{"id":2221,"date":"2013-10-01T12:17:45","date_gmt":"2013-10-01T12:17:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=2221"},"modified":"2014-04-12T17:37:42","modified_gmt":"2014-04-12T17:37:42","slug":"die-familie-von-stadion","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=2221","title":{"rendered":"DIE FAMILIE VON STADION"},"content":{"rendered":"<h2><\/h2>\n<h1><\/h1>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Stadion-Wappen.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-width: 0px;\" title=\"Stadion-Wappen\" alt=\"Stadion-Wappen\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Stadion-Wappen_thumb.png\" width=\"180\" height=\"244\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Familie von Stadion stammte urspr\u00fcnglich aus Graub\u00fcnden. Im 13. Jahrhundert erwarb\u00a0sie Besitz in Schwaben. Erstmals urkundlich erw\u00e4hnt wird ein Henricus de Lapide in einer Urkunde vom 9. September 1197, die<\/p>\n<p>Herzog Philipp von Schwaben in Rottweil ausstellt und in der er dem Kloster Obermarchtal alle von seinem Vater Friedrich und seinem Bruder Heinrich bewilligten Beg\u00fcnstigungen\u00a0 best\u00e4tigt und erneuert . In dieser Urkunde<\/p>\n<p>tritt ein Henricus de Lapide als Zeuge auf (WUB II, Nr. 503). In Schwaben benennt sich die Familie nach ihrem Herrensitz Oberstadion. In einer Urkunde vom 13. Mai 1270 wird dominus Waltherus de Stadegun genannt. (WUB VII. Nr.119)<\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Im 14. Jahrhundert erscheinen die Enkel des ober genannten Walters wieder in R\u00e4tien und Glarus als bisch\u00f6fliche und \u00f6sterreichische Lehenstr\u00e4ger. Am 14. Dezember 1138 stellen Ludwig und Walter von Stadion<br \/>\ndem Churer Bischof Ulrich V. (Ribi) von Lenzburg (1331-1355) f\u00fcr die Burg(Alt-)Aspermont ob Trimmis einen Pfandrevers aus. Von 1338-1343 sassen sie als Pfandinhaber auf der Burg. 1340 wurde Ludwig \u00f6sterreichischer Vogt in Glarus. Am 3. 1354\u00a0 urkundet der Churer Bischof Ulrich V. (Ribi) von Lenzburg (1331-1355) , dass Ritter Ludwig von Stadion mit seiner Zustimmung die Feste (Alt-)Aspermont Heinrich und Martin Buwigs um 600 Pfund und zwar unter gleichen Bedingungen wie dieselbe Burg dem Stadion vom Hochstift Chur versetzt worden war. Ludwig wird in der Urkunde allein erw\u00e4hnt. Sein Bruder Walter war ja 1352 bei N\u00e4fels im Kampf gegen die Glarner gefallen. Von 1348-1353 sassen die Stadion auf der Marschlins bei Iglis,die 1337 als Lehen an Herzog Albrecht II gekommen war.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">1339 hatten die Br\u00fcder Walter und Ludwig zusammen mit seinem Sohn Eitel f\u00fcr drei Jahre von Swigger von Schellenberg die Kastvogtei \u00fcber das Kloster Ochsenhausen gekauft.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Ludwig war mit Anna von Frielingen (+ 1357\u00a0 Daten Ludwigs und Annas nach Wilhelm Karl Prinz zu Isenburg, Europ\u00e4ische Stammtafeln) verheiratet und hatte mit ihr 4 Kinder, drei T\u00f6chter und den Sohn Eitel. Ludwig starb\u00a0 1364. Eitel hatte drei S\u00f6hne,<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Wilhelm, Konrad und Johann. Unter diese wurde der Stadionsche Besitz aufgeteilt. Eitel starb 1386. Konrad begr\u00fcndete die els\u00e4ssische Linie<\/span><span style=\"font-size: medium;\">. Johann der Reiche war w\u00fcrttembergischer Landhofmeister und hatte mit Margareta von Stain einen Sohn Ludwig, der aber schon 1472 verstarb (nach Wilhelm Karl Prinz zu Isenburg)Ludwig war mit Margareta von Gravenegg verheiratet, mit der eine Tochter hatte, Waldburg von Stadion. Diese starb1498. Die S\u00f6hne Konrad, Burkhard, Wilhelm und Nikolaus hatten keine Nachkommen, bzw. erreichten das heiratsf\u00e4hige Alter nicht.Damit war die Familie ausgestorben. Johann der Reiche hatte ein\u00a0 betr\u00e4chtliches Verm\u00f6gen erworben, dass alles der Linie von Konrad <\/span>zufiel.<\/p>\n<p>Konrad hatte drei S\u00f6hne, Walter, Pankraz und Johann. Pankraz war mit Agnes von Laubenberg verheiratet. Aus dieser Ehe gingen vier S\u00f6hne hervor n\u00e4mlich Konrad, Nikolaus, Johann und Walter. Nikolaus war mit Agnes von G\u00fcltingen verheiratet. Nikolaus von Stadion lie\u00df sich in Schelklingen nieder. Der Bruder von Nikolaus war mit Clara von Wernau\u00a0 verheiratet. Die Familie war auch in Schelklingen beg\u00fctert. Au\u00dferdem lag die Pfandherrschaft \u00fcber Schelklingen bei der schw\u00e4bischen Linie der Familie Stadion.Das alles m\u00f6gen Gr\u00fcnde gewesen sein, die Nikolaus veranlasst haben, seinen Wohnsitz in Schelklingen zu nehmen. Dort erwarb er kurz vor 1475 ein Haus.In diesem Haus wurde 1878 sein Sohn Christoph geboren.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/220px-CoA_Augsburg_bishops_Heinrich_von_Lichtenau_Christoph_von_Stadion.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-width: 0px;\" title=\"220px-CoA_Augsburg_bishops_Heinrich_von_Lichtenau_Christoph_von_Stadion\" alt=\"220px-CoA_Augsburg_bishops_Heinrich_von_Lichtenau_Christoph_von_Stadion\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/220px-CoA_Augsburg_bishops_Heinrich_von_Lichtenau_Christoph_von_Stadion_thumb.jpg\" width=\"190\" height=\"244\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>In Schelklingen hat Christoph wohl die Lateinschule besucht. Schon mit 12 Jahren immatrikulierte er sich am 22. April 1490 an der Universit\u00e4t in T\u00fcbingen. 1491 wurde er Baccalaureus und am 28. Januar 1494 erhielt er den Magister der Artistenfakult\u00e4t.<\/p>\n<p>In T\u00fcbingen setzte er sich mit dem Humanismus auseinander. Ab 1494 studierte er in Freiburg im Breisgau. 