{"id":2088,"date":"2012-10-04T17:09:44","date_gmt":"2012-10-04T17:09:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=2088"},"modified":"2015-02-28T20:21:58","modified_gmt":"2015-02-28T20:21:58","slug":"die-groe-ravensburger-handelsgesellschaft","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=2088","title":{"rendered":"Die Gro&szlig;e Ravensburger Handelsgesellschaft"},"content":{"rendered":"<h1 align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/imagesCAZTHZVB.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-left: 0px; padding-right: 0px; display: inline; padding-top: 0px; border-width: 0px;\" title=\"imagesCAZTHZVB\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/imagesCAZTHZVB_thumb.jpg\" alt=\"imagesCAZTHZVB\" width=\"244\" height=\"164\" border=\"0\" \/><\/a><\/h1>\n<h1><\/h1>\n<h1>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Die Wirtschaft im Sp\u00e4tmittelalter<\/h1>\n<p>Im Mittelalter war der Gro\u00dfteil Europas landwirtschaftlich gepr\u00e4gt. Die Bauern produzierten \u00fcberwiegend f\u00fcr den Eigenbedarf. Da sie der Kirche den Zehnten entrichten mussten und ihren Grundherren Frondienste<\/p>\n<p>leisten mussten, wurden kaum \u00dcbersch\u00fcsse produziert, die gehandelt werden h\u00e4tten k\u00f6nnen. Auch waren die Verbindungen in die Regionen sehr schlecht, so das meist nur f\u00fcr das Umland produziert wurde.<\/p>\n<p>Es gab auch Handwerker auf dem Land, die aber praktisch nur f\u00fcr das Dorf und dessen Bedarf produzierten. Auf dem Land herrschte Selbstversorgung. Der t\u00e4gliche Bedarf, auch Kleidung wurde selbst produziert.<\/p>\n<p>Das blieb so im gesamten Fr\u00fchmittelalter,das man grob von 500 nach Christus bis 1000 datieren kann. Im Hochmittelalter (1000-1300) werden in zunehmenden Ma\u00dfe St\u00e4dte gegr\u00fcndet. Die Dominanz des Landes bleibt aber bestehend.<\/p>\n<p>In den St\u00e4dten lebten Handwerker, aber auch Dienstleister wie Bader, die auch eine medizinische Grundversorgung erbrachten. Man k\u00f6nnte sie als \u201c\u00c4rzte des kleinen Mannes\u201d bezeichnen. Sie waren einerseits durchaus angesehen, da sie<\/p>\n<p>aber Pflegebed\u00fcrftige, Kranke und Verwundete ber\u00fchrten, z\u00e4hlten sie zu den unehrlichen Berufen, die gar nicht oder sehr sp\u00e4t in Z\u00fcnfte aufgenommen wurden, in Augsburg und W\u00fcrzburg z.B. 1373, in Hamburg 1375.<\/p>\n<p>Im S\u00fcden des deutschen Reiches wie in Wien wurde Bader ein geregelter Ausbildungsberuf mit Lehre, Wanderschaft und schlie\u00dflich Meisterpr\u00fcfung. Dienstleister waren auch Stadtb\u00fcttel oder Prostituierte.<\/p>\n<p>Die Handwerker waren in Z\u00fcnften oder Gilden organisiert. Diese regulierte meistens die Preise, legte die Absatzmengen fest, \u00fcberwachte die Qualit\u00e4t, legte die Zahl der Betriebe und Angestellten fest. Der einzelne Handwerker<\/p>\n<p>hatte einerseits kaum eine Chance, aus eigener\u00a0 Kraft nach oben zu kommen oder zu expandieren. Andrerseits gew\u00e4hrleistete die strenge Regulierung ein gutes und einigerma\u00dfen geregeltes Auskommen. Die Mitglieder zahlten Beitr\u00e4ge in<\/p>\n<p>eine gemeinsame Kasse. Wenn nun ein Zunftmitglied krank wurde, unterst\u00fctze ihn die Zunft. Diese hatte also auch eine Versicherungsfunktion.<\/p>\n<p>Im Sp\u00e4tmittelalter\u00a0 herrscht zun\u00e4chst eine Krise, die aber abflaut. Um 1450 setzt ein Wideraufschwung ein. Verschieden Gr\u00fcnde hatten zu der Krise gef\u00fchrt.\u00a0 Ein wichtiger war die Schwarze Pest. 1348 erreichte sie aus Asien kommend Europa.<\/p>\n<p>Sie verbreitete sich rasch entlang der Handelswege und w\u00fctete vor allem in den St\u00e4dten. In einigen Regionen reduzierte sich die Bev\u00f6lkerung in der Folge um mehr als 50 %. Auf ganz Europa bezogen kann man annehmen, dass die Bev\u00f6lkerung<\/p>\n<p>von etwa 100 Millionen auf 50 Millionen sank. Weitere Gr\u00fcnde waren Kriege, so zum Beispiel der \u201cHundertj\u00e4hrige Krieg\u201d zwischen England und Frankreich (1338-1453), der vor allem Westeuropa verw\u00fcstete.<\/p>\n<p>Die Einnahme Konstantinopels durch die T\u00fcrken (1453). Damit ist ein R\u00fcckgang des Handels verbunden, vor allem des Orient- Handels. Vor allem Venedig ist davon betroffen. Die Nahrungsmittelproduktion ging zur\u00fcck. Zwischen 1315 und 1317<\/p>\n<p>wurde Europa von einer gro\u00dfen Hungersnot heimgesucht. Verantwortlich daf\u00fcr war zum\u00a0 Beispiel ein R\u00fcckgang der Rodungen. Au\u00dferdem wurden immer mehr Wiesen in Ackerland verwandelt. Dadurch nahm der Viehbestand ab, mit der Folge, dass weniger<\/p>\n<p>D\u00fcngemittel zur Verf\u00fcgung standen und damit wieder die Bodenproduktivit\u00e4t abnahm. Auch Klimaver\u00e4nderungen, ausgel\u00f6st durch die Rodungen haben wohl eine Rolle gespielt. Auf dem Land hat dies auch zu sozialen Spannungen gef\u00fchrt, die<\/p>\n<p>schlie\u00dflich in den Bauernunruhen m\u00fcndeten, die ja keine auf Deutschland beschr\u00e4nkte Erscheinung waren.<\/p>\n<p>Die Krise ist aber auch Vorbedingung f\u00fcr den Wiederaufschwung.Pest und Hungersn\u00f6te f\u00fchren zu einem Bev\u00f6lkerungsr\u00fcckgang zwischen 1350 und 1450. Die Geldl\u00f6hne steigen und die Nahrungspreise sinken. Die steigenden L\u00f6hne haben auch<\/p>\n<p>wieder Auswirkungen auf das Bev\u00f6lkerungswachstum. Ab etwa 1450 nimmt die Bev\u00f6lkerung wieder zu. Wegen der W\u00fcstungen steht unbebautes Land zur Verf\u00fcgung. Es kann wieder vermehrt Viehzucht betrieben werden. Damit stehen wieder mehr<\/p>\n<p>D\u00fcngemittel zur Verf\u00fcgung. Die Bodenproduktivit\u00e4t steigt wieder an. Ab etwa 1450 kann der Wiederaufschwung einsetzen.<\/p>\n<p>Das Mittelalter hatte eine erstaunliche technische und \u00f6konomische Dynamik. M\u00fchlen waren eine wichtige Energiequelle. Mit der Wasserkraft werden auch Webst\u00fchle und Spinnr\u00e4der betrieben.<\/p>\n<p>Die Maschinenbautradition setzte schon im Fr\u00fchmittelalter ein. Der Tretwebstuhl wird eingerichtet, dadurch wird das Weben schneller. Spinnanlagen, die mehrere F\u00e4den auf einmal spinnen werden eingerichtet.<\/p>\n<p>Die Herstellung von Eisen macht im Mittelalter enorme Fortschritte. Aus Eisen werden Werkzeuge, aber auch Waffen und R\u00fcstungen hergestellt. Eisenpfl\u00fcge werden produziert, was wiederum die landwirtschaftliche Produktion steigert.<\/p>\n<p>In der\u00a0 Zeit ab 1500 entstehen die sozialen Voraussetzungen f\u00fcr den Handelskapitalismus. In den zentraleurop\u00e4ischen St\u00e4dten entsteht das Wirtschaftsb\u00fcrgertum<\/p>\n<h1><\/h1>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Buchhaltung, Bankwesen<\/h1>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/imagesCA3NQZYI.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-left: 0px; padding-right: 0px; display: inline; padding-top: 0px; border-width: 0px;\" title=\"imagesCA3NQZYI\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/imagesCA3NQZYI_thumb.jpg\" alt=\"imagesCA3NQZYI\" width=\"244\" height=\"202\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>Im sp\u00e4ten Mittelalter werden in den Kaufmannskontoren die gesch\u00e4ftlichen Vorg\u00e4nge genauer erfasst. Dadurch steigern die Kaufleute ihre Effizienz. Der italienische Mathematiker und Franziskanerm\u00f6nch Luca Pacioli<\/p>\n<p>(um 1445 bis 1514) beschrieb in seinem 1494 gedruckten Buch Summa de Arithmetica, Geometria,Proportioni et Proportinalit\u00e0 das System der doppelten Buchf\u00fchrung. Das Buch wird in andere Sprachen \u00fcbersetzt und von<\/p>\n<p>vielen Autoren kopiert. So verhalf es der doppelten Buchf\u00fchrung zum Durchbruch. Charakteristisch ist einerseits die F\u00fchrung von getrennten Kapital-und Ertragskonten und andrerseits die Verbuchung von Soll-und Habenposten<\/p>\n<p>in zwei Kolonnen, bzw. auf zwei gegen\u00fcberliegenden Seiten. Max Weber hat zur doppelten Buchf\u00fchrung bemerkt, dass sich ohne sie der moderne Kapitalismus mit seinen komplexen Gesch\u00e4ften nicht h\u00e4tte entwickeln k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>In der Mitte des 13. Jahrhunderts wird international anerkanntes Geld gepr\u00e4gt, was den Handel wesentlich erleichtert. Ab 1252 gibt es in Florenz den Florin, eine Goldm\u00fcnze mit 3,54 g Feingold. 1284 folgte Venedig mit dem Golddukaten,<\/p>\n<p>der in den beiden folgenden Jahrhunderten als Welthandelsm\u00fcnze angesehen werden kann. Dennoch war der Geldverkehr recht umst\u00e4ndlich. Zum einen brauchte der Kaufmann eine Riesenb\u00f6rse, da ja die verschiedensten W\u00e4hrungen<\/p>\n<p>im Umlauf waren. Ein sehr sch\u00f6nes Exemplar wurde auf der Ausstellung Bayern-Italien in F\u00fcssen gezeigt. Auch war es ein Risiko, M\u00fcnzen in gro\u00dfen Mengen mit sich zu tragen. Bald reichte f\u00fcr Gro\u00dfkaufleute und \u00fcberregionale H\u00e4ndler die<\/p>\n<p>Abwicklung des Zahlungsverkehrs mit orts\u00fcblichen M\u00fcnzen nicht mehr aus. Die Messen in der Champagne waren wichtige Handelspl\u00e4tze des Mittelalters. Dort entstanden auch neue Kreditinstrumente. So wurde dort der Wechsel erfunden<\/p>\n<p>oder auch neu erfunden. Es entstehen Techniken des Zahlungsverkehrs. Man verrechnet jetzt \u00fcber ein Jahr weg und nur noch Saldi f\u00fchren zu Edelmetalltransporten von Flandern nach Italien oder umgekehrt.<\/p>\n<p>In Norditalien entstehen gro\u00dfe Handelsgesellschaften wie la vera societ\u00e0, die gr\u00f6\u00dfte. Diese Gesellschaften \u00fcben auch bald bank\u00e4hnliche Funktionen aus. Das Ersetzen von Bargeldern durch Kreditgesch\u00e4fte, vor allem Wechsel,<\/p>\n<p>erh\u00f6ht die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes. Die Medici in Florenz organisieren ihre Bank in Form einer Holding. Der Konkurs einer einzelnen Gesellschaft gef\u00e4hrdet somit nicht mehr das Ganze. Vor allem in Florenz, sp\u00e4ter auch in Genua<\/p>\n<p>entwickelt sich das Bankwesen. Dies schl\u00e4gt sich auch in einer Vielzahl moderner Bankbegriffe nieder, die alle aus dem Italienischen stammen wie Kontokorrent, Skonto, Giro, Diskont aber auch Bankrott. Bald b\u00fcrgert sich der Begriff<\/p>\n<p>Lombarden f\u00fcr die italienischen Bankiers ein, obwohl viele Bankzentren gar nicht in der Lombardei liegen. Im Lombardsatz lebt das noch fort. Damit entwickeln sich Handeln und das gesellschaftliche Leben enorm, vor allem in den<\/p>\n<p>oberitalienischen St\u00e4dten aber auch in deutschen St\u00e4dten, die Import und Export betreiben, wie N\u00fcrnberg, Augsburg,K\u00f6ln, Ulm aber auch Ravensburg. Diese St\u00e4dte bl\u00fchen auf und haben auch eine gro\u00dfe Anziehung auf K\u00fcnstler.<\/p>\n<p>Auch gl\u00e4nzen sie mit gro\u00dfen repr\u00e4sentativen Bauten, in K\u00f6ln der Dom, in Ulm das M\u00fcnster, Gottesh\u00e4user, die f\u00fcr die Einwohnerzahl fast \u00fcberdimensioniert sind. Prachtvolle Rath\u00e4user wie in Augsburg zeugen vom Reichtum der<\/p>\n<p>St\u00e4dte.<\/p>\n<p>In Ulm wirken K\u00fcnstler wie Syrlin, Erhart oder Multscher, in N\u00fcrnberg Veit Sto\u00df und D\u00fcrer,\u00a0 in Augsburg Elias Holl, der Erbauer des Rathauses Hans Holbein der \u00c4ltere und Hans Holbein der J\u00fcngere und Hans Burgkmaier<\/p>\n<h1><\/h1>\n<h1>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Handelswege<\/h1>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/germany_map_blank_m__staedte_u__fluesse_u__handelswege.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-left: 0px; padding-right: 0px; display: inline; padding-top: 0px; border-width: 0px;\" title=\"germany_map_blank_m__staedte_u__fluesse_u__handelswege\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/germany_map_blank_m__staedte_u__fluesse_u__handelswege_thumb.png\" alt=\"germany_map_blank_m__staedte_u__fluesse_u__handelswege\" width=\"244\" height=\"244\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>In der R\u00f6merzeit war abgesehen vom Technischen der Stra\u00dfenbau besser zu bewerkstelligen als dann im Mittelalter. Die Zentralgewalt plante und f\u00fchrte\u00a0 die Streckenf\u00fchrung und Bau der Stra\u00dfen in<\/p>\n<p>standardisierten Verfahren durch. Sie waren Instrument der Eroberungspolitik und wurden nach milit\u00e4rischen Gesichtspunkten geplant. Wichtig war der rasche Truppentransport. Die R\u00f6merstra\u00dfen wurden bis ins<\/p>\n<p>Mittelalter und dar\u00fcberhinaus genutzt aber kaum ausgebessert oder gar ausgebaut. Neben den R\u00f6merstra\u00dfen gab es die Altstra\u00dfen, die meist unbefestigte Naturwege waren, und die T\u00e4ler mieden, da dort meist Auenw\u00e4lder<\/p>\n<p>wuchsen und m\u00e4andernde Fl\u00fcsse waren. Man bevorzugte H\u00f6henwege oft entlang von Wasserscheiden, lateinisch strata alta, also H\u00f6henstra\u00dfe, daher vielleicht der Name Altstra\u00dfe. Auf den H\u00f6hen konnten Gefahren auch schon von<\/p>\n<p>weitem gesehen werden. Im Mittelalter gab es viele Kleinstaaten.So machte es f\u00fcr\u00a0 die Herrschenden wenig Sinn in befestigte Stra\u00dfen zu investieren. Erst zu Beginn der Neuzeit deuten Ausbau, Pflege und Ausbesserung vor allem wichtiger Fernstra\u00dfen auf gezielte<\/p>\n<p>Wirtschafts-,Territorial und Verkehrspolitik hin. Die wichtigsten Stra\u00dfen waren die \u00f6ffentlichen Stra\u00dfen und Heerstra\u00dfen. Das waren immer Hauptstra\u00dfen. Auf diesen standen die Benutzer unter dem Land oder K\u00f6nigsfrieden.<\/p>\n<p>Heerstra\u00dfen wurden zunehmend\u00a0 Handelswege.<\/p>\n<p>Wichtige Stra\u00dfen war der Hellweg. Der keltische Namensteil deutet darauf hin, dass hier urspr\u00fcnglich Salz transportiert wurde.<\/p>\n<p>Der Schwabenweg\u00a0verband die deutschsprachigen L\u00e4nder mit der franz\u00f6sischen Route des Jakobswegs. Er begann in Konstanz\u00a0und endete dann nat\u00fcrlich auch in\u00a0Santiago de Compostela.\u00a0Schon im Mittelalter kamen viele Schwaben in Konstanz an. von dort ging es weiter nach Kloster Einsiedeln\u00a0und weil er eben von vielen Schwaben genutzt wurde, wurde er schon in dieser Zeit Schwabenweg genannt. Von Einsiedel ging es \u00fcber Genf auf dem franz\u00f6sischen weg weiter in Richtung Spanien.<\/p>\n<p>Die via imperii ist eine der bekanntesten alten Fernhandelsverbindung und sie f\u00fchrte von Venedig \u00fcber den Brenner \u00fcber Augsburg N\u00fcrnberg schlie\u00dflich nach C\u00f6lln dem heutigen Berlin. Von dort bestand eine Verbindung zu den Hansest\u00e4dten an der Ostsee<\/p>\n<p>bis nach Stettin. Von dort wurde sie \u00fcber Danzig nach K\u00f6nigsberg weitergef\u00fchrt. In Leipzig kreuzte sie mit der via regia. Sie war unter besonderem Friedensschutz und f\u00fchrte von Frankfurt \u00fcber Fulda, Erfurt Leipzig bis nach Breslau in Schlesien.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/220px-Via_Imperii_und_Via_Regia.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-left: 0px; padding-right: 0px; display: inline; padding-top: 0px; border-width: 0px;\" title=\"220px-Via_Imperii_und_Via_Regia\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/220px-Via_Imperii_und_Via_Regia_thumb.png\" alt=\"220px-Via_Imperii_und_Via_Regia\" width=\"224\" height=\"195\" border=\"0\" \/><\/a>Als \u00e4ltester befestigter Verkehrsweg in Bayern gilt die Via Claudia Augusta von Rom \u00fcber den Reschenpass nach Augsburg und von dort in bis in das Donau-Ries. Sie war die wichtigste Verbindung im Italienhandel.<\/p>\n<p>In den Alpen ging es oft auch nur \u00fcber Saumpfade weiter, zumal die Saumgenossenschaften den Alpentransit gut geregelt hatten. Wichtige S\u00e4umerwege in der Schweiz waren Gotthard, Grimsel und Griesspass, in \u00d6sterreich Hohe Tauern, Silvretta und \u00d6tztal,<\/p>\n<p>in Deutschland und Tschechien der Goldene Steig.<\/p>\n<p>Wegen der schlechten Beschaffenheit der Stra\u00dfen wurde aber ein gro\u00dfer Teil des Handels auf den Fl\u00fcssen abgewickelt. Die wichtigste Wasserstra\u00dfe war nat\u00fcrlich der Rhein, aber auch die Nebenfl\u00fcsse, zum Beispiel der Main. Transportiert wurden meistens<\/p>\n<p>Masseng\u00fcter wie Bau-und Brennholz, Bau-oder M\u00fchlsteine, Getreide, Salz, Wein oder Eisen. Die Transportkosten auf dem Wasserbetrugen\u00a0 nur ein Sechstel des Stra\u00dfentransport. Erst im 15. Jahrhundert begann der Landtransport den zu Wasser zu \u00fcberfl\u00fcgeln,<\/p>\n<p>da die Binnenschiffahrt durch M\u00fchlend\u00e4mme oft behindert wurde und die Stra\u00dfen, aber auch die Sicherheit allm\u00e4hlich besser wurden.<\/p>\n<h1><\/h1>\n<h1>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Verkehrsmittel<\/h1>\n<p>Auf den Stra\u00dfen waren nat\u00fcrlich die Handelsz\u00fcge unterwegs, schwere eisenbeschlagene W\u00e4gen, meistens von mindestens 4 Pferden gezogen. Es gab oft Rad-und Achsenbr\u00fcche. Gem\u00e4\u00df dem damaligen Gewohnheitsrecht<\/p>\n<p>geh\u00f6rte alles, was auf den Boden fiel dem Grundherrn. Auch das ein Grund, dass diese wenig Interesse an der Instandhaltung der Stra\u00dfen hatten, zumal das ja auch eine gute Einnahmequelle war. Fuhrleute hatten immer Ersatzr\u00e4der und Achsen dabei.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/images.