die Spannungen<\/p>\n<p>zwischenden Eidgenossen und\u00a0 Habsburg auf ihrem H\u00f6hepunkt angelangt waren. Im August 1291 hatten die Eidgenossen ja ihren Bund erneuert.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/440px-Bundesbrief2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-width: 0px;\" title=\"440px-Bundesbrief2\" alt=\"440px-Bundesbrief2\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/440px-Bundesbrief2_thumb.jpg\" width=\"244\" height=\"161\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die Schwyzer gingen nun gegen das Kloster vor, wollten aber eigentlich dessen V\u00f6gte, also die Habsburger treffen. Es war also eine Freiheitsbewegung und kein Klosterstreit, der sich hier auftat.<\/p>\n<p>Papst Nikolaus IV. (1288-1292) best\u00e4tigte am 23. 8 1290 bei Orvieto\u00a0 \u201cdem Abt und Konvent von Einsiedeln auf ihre Bitte alle Freiheiten, die ihnen von seinen Vorg\u00e4ngern, und ebenso die Freiheiten und Befreiungen von weltlichen Abgaben, die ihnen von<\/p>\n<p>K\u00f6nigen, F\u00fcrsten und andern Christgl\u00e4ubigen gew\u00e4hrt worden sind.\u201d Heinrich bem\u00fchte sich sehr um die Verwaltung des Klosterbesitzes, was die Hofrechte von Fahr und Eschenz und Einkunftsverzeichnisse von\u00a0 Riegel,Br\u00fctten, Walahusin und Winterberg belegen,<\/p>\n<p>die er aufzeichnen lie\u00df.\u00a0 1288 erreichte er auch ein Ablassbrief von zw\u00f6lf Erzbisch\u00f6fen und\u00a0 Bisch\u00f6fen, die am p\u00e4pstlichen Hof in\u00a0 Rieti weilten einen Ablassbrief f\u00fcr die St. Gangulf-Kapelle in Einsiedeln.<\/p>\n<p>Laut dem Liber Heremi stirbt Heinrich 1298 in Pf\u00e4ffikon. Der verstorbene Abt war, wie es scheint,\u00a0auch ein F\u00f6rderer von Kunst. Auf ihn bezieht sich wohl der Z\u00fcricher Minnes\u00e4nger Johannes Hadlaub, der ihn als seinen G\u00f6nner bezeichnet. Hadlaub lebte in der 2.<\/p>\n<p>H\u00e4fte des 13. Jahrhunderts und Anfang des 14. Jahrhunderts in Z\u00fcrich. Von ihm sind 51 Lieder und drei Leichs in der Manessischen Handschrift \u00fcberliefert.<\/p>\n<p>Mit Johannes I. von Schwanden tritt das letzte Familienmitglied der Familie von Schwanden sein Amt als Abt an. Im Reich war inzwischen Albrecht K\u00f6nig, der \u00e4lteste Sohn Rudolfs von Habsburg. Nachdem Rudolfs Nachfolger Adolf von Nassau 1298<\/p>\n<p>abgesetzt worden war und am 2. Juli 1298 bei der Schlacht von G\u00f6llheim ums Leben kam, wurde der am 23. Juni als Nachfolger gew\u00e4hlte Albrecht am 25. Juli 1298 in Aachen zum deutschen K\u00f6nig gekr\u00f6nt. Am 1.4.1299 war Albrecht in Konstanz. Dort<\/p>\n<p>verlieh\u00a0 er Abt Johannes die Reichsf\u00fcrstenw\u00fcrde\u00a0 und \u00fcbergab ihm das Zepter. W\u00e4hrend seiner Regierungszeit war Rudolf von Radeg Schulmeister in Einsiedeln. Dieser ist von 1311-1327 bezeugt. Er war ein Sohn des Freiherren Rudolf von Radegg<\/p>\n<p>und hatte wahrscheinlich die Klosterschule in Rheinau besucht. Vor 1311 war er in Einsiedeln an der Schule, aber nicht Konventuale. Durch ihn sind wir so gut wie sonst keinen mittelalterlichen Abt Einsiedelns \u00fcber Johannes unterrichtet.<\/p>\n<p>Rudolf schrieb die \u201cCapella Heremitana\u201d , ein Preisgedicht auf das Kloster Einsiedeln in 854 lateinischen Distichen. Es gliedert sich in Prolog und drei B\u00fccher. Buch I preist die Abtei, Buch II die Person und die Leistungen von Abt Johannes und Buch III<\/p>\n<p>berichtet vom \u00dcberfall der Schwyzer auf das Kloster. Es gilt auch als wichtige Geschichtsquelle aus der Zeit der Entstehung des Schweizer Bundes. Die einzige Handschrift, die 1444 geschrieben worden ist, steht im Kloster Einsiedeln.\u00a0 Sie ist mit einem Kommentar<\/p>\n<p>versehen, der darauf schlie\u00dfen l\u00e4sst, dass das Gedicht beim Unterricht in der Poetik und Rhetorik verwendet wurde. 7 Konventuale lebten zur Zeit Rudolfs im Kloster. Auch unter Abt Johannes stellte das Kloster wieder ausw\u00e4rtige \u00c4bte und zwar Hermann von Arbon<\/p>\n<p>in Pf\u00e4fers (1330-1361). Er ist wohl erst nach 1314 ins Kloster Einsiedeln eingetreten. Hermann von Bonstetten wurde von Papst Johannes XXII. 1333 zum Abt von St. Gallen berufen und war dies bis 1360. Er geriet allerdings in die Streitigkeiten zwischen Papst und<\/p>\n<p>Kaiser Ludwig den Bayern. Th\u00fcring von Attinghausen war von 1333-1345 Abt in Disentis. Er und Heinrich von Bonstetten waren auch unter den Gefangenen beim \u00dcberfall der Schwyzer auf das Kloster.<\/p>\n<p>Am\u00a0 1.8.1314\u00a0 trafen Abt Johannes und der Konvent von Einsiedeln \u201c Bestimmungen \u00fcber sichere Aufbewahrung des Konventssiegels, dass es in der Kiste (arca) der Sakristei aufzubewahren und mit zwei Schl\u00fcsseln zu verschliessen sei, wovon der eine in der Hand<\/p>\n<p>des Abts, der andere in der eines Konventualen liegen soll; bei Meinungsverschiedenheiten \u00fcber den Gebrauch des Siegels zwischen Abt und Konvent soll Albrecht von Uerikon [Albertus de Uirinkon] als Schiedsrichter entscheiden\u201d Abt Hermann von Disentis<\/p>\n<p>traf am 25. M\u00e4rz 1343 eine \u00e4hnliche \u00dcbereinkunft mit seinem Konvent. Unter Abt Johannes wurden eine Reihe frommer Stiftungen f\u00fcr das Kloster get\u00e4tigt. Auch als Bauherr trat er in Erscheinung. Die Verst\u00e4rkung des Turms von Pf\u00e4ffikon wurde oben schon erw\u00e4hnt.<\/p>\n<p>Um das Kloster lie\u00df er eine Umfassungsmauer errichten, der Konvent erhielt neue Wohngeb\u00e4ude, der Vorhof der Kirche wurde neu erstellt, Krambuden gemacht und der schon bestehende Frauenbrunnen versch\u00f6nert. Die Johanneskapelle im Kreuzgang wurde<\/p>\n<p>umgebaut. Auch um weltliche Dinge k\u00fcmmerte sich der Abt. Die Vogtei wurde an Gr\u00e4fin Elisabeth von Rapperswil vergeben, die in zweiter Ehe mit Rudolf von Habsburg-Laufenburg verheiratet war. Den verschuldeten und verpf\u00e4ndeten Hof in Riegel l\u00f6ste er wieder<\/p>\n<p>ein. Weit entlegenen Besitz tauschte er gegen g\u00fcnstig gelegeneren ein. In H\u00f6ngg und Erlenbach lie\u00df er Weinberge anlegen.<\/p>\n<p>Gravierendstes Ereignis aber war der erneute Ausbruch des Marchenstreits. Am 1. Mai 1308 hatte Johann von Schwaben seinen\u00a0 Onkel,\u00a0 K\u00f6nig Albrecht in Windisch an der Reuss erschlagen. Es war um die Herausgabe seines v\u00e4terlichen Erbes, vor allem aber<\/p>\n<p>der Entsch\u00e4digung, die er wegen seines Verzichts auf Mitherrschaft nach den Bestimmungen\u00a0 der Rheinfeldener Hausordnung von 1283 zu beanspruchen hatte. Dies enthielt die Erbfolge Rudolfs I. von Habsburg und war das erste Hausgesetz des Hauses Habsburg.<\/p>\n<p>Albrecht hatte seinen Neffen immer vertr\u00f6stet und die Auslieferung des Erbes verweigert mit den f\u00fcr ihn t\u00f6dlichen Konsequenzen. Nach dem gewaltsamen Tod des K\u00f6nigs begannen die \u00dcbergriffe der Schwyzer. Sie trieben im Sihl-,Alp- und Bibergebiet<\/p>\n<p>Viehherden auf Stiftsgebiet und griffen auch sonst in die Rechte des Stiftes ein. Auch bewaffnete \u00dcberf\u00e4lle in diesem Gebiet und auch auf Stiftsbesitzungen im Zuger Land erfolgten. Das Kloster klagte beim Bischof von Konstanz Gerhard von Bevar (1307-1318)<\/p>\n<p>und K\u00f6nig Heinrich VII. Der Bischof entschied, dass die Schwyzer das Geraubte zur\u00fcck zu geben h\u00e4tten und den Schaden ersetzen m\u00fcssten. Dagegen erhoben die Schwyzer beim Apostolischen Stuhl Einspruch. Der Bischof verh\u00e4ngte die Exkommunikation der<\/p>\n<p>Schwyzer, darunter der Landamman Konrad ab Yberg, seine S\u00f6hne Konrad und Ulrich\u00a0 sowie Rudolf Staufacher, der ehemalige Schwyzer Landamman und seine S\u00f6hne Heinrich und Werner, der wohl beim R\u00fctlischwur dabei war, sowie andere. Die Schwyzer<\/p>\n<p>klagten dagegen in Avignon. Clemens V. beauftragte den Abt\u00a0 von Weingarten Friedrich Heller von Hellersberg und den von Engelberg sowie den Konstanzer Domherrn L\u00fctold von R\u00f6teln mit der Untersuchung der Angelegenheit. Sollte die Exkommunikation nach<\/p>\n<p>erfolgter Appellation erfolgt sein, so sei sie aufzuheben. In der Tat wurde die Exkommunikation am 20.Juli 1310 zur\u00fcckgenommen. Einsiedeln hatte auch bei K\u00f6nig Heinrich geklagt. Dieser war im Mai 1309 in Z\u00fcrich und bald darauf in Konstanz. Heinrich verbot jede<\/p>\n<p>weitere Sch\u00e4digung. Er bestellte auch einen Obmann f\u00fcr ein Schiedsgericht. Wie aus dem Klagerodel hervorgeht, kam es aber zu weiteren \u00dcberf\u00e4llen. Am 14.3.1311 trafen sich die Parteien im Letzikloster in Z\u00fcrich. Die Schwyzer bestimmten ihren Landamman<\/p>\n<p>Konrad ab Yberg und den Amman Werner Tiring als Schiedsleute. F\u00fcr das Kloster wirkten Jakob von Wart und Ritter Rudolf der J\u00fcngere M\u00fclner. Als Obmann wurde von beiden Seiten Ritter Rudolf der \u00c4ltere M\u00fclner gew\u00e4hlt. Die M\u00fclners waren ein einflussreiches<\/p>\n<p>Rittergeschlecht. Beide sa\u00dfen im Rat der Stadt Z\u00fcrich und Rudolf der J\u00fcngere war 1318 Schultheiss in Z\u00fcrich.Bemerkenswert, dass Jakob von Warth der Bruder des K\u00f6nigsm\u00f6rders von 1308, Rudolf von Warth war. Der Spruch sollte bis Johanni ergehen, also 24.6. Beide Seiten<\/p>\n<p>die f\u00fcr die Einhaltung des Richtsspruchs b\u00fcrgen sollten, stellten 10 Geiseln. Die Schwyzer sollten die geraubten G\u00fcter zur\u00fcckgeben und Schadenersatz leisten. Sie hielten sich aber nicht daran. Die Streitereien gingen weiter. Am 24. Mai 1312 schloss Z\u00fcrich<\/p>\n<p>auf Gehei\u00df K\u00f6nig Heinrichs mit den St\u00e4dten Konstanz,Schaffhausen und St. Gallen ein auf 4 Jahre befristetes Schutzb\u00fcndnis ab. Die St\u00e4dte mahnten die Schwyzer, einzulenken.<\/p>\n<p>Inzwischen ging Heinrich\u00a0 auf die Habsburger zu und sicherte ihnen die Wahrung ihrer Rechte in den Waldst\u00e4tten zu. Die Schwyzer mussten nun nachgeben. Die Sache wurde nun vor den Landvogt im Thurgau Eberhard von B\u00fcrglen gebracht. Die Mi\u00dfhelligkeiten<\/p>\n<p>zwischen Z\u00fcrich und der Schwyz wurden beigelegt. Der Landvogt opferte aber die Anspr\u00fcche des Klosters. Dagegen ging das Kloster nat\u00fcrlich vor. Von weltlicher Seite war keine Unterst\u00fctzung mehr zu erwarten. Also wandte sich das Kloster an den Offizialen des<\/p>\n<p>Konstanzer Bischofs. Dieser lie\u00df die Sache vor einem bisch\u00f6flichen Gericht untersuchen. Darauf erfolgte wieder die Exkommunikation der Landamm\u00e4nner. Die Schwyzer klagten in der n\u00e4chsten Instanz, das war der Metropolit von Mainz, also<\/p>\n<p>die dem Konstanzer Bischof vorgesetzte Stufe. In Mainz war zu derzeit Peter von Aspelt (1306-1320) Erzbischof. Bis 1306 war er Bischof von Basel. Er war Parteig\u00e4nger der Luxemburger und als Heinrich in Italien war, auch Reichsverweser. Mainz wies die<\/p>\n<p>Appellanten aber an Konstanz zur\u00fcck. Konstanz ermahnte die Schwyzer wieder zu Schadenersatz und Genugtuung. Die Schwyzer k\u00fcmmerte das nicht. In der Di\u00f6zese wurde nun Bann und Interdikt verk\u00fcndet. Um das auch in Schwyz zu verk\u00fcnden, wagte sich<\/p>\n<p>niemand da hin. Die Lage spitzte sich weiter zu. Die Schwyzer setzten sogar ein Kopfgeld auf Abt Johannes aus. Auf dem oben erw\u00e4hnten Italienzug erkrankte Heinrich an Malaria und starb am 24. August 1314 in Siena. Es kam nun zur Doppelwahl . In Aachen kr\u00f6nte<\/p>\n<p>Peter von Aspelt Ludwig den Bayern zum K\u00f6nig. In Bonn wurde der Habsburger Friedrich der Sch\u00f6ne vom K\u00f6lner Erzbischof Heinrich von Virneburg (1304-1332) am 25. November 1314 zum deutschen K\u00f6nig gekr\u00f6nt. Die Lage im Reich n\u00fctzten die Schwyzer nun aus.<\/p>\n<p>Vom 6.auf 7. Januar 1314 \u00fcberfielen die Schwyzer das Kloster. Abt Johannes weilte in Pf\u00e4ffikon und hatte dahin wohl auch die Einsiedler Urkunden in Sicherheit gebracht. Die M\u00f6nche wurden gefangengenommen und bis auf Johannes von Hasenburg und<\/p>\n<p>Konrad von Buwenburg, die zu schwach waren, weggef\u00fchrt. Auch der Schulmeister Rudolf von Radegg wurde mitgeschleppt. Er berichtet dies alles in seinen \u201cCapella\u201d Kirche und Kloster wurden gepl\u00fcndert, Vieh und Fuhrwerke wurden geraubt.<\/p>\n<p>Bis auf Th\u00fcring von Attinghausen, f\u00fcr den sich m\u00e4chtige Verwandte einsetzten, vor allem Werner von Attinghausen\u00a0 von 1294-1321 Landamman in Uri, der schon nach 10 Tagen frei kam , blieben alle bis zum 29. M\u00e4rz 1314 in Gefangenschaft.<\/p>\n<p>Der Habsburger Friedrich verh\u00e4ngte die Reichsacht \u00fcber die Schwyzer, kam aber nicht dazu, sie zu vollziehen. Die Schwyzer n\u00fctzten nat\u00fcrlich die unklare Lage im Reich und wandten sich an seinen Gegenspieler Ludwig. Dieser hob die Acht wieder auf und setzte sich<\/p>\n<p>auch in Mainz daf\u00fcr ein, dass die Konstanzer Ma\u00dfnahmen wieder aufgehoben wurden. Das machte nat\u00fcrlich l\u00e4ngere Untersuchungen notwendig.<\/p>\n<p>Die Habsburger, waren zum einen die Schutzv\u00f6gte von Kloster Einsiedeln und hatte zum anderen gerade in diesem Gebiet gro\u00dfe Besitzungen und sahen nat\u00fcrlich ihre Interessen gef\u00e4hrdet. Friedrich beauftragte nun<\/p>\n<p>seine j\u00fcngeren Bruder Herzog Leopold von \u00d6sterreich gegen die Waldst\u00e4tte vor zu gehen. Leopold plante wohl \u00fcber Morgarten nach Schwyz vor zu sto\u00dfen. Er hatte\u00a0 auch die Vorstellung, dass Ritter gegen Ritter k\u00e4mpfe. Den Rittern schwebte wahrscheinlich eine<\/p>\n<p>Strafaktion gegen aufm\u00fcpfige Bauern vor. Es d\u00fcrften wohl um die 5000 auf der Habsburger Seite gewesen sein. Am Morgarten gerieten sie in einen Hinterhalt und wurden\u00a0 geschlagen.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/250px-Bendicht_Tschachtlan_Die_Schlacht_am_Morgarten_c._1470.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-width: 0px;\" title=\"250px-Bendicht_Tschachtlan,_Die_Schlacht_am_Morgarten_(c._1470)\" alt=\"250px-Bendicht_Tschachtlan,_Die_Schlacht_am_Morgarten_(c._1470)\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/250px-Bendicht_Tschachtlan_Die_Schlacht_am_Morgarten_c._1470_thumb.jpg\" width=\"169\" height=\"244\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die Schlacht fand am 15. November 1315 statt und das Habsburgische Heer erlitt eine vernichtende Niederlage. Zwischen den Amtleuten und Landleuten in den Waldst\u00e4tten und den Herz\u00f6gen von Habsburg kam ein Waffenstillstand am 19. Juli 1318 zustande,der immer wieder verl\u00e4ngert wurde. Erst in den Waffenstillstand am 6. November 1320 wird das Kloster ausdr\u00fccklich einbezogen und das auch f\u00fcr r\u00fcckwirkend geltend erkl\u00e4rt. Das verhalf dem Kloster allerdings nicht zu seinem Recht. Auch kirchlicherseits kamen sie nicht<\/p>\n<p>weiter. Sie hatten zwar am 17. November 1318 eine Bannbulle von Papst Johannes XXII erwirkt, musste aber auch auf Bitten des Vogtes darauf verzichten. Bischof Johannes von Stra\u00dfburg war in der Bulle zum Richter ernannt worden und lud beide Parteien<\/p>\n<p>am 26. M\u00e4rz 1319 zu sich. Die Schwyzer erkl\u00e4rten aber, dass sie \u201cwegen schwerer Gef\u00e4hrdung nicht in Strassburg erscheinen k\u00f6nnten\u201d.\u00a0 Der Bischof best\u00e4tigte nun die verh\u00e4ngten Strafen. Durch den Verzicht des Klosters aber war alles hinf\u00e4llig.<\/p>\n<p>War die gesamte wirtschaftliche Lage in dieser Zeit ohnehin schwierig genug, so machte das alles nat\u00fcrlich noch schlimmer. Das Kloster geriet immer st\u00e4rker in Schulden. G\u00fcter mussten verkauft werden, der Zehnte versetzt. Dennoch<\/p>\n<p>hinterlie\u00df der Abt seinem Nachfolger 590 Pfund und 40 Gulden Schulden. Am 11. M\u00e4rz 1327 starb Johannes und wurde im Grab seines Verwandten Anselm von Schwanden beigesetzt.<\/p>\n<p>Auf ihn folgte Johannes II. von Hasenburg. Er war 1314 beim \u00dcberfall auf das Kloster dabei und wurde wie Konrad von Buwenburg nicht weggef\u00fchrt. Er geh\u00f6rte wahrscheinlich dem Willisauer Zweig der Freiherren von Hasenburg an, die ihren Stammsitz in Asuel im<\/p>\n<p>Kanton Jura hatten. 1302 und 1303 errichteten die Herren einen befestigtes Zentrum anstelle des bisherigen Pfarrdorfs. In Urkunden von 1322 und 1326 tritt er als Zeuge auf und erscheint als Propst. Er wird, wie Bonstetten berichtet in Pf\u00e4ffikon<\/p>\n<p>zum Abt gew\u00e4hlt. Er tritt erstmals in einer Urkunde von 1327 auf, die ein\u00a0 Heymo zu Hasenburg, Kirchherr zu Willisau, siegelt. F\u00fcr die Benediktion hatte er dem Bischof von Konstanz 10 Pfund und dessen Diener 3 Pfund zu zahlen. Vordringlichste Aufgabe war, die durch den<\/p>\n<p>Marchenstreit und seine Folgen verursachten Schulden einzud\u00e4mmen. Er lie\u00df die Urbare erneuern. Das Gro\u00dfe Urbar von 1331 ist noch erhalten, er lie\u00df Hofrechte neu verzeichnen. Er rechnete mit den Gotteshausamtm\u00e4nnern ab, was in vielen Urkunden<\/p>\n<p>dokumentiert ist.\u00a0 Die Stiftsg\u00fcter visitierte er pers\u00f6nlich. Er lie\u00df Inventarien aufnehmen. Er konnte die Schulden seines Vorg\u00e4ngers und seine eigenen bezahlen. Den Hof in Illnau, den sein Vorg\u00e4nger verkaufen musste, konnte er zur\u00fcckkaufen und noch einige G\u00fcter<\/p>\n<p>zur\u00fcckkaufen. Er scheint eine gl\u00fcckliche Hand in weltlichen Dingen gehabt zu haben. Von 1330 bis 1331 wurde ihm die Verwaltung von Engelberg \u00fcbertragen. In Engelberg hatte es 1306 einen Klosterbrand gegeben und auch dieses Stift war durch einen<\/p>\n<p>Marchenstreit mit Uri stark beeintr\u00e4chtig. Hier ging es um die Alpweiden jenseits des Surenpasses. Der Engelberger Abt Walter III. Amstutz war in dieser Zeit im Kloster Einsiedeln.<\/p>\n<p>Am 13.08.1330 verpf\u00e4ndete Kaiser Ludwig f\u00fcr \u201c20000 Mark Silber Konstanzer Gewichts die St\u00e4dte und Burgen Z\u00fcrich, Schaffhausen, St. Gallen und Rheinfelden mit Leuten, G\u00fctern, Ehren, Rechten, Kirchens\u00e4tzen, G\u00fclten, Judensteuern, Nutzungen, [guten]<\/p>\n<p>Gewohnheiten und Zubeh\u00f6r\u201d. Dagegen wehrten sich Z\u00fcrich und St. Gallen. In St. Gallen half der Abt. in Z\u00fcrich setzten sich die Waldst\u00e4tte ein, nach Ausweis seines Rechnungsbuchs auch Abt Johannes. Dass der Abt eine\u00a0 guten Ruf genoss zeigt, auch, dass er<\/p>\n<p>von Werner von Batzenberg, einem Toggenburger Ministerialen mit der Vollstreckung seines Testaments betraut wurde. Um seine Gesundheit scheint es aber nicht gut gestanden zu haben. Er war ja schon 1314 nicht mitverschleppt worden<\/p>\n<p>und nach ausweis seines Rechnungsbuch weilte er in den Jahren 1330 und 1332 in Baden zur Kur, w\u00fcrde man heute wohl sagen. Das Nekrologium von Fahr gibt den 21. Juli 1334 als Todestag an.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde Konrad II. von G\u00f6sgen. Er stammte aus der Freiherrenfamilie G\u00f6sgen, die zwischen 1161 und 1400 bezeugt ist. Sein Vater war wohl Gerhard von G\u00f6sgen. Konrad begegnet uns ebenfalls bei dem \u00dcberfall der Schwyzer.<\/p>\n<p>Er entkam bei dem \u00dcberfall als einziger und ging wahrscheinlich \u00a0nach Pf\u00e4ffikon zu seinem Abt.<\/p>\n<p>Hatte das Stift unter Abt Johannes II.wieder ruhiger Zeiten gehabt, so konnte es sich nach den wenigen Jahre der Ruhe nicht aus den Streitigkeiten in seinem Umfeld heraushalten. An Kirchweih kam es in Einsiedeln zu\u00a0 einem Streit zwischen<\/p>\n<p>Schwyzern und Dienstleuten\u00a0 der Grafen von Habsburg-Laufenburg-Rapperswil. Dabei wurden zwei Leute der Habsburger erschlagen. M\u00f6glicherweise ist das im Zusammenhang zu sehen mit dem Konflikt, den Bern mit einer breiten Koalition von Gegnern und den<\/p>\n<p>Habsburgern hatte und der 1339 zum Laupenkrieg f\u00fchrte. Bern war mit den Waldst\u00e4tten verb\u00fcndet.\u00a0 <b><\/b>Die Grafen Johann, Rudolf und Gottfried von Habsburg vers\u00f6hnten sich mit den Leuten von Schwyz und ihren Verb\u00fcndeten am 1.12. 1338. Das ber\u00fchrte das Kloster<\/p>\n<p>aber nur soweit, als die Tat auf Klostergebiet stattgefunden hat. Es muss aber auch direkter Zwist zwischen Schwyzern und dem Kloster geherrscht haben. Die Landleute der Schwyz m\u00fcssen wohl von Abt Johannes nach wie vor im Banne gehalten worden sein.<\/p>\n<p>Der Konventuale Markwart von Bechburg, Kammerer des Stifts, wurde von Schwyzern gefangen genommen. Aus einer Urkunde vom 9.1.1342, die im Staatsarchiv\u00a0 Schwyz verwahrt wird (Urkunde 118) erfahren wir folgendes:<\/p>\n<p>\u201cBruder Markwart von Bechburg, K\u00e4mmerer und Klosterherr zu Einsiedeln, gelobt beim Eide dem Landammann Konrad ab Jberg, Ammann Thiringer, Wernher Johanser, Johans an dem Velde, Ulrich Weidmann, Konrad Hug, Wernher Linsinger, Wernher von Stoufacher und Heinrich dem Schmid, dahin zu werben, dass zwischen dem Lande Schwyz und dem Gotteshause Einsiedeln eine Richtung geschehe&#8220;.<br \/>\nGegeben zu Schwyz &#8222;in Heintzen Tr\u00fctschen Hus an dem Sattel&#8220; , am Mittwoch, &#8222;nach dem zw\u00f6lf Tage&#8220;. Zwei Jahre sp\u00e4ter wurde das Kloster m\u00f6glicherweise von den Schwyzern \u00fcberfallen. Abt und Konvent befanden sich\u00a0wohl in Pf\u00e4ffikon.<\/p>\n<p>Nur Rudolf von Zimmern befand sich allein im Stift. Er gab am 24. November 1344 das gleiche Versprechen wie Markwart ab. Schwerwiegendere Folgen vor allem f\u00fcr den Abt selbst, hatte die politische Umw\u00e4lzung in der Stadt Z\u00fcrich.<\/p>\n<p>In Z\u00fcrich\u00a0 st\u00fcrzte Rudolf Brun, der Sohn von Jakob (von 1305-1309 Schultheiss in Z\u00fcrich und Mitglied des \u201cSommerrats\u201d der Stadt, in dem die einflussreichsten Familien Z\u00fcrichs vertreten waren) am 7. Juni 1336 den im Rathaus versammelten Stadtrat.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag wurde Rudolf zum B\u00fcrgermeister auf Lebenszeit ernannt. Er setzte eine neue Verfassung, die \u201cBrunsche Zunftverfassung\u201d durch. Wer sich nicht beugte, wurde aus der Stadt vertrieben. Der Sohn Brunos, der die Einsiedler Pfarrei Rued im Aargau<\/p>\n<p>innehatte, bat unter anderem Abt Konrad, die Verbannungsurkunde zu siegeln. Auch hatte er zusammen mit anderen Herren\u00a0 die getroffen \u00c4nderungen anerkannt.Die Verbannten flohen zu Graf Johannes von Rapperswil. Dieser fiel in der Schlacht bei Grynau.<\/p>\n<p>Sein Sohn Johannes II. f\u00fchrte die Fehde fort. Um 1340 herrschte f\u00fcr kurze Zeit Frieden zwischen dem Grafen und Z\u00fcrich. Die Fehde brach aber erneut aus. Im Sommer \u00fcberfiel der Graf Pf\u00e4ffikon, raubte es aus und f\u00fchrte auch den Abt gefangen weg.<\/p>\n<p>Wie lange er in den H\u00e4nden von Johannes II. war, l\u00e4sst sich nicht genau sagen, aber am 26. Juni 1348 war sicher wieder frei, denn an diesem Tag wurde die Vers\u00f6hnung zwischen Abt, Graf und der Stadt Raperswil in Z\u00fcrich besiegelt. Am selben Tag<\/p>\n<p>nahmen die Grafen Johann, Rudolf und Gottfried von Habsburg nehmen das Kloster Einsiedeln in ihren Schutz und best\u00e4tigen ihm alle Rechte in ihrem Herrschaftsgebiet. (Chartularium Sangallense VII, Nr. 4091, S. 23 (Quellenwerk I\/3, 781.)<\/p>\n<p>Der Graf musste den angerichteten Schaden ersetzen. Daf\u00fcr wollte der Abt sich verwenden, dass der Bann, der offenbar \u00fcber den Grafen verh\u00e4ngt worden war, gel\u00f6st wurde.<\/p>\n<p>Unter Abt Konrad wechselten mehrere Vogteien den Besitzer, auch \u00fcber das Kloster selbst. Die Herz\u00f6ge von \u00d6sterreich hatten sie an die Markgr\u00e4fin gegeben. Diese verlieh die Eink\u00fcnfte daraus f\u00fcr vier Jahre an Abt Konrad.<\/p>\n<p>\u00c4hnlich wie f\u00fcr seinen\u00a0 Vorg\u00e4nger sind auch f\u00fcr Konrad viele Abrechnungen mit Amm\u00e4nnern erhalten. Er schaffte es ebenfalls, einige Schulden zu tilgen. Die Ereignisse mit Graf Johannes, vor allem seine Gefangennahme, scheinen<\/p>\n<p>seine Gesundheit untergraben zu haben. Er verstarb am 4. November 1348.<\/p>\n<p>F\u00fcr ihn wurde Heinrich III. von Brandis gew\u00e4hlt, aus einem hochfreien Geschlecht im oberen Emmental stammend. Wie er selbst sagte, suchte der Adel zu seiner Zeit nachgeborene S\u00f6hne in Kl\u00f6stern zu versorgen. Seine Familie ist<\/p>\n<p>daf\u00fcr ein gutes Beispiel. Sein Bruder Eberhard war von 1349-1379 Abt der Reichenau, wobei er allerdings nach K. Beyerle die Aufbauarbeit seines Vorg\u00e4ngers Diethelms zunichte machte.<\/p>\n<p>&#8222;Sinkende Klosterzucht, kaum zu \u00fcberbietende Verweltlichung und zunehmende Mi\u00dfwirtschaft kennzeichnen ihre Regierung&#8220; . Das gilt auch f\u00fcr den Neffen Heinrichs, Mangold, der von 1382 bis 1385 Abt der Reichenau war und Heinrich<\/p>\n<p>auch auf dem Konstanzer Bischofsstuhl nachfolgte.Mangold II ( gest.1372)war Landkomtur der Ballei Elsass-Burgund des Deutschordens und Werner II (gest. 1390) Landkomtur der Ballei Elsass-Burgund sowie Schwaben und des Aargaus.<\/p>\n<p>Die Schwester von Heinrich war von 1330-1349 \u00c4btissin des Damenstifts S\u00e4ckingen und eine Nichte, sie hie\u00df auch Agnes, war 1367 \u00c4btissin in Masm\u00fcnster (Masevaux.Haut-Rhin) Elsass.<\/p>\n<p>Heinrichs Wahl erfolgte wohl noch 1348, war aber m\u00f6glicherweise nicht unstrittig, denn am 1.1.1349 bezeugt Th\u00fcring von Attinghausen, der ja Abt in Disentis war, dem Bischof von\u00a0 Konstanz Ulrich Pfefferhard (1345-1351), dass in Einsiedeln nie<\/p>\n<p>ein Subdiakon zur Abtwahl zugelassen worden war.<\/p>\n<p>1349 ging in der der Schweiz die Pest um und forderte viele Opfer. Die Schwyzer waren ja immer noch im Kirchenbann. Au\u00dferdem stand f\u00fcr 1350 das gro\u00dfe Jubil\u00e4um an. Die Zeit war also reif, einen Schlusstrich unter den Marchenstreit zu ziehen.<\/p>\n<p>Auch der geeignete Vermittler stand bereit. Th\u00fcring von Attinghausen, er war Bruder von Johann von Attinghausen und geh\u00f6rte also zu einer der einflussreichsten Familien der Innerschweiz. Im November brachte er einen Frieden zwischen dem<\/p>\n<p>Kloster Disentis, Uri, Schwyz und Unterwalden zustande und auch an einem anderen Frieden der drei L\u00e4nder, den Johann bewerkstelligte, war der Abt von Disentis vermittelnd t\u00e4tig. Im Juni 1343 erreichte er einen Vergleich seines Klosters mit dem<\/p>\n<p>dem \u00f6sterreichischen Landvogt von Glarus Walter von Stadion wegen der Landmarch.Th\u00fcring war ja 1314 Subdiakon in Einsiedeln. Am 8. Februar 1350 kam schlie\u00dflich der Vergleich zwischen dem Kloster und den Landleuten von Schwyz zustande.<\/p>\n<p>Eine neue Grenzlinie wurde gezogen und das Stift musste auf auf 110\u00a0 Quadratkilometer Besitz verzichten, das war etwas mehr als sein bisheriger Besitz. Im Sihl und Alptal deckten sich die Grenzen gr\u00f6\u00dftenteils mit den 1217 gezogenen. Im Bibertal<\/p>\n<p>wurde der gr\u00f6\u00dfte Teil den Schwyzern zugesprochen. Die Urkunde wurde in Einsiedeln ausgefertigt. Als Zeugen waren der Abt von Pf\u00e4fers Hermann von Arbon, der ja bis zu seiner Abtswahl auch dem Konvent Einsiedeln angeh\u00f6rte, dann f\u00fcr den Johanniterorden<\/p>\n<p>Herdegen von Rechberg. Die Johanniter hatten seit 1192 eine kommende in Bubikon. Dann war Peter von Stoffeln zugegen, Ritter des Deutschordens in der Ballei Elsass-Burgund, die vor kurzem auf Tanneburg in Nottwill eine Kommende errichtet hatte.<\/p>\n<p>Aus Z\u00fcrich war Ritter Heinrich Biber zugegen, der in Z\u00fcrich Schultheiss war. Von den Waldst\u00e4tten war Rudolf anwesend.<\/p>\n<p>Die 1350 gezogenen Grenzen sind heute noch die Bezirksgrenzen zwischen Schwyz und Einsiedeln. Um zuk\u00fcnftigen Streitigkeiten aus dem Weg zu gehen, bem\u00fchte sich das Kloster G\u00fcter und Gef\u00e4lle<\/p>\n<p>im Schwyzerland abzusto\u00dfen. Das Kloster bem\u00fchte sich auch um L\u00f6sung der kirchlichen Strafen.<\/p>\n<p>Mit dem Vergleich zwischen dem Kloster und Schwyz, ging ein Streit zu Ende, der rund 250 Jahre gedauert hat. Das Kloster kam aber nicht zur Ruhe.<\/p>\n<p>Am 4.10.1349 hatte Abt Heinrich in Wien mit Herzog Albrecht ein Burgrecht abgeschlossen. Der Herzog durfte die Veste Pf\u00e4ffikon in Kriegszeiten \u201cohne Kosten und Schaden\u201d nutzen und versicherte, sie nach dem Krieg wieder<\/p>\n<p>unversehrt zur\u00fcck zu geben. Daf\u00fcr nahm der Herzog den Abt, seinen Nachfolger und die Leute des Klosters in seinen Schirm. Wie wir oben gesehen haben, waren nachdem Rudolf von Brun in Z\u00fcrich B\u00fcrgermeister geworden war,<\/p>\n<p>seine Gegner aus Z\u00fcrich vertrieben worden. Viele von ihnen\u00a0 waren nach Rapperswil gefl\u00fcchtet, da einige von ihnen Ministeriale des Grafen Johann I. von Habsburg-Laufenburg waren. Unter seinem Schutz hatten sie eine Gegenregierung des<\/p>\n<p>\u201c\u00e4u\u00dferen Z\u00fcrich\u201d (1336-1350) gegr\u00fcndet, warben S\u00f6ldner an und suchten mit Streifz\u00fcgen im Gebiet Z\u00fcrichs die Lage zu destabilisieren. Gegen die in Z\u00fcrich verbliebenen Gegner der neuen Stadtregierung wurde hart durchgegriffen.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/170px-Mordnacht_Zuerich.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-width: 0px;\" title=\"170px-Mordnacht_Zuerich\" alt=\"170px-Mordnacht_Zuerich\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/170px-Mordnacht_Zuerich_thumb.png\" width=\"174\" height=\"135\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>F\u00fcr die Nacht vom 23.auf 24. Februar war ein Handstreich auf die Stadt vorbereitet worden, der allerdings wohl durch Verrat dem B\u00fcrgermeister bekannt war. Der Aufstand wurde blutig niedergeschlagen, 15 Verschworene fielen, 35 wurden gefangengenommen und<\/p>\n<p>dann zum Tode verurteilt. Auch der Rapperswiler Graf war in Gefangenschaft geraten und blieb zwei Jahre im Z\u00fcricher Stadtgef\u00e4ngnis eingekerkert. Brun war mit seinen Truppen vor Rapperswil gezogen. In der Nacht vom 24. Februar wurde Rapperswil<\/p>\n<p>gebrandschatzt, die Burg zerst\u00f6rt und die Mauern von Rapperswil geschleift. Die Z\u00fcricher besetzten auch Gebiete in der unteren March. Damit hatten sie die Kontrolle \u00fcber die B\u00fcndner P\u00e4sse.\u00a0Nun waren auch die Interessen Herzog Albrechts<\/p>\n<p>von \u00d6sterreich direkt ber\u00fchrt und Habsburg-\u00d6sterreich griff ein. Z\u00fcrich brauchte nun neue Bundesgenossen und schloss am 1. Mai 1351 mit Luzern und den drei Waldst\u00e4tten ein B\u00fcndnis. Es folgte nun ein regelrechter Kleinkrieg, der erst 1355<\/p>\n<p>mit dem Regensburger Frieden zu Ende kam. Die Einsiedler Besitzungen am Z\u00fcrichsee wurden im Laufe der Auseinandersetzungen schwer mitgenommen, ohne dass das Stift daf\u00fcr je entsch\u00e4digt wurde. Um die Sch\u00e4den zu decken, griff Abt Heinrich zum einen zur<\/p>\n<p>Kircheninkorporation, das ist die Zuweisung der Pfr\u00fcnde einer Pfarrkirche an das Kloster. Am 4.10.1349 wurde Br\u00fctten (zwischen Winterthur und Z\u00fcrich)und am 3.12.1350 Riegel und Ettiswil (Kanton Luzern) inkorporiert. Das reichte nicht und so mussten<\/p>\n<p>auch noch G\u00fcter verkauft werden. 1349 wurde der Dinghof in Untererlinsbach verkauft, 1353 folgte der Hof in Riegel und die H\u00f6fe in Ebnet, Schelingen und Eschbach.<\/p>\n<p>Am 2.10.1253 best\u00e4tigte K\u00f6nig Karl IV.(1346-1355, ab 1355 Kaiser bis 1378) auf Bitten des Abtes den Brief K\u00f6nig Rudolfs \u00fcber die F\u00fcrstenw\u00fcrde des Abtes. Mit gleichem Datum verlieh er dem Abt die Regalien und setzte ihn in die Reichslehen ein.<\/p>\n<p>Am\u00a0 10.8.1353 stiftete Abt Heinrich zusammen mit dem Z\u00fcricher Chorherren Heinrich Martin das Pilgerhospital in Einsiedeln. Es erhielt auch hohen Besuch durch Karl IV. als dieser wegen der Belagerung von Z\u00fcrich in der Gegend war. Doch musste er dabei einige<\/p>\n<p>Reliquien so einen Teil des Arms des heiligen Mauritius dem Veitsdom in Prag \u00fcberlassen.<\/p>\n<p>Es ist nun an der Zeit, einen Blick auf den Bischofstuhl in Konstanz zu werfen. Seit Gerhard von Bevar in Konstanz von Clemens V. zum Bischof ernannt worden war, weil sich das Kapitel nach dem Tod Bischof Heinrichs von Klingenberg nicht auf einen Kandidaten<\/p>\n<p>einigen konnte und es zu einer Doppelwahl gekommen war, gewann der Papst in Avignon entscheidenden Einfluss auf die Besetzung des Stuhls in Konstanz. Die Servitien, die zu zahlen waren,\u00a0 das war die Best\u00e4tigungsgeb\u00fchr f\u00fcr den Bischofsstuhl und betrug in der<\/p>\n<p>Regel ein Drittel des Jahreseinkommens der Pfr\u00fcnde, schw\u00e4chten die Finanzen des Bistums. Dazu kamen die Auseinandersetzungen zwischen Papst und Kaiser Ludwig dem Bayern. Auch 1334 war es wieder zu einer Doppelwahl gekommen. Der Zustand des Bistums<\/p>\n<p>war desolat. 1352 wurde schlie\u00dflich Johann Windlock Bischof in Konstanz. Ab 1449 war er Kanzler Herzog Albrechts von Habsburg. Der Herzog war der m\u00e4chtigste Landesherr im Bistum und Johann Windlock wurde am 29. November 1351 zum Konstanzer Bischof<\/p>\n<p>gew\u00e4hlt und am 9. Juli 1352 durch Papst Clemens VI. best\u00e4tigt.Bischof Johann versuchte durch Reformen und hartem Durchgreifen den beklagenswerten Zustand des Bistums zu \u00e4ndern. Er scheute sich nicht, Widerstrebende, auch die m\u00e4chtigsten und<\/p>\n<p>einflussreichsten Geistlichen mit Interdikt zu belegen oder sogar zu verhaften. Nat\u00fcrlich schaffte er sich damit nicht nur Freunde. Am 21. Januar 1356 wurde er Opfer eines Attentats in seiner Residenz beim M\u00fcnster. Inzwischen war Karl IV. deutscher K\u00f6nig und<\/p>\n<p>in Bamberg war Lupold von Bebenburg Bischof. Wegen der Territorialpolitik in B\u00f6hmen war das Verh\u00e4ltnis wohl nicht konfliktfrei und er sollte nach Konstanz transferiert werden. Doch Lupold lehnte ab. Da ernannte Innozenz VI. (1352-1362) den Einsiedler Abt Heinrich<\/p>\n<p>zum Bischof von Konstanz, wo er keine allzu gl\u00fcckliche Regierungszeit hatte. Die gesamte Zeit war von harten Auseinandersetzungen \u00fcberschattet. Er wurde sogar mal kurz des Amtes enthoben, aber nachdem sich Bischof und Stadt geeinigt hatten, wurde er 1372 ins<\/p>\n<p>Amt eingesetzt. Kurz vor seinem Tod setzte ihn Gregor IX. 1382 ab. Heinrich starb am 22. November 1383 auf seinem Schloss in Klingnau im Aargau.<\/p>\n<p>Nachdem Heinrich Bischof in Konstanz geworden war, hatte der Heilige Stuhl das Recht der Neubesetzung der Abtei. Nikolaus von Gutenburg wurde Nachfolger Heinrichs, wobei es m\u00f6glich ist,<\/p>\n<p>dass dieses auf Vorschlag von Heinrich geschah. Er war von 1357 bis 1364 Abt. Er stammte aus dem edelfreien Ministerialengeschlecht derer von Gutenburg, die m\u00f6glicherweise aus Aarwangen im Kanton Bern stammten und jetzt ihren Sitz auf der<\/p>\n<p>Gutenburg in Aichen, heute ein Stadtteil von Waldshut-Tiengen, \u00a0hatten. Nikolaus ist seit 1328 auf der Reichenau nachweisbar und war dort Propst, nach Oehem war er auch Thesaurar. Auch f\u00fcr den Abtsstuhl waren Servitien zu entrichten. Abt Nikolaus<\/p>\n<p>konnte dies aber innerhalb der Frist nicht zahlen. So verfiel er der Suspension, Exkommunikation und Irregularit\u00e4t, das Stift aber dem Interdikt. Erst am 3.12. 1359 quittiert der Erzbischof von Toulouse Stephanus den Empfang von<\/p>\n<p>194 Florentiner Gulden, 39 Schilling und 6 Denaren, also die Annaten, die f\u00fcr den Einsiedler Abtsstuhl geschuldet waren. Dann erst wird er freigesprochen und ist rechtm\u00e4\u00dfig im Amt. In seiner Regierungszeit wurde eine Br\u00fccke zwischen Rapperswil und H\u00fcrden<\/p>\n<p>gebaut, die f\u00fcr die Wallfahrt nach Einsiedeln bedeutend war. Herzog Rudolf IV. \u00fcbertrug dem Vogt in Rapperswil Johann von Langenhart, der dieses Amt von 1347-1377 innehatte, die Baukosten von 1205 Gulden und verpfr\u00fcndet ihm daf\u00fcr<\/p>\n<p>die Nutzungsrechte \u00fcber Rapperswil, Kempraten, Jona, die Mittelmarch, Altendorf, das W\u00e4gital sowie\u00a0 die Vogtei Einsiedeln. Auch Nikolaus inkorporierte Pfarreien, n\u00e4mlich 1362 St\u00e4fa, Ufnau, Eschenz. Dabei war ihm sein Amtsvorg\u00e4nger Heinrich behilflich.<\/p>\n<p>Auch weiter Verk\u00e4ufe waren notwendig. Abt Nikolaus regierte nur 7 Jahre. Er starb am 5. M\u00e4rz 1364. Mit seinem Nachfolger Markwart von Gr\u00fcnenberg besetzte wieder ein M\u00f6nch aus Einsiedeln den Abtsstuhl. Seine Abstammung ist nicht ganz sicher.<\/p>\n<p>Sein Vater war wahrscheinlich Johann I. von Gr\u00fcnenberg genannt der Grimme und seine Mutter Freifrau Clementia von Signau. Die Freiherren von Gr\u00fcnenberg waren eine weitverzweigte Adelsfamilie im Oberaargau, im Elsass, im Markgr\u00e4flerland und im Breisgau.<\/p>\n<p>Markwart war in einem\u00a0 Burgenkomplex von drei Burgen in der Gemeinde Melchnau im Kanton Bern zuhause. Er war wohl schon unter Abt Johannes I. ins Stift Einsiedeln eingetreten. Auch sein Bruder Peter findet sich unter den M\u00f6nchen. Markwart wird schon am<\/p>\n<p>31. Mai 1330 als Propst von Fahr erw\u00e4hnt. Er erscheint auch 1339 bei einem Tausch von Leibeigenen mit Kloster St. Blasien. Bis 1356 erscheint er immer wieder in Urkunden. Die Best\u00e4tigung einer Stiftung am 21.1. 1356 ist seine letzte Amtshandlung als Propst.<\/p>\n<p>Dann erscheint erst wieder 1364 als Abt.Erst sehr sp\u00e4t stellte Kaiser Karl dem Abt einen Schutzbrief aus, n\u00e4mlich erst am 5. August 1375 in Prag. M\u00f6glicherweise spielte f\u00fcr diese sp\u00e4te Ausstellung die gro\u00dfe Entfernung eine Rolle.<\/p>\n<p>In diesem Brief nimmt der Kaiser den Abt und das Kloster in seinen Schutz und verf\u00fcgt, dass dessen Leute vor kein fremdes Landgericht gezogen werden sollen. Diesen Brief lie\u00df der Abt am 2. Oktober 1375\u00a0 vor dem thurgauischen Landgericht zur<\/p>\n<p>Vidimation und Anerkennung vorlegen. Der Friede von Regensburg 1355 und der Friede von Thorberg, den Peter von Thorberg zwischen Habsburg und Eidgenossen 1368 vermittelt hatte, brachte Abt und Stift wieder ruhigere Jahre. Auch eine<\/p>\n<p>finanzielle Erholung ist zu verzeichnen, was daraus zu ersehen ist, dass das Kloster die Herrschaft Reichenberg in der March f\u00fcr 1200 Gulden erwerben konnte. Verk\u00e4ufer war der Rapperswiler B\u00fcrger Rudolf Tumpter, der sie seinerseits von<\/p>\n<p>Ulrich von Aspermont und dessen Sohn gekauft hatte. In eine Fehde konnte der Abt noch vermittelnd eingreifen. Heinrich und Johannes Scheitler aus Uri hatten Gottfried, den Bruder von Rudolf IV. von Habsburg-Laufenburg in Einsiedeln gefangen genommen<\/p>\n<p>weil er den beiden wohl Kaufmannsg\u00fcter weggenommen hatte. Abt Markwart erreichte, dass der Gefangene in Einsiedeln verblieb, bis der Handel abgeschlossen war. Nachdem\u00a0 er f\u00fcr sich und seine Br\u00fcder Urfehde geschworen hatte, wurde er<\/p>\n<p>am 1. Oktober 1370 wieder in Freiheit gesetzt.<\/p>\n<p>Die Wallfahrt bl\u00fchte. Um 1370 h\u00f6rt man von Pilgern aus L\u00fcbeck und N\u00fcrnberg und zwar solchen, die die Wallfahrt stellvertretend f\u00fcr andere unternahmen. 1376 wird die Pilgerschiffswallfahrt auf dem Vierwaldst\u00e4tter See zum ersten Mal erw\u00e4hnt.<\/p>\n<p>Am 18.Oktober 1376 starb Abt Markwart in Fahr, wie dem\u00a0 Totenbuch von Fahr zu entnehmen ist.<\/p>\n<p>Auf ihn folgte Peter II. von Wolhusen, der zweite Einsiedler Abt aus dem Geschlecht der Freiherren von Wolhusen. Er war wohl schon 1356 im Kloster, denn er erscheint in dem von Heinrich von Ligerz aufgestellten Katalog. Aber schon 1360 bekleidete er drei<\/p>\n<p>Kloster\u00e4mter, n\u00e4mlich Kantor, Kustos und K\u00e4mmerer zugleich. Das muss nichts mit den Talenten des noch jungen M\u00f6nchs zu tu\u00a0 haben, sondern weist auf ein anderes gro\u00dfes Problem, mit dem das Kloster zu k\u00e4mpfen hatte, dem Nachwuchsproblem.<\/p>\n<p>Schon zu Zeiten des \u00dcberfalls der Schwyzer auf das Stift z\u00e4hlte der Konvent gerade mal 6 Mitglieder und 1356 waren es zehn. Das hing nat\u00fcrlich damit zusammen, das seit etwa 1200 nur Hochadelige ins Stift aufgenommen wurden,<\/p>\n<p>\u00e4hnlich wie in St. Gallen oder auf der Reichenau. Logische Folge war zum Beispiel auf der Reichenau 1427, dass\u00a0gerade noch zwei M\u00f6nche im Kloster waren, n\u00e4mlich Neffe und Onkel und dieser hochbetagt. Auch Einsiedeln schien gegen Ende des 14.<\/p>\n<p>Jahrhunderts vom Aussterben\u00a0 bedroht. So war eigentlich in Einsiedeln nicht allzu viel vom Aufschwung zu sp\u00fcren, den die Benediktiner in der zweiten H\u00e4lfte des 14. Jahrhunderts wieder versp\u00fcrten. Startsignal war sozusagen die Bulle \u201csummi magistri<\/p>\n<p>dignatio\u201d von 1336, die Papst Benedikt XII. (1334-1342) erlassen hatte, und die nach ihm auch einfach \u201cBenedictina\u201d genannt wird. Vor Benedikt Papst wurde, war er Zisterzienserm\u00f6nch.\u00a0 Die Bulle sch\u00e4rfte den Benediktiner\u00e4bten eine geordnete G\u00fcterverwaltung ein.<\/p>\n<p>Er verpflichtete die \u00c4bte zu einer soliden Ausbildung der Novizen und ermutigte zum Hochschulstudium der M\u00f6nche. Alle zwei Jahre sollten Provinzkapitel stattfinden, die sich mit wirtschaftlichen, religi\u00f6sen und disziplin\u00e4ren Fragen der Reform,<\/p>\n<p>mit deren Durchf\u00fchrung und langfristigen Sicherung befassen sollten. Konkret wurde das in Kastl, Melk und Bursfelde im deutschsprachigen Raum. Abt Peter wurde schnell mit einem anderen gro\u00dfen kirchlichen Problem<\/p>\n<p>konfrontiert, dem abendl\u00e4ndischen Schisma, das 1378 ausbrach. Versch\u00e4rft wurde das durch den Konflikt zwischen Habsburg und den Eidgenossen. Die Eidgenossen unterst\u00fctzten den Papst in Rom Urban VI., der am 8.4. 