1497 wechselte er nach Bologna und studierte dort Rechtswissenschaften. Nicht vor 1506 machte er in Ferrara den Doktor jur. Er kehrte nach Deutschland zur\u00fcck und wurde in Augsburg Domherr. 1517 wurde er Domdekan. Auch erhielt er den Rang eines kaiserlichen Rats. Der Augsburger Bischof Heinrich von Lichtenau (1505-1517) w\u00e4hlte in Absprache mit dem Domkapitel bereits todkrank Christoph zu seinem<\/p>\n<p>Koadjudator. Am 10. April 1517 \u00fcbertrug ihm Papst Leo X. (1513-1521) das Recht auf Nachfolge. Zwei Tage sp\u00e4ter verstarb Bischof von Lichtenau. Christoph von Stadion wurde am 5.7. 1517 zum Bischof geweiht. Der Beginn seiner Regierung ist zu st\u00fcrmischen<\/p>\n<p>Zeiten erfolgt. Am 31. Oktober 1517 schlug Luther seine Thesen in Wittenberg an.Auf dem Reichstag in Augsburg 1518 war Martin Luther selbst zugegen. Dort fand vom 12.-14. Oktober die Unterredung mit Kardinal Thomas Cajetan statt, bei der ihn dieser aufforderte, seine 95 Thesen zum Ablass zu widerrufen, da er diese f\u00fcr ketzerisch hielt. Luther widerrief nicht. Seiner drohenden Verhaftung entzog er sich durch Flucht.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/220px-Luther-vor-Cajetan.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-width: 0px;\" title=\"220px-Luther-vor-Cajetan\" alt=\"220px-Luther-vor-Cajetan\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/220px-Luther-vor-Cajetan_thumb.jpg\" width=\"224\" height=\"164\" border=\"0\" \/><\/a>In Augsburg hatte Luther schon viele Anh\u00e4nger. Bischof Christoph nahm aber zun\u00e4chst eine entschiedene Position gegen diese neue Str\u00f6mung ein. So belegte er den Pfarrer von Jengen, Caspar Aquila mit dem Bann.<\/p>\n<p>Aquila stammte aus Augsburg und hatte in Wittenberg Theologie studiert. Dann wirkte er als Feldprediger bei Franz von Sickingen. 1516 \u00fcbernahm er eine Pfarrstelle in Jengen in der N\u00e4he von Buchloe. Dort wurde er mit den Schriften Luthers vertraut.<\/p>\n<p>Er heiratete und predigte im lutherischen Sinn. Die Reformation in Jengen war eingef\u00fchrt. Bischof Christoph lie\u00df den Pfarrer zudem in Dillingen festsetzen. Bischof Christoph nahm aber eine zunehmend verbindlichere Haltung an. Er n\u00e4herte sich stark an Erasmus<\/p>\n<p>von Rotterdam an. Erasmus hatte 1516\u00a0 eine kritische Edition des griechischen Neuen Testaments herausgegeben, die auch Martin Luther als Ausgangstext f\u00fcr seine Bibel\u00fcbersetzung nutzte und damit nat\u00fcrlich ein wichtiger Wegbereiter f\u00fcr die Reformation war.<\/p>\n<p>Doch Luther hatte die Gegens\u00e4tzlichkeit der theologischen Standpunkte schon 1516 erkannt. Erasmus sah die Freiheit des Menschen darin, die ihm von Gott angebotene universale Gnade abzulehnen oder anzunehmen. Erasmus sah sehr wohl die Mi\u00dfst\u00e4nde in der<\/p>\n<p>Kirche und trat auch f\u00fcr eine innere Reform ein. F\u00fcr ihn war Toleranz und Neutralit\u00e4t wichtig. Die Gefahren der Religionskriege sah er voraus. Bischof Christoph stand mit Erasmus seit 1528 in Verbindung. Als auf dem Augsburger Reichstag 1530 die Confessio Augustana verk\u00fcndet wurde, nahm Bischof Christoph eine vers\u00f6hnliche Haltung ein. Er zeigte weitestes Entgegenkommen gegen die Forderungen der Protestanten.Die Confessio Augustana war eine der grundlegenden Bekenntnisschiften der lutherischen Reichsst\u00e4nde. Verfasst worden war sie von Philipp Melanchthon. Kaiser Karl lie\u00df eine\u00a0 Erwiderung darauf verfassen, die \u201cconfutatio\u201d. Federf\u00fchrend war der papsttreue Theologe Johannes Eck, der in der Leipziger Disputation von 1519 das Streitgespr\u00e4ch mit Luther f\u00fchrte. Die Bem\u00fchungen Bischof Christophs waren weitgehend erfolglos. Das machte ihn m\u00fcde und hoffnungslos. Der Bauernkrieg von 1525 hatte auch das Gebiet seines Hochstiftes schwer ersch\u00fcttert. Am 18. Januar 1537 erlie\u00df die Freie Reichsstadt Augsburg ein Dekret, das den Klerus der Stadt zur Ausreise zwang. Bischof Christoph hatte schon vorher einen Sitz in Dillingen. Nun wurde auch der Sitz des Hochstifts nach Dillingen verlegt. Von jetzt an residierte der Bischof im Dillinger Schloss. Beim Reichstag in N\u00fcrnberg 1543 war er als Kaiserlicher Kommissar t\u00e4tig. Beim Reichstag erlitt er einen Schlaganfall, an dem er verstarb. Er wurde in der Dillinger Pfarrkirche bestattet. Als Landesherr hatte er 1519 eine Straf-und Gerichtsordnung f\u00fcr Rettenbach erlassen. Auch hatte er Anl\u00e4ufe zur Reform des Klerus unternommen, allerdings ohne die notwendige Nachhaltigkeit. Er war gepr\u00e4gt von einer erasmisch-humanistischen Auffassung des Christentums. Er war wohl \u2013sicher auch bedingt durch seinen Studiengang- wohl mehr Jurist als Theologe.<\/p>\n<p>Auch war er wohl etwas zaghaft und dem Tumult abgeneigt, keine guten Voraussetzungen f\u00fcr diese st\u00fcrmischen Zeiten. Und so f\u00e4llt seine Bilanz auch etwas durchwachsen aus. Er galt aber als einer der gelehrtesten Bisch\u00f6fe Deutschlands. Er\u00a0 war geachtet von<\/p>\n<p>F\u00fcrsten und vom Kaiser. In Zusmarshausen hatte er Hospital gestiftet, das bis in die Neuzeit Bestand hatte.<\/p>\n<p>Der Bruder Bischofs Christoph Johann war mit Agnes von Stain verheiratet. Mit ihr hatte er sieben S\u00f6hne unter anderem Johann Christoph von Stadion und Johann Kaspar von Stadion. Johann Kaspar wurde am 21. Dezember 1567 in Beffort geboren, einem kleinen<\/p>\n<p>St\u00e4dtchen und Schloss im Sundgau. 1594 trat er in den Deutschen Orden ein. Er kam an den Hof des Hoch und Deutschmeisters Erzherzog Maximilians von \u00d6sterreich. 