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-left: 0px; padding-right: 0px; display: inline; padding-top: 0px; border-width: 0px;\" title=\"images\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/images_thumb.jpg\" alt=\"images\" width=\"244\" height=\"152\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>Begleitet wurden die Transporte praktisch immer von Reisigen, also Bewaffneten, die die Transporte sch\u00fctzen sollten. Im Mittelalter entwickelte sich das Geleitwesen. Gegen Geldzahlung wurden die H\u00e4ndler zun\u00e4chst von Bewaffneten begleitet,<\/p>\n<p>sp\u00e4ter wurde ein Schutzbrief ausgestellt, in dem sich der Geleitherr verpflichtete, Schadenersatz zu leisten, wenn der Kaufmann durch \u00dcberf\u00e4lle zu Schaden kam, eine Art Versicherungsschutz also.<\/p>\n<p>Auf dem Ober-und Mittelrhein und dem Main waren meist sogenannte Lauerdannen unterwegs, das waren Einwegschiffe, auf denen Wein, Holz,Steine und sonstige G\u00fcter transportiert wurden. Am Zielort wurden sie dann als Bau-oder Brennholz<\/p>\n<p>verkauft. Sie hatten eine Tragkraft von bis zu 40 Tonnen. Oberhalb von K\u00f6ln war der Oberl\u00e4nder das Gro\u00dfschiff des Mittelrheins. Auf dem Bodensee waren \u201cL\u00e4dinen\u201dunterwegs, Lastensegler, die bis zu 120 Tonnen Ladung aufnehmen konnten,<\/p>\n<p>das entspricht einer Ladung von 120 Fuhrwerken. Und bei entsprechenden Windverh\u00e4ltnissen bew\u00e4ltigte eine L\u00e4dine die Strecke von Bregenz nach Konstanz in 10 Stunden.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/imagesCAKJMK1V.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-left: 0px; padding-right: 0px; display: inline; padding-top: 0px; border-width: 0px;\" title=\"imagesCAKJMK1V\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/imagesCAKJMK1V_thumb.jpg\" alt=\"imagesCAKJMK1V\" width=\"244\" height=\"164\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>F\u00fcr die Hochseeschiffahrt muss nat\u00fcrlich die Hansekogge erw\u00e4hnt werden, die bis zu 200 Tonnen Lasten transportieren konnte und bei normaler Windst\u00e4rke etwa 3,5 Knoten pro Stunde schaffte.<\/p>\n<h1><\/h1>\n<h1>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Handelsg\u00fcter<\/h1>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die gro\u00dfe Ravensburger Handelsgesellschaft wurde um 1380 gegr\u00fcndet und am Anfang stand vor allem die Vermarktung des heimischen Tuches im Vordergrund, also vor allem Leinen und Barchent.Leinen war der wichtigste Stoff in Schwaben, hergestellt aus Flachs<\/p>\n<p>und das Allg\u00e4u galt bis ins 19. Jahrhundert als das blaue Allg\u00e4u. Der blaubl\u00fchende Flachs hat zu dieser Bezeichnung gef\u00fchrt. Ab dem 14. Jahrhundert kam der Barchent auf. Vom fr\u00fchen 14. Jahrhundert an wurde Baumwollgarn aus dem Mittelmeerraum<\/p>\n<p>eingef\u00fchrt. Die Barchentweberei begann. Das war ein Mischgewebe aus Leinen (Kette) und Baumwolle (Schu\u00df)Das Gewebe war hautfreundlicher als reines Leinen und au\u00dferdem war es leichter zu f\u00e4rben. Ab 1380 setzte in Regensburg die Produktion<\/p>\n<p>hochwertigen Barchents ein. Bald unterlag er strengen Qualit\u00e4tsanforderungen. Beschaumeister \u00fcberpr\u00fcften Qualit\u00e4t und Ma\u00df und vergaben so etwas wie G\u00fctesiegel. Regensburg bezeichnete die beste Qualit\u00e4t seiner Tuche mit 3 Kronen, 2 Kronen\u00a0 erforderten<\/p>\n<p>einen Baumwollanteil von mindestens 7,5 Pfund. Mindere Qualit\u00e4ten erhielten eine Krone. Aber alles wurde mit Bleisiegeln oder Bleistempeln gekennzeichnet. Was den Anforderungen nicht entsprach, wurde zerschnitten. Eine Basler Ordnung von 1409<\/p>\n<p>gab f\u00fcr die beste Qualit\u00e4t einen Ochsen, die zweitbeste mit einem L\u00f6wen und die dritte mit einer Traube. In Konstanz entsprach dem Ochs, L\u00f6we, Traube und Stern, in M\u00fcnchen Ochs L\u00f6we, Traube Stern. Ulmer Barchent war mit G\u00fctesiegel<\/p>\n<p>so gut wie bares Geld. Der Verkauf von Biberacher Barchent l\u00e4sst sich 1386 in Prag nachweisen.<\/p>\n<p>1393 wurde in Ravensburg eine der ersten Papierm\u00fchlen n\u00f6rdlich der Alpen errichtet. Im Ravensburger B\u00fcrgerbuch werden Anfang des 14. Jahrhunderts zwei Br\u00fcder erw\u00e4hnt, ein Hans und Frik Holbein. Sie hatten in der Ravensburger Oehlschwang den sogenannten<\/p>\n<p>Hammer gekauft, der am Flattbach lag. Der Flattbach flie\u00dft durch Ravensburg und m\u00fcndet beim fr\u00fcheren Gerber-und F\u00e4rberviertel Pfannenstiel in die Schussen. Dort errichteten sie die erste Papierm\u00fchle. Drei, die ganz nahe beieinander waren, bestanden noch im<\/p>\n<p>Jahr 1825. Allerdings f\u00fchrte die Wasserentnahme bald zu Streitigkeiten mit Mitb\u00fcrgern. Die Holbeins\u00a0 kamen aber rasch zu gro\u00dfem Verm\u00f6gen und bald wurde ihnen das Amt des Stadtammans \u00fcbertragen, dem \u00c4lteren\u00a0 Frik von 1344-1359 und Frik dem J\u00fcngeren von<\/p>\n<p>1367-1398. Sie heirateten in die angesehensten Familien ein. Friedrich Gutermann, der sich mit der Herstellung des Linnenpapiers in Ravensburg befasste und mit der Familie Holbein vermutet sogar, dass der Maler Hans Holbein der J\u00fcngere dieser Familie<\/p>\n<p>entsprungen ist.<\/p>\n<p>Von 1348-1359 war Burkhard Holbein aus derselben Familie Abt im Kloster Weissenau. 1404 macht Frik Holbein bedeutende Stiftungen. Aber schon 1358 wurde Frik Holbein\u00a0 seines Amtes enthoben und sogar der Stadt verwiesen weil er \u201cGeheimnisse der Stadt\u201d<\/p>\n<p>verraten haben soll und feindliche Truppen gegen sie geworben haben soll. Auch sein Sohn Hans scheint bald Probleme bekommen zu haben. 1366 verkaufte er all seine Besitzungen. Man findet jetzt nur noch Ver\u00e4u\u00dferungen in den Ravensburger Akten.<\/p>\n<p>Es ist m\u00f6glich, dass die letzten Familienmitglieder nach diesen Ereignissen nach Augsburg ausgewandert\u00a0 sind und damit w\u00e4re die Verbindung zum Maler Hans Holbein gegeben.<\/p>\n<p>Das Wasserzeichen der Holbeinschen Papiere war der Ochsenkopf.<\/p>\n<p>Nach dem Sturz der Familie Holbein gingen ihre Papierm\u00fchlen in den Besitz der Ravensburger Handelsgesellschaft \u00fcber. Schon die Holbeins waren schnell reich geworden. Und auch f\u00fcr die Ravensburger Handelsgesellschaft war Papier sicher ein wichtiger Baustein<\/p>\n<p>zum wirtschaftlichen Erfolg und der Gesellschaft stand ein weiteres Eigenprodukt zur Verf\u00fcgung.\u00a0 Ravensburger Papier hatte einen ausgezeichneten Ruf und man dominierte den Papierhandel. Augsburg produzierte erst im Jahr 1519 Papier wie die Ravensburger<\/p>\n<p>und Ulm schickte 1632 eine Abordnung nach Ravensburg, um von den dortigen Papierm\u00fchlen zu lernen. Nat\u00fcrlich handelte die Ravensburger Gesellschaft in beide Richtungen. Neben den heimischen Tuchen handelte man mit Wolle, Damast,<\/p>\n<p>Samt\u00a0 und Seide. Farbstoffe wie Safran und Purpur waren im Angebot, Kurzwaren wie Draht,Stricke aber auch H\u00fcte oder Reitsporen. Sie handelte mit Gew\u00fcrzen aus dem Orient. Der Gew\u00fcrzhandel wurde<\/p>\n<p>damals \u00fcberwiegend \u00fcber die italienischen H\u00e4fen abgewickelt. Das man damit auch viel Geldverdienen konnte, zeigt ja der Name \u201cPfeffers\u00e4cke\u201d, der urspr\u00fcnglich auf die Hansekaufleute angewandt wurde, bald aber wurden auch die gro\u00dfen s\u00fcddeutschen<\/p>\n<p>Handelsh\u00e4user damit bedacht, die ja allm\u00e4hlich die Hanse \u00fcberrundeten. Aber auch Luxuswaren wie Korallen und Perlen waren zu haben.Was die Ravensburger Handelsgesellschaft nur in sehr begrenztem Rahmen machte, waren Geldgesch\u00e4fte womit die Fugger ja<\/p>\n<p>reich wurden. Karl V. w\u00e4re ohne die Fuggerschen Gelder wohl kaum Kaiser geworden. Im Gegenzug f\u00fcr die Finanzierungen bekamen die Fugger das Erzgesch\u00e4ft, den Silberbergbau in Tirol und Kupfer in Oberungarn, der heutigen Slowakei.<\/p>\n<h1><\/h1>\n<h1>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Die gro\u00dfen Familien der Ravensburger Handelsgesellschaft<\/h1>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die wichtigsten Gesellschafter stellten vor allem drei Familien, das waren die Humpis aus Ravensburg, die M\u00f6tteli aus Buchhorn (dem heutigen Friedrichshafen) und die Muntprat aus Konstanz.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/170px-Ravensburg_Grabstein_Henggi_Humpis.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-left: 0px; padding-right: 0px; display: inline; padding-top: 0px; border-width: 0px;\" title=\"170px-Ravensburg_Grabstein_Henggi_Humpis\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/170px-Ravensburg_Grabstein_Henggi_Humpis_thumb.jpg\" alt=\"170px-Ravensburg_Grabstein_Henggi_Humpis\" width=\"129\" height=\"244\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>Das erste Mitglied der Familie Humpis, das urkundlich nachzuweisen ist, ist ein Heinrich Humpis. Er wird 1218 als Zeuge erw\u00e4hnt und tritt hinter dem Ravensburger Amman auf. Verheiratet ist er mit Sanna von Altdorf.<\/p>\n<p>Der n\u00e4chste Tr\u00e4ger des Namens erscheint erst wieder 1252. Da tritt ein \u201cHuntpize\u201d wieder als Zeuge auf. Ein Jahr sp\u00e4ter folgt ein Heinrich, der 1258 gemeinsam mit einem anderen Verwandten nur Huntpizus genannt wird und beide werden als B\u00fcrger von Altdorf<\/p>\n<p>bezeichnet. Daraus kann man folgern, dass die Familie aus Altdorf, dem heutigen Weingarten stammt. Sanna erscheint nochmals 1253. In Altdorf wird ein Konrad als filius Sanne bezeichnet.In einer Konstanzer Bischofsurkunde wird ein Heinrich<\/p>\n<p>als filius domin sannu als letzter Zeuge hinter Klerikern aufgef\u00fchrt. Es l\u00e4sst sich zwar nicht mehr feststellen, wer die domina Sanne war, aber allein die Bezeichnung domina l\u00e4sst annehmen, dass Sanne zu einer Ministerialenfamilie geh\u00f6ren muss und in Altdorf<\/p>\n<p>ist das nat\u00fcrlich eine Welfenfamilie.Um 1260 gab die Familie die Bezeichnung Sannensohn auf \u2013 oder ist ausgestorben. 1264 wird ein Heinrich Hunpi\u00df in ponte de Altdorf erw\u00e4hnt. Das muss eine Scherzachbr\u00fccke in Altdorf gewesen sein.<\/p>\n<p>Dieser Heinrich erscheint 1270 als B\u00fcrger Ravensburg. Die \u00dcbersiedlung nach Ravensburg ist wahrscheinlich wegen des finanziellen Vorteils erfolgt. Heinrich hat einen Sohn, Konrad, der 1298 Amann in Ravensburg wird. Diesen Posten hat er wahrscheinlich bis zu<\/p>\n<p>seinem Tod im Jahre 1328 inne.Er er\u00f6ffnete auch die lange Liste der Amtsinhaber der h\u00f6chsten Ravensburger \u00c4mter der Familie Humpis, erst Stadtamman und ab 1347 B\u00fcrgermeister in 230 Jahren, also in dem Zeitraum von 1298-1528<\/p>\n<p>hatten die Humpis das Amt 77 mal inne! Auf Konrad folgte Wilhelm 1328-1344. Wilhelm hatte 1326 einen Sohn. Wahrscheinlich war das Frick (Friedrich). Er wurde von Herzog Stephan, der in der Zeit die Reichslandvogtei Schwaben innehatte,<\/p>\n<p>als Vogt in Oberschwaben eingesetzt. Schon in den St\u00e4dten Ulm (1327), Konstanz 1342 und Biberach und in Kempten (1344) hatten die Z\u00fcnfte nach Aufst\u00e4nden die Privilegien des Stadtadels beschnitten. 1345 taten es die Lindauer<\/p>\n<p>Z\u00fcnfte ihnen gleich. Als Landvogt wirkte Frick\u00a0 Humpis vermittelnd. In Biberach erzwang er die Herausgabe der H\u00e4user der vertriebenen reichen B\u00fcrger. In Lindau stellte er die Ruhe wieder her.Er erzwang eine Zunftverfassung und die Einf\u00fchrung des<\/p>\n<p>B\u00fcrgermeisteramtes. Er war auch Unterh\u00e4ndler des Kaisers beim Streit um Feldkirch anl\u00e4sslich eine Montfortschen Erbteilung. Er war verheiratet mit Clara von Engertswiler. Engertswiler ist eine W\u00fcstung bei Bergatreute. Mit Clara hatte er drei Kinder, den 1343<\/p>\n<p>geborenen Johannes, genannt Henggi, der sp\u00e4ter auch B\u00fcrgermeister von Ravensburger wurde und vor allem wurde er zum Mitbegr\u00fcnder der Gro\u00dfen Ravensburger Handelsgesellschaft,\u00a0 die Tochter Agathe, die 1343 geboren wurde und die dann L\u00fctfrid Muntprat<\/p>\n<p>heiratete, und der Mitbegr\u00fcnder der Gro\u00dfen Ravensburger Handelsgesellschaft wurde. Der zweite Sohn Ital wurde 1346 geboren und er wurde Stammvater der Waltramser und Ratzenrieder Linie der Humpis. Frick starb schon\u00a0 am 26.08. 1346 und hinterlie\u00df drei<\/p>\n<p>unm\u00fcndige Kinder.Clara heiratete in zweiter Ehe den Johannes von Ankenreute. Die Kinder wuchsen in Ankenreute auf und Henggi wurde zum Kaufmann erzogen.<\/p>\n<p>Henggi wurde 1365 erstmals Ravensburger B\u00fcrgermeister, in den Folgejahren bis 1406 noch sechsmal. 1385 war er einer von zwei Schiedsleuten f\u00fcr den Schw\u00e4bischen St\u00e4dtebund. Seine Zust\u00e4ndigkeit erstreckte sich von Basel bis zum Allg\u00e4u. Er war verheiratet mit<\/p>\n<p>Elisabeth Erler. Ihr Vater Johannes war Mitglied der Gesellschaft zum Esel. Nach der Reformation, die i n Ravensburg 1544 eingef\u00fchrt wurde, waren vorwiegend katholische patrizische Familien in Ravensburg in der Gesellschaft. Ihre Mitglieder waren kleinere Ministeriale und Kaufleute, die sich fast ausschlie\u00dflich mit dem Gro\u00df-<\/p>\n<p>und Fernhandel befassten. Ihre Zunftstube war in dem Haus in der Marktstra\u00dfe 1, dem man aus heute unbekannten Gr\u00fcnden den Namen zum Esel gab. Diesen Namen \u00fcbernahm auch die Gesellschaft. Es gab nat\u00fcrlich auch Beziehungen zu den benachbarten lokalen<\/p>\n<p>Patriziergesellschaften Zur Katz in Konstanz, zum S\u00fcnfzen in Lindau, zum Golden L\u00f6wen in Memmingen. Fast alle Mitglieder\u00a0 der beiden Ravensburger Patriziergesellschaft Zum Esel und Zur Katz sind auch Gesellschafter der Ravensburger Handelsgesellschaft<\/p>\n<p>Die beiden hatten zwei S\u00f6hne und zwar Jos II (Jodokus) und Frick III. Jos wird 1397 erstmals genannt. Nach dem Tod von Henggi 1429 teilen die Br\u00fcder den Komplex untereinander auf. Jos II war bis 1437 Regierer der Ravensburger Handelsgesellschaft.<\/p>\n<p>Er gab sein Amt aber nicht an die Ravensburger Linie zur\u00fcck, sondern nominierte seinen Sohn Jos III. Dies wurde von seinen Kontrahenten Frick III und dessen Sohn\u00a0 Onofrius aufs heftigste bek\u00e4mpft. Jos III. musste schlie\u00dflich 1462 abtreten,<\/p>\n<p>kam aber 1477 nochmals kurzfristig an die Macht, wurde aber dann gezwungen, endg\u00fcltig abzutreten. Das ganze Ravensburger Patriziat war in den Streit verwickelt. 1477 trat Konrad Ankenreute und viele bew\u00e4hrte und erfahrene Gesellen mit ihrem Kapital aus der<\/p>\n<p>Gesellschaft aus und gr\u00fcndete die Ankenreutegesellschaft. 30 Jahre machten sie der Muttergesellschaft die M\u00e4rkte streitig und lieferten einen erbitterten Konkurrenzkampf. Onofrius, ab 1477 Regierer der Gro\u00dfem Handelsgesellschaft, war mit der 1421 in Augsburg<\/p>\n<p>geborenen Patriziertochter Benedicta Arzt\u00a0 verheiratet. Sie war die Tochter von Ulrich Arzt, dem seinerzeit reichsten B\u00fcrger von Augsburg, der zusammen mit Bartholom\u00e4us Welser in der Welser Gesellschaft in Augsburg t\u00e4tig war, neben den Fuggern die<\/p>\n<p>bedeutendste Augsburger Handelsgesellschaft. Ihre Nichte Sybille war mit Jakob Fugger dem Reichen verheiratet. Man kann also feststellen, dass die bedeutendsten Handelsfamilien S\u00fcddeutschlands miteinander verschw\u00e4gert waren.<\/p>\n<p>Jos war mit Elisabeth R\u00e4tz verheiratet, die aus einem Memminger Patriziergeschlecht stammte und 1400 in Memmingen geboren ist. Sie hatten 4 T\u00f6chter und einen Sohn. Die \u00e4lteste, Agnes, war mit Johann Brandenburger, einem Biberacher Patrizier und<\/p>\n<p>B\u00fcrgermeister verheiratet. Die Brandenburg betrieben auch Handel mit dem Ausland. Der Sohn Jos III. ist laut Ausweis des Ravensburger Steuerbuchs von 1473 der mit Abstand reichste B\u00fcrger Ravensburgs.Jos III. starb 1488. Er hatte zwei S\u00f6hne, Jos V und Jakob, die<\/p>\n<p>Ratzenried erbten. Die Ravensburger Besitzungen gingen nach dem Tod von Hans dem J\u00fcngeren 1513 auf den Herren von Neidegg \u00fcber,den Schwiegersohn von Hans II. der Parteig\u00e4nger der Ratzenrieder war und sich in der Ratzenrieder Pfarrkirche beerdigen lie\u00df.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/zeichen_rv_hg.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-left: 0px; padding-right: 0px; display: inline; padding-top: 0px; border-width: 0px;\" title=\"zeichen_rv_hg\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/zeichen_rv_hg_thumb.jpg\" alt=\"zeichen_rv_hg\" width=\"244\" height=\"196\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>Der Gro\u00dfvater von Rudolf M\u00f6tteli dem Alten Ulrich stammte aus Buchhorn. Der Name seiner Ehefrau ist nicht bekannt. Sein Sohn Frick war Mitglied der Ravensburger Gesellschaft zum Esel. Rudolf nun war mit einer Schwester\u00a0 von Henggi\u00a0 verheiratet,<\/p>\n<p>deren Vorname nicht bekannt ist. Aus dieser Ehe entsprossen zwei\u00a0 S\u00f6hne, Hans und Rudolf.<\/p>\n<p>Zusammen mit Henggi gr\u00fcndete er die Gro\u00dfe Ravensburger Handelsgesellschaft. Rudolf der Alte starb nach 1426. Rudolf der J\u00fcngere machte seine Lehr- und Wanderjahre im s\u00fcdfranz\u00f6sischen und spanischen Handelsgebiet der Ravensburger Handelsgesellschaft.