{"id":2034,"date":"2012-07-08T17:10:39","date_gmt":"2012-07-08T17:10:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=2034"},"modified":"2015-02-26T19:51:43","modified_gmt":"2015-02-26T19:51:43","slug":"kloster-baindt","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/?p=2034","title":{"rendered":"Kloster Baindt"},"content":{"rendered":"<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/imagesCAIEP2O6.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-left: 0px; padding-right: 0px; display: inline; padding-top: 0px; border-width: 0px;\" title=\"imagesCAIEP2O6\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/imagesCAIEP2O6_thumb.jpg\" alt=\"imagesCAIEP2O6\" width=\"169\" height=\"244\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>1240 machte Konrad von Winterstetten eine Schenkung. Daraufhin wurde das Kloster Baindt gebaut. Aber man muss eigentlich ein paar Jahre zur\u00fcckgehen, n\u00e4mlich ins Jahr 1237. Da taten sich einige Frauen in<\/p>\n<p>Seefelden am Bodensee, heute eine Teilgemeinde von Unteruhldingen-M\u00fchldorf zusammen. Unter geistlicher Aufsicht und Leitung von Eberhard von Rohrdorf, dem 5. Abt der Zisterzienser Abtei Salem, lebten sie in kl\u00f6sterlicher Gemeinschaft<\/p>\n<p>nach der Regel der Zisterzienser. Werfen wir erst einen Blick auf Eberhard von Rohrdorf. Er ist um 1160 vermutlich in Messkirch geboren. Er war der erste deutschst\u00e4mmige Abt und der erste Salemer Abt, der nicht aus dem Gr\u00fcndungskonvent des<\/p>\n<p>els\u00e4ssischen Mutterklosters L\u00fctzel stammte. Er war der bedeutendste Abt der Fr\u00fchzeit des Klosters. Er hatte Frauengemeinschaften im oberschw\u00e4bischen Raum unterst\u00fctzt und sie dem Orden der Zisterzienser zugef\u00fchrt.<\/p>\n<p>So kam es in rascher Folge zu Klostergr\u00fcndungen in Gutenzell, Heggbach, Heiligkreuztal, Wald, Rottenm\u00fcnster und Baindt. Eberhards Einfluss bei Wald, Rottenm\u00fcnster und Heggbach war so stark, dass man ihn fast als Mitbegr\u00fcnder<\/p>\n<p>bezeichnen kann. Er vermittelte die Aufnahme der neugegr\u00fcndeten Kl\u00f6ster in den p\u00e4pstlichen Schutz und die vollberechtigte Integration in den Ordensverband. Dabei hilfreich d\u00fcrfte es auch gewesen, dass er mit Konrad von Urach verwandt war, der Nachfolger<\/p>\n<p>Bernhards in Clairvaux war und sp\u00e4ter Abt von Citeaux und zu diesem Zeitpunkt auch schon Generalabt der Zisterzienser war. Er erlangte wie f\u00fcr Wald die Exemtion von der bisch\u00f6flichen Gewalt, wobei ihm die Verwandtschaft mit dem Konstanzer Bischof Diethelm<\/p>\n<p>von Krenklingen (1189-1206) sicherlich hilfreich war. Die entsprechende Urkunde f\u00fcr Wald lie\u00df er in seiner Abtei schreiben. Eberhard verband religi\u00f6se Motive mit Ordensinteressen und politischen Interessen. Er war zeitlebens aktiver und treuer Anh\u00e4nger der<\/p>\n<p>Staufer, was nicht verwunderlich ist, entstammt er doch einem hochadeligen Familienverband, der zur staufischen Partei in Schwaben z\u00e4hlte. In seinem weiteren Verwandtenkreis waren Graf Gottfried von Helfenstein-Sigmaringen (1210-ca.1240) und dessen Frau<\/p>\n<p>Adelheid, Graf Egino von Urach und Heinrich von Neuffen (1200-1240) mit seinen S\u00f6hnen Heinrich und Gottfried und dann nat\u00fcrlich Konrad von Urach (1177\/80-1227). Seit der Erbschaft Friedrich Barbarossas war Oberschwaben aus einem welfischen<\/p>\n<p>Herrschaftsgebiet zu einem staufisch beherrschten Raum geworden.Der Zisterzienserorden hatte ja ein besonderes Schutzverh\u00e4ltnis zum Kaiser bzw. K\u00f6nig, in das die neuen Frauenabteien eingebunden wurden, was wieder eine weitere St\u00e4rkung der<\/p>\n<p>staufischen Herrschaft in Schwaben und damit im\u00a0 Reich bewirkte. Wenn man die geographische Lage der neuen Kl\u00f6ster betrachtet, l\u00e4sst sich das sicher so deuten. Baindt befand sich im Zentrum des urspr\u00fcnglichen welfischen Machtbereichs<\/p>\n<p>zwischen Donau und Bodensee, Heggbach und Gutenzell an dessen n\u00f6rdlichen Rand. Rottenm\u00fcnster lag vor den Toren der staufischen Stadt Rottweil, die ein alter Vorort des Herzogtums Schwaben war. Wald lag im ehemaligen Herrschaftsbereich der Grafen von<\/p>\n<p>Pfullendorf, der auch \u00fcber Erbschaft an Friedrich I. gekommen war.<\/p>\n<p>Erste \u00c4btissin der Seefelder Klostergemeinschaft war Tudecha. Nach sechseinhalb Jahren wurde das Kloster nach Boos bei Saulgau verlegt. 