1594 zog der Erzherzog nach Ungarn, wo sein Bruder Matthias den Oberbefehl im Kampf<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/220px-Brunnenfigurstadion.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-width: 0px;\" title=\"220px-Brunnenfigurstadion\" alt=\"220px-Brunnenfigurstadion\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/220px-Brunnenfigurstadion_thumb.jpg\" width=\"184\" height=\"244\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>gegen die T\u00fcrken den Oberbefehl innehatte.Im Jahre 1596 wechselte der Oberbefehl an Maximilian. Johann Kaspar bekam dabei den Befehl \u00fcber eine Schar mit 1000 Pferden \u00fcbertragen. Bis 1597 k\u00e4mpfte er in Ungarn. Dann kehrte er nach Wien zur\u00fcck.<\/p>\n<p>1606 war Komtur in Freiburg, 1624 \u2013 26 auf der Mainau. 1626 Landkomtur. Bis zum Tode Erzherzogs Maximilian war er auch dessen Oberstk\u00e4mmerer und Oberhofmeister. Dann war er am Hof des Bruders des Kaisers Ferdinand II., Erzherzog Leopolds<\/p>\n<p>in Innsbruck als kaiserlicher K\u00e4mmerer und diesem zugeordneter Assistenzrat. Er hatte seine administrativen F\u00e4higkeiten ja schon unter Beweis gestellt und auch ausreichend Kriegserfahrung im Kampf gegen die T\u00fcrken erworben. Als dann der kaiserliche<\/p>\n<p>Feldmarschall Hans Freiherr von Molart am 15. Juni 1619 starb, berief ihn Kaiser Ferdinand zum Pr\u00e4sidenten des Hofkriegsrats. Auch Kommandant der Stadt Guardia Wien war er. Diese war eine dem Hofkriegsrat unterstellte Einheit, die den Auftrag hatte,<\/p>\n<p>f\u00fcr die \u201eOrdnung auf den Stadtmauern\u201c zu sorgen. Er wurde oft zu den Kriegsobersten in die Feldlager geschickt, um ihnen beratend zur Seite zu stehen. Auch als es im \u00f6sterreichischen Heer um Reformprojekte und Operationspl\u00e4ne geht, hat seine Stimme Gewicht.<\/p>\n<p>Am 16. Januar 1622 bestimmte ihn der Kaiser als Mitglied in den Geheimen Rath, in welchem Eggenberg, Trauttmannsdorf,Liechtenstein, Ulm und Stralendorf au\u00dfer ihm Sitz und Stimme hatten.\u00a0 Auch im Orden ging sein Aufstieg weiter. 1626 hatte er die Landkomtur<\/p>\n<p>Elsass inne. 1627 w\u00e4hlte ihn das Generalkapitels des Deutschen Ordens zum Hoch und Deutschmeister. Ende M\u00e4rz 1621 sollte er das Kommando \u00fcber die Reichsmiliz \u00fcbernehmen. Er lehnte jedoch ab. Als Gustav Adolf nach Deutschland vorstie\u00df, war<\/p>\n<p>Johann Kaspar auch bei der Schlacht von N\u00f6rdlingen 1634 dabei. F\u00fcr seine Kaisertreue \u00fcbertrug ihm Ferdinand 1637 die Grafschaft Weikersheim. Mittlerweile hochbetagt wurde ihm Erzherzog Leopold Wilhelm als Koadjudator zur Seite gestellt.<\/p>\n<p>Trotz seines hohen Alters wurde er aber immer als diplomatischer und strategischer Berater gerufen. Auch 1641 machte er sich mit 74 Jahren nochmals auf den Weg zur kaiserlichen Hauptarmee. In dem Dorf Ammern in der N\u00e4he von M\u00fchlhausen in Th\u00fcringen<\/p>\n<p>erlitt er einen Schlaganfall und starb. Er wurde nach Mergentheim \u00fcberf\u00fchrt, wo er bestattet ist.<\/p>\n<p>Der Bruder Johann Kaspars Johann Christoph war mit Margareta von Sickingen verheiratet. Aus dieser Ehe gingen 5 S\u00f6hne und eine Tochter hervor. Der Sohn Johann Christoph von Stadion wurde am 15.06. 1610 geboren. Er heiratete Maria Magdalena von Ostein,<\/p>\n<p>die am 22.10. 1610 geboren ist. Aus dieser Ehe gingen 10 Kinder hervor. Zwei davon wollen wir n\u00e4her betrachten. Am 16.01. 1637 kam Franz Kaspar zur Welt. Er wurde 1673 Bischof von Lavant und war das bis 1704.\u00a0 Vorher war Franz Kaspar Domherr in Salzburg,<\/p>\n<p>Bamberg und W\u00fcrzburg. Ernannt hatte ihn der Salzburger Erzbischof Maximilian Gandolph (1668-1687). Der Bischofssitz war in St. Andr\u00e4 im Lavanttal. Lavant war ein Salzburger Eigenbistum. Am 28. M\u00e4rz 1679 schenkte Erzbischof Maximilian Gandolf<\/p>\n<p>Gut und Schloss Th\u00fcrn im Lavanttal dem Bistum Lavant, da das Einkommen des Bischofs so gering war. Er konnte auch Schloss Kolleg f\u00fcr das Bistum erwerben. Dar\u00fcber gibt es einen Kaufbrief vom 20. April 1693, indem der Verkauf an den Domprobst best\u00e4tigt wird.<\/p>\n<p>Auch Reideben konnte f\u00fcr das Domkapitel erworben werden.<\/p>\n<p>In St. Andr\u00e4 hatte Bischof Franz die Loreto \u2013 Kirche gebaut. Franz Kaspar war wohl\u00a0 \u201cein Mann voll wahrer Gottesfurcht,christlicher Liebe und Milde, unerm\u00fcdlichen Eifers in Erf\u00fcllung seiner hohen seelsorgerlichen Pflichten\u201d wie es 1841 bei Karlmann Tangl in der<\/p>\n<p>Reihe der Bisch\u00f6fe von Lavant auf Seite 304 hei\u00dft.<\/p>\n<p>Johann Philipp Joseph, Graf von Stadion-Warthausen, und Thannhausen, der Bruder Franz Kaspars , ist am 6.10.1652 in Maasm\u00fcnster im Elsass geboren. Er war drei mal verheiratet.\u00a0 Seine politische Karriere startete er als W\u00fcrzburger Gesandter in Paris.Dann wurde<\/p>\n<p>mainzischer Kammerpr\u00e4sident und schlie\u00dflich kurmainzischer Oberhofmeister. Damit hatte er automatisch gro\u00dfes Gewicht im Deutschen Reich, denn der Mainzer Erzbischof war auch Reichserzkanzler.\u00a0 Aufgrund seiner herausragenden reichsrechtlichen Stellung war der Erzbischof der zweitwichtigste Mann im Heiligen R\u00f6mischen Reich. Im Laufe der Jahre war diese Position\u00a0allm\u00e4hlich unumstritten, aber Ende des 15. Jahrhunderts hatten die Mainzer Erzbisch\u00f6fe sie wieder erreicht. Der Erzkanzler hatte besondere<\/p>\n<p>Vorz\u00fcge und Rechte bei der Kaiserwahl und Kr\u00f6nung. Er hatte das Recht, die Kaiser-oder K\u00f6nigswahl zu leiten. Beim Tod des jeweiligen Reichsoberhaupts war er f\u00fcr die Zeit des Interregnums war er praktisch Reichsverweser. Er war beim Tod des Kaisers sofort zu<\/p>\n<p>benachrichtigen. Er berief dann die Kurf\u00fcrsten ein und setzte Wahlort und Wahltermin fest.