1378 in Rom gew\u00e4hlt worden<\/p>\n<p>war. In Fondi wurde am 20.9. Kardinal Robert von Genf gew\u00e4hlt, der sich dann Clemens VII. nannte. Dieser musste sich aber bald nach Avignon zur\u00fcckziehen. Frankreich, S\u00fcditalien, Schottland und Spanien st\u00fctzen Clemens VII., w\u00e4hrend der Papst in Rom<\/p>\n<p>von Mittel-und Norditalien, dem Heiligen R\u00f6mischen Reich und England anerkannt wurde. Herzog Leopold von Habsburg, der in den habsburgischen Stammlanden regierte, hatte sich f\u00fcr den Papst in Avignon ausgesprochen. Peter anerkannte den Papst in Rom.<\/p>\n<p>Beginnen wir aber mit seinem Karrierestart. Um 1364 war er Stellvertreter des Propsts von Fahr, Rudolf von Pont. Dieser hatte auch gleichzeitig die Propstei von St. Gerold im Gro\u00dfen Walsertal inne. Als er 1372 oder 1373 starb, folgte ihm Peter als Propst nach.<\/p>\n<p>Dort k\u00fcmmerte sich vor allem um die Instandstellung der Geb\u00e4ude. Die M\u00fchle lie\u00df er 1373 neu aufbauen. Er lie\u00df auch ein neues Messbuch schreiben. Dort wurden auch dies Instandhaltungsarbeiten vermerkt. 1376 wurde er zum Abt von Einsiedeln gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Die Stellungnahme f\u00fcr den r\u00f6mischen Papst war sicher eher politischen als religi\u00f6sen \u00dcberlegungen geschuldet. Schon um 1381 beauftragte ihn der Papst, f\u00fcr die Wahrung der Rechte der Abtei St. Gallen zu sorgen. Peter delegierte diesen<\/p>\n<p>Auftrag an den Abt von R\u00fcti, Heinrich. Schon vor Ausbruch des Schismas hatte Herzog Leopold von \u00d6sterreich am 19. 3. 1377\u00a0 \u201cden Abt und das Gotteshaus von Einsiedeln, deren Leute und G\u00fcter und Diener in seinen Schirm genommen\u201d.<\/p>\n<p>Auch K\u00f6nig Wenzel, der nach dem Tod Karls IV. 1378 deutscher K\u00f6nig geworden war, best\u00e4tigte dem Abt am 25.6.1381 in Frankfurt \u201calle Rechte, Freiheiten, Gnaden und gute Gewohnheiten\u201d. Am 10. Oktober 1386 stellte Papst Urban VI. das Gotteshaus Einsiedeln mit<\/p>\n<p>allen Personen und G\u00fctern unter den Schutz von St. Petrus und des apostolischen Stuhls und nur 6 Tage sp\u00e4ter am 16.10. best\u00e4tigte er dem Kloster alle Rechte und Freiheiten, wie sie 1291 von Papst Nikolaus IV. verliehen worden waren.<\/p>\n<p>Schon 6 Jahre vorher hatte der Kardinallegat von Papst Urban Pileus kraft seines Amtes alle Schreiben der Bisch\u00f6fe an den Abt und das Kloster Einsiedeln best\u00e4tigt.<\/p>\n<p>Im politischen Umfeld des Klosters standen die Dinge nicht mehr so gut f\u00fcr die Habsburger. Abt Peter\u00a0 ging am 1. 10. 1386 ein Burgrecht mit Z\u00fcrich ein. Der B\u00fcrgermeister und der Rat von Z\u00fcrich bekundeten, dass sie Abt Peter und die Leute von Pf\u00e4ffikon<\/p>\n<p>als B\u00fcrger angenommen haben. Das war auf 10\u00a0 Jahre befristet. Daf\u00fcr durften sie die Veste Pf\u00e4ffikon einnehmen. Das verhinderte allerdings nicht, dass die Stiftsg\u00fcter im Sempacher (9. Juli 1386)und N\u00e4felser\u00a0 (9.April 1388) Krieg stark gesch\u00e4digt wurden.<\/p>\n<p>In der Schlacht von Sempach war Herzog Leopold gefallen. Die Schlacht von N\u00e4fels war die letzte bewaffnete Auseinandersetzung zwischen Habsburg und Eidgenossen.Die erneuten Sch\u00e4den zwangen auch Abt Peter zu Ver\u00e4u\u00dferungen,<\/p>\n<p>um sich der Schulden zu erwehren.<\/p>\n<p>Das Todesdatum Abt Peters ist der 23. April. Das Jahr ist nicht sicher. Seine letzte Urkunde wurde\u00a0 am 10. Januar 1386 ausgestellt. Der neue Abt urkundete erstmals am 14. August 1387. Also muss Abt Peter entweder 1386 oder 1387 verstorben sein.<\/p>\n<p>Ihm folgte Ludwig von Thierstein nach. Er geh\u00f6rte zur Familie der Grafen von Thierstein und zwar zur Seitenlinie Thierstein-Farnsburg, die auf der Farnsburg von Ormalingen sa\u00dfen. Sie hatten die Landgrafschaft Sisgau inne. Der genaue Amtsantritt von Abt Ludwig<\/p>\n<p>steht nicht fest. Nach der Schlacht von N\u00e4fels kam es 1389 zu einem Friedenabschluss, der zun\u00e4chst 7 Jahre gelten sollte, aber schon 1394 um zwanzig Jahre verl\u00e4ngert wurde.\u00a0 Die Habsburger verzichteten auf ihre Rechte in Uri, Schwyz, Unterwalden, Luzern, Z\u00fcrich,<\/p>\n<p>Zug, Bern und Glarus. Abt Ludwig ging mit Z\u00fcrich auf zehn Jahre ein Burgrecht ein. Zu seinem Amtsantritt \u00fcbernahm Ludwig 2200 Gulden an Schulden. Doch die Schulden nahmen zu. Innerhalb von 4 Jahren erh\u00f6hte sich der Berg um weitere 3000 Gulden.<\/p>\n<p>Alle entbehrlichen G\u00fcter und Kirchensch\u00e4tze sollten ver\u00e4u\u00dfert werden. Nicht hilfreich war, dass die P\u00e4pste in dieser Zeit fremden Klerikern Anwartschaften auf Pfr\u00fcnde des Klosters erteilten. Auch die weltlichen Herrscher standen da nicht<\/p>\n<p>zur\u00fcck. Das erste was das Stift von Rupprecht von der Pfalz (1400 bis 1410 deutscher K\u00f6nig) h\u00f6rte, war das Gesuch um die Versorgung eines Klerikers aus der Di\u00f6zese Konstanz. Die Schutzbulle, die Papst Bonifaz IX. am 11.4.1401 wie Papst Urban VI.<\/p>\n<p>15 Jahre zuvor erteilte, sch\u00fctzte nat\u00fcrlich vor der finanziellen Bedr\u00e4ngnis nicht. Damit nicht genug hatte sich Abt Ludwig auch noch um den Stra\u00dfburger Bischofsstuhl bem\u00fcht, um den im\u00a0 Jahre 1393 heftig gestritten wurde und wof\u00fcr Ludwig<\/p>\n<p>auch noch gr\u00f6\u00dfere Summen aufwenden musste. Als die Lage ziemlich ausweglos geworden war, vereinbarte Ludwig 1396 mit seinem Konvent, der zu diesem Zeitpunkt gerade noch aus drei Mitgliedern bestand, dass er die Verwaltung des Klosters f\u00fcr 10 Jahre<\/p>\n<p>niederlegte. Die Verwaltung wurde an Hugo von Rosenegg \u00fcbertragen. Der Abt sollte, falls er im Lande blieb, 200 Gulden j\u00e4hrlich sowie eine Reihe festgelegter Naturalien erhalten.\u00a0 Der Text der dar\u00fcber am 3.2.1396 in Z\u00fcrich ausgestellten Urkunde klingt allerdings<\/p>\n<p>recht schroff: \u201cVertrag des Kapitels zu Einsiedeln mit seinem \u00fcbel haushaltenden Abte Ludwig von Thierstein, dass er 10 Jahre lang vom Lande fahren, und die Veste Pf\u00e4ffikon weder besuchen noch bewohnen d\u00fcrfe; einzig der Pfleger an seiner Statt, Hugo von<\/p>\n<p>Rosenegg, darf Pf\u00e4ffikon inne haben.\u201d<\/p>\n<p>Der Abt blieb nicht nur im Lande sondern mischte sich weiter in die Verwaltung der Stiftsg\u00fcter ein. Noch am 14.1.1402 stellte er eine Verleihungsurkunde aus. Er starb am 10. Oktober 1402.<\/p>\n<p>Hugo stammte aus der Freiherrenfamilie von Rosenegg. Die Burg Rosenegg lag im Hegau in Der heutigen Gemeinde Rielasingen-Worblingen. Hugos Vater war Johann, der 1362 \u00f6sterreichischer Landrichter in Konstanz und von 1372-1376 im Thurgau war.<\/p>\n<p>Hugo hatte drei Br\u00fcder. Werner war von 1385-1402 Abt auf der Reichenau. Heinrich war Hauptmann der Rittergesellschaft vom J\u00f6rgenschild. Er wohnte zusammen mit seinem Bruder Hans auf Wartenfels, das durch die Heirat ihres Vaters mit einer von Tengen in die<\/p>\n<p>Familie gekommen war. Hugos beide Mitbr\u00fcder Werner von End, der mit ihm zusammen mit Abt Ludwig den Verzicht auf die Klosterverwaltung vereinbart hatte und Burkhard von Krenkingen w\u00e4hlten ihn zum neuen Abt.<\/p>\n<p>Am 23.10. 1402 schloss er das Burgrecht mit Z\u00fcrich auf 10 Jahre ab. Am 14. M\u00e4rz 1408 best\u00e4tigte K\u00f6nig Ruprecht in\u00a0 Konstanz Abt Hugo die Privilegien des Kloster \u201cRechte, Freiheiten, Gnade und gute Gewohnheiten, Privilegien, Handfesten und Briefe\u201d.<\/p>\n<p>Auch das Asylrecht bekr\u00e4ftigte er.<\/p>\n<p>Aus zwei P\u00e4psten waren mittlerweile drei geworden. Es gab verschieden M\u00f6glichkeiten, das Schisma zu beenden. Das eine w\u00e4re die milit\u00e4rische Gewalt gewesen. Dann w\u00e4re eine freiwillige Abdankung m\u00f6glich gewesen oder der Weg eines Kompromisses und<\/p>\n<p>schlie\u00dflich ein Schiedsgericht, also die Unterwerfung unter die Entscheidung eines Konzils. Die Universit\u00e4t von Paris, die damals bedeutendste Bildungseinrichtung des Abendlandes hatte diese Wege vorgeschlagen. 1407 kam es in Savonna zu Verhandlungen<\/p>\n<p>zwischen beiden Ob\u00f6dienzien. Das Kardinalskollegium trennte sich danach nicht. 17 Kardin\u00e4le riefen in Livorno am 35. M\u00e4rz 1409 ein Konzil in Pisa einzuberufen. \u00dcber 600 Kleriker kamen nach Pisa. Die beiden im Moment regierenden P\u00e4pste<\/p>\n<p>beriefen aber jeweils eigene Konzilien ein, die es aber bei weitem nicht auf so viele Teilnehmer brachten. Am 5. Juni 1409 setzte das Konzil in Pisa die beiden P\u00e4pste ab und w\u00e4hlte am 24. Juni 1409 den Mail\u00e4nder Kardinal Pietro Philargi von Candia zum Papst.<\/p>\n<p>Er nannte sich Alexander V. \u2013 nur die beiden anderen P\u00e4pste traten nicht ab. Nun gab es also drei P\u00e4pste. Alexander starb allerdings schon am 3. Mai 1410. Ihm folgte Baldassare Cossa als Johannes XXIII. nach. Die Ob\u00f6dienzen der<\/p>\n<p>abgesetzten P\u00e4pste waren stark geschrumpft. Auch Einsiedeln hatte wohl die Ob\u00f6dienz in Pisa anerkannt, denn am 31. Mai 1410 best\u00e4tigte der Pisaner Papst Johannes XXIII. in Bologna alle\u00a0 Privilegien und Freiheiten des Klosters Einsiedeln.<\/p>\n<p>Abt Hugo wahrte die Rechte des Stift. Er schaffte es, ausstehende Zinsen einzubringen. Zwar musste auch er noch zu Verk\u00e4ufen greifen, doch die finanzielle Lage des Stifts war wieder konsolidiert wie Bonstetten vermerkt:<\/p>\n<p>\u201cverliess darzu an barschaft zway und dreissig tausent Gulden\u201d Auch die Wallfahrt nahm unter Abt Hugo weiter Aufschwung. Pilger aus den Hansest\u00e4dten und den Niederlanden kamen \u00f6fters nach Einsiedeln.<\/p>\n<p>Auch K\u00f6nig Sigismund, der ja auf dem Konzil anwesend war, war 1417 in Einsiedeln.<\/p>\n<p>Eine gro\u00dfe Wallfahrt wurde 1411 von Basel veranstaltet, als in Basel die Pest grassierte. Wichtiges Ereignis war nat\u00fcrlich das Konzil von Konstanz von 1414-1418, an dem wie wir wissen, auch Abt Hugo teilgenommen hatte. Ob Hugo an den von Papst<\/p>\n<p>Benedikt XII. geforderten Provinzkapitel teilnahm, ist nicht nach zu weisen. Aber er hatte wohl auch andere Probleme. Es waren nur noch drei Konventualen im Stift und die Misswirtschaft seine Vorg\u00e4ngers war ja auch zu bew\u00e4ltigen.<\/p>\n<p>Am gro\u00dfen Provinzkapitel in Peterhausen, das im Februar 1417 praktisch im Rahmen des Konzils stattfand, war er dabei. Die Konzilsversammlung hatte das Kapitel einberufen. Der Chronist des Konstanzer Konzils Ulrich Richental z\u00e4hlte<\/p>\n<p>78 teilnehmende \u00c4bte und 48 weitere Abgesandte anderer Abteien. Die Tagung dauerte drei Wochen und endete mit einer feierlichen Prozession.<\/p>\n<p>Abt Hugo wird letztmals am 21.4.1418 urkundlich erw\u00e4hnt, als\u00a0 Heinrich Eschli aus dem Euthal angibt, dass ihm von Abt Hugo eine Schweig geliehen worden sei. Am 16. Oktober 1418 starb er in Pf\u00e4ffikon.<\/p>\n<p>Auf ihn folgte Burkhard von Krenkingen-Weissenburg. Er war schon\u00a0 bei der Vereinbarung mit Hugo und\u00a0 Ludwig dabei und m\u00f6glicherweise wurde er gar nicht gew\u00e4hlt, denn er war, was nicht ganz fest steht, vielleicht<\/p>\n<p>sogar der einzige noch vorhandene Konventuale. Walter von End starb wahrscheinlich kurz nach 1416. Erst 1428 erfahren wir von 4 Herren. Ein gemeinsames Ordensleben nach der Ordensregeln gab es nicht mehr. Das Stiftsgut war in Pfr\u00fcnden<\/p>\n<p>aufgeteilt.<\/p>\n<p>Am 20.11. 1418 ging er mit Z\u00fcrich ein Burgrecht ein und zwar auf Lebzeiten. Am 9. Februar 1424 verlieh K\u00f6nig Sigismund in Ofen an Schwyz die Vogtei \u00fcber Kloster Einsiedeln. Ital Reding, der \u00c4lter (1370-1447)Landamman von Schwyz<\/p>\n<p>war deshalb eigens nach Ofen gereist.Ital Reding und Sigismund kannten sich ja bereits. In Konstanz war Reding\u00a0 eidgen\u00f6ssischer Gesandter an das Konzil. 1415 verlieh Sigismund in Konstanz die Blutgerichtsbarkeit f\u00fcr Schwyz.<\/p>\n<p>Die Vogteiverleihung scheint nicht einvernehmlich mit dem Abt geschehen zu sein. Aber machen konnte er nichts.<\/p>\n<p>Das Stiftsgut war in Pfr\u00fcnden aufgeteilt. 1428 nahm auch Burkhard eine solche Einteilung vor. Richard von Falkenstein erhielt die Kustorei, Rudolf von Sax die Kammerei, dessen Bruder, Gerold von Sax, die Kantorei und Franz von Rechberg die Propstei Fahr.<\/p>\n<p>Er behielt sich aber vor, diese bei schlechter Verwaltung wieder an sich ziehen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Als der K\u00f6nig im Dezember 1430 in \u00dcberlingen war, versuchte Abt Burkhard \u00fcber seinen Onkel Hans von Lupfen, Hans von Klingenberg, der kaiserlicher Rat bei Sigismund nach dessen Kaiserkr\u00f6nung war und Hauptmann der Rittergesellschaft vom J\u00f6rgenschild,<\/p>\n<p>die \u00dcbertragung der Vogtei von 1424 r\u00fcckg\u00e4ngig zu machen. Auch der F\u00fcrst von Braunschweig verwandte sich f\u00fcr den Abt. Zwar verlieh der K\u00f6nig am 13.12.1430 die Regalien und \u00fcbergab diese dem Bevollm\u00e4chtigten\u00a0 des Abts, dem Leutepriester auf der Ufnau Kaplan Reinhard Stahler, da der Abt \u201cwegen vielen Gesch\u00e4ften sich nicht pers\u00f6nlich vor dem Kaiser stellen konnte\u201d. Einen Tag sp\u00e4ter, am 14. 12. best\u00e4gtite Kaiser Siegmund \u201cauf Anhalten seines F\u00fcrsten, des Abts Burkard von Einsiedeln, alle Rechte, Freiheiten u.s.w. dieses Klosters, besonders die von Karl IV. ertheilten, dass man seine Leute vor kein fremdes Landgericht lade, und Aechter halten m\u00f6ge; auch nimmt er das Gotteshaus und dessen Leute in des Reiches besondern Schirm.\u201d(nach Regesta imperii XI\/2, Nr. 8012) In Sachen Vogtei<\/p>\n<p>hatte der Abt aber keinen Erfolg. Am 9. 1.1433 bat der Abt erneut um Aufhebung der Bullen und verwies auf die Vermittlung der Herren von Lupfen, Klingenberg und Braunschweig in \u00dcberlingen. Erst am 22. Oktober 1431 in Feldkirch hatte der Abt Erfolg. Der K\u00f6nig<\/p>\n<p>nahm das Kloster erneut in des Reiches Schutz, widerrief den Brief, in dem er Schwyz die Vogtei verliehen hatte und verbot \u201cbei Androhung seiner Ungnade\u201d von diesem Recht Gebrauch zu machen. Das gefiel nat\u00fcrlich den Schwyzern nicht und sie unternahmen<\/p>\n<p>Schritte dagegen.<\/p>\n<p>In Basel tagte mittlerweile das Konzil\u00a0 von 1431-1449, das von dem in Konstanz gew\u00e4hlten Papst Martin V. einberufen worden war. Sorge um den Glauben, Herstellung des Friedens in der Christenheit und Reformen sollten auf der Tagesordnung\u00a0 stehen.<\/p>\n<p>Auch Sigismund, seit M\u00e4rz 1433 Kaiser, hatte zum Kaiserlichen Tag, also einem Reichstag auf den 30.11. 1433 nach Basel geladen.\u00a0 Abt\u00a0 Burkhard und Abgesandte der Schwyz waren nat\u00fcrlich in Basel vertreten. Am 11.12.1433 stand der Streit<\/p>\n<p>zwischen Abt Burkhard und dem Lande Schwyz auf der Tagesordnung.Kaiser Sigismund erz\u00e4hlte \u201dden ganzen Hergang dieses Gesch\u00e4fts. Dieses geschah in Beisein des Abts Burkard, des Ammann Itel Reding und einer Menge Reichsf\u00fcrsten, Grafen, Herren und Doktoren, deren<\/p>\n<p>viele genannt sind.\u201d Zwar entkr\u00e4ftete er nochmals den Brief von 1424, in dem Schwyz die Vogtei zu gesprochen worden war, und er versicherte, dass er dem Abt und Konvent nie einen anderen Vogt setzen werde. Anderseits verf\u00fcgte er, dass dem Lande Schwyz<\/p>\n<p>die Vogte \u00fcber Einsiedeln zugeh\u00f6re, wie sie fr\u00fcher von der Herrschaft \u00d6sterreich ausge\u00fcbt wurde. Die Schwyzer sollten dem Kaiser in einem besiegelten Brief best\u00e4tigen, dass sie das Gotteshaus bei seinen alten Rechten und Freiheiten lassen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Am selben Tag best\u00e4tigte der Kaiser nochmals die Privilegien des Klosters Einsiedeln.<\/p>\n<p>Am 14.3. 1434\u00a0 gaben\u201d Ammann, Rat und Gemeinde des Landes zu Schwyz&#8220;,\u00a0 dem Abt und Gotteshaus zu Einsiedeln die Versicherung, sie bei allen ihren Rechten und Freiheiten bleiben zu lassen, und sie hiebei zu schirmen, wie solches in einer goldenen Bulle des<\/p>\n<p>Kaisers Sigmund verlangt wird. Am 19.3. legte der Abt vor dem kaiserlichen Notar Leonard Valk seinen Protest nieder. Als Zeugen traten unter anderem auf der Leutprister Stahler von der Ufnau, der ja schon in \u00dcberlingen f\u00fcr den<\/p>\n<p>Abt t\u00e4tig war und Abt Johann Schwarzmurer von der Zisterzienserabtei Wettingen. Der Abt lie\u00df bekr\u00e4ftigen, dass die \u201cAnnehmung des Schirmbriefs dem Gotteshaus nicht solle sch\u00e4dlich sein\u201d. Am 14.4.1434 best\u00e4tigte Sigmund den Schutzbrief der Schwyz.<\/p>\n<p>Damit war die Vogtei endg\u00fcltig an das Land Schwyz \u00fcbergegangen, das es bis 1798, also bis die \u201cHelvetische Republik\u201d die Eidgenossenschaft abl\u00f6ste, innehatte.<\/p>\n<p>Im Fr\u00fchjahr 1425 versammelten\u00a0 sich 41 \u00c4bte und Pr\u00f6pste ordens\u00fcbergreifen aus Kl\u00f6stern des Bistums Konstanz. Einer der Initiatoren war wohl Heinrich Merk, der von 1417-1430 Abt der Pr\u00e4monstratenserabtei Rot an der Rot war. Nach dem Vorbild der St\u00e4dte-und<\/p>\n<p>Ritterb\u00fcnde wurde eine Konfraternit\u00e4t geschlossen. Man wollte sich gegen ungeb\u00fchrliche Forderungen der p\u00e4pstlichen und bisch\u00f6flichen Kurie sch\u00fctzen und kl\u00f6sterliche Rechte gegen die Einmischung adliger Verwandten von Klosterangeh\u00f6rigen sollten gewahrt<\/p>\n<p>werden. Aus jedem der 4 vertretenen Orden wurde ein Vertreter gew\u00e4hlt. Beitr\u00e4ge an eine gemeinsame Kasse wurden festgelegt, aus der die Reiseauslagen bestritten wurden. An die Beschl\u00fcsse der 4 Vertreter war die gesamte Konfraternit\u00e4t gebunden.<\/p>\n<p>Die Bruderschaft war zun\u00e4chst auf 12 Jahre geschlossen worden. Neben diesen praktischen Beschl\u00fcssen wurden auch eine Reihe geistliche Beschl\u00fcsse getroffen. Am St. Urbanstag, also dem 25. Mai 1425 wurde das B\u00fcndnis von allen Pr\u00e4laten besiegelt.<\/p>\n<p>Abt Burkhard stand an der Spitze der Br\u00fcderschaft.<\/p>\n<p>Am 8.12.1426 best\u00e4tigte Papst Martin V. die Privilegien des Klosters Einsiedeln. Kurz danach stand der n\u00e4chste Streit an. Der Konstanzer Bischof Otto III. von Hachberg (1410-1434)wollte verhindern, dass Pilger an der Gnadenst\u00e4tte in Einsiedeln<\/p>\n<p>die Sakramente einnehmen konnten und berief sich dabei auf ein Dekret der\u00a0 Lateransysnode von 1215, das bestimmte, dass kein Gl\u00e4ubiger ohne Erlaubnis seines Pfarrers bei einem fremden Priester beichten d\u00fcrfe. Abt Burkhard bat die<\/p>\n<p>Eidgenossen um Vermittlung. Am 11.3. 1432 erteilte Papst Eugen Abt Burkhard die Erlaubnis, den Pilgern der Marienkapelle die Sakramente der Busse und Eucharistie zu spenden. Die Erlaubnis war zun\u00e4chst auf 10 Jahre beschr\u00e4nkt. Gegen diese<\/p>\n<p>Verf\u00fcgung beschwerte sich Otto vor dem Konzil. Abt Burkhard wurde nun vors Konzil geladen. Auch Rom lie\u00df die Sache nochmals untersuchen und beauftragte die Bisch\u00f6fe von Chur und Cervina damit. Da aber der Papst Otto 1434 von seinem Bistum entband,<\/p>\n<p>erledigte sich dieser Fall. Die Wallfahrt nahm weiteren Aufschwung. Er hatte einige Rechtsstreitigkeiten.<\/p>\n<p>Burkhard lie\u00df den Kreuzgang neu erstellen und lie\u00df ein neues Abteigeb\u00e4ude bauen. In Pf\u00e4ffikon wurde die Wei\u00dfenburg erbaut. Er lie\u00df einen silbernen Reliquienschrein erstellen. Dann lie\u00df er das nach ihm benannte Burkhardenbuch anlegen. Das war ein<\/p>\n<p>Kopiebuch, in dem die wichtigsten Urkunden des Stifts eingetragen wurden. Am 21. Dezember 1438 verstarb er.<\/p>\n<p>Am 31. Dezember 1438 wurde Rudolf III. von Sax zum neuen Abt gew\u00e4hlt. Er ist uns schon am\u00a0 16.4. 1428 begegnet, als Abt Burkhard die Kloster\u00e4mter von Einsiedeln unter den 4 verbliebenen Konventualen verteilt hatte.<\/p>\n<p>Pater Rudolph Henggeler \u00fcberschreibt diesen Abschnitt von rund 150 Jahren Einsiedler Klostergeschichte mit \u201cDas Stift als Familienpfr\u00fcnde\u201d und das ist es ja wohl, kurz und b\u00fcndig. Rudolf war der 5. Sohn des Freiherren Ulrich Eberhard von Sax und seiner<\/p>\n<p>Gemahlin der Gr\u00e4fin Elisabeth von Werdenberg-Sargans. Die Familie von Sax stammte aus einem r\u00e4tischen Hochadelsgeschlecht, das sich schon in staufischer Zeit in drei Linien geteilt hatte. Damals war Ulrich von Sax\u00a0 als Abt in St. Gallen t\u00e4tig und reorganiserte<\/p>\n<p>die Verwaltung des Klosters. Die Familie hatte die Vogteien \u00fcber Disentis, Pf\u00e4fers und Clanx inne. Auch in Disentis regierte um 1330 mit Martin von Sax ein Abt aus dieser Familie.<\/p>\n<p>Rudolf stammte aus der Linie Sax-Hohensax. Die Abtweihe fand wohl kurz nach seiner Wahl statt. Mit Bischof Heinrich IV. (1436-1462)hatte er sich auf die Zahlung der Servitien geeinigt. Sie sollten 800 Gulden betragen. Schon am 3.2.1439<\/p>\n<p>ging er mit B\u00fcrgermeister und Rat der Stadt ein Burgrecht auf Lebzeiten ein. Er sollte seine Veste Pf\u00e4ffikon \u00f6ffnen und j\u00e4hrlich zum Martinstag 10 Goldgulden Burgrechtssteuer entrichten. Am 12.9.1442 verlieh ihm Friedrich III. (1440-1493)<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/380px-Hans_Burgkmair_d._._005.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-width: 0px;\" title=\"380px-Hans_Burgkmair_d._\u00c4._005\" alt=\"380px-Hans_Burgkmair_d._\u00c4._005\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/380px-Hans_Burgkmair_d._._005_thumb.jpg\" width=\"156\" height=\"244\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>die Regalien und best\u00e4tigte die Privilegien des Klosters.<\/p>\n<p>Noch zu Lebzeiten von Abt Burkhard hatte sich der alte Z\u00fcrichkrieg angebahnt. Zum einen ging es um die Vorherrschaft um die Vorherrschaft zwischen Schwyz und Z\u00fcrich im Gebiet rund um den Z\u00fcrichsee und das Linthgebiet. Der Z\u00fcricher<\/p>\n<p>B\u00fcrgermeister Rudolf St\u00fcssi (B\u00fcrgermeister von 1430-1443) verfolgte eine klar expansionistische Politik. Ziel war die Beherrschung des gesamten Zugangs zu den Alpenp\u00e4ssen zwischen Baden und Sargans. Zun\u00e4chst konnte der Streit friedlich<\/p>\n<p>beigelegt worden. Am 14. April starb Graf Friedrich VII. von Toggenburg. Er hatte kein Testament hinterlassen, aber viele sich auch widersprechende Zusagen gemacht. Z\u00fcrich besetzte gleich Pf\u00e4ffikon w\u00e4hrend Schwyz seine Truppen nach Einsiedeln<\/p>\n<p>in die March und nach Uznach legte. Die Gr\u00e4fin Elisabeth von Matsch, die Witwe des verstorbenen Grafen hatte ihr Erbe im April 1437 an ihren Bruder Ulrich und ihren Vetter Ulrich von Matsch \u00fcberschrieben mit der Auflage, es gerecht aufzuteilen.<\/p>\n<p>Unter Vermittlung des Berner Schultheissen Rudolf Hofmeister und dem Schwyzer Landamman Ital Reding wurde das Erbe an verschieden Adelsherrschaften aufgeteilt. Z\u00fcrich war leer ausgegangen. Als Reaktion verh\u00e4ngte Z\u00fcrich eine Getreidesperre<\/p>\n<p>gegen Schwyz und Glarus. Der Winter 1437\/38 war sehr streng und zog ein Hungerjahr nach sich. Da wirkte sich so eine Getreidesperre nat\u00fcrlich hart aus. Die Situation eskalierte und im Mai 1439 kam es zu blutigen Zusammenst\u00f6\u00dfen am Etzel.<\/p>\n<p>Z\u00fcrich wurde zur\u00fcckgeschlagen und es kam zun\u00e4chst zu einem Waffenstillstand. Im November 1440 kamen die Z\u00fcricher mit 6000 Mann nach Pf\u00e4ffikon. Inzwischen hatten sich die Truppen von Uri, Schwyz und Unterwalden vereint, was auch die Z\u00fcrichern<\/p>\n<p>erfuhren. Sie zogen sich aus Pf\u00e4ffikon zur\u00fcck. Die Schwyzer befragten nun die Hofleute unter Eid \u00fcber die Hofrodel. Diese bejahten, dass dieser richtig sei. Daraufhin zogen die Schwyzer die Vogtei an sich.<\/p>\n<p>Am 1.12. 1440 wurde der Kilchbergische Vertrag zwischen Z\u00fcrich und Schwyz,den Graf Hugo von Montfort vermittelt hatte,\u00a0\u00a0\u00a0in Luzern beurkundet. Am 1. Januar 1441 verhandelten Schwyz und Z\u00fcrich erfolglos. Die Lage verkomplizierte sich weiter.<\/p>\n<p>Am 2. Februar 1440 war Friedrich III. von den deutschen Kurf\u00fcrsten zum K\u00f6nig gew\u00e4hlt worden. Anl\u00e4sslich der Kr\u00f6nung zum K\u00f6nig schloss Z\u00fcrich mit Friedrich in Aachen einen Vertrag ab. Z\u00fcrich sollte Teile der Grafschaft<\/p>\n<p>Kyburg an Friedrich zur\u00fcckgeben. Daf\u00fcr war Friedrich bereit, als K\u00f6nig die Privilegien der Stadt Z\u00fcrich zu erneuern und die restliche Herrschaft der Stadt anzuerkennen. Auch Rapperswil hatte sich mit Friedrich verb\u00fcndet. Im September weilte Friedrich in<\/p>\n<p>Z\u00fcrich um die Huldigung der Stadt entgegen zu nehmen. Bei dieser Gelegenheit waren auch die Regalien an Abt verliehen worden. Zwischen dem 1.und 4. Mai 1443 wurde in Einsiedeln nochmals erfolglos versucht, den Frieden wieder her zu stellen.<\/p>\n<p>Am 22. Mai 1443 in Freienbach und am 24. Mai am Hirzel trafen die eidgen\u00f6ssischen und die Heere Friedrichs und Z\u00fcrichs aufeinander. Beides Mal behielten die Eidgenossen die Oberhand. Da die Heuernte war, zogen sich Schwyz zur\u00fcck, um nach der Ernte wieder zu<\/p>\n<p>kommen. Sie waren aber nicht stark genug, um Z\u00fcrich ein zu nehmen. Aber die Z\u00fcricher erlitten am 23. Juli in der Schlacht bei St. Jakob an der Sihl eine vernichtende Niederlage. B\u00fcrgermeister St\u00fcssi fiel auf der Sihlbr\u00fccke.<\/p>\n<p>Auch Rapperswil konnte nicht eingenommen worden. Abt Rudolf und Bischof Heinrich IV. von Hewen vermittelten einen Waffenstillstand von acht Monaten. Niemand k\u00fcmmerte sich aber darum. Auch Friedensverhandlungen in Baden kamen nicht voran.<\/p>\n<p>Die Belagerung von Rapperswil dauerte von April\u00a0 1444 bis Dezember 1445. Das stiftische Gebiet wurde schwer in Mitleidenschaft gezogen. Auch die Besitzungen in Fahr hatten zu leiden. Die Kirche von Weiningen wurde sogar niedergebrannt.<\/p>\n<p>Endlich kam es im Juni 1446 zu einem Waffenstillstand. Allerdings dauerten die Friedensverhandlungen noch 4 Jahre. Erst am\u00a0 8. April 1450 kam es im Kloster Kappel zu einem Vergleich. Am 24. August 1450 erneuerten Z\u00fcrich und die anderen Eidgenossen<\/p>\n<p>auf einer Wiese bei Einsiedeln feierlich die alten B\u00fcnde und tauschten die im Krieg erbeuteten Fahnen aus.<\/p>\n<p>Die Wallfahrt war in den Kriegszeiten zur\u00fcckgegangen. Am 3.3. 1442 wurde das Privileg von fremden Pilgern Beichte h\u00f6ren zu d\u00fcrfen, um f\u00fcnf Jahre verl\u00e4ngert. In der Regierungszeit Abt Rudolfs wird auch das sogenannte Waldstattbuch aufgesetzt,<\/p>\n<p>das die Rechte und Pflichten der Waldleute enthielt. In Eschenz wurde 1446 ein neues Verzeichnis der zehntpflichtigen G\u00fcter aufgenommen.<\/p>\n<p>Die letzte Urkunde Abt Rudolfs ist am 11.11.1446 ausgestellt. es geht dabei um das Pr\u00e4sentationsrecht in der Pfarreikirche Wald. Sein Nachfolger erscheint bereits am\u00a0 12. Februar 1447. Zwischenzeitlich muss Abt Rudolf also gestorben sein.<\/p>\n<p>Franz von Hohenrechberg war ein Cousin m\u00fctterlicherseits des verstorbenen Abtes Rudolf. Auch er wird bei der \u00c4mterverteilung durch Abt Burkhard im Jahr 1428 genannt. Er erhielt die Propstei Fahr. Als Abt erscheint er erstmals am 12.2. 1447.<\/p>\n<p>Es geht um die Festlegung der ersten Fr\u00fcchte. Dies geschah zusammen mit seinem Cousin Konrad von Hohenrechberg, der Dompropst in Konstanz war. Da das Stift verarmt war, wurden nur 700 Gulden festgesetzt.<\/p>\n<p>In seiner Regentschaft wurde der alte Z\u00fcrichkrieg definitiv beendet. Die Verhandlungen hatten in Einsiedeln stattgefunden und der Entscheid wurde beim Abt hinterlegt.<\/p>\n<p>Am 25. Oktober 1449 hatte Papst Nikolaus V. (1447-1455) den Abt von Kloster Reichenau Friedrich von Wartenberg (1427-1453) beauftragt, dem unter den Kriegsfolgen leidenden Kloster Einsiedeln zu helfen, wieder in den Besitz verlorener G\u00fcter<\/p>\n<p>zu gelangen. Als Prokurator des Abtes beim Heiligen Stuhl lie\u00df Abt Friedrich auch\u00a0\u00a0 ein Transsumpt der Bulle Papst Leos VIII. aus dem Jahr 964, das 1383 von Heinrich von Brandis,\u00a0 Bischof von Konstanz, erstellt wurde, und nun von neuem<\/p>\n<p>durchgesehen, abgeschrieben und f\u00fcr echt erkl\u00e4rt wird durch den Notar Johannes Vogelli vidimieren.Der Papst verlieh am 23. M\u00e4rz 1452 allen Besuchern der Gnadenkapelle einen Ablass. Am 3.4. 1452\u00a0 best\u00e4gtigte Papst Nikolaus V.\u00a0 Abt Franz von Hohenrechberg<\/p>\n<p>und dem Konvent von Einsiedeln die Privilegien. Am 25. 4.verl\u00e4ngerte er die Vollmacht, Pilgern Beichte zu h\u00f6ren um weitere 15 Jahre, vor allem\u00a0 erkl\u00e4rte er das Kloster aber f\u00fcr exemt. Damit unterstand es nicht mehr der Gewalt des Bischofs von<\/p>\n<p>Konstanz. Im weltlichen Bereich gab es noch einen Streit um die Weiden. Der Schwyzer Landammann Ital Reding und das Neunergericht entschieden aber im Rathaus zu Schwyz am 20. Oktober, dass diese Allgemeingut seien.<\/p>\n<p>Die Regierungszeit von Abt Franz dauerte nur 5 Jahre. Er verstarb am 18. Juli 1452. Auf ihn folgte Gerold von Sax. Er war der Bruder seines Vorvorg\u00e4ngers Rudolf und ebenfalls 1428 mit einem Amt bedacht worden. Er erhielt damals<\/p>\n<p>Kantorei und Kellerei. Mit ihm sind nun alle damals Genannten zu Abtsw\u00fcrden gekommen. Er \u00fcbertrug\u00a0 Rudolf von Falkenstein, den \u00e4ltesten Konventualen von Einsiedeln die Kantorei und Kellerei.<\/p>\n<p>Am 15. November 1452 vidimierte der Konstanzer Bischof Heinrich IV. von Hewen (1436-1462) die Bulle, die Papst Nikolaus Abt Franz ausgestellt hatte. Sie wurde auch zur Ver\u00f6ffentlichung in der ganzen Di\u00f6zese befohlen.<\/p>\n<p>Am 13.8.1454 beauftragte Papst Nikolaus den Konstanzer Dompropst und den Domdekan sowie den Z\u00fcricher Propst gegen Ulrich Tailer, einen Konstanzer Kleriker, sowie andere Kleriker und auch Laien in Konstanz vorzugehen, die dem Kloster \u201cschwere Sch\u00e4den\u201d<\/p>\n<p>zugef\u00fcgt h\u00e4tten. Worin diese bestanden, wird in der Urkunde nicht gesagt. Nur knapp sechs Wochen sp\u00e4ter beauftragte der Papst den Domdekan von Konstanz und den von Stra\u00dfburg sowie den Z\u00fcricher Propst Nachforschungen anzustellen \u00fcber Entfremdung von<\/p>\n<p>Klosterg\u00fctern durch fr\u00fchere \u00c4bte und Konventualen. M\u00f6glicherweise war dies eine Retourkutsche der Kleriker, die angeblich das Stift gesch\u00e4digt h\u00e4tten. Was aus beiden Sachen geworden ist, ist nicht bekannt.<\/p>\n<p>Papst Nikolaus starb am 24. M\u00e4rz 1455. Auf ihn folgte Calixt III. (1455-1458).Dieser Papst verlieh Abt Gerold am 5.12.1457 das Privileg\u00a0 \u201csich einen Beichtvater zu w\u00e4hlen, der ihn von den S\u00fcnden freisprechen kann, ausgenommen die dem Papst vorbehaltenen, und<\/p>\n<p>dazu Pflichten zu ver\u00e4ussern, ausser die Pflicht der Pilgerreise an die Grabst\u00e4tten der heiligen Apostel Petrus und Paulus und des heiligen Jacobus\u201d Der Nachfolger von Papst Calixt, Pius II. (1448-1464), der als<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/170px-Pintoricchio_012.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-width: 0px;\" title=\"170px-Pintoricchio_012\" alt=\"170px-Pintoricchio_012\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/170px-Pintoricchio_012_thumb.jpg\" width=\"157\" height=\"244\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>der als Enea Silvio Piccolomini ein bedeutender Humanist, Schriftsteller und Gelehrter war, zeigte sich als G\u00f6nner des Stifts.<\/p>\n<p>Am 6.7.1462 erneuert Abt Gerold das Burgrecht mit Z\u00fcrich, wobei auf Grund der ge\u00e4nderten politischen Lage die Veste Pf\u00e4ffikon keine Rolle mehr spielt. Die \u00fcbrigen Bedingungen von beiden Seiten bleiben dieselben.<\/p>\n<p>Vertragspartner waren der Rat der Stadt Z\u00fcrich und B\u00fcrgermeister Rudolf von Cham einerseits und Abt Gerold andrerseits.<\/p>\n<p>Am 29. Mai 1463 best\u00e4tigte\u00a0der Papst\u00a0dem Kloster den den apostolischen Schutz und die Privilegien des Stiftes.<\/p>\n<p>Nur 4 Tage sp\u00e4ter n\u00e4mlich am 02.06. 1463 best\u00e4tigte\u00a0er dem Kloster das Privileg, nur Adlige oder\u00a0 \u201chervorragende M\u00e4nner\u201d M\u00e4nner ins Kloster auf nehmen zu m\u00fcssen. Wenn daf\u00fcr extra eine p\u00e4pstliche Bulle ausgestellt wird, scheint es wohl<\/p>\n<p>Bestrebungen gegeben zu haben, diese \u201calte, streng befolgte \u00dcbung\u201d auszuhebeln. Anfang des 15. Jahrhunderts scheinen viele Kl\u00f6ster enorme Probleme gehabt zu haben. Bei vielen war die adlige Exklusivit\u00e4t vielleicht nicht die<\/p>\n<p>Ursache aber eben doch mit schuldig am schlechten Zustand der Nachwuchsprobleme. Das Kloster Reichenau hatte um 1400 noch zwei M\u00f6nche in Steingaden lebte sogar nur noch ein Konventuale im Kloster. Die Kl\u00f6ster, die sich f\u00fcr alle<\/p>\n<p>\u00f6ffnete, erlebten dann immer einen neuen Aufschwung. In Amorbach \u00f6ffnete Abt Dietrich von Kunnich (1406-1428) das Kloster f\u00fcr Nichtadelige. In Rot gilt Heinrich Merk (14-15-1420) als 2. Gr\u00fcnder. Er k\u00fcmmerte sich auch um das Filialkloster<\/p>\n<p>Steingaden. Auf der Reichenau wurde Friedrich von Wartenberg (1427-1458) von Papst Martin eingesetzt. Er hob die Beschr\u00e4nkung f\u00fcr den Hochadel auf. In St. Gallen wurde mit Ulrich R\u00f6sch ein B\u00e4ckersohn der erste Abt, der nicht adelig war.<\/p>\n<p>Er war dies von 1463-1491.Auch er wird gerne 2. Klostergr\u00fcnder genannt. Bei all diesen Kl\u00f6stern hatte die \u00d6ffnung eine gro\u00dfe Wirkung. Die Ordensdisziplin wurde wieder gest\u00e4rkt, zumal alle \u00c4bte gro\u00dfen Wert auf die Bildung ihrer M\u00f6nche legten.<\/p>\n<p>Die wirtschaftlichen\u00a0 Probleme\u00a0 schwanden auch. Einsiedeln hielt aber noch, so wie es aussieht, am alten Herkommen fest.<\/p>\n<p>Auch unter Abt Gerold gab es Neuzug\u00e4nge im Kloster. Aber es waren eben nur enge Familienangeh\u00f6rige. Konrad von Rechberg wurde aufgenommen. Er war Vetter von Abt Gerold und Sohn des Bruders von Abt Franz. Um 1454 trat Albrecht von Bonstetten ins Kloster<\/p>\n<p>ein.Er war der Sohn der Schwester der beiden \u00c4bte Gerold und Rudolf Elisabeth von Sax. Aus dieser Familie waren schon zwei Mitglieder Kanoniker in Einsiedeln. Burkhard von Bonstetten ist 1244 in Einsiedeln erw\u00e4hnt und Hermann von Bonstetten war bei dem<\/p>\n<p>\u00dcberfall Schwyzer auf das Kloster dabei. Er war sp\u00e4ter erst Pfleger in St. Gallen und von 1333-1360 dort Abt. Auch Barnabas von Misox trat in Einsiedeln ein. Er stammte aus dem Familienzweig der Sax-Misox, also auch ein Verwandter.<\/p>\n<p>Am 18.12. 1463 befiehlt der Papst den Dompr\u00f6psten von Chur,Basel und Z\u00fcrich, daf\u00fcr zu sorgen, dass entfremdetes Klostergut zur\u00fcck gegeben wird.<\/p>\n<p>Am 25. Februar verkaufte Abt Gerold G\u00fcter und Rechte im Zugerland. Er bekam daf\u00fcr 3000 Gulden. F\u00fcr die Eidgenossen waren informiert worden\u00a0 f\u00fcr Z\u00fcrich Heinrich von Cham, f\u00fcr Luzern Kaspar von Hertenstein, der in Luzern ab 1468 Schulthei\u00df war und Hans<\/p>\n<p>Reding f\u00fcr Schwyz. Zum einen war das eine gute Gelegenheit, sich von etwas freimachen zu k\u00f6nnen, was ihm immer wieder Schwierigkeiten bereitet hatte. Zum andern brauchte er Geld f\u00fcr seinen Italienreise. Sp\u00e4ter auftauchende Schwierigkeiten<\/p>\n<p>waren damals noch nicht absehbar.<\/p>\n<p>Am 1.2.1464\u00a0 erlaubte Papst Pius dem Kloster, die Beichte von Pilgern zu h\u00f6ren und er best\u00e4tigte die Abl\u00e4sse. Im M\u00e4rz machte sich der Abt mit gr\u00f6\u00dferem Gefolge und 22 Pferden auf den Weg nach Rom. Am 11. M\u00e4rz legte er einen Aufenthalt in Chur ein,<\/p>\n<p>wo es um Streitigkeiten zwischen seinem Vetter, dem Grafen Georg von Werdenberg-Sargans und den Herren von Brandis um die Grafschaft Vaduz ging. Dabei verwies Graf Hugo XIII. von Montfort (+ 1491) im Beisein mehrerer \u00c4bte die Sache an ein Schiedsgericht<\/p>\n<p>bestehend aus den Vertretern von Bern, Schwyz und Glarus.Als der Abt auf das Gebiet des Herzogs von Mailand\u00a0 Francesco\u00a0 Sforza I.(1401-1466)kam, erhielt er durch das gesamte Gebiet das herzogliche Ehrengeleit und hielt ihn auch gastfrei.<\/p>\n<p>Er scheint auch vorher schon ziemlich Aufsehen erregt zu haben. Bei Firenzuola, einem kleinen\u00a0 Dorf in der N\u00e4he von Florenz, kam es zu einem Auflauf, weil viele Leute herbeidr\u00e4ngten, um die sch\u00f6nen Pferde des Abtes zu besichtigen. Dabei wurden sogar zwei<\/p>\n<p>Knechte festgesetzt, die die Leute zur\u00fcckdr\u00e4ngten. Es wirkt nicht unbedingt so, dass hier ein Abt unterwegs war, der eigentlich auf die ersch\u00fctterten Finanzen seines Stiftes achten\u00a0 musste. In einem Bericht des Mail\u00e4nder Gesandten an Herzog Francesco<\/p>\n<p>ist die Rede davon, dass der Abt als Beauftragter f\u00fcr den Bund von Deutschland zum Papst gehe.M\u00f6glicherweise handelt es sich um die 1425 gegr\u00fcndete Konfraternit\u00e4t, bei der damalige Einsiedler Abt Burkhard den Vorsitz \u00fcbertragen bekam.<\/p>\n<p>Die Reise zum Papst scheint durchaus erfolgreich gewesen zu sein. Denn am 10.4. 1264 erlaubte der\u00a0 Papst in Pietrolo wo sich damals der p\u00e4pstliche Hof in den B\u00e4dern aufhielt, \u201cAbt Gerold von Sax zu Einsiedeln und seinen Nachfolgern, p\u00e4pstliche Briefe ohne<\/p>\n<p>Erlaubnis des Ordinarius auszuf\u00fchren. Damit der Abt in seinem Recht nicht behindert wird, schreibt der Papst den Bisch\u00f6fen von Basel und Chur sowie dem Propst von Z\u00fcrich\u201d. Am selben Tag best\u00e4tigte er die Bullen von Papst Eugen IV., Papst Nikolaus V. und Papst<\/p>\n<p>Leo VIII. In Siena erh\u00e4lt er noch einen Ablassbrief\u00a0 f\u00fcr die Kirche von Freienbach aus, der ihm von sieben Kardin\u00e4len ausgestellt worden war. \u00dcber Z\u00fcrich geht er nach Einsiedeln zur\u00fcck. In Z\u00fcrich siegelt er am 1. Juni nochmals in der Streitsache seines Vetter, die von<\/p>\n<p>Chur am 11. M\u00e4rz 1464 nach Z\u00fcrich verwiesen worden ist. In Konstanz bem\u00fchte er sich gleich beim Bischof um die Vidimierung der erhalten Bullen. Dort war inzwischen Burkhard II. von Randegg (1462-1466) auf Heinrich IV. als Bischof gefolgt. Mit der<\/p>\n<p>Sakramentenspendung f\u00fcr Pilger gab es keine Probleme. Daf\u00fcr erkl\u00e4rte\u00a0 er sogar die Synodalstatuten f\u00fcr aufgehoben. Probleme gab es aber bei der Exemtion. Das war eigentlich immer und \u00fcberall ein Zankapfel zwischen Bischof und Abt.<\/p>\n<p>Am 18. Januar 1465 einigten sich Bischof und Abt auf die Anerkennung der Bullen zur Sakramentenspendung, den Engelweihablass und die Ernennung der Konservatoren. Verzichten musste auf die Exemtionsbulle vom 2. Juni 1463 und auch f\u00fcr seine Nachfolger<\/p>\n<p>versprechen, sich dieser Exemtion nicht zu bedienen.<\/p>\n<p>In der Nacht vom 21. April 1465 brach in der Gnadenkapelle ein Feuer aus, dem diese zum Opfer fiel und der das M\u00fcnster bis zum Fronaltar zerst\u00f6rte. Auch zehn Glocken, die Orgel, Paramente und B\u00fccher wurden ein Raub der Flammen. Schuld hatte angeblich der<\/p>\n<p>Mesner, der die Kerzen nicht sorgf\u00e4ltig genug gel\u00f6scht hatte. Die Schwyzer setzten nun den Ratsherren Josef Stadler zum Baumeister. Au\u00dferdem verlangten sie den Klosterschatz, um die Kirche wieder aufbauen zu k\u00f6nnen. Die Sache eskalierte nun. Der Abt sagte,<\/p>\n<p>es sei kein Geld vorhanden. Das habe er auf seiner Italienreise verbraucht. Au\u00dferdem erkenne er die Schwyzer als Kastv\u00f6gte nicht an. diese h\u00e4tten sich den Entscheid Kaiser Sigismunds erschlichen. Aber er fand es geraten, nach Z\u00fcrich zu gehen und sich an die<\/p>\n<p>Eidgenossen zu wenden. In der Zeit f\u00fchrte Richard von Falkenstein die Verwaltung des Stifts. Er nahm am 17.12.1465 ein Darlehen von 800 Gulden auf wohl zur Wiederherstellung von Kirche und\u00a0 Kapelle. Daf\u00fcr verpf\u00e4ndete er den Weinzehnten und G\u00fcter in Meilen.<\/p>\n<p>Im November trafen sich eidgen\u00f6ssische Boten, der Bischof von Konstanz und der Abt in Einsiedeln. Doch eine Einigung kam nicht zustande. Die Schwyzer warfen Abt Gerold vor, in Pf\u00e4ffikon und an anderen Orten Stiftsgut entfremdet zu haben. Wohl Anfang 1466<\/p>\n<p>erkl\u00e4rten die Schwyzer mit Hilfe des Konstanzer Bischofs und Richard von Falkenstein den Abt f\u00fcr abgesetzt. Die Kirche war inzwischen wieder eingew\u00f6lbt, was auf Anordnung von Bischof Burkhard von Konstanz geschehen war. Eine neue Weihe war nicht<\/p>\n<p>n\u00f6tig, wie der Bischof entschied, da die Kirchenmauern intakt geblieben waren.<\/p>\n<p>Der Abt hatte sich mittlerweile an den Papst gewandt. Paul II. (1464-1471) der Nachfolger von Papst Pius II. beauftragte am31.5. 1466\u00a0 \u201cden Erzbischof von Mainz sowie die Bisch\u00f6fe von Strassburg und Basel, Abt Gerold von Sax zu Einsiedeln, den Bischof Burkhard von<\/p>\n<p>Konstanz und die Herren von Schwyz aus dem Amt vertrieben haben, wieder einzusetzen und zwischen den Parteien Recht zu \u00fcben\u201d. Appellation war nicht gestattet. Am 28. Juni 1466 ermahnte der Domprobst von Chur, Johannes Hopper, den Papst Pius II. zum Konservator des<\/p>\n<p>Stifts ernannt hatte, Richard von Falkenstein sowie den Ammann und die Leute von Schwyz, Abt Gerold von Sax seine Abtw\u00fcrde zuzusprechen. Er berief auch einen Beschwerdetag nach Wil ein. Auf Ersuchen der Eidgenossen wurde der Tag dann\u00a0 in<\/p>\n<p>Z\u00fcrich abgehalten. Am 5.9. 