{"id":222,"date":"2010-12-15T14:14:45","date_gmt":"2010-12-15T14:14:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=222"},"modified":"2011-10-20T10:12:01","modified_gmt":"2011-10-20T10:12:01","slug":"gasthaus-taube","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=222","title":{"rendered":"Gasthaus Taube"},"content":{"rendered":"<h2>Geschichte des Hauses<\/h2>\n<p>Das Gasthaus Taube wird in der Preiserschen Bauchronik als<\/p>\n<p>Badhaus Ende des 18. Jahrhunderts gef\u00fchrt.\u00a0 Dann war es ein Gerberhaus,<\/p>\n<p>was in der Architektur noch ganz deutlich zu sehen war. \u00dcber dem sehr hohen<\/p>\n<p>Gastraum war ein kleiner Zwischenstock von knapp 1,5 m H\u00f6he, in dem die Gerberfelle getrocknet wurden. Dieser Zwischenstock war \u00fcber eine kleine T\u00fcr an der Hinterfront des Hauses zu begehen. In den letzten Tagen des 2.Weltkrieges,n\u00e4mlich am 12.04.1945, erfolgte ein Luftangriff auf die Stadt<\/p>\n<p>bei dem vor allem die Ulmertorstra\u00dfe betroffen war. Dabei wurde auch die Ulmertorstra\u00dfe 9,\u00a0 die Taube und das Hintergeb\u00e4ude schwer besch\u00e4digt. Zun\u00e4chst wurde es notd\u00fcrftig repariert. Verloren gegangen war unter<\/p>\n<p>anderem das Wirtshausschild (auf dem Photo gut zu sehen), n\u00e4mlich ein Taubenp\u00e4rchen.<a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/dieTaube.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: inline; margin-left: 0px; margin-right: 0px; border: 0px;\" title=\"die Taube\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/dieTaube_thumb.jpg\" border=\"0\" alt=\"die Taube\" width=\"244\" height=\"172\" align=\"right\" \/><\/a><\/p>\n<p>In den fr\u00fchen 50-igern wurde das Vordergeb\u00e4ude umfassend renoviert,<\/p>\n<p>vor allem eine neue Hinterwand eingezogen und ein Zimmer mit Balkon versehen.<\/p>\n<h2>Das Gasthaus<\/h2>\n<p>Kurz nach der Jahrhundertwende wurde das Haus als \u201cGasthaus zur Taube\u201d von Andreas Gnant ( geboren am 30.11. 1873 in Muttensweiler) und Pauline Gnant (geboren am30.05.1885 in Birkenhard) gef\u00fchrt. Ausgeschenkt wurde das Bier der Brauerei Warthausen. Andreas Gnant hatte noch Wirtsrecht in der Rose (auch in der Ulmertorstra\u00dfe,<\/p>\n<p>in der dann die B\u00e4ckerei Leichtle \u201cRosenb\u00e4ck\u201d war) und im Schwarzen Adler<\/p>\n<p>(bei der Schranne, in dem Haus in dem sp\u00e4ter das Haushaltswarengesch\u00e4ft Graf war).Damit das Wirtsrecht nicht verloren ging,musste das Gasthaus wenigstens einmal im Jahr ge\u00f6ffnet werden, was unter Andreas Gnant noch regelm\u00e4ssig geschah.<a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/inderTaube.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: inline; margin-left: 0px; margin-right: 0px; border: 0px;\" title=\"in der Taube\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/inderTaube_thumb.jpg\" border=\"0\" alt=\"in der Taube\" width=\"171\" height=\"244\" align=\"left\" \/><\/a><\/p>\n<p>Das Bild zeigt eine Blick in die Gaststube, ganz hinten Andreas Gnant, der Taubenwirt, links davor Josef Gnant,der die Wirschaft nach dem Krieg \u00fcbernahm. Vor ihm Andreas Gnant, der 1945 in den letzten Kriegstagen gefallen ist.<\/p>\n<p>Die Familie hatte 5 S\u00f6hne und eine Tochter. Andreas Gnant war ziemlich fr\u00fch sehr krank und starb schon am 22.06. 1936. Seine Frau Pauline f\u00fchrte dann die Wirtschaft allein und brachte sie auch \u00fcber den Krieg. Allerdings fielen drei ihrer S\u00f6hne, darunter auch der, der eigentlich als zuk\u00fcnftiger Taubenwirt vorgesehen war.\u00a0 Georg, der j\u00fcngste hatte die Beamtenlaufbahn eingeschlagen. Josef, der \u00e4lteste hatte bei der Firma Engelmayer eine Lehre als Textilkaufmann absolviert und so musste er nach dem Krieg die Wirtschaft \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>Biberach war ja eine l\u00e4ndlich gepr\u00e4gte Stadt. Die Biberacher Lokale hatten alle eine feste Stammkundschaft aus den umliegenden D\u00f6rfern. Jedes Gasthaus hatte \u201cseine\u201d D\u00f6rfer. In der Taube waren das Bergerhausen, Maselheim und Laupertshausen. So war z.B. die Musikkapelle Bergerhausen immer am Sch\u00fctzenfest und um Weihnachten rum zu Gast in der Taube.<\/p>\n<p>Das Angebot war bodenst\u00e4ndig. Pauline, die Taubenwirtin, war bekannt f\u00fcr ihr \u201cSaures Leberle\u201d. Noch heute existiert ein handgeschriebenes Kochbuch von Pauline in der Familie.<\/p>\n<p>Josef Gnant heiratete am 06. Februar Bernhardine, die aus Bechtenrot stammte.