<\/p>\n<p>Kurmainz unterhielt am kaiserlichen Hof eine eigene Kanzlei, die Reichskanzlei oder Reichshofkanzlei genannt wurde. Folglich verfasste also Kurmainz die\u00a0 Reichskanzleiordnungen. Die Reichskanzlei bewahrte das kaiserliche<\/p>\n<p>Siegel und f\u00fchrte das Reichsarchiv. Eine wichtige Funktion hatte noch das Reichsdirektorium auf dem Immerw\u00e4hrenden Reichstag. Kurmainz f\u00fchrte das Direktorium und in diesem Sinne kann man\u00a0 Kurmainz\u00a0 durchaus als Vorg\u00e4nger des heutigen<\/p>\n<p>Bundesratspr\u00e4sidenten sehen. Diese exponierte Stellung hatte nat\u00fcrlich auch eine rege Korrespondenz mit dem Kaiser, dem Papst, den Reichsst\u00e4nden und den bedeutenden , kleinen und ausw\u00e4rtigen Herrschern zufolge. Und so hatte der oberste Landesbeamte<\/p>\n<p>eben eine ganz andere Funktion in diesem Apparat wie der eines kleines Kurf\u00fcrstentums. Johann Philipp von Stadion wirkte bei vielen T\u00fcrkenhilfen mit. Die Kriege gegen Ludwig XIV. waren nat\u00fcrlich ein Thema. An der Augsburger Liga, ein am 9. Juli<\/p>\n<p>1686 geschlossenes Defensivb\u00fcndnis zwischen Kaiser Leopold I., K\u00f6nig Karl II. von Spanien, K\u00f6nig Karl IX. von Schweden, Kurf\u00fcrst Maximilian II.von Bayern und den Mitgliedern des fr\u00e4nkischen und oberrheinischen Reichskreises, wirkte er mit. Auch beim Ausbruch<\/p>\n<p>des Pf\u00e4lzischen Erbfolgekriegs war er t\u00e4tig. Er nahm er\u00a0 als Gesandter des Rheinkreises an den Friedensverhandlungen\u00a0 von Utrecht im September 1712 teil. Der Friede wurde 1713 geschlossen. Auch bei den Verhandlungen f\u00fcr den<\/p>\n<p>Frieden von Baden im Aargau war er dabei. Kaiser Leopold I. (1640-1705) erhob ihn am 21. April 1686 zum Freiherrn und am 1. Mai\u00a0 1705 erfolgte die Standeserh\u00f6hung zum Grafen.\u00a0 1696 erwarb er die Herrschaft Warthausen und 1705 die Herrschaft Thannhausen.<\/p>\n<p>1653 hatte Graf Georg Ludwig von Sinzendorf die Reichsherrschaft Thannhausen\u00a0 k\u00e4uflich erworben. Von Sinzendorf war Reichserbschatzmeister, wurde allerdings 1680 wegen Betrugs und Unterschlagung seines Amtes enthoben. Die Familie musste die Herrschaft<\/p>\n<p>verkaufen, um Steuerschulden zu tilgen. Diese Herrschaft erwarb dann Graf Johann Philipp\u00a0 1705. Infolge dieses Erwerbs wurde er am 3. Mai 1708 in das Schw\u00e4bische Reichsgrafenkolleg aufgenommen.<\/p>\n<p>Graf Johann Philipp war dreimal verheiratet. Seine erste Ehefrau Anna Maria Eva Faust von Stromberg verstarb am 10.10.1683. Aus dieser Ehe waren f\u00fcnf Kinder hervorgegangen, 3 T\u00f6chter und zwei S\u00f6hne. Franz Konrad von Stadion wurde am 28. August 1679 in<\/p>\n<p>Arnstein geboren.Er startete seine kirchliche Laufbahn sehr fr\u00fch. Schon 1695 trat er in das Domstift in Bamberg ein. Er studierte in Rom und Angers. Seit 1709 war er kurmainzischer Gesandter am brandenburgischen und s\u00e4chsischen Hof. Seit 1719 war er auch im<\/p>\n<p>W\u00fcrzburger Domkapitel vertreten.1727 wurde er in W\u00fcrzburg Domprobst. Am 23. Juli 1753 wurde er Nachfolger des verstorbenen F\u00fcrstbischofs\u00a0 Johann Philipp Anton von und zu Frankenstein. Er verstarb nach nur vier Jahren im Amt des Bamberger<\/p>\n<p>Bischofs im M\u00e4rz 1757. Er galt als religi\u00f6s. Er veranlasste die Einf\u00fchrung eines neuen Katechismus f\u00fcr den Schulunterricht im Hochstift Bamberg. Auch f\u00f6rderte er die Volksmission der Jesuiten in Bamberg.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck zu Graf Johann Philipp. Nach dem Tod seiner ersten Ehefrau heiratete er Maria Anna Gr\u00e4fin von Sch\u00f6nborn. Sie war die Nichte seines Dienstherrn, des Erzbischofs Lothar Franz von Sch\u00f6nborn (1655-1729). Aus dieser Ehe gingen 9 Kinder hervor,<\/p>\n<p>f\u00fcr uns im Rahmen des Blogs von Interesse Anton Heinrich Friedrich. In dritter Ehe heiratete Johann Philipp Maria Anna, Freiin Wambolt von Umstadt. Auch diese Ehe war kinderreich. 10 Nachkommen entsprossen ihr.<\/p>\n<p>Kommen wir nun zu Anton Heinrich Friedrich, Graf von Stadion-Warthausen und Thannhausen. Bei einer Schlossf\u00fchrung in Warthausen wurde mein Interesse f\u00fcr dieses Mitglied der Familie von Stadion geweckt. An ihn wird ja auch im Rahmen des Biberacher<\/p>\n<p>Sch\u00fctzenfestes erinnert. Bei der Recherche fand ich aber die gesamte Familie so interessant, dass ich da vieles halt nicht einfach unter den Tisch fallen lassen wollte.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/220px-Friedrich_Graf_von_Stadion.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-width: 0px;\" title=\"220px-Friedrich_Graf_von_Stadion\" alt=\"220px-Friedrich_Graf_von_Stadion\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/220px-Friedrich_Graf_von_Stadion_thumb.jpg\" width=\"200\" height=\"244\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>Anton Heinrich wurde am 5. April 1691 in W\u00fcrzburg geboren. Er studierte an der Universit\u00e4t Mainz Jura und Kameralwissenschaften. Die Kameralwissenschaften sollten Studierenden, die Kammerbeamte werden wollten, die erforderlichen Kenntnisse<\/p>\n<p>f\u00fcr die Verwaltung in einem absolutistischen Staat vermitteln. Kameralwissenschaft wurde in zwei Teile gegliedert, zum einen \u00d6konomie, zum anderen Verwaltung. Schon in seinem Studiengang wurde der junge von Stadion also bestens auf den<\/p>\n<p>angestrebten Beruf vorbereitet. Nat\u00fcrlich wurde auch er nach Abschluss seines Studiums auf Kavalierstouren geschickt. Er reiste nach Holland, Italien und Frankreich. Er