<\/p>\n<p>Er kehrte an den Bodensee zur\u00fcck, ging zun\u00e4chst nach Buchhorn und erwarb dort 1441 das B\u00fcrgerrecht. Sein Ravensburger B\u00fcrgerrecht erneuerte er 1448 um 5 Jahre. Hans der andere Sohn von Rudolf dem \u00c4lteren war B\u00fcrger in St. Gallen und Vogt in Arbon. Hans<\/p>\n<p>starb 1453. Rudolf war verheiratet mit Walburga Muntprat und hatte mit ihr einen Sohn, Jakob M\u00f6tteli vom Rappenstein.Rudolf hatte einen Halbbruder, Lutfried. Dieser wird 1454 erstmals erw\u00e4hnt. Er war verheiratet mit Barbara Kupferschmied. Er diente 10 Jahre in<\/p>\n<p>der Ravensburger Handelsgesellschaft. Um 1450 kam es wohl zu einem Zerw\u00fcrfnis. Daraufhin gr\u00fcndeten Rudolf und\u00a0 Luitfried eine eigene Gesellschaft, die M\u00f6tteli-Gesellschaft, die in Avignon, Saragossa, Lyon, Genf und Frankfurt und N\u00fcrnberg nachgewiesen ist.<\/p>\n<p>Luitfried wurde der Spanienhandel weitgehend \u00fcberlassen. Nach Spanien wurde \u00fcberwiegend Leinwand exportiert und da St. Gallen ein\u00a0 Zentrum der Leinwandfabrikation war, \u00fcbersiedelte er nach St. Gallen und erwarb 1454\u00a0 dort das B\u00fcrgerrecht. Zwischen 1467<\/p>\n<p>und 1479 war er Ratsherr in St. Gallen. Er verstarb 1481. Rudolf \u00fcbersiedelte nach Z\u00fcrich und nahm dort 1458 das B\u00fcrgerrecht an. Dort ging er dann nach Schloss Alt-Regensberg. Dort pflegte er Landwirtschaft, Fischzucht und Obstbau. 1464 wurde er ins Luzerner<\/p>\n<p>B\u00fcrgerrecht aufgenommen und 1465 ins Landrecht beider Unterwalden. Er ging allerdings keinem Streit aus dem Weg, lebte 1475 in Lindau. Er nannte sich mittlerweile vom Rappenstein. Kurz vor seinem Tod wurde er in Lindau auf kaiserlichen Befehl<\/p>\n<p>mit seinem Sohn inhaftiert, warum genau l\u00e4sst sich nicht mehr sicher aufkl\u00e4ren. Der Reichtum der M\u00f6tteli war in der Schweiz geradezu sprichw\u00f6rtlich.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/426px-Siebmacher119-Mundtbrodt_von_Spiegelberg.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-left: 0px; padding-right: 0px; display: inline; padding-top: 0px; border-width: 0px;\" title=\"426px-Siebmacher119-Mundtbrodt_von_Spiegelberg\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/426px-Siebmacher119-Mundtbrodt_von_Spiegelberg_thumb.jpg\" alt=\"426px-Siebmacher119-Mundtbrodt_von_Spiegelberg\" width=\"175\" height=\"244\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die Familie der Muntprat kommt wahrscheinlich aus Italien. Ein Heinrich Muntprat erscheint urkundlich erstmals 1351 und wird dort Kawerze genannt, so wurden ausl\u00e4ndische Kaufleute, meist Italiener genannt. Er war wohl 1320 in<\/p>\n<p>Konstanz geboren und mit einer Ursula verheiratet. Er hatte vier Kinder und zwar\u00a0 Johann I., der wahrscheinlich 1347 in Konstanz geboren ist, dann L\u00fctfried I, der 1349 geboren ist, eine Schwester namens Anna 1351 und schlie\u00dflich Konrad, der 1353<\/p>\n<p>auf die Welt kam. Johann I. ist von 1375-1417 im Konstanzer Rat nachzuweisen. Er war verheiratet. Sein Sohn Heinrich II. ist 1370 in Konstanz geboren. L\u00fctfried ist seit 1377 im Konstanzer Rat. Er war mit Anna Blarer verheiratet und hatte mit ihr drei Kinder,<\/p>\n<p>Hans II. geboren 1385, L\u00fctfried II. geboren 1390 und Ludwig I. geboren 1395. L\u00fctfried verstarb 1404. Anna Muntprat war mit Albrecht Blarer verheiratet, mit dem die Familie \u00fcber L\u00fctfried verschw\u00e4gert war.Konrad war von 1380-1396 im Konstanzer Rat und starb nach<\/p>\n<p>1413. Er hatte einen Sohn Ludwig II., der 1420 geboren ist. Der Sohn von Johann I. Heinrich II. ist 1370 in Konstanz geboren.L\u00fctfried war in zweiter Ehe mit Ursula Humpis verheiratet, der Tochter von Frick Humpis. L\u00fctfried hatte mit Anna Blarer drei S\u00f6hne,<\/p>\n<p>Hans II., der 1385 geboren ist,L\u00fctfried, der 1390 geboren ist. Er sa\u00df mindestens von 1416 im Rat bis 1447. 1443 war er B\u00fcrgermeister in Konstanz. Ab 1417 beteiligte er sich an der Ravensburger Handelsgesellschaft. Ab 1418 geh\u00f6rte er zu den Konstanzer B\u00fcrgern, die<\/p>\n<p>\u00fcber 5000 Gulden fahrendes Verm\u00f6gen zu versteuern hatten. Aber sein Vater war wohl schon bei der Gesellschaft dabei.\u00a0 L\u00fctfried II. nahm 1411 das Ravensburger B\u00fcrgerrecht an. Er verstarb 1447.Schon ab 1419 waren die<\/p>\n<p>Muntprats in der Schweiz beg\u00fctert. Von 1419-1439 besassen sie in Altenklingen eine Gerichtsherrschaft. Sie hatten ab 1440 die Herrschaft Spiegelberg inne, nach der sie sich dann auch nannten,Sie besa\u00dfen auch die Burg Rosenberg, Lommis,Zuckenried, halb<\/p>\n<p>Weinfelden und die halbe Vogtei Eggen. Hans war mit Elisabeth Humpis verheiratet, der Tochter von Henggi, dem Begr\u00fcnder der Ravensburger Gesellschaft. Von 1416-1422 sa\u00df er im Konstanzer Rat. Er starb 1422. Hans hatte 6 Kinder und zwar<\/p>\n<p>Konrad II., der 1413 geboren wurde,Walpurg, aus dem Jahre 1415, die mit Rudolf M\u00f6tteli verheiratet war.Agathe wurde 1417 geboren. Sie war mit Rudolf von Breitenlandenberg verheiratet. Hans IV. ist 1420 geboren. Er war zu Lebzeiten der reichste Konstanzer<\/p>\n<p>B\u00fcrger. Dann gab es noch ein Tochter, die mit dem Ulmer Rudolf Besserer verheiratet. Dessen Mutter wieder war eine geborene M\u00f6tteli, eine Tochter von Rudolf.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend niemals ein Nachkomme von Rudolf M\u00f6tteli jemanden aus dem Hause Humpis geheiratet hatte, gab es, wie zu sehen ist zwischen den Familien Humpis und Muntprat mehrere Ehen. Henggi Humpis und L\u00fctfried Muntprat waren in ihrer Zeit wohl die<\/p>\n<p>reichsten B\u00fcrger Schwabens.<\/p>\n<p>Im \u201cWerdbuch\u201d der Ravensburger Gesellschaft sind 38 Gesellen mit ihren Einlagen verzeichnet. Den gr\u00f6\u00dften Betrag hatte der \u201cReiche M\u00f6ttelin\u201d mit Bruder und Schwester eingelegt, n\u00e4mlich 150.000 Gulden. Dann folgten Jos III., Frick III. und Onofrius Humpis mit<\/p>\n<p>zusammen 131 000 Gulden. 100 000 Gulden betrug die Einlage des Roth von Schreckenstein. Die Familie z\u00e4hlte zum alten Stadtadel Ulms und ist. 1237 wird das erste Familienmitglied als Ministeriale der Grafen von Dillingen urkundlich erw\u00e4hnt.Mitglieder der<\/p>\n<p>Familie waren B\u00fcrgermeister der Stadt Ulm, sa\u00dfen im Rat oder waren Richter in Ulm. Zweige der Familie waren aber auch in Ravensburg und Augsburg. Dann folgten Hans und Rudolf Besserer mit ihrer Schwester mit<\/p>\n<p>zusammen 54000 Gulden. Die Familie Besserer war mit Schwerpunkt in Ulm ans\u00e4ssig, wo ein Jerg Besserer erstmals 1212 erw\u00e4hnt wird.Es bildete sich eine 3. Hauptlinie aus, deren Stammvater Otto der Besserer von Schnirpflingen nach seinem Gut genannt wurde.<\/p>\n<p>Aus diesem Zweig siedelte\u00a0 Conrad mit dem Beinamen zu Bu\u00dfmannshausennach 1400 nach Ravensburg. Dieser hatte zwei S\u00f6hne und zwar Rudolf und Hans. Bei diesen beiden m\u00fcsste es sich um die Gesellen der Ravensburger Gesellschaft handeln. Rudolf war 1452<\/p>\n<p>Freisch\u00f6ffe des R\u00f6mischen Reiches. Zusammen mit Jacob Truchsess von Waldburg besiegelte er einige der Privilegien der Stadt Ravensburg. Conrads Mutter war Ursula M\u00f6tteli und sein Sohn Rudolf wohl 1415 in Ulm geboren, war mit einer Frau<\/p>\n<p>aus der Familie Muntprat, deren Mutter die Tochter von Henggi Humpis war, verheiratet. Hans um 1415 wohl auch in Ulm geboren, wanderte 1457 nach Ravensburg aus. Conrads 3. Sohn ist 1418 in Ulm geboren. Er heiratete Barbara Muntprat, eine Schwester seiner<\/p>\n<p>Schw\u00e4gerin.<\/p>\n<p>Im Werdbuch folgt nun Haber von Randegg mit 40000. Doch handelt es sich hier wohl um Faber oder Fauber von Randegg. Die Familie war ein Rittergeschlecht, die sich nach ihrem Stammsitz von Randegg nannt. Die Burg war Randegg, einem Ortsteil von<\/p>\n<p>Gottmadingen .1275 ist die Burg im Besitz des Heinrichs von Randegg.Im Schwabenkrieg werden Burg und Ort von den Eidgenossen zerst\u00f6rt. Ber\u00fchmtestes Mitglied der Familie war Burkhard von Randegg, der von 1462-1466 Bischof in Konstanz war. 1444 wird ein<\/p>\n<p>Faber zu Randegg ins Ravensburger Patriziat aufgenommen. 1463 stiftet Franz Faber von Randegg und seine Ehefrau die Kaplanei St. Franz in Ravensburg.<\/p>\n<p>Dann ist die Familie Geldrich mit 34000 Gulden aufgef\u00fchrt. Die Geldrichs sind seit 1350 in Ravensburg nachweisbar.1350,1361 und 1364 wird ein Friedrich Geldrich als B\u00fcrge erw\u00e4hnt. Er hatte zwei S\u00f6hne Konrad und Heinz. Konrad wird 1408, Heinz 1410 als<\/p>\n<p>Ravensburger B\u00fcrger aufgenommen. Konrad heiratete Margarete H\u00fcpschli. Sie hatten einen Sohn, Konrad III. Dieser heiratete Margarete T\u00e4schlerin. Konrad III. starb 1500 in Ravensburg. Seine Frau Maragrete vor 1485.Es gab noch einen Konrad II., der der Sohn von<\/p>\n<p>Heinz war. Konrad III. begleitet in Ravensburg \u00f6ffentliche \u00c4mter.<\/p>\n<p>Von 1472-1481 und dann wieder von 1502-1520 und dann wieder von 1524 bis 1560 (Conrad, Johann und Jacob) waren Familienmitglieder der Geldrich B\u00fcrgermeister.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem versah die Familie das Amt des Stadt-Ammans, so 1465-1469 und dann wieder\u00a0 1529-1531.<\/p>\n<p>1564 wird Jacob Geldrich als B\u00fcrgermeister genannt. 1529 war er Amman. Konrad hatte einen Sohn Hans. Er heiratete Barbara Humpis, die Tochter von Jos IV. Zusammen mit seinen Schw\u00e4gern wurde er 1518<\/p>\n<p>mit der Senftenau belehnt, einer Wasserburg des Grafen Ulrich von Montfort. 1334\u00a0 wurde sie von den Grafen an den Kaiser als Lehen \u00fcbergeben, der diese dann an wechselnde Patriziergeschlechter vergab, die die Senftenau meist als Sommersitz<\/p>\n<p>nutzten. Konrad wird 1559 geadelt. Er hat mit Magdalena Schindelin einen Sohn, Konrad, der Elisabeth von Ulm heiratete. Diese hatten zwei Kinder, Anna Maria Geldrich und Hans Friedrich, der herzoglich- w\u00fcrttembergischer Truchsess wurde.<\/p>\n<p>S\u00fcrg von S\u00fcrgenstein ist mit 24000 Gulden vermerkt. Die S\u00fcrgenstein waren\u00a0 eine Freiherrenfamilie, die auf St. Gallener Ministeriale zur\u00fcckging. Das Schloss S\u00fcrgenstein liegt auf dem Gemeindegebiet von Heimenkrich, gegen\u00fcber Eglofs am linken Ufer der oberen<\/p>\n<p>Argen. Die Familie war in Ravensburg gut vernetzt. Hans IV. von S\u00fcrgenstein ist 1415 geboren. Sein Sohn war Heinrich IV und ist 1450 geboren. Er war Mitglied der Ravensburger Handelsgesellschaft und mit Amalia Humpis verheiratet. Er f\u00fchrte den Titel eines<\/p>\n<p>kaiserlichen K\u00fcchenmeisters und hatte auch Reichslehen und St. Gallische Lehen inne. Amalia war die Tochter von Hans V. 1432 und 1445 ist auch ein S\u00fcrg von S\u00fcrgenstein in Ravensburg Amtmann. Der zweite Sohn von Hans IV. war Hans S\u00fcrg von S\u00fcrgenstein und ist<\/p>\n<p>1460 geboren. Dieser hatte drei S\u00f6hne, von den der \u00c4lteste Philipp 1495 geboren ist und mit Anna Humpis aus der Linie Waltrams verheiratet ist. Der dritte Sohn Conrad war mit der Schwester von Anna, Maria, die 1495 geboren ist, verheiratet. Der<\/p>\n<p>Bruder von Anna und Maria, Friedrich VI. war 1500 geboren. Er war mit Anastasia S\u00fcrg von S\u00fcrgenstein verheiratet.<\/p>\n<p>Mit einer Einlage von 20000 Gulden ist Teschler verzeichnet. 1481 wird ein Patrizier Teschler erw\u00e4hnt.Bis 1600 ist die Familie aber nicht in \u00f6ffentlichen \u00c4mtern verzeichnet.\u00a0 Der Name l\u00e4sst vermuten, dass es eine Handwerkerfamilie war.Teschler bedeutet soviel wie Taschenmacher.<\/p>\n<p>Um 1550 waren Angeh\u00f6rige der Familie in Ravensburg ans\u00e4ssig. Sie waren aufgrund ihrer erfolgreichen Handelst\u00e4tigkeit aus dem Handwerk in den Kreis der verm\u00f6genden Ravensburger Familien aufgestiegen. Um 1540 war ein Konrad Teschler Ravensburger B\u00fcrger<\/p>\n<p>und Ratsherr. Er hatte einen Sohn Franz, der um 1545 nach N\u00fcrnberg zog, dort die Witwe Anna Koberger heiratete und so das N\u00fcrnberger B\u00fcrgerrecht erwarb.\u00a0\u00a0Dann gibt es noch einen Niklas Teschler, der m\u00f6glicherweise um 1410 in Ravensburg geboren ist. Niklas war 1453 und 1456-1457 B\u00fcrgermeister in Wien.<\/p>\n<p>Er m\u00fcsste auch aus unserer Ravensburger Familie Teschler stammen.<\/p>\n<p>Ebenfalls mit 20000 Taler dabei ist die Familie Croaria.Die Familie ist seit dem 15. Jahrhundert in Konstanz ans\u00e4ssig und erhielt schon 1398 von Kaiser Wenzel viele Privilegien. 1453 ist ein Ulrich von Croaria in Konstanz. Andreas wird um 1470 erstmals Sattler genannt,<\/p>\n<p>Ulrich und Johann erhalten 1504 das ihren Vorfahren vom Kaiser verliehe Palatinat best\u00e4tigt. Hans von Croaria war 1491 Stadtamtmann in Konstanz. Von 1510-1513 war im Rat. Hieronymus der \u00c4lter war von 1492-1496 Rektor der Universit\u00e4t T\u00fcbingen. Er war es wohl,<\/p>\n<p>der 1484 in die Ravensburger Gesellschaft zum Esel aufgenommen wurde, bei der wie wir schon gesehen haben viele Mitglieder der Ravensburger Handelsgesellschaft waren<\/p>\n<p>Verbleibt noch eine Einlage mit 12000 Gulden der Familie von Neidegg. Diese waren mit der Familie Humpis verschw\u00e4gert. Hans II. \u00fcberlie\u00df die Geb\u00e4ude an der Markstra\u00dfe 47 und Humpisstra\u00dfe seinem Schwiegersohn von Neidegg.<\/p>\n<p>Noch zwei Familien sollen n\u00e4her betrachtet werden, n\u00e4mlich Ankenreute und Krell. Klemens Ankenreute war ein wichtiger und erfahrener Geselle der Ravensburger Gesellschaft. Als der Familienstreit kulminierte, trat er mit eine Zahl von Gesellen aus, zog Kapital<\/p>\n<p>ab und gr\u00fcndete eine eigene Gesellschaft, die Ankenreutegesellschaft und lieferte ihr \u00fcber 30 Jahre einen erbitterten Konkurrenzkampf.<\/p>\n<p>Die Familien von Ankenreute und Humpis kommen schon fr\u00fch miteinander in Ber\u00fchrung. Frick, der schw\u00e4bische Landvogt verstarb ja fr\u00fch. Und wie bei der Familie Humpis gezeigt, heiratete seine Frau Clara\u00a0 noch einmal und zwar den Johannes von Ankenreute, der<\/p>\n<p>am 24.02. 1366 B\u00fcrger zu Ravensburg genannt wird. Ihre beiden unm\u00fcndigen S\u00f6hne brachte sie in die Ehe mit und diese wuchsen beim Stiefvater auf der Wasserburg Baumgarten auf. Clemens von Ankenreute wurde 1425 in Ravensburg geboren. Er war Gro\u00dfh\u00e4ndler<\/p>\n<p>in\u00a0 Barcelona, wohl im Auftrag der Gro\u00dfen Ravensburger Handelsgesellschaft. Er war mit Eva Humpis von Waltrams verheiratet, einer Tochter von Jos IV. Mit ihr hatte er 4 Kinder, einen Sohn dessen Vornamen wir nicht kennen und der 1478 geboren ist, dann Konrad,<\/p>\n<p>der 1480 geboren ist und die Ankenreuter Gesellschaft leitete. Der dritte Sohn Anton ist 1482 und ebenfalls f\u00fcr die Ankenreuter Gesellschaft t\u00e4tig und zwar in Valencia und Saragossa. Die Tochter Kunigunde ist 1485 geboren und heiratet Joachim Besserer, den Sohn<\/p>\n<p>von L\u00fctfried Besserer, der in 1. Ehe mit\u00a0 Agnes Humpis, die Tochter von Frick III. verheiratet ist. Clemens war es auch, der sich 1477 von der Ravensburger Gesellschaft trennte und die Ankenreuter Gesellschaft gr\u00fcndete.<\/p>\n<p>Die Familie von Ankenreute war schon seit Anfang bei der Patriziergesellschaft Zum Esel dabei.<\/p>\n<p>Noch eine Person aus der Endzeit der Ravensburger Gesellschaft. Oswald Krell oder auch Kr\u00f6ll geschrieben ist 1480 in Lindau geboren. Er war der Sohn von Melchior Krell, der 1540 geboren ist und von Anna von Nidegg , die 1455 geboren ist. Oswald heiratete die<\/p>\n<p>1485 geborene Agathe von Essendorf. Agathe stammte aus dem Geschlecht der Familie von Essendorf. Ihre Mutter war Appollonia Humpis, die 1455 geboren ist. Allerdings konnte ich nicht feststellen aus welchem Familienzweig sie stammt. Oswald arbeitete f\u00fcr die<\/p>\n<p>Ravensburger Handelsgenossenschaft. In der Zeit von 1495 bis 1503 war er im Gelieger N\u00fcrnberg als Faktor t\u00e4tig. Im Auftrag der Gesellschaft besuchte er die die Herbstmessen im Jahr 1497, 1500 und 1503 in Frankfurt. 1497 wird er vom N\u00fcrnberger Rat zusammen<\/p>\n<p>mit dem N\u00fcrnberger Schembarthauptmann Wolf Ketzel zu einem zu einem Monat Haft \u201c uff einen versperrten Turm\u201d verurteilt, aber das ist wohl eher als fastn\u00e4chtlicher R\u00fcgebrauch \u00e4hnlich dem\u00a0 \u201cGrobg\u00fcnstigen Stockacher Narrengericht\u201d als eine Ma\u00dfnahme<\/p>\n<p>im strafrechtlichen Sinne zu sehen zumal der Schembartlauf im sp\u00e4tmittelalterlichen N\u00fcrnberg eine beliebte Faschingsveranstaltung der N\u00fcrnberger Patrizier war, die bis zur Einf\u00fchrung der Reformation\u00a0 in N\u00fcrnberg 1524 j\u00e4hrlich stattfand.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/170px-Drer_Oswolt_Krel.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-left: 0px; padding-right: 0px; display: inline; padding-top: 0px; border-width: 0px;\" title=\"170px-D\u00fcrer_Oswolt_Krel\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/170px-Drer_Oswolt_Krel_thumb.jpg\" alt=\"170px-D\u00fcrer_Oswolt_Krel\" width=\"174\" height=\"223\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>1499 lie\u00df er sich von dem damals gleichaltrigen D\u00fcrer portr\u00e4tieren. Das Bild ist heute in der Alten Pinakothek in M\u00fcnchen zu bewundern. 