1466 wurde eine Einigung erzielt. auch die Verteilung der Opfer wurde geregelt. Die Einigung hatte allerdings keinen bestand. Aber Abt Gerold konnte zur\u00fcckkehren, rechtzeitig zum Fest der Engelweihe. Schon im April hatten die<\/p>\n<p>7 alten Orte der Eidgenossenschaft zu diesem Fest in einem Geleitbrief f\u00fcr die Hin-und R\u00fcckreise Sicherheit versprochen. Das Fest von 1466 wurde die glanzvollste Engelweihfeier des Mittelalters, die uns bekannt ist.<\/p>\n<p>\u00dcber 130 000 Menschen waren in 14 Tagen gekommen. Auch die drei Einsiedler Madonnen wurden vom Meister E S zu diesem Termin geschaffen.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/200px-The_Small_Virgin_of_Einsiedeln.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-width: 0px;\" title=\"200px-The_Small_Virgin_of_Einsiedeln\" alt=\"200px-The_Small_Virgin_of_Einsiedeln\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/200px-The_Small_Virgin_of_Einsiedeln_thumb.jpg\" width=\"160\" height=\"244\" border=\"0\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/200px-The_Large_Virgin_of_Einsiedeln.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-width: 0px;\" title=\"200px-The_Large_Virgin_of_Einsiedeln\" alt=\"200px-The_Large_Virgin_of_Einsiedeln\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/200px-The_Large_Virgin_of_Einsiedeln_thumb.jpg\" width=\"158\" height=\"244\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die Sache mit dem Verkauf der G\u00fcter und Rechte im Zugerland schwebte aber immer noch. Erst 14.3 1468 erkl\u00e4rte Rudolf Schiffmann, B\u00fcrger und des Rats von Luzern, als Obmann in einem Streit zwischen Schwyz und Zug den Verkauf f\u00fcr ung\u00fcltig.<\/p>\n<p>Die Finanznot des Abtes war nicht geringer geworden. Als er im April 1468 bei der Fraum\u00fcnsterabtei in Z\u00fcrich 260 Gulden aufnehmen musste, \u00e4rgerte das die Schwyzer so, dass sie den Abt gefangen setzten. Das brachte ihnen den Bann ein.<\/p>\n<p>Sie wurden durch die Vollmacht des Generalvikars von Konstanz im Oktober wieder gel\u00f6st. Schlie\u00dflich einigte man\u00a0 sich auf einen\u00a0 Handel. Die Schwyzer waren bei der letzten Geldaufnahme des Abtes in H\u00f6he von 1000 Gulden behilflich.<\/p>\n<p>Im Gegenzug trat er zur\u00fcck. Seinen Abtstitel behielt er bei. Nach seiner Resignation im Sp\u00e4therbst 1469 war er noch zwei Mal als Vermittler t\u00e4tig. Er starb am 15.10.1480.<\/p>\n<p>Konrad von Hohenrechberg ist 1440 geboren und war wohl schon seit 1454 im Kloster. Am 27.10.1469, Schwyz in der minderern Ratstube hatte Abt Gerold eidlich auf das Amt des Abtes gegen eine Rente von 200 Florin j\u00e4hrlich verzichtet. Nach der Resignation\u00a0 Gerolds<\/p>\n<p>von Sax wurde Konrad die Verwaltung der Abtei \u00fcbertragen, von wem ist nicht bekannt.Das Stift lag darnieder und die Zeit war reif f\u00fcr Reformen. Bischof Hermann III. (1466-1474)gibt dem Pfleger und Konvent von Einsiedeln Satzungen und Ordnungen, um die<\/p>\n<p>zerfallene Zucht und Regel wieder herzustellen, will aber damit keinen Eingriff in die Ordensregeln tun, und beh\u00e4lt sich und seinen Nachkommen \u00c4nderung dieser Satzungen vor. Die Verordnungen scheinen die Beobachtung der Gel\u00fcbde und Disziplin, den<\/p>\n<p>Gottesdienst und die Verwaltung betroffen zu haben. Ein Dekan und ein Kustos wurden ernannt und auch Abrechnung mit den Stiftsamm\u00e4nnern wurden gemacht. Das l\u00e4sst darauf schlie\u00dfen, dass man versuchte, den Vorgaben des Bischofs nachzukommen.<\/p>\n<p>Dringlich war aber auch die bauliche Wiederherstellung des Stifts. Zun\u00e4chst hatte man sich vor allem auf die Gnadenkapelle konzentriert, da das fest der Engelweihe ja bevorstand. Nun bem\u00fchte man sich um die Herstellung der Kirche und der<\/p>\n<p>Stiftskirche. Als Baumeister fungierte weiter Jos Stadler aus Schwyz und nach 1480 der Ratsherr Gilg Mettler aus Schwyz. Aber 1471 bis 1473 leitete Hans Niesenberger aus Graz die Bauarbeiten. Er ist erstmals 1459 anl\u00e4sslich einer Versammlung s\u00fcddeutscher<\/p>\n<p>Steinmetzmeister in Regensburg genannt. Er war dann wohl in der Bauh\u00fctte des Klosters Weissenau t\u00e4tig, was wir aus einer Weissenauer Urkunde von 1477 wissen. 1471 schloss er in Freiburg einen Vertrag f\u00fcr die T\u00e4tigkeit am M\u00fcnster ab.<\/p>\n<p>Dieser erlaubte auch Nebent\u00e4tigkeiten. aus Baurechnungen in Freiburg von 1472 und 1473 wissen wir, dass er auch in Einsiedeln t\u00e4tig war. Er hatte einen Sohn, der ebenfalls Hans hie\u00df und mit ihm arbeitete. Der Sohn l\u00e4sst sich noch 1505 in Einsiedeln<\/p>\n<p>nachweisen. Von Freiburg wurde Niesenberger 1483 nach Mailand berufen und arbeitete dort bis 1486 am Dom. Er hatte also durchaus einen Ruf. Erste Schwierigkeiten f\u00fcr den Pfleger tauchten auf, als die Schwyzer als V\u00f6gte ebenfalls einen Schl\u00fcssel f\u00fcr die<\/p>\n<p>Opferst\u00f6cke verlangten.Es ging ja nicht nur um die Opferst\u00f6cke sondern vor allem um deren Inhalt. Abt Ulrich R\u00f6sch aus St. Gallen erreichte am 29.3. 1470\u00a0 einen Vergleich im Streit zwischen Konrad von Hohenrechberg, dem Pfleger von Einsiedeln, und denen von<\/p>\n<p>Schwyz wegen der Schl\u00fcssel zum Opferstock dahin, dass so lange Konrad Pfleger ist, denen von Schwyz auch einer der drei Schl\u00fcssel zum Opferstock gegeben werde und sie \u00fcber den dritten Teil des Opfers zu Tilgung der Schulden des Gotteshauses und an dessen<\/p>\n<p>Baukosten verwenden m\u00f6gen, jedoch unvorgreiflich der Rechte des Gotteshauses. Ein weiterer Streit konnte ebenfalls mit einem Schlichter beigelegt werden. 1370 hatte das Kloster Einsiedeln die Herrschaft Reichenburg von Rudolf Tumpter genannt Keller<\/p>\n<p>f\u00fcr 1200 Gulden erworben. Nun beanspruchte Schwyz die hohe Gerichtsbarkeit f\u00fcr sich. Am 22. 2. 1472 entschied der Rapperswiler Schulthei\u00df Bilgeri Steiner, dass die hohen Gerichte und der Blutbann Schwyz zusteht, die niedere Gerichtsbarkeit aber beim Kloster<\/p>\n<p>Einsiedeln verbleibt.Auch von Unbillen der Natur blieb das Stift nicht verschont. 1475 und 1477 ging schwerer Hagelschlag \u00fcber Einsiedeln und Z\u00fcrich nieder und in den Jahren 1478 und 1481 litten die Stiftsbesitzungen in der March schwer.<\/p>\n<p>Nachdem Abt Gerold 1480 verstorben war, erfolgte die Wahl des Nachfolgers am 29. Oktober 1480. Es war eine kleine Wahlversammlung. Der Konvent bestand ja nur noch aus drei Mitgliedern. Als Stimmenz\u00e4hler fungierten der Dompropst Hopper sowie der Abt von<\/p>\n<p>R\u00fcti Markus Wiler (1477-1502). Zun\u00e4chst wollte der bisher als Pfleger wirkende Konrad das Amt gar nicht annehmen. Er wusste ja nach 10 Jahren in dieser Funktion, was auf ihn zukommen w\u00fcrde. Erst Abt Ulrich R\u00f6sch, die Schwyzer und andere Leute brachten ihn<\/p>\n<p>nach langem Zureden dazu, das Amt anzunehmen. Am\u00a0 29.10.1480 wurde die Wahl in Pf\u00e4ffikon beurkundet. Der Notar Johannes J\u00f6rger aus Buchhorn fertigte auch ein Protokoll angefertigt. Es ist das erste dieser Art, das erhalten ist.<\/p>\n<p>Am 8.12. 1480 ver\u00f6ffentlichte der Konstanzer Bischof die Wahl und als sich kein Einspruch erhob, erkl\u00e4rte sie am 15.1. 1481 als rechtlich vollzogen. Die Eidgenossen ersuchten um geringere Geb\u00fchr. Die zu zahlende Taxe wurde dann auf<\/p>\n<p>650 Gulden statt 800 festgesetzt. Am 28. M\u00e4rz 1881 bezahlte Abt Konrad die Geb\u00fchr. Allerdings meldete sich nun Rom. Abt Gerold hatte ja 1465 die Exemtion der Abtei erreicht und gem\u00e4\u00df dieser Bulle w\u00e4ren nun\u00a0 333 1\/3 Goldgulden an\u00a0 die p\u00e4pstliche<\/p>\n<p>Kanzlei zahlen m\u00fcssen. Aber noch Gerold hatte ja auf die Exemtion verzichtet und so zahlte Konrad nat\u00fcrlich nicht auch noch an Rom. Die p\u00e4pstliche Kanzlei reklamierte aber und beauftragte den Propst des Benediktinerinnenklosters in<\/p>\n<p>Feldbach im Oberelsass, gegen Konrad, sowie die \u00c4bte von Weingarten ,Kaspar Schiegg (1477-1491), St. Blasien, Eberhard von Reischach (1482-1491) und Kempten, Johann von Rietheim (1481-1507)vor zu gehen. Sie waren alle in derselben Zeitspanne zu \u00c4bten<\/p>\n<p>gew\u00e4hlt worden und hatten dasselbe Problem.Konrad wandte sich an seinen Di\u00f6zesanbischof, das war inzwischen Otto IV. von Sonnenberg (1474-1491). Dieser setzt sich f\u00fcr Konrad ein und erledigte das Problem.<\/p>\n<p>Die Lage des Stifts war nach wie vor nicht rosig. Aber Schwyz \u00fcbernahm 1. Juni 1482 eine vom Stift in Bern eingegangene Schuld von 700 Gulden und kurz danach lieh es dem Abt 400 Gulden, die die Stiftsh\u00f6fe von Niderwil bei Bremgarten verzinsen mussten.<\/p>\n<p>Doch das Stift musste weiter zu Verk\u00e4ufen greifen. Am 15.4.1483 verkaufte Abt Konrad alles, was das Stift in Riegel im Breisgau noch besa\u00df an das Stift Ettenheimm\u00fcnster. Damit endeten die Einsiedler Beziehungen zum Breisgau, die seit dem 10. Jahrhundert<\/p>\n<p>bestanden hatten.<\/p>\n<p>1490 zog sich Abt Konrad weitgehend nach St. Gerold zur\u00fcck, wo er die Propstei innehatte. In Einsiedeln bestellte er mit Barnabas von Mosax einen Pfleger. Das kann auch daran liegen, dass er sich mit den Schwyzern \u00fcberworfen hatte. Das hei\u00dft aber nicht,<\/p>\n<p>dass er resignierte. Papst Innozenz VIII. (1484-1492) beauftragte ihn zusammen mit den \u00c4bten von R\u00fcti und Fischingen, dass in Rapperswil\u00a0 Amt und Vesper gesungen wurden. Auch der Nachfolger von Papst Innozenz, Alexander VI. (1492-1503)<\/p>\n<p>bedachte den Abt mit Auftr\u00e4gen. Zusammen mit den Pr\u00f6psten von Z\u00fcrich und Luzern wurde er am 28. Juli 1493 zum Verteidiger der kirchlichen Rechte des Klosters Disentis bestellt. Mit der Verwaltung der Propstei St. Gerold gab es immer wieder Probleme, so dass<\/p>\n<p>Konrad am 29. M\u00e4rz 1498 diese auch dem Pfleger Barnabas von Misox \u00fcbertrug. Er bedingte sich daf\u00fcr die Entrichtung von 100 Gulden j\u00e4hrlich aus. Allerdings wurde das hinf\u00e4llig. Denn Barnabas verstarb am\u00a0 31. August 1501 in Einsiedeln. Nun musste der Abt wieder<\/p>\n<p>die Verwaltung\u00a0 von Einsiedeln und St. Gerold \u00fcbernehmen. Au\u00dfer Abt Konrad lebten jetzt nur noch zwei Konventualen im Kloster, n\u00e4mlich Johann Baptist von Mosax. Dieser war ein Neffe des Pflegers Barnabas. Er war 1498 ins Kloster eingetreten. Er war wohl ohne<\/p>\n<p>Beruf ins Kloster gekommen. Da er stolz, j\u00e4hzornig und pflichtvergessen war, wollte ihn Konrad nicht zum Priester weihen lassen. Er \u00fcberwarf sich mit dem Abt. Er bat die Schwyzer, ihm entweder auf eine H\u00f6here Schule oder in der Fastenzeit zur Priesterweihe\u00a0 zu<\/p>\n<p>verhelfen. Sie taten weder das eine noch das andere.Erst als der Abt ihn einsperren\u00a0lie\u00df, verwandten sich f\u00fcr ihn. Darauf kam er frei. Er bedankte sich bei den Schwyzern. Sie mussten ihn aber bald auch einsperren. Im August und September 1510<\/p>\n<p>l\u00e4sst er sich in Luzern nachweisen. Kurz danach ist er wohl gestorben. Eine wesentlich r\u00fchmlichere Erscheinung im Kloster stellt Albrecht von Bonstetten dar. Er war der Sohn von Kaspar von Bonstetten und der Elisabeth von Sax, der Schwester der beiden \u00c4bte<\/p>\n<p>Rudolf und Gerold. Um 1454 ist er ins Kloster Einsiedeln eingetreten. M\u00f6glicherweise war er 1464 bei der Italienreise von Abt Gerold dabei. 1466 wurde er die in die junge, gerade 9 Jahre vorher gegr\u00fcndete Universit\u00e4t Freiburg immatrikuliert.<\/p>\n<p>In den Universit\u00e4tsmatrikeln von Freiburg findet man da folgenden Vermerk \u201cAlbertus de Bonstetten monasterii Heremitarum professus sub forma nobilis, tredeeima Maij.\u201d In Freiburg hatte er sich f\u00fcr die sieben freien K\u00fcnste eingeschrieben, den damals \u00fcblichen<\/p>\n<p>Start eines Studiums. In Basel setzte er sein Studium bis 1468 fort. In Freiburg lernte er den M\u00f6nch und sp\u00e4teren Abt der Reichenau Martin von Wei\u00dfenburg kennen. In Basel freundet er sich mit dem Basler Kanoniker Arnold Truchsess von Wolhusen an, der ihn\u00a0 dazu<\/p>\n<p>ermuntert, in Pavia zu studieren. Zun\u00e4chst ist er aber wieder in Einsiedeln.\u00a0 Dort erscheint er am 9. M\u00e4rz 1469 als Dekan. 1471 ging er schlie\u00dflich nach Pavia, versehen mit einem Empfehlungsbrief der eidgen\u00f6ssischen Boten an den Herzog Galeazzo Maria Sforza.<\/p>\n<p>Ohne akademischen Grad kehrte er 1474 nach Einsiedeln zur\u00fcck. Dort empfing er die Priesterweihe. Er brachte auch Handschriften unter anderem eine der Werke des Petrarca mit. Er machte sich einen Namen als Fr\u00fchhumanist. Er f\u00fchrte mit vielen<\/p>\n<p>seiner gelehrten Zeitgenossen einen ausf\u00fchrlichen Briefwechsel. Die wichtigsten seiner erhaltenen lateinischen und <abbr>z. T.<\/abbr> selbst ins Deutsche \u00fcbersetzten Abhandlungen sind: die \u00e4lteste Beschreibung der Schweiz (1479), Darstellungen der Burgunderkriege (1477),<\/p>\n<p>der Lebensgeschichte der Schweizer Heiligen Nikolaus von der Fl\u00fce (1479), Meinrad (1480) und Ida (1481); ferner der Geschichte des Klosters Einsiedeln (1480) und des Hauses \u00d6sterreich (1499), sowie ein Marienbrevier (1493).<\/p>\n<p>Bald genoss er auch das Ansehen der Gro\u00dfen seiner\u00a0 Zeit. Am 20.10.1482 ernannte ihn Kaiser Friedrich zum Pfalzgrafen und Hofkaplan und stattete ihn mit verschiedenen Privilegien aus. 1491 ernannte ihn Maximilian zu seinem Hofkaplan<\/p>\n<p>und der Kaiser verlieh ihm 1492 das Privileg 10 Wappenbriefe zu verleihen und zehn Doktoren zu Rittern zu schlagen. Als Maximilian mittlerweile Kaiser geworden (1493-1519) in Freiburg weilte, besuchte er Albrecht pers\u00f6nlich. Er best\u00e4tigte die Ernennung zum<\/p>\n<p>Hofkaplan und promovierte ihn zum Doktor beider Rechte. Au\u00dferdem \u00e4nderte er das Recht 10 Ritter zu schlagen um in das Recht zehn Doktoren beider Rechte, der freien K\u00fcnste und der Medizin ernennen zu k\u00f6nnen. Er vermittelte f\u00fcr sich und Abt Konrad das Privileg,<\/p>\n<p>sich einen beliebigen Beichtvater suchen zu d\u00fcrfen, der ihm einmal im Leben und im Augenblick des Todes einen vollkommenen Ablass gew\u00e4hren zu k\u00f6nnen. Auch f\u00fcr die Wallfahrt vermittelte er einen Ablass und das Brevierprivileg f\u00fcr Priester.<\/p>\n<p>Er hatte noch einen Rechtstreit mit einem Memminger Drucker zu f\u00fchren, war f\u00fcr die Abtei\u00a0 wohl noch vermittelnd t\u00e4tig. Dann erfahren wir nichts mehr von ihm. Wir wissen nur, dass er vor dem 11. Januar 1505 gestorben sein muss.<\/p>\n<p>Um 1499 trat Diebold von Geroldseck ins Kloster Einsiedeln ein. Er war der Sohn von Gandold I. von Geroldseck und der Kunigunde von Montfort. Der Stammsitz war Hohengeroldseck\u00a0 nahe Seelbach bei Lahr hatten. Er hatte 4 Schwestern und zwei Br\u00fcder.<\/p>\n<p>Seine Schwestern waren in Kl\u00f6stern untergebracht und zwar in Z\u00fcrich in Fraum\u00fcnster, im Damenstift\u00a0 in S\u00e4ckingen und im Kanonissenstift in Bad Buchau. Seine Br\u00fcder hatten die obere Herrschaft von Geroldseck inne. Diebold legte um 1505 seine Profess ab.<\/p>\n<p>Am 10. Januar 1503 erwarb Abt Konrad vom Schwyzer Landamman das hintere Sihltal.\u00a0 Dem Verk\u00e4ufer oder seinen m\u00e4nnlichen Nackommen wurde das Recht einger\u00e4umt, \u201cwegen der vielen Dienste, die sein Vater und Bruder und er selbst dem Gotteshaus bewiesen\u201d<\/p>\n<p>dieses innerhalb von 32 Jahren zum Verkaufspreis zur\u00fcck zu erwerben. Abt Konrad nutzte dieses Gut haupts\u00e4chlich zur Pferdezucht. Zu diesem Zeitpunkt bestand die Pferdezucht im Kloster wohl schon 500 Jahre und der Marstall Einsiedeln ist das \u00e4lteste<\/p>\n<p>Gest\u00fct Europas. Die oben erw\u00e4hnte Urkunde von Heinrich IV. von 1064, indem er den Dienstleuten Einsiedelns das Recht, l\u00e4sst auf einen Marstall und auch indirekt auf Pferdezucht schlie\u00dfen. Im 15. Jahrhundert gab es auch das weltliche Hofamt des<\/p>\n<p>Marschalls, dem der Marstall und das Gest\u00fct unterstanden und der den Abt auf seien Reisen zu begleiten hatte und dabei auch f\u00fcr die Unterkunft sorgen mussten.<\/p>\n<p>Bei dem \u00dcberfall der Schwyzer auf das Kloster 1314 nahmen die Schwyzer neben K\u00fche auch Pferde als wertvolle Beute mit.\u00a0 Erinnert sei auch an den Auflauf, der auf der Italienreise von Abt Gerold entstand, weil die Menge sich dr\u00e4ngte, um die sch\u00f6nen Pferde des<\/p>\n<p>Abtes zu bewundern. Unter Abt Konrad nun begann die Pferdezucht in gr\u00f6\u00dferem Masse. Er belieferte unter anderem den Markgrafen von Mantua Francesco Gonzaga (1486 \u20131519). er war Oberbefehlshaber der p\u00e4pstliche Truppen unter Papst Julius II.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/48cb4437fb.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-width: 0px;\" title=\"48cb4437fb\" alt=\"48cb4437fb\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/48cb4437fb_thumb.jpg\" width=\"244\" height=\"164\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>und Bannertr\u00e4ger der Kirche. Erste Rechnungen aus dem Jahre 1513 belegen den Handel mit den \u201cCavalli della Madonna\u201d Allerdings hat es ab dem Jahr 1518 Probleme mit der Bezahlung. Noch im Jahre 1598 schuldete das Haus Mantua dem Stift<\/p>\n<p>600 Gulden. Im Jahre 1684 standen 94 Pferde, darunter 14 F\u00fcllen im kl\u00f6sterlichen Gest\u00fct. Eine gewichtige Rolle spielten die Einsiedler Pferde beim Bau der neuen Klosteranlage zwischen 1704 und 1734. Sie besorgten den Transport des Sandsteins vom<\/p>\n<p>Steinbruch am Etzel zum Kloster. 1764-1766 wurde der barocke Marstall nach den Pl\u00e4nen des Einsiedler Klosterbruders Kaspar Braun aus Bregenz errichtet. Bauherr war Abt Nikolaus Imfeld. 1763 wurde in England das General Stud Book angelegt.<\/p>\n<p>Als aber 1798 die franz\u00f6sischen Revolutionsheere unter General Schauenburg nach Einsiedeln kamen, nahmen die Offiziere die Pferde an sich.<\/p>\n<p>Heute stehen wieder 11 Stuten, 4 Wallache und Junghengste in Einsiedeln.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck zu Abt Konrad. Die Folgen des letzten Klosterbrandes waren noch nicht beseitigt. Da brach 1509 jetzt erneut ein Brand, der 4. aus. Im Dorf hatte es in einer B\u00e4ckerei zu brennen begonnen. Nur 16 H\u00e4user blieben verschont. Im Kloster wurde das<\/p>\n<p>M\u00fcnster schwer in Mitleidenschaft gezogen. Nur die Gnadenkapelle, die Abtei und das Haus der Kapitularen blieben unbesch\u00e4digt. Alles andere fiel den Flammen zum Opfer. Es flossen zwar viele Spenden, aber trotzdem mussten neue Schulden aufgenommen<\/p>\n<p>werden. Zur Engelweihfeier von 1511 war alles wieder einigerma\u00dfen instand gesetzt.<\/p>\n<p>In der Schweiz versuchten die Eidgenossen allm\u00e4hlich , den Einfluss des bisch\u00f6flichen Kurie\u00a0 in Konstanz immer st\u00e4rker zur\u00fcck zu dr\u00e4ngen. So ermunterten wohl auch die Schwyzer den Abt, in Rom einen neuen Anlauf in Sachen Exemtion zu nehmen.<\/p>\n<p>Die Zeit war g\u00fcnstig. Den Julius II. (1503-1513) war auf die Unterst\u00fctzung der Eidgenossen angewiesen,wenn er seine politischen Ziele durchsetzen wollte. Er hatte die Wiedergewinnung der Gebiete, die unter seinem Vor-vorg\u00e4nger Alexander VI. verloren gegangen waren,<\/p>\n<p>im Auge. Am Rande bemerkt, dieser Papst war es auch, der die Schweizergarde als p\u00e4pstliche Leibwache gr\u00fcndete. 1506 zog eine Truppe von 150 Mann erstmals in den Vatikan ein. Unterst\u00fctzt von den 12 Orten ersuchte der Abt um die Best\u00e4tigung des<\/p>\n<p>Engelweihablasses, die Genehmigung Pilgern die Beichte abzunehmen und vor allem um die erneute Verleihung der Exemtion. Am 2.1. 1512 best\u00e4tigte\u00a0 Papst Julius II. auf Bitte der Gesandten der XII Kantone die Privilegien von Papst Leo VIII., Papst Nikolaus V. und<\/p>\n<p>Papst Pius II. Der Bischof von Chur Paul Ziegler (1505-1541), der Abt von St. Gallen Franz von Gaisberg (1504-1529) und der Propst von Z\u00fcrich wurden zu Exekutoren und Protektoren dieser Sache ernannt.<\/p>\n<p>Inzwischen kr\u00e4nkelte der Abt immer mehr. Auch zeigte er sich seinem Amt nicht mehr gewachsen. Er wandte sich deshalb an die Schwyzer Schirmherren, einen Verwalter f\u00fcr das Stift zu bestellen. Am 18. Dezember 1513 wurde ein Vertrag mit dem<\/p>\n<p>Abt geschlossen. Er bezog eine j\u00e4hrliche Pension von 240 Gulden. Er durfte einige G\u00fcter des Stiftes behalten. Auch Pferde und Vieh durfte er behalten bzw. ankaufen. Zum Pfleger wurde Diebold von Geroldseck bestimmt. Der Abt zog sich nicht von allen Gesch\u00e4ften<\/p>\n<p>zur\u00fcck. Sein gro\u00dfes Abteisiegel hatte er zerbrochen, sein kleines aber behalten. Damit erledigte er immer noch kleine Privatgesch\u00e4fte. Diebold nahm erst mal den Wiederaufbau der beim Brand erneut gesch\u00e4digten Kirche auf. Einen der beiden T\u00fcrme lie\u00df er<\/p>\n<p>abtragen, weil er stark besch\u00e4digt war und neu aufbauen. Die Meister Egenm\u00fcller und Augustin schufen einen neuen Hochaltar. Von dem Einsiedler Goldschmied Meister Lienhard lie\u00df er die Reliquien neu fassen und ein Kreuz machen. Der Chor wurde<\/p>\n<p>ausgemalt und die Sakristei hergestellt. Im Kloster wurde der Marstall, eine Fleischkammer und eine Schleife neu gebaut. In Pf\u00e4ffikon wurde ein neues Kornhaus erstellt, die Teufelsbr\u00fccke restauriert und der Weg \u00fcber den Etzel verbessert.<\/p>\n<p>Den Exemtionsstreit mit Konstanz brachte er mit Hilfe der Schwyzer und Kardinal Schinners, Bischof in Sitten seit 1499,\u00a0 zu einem gl\u00fccklichen Ende. Am 10.12. 1518 best\u00e4tigte Leo X. (1513-1521) das Privileg der Exemtion \u201cauf ewige Zeiten\u201d.<\/p>\n<p>Auch das Privileg Pilgern Beichte zu h\u00f6ren und den Engelweihablass verl\u00e4ngerte er auf ewige Zeiten. Mit der Durchf\u00fchrung des Privilegs wurde der Bischof von Pistoia Antonio Pucci, sowie die Pr\u00f6bste von Basel und Z\u00fcrich betraut.<\/p>\n<p>Das wohl einschneidendste Erlebnis f\u00fcr Diebold war die Berufung Zwinglis als Leutpriester nach Einsiedeln. Zwingli kam 1519 nach Z\u00fcrich. In Einsiedeln folgte Leo Jud auf ihn, der sp\u00e4ter neben Zwingli der bedeutendste Z\u00fcricher Reformer wurde.<\/p>\n<p>Eine Reihe von Stiftspfarreien war allm\u00e4hlich von Gefolgsleuten Zwinglis besetzt. Auf der Ufnau hatte Ulrich von Hutten Zuflucht gefunden.Dort hatte\u00a0dieser seine letzten Tage verbracht.<\/p>\n<p>Gegen 1525 \u00fcberwarf sich Diebold mit den Schwyzern. Die Schwyzer warfen ihm schlechte Verwaltung vor. Hauptgrund d\u00fcrfte aber das enge Verh\u00e4ltnis zu Zwingli gewesen sein, der sp\u00e4testens seit der Z\u00fcricher Disputation f\u00fcr die Schwyzer nicht mehr tragbar<\/p>\n<p>war. Man verhandelte noch, aber ohne Ergebnis. Anfang Januar legte Diebold sein Amt nieder, zerschnitt seien Bestallungsbrief und zerbrach sein Siegel. Zun\u00e4chst ging er zu seinen Br\u00fcdern. Diebold war wohl eine Abfindung in Aussicht gestellt worden, die<\/p>\n<p>er aber nicht erhalten hatte. Er kam deswegen 1527 nach Z\u00fcrich, setzte sich dort im Einsiedlerhof fest und begann die Gef\u00e4lle des Klosters im Z\u00fcrcher Amt einzuziehen. Obwohl fr\u00fchere Zusagen Z\u00fcrichs an Schwyz vorlagen, sch\u00fctzte Z\u00fcrich Diebold. Es kam<\/p>\n<p>zum sogenannten Geroldseckischen Handel, der erst 1529 vertraglich beigelegt wurde. Diebold heiratete wie Zwingli auch. Diebold starb am 11.Oktober 1531 in der Schlacht bei Kappel. Zwingli fiel in die H\u00e4nde der katholischen Innerschweizer und wurde get\u00f6tet.<\/p>\n<p>Abt Konrad wurde am 9.2.1518 von Kaiser Maximilian aufgefordert, am Reichstag zu erscheinen. Am 2.5.1518\u00a0 best\u00e4tigte Maximilian auf Ansuchen des Abts Konrad III. von Hohenrechberg zu Einsiedeln, welcher deshalb Botschaft zu ihm schickte, alle Freiheiten,<\/p>\n<p>Gnaden, Rechte u.s.w. des Gottshauses Einsiedeln, insbesondere die goldene Bulle Kaiser Karls IV., und nimmt dasselbe in seinen besondern Schirm. Einen Tag sp\u00e4ter verlieh er ihm die Regalien. Am 20. Januar 1526 war Abt Konrad nicht mehr in der Lage, die<\/p>\n<p>Gesch\u00e4fte zu f\u00fchren. Schwyz setzte deshalb seinen Ratsherrn und Altvogt zu Einsiedeln Martin von Kriens zum Schaffner des Gotteshaus ein. Am 20. Juli 1526 verzichtete er auf die Abtei und nur wenig sp\u00e4ter, am 1. September 1526 verstarb er.<\/p>\n<p>Kurz vorher am 8. August hatten die Schwyzer den Sankt Gallener Konventualen Ludwig Blarer\u00a0 geholt und ihn am 14.8. 1426 in den Besitz der Abtei gesetzt.Wie Pater Rudolph Henggeler in seinem Typoskript auf Seite\u00a0 436 vermerkt entstammte<\/p>\n<p>Ludwig nicht dem St. Gallener Zweig der\u00a0 Familie Blarer. Die Familie ist um 1228 in St. Gallen erw\u00e4hnt. Ab 1330 verlagerte sich das T\u00e4tigkeitsgebiet der Familie nach Konstanz, wo sie vor allem im Leinwandhandel t\u00e4tig war und zu gro\u00dfem Reichtum kam.<\/p>\n<p>Sie stellte immer wieder B\u00fcrgermeister und Ratsherren der Stadt Konstanz. Sein Vater war nach Henggeler Bartholom\u00e4us Blarer, auch B\u00fcrgermeister in Konstanz. Ludwig ist um 1485 geboren und kam schon fr\u00fch ins Stift Sankt Gallen, wo er 1504 zum ersten Mal<\/p>\n<p>erw\u00e4hnt wird. Dort ist der J\u00fcngste der Konventualen auf der Liste zur Abtswahl. er war \u00d6konom in Rorschach. 1515 ist er Cellerar und \u00d6konom in St. Gallen. 1516 bestellte ihn Abt Franz Gaisberg\u00a0 zum Dekan. Ganz kl\u00f6sterlich scheint er bis dahin nicht gelebt zu haben,<\/p>\n<p>den er hatte nachweislich einen Sohn namens Wolfgang. Am 8. August 1526\u00a0 war der Schwyzer Josef Amberg in St. Gallen bei Abt Franz, um ihn zu bitten, seinen Dekan nach Einsiedeln als Abt zu entsenden. Dieser gab der Bitte statt. Ludwig gab seine St.<\/p>\n<p>Gallener Pfr\u00fcnden ab. Er nahm die Berufung an allerdings vorbehaltlich der p\u00e4pstlichen Best\u00e4tigung und kirchenrechtlich war das ja nicht unproblematisch. Abt und Konvent von St. Gallen versprachen,ihn wieder als gleichberechtigten Konventualen<\/p>\n<p>auf zu nehmen, wenn er Einsiedeln ohne Pension wieder aufgebe.Am 10.08 verlie\u00df Ludwig St. Gallen. Am Vorabend von Mari\u00e4 Himmelfahrt f\u00fchrte ihn der regierende Landamman Martin Andermatt\u00a0 in\u00a0 die Kirche. Das Te Deum erklang<\/p>\n<p>und die Untergebenen huldigten dem neuen Abt. Amselben Tag wurde die Einsetzung beurkundet. In der Urkunde wurde der Landamman Martin Andermatt genannt, der Altamman Martin zu Bachi,die V\u00f6gte Josef Amberg, Martin von Kriens und Heinrich Lilie.<\/p>\n<p>Der erst Einspruch kam allerdings aus anderer Richtung. Am 16. November 1526 waren die s\u00fcddeutschen Grafen und Freiherren in T\u00fcbingen versammelt und\u00a0 wandten sich an Schwyz.<\/p>\n<p>\u201c Die zu T\u00fcbingen versammelten Grafen und Herren an Schwyz.\u00a0 Das Gotteshaus sei von Kaisern und K\u00f6nigen mit der Freiheit begabt, dass der Abt vom Konvent erw\u00e4hlt werde und von F\u00fcrsten, Grafen oder Herrenstammen soll. Nun h\u00f6re<\/p>\n<p>man, dass ein Abt erw\u00e4hlt sei, der diese Eigenschaften nicht besitze was den Rechten der Herren einen Abbruch tue. Da nun Schwyz als Kastvogt das Gotteshaus bei seinen Freiheiten\u00a0 handhaben sollte, so ersuche man es, daf\u00fcr zu sorgen, dass dasselbe bei seinem<\/p>\n<p>alten Recht\u00a0 und Herkommen bleibe und den Grafen und Herren im Reich und ihren Nachkommen ihre Rechte nicht entzogen werden\u201d (Eidgen\u00f6ssische Abschiede IV, 1a. S.1125)Doch die Zeiten, dass der s\u00fcddeutsche Adel solche Anspr\u00fcche stellen konnte,<\/p>\n<p>waren vorbei. Zudem hatte ja gerade das Stift eindringlich bewiesen, wohin es f\u00fchrte, wenn Kl\u00f6ster zu Versorgungsinstrumenten der Nachkommen des Adels verkamen. Das Kloster war verschuldet, die kl\u00f6sterliche Disziplin war dahin.<\/p>\n<p>Kaiser Karl V. lie\u00df sich mit der Anerkennung des Abtes nicht ganz so viel Zeit. Am 3.7. 1532 verlieh der Kaiser dem Abt und dem Kloster die Regalien. Seit dem Reichstag zu Speyer 1529 hatte der neue Glaube immer mehr Anh\u00e4nger. L\u00e4ngst war es nicht mehr nur eine<\/p>\n<p>Glaubensfrage sondern einfach auch ein Machtfrage, was sich ja auch in den entstehenden B\u00fcnden zeigte, so der Schmalkaldische Bund von 1531 der protestantischen St\u00e4nde oder der Katholisch Liga von 1538. Nat\u00fcrlich lag es im Interesse des Kaisers,<\/p>\n<p>die katholische Seite zu st\u00fctzen. Nicht so einfach war es mit Rom. Die Einsetzung des neuen Abtes war ja ohne jegliche kirchliche Erlaubnis geschehen. In seinem Breve vom 8.1. 1528 best\u00e4tigte Papst Clemens VII. (1523-1534) Ludwig als Administrator von<\/p>\n<p>Einsiedeln. Bedingung war allerdings ein apostolisches Indult, das nat\u00fcrlich nicht vorlag. Es wurde aber auch keine Bulle ausgefertigt. Zwar war eine Frist von 6 Monaten gesetzt. Aber die politische Lage in der Eidgenossenschaft verlangte andere Priorit\u00e4ten.<\/p>\n<p>Es war die Zeit der Kappeler Krieg, wobei der erste ohne Blutvergie\u00dfen endete und 1529 nochmals\u00a0 friedlich beigelegt werden konnte, sogenannte Kappeler Milchsupp. Der zweite im Oktober 1531 endete aber blutig. Das war die oben erw\u00e4hnte Schlacht,<\/p>\n<p>bei der Zwingli und Diebold von Geroldseck ums Leben kamen. Erst im Sommer 1532 ersuchte Abt Ludwig mit Unterst\u00fctzung der f\u00fcnf Eidgen\u00f6ssischen Ort beim Bischof von Albano Ennio Filonardi, der von 1531 \u20131533 letztmals p\u00e4pstlicher Nunitius in der Schweiz war,<\/p>\n<p>um die Best\u00e4tigung der Wahl. Doch der Nuntius erkl\u00e4rte ihm, daf\u00fcr keine Vollmacht zu haben. Nun bat der Abt Schwyz den Landamman Gilg Reichmuth auf Kosten des Klosters nach Rom zu schicken, was auch geschah. Die f\u00fcnf Orte fertigten ihm am 12. M\u00e4rz<\/p>\n<p>1533 ein Empfehlungsschreiben aus. Darin hie\u00df es: \u201c Die Boten der 5 Orte schreiben an den Papst, in den letzten Tagen habe der erw\u00e4hlte Abt von Einsiedeln bei dem Legaten Verulan um Best\u00e4tigung nachgesucht, aber die Antwort erhalten.<\/p>\n<p>dass demselben die Vollmacht nicht zustehe, sie zu gew\u00e4hren; demzufolge bitte Schwyz, dass man sich bei seiner Heiligkeit f\u00fcr den Abt verwende. Dazu sei man besonders geneigt und bitte daher, den Genannten bestens empfohlen zu halten,<\/p>\n<p>zumal das Gotteshaus durch die verdammte neue Sekte Abgang erlitten ,durch eine Feuersbrunst beinahe g\u00e4nzlich zerst\u00f6rt und durch die gro\u00dfen Kosten f\u00fcr den Wiederaufbau schwer beladen sei,\u201d (Eidgen\u00f6ssische Abschiede IV.,1c, S. 36)<\/p>\n<p>Auch der Kaiser wurde um Interst\u00fctzung in der Sache gebeten.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/220px-Tizian_066.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-width: 0px;\" title=\"220px-Tizian_066\" alt=\"220px-Tizian_066\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/220px-Tizian_066_thumb.jpg\" width=\"143\" height=\"244\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>Am 26. April 1533. best\u00e4tigte Papst Clemens Ludwig als Abt nachdem er wie ausdr\u00fccklich in der Urkunde steht erneut gew\u00e4hlt wurde. Erst jetzt, knapp 7 Jahre nach sein er Amtseinf\u00fchrung, war er also auch formal in\u00a0 seinem Amt angekommen.<\/p>\n<p>Am 6.5. 1533 erfolgte die Best\u00e4tigung der Exemtion und Privilegien.Dazu z\u00e4hlte auch das Recht der Pontifikalien und die Erteilung der niederen Weihen. mit einer Urkunde vom n\u00e4chsten Tag wird auf das zitierte Schreiben der 5 Orte geantwortet und erkl\u00e4rt, \u201cdie<\/p>\n<p>Best\u00e4tigung Ludwig Blarers als Abt habe er (der Papst)gratis und ohne Gegenleistung gew\u00e4hrt\u201d.\u00a0 Trotz der mittlerweile bestehenden Gegens\u00e4tze bem\u00fchte sich Abt Ludwig rasch um das Burgrecht von Z\u00fcrich. So lange Diebold noch in Z\u00fcrich war, stemmte er sich mit<\/p>\n<p>macht dagegen und sagte, der einzige rechtm\u00e4\u00dfige Konventuale Einsiedelns zu sein.<\/p>\n<p>Nach seinem Tod waren die Problem wohl ausger\u00e4umt. Schwierigkeiten gab es nur noch wegen der Bezahlung, denn Diebold hatte offenkundig nie die Steuer f\u00fcr das Burgrecht erbracht. Der Abt wollt nat\u00fcrlich nicht f\u00fcr Diebold bezahlen. Es ging um die<\/p>\n<p>Jahre ab 1526. Zun\u00e4chts bot der Abt zwei Jahre an. Schlie\u00dflich einigte man sich darauf, dass der Abt der Stadt Z\u00fcrich einen Hengst aus dem Gest\u00fct gebe, um die Sache aus der Welt zu schaffen. Am 30.9. 1533 stellte die Stadt die Verleihungsurkunde f\u00fcr Abt<\/p>\n<p>Ludwig aus. Kurz danach gab es wieder Auslegungsschwierigkeiten, denn Ludwig wollte gest\u00fctzt auf die alten kaiserlichen Privilegien Zollfreiheit in Z\u00fcrich, was ihm der Rat nicht zugestehen wollte. Obwohl der Landammman Josef Amberg die alten kaiserlichen<\/p>\n<p>Freiheiten vorlegte, beharrte die Stadt auf ihrem Standpunkt.<\/p>\n<p>Auf Papst Clemens folgte 1534 Papst Paul III (bis 1549). Dieser best\u00e4tigte am 13.12. 1537 die Exemtion und die Privilegien f\u00fcr Abt Ludwig. Er erweiterte das Privileg. Der Abt durfte nun auch die Firmung spenden und Kirchen und Kelche\u00a0 weihen, solange \u201cdie H\u00e4resie<\/p>\n<p>in der Schweiz dauern sollte\u201d. Diese Privileg gilt heute noch. Zwar waren praktisch alle f\u00fchrenden K\u00f6pfe der Reformation als Priester auf Einsiedler Pfarreien t\u00e4tig. St\u00fcrmischer ging es aber in St. Gallen zu. Im Februar 1529 fand dort der Bildersturm statt<\/p>\n<p>als Abt Franz in Rorschach im Sterben lag. Vadian veranlasste die S\u00e4kularisation des Stifts. Erst der Sieg der katholischen Kr\u00e4fte bei Kappel 1531 mischte die Karten neu. (mehr dazu siehe St. Gallen) St. Gallener M\u00f6nche flohen nach Einsiedeln, wo sie gastliche<\/p>\n<p>Aufnahme fanden. Sie brachten auch Reliquien von Otmar und Notker mit, die bis 1538, bis sich die Lage in St. Gallen wieder beruhigt hatte, in\u00a0 Einsiedeln blieben.<\/p>\n<p>1535 nahm Abt Ludwig die ersten Novizen im Kloster auf. Diese, n\u00e4mlich Joachim Eichhorn von Wil und Rudolf Brunolt von Rapperswil, beide b\u00fcrgerlicher Herkunft, legten 1536 ihre Profess ab. Es folgten noch 5 weitere M\u00f6nche und zwei Laienbr\u00fcder.<\/p>\n<p>Zwei M\u00f6nche sandte er nach Ochsenhausen und Hirsau, um die dortige Ordenszucht kennenzulernen und die in Einsiedeln zu heben. Er f\u00fchrte auch die Tonsur und Ordenstracht, wie sie in St. Gallen \u00fcblich war, in Einsiedeln ein.<\/p>\n<p>Abt Ludwig starb am\u00a0 26. Februar 1544.Einen Monat sp\u00e4ter am 28. M\u00e4rz w\u00e4hlten die 4 vorhandenen Konventualen einen neuen Abt. Diese Wahl unterschied sich in einem Punkt wesentlich. Hier stand nicht ein Familienclan zu Wahl, sondern M\u00f6nche,<\/p>\n<p>die imselben Orden aber eben nicht miteinander verwandt waren. Joachim Eichhorn\u00a0 ist 1516 in Wil geboren und entstammt einer Familie, die sich in Wil seit dem 16. Jahrhundert nachweisen l\u00e4sst. Von seinen Geschwistern besuchte ein Bruder, Peter die<\/p>\n<p>Klosterschule in St. Gallen, trat dort ins Kloster ein und wurde 1549 Abt in Wettingen. Joachim trat 1535 ins Kloster Einsiedeln ein. Er war einer der ersten Novizen nach der Glaubensspaltung. Der Wahl wohnten die \u00c4bte von St. Gallen Diethelm Blarer von Wartensee<\/p>\n<p>(1530-1564),von Muri Laurentius von Heidegg (1508-1549) und von Fischingen Markus Schenklin (1540-1553) bei.<\/p>\n<p>Papst Paul best\u00e4tigte die Wahl am 23.11.1544. Die katholischen Orte hatten gebeten, auch dieses Mal die Best\u00e4tigung pers\u00f6nlich vorzunehmen.Schon in Jahr nach seiner Wahl erneuerte er am 11. Mai 1545 das Burgrecht mit Z\u00fcrich.<\/p>\n<p>Am 5. Juli 1546 verlieh Kaiser Karl V. Abt und Kloster die Regalien. Der Papst best\u00e4tigte 5 Tage sp\u00e4ter die Privilegien des Stifts. Sein Nachfolger Paul IV. (1555-1559) best\u00e4tigte am 10.7.1556 die Privilegien des Stifts und die Exemtion.<\/p>\n<p>Nachdem Ferdinand I. auf seinen Bruder Karl 1558 als deutsche Kaiser gefolgt war,best\u00e4tigte auch er am 3. Oktober 1558 die alten Freiheiten des Stiftes ebenso wie die Regalien.Als Ferdinand 1564 starb, folgte sein Sohn Maximilian II. als deutscher Kaiser. Auch er<\/p>\n<p>best\u00e4tigte Regalien und alte Freiheiten im April 1566.Die Herren von Schwyz k\u00fcmmerten sich sehr intensiv um \u201cihr\u201d Kloster. Schon am Tag der Wahl trafen die Vertreter der Schirmorte bei ihm ein, der Landammann Josef Amberg, der Statthalter Ulrich Auf der<\/p>\n<p>Mauer, sowie der Bannerherr, also der Heerf\u00fchrer von Schwyz Hieronymus Schorno. Sie trafen folgende Vereinbarung mit ihm: Er soll Gottesdienst nach der Regel Benedikts halten. Der Abt soll die Freiheiten des Gotteshauses erhalten. Er darf nichts<\/p>\n<p>verbriefen, versetzen oder verzinsen. Was nicht bereits Lehen war, darf nicht als Lehen vergeben werden. Der Abt darf keine Verwandten als Diener oder Ammann annehmen. Ohne Wissen des Konvents und der Schirmherren darf er keinen Amann einsetzen.<\/p>\n<p>Aber auch der Konvent noch Schwyz d\u00fcrfen ihm einen Ammann gegen seinen Willen aufdr\u00e4ngen. Gegen\u00fcber den Schirmherren ist er zu j\u00e4hrlicher Rechnungslegung verpflichtet. Und schlie\u00dflich sollen weder Abt noch Konvent durch Umgang mit schlechten Weibern<\/p>\n<p>\u00c4rgernis geben. Er hatte ein fast reibungsloses Verh\u00e4ltnis mit dem Schirmherren. Mit der Amtsf\u00fchrung waren sie sehr zufrieden und schon um 1550 war das Stift fast schuldenfrei. Trotzdem wollte er sich weitgehend aus der Abh\u00e4ngigkeit l\u00f6sen und versprach<\/p>\n<p>deshalb auch eine alte Schuld bei Schwyz von 1589 Gulden mit j\u00e4hrlich 50 Gulden abzutragen. Viele Urbarien liess er neu erneuern. In Fahr erwarb er eine Reihe von G\u00fctern zur\u00fcck. In Einsiedeln und Pf\u00e4ffikon erwarb er G\u00fcter und auf der Ufnau<\/p>\n<p>erwarb er viele G\u00fcter zur\u00fcck, die in Privatbesitz \u00fcbergegangen waren. Auch als Bauherr war er t\u00e4tig. Er lie\u00df das untere M\u00fcnster, das immer noch von dem Brand von 1509 gesch\u00e4digt war, w\u00f6lben, er lie\u00df eine neue Pr\u00e4latenstube erbauen und sch\u00f6n ausmalen.<\/p>\n<p>Mit dem Orgelbauer Balthasar Mygel von\u00a0 alten Mygelburg\u00a0 schloss er am 11. Juli 1557 einen Vertrag \u00fcber eine neue Orgel, obwohl dieser zu derzeit Probleme wegen Gottesl\u00e4sterung und Landfriedensbruch hatte. Die Orgel mit 18 Registern steht im oberen<\/p>\n<p>M\u00fcnster. In Pf\u00e4ffikon lie\u00df er aus einem alten Weinkeller die neue Schlosskapelle erstellen. Zwei neue Kornsch\u00fctten und weitere Geb\u00e4ude wurden dort errichtet. In Freienbach wurde der Pfarrhof und die untere Schlo\u00dfm\u00fchle neu erbaut.<\/p>\n<p>Den Lehenseid wegen Halsgerichtsbarkeit und Blutbann leistete er dem kaiserlichen Rat Gerwig Blarer, der auch Abt von Weingarten und Ochsenhausen sowie p\u00e4pstlicher Legat war. (Zu Gerwig Blarer siehe Kloster Weingarten) Gerwig Blarer best\u00e4tigte die<\/p>\n<p>Eidesleistung in einer Urkunde vom 28.11.1560. Abt Joachim war auch auf die Reichstage von Ulm 1552 und 1558 geladen worden, wobei er sie wahrscheinlich nicht besucht hat.<\/p>\n<p>In der Amtszeit von Abt Joachim wurden 21 Konventualen neu aufgenommen. In allen Benediktinerkl\u00f6stern wurde seit der Reformation gro\u00dfer Wert auf die Ausbildung der M\u00f6nche gelegt.<\/p>\n<p>Auch Joachim schickte einige von ihnen zum Studium nach Freiburg im Breisgau und Dillingen. So war Ulrich Witwiler\u00a0 in Freiburg. Johannes Heider von Wil hatte in Freiburg den Magister Artium gemacht. Balthasar Wickmann studierte ebenfalls<\/p>\n<p>in Freiburg. Kaspar M\u00fcller von \u00c4geri war in Dillingen. Von den Konventualen Joachims wurden 4 \u00c4bte, Ulrich Witwiler und Adam Heer in Einsiedeln, Johannes Heider in Pf\u00e4fers und Andreas Hersch in Engelberg.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Council_of_Trent.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-width: 0px;\" title=\"Council_of_Trent\" alt=\"Council_of_Trent\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Council_of_Trent_thumb.jpg\" width=\"244\" height=\"198\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>1545 war das Konzil von Trient als Reaktion auf die Reformation Martin Luthers einberufen worden. Es tagte in 4 Sitzungsperioden(3 in Trient eine in Bologna) zwischen 1545 und 1563. Die 3 Trientiner Periode wurde 1562 von Papst Pius IV. (1559-1565) wieder<\/p>\n<p>einberufen. Am 25. Januar 1562 hatten sich Schweizer Pr\u00e4laten und Vertreter der Schweizer Geistlichkeit in Rapperswil versammelt. Dabei bestimmten sie Abt Joachim zu ihrem Vertreter in Trient. Zusammen mit Ritter Melchior Lussi (1529-1606), dem Gesandten<\/p>\n<p>der katholischen Orte am Konzil von Trient, ging er an den Konzilsort. Allerdings musste der Abt krankheitsbedingt am 16. August nach St. Gerold gehen. Als er wieder nach Trient zur\u00fcckkehren wollte,war das Konzil abgeschlossen. Wichtigstes Resultat<\/p>\n<p>ist das \u201cTridentische\u201d Glaubensbekenntnis.Die Glaubensspaltung hatte die katholischen Orte auch r\u00e4umlich von ihrem Bischofssitz Konstanz getrennt. So gab es Bestrebungen, Abt Joachim die Bischofsw\u00fcrde zu verschaffen. Doch die Pl\u00e4ne zerschlugen sich.