1231 hatten hier Mengener Beginen von dem Edelfreien Adelbert von Bittelschie\u00df und seinen S\u00f6hnen f\u00fcr 48 Mark Silber<\/p>\n<p>ein Gut mit Kirche gekauft. Der Kauf wurde unter anderem von Burkhard von Weckenstein bezeugt, der Kloster\u00a0 Wald gestiftet hatte. Damit laufen die F\u00e4den wieder in\u00a0 Richtung Salem. Am 20.06.1236 stellt Bischof Gregor IX. (1227-1241) das Kloster unter seinen<\/p>\n<p>besonderen Schutz.Im selben Jahr\u00a0 erhalten die \u00c4bte von Tennenbach (Rudolf I. von Z\u00e4hringen) und Wettingen (Konrad)\u00a0 den Auftrag, das finanziell schlecht gestellte Kloster in Augenschein zu nehmen, es dem Orden anzugliedern und Salem zu unterstellen. Das<\/p>\n<p>Votum der \u00c4bte fiel allerdings nicht sehr g\u00fcnstig aus. Au\u00dferdem scheinen die Beginen auch Probleme mit\u00a0 benachbarten<\/p>\n<p>Edelleuten gehabt zu haben. Auf Vermittlung Salems kam nun Schenk Konrad von Winterstetten ins Spiel, der sich ihrer annahm und versprach ein anderes Kloster zu stiften.<\/p>\n<p>Wer war Konrad Schenk von Winterstetten?<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/460px-Siebmacher111-Schenk_von_Winterstetten.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-left: 0px; padding-right: 0px; display: inline; padding-top: 0px; border-width: 0px;\" title=\"460px-Siebmacher111-Schenk_von_Winterstetten\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/460px-Siebmacher111-Schenk_von_Winterstetten_thumb.jpg\" alt=\"460px-Siebmacher111-Schenk_von_Winterstetten\" width=\"188\" height=\"244\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>Konrad war Neffe von Eberhard von Tanne-Waldburg (1170-1234), der als Stammvater des Hauses Waldburg gilt. Beide bekleideten hohe \u00c4mter am staufischen Hof. Eberhard wird erstmals<\/p>\n<p>1225 als Reichstruchsess genannt. Konrad war Schenk. Beide waren von 1220-1225 als Vorm\u00fcnder und Ratgeber K\u00f6nig Heinrichs VII. (12111-1242)t\u00e4tig. Die Beziehungen zu den Staufern waren eng. In der Zeit von 1220-1225 wurden die Reichskleinodien auf der<\/p>\n<p>Waldburg verwahrt. Konrad war an wichtigen politischen Entscheidungen beteiligt. So war er 1223 an den deutsch-d\u00e4nischen Verhandlungen in Nordhausen beteiligt, als K\u00f6nig Waldemar II. (1202-1241) gefangen genommen worden war. Konrad war auch Suevie<\/p>\n<p>procurator und suevie prefectus . Ab 1214 nannte er sich nach der Burg Winterstetten in der N\u00e4he von Biberach. Sicherlich hilfreich f\u00fcr die neue Stiftung war, dass der zust\u00e4ndige Konstanzer Bischof Heinrich von Tanne (1233-1248) ebenfalls aus dem Hause Waldburg<\/p>\n<p>stammte und damit ein enger Verwandter Konrads war.<\/p>\n<p>Konrad\u00a0 besa\u00df die H\u00e4lfte von Baindt als kaiserliches Lehen. Die andere war ihm von den<\/p>\n<p>Grafen Bertold und Konrad zu Heiligenberg verpf\u00e4ndet. Von diesen erwarb er den Weiler Baindt und die Pfarrkirche. \u00c4btissin war Anna von Frankenberg, die 1232 auf die verstorbene Tudecha gefolgt war.<\/p>\n<p>1240 hatte Propst Wilhelm und der Konvent von Weissenau Schenk Konrad zugesagt,\u00a0wegen des Weissenauer Hofs in Sulpach gegen seine Klostergr\u00fcndung in Baindt keine Einw\u00e4nde zu machen.<\/p>\n<p>Am 28. Dezember 1240 rief er die Klosterfrauen nach Baindt und \u00fcbergab ihnen die G\u00fcter. Am 21. August 1240 \u00fcbergaben die beiden Heiligberger Grafen ihr Lehen, das Dorf Baindt samt Kirche und Patronat den von Boos nach Baindt \u00fcbergesiedelten Schwestern<\/p>\n<p>\u201csanctimonialibus\u201d\u00a0 des Zisterzienserordens. Die \u00dcbergabe fand zweimal auf \u00f6ffentlicher Stra\u00dfe statt, einmal vor der Klosterpforte in Salem und dann\u00a0 nochmals in Altdorf und zwar in Anwesenheit K\u00f6nig Konrads IV.<\/p>\n<p>Am 3.1. 1241 weihte der Konstanzer Bischof Heinrich die Kirche und das Kloster in Baindt. Am selben Tag best\u00e4tigte der Bischof, dass Schenk Konrad von Winterstetten die Pfarrkirche zu Baindt samt ihrem Wittum, also das unbewegliche Verm\u00f6gen der Pfarrpfr\u00fcnde<\/p>\n<p>f\u00fcr die Errichtung des Zisterzienserinnenkloster Baindt bestimmt. Nach bisch\u00f6flichem Spruch sollte er daf\u00fcr mit der H\u00e4lfte eines Gutes im \u201cburgo\u201d Altdorf entsch\u00e4digt werden.<\/p>\n<p>Am 14. M\u00e4rz und 15. Oktober 1241 lie\u00df er die Stiftung durch Friedrich II. und dessen Sohn Konrad best\u00e4tigen. Sie unterstellten das Kloster auch dem unmittelbaren Schutz des Reiches.