begegnete dort den gr\u00f6\u00dften Geistern seiner Zeit, so in Frankreich Voltaire,<\/p>\n<p>der ihn sehr beeindruckte. Er blieb auch weiter in Verbindung mit Voltaire. Er war sehr begabt und seine Reisen unternahm er mit sehr wachen Augen. Er wurde schon sehr jung in den Staatsdienst aufgenommen. Anton Heinrichs Vater trat 1737 von<\/p>\n<p>allen \u00c4mtern am kurmainzischen Hof zur\u00fcck. Anton Heinrich begann seine \u00f6ffentliche Laufbahn auch in kurmainzischen Diensten. Er wurde Geheimer Rat, dann Hofmarschall.In Bischofsheim, dem heutigen Tauberbischofsheim wurde er 1718<\/p>\n<p>Oberamtmann. Dann kam er nach Mainz, wo er Staatsund Hofminister und schlie\u00dflich\u00a0 wie sein Vater Oberhofmeister wurde. Der erste Mainzer Erzbischof, unter dem er diente, war Philipp Karl von Eltz-Kempenich. Philipp Karl wurde im Juni 1732 neuer Erzbischof<\/p>\n<p>in K\u00f6ln und blieb dies bis zu seinem Tod 1743. Auf ihn folgte Johann Friedrich Karl von Ostein, ein Cousin von Anton Heinrich. Beide Herrscher waren schwach und in Staatsgesch\u00e4ften sehr unerfahren.<\/p>\n<p>1737 , imselben Jahr als Graf Johann Philipp von allen \u00c4mtern zur\u00fcckgetreten war, hatte Anton Heinrich den Rollingschen Hof erworben. Der Geheime Hofrat Lothar Friedrich von Rollingen hatte ihn in den Jahren 1628 bis 1633 erbauen lassen. Nach dem Erwerb durch<\/p>\n<p>Anton Heinrich wurde er das Geb\u00e4ude in Stadionscher Hof umbenannt.<\/p>\n<p>Nachdem Tod von<strong> <\/strong>Philipp Karl von Eltz-Kempenich am 21. M\u00e4rz 1743 w\u00e4hlte das Mainzer Domkapitel auch unter dem Druck der Pragmatischen Armee Johann Friedrich Karl von Ostein zum neuen Mainzer Erzbischof. Der bisherige Domkustos war<\/p>\n<p>ein entschiedener Parteig\u00e4nger Habsburgs. Nach dem Tod Karls VII. (1742-1745) gelang es ihm, im Bayrisch-\u00d6sterreichischen Erbfolgekrieg zu vermitteln. In F\u00fcssen wurde\u00a0 am 22. 4. 1745 Frieden geschlossen und damit der\u00a0 \u00d6sterreichischen Erbfolgekrieg\u00a0 zwischen<\/p>\n<p>\u00d6sterreich und Bayern beendet. Kurf\u00fcrst Max Joseph verzichtete auf die Kaiserw\u00fcrde und alle Anspr\u00fcche auf \u00f6sterreichische L\u00e4nder, anerkannte die Pragmatische Sanktion und versprach gegen R\u00fcckgabe seiner L\u00e4nder Franz Stephan, dem Gemahl Maria Theresias,<\/p>\n<p>bei der Kaiserwahl seine Stimme. Formell beendet war der Krieg zwar erst mit dem Frieden von Aachen. Der F\u00fcssener Friede hatte zun\u00e4chst nur die Einigung zwischen Bayern und \u00d6sterreich gebracht. In Aachen wurden Vereinbarungen zwischen<\/p>\n<p>\u00d6sterreich und England, die in diesem Krieg verb\u00fcndet waren und Preussen und Frankreich andererseits getroffen. Im Bereich des Kurstaates war aber der Friede schon mit dem Vertrag in F\u00fcssen eingetreten.\u00a0 Der Mainzer Erzbischof lud als Reichserzkanzler<\/p>\n<p>zur Kaiserwahl nach Frankfurt. Dort wurde am 13. September 1745 Franz Stephan von Lothringen zum Kaiser gew\u00e4hlt. Der bayrische Kurf\u00fcrst hatte sich in F\u00fcssen ja bereit erkl\u00e4rt, der Wahl zu zustimmen. Sieben der neun Kurf\u00fcrsten stimmten f\u00fcr Franz I. Stephan.<\/p>\n<p>Als er am 4. Oktober 1745 im Kaiserdom zu Frankfurt gekr\u00f6nt wurde, kniete seine Gemahlin Maria Theresia nicht wie \u00fcblich neben ihrem Mann. Sie blieb unter den Zuschauern. Im Gegensatz zum neugew\u00e4hlten Kaiser besa\u00df sie als Monarchin von Ungarn und<\/p>\n<p>B\u00f6hmen und regierende Erzherzogin der habsburgischen Erblande wirkliche Macht. Der Kaiser war im 18. Jahrhundert f\u00fcr Zeremonien und Repr\u00e4sentation zust\u00e4ndig. Er nahm Adels-und Ordensverleihungen vor. Friedrich der Gro\u00dfe sagte zur Kaiserw\u00fcrde, sie sei nur<\/p>\n<p>\u201cleerer Titel\u201d.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich war die agierende Person immer der Mainzer Erzbischof. Man kann aber annehmen, dass Graf Anton Heinrich die Strippen zog, zumal er gut vernetzt war, w\u00e4hrend Friedrich Karl von Ostein ja kaum praktische Erfahrung in Staatsgesch\u00e4ften hatte.<\/p>\n<p>Auch im Kurstaat stellte der Oberhofmeister die Weichen. Er f\u00fchrte ein g\u00fcltiges Landrecht im Kurstaat ein, das willk\u00fcrlichen Rechtsabweichungen ein Ende machte. Erg\u00e4nzt wurde das durch eine neue zeitgem\u00e4\u00dfe Gerichtsordnung. Sie regelte den Verlauf von<\/p>\n<p>Verfahren in B\u00fcrgerlichen und Strafsachen. Er erlie\u00df f\u00fcr die F\u00f6rderung von Handel und Verkehr wichtige Verordnungen. Er f\u00fchrte zwei vierzehnt\u00e4gige Messen in Mainz ein. Er erlie\u00df Verordnungen zur Regelung des Messkredits und der Zahlungstermine. Er schuf<\/p>\n<p>eine Vertretung des Handelsstandes unter Leitung des Vicedom-Amts. Das ist der Vorl\u00e4ufer einer k\u00fcnftigen Handelskammer. Sie hatte \u00fcber alles zu beraten, &#8222;was zur Aufnahme der Gewerbe und Kauffmannschaft dahier gereichen, und Schaden und Abgang zu<\/p>\n<p>verhindern vermag.&#8220;\u00a0 Begleitet wurde dies von einer Neuregelung des Schiffahrtswesens. Auch \u00fcber eine Verbesserung des Pfandverkehrs wurde nachgedacht. Das L\u00f6schwesen wurde verbessert. Und man versuchte den Bettelunfug in Griff zu bekommen.<\/p>\n<p>1746 wurden die Privilegien der Universit\u00e4t erneuert. Der Erzbischof lie\u00df einen botanischen Garten errichten und ein Anatomisches Institut wurde errichtet. Der Einfluss der Jesuiten wurde allerdings nicht zur\u00fcckgedr\u00e4ngt.