<\/p>\n<p>Zur Umsetzung der Konzilsbeschl\u00fcsse sollten Di\u00f6zesansynoden abgehalten werden. F\u00fcr Konstanz war die Synode 1567 vorgesehen. Papst Pius forderte die \u00c4bte von Einsiedeln und St. Gallen eigens auf, die Synode zu besuchen. Allerdings bef\u00fcrchteten die beiden<\/p>\n<p>\u00c4bte,dass Konstanz in ihre Rechte eingreifen wolle. Erst als Bischof Markus Sitticus von Hohenems (1561-1589)zusicherte, ihre Freiheiten zu wahren, nahmen die beiden \u00c4bte an der Synode teil<\/p>\n<p>Nach 25 \u2013 j\u00e4hriger Regierung starb Abt Joachim am 13. Juni 1569.<\/p>\n<p>Adam Heer wurde am 16. Juni 1569 von Dekan Konrad Beul und dem Konvent\u00a0 zum neuen Abt gew\u00e4hlt. Sein Vater war Johannes Heer aus Rapperswil, sein Gro\u00dfvater m\u00fctterlicherseits Joachim Am Gr\u00fct. Er war Ratsschreiber in Z\u00fcrich und erbitterter Gegner von<\/p>\n<p>Zwingli. Sein Sohn Johann Christoph, also der Onkel des neuen Abtes war von 1549 bis 1564 Abt von Muri.Von den T\u00f6chtern des Z\u00fcricher Ratsschreibers war eine, Sophia,1540 Schaffnerin und ab 1550\u00a0 \u00c4btissin in\u00a0 T\u00e4nikon, die andere Meliora Meisterin in<\/p>\n<p>Hermetschwil. Adam legte 1553 in Einsiedeln die Profess ab. Er wurde\u00a0 zun\u00e4chst zum Subdiakon, dann zum\u00a0 Diakon geweiht. Die Priesterweihe empfing er 1558. Er war danach wohl Subprior und hatte dieses Amt bis zu seiner Abtswahl inne.<\/p>\n<p>Anwesend waren auch Otmar Kunz, Abt von St. Gallen (1564-1577) Hieronymus Frei (1564-1585).\u00a0 Er erneuerte rasch das Burgrecht mit Z\u00fcrich, schon am 13.8. 1569. Am 29. September hatte er das Schirmrecht mit Schwyz erneuert. Auch vom neuen Abt verlangte<\/p>\n<p>Schwyz j\u00e4hrliche Rechnungslegung. Papst Pius V. best\u00e4tigte Adam Heer am 19. 11. 1569 als Abt von Einsiedeln. 44 Goldscudi und 5 Julier wurden an Geb\u00fchren f\u00e4llig. Die Abtsweihe nahm Weihbischof Jakobus von Konstanz an Lichtmess 1570 im Beisein der \u00c4bte<\/p>\n<p>von Konstanz und Muri vor. Maximilian II verlieh ihm 1572 die Regalien. Mit dem Empfang beauftragte er Johann Andreas von Schwalbach. Dabei bat er auch darum, die Huldigung vor dem Abt der Pr\u00e4monstratenserabtei Minderau,<\/p>\n<p>dem heutigen Weissenau die Huldigung vornehmen zu d\u00fcrfen. Abt war damals (1563-1575) Michael Habl\u00fctzel.<\/p>\n<p>Schon ein Vierteljahr nach seiner Wahl hielt er\u00a0 mit dem Schwyzer Landammann Schorno die erste Abrechnung ab. Auch hat sich ein Tagebuch erhalten, in dem der seien T\u00e4tigkeit festhielt, was gegen den Vorwurf unsolider Wirtschaftsf\u00fchrung, der sp\u00e4ter gegen ihn<\/p>\n<p>erhoben worden ist, eigentlich entkr\u00e4ftet. Gleich zu Beginn seiner Regierungszeit entwickelte er eine rege Baut\u00e4tigkeit. Die Gangulfskapelle wurde erneuert, ein Jahr sp\u00e4ter eine neue Kustorei erbaut. 1574 wurde der Chor neu ausgef\u00fchrt. 1575 wurde mit dem<\/p>\n<p>Presbyterium begonnen, das ein Jahr sp\u00e4ter fertiggestellt wurde. Neue Ornate, eine neue Mitra wurden erworben, alte Reliquiare wurden erneuert. Aber auch weltliches Silberzeug wurde beschafft, wozu der Abt vermerkte \u201cist alles zalt\u201d. Auch das spricht f\u00fcr einen<\/p>\n<p>geordneten Haushalt. Er sorgte auch f\u00fcr die Anlegung eines neuen Pilgerwegs und k\u00fcmmerte sich um den ausw\u00e4rtigen Stiftsbesitz. Ein gro\u00dfes Augenmerk richtete er auf den Nachwuchs und in seiner Amtszeit gab es 19 Neueintritte. Auch f\u00fcr die Bildung seines<\/p>\n<p>Nachwuchses sorgte er. Vier M\u00f6nche lie\u00df er\u00a0 in Dillingen studieren, einen in Freiburg. Joachim M\u00fcller war in Dillingen und schloss mit dem Baccalaureat in der Bibelwissenschaft und der Theologie ab. Wolfgang Andreas Spie\u00df war ebenfalls in Dillingen. Er wurde<\/p>\n<p>sp\u00e4ter von der Stadt Solothurn als Administrator ans Kloster Beinwil berufen. Das Kloster befand sich damals im Pfandbesitz der Stadt und stand leer. Adelrich Johann Suter war ab 1582 in Dillingen, wobei die Angeh\u00f6rigen die weitere Ausbildung mit 100 Gulden<\/p>\n<p>unterst\u00fctzten. Martin Gassenhauser schloss auch in Dillingen mit dem Magister artium et philosophiae ab. Auch Medard Frei war in Dillingen. Joachim von Beroldingen studierte erst in Bologna mit gutem Erfolg Rhetorik und studierte danach in Freiburg weiter.<\/p>\n<p>1575 wurde in Rom das Heilige Jahr begangen. Papst Bonifatius VIII. (1294-1303)hatte 1300 erstmals ein Jubeljahr ausgerufen, das alle 25 Jahre gefeiert wird. 1575 war auch Karl Borrom\u00e4us dabei und in diesem Jahr wurde der Besuch der sieben Hauptkirchen Roms<\/p>\n<p>eingef\u00fchrt. Im November informierte er den Konvent und Schwyz von seinem Vorhaben. Versehen mit Empfehlungsschreiben des Konvents und von Schwyz machte er sich am 19. November begleitet von Pater Johannes Heider, den wir oben als Absolventen in<\/p>\n<p>Freiburg erw\u00e4hnt haben, auf nach Rom.Mit dabei waren auch\u00a0 Ludwig Bucher und Konrad Niggli. Unterwegs war man 4 Tage Gast bei Karl Borrom\u00e4us, auf Antrag der katholischen Orte schon 1560 w\u00e4hrend des Konzils von Trient\u00a0 zum Protektor Helvetiae ernannt<\/p>\n<p>worden, war dieser in Einsiedeln nat\u00fcrlich kein Unbekannter. An Silvester 1574 hatte der Abt eine Privataudienz bei Papst Gregor XIII. Es ging vor allem um die Best\u00e4tigung der Privilegien, wie dies Papst Pius IV.1563 gemacht hatte. Nur standen jetzt die<\/p>\n<p>Bestimmungen des Konzils von Trient gegen Teile der Privilegien und so kam der Abt nicht zum Ziel. Am 3. M\u00e4rz 1575 kehrte der Abt nach Einsiedeln zur\u00fcck. Von Rom zur\u00fcck k\u00fcmmerte er sich verst\u00e4rkt um Fahr. Er suchte wieder Klosterfrauen in Fahr anzusiedeln,<\/p>\n<p>aus dem im Zuge der Reformation praktisch alle Nonnen aus dem Kloster ausgetreten waren. Er weilte gerade in Fahr, als in die Nachricht von einem erneuten Klosterbrand eintraf. Eine Bande von Mordbrennern hatte in der Gegend gehaust. Unter anderem hatte sie<\/p>\n<p>ein Jahr zuvor in Chur einen gro\u00dfen Brand gelegt bei dem 53 H\u00e4user zerst\u00f6rt wurden. Hauptmann St\u00f6r und seine Kumpane wurden gefasst und hingerichtet. Das Innere des M\u00fcnsters war unzerst\u00f6rt, aber die Sakristeien und das Konventsgeb\u00e4ude fielen den Flammen<\/p>\n<p>zum Opfer. Auch ein gro\u00dfer Teil des Dorfes wurde vernichtet. Die M\u00f6nche kamen dann f\u00fcr ein dreiviertel Jahr in Pf\u00e4ffikon unter.<\/p>\n<p>Zur Erinnerung an die Brandkatastrophe lie\u00df der Abt am 24. April eine Prozession abhalten. Die St. Georgs-oder Reliquienprozess wird bis auf den heutigen Tag durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Unverz\u00fcglich wurde mit dem Wiederaufbau begonnen,aber es dauerte lange, bis alles wieder in Stand gesetzt war. Bald darauf bahnte sich auch ganz pers\u00f6nliches Ungl\u00fcck f\u00fcr den Abt an. Schon seit seiner Wahl hatte der Abt eine sp\u00fcrbare Opposition im Kloster,<\/p>\n<p>vor allem in der Person Wolfgang Kalchofners, der von 1552-1553 Pfarrer auf der Ufnau war. Danach wurde er Dekan. Ab 1556 war er Statthalter in Pf\u00e4ffikon, wo er 1573 starb. M\u00f6glicherweise w\u00e4re er selbst gerne Abt geworden.<\/p>\n<p>Sein Verh\u00e4ltnis zu den Schirmherren war anfangs gut. Allerdings versuchten sie sich immer wieder in Klosterangelegenheiten ein zu mischen. Als 1571 der Stiftskanzler J\u00f6rg Dietschie aus Schwyz gestorben war, h\u00e4tten die Schwyzer gerne wieder einen Schwyzer in<\/p>\n<p>diesem wichtigen Amt gesehen und legten das dem Abt auch nahe. Dieser aber berief sich auf sein Recht der freien Wahl und bestellte\u00a0 den Glarner Walter Schiesser als neuen Kanzler. Dies wurde in Schwyz \u00fcbel vermerkt. Die Klosteropposition hinterbrachte den<\/p>\n<p>Schwyzern 1574, der Abt haushalte schlecht, worauf er sich im Januar 1574 vor dem zweifachen Rat verantworten musste. Der Abt f\u00fchrte dies auf \u00fcble Nachrede zur\u00fcck. Das angespannte Verh\u00e4ltnis zeigte sich vor allem beim Klosterbrand. Zwar sandte Schwyz gleich<\/p>\n<p>Boten zum Kloster. Er sandte Dekan und Kanzler um Hilfe an die Schirmherren, bekam aber nur zur Antwort, man habe kein Geld. Das Kloster lie\u00df man lange warten, dem Dorf aber hatte man gleich Hilfszahlungen geschickt.Dann wurde dem Abt<\/p>\n<p>auch lockerer Lebenswandel unterstellt. Als er im Fr\u00fchjahr 1578 in Pf\u00e4ffikon erkrankte, wurde das Ger\u00fccht gestreut, er leide an einer Geschlechtskrankheit. Es wurde ihm auch unterstellt, dass er 5 oder 6 Kinder habe. Der Abt wies das zwar zur\u00fcck,<\/p>\n<p>aber das Gerede war nun mal da. Der Abt wurde nun nach Schwyz bestellt. Dort wurde er erst mal auf dem Pfarrhaus festgesetzt. F\u00fcr die innere Klosterverwaltung wurde der Dekan Ulrich Witwiler eingesetzt. F\u00fcr das \u00c4u\u00dfere wurde der Schwyzer Ratsherr Balthasar<\/p>\n<p>Kyd eingesetzt, der bald mit der \u00dcberpr\u00fcfung der Stiftsfinanzen begann. Nat\u00fcrlich wandten sich beide Seiten\u00a0 an die vorgesetzte Kircheninstanz. Nuntius Bonhomini -er war 1579-1581 apostolischer Nuntius mit besonderen Rechten in der Schweiz. Vom Papst hatte<\/p>\n<p>er alle Vollmachten, in dieser Angelegenheit vorzugehen.Dem Nuntius hatte der Abt bekannt, dass er zwei S\u00f6hne habe, von denen allerdings nur noch einer am Leben sei. Vom Nuntius wurde der Abt in Chur geh\u00f6rt. Dann erging schlie\u00dflich am 11. Juli 1580 das<\/p>\n<p>Urteil. Er sollte f\u00fcr 8 Jahre vorl\u00e4ufig der Verwaltung enthoben sein. Das Kloster durfte er in dieser Zeit nicht betreten oder sich ihm nur auf drei Meilen n\u00e4hern. Die Schwyzer hatten auf eine Amtsenthebung hingearbeitet. Doch Bonhomini meinte, dass<\/p>\n<p>dies nach kanonischem Recht nicht m\u00f6glich sei. Die Lage war nicht besonders gut. Der Konvent wollte ein ordentliches Oberhaupt bekommen, zumal zu bef\u00fcrchten war, dass sich Schwyz weiterhin in kl\u00f6sterliche Belange mischte. Man f\u00fcrchtet aber auch<\/p>\n<p>Eingriffe des Abtes von St. Gallen oder von Rom einen fremden Abt aufgezwungen zu bekommen. So beschlossen Konvent und Schwyz gemeinsam, den Abt zu bewegen, dass er resigniert. Das tat er schlie\u00dflich 1585 und machte so den Weg frei.<\/p>\n<p>Seit 1579 lebte er in St. Gerold, 1580 \u00fcbernahm er die Verwaltung der Propstei. Er verwaltete sie vorbildlich. Er starb 1610 vom Klerus der umliegenden Pfarreien als Vater und F\u00fchrer respektiert. auch im Volke genoss er gr\u00f6\u00dftes Ansehen.<\/p>\n<p>Ulrich Wittwiler stammt aus Rorschach ist als Sohn des Heinrich Wittwiler und der Agatha Gerschwiler 1535 geboren und legte 1549 unter Abt Joachim die Profess ab. Er wurde 1550 zum Subdiakon und 1551 zum Diakon geweiht. Er z\u00e4hlte zu den M\u00f6nchen, die von Abt<\/p>\n<p>Joachim zum Studieren geschickt worden waren. In Freiburg schloss 1556 mit dem Master artium und philosophiae ab. Zum Priester wurde er am 21. Dezember 1556 geweiht. Von 1558 bis 1580 war er Pfarrer von Einsiedeln.<\/p>\n<p>Nuntius Bonhomini bestellte ihn am 15. August 1579 zum Administrator des Stifts.<\/p>\n<p>Am 23. Oktober w\u00e4hlte ihn der Konvent zum neuen Abt. Papst Sixtus V. (1585-1590)best\u00e4tigte die Wahl am 17. April 1586. Die Herren von Schwyz baten den Gardehauptmann der Schweizer Garde Jost Segesser von Brunegg, dass er sich beim Papst verwende, dass<\/p>\n<p>dem Kloster\u00a0 die Annaten f\u00fcr die Wahlbest\u00e4tigung erlassen w\u00fcrden und verwiesen auf den nicht lange zur\u00fcckliegenden Klosterbrand, die Misswirtschaft des vorhergehenden Abtes und mehrere Jahre mit Missernten.Die Regalien verlieh ihm Kaiser Rudolf II (1576-<\/p>\n<p>1612) am 23. Mai 1588. Er hatte auch ein Ladungen zu den Reichstagen\u00a0 von 1594 und 1597 erhalten,die beide vom Kaiser nach Regensburg einberufen waren.Abt Ulrich beauftragte den Abt von Weingarten, Georg Wegelin (1586-1617) f\u00fcr ihn die Huldigung beim<\/p>\n<p>Kaiser vorzunehmen. Er delegierte den Weingartner Abt auch zum Empfang der Urkunde nach Prag. Der Weingartner Abt wurde 1604 Vorsitzender der oberschw\u00e4bischen Benediktinerkongregation und hatte in Ordenskreisen sicher schon einen guten Ruf, so dass es<\/p>\n<p>nicht verwunderlich ist, dass Abt Ulrich gerade diesen Amtsbruder zu der Mission ausgesucht hatte.<\/p>\n<p>Drei Schwerpunkte seiner Amtszeit lassen sich feststellen. Vordringlich war nat\u00fcrlich der Wiederaufbau des Stifts und die Schuldentilgung. immerhin waren mittlerweile 25 000 Gulden an Schulden aufgelaufen. Da war er sehr erfolgreich. Bis 1590 hatte er 40 000<\/p>\n<p>Gulden verbaut, gleichzeitig aber 13000 Gulden Schulden abgebaut. Dazu hatte er noch Geld verliehen. Ein gro\u00dfes Augenmerk legte er auf die Mehrung des Reliquienschatzes der Kirche. Ab 1593 war Elias Heymann von Senheim, vormals Rektor der Universit\u00e4t<\/p>\n<p>Trier versehen mit Empfehlungsschreiben von ihm in der Schweiz, aber auch in Italien, \u00d6sterreich, dem Elsass dem Rheinland und nat\u00fcrlich auch in Trier unterwegs, um Reliquien f\u00fcr Einsiedeln zu erwerben. Auch f\u00fcr den Nachfolger von Abt Ulrich war er t\u00e4tig.<\/p>\n<p>Bedingt durch die Querelen um den alten Abt hatte es zun\u00e4chst wenig Nachwuchs im Kloster gegeben. Aber in seiner Regierungszeit kamen doch 15 Neueintritte dazu. Und er sorgte daf\u00fcr, dass weiter M\u00f6nche an die Universit\u00e4ten gingen. Zu Dillingen und Freiburg<\/p>\n<p>war noch Luzern als Studienort gekommen. Benedikt Kessel wurde kurz nach seiner Profess nach Monte Cassino geschickt. Er blieb dort 5 Jahre. Schon kurz nach seiner R\u00fcckkehr 1591 wurde er wegen Vergehen in Pf\u00e4ffikon eingesperrt, wurde dann ins Kloster<\/p>\n<p>zur\u00fcckgerufen, aber schon ein Jahr sp\u00e4ter des Klosters verwiesen. Er wurde nochmals begnadigt, bald aber erneut r\u00fcckf\u00e4llig und wurde wieder eingekerkert. Er konnte entkommen und versah, dann eine Pfarrstelle in Graub\u00fcnden. Allerdings fiel er dann vom<\/p>\n<p>Glauben ab, wurde in Appenzell Pr\u00e4dikant und starb schlie\u00dflich an der Pest.<\/p>\n<p>Nicht nur Theologie oder Philosophie studierten Einsiedler M\u00f6nche. Bartholom\u00e4us Kolin studierte in M\u00fcnchen Musik und wurde ein hervorragender Organist. Allerdings starb er mit nur 32 Jahren an der Pest.<\/p>\n<p>Nach dem Konzil von Trient wurde im Zuge der Gegenreformation ein starkes Gewicht auf die Reform auch des kl\u00f6sterlichen Lebens gelegt. Der Nuntius Bonhomini hatte die Angelegenheit des\u00a0 Abtes Adam Heer als auch willkommenen Anlass genommen, in der<\/p>\n<p>Schweiz die Klosterreform anzugehen. Man beobachtete die kl\u00f6sterliche Disziplin sehr streng. Schon Bonhomini hatte ja weitreichende Vorschriften erlassen. Auch Abt Ulrich sorgte f\u00fcr Hebung der Klosterdisziplin. F\u00fcr den Propst des Klosters Fahr hatte er 1586<\/p>\n<p>eine eigene Ordnung erlassen.Auch \u00c4bte anderer Kl\u00f6ster gingen wieder aus Einsiedeln hervor.Nachdem Bonhimini in Einsiedeln Abt Adam\u00a0 seines Amtes enthoben hatte, ging er nach Pf\u00e4fers weiter. Um dieses Kloster stand es nicht besser als in Einsiedeln.<\/p>\n<p>Dort war Bartholom\u00e4us Spiess Abt (1575-1584), dem ebenfalls Misswirtschaft vorgeworfen wurde. und auch er lebte im Konkubinat. Bonhomini berief nun Johannes Heider nach Pf\u00e4fers als Verwalter ein. Nachdem Abt Bartholom\u00e4us 1584 starb folgte ihm Johannes<\/p>\n<p>Heider als Abt nach. Andreas Hersch wurde 1592 zum Abt von Engelberg bestellt.<\/p>\n<p>Auch Abt Ulrich hatte Probleme mit Konstanz. Darin liegt vielleicht der Grund, dass man sich intensiv um die Best\u00e4tigung der Exemtion m\u00fchte. Am 24.7. 1597 erfolgte dies so wie die Best\u00e4tigung der Privilegien durch Papst Clemens.<\/p>\n<p>Am 10. Oktober 1600 starb Abt Ulrich.<\/p>\n<p>Nur 5 Tage nach dem Tod des Abtes erfolgte die Neuwahl. Auch der resignierte Abt Adam Heer nahm an der Wahl teil. Augustin I. Hofmann wurde der neue Abt. Sein Vater Andreas hatte in Baden eine kleine Schule errichtet. Dieser stand er 14 Jahre vor.<\/p>\n<p>Dann wurde er von Abt Joachim nach Einsiedeln an die Klosterschule berufen. In Einsiedeln heiratete er Anna Ochsner, mit ihr bekam er 4 Kinder, drei T\u00f6chter und einen Sohn. Der Sohn Augustin wurde 1555 in Einsiedeln geboren. Schon mit 16 Jahren trat er hier ins<\/p>\n<p>Kloster ein. Seine Profess legte er am 29. Juni 1572 ab. Er hatte noch drei Schwestern, die alle Nonnen im Klarissenkloster Paradies in Schaffhausen wurden. Augustin wurde 1579 Priester.Er war ein guter Musiker und wurde Stiftsorganist. 1583 wurde er von<\/p>\n<p>Abt Ulrich zum Subprior berufen und ein Jahr sp\u00e4ter wurde er Dekan des Stifts.Schon vor der Wahl trafen die M\u00f6nche eine Vereinbarung und verpflichteten sich zu deren Einhaltung. Sie enthielt Grunds\u00e4tze einer Reform. Das Hineinreden von Laien sollte verhindert<\/p>\n<p>werden. Der Abt sollte drei Konventualen zu sich an den Hof holen, darunter den \u00d6konom und den Cellerar, die die Aufsicht \u00fcber den Haushalt und die \u00d6konomie f\u00fchren sollten. Klagen oder sonstige Vorstellungen sollten von einem dritten Pater<\/p>\n<p>entgegengenommen werden, der diese dann dem Abt unterbreitete. Der Abt war somit entlastet und konnte sich uneingeschr\u00e4nkt seinem Amt widmen. Dass man es Ernst meinte mit der Minderung des Einflusses von Laien, zeigte sich schon bei der Wahl. Zwar waren<\/p>\n<p>acht Abgeordnete von Schwyz mit ebenso vielen Dienern in Einsiedeln. Doch wurden sie erst nach der Wahl vom Ergebnis in Kenntnis gesetzt. Die Wahl\u00a0 fand unter dem Vorsitz des p\u00e4pstlichen Nuntius statt Johannes della Torre (Nuntius von 1600-1606) statt.<\/p>\n<p>Die \u00c4bte Benedikt Rennhas, Fischingen und Johann Jodok Singisen, Muri\u00a0 assistierten. Diese Drei nahmen am Sonntag L\u00e4tare 1601 auch die Abtsweihe vor, nachdem Papst Clemens VIII. am 15. Februar 1601 den neuen Abt in seinem Amt best\u00e4tigt hatte. Zugleich<\/p>\n<p>best\u00e4tigte er alle Temporalia und Spiritualia des Klosters. Abtsweihe und p\u00e4pstliche Best\u00e4tigung des Abtes kosteten das Kloster insgesamt 1731 Gulden , wobei sich die Annaten allein auf 1472 beliefen. Kaiser Rudolf II. verlieh am 8. Oktober 1601 die Regalien an den<\/p>\n<p>Abt. Da in der Regierungszeit des Abts der Kaiser zweimal wechselte, musste der Abt die Regalien nochmals zweimal beantragen. Kaiser Matthias (1612-1619) verlieh sie ihm im Oktober 1614 und Kaiser Ferdinand II. (1619-1637) machte dies am 8. M\u00e4rz 1621.<\/p>\n<p>Rudolf hatte auch die alten Freiheiten best\u00e4tigt.Wichtigstes Ereignis gleich zu Anfang der Amtszeit von Abt Augustin war die Gr\u00fcndung der Schweizer Benediktinerkongregation. Das Konzil von Trient hatte 1563 das Ordensdekret verk\u00fcndet. Zwar ist jedes<\/p>\n<p>Benediktinerkloster bis heute eine selbstst\u00e4ndige Gemeinschaft unter einem Abt.\u00a0 Das Dekret schrieb nun vor, dass sich alle selbstst\u00e4ndigen Kl\u00f6ster, die keinem Verband oder einem Generalkapitelangeh\u00f6rten, sich innerhalb eines Jahres zu einer Kongregation<\/p>\n<p>zusammenschlie\u00dfen mussten. So schnell ging es aber doch wieder nicht. Aber in vier Schweizer Kl\u00f6stern begannen Reformans\u00e4tze zu wirken, so in St. Gallen, Einsiedeln, Muri und Fischingen. Nuntius della Torre machte sich nun f\u00fcr einen Zusammenschluss der<\/p>\n<p>Kl\u00f6ster stark. Am 29. Mai 1602 bestellte er die \u00c4bte von St. Gallen (Bernhard M\u00fcller 1594-1630)Fischingen (s.o.) und Muri (s.o.) nach Einsiedeln. Dort forderte er sie zur Kongregationsbildung auf. Die Gr\u00fcndung wurde in Einsiedeln beschlossen. Schon einen guten<\/p>\n<p>Monat sp\u00e4ter, am 12. Juli 1602 trafen sie sich wieder in Wil. Dort wurden Reformmassnahmen besprochen, die in elf Artikeln formuliert wurden.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/4.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-width: 0px;\" title=\"4\" alt=\"4\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/4_thumb.jpg\" width=\"244\" height=\"244\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>Beim n\u00e4chsten Treffen in Pf\u00e4ffikon am 4. November war\u00a0 Abt Michael Saxer (1600-1626) von Pf\u00e4fers dabei und bei der n\u00e4chsten Sitzung in Rheinau am 12. Mai 1604 kam Engelberg\u00a0 mit Abt Jakob Benedikt Sigrist (1603-1619) dazu. Beide \u00c4bte mussten vor dem Beitritt<\/p>\n<p>versprechen, die beschlossenen Reformen anzunehmen. Disentis wurde 1617 in Muri in die Kongregation aufgenommen. Abt war Sebastian von Castelburg (1614-34) . Da der Abt aber in den B\u00fcndner Wirren fliehen musste, die weltliche Obrigkeit sich der<\/p>\n<p>Verwaltung bem\u00e4chtigte, griffen die Reformen aber erst unter dem aus Kloster Muri kommenden Administrator und Abt\u00a0 Augustin St\u00f6cklin (1634-1641)nach 1634. Das Kloster Beinwiel kam wegen des Widerstands des Basler Bischof erst 1647 unter Abt<\/p>\n<p>Fintan Kiefer (1633-1675) zur Kongregation. 1648 wurde es nach Mariastein verlegt. Nach der Verlegung an den Wallfahrtsort bl\u00fchte es auf. 1647 waren damit alle Schweizer Benediktinerkl\u00f6ster, die die Reformation \u00fcberstanden hatte in der Schweizer<\/p>\n<p>Benediktinerkongregation vereint.<\/p>\n<p>Die Statuten forderten t\u00e4gliches Lesen der Messe. Die M\u00f6nche sollten ihre Mahlzeiten gemeinsam einnehmen, dabei geistliche Lesungen h\u00f6ren. Jedes Privateigentum wurde verboten. Nach der Komplet ist strengstes Stillschweigen einzuhalten. Auch darf<\/p>\n<p>nichts mehr gegessen oder getrunken werden. N\u00e4chtliche Zusammenk\u00fcnfte sind strengsten verboten. Frauen d\u00fcrfen die Klausur nicht betreten. Die \u00c4bte sollen mittags und abends f\u00fcr m\u00e4ssige aber gesunde Nahrung sorgen. M\u00f6nche, die bisher au\u00dferhalb der Klausur<\/p>\n<p>wohnten, m\u00fcssen nun in die Klausur zur\u00fcck. Wenn der Abt zu Versammlungen musste, darf er nur zwei, h\u00f6chstens drei Diener mitbringen.Neben diesen praktischen Lebensregeln griff die Kongregation aber auch bei materiellen oder personellen Notlagen ein,<\/p>\n<p>zum Beispiel nach Brandf\u00e4llen oder bei materieller Misswirtschaft. Die Kongregation wurde am 29. Mai 1602 von Papst Klemens VIII. gegr\u00fcndet und am 13. Dezember 1608 von Papst Paul V. approbiert.<\/p>\n<p>Die P\u00e4pste verliehen der Kongregation die Exemtion. Gregor XV. tat dies 20. Mai 1622, sein Nachfolger Urban VIII. am 30. M\u00e4rz 1624. Jurisdiktionsstreitigkeiten gab es trotzdem wegen des Visitationsrechts von Bisch\u00f6fen, des Vorsitzes bei der Abtswahl, des Rechts<\/p>\n<p>auf Wahlbest\u00e4tigung, der Abtsweihe\u00a0 und noch anderen Steitpunkten.<\/p>\n<p>Die Schweizer Kongregation hatte durchaus Anziehungskraft und auch ausl\u00e4ndische Kl\u00f6ster baten um Mithilfe bei der Durchf\u00fchrung von Reformen. Kempten war von 1664-1679, Murbach von 1666-1686 und Fulda von 1672-1679 der Schweizer Kongregation<\/p>\n<p>angegliedert. Wegen des Adelsprivileg konnten diese Kl\u00f6ster aber nicht dauernd bei den Schweizern verbleiben.<\/p>\n<p>Eine gro\u00dfe Bew\u00e4hrungsprobe wartete auf den Abt in den Pestjahren. Drei mal grassierte die Seuche in Einsiedeln. Auf die Seuche im Jahr 1611 hatte man sich gut vorbereitet. Man hatte nicht nur zum Sakramentenempfang, zu einer Prozession nach St. Gangulf<\/p>\n<p>und zu ernster Lebensf\u00fchrung aufgefordert, sondern\u00a0 auch sanit\u00e4re Vorschriften gegeben. Die Klosterapotheke gab besondere Medizinen aus. Zwei bis drei Totengr\u00e4ber wurden bestimmt und es wurde angeordnet, dass die, die am gleichen Tag sterben sollten, in<\/p>\n<p>eine gemeinsames Grab gelegt wurden. Wie man aus den Todesf\u00e4llen im Konvent schlie\u00dfen kann, grassierte die Seuche ab September und Oktober in Einsiedeln. Der Pfarrer von Einsiedeln. P. Markus Eichhorn und der von Freienbach, P. Johann Schlachter erlagen<\/p>\n<p>der Pest. Im Konvent\u00a0 fielen ihr noch zwei Patres und zwei Fratres zum Opfer. 1626 w\u00fctete die Seuche erneut, doch traf es diesmal keine Konventsmitglieder. Nur drei Jahre sp\u00e4ter schlug die Pest erneut zu. Dieses Mal fielen ihr zwei Patres zum Opfer.<\/p>\n<p>Als Konsequenz hatte der Abt beschlossen, den Friedhof f\u00fcrs Dorf weg von der Klosterkirche auf den heutigen Platz zu verlegen.<\/p>\n<p>Gro\u00dfes Gewicht legte der Abt nach wie vor auf die Ausbildung seiner M\u00f6nche. 15 studierten in Dillingen. Pro Platz beliefen sich die Kosten auf 50 Gulden, die meist in Naturalien und dies \u00fcberwiegend in K\u00e4se bezahlt wurden. In M\u00fcnchen\u00a0 studierten 4 Leute aus<\/p>\n<p>Einsiedeln, hier wurde mit Ziegen bezahlt. 5 M\u00f6nche waren in Freiburg, einer in Salzburg und zwei in Mailand. Von den Freiburger Studenten ist vor allem Johann Fridolin R\u00f6\u00dfler zu nennen. Er hatte zun\u00e4chst in Dillingen Syntax studiert. Dort wurde er 1617<\/p>\n<p>Baccalaureus und 1618 Magister der Philosophie. 1619 wurde er zum Priester geweiht und 1624\/25 studierte er Theologie in Freiburg.Seit 1620 wurde in Einsiedeln ein eigenes Hausstudium eingerichtet, an dem Pater R\u00f6\u00dfler Philosophie und Theologie unterrichtete.<\/p>\n<p>Schwierigkeiten gab es 1615 mit den Jesuiten. Im Vorjahr hatten zwei Jesuiten bei der Engelweihfeier geholfen, Beichte zu h\u00f6ren.Die Jesuiten schlugen nun vor, 6 Jesuiten auf Kosten des Stifts in Einsiedeln unterzubringen und zu unterhalten.<\/p>\n<p>Das war allerdings nicht im Sinne des Abtes. Gute Beziehungen hatte er zu Kardinal Verallo, der von 1606-1608 auch Nuntius in Luzern war und auch zu einigen Kapuzinerm\u00f6nchen. Im Zusammenspiel brachten sie den Papst dazu, das Ansinnen der Jesuiten fallen zu<\/p>\n<p>lassen. Streitigkeiten gab es auch zwischen Weingarten und Einsiedeln. 1613 kaufte Kloster Weingarten von den Grafen von Sulz die Herrschaft Blumenegg. Teile geh\u00f6rten auch zur Herrschaft Sankt Gerold, in denen ja Einsiedeln das Sagen hatte.<\/p>\n<p>Kaiser Ferdinand II. hatte in dieser Sache die \u00c4bte Johann Eucharius (1616-1631)von Kempten und Bernhard M\u00fcller von St. Gallen, sowie den Bischof Heinrich V. von Kn\u00f6ringen (1599-1646) von Augsburg sowie den Grafen Hugo von Montfort als Richter bestellt.<\/p>\n<p>Sie sollten versuchen die Sache g\u00fctlich zu regeln oder sich dann richterlich zu entscheiden. Sie wurde erst erledigt, als Einsiedeln 1648 von Weingarten die Landeshoheit kaufte.<\/p>\n<p>Die Beziehungen zu Konstanz waren nicht sehr gut. Die Innerschweiz f\u00fchlte sich von Konstanz abgeschlossen. Man ersuchte deshalb, den Abt von Einsiedeln zu erm\u00e4chtigen, Glocken und Paramente zu weihen. Auch erhoffte man\u00a0 die Berechtigung,<\/p>\n<p>die Firmung zu spenden, was der Abt von Einsiedeln ja schon mal hatte. Man wollte den Abt von Einsiedeln zum Bischof machen, um die vernachl\u00e4ssigten innerschweizer Pfarreien besser betreuen zu k\u00f6nnen. Konstanz erfuhr davon und konnte dies mithilfe des<\/p>\n<p>Metropoliten von Mainz hintertreiben.<\/p>\n<p>Als Abt war Augustin ein reger Bauherr. In Einsiedeln lie\u00df er ein neues Bibliotheksgeb\u00e4ude errichten. Die Kirche lie\u00df er durch den Maler Hans Heinrich Gessner ausmalen. Zwei neue Orgeln wurden aufgestellt.<\/p>\n<p>Die Teufelsbr\u00fccke lie\u00df er 1614 reparieren.<\/p>\n<p>Probleme scheint er mit der Gesundheit gehabt zu haben. Dreimal suchte er B\u00e4der auf. Am 20. Februar 1629 erlitt er einen Schlaganfall, an dessen Folgen er am 2. M\u00e4rz 1629 verschied.<\/p>\n<p>Das Kapitel versammelte sich und beschloss, Nuntius Rocci (in der Schweiz 1628-1629 Nuntius) zu benachrichtigen und zur Wahl einzuladen. Nicht benachrichtigt und nicht zur Wahl geladen wurde Schwyz. Das Verh\u00e4ltnis scheint nicht ungetr\u00fcbt gewesen zu sein.<\/p>\n<p>Im Konvent wurde kolportiert, einige Schwyzerherren h\u00e4tten behauptet, sie k\u00f6nnten den Einsiedler Abt nach Gutd\u00fcnken ein- und absetzen.Seit der Berufung von Abt Ludwig Blarer hatten immer Vertreter der Schwyz der Abtswahl beigewohnt. Das wurde immer<\/p>\n<p>mehr als Eingriff in die Rechte des Kapitels betrachtet. Zuf\u00e4lligerweise aber waren Landamman Reding und der Schwyzer Seckelmeister in Einsiedeln. Dort erfuhren sie von der anstehenden Wahl und verlangten, teilzunehmen. Nuntius Rocci, der ja geladen und<\/p>\n<p>auch anwesend war, forderte die beiden auf, ihre Beweise vorzulegen. Das konnten sie nat\u00fcrlich nicht. Am n\u00e4chsten Tag forderten sie eine Audienz beim Kapitel und nochmals der Wahl bei zu wohnen. Das Kapitel bestimmte aber drei M\u00e4nner, denen sie ihr<\/p>\n<p>Anliegen vorbringen konnten. Ihre Forderung bei der Wahl dabei zu sein, wurde abgewiesen. Ihnen wurde mitgeteilt, dass sie nach erfolgter Wahl vorgelassen w\u00fcrden, zum Tod des alten Abts kondolieren k\u00f6nnten und dem neuen zu seiner Wahl zu gratulieren.<\/p>\n<p>Gew\u00e4hlt wurde Plazidus Reimann am 9. M\u00e4rz 1629. Er war am 19. August 1594 in Einsiedeln geboren.Er entstammte einer Familie, die schon 1384 in Einsiedeln erw\u00e4hnt wird.Er legte 1611 seine Profess ab.Danach studierte er in Dillingen und wurde am 10. April 1617<\/p>\n<p>Baccalaureus der Philosophie. Er erkrankte und wurde nach Einsiedeln zur\u00fcckberufen. 1618 wurde er zum Priester geweiht.1620 musste er nochmals ins Bad nach Griesbach. Als er zur\u00fcckkehrte wurde er in Einsiedeln Novizenmeister. 1622 war er Pfarrer und<\/p>\n<p>Beichtiger im Kloster M\u00fcnsterlingen. 1628 wurde er in Einsiedeln Statthalter und nur ein Jahr sp\u00e4ter wurde er im Alter von 34 Jahren zum Abt gew\u00e4hlt. Die Wahl fand am 6. M\u00e4rz statt. Da ein Schreiben in Rom liegen blieb, erfolgte die Best\u00e4tigung<\/p>\n<p>aus Rom erst am 29. Oktober 1629.\u00a0 Die Weihe nahm Nuntius Rocci am 25. November vor. Die \u00c4bte von Muri Johann Jodok Singisen (1596-1644) sowie Placidus Brunschwiler (1616-1672) von Fischingen assistierten ihm.<\/p>\n<p>Abt Placidus hatte zwei Br\u00fcder, der eine Augustin war seit 1626 Amann des Gotteshauses, der andere, Johann Georg war Vogt der Waldstatt. Durch ihre Heiraten waren sie mit angesehenen Schwyzer Familien verwandt.<\/p>\n<p>Das Emporkommen der Familie weckte auch Neid, insbesondere Ludwig \u00d6chslin, der fr\u00fchere Vogt hatte seine Probleme. Er war schon vorher wegen Schimpfreden gegen den verstorbenen Abt aufgefallen. Deswegen hatte er in Gegenwart einiger Abgeordneter von<\/p>\n<p>Schwyz vor Abt Placidus Reimann und\u00a0 einiger Konventualen Abbitte zu leisten. Eigentlich h\u00e4tte der ehemalige Vogt \u00f6ffentlich widerrufen m\u00fcssen. Darauf hatte der Abt aber verzichtet. Die Abbitte wurde am 2. April getan. Die Retourkutsche kam aber schnell.<\/p>\n<p>Abt Augustin hatte einen neuen Friedhof anlegen lassen, was ja eine Konsequenz auf die Pest war. Abt Placidus wollte nun am 20. April den neuen Friedhof den neuen Friedhof weihen. An diesem Tag aber protestierte der Rat\u00a0 und verbot Beerdigungen auf<\/p>\n<p>dem neuen Friedhof.\u00a0 Schwyz legte er Einspruch ein. Man begr\u00fcndete das so, dass der Friedhof zu weit weg sei. Somit w\u00fcrde der Toten auch zu wenig gedacht. Der Abt nun berief sich auf seine landesherrliche Befugnis, diese Entscheidung zu treffen. Ein Schreiner<\/p>\n<p>aus dem Elsass war gerade in dieser Zeit gestorben und diesen lie\u00df der Abt nun auf dem neuen Friedhof bestatten. Schwyz suchte nun zu vermitteln, aber Vorschl\u00e4ge wie z. B. dass \u00e4rmere Einsiedler auf dem neuen Friedhof ihre letzte Ruhe finden sollten,<\/p>\n<p>besser situierte aber nach wie vor auf dem alten Friedhof zu beerdigen seien, waren f\u00fcr alle Einsiedler unannehmbar. Als sich Schwyz aber voll auf die Seite des Abtes stellten, mussten die Einsiedler nachgeben. Es ging jetzt nur noch um die bereits aufgelaufenen<\/p>\n<p>Kosten. Die Einsiedler baten um \u00dcbernahme der H\u00e4lfte der Kosten, wozu sich der Abt aus G\u00fcte schlie\u00dflich bereit erkl\u00e4rte. Bald gab es aber auch Schwierigkeiten mit Schwyz. Im weitesten Sinne ging es um die Landeshoheit. Die Schwyzer hatten mehr und mehr<\/p>\n<p>versucht, die Abtei voll unter ihre Oberhoheit zu bringen, was ja durchaus im Zug der Zeit lag. Gerade die protestantischen F\u00fcrsten hatten ja gezeigt, dass der Deckmantel Religion beziehungsweise Konfession sich auch vorz\u00fcglich zur Machtausweitung eignete.<\/p>\n<p>aber auch katholische Gegenden machten sich dieses Prinzip voll zu Nutze. Dass die Abtei da ihre eigen Position wahren wollte, hatte der Konvent schon bei der Wahl von Abt Placidus gezeigt. Beide Seiten versuchten genauestens ihre alten Vorrechte zu wahren.<\/p>\n<p>Das begann bei der Rechnungslegung. Schwyz wollte eine spezifizierte Rechnung des Klosters vorgelegt, das Kloster legte nur eine allgemeine Generalrechnung vor. Auch bei der Rechtssprechung wurde haarklein auf Zust\u00e4ndigkeiten geachtet. Der Abt verwahrte<\/p>\n<p>sich dagegen, dass Gotteshausleute sich vor anderen Gerichten als vor seinem verantworten mussten, auch wenn die Tat au\u00dferhalb der Gemarkung des Stifts vorgefallen war.Weiterer Z\u00fcndstoff lag in anfallenden Kriegskosten beziehungsweise Stellung von<\/p>\n<p>Truppenkontingenten. So forderte Schwyz Leute an f\u00fcr einen Zug nach Bellinzona. Die Einsiedler wollten aber nur mit Zustimmung des Abtes ziehen, die dieser dann auch erteilte. Als die Schweden in Deutschland eingriffen und sich die allgemeine Lage versch\u00e4rfte,<\/p>\n<p>hatte das auch Auswirkungen auf die Eidgenossenschaft. 1631 forderte Schwyz eine Aufstellung der Waffen, die in Einsiedeln vor zu finden waren. 1633 fielen schwedische Truppen im Thurgau ein, um Konstanz zu belagern. Daraufhin lie\u00df auch Schwyz seine<\/p>\n<p>Truppen mobilisieren, was nat\u00fcrlich Kosten verursachte. Die Schwyz lieh sich vom Kloster insgesamt 3000 Gulden, mit dem ausdr\u00fccklichen Hinweis, dass dies eine r\u00fcckzahlbare Anleihe und keine Kriegssteuer sei. Schwyz best\u00e4tigte dies, versuchte aber sp\u00e4ter<\/p>\n<p>trotzdem dies als Steuer zu deklarieren. Nur Kriege waren teuer und\u00a0 Schwyz ben\u00f6tigte mehr Geld. Also schrieb man 1634 eine Landessteuer aus. Der Beschlu\u00df wurde allerdings gefasst, ohne den Abt zu begr\u00fc\u00dfen. Darin sah dieser eine Verletzung seiner Rechte.<\/p>\n<p>Er versuchte die Angelegenheit zun\u00e4chst g\u00fctlich zu regeln. Man verhandelte in Rothenturm am 7. und 8. April 1636. Der Abt war ebenfalls anwesend\u00a0 und man schien einer L\u00f6sung nahe zu kommen. Doch dann schlug die Stimmung pl\u00f6tzlich um, woran Ludwig \u00d6chslin,<\/p>\n<p>der schon fr\u00fcher als Scharfmacher gegen den Abt aufgetreten war, nicht unbeteiligt gewesen zu sein schien. Am 22. April 1637 forderte Schwyz eine unverz\u00fcgliche Einlieferung der Steuer. Der Stiftsammann \u00fcberlie\u00df in dieser Sache f\u00fcr Einsiedeln die Entscheidung dem Abt,<\/p>\n<p>seinem Bruder. Abt Placidus untersagte die Einlieferung der Steuer. Nun eskalierte die Angelegenheit weiter. Schwyz bestellte am 3. Mai 1637 mit Konrad Heinrich ab Yberg einen Landvogt f\u00fcr Einsiedeln. Schon einen Tag sp\u00e4ter hatte sich der Abt an den p\u00e4pstlichen<\/p>\n<p>Nuntius gewandt. Das war von 1630-1639 Ranuccio Scotti (1597-1659). Aber auch\u00a0 Schwyz hatte den Nuntius kontaktiert. Der Abt suchte auch die Vermittlung der katholischen Orte. Der Nuntius hatte darauf verwiesen, dass die Einsetzung eines Landvogts f\u00fcr<\/p>\n<p>Einsiedeln wohl eher eine Sache sei, die den Kaiser ber\u00fchre. Schlie\u00dflich war der Abt ja auch Reichsf\u00fcrst. Einsiedeln hatte auch den kaiserlichen Abgeordneten, Freiherrn Peter von Schwarzenberg in Luzern informiert.\u00dcber den Nuntius ging die Sache nun auch an<\/p>\n<p>den Papst. Von allen Seiten ergingen Mahnungen an Schwyz. Das fruchtete aber nichts. Schwyz war entschlossen, die Angelegenheit ohne Vermittlung durchzufechten. Die Sache eskalierte weiter. Schwyz hatte den Stiftsammann als Rebell erkl\u00e4rt und seine<\/p>\n<p>G\u00fcter eingezogen, nachdem er nicht in Schwyz erschienen war, der Nuntius drohte mit Kirchenstrafen, der Kaiser verwandt sich in Schwyz f\u00fcrs Kloster. Schwyz verwies auf die Gefahren, die den anderen St\u00e4nden dadurch f\u00fcr Demokratie und Souver\u00e4nit\u00e4t drohe.<\/p>\n<p>Erst 1642 fruchteten die Friedensbem\u00fchungen allm\u00e4hlich. Am 20. April 1642 hatte ein gro\u00dfes Brandungl\u00fcck Schwyz getroffen. Der Abt sandte trotz aller Streitigkeiten als einer der ersten eine Soforthilfe von 400 Kronen, das vers\u00f6hnte weiter. Man verhandelte und<\/p>\n<p>am 10.\/11.9. 1642 hatte man eine grunds\u00e4tzliche Verst\u00e4ndigung gefunden. Allerdings dauerte es noch drei Jahre bis zu einem formellen Friedensvertrag. Am 21. Juni 1645 kam er schlie\u00dflich zustande. Billig war das nicht. Nach Berechnungen des Abtes<\/p>\n<p>hatte der langwierige Streit das Kloster 11.848 Gulden gekostet. Aber das Stift hatte seine Unabh\u00e4ngigkeit bewahrt. Wie oben erw\u00e4hnt wurde auch der lange schwelende Streit zwischen den Kl\u00f6stern Weingarten und Einsiedeln erst unter Abt Placidus erledigt.<\/p>\n<p>Auch gegen Eingriffe des\u00a0 Bischofs in Konstanz in seine Zust\u00e4ndigkeit musste der Abt sich zur Wehr setzen. 1639 hatte er zwei Konventuale aus Einsiedeln Pater Kolumban Ochsner (+1656) und Pater Wolfgang Weishaupt (+1676)nach Rom geschickt. Am Collegium<\/p>\n<p>studierten sie Theologie und privatim wurden sie von Doktor Anton Nanni in kanonischem Recht unterrichtet. Nach Abschluss ihrer Studien besuchten sie noch die beiden bedeutenden Benediktinerabteien Subiaco und Monte Cassino. Beide hatten dem Abt mit<\/p>\n<p>ihren nun erworbenen Rechtskenntnissen erkl\u00e4rt, dass er aufgrund der p\u00e4pstlichen Privilegien volle Jurisdiktionsgewalt \u00fcber den ihm unterstellten Ordens-und Weltklerus, aber auch das ihm untergebene Volk habe. Einen Ehehandel in Kuhbach zog der Abt nun<\/p>\n<p>vor sein Offizialat.Das Offizialat entschied den Fall, aber eine Partei wandte sich nun an Konstanz. Das Bistum nahm den Einspruch an und berief die andere Partei vor sein Gericht. Dagegen verwahrte sich nun der Abt und leitete die Streitsache an Rom weiter.<\/p>\n<p>Er hatte sich an Pater Wilfrid Selby gewandt, den Prokurator also den Ordensbeaufragten der englischen Benediktiner. Bei Selby hatten die beiden nach Rom entsandten Patres gewohnt, als sie ihre Rechtsstudien in Italien absolvierten.Der Papst, zu der Zeit<\/p>\n<p>Innozenz X. (1644-1655) wies 1646 die Sache an den Nuntius in Luzern das war von 1646-1647 Alphonsus Sacrati. Der Nuntius lud nun den Konstanzer Bischof vor sich, dass war Sixt Werner Vogt von Altensumerau und Pra\u00dfburg (1645-1689). Der schickte seinen<\/p>\n<p>Dompropst nach Luzern und lie\u00df erkl\u00e4ren, dass er zu Verhandlungen bereit sei.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/110px-Franz_Johann_von_Prassberg.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-width: 0px;\" title=\"110px-Franz_Johann_von_Prassberg\" alt=\"110px-Franz_Johann_von_Prassberg\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/110px-Franz_Johann_von_Prassberg_thumb.jpg\" width=\"114\" height=\"175\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>Abt Placidus lie\u00df nun seien Rechtstitel dem Bischof unterbreiten. Man kam zu keiner Einigung. Es gab weitere Versuche so 1652 auf Einladung des Bischofs. Der Abt kam nach M\u00fcnsterlingen. Man kam sich in der Sache aber nicht n\u00e4her. Beide Seiten beharrten immer<\/p>\n<p>wieder auf ihren Positionen und Vermittlungsbem\u00fchungen von verschiedenen Seiten scheiterten. Die Sache zog sich. Auch eine Konferenz in Luzern 1665 erbrachte nichts. Der Nuntius schlug schlie\u00dflich vor, die Frage in Rom einem Kardinalskollegium vor zulegen.<\/p>\n<p>Am 15. Mai 1668 entschied der Papst, inzwischen Clemens IX (1667-1669)dass die Bulle Leos X. vom 10. Dezember 1518 sich nur auf das Stift, nicht aber auf dessen Pfarreien beziehe. Das war allerdings nicht im Sinne des Stiftes. Es erreichte immerhin,dass die<\/p>\n<p>Untersuchungen wieder aufgenommen\u00a0 wurden. Der Abt bestellte eine F\u00fcnferkommission, die sich vorab damit befassen sollte. Das Ende dieses Streits aber erlebte weder der Abt noch sein Nachfolger. Auch mit dem Bistum Chur hatte es Schwierigkeiten gegeben.<\/p>\n<p>Dort konnte man sich allerdings einigen. Nuntius Frederico Borromeo (1655-1663) erreichte 1665 einen Vergleich zwischen Bistum und Stift.<\/p>\n<p>Ein gutes Verh\u00e4ltnis hatte der Abt zum Kaiser. Drei Jahre nach dem Amtsantritt von Abt Plazidus best\u00e4tigte Kaiser Ferdinand II. (1619-1637) dem Kloster die Rechte und Privilegien. Die Regalien verlieh der Kaiser dem Abt am 5. M\u00e4rz 1632. Er stand beim Kaiser wohl in<\/p>\n<p>hohem Ansehen und erhielt am 16. M\u00e4rz 1636 die W\u00fcrde eines kaiserlichen Pfalzgrafen. Auch die Nachfolger des Kaisers, Ferdinand III.(1637-1657) und Leopold I.