<\/p>\n<p>\u201cgenehmigt auf bitte des schenken Conrad von Winterstetten dass dieser das cisterciensernonnenkloster Baindt aus g\u00fctern gr\u00fcnde die derselbe vom grafen Heiligenberg kaufte und aus anderen die er vom reiche zu lehen trug, nachdem er diesen g\u00fctern andere<\/p>\n<p>vom grafen Gotfrid von Marstetten zu Ursingen erkaufte mittelst aufgabe an k\u00f6nig Conrad und r\u00fcckempfang derselben zu leben substituirt hat, und nimmt das kloster mit dessen besitzungen in des reiches schutz. \u201c wie es im Regest 4337 steht.<\/p>\n<p>Im Juli 1241 schloss Schenk Konrad mit Abt Hugo von Weingarten einen Tauschvertrag ab. Kloster Baindt erhielt aus diesem Tausch einen Hof in Holzh\u00e4usern sowie den Zehnten in Gr\u00fcnenberg und auf dem Entersberg. Um m\u00f6gliche sp\u00e4tere Streitereien zwischen<\/p>\n<p>Kloster Baindt und Weingarten auszuschlie\u00dfen, best\u00e4tigte Bischof Heinrich diesen Tauschvertrag.<\/p>\n<p>Im Oktober 1241 nimmt K\u00f6nig Konrad auf Bitten Konrads von Winterstetten das Kloster nochmals in seinen Schutz und befreit es von jeglicher Vogtei. So erlebte Baindt, der \u201chortus floridus\u201d, wie es 1478 erstmals genannt wird, gleich zu seiner Gr\u00fcndung eine<\/p>\n<p>Bl\u00fctezeit.<\/p>\n<p>Schenk Konrad vermachte dem Kloster noch kurz vor seinem Tod die G\u00fcter in Wizmannsreuti und Morschweiler. Der Klostergr\u00fcnder verstarb am 24. Februar 1243 auf seinem Schloss in Altenthann.\u00a0 Er wurde in Baindt bestattet, wo auch seine Gattin Guta von Neuffen<\/p>\n<p>ihre letzte Ruhe fand.<\/p>\n<p>Zu der Zeit war Adelheid von Zusdorf \u00c4btissin. Sie war 1242 auf Anna von Frankenberg gefolgt. Um 1242 wird auch die Baindter Konventanlage vollendet.<\/p>\n<p>In der Amtszeit Adelheids erfolgen mehrere Stiftungen.\u00a0 So macht um 1246 Heinrich von Herlazhofen eine Stiftung \u201czur Abwaschung der Kleider der Schwestern\u201d<\/p>\n<p>1246 \u00fcbergibt um seines und des Seelenheils seiner Eltern willen und mit Einwilligung seiner Erben Konrad von Zusdorf sein ganzes Gut in Waldhausen dem Kloster Baindt und erh\u00e4lt es dann als Lehen wieder zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Am 12. Oktober 1249 nimmt Papst Innozenz IV. (1243-1254) das Zisterzienserinnenkloster Baindt mit dessen Angeh\u00f6rigen und Besitzungen in seinen Schutz und verleiht ihm zahlreiche Rechte und Beg\u00fcnstigungen.<\/p>\n<p>1255 kaufen \u00c4btissin Adelheid und der Konvent von Baindt ein Gut in W\u00e4nizhofen an der Schussen f\u00fcr 40 Mark Silber.<\/p>\n<p>Im Mai 1257 schenkt Irmengard von Schmalegg dem Kloster Baindt einen Hof in Haidgau. Dies genehmigen die Schenken Heinrich und Konrad von Schmalegg mit Einwilligung ihrer Br\u00fcder, die Kanoniker sind. Irmengard ist mit Konrad verheiratet und die<\/p>\n<p>Tochter von Konrad Schenk von Winterstetten, dem Klostergr\u00fcnder.Nach dem Tod ihres Gatten tritt sie ins Kloster Baindt ein, wird dort aber nicht \u00c4btissin wie in manchen \u00e4lteren Quellen angegeben. Mit ihrem Gatten hatte sie 6 S\u00f6hne und 4 T\u00f6chter. Einer<\/p>\n<p>der S\u00f6hne ist Ulrich, der sich sp\u00e4ter von Winterstetten nennt und als Minnes\u00e4nger bekannt ist.<\/p>\n<p>Am 11. M\u00e4rz 1262 nimmt Papst Urban IV. (1262-1264) wie sein Vorg\u00e4nger Papst Innozenz das Kloster in seinen besonderen Schutz.<\/p>\n<p>Am 3. Dezember 1262 best\u00e4tigt Konradin die von seinem Gro\u00dfvater Friedrich (M\u00e4rz 1241) und von seinem Vater Konrad (Oktober 1241) erhaltenen Rechte und Freiheiten. Auch billigt er Erwerbungen des Klosters sowohl von denen seiner Vogtei<\/p>\n<p>unterworfenen Kirchen und Kl\u00f6stern als auch von\u00a0 seinen Dienstmannen, B\u00fcrgern und anderen Leuten.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/220px-Konradin.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-left: 0px; padding-right: 0px; display: inline; padding-top: 0px; border-width: 0px;\" title=\"220px-Konradin\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/220px-Konradin_thumb.jpg\" alt=\"220px-Konradin\" width=\"171\" height=\"244\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>Am 29. Oktober 1268 war Konradin in Neapel hingerichtet worden. Damit endete die Dynastie der Staufer. Es folgte das Interregnum, die \u201cschreckliche,die kaiserlose Zeit\u201d. Als Rudolf von Habsburg (1273-1291)zum Kaiser gew\u00e4hlt wurde, war ein Kloster,\u00a0 das so stark<\/p>\n<p>auf die Staufer ausgerichtet war, nat\u00fcrlich darauf angewiesen, dass es auch mit dem neuen Herrscher gut zurecht kam.