1503 kehrte Krell in seine Heimatstadt Lindau zur\u00fcck und \u00fcbernahm dort die Filiale der Ravensburger Handelsgesellschaft, was<\/p>\n<p>urkundlich bis 1525 zu belegen ist. 1512 war er Amtmann in Lindau, 1513 schickte ihn die Stadt zum Reichstag nach Augsburg und 1514 wurde er erstmals zum Lindauer B\u00fcrgermeister gew\u00e4hlt. Dieses Amt bekleidete er regelm\u00e4\u00dfig bis 1531.<\/p>\n<p>Als 1510 die Pest in Lindau w\u00fctete, brauchte man einen neuen Begr\u00e4bnisplatz. Dieser wurde auf dem \u00c4schacher Berg in einem Baumgarten angelegt.\u00a0 Auch eine kleine Kapelle wurde errichtet, die weitgehend von der Familie<\/p>\n<p>Krell errichtet wurde, weshalb sie bis heute Krellsche Kapelle hei\u00dft. Krell war 1528 zur Reformation \u00fcbergetreten, andere Mitglieder der Ravensburger Handelsgesellschaft blieben beim\u00a0 alten Glauben. Und die Gesellschaft hielt sich nach<\/p>\n<p>wie vor an das Zinsverbot der katholischen Kirche. Auch dies und die religi\u00f6se Spaltung haben unter anderem wahrscheinlich zum Ende der Gesellschaft beigetragen.<\/p>\n<p>Der Lindauer B\u00fcrger Hans Hainzel von Tegelstein hatte 1390 den Hof Nidernstad mit Burgstall in Egnach gekauft, wo die Konstanzer Bisch\u00f6fe eine Schiffsl\u00e4nde f\u00fcr ihr Gericht in Egnach hatten. 1490 kaufte Oswald Kr\u00f6ll diesen Hof<\/p>\n<p>und errichtete auf einer Insel am See Schlo\u00df Luxburg. Er nannte sich\u00a0 dann auch Luxburg. Das Schloss blieb bis 1596 im Besitz der Familie Kr\u00f6ll.<\/p>\n<p>Kr\u00f6lls Frau Agathe war seit 1514 Mitglied der S\u00fcnfzengesellschaft in Lindau. 1542, das ist 8 Jahre nach Oswalds Tod unterschreibt sie eine Erweiterung der S\u00fcnfzenordnung. Das Ehepaar hatte 11 Kinder. 3 kamen\u00a0 nach Oswalds Tod bei einem Bootsungl\u00fcck ums<\/p>\n<p>Leben. Oswald Kr\u00f6ll stirbt 1534.<\/p>\n<p>Nachdem oben einige Gesellschafteranteile der Ravensburger Handelsgesellschaft aufgezeigt wurden noch ein kurzer Blick auf die Kaufkraft des Geldes. Um 1500 hatte der Gulden ein Gewicht von 2,48 Gramm. Das hei\u00dft unsere Gesellen mit 100.000 Gulden hatten<\/p>\n<p>praktisch 248 Kilo Gold als Einlage, bei dem Goldkurs vom 21.08.2012 hei\u00dft das 52,72 $ je Gramm Gold also rund 13 Millionen $ oder 16 Mio \u20ac. D\u00fcrer zahlte z. B. f\u00fcr sein Haus in N\u00fcrnberg 275 Gulden. Also h\u00e4tte die Einlage eines Gesellen gereicht, ungef\u00e4hr 360 Wohnh\u00e4user in damals bester Lage in N\u00fcrnberg zu erwerben. Aber das war ja nur die Einlage, mit der gearbeitet wurde und damals noch reicher Ertrag erzielt wurde. Au\u00dferdem war die Einlage in der Regel nur ein Teil des Verm\u00f6gens eines Gesellen. So ist es auch nicht verwunderlich, dass Henggi als reichster Zeitgenosse galt oder Reichtum der M\u00f6tteli in der Schweiz legend\u00e4r wurde.<\/p>\n<p>Die Quellenlage war bis 1909 nicht besonders gut. Der w\u00fcrttembergische Bibliothekar und Historiker Wilhelm Heyd gab 1890 eine Monographie aufgrund der wenigen vorhanden Akten heraus. Per Zufall wurden 1909 im Kloster Salem zahlreiche Akten der<\/p>\n<p>Gesellschaft gefunden, die als \u201cunn\u00fctze Handelssachen deklariert waren und \u00fcber Jahrhunderte unbeachtet geblieben waren. Aloys Schulte gab dann 1923 die Geschichte der gro\u00dfen Ravensburger Handelsgesellschaft in drei B\u00e4nden heraus. Schulte galt mit diesem<\/p>\n<p>als Pionier der deutschen Wirtschaftsgeschichte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1><\/h1>\n<h1>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Die Gelieger<\/h1>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Ravensburger Handelsgesellschaft war in Memmingen, Konstanz und Sankt Gallen vertreten. Die ausw\u00e4rtigen Niederlassungen wurden auch \u201cGelieger\u201d genannt. In Italien gab es drei Gelieger.\u00a0 Das gr\u00f6\u00dfte und wichtigste war\u00a0 Genua. Schon 1221 lassen sich<\/p>\n<p>deutsche Kaufleute in Genua nachweisen. Genua hatte eine g\u00fcnstige Lage und erteilte deutschen Kaufleuten schon sehr fr\u00fch Privilegien. Das erkl\u00e4rt auch, dass sich die Ravensburger dort sehr fr\u00fch niederlie\u00dfen.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/kommerz_HG1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-left: 0px; padding-right: 0px; display: inline; padding-top: 0px; border-width: 0px;\" title=\"kommerz_HG[1]\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/kommerz_HG1_thumb.jpg\" alt=\"kommerz_HG[1]\" width=\"244\" height=\"227\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>In Genua hatten die Ravensburger wie auch in Barcelona, praktisch die Monopolstellung. Um 1440 l\u00e4sst sich wie das Museum Humpis Quartier bei seiner Pressemitteilung zur Sonderausstellung \u201cDie Humpis in Genua\u201d bemerkt,<\/p>\n<p>kaum ein deutscher Kaufmann feststellen, der nicht der Ravensburger Handelsgesellschaft angeh\u00f6rt. In Genua wurde ein umfangreicher Handel in beiden\u00a0 Richtungen betrieben. Aus Schwaben kam Leinwand und Barchent. aus Flandern<\/p>\n<p>wurden feinste Leinwandsorten wie Berkan, das sind d\u00fcnne Kleiderstoffe aus Ziegenhaar und Wolle,Bursat, das sind leichte Stoffe mit Seide als Kett- und Wolle als Schlu\u00dffaden. Genuesische Seidenstoffe wie Samt und Brokat wurden von Genua in die Levante<\/p>\n<p>verhandelt und die italienische Wolltuchindustrie wurde mit Merinowolle versorgt.<\/p>\n<p>Das Gelieger in Venedig wurde schon relativ fr\u00fch aufgegeben. Den Gew\u00fcrzhandel \u00fcbernahm nun Genua. Pfeffer, Ingwer Muskat und Gew\u00fcrznelken wurden nun eingekauft und auf der Frankfurter Messe gehandelt. Ein wichtiger Gesch\u00e4ftszweig in Genua war auch<\/p>\n<p>der Metallhandel.An Rohmaterial wurde vor allem Kupfer nach Genau eingef\u00fchrt. Aus N\u00fcrnberg kam Messing, Zinn und Silber. Fertigwarne waren Armbrustwinden, Blech,Schl\u00fcssel, Kupfer und Messingdraht. Der Handel mit Meeresstoffen machte Genua ab 1497<\/p>\n<p>zum ertragreichsten Gelieger der Ravensburger. Von dort wurden auch Luxusartikel wie Korallen, Strau\u00dffedern und Perlen gehandelt. Was in Genua immer wieder Schwierigkeiten machten, waren Machtk\u00e4mpfe des Adels und Revolutionen. Seit 1441 hatten die<\/p>\n<p>deutschen Kaufleute einen von ihnen gew\u00e4hlten und von der Stadt best\u00e4tigten Konsul. Er bekam ein bestimmten Anteil beim Verkauf der Waren als sogenanntes Konsulgeld. Im Jahre 1479 amtierte z.B. der Genuese Dr. Pallo Baxadone als Konsul. Am 23. Dezember<\/p>\n<p>1466 wurde ein Handelsvertrag abgeschlossen, den Heinrich Fry erwirkt hatte. Er Kaufmann und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Ravensburger Gesellschaft in Genua. Der Vertrag ist bei Heyd abgedruckt. Fry war wohl schon vorher in Italien. Ebenfalls bei Heyd gibt es<\/p>\n<p>einen f\u00fcr Fry am 20. November 1447 ausgestellten Geleitbrief von Francesco Sforza, dem Mail\u00e4nder Herzog. Dass die Handelsgesellschaft nicht nur im Inland \u2013 auf die verschiedenen Fehden mit Raubrittern wird noch eingegangen werden- mit<\/p>\n<p>Diebstahl behelligt wurde, zeigen die Bem\u00fchungen Heinrich\u00a0 Frys um die Herausgabe geraubter Ware in Genua, auch das bei Heyd abgedruckt.<\/p>\n<p>Wichtig war Genua f\u00fcr die Ravensburger auch durch die Seeverbindung nach Spanien, vor allem als die gro\u00dfen Entdeckungen gemacht waren. Die Gro\u00dfe Handelsgesellschaft vers\u00e4umte es allerdings, anders als die Welser und die Fugger, aktiv am Indienhandel<\/p>\n<p>teilzunehmen. Die Welser hatten sogar eigene Kolonien errichtet. Dieses Vers\u00e4umnis war ein Baustein zum Niedergang der Ravensburger Handelsgesellschaft oder wie Gorbatschow 500 Jahre sp\u00e4ter in anderem Zusammenhang gesagt hat \u201cWer zu sp\u00e4t kommt, den<\/p>\n<p>bestraft das Leben\u201d. Der Handel, vor allem der Spezereihandel verlagerte sich von Genua nach Lissabon und Antwerpen. 1503 erfahren wir von der Rekordanz die Gabriel\u00a0 Gessler, der 1511 Faktor des Geliegers Wien war, dass der Pfeffer f\u00fcr die Messe in Frankfurt<\/p>\n<p>1503 in Antwerpen besorgt worden war. Die letzten Bilanzen aus Genua f\u00fcr Ravensburg werden 1507 erstellt. Man kann daher annehmen, dass das Gelieger Genua in diesem Jahr aufgel\u00f6st wurde.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/700px-Notariatsinstrument_Genua_1483.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-left: 0px; padding-right: 0px; display: inline; padding-top: 0px; border-width: 0px;\" title=\"700px-Notariatsinstrument_Genua_1483\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/700px-Notariatsinstrument_Genua_1483_thumb.jpg\" alt=\"700px-Notariatsinstrument_Genua_1483\" width=\"244\" height=\"209\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>Der erste Nachweis f\u00fcr das Gelieger Mailand stammt aus dem Jahr 1447. Zun\u00e4chst war dort Heinrich Fry aus Konstanz, der schon oben erw\u00e4hnt ist, als Faktor genannt. Die Ravensburger erfassten in Mailand den lombardischen Handel. Es wurde nur wenig<\/p>\n<p>schw\u00e4bischer Barchent nach Mailand exportiert. Es sind nur 34 Ballen nachweisbar. Es wurde aber sehr viel schwarzer und auch anderer Barchent von den Mail\u00e4nder Webereien, die seit langem ger\u00fchmt wurden nach Norden geliefert.<\/p>\n<p>Vor allem wurde er aber von hier aus von der Gesellschaft f\u00fcr die Gelieger in Spanien geliefert. Gesuchte Handelsware aus Mailand waren aber feinste Stoffe aus Seide, Gold und Silber, Damaste und Brokate. In Mailand verkaufte die Gesellschaft Strau\u00dfenfedern.<\/p>\n<p>Nur f\u00fcr die Gesellen wurden in Mailand Perlen und Edelsteine gekauft. In Mailand erwarben die Ravensburger Artikel der Mail\u00e4nder Goldschl\u00e4ger und der Metallindustrie. Eisendraht, Nadeln und vor allem N\u00e4gel wurden\u00a0 verhandelt. Im Gegenzug wurde<\/p>\n<p>Kupfer,Zinn und Messing eingef\u00fchrt, in gro\u00dfen Mengen auch Schmirgel, mit dem man Metall polierte. Aus Spanien kamen Schaffelle und Lammfelle. Es gab auch einen\u00a0 nennenswerten Lebensmittelexport aus Mailand und zwar K\u00e4se aus der Landschaft Piacenza,<\/p>\n<p>Konfekt,Weinbeeren, Thunfisch. \u00dcber Mailand wurde haupts\u00e4chlich Barchent sowie Erzeugnisse der Metallwarenindustrie gehandelt, ansonsten Luxusg\u00fcter.<\/p>\n<p>Am 22. M\u00e4rz 1475 erneuerte Herzog Galeazzo Maria der Sohn von Francesco Sforza den Freiheitsbrief f\u00fcr Jos Humpis und Genossen, das hei\u00dft es muss schon vor diesem Brief einer f\u00fcr die Ravensburger Handelsgesellschaft ausgestellt gewesen sein.<\/p>\n<p>1486 fielen die Graub\u00fcndner \u00fcber Bormio und Chiavenna in die Lombardei ein.Onofrius Humpis bef\u00fcrchtete, dass sich daraus Komplikationen ergeben w\u00fcrden, weil er bef\u00fcrchtete, dass die Mail\u00e4nder Beamten die Mitglieder der Gesellschaft berauben w\u00fcrden,<\/p>\n<p>weil sie mit den Graub\u00fcndner gemeinsame Sache machen w\u00fcrden. Die Ravensburger verwahrten sich gegen diesen Verdacht. Daraus versicherte der Herzog mit einer Urkunde vom 29. Juli 1486 weiterhin sein Wohlwollen.<\/p>\n<p>Am 2. Oktober 1490 stellte Giovanni Galeazza Sforza, der von 1476-1494 Herzog in Mailand war, f\u00fcr Onofrius Humpis und die Gro\u00dfe Handelsgesellschaft wird einen Privilegienbrief aus. Darin wurden ihm unter der Zusicherung, dass die Z\u00f6lle bezahlt wurden, die<\/p>\n<p>Zusagen von 1475 erneut einger\u00e4umt.<\/p>\n<p>Zu Misstimmungen kam es allerdings als 1497 zwei Wagen, die der Ravensburger Handelsgesellschaften die Mail\u00e4nder Zollstelle passierten. Ihre Ladung war als Zinn deklariert, tats\u00e4chlich war unter dem Zinn eine Platte Silber versteckt. Das Silber wurde konfisziert<\/p>\n<p>und zus\u00e4tzlich ein hohes Strafgeld erhoben. Die Gesellschaft k\u00e4mpfte nun mit allen Mitteln um die R\u00fcckgabe des Silbers. Nachdem auch die Eidgenossenschaft, wo die Gesellschaft ja auch einige Mitglieder hatte, eingeschaltet worden war, willigte der Herzog<\/p>\n<p>schlie\u00dflich ein, was wohl dem m\u00e4chtigen Einfluss der Eidgenossenschaft zu zuschreiben war. 1520 war Paul Hinterofen aus Wangen Faktor in Mailand. In diesem Jahr wurde das Gelieger Mailand aufgel\u00f6st. Hinterofen blieb in Mailand, betrieb<\/p>\n<p>aber jetzt eigene Gesch\u00e4fte.<\/p>\n<p>Von den drei italienischen Geliegern bestand Venedig am k\u00fcrzesten. Aber um 1448 stand es in h\u00f6chster Bl\u00fcte. Hans Griesinger war zu derzeit Faktor.Die Gelieger halfen sich wohl gegenseitig aus. Die beiden N\u00fcrnberger Agenten Oswalt Morgen und<\/p>\n<p>Hans Lewtin zahlten an den Deutschordenspfarrer Kunisch in Danzig, der im Auftrag des Hochmeisters Ludwig von Ehrlichshausen handelte f\u00fcr die Aush\u00e4ndigung von Urkunden, die Riga betrafen 2500 Dukaten. Diese streckte der Faktor in Venedig dem N\u00fcrnberger<\/p>\n<p>Gelieger vor, die dann\u00a0 wieder von dort zur\u00fcckzuzahlen waren. Nach Venedig lieferten die Ravensburger haupts\u00e4chlich oberschw\u00e4bisches Leinen und von dort wurde Baumwolle f\u00fcr die Barchentindustrie und Gew\u00fcrze vor allem aber Indigo, der zum F\u00e4rben ben\u00f6tigt<\/p>\n<p>wurde, eingef\u00fchrt. Schon ab 1474 wurde eine dauerhafte Vertretung in Venedig aufgegeben. Im Mittelmeer in der Gegend von Neapel scheint die Handelsgesellschaft zweimal Opfer von Piraten geworden zu sein. Das geht aus Briefen der Stadt Bern hervor, die<\/p>\n<p>sich deshalb an den franz\u00f6sischen K\u00f6nig Ludwig IX., da die Kaperkapit\u00e4ne vom K\u00f6nig angestellte Kapit\u00e4ne waren. Die Stadt Bern hatte sich eingesetzt, weil auch Berner B\u00fcrger bei der Ravensburger Handelsgesellschaft Mitglied waren.<\/p>\n<p>Das Gelieger von Br\u00fcgge. 1437 l\u00e4sst sich erstmals nachweisen, dass die Handelsgesellschaft auch in Br\u00fcgge vertreten war. Aber schon vor dem Zusammenschluss zur Ravensburger Gesellschaft waren die Muntprats z.B. in Venedig schon 1404, in Barcelona 1406 und in<\/p>\n<p>Br\u00fcgge 1410 mit einem st\u00e4ndigen Faktor vertreten. \u00dcber Br\u00fcgge wurden fast ausschlie\u00dflich Waren aus Spanien eingef\u00fchrt. Vor allem Safran wurde eingef\u00fchrt. Safran wurde im Sp\u00e4tmittelalter nicht nur sehr intensiv in der K\u00fcche benutzt sondern auch zum<\/p>\n<p>Gelbf\u00e4rben verwendet. Zwischen 1425 und 1440 exportierte die Ravensburger Gesellschaft fast 20000 Kilo Safran aus Barcelona. 1478 wurde auch Reis eingef\u00fchrt. Mit Reis wurde allerdings nur ein kurzer Versuch gestartet. Au\u00dferhalb der romanischsprachigen Welt<\/p>\n<p>gab es noch keinen festen Bedarf an Reis. Man kannte ihn einfach zu wenig. Der Handel war somit hochspekulativ. Au\u00dferdem wurde der Reis erst im September geerntet, die Schiffe ruhten aber im Winter meist. Somit blieb er<\/p>\n<p>bis zu den Fr\u00fchjahrspassagen ruhen und\u00a0 blockierte das investierte Geld. Schon bald nach 1480 wurde das Reisgesch\u00e4ft deshalb aufgegeben.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/images1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-left: 0px; padding-right: 0px; display: inline; padding-top: 0px; border-width: 0px;\" title=\"images\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/images_thumb1.jpg\" alt=\"images\" width=\"244\" height=\"171\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>Br\u00fcgge war nach dem Tod von Karl dem K\u00fchnen \u00fcber die Hochzeit seiner Tochter Maria von Burgund durch die Heirat mit dem sp\u00e4teren Kaiser Maximilian an Habsburg gekommen. Flandern war unter Ludwig XI. und Maximilian geteilt worden.<\/p>\n<p>Das lief allerdings nicht ganz reibungslos. Maximilian wurde sogar von seinen eigenen Untertanen in Br\u00fcgge gefangen gehalten. Sein Vater stellte ein Reichsheer zusammen vor allem mit Truppen aus Schwaben, befreite seinen Sohn und konnte die Lage in Burgund<\/p>\n<p>einigerma\u00dfen stabilisieren. Die Ravensburger Gesellschaft kehrte Br\u00fcgge den r\u00fccken. Es l\u00e4sst sich nicht beweisen, ob sie nochmals zur\u00fcckgekehrt waren. Um 1485 hatten die Kaufleute schon ihr Haupthandelsfeld von Br\u00fcgge nach Antwerpen verlegt.<\/p>\n<p>Das Gelieger von Antwerpen. Die Antwerpener Messen hatten Br\u00fcgge allm\u00e4hlich den Rang abgelaufen. Auch hatte sich hier ein beachtlicher Geldhandel entwickelt, den die Ravensburger allerdings kaum nutzten, da sie sich dem Geldhandel ja<\/p>\n<p>weitgehend fernhielten. Die Entdeckungsfahrten der Spanier und Portugiesen und der Seeweg nach Indien gaben der Stadt an der Schelde einen enormen Auftrieb. Der Gew\u00fcrzhandel hatte sich von Genua nach Antwerpen verlagert.<\/p>\n<p>Im Gegensatz zu Br\u00fcgge spielte der Spanienhandel kaum mehr eine Rolle. Nun standen Luxusstoffe aus Genua wie schwarzer Samt. Einen gro\u00dfen Anteil hatte nach wie vor der Handel mit niederl\u00e4ndischer Leinwandel. Der Handel mit Pfeffer fand nur\u00a0 gelegentlich<\/p>\n<p>statt. zum einen fanden die Gesellen nie so ganz die Einstellung zum Gew\u00fcrzhandel. Vor allem fehlte es aber dazu an barem Geld. Beide niederl\u00e4ndische Gelieger waren wichtig f\u00fcr die Handelsgesellschaft auch weil diese \u00fcber einen Hafen verf\u00fcgten.