(1658-1705) best\u00e4tigten die Privilegien 1639 bzw. 1660. Als der 30-j\u00e4hrige Krieg in Deutschland tobte,<\/p>\n<p>war das Kloster auch eine Zufluchtsst\u00e4tte f\u00fcr Amtsbr\u00fcder aus deutschen Kl\u00f6stern. So erhielten die \u00c4bte von Weingarten, Ochsenhausen, Fulda, Gozau und Isenburg ein Obdach in Einsiedeln.Und auch Konventuale wurden in Einsiedeln aufgenommen. Bis zu 30<\/p>\n<p>M\u00f6nche aus anderen Kl\u00f6stern kamen in Einsiedeln unter.St. Peter im Schwarzwald hatte sogar sein\u00a0 Archiv, seine Reliquien und seine Kostbarkeiten bei ihren Schweizer Ordensbr\u00fcder in Sicherheit gebracht. Seinerseits lie\u00df der Abt die Einsiedler Reliquien und<\/p>\n<p>das Archiv w\u00e4hrend des 1. Villmergerkriegs nach Schwyz verbringen (5.Januar-7. M\u00e4rz 1656). Eine f\u00fchrende Rolle nahm das Stift auch in der Schweizer Benediktinerkongregation ein. Abt Plazidus wechselte sich im Vorsitz mit dem Abt von St. Gallen Pius Reher<\/p>\n<p>(1630-1654)ab. Auch in der Kongregation musste er sich mit dem Bistum Konstanz auseinandersetzen, denn das Bistum versuchte die Privilegien, die Papst Urban VIII. der Kongregation verliehen hatte, zu beseitigen. Der Prokurator der englischen Benediktiner<\/p>\n<p>Wilfried Selby wurde auch zum Prokurator der Schweizer Benediktiner berufen und erwirkte am 26. September 1631 ein Dekret, dass die Privilegien als zu Recht bestehen lie\u00df. Best\u00e4tigt wurde dies auch von Papst Leo X. 1646, nachdem anl\u00e4\u00dflich der Abtswahl in<\/p>\n<p>Rheinau erneut Streit ausbrach. Von 1630-1644 war Dominikus Tschudi Sekret\u00e4r der Schweizer Benediktinerkongregation. Er hatte 1613 seine Profess in Muri abgelegt. Als Sekret\u00e4r sammelte Tschudi 1636 alle bis dahin ergangenen Erlasse.\u00a0 Die \u00c4bte approbierten dies<\/p>\n<p>als erweiterte Satzung und am 2. Dezember 1636 wurden sie in Einsiedeln promulgiert. Das ist ein Vorgang der Ver\u00f6ffentlichung im Bundesgesetzblatt zu vergleichen, d.h. diese Sammlung erhielt nun in der Schweizer Kongregation praktisch<\/p>\n<p>Gesetzeskraft. Problem gab es mit den Kl\u00f6stern Pf\u00e4fers und Disentis.Beide Abteien waren in Schieflage geraten. Vor allem Muri, sp\u00e4ter auch St. Gallen k\u00fcmmerten sich um die Kl\u00f6ster. Zwei \u00c4bte aus Muri, ab 1634 August St\u00f6cklin und ab 1642 Adalbert Bridler<\/p>\n<p>brachten das Kloster wieder vorw\u00e4rts. F\u00fcr einige Zeit schlossen sich auch die Kl\u00f6ster Kempten und Murbach der Kongregation an. Die Schweizer Benediktiner unterst\u00fctzen ihre Br\u00fcder bei der Hebung der Ordenszucht. M\u00f6nche aus St. Gallen wirkten in Murbach<\/p>\n<p>und von Einsiedeln wurde zun\u00e4chst Christoph von Sch\u00f6nau nach Kempten abgeordnet. Dieser hatte am 9. Juni 1647 seine Profess abgelegt. In Kempten war Roman Giel von Gielsberg 1339 in einer f\u00fcr Kempten schwierigen Zeit zum Abt gew\u00e4hlt worden.<\/p>\n<p>1632 hatten protestantische B\u00fcrger der Stadt Kempten zusammen mit den Schweden das Stift in einen Tr\u00fcmmerhaufen verwandelt.Der Konvent war in Schloss Schwabelsberg nahe Kempten\u00a0 versammelt. Der Abt strebte f\u00fcr seinen Konvent strenge<\/p>\n<p>Askese an. Au\u00dferdem wollte er die Ordensgemeinschaft auch f\u00fcr nichtadelige Mitglieder \u00f6ffnen. Das scheiterte aber am Widerstand der Reichsritterschaft. 1664 wurde der Einsiedler M\u00f6nch Christoph nun auf Bitten der schw\u00e4bischen Ritterschaft und des<\/p>\n<p>Konstanzer Bischofs als Subprior nach Kempten geschickt.Am Anfang scheint seine T\u00e4tigkeit ziemlich schwierig gewesen zu sein, zumal Abt Roman als schwierig galt, ein schroffes Wesen hatte und auch sehr sprunghaft war. Auch hat er wohl seinem Schweizer<\/p>\n<p>Mitbruder das Leben schwer gemacht. Erst unter Abt Bernhard Gustav von Baden-Durlach \u00e4nderte sich das. Sein Rat wurde gesch\u00e4tzt und er war auch Begleiter von Kemptener M\u00f6nchen in Fulda,K\u00f6ln und Bonn. Er wollte schon 1671 nach Einsiedeln zur\u00fcckkehren,<\/p>\n<p>musste aber bis 1678 in Kempten bleiben, ehe er als Dekan nach Einsiedeln zur\u00fcck durfte. Als weiterer Einsiedler M\u00f6nch war Pater Benno Zimmermann in Kempten. Er wirkte dort von 1664 bis 1670 als Theologieprofessor.<\/p>\n<p>Auch andere M\u00f6nche aus Einsiedeln waren als Lehrer t\u00e4tig. An der Benediktiner-Universit\u00e4t in Salzburg lehrte Augustin Reding als Theologieprofessor von 1654-1657. Sp\u00e4ter wurde er dann Nachfolger von Abt Plazidus.Auf Pater Augustin folgte Pater Bernhard Waibel<\/p>\n<p>1657 in Salzburg. Er hatte 1638 seine Profess abgelegt. In Salzburg hatte er die Professur f\u00fcr spekulative Theologie und Exegese inne. Er war acht Jahre Vizerektor des Salzburger Kollegs und zwei Jahre Prokanzler der Universit\u00e4t. 1667 musste er zur\u00fcckkehren,<\/p>\n<p>da ihn der Abt wegen der Konstanzer Angelegenheit nach Rom schicken wollte. 1671 erbat ihn der Salzburger Erzbischof Max Gandolf von Kuenburg (1668-1687) f\u00fcr den Wallfahrtsort Maria Plein. Dort sollten sich j\u00fcngere Kr\u00e4fte auf ihre Lehrt\u00e4tigkeit in Salzburg<\/p>\n<p>vorbereiten. \u00c4lteren Lehrkr\u00e4ften wurde die M\u00f6glichkeit gegeben, sich dorthin zur\u00fcck zu ziehen. In Gengenbach wirkte Pater Basilius Strecker von 1655-1657 als Philosophieprofessor.<\/p>\n<p>In der 40 \u2013j\u00e4hrigen Amtszeit von Abt Plazidus werden 85 neue Mitglieder in den Konvent aufgenommen. Auch Pater Raphael Gottrau hatte unter Abt Plazidus die Profess abgelegt. Er wurde sein \u00fcbern\u00e4chster Nachfolger. Pater Bonifaz Tschupp hatte 1645<\/p>\n<p>seine Profess in Einsiedeln abgelegt. 1667 wurde er zum Abt von P\u00e4fers gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Auch in weltlichen Angelegenheiten war der Abt ein gesuchter Vermittler. 1639 trafen sich erstmals Vertreter von Frankreich und Bayern, um dem m\u00f6rderischen Ringen ein Ende zu machen. In Einsiedeln kamen die Gesandten zusammen. Inwieweit<\/p>\n<p>der Abt dabei beteiligt war, ist nicht klar, aber es war das erste Mal \u00fcberhaupt in diesem gro\u00dfen Krieg, dass Gespr\u00e4che gesucht wurden. Im Schweizer Bauernkrieg von 1653 wurde der Abt vom Gro\u00dfen Rat von Luzern um Vermittlung gebeten.<\/p>\n<p>Allerdings waren die Leidenschaften zu stark aufgepeitscht, so dass die Vermittlungsbem\u00fchungen des Abtes\u00a0 zun\u00e4chst nicht zum Ziel kamen. Auch im Zwyerhandel war sein Rat gefragt. Freundschaftliche Beziehungen hatte der Abt auch zu anderen Orden,<\/p>\n<p>so den Schweizer Kapuziner und Franziskanern. Die Wallfahrt nahm unter Abt Plazidus gro\u00dfen Aufschwung. Gerade in sehr schweren Zeiten suchen Menschen vermehrt Trost. Nach einem erf\u00fcllten Leben verstarb Abt Plazidus am 10.Juli 1670.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/KAE_foto_1_0601_1265_0001.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-width: 0px;\" title=\"P. Augustin Reding von Schwyz\" alt=\"P. Augustin Reding von Schwyz\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/KAE_foto_1_0601_1265_0001_thumb.jpg\" width=\"181\" height=\"244\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>Augustin Reding wurde am 10. August 1625 in Lichtensteig geboren. Dort war sein Vater Johann Rudolph von Reding-Biberegg Landvogt des F\u00fcrstabts von St. Gallen. Der Vogt war in zweiter Ehe mit Margareta Pfyffer von Altishofen verheiratet. Er wurde wegen<\/p>\n<p>seiner klassischen Bildung\u00a0 ger\u00fchmt und gelegentlich \u201ceidgen\u00f6ssischer Cicero\u201d oder der Seneca der Schweiz genannt. Zwei Br\u00fcder Augustins gingen ebenfalls ins Kloster. Als Jost Dietrich 1652 geboren trat er in Einsiedeln ins Kloster ein und erhielt dort den<\/p>\n<p>Ordensnamen Plazidus. 1668 legte er seine Profess ab. Ein weitere Bruder Heinrich wurde Jesuit in Freiburg im \u00dcchtgau. Dort starb er 1682. Auch drei Schwestern nahmen das Ordensgewand. Maria Katharina war Zisterzienserin in Magdenau, Maria Margaretha war in<\/p>\n<p>St. Maria zu den Engeln in Wattwil\u00a0 und Maria Mechthild schlie\u00dflich war Priorin in Fahr von 1696 bis 1724. Augustin legte 1641 seine Profess ab. 1649 wurde er Priester und schon vor seiner Priesterweihe wurde er mit 24 zum Lehrer der Philosophie bestellt. Abt<\/p>\n<p>Plazidus wollte seinem jungen Lehrer akademische W\u00fcrden verschaffen. Der Rektor der Universit\u00e4t Johann Caspar Helbing signalisierte Entgegenkommen. Er erlangte in Freiburg ohne vorher die Universit\u00e4t besucht zu haben, die akademischen Grade. Am 5. und 12.<\/p>\n<p>Oktober 1654 legte er in Freiburg die Pr\u00fcfungen ab. Er erhielt den Grad eines Lizentiaten, das ist die Lehrbef\u00e4higung und Magister der Theologie. Augustin wurde dann als Professor an die 1622 gegr\u00fcndete Benediktineruniversit\u00e4t in Salzburg geschickt. Der Salzburger<\/p>\n<p>Erzbischof Guidobald(1654-1668)sch\u00e4tzte ihn\u00a0 sehr und ernannte ihn\u00a0 zu seinem Geistlichen Rat.1657 rief Abt Plazidus seinen gesch\u00e4tzten Lehrer nach Einsiedeln zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Er hatte ihn auf inst\u00e4ndige bitten des Erzbischofs und der \u00c4btissin von Nonnberg, wo er das Amt des Beichtvaters versah schon ein Jahr l\u00e4nger als Abt Plazidus es beabsichtigt hatte. Augustin \u00fcbernahm von Pater Bernhard den Lehrstuhl f\u00fcr Theologie. Der Abt<\/p>\n<p>ernannte ihn auch zu seinem Offizialen.In dieser Funktion sollte er dem Abt vor allem im Streit mit Konstanz zur Seite stehen. 1659 wurde Augustin Dekan. Das verlieh seiner Verhandlungsposition noch mehr Gewicht. Einmal liess er aus Versehen eine von Konstanz<\/p>\n<p>gegen Einsiedeln erwirkte Bulle fallen. Das wurde sofort so interpretiert, als habe sie Augustin aus Verachtung fallen lassen. Der Bischof verh\u00e4ngte die Suspension \u00fcber den Abt, das ist das Verbot der Amtsaus\u00fcbung. \u00dcber Augustin und 15 Kapitularen aber wurde die<\/p>\n<p>Exkommunikation verh\u00e4ngt. Zwar hob der Nuntius dieses Vorgehen\u00a0 sofort auf, aber als Hebel bei der Abtwahl diente es wohl doch. Am 16. Juni 1670 hatte ihn das Kapitel zum Gehilfen des kranken Abts gew\u00e4hlt. Einen knappen Monat sp\u00e4ter verstarb Abt Plazidus<\/p>\n<p>und es war klar, wer der neue Abt werden sollte. Augustin wurde zum neuen Abt gew\u00e4hlt. Er sandte sofort zwei Patres nach Konstanz, die dort erstens seine Wahl zum Abt meldeten und gleichzeitig seinen Willen zur friedlichen Beilegung des Streites\u00a0 bekunden<\/p>\n<p>lie\u00dfen. Der neue Amtsinhaber erkl\u00e4rte sich bereit, die bisch\u00f6fliche Gerichtsbarkeit anzuerkennen, Visitationen der Klosterpfarreien zu zu lassen und auf die Appellation nach Rom zu verzichten. Daf\u00fcr erhoffte er, dass Entgegenkommen in anderen strittigen<\/p>\n<p>Punkten gezeigt wurde. Gleiches lie\u00df er auch in Rom verlauten. Aber Konstanz setzte alle Hebel in Bewegung und erreichte dass die Konsistorialkonkregation (1588 von Papst Sixtus V. gegr\u00fcndet) die Abtswahl f\u00fcr ung\u00fcltig erkl\u00e4ren liess. Als dies in Einsiedeln<\/p>\n<p>bekannt wurde, stellte Abt Augustin sofort sein\u00a0 Amt zu Verf\u00fcgung. Aber er wurde erneut einstimmig gew\u00e4hlt. Allerdings war klar, dass die Best\u00e4tigung aus Rom kaum mehr zu Erreichen\u00a0 war. Aber am 1. Juli 1671 best\u00e4tigte Papst Clemens X. (1670-1676) die Wahl.<\/p>\n<p>Am 17. Juli 1670 war Augustin zum Abt gew\u00e4hlt worden. Schon 4 Tage sp\u00e4ter berief er das erste Generalkapitel ein und bekundete die Absicht, dies alle drei Jahre zu tun. Er sah sich so um Einklang mit der Regel aber auch mit den Bestimmungen,die Papst Benedikt<\/p>\n<p>XII. 1336 in seiner Bulle \u201cSummi magistri\u201d(kurz Benedicta) erlassen hatte. Ein Pater sollte ihn bei der Rechnungsf\u00fchrung unterst\u00fctzen. Au\u00dferdem bestimmte er drei Kapitularen,denen wollte er j\u00e4hrlich Rechenschaft \u00fcber den \u00f6konomischen\u00a0 Stand des Klosters<\/p>\n<p>ablegen. Dieser sollte schriftlich im Dekanat hinterlegt werden. In St. Gerold wollte er die Klausur einf\u00fchren. Er wollte auch ihre Meinung\u00a0 der M\u00f6nche zum Weitergang des Konstanzer Handels h\u00f6ren. Wie vorgesehen fand 3 Jahre sp\u00e4ter also 1673 das n\u00e4chste<\/p>\n<p>Generalkapitel statt. Dabei ging es haupts\u00e4chlich um die Stellung der Expositi, also der Patres, die ihn den Klosterpfarreien t\u00e4tig waren. Beim dritten Generalkapitel 1679 wurden vor allem die Baupl\u00e4ne des Abtes besprochen. Beim letzten Generalkapitel 1682 wurde<\/p>\n<p>vor allem \u00fcber Pf\u00e4fers geredet,die Verh\u00e4ltnisse dort, die Novizenaufnahme und die Abtwahl. 1682 umfasste der Konvent 100 Mitglieder und dabei sollte es nach Meinung des Abtes auch bleiben. Es war schon eine gro\u00dfe Leistung, einen\u00a0 solchen Konvent zu f\u00fchren.<\/p>\n<p>Daneben schwelte weiter der Streit mit Konstanz. Er bet\u00e4tigte sich als Vermittler in mehreren Streitigkeiten.So vermittelte er eine Sache zwischen dem Stift Sch\u00e4ni und Benken, bei der es um eine Kollatur ging. Auch einen Streit zwischen Luzern und dem damaligen<\/p>\n<p>Nuntius in der Schweiz Odoardo Cibo (1670-1679) konnte er beilegen, was sicher auch an den guten Beziehungen zwischen Abt und Nuntius lag. Das Professbuch erw\u00e4hnt auch den Beistand, den der Abt der bayrischen Benediktinerkongregation gab, als es um deren<\/p>\n<p>Errichtung und damit verbunden vor allem die Exemtion ging. Der bayrische Episkopat hatte bis zuletzt versucht dies zu verhindern. Im Professbuch steht, dass Kardinal Scarlatti erkl\u00e4rt habe, dass die Kongegregation ihre Exemption dem Kloster Einsiedeln verdanke.<\/p>\n<p>Um das genau zu beurteilen, m\u00fcsste man aber wohl die Korrespondenz des Abbate Scarlatti lesen, die mir leider nicht zug\u00e4nglich ist. Sie ist im Di\u00f6zesanarchiv Passau \u201cDie\u00a0 Errichtung der Benediktinerkongregation in Bayern\u201d (lateinisch-italienisch)<\/p>\n<p>Erw\u00e4hnt werden muss noch, dass Scarlatti nicht Kardinal war, sondern als Gesandter f\u00fcr Bayern in Rom t\u00e4tig war. Seit 1678 hatte das Kurf\u00fcrstentum wieder eine diplomatische Vertretung beim Heiligen Stuhl. Sie wurde in der Zeit von Angeh\u00f6rigen der Familie<\/p>\n<p>Scarlatti wahrgenommen. Am 16. Juni 1684 trafen sich die \u00c4bte von 18 bayrischen Kl\u00f6stern, die die bayrische Benediktinerkonkregation gr\u00fcnden wollten, unterst\u00fctzt von\u00a0 Kurf\u00fcrst Max Emanuel. Sie wurde am 26.8.1684 durch das Breve von Papst Innozenz XI.<\/p>\n<p>(1676-1689) gegr\u00fcndet. Vorbild f\u00fcr die Kongregation war die Helvetische Kongregation. Deswegen wurde sie auch der Jurisdiktion des Nuntius in Luzern unterstellt. Das Treffen der bayrischen \u00c4bte fand in der Zeit statt, als sich auch Augustin in Rom aufhielt.<\/p>\n<p>Augustin war von M\u00e4rz bis Juni dort, um sich pers\u00f6nlich um den Streit mit Konstanz zu k\u00fcmmern. Seine theologische Arbeit war in Rom ja durchaus beachtet worden. Am 28. April hatte er eine Audienz beim Papst. Er konnte dem Papst nicht nur seine Werke<\/p>\n<p>\u00fcber das Tridentiner Konzil und das auf p\u00e4pstlichen Wunsch verfasste Buch \u00fcber die Annalen des Baronius vorlegen, sondern er konnte auch den Streit mit Konstanz aus Einsiedler Sicht erl\u00e4utern. Der Papst befragte ihn auch eingehend \u00fcber die kirchlichen<\/p>\n<p>Verh\u00e4ltnisse in der Schweiz und in Deutschland. Er beklagte sich dabei, dass die Bisch\u00f6fe in Deutschland sich viel mehr um ihre weltlichen als die geistlichen Angelegenheiten k\u00fcmmerten. Den Streit mit Konstanz wollte er aber nicht ohne neue \u00dcberweisung an die<\/p>\n<p>Kommission entscheiden.<\/p>\n<p>Wenn man sich vor Augen h\u00e4lt, wie der Abt von seinen durch das Kloster vorgegebenen Aufgaben auch zeitlich in Anspruch genommen war, kann man seine schriftstellerische Produktion nur bewundern. Seine Schrift \u00fcbers Konzil von Trient sowie \u00fcber die Annalen<\/p>\n<p>des Baronius wurde oben erw\u00e4hnt.Die Schrift f\u00fcr das Tridentinum umfasste 8 B\u00e4nde und erschien von 1677-1684.Sie richtete sich haupts\u00e4chlich gegen den Z\u00fcricher reformierten Theologen Johann Heinrich Heidegger (1635-1698), der von 1659-1665 in Steinfurt in<\/p>\n<p>Westfalen als Professor lehrte. Von 1667 bis zu seinem Tod lehrte er in Z\u00fcrich. In seinen kontrovers theologischen Schriften setzt er sich vor allem mit dem Konzil von Trient, den Wallfahrten und der unbefleckten Empf\u00e4ngnis auseinander. Cesare Baronio (+ 1607)<\/p>\n<p>war italienischer Kirchenhistoriker, Sch\u00fcler des Philipp Neri und hat eine gro\u00dfe Kirchengeschichte von Christi Geburt bis 1198 verfasst. nicht zuletzt wegen dieser Leistung wurde er apostolischer Protonotar, Kardinal (1596) und schlie\u00dflich Bibliothekar der<\/p>\n<p>Vatikanischen Apostolischen\u00a0 Bibliothek. Johann Heinrich Ott (um 1617-1682) war Professor f\u00fcr Hebr\u00e4isch und ab 1668 f\u00fcr Kirchengeschichte. Dieser hatte Baronio in seinen Schriften angegriffen. Auf Wunsch von Papst Innozenz hatte Augustin seine<\/p>\n<p>Verteidigungsschrift \u201cVindex veritatis annalium ecclesiasticorum Baronii\u201d verfasst.1688 schrieb er die \u201cOeconomica cathedra apostolica\u201d, die sich vor allem mit Gallikanismus auseinandersetzt. Darin hatte sich vor allem das Autonomieverst\u00e4ndnis der<\/p>\n<p>franz\u00f6sischen Kirche manifestiert.\u00a0 Unter Ludwig XIV. erreichte diese Bewegung ihren H\u00f6hepunkt. Exponent war der franz\u00f6sische Bischof von Meaux Jacques B\u00e9nigne Bossuet (1627-1704), unter dessen Federf\u00fchrung auf dem Nationalkonzil von 1682 die<\/p>\n<p>4 gallikanischen Artikel verk\u00fcndet wurden. Diese Schrift Augustins fand in Rom die gr\u00f6\u00dfte Anerkennung. Sein Hauptwerk ist die Theologia scholastika. Sie erschien von 1697 an in 13 B\u00e4nden.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich lagen einem solchen Abt die Studien in seinem eigenen Kloster besonders am Herzen. Er unterrichtete noch selbst im studium kontroversisticum. Die Abtei genoss den besten Ruf. Einsiedler Konventualen wurden nach Engelberg,<\/p>\n<p>Pf\u00e4fers, Maria Stein und Ebersm\u00fcnster erbeten. Aber auch nach Einsiedeln kamen M\u00f6nche, um dort Unterricht zu erhalten, so aus Pf\u00e4fers, Kempten und Gengenbach.<\/p>\n<p>Nachdem Muster der Benediktineruniversit\u00e4t sollte auch f\u00fcr die Schweiz eine Benediktinerakademie gegr\u00fcndet werden. Sitz sollte das Kloster Pf\u00e4fers sein. Das Projekt kam aber nicht zustande.<\/p>\n<p>Die Konfirmation des Abtes aus Rom hatte sich ja wegen der Konstanzer Einspr\u00fcche verz\u00f6gert. So konnte der Abt auch erst nach 1671 um die Verleihung der Regalien beim Kaiser einkommen. Er hatte daf\u00fcr Dr. Franz von Mayersheim bestellt. Begleitet wurde<\/p>\n<p>dieser von den Grafen Brandis. Aus Kostengr\u00fcnden wollte der Abt nur die Verleihung der Regalien ohne die Best\u00e4tigung der Privilegien. Er wurde darauf hingewiesen, dass das eine nicht ohne das andere gehe. Insgesamt mussten daf\u00fcr 1800 Gulden aufgewendet<\/p>\n<p>werden. Zum Hause Habsburg hatte der Abt ein sehr herzliches Verh\u00e4ltnis. So wurde er durch einen eigenen Gesandten von der Geburt des sp\u00e4teren Thronfolgers Joseph I. pers\u00f6nlich benachrichtigt.<\/p>\n<p>Auch als Landesvater war Augustin t\u00e4tig. Gleich nach seinem Amtsantritt versuchte er Seiden-und Baumwollweben als Hausindustrie einzuf\u00fchren, umso den Erwerb zu mehren. Im Stift selbst lie\u00df der Abt eine Wollweberei einf\u00fchren, \u00fcber die zun\u00e4chst<\/p>\n<p>P. Rupert von Roll(bis Oktober 1675) die Aufsicht f\u00fchrte. Auch auf die Entsumpfung der Moore sollte mehr Augenmerk gelegt werden. Man konnte sie als Heu und Streuwiesen nutzen.<\/p>\n<p>Zwei Erwerbungen in der Zeit Augustins waren wichtig. In Bellenz (Bellinzona)hatte er auf Dr\u00e4ngen der Orte Schwyz, Uri und Unterwalden, die dort regierten, das dortige Gymnasium von den Jesuiten \u00fcbernommen. Diese hatten in Bellenz seit 1646 eine<\/p>\n<p>Schule gef\u00fchrt, aber 1674 den Unterricht eingestellt. Das Kapitel war zun\u00e4chst dagegen. Man war aber gezwungen, auf die Orte R\u00fccksicht zu nehmen und auch Nuntius Odoardo Cybo (1670-1679)hatte sich stark gemacht. Also wurde Pater Wolfgang Wei\u00dfhaupt, der<\/p>\n<p>ja 1639 zum Studium der Theologie und des kanonischen Rechts von Abt Plazidus nach Rom geschickt worden war, nach Bellenz gesandt. Er sollte dort die \u00dcbernahme untersuchen. Er wurde dann auch zum Propst der neuen Niederlassung bestimmt, starb aber schon<\/p>\n<p>im Folgejahr und wurde in Bellenz bestattet. Mit Pater Wolfgang war Pater Pius Kreuel (Profess 1659) geschickt worden, um die neue Niederlassung in Augenschein zu nehmen. Er musste auch schon 1676 nach Einsiedeln zur\u00fcckkehren, um dort die Stiftsorgel zu<\/p>\n<p>reparieren. Drei\u00a0 weitere Patres und ein Frater kamen nach Bellenz, um dort den Unterricht zu \u00fcbernehmen von etwa 30 Sch\u00fclern zu \u00fcbernehmen. Pater Aegidius Effinger (Profess 1647) wirkte von 1675-1677 als Lehrer in Bellenz. Pater Roman Steinegger arbeitete<\/p>\n<p>als Grammatiklehrer in Bellenz, starb aber schon am 18.Januar 1677 an einem heftigen Fieber, das er sich wohl bei einem Krankenbesuch zugezogen hatte. Pater Meinrad Steininger (Profess 1662)war Professor der Theologie, als er die Stelle in Bellenz \u00fcbernahm.<\/p>\n<p>Er war bis 1677 in Bellenz.Frater Maurus von Roll (Profess 1669)war seit 1675 als Prokurator t\u00e4tig.1677 feierte er seine Primiz. Danach war er weiter f\u00fcr die Finanzen der jungen Niederlassung t\u00e4tig. Anselm Bissling (Profess 1662)war auf Pater Wolfgang Wei\u00dfhaupt als<\/p>\n<p>Probst in Bellenz gefolgt. 1680 st\u00fcrzte er in Bellenz vom Pferd. er wurde danach zwar nochmals leidlich hergestellt, verstarb aber im April 1681. Sein unmittelbarer Nachfolger, Pater Eustach Reutti vertrug das Klima in Bellenz nicht, und musste schon einen Monat<\/p>\n<p>sp\u00e4ter nach Einsiedeln zur\u00fcck. Auf ihn folgte Pater Desiderius Scolar (Profess 1663), der 13 Jahre Propst in Bellenz war. Abt Augustin war zeitlebens ein gro\u00dfer G\u00f6nner des Bellenzer Gymnasiums und besuchte es drei Mal pers\u00f6nlich.<\/p>\n<p>Ein weiterer wichtiger Erwerb war die Herrschaft Sonnenberg in Thurgau. Das dortige Schlossgut war zuletzt im Besitz der Familie von Beroldingen. Der letzte Besitzer Sebastian Ludwig von Beroldingen hatte es zun\u00e4chst dem Kloster Einsiedeln angeboten.<\/p>\n<p>Da er aber keinen katholischen K\u00e4ufer gefunden hatte,ver\u00e4u\u00dferte er die Herrschaft f\u00fcr 80.000 Gulden an die Stadt St. Gallen. Aber die Herrschaft sollte nicht in nichtkatholische H\u00e4nde gelangen. Nun machte der Bruder des Besitzers sein Zugrecht geltend, also das<\/p>\n<p>Recht des n\u00e4chsten Erben, ein aus der Familie ver\u00e4u\u00dfertes Grundst\u00fcck binnen eines Jahres gegen Ersatz von Preis und Kosten , dieses wieder an sich zu ziehen. Luzern wandte sich zusammen mit dem Nuntius an Einsiedeln. Die Kaufsumme wurde nun auf die<\/p>\n<p>Schweizer Kl\u00f6ster verteilt und die Herrschaft erworben. Auch der Papst war durch den Nuntius von dem Vorfall unterrichtet. Er sprach den \u00c4bten sein Lob aus, war doch ein f\u00fcr die katholische Sache wichtiger Vorposten erhalten geblieben.<\/p>\n<p>Nicht erfolgreich war der Abt dagegen auch beim Versuch, alten Stiftsbesitz im Elsass zur\u00fcck zu erwerben.<\/p>\n<p>Relativ ruhige Zeiten hatte die helvetische Benediktiner Kongregation. Nur das Kloster Pf\u00e4fers war in Schwierigkeiten geraten. 1665 war das Kloster niedergebrannt.Abt Justus Zink (1645-1677), in dieser Zeit Abt, war der Lage nicht gewachsen. Der Nuntius<\/p>\n<p>bewegte ihn zum R\u00fccktritt. Mit Bonifaz Tschupp, bisher Stiftsdekan in Einsiedeln wurde ein neuer Abt bestellt. Die Schwierigkeiten hielten aber an. Man wollte das Kloster ganz aufheben und die M\u00f6nche auf andere Kl\u00f6ster verteilen. Dann aber beschlossen<\/p>\n<p>die in Einsiedeln versammelten \u00c4bte, P\u00e4fers zun\u00e4chst auf 30 Jahre mit Einsiedeln zu vereinigen. 1682 kam die Union zustande. Sie wurde allerdings mit dem Tod von Abt Augustin wieder aufgehoben.<\/p>\n<p>Abt Augustin vermehrte den Reliquienschatz des Klosters. Unter ihm wurde die Gro\u00dfe Monstranz fertiggestellt. F\u00fcr den t\u00e4glichen Gebrauch lie\u00df der Abt eine weitere Monstranz fertigen.<\/p>\n<p>Abt Augustin genoss gro\u00dfes Ansehen. Sein wissenschaftlicher Ruf, aber auch der seiner Konventualen waren unbestritten.<\/p>\n<p>Gegen Ende der 80-iger Jahre wurde der Abt der Abt von einem Stein-und Bruchleiden geplagt. Sein Zustand verschlechterte sich. Im Dezember erhielt er auf eigenen Wunsch mit Pater Adelrich Suter (Profess 1657) einen Koadjutor.<\/p>\n<p>Er verstarb am 13. M\u00e4rz 1692.<\/p>\n<p>Unter seiner Regierung hatte sich die Zahl der Konventualen fast verdoppelt. Allerdings hatte sich auch der Schuldenstand des Klosters vergr\u00f6\u00dfert, was dann den Nachfolger doch etwas belastete.<\/p>\n<p>Am 24. M\u00e4rz 1692 wurde Raphael von Gottrau zum neuen Abt gew\u00e4hlt. Er war der 2. Sohn des Francois Pierre Jean Gottrau und der Marie Margerite Weck als Francois Othmar geboren. (alle Daten aus Gottrau,de Gottrau site genealofique et heraldique du canton de<\/p>\n<p>Fribourg)Im 14. Jahrhundert bl\u00fchte das St\u00e4dtchen Freiburg im \u00dcechtland vor allem durch den Leder-und Tuchhandel auf. Auch die Familien Gottrau und Weck waren in diesem Gesch\u00e4ft reich geworden und geh\u00f6rten ab dem Ende des Jahrhunderts dem st\u00e4dtischen<\/p>\n<p>Patriziat an. Abt Raphael hatte 9 Geschwister, 6 Br\u00fcder und drei Schwestern. Sein Vater geh\u00f6rte dem Familienzweig der Grange-Montagny an und war 1662 Vogt von Bulle und seit 1670 Ratsherr in Freiburg. Franz Othmar studierte am Jesuitenkolleg St. Michael in<\/p>\n<p>Freiburg.\u00a0 1665 trat er\u00a0 ins Kloster Einsiedeln ein.<\/p>\n<p>Am 25. April 1666 legte er als Frater Raphael seine Profess ab.Am 15. August 1670 wurde er in Pf\u00e4ffikon zum Priester geweiht.Er wurde 2. Exorzist in Einsiedeln und ab 1574 war er Bibliothekar in Einsiedeln. Im Sommer 1676 schickte ihn Abt Augustin an die Schule<\/p>\n<p>nach Bellenz, doch schon im November kam er nach Einsiedeln zur\u00fcck. 1678 war er wieder 2. Bibliothekar in Einsiedeln. Er sollte zusammen mit dem Bibliothekar Leodegar Fleischlin (Profess 1656) die Neuordnung der Bibliothek voranbringen. Nach der Union mit<\/p>\n<p>Pf\u00e4fers wurde Raphael als Dekan nach Pf\u00e4fers geschickt, doch auch dort blieb er nicht lange. Schon ein halbes Jahr sp\u00e4ter kehrt er zur\u00fcck. 1684 war er ein halb es Jahr Br\u00fcderinstruktor. Er sollte dann nach Fahr, wurde aber nach M\u00fcnsterlingen als Pfarrer beordert.<\/p>\n<p>Dort vertrug er aber das Klima nicht und er kam schon im Februar nach Einsiedeln zur\u00fcck. Obwohl Raphael \u00c4mter immer nur kurze Zeit innehatte und auch nie lange an einem Ort blieb, wurde er am 24. M\u00e4rz 1692 zum Abt gew\u00e4hlt. Das geschah allerdings erst im<\/p>\n<p>dritten Wahlgang. Die p\u00e4pstliche Best\u00e4tigung durch Innozenz XII. (1691-1700) erfolgte am 15. Oktober 1692. so konnte auch die Abtweihe erst am 28. Dezember 1692 statt. Der neue Nuntius Marcello d\u2019Aste (1692-1695) nahm die Weihe unter Assistenz der \u00c4bte von<\/p>\n<p>Pf\u00e4fers Bonifaz Tschupp und Muri Plazidus Zurlauben vor. Kaiser Leopold I. verlieh die Regalien am 3. September 1694.<\/p>\n<p>Die finanzielle Lage des Stiftes zwangen den Abt schon gleich zum Handeln. Dass er erst im dritten Wahlgang zum Zug kam, hatte ja auch mit dieser Situation zu. Eine Fraktion der \u00c4bte h\u00e4tte lieber einen in weltlichen Angelegenheiten erfahrenen Verwalter als<\/p>\n<p>neuen Abt gesehen. Die Schuldenlast des Klosters betrug nicht weniger als 208 860 Gulden, was immerhin eine Zinslast von 7000 Gulden verschlang. Ein Verkauf war angeraten. Sonnenberg war aus politischen Gr\u00fcnden kaum machbar.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Schloss_Ittendorf-7760.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-width: 0px;\" title=\"Schloss_Ittendorf-7760\" alt=\"Schloss_Ittendorf-7760\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Schloss_Ittendorf-7760_thumb.jpg\" width=\"235\" height=\"244\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>Also dachte man an Ittendorf. Das wurde kurz nach dem 30-j\u00e4hrigen Krieg 1650 vom Kloster Salem mit allen Rechten und G\u00fctern erworben. Von 1671-1677 baute es das Kloster Einsiedeln als Statthalterei zum Schloss aus. Heute ist es nach einer Volksabstimmung<\/p>\n<p>1972 ein Stadtteil von Markdorf. Die \u00e4lteren M\u00f6nche waren gegen den Verkauf, doch Abt Raphael sah sich zum Handeln gezwungen. Rupert von Roll (Profess1668), der wir gesehen haben, 1675 der Wollweberei vorstand, war seit 1692 Statthalter in Einsiedeln.<\/p>\n<p>Er wurde vom Abt nach Ittendorf geschickt, um das Anwesen in Augenschein zu nehmen. Der F\u00fcrstbischof von Chur Ulrich von Federspiel (1692-1728) zeigte sich am Erwerb der Herrschaft interessiert, war allerdings nicht bereit mehr als 70.000 Gulden zu zahlen.<\/p>\n<p>Der Bischof von\u00a0 Konstanz schlug einen Tausch mit G\u00fctern im Thurgau vor. Damit w\u00e4re dem Stift, das ja Geld brauchte, nicht gedient gewesen. Aber das Kloster Weingarten zeigte sich stark interessiert. Weingarten hatte nach dem verheerenden Krieg von 1618-1648<\/p>\n<p>vor allem unter Abt Wegelin, der noch w\u00e4hrend des Krieges regierte, einen enormen Aufschwung genommen. Der Weingartner Prior war 1693 in Einsiedeln. Die Sache wurde dem Kapitel vorgetragen und von 40 Kapitularen sprachen sich 36 f\u00fcr den Verkauf aus.<\/p>\n<p>Der Verkaufspreis wurde zun\u00e4chst auf 178.000 Gulden festgelegt, allerdings wollte Weingarten nur 132.000 zahlen. Nach z\u00e4hen Verhandlungen einigte man sich schlie\u00dflich auf 136.000 Gulden. Ganz reibungslos ging es nicht, da die Herrschaft Heiligenberg,<\/p>\n<p>die Stadt \u00dcberlingen, das Stift Salem und der Bischof von Konstanz noch Rechtsanspr\u00fcche geltend machten und deshalb gegen den Kauf Einspruch erhoben. Am 14. M\u00e4rz 1693 gab das Stiftskapitel sein Zustimmung\u00a0 zu dem Verkauf. Zur Regelung des Verkaufs wurden<\/p>\n<p>die Patres Ottmar Reutti (Profess 1652) 1691 Propst von St. Gerold und Benno Zimmermann (Profess 1654) nach Ittendorf geschickt. Weingarten war ein guter Schuldner. Schon am 23. Mai 1693 wurde das erste Geld nach Einsiedeln geschickt. Bereits im Dezember<\/p>\n<p>scheint die komplette Schuld getilgt gewesen zu sein. Zwar gab es in dieser Sache noch 1697 Verhandlungen vor dem Landgericht in Weingarten. Der Verkauf aber war durch. Das Kloster verwendete sofort 121.642\u00a0 Gulden zur Tilgung und hatte so seine Schuldenlast<\/p>\n<p>um mehr als die H\u00e4lfte reduziert.<\/p>\n<p>Ein weiteres Problem war mit der Aufl\u00f6sung der Union mit Pf\u00e4fers bereinigt. Stand noch der Streit mit dem Bistum Konstanz an. In Konstanz war Marquard Rudolf von Rodt 1689 zum F\u00fcrstbischof gew\u00e4hlt worden. Die Bischofsweihe fand 1690 statt. Der Abt hatte ihm<\/p>\n<p>durch den Stiftsdekan gratulieren lassen. Auch als Pater Benno wegen des Ittendorfer Kaufs dort war, ging er in Meersburg vorbei und lie\u00df durch den Abt ausrichten, dass er an einer L\u00f6sung des Streits interessiert w\u00e4re. Auch vom Kapitel bekam der Abt freie Hand in<\/p>\n<p>der Sache. Der Abt setzte auf eine pers\u00f6nliche Begegnung und als er im Juni 1693 im Thurgau war, ging er von Freudenfels ins Chorherrenstift Kreuzlingen und von dort nach Meersburg. Dort stieg er im B\u00e4ren ab und lie\u00df dem F\u00fcrstbischof seine Ankunft melden<\/p>\n<p>und bat um eine Audienz. Man wurde sich einig, Advokaten aus dem Spiel zu lassen. Abt Raphael schlug vor, die \u00c4bte von Weingarten Willibald Kobolt (1683-1697) und St. Gallen C\u00f6lestin Sfondrati (1687-1696) mit der Vermittlung zu betrauen. Sie hatten sich dazu<\/p>\n<p>bereit erkl\u00e4rt. Am 10. Dezember 1693 wurde ein Treffen im Augustinerchorherrenstift \u00d6hningen vereinbart. Vom Kloster Einsiedeln kamen Pater Meinrad Steinegger, mittlerweile Subprior in Einsiedeln und Josef Dietrich, damals Statthalter in Freudenfels.<\/p>\n<p>Auf Konstanzer Seite verhandelten Generalvikar Johannes Blau (1692-1694) und Offizial Johann Hugo Kessler (1692-1711). Man einigte sich \u00fcber dem Stifte unterstellten Pfarreien in Einsiedeln, Freienbach, Oberkirch-Kaltbrunn, Feusisberg, Ettiswil, Reichenburg,<\/p>\n<p>Maria Zell bei Sursee, \u00c4geri, Eschenz, Sarmenstorf und Wagen. Der Bischof sollte in all den Kirchen als Ordinarius gelten. Auch in der Stiftskirche sollte der Bischof die Pontifikalien aus\u00fcben d\u00fcrfen, das hei\u00dft Weihen vornehmen. Doch von jeglicher Jurisdiktion,<\/p>\n<p>Visitation und Korrektion blieb sie ausgenommen. In diesem Fall wurden die Rechte des Bischofs auf den Abt \u00fcbertragen. Es wurden noch Regelungen, die Weltgeistliche betrafen. Am 12. Januar 1694 stimmte das Kapitel dem Konkordat zu. Damit wurde ein Streit<\/p>\n<p>abgeschlossen,der \u00fcber Jahrzehnte geschwelt hatte. Das war das wichtigste Ereignis in der Regierung von Abt Raphael.Schon 1698 trat er von seinem Amt zur\u00fcck und machte gesundheitliche Gr\u00fcnde geltend. Er ging nach Freudenfels, wo er am 4. Januar 1707<\/p>\n<p>verstarb. In der Propsteikirche Klingenzell ist er bestattet.<\/p>\n<p>Nachdem Abt Raphael am 30. September 1698 von seinem Amt zur\u00fcckgetreten war, versammelte sich das Kapitel am 04.10. zur Wahl des neuen Abtes. Johann Josef von Roll war am 30. September 1653 als Sohn des Landvogts und Hauptmann Philipp von Roll und der<\/p>\n<p>Maria Gugger geboren worden. Seine Familie z\u00e4hlte zu den vornehmsten in Solothurn. Am 4.August 1669 legte er die Profess ab und erhielt den Ordensnamen Maurus. Kurz nachdem er Subdiakon geworden war, wurde er 1675 nach Bellenz in die neue Schule<\/p>\n<p>geschickt. 1676 kehrte er nach Einsiedeln zur\u00fcck, um die weiteren Weihen zu empfangen. Am 20.Dezember 1676 wurde er zum Priester geweiht. Seine Primiz durfte er in Solothurn\u00a0 feiern. Damit wurde auch die Bedeutung seiner Familie gew\u00fcrdigt.<\/p>\n<p>1677 kehrte er nach Bellenz zur\u00fcck, wo er das Amt des Prokurators versah. Am 24. Oktober 1693 wurde er zum Propst von Bellenz. Die Niederlassung bl\u00fchte unter ihm. Er erwarb sich einen guten\u00a0 Ruf als Verwalter und Vorgesetzter. Das hat wohl dazu<\/p>\n<p>beigetragen, dass er am 5. Oktober zum Abt erw\u00e4hlt wurde. Es waren vier Wahlg\u00e4nge erforderlich. Den Vorsitz f\u00fchrte der Nuntius Giulio Piazza (1698-1702). Bei der Wahl waren auch Abt der Abt von Muri, Plazidus Zurlauben und der von St. Gallen, Leodegar<\/p>\n<p>B\u00fcrgisser (1696-1717) anwesend. Am 30.03.1700 best\u00e4tigte Papst Innozenz XII den neuen Abt in seinem Amt. Die Abtsweihe erfolgte dann am 10. Oktober 1700 praktisch mit denselben Agierenden. Weniger gl\u00fccklich verlief die Verleihung der Regalien.<\/p>\n<p>Zum einen gab es Schwierigkeiten mit dem kurtrierischen Residenten in Wien, von Heunisch. Dieser sollte sich um die Verleihung der Regalien bem\u00fchen und erhielt dazu insgesamt 2000 Gulden. Das schien ihm nicht zu reichen und er verlangte mehr.<\/p>\n<p>Es ergaben sich jahrelange Rechtsstreitigkeiten, in deren Verlauf Kaiser Leopold starb.Ein Freiherr von Au und Philipp Jakob Kistler sollten nun die Verleihung vorw\u00e4rts bringen. Kaiser Joseph I. (1705-1711) erteilte am 7. Oktober 1706 die Investitur. Wie es scheint<\/p>\n<p>wurde dar\u00fcber allerdings kein Diplom erstellt, da die Angelegenheit mit von Heunisch immer noch strittig war. Auch Kaiser Joseph starb 1711 bei einer Pockenepidemie, die im Fr\u00fchjahr 1711 \u00d6sterreich heimsuchte. Unter einem neuen Kaiser, Karl VI. (1711-1740)<\/p>\n<p>wurden die Reichsinsignien schlie\u00dflich am 22. August 1714 verliehen. Das hatte sich wegen des spanischen Erbfolgekriegs 1701-1714, in den auch Karl noch verwickelt war, nochmals verz\u00f6gert. Nur 7 Tage sp\u00e4ter, am 29.8. 1714 verstarb Abt Maurus an einem<\/p>\n<p>Schlaganfall.<\/p>\n<p>Das wichtigste Vorhaben in der Amtszeit von Abt Maurus war der Klosterneubau. Schon unter Abt Plazidus gab es \u00dcberlegungen in dieser Richtung. Unter Abt Augustin wurde mit dem Bau des Chores und der Beichtkapelle der Anfang der Bauma\u00dfnahmen ergriffen.<\/p>\n<p>Problem war aber nach wie vor die Schuldenlast des Stiftes.Aber die alten Geb\u00e4ude waren in schlechtem Zustand, der Konvent wuchs. Und so wurde ein Neubau unabh\u00e4ngig von der Finanzlage immer dringlicher. Am 8. Februar 1702 gab das Kapitel G\u00fcnes Licht.<\/p>\n<p>Frater Caspar Moosbrugger sollte einen Riss und ein Modell des neuen Klosters erstellen. Mit seinem Bruder Johann Moosbrugger wurde ein Vertrag \u00fcber die Bauausf\u00fchrung abgeschlossen. Am 25. M\u00e4rz 1704 teilte der Abt den katholischen Orten seine Bauabsicht<\/p>\n<p>mit und am 31. M\u00e4rz wurde der erste Spatenstich zum Neubau gemacht.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/th.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-width: 0px;\" title=\"th\" alt=\"th\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/th_thumb.jpg\" width=\"164\" height=\"124\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>Ein bisschen genauer soll hier Caspar Moosbrugger betrachtet werden. Er wurde am 15. Mai 1656 als Sohn des Christian und der Anna Beer in Au im Bregenzer Wald geboren.\u00a0 Dort begr\u00fcndete Michael Beer (*1605) die Auer Zunft. Seine Idee war, dass das ganze Dorf<\/p>\n<p>sich auf den Bau von Kirchen spezialisierte. In der Auer Zunft waren Baumeister, Maurermeister, Zimmerleute, Steinmetze und Stukkateure vereinigt. Die wichtigsten Familien waren Beer, Thumb und Moosbrugger und Kuen. Zwischen 1670 und 1700 war fast die<\/p>\n<p>gesamte m\u00e4nnliche Bev\u00f6lkerung von Au im Bauhandwerk t\u00e4tig. Andreas machte eine Maurer und Steinmetzlehre in Au. 1673 wurde er von Christian Thumb (1645-1725) freigesprochen. Bei ihm hatte er auch seine Lehre gemacht. 1673 hatte der Konvent in<\/p>\n<p>Einsiedeln ja beschlossen, den Chor zu vergr\u00f6\u00dfern. Abt Augustin hatte den Bau\u00a0 an den Bregenzer Baumeister Johann Georg Kuen (1642-1691) vergeben. Unter ihm arbeitete Andreas Moosbrugger als Steinmetz in Einsiedeln am Bau des Chores und der Beichtkirche.<\/p>\n<p>1681 bewarb er sich um die Aufnahme ins Kloster. Nach positivem Bescheid legte er am 21. November 1682. Er nahm den Ordensnamen Caspar an. Das Kloster erkannte seine F\u00e4higkeiten und f\u00f6rderte sie. Er bildete sich fort. Er kopierte publizierte italienische<\/p>\n<p>Architektur und konstruierte sie nach. Eine seine ersten Arbeiten war\u00a0 die Magdalenenkapelle, das ist der Chor der Beichtkapelle\u00a0 im Stift. Im September 1683 war er in Disentis.\u00a0 Dort hatte er f\u00fcr Abt Adalbert de Medell (1655-1696). Dort legte er f\u00fcr den geplanten<\/p>\n<p>Klosterneubau \u201cettlich Riss\u201d vor. Schon kurz danach bat der Weingartner Abt\u00a0 Willibald Kobold Bruder Caspar um mit ihm \u00fcber den Weingartner Klosterneubau zu sprechen. Die Architektur der Weingartner Klosterkirche, der gr\u00f6\u00dften Barockkirche n\u00f6rdlich der Alpen<\/p>\n<p>fu\u00dft weitgehend auf den Pl\u00e4nen von Bruder Caspar.So wie es aussieht, wurde der Rat Bruder Caspars immer gefragter. Im Dezember 1684 wurde er nach Muri bestellt. Abt Plazidus Zurlauben\u00a0 plante in Muri einen Klosterneubau. In Muri \u00fcbernahm er die Planung und<\/p>\n<p>ab 1694 die Ausf\u00fchrung. In Fischingen plante und baute er zwischen 1685-1687 die neue Klosterkirche. In M\u00fcnsterlingen folgten 1691 die Klausurgeb\u00e4ude . Zwischen 1694 und 1698 wurde die Klosterkirche in Muri erbaut. Ab 1704 war er mit der Planung von<\/p>\n<p>Einsiedeln betraut. Diese Aufgabe nahm ihn auch so stark in Anspruch, dass andere Projekte zur\u00fccktraten. Um 1715 war Caspar Moosbrugger wohl nochmals in seiner Heimat in Au. Dabei entstanden wahrscheinlich die sogenannten \u201cAuer Lehrg\u00e4nge\u201d, das sind zwei<\/p>\n<p>Skizzenb\u00fccher. Der erste Teil enth\u00e4lt einen allgemeinen Teil zur fachlichen Ausbildung.\u00a0 Daran schlie\u00dft ein Kapitel \u00fcber \u201cdie Prinzipien der Geometrie\u201d an. Dann folgen Skizzen von S\u00e4ulen-, Mauern- und Fassadenteilen, sowie Alt\u00e4re und Chorgest\u00fchl und Grundrisse.<\/p>\n<p>Der zweite Teil enth\u00e4lt Grundrisse und Architekturentw\u00fcrfe von ausgef\u00fchrten und nicht ausgef\u00fchrten Projekten. 1720 war er nochmals in St. Gallen dort entwarf er f\u00fcr den Abt Joseph von Rudolfi (1717-1740) Pl\u00e4ne f\u00fcr den Kirchenneubau in St. Gallen.<\/p>\n<p>Bruder Caspar verstarb am 26. August 1723. Nach seinem Tod wurde er als \u201carchtitectus celeberissimus\u201d bezeichnet. Seine Bedeutung liegt vor allem in der Weiterverarbeitung vorhandener Tendenzen. So haben auch Franz Beer in Wei\u00dfenau und Dominikus<\/p>\n<p>Zimmermann in Steinhausen seine Idee von der Ovalchorl\u00f6sung\u00a0 aufgegriffen.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/tn160x_542725207.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-width: 0px;\" title=\"tn160x_542725207\" alt=\"tn160x_542725207\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/tn160x_542725207_thumb.jpg\" width=\"164\" height=\"136\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>Nach diesem Exkurs zur\u00fcck zu Abt Maurus. Neben der Baut\u00e4tigkeit waren kleiner Probleme zu l\u00f6sen. Kleinere Reibereien mit Schwyz mussten beseitigt werden. Schwierig war die Getreideversorgung w\u00e4ren des Spanischen Erbfolgekriegs,<\/p>\n<p>da die s\u00fcddeutschen Getreidem\u00e4rkte durch die Kriegsereignisse f\u00fcr die Innerschweiz gesperrt waren. Wie auch w\u00e4hrend des 30-j\u00e4hrigen Krieges kamen eine Reihe von Fl\u00fcchtlingen aus anderen Abteien nach Einsiedeln, so aus Ochsenhausen,<\/p>\n<p>Wiblingen, Murbach und Schuttern.