\u00a0 Schon am 28. Juni 1275 nahm Rudolf das Kloster in seinen Schutz und best\u00e4tigte ihm\u201d das allen Cisterzienserkl\u00f6stern gew\u00e4hrte recht zu<\/p>\n<p>erwerbungen von den unter\u00a0 k\u00f6niglicher vogtei stehenden kl\u00f6stern und kirchen, sowie die von ministerialen, b\u00fcrgern oder andern leuten des reiches herr\u00fchrenden und alle andern besitzungen\u201d.<\/p>\n<p>1275 stirbt \u00c4btissin Adelheid wohl schon vor dem Mai. Denn am 8. Mai tritt ihre Nachfolgerin,\u00a0 Tudecha II. in einer Kaufurkunde auf. Abt Heinrich II. (1270-1279) und der Konvent von Weissenau verkaufen \u201cum ihrer Schulden willen der \u00c4btissin Tudecha ihren Hof in<\/p>\n<p>Sulpach um 220 Mark Silber. Diesem Verkauf stimmten auch der Roter Abt Berchtold und sein Konvent sowie der Konstanzer Bischof Rudolf I. von Habsburg Laufenburg (1274-1293) zu, wobei die Zustimmung des Roter Abts wohl fr\u00fcher folgte, denn in der mir<\/p>\n<p>vorliegenden Roter Abtsliste wird dieser nur bis 1273 gef\u00fchrt. Der Weissenauer Abt versichert \u00fcbrigens, dass er das\u00a0 Geld voll erhalten habe und zum \u201cBedarf unseres Kloster n\u00fctzlich ausgegeben habe (in usus nostri monasteri utliter expendisse). Der Kauf wird durch<\/p>\n<p>eine Schuldverschreibung am selben Tag an den Juden Isaak, Sohn des Leo finanziert, der in Schaffhausen\u00a0 sa\u00df. Auch mussten sie die Hilfe von Kloster Weingarten in Anspruch nehmen und verkauften diesem ihre G\u00fcter in Eggenreute. 1278 musste dann aber<\/p>\n<p>Weingarten die Restschuld von 51 Mark Silber \u00fcbernehmen von dem Juden K\u00f6nig in Schaffhausen und erhielt daf\u00fcr von Baindt G\u00fcter in Altdorf und Witzmannsreute.<\/p>\n<p>Tudecha regierte nur 4 Jahre. Aus sie folgte Guta I. von Gundelfingen. Sie war wohl die Tochter des Ulrich von Gundelfingen genannt von Otterswang.<\/p>\n<p>1275 und 1320 wurden Hochalt\u00e4re errichtet der von 1320 wird am 14.02 von Bischofvikar Recrehensis geweiht wird. 1309 erhielt die Abtei ein fr\u00fchgotisches Chorgest\u00fchl.<\/p>\n<p>1293 richtete das Kloster eine Grangie in B\u00fcrgberg ein, also einen wirtschaftlichen Au\u00dfenbetrieb der Zisterzienser im\u00a0 Mittelalter, der in Zisterzienserinnenkl\u00f6stern meist von Konversen bewirtschaftet wurde. Konversen kamen meist aus dem b\u00e4uerlichen Umfeld.<\/p>\n<p>Sie mussten wie die M\u00f6nchen ein Gel\u00f6bnis ablegen, ohne Vollm\u00f6nch werden zu k\u00f6nnen. Das band sie ans Kloster, bot ihnen aber lebenslange Versorgung und Sicherheit.<\/p>\n<p>Am 28. Mai erteilte K\u00f6nig Heinrich VII., der erste Luxemburger (1308-1313) Holzrechte im Altdorfer Wald. \u201c\u00c4btissin und Konvent des Zisterzienserinnenklosters Baindt in der Di\u00f6\u00adzese Konstanz, seinen Frommen (<i>.. abbatisse et conventui de Bunde, Cystercien. ordinis,<\/i><\/p>\n<p><i>Con\u00adstancien. dyocesis, dilectis devotis nostris<\/i>), sich aus seinem und des Reiches Forst, ge\u00adnannt \u00bbAltdorferwald\u00ab (<i>de nemoribus nostris et imperii dictis \u203aAltdorferwalt\u2039<\/i>), mit Holz zum Bauen, Heizen und f\u00fcr ihre und ihrer H\u00f6fe Um\u00adz\u00e4u\u00adnun\u00adgen zu versorgen und dort<\/p>\n<p>dreihundert Schweine zu weiden. \u201c Kurze Zeit sp\u00e4ter erhielt das Kloster von Heinrich die Zollfreiheit gew\u00e4hrt. \u201c<\/p>\n<p>K\u00f6nig Heinrich begnadet die Nonnen des Zisterzienserinnenklosters Baindt (<i>religiosas et in Christo nobis dilectas sanctimoniales monasterii in Bunde<\/i> [!]<i> ordinis Cystercien.<\/i>) mit dem Ver\u00adbot, da\u00df die Eigen\u00adleute des Klosters (<i>homines proprietatis titulo predicto<\/i><\/p>\n<p><i>monasterio per\u00adti\u00adnen\u00adtes<\/i>) von seinen und des Reiches St\u00e4dten als B\u00fcrger (<i>in concives<\/i>) aufgenommen werden und dort B\u00fcrgerrechte er\u00adhal\u00adten; dar\u00fcber hinaus befreit er die Nonnen von der Zahlung jegli\u00adchen Zolls und Un\u00adgelds (<i>a solucone <\/i>[!]<i> thelonii cuiuslibet et ungelti <\/i><\/p>\n<p><i>de rebus suis quibuslibet fa\u00adcien\u00adda<\/i>)\u201d<\/p>\n<p>Am 30.4. 1215 best\u00e4tigte Philipp der Sch\u00f6ne (von 1314-1330 Gegenk\u00f6nig des Heiligen R\u00f6mischen Reiches) alle Rechte des Kloster Baindt, auch die Holzrechte im Altdorfer Wald sowie das Recht, dort 300 Schweine zu m\u00e4sten.