<\/p>\n<p>Wenig Unterst\u00fctzung hatte der Oberhofmeister von seinem Erzbischof allerdings, wenn es um religi\u00f6se Angelegenheiten ging. Als er ein 1720 errichtetes Kreuz entfernen lie\u00df,um Platz f\u00fcr die Messe zugewinnen wurde geschickt Stimmung gegen den<\/p>\n<p>aufkl\u00e4rerischen Oberhofmeister gemacht. Um die aufgebrachte Menge zu beruhigen, lie\u00df die Regierung ein neues Kreuz errichten. Johann Baptist Horix war Doktor beider Rechte, der weltlichen und kirchlichen. Er unterrichtete als Professor an<\/p>\n<p>der Universit\u00e4t Mainz. Er war einer der ersten Dozenten, die ihre Vorlesungen in deutsch hielten. In einer Arbeit \u201cTractatiuncula in fontibus juris canonici germanici\u201d, k\u00e4mpfte er gegen die von Rom angestrebte Vermehrung der Machtvollkommenheit an.<\/p>\n<p>Die Geistlichkeit regte sich gegen den Gelehrten und ruhte nicht, bis dieser gema\u00dfregelt wurde. Es gelang auch von Stadion darin zu verwickeln. Dieser musste schlie\u00dflich eine Erkl\u00e4rung abgeben, er habe an der Arbeit des von ihm protegierten Professors<\/p>\n<p>keinen Anteil.\u00a0 Dies alles und die Erkenntnis, dass er bei seinem Herrn keinen R\u00fcckhalt hatte, veranlassten ihn, sich nach Warthausen zur\u00fcck zuziehen, ohne aus dem Staatsdienst auszuscheiden.<\/p>\n<p>Christoph Martin Wieland nennt einen anderen Grund f\u00fcr den R\u00fcckzug aus Mainz: &#8222;Der Graf von Stadion hatte den Cardinalnepoten, wie man ihn damals \u00a0am mainzer Hofe nannte, zum Fenster hinauswerfen wollen, und erhielt daher den Befehl, nach Warthausen, eine Stunde von Biberach, wo er Oberamtmann war, sich zu verf\u00fcgen, und nicht eher als gerufen wieder\u00a0 bei Hofe zu erscheinen.&#8220;(in Historisches Taschenbuch 10 S.\u00a0395 f.)<\/p>\n<p>Sein Vater Johann Philipp hatte die Herrschaft Warthausen ja 1695 erworben.<\/p>\n<p>Anton Heinrich hatte am 27. Juni 1724 in Ebnet bei Freiburg Maria Anna Augusta Antonia Euphemia Euphrosyna von Sickingen zu Hohenburg geheiratet. Dieser Ehe entstammten drei S\u00f6hne, von denen einer allerdings nur ein Jahr alt wurde und drei T\u00f6chter.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/800px-Adel_im_Wandel12.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-width: 0px;\" title=\"800px-Adel_im_Wandel12\" alt=\"800px-Adel_im_Wandel12\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/800px-Adel_im_Wandel12_thumb.jpg\" width=\"244\" height=\"182\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>Aus seiner Zeit aus Tauberbischofsheim stammt Georg Michael Anton Frank von Lichtenfels gen. von La Roche, den er zwar nicht legitimierte, der aber beste Ausbildung erhielt.<\/p>\n<p>Zu Schloss Warthausen siehe Blog.\u00a0 Graf von Stadion hatte sich 1756 ins Biberacher B\u00fcrgerrecht eingekauft. Er hatte auch ein Haus in Biberach erworben, das der damalige Biberacher B\u00fcrgermeister Wilhelm von Brandenburg erbaut hatte.<\/p>\n<p>(Biberacher Bauchronik von 1928-Preisersche Chronik-S. 174.) Er lie\u00df es kostbar einrichten. Die Rokoko-Stuckdecken im Haus, die Balustertreppe und die T\u00fcr mit Messingbeschl\u00e4gen stammen wohl aus dieser Zeit.<\/p>\n<p>Von Stadion nutzte das Haus als Sommerresidenz, wenn er in Biberach weilte. In diesem Haus hat er wohl auch Christoph Martin Wieland getroffen, der ja nur ein paar hundert Meter davon entfernt wohnte und als St\u00e4dtischer Kanzleiverwalter<\/p>\n<p>arbeitete. Als Georg Michael La Roche Warthausener Oberamtmann war, bewohnte er dieses Haus in der heutigen Biberacher Hindenburgstra\u00dfe.<\/p>\n<p>Graf Anton Heinrich hatte auch in Warthausen einige Ver\u00e4nderungen vorgenommen. So lie\u00df er die bis dahin gotische Schlosskapelle barockisieren. Im heute sogenannten Damensalon ist eine aus der Zeit von 1720 original erhaltene Seidentapete zu bewundern.<\/p>\n<p>Dort ist auch viel Porzellan ausgestellt. Vieles\u00a0 sind Hochzeitsgeschenke zur Verm\u00e4hlung mit Maria Anna Augusta. Es sind alle Manufakturen der damaligen Zeit vertreten. Auch eine beachtliche Chinosoirie-Sammlung ist zusehen.<\/p>\n<p>Ein Schmuckst\u00fcck ist nat\u00fcrlich die Bibliothek, zum einen der Raum selbst, aber nat\u00fcrlich der Inhalt. Licht erh\u00e4lt der Raum durch zwei Fenster in Ost-West-Richtung. Er hat also den ganzen Tag Tageslicht. Die Fenster sind mit Butzenglas versehen,<\/p>\n<p>das eine fokussierende Wirkung hat und so lange Tageslicht herrscht, optimale Lesebedingungen bietet. Die Bibliothek ist ins Denkmalbuch Baden-W\u00fcrttemberg eingetragen und wird von der Landesbibliothek betreut. Es ist dies ein repr\u00e4sentatives<\/p>\n<p>Zeugnis s\u00fcddeutscher und aristokratischer Bibliothekskultur. Zus\u00e4tzlich interessant ist die Bibliothek nat\u00fcrlich auch durch die Tatsache, dass sich Wieland oft und gerne in Warthausen aufgehalten hat, oder mit Wielands Worten Johann Georg Zimmermann<\/p>\n<p>in einem Brief vom 22. Juni 1762 in Christoph Martin Briefwechsel hsg v. der Dt.Akademie der Wiss. (WB) Bd. III, Berlin 1975,S.93 \u201c un endroit o\u00f9 je passe de tems en tems quelques jour\u00b4s aussi agreablement qu\u2019il le faut oublier ma situation desastreuse dans ma<\/p>\n<p>villaine patrie\u201d. Interessant ist die Bibliothek nat\u00fcrlich vor allem dadurch, dass die M\u00f6glichkeit, diese Bibliothek zu nutzen, in die Zeit fiel, in der Wieland an der Geschichte des Agathon und an seinen Shakespeare \u2013\u00dcbersetzungen arbeitete. Die Bibliothek umfasst<\/p>\n<p>rund 1400 B\u00e4nde. Mehr als die H\u00e4lfte davon sind Geschichtswerke, Reisebeschreibungen, staatswissenschaftliche und \u00f6konomische Beschreibungen. Sehr vieles davon sind franz\u00f6sische Werke. Sie hat auch eine umfangreiche h\u00f6fische Traktatliteratur,<\/p>\n<p>Werke \u00fcber Grundlagen der Adelserziehung. Wieland war ja ab 1772 in Weimar als Prinzenerzieher f\u00fcr die beiden S\u00f6hne von Anna Amalia von Sachsen-Weimar t\u00e4tig. Dann sind in der Stadionschen Bibliothek nat\u00fcrlich\u00a0 politische und philosophische Werke der<\/p>\n<p>europ\u00e4ischen Fr\u00fchaufkl\u00e4rung vertreten, die meisten in franz\u00f6sischer Sprache oder \u00dcbersetzung. Francis Bacon Neuf Livres De la Dignit\u00e9 et De l\u2019Acroissement des Sciences, Pierre Bayle, Dictionnaire historique et critique, einige B\u00fccher von R\u00e9n\u00e9 Descartes,<\/p>\n<p>Hugo Grotius Le Droit, La Guerre et la Paix,Voltaire, Oeuvres, Anti-Macchiavelli. Nicht verwunderlich ist Voltaire, schlie\u00dflich ist von Stadion ja schon auf seinen Kavalierstouren begegnet und war von ihm beeindruckt. Dann ist Leibniz in Warthausen zu finden.