<\/p>\n<p>1702 feierte die Schweizerische Benediktiner prunkvoll, wie das im Barock \u00fcblich war ihr hundertj\u00e4hriges Bestehen.<\/p>\n<p>Mit nur 61 starb Abt Maurus. Auf ihn folgte nach der Wahl am 13. September 1714 Thomas Schenklin. Er wurde am 24.Juni 1681 in Rorschach geboren. Sein Vater war Johann Jakob Schenklin, der erst Lehensvogt in St. Gallen und unter Abt Gallus Alt\u00a0 f\u00fcrst\u00e4btlicher<\/p>\n<p>Kanzler von St. Gallen.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/KAE_foto_1_0601_1398_0002.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-width: 0px;\" title=\"KAE_foto_1_0601_1398_0002\" alt=\"KAE_foto_1_0601_1398_0002\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/KAE_foto_1_0601_1398_0002_thumb.jpg\" width=\"124\" height=\"144\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>Aus seiner Familie waren schon zwei \u00c4bte hervorgegangen, Markus von Schenkli (1540-1553), der aus St. Gallen kam. Er errichtete das im Zug der Reformation erloschene Kloster in Fischingen wieder.Auch im Kloster von Alt St. Johann regierte ein Mitglied der<\/p>\n<p>Familie als Abt,n\u00e4mlich Albrecht. 1697 wurde er ins Kloster aufgenommen unter der Bedingung, dass sein Lebensunterhalt gesichert sei. Ihm wurden dann 400 Taler Erbteil von zu Hause zugesichert. Am 8. Dezember 1698 legte er als erster unter Abt\u00a0 Maurus<\/p>\n<p>die Profess ab. Am 28. M\u00e4rz 1705 wurde er zum Priester geweiht. In den Jahren davor war er schwer erkrankt, genas aber wieder. Er hat wohl auch Philosophie studiert, denn im Oktober 1706 wurde er von Abt Maurus als Philosophiedozent nach Bellenz geschickt.<\/p>\n<p>Drei Jahre sp\u00e4ter kam er zur\u00fcck nach Einsiedeln, wo er Klerikern in Philosophie und Theologie Unterricht gab. Am 10. April 1771 wurde er Kapitelsekret\u00e4r. Vor seiner Abtswahl war er Fraterinstruktor und Subprior. Als Sekret\u00e4r war er w\u00e4hrend des Toggenburger<\/p>\n<p>Kriegs\u00a0 in mehreren Missionen des Abt Maurus t\u00e4tig.\u00a0 Der Toggenburger Krieg ging vom 12. April bis zum 11. August 1712 war ein Konflikt, der sich an Auseinandersetzungen des St. Galler Abt Leodegar B\u00fcrgisser mit seinen reformierten Untertanen in der<\/p>\n<p>Grafschaft Toggenburg entz\u00fcndete. Siehe dazu Blog St. Gallen.<\/p>\n<p>Bei der Wahl zum Abt f\u00fchrte Martin Battaglino den Vorsitz, der Auditor der Nuntiatur. Der Nuntius Giacomo Carraciolo (1710-1716 weilte zu der Zeit in Lugano. Die \u00c4bte von Muri, Plazidus Zurlauben und Rheinau Gerold II. Zurlauben (1697-1735) waren anwesend.<\/p>\n<p>Papst Clemens XI. (1700-1721) best\u00e4tigte die Wahl am 23. Februar 1715. Die Weihe nahm der p\u00e4pstliche Nuntius unter Assistenz der \u00c4bte von Muri und Rheinau am 7. Juli 1715 vor.<\/p>\n<p>Am 23. M\u00e4rz 1716 verlieh Kaiser Karl VI. die Regalien. Die Best\u00e4tigung der Privilegien erfolgte aber erst\u00a0 am 30. April 1720. Am 13. August 1718<\/p>\n<p>hatte der Kaiser den Blutbann \u00fcber St. Gerold verliehen.<\/p>\n<p>Dr\u00e4ngendste Aufgabe f\u00fcr den neuen Abt war die Weiterf\u00fchrung und Vollendung des Stiftbaus. Gleich zu Beginn seiner Amtszeit begann er mit dem weiteren Ausbau. Bis 1718 war der Stiftsbau mit Ausnahme des n\u00f6rdlichen Halbfl\u00fcgels beendet. 1719 befragte der<\/p>\n<p>Abt das Kapitel wegen des Neubaus, den schon Abt Augustin erwogen hatte. Der Konvent hatte wegen der zu erwartenden Schuldenlast zun\u00e4chst gez\u00f6gert. Das Kapitel gab nun sofort seine Zustimmung, zumal Bruder Caspar doch schon \u00e4lter war und kr\u00e4nkelte.<\/p>\n<p>Mit Michael Rueff, der ja schon nach dem Tod von Johann Moosbrugger 1710 an seine Stelle getreten war, wurde ein Vertrag geschlossen. Michael Rueff war der Schwager von Johann und Vormund seiner Kinder.<\/p>\n<p>Man legte das alte M\u00fcnster nieder in dem Ma\u00df, wie der Neubau fortschritt, um den Gottesdienst m\u00f6glichst wenig zu beeintr\u00e4chtigen. Im August 1723 hatte man nach intensiver Beratung auf den eigentlich vorgesehenen\u00a0\u00a0 Kuppelbaus zu verzichten zum einen<\/p>\n<p>aus Kostengr\u00fcnden zum\u00a0 anderen aber auch wegen des f\u00fcr f\u00fcr einen Kuppelbau ung\u00fcnstigen Klimas. 1726 waren die T\u00fcrme fertiggestellt worden und im Oktober konnten die\u00a0 Glocken aufgezogen werden. Damit war die Kirche im \u00c4u\u00dferen fertig. Auch f\u00fcr en Innen-<\/p>\n<p>ausbau hatte der Abt hervorragende Kr\u00e4fte gewonnen. Am 19. Februar 1724 hatte Abt Thomas Aegidius Asam (1692-1750)als Stukkateur und Cosmas Damian Asam(1696-1739) als Maler unter Vertrag genommen. Sie arbeiteten von 1724-1726 im Kloster Einsiedeln.<\/p>\n<p>1730 arbeiteten Diego (1674-1750) und Carlo (1686-1775)Carlone, beide aus der italienischen K\u00fcnstlerfamilie aus Scaria. Diego hatte in Einsiedeln 16 Figuren geschaffen sowie die allegorischen Verzierungen an den 8 Alt\u00e4ren im Hauptschiff sowie die beiden<\/p>\n<p>Grabdenkm\u00e4ler \u00fcber der Gruft der F\u00fcrst\u00e4bte. Carlo hat die Altarbl\u00e4tter des Benedikt und Meinradsaltar geschaffen. Sowie der Planer der Einsiedler Kirche ihre Vollendung nicht erleben durfte, hat auch Abt Thomas die Vollendung des kircheninneren nicht mehr<\/p>\n<p>erlebt. Er verstarb mit 53 Jahren am 27. August 1734.<\/p>\n<p>Auf Abt Markus folgte Nikolaus Imfeld. Er wurde am 25. April 1694 als Sohn des Johann Sebastian und der Maria Ursula Imfeld in Sarnen geboren. Er wurde auf den Namen Anton Sebastian getauft. Sein\u00a0 Vater war Lehrer und Organist. Die Familie war damals<\/p>\n<p>eine der f\u00fchrenden in Obwalden. Anton Sebastian hatte einen drei Jahre \u00e4lteren Bruder, den Justus Ignaz. Dieser wurde sp\u00e4ter Landschreiber, Landess\u00e4ckelmeister und war 1764 regierender Landammann von Obwalden, ein Amt, das 100 Jahre zuvor auch der<\/p>\n<p>Urgro\u00dfvater der beiden, Hans Peter Imfeld innehatte. Anton Sebastian trat ins Kloster Einsiedeln ein. Am 21. November 1714 legte er als Nikolaus die Profess ab. Am 25. Mai 1720 wurde er zum Priester geweiht. Nach seiner Priesterweihe studierte er noch weiter.<\/p>\n<p>Am 25. 10. 1721 wurde er zum Katecheten f\u00fcr die Schulkinder bestimmt. Ab 28. April 1723 war er Philosophieprofessor. Im Mai 1733 wurde er Subprior. Am 7. September 1734 erfolgte seine Wahl zum Abt. Nuntius Giovanni Battista Barni (1731-1743) f\u00fchrte den<\/p>\n<p>Vorsitz.Anwesend waren auch die \u00c4bte von Pf\u00e4fers\u00a0 Ambros M\u00fcller (1725-1738) und Muri Gerold Haimb (1723-1751). Die p\u00e4pstliche Best\u00e4tigung durch Papst Clemens XII. (1730-1740) erfolgte am 15. Dezember 1734. Da die Kirche praktisch beendet war, hatte man<\/p>\n<p>beschlossen Kirchweihe und Abteinsetzung gleichzeitig zu begehen. Am 1. Mai 1735 nahm der Nuntius die Abtweihe vor und die \u00c4bte von Muri und Pf\u00e4fers weihten die Alt\u00e4re. Kaiser Karl VI. verlieh die Regalien am 12. August 1735. Auch die Nachfolger des Kaisers<\/p>\n<p>taten dies, Franz I. (1745-1765), der Gemahl Maria Theresias\u00a0 am 24.7. 1747 und Joseph II. (1765-1790) best\u00e4tigte am 22. September 1767 die Privilegien des Stifts.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/KAE_foto_1_0601_1430_0001.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-width: 0px;\" title=\"KAE_foto_1_0601_1430_0001\" alt=\"KAE_foto_1_0601_1430_0001\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/KAE_foto_1_0601_1430_0001_thumb.jpg\" width=\"124\" height=\"176\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>Abt Nikolaus vollendete nun vor allem den Bau der \u00d6konomiegeb\u00e4ude, die zum Teil schon von Abt Thomas begonnen worden waren. Noch Abt Thomas hatte das Fundament zur B\u00e4ckerei gelegt. 1735 folgten die Schlosserwerkst\u00e4tten. 1740 wurde mit dem Bau der<\/p>\n<p>Hofm\u00fchle begonnen. Da es aber nicht genug Wasser gab, lie\u00df Abt Nikolaus die M\u00fchle an der Alp bauen. Nun musste noch der Chorumbau ins Werk gesetzt werden, da der unter Abt Augustin erbaute Chor nicht recht zur Kirche passte. Der Augsburger Architekt und<\/p>\n<p>Maler Franz Kraus wurde mit dem Umbau betraut. Er schuf auch die Deckengem\u00e4lde im Chor. Er konnte seine Arbeit allerdings nicht beenden. Er erkrankte und verstarb im August 1752. Seine Gem\u00e4lde vollendete ein Maler Ruepp aus Augsburg.<\/p>\n<p>Die Statuen im Chor schuf der Bildhauer Johann Baptist Babel (1716-1799). Nun wurden auch die \u00d6konomiegeb\u00e4ude vollends zum Abschluss gebracht. 1764 wurde der Marstall erbaut und 1767 der Ochsenstall. 1770 war der letzte Trakt errichtet und damit der<\/p>\n<p>Klosterbau abgeschlossen. Den Marstall hatte Bruder Kaspar Braun abgeschlossen. Er ist 1714 in Bregenz geboren. Er war zun\u00e4chst Steinhauer von Beruf, ist dann aber ins Kloster Einsiedeln eingetreten. 1748 hat er die Profess abgelegt. Er war dann auch<\/p>\n<p>Architekt t\u00e4tig. 1759 hat er das Gasthaus am Etzel bei der Meinradskapelle, die Caspar Moosbrugger 1698 gebaut hatte, errichtet. In Pf\u00e4ffikon baute er 1760 das neue Schloss. Im Kloster Einsiedeln war ihm die Aufsicht \u00fcber die Geb\u00e4ude anvertraut.<\/p>\n<p>Auch zwei Patres aus Frankreich waren in Einsiedeln. Das war einmal Plazidus Beurret. Er hatte seine Profess 1714 abgelegt. Aegidius Docourt hatte seine Profess 1718 abgelegt. Er stammte wie sein Mitbruder aus Pruntrut. Beide waren am Umbau der Bibliothek<\/p>\n<p>beteiligt. Die Bibliothek war\u00a0 nun nicht nur bestens untergebracht. Der Abt stattete sie auch bestens mit B\u00fcchern aus.<\/p>\n<p>Auch auf das Archiv richtete der Abt sein Augenmerk. Um 1770 lie\u00df er es neu ordnen. Der Archivschreiber Wolfgang Dietele legte damals die Summarien an, die heute noch die Benutzung des Archivs erleichtern.<\/p>\n<p>Unter Abt Nikolaus flammte der Streit mit Konstanz wieder auf. Es ging um das Recht Einsiedelns, die ihm inkorporierten Kirchen zu weihen. Der Nuntius hatte zwar 1740 zu Gunsten von Einsiedeln entschieden. Der Bischof und der Abt versuchten das<\/p>\n<p>Problem ohne Rom zu l\u00f6sen. Dazu traf man sich am 17. Mai zu einer Konferenz auf Schloss Sonneberg. Sein Kompromissvorschlag brachte der Abt im Konvent aber nicht durch. Vor allem Pater Meinrad Brenzer (Profess 1728) war dagegen. Er war lange Archivar und<\/p>\n<p>auch Notarius Apostolicus. Die Frage blieb so ungel\u00f6st.<\/p>\n<p>1764 wurde das Kloster auch in den \u201cHarten-und Lindenhandel\u201d hineingezogen. Das war einmal eine Auseinandersetzung von Franzosenfreunden und Anh\u00e4ngern der spanischen und habsburgischen Parteien. Es war aber auch eine sozial motivierte<\/p>\n<p>Bewegung gegen die f\u00fchrenden Geschlechter in Schwyz, angef\u00fchrt von aufstrebenden Politikern aus der l\u00e4ndlichen Mittelschicht,denen die h\u00f6chsten Landes\u00e4mter verwehrt blieben. Im Hungerjahr 1770 unterst\u00fctzte der Abt beide Seiten tatkr\u00e4ftig, was half, dass<\/p>\n<p>manche Wunde vernarbte.<\/p>\n<p>Um 1755 hatte man um Einsiedeln mit dem Anbau von Kartoffeln begonnen,die bald zu einem der wichtigsten Nahrungsmittel des Hochtals werden sollte<\/p>\n<p>Abt Nikolaus war in den letzten 15 Jahren seiner Amtszeit immer wieder krank. Ein Steinleiden setzt ihm schwer zu. Mehrmals dachte man schon, dass er sterben m\u00fcsse. Im Alter von 80 verstarb er am 1. August 1773 nach gro\u00dfer Lebensleistung<\/p>\n<p>und hinterlie\u00df ein gut bestelltes Feld.<\/p>\n<p>Am 11. August 1773 versammelte sich das Kapitel zur Wahl des neuen Abtes. Gew\u00e4hlt wurde Marian M\u00fcller. Er war am 2. Oktober 1724 als Joseph Leodegar M\u00fcller geboren. Er war das j\u00fcngste von 15 Kindern des\u00a0 Michael M\u00fcller und der\u00a0 Magdalen H\u00f6ltschi<\/p>\n<p>in Aesch im Kanton Luzern. Schon mit 7 wurde er in Sachseln von einem Geistlichen unterrichtet. Sein Talent wurde wohl erkannt und mit 12 siedelte er an die Klosterschule in Einsiedeln \u00fcber. 1741 meldete er sich f\u00fcr das Kloster an und am 20. Januar 1742<\/p>\n<p>trat er das Noviziat an und ein Jahr sp\u00e4ter legte er als Frater Marian seine Gel\u00fcbde ab. Er hatte wohl besonderes Redetalent, denn als er am 12. November 1747 Diakon wurde erhielt er auch den Auftrag, Unterricht in Rhetorik zu erteilen.<\/p>\n<p>Auch musste er bei besonderen Anl\u00e4ssen Reden halten. Als am 14.9. 1747 Kardinal Angelo Maria Querini, Kardinalbibliothekar der Vatikanischen Bibliothek Einsiedeln besuchte, hatte er die Aufgabe, den Gast mit einer lateinischen Rede zu begr\u00fc\u00dfen.<\/p>\n<p>Welche Ehre aber auch Herausforderung f\u00fcr einen jungen M\u00f6nch, denn Kardinal Querini stand mit bedeutenden Philosophen seiner Zeit im Gedankenaustausch und unterhielt einen Briefwechsel so z. B. mit Voltaire, Friedrich dem Gro\u00dfen, Montfaucon oder<\/p>\n<p>Gottsched. Auch als die \u00c4bte der Schweizer Kongregation zur\u00a0 Jahrhundertfeier der Engelweihe in Einsiedeln versammelten begr\u00fc\u00dfte sie jetzt Pater Marian mit einer Rede in Latein. Seine Priesterweihe hatte er am 9. Juni1748 erhalten.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/KAE_foto_1_0601_1508_0001.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-width: 0px;\" title=\"KAE_foto_1_0601_1508_0001\" alt=\"KAE_foto_1_0601_1508_0001\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/KAE_foto_1_0601_1508_0001_thumb.jpg\" width=\"124\" height=\"167\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Pater Marian hatte ja schon vor seiner Priesterweihe\u00a0 Unterricht erteilt hatte, war es nur folgerichtig, dass Abt Nikolaus ihn auch weiter mit einer solchen Aufgabe betraute. Er wurde ans Gymnasium nach Bellenz geschickt, wo er 14 Jahre verbrachte.<\/p>\n<p>Er lehrte dort 8 Jahre Rhetorik, zwei Jahre Philosophie und 4 Jahre Moraltheologie. W\u00e4hrend seiner Zeit in Bellenz f\u00fchrten seine Sch\u00fcle Kom\u00f6dien auf, die er verfasst hatte. Auch musikalisch war er begabt. 1751 schickte ihn\u00a0 das Kloster nach Mailand<\/p>\n<p>um bei Meister Giuseppe Palladino, das Komponieren zu erlernen. Der Musiker ist heute allerdings in Vergessenheit geraten. Als 1755 der Mail\u00e4nder Kardinal Giuseppe Pozzobonelli Einsiedeln besuchte, war wieder Pater Marian der Begr\u00fc\u00dfungsredner.<\/p>\n<p>1763 wurde er von Bellenz zur\u00fcckberufen. Er \u00fcbernahm gas Amt des Subpriors und war vor allem als Sekret\u00e4r f\u00fcr Abt Nikolaus zust\u00e4ndig, er langsam alt wurde. 1771 \u00fcbernahm er das Archiv, das unter seiner Leitung neu geordnet und registriert wurde. Der<\/p>\n<p>Archivschreiber Dietele wurde oben erw\u00e4hnt.<\/p>\n<p>Pater Marian wurde 11. August 1173 zum neuen Abt gew\u00e4hlt. Nur einen Monat sp\u00e4ter, am 11. September 1773 best\u00e4tigte Papst Clemens IV. (1769-1774) die Wahl. Die Weihe nahm Nuntius Luigi Valenti Gonzaga (1764-1773)vor. Die \u00c4bte von St. Gallen<\/p>\n<p>Beda Angehrn (1767-1796) und Muri Bonaventura Bucher (1757-1776) assistierten. Kaiser Joseph II. verlieh dem Abt am 31. September 1776 die Regalien.<\/p>\n<p>Dass Abt Marian sein Hauptaugenmerk auf Bildung und Schulen richten w\u00fcrde, ergab sich aus seinem bisherigen kl\u00f6sterlichen Werdegang fast zwangsl\u00e4ufig. Bei der F\u00f6rderung der Volksschulen tat sich besonders Pater Isidor Moser hervor.<\/p>\n<p>Seine Profess hatte er 1759 abgelegt. 1764 oder 1765 war er Dorfkatechet in Einsiedeln f\u00fcr die Schulkinder und ab 1767 war er Oberkatechet f\u00fcr die Schulentlassenen. Gleichzeitig war er aber auch als Philosophieprofessor, sp\u00e4ter als Theologieprofessor t\u00e4tig.<\/p>\n<p>Er arbeitete am \u201cGrossen Einsiedlischen Katechismus\u201d. Er schrieb auch eine Reihe kleiner Unterrichtsb\u00fccher f\u00fcr die Schulen sowie Gesangb\u00fccher. Im September 1774 wurde Pater Isidor erstmals Pfarrer in Einsiedeln. 1776 hielt er einen eigenen Unterrichtskurs<\/p>\n<p>f\u00fcr Lehrer ab und er gab eine Schrift \u00fcber die Verbesserung der Schulen heraus. Auch P. Johann Schreiber (Profess 1754)schrieb in der in Luzern erscheinenden \u201cHistorischen, philosophischen und moralischen Wochenschrift\u201d einen Artikel zur \u201cverbesserung<\/p>\n<p>der Schulen\u201d Auch die Gymnasien standen im Blickfeld des Abtes. Hier war vor allem Pater Robert Kech t\u00e4tig. Er hatte seine Profess 1759 abgelegt. Er wirkte von 1763 bis 1764 als Lehrer in Bellenz,danach an der Klosterschule in Einsiedeln. Er gab eine lateinische<\/p>\n<p>Grammatik f\u00fcr Gymnasien und sp\u00e4ter ein \u00dcbungsbuch heraus.<\/p>\n<p>Die Bibliothek wurde weiterausgebaut.<\/p>\n<p>Auf seiner ersten\u00a0 Schweizer Reise war Goethe vom 09.bis 15. Juni in Z\u00fcrich. Bei diesem Aufenthalt wanderte er von Z\u00fcrich aus mit den Grafen Friedrich und Christian von Stolberg sowie Graf Christian von Haugwitz nach Einsiedeln.<\/p>\n<p>Auch der Physiker Volta hatte zwei Jahre sp\u00e4ter Einsiedeln besucht. Auch Abt Martin Gerbert aus St. Blasien, das er schon aus seiner Studienzeit kannte. Er hatte ein halbes Jahr in Einsiedeln studiert. Er initiierte das Projekt \u201cGermania sacra\u201d.<\/p>\n<p>Abt Marian versuchte das Problems des Weiherechts mit dem Konstanzer Bistum zu kl\u00e4ren. Der Abt traf sich am 30. Mai 1775 mit Konstanzer bevollm\u00e4chtigten in Freudenfels.\u00a0 Der Abt wollte nicht, dass das Weiherecht Einsiedelns von einer vorherigen Erlaubnis<\/p>\n<p>durch den Bischof abh\u00e4ngig gemacht wurde. Es kam aber nicht zu einer Einigung, da Bischof Franz Konrad von Rodt am 16. Oktober 1775 starb. Der Abt wandte sich zwar an den Nachfolger Maximilian Christoph von Rodt (1775-1779). Doch die Dinge blieben liegen.<\/p>\n<p>Abt Marian war nie von besonders kr\u00e4ftiger Gesundheit. Ab 1777 verschlechterte sich aber sein Zustand stetig.\u00a0 Am 17. November 1780 verstarb er schlie\u00dflich erst 56 Jahre alt.<\/p>\n<p>Am 4. Dezember 1780 w\u00e4hlte das Kapitel unter Vorsitz von Nuntius Giovanni Battista Caprara (1775-1785) Abt Beat K\u00fcttel zum neuen Abt von Einsiedeln. Anwesend war auch der Abt von St. Gallen Beda Angehrn und Gerold Meyer (1776-1810) aus Muri.<\/p>\n<p>Papst Pius VI. (1775-1799) best\u00e4tigte die Wahl schon am 10. April 1781, so dass die Weihe durch Nuntius Caprara am 6. Mai erfolgen konnte. Kaiser Joseph II. verlieh die Regalien am 1. November 1781. Die Nachfolger Kaiser Leopold II. (1790-1792) tat dies am<\/p>\n<p>17.Oktober 1791 und Kaiser Franz II. (1792-1806) am 24. November 1794. Beide best\u00e4tigten auch die Privilegien des Stifts. Kaiser Franz war der letzte Kaiser, der die Regalien verlieh.\u00a0 Denn am 6. August 1806 erfolgte die<\/p>\n<p>\u201cErkl\u00e4rung Sr. Maj. des Kaisers Franz II, wodurch er die deutsche Kaiserkrone und das Reichsregiment niederlegt, die Churf\u00fcrsten, F\u00fcrsten und \u00fcbrigen St\u00e4nde, wie auch alle Angeh\u00f6rige und Dienerschaft des deutschen Reiches, ihrer bisherigen Pflichten entbindet\u201d<\/p>\n<p>(Dokumentarchiv.de). Damit war das Heilige R\u00f6mische Reich erloschen.<\/p>\n<p>Abt Beat K\u00fcttel\u00a0 wurde am 2. Juni 1733 als Marzell K\u00fcttel geboren. Seine Eltern waren der Landammann von Gersau Johann Georg K\u00fcttel (1697-1792) und Maria Magdalena Camenzind. Marzell K\u00fcttel legte am 29. September im Kloster Einsiedeln seine Profess als<\/p>\n<p>Frater Beat ab. Am 25. Mai 1755 wurde er zum Priester geweiht.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/KAE_foto_1_0601_1537_0001.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-width: 0px;\" title=\"KAE_foto_1_0601_1537_0001\" alt=\"KAE_foto_1_0601_1537_0001\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/KAE_foto_1_0601_1537_0001_thumb.jpg\" width=\"124\" height=\"164\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst unterrichte Pater Beat an der Klosterschule Rhetorik. Ab Januar 1762 war er Vorsteher der Schule.1766 wurde Pater Beat durch Abt Nikolaus zum Stiftstatthalter ernannt. Ab 1772 war er Stiftsdekan. Er war damit auch f\u00fcr das wirtschaftliche Wohlergehen<\/p>\n<p>des Stifts zust\u00e4ndig.<\/p>\n<p>Gleich zu Beginn seiner Regierungszeit brachte er den Ausgleich mit Konstanz zustande. Abt Beat hatte sich mit dem letzten Salemer Abt Robert Schlecht (1778-1802) in Verbindung gesetzt. Auch die Zisterzienserabtei am Bodensee hatte Schwierigkeiten mit<\/p>\n<p>dem Konstanzer Bischof. Auch er hatte es geschafft den Konflikt seines Klosters mit dem Bistum Konstanz offiziell beizulegen. Er hatte Pater Beda M\u00fcller (Profess 1755), der ihm im Amt als Statthalter folgte, als er selbst Dekan wurde, extra nach Salem geschickt,<\/p>\n<p>weil der Salemer Abt ja im Einsiedler Streit mit Konstanz vermitteln sollte. Der Kanzler von Salem Seyfried wurde nun in den Verhandlungen mit dem Konstanzer Bischof zum Sachwalter Einsiedelns bestellt. Am 24. Juli 1782 einigte man sich und ein<\/p>\n<p>Konkordat wurde mit Bischof Maximilian Christoph von Rodt wurde abgeschlossen.<\/p>\n<p>Wichtigstes Bauvorhaben in der Regierungszeit war der Neubau der Residenz von Bellenz, der von 1781-1783 erfolgte. Pater Beda M\u00fcller wurde\u00a0 am 6. Januar 1782 als Propst nach Bellenz geschickt doch verstarb er dort schon am 5. Juni des Folgejahres im Alter von 51<\/p>\n<p>Jahren.<\/p>\n<p>Es wird nun Zeit f\u00fcr einen kleinen Exkurs. Am 14. Juli 1789 st\u00fcrmte die Pariser Bev\u00f6lkerung die Bastille. Die Revolution war\u00a0 ausgebrochen.Dieses Fanal wirkte auch in anderen L\u00e4ndern.In der Schweiz sah man den Beweis, dass eine Revolution machbar ist und man<\/p>\n<p>konnte mit franz\u00f6sischem Eingreifen drohen.\u00dcberall in der Schweiz wurde nun mit einer Unzahl von Petitionen Ver\u00e4nderungen angestrebt. In St. Gallen kam es zu einer friedlichen Einigung. Abt Beda schloss im November gegen den Willen des Konvents eine<\/p>\n<p>Vereinbarung mit einer Volksversammlung\u00a0 in Gossau mit 20.000 Teilnehmern einen \u201cG\u00fctlichen Vertrag\u201d ab.\u00a0 1797 verlangte die Bev\u00f6lkerung\u00a0 in Baselbiet\u00a0\u00a0 Freiheit und Gleichheit. Die Schl\u00f6sser Waldenburg, Hornburg undFarnsburg wurden in Brand gesteckt.<\/p>\n<p>Der konservative B\u00fcrgermeister Andreas Merian in Basel trat zur\u00fcck. Dann erst gab der Rat z\u00f6gerlich nach und war bereit, die Forderungen der Landbev\u00f6lkerung zu erf\u00fcllen. 1793 anerkannten die Alten Orte die Befreiung des Thurgau und die gleichberechtigte<\/p>\n<p>Aufnahme des Kantons Thurgau in die Eidgenossenschaft. Im Waadtland erhob Fr\u00e9der\u00e9ric Caeser de La Harpe die Forderung nach der Unabh\u00e4ngigkeit von Bern. Er bat auch die franz\u00f6sische Republik \u00f6ffentlich um milit\u00e4rische Unterst\u00fctzung\u00a0 gegen Bern.<\/p>\n<p>Die Landv\u00f6gte von Bern verloren die Kontrolle. Der Rat von Bern\u00a0 demonstrierte Macht und sandte 5000 Soldaten ins Waadtland. Darauf griffen die Waadtl\u00e4nder zu den Waffen und riefen die Republik L\u00e9man aus. Frankreich erkl\u00e4rte Bern unter einem Vorwand<\/p>\n<p>den Krieg. Bern verlor zwei Schlachten bei Fraubrunn und am Grauholz. Die Stadt am 5. M\u00e4rz 1798 besetzt und gepl\u00fcndert.<\/p>\n<p>Das Franz\u00f6sische Direktorium hatte 1797 Peter Ochs beauftragt, eine Verfassung auszuarbeiten. Peter Ochs hatte in Basel und Leyden Rechte studiert<\/p>\n<p>und in Leyden promoviert. Die Verfassung war der franz\u00f6sischen Verfassung \u00e4hnlich. Es gab ein Parlament mit zwei Kammern, einer zentralen Regierung, das Direktorium und einem obersten Gericht. Die<\/p>\n<p>f\u00f6deralistische Struktur der Schweiz wurde abgeschafft.<\/p>\n<p>Am 12. April 1798 versammelten sich 121 Abgeordnete aus den Kantonen Aargau, Basel, Bern, Fribourg, L\u00e9man (Waadt), Luzern, (Berner)<\/p>\n<p>Oberland, Schaffhausen, Solothurn und Z\u00fcrich. Peter Ochs proklamierte vom Balkon des Aarauer Rathauses die Helvetische Republik. Diese war als \u201cSchwesterrepublik\u201d eng an die franz\u00f6sische Republik gebunden<\/p>\n<p>Die Urschweiz war bei der Gr\u00fcndung nicht dabei und lehnte die Helvetische Republik ab. Die Revolution\u00e4re wollten die neue Ordnung mit Hilfe von franz\u00f6sischen Truppen erzwingen. Uri, Glarus und Schwyz<\/p>\n<p>nahmen die Verfassung am 28.3.1798 an, als die Franzosen in gro\u00dfer \u00dcberzahl anr\u00fcckten und keine Hilfe kam. Nidwalden wehrte sich bis zuletzt. Stans wurde erobert und ging in Flammen auf. 368 Nidwalder fanden den Tod.<\/p>\n<p>Die Helvetische Republik schaffte die Leibeigenschaft und politische Untertanenverh\u00e4ltnisse ab. Eine wichtige Errungenschaft war die Rechtsgleichheit. Ein einheitliches Strafgesetzbuch wurde eingef\u00fchrt das sich an dem Code penal orientierte. Mittelalterliche<\/p>\n<p>Rechtsvorschriften wurden abgel\u00f6st und endlich die Folter abgeschafft. Der Schweizer Franken wurde eingef\u00fchrt . Die Einheitsw\u00e4hrung beendete den M\u00fcnzwirrwarr. Die Volksschulbildung wurde verbessert. Das war auch die Zeit eines Johann Heinrich Pestalozzi<\/p>\n<p>(1746-1827). Was Kirche und Staat angeht, die Helvetische Republik sollte ein laizistischer Staat sein. Geistliche und Laien wurden einander gleich. Die geistliche Gerichtsbarkeit der katholischen Kirche wurde ebenso abgeschafft wie die Sittengerichte in<\/p>\n<p>den reformierten Kantonen. Am 27.4. 1798 wurde dem p\u00e4pstlichen Nuntius die Anerkennung versagt. Am 8.5. 1798 wurde das Verm\u00f6gen der Stifte und Kl\u00f6ster einer staatlichen Zwangsverwaltung unterworfen und am 17.9. zum Nationaleigentum erkl\u00e4rt,<\/p>\n<p>also s\u00e4kularisiert. Am 4.4.1799 schr\u00e4nkte die helvetische Exekutive die Prozessionen ein und verbot auf diese Weise die Wallfahrten. Den Kl\u00f6stern wurde verboten, Novizen und Professen aufzunehmen.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck zu Abt Beat. 1790 baten M\u00f6nche aus Frankreich um Aufnahme im Kloster, um hier ihr Ordensleben fortsetzen zu k\u00f6nnen. 1792 waren schon 48 ausgewanderte Geistliche da. 1797 waren \u00fcber zwei Jahre verteilt \u00fcber 2000 Emigranten aus Frankreich<\/p>\n<p>in Einsiedeln gewesen. Nat\u00fcrlich waren das \u00fcberwiegend Anh\u00e4nger des Ancien R\u00e9gime. Ende April 1798 r\u00fcckten franz\u00f6sische Truppen gegen Schwyz vor. Mit einem solchen Einfall hatte man nicht gerechnet und war auch nicht vorbereitet.<\/p>\n<p>Pater Konrad Tanner hatte vorher mit gro\u00dfer Umsicht als Propst in Bellenz gearbeitet. 1795 wurde er als Statthalter nach Einsiedeln bestellt. Am 3. Mai 1798 r\u00fcckten die Franzosen nun in Einsiedeln ein. General Nouvion besetzte das Kloster.<\/p>\n<p>Die Stiftsmitglieder waren alle schon ab dem 29. April\u00a0 gefl\u00fcchtet, die meisten nach Vorarlberg, einige nach Disentis. Nur Pater Martin du Fay de la Vallaz (Profess 1785) war zur\u00fcckgeblieben. Vor seinem\u00a0 Eintritt ins Kloster hatte\u00a0 er im franz\u00f6sischen Regiment seines<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/KAE_foto_1_0601_1617_0003.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-width: 0px;\" title=\"KAE_foto_1_0601_1617_0003\" alt=\"KAE_foto_1_0601_1617_0003\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/KAE_foto_1_0601_1617_0003_thumb.jpg\" width=\"124\" height=\"154\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>Stiefvaters General Pankraz de Courten gedient und war dort mit 24 schon Hauptmann. Er war auf eigenen Wunsch geblieben, um das schlimmste f\u00fcr das Kloster abzuwenden. Am 4. September begann, die Pl\u00fcnderung des Klosters. Die Bibliothek, das<\/p>\n<p>Naturalienkabinett aber auch viele M\u00f6bel gingen an das Direktorium. Ende Mai wurde die Gnadenkapelle niedergerissen. Die Orgeln wurden an einen\u00a0 Uhrmacher in Aegeri verkauft und am 4. Juni wurden die Glocken vom Turm geworfen. Das Vieh war entweder<\/p>\n<p>geschlachtet worden\u00a0 oder wurde der Heeresverwaltung \u00fcbergeben, auch die Pferde. Pater Martin machte man das Angebot, wieder in die Armee einzutreten, was er nat\u00fcrlich ablehnte. Am 9. Mai wurde er aus der Schweiz verbannt. Er wurde nach Konstanz<\/p>\n<p>eskortiert und ging dann nach Petershausen, wo er bis 1799 blieb.Seine Familie hatte sich mittlerweile f\u00fcr ihm verwendet. Er durfte dann nach Siders, wurde allerdings bald wieder als Aufwiegler und Ruhest\u00f6rer an die Landesgrenze nach Basel verbracht. Er hielt<\/p>\n<p>sich dann auf G\u00fctern von Kloster St. Blasien auf. Er erhielt dann im August 1801 vom Justizminister in Bern die Erlaubnis, bei seiner Mutter in Siders zu bleiben wo er dann bis zu seiner R\u00fcckkehr am 11. Februar 1802 blieb.<\/p>\n<p>Pater Konrad Tanner war vom Abt beauftragt worden, Ornate, das Haupt des Heiligen Meinrads und das Gnadenbild in Sicherheit zu bringen, was ihm gelang, vor die Franzosen in Einsiedeln einmarschierten. Er ging zuerst nach Tirol. 1799 kehrte er nach Einsiedeln<\/p>\n<p>zur\u00fcck, musste aber mit den Sch\u00e4tzen erneut fl\u00fcchten. Er kam dann bis nach Linz, kehrte sp\u00e4ter \u00fcber Innsbruck 1802 nach St. Gerold, wo er 1802 Pfarrer wurde. Dort wurde er 1806 ins Kloster zur\u00fcckberufen. Der Abt selbst war zun\u00e4chst nach St. Gerold gefl\u00fcchtet.<\/p>\n<p>Der gr\u00f6\u00dfte Teil der Stiftsmitglieder ging nun ebenfalls nach St. Gerold. Das aber war zu klein. Der Abt m\u00fchte sich nun die Patres irgendwie unter zu bringen. Man hatte angedacht mit Zustimmung der Kurie von Konstanz das Kloster Reichenau wieder zu besiedeln.<\/p>\n<p>Doch das zerschlug sich. Einige Patres fanden Aufnahme in den Stiften von Augsburg, Ottobeuren, Petershausen, Salem und Stams. Aber auch in Schwaben k\u00e4mpften die Franzosen und die Patres mussten wieder weiterfliehen.<\/p>\n<p>Die Beschl\u00fcsse der Helvetischen Republik, das Verm\u00f6gen der Stifte einer staatlichen Zwangsverwaltung zu unterwerfen, um sie schlie\u00dflich zum Nationaleigentum zu \u00fcberf\u00fchre, galt nat\u00fcrlich auch f\u00fcr Einsiedeln. Und so wurde auch Kloster Einsiedel am 17. 9. 1798<\/p>\n<p>aufgehoben. Das Zisterzienserkloster in Stams hatte Abt Beat Asyl angeboten. Er blieb aber zun\u00e4chst in St. Gerold. Im Fr\u00fchjahr r\u00fcckten die Franzosen aber auch in Schwaben weiter vor, so dass die Lage in St. Gerold immer unsicherer wurde. Da ging der Abt<\/p>\n<p>schlie\u00dflich doch nach Stams.<\/p>\n<p>Erzherzog Karl (1771-1847) hatte die franz\u00f6sischen Truppen unter General Jourdan in Oberschwaben am 21. M\u00e4rz 1799 bei Ostrach und am 25. M\u00e4rz bei Stockach besiegt. Am 5. Juni schlug er General Massena bei Z\u00fcrich. Am 8. Juni r\u00fcckten die Kaiserlichen<\/p>\n<p>nun in Einsiedeln ein. Einige Patres unter ihnen Pater Konrad Tanner konnten wieder ins Kloster zur\u00fcckkehren. Das war zun\u00e4chst allerdings nicht von langer Dauer. Die Franzosen r\u00fcckten wieder vor und nahmen am 14. August Einsiedeln aufs Neue ein.<\/p>\n<p>Die Heimkehrer mussten erneut eilends fliehen. Diesmal machten sich auch viele Dorfbewohner auf die Flucht. Nachdem im Kloster nichts mehr zu holen war, wurde jetzt das Dorf gepl\u00fcndert. Schnell wurde wieder der Zustand vor den franz\u00f6sischen Niederlagen<\/p>\n<p>hergestellt. Mass\u00e9na siegte in der 2. Schlacht von Z\u00fcrich am 25.und 26. September 1799. Die Lage war nun f\u00fcr den Konvent nicht rosiger wie im Jahr zuvor und Abt musste sehen, wo seine Konventualen im Winter bleiben konnten. Abt Beat war mittlerweile in<\/p>\n<p>Herdwangen untergekommen, wo Kloster Petershausen ein Rentamt hatte. Von dort schickte er Pater Markus Landtwig, der in friedvolleren Tagen auch als Vizekapellmeister im Kloster t\u00e4tig war, in verschieden s\u00fcddeutsche Kl\u00f6ster um um Asyl zu bitten.<\/p>\n<p>Diesmal kamen einige in Tirol und zwar in Stams, Wilten und Fiecht unter. Andere fanden Zuflucht in bayrischen Kl\u00f6stern, in Ottobeuren, Benediktbeuren, Regensburg,Roth und Weyarn. Die Franzosen r\u00fcckten Anfang 1800 auch in Schwaben weiter vor, so dass<\/p>\n<p>Abt Beat in Herdwangen auch nicht mehr sicher war. Er wandte sich auch in die Benediktinerabtei Fiecht im Inntal. Dort blieb er bis zum 13.April 1801. Die gesamte Lage \u00e4nderte sich aber doch rasch.<\/p>\n<p>Am 9. Februar 1799 hatte in Frankreich ein Staatsstreich stattgefunden. Er beendete die Regierung des Direktoriums und damit auch die franz\u00f6sische Revolution. Napoleon Bonaparte wurde als Erster Konsul Alleinherrscher. Am 12. Dezember 1799 wurde die<\/p>\n<p>Verfassung des Konsulats verabschiedet und 1800 durch eine Volksabstimmung angenommen. Kurz zuvor hatte Napoleon seinen Bruder Lucien zum Innenminister ernannt. Dieser \u00fcberwachte auch die Abstimmung. Napoleon hatte praktisch die F\u00e4den in\u00a0 der<\/p>\n<p>Hand und das Abstimmungsergebnis f\u00fcr die neue Verfassung war entsprechend eindeutig. 99 % der Wahlberechtigten stimmten daf\u00fcr. Nur der Erste Konsul bestimmte die Minister. Er konnte Gesetze verfassen und verabschieden.<\/p>\n<p>In der Schweiz beg\u00fcnstigte der Erste Konsul die F\u00f6deralisten aus machtpolitischen Gr\u00fcnden gegen die Bef\u00fcrworter des Einheitstaats, die Unitarier.<\/p>\n<p>Die Helvetische Republik versank bald im Chaos. In nur zwei Jahren zwischen 1800 und 1802 gab es mindestens 4 Staatsstreiche. 1802 zogen die franz\u00f6sischen Truppen \u00fcberraschend aus der Helvetischen Republik ab. Damit hatte die Exekutive ihre Machtbasis<\/p>\n<p>verloren. In der Innerschweiz brach sofort ein Aufstand los. Der \u201cStecklikrieg\u201d von 1802 erfasste rasch alle 19 Kantone. Die Zentralbeh\u00f6rden waren zur Flucht nach Lausanne gezwungen. Napoleon beorderte die Konfliktparteien zur \u201cConsulta\u201d nach Paris.<\/p>\n<p>Dort arbeiteten Vertreter der Kantone und\u00a0 Gemeinden zusammen mit den franz\u00f6sischen Unterh\u00e4ndlern Kantonsverfassungen und eine Bundesverfassung aus. Die f\u00f6deralistische Zukunft der Schweiz war gesichert. Die Kantonssouver\u00e4nit\u00e4t wurde<\/p>\n<p>wiederhergestellt. Die Mediationsakte erstellte Napoleon weitgehend selbst. Mediation hei\u00dft zwar Vermittlung, aber es war praktisch das Diktat Napoleons. Wichtig f\u00fcr unser Thema, die G\u00fcter der Kl\u00f6ster werde zur\u00fcckerstattet, aufgehobene werden<\/p>\n<p>wiederhergestellt mit Ausnahme von Kloster St. Gallen da man die Substanz des neugegr\u00fcndeten Kanton St. Gallen gef\u00e4hrdet h\u00e4tte, was die Wiederherstellung des Stifts wohl bewirkt h\u00e4tte. auch Novizen konnten wieder aufgenommen werden.<\/p>\n<p>Abt Beat kehrte am 11. Januar 1802 in sein Kloster zur\u00fcck. Das Kloster war in denkbar schlechtem Zustand und in seiner Existenz noch nicht gesichert. Das Aufhebungsdekret von 1798 war noch in Kraft. Aber am 19.02.1803 wurde die sogenannte Mediationsakte<\/p>\n<p>ver\u00f6ffentlicht. Napoleon sah sich als Vermittler, franz\u00f6sisch m\u00e9diateur. Aber die Akte war nat\u00fcrlich ein Diktat. Aber sie bestimmte, dass die Kl\u00f6ster ihre G\u00fcter in der Schweiz zur\u00fcckerhalten sollten. Am 15. M\u00e4rz 1803 teilte die Regierung des neugebildeten<\/p>\n<p>Kantons Schwyz dem Kloster mit, dass alle im Kanton gelegenen G\u00fcter des Stiftes zur\u00fcckgegeben w\u00fcrden. Jetzt war die Wiederherstellung des Stifts endg\u00fcltig gesichert. Aber die Klostergeb\u00e4ude waren schwer besch\u00e4digt, die Gnadenkapelle abgerissen.<\/p>\n<p>und das Gnadenbild noch in der Fremde. In der \u00d6konomie war noch ein Pferd und ein Schwein. So startete man den Wiederaufbau.St Gerold, die Zufluchtsst\u00e4tte vieler M\u00f6nche in dieser Zeit ging allerdings verloren. Sie wurde mit dem Reichsdeputations-<\/p>\n<p>hauptschluss vom 25. Februar 1803 eingezogen und zusammen mit der Herrschaft Blumenegg, die dem Stift Weingarten geh\u00f6rt hatte an den F\u00fcrsten von Oranien \u00fcbergeben.<\/p>\n<p>Am 8. M\u00e4rz 1804 wurde die \u00dcbereinkunft (das Convenium) zwischen dem Stift und dem Kanton Schwyz ausgefertigt. Darin hie\u00df es unter a) \u201c Der Kanton nimmt unser Stift unter seinen unmittelbaren Schutz, garantiert und verspricht ihm seine Existenz, die Sicherheit<\/p>\n<p>seines Eigentums, G\u00fcter,Kapitalien, Zinse und rechtliche Gef\u00e4lle, sowie die freie Administration derselben, jedoch mit dem Vorbehalt der Kastenvogtei.\u201d Rechte, Polizeiordnung und auch Abtwahl wurden in weiteren Punkzen angesprochen. Im<\/p>\n<p>Gegenzug verpflichtete sich die Abtei j\u00e4hrlich 7000 Gulden quartalsweise Steuern an die Kantonskasse zu zahlen. Allerdings wird dem Kloster zugesichert, dass der Kanton \u201cbillige R\u00fccksicht nehmen\u201d w\u00fcrde, wenn das Kloster diese Summe \u201cohne merkliche<\/p>\n<p>Schw\u00e4chung seiner \u00f6konomischen Substanz\u201d nicht mehr leisten k\u00f6nne. Damit war nun auch die Existenz des Klosters wieder schriftlich garantiert.<\/p>\n<p>Die Schule in Bellenz wurde am 16. August 1805 wieder \u00fcbernommen. Am 29. September 1806 nahm Abt Beat die ersten Novizen wieder auf. Das war n\u00f6tig, denn die Zahl der Klosterinsassen war seit dem Einmarsch der Franzosen 1798 von 93 auf<\/p>\n<p>65 zur\u00fcckgegangen. 13 Konventsmitglieder waren im Exil gestorben und mussten au\u00dferhalb von Einsiedeln bestattet werden. Nat\u00fcrlich hatte diese schwere Zeit, die das Stift durchmachen musste, auch die Kr\u00e4fte des Abtes aufgezehrt.<\/p>\n<p>Er verstarb am 18. Mai 1806.<\/p>\n<p>Konrad IV. Tanner war als Judocus Meinrad Tanner am 29. Dezember 1752 in Arth am Zugerseee zur Welt gekommen. Sein Vater war Schulvogt der Gemeinde.Sein Vater starb mit 46. Nun k\u00fcmmerte sich Landammann Josef Viktor Lorenz von Hettlingen<\/p>\n<p>den der junge Waise wie einen zweiten Vater verehrte. Er trat fr\u00fch in die Klosterschule in Einsiedeln ein. Dort trat er mit 18 ins Kloster ein. Am 8. September 1772 legte er als Frater Konrad sein Profess ab. Primiz feierte er am 1. Juni 1777. Am 6. Januar<\/p>\n<p>1782 bestimmte ihn Abt Beat als Lehrer am Gymnasium Bellenz. Er schrieb einige B\u00fccher zur Jugenderziehung. In Bellenz hatte er die Pr\u00e4zeptur \u00fcbernommen und er stellte f\u00fcr den Schulbetrieb genaue Vorschriften auf.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/KAE_foto_1_0601_1588_0002.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-width: 0px;\" title=\"KAE_foto_1_0601_1588_0002\" alt=\"KAE_foto_1_0601_1588_0002\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/KAE_foto_1_0601_1588_0002_thumb.jpg\" width=\"124\" height=\"180\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>Von 1787-1789 war er wieder in Einsiedeln. Dort sollte er die Stiftsbibliothek \u00fcbernehmen.Neuordnung und Katalogisierung waren seine Aufgabe. Er wurde eigens an eine Reihe s\u00fcddeutscher Kl\u00f6ster geschickt, um die dortigen Einrichtungen zu studieren.<\/p>\n<p>1789 wurde er Probst in Bellenz und er \u00fcbte das Amt zur gr\u00f6\u00dften Zufriedenheit des Abtes aus. Er verwaltete den Wirtschaftsbetrieb sehr umsichtig. Er war auch ein kluger Vorgesetzter f\u00fcr Patres und Sch\u00fcler. Deshalb berief ihn Abt Beat 1795 nach Einsiedeln zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Dort wirkte er als Stiftsstatthalter. In den schweren Zeiten des Klosters war er einer der letzten die das Stift verlie\u00dfen. Er f\u00fchrte die Verhandlungen mit Konstanz wegen der Besiedelung der Reichenau und er brachte das Gnadenbild und das Haupt des Meinrad in<\/p>\n<p>Sicherheit. 1806 wurde er von Abt Beat wieder nach Einsiedeln berufen. Er wurde nun Novizenmeister. Am 30. Mai 1806 wurde er zum Abt gew\u00e4hlt. Am 11. September weihte ihn Nuntius Fabrizio Sceberras Testaferrata (1803-1815) zum Abt. Die \u00c4bte von Rheinau<\/p>\n<p>Januarius Frei (1805-1831) und von Fischingen Augustin Bloch (1776-1815)assistierten. Abt Konrad brauchte keine Best\u00e4tigung der Privilegien mehr oder F\u00fcrstentitel, denn das war Vergangenheit. Auch die Huldigung der Gotteshausleute entfiel.<\/p>\n<p>Dr\u00e4ngendstes Problem waren zun\u00e4chst die Finanzen. Der verstorbene Abt hatte gerade mal 3920 Gulden in bar hinterlassen, was nat\u00fcrlich nicht \u00fcberraschte. Den j\u00e4hrlichen Klosterbedarf hatte der Abt auf 26 000 Gulden gesch\u00e4tzt. Ausl\u00e4ndische Schuldzahlungen<\/p>\n<p>blieben aus. Der Kanton begn\u00fcgte sich dann mit einer j\u00e4hrlichen Zahlung von 300 Gulden. Auf eine gute Ausbildung seiner Patres legte er gro\u00dfen Wert. Viele erhielten Unterricht in h\u00f6herer Mathematik, Physik und Hebr\u00e4isch. Einige schickte er nach Frankreich oder<\/p>\n<p>in die franz\u00f6sische Schweiz, damit sie sich in der franz\u00f6sischen Sprache ausbilden konnten. Die Bibliothek wurde gut mit Schweizer Geschichte ausgestattet. Auch auf die eigene Klostergeschichte legte er Gewicht. Die Patres sollten ihre Erlebnisse w\u00e4hrend des<\/p>\n<p>Exils aufzeichnen. Die alte Klosterchronik wurde 1823 durch Pater Josef Tschudi neu herausgegeben. Die Herausgabe der\u00a0 Monumenta Germaniae f\u00f6rderte er. Er wurde deshalb zum Ehrenmitglied der Gesellschaft \u201cpro aperiendis fontibus historiae medii aevi\u201d<\/p>\n<p>ernannt. Seine Bem\u00fchungen, die dem \u00f6sterreichischen Kaiserhaus geliehenen 100.000 Gulden zur\u00fcck zu bekommen, blieben\u00a0 so erfolglos wie die R\u00fcckforderung des Kapitals, das\u00a0 1794 an den emigrierten Erzbischof von Paris geliehen worden war.