<\/p>\n<p>1347 wird Europa von der ersten Pestwelle \u00fcberrollt. 1349 war die Pest in S\u00fcddeutschland ausgebrochen. Man nimmt an, dass in Deutschland jeder 10. Einwohner der Seuche zum Opfer fiel. Das Kloster Baindt wurde auch heftig betroffen. Ein Teil der Konventualinnen<\/p>\n<p>starb. Um 1350 wurde das gro\u00dfe Pestkreuz errichtet.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/800px-Baindt_Pfarrkirche_Pestkreuz_detail.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-left: 0px; padding-right: 0px; display: block; float: none; margin-left: auto; margin-right: auto; padding-top: 0px; border-width: 0px;\" title=\"800px-Baindt_Pfarrkirche_Pestkreuz_detail\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/800px-Baindt_Pfarrkirche_Pestkreuz_detail_thumb.jpg\" alt=\"800px-Baindt_Pfarrkirche_Pestkreuz_detail\" width=\"244\" height=\"184\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>Von dieser ersten Pestwelle scheint sich das Kloster aber rasch erholt zu haben. Schon 1355 wurde die Priorin Elisabeth von Gundelfingen mit 12 Schwestern nach Ober\u00f6sterreich entsandt. Dort \u00fcbernahm sie die neugegr\u00fcndete Abtei<\/p>\n<p>Mariensaal in Schlierbach. Eberhard V. von Walsee hatte das Kloster in diesem Jahr gestiftet. Sein Gro\u00dfvater Eberhard III. (+1288) war ein\u00a0 Gefolgsmann Rudolfs von Habsburg. Mit ihm schlug seine Familie im S\u00fcdosten Wurzeln. Er war<\/p>\n<p>mit Adelheid von Waldburg (+1275) verheiratet. Seine S\u00f6hne und deren Nachkommen standen bald an der Spitze des Habsburger Hofadels.Aus dieser engen Verwandtschaft heraus ist auch die Beziehung zu Baindt klar.<\/p>\n<p>Am 22. Februar wurde von Eberhard V. und seiner Frau Anna die Stiftungsurkunde ausgestellt. Er war zu der Zeit Landeshauptmann ob der Enns. Einen Tag sp\u00e4ter gab\u00a0 Bischof Gottfried von Wei\u00dfeneck (1342-1362) seine Einwilligung zu der Stiftung.<\/p>\n<p>Herzog Albrecht II \u00fcbernahm im April 1355 den Schutz des Klosters und die Vogtei. Das Kloster bestand bis 1620 als Frauenkloster und wurde dann von Zisterzienserm\u00f6nchen \u00fcbernommen. Im Stift steht heute noch die Schlierbacher Madonna (um 1320),<\/p>\n<p>die die Schwestern alter Tradition folgend aus Baindt mitgebracht hatten. Dies geschah in der Amtszeit von Hiltrudis von K\u00f6nigsegg (1345-1358), die ja schon in der schlimmen Pestzeit regiert hatte, aber auch diese Tochtergr\u00fcndung miterleben konnte.<\/p>\n<p>Am 18.10.1374 wurde die Pfarrkirche in Boos dem Kloster Baindt inkorporiert. 1376 wurde Baindt reichsunmittelbar, war aber der Reichsabtei Salem unterstellt.<\/p>\n<p>Am 5. April 1376 stellt Karl IV. (1355-1378)\u00a0 in N\u00fcrnberg eine Urkunde aus in der er \u201cempf\u00e4ngt in des reichs beschirmniss abt und convent von Roth, Weissenau, Schussenried, Weingarten, Baindt, Buchau, s\u00e4mmtlich in Constanzer di\u00f6ces, sammt g\u00fctern und rechten,<\/p>\n<p>freit sie von allen beschwernissen, wie sie von seinen reichsvorfahren gefreit sind, und gebietet allen reichsst\u00e4nden namentlich in Oberschwaben, deren g\u00fcter und habe zu sch\u00fctzen.\u201d Anna IV Humpis (1375 \u20131383) war wohl die erste Baindter F\u00fcrst\u00e4btissin und<\/p>\n<p>Mitglied im\u00a0 Reichspr\u00e4latenstand.\u00a0 1522 war die Abtei im Reichsmatrikelverzeichnis aufgef\u00fchrt und hatte ebenso wie Heggbach und Gutenzell 5 Fu\u00dfsoldaten zu stellen.<\/p>\n<p>1437 wurde der Abtei Baindt wie auch Gutenzell von Kaiser Sigismund die niedere Gerichtsbarkeit erteilt. Die Folgejahre scheinen ohne gravierende Ereignisse verlaufen zu sein.<\/p>\n<p>Ein\u00a0 einschneidendes Ereignis, nicht nur f\u00fcr das Kloster Baindt sondern mit Sicherheit f\u00fcr ganz S\u00fcddeutschland war der Bauernkrieg 1525. Das Verh\u00e4ltnis zwischen Abtei und Dorf scheint zu diesem Zeitpunkt nicht mehr das beste gewesen zu sein.<\/p>\n<p>Kurz vor der Vertrag von Weingarten geschlossen wurde (17.04.1525), brannten die Baindter Bauern das Kloster nieder. Anna VII. (1520-1529) war zu der Zeit \u00c4btissin. Sie lie\u00df aber das Kloster umgehend wieder aufbauen\u00a0 1529 waren die Geb\u00e4ude erneuert und 1560<\/p>\n<p>erhielt die Kirche ein sp\u00e4tgotisches Deckengew\u00f6lbe.