<\/p>\n<p>Das Gelieger Antwerpen l\u00e4sst sich bis 1527 nachweisen.<\/p>\n<p>Das Gelieger Lyon. Lyon war schon von den Kelten besiedelt. Als lugdunum war es seit 27 nach Christus r\u00f6mischer Verwaltungssitz und schlie\u00dflich die Hauptstadt Galliens. Bei der Christianisierung spielte es eine wichtige Rolle. Der Erzbischof von Lyon ist<\/p>\n<p>seit 1074 unter Papst Gregor VII. Primas von Frankreich bis heute. Unter den Kriegen mit England hatte Lyon sehr zu leiden. Zum Anfang des 14. Jahrhunderts w\u00fctete die Pest in der Region. Der v\u00f6llig verarmten Stadt stiftete Dauphin Karl zwei Messen von je sechs<\/p>\n<p>Tagen, eine an Ostern und eine im November. 1444 kam noch eine dritte Messe und 1462 eine vierte dazu.\u00a0 Das Ende des 100-j\u00e4hrigen Krieges bewirkte auch eine strake Belebung des Handels. Ab 1440 zogen diese Messen auch den internationalen Handel an.<\/p>\n<p>Man kann annehmen, dass die Ravensburger Kaufleute schon auf den Messen von 1420 vertreten waren. Ludwig XI., der die Messe von 1462 gestiftet hatte unterst\u00fctzte nun Lyon massiv. Das richtete sich vor allem gegen Genf. Genf ging<\/p>\n<p>dadurch wie beim Gelieger Genf noch zu zeigen ist, bald ins Hintertreffen. Dazu kam noch der Vorteil der verkehrsg\u00fcnstigen Lage mit der Anbindung \u00fcber die Rhone ans Mittelmeer. Schon 1465 scheint die Ravensburger Gesellschaft von Genf nach Lyon umgezogen<\/p>\n<p>zu sein. Belegen l\u00e4sst sich ein festes Gelieger allerdings erst 1474. Faktor war der St. Gallener Philipp Fechter.Das erste \u00fcberlieferte Privileg f\u00fcr deutsche Kaufleute mit dem Handel f\u00fcr Lyon ist eine am 14. M\u00e4rz 1516 ausgestellte Urkunde. Sie garantiert freies<\/p>\n<p>und sicheres Geleit. Wolf Apenteger von der Gro\u00dfen Ravensburger Handelsgesellschaft war beauftragt worden sich darum zu bem\u00fchen. Diese Privileg erstreckte sich vor allem auf Kaufleute, die Bleisilber, Kupfer, Metalle, Harnische und Hellebarden nach<\/p>\n<p>Frankreich einf\u00fchrten. Das verwundert nicht denn im Fr\u00fchjahr r\u00fcsteten der franz\u00f6sische K\u00f6nig Franz und der deutsche Kaiser Maximilian zu einem neuen Waffengang in Italien. In dieser Zeit war das Gelieger wohl nicht mehr st\u00e4ndig besetzt.Lyon wie die \u00fcbrigen<\/p>\n<p>franz\u00f6sischen Gelieger spielte bei den Ravensburg nie die Rolle wie die Niederlassungen in Spanien oder Italien. Lyon passte nicht gut zu den Ravensburger Grunds\u00e4tzen, Waren m\u00f6glichst am Ursprungsort tu kaufen und dann in weitentlegenen Gebieten zu<\/p>\n<p>verkaufen. Lyon bot nur zwei Dinge. Safran, der war aber von schlechter Qualit\u00e4t und Cannemasse, das sind aus Hanfgarn gefertigte Gewebe, die zwar dauerhafter sind wie die aus Flachs aber weniger geschmeidig und merklich schwerer. Au\u00dferdem brauchten sie<\/p>\n<p>l\u00e4nger\u00a0 zum Bleichen. Das waren die Hauptwaren der Messe in Lyon und so nicht besonders reizvoll f\u00fcr die Gesellschaft. Aus Valencia f\u00fchrten sie Ravensburger Rohseide und Zucker ein. Aus Deutschland sind einmal H\u00fcte, zweimal Schmalz, Silber und Zinn<\/p>\n<p>verzeichnet. Der Wert der beiden Gelieger Avignon und Lyon betrug 1497 nur 4102 Gulden.<\/p>\n<p>Genf wurde um 1032 an das Heilige R\u00f6mische Reich deutscher Nation angegliedert.als Messestadt gewann in dem Ma\u00df an Bedeutung wie die Champagnermessen an Bedeutung verloren. F\u00fcr Kaufleute aus Italien war Genf ein wichtiger Standort, f\u00fcr die<\/p>\n<p>Ravensburger weniger, da sie nicht auf die Waren, die auf der Genfer Messeangeboten wurden,\u00a0 angewiesen waren. Das Gelieger von Genf l\u00e4sst sich 1454 erstmals belegen. Nikolaus Sto\u00df aus Ravensburg war damals Faktor von Jos und Ital Humpis.<\/p>\n<p>Genf war au\u00dfer den beiden Geliegern Wien und N\u00fcrnberg der mit rund 420 Kilometer der nahegelegenste Standort. Ihr Handelsz\u00fcge brauchten von Ravensburg aus 13 Tage. Wie schon bei Lyon bemerkt wurde,<\/p>\n<p>beg\u00fcnstigte der franz\u00f6sische K\u00f6nig Lyon massiv. Au\u00dferdem behinderte er den Messestandplatz Genf. So verbot er seinen Kaufleuten den Besuch der Messen in Genf. Diese protektionistische Politik zeigte Wirkung. Auch die Ravensburger verlagerten ihre T\u00e4tigkeit<\/p>\n<p>weitgehend nach Lyon. Der letzte Beleg f\u00fcr einen Besuch der Ostermesse stammt aus dem Jahr 1478.<\/p>\n<p>Das dritte Gelieger im franz\u00f6sischen Raum war Avignon. Diese Niederlassung war f\u00fcr die Ravensburger vor allem durch ihre verkehrstechnische Lage wichtig. Zum einen liegt Avignon an der Rhone, bietet also einen Wasserweg zum Mittelmeer.<\/p>\n<p>Zum andern war sie eine wichtige Station auf dem Landweg nach Spanien. Bedeutend war sie vor allem durch die auch im Volkslied besungene Br\u00fccke. Im 12. Jahrhundert erbaut war sie dann die damals l\u00e4ngste Br\u00fccke Europas. Von Ludwig VIII.<\/p>\n<p>bei der Belagerung Avignons w\u00e4hrend der Albigenserkriege 1226 zerst\u00f6rt, baute sie Hugues II. de Sade 1355 wieder auf.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/290px-Avignon_boat_scene_c1840.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-left: 0px; padding-right: 0px; display: inline; padding-top: 0px; border-width: 0px;\" title=\"290px-Avignon_boat_scene_c1840\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/290px-Avignon_boat_scene_c1840_thumb.jpg\" alt=\"290px-Avignon_boat_scene_c1840\" width=\"244\" height=\"163\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>Reich wurde die Stadt nat\u00fcrlich auch durch die Anwesenheit der P\u00e4pste w\u00e4hrend der \u201cbabylonischen Gefangenschaft der Kirche\u201d von 1309 bis 1377. Schon 1303 gr\u00fcndete Papst Benedikt VIII. dort die Universit\u00e4t Avignon. Clemens\u00a0 VI. verleibte die Stadt 1348 dem<\/p>\n<p>Kirchenstaat ein. Die Kurie war einer der gr\u00f6\u00dften Endverbraucher von Luxuswaren.Etwa ab 1420 l\u00e4sst sich belegen, dass die Ravensburger Handelsgesellschaft in Avignon Handel betrieb. Rudolf M\u00f6tteli verbrachte dort einen Teil seiner Lehrzeit. In Avignon wurde<\/p>\n<p>fast nur Cannemasse gekauft, das gegen Zucker, der in Valencia gekauft wurde, eingetauscht.Avignon war f\u00fcr die Ravensburger eher als Lager- und Umladeplatz, denn als Handelsplatz wichtig. Es verliert schon bald seine eigene Rechnung und steht seit 1497<\/p>\n<p>mit Lyon und Genf in einer Wertsumme zusammen.<\/p>\n<p>In Frankreich waren Gesellen auch noch in Bourg en Bresse und in Bouc bei Marseille und Perpignan stationiert. Die Agenten erhielten die Gelder, die auf den Lyoner Messen \u00fcbrig geblieben waren und kauften damit bei den Webern in Bourg en Bresse ein. Die<\/p>\n<p>Tuche gingen wann wieder nach Valencia weiter, wie man zum Beispiel aus eine Bestellung aus Valencia von 1472 nachvollziehen kann. Diepold Burklin war zu der Zeit Faktor in Valencia.<\/p>\n<p>Spanien. Der Handel mit Spanien war der wichtigste Posten in der T\u00e4tigkeit der Ravensburger Handelsgesellschaft.Reisen der Ravensburger Kaufleute nach Spanien lassen sich schon 1394. Die Humpis und M\u00f6tteli waren in diesem Jahr schon in Barcelona. 1400<\/p>\n<p>folgten die Muntprat. Die ersten Beleg f\u00fcr ein Gelieger in Barcelona sind 1408 festzustellen und schon im Januar 1406 agierte Jos Humpis in Barcelona im Namen seiner Genossen Rudolf M\u00f6tteli und L\u00fctfried Muntprat. Der sich intensivierende Handel mit<\/p>\n<p>Katalonien d\u00fcrfte dann auch den Ausschlag f\u00fcr den Zusammenschluss der bisher selbstst\u00e4ndigen Familienfirmen gewesen sein. Er senkte ganz erheblich die Kosten, die bei gesonderten Reisen und Warentransport angefallen w\u00e4ren. Sie erlaubte gr\u00f6\u00dfere<\/p>\n<p>Warenquantit\u00e4ten. Au\u00dferdem verringerte sie die Konkurrenz sowohl im Einkauf als auch im Verkauf. Am 7. Januar 1420 gew\u00e4hrte K\u00f6nig Alfons V. von Aragon deutschen und savoyischen Kaufleuten ein Handelsprivileg, das den direkten Handel mit Aragon und<\/p>\n<p>Katalonien weiter erleichterte. Es sicherte den Kaufleuten auf f\u00fcnf Jahre Schutz und Geleit zu. Es legte einen Wertzoll auf aus-und eingef\u00fchrte Waren fest und gew\u00e4hrte die Ernennung eines besonderen Konsuls f\u00fcr Barcelona. Dieser war gleichzeitig Richter und<\/p>\n<p>Schatzmeister f\u00fcr ihre Zollangelegenheiten. Ein solcher Konsul f\u00fchrte dazu ein Zollregister, das sich von 1425-1440 erstreckt. Daraus l\u00e4sst sich ersehen, dass an dem Handel haupts\u00e4chlich Kaufleute aus Oberschwaben neben einigen wenigen N\u00fcrnberger Kaufleuten<\/p>\n<p>beteiligt waren. Dem Spanienhandel zus\u00e4tzlichen Auftrieb verlieh in dieser Zeit die von Kaiser Sigismund verh\u00e4ngte Blockade Venedigs, weil die Stadt mit seinen Eroberungen in Venetien und Friaul den K\u00f6nig herausgefordert und in dessen\u00a0 Rechte verletzt hatte.<\/p>\n<p>Dadurch konnten auf der Handelsstra\u00dfe nach Spanien besonders gro\u00dfe Gewinne realisiert werden. Zudem fiel in dieser Zeit der Stapelzwang in Genua. Damit war der Seeweg Genua-Spanien offen.Diese g\u00fcnstigen \u00e4u\u00dferen Umst\u00e4nde lie\u00dfen<\/p>\n<p>das Gelieger rasch aufbl\u00fchen. Aber von 1462 bis 1472 herrschte B\u00fcrgerkrieg in Katalonien. Die Rebellion gegen K\u00f6nig Joan II. endete 1473 in einer Belagerung der Stadt, an deren Ende sie zerst\u00f6rt wurde. Dies spielte nat\u00fcrlich dem Handel schwer mit und<\/p>\n<p>1477 \u00fcberlegten die Ravensburger, ob sie das Gelieger schlie\u00dfen sollten. 1480 bestand das Gelieger noch. Aber 1481 wurden f\u00fcr Katalonien enorme Einfuhrsteuern erhoben. Zudem wurden noch eine gro\u00dfe Zahl von Waren ausgeschlossen. Dies machte den<\/p>\n<p>Handel unrentabel. 1497 bezeichnete eine Notiz von Hans Hinderofen den Wert des Geliegers Barcelona nur noch mit 80 Gulden. Zwischen 1440 und 1480 hatte die Ravensburger Handelsgesellschaft \u00fcber 50 % des Gesamthandels in Barcelona abgedeckt.<\/p>\n<p>Allein 1443 lieferte die Gesellschaft 385 Ballen Leinwand 37 Ballen Barchent und 2 Ballen Cannemasserie. Ein Ballen, das waren 75,250 Kilogramm. Es wurden also ganz sch\u00f6ne Mengen an Textilien abgesetzt.Dazu wurden im selben Jahr noch Tuche<\/p>\n<p>aus den Niederlanden H\u00fcte sowie Garne abgesetzt. Auch Metalle stellten einen gro\u00dfen Posten. Kupfer, Messing, Messingdraht und Messingblech standen auf der Liste. An Ausfuhrg\u00fctern stand vor allem Safran. 1443 waren das 7712 Pfund.<\/p>\n<p>Dazu kamen 15230 Kaninchenfelle, 344 Pfund Korallen und 12 K\u00f6rbe \u201ctrockene Weinbeeren\u201d. Die politischen Wirren sowie die Vertreibung der Juden, die im Handel eine gro\u00dfe Rolle spielten und die Inquisition lie\u00dfen den Handel im Jahre 1495 praktisch zur<\/p>\n<p>Bedeutungslosigkeit herabsinken.<\/p>\n<p>Ein weiteres Gelieger befand sich in Saragossa. Die Ravensburger Handelsgesellschaft ist dort seit 1430 nachgewiesen. Saragossa war die Hauptstadt des K\u00f6nigreichs Aragon und das war der Hauptlieferant von Safran. Safran war im Mittelalter nicht nur Gew\u00fcrz, es<\/p>\n<p>wurde auch zum F\u00e4rben verwandt, und war deshalb hochgesch\u00e4tzt.Allein aus Barcelona exportierte die Ravensburger Gesellschaft in nur 15 Jahren n\u00e4mlich von 1425 bis 1440 knapp vierzigtausend Pfund Safran. Die m\u00fchsame Gewinnung verursachte einen hohen<\/p>\n<p>Preis. Aber nicht nur der Preis, auch die Wertsch\u00f6pfung war hoch. Die erh\u00f6hte Nachfrage der deutschen Kaufleute nach Safran lie\u00df schon um 1380 die Preise f\u00fcr Safran in die H\u00f6he schnellen, wie wir aus dem Schreiben eines Faktors der florentinischen Firma<\/p>\n<p>Datini aus\u00a0 Florenz aus einem Schreiben aus Barcelona erfahren. Interessant war f\u00fcr die deutschen Kaufleute auch der Handel mit Wolle, die in Saragossa von ausgezeichneter Qualit\u00e4t aber immer noch verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig billig beziehen konnte. Nach Saragossa wurde<\/p>\n<p>vor allem Leinwand eingef\u00fchrt. Die Ravensburger Leinwand erfreut sich in Saragossa gro\u00dfer Beliebtheit. Der gute Ruf deutscher Leinwand zeigt sich zum Beispiel auch, dass Papst Johannes XXII. (1316-1344) seine Tafel mit \u201c tavolia d\u2019Alamania\u201d decken.<\/p>\n<p>In Saragossa erlebte die Gesellschaft etwas, was ihr sehr selten passierte. Als Ulrich Ehinger dort die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung \u00fcbernahm, vernachl\u00e4ssigte er seine Handelspflichten. Er feierte rauschende Feste und f\u00fchrte auf Kosten der Gesellschaft ein luxuri\u00f6ses<\/p>\n<p>und sorgenfreies Leben. Nat\u00fcrlich hatte es einige Zeit gedauert, bis dies in Ravensburg ruchbar wurde. Ein Brief von Saragossa nach Ravensburg war 36 und 46 Tagen unterwegs. Das Krise konnte nochmals \u00fcberwunden werden. Doch war das Gelieger in sehr<\/p>\n<p>schlechtem Zustand. Deshalb wurden die Gesellen Ulrich Gessler und Heinrich St\u00fcdlin nach Saragossa geschickt. Sie waren praktisch st\u00e4ndig damit besch\u00e4ftigt in Aragon herum zu reisen und Schulden einzutreiben.<\/p>\n<p>Ulrich Hessler wechselte \u00fcbrigens sp\u00e4testens 1528 zu den Welsern und war f\u00fcr sie in Sevilla t\u00e4tig. Nach dem die Ravensburger ihre Gesch\u00e4ftst\u00e4tigkeit eingestellt hatten, kamen sehr viele der leitenden Angestellten bei der Welser-V\u00f6hlin Gesellschaft unter.<\/p>\n<p>Die Familie Ehinger aus Konstanz hatte \u00fcber Jahre hinweg Mitglieder der Gro\u00dfen Ravensburger Handelsgesellschaft gestellt. Das Gelieger wurde 1526 aufgel\u00f6st.<\/p>\n<p>Valencia war das dritte Gelieger der Ravensburger in Spanien. Erste genaue Nachrichten stammen aus dem Jahr 1445. Haupteinfuhrartikel f\u00fcr Valencia war Barchent. Aus Mailand und Cambrai wurde Leinwand geliefert, auch aus Flandern wurde Leinwand eingef\u00fchrt.<\/p>\n<p>F\u00fcr Valencia sind noch drei Dinge besonders zu erw\u00e4hnen. Einmal war es das einzige Gelieger, in dem Kleinhandel betrieben wurde. Die Bodega machte bis 1477 gute Gesch\u00e4fte. In Valencia arbeitete die erste Druckerei des K\u00f6nigreiches Aragon und f\u00fchrte damit<\/p>\n<p>1474 hochmoderne Buchdruckkunst ein. Als Drucker arbeitete Lambert Palmer aus K\u00f6ln. Dann waren noch Johannes aus Salzburg und Paul Hurus (Paulus de Constantia) dort t\u00e4tig. Dort wurde eine \u201c Biblio Sacra Sermone Valentino reddita\u201d gedruckt. Von ihr<\/p>\n<p>existieren heute allerdings nur die letzten 4 Bl\u00e4tter in einem einzigen Exemplar im Dom von Valencia. Die Ravensburger Handelsgesellschaft und vor allem der aus Isny stammende Faktor Jacob Vizlant bestritt die Kosten. Man kann annehmen, dass dabei auch<\/p>\n<p>Ravensburger Papier zum Einsatz kam. Paul Hurus lie\u00df sich bald darauf in Barcelona nieder.1476 ging er nach Saragossa weiter. Seit 1481 arbeitet er allein. Bald stand er an der Spitze aller Offizinen, also Buchdruckwerkst\u00e4tten. Hurus pflegte gute Beziehungen zu<\/p>\n<p>S\u00fcddeutschland und so gelangten Holzschnitte deutscher Inkunabeldrucker in spanische \u00dcbersetzungen.<\/p>\n<p>Ein drittes. Die Ravensburger Handelsgesellschaft stieg selbst in die Zuckerproduktion ein. Seit 1461 betrieb sie in der N\u00e4he von Valencia eine eigene Zuckerfabrik. Schon in islamischer Zeit wurde der Zuckerrohranbau im sp\u00e4teren K\u00f6nigreich Valencia gepflegt.<\/p>\n<p>Es gab auch gen\u00fcgend W\u00e4lder, die gen\u00fcgend Brennholz f\u00fcr das Zuckerkochen lieferte. Doch schon vor dem Investment in Valencia hatte sich der Zuckermarkt ge\u00e4ndert. 1420 hatten portugiesische Seefahrer die unbewohnte Insel Madeira entdeckt.<\/p>\n<p>Schon 1425 lie\u00df Heinrich der Seefahrer Madeira kolonisieren und Zuckerrohrplantagen auf der Insel anlegen. Der Zuckerhandel zeigte allerdings, dass die Gesellschaft mittlerweile schwerf\u00e4llig reagierte. In einem Brief der Gesch\u00e4ftsleitung an das Gelieger<\/p>\n<p>Valencia vermerkt man dort\u00a0 \u201d Am Zucker haben wir zu Lyon schon lange verloren. Wisst dass er zu Br\u00fcgge jetzt nichts gilt, dort l\u00e4uft nur der portugiesische aber vielleicht kommt einmal der Tag, da der Zucker wieder etwas wert ist.\u201d Die schlimmsten Bef\u00fcrchtungen<\/p>\n<p>der Ravensburger waren nicht eingetreten. Der zunehmende Holzmangel auf Madeira lie\u00df die Preise wieder ansteigen. Die Gewinnspanne war trotzdem recht klein geworden. Also verkauften sie schlie\u00dflich 1480 ihre Zuckerfabriken, kaufte direkt bei den<\/p>\n<p>Herstellern und setzte ihn vor allem in Mailand und Genua ab. Die Entdeckung der zentralamerikanischen Inseln schlie\u00dflich f\u00fchrte zu einem raschen Niedergang des Zuckeranbaus in Valencia. Auf den kurzen Versuch mit Reis aus Valencia wurde schon beim Gelieger<\/p>\n<p>Br\u00fcgge eingegangen.Valencia wurde als letztes der drei spanischen Gelieger aufgel\u00f6st.