<\/p>\n<p>Einen gro\u00dfen Rahmen nimmt die franz\u00f6sische Literatur von 1600 bis 1750 ein. Englische Literatur ist in Warthausen kaum verzeichnet. Daraus kann man schlie\u00dfen, dass Wielands\u00a0 Rezeption englischer Literatur schon in seine Schweizer Zeit von 1752-1759<\/p>\n<p>bei Bodmer fiel. Deutsche Dichtung des 18. Jahrhunderts ist in der Stadionschen Bibliotherk kaum pr\u00e4sent. Es ist noch eine handsignierte Aussage von Kant zu finden und nat\u00fcrlich eine komplette Wielandausgabe, die aber m\u00f6glicherweise erst durch die Enkel<\/p>\n<p>von Anton Heinrich hinzukamen.<\/p>\n<p>Ab 1761 lebte Graf Anton Heinrich in Warthausen. Auch Georg Michael Frank von La Roche ging mit dem Grafen nach Warthausen. Er war dort Oberamtmann und \u00fcbernahm die Verwaltung des Guts. 1753 hatte er Sophie von Gutermann geheiratet. Sie war<\/p>\n<p>die Tochter des Kaufbeurer Arztes Georg Friedrich Gutermann zu Gutershofen.Sie war von ihrer Familie nach Biberach gebracht worden, weil sie sich in Augsburg mit dem Italiener Giovanni Ludovico Bianconi verlobt hatte. Die Familie w\u00fcnschte aber die<\/p>\n<p>Eheverbindung auch aus konfessionellen Gr\u00fcnden nicht. In Biberach traf sie den evangelischen Pfarrersohn, ihren Cousin Christoph Martin Wieland. Ihre Seelenverwandschaft f\u00fchrte bald dazu, dass sie sich verlobten. Allerdings l\u00f6ste Sophie diese<\/p>\n<p>Verlobung als Wieland bei Johann Jakob Bodmer in Z\u00fcrich weilte. Ende 1753 heiratete sie nun Georg Michael Frank von La Roche. Sophie war als Hofdame und Gesellschafterin am Warthauser Hof. Wieland war mittlerweile zun\u00e4chst Senator und dann<\/p>\n<p>Kanzleiverwalter in Biberach.Nicht weit von Warthausen ist das Kloster Obermarchtal. Dort war\u00a0 Sebastian Sailer Pr\u00e4monstratenserm\u00f6nch. Er war gefragter Prediger und vielseitiger Autor. 1764 war Ignaz Valentin Heggelin Pfarrer in Warthausen geworden,<\/p>\n<p>auch er durchaus mit den Schriften der Aufkl\u00e4rung vertraut. Dann war noch Maria Maximiliana, die Tochter des Grafen. Seit 1754 ist sie als Stiftsdame des Freiweltlichen Damenstifts in Buchau verzeichnet. Am 18. Januar 1775 wurde sie dort als letzte \u00c4btissin<\/p>\n<p>gew\u00e4hlt. Dieser kleine Kreis traf sich regelm\u00e4\u00dfig zum Gedankenaustausch in Warthausen und ist sp\u00e4ter als Warthauser Musenhof bekannt geworden. Auch Johann Heinrich Tischbein war immer wieder zugegen und fertigte Portr\u00e4ts des Kreises an. Auch das obige<\/p>\n<p>Bild von Anton Heinrich Johann stammt von ihm. Als Johann Heinrich gerade 14 Jahre alt war, malte er ein Portr\u00e4t des Kochs des Grafen. Das wurde auch dem Grafen gezeigt. Er erkannte das Talent des Jungen. Er f\u00f6rderte ihn und erm\u00f6glichte ihm eine Ausbildung in<\/p>\n<p>Paris. Sp\u00e4ter stellte er den Kontakt zum Landgrafen Wilhelm VII. her. Er fertigte ein Portr\u00e4t des Landgrafen an. Obwohl der Maler nur einen Tag zur Verf\u00fcgung hatte und er au\u00dferdem von heftigen Zahnschmerzen geplagt war, gelang das Bild so gut,<\/p>\n<p>dass er zum Hofmaler Wilhelms VII. ernannt wurde.<\/p>\n<p>Auch den aus Reutte in Tirol zugewanderten Tischler Anton Haaf hatte er gef\u00f6rdert. Er hatte ihn auf die Bauakademie nach Wien geschickt. In Warthausen f\u00fchrte er im Auftrag des Grafen einige Umbauten durch. In B\u00f6nningheim wurde er mit dem Neubau des<\/p>\n<p>Schlosses beauftragt, das \u00fcber\u00a0 Anton Heinrichs Vater in den Besitz der Familie Stadion gelangt war. Die Pl\u00e4ne f\u00fcr das Schloss stammen aber wohl von Anselm Franz Reichsfreiherr von Ritter zu Groenesteyn, der auch den Stadionschen Hof in Mainz gebaut hatte, der<\/p>\n<p>manchmal als der \u201c gro\u00dfe\u00a0\u00a0\u00a0 Bruder \u201c des B\u00f6nnigheimer Schlosses bezeichnet wurde.<\/p>\n<p>Nicht nur Friedrich der Gro\u00dfe hatte in seinem Land die Kartoffel eingef\u00fchrt. Auch Graf von Stadion hatte das in seiner kleinen Herrschaft gemacht. Die Riss hatte ein neues Bett bekommen und auf dem neugewonnenen Land lie\u00df der Graf die Kartoffel<\/p>\n<p>anpflanzen.<\/p>\n<p>Zu von\u00a0 Ostein&#8217;s Nachfolger Emmerich Josef v. Breidbach-B\u00fcresheim kam es wieder zu freundschaftlichen Beziehungen zwischen dem ehemaligen Oberhofmeister und dem Kurf\u00fcrsten, ohne dass Graf Anton Heinrich wieder in den kurmainzischen Staatsdienst<\/p>\n<p>zur\u00fcckkehrte. Und dank dieser Beziehung hatte er durchaus noch Einflu\u00df. So wurde auf seinen Rat Christoph Martin Wieland als Professor der Philosophie nach Erfurt berufen, was in konservativen Mainzer Kreisen nicht besonders gut ankam. Auch beim Umbau<\/p>\n<p>des Mainzer Schulwesens\u00a0 spielten Stadion&#8217;s Freunde Freiherr v. Benzel-Sternau und Gro\u00dfhofmeister v. Grosschlag, beide freisinnige M\u00e4nner, eine hervorragende Rolle.