<\/p>\n<p>Die Reformation scheint in Baindt weniger Probleme bereitet haben als anderswo. Vielleicht hat sich da die N\u00e4he zum Kloster Weingarten ausgewirkt, in dem mit Abt Gerwig Blarer einer der f\u00fchrenden K\u00f6pfe der Gegenreformation t\u00e4tig war.<\/p>\n<p>Zwei Ereignisse erzwangen eine Reform des Zisterzienserordens. Das eine war die Reformation, die auch viele Zisterzienserkl\u00f6ster erfasste. Das andere war das Konzil von Trient (in vier Sitzungsperioden von 1545 und 1563) Die Filiationskette, das verbindende<\/p>\n<p>Element der Zisterzienserkl\u00f6ster war an vielen Stellen unterbrochen. Nun trat an ihre Stelle wie auch vom Tridentinum gefordert an ihre Stelle Generalvikariate oder Provinzen. Ihnen standen vom Generalkapitel des Ordens ernannte Generalvikare vor.<\/p>\n<p>Das bedeutet eine Beschneidung der Kontrollrechte der \u00c4bte der Primarabteien und eine Ausrichtung der Kl\u00f6ster auf einheitliche Ziele. Im Kloster F\u00fcrstenfeld im heutigen F\u00fcrstenfeldbruck versammelten sich vom 14. September bis 20. September 1595<\/p>\n<p>17 \u00c4bte aus dem oberdeutschen Raum auf Einladung des Generalabtes Edmond de la Croix (1584-1604). In den F\u00fcrstenfelder Statuten wurden die Grundlagen einer Reform festgelegt. Zum ersten Generalvikar wurde der Salemer Abt Petrus M\u00fcller (1593-1615)<\/p>\n<p>ernannt. Auch in der Folgezeit war immer der Salemer Abt Generalvikar der Oberdeutschen Zisterzienserkongregation, die 1624 gegr\u00fcndet wurde und auch noch Els\u00e4sser und Schweizer Kl\u00f6ster umfasste.<\/p>\n<p>Die oberdeutsche Kongregation war in vier Provinzen gegliedert. In der schw\u00e4bischen Provinz waren Salem, Kaisheim, Sch\u00f6ntal und Stams in Tirol. Nat\u00fcrlich geh\u00f6rten die Nonnenkl\u00f6ster, die ihren<\/p>\n<p>Vaterabteien unterstellt waren, automatisch dazu, so auch Baindt. Papst Urban VIII. (1623-1644) best\u00e4tigte die Kongregation am 10.07.1624. F\u00fcr die Nonnenkl\u00f6ster blieb das System der Vater\u00e4bte aufrecht erhalten. Dabei wurde einmal j\u00e4hrliche Visitation durch den<\/p>\n<p>Vaterabt\u00a0 und alle 4 Jahre durch den Provinzvikar festgelegt. Schon 1573 hatte Nicolas I. Bucherat die deutschen Kl\u00f6ster visitiert und dabei eine strenge Klosterreform gefordert. Gemeinsamer Tisch und strenge Klausur, eigentlich alte zisterziensische Lebensregeln<\/p>\n<p>sollten wieder beachtet werden. \u00c4btissin Elisabeth IV.Hartmann (1598-1625)f\u00fchrte dies 1607 auch wieder f\u00fcr Baindt ein. 1606 schloss die \u00c4btissin einen Vertrag mit dem Erbtruchsess Heinrich von Waldburg wegen der beiderseitigen Anspr\u00fcche des Klosters in den<\/p>\n<p>erbtruchsessichen Landen. Das Kloster konnte die Lehen mit eigenen Leuten besetzen und diese mit Ehrschatz, Handlohn,Wegl\u00f6se, Zinsen und G\u00fclten belegen und sonstige Leibeigenschaftsabgaben erheben. Lehensbrief und Reverse mussten vom Truchsessen<\/p>\n<p>oder dessen Beamten besiegelt werden. F\u00fcr alle \u00fcbrigen F\u00e4lle, hohe und niedere Gerichtsbarkeit, Bu\u00dfen, Schlagh\u00e4ndel, Gebot und Verbot, forstliche und alle \u00fcbrige Obrigkeit war die Herrschaft Waldburg zust\u00e4ndig. Frondienste beanspruchte sie in dem bisher<\/p>\n<p>\u00fcblichen Ma\u00df.<\/p>\n<p>1622 lie\u00df \u00c4btissin Elisabeth den Langbau erstellen und die Klosterm\u00fchle umbauen. Das deutet auf wieder prosperierende Verh\u00e4ltnisse. Dann aber suchte der Drei\u00dfigj\u00e4hrige Krieg das Land heim.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/Unbenannt.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-left: 0px; padding-right: 0px; display: inline; padding-top: 0px; border-width: 0px;\" title=\"Unbenannt\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/Unbenannt_thumb.png\" alt=\"Unbenannt\" width=\"175\" height=\"244\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>Am 14.\/15. April 1632 verlor Tilly die Schlacht bei\u00a0 Rain am Lech. Ulm wurde St\u00fctzpunkt der schwedischen Armee. Im Mai \u00fcberfallen erstmals schwedische Truppen Kloster Baindt. Die meisten Klosterfrauen fliehen. Nach der Schlacht bei Rain hatte\u00a0 Aldringen\u00a0 den<\/p>\n<p>Oberbefehl \u00fcber die Truppen der Liga erhalten. 