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/800px-Nuremberg_chronicles_f_098v99r_1.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-left: 0px; padding-right: 0px; display: inline; padding-top: 0px; border-width: 0px;\" title=\"800px-Nuremberg_chronicles_f_098v99r_1\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/800px-Nuremberg_chronicles_f_098v99r_1_thumb.png\" alt=\"800px-Nuremberg_chronicles_f_098v99r_1\" width=\"244\" height=\"110\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>Im deutschsprachigen Raum hatte die Gesellschaft zwei Gelieger und zwar das in Wien und das in N\u00fcrnberg. Nat\u00fcrlich bot sich Wien als kaiserliche Residenzhauptstadt der Habsburger und Hauptstadt des Heiligen R\u00f6mischen Reiches als Sitz eines Geliegers<\/p>\n<p>an.Au\u00dferdem lag der ungarische Absatzmarkt geradezu vor der T\u00fcr. Erste Nachrichten f\u00fcr das Gelieger Wien gibt es aus dem Jahre 1440. Dort ist in einem Satzbuch, das ist ein Buch in dem mit Satz oder Burgrecht einer Hypothek vergleichbares Recht eingetragen<\/p>\n<p>werden.\u00a0 Dort verpf\u00e4ndet ein gewisser Hans H\u00e4merl zwei Hypotheken zwei H\u00e4user in Wien, da er der Ravensburger Handelsgesellschaft 285 Pfund schuldete. Wir wissen ziemlich wenig \u00fcber die T\u00e4togkeit des Geliegers Wiens. Es scheint so, dass die Gesellschaft in<\/p>\n<p>Wien keine Eink\u00e4ufe t\u00e4tigte und nur Waren weiterhandelte, die sie von anderen Geliegern z.B. Mailand und Antwerpen bezog. Wir erfahren von einem Einkauf, in dem der Wiener Faktor Heinrich im Steinhaus Zobelfelle zu \u00fcberh\u00f6hte4m Preis angekauft hat. Und<\/p>\n<p>wir wissen, dass Hans Gessler 1520 noch f\u00fcr die Ravensburger t\u00e4tig war, das Gelieger da also noch bestand.<\/p>\n<p>As 15. und 16. Jahrhundert gilt als die bl\u00fchende Zeit N\u00fcrnbergs. Handwerk und Handel florierten. Kunst und Wissenschaft bl\u00fchten auf. N\u00fcrnberg war eine wichtige Reichsstadt. 1424 hatte Kaiser Sigismund der Stadt N\u00fcrnberg die Reichskleinodien<\/p>\n<p>\u201cf\u00fcr ewige Zeiten\u201d anvertraut. K\u00fcnstler wie Veit Sto\u00df, Adam Kraft und vor allem Albrecht D\u00fcrer begr\u00fcndeten den k\u00fcnstlerischen\u00a0 Ruf N\u00fcrnbergs. In N\u00fcrnberg wurde die erste Papierm\u00fchle Deutschlands gebaut. Martin Behaim schuf dort den ersten Globus und Peter<\/p>\n<p>Henlein erfand die Taschenuhr.Aber sicher hat nat\u00fcrlich vor allem die verkehrstechnisch g\u00fcnstige Lage N\u00fcrnberg f\u00fcr die Ravensburger Handelsgesellschaft interessant gemacht. N\u00fcrnberg lag in der Mitte Europas und es war neben K\u00f6ln und Prag die gr\u00f6\u00dfte Stadt im<\/p>\n<p>Heiligen R\u00f6mischen\u00a0 Reich. Der erste Nachweis f\u00fcr die Pr\u00e4senz der Ravensburger Handelsgesellschaft stammt aus dem Jahr 1439. N\u00fcrnberg war der Hauptlieferant f\u00fcr Metalle. N\u00fcrnberg war eine Hochburg der Waffenherstellung. Bekannt sind die Harnische. In<\/p>\n<p>N\u00fcrnberg wurde die \u201cN\u00fcrnberger Schere\u201d erfunden, das ist eine f\u00fcr milit\u00e4rische Zwecke verwendbare Steigleiter und schon vor 1517 das Radschloss bei Handfeuerwaffen. Die Gesellschaft verschaffte der Stadt Ravensburg\u00a0 aus N\u00fcrnberg Hakenb\u00fcchsen,<\/p>\n<p>Handb\u00fcchsen, Schlangen und Model zum Gie\u00dfen der Geschosse sowie Eisen und Blei. Und bei der Ausstellung des Handelsprivileg f\u00fcr Lyon wurde ja schon darauf hingewiesen, dass sich diese vor allem auf Kaufleute, die Waffen lieferten erstreckten.<\/p>\n<p>Dank der florierenden Wirtschaft lebte nat\u00fcrlich auch eine zahlungskr\u00e4ftige Kundschaft in der Stadt. So standen neben Safran und Zucker Luxuswaren wie Perlen, Damaste und Korallen auf der Liste. Das N\u00fcrnberger Gelieger wurde bis 1527 gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>In Frankfurt hatte die Gesellschaft kein eigene Gelieger oder zu mindestens einen Agenten wie in K\u00f6ln. Aber nat\u00fcrlich war sie auf der Frankfurter Messe pr\u00e4sent.<\/p>\n<p>Die Ravensburger Gesellschaft bot auf der Frankfurter Messe Safran an, das Gelieger Saragossa lieferte nach Lyon, von dort ging es weiter nach Genf und von Genf gelangte schlie\u00dflich die Ware auf die Messe. Das\u00a0 Einkaufsbuch der Familie Mulich,<\/p>\n<p>einer N\u00fcrnberger Fernhandelskaufmannsfamilie von der Fastenmesse von 1495 zeigt zum Beispiel, dass die Ravensburger Gesellschaft f\u00fcr die Firma der Familie Mulich f\u00fcr 850 Gulden Waren lieferte. Daneben wurde die Firma auch von Georg Fugger\u00a0 und Peter Watt<\/p>\n<p>mit je 700 Gulden beliefert. Auch Eink\u00e4ufe t\u00e4tigte die Handelsgesellschaft. So bezog sie 1475 Blech von der Witwe des N\u00fcrnberger Blechschmieds Konrad Eschenloer. Zur Frankfurter Fastenmesse gibt es auch einen Geleitbrief, den Herzog Christoph von<\/p>\n<p>W\u00fcrttemberg am 14. Februar 1459 in M\u00f6mpelgard ausstellt und indem er auf Bitten der Stadt Ravensburg zusichert \u201cEure Mitb\u00fcrger Kaufleuten durch unser F\u00fcrstenthum W\u00fcrttemberg\u201d zu begleiten. Es wird darauf verwiesen, dass das auch fr\u00fcher schon so<\/p>\n<p>gehandhabt worden ist, auch die m\u00f6glichen Gefahren werden erw\u00e4hnt, das Nebenstra\u00dfen zu vermeiden seien. Es wird ausdr\u00fccklich gesagt, dass das Geleit auch f\u00fcr die kommenden Messen gelten soll. Auch daraus ergibt sich, dass die Ravensburger<\/p>\n<p>Handelsgesellschaft ein st\u00e4ndiger Besucher der Frankfurter Messe war.<\/p>\n<p>In den letzten Jahrzehnten des 15. Jahrhunderts war in K\u00f6ln Peter Lutzenkirchen unter anderem f\u00fcr die Ravensburger Gesellschaft t\u00e4tig. Er war verheiratet mit der Seidenmacherin Fygen. Er unterhielt aber auch Beziehungen zu anderen oberdeutschen<\/p>\n<p>Handelsh\u00e4usern wie den V\u00f6hlin-Welser. Seine Tochter Agnes heiratet 1492 Andreas Imhof, einen Faktor der V\u00f6hlin-Welser Gesellschaft.<\/p>\n<p>In der Schweiz, die damals ja noch zum Heiligen R\u00f6mischen Reich z\u00e4hlte, gab es au\u00dfer dem Gelieger in Genf noch einen Agenten in Bern unter anderem Hans Fr\u00e4nkli, der 1458 Seckelmeister der Stadt Bern war und sein Schwiegersohn Anton Archer, der von<\/p>\n<p>1477-1503 Berner Seckelmeister war. Die Stadt Bern setzte sich auch au\u00dfenpolitisch immer wieder f\u00fcr die Handelsgesellschaft ein, sowohl gegen\u00fcber dem franz\u00f6sischen K\u00f6nig, als es um von Seer\u00e4ubern geraubte Ware ging als auch in Savoyen und Italien.<\/p>\n<p>Begr\u00fcndet wurde das immer damit, dass Berner B\u00fcrger Gesellen der Ravensburger Handelsgesellschaft waren. Auch in Z\u00fcrich und Luzern lebten Gesellen der Ravensburger. Nach dem Schwabenkrieg 1499 (siehe dazu auch Beitrag\u00a0 Kloster St. Gallen) zogen sich die<\/p>\n<p>meisten Schweizer Gesellen\u00a0 aus der Gesellschaft zur\u00fcck. Besonders enge Beziehungen gab es zu St. Gallen. Dort ben\u00fctzten die Ravensburger sogar die Bleichen und nat\u00fcrlich waren sie ein wichtiger Abnehmer der St. Gallener Leinwand. In St. Gallen, ebenso<\/p>\n<p>wie in Memmingen und Konstanz arbeitete ein Bevollm\u00e4chtigter der Gesellschaft.<\/p>\n<h1><\/h1>\n<h1>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Die Geschichte der Gro\u00dfen Ravensburger Handelsgesellschaft<\/h1>\n<p>Ladislaus Suntheim, der um 1440 in Ravensburg geborene Theologe, Historiker und Genealoge, der 1460 zum Procurator der Rheinischen Nation gew\u00e4hlt worden war, das ist ein Bediensteter in der Staatsverwaltung\u00a0 oder in der Rechtspflege , gab schon um 1495<\/p>\n<p>eine Beschreibung seiner Heimatstadt heraus die \u201cBeschreibung der Stadt Ravensburg und des Schussentals\u201d.\u00a0 Darin schreibt er \u201cItem die erst geselschafft in Hoch-Tewtschn-lannden ist zu Ravenspurg durch die burger, genannt die Motzli<sup><a href=\"http:\/\/de.wikisource.org\/wiki\/Beschreibung_der_Stadt_Ravensburg_und_des_Schussentals#cite_note-27\">[28]<\/a><\/sup> erfunden unnd gemacht<\/p>\n<p>wordenn und in die selben geselschafft sind noch maln khomen: die Humpis, Pesserer, Taschler, Geldrich, Montpratn, Neydeckhenn, Anckareyte und annder etc. unnd ist die Gros Geselschafft wordenn unnd haben gehannttirt in das Kunigreich von Appels<sup><a href=\"http:\/\/de.wikisource.org\/wiki\/Beschreibung_der_Stadt_Ravensburg_und_des_Schussentals#cite_note-28\">[29]<\/a><\/sup>, in<\/p>\n<p>Lampartten<sup><a href=\"http:\/\/de.wikisource.org\/wiki\/Beschreibung_der_Stadt_Ravensburg_und_des_Schussentals#cite_note-29\">[30]<\/a><\/sup>, in die Kunigreich von Arragon, Valens, in Kastilia unnd in Katalonia etc.; dar nach sein annder geselschafft auferstannden als der Sechli zu Memmingen, der Meiting zu Augspurg, der Metzli zu Sannd Gallen unnd yetz der Fuker zu Augspurg unnd der<\/p>\n<p>Welsser daselbs etc. unnd in annderen stetten desgleichnn. Das ist wohl die erste Beschreibung der Ravensburger Handelsgesellschaft. Die Ravensburger Kaufleute haben sich schon fr\u00fch im Fernhandel umgetan. so erscheinen 1390 ein Johannes, Konrad und Ulrich<\/p>\n<p>Wirt im Fondaco dei Tedeschi. M\u00f6glicherweise ist Konrad Wirt identisch mit dem Konrad Wirt, der 1397 und 1401 in Ravensburg B\u00fcrgermeister war. Auch sind zwei Br\u00fcder Wirt bei der Gr\u00fcndung der Ravensburger Patriziergesellschaft zum Esel dabei. Auch Konrad<\/p>\n<p>und Johann Segelbach erscheinen auf der Liste des Fondaco dei Tedeschi. Johann Segelbach ist 1401 B\u00fcrgermeister in Ravensburg und beide Br\u00fcder sind wieder unter den Gr\u00fcndern der Gesellschaft zum Esel. Auch ein Johann Muntprat wird erw\u00e4hnt, der als<\/p>\n<p>Ravensburger bezeichnet war, aber im Auftrag zweier Konstanzer B\u00fcrger bezeichnet wird. Auch in Spanien sind Ravensburger B\u00fcrger unter den ersten namentlich bekannten Kaufleuten aus Deutschland. Humpis und M\u00f6tteli lassen sich 1394\u00a0 in Barcelona<\/p>\n<p>nachweisen, die Muntprat folgen 1402. Ein genaues Gr\u00fcndungsdatum f\u00fcr eine gemeinsame Handelsgesellschaft gibt es nicht, aber so um 1380 bereits d\u00fcrften sich die Familien Humpis, M\u00f6tteli und Muntprat zu einem gemeinsamen Unternehmen<\/p>\n<p>zusammengeschlossen haben. Einige Vorteile gemeinsamen Vorgehens wurden schon beim Gelieger Barcelona aufgez\u00e4hlt. Neben der Kostensenkung spielte sicher auch die Risikominimierung eine gewichtige Rolle. Die Unsicherheiten beim Transport, egal ob zu<\/p>\n<p>Wasser oder Land bargen immer das Risiko des Verlusts einer Ladung. auf mehrere Schultern verteilt, trug sich die Last leichter. Es mussten nicht nur Raubritter oder Piraten sein, manchmal gen\u00fcgten auch einfache Unf\u00e4lle oder Fahrl\u00e4ssigkeit. So ging 1480 einmal<\/p>\n<p>eine ganze Ladung Zucker verloren, Als ein Fuhrmann auf dem Weg von der Rhonem\u00fcndung 13 Kisten Zucker in die Durance kippte. Bei Seetransporten waren meist Faktoren der Gesellschaft dabei, w\u00e4hrend\u00a0 Landtransporte Fuhrleuten anvertraut wurden. F\u00fcr<\/p>\n<p>Seetransporte schloss die Gesellschaft meist eine Transportversicherung\u00a0 ab, um sich gegen Warenverlust durch Piraterie oder Schiffbruch abzusichern. Selbst war die Gesellschaft nicht im Versicherungsgesch\u00e4ft t\u00e4tig.<\/p>\n<p>Die Vereinigung der Ravensburger Kaufleute erhielt rasch Zuwachs. Sie liest sich fast wie die Liste der Gr\u00fcndungsmitglieder der Gesellschaft Zum Esel. Aber auch Konstanzer Patrizier waren bald dabei. Bald waren \u00fcber 100 Gesellschafter aus \u00fcber 10 St\u00e4dten im<\/p>\n<p>Bodenseeraum und Oberschwaben vertreten. Auch\u00a0 Schweizer B\u00fcrger waren unter den Gesellschafter, so aus Bern, Z\u00fcrich und Luzern.Noch 1498 lassen sich 38 Gesellen nachweisen. Der rasche Eintritt vieler Gesellen hatte nat\u00fcrlich einen raschen Kapitalzufluss zur<\/p>\n<p>Folge.\u00a0 Andrerseits machte sie die Gesellschaft nat\u00fcrlich auch schwerf\u00e4llig, st\u00e4rker als das sp\u00e4ter zum Beispiel bei den Fuggern der Fall war. Die Ravensburger Gesellschaft war nach dem\u00a0 Vorbild der italienischen Binnenhandelsgesellschaft (compagnia) aufgebaut.<\/p>\n<p>Die Mitglieder der Gesellschaft hatten nicht nur Anteil am Gesch\u00e4ftskapital, sondern sie arbeiteten aktiv im Unternehmen mit. In einem schriftlich fixierten Gesellschaftervertrag wurde die Kapitalbeteiligung, aber auch Kompetenzen, Rechte und Pflichten<\/p>\n<p>fest. Leider ist kein einziger solcher Vertrag erhalten geblieben, so dass wir \u00fcber die interne Struktur heute im Ungewissen bleiben. Gewinne und Verluste wurden anteilig im Verh\u00e4ltnis zur Kapitalbeteiligung verteilt.<\/p>\n<p>In Urkunden aus Bern,Luzern und Konstanz wird die Gesellschaft \u201cmagna societas mercatorum altioris alamaniae\u201d genannt. In einer genuesischen Urkunde ist von der societas Alamanorum ,quae dicitur de Josumpis. In Mailand war sie als compagnia grande bekannt<\/p>\n<p>und in Spanien lief sie unter dem Namen der wichtigsten Gesellschafter Joushompis (oder Joghompis) y compania.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/797px-Ravensburg_Marktstrasse_Handelsgesellschaft.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-left: 0px; padding-right: 0px; display: inline; padding-top: 0px; border-width: 0px;\" title=\"797px-Ravensburg_Marktstrasse_Handelsgesellschaft\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/797px-Ravensburg_Marktstrasse_Handelsgesellschaft_thumb.jpg\" alt=\"797px-Ravensburg_Marktstrasse_Handelsgesellschaft\" width=\"244\" height=\"185\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>Egal unter welchem Namen, sie war eine der bedeutendsten Handelsgesellschaften, die rund 150 Jahre im Fernhandel mit Spanien, Italien und Frankreich eine wesentliche Rolle spielte.<\/p>\n<p>An der Spitze der Gesellschaft standen drei Regierer. Der erste bekannte war Henggi Humpis, der 1429 verstarb. wie wir oben gesehen haben, hat er in der Stadt Ravensburg aber auch im Schw\u00e4bischen Bund eine gewichtige Rolle gespielt. Die ersten<\/p>\n<p>beiden Regierer f\u00fchrten die Gesch\u00e4fte und waren auch f\u00fcr die Gesellschaft unterwegs, der dritte f\u00fchrte jeweils die Hauptbuchhaltung, die in Ravensburg war (oberes Bild der Gesch\u00e4ftssitz). Die Gelieger standen unter der Leitung eines<\/p>\n<p>Faktor, der daf\u00fcr mit Quartier, Speis und Trank und Kleidung versorgt wurde.Wenn die Gesellen zum Handeln\u00a0 unterwegs waren oder mit Wissen der Anderen zum \u201cWohl und Nutzen\u201d reisten, stand ihnen eine \u201cZehrung\u201d aus dem \u201cgemeinen seckel<\/p>\n<p>und gelt\u201d der Gesellschaft zu. Auf Reisen und in den Geliegern wurden die Gesellen von Kopf bis Fu\u00df neu eingekleidet und gut schw\u00e4bisch von der Gesellschaft immer ermahnt, sorgf\u00e4ltig damit um zu gehen. An Waffen erhielt der Kaufmann ein Schwert.<\/p>\n<p>Es war ein ausdr\u00fcckliches Privileg, dass er dies auch auf der Frankfurter Messe tragen durfte. Arzt-und Apothekerkosten gingen zu Lasten der Gesellschaft. Auf \u201cReisespesen\u201d achtete man streng, d.h., die Gesellen wurden angehalten, wo immer zu Fu\u00df zu gehen und<\/p>\n<p>auf teure Mietpferde zu verzichten. Es gibt einen am\u00fcsanten Briefwechsel mit dem Patriziersohn Claus B\u00fctzel, der wohl 1472 in Bourg en Bresse war. Er scheint wohl nicht begeistert gewesen zu sein, zu Fu\u00df zu gehen. Doch es wird ihm gesagt<\/p>\n<p>\u201cEs sind ebenso gute Herren zu Fu\u00df gegangen\u201d. Die Kosten f\u00fcr Schuhe wurden ersetzt. So legte der Geselle Heinz Wyer eine Abrechnung vor, nach der in knapp drei Jahren 22 paar Schuhe verbraucht hatte. Diese bekam er nat\u00fcrlich anstandslos bezahlt. Das gibt<\/p>\n<p>auch eine gute Vorstellung, was im Dienst der Gesellschaft zu leisten war. Neben den Kosten f\u00fcr die Schuhe wurden dem Gesellen auch Vers\u00e4umnisgelder f\u00fcr Messen, sowie das Beichtgeld bezahlt und sogar noch zwei Rosenkr\u00e4nze. Es scheint also, dass<\/p>\n<p>das Seelenheil ihrer Gesellen der Gesellschaft durchaus am Herzen lag.<\/p>\n<p>Wie konnte man Geselle werden? Voraussetzung war, B\u00fcrger einer Reichsstadt zu sein. Eine Einlage war zu leisten, die allerdings im Lauf der Vertragszeit zum Teil zur\u00fcckgezogen werden konnte. Dies wurde in den Papieren vermerkt und dann nat\u00fcrlich<\/p>\n<p>das Anrecht auf Gewinnbeteiligung entsprechend gek\u00fcrzt. \u201cVerlieren der ganzen und halben Gewinnung\u201d war dann zu lesen. Die Gesellen wurden von den Regierern in die Gesellschaft aufgenommen. Sie mussten dann dorthin gehen, wo sie die Regierer nach<\/p>\n<p>eigenem Ermessen senden konnte. Seinen Posten durfte niemand ohne Urlaub verlassen. Es musste ein Treueversprechen an Eides statt ab gelegt werden. Darin verpflichtete sich der Geselle, sich an die Ordnung der Gesellschaft zu halten, Treue und Flei\u00df zu<\/p>\n<p>bewahren und zu Gehorsam gegen\u00fcber den Vorgesetzten. Das war kein Versprechen auf Lebenszeit. Viele nahmen st\u00e4dtische Beamtungen an, manche Glieder reich gewordener Geschlechter taten einige Zeit Dienst und lebten danach als reiche Privatleute.