<\/p>\n<p>Der Hochaltar wurde 1821 renoviert. Der Kirchplatz und die Kramgasse wurden restauriert. Die Klosterwaldungen wurden neu vermessen und eine Wollfabrik wurde im Stift wieder angelegt.<\/p>\n<p>Die Lage aller Mitglieder der Schweizer Kongregation war nicht gerade rosig. Das Kloster Sankt Gallen war untergegangen. Besonders schwierig war die Lage der Kl\u00f6ster Muri und Rheinau, die in reformierten Kantonen lagen. Der Abt von Sankt Gallen Pankratius<\/p>\n<p>Vorster zog sich immer mehr\u00a0 von den Gesch\u00e4ften zur\u00fcck.\u00a0 Alle Kl\u00f6ster mussten sehen, wie sie mit der neuen Situation zurecht kamen. Ein Zusammenschluss fehlte, auch weil keiner der \u00c4bte die F\u00fchrung \u00fcbernehmen wollte. Nach 1815 konsolidierte sich<\/p>\n<p>die Lage allm\u00e4hlich. Abt Konrad \u00fcbernahm die Initiative, um die Kl\u00f6ster wieder enger zusammen zu f\u00fchren und die alte Kongregation wieder aufleben zu lassen. Er holte sich R\u00fcckendeckung vom Nuntius. Das war 1818\/1819 Vincenzo Macchi. Auch die<\/p>\n<p>Bundesbeh\u00f6rde in Luzern und die Kantonsbeh\u00f6rde in Schwyz informierte er. Erst dann lud er die \u00c4bte auf den 28. Mai 1819 nach Einsiedeln ein. Nur Abt Pankratius Vorster aus St. Gallen und Abt Anselm Huonder aus Disentis erschienen nicht.<\/p>\n<p>Disentis war am 6. Mai 1799 von den Franzosen in Schutt und Asche gelegt werden und Abt Lorenz Cathomen verstarb kurz danach in seiner Heimat in Brigel. Da das Kloster in Tr\u00fcmmern lag, beschlossen die verbliebenen Konventualen die Abtwahl<\/p>\n<p>zu verschieben. 1804 w\u00e4hlten sie mit Anselm Huonder einen neuen Abt. Dieser machte sich auch gleich an die Wiederherstellung des Klosters, doch das nahm Jahre in Anspruch. Aus Pf\u00e4fers kam Stiftsdekan Johann Baptist Steiner, da Abt Joseph Arnold<\/p>\n<p>(1805-1819) kurz vorher verstorben war. Die Versammelten w\u00e4hlten Abt Konrad zum Ersten Visitator und die \u00c4bte Januarius Frei von Rheinau sowie Ambrosius Bloch (1816-1838) wurden zu Mitvisitatoren bestellt.<\/p>\n<p>Die grundlegende territoriale Neuordnung in Deutschland und auch der Schweiz infolge der franz\u00f6sischen Revolution und der napoleonischen Kriege hatte nat\u00fcrlich auch Auswirkung auf die Bist\u00fcmer in Deutschland und der Schweiz. 1815 waren die<\/p>\n<p>bayrischen,w\u00fcrttembergischen, \u00f6sterreichischen und schweizer Teile vom Bistum Konstanz abgetrennt. Die schweizerischen Gebietsteile wurden von dem Propst von Berom\u00fcnster, Franz Bernhard G\u00f6ldlin (1762-1819) als Generalvikar verwaltet.Er favorisierte<\/p>\n<p>ein Vierwaldst\u00e4tterbistum mit Sitz in Luzern. Sein Plan scheiterte aber am Widerstand der Regierungen und der Kurie.Die Erhebung der Abtei Einsiedeln zum Bischofssitz f\u00fcr ein Bistum zun\u00e4chst f\u00fcr Schwyz wurde auch angedacht.G\u00f6ldlin starb am 16. September<\/p>\n<p>1819. Die Teile des alten Bistums Konstanz wurden zun\u00e4chst provisorisch Chur unterstellt. Schwyz schloss sich 1824 definitiv an Chur an. Damit war f\u00fcr Abt Konrad klar, dass er nicht Bischof w\u00fcrde, was er nie angestrebt hatte. Papst Pius VII. (1800-1823)<\/p>\n<p>erlie\u00df am 16. August 1821 die Zirkumsskriptionsbulle \u201cProvida sollersque\u201d. Das war die Neuumschreibung der katholischen Di\u00f6zesen in Deutschland nach dem Wiener Kongress und trug den territorialen und politischen Ver\u00e4nderungen Rechnung.<\/p>\n<p>Der letzte Bischof Konstanzer Bischof Karl Theodor von Dalberg (1744-1817) war\u00a0 am 10. Februar 1817 in Regensburg verstorben. Der Bischofsstuhl blieb vakant. Die p\u00e4pstliche Bulle von 1821 erkl\u00e4rte das Bistum Konstanz f\u00fcr aufgel\u00f6st. Mit Bischof<\/p>\n<p>Bernhard Boll wurde am 21. Oktober 1827 der erste Freiburger Erzbischof geweiht. Bis zur S\u00e4kularisation war er Zisterzienserm\u00f6nch in Salem.<\/p>\n<p>Abt Konrad hatte sich nie einer besonders guten Gesundheit erfreut.Ab 1810 war immer in Kur in Pf\u00e4fers. 1822 im Jahr\u00a0 seines goldenen Professjubil\u00e4ums. Im Fr\u00fchjahr 1824 war er schwer krank, doch ein Jahr sp\u00e4ter am 7. April 1825 verstarb er an Brustwassersucht.<\/p>\n<p>Der Tod des Abtes gibt wieder Gelegenheit, auf die Zeitereignisse zu schauen.<\/p>\n<p>Napoleon hatte Europa praktisch neugeordnet. Der Flickenteppich Deutsches Reich wurde von Napoleon beendet. Es gab fast 350 selbstst\u00e4ndige Einzelstaaten auf dem Gebiet des Reiches. Der Reichsdeputationshauptschluss vom 25. Februar 1803 war die letzte<\/p>\n<p>Sitzung des \u201cimmerw\u00e4hrenden Reichstages\u201d und das letzte Gesetz. Die deutschen F\u00fcrsten sollten f\u00fcr ihre territorialen Verluste auf dem linken Rheinufer entsch\u00e4digt werden. S\u00e4kularisation und Mediatisierung waren die Instrumente. Das Kirchengut wurde<\/p>\n<p>verweltlicht und den F\u00fcrsten gegeben. Das bedeutet das Ende der Kl\u00f6ster in Deutschland. Die Reichsritterschaft verlor ihre Reichsunmittelbarkeit. Ihre Gebiete wurden ebenfalls zur Entsch\u00e4digung herangezogen. 1806 war die Zahl der Territorien auf etwa<\/p>\n<p>34 geschrumpft. Wie die Kl\u00f6ster verschwanden auch die Reichsst\u00e4dte. Von 51 wurden 45 aufgel\u00f6st. Kleiner F\u00fcrstent\u00fcmer und Grafschaften wurden aufgel\u00f6st und den benachbarten gro\u00dfen F\u00fcrstent\u00fcmern Baden, W\u00fcrttemberg, Preu\u00dfen und Bayern zugeschlagen.<\/p>\n<p>Auf Druck Napoleons hatte Kaiser Franz am 6. August 1806 abgedankt. Das deutsche Reich hatte aufgeh\u00f6rt zu existieren. Bis dahin hatte es insgesamt 844 Jahre bestanden. Die V\u00f6lkerschlacht bei Leipzig vom 16.-19. Oktober 1813 besiegelte die Niederlage Napoleons.<\/p>\n<p>Nach dem Intermezzo der hundert Tage wurde Napoleon auf St. Helena verbannt. Im Wiener Kongress von 1814-1815 versuchten Vertreter aus rund 200 europ\u00e4ischen Staaten,Herrschaften, K\u00f6rperschaften und St\u00e4dten eine dauerhafte europ\u00e4ische<\/p>\n<p>Nachkriegsordnung zu erarbeiten. Ziel war es, zwischenstaatliche Gewalt zu vermeiden und m\u00f6gliche Konflikte in Zukunft diplomatisch zu l\u00f6sen.<\/p>\n<p>In der Schweiz erhielten in einigen Kantonen nach der V\u00f6lkerschlacht restaurative Kr\u00e4fte wieder Auftrieb. In Bern \u00fcbernahm am 23.12. 1813 wieder das Patriziat die Regierung und forderte die Kantone Waadt und Aargau auf, wieder unter die bernische Herrschaft<\/p>\n<p>zur\u00fcckzukehren. Anfang 1814 kam das Patriziat auch in Freiburg, Solothurn und Luzern wieder an die Macht. In dieser Zeit entbrannte aber auch ein Streit um einen neuen Bundesvertrag. Eine gem\u00e4\u00dfigte Partei, die die Mediationsverfassung reformieren wollte,<\/p>\n<p>stand eine restaurative Partei gegen\u00fcber, die Machtverh\u00e4ltnisse der vorhelvetischen Ordnung wieder einf\u00fchren wollte. Am 8.9. 1814wurde der neue Bundesvertrag verabschiedet und 3 Tage sp\u00e4ter Genf, das Wallis und Neuenburg als neue Kantone<\/p>\n<p>aufgenommen. Der Wiener Kongress regelte am 20.03.1815 die Abfindungen und die Landesgrenzen. er anerkannte die 22 Kantone. Nachdem der 1. Pariser Frieden am 30. Mai 1814 nach dem Sturz Napoleons die Koalitionskriege vorl\u00e4ufig beendet hatte,<\/p>\n<p>beendete der 2. Pariser Frieden vom 20.11. 1815 die Koalitionskriege definitiv. Wichtigstes Ergebnis f\u00fcr die Schweiz war,dass die unterzeichnenden M\u00e4chte die immer w\u00e4hrende Neutralit\u00e4t der Schweiz anerkannten. Die Gebietsforderungen der Schweiz, unter<\/p>\n<p>anderem war Konstanz gefordert worden, wurden nur zum kleinen Teil erf\u00fcllt. Der Schweiz wurden drei Millionen Francs Kriegsentsch\u00e4digung zugesprochen. In der Zeit nach der europ\u00e4ischen Neuordnung erlebte die Schweiz 1816\/17 die letzte schwere Hungersnot<\/p>\n<p>ihrer Geschichte. Die Industrialisierung setzte ein. Die j\u00e4hrliche Spinnwarenproduktion steigerte sich zwischen 1814-27 von 680 auf 2800 Tonnen. In Rheineck wurde 1825 die erste mechanische Weberei er\u00f6ffnet. In dieser Zeit begann auch die industrielle<\/p>\n<p>Schokoladenproduktion. Parallel zur Industrialisierung entwickelte sich das Bankwesen. 1815 gab es in der ganzen Schweiz gerade 10 Banken, 1830 waren es bereits 74. In Bern wurde 1825 die erste Banknote ausgegeben.<\/p>\n<p>Wichtige Passtra\u00dfen wurden ausgebaut. Das Verkehrswesen wurde leistungsf\u00e4higer und\u00a0 auch der Tourismus nahm Aufschwung. Die wirtschaftliche Modernisierung untergrub die Fundamente der restaurativen politischen Ordnung. Gesellschaftliche Schichten, die<\/p>\n<p>offen f\u00fcr liberale Ideen waren wurden gest\u00e4rkt. Dieser Abschnitt der Restauration endet so um 1830. Die Modernisierung war auch von starkem Bev\u00f6lkerungswachstum begleitet. Allerdings schafften es Industrie und Landwirtschaft nicht, diese Zunahme vollst\u00e4ndig<\/p>\n<p>zu absorbieren, was die traditionell vorhanden l\u00e4ndliche Armut zum Massenph\u00e4nomen ausweitete.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck zum Kloster Einsiedeln. Am 28. Dezember 1772 wurde Jakob Josef M\u00fcller als Sohn von Josef Jakob M\u00fcller und der Maria Anna Scherzinger in Schmerikon geboren. Schon sehr jung kam er in die Klosterschule nach Einsiedeln und schon mit 16 meldete er<\/p>\n<p>sich als Novize Kloster an. Als Frater C\u00f6lestin legte er am 25. April 1790 legte er die Profess ab. Der p\u00e4pstliche Nuntius Pietro Gravina (1794-1798) erteilte ihm am 11. September 1776 in Luzern die Priesterweihe.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/KAE_foto_1_0601_1632_0001.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-width: 0px;\" title=\"KAE_foto_1_0601_1632_0001\" alt=\"KAE_foto_1_0601_1632_0001\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/KAE_foto_1_0601_1632_0001_thumb.jpg\" width=\"124\" height=\"141\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>Er kam zun\u00e4chst an die Klosterschule. Dann besetzten die Franzosen 1798 das Kloster und die M\u00f6nche mussten ins Exil. Zuerst kam er in Bludenz unter. Im November aber musste er weiter. Mit vier Mitbr\u00fcdern wandte er sich nach Bayern. \u00dcber Kempten,<\/p>\n<p>Ottobeuren und Wessobrunn gelanget er nach Benediktbeuren. Da aber viele nicht in Benediktbeuren unterkommen konnte, musste er am 15. 12. 1798 weiterziehen. Im Professbuch steht, dass Pater C\u00f6lestin \u00fcber M\u00fcnchen, Freising Landshut nach Asbach<\/p>\n<p>kam und dort gute Aufnahme fand. Es m\u00fcsste sich um Stift Adbach handeln, heute ein Ortsteil von Rotthalm\u00fcnster. Das war ein kleines Kloster in der N\u00e4he von Passau, das sich bis zu seiner Aufhebung eines ausgezeichneten Rufes erfreute. Dazu passt auch, dass er<\/p>\n<p>vom Bischof von Passau, am 31. Dezember 1799 die Erlaubnis zur Aus\u00fcbung der Seelsorge erhielt. Das war damals Bischof Leopold Leonhard von Thun, der letzte F\u00fcrstbischof von Passau. Es haben sich auch laut Professbuch Predigten aus M\u00fcnchheim erhalten,<\/p>\n<p>was auch Sinn macht, denn M\u00fcnchham war eine Pfarrei, die seit 1338 dem Kloster Asbach inkorporiert war und aus M\u00fcnchham kann leicht M\u00fcnchheim werden, zumal wie das Professbuch vermerkt, n\u00e4her Nachrichten fehlen. In Asbach blieb Pater C\u00f6lestin<\/p>\n<p>von 1800 bis 1801 danach wanderte er weiter und kam auch nach Wien. Im Fr\u00fchjahr 1803 kehrte er nach Einsiedeln zur\u00fcck und wirkte dort zun\u00e4chst als Unterpfarrer. Von seinen Mitbr\u00fcdern wurde er am 7. Oktober 1803 in die Kommission gew\u00e4hlt, die einen Plan<\/p>\n<p>einer neuen Klosterordnung erstellen sollte.Zu Beginn des Jahres 1804 wurde die Klosterschule wiederer\u00f6ffnet. Zun\u00e4chst setzt Abt Beat Pater Anselm Zelger als Schulpr\u00e4fekten ein. Er hatte am 31.8.1788 seine Profess abgelegt. Er war bei der Besetzung des Klosters<\/p>\n<p>mit einigen Sch\u00fclern nach St. Gerold geflohen. Zusammen mit Pater Dekan kam er am 29. November 1801 als erster wieder nach Einsiedeln zur\u00fcck. Schon im Herbst 1804 nahm Pater C\u00f6lestin die Stelle von Pater Anselm ein. Pater Anselm war Lehrer f\u00fcr Theologie<\/p>\n<p>und Philosophie von 1817 bis zu seinem Tode 1834 war er Statthalter. Pater C\u00f6lestin k\u00fcmmerte sich sehr um die Schule. er gab auch ein Lehrbuch f\u00fcr den Rhetorikunterricht heraus. Wichtig waren ihm die Lateinkenntnisse seiner Z\u00f6glinge. Ab 5. Januar 1811<\/p>\n<p>musste er die Stelle des Oberpfarrers in Einsiedeln \u00fcbernehmen, da Pater Isidor Moser aus Altersgr\u00fcnden um seine Entlassung bat, was ihm 18.11. gew\u00e4hrt wurde. Pater Isidor hatte seine Profess 1759 abgelegt und insgesamt drei Mals als Pfarrer in Einsiedeln<\/p>\n<p>gewirkt. F\u00fcr Pater C\u00f6lestin war das Amt als Einsiedler Pfarrer eine wichtige Station, da er von Amts wegen mit Land und Leuten in Ber\u00fchrung kam und die Einsiedler Verh\u00e4ltnisse gut kennenlernte. Aber schon 1815 wurde er als Statthalter nach Sonnenberg gesandt.<\/p>\n<p>Mit Sonneberg war auch Gachnang verbunden\u00a0 und Pater C\u00f6lestin musste zwei weit auseinander gelegen Besitzungen verwalten. Den Anforderungen des Hungerjahrs zeigte er sich gewachsen. Auch erwies er sich als geschickter Verwalter und so Verwunderte<\/p>\n<p>es nicht, dass nach dem Tod von Abt Konrad seine Mitbr\u00fcder ihn zum neuen Abt w\u00e4hlten. Abt Ambrosius Bloch von Muri\u00a0 sa\u00df der Wahl vor. Papst Leo XII. (1823-1829) best\u00e4tigte die Wahl am 27. Junin 1825. Wegen der zu erwartenden Auslagen wollte der neue Abt<\/p>\n<p>die Weihe zun\u00e4chst nicht in Einsiedeln stattfinden lassen. Doch das Kapitel \u00fcberredete ihn, die Weihe doch in Einsiedeln vorzunehmen.\u00a0 F\u00fcrstbischof Karl Rudolf Graf von Buol-Schauenstein (1794-1833) nahm die Benediktion unter Assistenz der \u00c4bte von<\/p>\n<p>Rheinau Januarius Frey (1805-1831) und Pf\u00e4fers Plazidus Pfister (1819-1836) vor. Der Pf\u00e4ferser Abt hielt die Festpredigt.<\/p>\n<p>Als erstes hatte der neue Abt den Steuerstreit zu l\u00f6sen. Beim Tode Abt Konrads war er gerade in der Schwebe.Am 26. Januar 1825 hatte der Kantonsrat die Verl\u00e4ngerung des Conveniums mit drei stimmen Mehrheit abgelehnt, aber auch beschlossen, einen<\/p>\n<p>neuen \u201cSubsidienvertrag\u201d mit dem Stift abzuschlie\u00dfen. Der neue Abt schaltete sich pers\u00f6nlich in die Verhandlungen ein. Nach z\u00e4hen Verhandlungen einigte man sich schlie\u00dflich darauf, dass das Stift 200 Louisdor entrichten sollte, wovon die H\u00e4lfte dem ganzen<\/p>\n<p>Kanton, die andere H\u00e4lfte dem Alten Land zu fallen sollte.<\/p>\n<p>Was weiter zur L\u00f6sung anstand, war, wie man mit St. Gerold umgehen sollte. Mit Abt Konrad war der letzte \u201cPension\u00e4r\u201d von St. Gerold gestorben. Der mit \u00d6sterreich geschlossene Pachtvertrag lief 1825 aus. Es war die Frage, ob man Anstrengungen unternehmen<\/p>\n<p>solle, diesen alten Stiftsbesitz wieder zu erwerben oder nicht. Die in Vorarlberg weilenden Patres waren \u00fcberwiegen daf\u00fcr, den Vertrag\u00a0 Pachtvertrag nicht zu verl\u00e4ngern bzw. die Aufgabe der Propstei. Aber das eigens f\u00fcr diese Frage einberufenen Kapitel<\/p>\n<p>entschied sich f\u00fcr eine Erneuerung des Vertrages auch unter dem Gesichtspunkt einer Zufluchtsst\u00e4tte. Ein drittes Problem besch\u00e4ftigte Abt C\u00f6lestin zu Beginn seiner Amtszeit. Das war die Wiedergewinnung des \u201cWiener Kapitals\u201d. Wien hatte mittlerweile das<\/p>\n<p>Zurechtbestehen der Forderung anerkannt. Dr. R\u00f6mer aus Stuttgart hatte f\u00fcr das Stift verhandelt. Am Ende erhielt das Stift schlie\u00dflich 78565 Gulden zur\u00fcck. Ausgeliehen hatte es dem Kaiserhaus aber 300 000 Gulden. Darauf waren ja seit 1805 auch Zinsenangefallen.<\/p>\n<p>Allerdings musste man in diesen Zeiten froh sein, \u00fcberhaupt etwas zur\u00fcck zu erhalten. Noch schlechter war es um Forderungen bestellt, die man\u00a0 gegen den Bischof von Paris, den Grafen Fugger von Pappenheim und dem F\u00fcrsten von Schwarzenberg hatte.<\/p>\n<p>Auf die 50000 Gulden, die schon 1764 an Schwarzenberg geliehen worden waren, erhielt man dann immerhin wieder regelm\u00e4\u00dfig Zinsen.<\/p>\n<p>Am 19. November 1816 hatte Abt Konrad einen Vergleich mit den Einsiedlern abgeschlossen. Es ging dabei um die sogenannten drei dreizerteilten G\u00fcter, die so hie\u00dfen, weil sie Allmende waren, also der Allgemeinheit zur Nutzung zur Verf\u00fcgung standen,<\/p>\n<p>das Stift aber Miteigentumsrecht beanspruchte und auch der Vogt ein mitsprachrecht hatte, wenn es zu Streitigkeiten zwischen den Nutznie\u00dfern kam. Der Vergleich gew\u00e4hrte einen gleichberechtigten Anteil und regelte die Verteilung des j\u00e4hrlichen Ertrages<\/p>\n<p>nach einer schon 1564 getroffenen \u00dcbereinkunft. Doch 1826 kam es zu Streitigkeiten. Bestrebungen liefen darauf hinaus, dem Kloster die Nutznie\u00dfung der Allmendg\u00fcter und vor allem die Mitbestimmung \u00fcber die Verwendung der aus den G\u00fctern flie\u00dfenden<\/p>\n<p>Einnahmen zu entziehen. Abt C\u00f6lestin machte pers\u00f6nlich vor der Landgemeinde die Rechte des Stiftes geltend. Ein friedlicher Ausgleich war nicht\u00a0 zu erreichen. So brachten beide Seiten die Sache vor den Landamman und den Rat von Schwyz.<\/p>\n<p>Am 18. Februar 1829 anerkannte der Kantonsrat Miteigentums, Mitverwaltungsrechte und Mitnutzungsrechte des Klosters. Er setzte fest, dass eine eigene Beh\u00f6rde einzurichten sei, die vom Dorf und Kloster gestellt werde und von der Bezirksbeh\u00f6rde<\/p>\n<p>vollst\u00e4ndig unabh\u00e4ngig sein sollte. Da einige im Dorf damit nicht zufrieden waren und deshalb immer wieder Sand ins Getriebe streiten, so dass der Kompromiss nicht funktionieren konnte, wurden die Vorschl\u00e4ge von beiden Seiten am 7. Mai 1830<\/p>\n<p>einer Landsgemeinde vorgelegt. Der Antrag des Klosters wurde abgelehnt. Falls dieses ablehnte sollte der Fall vor ein Kantonslandgericht gehen. Dazu kam es dann. Das Kloster akzeptierte schlie\u00dflich einen Vergleich, die dreizerteilten G\u00fcter gingen an die<\/p>\n<p>Gemeinde \u00fcber. Das Kloster behielt nur den sogenannten G\u00e4rstlinsberg.Diese L\u00f6sung war allerdings nur von kurzer Dauer. Da der Kanton dringend Geld brauchte, wurde auch an das Stift die Forderung erhoben, eine j\u00e4hrliche Steuer zu entrichten. Der<\/p>\n<p>Abt erkl\u00e4rte sich zu einer freiwilligen Abgabe bereit nicht aber eine j\u00e4hrliche Verpflichtung, da daf\u00fcr keine gesetzlichen Vorgaben vorlagen. 1835 wurden schlie\u00dflich die Genosseng\u00fcter neu geregelt. Die Genossame erhielt nun privatrechtlichen Charakter, das hei\u00dft,<\/p>\n<p>der Nutzen der G\u00fcter floss nicht mehr dem Gemeinwesen, sondern den Genossen zu. Das Stift erkl\u00e4rte sich bereit auf Forderungen von 15.000 Gulden zu verzichten und erhoffte sich im Gegenzug eine g\u00fctliche L\u00f6sung der Steuerfrage. Doch eine L\u00f6sung ohne Prozess<\/p>\n<p>erschien immer schwieriger. Schlie\u00dflich lenkte das Stift um des lieben Friedens Willen ein. Am 22. Januar 1837 einigte man sich auf einen Vergleich. Das Kloster musste den G\u00e4stlinsberg wieder abtreten aber ihm wurde ein Miteigentum an der Genossame im Sinne<\/p>\n<p>des Vertrages von 1564 zugestanden. Damit war die Steuerfrage und die Frage der dreizerteilten G\u00fcter endlich gekl\u00e4rt.<\/p>\n<p>Das Jahr 1830 war ein sehr unruhiges Jahr f\u00fcr den Kanton Schwyz. Das alte Land Schwyz hatte immer mehr versucht, seine alte Stellung geltend zu machen. Reichenburg hatte praktische eine Trennung von Einsiedeln vollzogen. Man dr\u00e4ngte auf eine neue Verfassung<\/p>\n<p>hin. In einem Memorial stellten die Bezirke Richtlinien f\u00fcr diese Verfassung auf. Am 26. April 1831 erschien die neue Staatsverfassung. Die Kl\u00f6ster wurden der Staatsaufsicht unterstellt. Sie hatten am Ort ihrer Niederlassung Beitr\u00e4ge zu den Bezirkslasten und<\/p>\n<p>\u00f6ffentlichen Anstalten zu leisten. Au\u00dferschwyzerische Novizen durften nur mit Erlaubnis des Kantonsrats ins Kloster aufgenommen werden. Sie unterstanden der Ortspolizei. Ankauf von G\u00fctern und Kapitalien war ihnen untersagt. In Bezug auf Handel<\/p>\n<p>und Gewerbe waren sie auf Hausbedarf und die Erzeugnisse ihrer G\u00fcter beschr\u00e4nkt. Weitere Unruhe verursachte der sogenannte Horn-und Klauenhandel. Es ging hier zun\u00e4chst um eine Auseinandersetzung um die Nutzung der Allmend zwischen Besitzern<\/p>\n<p>von Gro\u00dfvieh (Hornm\u00e4nnern) und Kleinvieh (Klauenm\u00e4nnern). Das weitete sich aber bald zu einer Auseinandersetzung zwischen konservativen (Hornm\u00e4nner) und liberalen Kr\u00e4ften (Klauenm\u00e4nnern) aus und endete schlie\u00dflich in einer handfesten Pr\u00fcgelei,<\/p>\n<p>der sogenannten Pr\u00fcgellandsgemeinde vom 6.5. 1838 in Rothenturm Die eidgen\u00f6ssische Tagsatzung musste eingreifen und beschloss, dass eine weitere Kantonsgemeinde unter eidgen\u00f6ssischer Aufsicht abgehalten wurde. Diese fand am 22.7. 1838 statt. Die<\/p>\n<p>Hornm\u00e4nner siegten auf der ganzen Linie und hatten damit die Macht f\u00fcr die konservativen Kr\u00e4fte auf Jahre hinaus gesichert.<\/p>\n<p>Zwei weitere Ereignisse sind zu erw\u00e4hnen. Am 21. April 1840 kaufte das Stift St. Gerold von der K.u.K.\u00a0 Staatsg\u00fcterver\u00e4u\u00dferungskommission in Innsbruck. Von einem Erwerb der Herrschaft Blumenegg hatte man abgesehen. Urspr\u00fcnglich hatte man gehofft,<\/p>\n<p>damit den Erwerb von St. Gerold zu beschleunigen, hatte dies aber eher verz\u00f6gert. Einen R\u00fcckschlag gab es dagegen beim Kloster Fahr. Seit der Helvetik hatte es als Exklave zum Kanton Aargau geh\u00f6rt. Zwar hatte der Kanton 1805 den Fortbestand der Kl\u00f6ster,<\/p>\n<p>die in seinem Bereich lagen, garantiert, aber allm\u00e4hlich mischte sich die Staatsgewalt immer st\u00e4rker ein. Im Aargau hatte es eine starke Bewegung f\u00fcr eine Verfassungsrevision gegeben. Am 5. Januar 1841 fand dar\u00fcber eine entscheidende Abstimmung ab.<\/p>\n<p>Die Katholiken unterlagen. In Solothurn war zu dieser Zeit Unruhen ausgebrochen. Kl\u00f6ster wurden als Urheber der Unruhen bezichtigt und man verlangte die Aufhebung der Kl\u00f6ster. Am 15. Januar erschien eine bewaffnete Abteilung vor dem Kloster und verlangte<\/p>\n<p>von den Frauen, das Kloster innerhalb von 8 Tagen zu verlassen. Zwar setzte sich Einsiedeln sofort juristisch zu Wehr und legte Protest bei der Tagsatzung ein. Es dauerte dann aber zwei Jahre, bis die Frauen unter Bedingungen wieder zur\u00fcckkehren konnten.<\/p>\n<p>Die Regierungszeit von Abt C\u00f6lestin war alles andere als ruhig. Wie ernst er manchmal die Lage sah, zeigt auch, dass er sich von dem Bayernk\u00f6nig Ludwig (1825-1848) die Zusicherung geben lassen hatte, dass man sich im Falle der Vertreibung in einem aufgelassenen<\/p>\n<p>Kloster in Bayern niederlassen konnte.<\/p>\n<p>Ein gro\u00dfes Augenmerk legte er nat\u00fcrlich auf das Schulwesen, was ihn bei den Umbr\u00fcchen nat\u00fcrlich auch besonders forderte. Und wie allen \u00c4bten in Einsiedeln stand nat\u00fcrlich die Wallfahrt im Vordergrund. In der Schweizer Benediktinerkongregation war zum 1.<\/p>\n<p>Visitator gew\u00e4hlt worden. Die Lage vieler Kl\u00f6ster war nicht rosig. P\u00e4fers ging dem Untergang entgegen. Rheinau im Kanton Z\u00fcrich und Fischingen im Kanton Thurgau bereiteten Kummer. in Muri im Aargau waren die M\u00f6nch vertrieben worden<\/p>\n<p>und fanden in Gries bei Boten eine neue Heimat.<\/p>\n<p>In Bayern wurden nach der S\u00e4kularisation Benediktinerkl\u00f6ster wieder besiedelt. Einsiedeln unterst\u00fctze diesen Prozess tatkr\u00e4ftig. Am 16. Dezember 1834\u00a0 wurde in Augsburg St. Stephan als Benediktinerkloster von\u00a0 K\u00f6nig Ludwig I. neu gegr\u00fcndet.<\/p>\n<p>Bis zur S\u00e4kularisation war es ein freiweltliches adeliges Damenstift. St. Stephan wurde Mutterkloster f\u00fcr die Priorate Metten und Ottobeuren. Von Metten aus wurden weitere ehemalige Benediktinerkl\u00f6ster wie das Kloster Scheyern (1838), das Kloster<\/p>\n<p>Weltenburg (1842) und Andechs (1846) und 1850 schlie\u00dflich St. Bonifaz in M\u00fcnchen wiederbesiedelt. Mit Zustimmung des Kapitels sandte Abt C\u00f6lestin Pater Gregor Waibel (Profess 1807) und Pater Meinrad K\u00e4lin (Profess 1807)nach Augsburg. Pater Gregor wurde<\/p>\n<p>Prior und Pfarrer in Ottobeuren. F\u00fcr ihn war es auch so etwas wie eine R\u00fcckkehr, denn er hatte 1805 in Ottobeuren Rhetorik studiert.Pater Gregor blieb bis 1839 in Ottobeuren. Pater Meinrad wirkte als Professor in Augsburg, war im neuen Kloster von 1835 Subprior<\/p>\n<p>bis 1839 und danach Prior bis 1845. In Augsburg war er auch Mitglied des polytechnischen Vereins des Oberdonaukreises. 1845 kehrte er in die Schweiz zur\u00fcck. Auch Kolumban\u00a0 M\u00f6sch (Profess 1827) war von 1835 bis 1844 in Ottobeuren. Franz Sales M\u00fcller (Profess<\/p>\n<p>1811) war von 1839 bis 1846 als Pfarrer in Ottobeuren. Pater Ambros R\u00f6slin (Profess 1824) wurde 1839 als Lehrer nach St. Stephan in Augsburg geschickt, wo er bis 1848 t\u00e4tig war. Danach kehrte er wieder nach Einsiedeln zur\u00fcck. Vom Stift Muri unterst\u00fctze Pater<\/p>\n<p>Reginbold Reimann die Bem\u00fchungen der Benediktiner in Bayern. Auch um mithilfe zur Wiedererrichtung des Stifts Weltenburg bat man Einsiedeln um Hilfe. Die politischen Unw\u00e4gbarkeiten lie\u00dfen auch \u00fcber eine Klostergr\u00fcndung in Galizien nachdenken.<\/p>\n<p>Das Projekt wurde aber nicht weiter verfolgt.<\/p>\n<p>Am 25. April 1840 konnte der Abt sein goldenes Professjubil\u00e4um feiern. Seine Gesundheit aber lie\u00df nach. Mehrmals suchte er B\u00e4der auf. 1845 stellten sich starke Schmerzen ein. Er hatte ein krebsartiges Beinleiden. Am 26. M\u00e4rz 1846 verstarb er.<\/p>\n<p>Am 23. April 1846 wurde mit Heinrich Schmid ein neuer Abt gew\u00e4hlt. Es war der 50. in der Reihe der Einsiedler \u00c4bte. Schon im ersten Wahlgang erreichte er die erforderliche Zahl der Stimmen.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Abt-Heinrich.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-width: 0px;\" title=\"Abt Heinrich\" alt=\"Abt Heinrich\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Abt-Heinrich_thumb.jpg\" width=\"124\" height=\"173\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>Heinrich Schmid kam am\u00a0 17. Februar 1801 als Sohn der Bauern Heinrich Schmid und Maria Verena B\u00fctler in Baar zur Welt. Dort besuchte er die Schule und wechselte dann 1814 auf das St\u00e4dtische Gymnasium nach Zug. Von Herbst 1818 an besuchte<\/p>\n<p>er die Klosterschule in Einsiedeln.1819 begann er mit dem Noviziat und seine Profess legte er am 22. Oktober 1820 zusammen mit Pater Gallus Morel und Pater Athanas Tschopp ab.<\/p>\n<p>Im Zusammenhang mit Konstanz wurde oben die Bulle Provida sollersque vom 16. August 1821. In W\u00fcrttemberg wurde Rottenburg zum Bischofssitz erhoben . Interessanterweise erteilte der erste Bischof von Rottenburg Johann Baptist von Keller<\/p>\n<p>(1821-1828) dem sp\u00e4teren Abt die Priesterweihe. Nach seiner Primiz wurde er als Mathematiklehrer an der Klosterschule eingesetzt. Er ging auch Pater Josef Tschudi (Profess 1810) zur Hand, der von 1819 bis 1832 Stiftsarchivar war. Als Pater Josef 1832<\/p>\n<p>Statthalter in Pf\u00e4ffikon wurde, war es nur folgerichtig, dass Pater Heinrich ihm im Amt folgte. Die Stelle des Archivars wurde immer als Vorstufe zur T\u00e4tigkeit eines Verwalters einer Kloster\u00f6konomie betrachtet. Auch die Ernennung zum Stiftsstatthalter<\/p>\n<p>1839 wirkte so logisch.Die T\u00e4tigkeit als Archivar hatte f\u00fcr Heinrich den praktischen Vorteil, dass er sich in die Rechte und Befugnisse und die Nutzungsanteile der Allmende gut einarbeiten konnte. Als Statthalter k\u00fcmmerte er sich vor allem um die Stiftswaldungen.<\/p>\n<p>1831 veranlasste er eine Bestandsaufnahme aller W\u00e4lder. Er sorgte f\u00fcr die Verbesserung der Bodenkultur. Er erliess genaue Anweisungen zur Schonung des Jungholzes und dar\u00fcber wo und wie Holz geschlagen werden darf. Diese Massnahmen kann man als Beginn<\/p>\n<p>einer \u201cmodernen\u201d Forstwirtschaft sehen.Die G\u00fcter des Stifts wurden ebenfalls vermessen.<\/p>\n<p>Auch auf die Pferdezucht im Stift richtete er sein Augenmerk. Schon 1784 hatte Pater Isidor Moser (Profess\u00a0 1759) in seiner Zeit als Statthalter in Einsiedeln von 1782-1787\u00a0 das Gest\u00fctsbuch des Kloster Einsiedeln begr\u00fcndet.<\/p>\n<p>Pater Heinrich f\u00fchrte nun zur Blutauffrischung der Einsiedler Pferdezucht die sogenannte englische Rasse im Marstall ein. 1840 wurde ein Zuchtbuch angelegt.<\/p>\n<p>In der Verwaltung sorgte er f\u00fcr eine bessere Buch-und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung. Auch als Baumeister war er t\u00e4tig. Er baute das Pfarrhaus in Schnifis. Das Schulhaus in Einsiedeln wurde unter seiner Leitung und nach seinen Pl\u00e4nen erbaut.<\/p>\n<p>Als es im November 1846 bezogen werden konnte, war Heinrich bereits Abt. In den letzten Regierungsjahren Abt Coelestins war er bereits dessen wichtigste Mitarbeiter gewesen und so war es klar, dass er zu dessen Nachfolger gew\u00e4hlt wurde. Die Best\u00e4tigung<\/p>\n<p>durch den Papst verz\u00f6gerte sich allerdings, da Papst Gregor XVI. am 1. Juni verstarb. Sein Nachfolger wurde Pius IX. (1846-1878). Diese erfolgte am 27. Juli 1846. Die Weihe nahm Nuntius Alessandro Macioti (1845-1848) unter Assistenz des\u00a0 Bischofs von Chur<\/p>\n<p>Kaspar von Karl (1844-1859) sowie des Abtes von Engelberg Eugen von B\u00fcren (1822- 1851) vor. Zusammen mit Heinrich wurde auch der neugew\u00e4hlte Abt von Dissentis Anselm Quinter (1846-1858) geweiht.<\/p>\n<p>Am Anfang der Regierung Abt Heinrichs fand die letzte milit\u00e4rische Auseinandersetzung auf dem Gebiet der Schweiz statt, der Sonderbundskrieg. Es war ein B\u00fcrgerkrieg, der von 3. bis 29. November 1847 dauerte. In den Jahren 1844 und 1845 fanden die<\/p>\n<p>Freischarenz\u00fcge statt. In Luzern hatten die Konservativen unter Josef Leu und Constantin Siegward-M\u00fcller einen von ihnen initiierte Verfassungsrevision durchgesetzt und den Sieg davon getragen. Darauf hin forderten sie von der Tagsatzung, dass der Kanton<\/p>\n<p>Aargau gezwungen werde, die im Rahmen des Aargauer Klosterstreits (s.o. Kloster Fahr) die aufgehobenen Kl\u00f6ster wieder herzustellen. 1843 erkl\u00e4rte der Kanton nur die Frauenkl\u00f6ster wieder her zustellen. Daraufhin fassten\u00a0 die katholischen Kantone<\/p>\n<p>Luzern, Uri, Zug, Schwyz, Obwalden, Nidwalden und das Wallis den Beschluss, sich von der Eidgenossenschaft zu trennen, falls der Kanton Aargau, die Kl\u00f6ster nicht wieder vollst\u00e4ndig wieder herstelle. Der Kanton Aargau vermutete, dass die Jesuiten dahinter<\/p>\n<p>steckten und forderte, dass diese aus der Schweiz ausgewiesen w\u00fcrden. Im Wallis wurden die Liberalen gewaltsam nieder geworfen. Der Kanton Luzern berief Jesuiten an die H\u00f6heren Lehranstalten von Luzern. Das konfessionalisierte die politische<\/p>\n<p>Auseinandersetzung zwischen dem liberal-radikalen und konservativen Lager. Freischaren versuchten die Regierung in Luzern zu st\u00fcrzen, scheiterten aber in zwei Angriffen. Der konservative Politiker Josef Leu wurde am 20. Juli 1845<\/p>\n<p>erschossen. Dies und die Furcht vor weiteren Freischarenz\u00fcge veranlasste die konservativen Kantone, einen f\u00f6rmlichen Bund zu schlie\u00dfen. Als die Beschl\u00fcsse bekannt wurden, beantragte Z\u00fcrich im Sommer 1846, den Bund gem\u00e4\u00df Bundesvertrag f\u00fcr<\/p>\n<p>aufgel\u00f6st zu erkl\u00e4ren. Im Juli 1847 waren in Genf und St. Gallen die Liberalen an die Macht gekommen. Nun wurde eine Revision des Bundesvertrags und eine Ausweisung der Jesuiten beschlossen.Die Sonderbundskantone vertrauten auf die Hilfe Frankreichs und<\/p>\n<p>\u00d6sterreichs blieben\u00a0 Mahnungen und und Vermittlungen unzug\u00e4nglich und r\u00fcsteten. Am 4. November 1847 entschied die Tagsatzung in Bern auf Waffengewalt. Sonderbundstruppen fielen am 3. November ins Tessin ein. Am 12. November unternahmen sie einen<\/p>\n<p>Vorsto\u00df ins aargauische Freiamt. Der General der Sonderbundstruppen\u00a0 Johann Ulrich von Salis-Soglio kam am 27. September in Einsiedeln an. Er machte dem Abt seine Aufwartung und logierte im Kloster. Ab 11. November r\u00fcckten die eidgen\u00f6ssischen<\/p>\n<p>Truppen mit 100 000 Mann unter General Guillaume-Henri Dufour r\u00fcckten gegen die Sonderbundskantone vor. Am 11. November kapitulierte Freiburg. Die Truppen der\u00a0 Sonderbundskantone wurden am 23. November geschlagen. Daraufhin kapitulierte Luzern<\/p>\n<p>und wurde besetzt. Am n\u00e4chsten Tag kapitulierten die \u00fcbrigen innerschweizer Kantone des Sonderbunds. Abt Heinrich hatte Kunde vom Fall Luzerns erhalten und begab sich am 25. November zum Kommandeur\u00a0 der Schwyzer Truppen Alois von Reding nach<\/p>\n<p>Biberbr\u00fcck. Er machte die aussichtslose Lage klar und riet dringend, einen Waffenstillstand einzugehen. Dieser kam zustande und wurde am 27. November vom Schwyzer Volk angenommen.<\/p>\n<p>Der Sonderbundskrieg hatte 150 Menschen das Leben gekostet und 400 Verletzte gefordert. In den besiegten Kantonen wurden Verfassung und Regierungen im liberalen Sinne revidiert. Die Kriegskosten mussten von den Verlierern durch hohe Reparationen<\/p>\n<p>beglichen werden. Am 28. November erschien Oberstbrigadier Blumer und nahm mit seinem Stabe im Kloster Quartier.\u00a0 Im Dorf waren rund 1000 Mann stationiert.\u00a0 Die Einquartierung dauerte vom 28. November 1847 bis 11. Februar 1848. Die Kosten f\u00fcr Verpflegung<\/p>\n<p>und Einquartierung beliefen sich auf 40.000 Gulden, f\u00fcr die das Kloster aufkommen musste.Schwieriger war die Lage im Kanton Schwyz. Das Kloster hatte sich bereit erkl\u00e4rt, die H\u00e4lfte der Kriegsschulden, das waren immerhin 110.000 Franken freiwillig zu<\/p>\n<p>\u00fcbernehmen. Das war dem Kanton noch nicht genug, am 30. Oktober nahm der Kantonsrat die Verteilung der Lasten zwischen Kanton und Kloster vor. Dem Kloster wurde die H\u00e4lfte der Staatsschulden, das waren 2269.83 Franken. Gleichzeitig wurde der Verkauf<\/p>\n<p>von Liegenschaften untersagt. Doch die Herrschaft Gachnang im Thurgau, die man 1632 erworben hatte, musste aufgegeben werden.<\/p>\n<p>Auch Bellenz ging verloren. 1852 hatte die Regierung im Tessin einen Gesetzentwurf vorgelegt, der die Aufhebung aller m\u00e4nnlichen Orden vorsah. Auch die Residenz in Bellenz war auf der Liste der aufzuhebenden Kl\u00f6ster. Zwar machte Probst Pius Regli<\/p>\n<p>(Profess 1812) die Regierung darauf aufmerksam, dass die Residenz kein Kloster darstelle. Ohne Erfolg. Am 28. Mai 1852 nahm der Gro\u00dfe Rat den Aufhebungsantrag mit einer Stimme Mehrheit an. Der Probst wurde dann vom Kloster beauftragt,<\/p>\n<p>den Prozess gegen die Tessiner Regierung wegen der G\u00fcter, die dem Kloster geh\u00f6rten, zu f\u00fchren. Er wurde am 26. Oktober 1855 schiedsgerichtlich entschieden. Dem Kloster wurde die Residenzbibliothek sowie eine Entsch\u00e4digung von 40.000<\/p>\n<p>Franken zugesprochen. Das Kloster hatte aber in 175 Jahren rund 175.000 Franken eigene Mittel aufgebracht.<\/p>\n<p>Der Sonderbundskrieg und seine finanziellen Folgen, aber auch die Vorg\u00e4nge in Bellenz, haben die unsichere Lage der Schweizer Kl\u00f6ster deutlich gemacht. Der Gedanke in der Neuen Welt eine Niederlassung zu schaffen, war nachvollziehbar, Der Ansto\u00df kam<\/p>\n<p>allerdings aus den USA selbst.<\/p>\n<p>1822 war in Lyon basierend auf den Ideen und initiiert von Pauline Jaricot das Werk der Glaubensverk\u00fcndung gegr\u00fcndet worden. Das Werk verbreitete sich rasch in Europa. Von 1846 bis 1850 war damals Pater Gallus Morel in der Schweiz Pr\u00e4fekt des<\/p>\n<p>Werkes. Nachdem Der Strom europ\u00e4ischer Einwanderer und darunter eben auch vieler deutschsprachige wurde das Problem der seelsorgerischen Betreuung dieser Menschen immer dr\u00e4ngender. Zwar hatte das wiedergegr\u00fcndete Benediktinerkloster<\/p>\n<p>Metten und vor allem der aus Metten kommende Pater Bonifaz Wimmer sich intensiv um Amerika gek\u00fcmmert. Pater Bonifaz war auch Begr\u00fcnder des benediktinischen M\u00f6nchtums in Amerika. Wie wir oben gesehen haben, begann sich benediktinisches<\/p>\n<p>Leben nach den Klosteraufhebungen der S\u00e4kularisation gerade wieder zu entfalten. Da waren einfach noch nicht genug Kr\u00e4fte f\u00fcr eine umfassende Missionst\u00e4tigkeit in \u00dcbersee frei.<\/p>\n<p>1847 wandte sich nun John Henni an den Pr\u00e4fekten der Glaubenskongregation, Gallus Morel. John Henni war seit 1843 Bischof in Milwaukee. Er stammte aus Obersaxen in Graub\u00fcnden. Der Zeitpunkt der Anfrage war allerdings nicht sehr g\u00fcnstig,<\/p>\n<p>denn es war ja die Zeit des Sonderbundkrieges. 1852 erneuerte der Bischof seine Bitte. Ein Pater sollte kommen und schauen, wo eine Benediktinerniederlassung gegr\u00fcndet werden k\u00f6nne. Das sollte bald geschehen, da die Grundst\u00fcckspreise im Steigen<\/p>\n<p>begriffen waren. Allerdings hatte kurz zuvor der Bischof Jacques Maurice de St. Palais (1849-1877) von der amerikanischen Di\u00f6zese Vincenne in Indiana Gelegenheit mit Abt Heinrich pers\u00f6nlich zu sprechen. 1851 war der Bischof in Rom und kam auch nach<\/p>\n<p>Einsiedeln. In der erst 1834 gegr\u00fcndeten Di\u00f6zese lebten etwa 4000 Katholiken, verteilt auf 50.000 Quadratmeilen. Die Zahl war st\u00e4ndig im Steigen begriffen und der \u00fcberwiegende Teil der Gl\u00e4ubigen war deutschsprachig. Nur 3 Priester standen dem<\/p>\n<p>Bischof zur Seelsorge zur Verf\u00fcgung.\u00a0 Abt Heinrich war zu der Zeit mit dem Ausbau der Schule der Schule besch\u00e4ftigt und auch die finanziellen Nachwirkungen der letzten Jahre lasteten noch auf dem Kloster. Im Folgejahr kam der Generalvikar der<\/p>\n<p>Di\u00f6zese Pater Joseph Kundek (1810-1857) nach Einsiedeln. Pater Joseph Kundek war kroatischer Priester, der deutsch sprach. Er tat viel f\u00fcr die Ansiedlung deutscher Einwohner. Er gr\u00fcndete Siedlungen. Ferdinand war das erste komplette deutsche Dorf, das er<\/p>\n<p>gr\u00fcndete. Dann folgte Fulda und Celestine. In Einsiedeln hatte sich die Lage inzwischen ge\u00e4ndert. Die Regierung im Tessin hatte gerade die Residenz in Bellenz aufgehoben. Dadurch wurden Kr\u00e4fte frei. Und es lief ja auch ein Prozess gegen die Tessiner Regierung.<\/p>\n<p>Vielleicht erhoffte man sich auch daraus finanzielle Mittel zu bekommen, um ein\u00a0 solches Unternehmen finanzieren zu k\u00f6nnen. Der Abt und der Konvent gaben also die Zustimmung zu einer Gr\u00fcndung in der Neuen Welt. Nat\u00fcrlich wurde der Plan auch dem<\/p>\n<p>Papst vorgelegt. Pater Gallus Morel stellte das Vorhaben in Rom pers\u00f6nlich vor. Die geplante Klostergr\u00fcndung sollte auch der Erziehung von Weltgeistlichen dienen. Kardinal Fransoni, seit 1834 Pr\u00e4fekt der Kongregation De Propaganda fide, teilte am 22.<\/p>\n<p>November 1852 mit, dass Papst Pius das Werk lobe. Auch dem Werk der Glaubensverbreitung in Lyon wurde das Projekt vorgelegt. Die finanzielle Hilfe des Werks sah der Abt auch deswegen f\u00fcr wichtig an, dass in der Schweiz nicht der Gedanke aufkomme, man<\/p>\n<p>verlagere Klosterverm\u00f6gen aus der Schweiz nach Amerika. Der Abt schickte Pater Karl Brandes (Profess 1832 in Solesmes, erneuert in Einsiedeln 1850) nach Lyon. Seine Mission war erfolgreich, wobei ihm vielleicht seine Zeit in einem franz\u00f6sischen Kloster half.<\/p>\n<p>Das Werk sicherte eine Unterst\u00fctzung von 12 bis 15000 Franken zu, nur noch der Zentralrat in Paris m\u00fcsse zustimmen. Nun holte Abt Heinrich auch die Zustimmung des Kapitels ein. Diese wurde am 19. November 1852 gegeben. Nun w\u00e4hlte der Abt aus den Patres,<\/p>\n<p>die sich freiwillig gemeldet hatten, zwei aus. Das war einmal Pater Beda O\u2019Connor, ein geb\u00fcrtiger Ire, der als Knabe nach Einsiedeln kam und praktisch kein Wort deutsch konnte. Das lernte er in Einsiedeln nat\u00fcrlich rasch. Seine Profess legte er 1847 ab.<\/p>\n<p>In Einsiedeln unterrichte er Englisch. F\u00fcr seine neue Aufgabe war er dank seiner Sprachkenntnisse nat\u00fcrlich bestens ger\u00fcstet. Er wurde begleitet von Pater Ulrich Christen (Profess 1832).<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Pater-Beda.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-width: 0px;\" title=\"Pater Beda\" alt=\"Pater Beda\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Pater-Beda_thumb.jpg\" width=\"124\" height=\"193\" border=\"0\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Pater-Ulrich.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-width: 0px;\" title=\"Pater Ulrich\" alt=\"Pater Ulrich\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Pater-Ulrich_thumb.jpg\" width=\"124\" height=\"168\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>Pater Beda war ab 1886 Kanzler des Bischofs von Vincennes, ab 1870 war er dessen Generalvikar. Abt Heinrich ernannte ihn 1871 zum Apostolischen Notar. Er verstarb mit erst 50 Jahren in Terrehaute.