1633 richtete er sein Hauptquartier in Ravensburg ein.Gegen den Befehl Wallensteins vereinigte er sich Am 29. September 1633 \u00a0in der N\u00e4he von Ravensburg mit den Truppen des Herzogs von Feria. Das hei\u00dft ganz in<\/p>\n<p>der N\u00e4he von Baindt lagen\u00a0 \u00fcber 10.000 Soldaten. Am 3. Oktober entsetzten sie das von General Horn belagerte Konstanz und am 20. Oktober Breisach. Die Erfolge der beiden habsburgischen Truppenteile verwundern, wenn man wei\u00df, wie heruntergekommen und<\/p>\n<p>ausgehungert diese Truppen waren. Die Schlacht von N\u00f6rdlingen am 6. September 1634 sah die kaiserlichen Truppen als Sieger \u00fcber die Schweden und ihre protestantischen deutschen Verb\u00fcndeten. Das f\u00fchrte in der Folge zum Prager Frieden und<\/p>\n<p>brachte zun\u00e4chst mal wieder ruhiger Zeiten f\u00fcr Oberschwaben und damit auch f\u00fcr Kloster Baindt. Allerdings war wieder einmal die Pest ausgebrochen, zum zweiten Mal in Baindt. Innerhalb von kurzer Zeit starben 7 Mitglieder des Konvents. Da ein Gro\u00dfteil der<\/p>\n<p>Klosterfrauen ja schon bei dem schwedischen \u00dcberfall geflohen waren, war das nat\u00fcrlich ein weiterer gravierender Aderlass. Und der Krieg dauerte ja noch weitere 13 lange und schwere Jahre. 1643 war er wieder mit voller Wucht nach Oberschwaben<\/p>\n<p>zur\u00fcckgekehrt. Das Kloster wurde dreimal ausgepl\u00fcndert und war ohne Vieh. Das Kloster wurde wieder gr\u00f6\u00dftenteils zerst\u00f6rt. 4 \u00c4btissinnen hatten das Kloster w\u00e4hrend des Krieges regiert. Auf \u00c4btissin Elisabeth war Juliana Rembold gefolgt (1625-1630).<\/p>\n<p>Ihre Nachfolgerin war Katharina III. Rueff. Erst \u00c4btissin Barbara I. Weglin (1644-1653) durfte den Frieden, der 1648 in M\u00fcnster geschlossen wurde, erleben.<\/p>\n<p>1649 wurde das Ordensleben wieder aufgenommen und auch mit der Wiederherstellung des Klosters begonnen. 1675 wird ein neuer fr\u00fchbarocker Hochaltar aufgestellt. Der Salemer Vaterabt Anselm I. (1664-1680) weihte diesen am 02.07. 1675.<\/p>\n<p>\u00c4btissin ist in dieser Zeit Barbara II. Sauther (1672-1688) Zwei Jahre sp\u00e4ter wird ein Nebenaltar zu Ehren des Heiligen Joseph geweiht. 1688 herrschte schon wieder Krieg im Lande. Der Pf\u00e4lzische Erbfolgekrieg (1688-1697). Im ersten\u00a0 Kriegsjahr<\/p>\n<p>wurde auch in S\u00fcdwestdeutschland gek\u00e4mpft, vor allem in der Pfalz und der Kurpfalz. Er erreichte Oberschwaben und den Bodensee aber nicht mehr, reichte jedoch aus, um die Bev\u00f6lkerung in Angst und Schrecken zu versetzen. So fliehen die Baindter<\/p>\n<p>Konventualinnen in Richtung Bodensee.<\/p>\n<p>Die Barockisierung der Abtei geht weiter. Um 1700 wird der Nonnenchor auf die Westempore verlegt. 1705 weiht der Salemer Abt Stephan I. Jung (1698-1725) eine Barockglocke f\u00fcr die Pfarrkirche St. Johannes.<\/p>\n<p>In der Abteikirche wird 1720 ein neues Gest\u00fchl und eine Tragekanzel eingebaut. Von 1724-1729 wird die Kirche weiter barock ausgestaltet. Das Kloster erh\u00e4lt ein neues G\u00e4stehaus,das \u00c4btissin Maria Magdalena von D\u00fcrrheim (1723-1751) 1729 erbauen\u00a0 l\u00e4sst.<\/p>\n<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/klosterhof1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-left: 0px; padding-right: 0px; display: inline; padding-top: 0px; border-width: 0px;\" title=\"klosterhof1\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/klosterhof1_thumb.jpg\" alt=\"klosterhof1\" width=\"244\" height=\"195\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Doch nicht nur bei der barocken Ausgestaltung der Kirche, die 1742 weitergef\u00fchrt und 1764 unter der \u00c4btissin C\u00e4cilia Seitz (1751-1768) 1764 schlie\u00dflich abgeschlossen wurde, erwarb sie sich Verdienste. Auch auf der politischen Ebene hatte sie Meriten.<\/p>\n<p>Der Habsburger Karl VI. (1711-1740) erneuerte 1735 die 1437 gew\u00e4hrte niedere Gerichtsbarkeit. Schon 1741, also in den Anfangsjahren von Maria Theresia (1740-1780)wurde diese Privileg erneuert.<\/p>\n<p>1742 wurde die Orgel erneuert.<\/p>\n<p>Am 18.7. 1743 werden die beiden Katakombenheiligen Donatus und Bonifatius \u00fcbertragen. Zwischen dem 16.und 19. Jahrhundert wurden in Rom. Viele Gebeine aus den Katakomben entfernt. Es ist dabei nicht sicher, ob es sich um Christen oder gar um<\/p>\n<p>M\u00e4rtyrer handelt. Den Gebeinen wurde posthum ein Name zugeordnet und ein schwunghafter Handel vor allem in die deutschsprachigen Gebiete n\u00f6rdlich der Alpen getrieben. Dieser Handel kam erst um 1860 zum Erliegen. So hat auch Gutenzell seine<\/p>\n<p>Katakombenheiligen, n\u00e4mlich die heilige M\u00e4rtyrerin Juliana, Schussenried, Rot an der Rot aber auch normale Pfarrkirchen wie Biberach oder Wolfegg und Kisslegg.