<\/p>\n<p>Am Ende Rechnungsperiode wurde die Dividende ausgezahlt. Falls ein Geselle durch nachl\u00e4ssige Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung einen Schaden verursacht hatte, musste er daf\u00fcr haften. Vor allem wer bares Geld ausgeliehen hatte wurde er streng ger\u00fcgt und<\/p>\n<p>schadenersatzpflichtig gemacht. Die Gesellen waren nicht an der Spitze der Gelieger. Diesen Posten versah ein \u201cObmann\u201d. Dieser hatte Prokura, aber nicht allein, so dass auch w\u00e4hrend seiner Abwesenheit die Gesellschaft nicht handlungsunf\u00e4hig war.<\/p>\n<p>Die Prokuristen konnten rechtsverbindliche Vertr\u00e4ge eingehen. Der Prokurist stand dem Personal eines Geliegers verpflichtet. Er besorgte die Buchf\u00fchrung und war zur Rechnungslegung verpflichtet. Er unterlag der Verschwiegenheitspflicht in gesch\u00e4ftlichen<\/p>\n<p>Dingen.<\/p>\n<p>Die \u201cEhrung\u201d war ein Mittel besonders erfolgreiche Gesellen auszuzeichnen, alle anzuspornen, so etwas wie heute die Erfolgsbeteiligungen. Die Ehrung wurde ins Wertbuch eingetragen und nahm am Gewinn\u00a0 des neuen Gesch\u00e4ftsjahres teil, bedeutete also<\/p>\n<p>die M\u00f6glichkeit, sein Einkommen durch Flei\u00df entsprechend zu steigern. Die Regierer erhielten keine Ehrung sondern ein Entgeld das meist bei 150 Gulden lag.<\/p>\n<p>Bilanz wurde in der Regel nach drei Jahren gezogen. Die Dividende wurde festgelegt. Die \u201cRechnung\u201d das war die Hauptversammlung. Die drei Regierer und der Neunerausschu\u00df waren anwesend. Dieser Ausschuss ist dem heutigen Aufsichtsrat zu vergleichen.<\/p>\n<p>Die Gesellschafter waren auch anwesend. Nach einer Aufstellung aus dem Jahr 1477 wurde in einem Zeitraum von einem knappen Monat, das war die l\u00e4ngste \u201cRechnung\u201d kr\u00e4ftig gespeist und getrunken.<\/p>\n<p>\u201c20 3\/4 L\u00e4mmer; dann 401 Pfund Rindfleisch, 23 Pfund Hammelfleisch, 28 1\/2 Pfund Schweinefleisch, 20 St\u00fcck Leberwurst, 9 Pfund Wurst, 7 1\/2 Pfund Kalbfleisch, 7 Zungen, Wild-pret, 44 H\u00e4hne, 102 H\u00fchner, 52 Spislyv\u00f6gel, 50-60 gro\u00dfe V\u00f6gel, 300 V\u00f6gel, 2 Rebh\u00fchner,<\/p>\n<p>1 Haselhuhn, 1 Cuter. Getrunken wurden insgesamt 2.261 Ma\u00df Wein\u201d .<\/p>\n<p>In der Sp\u00e4tzeit der Gesellschaft erzielte die Ravensburger Gesellschaft etwa 7 % Kapitalrendite, das war etwas weniger als die 9 % der geringer kapitalisierten N\u00fcrnberger Gesellschaft Weiser, aber nicht zu vergleichen mit den rund 20 %, die die Firma<\/p>\n<p>von Jakob Fugger zwischen 1511-1527 j\u00e4hrlich erwirtschaftete.<\/p>\n<p>Die Kommunikationswege sind nat\u00fcrlich in keinster Weise mit heute zu vergleichen. Im Zeitalter von Telefon, Fax und Email l\u00e4uft das ja praktisch zeitgleich ab. Auf die Brieflaufzeit nach Sargossa wurde bereits verwiesen. Der wichtigste deutsche Handelsplatz<\/p>\n<p>N\u00fcrnberg war per Brief in etwa 5 Tagen zu\u00a0 erreichen, nach Mailand dauerte es 8 Tage, nach Genf war der Brief 9 Tage unterwegs. Zwei Wochen nahm die Kommunikation mit Wien, Lyon oder Genua in Anspruch. Das s\u00fcdfranz\u00f6sische Avignon erhielt die Post<\/p>\n<p>nach etwa 19 Tage und die spanischen Gelieger wurden zwischen 36 und 46 Tagen kontaktiert. Mitunter dauerte das noch l\u00e4nger, im schlimmsten Fall 10 Wochen!<\/p>\n<p>Ein gro\u00dfes Problem stellt die Sicherheit der Wege dar.Einerseits waren da die Kaufleute, die ihre wertvollen Waren zu den gro\u00dfen Handelspl\u00e4tzen transportieren mussten. Zum andern waren da Leute, die die Unsicherheit der Wege, aber auch das sp\u00e4tmittelterliche<\/p>\n<p>Fehderecht f\u00fcr ihre Zwecke nutzten. Siehe dazu den Blog \u00fcber G\u00f6tz von Berlichingen, der ja fast so etwas wie ein \u201cFehdeunternehmer\u201d war. Auch die Ravensburger Gesellschaft hatte unter solchen Zeitgenossen schwer zu leiden. Viele Kaufleute, nicht nur in<\/p>\n<p>Ravensburg, waren ja gleichzeitig in \u00f6ffentlichen \u00c4mtern, oft B\u00fcrgermeister oder Amtleute. Erinnert sei hier auch an die herausragende Stellung von Henggi Humpis im Schw\u00e4bischen St\u00e4dtebund.<\/p>\n<p>Im Schw\u00e4bischen Unterland machten Wegelagerer die Stra\u00dfen unsicher. Sie hatten es auf Kaufleute abgesehen, die zur Frankfurter Messe zogen, und beraubten sie. Auf dem Bodensee waren zur gleichen Zeit fast so etwas wie die Seer\u00e4uber unterwegs.<\/p>\n<p>Ber\u00fcchtigt waren Graf Heinrich von Lupfen, Hans von Rechberg Heinrich von Ysenburg. Ein reichsst\u00e4dtisches Heer mit seine\u00a0 Hauptleuten Walter Ehinger aus Ulm, Hans V\u00f6hlin aus Memmingen und Jacob Schellang aus Ravensburg zog nun von \u00dcberlingen aus<\/p>\n<p>gegen die Burgen der Ritter und zerst\u00f6rte sie.Im Bodenseeraum wurden die Burgen Schrozberg gegen\u00fcber Sch\u00f6nau, Hilzingen,Randeck und Wasserburg zerst\u00f6rt.<\/p>\n<p>Gleichzeitig gingen die St\u00e4dte im schw\u00e4bisch-fr\u00e4nkischen Raum gegen die dort t\u00e4tigen Ritter vor und brachen deren Burgen.Das waren vor allem Neuenfels und Maienfels. F\u00fcr Maienfels wurde ein kaiserliches Widersaufbauverbot erteilt, das die Ganerben<\/p>\n<p>allerdings umgingen, in dem sie Burg und St\u00e4dtlein 1464 der Pfalz zu Lehen \u00fcbertrugen.<\/p>\n<p>Walter Ehinger war Ulmer Patrizier und B\u00fcrgermeister. Hans V\u00f6hlin war Memminger B\u00fcrgermeister, sein Sohn Hans der J\u00fcngere war Teilhaber der V\u00f6hlin-Welserschen Handelsgesellschaft. Jacob Schellang hatte 1420 das Ravensburger B\u00fcrgerrecht erworben,<\/p>\n<p>war Ratsmitglied und auch in der Gesellschaft zum Esel dabei. Seine Frau war eine Barbara Humpis.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/getimage.php_.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-left: 0px; padding-right: 0px; display: inline; padding-top: 0px; border-width: 0px;\" title=\"getimage.php\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/getimage.php_thumb.jpg\" alt=\"getimage.php\" width=\"237\" height=\"244\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>Wenn man die Liste der Hauptleute betrachtet, sieht man Patrizier aus den oberdeutschen St\u00e4dten aber eben gleichzeitig Vertreter wichtiger Handelsgesellschaften. Es scheint, dass nicht nur Konkurrenzsituation herrschte, sondern dass man<\/p>\n<p>durchaus\u00a0 auch gewillt war, f\u00fcr gemeinsame Interessen gemeinsam vorzugehen.<\/p>\n<p>Eine langwierige Fehde hatte die Gesellschaft mit den Herren von Stain auszufechten. Die Herren von Stein sa\u00dfen zeitweise auf \u00fcber 50 Herrschaften vor allem in Schwaben, so auf Rechtenstein, Klingenstein und Gundelfingen im Lautertal.<\/p>\n<p>Sie galten das ganze Mittelalter durch als sehr streitbar. Im 15. Jahrhundert war oft der Sto\u00dfseufzer zu h\u00f6ren \u201c Wer will bleiben von H\u00e4ndeln rein, der h\u00fct sich vor Freyberg, Rechberg und vor Stain.\u201d Die Auseinandersetzungen zogen sich fast \u00fcber<\/p>\n<p>20 Jahre hin und im Ravensburger Stadtarchiv sind eine Reihe von Fehdebriefen und auch Vers\u00f6hnungsbriefe zu finden. Ein Vers\u00f6hnungsbrief, der am St. Gallus Tag (16.Oktober) 1458 geschrieben ist, nennt \u201cHans von Klingenstein,der jung, Hans B\u00f6ck,<\/p>\n<p>genannt Heinerlin und Wolf, seine gedingten und gebr\u00f6deten Knechte\u201d auf der Seite der Ritter und \u201cYtal und Josen Huntbi\u00df\u201d und ihrer B\u00fcrgergesellschaft,\u00a0 erkl\u00e4ren, dass Fehde und Feindschaft geherrscht haben. Vor \u201cJakob Truchsess von Waldburg<\/p>\n<p>Hofmeister und Landvogt\u201d Mit diesem Brief wird\u00a0 versprochen, dass die Fehde nun zu Ende sei. Dieser und\u00a0 einige andere Briefe sind abgedruckt bei Johann G. Eben, Versuch einer Geschichte der Stadt Ravensburg von Anbeginn bis auf die heutigen Tage, erschienen<\/p>\n<p>1835.Bei der Belagerung von Gundelfingen 1463 hatte die Stadt Ravensburg einen gro\u00dfen Teil ihrer Kriegsger\u00e4te verloren. Nur gut, dass wie beim Gelieger N\u00fcrnberg gezeigt wurde, die Ravensburger Handelsgesellschaft auch als Waffenh\u00e4ndler fungierte.<\/p>\n<p>Eine allm\u00e4hliche Ersch\u00f6pfung beider Parteien, aber auch Vers\u00f6hnungen und Vergleiche wie der oben erw\u00e4hnte und nicht zuletzt die Vergr\u00f6\u00dferung der Rittergesellschaft von St. Georgen Schild, die 1406 im Zusammenhang mit dem Appenzeller Krieg<\/p>\n<p>zum ersten Mal als Zusammenschluss von niederen und hohen Adligen auftrat als Reaktion auf den gesellschaftlichen Wandel, Mitte des 15. Jahrhunderts schlossen sich der Gesellschaft immer mehr Pr\u00e4laten als Vertreter geistlicher Gebiete der Rittergesellschaft<\/p>\n<p>an, f\u00fchrten zum Nachlassen der Raubritterplage. Ziel der Rittergesellschaft war die Sicherung des Landfriedens und allm\u00e4hlich mussten die Kaufleute nicht mehr bef\u00fcrchten, dass ihre Waren und Handelsz\u00fcge auf den Stra\u00dfen \u00fcberfallen und beraubt wurden.<\/p>\n<p>Nach 1450 stiegen die M\u00f6ttelis aus der Ravensburger Handelsgesellschaft aus. L\u00fctfried und Rudolf M\u00f6tteli gr\u00fcndeten eine eigene Gesellschaft. Ihre Gesch\u00e4fte betrieben sie nun von St. Gallen aus.L\u00fctfried lie\u00df sich 1454 ins St. Gallener B\u00fcrgerrecht aufnehmen,<\/p>\n<p>Rudolf 1458 ins Z\u00fcricher B\u00fcrgerrecht.Warum das geschah, l\u00e4sst sich nicht mehr nach vollziehen. Es ist aber denkbar, dass es wegen der Familienfehde war, in der Familie Humpis ausbrach, als Henggi Humpis 1429 starb und die Ravensburger Linie und die<\/p>\n<p>Ratzenrieder Linie sich die F\u00fchrung der Handelsgesellschaft streitig machten.<\/p>\n<p>Die M\u00f6ttelis waren schwerpunktm\u00e4\u00dfig weiterhin in Spanien t\u00e4tig. Sie l\u00e4sst sich in Saragossa nachweisen. Sie war die einzige deutsche Gesellschaft, die ein\u00a0 Kontor im damals islamischen Granada unterhielt. Die M\u00f6tteligesellschaft war auch in Avignon,<\/p>\n<p>Lyon, Genf N\u00fcrnberg und Frankfurt vertreten. Sie vertrieb haupts\u00e4chlich Leinwand, Barchent-und Wolltuche sowie Metallwaren. Importiert wurde Safran, Zucker, Baumwolle und Korallen. Rudolf \u00fcberlie\u00df die Gesch\u00e4fte mehr und mehr L\u00fctfried.<\/p>\n<p>Rudolf \u00fcbersiedelte ins Schlo\u00df Alt-Regensberg bei Regensdorf im Kanton Z\u00fcrich, das er samt Leuten, G\u00fctern, Zehnten und Zinsen erworben hatte. Er erneuerte dort die alten Bauten und erprobte sein kaufm\u00e4nnisches Denken nun in der Pflege von<\/p>\n<p>Landwirtschaft, Obstbau und Fischzucht. Rudolf war ein typischer Vertreter des reichen B\u00fcrgertums, das den sozialen Aufstieg in den Adel anstrebte.<\/p>\n<p>Nach dem Tod Henggis ging die F\u00fchrung der Gesellschaft an seine Neffen Jos.II aus der Ratzenrieder Linie \u00fcber.Jos II. war der Sohn von Henggis 1346 geborenen Bruder Ital. Da Jos II. ein kaufm\u00e4nnisches Genie war und auch \u00fcber enormes\u00a0 Organisationstalent<\/p>\n<p>verf\u00fcgte, scheint das zun\u00e4chst noch kein Problem gewesen zu sein. Jos straffte die Gesellschaft im Inneren und verschaffte ihr schlie\u00dflich Weltgeltung, was auch daraus zu ersehen ist, dass die Gesellschaft in romanisch sprachigen\u00a0 L\u00e4ndern meist naxch im benannt<\/p>\n<p>ist. \u201cJoushompis oder Joghumpis\u201d. Problematisch wurde es, als er 1437 nicht daran dachte, das Amt an die Ravensburger Linie zur\u00fcck zu geben. Er nominierte f\u00fcr das Amt seinen Sohn Jos III (geboren 1430). Dagegen werden sich seine Kontrahenten\u00a0 aus der<\/p>\n<p>Ravensburger Linie Frick III. (geboren1426), der Cousin von Jos III. und Fricks Sohn Onofrius \u201cNoffre\u201d (geboren 1450). Der Streit spaltete auch die Familie tief. So war der j\u00fcngere Sohn von Frick III. Parteig\u00e4nger der Ratzenrieder Linie. Er bezog ein Haus in der<\/p>\n<p>Herrenstra\u00dfe 41 und lie\u00df sich sogar in der Ratzenrieder Pfarrkirche beerdigen. Jos III. musste seinen\u00a0 Stuhl 1462 zugunsten der Ravensburger Linie r\u00e4umen, kam 1477 nochmals kurz an die Macht. Dann wurde er gezwungen endg\u00fcltig abzutreten.<\/p>\n<p>Onofrius war nun Regierer. Er starb 1496 und ihm folgte als letzter Regierer Konrad II, der die Gesellschaft von 1496-1530 als letzter Regierer leitete. Nicht nur die Familie wurde von dem Streit betroffen. Er ging auch quer durch das Ravensburger<\/p>\n<p>Patriziat. Der Streit wurde mit h\u00e4rtesten Bandagen gef\u00fchrt. Es gibt Hinweise auf zwei vereitelte Entf\u00fchrungen auf Onofrius mit L\u00f6segeldforderungen. Jos III. seinerseits \u00fcberfiel zwei Ravensburger Kaufleute vor den Toren der Stadt und kerkerte sie in\u00a0 seinem<\/p>\n<p>Schloss ein. 1477 als Jos III. zur Abdankung gezwungen wurde, trat Klemens von Ankenreute mit einer beachtlichen Zahl von Gesellen aus der Handelsgesellschaft aus, alle zogen ihr Kapital ab und Klemens gr\u00fcndete die Ankenreutegesellschaft. Er war ja<\/p>\n<p>nicht irgendwer sondern immerhin mit einer Humpis, n\u00e4mlich Eva, der Tochter von Jos II. verheiratet. Clemens war f\u00fcr die Gesellschaft in Barcelona t\u00e4tig gewesen. Nicht nur Kapital war damit abgezogen worden, sondern eben auch viel Berufserfahrung,<\/p>\n<p>und \u201cConnections\u201d. Nicht umsonst wurde nach der Gr\u00fcndung der Ankenreutegesellschaft den Teilhaber der Ravensburger Gesellschaft streng untersagt, sich mit den Ankenreuteleuten zu unterhalten. Der Absprung einer Reihe von Gesellen hat sicher<\/p>\n<p>nicht zum Niedergang der Ravensburger Gesellschaft gef\u00fchrt. Aber geschw\u00e4cht worden, begleitet von dem jahrelangen Familienzwist, d\u00fcrfte sie schon. werfen wir noch einen kurzen Blick auf die Konkurrenzsituation au\u00dfer der \u201chausgemachten\u201d Konkurrenz.<\/p>\n<p>In S\u00fcddeutschland entstand zu dieser Zeit eine Reihe von Handelsgesellschaften, wobei der oben zitierte Ladislaus Suntheim schreibt,dass die Ravensburger Gesellschaft\u00a0 in Ravensburg \u201cerfunden und gemacht\u201d worden sei.<\/p>\n<p>Die Diesbach-Watt Gesellschaft ist in den Quellen zwischen 1420 und 1460 belegt. Initiiert ist sie von dem Berner Niklas Diesbach (um 1375-1380 bis um 1436) der die Gesellschaft zusammen mit den beiden Kaufleuten, Peter und Hug von Watt gr\u00fcndete.<\/p>\n<p>Ende der 1440-iger Jahre befindet sich der Hauptsitz in Bern. St. Gallener Leinwand war von Anfang an das Haupthandelsprodukt, dazu kam Barchent aus den schw\u00e4bischen Weberst\u00e4dten Ulm, Augsburg, Biberach und Memmingen. Die Leinwand wurde in<\/p>\n<p>Genf, S\u00fcdfrankreich und Spanien verkauft, der Barchent in Schlesien und Polen. Von dort bezog die Gesellschaft Wachs und Pelze. In Warschau wurden Hermelin, Marder, Eichh\u00f6rnchen\u00a0 und Kaninchenfelle gekauft, die in den oberdeutschen St\u00e4dten<\/p>\n<p>vertrieben wurden. Das Warenangebot wurde erg\u00e4nzt durch Messing aus N\u00fcrnberg und Kupfer aus den oberungarischen Bergst\u00e4dten. In Spanien bezog man haupts\u00e4chlich Safran,aber auch mediterrane Produkte wie Datteln, Malvasier und Rosenlik\u00f6r.<\/p>\n<p>Das Angebot war also durchaus vergleichbar mit dem Ravensburger.Bemerkenswert war bei der Diesbach-Watt Gesellschaft nicht so sehr das Angebot als die geographische Ausdehnung ihrer Aktivit\u00e4ten. Das erforderte ein gut funktionierendes<\/p>\n<p>Kommunikationsnetz, gezielt angelegte Niederlassungen sowie eine st\u00e4ndige Anpassung der Gesch\u00e4ftsstrategie. Ihre Bl\u00fcte erlebte die Gesellschaft in den 1440-er Jahren. Dann\u00a0 setzte ein rascher Niedergang ein. Die Gesellschaft machte daf\u00fcr die kriegerischen<\/p>\n<p>Ereignisse im eidgen\u00f6ssischen und s\u00fcddeutschen\u00a0 Raum verantwortlich. Dazu kamen Zwistigkeiten unter den Teilhabern, die sich l\u00e4hmend auf die Betriebsleitung auswirkte. Um 1460 l\u00f6ste sich die Gesellschaft nach rund<\/p>\n<p>drei\u00dfigj\u00e4hriger T\u00e4tigkeit wieder auf.<\/p>\n<p>Die Welser-V\u00f6hlinsche Handelsgesellschaft entstand, als die Ravensburger ihre Hochzeit schon hinter sich hatten. In den 90-Jahren des 15. Jahrhunderts fusionierten die beiden Gesellschaften der V\u00f6hlin und Welser. Die V\u00f6hlin stammten urspr\u00fcnglich aus St. Gallen,<\/p>\n<p>sind aber seit 1340 in Memmingen nachzuweisen. Sie waren Mitglieder der Memminger Patrizier und viele ihrer Familienmitglieder begleideten das Amt des Memminger B\u00fcrgermeisters. Hans V\u00f6hlin ist uns schon als Heerf\u00fchrer\u00a0 beim Zug der Reichsst\u00e4dte gegen<\/p>\n<p>das Raubrittertum am Bodensee begegnet. Schon in der ersten H\u00e4lfte des 15. Jahrhunderts handelten die V\u00f6hlins mit Barchent, Salz, Wein Eisen und Sensen. Ihre Gesch\u00e4fte t\u00e4tigten sie aber haupts\u00e4chlich in Wien, in der Steiermark und in der Eidgenossenschaft.<\/p>\n<p>Sie stieg aber bald auch in das Geldgesch\u00e4ft ein. In kurzer Zeit nahm sie im internationalen Zahlungsverkehr eine wichtige Stellung ein. Auch im Montanbereich , vor allem im Tiroler Silberhandel war die Gesellschaft bald erfolgreich t\u00e4tig. Diese beiden<\/p>\n<p>Gesch\u00e4ftsfelder unterschieden sie doch stark von der Ravensburger Handelsgesellschaft. Die Welser waren in Augsburg und N\u00fcrnberg t\u00e4tig. Die Welser sind 1246 erstmals in Augsburg nachweisbar und die Welschersche Handelsgesellschaft ist erstmals 1420 in<\/p>\n<p>Augsburg belegt. Anton Welser (1451-1518) lebte und arbeitete in Augsburg, sein j\u00fcngerer Bruder Jakob (1468-1541) begr\u00fcndete die N\u00fcrnberger Linie.Die Kinder von Hans V\u00f6hlin dem \u00c4lteren Katharina und Konrad heirateten beide in das Haus Welser ein.