<\/p>\n<p>Pater Ulrich war erst an der Kirche St. Joseph in Jasper, danach an der Ferdinandskirche in Ferdinand und schlie\u00dflich an der Maria Hilfkirche in Dubois. Er 1865 wieder nach Einsiedeln zur\u00fcck. Schon im April 1835 hatte Pater Ulrich<\/p>\n<p>1400 Juchart Landgekauft, was den Abt doch etwas aus der Fassung brachte. Er beruhigte sich erst wieder nach einem Schreiben des Bischofs und Pater Kundeks. Der Kauf erwies sich aber als sehr vorteilhaft, den er aber vorbehaltlich der Zustimmung<\/p>\n<p>des Kapitels gemacht hatte. Die Zustimmung wurde erteilt. Bischof und Generalvikar hatten weiteres Land geschenkt. Am 21. M\u00e4rz 1854 wurde die kl\u00f6sterliche Niederlassung er\u00f6ffnet, die man unter das Patronat St. Meinrads stellte.<\/p>\n<p>Die Niederlassung war um weitere zwei Patres verst\u00e4rkt worden, n\u00e4mlich Pater Hieronymus Bachmann (Profess 1818). Er war zweimal in USA, erstmals von 1853 bis 1854 und dann nochmals 1855 f\u00fcr zwei Jahre. Mit Pater Hieronymus ging Pater Eugen Schmerzmann<\/p>\n<p>nach Amerika.\u00a0 Er geh\u00f6rte zwar dem Stift Engelberg an, half in der Zeit aber als Lehrer in Amerika aus. Pater Eugen war der erste Pater, der in Amerika verstarb und zwar im Jahr 1854. Ihnen folgten Pater Athanasius Tschopp (Profess 1820) und Pater Johannes<\/p>\n<p>Chrysostomus Foffa (Profess 1851). Pater Athanasius war f\u00fcr ein Jahr ab 1855 als Prior von St. Meinrad in Amerika. Pater Johannes Chrysostomus war zweimal in Amerika, einmal von 1855-1871 und ein zweites Mal f\u00fcr 10 Jahre 1875 bis 1885. Da war er dann Pfarrer in<\/p>\n<p>Belleville. Die Unternehmung in Amerika erwies sich als gl\u00fcckhaft. Doch bereitete die Verschuldung der neuen Niederlassung dem Abt zunehmend Sorgen und er meinte dieser Entwicklung durch eine teilweise Liquidation des Besitzes entgegen wirken zu<\/p>\n<p>m\u00fcssen. Bischof Jaques Maurice de Palais reiste 1859 extra nach Einsiedeln und erreichte, dass man die Lage von St. Meinrad zuhause nun doch g\u00fcnstiger beurteilte. Der Bischof erhielt auch zwei neue Hilfskr\u00e4fte die f\u00fcr St. Meinrad wichtige Impulse brachten.<\/p>\n<p>Pater Martin Marty hatte sein Studium bei den Jesuiten in Freiburg begonnen. Als die Jesuiten 1848 dort vertrieben wurden, ging er nach Einsiedeln. 1855 legte er dort seine Profess ab. In Einsiedeln war er Professor f\u00fcr Moraltheologie. Vom Abt wurde er 1860 nach<\/p>\n<p>St. Meinrad nach Amerika gesandt.\u00a0 1865 wurde Prior. Seiner geschickten Leitung war es zu verdanken, dass das Priorat zur selbstst\u00e4ndigen Abtei erhoben wurde und Pater Martin wurde der erste Abt. 1876 ging Abt Martin zu den Sioux-Indianern.<\/p>\n<p>Er wurde \u201czum Apostel der Sioux-Indianer\u201d und war einer der bedeutendsten Missionare seiner Zeit. Er wurde zum Titularbischof von Tiberias ernannt. Er legte 1879 die Abtsw\u00fcrde nieder. Ihm wurde die Indianermission anvertraut und er war s\u00e4mtliche Katholiken<\/p>\n<p>des Riesengebietes anvertraut. 1889 wurde das Territorium von Dakota in die beiden Staaten Nord-und S\u00fcddakota aufgeteilt. Auch die kirchliche Aufteilung folgte. Martin Marty wurde der erste Bischof des neuen Bistums Sioux Falls. Bischof Martin verstarb<\/p>\n<p>1896 mit 63 Jahren. Mit Pater Marin war Pater Fintan Mundwiler (Profess\u00a0 1855) nach Amerika gegangen. Er wurde der erste Prior der zur Abtei erhobenen Niederlassung und als Abt Martin zum Bischof erhoben wurde, w\u00e4hlten seine Mitbr\u00fcder den<\/p>\n<p>bisherigen Prior zum Nachfolger des bisherigen Abtes. Abt Fintan wurde 1855 der erste Pr\u00e4ses der Schweizerisch-Amerikanischen Benediktinerkongregration. Auch er verstarb mit 63 am 14. Februar 1898 in St. Meinrad in Amerika.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck nach Europa. Abt Heinrich war ja gleich am Tag nach seiner Weihe bestellten ihn die \u00c4bte der Kongregation zu ihrem Pr\u00e4ses. Am 28. Oktober 1846 brannte das Kloster Dissentis nieder.Dem Wiederaufbau folgte eine dr\u00fcckende Schuldenlast.<\/p>\n<p>Der Kanton Graub\u00fcnden stellte das Kloster unter Staatsaufsicht. Das kantonale Klostergesetzes von 1861 verhinderte die Novizenaufnahme. Das Kloster geriet an den Rand des Untergangs. Als Abt Anselm 1859 verstarb, blieb der Abtsstuhl zun\u00e4chst mal unbesetzt.<\/p>\n<p>Abt Heinrich wurde zum Apostolischen Administrator der Abtei bestellt. Abt Heinrich sandte Patres aus Einsiedeln nach Disentis um die Dinge dort zu bessern, allerdings kaum mit Erfolg da man dort \u201cvon Fremden\u201d nichts wissen wollte.<\/p>\n<p>Am 15. Juli 1859 ernannte Papst Pius IX. Pater Georg Ulber zum Abt von Dissentis.Pater Georg hatte 1840 seine Profess in Einsiedeln abgelegt. Er verhandelte nun mit der Regierung in Graub\u00fcnden. Doch die erzielte \u00dcbereinkunft wurde von Rom nicht angenommen.<\/p>\n<p>Daraufhin verzichtete Pater Georg auf die an ihn ergangene Berufung. Nun wurde Placidus Tenner vom Nuntius zum Oberen, nicht zum Abt ernannt. Abt Heinrich hatte auch wegen der politischen Lage seine Stelle als Apostolischer Administrator<\/p>\n<p>niedergelegt. Nun ernannte Rom den Bischof als apostolischen Delegaten f\u00fcr Disentis, mit dem Recht, Obere nach eigenem Gutd\u00fcnken einzusetzen. Davon machte Bischof Nikolaus Franz Florentini (1859-1876) und bestellte Paul Birker als Abt von Disentis<\/p>\n<p>Abt Paul war am 27. August 1847 von K\u00f6nig Ludwig I. als erster Abt von St. Bonifaz in M\u00fcnchen ernannt worden. Er hatte sehr strenge Vorstellungen von m\u00f6nchischer Askese und Klosterleben. In seinem Konvent konnte er sich damit nicht durchsetzen und trat<\/p>\n<p>1854 zur\u00fcck. Er war ein anerkannter Schulmann. Deshalb bem\u00fchte er sich in Disentis vor allem um die Hebung des Schulwesens, auch um die Regierung in Graub\u00fcnden g\u00fcnstig zu stimmen. Unterst\u00fctzt wurde er in seinem Bem\u00fchen durch Kapitularen aus Einsiedeln.<\/p>\n<p>Seine Regierung war aber nicht sehr gl\u00fccklich und so dankte er 1877 auch in Dissentis ab. Bessere Zeiten f\u00fcr Disentis gab es erst, als ein Stimmungsumschwung im Volk und der Regierung f\u00fcr ein besseres Umfeld gesorgt hatten.<\/p>\n<p>Im Thurgau war die Meinung vieler Politiker Kl\u00f6ster seien\u00a0 &#8222;jedem gemeinn\u00fctzigen Wirken fremd geblieben&#8220;.\u00a0 Staatliche Kl\u00f6sterverwalter wurden eingesetzt. Man beschloss, dass Novizenaufnahme bewilligt werden musste oder ganz oder<\/p>\n<p>sie wurde gleich ganz verboten. 1848 beschloss der Gro\u00dfe Thurgauer Rat alle Kl\u00f6ster bis auf eines aufzuheben, das dann 1869 auch noch folgte. Dies betraf die Kl\u00f6ster Augustiner-Chorherrenstift St. Pelagius Bischofszell (seit etwa 850),<\/p>\n<p>Augustiner-Chorherrenstift St. Ulrich und Afra Kreuzlingen (seit 968), Benediktinerinnenkloster M\u00fcnsterlingen\u00a0 (seit etwa 1100)<\/p>\n<p>Bendiktinerkloster Fischingen (seit 1135), Zisterzienserinnenabteien Feldbach (seit 1253), Kalchrain (seit 1330) und T\u00e4nikon (seit 1249)*<\/p>\n<p>Kart\u00e4userkloster Kartause Ittingen (seit 1461, zuvor Augustinerkloster),Kapuzinerkloster Frauenfeld (seit 1559)<\/p>\n<p>und 1869 Dominikanerinnenkloster St. Katharinental<\/p>\n<p>F\u00fcr Rheinau hatte der Z\u00fcricher Rat 1835 das Verbot der Novizenaufnahme beschlossen und damit das Kloster zum Aussterben verurteilt. 1874 wurde Kloster Mariastein vom Kanton Solothurn aufgehoben.<\/p>\n<p>Damit existierten in der Schweiz nur noch drei Benediktinerkl\u00f6ster als Abt Heinrich starb.<\/p>\n<p>Am 8. September 1869 wurde in Rom das 1. Vatikanische Konzil er\u00f6ffnet. Auch Abt Heinrich war zu diesem Konzil berufen worden und nahm daran teil. Zusammen mit Prior Martin Marty von St. Meinrad und Pater Georg Ulbers, der ja in Disentis h\u00e4tte Abt werden<\/p>\n<p>sollen reiste man nach Loreto und Assisi. Zum St. Benediktsfest in Monte Cassino 1870 hielt Abt Heinrich das Pontifikalamt. Wichtigstes Ergebnis des Konzils war das Dogma von der Unfehlbarkeit des Papstes bei \u201cendg\u00fcltigen Entscheidungen in<\/p>\n<p>Glaubens-und Sittenlehrern.\u201d Das f\u00fchrte mancherorts zu heftigen Reaktionen. \u00d6sterreich k\u00fcndigte ein 1855 geschlossenes Konkordat. Es kam zu Kirchenabspaltungen in Deutschland, \u00d6sterreich und der Schweiz, die altkatholische Kirche, in der Schweiz<\/p>\n<p>Christkatholische Kirche. die Gemeinschaft selbst\u00e4ndiger katholischer Kirchen ist in der Utrechter Union zusammengeschlossen. Das Erzbistum Utrecht ist die \u00e4lteste altkatholische Kirche und seit 1723 von Rom unabh\u00e4ngig.<\/p>\n<p>Abt Heinrich konnte im Jahr 1870 auch sein goldenes Professjubil\u00e4um feiern.<\/p>\n<p>Abt Heinrich verstarb am 28. Dezember 1874.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Abt-Basilius.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-width: 0px;\" title=\"Abt Basilius\" alt=\"Abt Basilius\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Abt-Basilius_thumb.jpg\" width=\"124\" height=\"203\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>Am 28 Dezember 1821 kam Abt Basilius als Johann Anton Oberholzer auf dem Gut Buchholz bei Uznach zur Welt. Seine Eltern waren die Bauersleute Alois Oberholzer und Anna Bochsler. Er besuchte die Schule in Uznach. Dort wurde er schon fr\u00fch<\/p>\n<p>als S\u00e4nger geschult. Er erlernte auch das Orgel-Klavier-und Geigenspiel. Danach besuchte er eine Art H\u00f6here Realschule. Ab Herbst 1835 besuchte er die Klosterschule in Einsiedeln. Seine musikalischen Talente wurden dort gef\u00f6rdert.<\/p>\n<p>Irgendwann aber sagt ihm das nicht mehr zu und er wollte das Studium nach der sechsten Klasse aufgeben. Sein Vater hatte sich nach einem Platz in einem Handelshaus in St. Gallen f\u00fcr ihn umgesehen. Auf dem dahin besann er sich aber eines anderen<\/p>\n<p>und kehrte nach Einsiedeln zur\u00fcck und meldete sich dort f\u00fcr das Noviziat an. Er wiederholte die 6. Klasse und besch\u00e4ftigte sich viel mit Musik. Im September 1845 legte er als Frater Basilius die Profess ab. Er studierte Theologie und wurde am 19. September 1846<\/p>\n<p>zum Priester geweiht. Nach seiner Primiz wurde er dem Pr\u00e4fekten und Rektor am Gymnasium Pater Rupert Ledergerber zur Seite gegeben um in den Ferien die Studenten zu \u00fcberwachen und Unterricht in Gesang und Musik zu geben. Im neuen Schuljahr<\/p>\n<p>unterrichtete er an zwei Klassen Mathematik, in der ersten Klasse Griechisch. Daneben \u00fcbernahm er noch eine Zahl Gesangs-und Musikstunden. Als 1848 die Schule vergr\u00f6\u00dfert wurde, bestellte ihn der Abt zum Vizepr\u00e4fekten.<\/p>\n<p>Von 1846 bis 1850 war er auch Vizekapellmeister. Er war ein ausgezeichneter Musikant und konnte die meisten Instrumente spielen. Er war ein sehr guter Lehrer und kam mit dem ihm anvertrauten jungen Leuten bestens klar.<\/p>\n<p>Am 22. Dezember 1858 bestellte ihn Abt Heinrich zum Stiftsk\u00fcchenmeister. Das sollte die Vorbereitung zum Statthalter in Pf\u00e4ffikon sein. Diesen Posten musste er am 14. Mai 1859 antreten. Er ging nur ungern von Einsiedeln weg. Er wurde oft von seinen<\/p>\n<p>ehemaligen Studenten aber auch Mitbr\u00fcdern in Pf\u00e4ffikon besucht. An seinem neuen Platz aber arbeitete er sich gut ein und verwaltete den Betrieb in Pf\u00e4ffikon bestens. Als sich der Gesundheitszustand von Abt Heinrich zunehmend<\/p>\n<p>verschlechterte, kam auch ihm das Ger\u00fccht zu Ohren, er werde in Einsiedeln als neuer Abt gehandelt. Er eilte sofort nach Einsiedeln, um Abt Heinrich zu bitten, ihn unverz\u00fcglich nach Amerika zu schicken. Als er in Einsiedeln ankam, stand es schon so schlecht<\/p>\n<p>um Abt Heinrich, dass er seine Bitte nicht mehr vorbringen wollte.<\/p>\n<p>Am 13. Januar 1875 w\u00e4hlten in seine Mitbr\u00fcder zum neuen Abt. Die Weihe nahm Weihbischof Kaspar Willi von Chur an, der ja auch dem Orden der Benediktiner angeh\u00f6rte. Laut Professbuch assistierten ihm die \u00c4bte von Rheinau und Engelberg.<\/p>\n<p>F\u00fcr Engelberg war das Abt Anselm Villiger (1866-1901). F\u00fcr Rheinau m\u00fcsste das der letzte Abt Leodegar Inneichen gewesen sein. Allerdings war das Kloster ja 1862 aufgehoben worden und in eine kantonale Heil-und-Pflegeanstalt umgewandelt worden.<\/p>\n<p>Auch m\u00fcsste das kurz vor seinem Tod gewesen sein. denn Abt Leodegar verstarb 1876.<\/p>\n<p>Als Schulmann lagen ihm nat\u00fcrlich die Schulen am Herzen. Ein gro\u00dfer neuer Schlafsaal wurde gebaut. Dazu kamen sanit\u00e4re Anlagen. Die Schule bot nun 130 Sch\u00fclern Platz. 10 neue Musikzimmer wurden eingerichtet.<\/p>\n<p>Er sandte seine M\u00f6nche auch an Hochschulen in Rom, Leipzig, Berlin, M\u00fcnchen und T\u00fcbingen.1880 hatte er\u00a0 Columban Brugger, seinen Sp\u00e4teren Nachfolger zum Studium nach Karlsruhe geschickt. Das zeugt f\u00fcr Offenheit und Weitsicht des Abtes.<\/p>\n<p>Die Gr\u00fcndung des Polytechnikums Karlsruhe erfolgte durch Gro\u00dfherzog Ludwig von Baden\u00a0 am 7. Oktober 1825 in seiner Residenzstadt. Es war eine der erste Hochschulen dieser Art in Deutschland. Ihr Bildungsangebot l\u00e4sst auf den ersten Blick nicht<\/p>\n<p>unbedingt\u00a0 auf ein kl\u00f6sterliches Profil zu passen, zeigt aber, dass der Abt die besonderen Begabungen seiner M\u00f6nche im Blick hatte und sie f\u00f6rderte.<\/p>\n<p>Als seinen Nachfolger in Pf\u00e4ffikon schickte Abt Basilius Pater Dominikus Matter (Profess 1863) Am 7. Februar 1875 wurde Pater Dominikus Statthalter in Pf\u00e4ffikon. Dort blieb er bis zum 30. Dezember 1922. Im darauffolgenden April verstarb er im Alter von 85 im<\/p>\n<p>Kloster. Schon von Beginn seiner Regierungszeit an versuchte er den Betrieb im Kloster rationeller zu gestalten. Eine Reihe landwirtschaftlicher neuer Maschinen wurde erworben. Die Torfgewinnung wurde 1877 auf maschinellen Betrieb umgestellt.<\/p>\n<p>Im Kloster wurde 1876 eine f\u00fcr die damalige Zeit moderne Dampfheizung errichtet, die danach 50 Jahre ihren Dienst versah. Das war zun\u00e4chst gegen den Widerstand einiger Konventualen erfolgt, die Unannehmlichkeiten wegen der Bauarbeiten bef\u00fcrchteten.<\/p>\n<p>Stiftsstatthaler war von\u00a0 1869 bis 1895 Pater Raphael Kuhn (Profess 1847). Er hatte einiges unternommen, um seine Mitbr\u00fcder von den Vorz\u00fcgen einer Dampfheizung zu \u00fcberzeugen. Wichtigstes Argument war f\u00fcr ihn die Verminderung der Brandgefahr. Denn im<\/p>\n<p>Kloster fielen durch die Dampfheizung \u201c100 Feuerherde\u201d weg. Er lobte die Vorz\u00fcge der Dampfkraft. Er plante damit den Betrieb einer M\u00fchle, einer S\u00e4ge, einer Dampfw\u00e4scherei, ja sogar einer Dampfk\u00fcche und einer Badeanstalt f\u00fcr die M\u00f6nche. Die<\/p>\n<p>Technikbegeisterung von Pater Raphael kam nicht von ungef\u00e4hr. Den er in Kremsm\u00fcnster ab September 1850 ein Jahr Physik studiert. Danach unterrichtete er in Einsiedel bis 1869 Physik und Astronomie. 1867 besuchte er die Weltausstellung in Paris.<\/p>\n<p>1663 hatte Abt Plazidus Reimann eine neue wasserbetriebene S\u00e4ge an der Alp erbauen lassen. Beim Klosterneubau leistete die S\u00e4gerei wertvolle Dienste. Allerdings war sie so bauf\u00e4llig geworden, dass sie 1787 durch einen Neubau ersetzt wurde.<\/p>\n<p>Anfang des 19. Jahrhunderts kam es immer wieder zu Streitigkeiten mit anderen Wasserwerksbesitzern. 1878 entschieden\u00a0 die Waldleute, wegen \u00dcberschwemmungsgefahr die Alp tiefer zu legen. Da entschloss sich das Kloster zum Verkauf der M\u00fchle.<\/p>\n<p>Mit dem Erl\u00f6s baute man auf dem Klosterareal eine neue M\u00fchle und 1882 nahm man eine neue mit Dampf betriebene S\u00e4ge in Betrieb. Lange Transportwege entfielen nun. Das Kloster konnte seine Werkst\u00e4tten mit zugeschnittenem Nutzholz versorgen.<\/p>\n<p>Auch der Marstall hatte die Aufmerksamkeit des Abtes. Auf dem Freiherrenberg wurde ein neuer Pferdestall erstellt. Zwei Bundeshengste wurden 1891 eingestellt. Das Kloster wurde immer wieder f\u00fcr seine Zuchterfolge bei Pferden, aber auch beim<\/p>\n<p>Braunvieh ausgezeichnet. 1891 wurde im Konventgarten ein gro\u00dfes Bienenhaus erbaut. Auch in der Kirche wurden Neuerungen vorgenommen zum Beispiel ein neuer Bodenbelag oder 1866 eine neu Bestuhlung.<\/p>\n<p>Auch die Benediktinerkonkregation brauchte immer mal wieder personelle Hilfe.\u00a0 So kam Pater Paul Schindler (Profess 1862)1876 nach Disentis. Dort war er von 1877 bis 1879 Prior. Von 1888-1890 war er Theologieprofessor am Ordenskolleg S. Anselmo in Rom.<\/p>\n<p>In Monte Cassino und in Delle, wohin die Benediktiner von Mariastein ausgesiedelt waren, unterrichteten Konventualen aus Einsiedeln.<\/p>\n<p>Das Missionswerk in Amerika forderte und erhielt immer wieder personelle Unterst\u00fctzung. Pater Wolfgang Schlumpf hatte seine Profess 1853 abgelegt. 1862 kam er in Amerika in St. Meinrad. Abt Martin Marty sandte ihn 1878 nach Arkansas.<\/p>\n<p>Dort gr\u00fcndete er die neue Niederlassung San Subiaco, deren Prior er wurde. Diese entwickelte sich zu einem bl\u00fchenden Kloster. Es wurde 1891 zur Abtei erhoben. 1887 traf das Kloster St. Meinrad in USA ein Brandungl\u00fcck. Aber man begann sofort mit<\/p>\n<p>einem Neubau, auch von Einsiedeln tatkr\u00e4ftig unterst\u00fctzt. Pater Vinzenz Wehrle (Profess 1876) kam 1882 nach St Meinrad, Von dort ging er weiter nach Neu-Subiaco. In Devils Lake gr\u00fcndete er eine kl\u00f6sterliche Niederlassung die 1899 nach Richardton verlegt wurde.<\/p>\n<p>1901 wurde dort ein kanonisches Priorat errichtet. Pater Vinzenz wurde dort Prior. Papst Pius X. (1903-1914) erhob es zur 24. November 1903 zur Abtei St. Maria. Der Prior wurde Abt von Richardton. Am 9. April 1910 ernannte ihn Papst Pius zum Bischof von<\/p>\n<p>Bismark. als Abt von Richardton resignierte er 1915.<\/p>\n<p>F\u00fcr das Kloster Fahr konnte Abt Basilius Erleichterungen erreichen. In einem Gesetz von 1865 war dem Kloster Fahr die Novizenaufnahme untersagt. 1886 konnte Abt Basilius diese Bestimmung revidieren. Allerdings blieb die Zahl der Klosterfrauen auf 30<\/p>\n<p>beschr\u00e4nkt.<\/p>\n<p>1893 konnte Abt Basilius sein 50-j\u00e4hriges Professjubil\u00e4um feiern. Er war da allerdings schon krank. Ein Magenleiden ging allm\u00e4hlich in Krebs \u00fcber, dem er am 28. November 1895 erlag.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Abt-Kolumban.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-width: 0px;\" title=\"P. Kolumban (Johann Baptist) Brugger von Basel\" alt=\"P. Kolumban (Johann Baptist) Brugger von Basel\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Abt-Kolumban_thumb.jpg\" width=\"175\" height=\"244\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>Columban Brugger wurde am 17. April 1855 als Johann Brugger in Basel geboren. Seine Eltern Johann Brugger und Katharina Gerspach hatten seit 1871 das schweizerische B\u00fcrgerrecht. Zun\u00e4chst besuchte er die von den Schulbr\u00fcdern in Basel geleitete<\/p>\n<p>Schule. Er hatte eine gro\u00dfe Begabung f\u00fcr Musik und in Basel hatte er schon f\u00fcr Musikunterricht. Ab 1868 besuchte er die Stiftschule. Dort verbrachte er viel Zeit mit praktischen und theoretischen Musikstudien. Aber bald zeigte er auch eine besondere<\/p>\n<p>Vorliebe f\u00fcr Technik. mit 17 meldete er sich ins Kloster an. Als Frater Columban legte er am 2. September 1873 seine Profess ab. Er beendete sein Physik-und Philosophiestudium. Am 20.September 1879 wurde er zum Priester geweiht. Seine technische<\/p>\n<p>Begabung f\u00f6rderte der Abt mit einem Studium an der Universit\u00e4t Karlsruhe. Vin 1881 bis 1889 unterrichtete er Mathematik am Stiftsgymnasium, 1883 und 1884 auch Physik und Chemie. Daneben war er auch Vizekapellmeister. Hier pflegte er vor allem den<\/p>\n<p>gregorianischen Choral, das in einer Zeit, in der dieser alten Tradition noch nicht soviel Gewicht beigemessen wurde wie heute. Er baute das physikalische Kabinett aus. F\u00fcr sein physikalisches Interesse hatte er in seinem Abt einen gro\u00dfz\u00fcgigen<\/p>\n<p>F\u00f6rderer und G\u00f6nner. Im Physikzimmer wurde auch eine elektrische Anlage erstellt, die es erm\u00f6glichte, die Kirche zu beleuchten. Am 31. M\u00e4rz 1894 wurde er Nachfolger des verstorbenen Siftsdekans Ildefons H\u00fcrlimann (Profess 1845, Stiftsdekan von 1867<\/p>\n<p>bis zu seinem Tod 1894). Damit musste er seine T\u00e4tigkeit als Lehrer aufgeben. Kurz nach seiner Ernennung zum Dekan brach ein schweres Magenleiden aus, an dem er fast gestorben w\u00e4re. Er erholte sich zwar, musste aber zeitlebens strengste Di\u00e4t halten.<\/p>\n<p>Trotz gesundheitlicher Bedenken wurde Pater Columban am 5. Dezember 1895 zum neuen Abt gew\u00e4hlt. Am 21. M\u00e4rz 1895 weihte ihn der Abt von Muri-Gries Augustin Gr\u00fcninger (1887-1897). Anwesend waren die \u00c4bte der Schweizer Benediktinerkl\u00f6ster,<\/p>\n<p>aber auch Laurentius Wocher (1893-1895)Abt des Klosters Mehrerau. Im Zuge des Klosterstreits im Kanton Aargau mussten die M\u00f6nche ihr Kloster Wettingen am 12. Januar 1841 verlassen. Sie gr\u00fcndeten ihr Kloster 1854 in der alten BenedikinerAbtei Mehrerau bei<\/p>\n<p>Bregenz neu. Aus Kloster \u00d6lenberg war Abt Francois Struck (!889-1912) dabei. \u00d6lenberg\u00a0 im Deparment Haut-Rhin in der N\u00e4he von M\u00fclhausen war 1825 von Trappisten wieder besiedelt worden. Auch zwei Bisch\u00f6fe weilten der Amtseinsetzung bei,<\/p>\n<p>n\u00e4mlich Bischof Johannes Fidelis Battaglia (1889-1905) vom Bistum Chur und der Basler Bischof Leonhard Haas (1888-1906). Der neue Abt wurde bald zum Pr\u00e4ses der schweizerischen Benediktiner gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Zu Beginn seiner Amtszeit widmete er sich der Orgel. Musikalisch und physikalisch bewandert besorgte er einen Teil des Umbaus in den Einsiedler Werkst\u00e4tten zusammen mit seinen Br\u00fcdern selbst. Die Federf\u00fchrung hatte die Stuttgarter Firma Weigle,<\/p>\n<p>die damals als f\u00fchrend auf dem Gebiet des Orgelbaus galt. Am 24. November 1898 wurde die neue Orgel eingeweiht, de damals wohl das modernste Orgelwerk ihrer Zeit war. Unter Abt Columban hielt auch die elektrische Kraft Einzug im Kloster.<\/p>\n<p>\u00dcberall gab es elektrische Beleuchtung und auch eine gro\u00dfe Dieselmotoranlage wurde erstellt. Der Abt lie\u00df auch ein Photoatelier im Kloster errichten. Trotz seiner Technikbegeisterung verga\u00df er auch die Landwirtschaft nicht. Die neue Benediktscheuer<\/p>\n<p>auf dem Freiherrenberg wurde errichtet. Die Stiftsstatthalterei wurde als eigene Viehzuchtgenossenschaft gef\u00fchrt und errang Diplome und Medaillen. Auch die gute D\u00fcngerwirtschaft und vorbildliche Weg-und trinkwasseranlagen auf der Alp Sihltal wurden geehrt.<\/p>\n<p>Zur Jahrhundertwende hatte der Konvent 143 Mitglieder erreicht, soviel wie nie zuvor.<\/p>\n<p>Bei der Einweihung eines Blitzableiters zog sich der Abt eine Erk\u00e4ltung zu. Dazu kam eine Blinddarmentz\u00fcndung und weiter Komplikationen. Am 23. Mai 1905 verstarb er im Alter von nur 51 Jahren.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Abt-Thomas-bossart.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-width: 0px;\" title=\"Abt Thomas bossart\" alt=\"Abt Thomas bossart\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Abt-Thomas-bossart_thumb.jpg\" width=\"124\" height=\"189\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>Am 30. Mai 1905 wurde Thomas II. Bossart zu Abt Columbans Nachfolger gew\u00e4hlt. Er ist am\u00a0 16. September 1858 als Kaspar Bossart in Altishofen im Kanton Luzern geboren. Sein Vater Kaspar war Gerichtsschreiber. Seine Mutter<\/p>\n<p>war Verena Schiffmann. Im Herbst 1872 kam er an die Stiftsschule nach Einsiedeln. 1878 meldete er sich zum Kloster an. Am 8. September 1879 legte er seine Profess ab. Er studierte Theologie und wurde am 20. April 1884 zum Priester geweiht.<\/p>\n<p>Abt Basilius schickte ihn nach seiner Priesterweihe zu einer weiteren Ausbildung nach Rom. Dort erwarb er an der Gregorianischen Universit\u00e4t den Doktorgrad und kehrte nach Einsiedeln zur\u00fcck um als Theologieprofessor an der Hauslehranstalt<\/p>\n<p>des Kloster zu wirken. Abt Basilius schickte ihn dann aber als Theologieprofessor an das neuauflebende Ordenskollegium nach Rom. Doch im November 1895 musste er nach Einsiedeln zur\u00fcck um an der Wahl des Nachfolgers f\u00fcr den verstorbenen<\/p>\n<p>Abt Basilius teilzunehmen. Auch er kam neben Pater Columban als neuer Abt in Frage. Als dieser gew\u00e4hlt war, ernannte er bald darauf Pater Thomas zum Dekan. Bei der Wahl nach Columbans Tod wurde Thomas am 30. Mai 1905 im ersten Wahlgang zum neuen Abt<\/p>\n<p>gew\u00e4hlt. Am 11. Juni 1905 weihte ihn sein Freund Hildebrand de Hemptinne zum Abt. Hildebrand hatta 1870 seine Profess im Kloster Beuron abgelegt. Papst Leo XIII. (1878-1903)hatte 1893 die benediktinische Konf\u00f6deration gegr\u00fcndet, das ist die Gemeinschaft<\/p>\n<p>der 20 Benediktinerkongregationen mit derzeit 341 selbstst\u00e4ndigen M\u00f6nchskl\u00f6stern.Papst Leo XIII. ernannte Hildebrand de Hemptinne zum ersten Abtprimas.<\/p>\n<p>Im Kloster wurde eine neue Kanalisation und eine eigen Wasserversorgung geschaffen. Die Klosterkirche wurde durchgreifend umgestaltet. Das Naturalienkabinett wurde vergr\u00f6\u00dfert. Die Zahl der Laienbr\u00fcder wuchs stetig. F\u00fcr die Laienbr\u00fcder wurde ein neues<\/p>\n<p>Stockwerk aufgebaut.Die G\u00e4rtnerei erhielt ein gro\u00dfes Treibhaus und die Klosterk\u00fcche wurde umgestaltet. An \u00e4u\u00dferen Ehren lag dem Abt nicht. Er war zum Beispiel f\u00fcr die Nuntiatur in Wien in Aussicht genommen worden, konnte dies aber verhindern .<\/p>\n<p>Am 12. Mai 1913 w\u00e4hlten die versammelten \u00c4bte in Rom Thomas zum Abtprimas. Der Gew\u00e4hlte wollte die Wahl auf keinen Fall annehmen und der Papst wollte ihn nicht zwingen. so konnte er ins Stift zur\u00fcckkehren.<\/p>\n<p>Als im August 1914 der 1.Weltkrieg\u00a0 ausbrach half der Abt, wo er konnte. Dem zweiten Abtprimas der Benediktiner Fidelis von Stotzingen (1913-1947) gew\u00e4hrte er Asyl. Auch der Generalobere der Pallotiner Karl Gissler (1909-1919) kam in Einsiedeln unter.<\/p>\n<p>Deshalb kamen immer wieder\u00a0 Gesandte von \u00d6sterreich, Bayern und Preussen vor\u00fcbergehend nach Einsiedeln. Auch der fr\u00fchere Reichskanzler von B\u00fclow war unter den Besuchern. In der Presse der Entente wurde das nicht immer sehr freundlich aufgenommen.<\/p>\n<p>Aber Abt Thomas hielt streng an der neutralen Haltung fest. Doch stand das Kloster allen Besuchern aus beiden Lagern offen.<\/p>\n<p>F\u00fcr deutsche Kriegsgefangene stellte er\u00a0 Pater Sigismund de Courten (Profess 1888) zur Verf\u00fcgung, der sie besuchte und sich um ihre Seelsorge annahm. Er war Geistlicher Abgeordneter des Schweizer Bundesrats und des Heiligen Stuhls. Um seiner Mission eine<\/p>\n<p>bessere Wirkung zu verschaffen ernannte ihn der Schweizer Bundesrat am 20. M\u00e4rz 1917 zum Feldprediger-Hauptmann. Vor allem nach dem Krieg war der Abt in gro\u00dfem Umfang helfend t\u00e4tig. Wie kaum ein Einsiedler Abt vor ihm war er weit \u00fcber die Schweizer<\/p>\n<p>Grenzen hinaus angesehen und verehrt. Im September 1919 zog er sich aufgrund einer Erk\u00e4ltung ein Nierenleiden zu, dass zwar durch strenge Di\u00e4t und mehrere Kuraufenthalte gelindert aber nicht mehr geheilt werden konnte. Am 7. Dezember 1913<\/p>\n<p>erlag er seiner Krankheit.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Abt-Ignatius-staub.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-width: 0px;\" title=\"Abt-Ignatius-staub\" alt=\"Abt-Ignatius-staub\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Abt-Ignatius-staub_thumb.jpg\" width=\"169\" height=\"244\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>Auf ihn folgte Pater Ignatius Staub. Er ist am 19. Dezember als Josef Thomas Staub in Baar geboren. Seine Eltern waren Karl Josef Staub und Anna Maria Trinkler. Ab 1886 besuchte er die Stiftsschule in Einsiedeln. 1892 trat er ins Kloster ein und legte am 1. September<\/p>\n<p>1895 die Profess ab. Am 16.Juli 1899 wurde er zum Priester geweiht. 1902 sandte ihn Abt Columban zum Studium der Geschichte nach Freiburg im Uechtgau, wo er mit einer Arbeit \u00fcber den Konstanzer Generalvikar (1518-1523) Johann Fabri\u00a0 am 10. Mai 1910<\/p>\n<p>zum Doktor promovierte. Im April 1916 bestellte ihn Abt Thomas zum Stiftsbibliothekar. 1922 gab er ein \u201cLehrbuch des Mittelalters\u201d heraus<\/p>\n<p>Am 19. Dezember 1923 wurde er zum Nachfolger des verstorbenen Abtes Thomas gew\u00e4hlt. Die Weihe nahm der p\u00e4pstliche Nuntius Lugi Maglione (1920-1926)am 28. Januar 1924<\/p>\n<p>vor.1925 wurde ein Vertrag zwischen dem Kanton Schwyz und dem Kloster Einsiedeln geschlossen. Eine landwirtschaftliche Schule wurde gegr\u00fcndet, vom Kloster finanziert und betrieben. Sie ist die \u00e4lteste Berufsschule im Kanton Schwyz.<\/p>\n<p>Im Jahr 1924 hatte der Apostolische Administrator f\u00fcr den Tessin Benediktiner von Einsiedeln nach Ascona gerufen. Sie \u00fcbernahmen das Collegium Papio, das schon 1585 auf Initiative von Karl Borrom\u00e4us gegr\u00fcndet wurde. Die M\u00f6nche aus Einsiedeln wirkten bis 1964<\/p>\n<p>in Ascona.<\/p>\n<p>Seit 1931 war er Vorstandsmitglied der Allgemeinen Geschichtsforschenden Gesellschaft der Schweiz. Das war die Dachorganisation der Schweizer Historikerschaft.<\/p>\n<p>Er war Abt bis 1947 und verstarb am 29. M\u00e4rz 1947.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Abt-Benno.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-width: 0px;\" title=\"Abt Benno\" alt=\"Abt Benno\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Abt-Benno_thumb.jpg\" width=\"171\" height=\"244\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>Auf ihn folgte Benno Gut 1947- 1959. Er wurde am 1. April 1897 als Walter Gut in Reiden im Kanton Luzern geboren. Sein Vater war der Organist und Lehrer Gottfried, seine Mutter Marie Oetterli.<\/p>\n<p>Er besuchte das Gymnasium in Luzern und wechselte 1916 auf die Stiftsschule nach Einsiedeln. Ab 1916 begann er ein Musikstudium in Basel. Sein Noviziat machte er in Einsiedeln. Dann wurde er zum Theologiestudium<\/p>\n<p>nach Rom geschickt. Dann wurde er zum Priester geweiht. Er setzte seine Theologiestudien an der Benediktinerhochschule St. Anselmo fort. Dort promovierte er am 29. Juni 1923 zum Doktor der Theologie. Er kehrte nach Einsiedeln zur\u00fcck<\/p>\n<p>und war dort 1923!924 Choralmagister. Dann war er f\u00fcr zwei Jahre Direktor der Studentenmusik. Er lehrte auch Exegese an der theologischen Hauslehranstalt. Au\u00dferdem war er in Einsiedeln von 1923-1930 als Lehrer an der Stiftsschule.<\/p>\n<p>1930 wurde er als Professor f\u00fcr Apologetik nach St. Anselmo berufen. Nebenher studierte er auch am P\u00e4pstlichen Bibelinstitut in Rom. Dort erwarb er 1934 ein Lizentiat, das ist ein akademischer Grad und beinhaltet eine Lehrerlaubnis.<\/p>\n<p>1935 unternahm er eine Studienreise nach Pal\u00e4stina und Kleinasien. Nach seiner R\u00fcckkehr war er in St. Anselmo Lehrer f\u00fcr neutestamentliche Exegese. W\u00e4hrend des Krieges kehrte er nach Einsiedeln zur\u00fcck. Seit August 1942 war er Pr\u00e4fekt am<\/p>\n<p>Internat. 1947 wurde er zum Nachfolger des verstorbenen Ignatius Straub gew\u00e4hlt. Die Abtweihe nahm Nuntius Filippo Bernardini (1935-1953) vor.<\/p>\n<p>Schon sein Vorg\u00e4nger Ignatius Straub hatte von seinen Patres eine Bittschrift erhalten, mit der er gebeten wurde, sich um \u00fcberseeische Missionsaufgaben zu k\u00fcmmern. Im November 1939 sandte er Pater Leopold Haniman (Profess 1919 +1976) und Polykarp Buchser<\/p>\n<p>(Profess 1926 + 1972) als Pioniere nach Argentinien. Dann brach aber der II. Weltkrieg aus und verz\u00f6gerte das Projekt. Nach dem Krieg gab der Apostolische Nuntius Giuseppe Frietta (p\u00e4pstlicher Nuntius in Argentinien 1936-1953) einen Tipp. In der N\u00e4he des Dorfes<\/p>\n<p>hatte eine Frau Maria Marenco, Witwe des Verstorbenen Cayetano Sancho Diaz auf der Farm ihres Mannes eine gemeinn\u00fctzige Stiftung mit einer landwirtschaftlichen Schule eingerichtet. Diese wollte sie nun einem Orden \u00fcbergeben. Das Kapitel beschloss im<\/p>\n<p>Februar 1948 unter Abt Benno Gut eine kl\u00f6sterliche Niederlassung in Argentinien zu errichten. Am 28 M\u00e4rz 1948 reisten 6 Einsiedler Patres und 6 Br\u00fcder nach Argentinien ab. Unter ihnen war Pater Eugen Pfiffner (Profess 1919 +1959) Er wurde der erste Prior in<\/p>\n<p>Los Toldos. Pater Albert Huber (Profess 1929) war von Abt Ignatius Straub an die ETH, wo er Agronomie studierte. Er sollte die landwirtschaftliche schule, die nach dem Willen der Stifterin errichtet werden sollte, leiten. Das Schulexperiment wurde nach 3 Jahren<\/p>\n<p>abgebrochen. Pater Albert trat 1954 einen Heimaturlaub an, blieb dann aber auf Dauer in Einsiedeln. Dort war er wieder an der Stiftsschule t\u00e4tig, betreute aber nebenbei auch die Pferdezucht in Einsiedeln.\u00a0 1963 ver\u00f6ffentliche er das Buch \u201c1000 Jahre Pferdezucht<\/p>\n<p>Kloster Einsiedeln.\u201d Er verstarb am 26. April 1981 im Alter von 75 Jahren. Das Kloster Los Toldos wurde am 03.05. 1948 gegr\u00fcndet. Abt Benno weihte es am 07.04. 1951. Nach dem Tod des ersten Priors folgte ihm Pater Josef Felber als Prior. Auf sein Bestreben hin<\/p>\n<p>wurde mit Pater Pedro Alluralde der erste aus Argentinien stammende M\u00f6nch Prior in Los Toldos. Am 31.07. 1968 sprach Rom die kanonische Errichtung eines selbstst\u00e4ndigen Priorats aus. Damit war Los Toldos von Einsiedeln unabh\u00e4ngig. 1981 erhielt Los Toldos<\/p>\n<p>von den Bisch\u00f6fen von Paraguay eine Einladung, ein Tochterkloster in Paraguay zu errichten. Der Konvent sprach sich daf\u00fcr aus und am 22.07. 1984 begannen 5 M\u00f6nche aus Los Toldos unter Leitung von Prior Pedro Alluralde mit der errichtung von tupasy Maria in<\/p>\n<p>Paraguay.<\/p>\n<p>In Einsiedeln wurde 1956 die Renovierung der Klosterfassade abgeschlossen.<\/p>\n<p>1959 stellte sicher bisherige Abtprimas der Benediktinerkonf\u00f6deration\u00a0 Bernhard K\u00e4lin nicht mehr zur Wahl als Abtprimas, was er von 1947-1959 war. Von 1945-1947 war er Abt in Muri-Gries. Der \u00c4btekongress der Benediktinerkonf\u00f6deration w\u00e4hlte nun Abt<\/p>\n<p>Benno Gut zum 4. Abtprimas. Von Amts wegen ist der Primas Abt der Primitialabtei Sant Anselmo in Rom. Abt Benno resignierte auf Einsiedeln und \u00fcbersiedelte nach Sant Anselmo, wo er ja schon als Lehrer t\u00e4tig war.<\/p>\n<p>Seine kirchliche Karriere ging noch weiter. 1960 wurde er Mitglied des vorbereitenden Zentralkomitees des 2. Vatikanischen Konzils, an dem er als Konzilsvater teilnahm. Papst Paul VI. ((1963-1978) wurde er 1967\u00a0 zum Titularerzbischof<\/p>\n<p>von Tuccabora in Mauretanien ernannt. Kardinal Eug\u00e8ne Tisserant weihte ihn in Einsiedeln zum Bischof. Papst Paul kreierte ihn zum Kardinaldiakon. Seine Titelkirche war S. Giorgio in Velabro. Daraufhin trat er als Abtprimas zur\u00fcck. In diesem amt<\/p>\n<p>folgte ihm der bisherige Erzab Rembert Weakland, Erzabt von St. Vincent in Latrobe nach. Benno Gut wurde vom Papst am 8. Januar 1968 zum Pr\u00e4fekten der Rietenkongregation und zum Vorsitzenden des Liturgierats bestellt. Einen Monat wurde<\/p>\n<p>er auch Mitglied der Kommission zur Revision des kanonischen Rechts. Benno gut starb am 8. Dezember 1970 in Rom und ist in Einsiedeln beigesetzt.<\/p>\n<p>Auf ihn folgte Raymund Tschudi 1959-1969. Er ist am 7. Juli 1914 in Basel geboren. In Einsiedeln besuchte er ab 1927 das Stiftsgymnasium. Er trat dort ins Kloster ein und legte 1936 seine Profess in Einsiedeln ab. 1940 wurde er zum Priester<\/p>\n<p>geweiht. In Fribourg studierte er Geschichte und P\u00e4dagogik. 1945 promovierte er. Dann unterrichte er am Stiftsgymnasium in Einsiedeln. Nach 1947 ging er als 2. Sekret\u00e4r des Abtprimas Bernhard K\u00e4lin nach Rom. 1948\/49 war er Lehrer am Collegio Papio<\/p>\n<p>in Ascona. Dann ging er nach Einsiedeln zur\u00fcck. In Einsiedeln wurde er 1956 Novizenmeister. Nach der Wahl Abt Bennos zum Abtprimas, wurde er dessen Nachfolge. Die Weihe erteilte ihm der apostolische Nuntius Nuntius Gustavo Tessa (1953-1959)<\/p>\n<p>1969 legte er \u00fcberraschend seine \u00c4mter nieder und trat aus der Klostergemeinschaft aus. Bis zu seinem Tod 2011 lebte er in M\u00fcnchen.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/georg-holzherr.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border: 0px;\" title=\"georg-holzherr\" alt=\"georg-holzherr\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/georg-holzherr_thumb.jpg\" width=\"142\" height=\"222\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>Georg Holzherr wurde am 22. Januar 1927 in Neuendorf im Kanton Solothurn in eine Bauernfamilie geboren. er besuchte das Gymnasium in Berom\u00fcnster bis 1944. Bis 1948 war er in der Stiftsschule in Einsiedeln. Dort trat er 1948 ins Kloster ein<\/p>\n<p>und legte 1949 als Bruder Georg seine Profess ab. Er studierte Philosophie in Einsiedeln und 1950-1953 Theologie in Sant Anselmo in Rom. In Montecassino wurde er am 24. Juni 1953 zum Priester geweiht. Bis 1956 folgte ein Studium Kirchenrecht an<\/p>\n<p>der Lateranuniversit\u00e4t in Rom. Dort promovierte er zum Dr.jur.cand. Ein Studium Moraltheologie und Pschyologie in M\u00fcnchen folgte. Von 1957-1969 war er Lehrer an der Stiftschule in Einsiedeln. 1967 wurde er zum Sekret\u00e4r der Schweizer Benediktinerkongregation<\/p>\n<p>ernannt. Nach dem R\u00fccktritt Raymund Tschudis wurde er 1969 im dritten Wahlgang zum 57. Abt des Klosters Einsiedeln gew\u00e4hlt. Nach der p\u00e4pstlichen Best\u00e4tigung weihte ihn sein Vorvorg\u00e4nger Kardinal Benno Gut zum Abt. Sicherlich hatte der R\u00fccktritt seines<\/p>\n<p>Vorg\u00e4ngers auch f\u00fcr Unruhe im Kloster gesorgt. Daneben war eine seiner ersten Aufgaben die Umsetzung der Beschl\u00fcsse des 2. Vatikanischen Konzils im Bereich der Liturgie. Er musste eine Balance finden, die kl\u00f6sterliche Liturgie in der Kernsubstanz zu erhalten<\/p>\n<p>und gleichzeitig den Anforderungen des Konzils gerecht zu werden. Als Territorialabt war Georg Holzherr auch Mitglied der Schweizerischen Bischofskonferenz. Da war er neben dem Ressort Liturgie eine Zeit lang auch f\u00fcr die \u00d6kumene und Fragen der<\/p>\n<p>Medienarbeit zust\u00e4ndig.<\/p>\n<p>Dem R\u00fcckgang der Klostermitglieder musste begegnet werden. Abt Georg tat dies mit einer Konzentration auf die Aufgaben, die sich mit dem Gemeinschaftsleben und Gebetsleben verbinden lie\u00dfen. Auch die Klosterwirtschaft musste Einschnitte hinnehmen.<\/p>\n<p>Erstmals in 1000 Jahren wurde Klosterland verpachtet. Der Grundbesitz wurde reduziert. Die Theologische schule \u00f6ffnete sich f\u00fcr ausw\u00e4rtige Dozenten und Sch\u00fcler und konnte so erhalten werden. Die landwirtschaftliche schule in Pf\u00e4ffikon wurde dem kanton<\/p>\n<p>abgetreten. Die Stiftsbibliothek und die barocke Klosterkirche wurden restauriert. auch in verschiedenen Statthaltereien wurden Sanierungen durchgef\u00fchrt. Kurz vor Erreichen der Altersgrenze von 75 Jahren reichte Abt Georg seinen R\u00fccktritt ein.<\/p>\n<p>Als Spiritual im Benediktinerinnenkloster St. Lazarus verbrachte er seinen Lebensabend. Er verstarb am 26. Februar 2012.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/000017.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border: 0px;\" title=\"000017\" alt=\"000017\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/000017_thumb.jpg\" width=\"244\" height=\"161\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>Derr jetzige Abt Martin Werlen ist am 26. M\u00e4rz 1962 als Stefan Werlen geboren. Seine Profess legt er am 11. Juli 1987 ab. Er studierte Theologie in Einsiedeln und den USA. Am 25. Juni 1988 wurde er zum Priester geweiht. Am 10. November 2001 wurde er zum 58. Abt<\/p>\n<p>gew\u00e4hlt. Am 16. Dezember 2001 wurde er geweiht. Am 13. Januar 2012 erlitt er infolge eines Sportunfalls eine Hirnblutung. Das Sprachzentrum war beeintr\u00e4chtig. Er musste praktisch wieder Lesen und Schreiben lernen. Nach Reha und 160 Therapiesitzungen sieht er<\/p>\n<p>sich wieder geheilt. (Bericht in der NZZ vom 27. Mai 2012) Sein Amt wird er 2013 abgeben.(Medienmitteilung\u00a0 vom 21. Januar 2013)<\/p>\n<p>Der Konvent umfasst laut homepage des Klosters etwa 70 M\u00f6nche. Das Kloster besteht seit 934 und ist eines der wenigen Kl\u00f6ster im deutschsprachigen Raum, die ununterbrochen bestehen<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/220px-Kloster_Einsiedeln.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border: 0px;\" title=\"220px-Kloster_Einsiedeln\" alt=\"220px-Kloster_Einsiedeln\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/220px-Kloster_Einsiedeln_thumb.jpg\" width=\"224\" height=\"150\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Viele Kl\u00f6ster in der Schweiz sind aus einer Einsiedelei hervorgegangen. In St. Gallen hatte sich der irische M\u00f6nch 615 St. Gallus an der Steinach niedergelassen und dort eine Einsiedlerklause errichtet. 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