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/800px-Baindt_Pfarrkirche_Katakombenheiliger_Bonifatius.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-left: 0px; padding-right: 0px; display: inline; padding-top: 0px; border: 0px;\" title=\"800px-Baindt_Pfarrkirche_Katakombenheiliger_Bonifatius\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/800px-Baindt_Pfarrkirche_Katakombenheiliger_Bonifatius_thumb.jpg\" alt=\"800px-Baindt_Pfarrkirche_Katakombenheiliger_Bonifatius\" width=\"244\" height=\"184\" border=\"0\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/120px-Baindt_Pfarrkirche_Katakombenheiliger_Donatus.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-left: 0px; padding-right: 0px; display: inline; padding-top: 0px; border: 0px;\" title=\"120px-Baindt_Pfarrkirche_Katakombenheiliger_Donatus\" src=\"http:\/\/www.transtrend.de\/franzkarl\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/120px-Baindt_Pfarrkirche_Katakombenheiliger_Donatus_thumb.jpg\" alt=\"120px-Baindt_Pfarrkirche_Katakombenheiliger_Donatus\" width=\"124\" height=\"94\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>Am 15.10.1743 wird der neue Choraltar und das Pestkreuz von Abt Konstantin Miller (1725-1745) geweiht. Aber auch auf wirtschaftlichem Gebiet geht es weiter. 1746 wird das Wasch-und Schlachthaus gebaut. Das war noch unter \u00c4btissin Magdalena.<\/p>\n<p>Ihre Nachfolgerin C\u00e4cilia l\u00e4sst 1766 das kl\u00f6sterliche Br\u00e4uhaus errichten.\u00a0 1763 werden 3 neue Glocken gegossen\u00a0 und die Klostermauer erweitert. Ein Jahr sp\u00e4ter wird der Chorraum stuckiert und 1760 wird durch Abt Anselm II. (1746-1778),<\/p>\n<p>dem Erbauer der Birnau, ein Altar mit einem Gei\u00dfelheiland geweiht. Noch zwei weitere Altarweihen erlebt das Kloster, n\u00e4mlich 1777 und 1780.<\/p>\n<p>1788 erwirbt Baindt unter \u00c4btissin Bernarda von Markdorf (1768-1802) vom Augustinerstift in Waldsee dessen Weing\u00e4rten in Markdorf, was nicht weiter wundert, den sie stammte ja aus der Familie von Markdorf.<\/p>\n<p>Am 15.01. 1797 wird mit 37 Konventualinnen die seit langem h\u00f6chste Zahl erreicht.<\/p>\n<p>Am 25.02. 1802 weihte Abt Kaspar Oexle (1802-1804) die letzte \u00c4btissin Xaveria Lohmiller, die 1836 verstarb.<\/p>\n<p>Der Reichsdeputationshauptschluss vom 25.Februar 1803 regelte die Entsch\u00e4digung f\u00fcr die durch den Friedensvertrag\u00a0 von Lun\u00e9ville 1801\u00a0 an Frankreich abgetretenen\u00a0 linksrheinischen G\u00fcter deutscher F\u00fcrsten. Dies geschah durch die S\u00e4kularisation der<\/p>\n<p>geistlichen Herrschaften. Das bedeutet das Ende der Kl\u00f6ster in S\u00fcddeutschland. Graf von der Leyden, der in Hohengeroldseck in der Gemeinde Seelbach in der Ortenau ans\u00e4ssig war, nahm das Kloster in Besitz. Von ihm ging es an das Haus Aspermont-Linden<\/p>\n<p>und 1812 ging es schlie\u00dflich in Privatbesitz \u00fcber. Die Abteikirche wurde 1817 zur Pfarrkirche erkl\u00e4rt. 1841 wurde mit dem Abriss der Klausurgeb\u00e4ude begonnen. Nur der Ostanbau des S\u00fcdfl\u00fcgels, das G\u00e4stehaus und das um 1600 errichte Amtshaus blieben bestehen<\/p>\n<p>1850 starb die letzte Baindter Klosterfrau.<\/p>\n<p>Die Gebeine des Klostergr\u00fcnders wurden 1842 in die Kirche \u00fcbertragen und im S\u00fcdschiff beigesetzt.<\/p>\n<p>1903 wurden Teile des Geb\u00e4ude, vor allem das G\u00e4stehaus von den Franziskanerinnen in Heiligenbronn \u00fcbernommen und zum\u00a0 Kinderasyl ausgebaut. Als Kinderheim St. Josef wurde es bis 1980 gef\u00fchrt. 1980 wurde dort eine Heimsonderschule<\/p>\n<p>f\u00fcr Sehbehinderte und Blinde gegr\u00fcndet. Auch ein kleiner Schwesternkonvent im Haus St. Menas besteht noch. Dort werden auch G\u00e4ste und Pilger aufgenommen und zu Gespr\u00e4ch und Gebete eingeladen. So wird doch noch eine \u00fcber 750 dauernde Klostertradition<\/p>\n<p>fortgef\u00fchrt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1240 machte Konrad von Winterstetten eine Schenkung. Daraufhin wurde das Kloster Baindt gebaut. Aber man muss eigentlich ein paar Jahre zur\u00fcckgehen, n\u00e4mlich ins Jahr 1237. Da taten sich einige Frauen in Seefelden am Bodensee, heute eine Teilgemeinde von Unteruhldingen-M\u00fchldorf zusammen. Unter geistlicher Aufsicht und Leitung von Eberhard von Rohrdorf, dem 5. 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