<\/p>\n<p>Katharina heiratete Anton Welser und Konrad Barbara Welser. Diese Heiratsverbindungen leitete die Fusion der beiden Familiengesellschaften ein, die dann Anton Welser 1498 mit Konrad V\u00f6hlin vollzog.\u00a0 Die Firma \u201cAnton Welser, Konrad V\u00f6hlin und Mitverwandte\u201d<\/p>\n<p>nahm ihre T\u00e4tigkeit auf. Neben den beiden Familienoberh\u00e4upten waren noch 16 Gesellschafter in der Firma. Neben Augsburg blieb Memmingen bis zum Tode Konrad V\u00f6hlins 1511 zweite Firmenzentrale. Man kann also \u00e4hnliches f\u00fcr Elser-V\u00f6hlin sagen, was<\/p>\n<p>Andreas Meyer f\u00fcr in Die Gro\u00dfe Ravensburger Handelsgesellschaft in der Region festgestellt hat:\u00a0 \u201cDurch Konnubium, nicht durch Zusammenschluss\u201cVergenossenschaftung von Kaufleuten\u201d wuchs die Gesellschaft\u201d. M\u00f6gliche Ehepartner suchte und fand man im<\/p>\n<p>entsprechenden patrizischen Milieu S\u00fcddeutschlands\u201d. Wenn man die Heiratsverbindungen der s\u00fcddeutschen Patrizier betrachtet, gewinnt man den Eindruck, dass die Verbindungen\u00a0 sehr wohl \u00fcberlegt waren, fast so nach habsburgischem Motto \u201cTu felix<\/p>\n<p>Austria nubes\u201d. Wenn man nun V\u00f6hlin-Welser mit der Ravensburger Handelsgesellschaft vergleicht, so f\u00e4llt ins Auge, dass neben der T\u00e4tigkeit im\u00a0 Montanbereich und Geldgesch\u00e4ft gleich nach den gro\u00dfen Entdeckungen ein beherzter Einstieg ins \u00fcberseeische<\/p>\n<p>Gesch\u00e4ft stattgefunden hatte. Die Welser beteiligten sich finanziell an der Finanzierung portugiesischer Schiffe f\u00fcr den \u00fcberseeischen Gew\u00fcrzhandel und gr\u00fcndeten sogar Kolonien in Venezuela. Die Ravensburger nahmen an diesen Gesch\u00e4ften nicht teil,<\/p>\n<p>sondern beschr\u00e4nkten sich auf ihre bisherigen Geliegern. So verloren sie den Anschluss an die neuen gewinntr\u00e4chtigen Handelsm\u00f6glichkeiten.<\/p>\n<p>Betrachten wir noch kurz den wohl ber\u00fchmtesten Konkurrenten der Ravensburger Handelsgesellschaft, n\u00e4mlich die Fugger. Hans Fugger war um 1408 aus dem kleinen Dorf Graben in der N\u00e4he von Augsburg in die Reichsstadt Augsburg eingewandert.<\/p>\n<p>Hans Fugger war Mitglied der Weberzunft, handelte aber schon bald mit Baumwolle aus Italien und war als Weberverleger t\u00e4tig. D. h. er lieferte den Rohstoff, also Baumwolle und Weber verarbeiteten dies auf seine Rechnung, w\u00e4hrend er den<\/p>\n<p>Verkauf der Fertigware organisierte. Hans hatte zwei S\u00f6hne, n\u00e4mlich Andreas (1394\/1395-1457\/1458) und Jakob (nach 1396-1469). Das Familienverm\u00f6gen wurde 1455 aufgeteilt und die beiden Linien trennten sich und gingen verschiedene Wege.<\/p>\n<p>Andreas war der Stammvater der Fuggerlinie \u201cvom Reh\u201d und Jakob der Linie \u201c von der Lilie\u201d. Die Familie vom Reh ging schon fr\u00fch bankrott, was vor allem daran lag, dass sie Kaiser Maximilian einen Kredit einr\u00e4umte, der nicht gen\u00fcgend abgesichert war.<\/p>\n<p>Die Reichstadt Leuven in Brabant b\u00fcrgte. Die Schulden lie\u00dfen sich bei der Stadt nicht eintreiben. Die Firma ging bankrott.Jakob Fugger der \u00c4lter hatte mit seiner zweiten Gemahlin 11 Kinder von denen die S\u00f6hne Ulrich, Georg und Jakob (sp\u00e4ter genannt<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/220px-Albrecht_Drer_080.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-left: 0px; padding-right: 0px; display: inline; padding-top: 0px; border-width: 0px;\" title=\"220px-Albrecht_D\u00fcrer_080\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/220px-Albrecht_Drer_080_thumb.jpg\" alt=\"220px-Albrecht_D\u00fcrer_080\" width=\"174\" height=\"244\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>der Reiche) seine Firma \u00fcbernahmen. Sie machten sie zu einem der gr\u00f6\u00dften und reichsten Handelsh\u00e4user Europas. Seine Ausbildung hatte er mit 14 Jahren in Venedig begonnen. Italien galt ja f\u00fcr angehende Kaufleute als das Ausbildungsland schlechthin.<\/p>\n<p>Allerdings sollte er wohl zun\u00e4chst Kleriker werden und hatte auch eine Ausbildung zum Kleriker. Er erhielt eine Pfr\u00fcnde in St. Veit in Herrieden in Franken. Allerdings war er dort wohl nie. Als der Vater 1469 starb, sollte er noch weiter Kleriker bleiben,<\/p>\n<p>erst als 1473 Jakobs Bruder Peter in N\u00fcrnberg starb, wurde er vom \u00e4lteren Bruder Ulrich in die Firma geholt.1485 \u00fcbernahm er die Innsbrucker Niederlassung der Fugger. Der junge Fugger schaffte es, die Silber und Kupfergesch\u00e4fte monopol\u00e4hnlich in seiner Hand zu<\/p>\n<p>konzentrieren. Dazu hatte er umfangreiche Darlehen an den Landesherren Sigmund der M\u00fcnzreichen gegeben. Die Firma Fugger \u00fcbernahm die Besoldung der Beamten und erhielt daf\u00fcr Vorzugspreise bei der Berechnung von Metallieferungen, sowie<\/p>\n<p>Exportverg\u00fcnstigungen und andere Privilegien. Schon in K\u00fcrze beherrschte die Faktorei den Bergbau in Schwaz und die M\u00fcnze in Hall. Er entwickelte ein kombiniertes System\u00a0 von Kapital und Politik, das f\u00fcr ihn typisch wurde. Seine Finanzkraft stellte er<\/p>\n<p>fast ausschlie\u00dflich dem Erzhaus \u00d6sterreich zur Verf\u00fcgung. Das Eingreifen Fuggers hatte zum R\u00fccktritt des Landesherren und zur \u00dcbergabe Tirols an Maximilian, seinen sp\u00e4teren Gro\u00dfkunden gef\u00fchrt. Fugger genoss nun k\u00f6niglichen Schutz.<\/p>\n<p>Er hatte polnisch-schlesische- ungarische Gesch\u00e4ftsfreunde. Einer der wichtigsten war Johannes Thurzo der \u00c4ltere, ein Krakauer Gesch\u00e4ftsmann. Schon 1494 war sein Einstieg ins ungarische Bergwesen und den Metallhandel offensichtlich geworden. Er hatte in<\/p>\n<p>K\u00e4rnten bei Villach und in Th\u00fcringen Betriebe zur Metallverarbeitung der ungarischen Erze errichten lassen. Auch der Kirche stellte er die Organisation seine auf europ\u00e4ischer B\u00fchne wirkenden Unternehmens zur Verf\u00fcgung. Die Organisation des<\/p>\n<p>Jubeljahres 1500 und die Verbreitung des Ablasses durch Raymund Kardinal Peraudi (1435-1505) brauchte eine funktionierende Organisation. Im Firmenvertrag von 1502 hatte er zwar formal Gleichberechtigung, de facto aber die F\u00fchrung inne.<\/p>\n<p>Die Finanzkraft der Fugger und die Protektion durch Maximilian waren nicht allein massgebend f\u00fcr den Aufstieg der Fugger. Ein wichtiger Finanzier war Melchior von Meckau, der 1488 F\u00fcrstbischof von Brixen wurde. Er war bald so etwas wie ein<\/p>\n<p>Bergbauunternehmer.\u00a0 1498 befanden sich bereits 31 % aller Gruben am Schneeberg, im Berggerichtsbezirk von Sterzing-Gossensa\u00df in S\u00fcdtirol gelegen. Er wurde sehr reich und war auch immer wieder bei der f\u00fcr Maximilian so wichtigen Geldbeschaffung<\/p>\n<p>behilflich. Und der F\u00fcrstbischof, seit 1503 Kardinal legte sein Geld bei den Fuggern an. Seine Einlagen \u00fcberstiegen das eigene Verm\u00f6gen der Gebr\u00fcder Fugger. Diese Querverbindungen sowie die Auswirkungen auf die r\u00f6mischen Fuggergesch\u00e4fte im<\/p>\n<p>Sektor der Pfr\u00fcnden-Ablass-und Geb\u00fchren\u00fcberweisungen waren lange unbekannt. Als der Kardinal 1509 pl\u00f6tzlich verstarb, erhob Papst Julius II. Anspruch auf den Nachlass von Kardinal Melchior. Das brachte die Fuggerfirma an den Rand des Konkurses.<\/p>\n<p>Gl\u00fccklicherweise brachte zu diesem Zeitpunkt die franz\u00f6sische Offensive und den Sieg von Agnadello Maximilian in Bedr\u00e4ngnis und er hatte wieder einmal Geldbedarf. Er half den Fuggern als diplomatische Mittler \u00fcber die r\u00f6mischen Schwierigkeiten hinweg.<\/p>\n<p>1508 hatte sich Fugger an einer deutschen Gew\u00fcrzflotte beteiligt.Der Gew\u00fcrzhandel war ein wichtiger Baustein in der Verm\u00f6gensmehrung der Fugger.Das Verm\u00f6gen der Familie war in den Jahren von 1494-1527 fast um das vierzigfache angewachsen.<\/p>\n<p>1514 wurde Fugger als erster deutscher Kaufmann in den Reichsgrafenstand erhoben.<\/p>\n<p>Das gesteigerte Ansehen der Fugger f\u00fchrte nun auch dazu, dass der Mainzer Kurerzbischof Albrecht von Brandenburg eine Anleiheanfrage des Vatikans an die Fugger<\/p>\n<p>richtete. Sie finanzierten nun die Pfr\u00fcndebem\u00fchungen um Mainz, Halberstadt und Magdeburg vor und sie waren der deutschen Erhebung des Ablasses f\u00fcr St. Peter beteiligt und waren damit mitten in der Vorgeschichte der Reformation.<\/p>\n<p>Als Kaiser Maximilian 1519 starb, standen Karl aus dem Hause Habsburg und Franz I.aus dem Hause Valois zur Wahl. Daf\u00fcr wurden enorme Bestechungssummen aufgebracht. 852000 Gulden kostete die Wahl, davon finanzierten die Fugger mehr als eine halbe Million.<\/p>\n<p>Die Kurf\u00fcrsten und den Abgesandten Karls hatten eine Wahlkapitulation unterzeichnet, nach der auch die Handelsh\u00e4user abgeschafft werden sollten. Das scheiterte am Widerstand der oberdeutschen Handelsh\u00e4user. Auf deren Intervention unterzeichnete<\/p>\n<p>Karl V. 1525 ein neues Handelsgesetz das den Interessen der Handelsh\u00e4user entgegenkam.<\/p>\n<p>Jakob Fugger verstarb am 30.12 1525 in Augsburg. Er hatte seinen Neffen Anton als Nachfolger bestimmt.<\/p>\n<p>Vergleicht man nun die Ravensburger Gesellschaft mit ihren Konkurrenten, so ist zu sagen, dass sie mit Diesbach \u2013Watt oder M\u00f6tteli oder Ankenreute durchaus vergleichbar ist. Einmal bewegten sie sich im gleichen oder \u00e4hnlichen<\/p>\n<p>Gesch\u00e4ftsfeld. Auch der regionale T\u00e4tigkeitsbereich war \u00e4hnlich wobei Diesbach-Watt noch wesentlich st\u00e4rker in Osteuropa t\u00e4tig waren. V\u00f6hlin-Welser und vor allem Fugger waren sehr schnell global t\u00e4tig,<\/p>\n<p>die Ravensburger hatten sich auf Spanien,Italien und Frankreich und nat\u00fcrlich Deutschland beschr\u00e4nkt. Das Kreditgesch\u00e4ft hat im Gegensatz zu den Welsern und vor allem den Fuggern nur eine<\/p>\n<p>marginale Rolle gespielt. Es hat eigentlich mehr im Rahmen von Gew\u00e4hrung von Zahlungszielen statt gefunden.<\/p>\n<h1><\/h1>\n<h1><\/h1>\n<h1>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Niedergang und Ende<\/h1>\n<p><b>Bericht der Gro\u00dfen Ravensburger Handelsgesellschaft 1477 nach Andreas Sattler<\/b><br \/>\n<em>Liebe Freunde, [&#8230;] euch verlangt mit Recht zu wissen, wie unsere Abschlussrechnung ausgefallen ist. Was uns Gott zu Gewinn gegeben hat, waren 21 Prozent [in drei Jahren], wof\u00fcr wir dem Allm\u00e4chtigen Lob und Dank sagen. Ihr werdet das wohl verstehen, denn der Lauf der Welt ist wirklich allenthalben wild und schwer und ungetreu. Der Kaufleute sind mehr als rote Hunde, alle Winkel sind voll, und der Gewinn ist schmal. Wenn man das bedenkt, liebe Freunde, so m\u00fcssen wir zufrieden sein und hoffen, dass unsere Sachen fortan besser werden, ihr selbst werdet dazu helfen, wie wir zu euch allen das Zutrauen haben. So hoffen wir mit Gottes Hilfe, unsere Sache ebensowohl zu Nutzen zu schieben als andere Leute, denn wir haben einen guten Kredit und sind bis jetzt immer redlich mit unseren Waren umgegangen. Das lasst uns weiterhin so halten, so kann es uns nicht anders denn gut gehen. Ebenso haben wir f\u00fcr den Kauf wie f\u00fcr den Verkauf Kunden, um die mancher viel g\u00e4be. Solche Stege und Wege in Deutsch- und Welschland zu haben, ist kein geringes Kleinod, dazu ein l\u00f6blich ehrbar Wesen; von keiner Gesellschaft in der Welt hat man je geh\u00f6rt, dass sie so lange und so redlich bestanden habe, schier bei hundert Jahren. Gro\u00dfe Almosen und Zierden zur Ehre Gottes hat die Gesellschaft gestiftet und stiftet sie noch alle Tage, und so m\u00f6ge es auch bleiben. Auch sind in unser Land durch die Gesellschaft gro\u00dfes Gut und Reichtum gekommen. Sollte dies aufh\u00f6ren, das w\u00e4re, meine ich, wider Gott, Schande und Schaden, es ist so mancher dadurch allenthalben erfreut worden. Darum liebe Freunde, jung und alt, lasst uns das ehrsame Wesen hochhalten, ein jeglicher in seinem Stand, wie es unsere Vorfahren getan haben, dann geht es uns gewiss wohl, wenn wir nur selber wollen.<\/em><br \/>\nAus: Gro\u00dfe Rekordanz (d. h. offener Brief) f\u00fcr Genf, Avignon, Barcelona, Saragossa, Valencia und Lyon, verfasst von Andreas Sattler. Nach A. Schulte (Hrsg): Geschichte der gro\u00dfen Ravensburger Handelsgesellschaft, Bd. III, S. 52 f.<\/p>\n<p>Ein Jahresbericht der Handelsgesellschaft aus dem Jahre 14777 , das war das Jahr, in dem die Ankenreute Gesellschaft gegr\u00fcndet wurde, klingt noch recht zuversichtlich.Die Gesellschaft war allerdings etwas schwerf\u00e4llig geworden. Man lie\u00df den Geliegern im<\/p>\n<p>Einkauf kaum freie Hand, obwohl die Leute vor Ort den besseren Einblick hatten. Dadurch entging manches gute Gesch\u00e4ft. Der Gesch\u00e4ftsgang scheint bis etwa 1510 noch durchaus befriedigen zu sein. Das l\u00e4sst sich unter anderem auch daraus ersehen,<\/p>\n<p>dass bis 1510 noch j\u00e4hrlich 600 Gulden\u00a0 an Spenden get\u00e4tigt werden. Bis 1525 sinkt der Betrag kontinuierlich auf etwa 100 Gulden ab. Der R\u00fcckgang von Umsatz und Gewinn verringerte nat\u00fcrlich auch die Barmittel, die zum schnellen<\/p>\n<p>Einkauf einfach n\u00f6tig waren. Bis Gelder oder Kauferlaubnis aus Ravensburg\u00a0 da waren, hatten die Wettbewerber meistens schon gehandelt und so das Gesch\u00e4ft gemacht. Ein weiteres Hemmnis war, dass nun die Reformation auch vor der<\/p>\n<p>Handelsgesellschaft nicht halt gemacht hatte. Der Lindauer Oswald Kr\u00f6ll,die Konstanzer Apenteger, Ruland Muntprat, J\u00f6rg von Hoff und Konrad Zwick und Kaspar von Ulm bekannten sich alle zur neuen Lehre, w\u00e4hren die letzten Regierer\u00a0 Konrad<\/p>\n<p>Humpis, Alexius Hilleson und der Wangener Hans Hinterofen sowie praktisch alle Familienmitglieder blieben beim alten Glauben.<\/p>\n<p>Sicher hatten auch die massiven Familienstreitigkeiten der Humpis die gesamte Gesellschaft geschw\u00e4cht und in Mitleidenschaft gezogen. In Manchen Arbeiten \u00fcber die Gesellschaft ist auch vom Buddenbrook-Sybndrom die Rede, also vom Niedergang von<\/p>\n<p>Familiengesellschaften, wie sie ja Thomas Mann in seinem Roman plastisch geschildert hat. Wir haben bei den M\u00f6ttelis ja schon gesagt, dass viele Vertreter des B\u00fcrgertums den sozialen Aufstieg in den Adel anstrebten. Die Humpis hatten das geschafft,<\/p>\n<p>hatten kleine Schl\u00f6sser erworben und waren unsagbar reich. Durchaus verst\u00e4ndlich, dass man sich damit zufrieden gab. 1527 war die Gesellschaft nur noch in Mailand und Genua, sowie in Antwerpen vertreten.<\/p>\n<p>In Deutschland wurden noch Gesch\u00e4fte in N\u00fcrnberg, Wien und nat\u00fcrlich in Ravensburg sowie in Frankfurt auf der Messe get\u00e4tigt.<\/p>\n<p>1530 hatte die Gesellschaft noch ein Dekret zur Eintreibung von Schulden in Mailand. Demnach bestand da die Gesellschaft noch. Danach erf\u00e4hrt man nichts mehr \u00fcber sie.<\/p>\n<p>1447 waren die Humpis an die Herrschaft\u00a0 Brochenzell gekommen. Sie erbauten sich dort das Humpisschloss. Diess fiel 1721 an das Kloster Weingarten, weil Freiherr Marquard Humpis seine Schulden nicht mehr bedienen konnte.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/90px-Schloss_Brochenzell.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-left: 0px; padding-right: 0px; display: inline; padding-top: 0px; border: 0px;\" title=\"90px-Schloss_Brochenzell\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/90px-Schloss_Brochenzell_thumb.jpg\" alt=\"90px-Schloss_Brochenzell\" width=\"94\" height=\"124\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Die Wirtschaft im Sp\u00e4tmittelalter Im Mittelalter war der Gro\u00dfteil Europas landwirtschaftlich gepr\u00e4gt. Die Bauern produzierten \u00fcberwiegend f\u00fcr den Eigenbedarf. Da sie der Kirche den Zehnten entrichten mussten und ihren Grundherren Frondienste leisten mussten, wurden kaum \u00dcbersch\u00fcsse produziert, die gehandelt werden h\u00e4tten k\u00f6nnen. Auch waren die Verbindungen in die Regionen sehr schlecht, so das meist [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[10],"tags":[],"class_list":["post-2088","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-oberschwaben"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2088","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2088"}],"version-history":[{"count":8,"href":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2088\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2591,"href":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2088\/revisions\/2591"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2088"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2088"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2088"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}