<\/p>\n<p>Die Ehe mit Maria Anna von Sickingen war wohl nicht besonders gl\u00fccklich. Maria Anna war wohl etwas engstirnig fromm und so ziemlich das Gegenteil ihres freisinnigen Gattens. Das Ehepaar lebte meist getrennt, sie die meiste Zeit in Freiburg.<\/p>\n<p>Graf Anton Heinrich Friedrich verstarb am 26. Oktober 1768 in Warthausen.<\/p>\n<p>Er hatte eine enorme politische Gestaltungskraft gezeigt. Ohne selbst schriftstellerisch t\u00e4tig zu sein, hat er durch die F\u00f6rderung Wielands und Sophie La Roches auch der deutschen Literatur Impulse gegeben. Seine F\u00f6rderung Wielands in Biberach,<\/p>\n<p>die M\u00f6glichkeit in Warthausen zu arbeiten und dass von Stadion Wieland den Weg nach\u00a0Erfurt geebnet hat, hat diesem sicher einiges erleichtert.<\/p>\n<p>Und auch seine S\u00f6hne haben wohl einiges von seinem Talent geerbt. La Roche hat in Trier dieselbe Stellung wie der Vater in Mainz eingenommen. Seine Frau Sophie war die bedeutendste Schriftstellerin ihrer Zeit. Die Geschichte des Fr\u00e4uleins von Sternheim<\/p>\n<p>gilt als der erste von einer Frau geschriebene Roman. \u00dcber ihre Tochter Maximiliane wurde sie zur Gro\u00dfmutter von Bettina von Arnim und Clemens Brentano.<\/p>\n<p>Der Sohn von Graf Anton Heinrich Johann Franz Konrad von Stadion zu Warthausen und Thannhausen wurde\u00a0 am 15.03.1736 geboren. Er heiratete Maria Ludovica geb. Zobel von Giebelstadt. Am 18. Juni 1763 wurde Johann Philipp Karl Joseph Graf von Stadion<\/p>\n<p>geboren. Sein erster Sohn Friedrich Lothar Graf von Stadion-Warthausen wurde am 6. April 1761 geboren. Er erkrankte fr\u00fch an Tuberkulose und musste deshalb auf sein Erzgeburtsrecht verzichten. Er wurde f\u00fcr den geistlichen Dienst bestimmt und wurde Domherr in<\/p>\n<p>Mainz. Sein Bruder\u00a0 Johann Philipp Carl Joseph wurde am 18.06.1763 in Warthausen geboren. Johann Philipp studierte Jura in Nancy und G\u00f6ttingen. Nach dem Studium ging er mit seinem Bruder auf Kavalierstour begleitet vom gemeinsamen<\/p>\n<p>Erzieher Joseph Hieronymus Karl Kolborn. F\u00fcr die beiden Br\u00fcder blieb er zeitlebens ein enger Berater und Vertrauter.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/220px-JPvStadion.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-width: 0px;\" title=\"220px-JPvStadion\" alt=\"220px-JPvStadion\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/220px-JPvStadion_thumb.jpg\" width=\"164\" height=\"244\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>Johann Philipp absolvierte ein Praktikum am Wiener Hofrat. 1787 trat er in den \u00f6sterreichischen diplomatischen Dienst ein. von 1787 bis 1790 war er Gesandter in Stockholm. Dann \u00fcbernahm er die Gesandtschaft in London. Er konnte das angespannte britisch-<\/p>\n<p>\u00f6sterreichische Verh\u00e4ltnis entspannen. Er trug auch ma\u00dfgeblich zum Eintritt Englands in die Koalitionskriege gegen das revolution\u00e4re Frankreich bei. 1793\u00a0 Johann Amadeus Franz de Paula Thugut die Leitung der \u00f6sterreichischen Au\u00dfenpolitik. Von Stadion hatte<\/p>\n<p>sachliche Differenzen mit der \u00f6sterreichischen Politik und quittierte deshalb seinen Dienst. Er lebte auf den b\u00f6hmischen G\u00fctern der Familie. 1794 verm\u00e4hlte er sich mit Marie Anna Gr\u00e4fin v. Thannhausen,deren Vater Joseph Johann Nepomuk Georg von Stadion<\/p>\n<p>kurmainzischer\u00a0 Geheimrat und Obersilberk\u00e4mmerer war. Aus dieser Ehe gingen acht Kinder hervor.<\/p>\n<p>Als Thugut 1800 zur\u00fccktrat folgte Johann Ludwig Graf von Cobenzl auf ihn. Er hatte die Verhandlungen beim Rastatter Kongress geleitet, die zum Friedensvertrag von Lun\u00e9ville f\u00fchrten. Nun nahm auch von Stadion seine diplomatische Laufbahn wieder auf.<\/p>\n<p>Er wurde 1801 Gesandter in Berlin. Danach folgte ab 1803 die Vertretung in Petersburg. 1805 trug er wesentlich zum B\u00fcndnis gegen die Expansionsbestrebungen Napoleons bei. Stadion hatte 1803 geraten, das alte Reich aufzul\u00f6sen in der Hoffnung,<\/p>\n<p>den Rheinbund verhindern zu k\u00f6nnen. Allerdings trog die Hoffnung. 1805 war Stadion zum Au\u00dfenminister ernannt worden. Die Reformen des Schulwesens, innere Reformen, Verwaltungsreformen waren Schwerpunkte der Stadionschen T\u00e4tigkeit.<\/p>\n<p>Er\u00a0 bef\u00fcrwortete den \u00f6sterreichischen Aufstand von 1809. Aber Preu\u00dfen hatte Stadions Hoffnungen entt\u00e4uscht und sich nicht daran beteiligt. Nach der \u00f6sterreichischen Niederlage wurde Stadion durch Metternich abgel\u00f6st. Ab 1815 war er als<\/p>\n<p>Finanzminister t\u00e4tig. Im Zug der Neuordnung des Finanzwesens gr\u00fcndete von Stadion 1816 die \u00d6sterreichische Nationalbank. Sie hatte das Monopol auf die Emission von Banknoten. Die Wirtschaft hatte eine solide Geldquelle und es trat eine Beruhigung des<\/p>\n<p>\u00f6sterreichischen Geldwesens ein.<\/p>\n<p>Von Stadion geh\u00f6rte in seiner Eigenschaft als Graf von Warthausen auch der W\u00fcrttembergischen St\u00e4ndeversammlung an. Mit dem w\u00fcrttembergischen K\u00f6nig, der seine Standeserh\u00f6hung ja Napoleon verdankte, lebte er im Dauerkonflikt.<\/p>\n<p>Das f\u00fchrte dazu, dass Warthausen 1826 verkauft wurde. Graf Philipp Johann starb am 15. Mai 1824 in Baden bei Wien.<\/p>\n<p>Damit soll der Blick auf rund 1000 Jahre interessanter Familiengeschichte abgeschlossen sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Die Familie von Stadion stammte urspr\u00fcnglich aus Graub\u00fcnden. Im 13. Jahrhundert erwarb\u00a0sie Besitz in Schwaben. Erstmals urkundlich erw\u00e4hnt wird ein Henricus de Lapide in einer Urkunde vom 9. 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