<a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/dasBrautpaar.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: inline; margin-left: 0px; margin-right: 0px; border: 0px;\" title=\"das Brautpaar\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/dasBrautpaar_thumb.jpg\" border=\"0\" alt=\"das Brautpaar\" width=\"163\" height=\"244\" align=\"right\" \/><\/a><\/p>\n<p>Josef \u00fcbernahm nach dem Krieg eher ungern die Taube. Eigentlich war er mit Leib und Seele Kaufmann. Der Wirtsverein Biberach machte sich das zunutze und so war er langj\u00e4hriger Kassier des Vereins. Die Kundschaft waren unter der Woche Leute, die in der n\u00e4heren Umgebung arbeiteten und immer werktags in der Taube ihr Mittagessen einnahmen. Im Lokal hie\u00dfen sie \u201cKostg\u00e4nger\u201d. Die Taube hatte 4 Fremdenzimmer, wobei eines an Dauerg\u00e4ste vermietet war, meistens Meistersch\u00fcler, die \u201cSchlafg\u00e4nger\u201d genannt wurden. Dann gab es noch Leute, die regelm\u00e4\u00dfig zum \u00dcbernachten kamen, wie z.B. der \u201cEndschuma\u201d. Der verkaufte auf den Biberacher Jahrm\u00e4rkten \u201cEndschuhe\u201d, so eine Art Hausschuhe und ein in den Nachkriegsjahren durchaus gesuchtes Produkt.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/Taubengste.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: inline; margin-left: 0px; margin-right: 0px; border: 0px;\" title=\"Taubeng\u00e4ste\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/Taubengste_thumb.jpg\" border=\"0\" alt=\"Taubeng\u00e4ste\" width=\"244\" height=\"170\" align=\"left\" \/><\/a><\/p>\n<p>Der Taubenwirt mit seinen Kindern<\/p>\n<p>und \u201dKostg\u00e4ngern\u201d<\/p>\n<p>Am Mittwoch war Markttag und damit immer Hochbetrieb. Bis Mitte der 50-iger kamen die Bauern noch mit ihren Fuhrwerken und im Hintergeb\u00e4ude befand sich der \u201cGaststall\u201d betreut vom Hausknecht. Am Mittwoch arbeiteten immer die Schw\u00e4gerin mit und Minna, die dann immer in der K\u00fcche war.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach dem Krieg war neben dem Bier der Most das wichtigste Getr\u00e4nk, das in der Taube ausgeschenkt wurde. Im R\u00f6merweg oberhalb der Ulmerstra\u00dfe hatte man einen gro\u00dfen Mostkeller, in dem der Most vergoren und gelagert wurde. Zun\u00e4chst wurden aber immer die \u00c4pfel beim \u201cBaschold\u201d , das war ein Gesch\u00e4ft, in der Zwingergasse, in dem Obst\u00a0 ausgepresst wurde. verarbeitet. Wein gab &#8217;s von Rilling und von der Kapelle aus Kressbronn. Die beiden Weinvertreter Herr Sabisch f\u00fcr Rilling und Herr Repetz f\u00fcr die Kapelle waren regelm\u00e4\u00dfig in der Taube.<\/p>\n<p>Alle 14 Tage war Hausschlachtung, was immer der Metzger Robert Sch\u00f6llhorn vornahm. Als dieser das aus Altersgr\u00fcnden nicht mehr konnte, \u00fcbernahm das dann Herr Fesseler aus Ellmannsweiler, das auch zu den \u201cTaubend\u00f6rfern\u201d geh\u00f6rte.<\/p>\n<p>Das Angebot war bodenst\u00e4ndig, Hausmannskost eben.<a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/Speisekarte1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: block; float: none; margin-left: auto; margin-right: auto; border: 0px;\" title=\"Speisekarte 1\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/Speisekarte1_thumb.jpg\" border=\"0\" alt=\"Speisekarte 1\" width=\"170\" height=\"244\" \/><\/a><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: block; float: none; margin-left: auto; margin-right: auto; border: 0px;\" title=\"Speisekarte 2\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/Speisekarte2_thumb.jpg\" border=\"0\" alt=\"Speisekarte 2\" width=\"172\" height=\"244\" \/><\/p>\n<p>Im Herbst gab es immer Metzelsuppe und au\u00dferdem ein Kaffekr\u00e4nzchen.Beides waren sowas wie Festtage.<\/p>\n<p>Josefs Gesundheitszustand verschlechterte sich anfang der 60-iger Jahre ziemlich, so dass er sich gezwungen sah, die Taube aufzugeben. Es wurde dann ein Laden daraus gemacht, vermietet an das Lebensmittelgesch\u00e4ft Gaissmaier.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Geschichte des Hauses Das Gasthaus Taube wird in der Preiserschen Bauchronik als Badhaus Ende des 18. Jahrhunderts gef\u00fchrt.\u00a0 Dann war es ein Gerberhaus, was in der Architektur noch ganz deutlich zu sehen war. \u00dcber dem sehr hohen Gastraum war ein kleiner Zwischenstock von knapp 1,5 m H\u00f6he, in dem die Gerberfelle getrocknet wurden. 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